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Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140

11 October 1913, Bergen

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20. Die Umwandlung menschlich-irdischer Kräfte zu kräften hellseherischer Forschung

20. The Transformation of Human-Earthly Powers into Powers of Clairvoyant Research

[ 1 ] Es kann mancherlei gefragt werden über das eine und das andere, wenn man allmählich herandringt an die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse; es kann in berechtigter Weise mancherlei gefragt werden. Wollen wir einmal heute einen Teil unserer Betrachtung damit ausfüllen, daß wir uns selbst solche Fragen vorlegen. Die Beantwortung solcher Fragen ist oftmals geeignet, uns tiefer hineinzuführen in den ganzen Zusammenhang der Welttatsachen, insofern die geistige Welt in diese Tatsachen hineinwirkt, und namentlich in den Zusammenhang der Tatsachen der menschlichen Natur ‚selber. Eine Frage kann so aufgeworfen werden: Wenn man allmählich dazu kommt, die Wichtigkeit und die große Bedeutung der sogenannten Reinkarnation einzusehen, so kann man fragen: Ja, wie kommt es denn, daß der Mensch im gewöhnlichen Leben in unserer Gegenwart kein Bewußtsein erlangen kann von den vorhergehenden Erdenleben? Das hellsichtige Bewußtsein kann ja in der Tat dazu dringen, gleichsam das Gedächtnis so weit auszudehnen, daß wirklich frühere Erdenleben wie eine Erinnerung im Gedächtnis auftauchen. Aber im gewöhnlichen Leben der heutigen Menschheit ist es ja so, daß ein Bewußtsein der früheren Erdenleben nicht vorhanden ist. Wenn man nun die Frage gleichsam vom Gesichtspunkt der hellsichtigen Forschung stellt, so bekommt sie die’ folgende Gestalt. Man ist sich ja klar, daß die Kraft, die man zur hellsichtigen Forschung braucht, eigentlich aus dem menschlichen Innern und seiner Seele selber hervorkommt. Man entwickelt sich von dem gewöhnlichen Standpunkt des Menschen zu dem hellsichtigen Standpunkt: daher müssen ja die Kräfte, mit denen man später zurückblicken kann auf vorhergehende Erdenleben, in jedem Menschen selbstverständlich vorhanden sein. Die Frage ist nun diese: Was geschieht denn mit diesen Kräften, was macht die menschliche Natur mit diesen Kräften, die da sind, die mit dem Menschen geboren werden und die er doch nicht dahin bringt, daß er zu einer Rückerinnerung an frühere Erdenleben kommt?

[ 1 ] Many questions may arise regarding various matters as one gradually approaches the insights of Spiritual Science; it is entirely legitimate to ask such questions. Let us devote part of our discussion today to posing these questions to ourselves. The answers to such questions are often well-suited to leading us deeper into the whole context of world events, insofar as the spiritual world works into these events, and specifically into the context of the facts of human nature itself. One question can be posed as follows: When one gradually comes to realize the importance and great significance of what is called reincarnation, one may ask: Yes, how is it that in ordinary life in our present time, a person cannot gain awareness of previous earthly lives? Clairvoyant consciousness can indeed penetrate to the point of, so to speak, expanding the memory to such an extent that earlier earthly lives truly emerge in the memory as a recollection. But in the ordinary life of humanity today, there is, in fact, no awareness of past earthly lives. If one now poses the question, so to speak, from the standpoint of clairvoyant research, it takes on the following form. One is, of course, aware that the power required for clairvoyant research actually arises from within the human being and from the soul itself. One develops from the ordinary human perspective to the clairvoyant perspective: therefore, the powers with which one can later look back on previous earthly lives must naturally be present in every human being. The question is now this: What happens to these powers? What does human nature do with these powers that are present, that are born with the human being, and yet do not lead him to recall past lives?

[ 2 ] Wenn man hellsichtig die Frage untersucht, den Blick hinwendet auf diejenigen Kräfte, die da in Betracht kommen, so muß man die Betrachtung schon in ein sehr frühes Kindheitsalter lenken. Denn dann erst sieht man diese Kräfte, die beim Hellsehen verwendet werden können für den Rückblick in frühere Erdenleben, an der Arbeit. Nämlich: Diese Kräfte werden für die heutige Menschheit verwendet zum Aufbau des menschlichen Kehlkopfes und alles dessen, was damit zusammenhängt. Sie werden namentlich verwendet zu all dem, was den menschlichen Kehlkopf später befähigt, die Sprache zu lernen. Die Kräfte sind also da in jedem Menschen, die ihn befähigen würden, zurückzublicken in frühere Erdenleben. Aber sie werden in einem solchen Maße heute dazu verwendet, die Sprachorgane beim Menschen auszubilden, daß unter normalen Verhältnissen der Mensch diese Rückerinnerung nicht haben kann. Allerdings gab es früher Erdenzeiten, in denen die Menschen diese Rückerinnerung wohl hatten. Fast über die ganze Erde hin hatten die Menschen diese Rückerinnerung in frühere Erdenleben. Aber das beruht darauf, daß nicht alle Kräfte, die zum Aufbau der Sprachorgane verwendet werden, für den Rückblick in frühere Erdenleben verlorengehen, weil beim Aufbau der Sprachorgane noch gewisse Kräfte zurückgehalten werden. Die Entwickelung der Menschheit ist ja so, daß die Sprache allmählich eine Gestaltung angenommen hat, die heute im gegenwärtigen Menschheitszyklus viel mehr Kräfte namentlich des Ätherleibes aufruft, als das in früheren Zeitaltern der Fall war. So kommt der Mensch der heutigen Zeit gar nicht dazu, dasjenige, was zurückbleibt als Kräfte, von denen der größte Teil zum Aufbau der Sprachorgane verwendet wird, zu berücksichtigen. Würde er das tun, wie es der Hellseher ja tun muß, so würde er in frühere Erdenleben zurückblicken. Daher kommt das, was ich auch im öffentlichen Vortrage über «Die Rätsel des Lebens» angedeutet habe: Wenn man es dazu bringt, diejenige Tätigkeit des Ätherleibes zu entfalten, die sonst nur entfaltet wird in der Anstrengung der Sprachorgane, wenn man frei bekommt die Sprachkräfte von den Sprachorganen, wenn man dazu kommt, sich innerlich gewissermaßen zuhören zu können, ohne daß man äußerlich spricht, und dieses immer mehr und mehr fühlt, dann ist die Übung dieser Kräfte dazu geeignet, wirklich das Gedächtnis an frühere Erdenleben herzustellen. In der heutigen Menschheit ist es so, daß der Mensch gar keine Aufmerksamkeit verwendet auf die Kräfte seiner Sprachbildung, die zurückbleiben und die verwendet werden können zum Rückblick in frühere Erdenleben. Dies ist ein solcher Fall, wo man nachweisen kann durch die hellseherische Forschung, wohin die Kräfte kommen im normalen Leben, die sonst die Menschen zu Einblicken des geistigen Lebens befähigen würden.

[ 2 ] If one examines the question clairvoyantly, turning one’s gaze to the forces involved, one must direct one’s attention back to a very early stage of childhood. For only then can one see these forces—which, in clairvoyance, can be used to look back into past earthly lives—at work. Namely: These forces are used in present-day humanity to build the human larynx and everything connected with it. They are specifically used for all that later enables the human larynx to learn speech. The forces are thus present in every human being that would enable them to look back into past lives on Earth. But they are used to such an extent today to develop the speech organs in humans that, under normal circumstances, a person cannot have this recollection. However, there were earlier times on Earth when people did indeed have this recollection. Almost everywhere on Earth, people had this recollection of past lives. But this is because not all the forces used to develop the speech organs are lost to the ability to look back on past lives, since certain forces are still retained during the development of the speech organs. The development of humanity is such that language has gradually taken on a form that, in the present human cycle, calls upon far more forces—particularly those of the etheric body—than was the case in earlier ages. Thus, people of the present day do not even get around to taking into account those forces that remain—the majority of which are used for the development of the speech organs. If they were to do so, as the clairvoyant must, they would look back into past lives. Hence what I also hinted at in my public lecture on “The Riddles of Life”: If one succeeds in unfolding that activity of the etheric body which is otherwise unfolded only in the exertion of the speech organs, if one frees the speech forces from the speech organs, if one comes to be able to listen to oneself inwardly, as it were, without speaking outwardly, and one feels this more and more, then the exercise of these powers is suitable for truly restoring the memory of past lives. In today’s humanity, people pay no attention whatsoever to the powers of speech formation that remain and can be used to look back into past lives. This is a case where clairvoyant research can demonstrate where, in normal life, the powers go that would otherwise enable people to gain insights into spiritual life.

[ 3 ] So ist es auch mit den Kräften, die beim Menschen in unserer heutigen Zeit verwendet werden, um die sogenannte graue Gehirnsubstanz zustande zu bringen, welche hauptsächlich das Organ des Denkens ist. Dieses Denken ist natürlich nicht etwas, was das Gehirn verrichtet, aber man braucht das Gehirn als ein Werkzeug, um zu denken. Und jene Denkkräfte, die den Menschen befähigen würden, wenn er sie ganz zur Verfügung hätte, um zum Beispiel mit Leichtigkeit auf dasjenige zu kommen, was in meiner «Geheimwissenschaft» steht, diese Kräfte, die in leichter Art befähigen, zu dieser ganzen Auseinandersetzung der «Geheimwissenschaft» zu kommen, werden beim normalen Menschen heute verwendet, um die graue Gehirnsubstanz in entsprechender Weise zu gliedern. Diese Gliederung der grauen Gehirnsubstanz war noch gar nicht in diesem ausgiebigen Maße, wie es heute beim Durchschnittsmenschen der Fall ist, beim Menschen des alten Griechenlandes im sechsten oder fünften Jahrhundert vorhanden. In dieser Beziehung ändert sich die Menschennatur rascher, als man denkt. Daher war für die Griechen der vorhistorischen Zeit, des zehnten, elften, zwölften Jahrhunderts, in einem bestimmten Lebensalter ganz selbstverständlich, daß ihnen das Hellsehen aufging, das man heute wiederum als Geheimwissenschaft darstellen kann. Und man muß die Kräfte, die einem doch noch erspart bleiben bei der Bearbeitung der grauen Gehirnsubstanz, zur Übung verwenden in der Weise, wie es geschildert worden ist, um in reiner, klarer Weise zu überschauen, was zum Beispiel in meiner «Geheimwissenschaft» beschrieben ist. Worauf beruht das, wenn man so beschreibt, wie es in diesem Buche geschehen ist? Die Bedingungen zu Schilderungen aus der geistigen Welt sind eigentlich auch von dem heutigen Menschen gar nicht so schwer zu erlangen. Man möchte fast sagen, man könne sich wundern, daß heute nicht viel mehr Menschen ganz von selbst zur Anschauung dieser Verhältnisse kommen — und man könnte sich wundern, daß diese Schilderungen eine so starke Gegnerschaft finden. Denn es ist verhältnismäßig nicht schwierig, zu jenem Grad des Hellseherischen zu kommen, der notwendig ist, um diese Dinge zu überschauen. Man braucht nur das Folgende zu machen, obwohl man diesen Dingen gegenüber das Faustwort anwenden kann: «Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer.»

[ 3 ] The same is true of the forces that are employed in human beings today to produce what is known as the gray matter of the brain, which is primarily the organ of thought. This thinking is, of course, not something the brain performs, but the brain is needed as a tool for thinking. And those powers of thought that would enable a person—if they were fully at their disposal—to, for example, easily grasp what is written in my *Secret Science*; these powers, which make it easy to engage with the entire subject matter of *Secret Science*, are used in the average person today to structure the gray matter of the brain in a corresponding way. This structuring of the gray matter of the brain was not yet present to the same extensive degree as is the case today with the average person, in the people of ancient Greece in the sixth or fifth century. In this respect, human nature changes more rapidly than one might think. Therefore, for the Greeks of prehistoric times—the tenth, eleventh, and twelfth centuries—it was quite natural at a certain age for clairvoyance to dawn upon them, which today can again be described as a secret science. And one must use the powers that are still spared in the processing of the gray matter of the brain for practice in the manner described, in order to gain a pure, clear overview of what is described, for example, in my *Esoteric Science*. On what does this rest, when one describes it as has been done in this book? The conditions for descriptions from the spiritual world are actually not that difficult for people today to attain. One might almost say that it is surprising that not many more people today come to perceive these conditions entirely on their own—and one might be surprised that these descriptions encounter such strong opposition. For it is relatively not difficult to attain that degree of clairvoyance necessary to grasp these things. One need only do the following, although one might apply Faust’s words to these matters: “It is easy, yet the easy is hard.”

[ 4 ] Die Entwickelung des Gehirns ist zwar am lebhaftesten in den ersten Jahren des menschlichen Lebens; da sieht man hellsichtig den Ätherleib und auch den Astralleib am meisten tätig an der Furchung, an der Gliederung des Gehirns. Aber es dauert diese Arbeit an unserem Gehirn verhältnismäßig sehr lange. Und es ist nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß der Mensch wirklich — wenn es auch in späteren Jahren langsamer geht — durch die Lebenserfahrung schon immer gescheiter und gescheiter wird. Immer findet eine Arbeit an der Gehirnsubstanz statt. Aber man beobachtet das Folgende nicht und kann es ja auch nicht beobachten: Wenn man sich in einem bestimmten Jahre vornimmt, eine geistige Lieblingsbeschäftigung, die man getrieben hat, einmal nicht zu treiben — doch müsste sich diese nur auf äußere Verhältnisse beziehen, weil durch diese die graue Substanz sich gliedert — Geisteswissenschaft kann es natürlich nicht sein, wenn man sie nicht wie irgendeine andere Wissenschaft studiert —, doch wenn man irgend etwas sonst, was man als Lieblingsbeschäftigung betrieben hat, sieben Jahre lang nicht zu treiben sich vornimmt und wirklich das durchführt, streng durchführt, und man versucht, in stiller Meditation die Kräfte wachzurufen, die man auf diese Weise erspart hat, die, hätte man die Tätigkeit fortgesetzt, anders verwendet worden wären, nun aber erspart, herausgesondert sind: so kann man verhältnismäßig leicht, wenigstens in hohem Grade selbst zur Erkenntnis derjenigen Dinge kommen, die in meiner «Geheimwissenschaft» geschildert sind. Daß so wenige Menschen dazu kommen, bezeugt nur, daß so wenig nach dieser Richtung ausgeführt wird. Es wird in der Tat nicht ausgeführt, denn derjenige, der wirklich eine Lieblingsbeschäftigung hat, wird selten die Entsagung haben, sieben Jahre lang sich gar nicht mit ihr zu befassen.

[ 4 ] Brain development is indeed most active during the first years of human life; it is then that one can clearly see the etheric body and also the astral body most actively engaged in the folding and structuring of the brain. But this work on our brain takes a relatively long time. And it is no exaggeration to say that human beings truly—even if the process slows down in later years—become ever more intelligent through life experience. Work on the brain substance is always taking place. But one does not observe the following—and indeed cannot observe it: If, in a given year, one resolves to refrain from a favorite intellectual pursuit that one has been engaged in—though this should only pertain to external circumstances, since it is through these that the gray matter is structured—it cannot, of course, be Spiritual Science if one does not study it like any other science— yet if one resolves not to engage in some other favorite activity for seven years and actually carries this out, strictly carries it out, and attempts, in quiet meditation, to summon the forces one has thus saved—forces that, had one continued the activity, would have been used differently, but are now saved and set aside: then one can relatively easily, at least to a high degree, come to an understanding of those things described in my *Secret Science*. The fact that so few people achieve this merely testifies to how little is actually done in this direction. In fact, it is not practiced, for one who truly has a favorite pastime will rarely have the self-denial to refrain from engaging in it for seven years.

[ 5 ] So sehen Sie, daß ein Teil dessen, was heute verkündet werden kann, verhältnismäßig leicht zu erringen wäre. Wenn Sie unsere heutige Kultur betrachten mit allem, was sie an Ungeheuerem äußerlich geleistet hat, so werden Sie sich gar nicht wundern, daß viele Kräfte des Ätherleibes verwendet werden auf die Bearbeitung des Gehirns, denn diese äußere Kultur ist ja fast ganz nur ein Ergebnis eben der Gehirnarbeit, da gehen die Kräfte ganz und gar in der Bearbeitung des Gehirnes auf. Nun könnte mancher sagen: Ja, ich habe mich aber gar nicht beteiligt an dieser Kulturarbeit, ich habe ja gar nichts dabei getan! — Das kann sich jemand in Wirklichkeit vortäuschen, aber es ist doch nicht der Fall. Man kann heute kaum einen noch so einsam gelegenen Ort auf der Erde finden, wohin nicht die äußere Kultur doch so weit dringt, daß man beteiligt ist mit seinem Denken an dieser äußeren Kultur. Und das genügt schon, um die Kräfte abzulenken von dem, was man nennen könnte: Erlangen des hellsichtigen Bewußtseins. Freilich könnte jemand sagen: Nun, die Wilden beschäftigen sich ja nicht mit dem, was das Gehirn so bearbeitet, aber man kann auch von den Wilden heute nicht sagen, daß sie besondere hellsichtige Kräfte nach dieser Richtung entwickeln. — Das ist der Fall, weil ein ganz bestimmtes geistiges Gesetz besteht. Dasjenige nämlich, was man auf diese Weise hellsichtig erlangen soll, das muß eine bestimmte Vorbereitung haben. Der Wilde könnte vielleicht ganz andere hellsichtige Kräfte entwickeln. Die hellsichtigen Kräfte aber, die notwendig sind für das Sehen dessen, was in meiner «Geheimwissenschaft» beschrieben ist, könnte der Wilde nicht entwickeln, weil er dazu keine Vorbereitung hat. Denn diese Kräfte müssen wiederum die Umkehrung von anderen Kräften sein. Sie könnten zum Beispiel sagen: Aber viele Menschen haben sich doch das, was ich als Lieblingsbeschäftigung gehabt habe, überhaupt erspart! Warum sind diese nicht hellsichtig geworden? — Das beruht darauf, daß die Entwickelung der hellsichtigen Kräfte nicht kommt aus dem Nichts heraus, sondern kommt durch die Umkehrung dessen, was vorhanden ist. Man muß Kräfte in einer gewissen Richtung schon entwickelt haben, man muß den Anlauf schon genommen haben zu derjenigen Intelligenz, die heute unsere Kulturintelligenz ist; man muß eine Zeitlang auf diese Kräfte verzichten, dann werden sie gleichsam umgekehrt. Und dadurch entsteht dasjenige, was einen befähigt, die Tatsachen in der «Geheimwissenschaft» hellseherisch zu verfolgen. Es sind namentlich diejenigen Kräfte bei solchen Schilderungen verwendet, die in der normalen menschlichen Entwickelung vorzugsweise das Gehirn zu den höheren, intelligenteren Kräften befähigen. Dagegen wird man dasjenige, was nicht diese allgemeinen, großen Gesichtspunkte, wie sie in der «Geheimwissenschaft» geschildert sind, erreicht, sondern was mehr einzelne Verhältnisse erreicht, durch Umkehrung von anderen menschlichen Kräften und Fähigkeiten erlangen. Die Fähigkeit zum Beispiel, in frühere Erdenleben zurückzublicken, erreicht man dadurch, daß man gewisse Kräfte, die sonst ganz für die Sprachorganbildung verwendet werden, zurückbehält in der Art, wie ich es geschildert habe.

[ 5 ] So you see that part of what can be proclaimed today would be relatively easy to achieve. If you consider our present-day culture with all the monstrous achievements it has produced outwardly, you will not be at all surprised that many forces of the etheric body are employed in the processing of the brain, for this outward culture is almost entirely the result of brainwork; the forces are entirely absorbed in the processing of the brain. Now, some might say: “But I haven’t participated in this cultural work at all; I haven’t done anything to contribute to it!” — One might delude oneself into thinking that, but it is not the case. Today, one can hardly find even the most isolated place on earth where external culture does not penetrate to such an extent that one is involved in this external culture through one’s thinking. And that is enough to divert one’s powers from what one might call: the attainment of clairvoyant consciousness. Of course, one might say: Well, savages do not concern themselves with what the brain processes in this way, but one cannot say of savages today either that they develop special clairvoyant powers in this direction. — This is the case because a very specific spiritual law exists. Namely, what one is to attain clairvoyantly in this way must have a certain preparation. The savage might perhaps develop quite different clairvoyant powers. But the clairvoyant powers necessary for seeing what is described in my *Esoteric Science* the savage could not develop, because he has no preparation for it. For these powers must, in turn, be the reversal of other powers. You might say, for example: But many people have completely spared themselves what was my favorite pastime! Why have they not become clairvoyant? — This is because the development of clairvoyant powers does not come out of nowhere, but comes through the reversal of what already exists. One must already have developed powers in a certain direction; one must already have taken the first steps toward the kind of intelligence that is today our cultural intelligence; one must for a time renounce these powers, and then they are, as it were, reversed. And through this arises that which enables one to pursue the facts of “esoteric science” clairvoyantly. It is specifically those powers used in such descriptions that, in normal human development, primarily enable the brain to access the higher, more intelligent powers. In contrast, what does not attain these general, broad perspectives, as described in “Esoteric Science,” but rather addresses more specific circumstances, is attained through the reversal of other human powers and abilities. The ability, for example, to look back on past earthly lives is attained by retaining certain forces—which are otherwise entirely devoted to the formation of the speech organs—in the manner I have described.

[ 6 ] Am hinderlichsten sind den Menschen, um in die geistigen Welten zu dringen, gewisse Kräfte, welche gewöhnlich überhaupt gar nicht beachtet werden. Ich habe jetzt zweierlei von den Kräften angeführt, welche den Menschen befähigen, hellsehend hineinzublicken in die geistigen Welten. Auf die Kräfte, die heute verwendet werden zur Ausbildung der grauen Gehirnsubstanz, habe ich hingewiesen; jene Kräfte aber, die den Menschen befähigen, rückzublicken auf frühere Erdenleben, sind die Kräfte, die mit der Ausbildung der Sprache zu tun haben. Es gibt aber noch Kräfte, die den Menschen befähigen, mehr im einzelnen zu sehen, was zwischen Tod und neuer Geburt liegt, in Einzelheiten zu sehen, was der einzelne Mensch da tut. In der «Geheimwissenschaft» findet man mehr das Allgemeine. Das ist aber wieder etwas anderes: wirklich hineinzusehen in die geistige Welt; dazu sind wieder andere Kräfte notwendig, die man kaum beachtet im Leben. Es gibt etwas, zu dem der Mensch sehr viel Kräfte verwenden muß: das ist, daß er sein Leben lang nicht auf allen vieren kriecht, sondern im jugendlichen Lebensalter dazu kommt, sich aufzurichten. Die Kräfte, die den Menschen zum vertikalen Wesen machen, sind Kräfte, die denjenigen, der eingedrungen ist in die geistige Welt, mit ganz besonderer Ehrfurcht erfüllen. Zuzuschauen, wie ein Kind gehen lernt, das schließt für den, der hellsichtige Forschung anstellt, ein wunderbares Mysterium ein. Die Kräfte, die man verwendet, um sich aufzurichten als Kind, die lassen übrig — aber man berücksichtigt dieses Überbleibsel zu wenig —, die lassen übrig diejenigen Kräfte, die einen befähigen, hineinzuschauen in die Welt zwischen Tod und neuer Geburt. Wenn man es nämlich dahin bringt — es gibt dazu noch andere Wege, aber dieses ist ein Weg -, sich zu erinnern, wie man gehen gelernt hat, was man da für Anstrengungen gemacht hat: dann entdeckt man in sich die Kräfte, die man erspart hat in seinem Ätherleib. Denn dieser muß sich namentlich dabei anstrengen. Wenn man diese Kräfte in sich sucht, die man dazumal erspart hat — sie sind noch in allen Menschen vorhanden -, dann kann auf diesem Wege vieles herausgeholt werden aus dem Menschen, was ihn befähigt, in das Leben, das verflossen ist zwischen seinem letzten Tod und seiner Geburt, zurückzusehen.

[ 6 ] The greatest obstacle preventing people from penetrating the spiritual worlds are certain forces that are usually not taken into account at all. I have now mentioned two kinds of forces that enable people to look into the spiritual worlds with clairvoyance. I have pointed out the forces that are used today to develop the gray matter of the brain; but the forces that enable people to look back on past earthly lives are the forces connected with the development of language. But there are also forces that enable human beings to see in greater detail what lies between death and new birth, to see in detail what the individual human being does there. In “Esoteric Science” one finds more of the general picture. But that is something else again: to truly look into the spiritual world; for that, other forces are necessary, ones that are scarcely noticed in life. There is something for which a person must expend a great deal of energy: namely, that throughout their life they do not crawl on all fours, but in their youth come to stand upright. The forces that make a human being a vertical being are forces that fill those who have entered the spiritual world with a very special sense of awe. Watching a child learn to walk holds a wondrous mystery for those who engage in clairvoyant research. The forces one uses to stand upright as a child leave behind—though this remnant is too often overlooked—the very forces that enable one to look into the world between death and new birth. For if one manages—there are other ways to do this, but this is one way—to remember how one learned to walk, what efforts one made in doing so: then one discovers within oneself the forces that one has saved in one’s etheric body. For it is this body that must exert itself in this process. If one seeks within oneself these forces that were once saved—they are still present in all human beings—then much can be drawn out of the human being in this way, enabling them to look back into the life that has elapsed between their last death and their birth.

[ 7 ] Sie können fragen: Wie macht man denn das? Wir haben, wenn uns das Glück wird, unsere anthroposophische Bewegung fortzusetzen, schon einen Anfang damit gemacht, daß diese Kräfte hervorgesucht werden. Und wenn es gut geht, werden diese Kräfte gewöhnlich erst nach sieben Jahren rege; aber ein Anfang ist da, und dieser Anfang wird sich fortsetzen in der Menschennatur. Gewöhnlich bleiben die Kräfte unberücksichtigt, die man da erspart hat. Nun kann der Mensch das Gewahrwerden dieser Kräfte in sich dadurch fördern, daß er eine gewisse naturgemäße Art des Tanzes übt. Es kann gewiß auch durch Meditation hervorgerufen werden, aber seit noch nicht ganz einem Jahre wird aus den Grundsätzen der Bewegungen des Ätherleibes in gewissen Kreisen bei uns die sogenannte Eurythmie getrieben. Das ist nicht etwas wie die gewöhnliche Art des Turnens und Tanzens — was eigentlich zu nichts Besonderem führt —, sondern das sind Bewegungen, die ganz im Sinne der Bewegungen des Ätherleibes gegeben sind. Durch diese Bewegungen wird der Mensch allmählich die Kräfte gewahr werden, die noch in ihm sind, diese Kräfte werden durch diese freie Tanzbewegung entdeckt werden. Und so werden Anlagen allmählich geschaffen werden, die dasjenige erwecken, was im Menschen an Kräften ist, um wirklich hineinzuschauen in jene geistigen Welten, die zwischen dem letzten Tode und seiner Geburt liegen.

[ 7 ] You may ask: How does one go about doing that? If we are fortunate enough to continue our anthroposophical movement, we have already made a start on seeking out these forces. And if all goes well, these forces usually become active only after seven years; but a beginning has been made, and this beginning will continue within human nature. Usually, the forces that have been preserved in this way remain unaccounted for. Now, a person can promote the awakening of these forces within themselves by practicing a certain natural form of dance. It can certainly also be brought about through meditation, but for not quite a year now, the so-called eurythmy has been practiced in certain circles among us based on the principles of the movements of the etheric body. This is not something like the ordinary kind of gymnastics and dancing—which actually leads to nothing special—but rather these are movements that are given entirely in the spirit of the movements of the etheric body. Through these movements, the human being will gradually become aware of the powers that still lie within them; these powers will be discovered through this free dance movement. And in this way, capacities will gradually be created that awaken the powers within the human being to truly look into those spiritual worlds that lie between the last death and their birth.

[ 8 ] So kann Geisteswissenschaft ganz praktisch an der Menschenkultur arbeiten. Und überzeugt kann man sein, daß nach und nach Geisteswissenschaft nicht bloß dabei stehenbleiben wird, einzelne Wahrheiten abstrakt zu lehren, sondern auch den ganzen Menschen so behandeln wird, daß Kräfte, die heute schlummern, geweckt werden, daß der Mensch sich wirklich zu einer geistigen Lebensempfindung aufschwingen lernt. Das sind sonderbare Sachen, die man da sagen muß, aber sie sind nun einmal so: Wenn man entdeckt die Kräfte, die einem beim Gehenlernen zurückgeblieben sind, dann wird man dadurch befähigt, hellsichtig hinzuschauen auf die Welten, in denen man lebt zwischen Tod und einer neuen Geburt. Durch Meditation ist das ja auch zu erreichen, aber sie muß dann so getrieben werden, daß sie auch Gefühl werde. Gefühle sind aber durch Meditation eigentlich am schwierigsten zu bilden. Es sollen die Kräfte also gefunden werden, die den Menschen befähigen, hineinzuschauen in die Welt zwischen Tod und einer neuen Geburt. Namentlich diejenigen Kräfte werden dabei gefunden, durch die man auf das schaut, was längere Zeit der Geburt vorangegangen ist, Auf diesem Gebiete liegt vieles, was das Leben uns erst verständlich macht. Irgendein Unglück trifft uns zum Beispiel. Zunächst haben wir nur die Empfindung: das ist ein Unglück. Wir ertragen es schwer. Wüßten wir aber, warum wir vor der Geburt jahrzehnte-, ja jahrhundertelang alles so eingerichtet haben, daß dieses Unglück uns trifft, dann würde uns vieles erträglicher sein! Denn wir wüßten, daß dieses Unglück eine Prüfung ist, damit wir vollkommener werden. Aber auch sonst erlebt man gar mancherlei, wenn man gerade in denjenigen Teil der geistigen Welt hineinsieht, in dem man gewissermaßen die Vorbereitung für das gegenwärtige Leben durchmacht.

[ 8 ] In this way, Spiritual Science can make a very practical contribution to human culture. And one can be certain that, little by little, Spiritual Science will not merely stop at teaching individual truths in the abstract, but will also treat the whole human being in such a way that powers which lie dormant today are awakened, so that the human being truly learns to rise to a spiritual experience of life. These are strange things to say, but they are simply the way it is: When one discovers the powers that were left behind while learning to walk, one is thereby enabled to look with clairvoyance into the worlds in which one lives between death and a new birth. This can also be achieved through meditation, but it must be practiced in such a way that it becomes a feeling as well. Feelings, however, are actually the most difficult to form through meditation. So the forces must be found that enable a person to look into the world between death and a new birth. In particular, the forces are found through which one looks at what preceded birth for a long time. In this realm lies much that makes life understandable to us. Some misfortune befalls us, for example. At first, we have only the feeling: this is a misfortune. We find it hard to bear. But if we knew why, for decades or even centuries before birth, we had arranged everything in such a way that this misfortune would befall us, then much would be more bearable for us! For we would know that this misfortune is a test, so that we may become more perfect. But one experiences all sorts of things in other ways as well when one looks into that very part of the spiritual world where one is, so to speak, undergoing the preparation for the present life.

[ 9 ] Die allgemeinen Verhältnisse will ich hier nicht schildern, die finden Sie ja dargestellt in meinen Schriften. Aber ich möchte gleichsam an einigen Beispielen zeigen, wie das Leben vor der Geburt beeinflußt das Leben nach der Geburt. Sehen Sie, so sonderbar das klingt, wenn wir die Mitte unseres Lebens zwischen Tod und einer neuen Geburt durchschritten haben — nicht wahr, zwischen Tod und einer neuen Geburt verfließt ja gewöhnlich eine Anzahl von Jahrhunderten, da gibt es natürlich eine Mitte —, dann richtet sich das innere Erleben der Seele in der geistigen Welt vor allen Dingen hinunter auf die Erde. Und man bekommt, wenn man nach dieser Mitte lebt, von der Erde herauf immer mehr Eindrücke von dem, was da unten getrieben wird, von dem, was die Menschen da unten denken und fühlen; und es ist für jede Seele so, daß sie ganz bestimmte Eindrücke bekommt. So zum Beispiel kann eine Seele sich hereinleben in der zweiten Hälfte des geistigen Lebens ihrer neuen Geburt entgegen, und immer mehr und mehr schaut sie da unten jene Menschen, die, sagen wir, da unten das spätere Zeitalter. vorbereiten: die geistig wirksamen Menschen. Einzelne von diesen geistig wirksamen Menschen werden der Seele ganz besonders wertvoll. Ja, es kommt vor, daß man von der geistigen Welt aus auf eine oder zwei Gestalten, die auf der Erde sich betätigen, ganz besonders herabsieht. Ein Mensch zum Beispiel, der in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts geboren worden ist, war, nehmen wir an, am Anfang des neunzehnten und in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts in der geistigen Welt; aber er schaute herunter auf die bedeutsamen Menschen, welche die Kultur damals beeinflußten. Einzelne daraus findet er besonders wertvoll, sie sind ihm besonders lieb. Das ist eines, was man da erlebt: daß man herunterschaut auf die Menschen, die da unten sich entwickeln. Aber indem man da herunterschaut, beeinflußt man diese Menschen auch, doch nicht so, daß dadurch die Freiheit beeinträchtigt würde; man beeinflußt sie so, daß gewisse Dinge, die in ihrer Seele leben, leichter in ihrer Seele auftauchen dadurch, daß von der geistigen Welt aus irgendeine Seele auf sie herunterblickt. So werden Erdenmenschen zum Schaffen, zur Tätigkeit angeregt durch Seelen, welche erst später als diese Erdenmenschen geboren werden und auf sie herunterschauen. In weiteren und auch in intimeren Angelegenheiten kann das der Fall sein.

[ 9 ] I do not intend to describe the general circumstances here; you will find them outlined in my writings. But I would like to use a few examples to show, as it were, how life before birth influences life after birth. You see, as strange as it may sound, once we have passed through the midpoint of our life between death and a new birth—after all, between death and a new birth, a number of centuries usually elapse, so there is naturally a midpoint—then the soul’s inner experience in the spiritual world is directed, above all, down toward the earth. And when one lives after this midpoint, one receives more and more impressions from the Earth of what is going on down there, of what people down there think and feel; and it is the case for every soul that it receives very specific impressions. For example, a soul may immerse itself in the second half of its spiritual life as it approaches its new birth, and more and more it looks down upon those people who, let us say, are preparing the later age down there: the spiritually active people. Some of these spiritually active people become particularly precious to the soul. Yes, it happens that from the spiritual world one looks down with particular interest upon one or two figures who are active on Earth. A person, for example, who was born in the second half of the nineteenth century was, let us assume, in the spiritual world at the beginning of the nineteenth and in the second half of the eighteenth century; but he looked down upon the significant people who influenced culture at that time. He finds some of them particularly valuable; they are especially dear to him. This is one of the experiences one has there: looking down upon the people developing down below. But by looking down, one also influences these people, though not in a way that impairs their freedom; one influences them in such a way that certain things living in their souls emerge more easily in their souls because a soul from the spiritual world is looking down upon them. Thus, earthly human beings are inspired to create and act by souls who are born later than these earthly human beings and look down upon them. This can be the case in broader as well as in more intimate matters.

[ 10 ] Zum Beispiel ist der Fall vorgekommen, daß jemand als Seele im achtzehnten und in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in der geistigen Welt gelebt hat und einen hervorragenden Menschen der Erdenwelt sich geradezu zu seinem Ideal genommen hat: wie er dann hat werden wollen wie dieser, ihm hat nachstreben wollen nach seiner Geburt; man sieht zum Beispiel die Bücher eines solchen Menschen, dem man nacheifern will nach der Geburt. Man sieht also mit einer gewissen inneren Sehnsucht, mit einem gewissen inneren Trieb so vom Himmel auf die Erde herunter, wie man — allerdings mit etwas anderem Gefühl — als ein lebender Mensch mit Sehnsucht nach dem Jenseits, nach dem Himmel aufblickt. Nur ist dieser beträchtliche Unterschied, daß, wenn man als Erdenmensch ohne die Erkenntnis der Geisteswissenschaft zum Himmel aufblickt, das ziemlich unbestimmt bleibt. Der Mensch im Himmel aber, derjenige, der in der geistigen Welt lebt, hat die Eigentümlichkeit, daß er die Verhältnisse der Erde, die Menschenseele, die er besonders verehrt, deren Schriften er vielleicht lesen will, auch ganz besonders genau sieht von der geistigen Welt aus. Kurz, man lernt in der zweiten Hälfte seines geistigen Daseins zwischen Tod und einer neuen Geburt in Einzelheiten die Menschenseelen kennen, man lernt in Seelen hineinschauen. Und wir selber, die wir jetzt leben, wir können uns bewußt sein, daß da oben in der geistigen Welt Seelen leben, die darauf warten, in den nächsten Jahrzehnten geboren zu werden, die in unsere Seelen schauen mit einem sehnsüchtigen Blick und die in unseren Seelen dasjenige erblicken, was sie brauchen für ihre Vorbereitung zur Erdenwelt. Sie sehen unsere Seelen in dieser Zeit ihres geistigen Lebens so genau, wie der Erdenmensch seinen Himmel ungenau sieht. Das ist wiederum so ein Bild, das uns zeigt, wie wir, wenn wit die geistigen Welten auch nur ein wenig kennenlernen, wirklich zu der Empfindung kommen: Wir sind beobachtet. Denn das sind wir vielfach. Es richten sich die Blicke der geistigen Wesen und namentlich derjenigen, die geboren werden sollen, auf unsere Seelen. Daraus ersehen wir, daß Geisteswissenschaft auch in dieser Beziehung durchaus nicht etwas Schlechtes den Menschen gibt, denn es wird durch sie der Mensch angeleitet, würdig zu sein dessen, was in seiner Seele beobachtet wird von den noch ungeborenen Seelen.

[ 10 ] For example, there has been a case where a soul lived in the spiritual world during the eighteenth and the first half of the nineteenth centuries and took an outstanding person from the earthly world as his very ideal: he wanted to become like this person, to strive to emulate him after his birth; one looks, for example, at the books of such a person whom one wishes to emulate after birth. One thus looks down from heaven to earth with a certain inner longing, with a certain inner impulse, just as one—albeit with a somewhat different feeling—looks up as a living human being with a longing for the beyond, for heaven. The only significant difference is that when one looks up to heaven as an earthly human being without the knowledge of Spiritual Science, it remains rather vague. The human being in heaven, however—the one who lives in the spiritual world—has the peculiarity that he sees the conditions on earth, the human soul he particularly reveres, whose writings he perhaps wishes to read, with particular clarity from the spiritual world. In short, in the second half of one’s spiritual existence between death and a new birth, one gets to know human souls in detail; one learns to look into souls. And we ourselves, who are living now, can be aware that up there in the spiritual world there are souls living who are waiting to be born in the coming decades, who look into our souls with a longing gaze, and who see in our souls what they need for their preparation for the earthly world. They see our souls at this stage of their spiritual life as clearly as earthly humans see their heaven only vaguely. This is yet another image that shows us how, when we come to know the spiritual worlds even a little, we truly come to the realization: We are being observed. For we are, in many ways. The gazes of spiritual beings—and especially those who are yet to be born—are directed toward our souls. From this we see that Spiritual Science, even in this regard, by no means gives people anything bad; for through it, people are guided to be worthy of what is observed in their souls by the souls not yet born.

[ 11 ] Wenn die hellsichtige Forschung sich auf diese Dinge einläßt, dann erlebt sie allerdings bedeutsame, oft erschütternde Dinge. Und zu den wirklich in hohem Grade erschütternden Dingen gehört es, wenn man hinaufblickt in die geistigen Welten zu den Seelen, die auf dem Wege sind geboren zu werden, und sieht, wie sie herunterschauen auf die Erde, um nach denjenigen zu blicken, die ihre Eltern werden könnten. Für ältere Zeiten war das sogar noch bedeutsamer; für unsere Zeiten ist das schon weniger bedeutsam geworden. Aber es gehört noch immer zu den erschütterndsten Ereignissen, solche Seelen zu beobachten. Denn da kann man die allerverschiedensten Eindrücke erhalten. Hier ein Eindruck, den ich schildern möchte nach der Wirklichkeit.

[ 11 ] When clairvoyant research delves into these matters, it does indeed encounter significant, often deeply moving experiences. And among the truly deeply moving experiences is looking up into the spiritual worlds at the souls who are on their way to being born, and seeing how they look down upon the earth to search for those who might become their parents. In earlier times, this was even more significant; in our times, it has become less so. But observing such souls still ranks among the most moving experiences. For one can receive the most varied impressions there. Here is an impression I would like to describe as it actually is.

[ 12 ] Eine Seele, die sich anschickt verkörpert zu werden, weiß zum Beispiel, daß sie zu ihrem nächsten Erdenleben eine gewisse Art von Erziehung braucht, eine gewisse Art von Kenntnissen, die sie aufnehmen muß schon in früher Jugend. Aber sie sieht nun: Ja, da und dort kann ich die Möglichkeit finden, solche Erkenntnisse zu gewinnen. — Aber das ist oftmals nur möglich, wenn man in der Zeit verzichtet auf ein solches Elternpaar, das einem ein glückliches Dasein in anderer Beziehung geben könnte, und wenn man seine Zuflucht nimmt zu einem Elternpaar, das einem vielleicht kein glückliches Leben gewähren kann. Würde man ein anderes Elternpaar vorziehen, so würde man sich sagen müssen: Gerade das Wichtigste kannst du nicht erreichen. — Man darf nicht alle Verhältnisse des geistigen Lebens sich so verschieden vorstellen von denen auf der Erde. So sieht man Seelen, die vor der Geburt in furchtbarstem Kampf sind, sieht zum Beispiel eine Seele, die sich sagt: Ich werde vielleicht in meiner Jugend mißhandelt von einem rohen Elternpaar. — Wenn eine solche Seele in diese Lage kommt, dann gibt das furchtbare innere Kämpfe für sie. Und man sieht in der geistigen Welt vielen Seelen an, die an die Vorbereitung für die Geburt schreiten, wie sie sich diese ungeheuren Kämpfe bereiten. Dazu muß man nehmen, daß man in der geistigen Welt diese Kämpfe etwa wie eine Art von Außenwelt vor sich hat. In der geistigen Welt ist das, was ich jetzt schilderte, nicht nur innerer Seelenkampf, nicht nur Kampf des Gemütes, sondern diese Kämpfe projizieren sich nach außen, und man hat sie sozusagen um sich. Man sieht in aller bildlichen Anschaulichkeit die Imaginationen, die einem darstellen, wie diese Seelen innerlich gespalten zu ihrer nächsten Inkarnation schreiten müssen. Wenn wir diese Verhältnisse uns vor Augen führen, so können wir natürlich leicht auf den Gedanken kommen, warum so viele Menschen die Geisteswissenschaft gar nicht mögen. Denn am meisten würden es die Menschen lieben, wenn es wahr wäre, daß man nach dem Tode gleich in die ewige Seligkeit für alle Zeiten einginge. Das ist aber nicht so. Und es ist gut, daß die Dinge so sind, wie sie sind, denn unter diesen Verhältnissen wird die Welt schon den Grad von Vollkommenheit erreichen, den sie erreichen muß.

[ 12 ] A soul preparing to incarnate knows, for example, that for its next earthly life it needs a certain kind of upbringing, a certain kind of knowledge that it must acquire as early as its youth. But it now realizes: Yes, here and there I can find opportunities to gain such knowledge. — But this is often only possible if one renounces, for the time being, a pair of parents who could provide a happy existence in other respects, and if one takes refuge with a pair of parents who may not be able to grant a happy life. If one were to prefer another pair of parents, one would have to say to oneself: You cannot achieve precisely what is most important. — One must not create a mental image of all conditions of spiritual life as being so different from those on Earth. Thus one sees souls who are in the most terrible struggle before birth; one sees, for example, a soul who says to itself: I may be mistreated in my youth by a harsh pair of parents. — When such a soul finds itself in this situation, it faces terrible inner struggles. And in the spiritual world, one can see many souls preparing for birth as they undergo these immense struggles. One must also consider that in the spiritual world, these struggles are experienced as if they were a kind of external world before one’s eyes. In the spiritual world, what I have just described is not merely an inner struggle of the soul, not merely a struggle of the mind, but these struggles project outward, and one is, so to speak, surrounded by them. One sees, in vivid imagery, the visions that depict how these souls, internally torn, must proceed toward their next incarnation. When we bring these circumstances to mind, we can of course easily come to understand why so many people do not like Spiritual Science at all. For most of all, people would love it if it were true that after death one immediately entered into eternal bliss for all time. But that is not the case. And it is good that things are as they are, for under these conditions the world will attain the degree of perfection that it must attain.

[ 13 ] Hineinzublicken in das eigene oder in das fremde Leben innerhalb der geistigen Welt, dazu werden wir kurioserweise durch die Kräfte, die wir vom Ätherleibe beim Gehenlernen ersparen, befähigt. Aber diese Kräfte, wenn sie wirklich entwickelt werden, haben einen gewissen Vorzug — das zeigt das praktische Hellsehertum — vor denjenigen Hellseherkräften, welche entwickelt werden zum Zurückschauen in die früheren Erdenleben. Ich bitte, diesen Unterschied sehr wohl zu berücksichtigen, denn er ist in vielem Sinne aufklärend über so manches.

[ 13 ] Curiously enough, we are enabled to look into our own lives or those of others within the spiritual world by the forces we save from the etheric body as we learn to walk. But these forces, when truly developed, have a certain advantage—as practical clairvoyance demonstrates—over those clairvoyant powers developed for looking back into past earthly lives. I ask that you take this difference very much into account, for in many ways it sheds light on so many things.

[ 14 ] Durch nichts wird ein gefährliches Hellsehen leichter entwickelt als durch die Entwickelung derjenigen Kräfte, die eigentlich beim heutigen Menschen für die Sprachbildungsorgane da sind, die ihn befähigen, wenn er sie zurückhält, zum Zurückschauen in frühere Erdenleben. Denn diese Kräfte hängen allermeist in der menschlichen Natur mit den niederen Instinkten und Leidenschaften zusammen. Und man kommt durch nichts so sehr in die Nähe von Luzifer und Ahriman, als wenn man gerade diese Kräfte entwickelt, die in einer gewissen Höhe allerdings gestatten, in frühere Erdenleben bei sich und anderen zurückzublicken. Zu Kräften der Täuschung führen sie; aber namentlich führen sie dazu, wenn sie nicht richtig entwickelt werden, daß der Hellseher unter dem Einfluß dieser Kräfte moralisch eher herunterkommen kann als herauf — so daß diese Kräfte, die gerade befähigen, in frühere Erdenleben zu schauen, die gefährlichsten sind. Man darf diese Kräfte nur entwickeln, wenn man zugleich voll bedacht ist auf die Entwickelung der reinen Moralität im Menschen. Deshalb, weil man angewiesen ist, auf die reinste Moralität im Menschen zu sehen, wenn man diese Kräfte ausbilden will, werden sich kundige Lehrer nicht leicht dazu herbeilassen, systematisch die Kräfte, die in die früheren Inkarnationen schauen lassen, zu entwickeln. Und man kann sagen: So verbreitet es ist, ein gewisses niederes Hellsehen zu haben, das in die anderen Welten hineinschaut, das aus geistigen Regionen Schilderungen geben kann, so wenig ist ein wirkliches, sachgemäßes Hineinschauen in die früheren Inkarnationen auf die Weise entwickelt, daß man nur die Sprachkräfte in Betracht zieht. Gewöhnlich werden daher andere Mittel noch zu Hilfe genommen, wenn man die Menschen dazu führen will, in frühere Inkarnationen zurückzuschauen. Und da kommen wir auf einen interessanten Punkt, der uns zeigt, wie allerdings der Mensch auf Dinge achten muß, auf die man sonst wenig achtet. Daß jemand bloß durch die Entwickelung der Sprachkräfte dazu gebracht würde in seiner geistigen Führung, auf frühere Erdenleben zurückzublicken, das wird sich selten ereignen. Dennoch gibt es viele Menschen, die das in der Gegenwart können; das wird durch andere Mittel gewöhnlich erreicht. Und eines dieser Mittel ist ein solches, das einem sonderbar erscheinen wird, aber durchaus auf einer tieferen Wahrheit beruht.

[ 14 ] Nothing facilitates the development of dangerous clairvoyance more than the cultivation of those powers that, in modern humans, are actually intended for the speech organs—powers that, when restrained, enable one to look back into past earthly lives. For these powers are, in human nature, most closely connected with the lower instincts and passions. And nothing brings one closer to Lucifer and Ahriman than the development of precisely these powers, which, at a certain level, do indeed allow one to look back into past earthly lives—both one’s own and those of others. They lead to powers of deception; but in particular, if they are not properly developed, they lead to the clairvoyant, under the influence of these powers, being more likely to decline morally than to rise—so that these very powers that enable one to look into past lives are the most dangerous. One may develop these powers only if one is at the same time fully attentive to the development of pure morality in the human being. Precisely because one must focus on the purest morality in the human being if one wishes to cultivate these powers, knowledgeable teachers will not readily agree to systematically develop the powers that allow one to look into past incarnations. And one can say: As widespread as it is to possess a certain lower form of clairvoyance that looks into the other worlds and can provide descriptions from spiritual regions, so little has a genuine, proper insight into past incarnations been developed in a way that considers only the powers of speech. Therefore, other means are usually employed when one wishes to guide people to look back into past incarnations. And this brings us to an interesting point that shows us how, indeed, one must pay attention to things that are otherwise rarely noticed. It is rare for someone to be led, in their spiritual development, to look back on past earthly lives merely through the development of their speech faculties. Nevertheless, there are many people who can do this in the present; this is usually achieved through other means. And one of these means is one that may seem strange, but is based entirely on a deeper truth.

[ 15 ] Irgend jemand lebt sich in das innere Leben hinein. Es würde ihn zu viel Anstrengung kosten oder vielleicht zu starke Versuchungen herbeiführen, wenn er nur durch die Ausbildung der Sprachkräfte dazu kommen würde, karmisch zurückzuschauen in die früheren Erdenleben. Daher nehmen die geistigen Mächte zu einem anderen Mittel Zuflucht. Wie ein Zufall sieht es aus: Da erlebt zum Beispiel dieser Mensch, daß ein anderer Mensch ihn antrifft, und nennt ihm einen Namen oder eine bestimmte Zeit oder ein bestimmtes Volk. Und das wirkt auf die Seele von außen so, daß sie durch diese Vorstellung die Unterstützungskräfte für das Hellsehen entwickelt. Und er merkt dann, daß dieser Name oder Hinweis, ohne daß es derjenige, der es gesagt hat, selber weiß, ihn zu dem führt, daß er hineinblicken kann in frühere Erdenleben. Da wird also zu einem äußeren Mittel Zuflucht genommen. Da hört der Betreffende einen Namen oder ein Zeitalter oder einen Volksnamen und wird wie von außen angeregt, in die früheren Erdeninkarnationen zurückzublicken. Solche Anregungen von außen sind zuweilen für die hellseherische Betrachtung der Welt außerordentlich wichtig. Man erlebt etwas scheinbar ganz Zufälliges, aber es strahlt davon aus eine Anregung für hellsichtige Kräfte, die man sonst nur rudimentär entwickelt hätte.

[ 15 ] Some people immerse themselves in their inner life. It would require too much effort—or perhaps lead to too great a temptation—if they were to look back karmically into their past earthly lives solely through the development of their linguistic abilities. Therefore, the spiritual powers resort to another means. It looks like a coincidence: For example, this person experiences another person encountering them and mentioning a name, a specific time, or a specific people. And this affects the soul from the outside in such a way that, through this mental image, it develops the supporting forces for clairvoyance. And he then realizes that this name or reference, without the person who said it even knowing it, leads him to be able to look into past earthly lives. Thus, an external means is resorted to. The person in question hears a name or an era or the name of a people and is, as it were, stimulated from the outside to look back into past earthly incarnations. Such external stimuli are sometimes extraordinarily important for the clairvoyant observation of the world. One experiences something seemingly entirely coincidental, yet it radiates a stimulus for clairvoyant powers that one would otherwise have developed only rudimentarily.

[ 16 ] Das sind solche aphoristische Andeutungen, die ich geben möchte über das Hereinragen der geistigen Welt in unsere Erdenwelt. Denn dieses Hereinragen ist in der Tat sehr kompliziert.

[ 16 ] These are the kinds of aphoristic hints I would like to offer regarding the spiritual world’s penetration into our earthly world. For this penetration is, in fact, very complex.

[ 17 ] Also das Zurückblicken in frühere Erdenleben hat es mit verhältnismäßig gefährlichen, weil versuchenden Kräften zu tun. Dagegen wird kaum jemand, der die hellsichtigen Kräfte ausbildet, um einen Einblick zu erhalten in das Leben, das im Geiste vorangegangen ist der Geburt, leicht versucht werden können, gerade diese hellsichtigen Kräfte zu mißbrauchen. Und in der Regel werden es Seelen sein mit einer gewissen Reinheit, mit einer gewissen natürlichen Moralität, die mit einer gewissen Sicherheit zurückblicken in das Leben im Geistigen, das vorangegangen ist dem gegenwärtigen Erdenleben. Das hängt damit zusammen, daß die Kräfte, die verwendet werden als hellsichtige Kräfte, um gerade in diese Zeit hineinzuschauen, die kindlichen Kräfte sind, diejenigen Kräfte, die man eben vom Gehenlernen erspart. Es sind die unschuldigsten Kräfte, die der Mensch in seiner Natur hat. — Und ich bitte Sie, darauf zu achten, denn es ist sehr bedeutsam: die unschuldigsten Kräfte sind zugleich diejenigen, durch die man, wenn man sie ausbildet, hineinschaut in das Leben, das der Geburt vorangeht. Das ist auch dasjenige, was den Anblick des Kindes zu einem so zauberhaft befriedigenden macht, weil das Kind umspielt ist in seiner Aura von den Kräften, von denen der größte Teil benützt wird zum Gehenlernen, von jenen Kräften, die hineinleuchten noch in dasjenige, was der Geburt vorangegangen ist. Und in dieser Beziehung kann für die hellseherische Betrachtung in der Tat das Kind, auf dessen Antlitz sich ausdrückt Unschuld und Weltunerfahrenheit, in seiner Aura ausdrücken etwas, was wahrhaftig interessanter ist als dasjenige, was sich in der Aura vieler Erwachsener ausdrückt. Die im Geistesland durchgemachten Kämpfe, die vorausgegangen sind der Geburt und das Schicksal bestimmen, die machen dasjenige, was aurisch das Kind umspielt, zu etwas ungeheuer Großem und Weisheitsvollem. Und die Weisheit, die das Kind in seiner Aura umspielt, ist wahrhaftig oftmals eine viel größere als diejenige, die der Mensch im späteren Alter äußern kann durch seine Worte. Die Physiognomie des Kindes mag noch unbestimmt sein; derjenige aber, der als Hellseher das Kind sieht, kann ungeheuer viel von dem Kinde lernen, wenn er das, was das Kind umspielt, schauen kann mit dem hellsichtigen Blick. Und wenn dann das, was im kindlichen Alter an Kräften vorhanden ist, später hellsichtig ausgebildet wird, dann sieht man gerade in die konkreten Verhältnisse hinein, die dem Geborenwerden des Menschen lange vorangehen. Es ist vielleicht nicht so die Selbstsucht befriedigend, in diese Welt hineinzuschauen. Für denjenigen aber, der den ganzen Zusammenhang der Welt verstehen will, ist dieses Hineinblicken auch ganz besonders interessant. Und in der AkashaChronik zu forschen in bezug auf gewisse Menschen der Weltgeschichte besteht nicht nur darin, daß man dasjenige erforscht, was sie ausleben auf dem physischen Plane, sondern auch dasjenige, wie sie ihr Leben auf dem physischen Plan als Seelen in der geistigen Welt vorbereiten zwischen Tod und einer neuen Geburt.

[ 17 ] Looking back on past lives involves forces that are relatively dangerous because they are tempting. In contrast, hardly anyone who develops clairvoyant powers to gain insight into the life that preceded birth in the spiritual realm will be easily tempted to misuse precisely these clairvoyant powers. And as a rule, it will be souls possessing a certain purity, a certain natural morality, who look back with a certain confidence into the spiritual life that preceded the present earthly life. This is connected to the fact that the powers used as clairvoyant powers to look into precisely this time are childlike powers—those very powers that one spares from the process of learning to walk. They are the most innocent forces that human beings possess by nature. — And I ask you to pay attention to this, for it is very significant: the most innocent forces are also those through which, when cultivated, one can look into the life that precedes birth. This is also what makes the sight of a child so enchantingly satisfying, because the child is surrounded in its aura by the forces, the majority of which are used for learning to walk, by those forces that still shine into what preceded birth. And in this regard, for the clairvoyant observer, the child—whose face expresses innocence and naivety—can indeed reveal in its aura something that is truly more interesting than what is expressed in the auras of many adults. The struggles endured in the spiritual realm that preceded birth and determine destiny make what surrounds the child aurically something immensely great and full of wisdom. And the wisdom that surrounds the child in its aura is truly often far greater than that which a person can express through their words in later life. The child’s physiognomy may still be undefined; but the clairvoyant who sees the child can learn an immense amount from the child if he can perceive what surrounds the child with his clairvoyant gaze. And when the powers present in childhood are later developed through clairvoyance, one can look directly into the concrete circumstances that long precede a person’s birth. It may not be particularly satisfying to the ego to look into this world. But for those who wish to understand the whole context of the world, this insight is also particularly interesting. And to research in the Akashic Records regarding certain individuals in world history does not consist merely in investigating what they experience on the physical plane, but also in how they prepare their lives on the physical plane as souls in the spiritual world between death and a new birth.

[ 18 ] Die Kräfte aber, die, wenn man sie rein erhält, in frühere Inkarnationen hineinleuchten, die werden weniger im Kindesalter erspart, sondern gerade in dem Alter des Menschen, in dem sich die Leidenschaftlichkeit und manchmal gerade die schlimmsten Leidenschaften im Menschen entwickeln. Diese Kräfte, die ja auch andere Aufgaben noch haben in der menschlichen Natur, werden lange nach den Sprachbildungskräften entwickelt. Sie hängen zusammen mit dem, was sich im Menschen an Gefühlen sinnlicher Liebe entwickelt, und all dem, was damit zusammenhängt. Da besteht eine ganze Verwandtschaft zwischen dem, was zur sinnlichen Liebe führt, und dem, was zur Sprache leitet, welcher Zusammenhang sich ja auch in der Mannesnatur ausdrückt im Stimmbruch, in dem Mutieren der Stimme. Und in diesem Lebenszeitalter werden besonders viele von diesen Kräften erspart. Werden sie rein erhalten, so führen sie zum Rückblick in frühere Erdenleben. Werden sie nicht rein erhalten, werden sie herangebracht an die sinnlichen Instinkte des Menschen, dann können sie zu den größten okkulten Lastern führen. Gerade diese Sorte von hellsichtigen Kräften, die von Ersparnissen aus diesem Lebensalter herrühren, sind auch am leichtesten der Versuchung ausgesetzt. — So werden Sie den ganzen Zusammenhang verstehen können, meine lieben anthroposophischen Freunde! Der Hellseher, der gerne redet über die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt — vielleicht haben einige von Ihnen schon bemerkt, daß über diese sonst wenig geredet wird —, dieser Hellseher hat in sich namentlich ausgebildet ersparte Kräfte des frühesten Kindesalters. Bei Hellsehern, die — und das meistens mit Unfug — viel reden über frühere Inkarnationen von Menschen, was sehr häufig vorkommt, denn manche Leute haben die Aussagen über frühere Inkarnationen nur so auf dem Präsentierteller, bei denen muß man aus dem Grunde mißtrauisch sein, weil allzuleicht auf diesem Gebiete die Kräfte herangezogen werden können, die am allermeisten der Versuchung unterliegen können. Denn die Kräfte, die man dafür ersparen kann, die erspart man in der Zeit, wo sich die sinnliche Liebe entwickelt und wo man noch nicht äußerlich im sozialen Leben steht. Diese Kräfte führen zuweilen zu vielem Unfug, insbesondere führen sie zu einem bestimmten okkulten Unfug, weil sie am meisten dazu beitragen, Täuschung über Täuschung hervorzurufen auf dem Gebiete der geistigen Welt.

[ 18 ] However, the powers that, when kept pure, shed light on past incarnations, are not so much spared during childhood, but rather emerge precisely at the age when passion—and sometimes the worst passions—begin to develop in a person. These forces, which of course also have other tasks in human nature, develop long after the forces of speech formation. They are connected to what develops in a person in terms of feelings of sensual love, and to everything associated with that. There is a close connection between what leads to sensual love and what leads to speech, a connection that is also expressed in male nature through the breaking of the voice, the mutation of the voice. And during this stage of life, a particularly large number of these forces are spared. If they are preserved in purity, they lead to a look back into past earthly lives. If they are not preserved in purity, if they are brought into contact with the human being’s sensual instincts, then they can lead to the greatest occult vices. It is precisely this kind of clairvoyant power, which stems from what has been preserved from this stage of life, that is also most easily exposed to temptation. — In this way, you will be able to understand the whole context, my dear anthroposophical friends! The clairvoyant who likes to speak about the time between death and new birth—perhaps some of you have already noticed that little is usually said about this—this clairvoyant has within them, in particular, developed reserves of energy from the earliest childhood. In the case of clairvoyants who—and mostly with nonsense—talk a great deal about people’s past incarnations, which happens very frequently, for some people simply have statements about past incarnations ready at the drop of a hat, one must be suspicious of them for this very reason, because in this realm the forces that are most susceptible to temptation can all too easily be drawn upon. For the powers that can be spared for this purpose are those spared during the time when sensual love is developing and when one has not yet entered social life externally. These powers sometimes lead to much mischief; in particular, they lead to a certain kind of occult mischief, because they contribute most to causing deception upon deception in the realm of the spiritual world.

[ 19 ] Warum sind denn die Angaben solcher Hellseher, die Versuchungen ausgesetzt sind, so häufig falsch? Weil unter den auf diese Weise ersparten Kräften aus diesem Lebensalter mit der Anwendung dieser Kräfte zugleich aus dem Menschen wie ein Nebel aufsteigen die niederen Instinkte und Triebe. Und wenn diese aufsteigen, dann kommen Ahriman und die ahrimanischen Geister und formen aus dem, was da aufsteigt, Gespenster, so daß man diese Gespenster sehen kann und sie für frühere Inkarnationen hält. Die Art von Hellsehen, die notwendig ist, um Verhältnisse zu schildern, wie sie in der «Geheimwissenschaft» dargestellt sind, die wird besonders leicht entwickelt werden können, wenn solche Kräfte erspart werden, die erst im späteren Lebensalter zurückgehalten werden können. Und da man in diesem Lebensalter, nach dem einundzwanzigsten bis achtundzwanzigsten Jahre, in der Regel solche Kräfte entwickelt, die sich mehr auf das intellektuelle Leben beziehen, auf das Leben, das man schon mit einer gewissen Nüchternheit betrachtet, so werden Untersuchungen auf diesem Gebiete am allerwenigsten dem Irrtum und der Täuschung ausgesetzt sein.

[ 19 ] Why, then, are the statements of such clairvoyants, who are exposed to temptations, so often false? Because when the powers saved in this way from this stage of life are put to use, the lower instincts and drives rise up from within the person like a mist. And when these rise, then Ahriman and the Ahrimanic spirits come and form ghosts out of what rises, so that one can see these ghosts and mistake them for past incarnations. The kind of clairvoyance necessary to describe conditions as they are presented in *The Secret Science* can be developed particularly easily if one spares those forces that can only be held back in later life. And since at this stage of life, from the age of twenty-one to twenty-eight, one generally develops powers that relate more to intellectual life—to a life one already views with a certain sobriety—research in this field will be least susceptible to error and deception.

[ 20 ] So haben wir also gesehen, daß die Einsichten in die großen geistigen Weltenverhältnisse durch Ausbildung derjenigen Kräfte gewonnen werden, welche in der Menschennatur zur Bearbeitung des Gehirns wirken. Das Hineinschauen in die früheren Erdenleben wird durch Ausbildung derjenigen Kräfte erreicht, welche namentlich erspart werden im Jugendalter, wenn die sprachbildenden Kräfte nicht mehr zur Sprachbildung verwendet werden und im Reiche der sinnlichen Triebe und ihrer Organe walten. Das eigentliche Geistgebiet, das Gebiet, das insbesondere interessant wird da, wo sich das neue Leben vorbereitet, das kann erforscht werden durch die Kräfte, die wir namentlich ersparen im allerersten Kindesalter, in dem Alter, wo man sozusagen das Gehen lernt.

[ 20 ] We have thus seen that insight into the great spiritual conditions of the world is gained through the development of those powers that act within human nature to shape the brain. Insight into past earthly lives is achieved through the development of those forces that are specifically spared during adolescence, when the language-forming forces are no longer used for language formation and instead reign in the realm of the sensual drives and their organs. The actual spiritual realm—the realm that becomes particularly interesting where new life is being prepared—can be explored through the powers we specifically spare in the very earliest childhood, at the age when one is, so to speak, learning to walk.

[ 21 ] Dies sind allerdings merkwürdige Tatsachen, doch muß man sich schon gewöhnen, wenn man in die geistigen Welten dringen will, viele Vorstellungen aufzunehmen, die man am Anfang als paradox betrachtet. Aber die geistige Welt ist auch wirklich nicht dazu da, um eine bloße Fortsetzung der sinnlich-physischen Welt zu sein, sondern sie ist eine Welt, die in vieler Beziehung gerade entgegengesetzt der physischen Welt ist. Und der Mensch erscheint uns gerade dann als ein so bedeutungsvoll im Weltenall stehendes Wesen, wenn wir auf der einen Seite auf dasjenige blicken, was er als sein Schicksal, als seine Fähigkeiten, als seine Tüchtigkeiten in seinem Erdenleben durchmacht, und auf der anderen Seite — eben durch das Kennenlernen der Geistigkeit — darauf blicken, wie etwas von einem dem irdischen ganz verschiedenen Leben durchgemacht wird vom Menschen zwischen Tod und einer neuen Geburt. Da erst erscheint uns der Mensch in seiner wahren Bedeutung und Bestimmung, wenn wir dies ins Auge fassen!

[ 21 ] These are indeed strange facts, but if one wishes to penetrate the spiritual worlds, one must get used to accepting many mental images that initially seem paradoxical. But the spiritual world is truly not meant to be a mere continuation of the sensory-physical world; rather, it is a world that in many respects is precisely the opposite of the physical world. And it is precisely then that the human being appears to us as a being of such significance in the universe, when we look, on the one hand, at what he experiences as his destiny, his abilities, and his capacities in his earthly life, and on the other hand —precisely through coming to know the spiritual realm—at how human beings experience a life quite different from the earthly one between death and a new birth. Only then does the human being appear to us in his true significance and destiny, when we take this into account!

[ 22 ] So wollte ich Ihnen in diesen zwei Vorträgen eine Darstellung, eine Schilderung geben von verschiedenen Dingen der geistigen Welt. Ich wollte dies in mehr aphoristischer Weise tun, weil wir zum ersten Male hier in dieser Stadt beisammen waren, weil die meisten auch die systematischen Darstellungen schon kennengelernt haben aus den Büchern und Schriften und weil ich zu dem oder jenem noch eine Ergänzung liefern wollte. Das schien mir für unsere Freunde in dieser Stadt nützlicher zu sein, als wenn ich ein Kapitel der Geisteswissenschaft gewählt hätte, das zusammenhängender gewesen wäre. Man möchte ja — das lassen Sie mich am Schlusse unserer auch mich so sehr erfreuenden Zusammenkunft hier aussprechen —, man möchte ja in der Gegenwart von der Geisteswissenschaft, daß sie so viel als möglich in die Herzen und Seelen der Menschen einzieht! Denn zweierlei ist wichtig. Erstens, wenn wir das Leben um uns betrachten und auf die Tatsachen dieses Lebens hinblicken, sehen, wie die Menschen, selbst durch die größten Errungenschaften der Kultur, immer materieller und materieller werden, dann zeigt sich uns, wie immer mehr und mehr der Menschheit diese Geisteswissenschaft notwendig ist, wie die Menschen sie brauchen, gerade weil das äußere Leben den Menschen materialistisch macht. Weil gerade die größten Errungenschaften des äußeren Lebens den Menschen materialistisch machen müssen, bedarf er des Gegengewichtes der Geisteswissenschaft. Geisteswissenschaft ist eine Notwendigkeit des Erdenlebens der Menschheit und wird es immer mehr und mehr werden gegen die nächste Zukunft hin. Und wer bedenkt, wie das äußere Leben im Materialismus durch die größten Errungenschaften der menschlichen Kultur veröden, nach und nach ersterben müßte, der wird am meisten die Sehnsucht in sich verspüren, daß Geisteswissenschaft einziehen möge in die Herzen und Seelen der Menschen. Unsere Kultur wird immer größere und größere Fortschritte machen; aber so wahr es ist, daß viele Singvögel, die früher die Gegenden bevölkerten, in solchen Gegenden verschwinden, wo sich die Schornsteine der Fabriken erheben, so wahr ist es, daß — trotzdem wir Eisenbahnen, Dampfschiffe und alles das, was uns die Kultur geben kann, Telephon, Luftschiffe und so weiter brauchen, trotzdem nichts gegen die Fortschritte der äußeren Kultur vorgebracht werden soll —, so wahr ist es doch, daß wie die Singvögel durch den Rauch der Schornsteine vertrieben werden — Seelenglück und Seelenfrische und Seelenharmonie und Seelenleben ersterben müßten unter dem Einfluß der materiellen Kultur, wenn nicht Geisteswissenschaft den Menschenseelen die Spiritualität zuführte. Daher muß derjenige, der die Verhältnisse durchschaut, tiefste Sehnsucht haben nach der Verbreitung der Geisteswissenschaft, denn das ist eine Notwendigkeit.

[ 22 ] In these two lectures, I wanted to present to you a description of various aspects of the spiritual world. I wanted to do this in a more aphoristic manner, because this was our first time gathering here in this city, because most of you are already familiar with the systematic presentations from the books and writings, and because I wanted to provide some additional insights on this or that point. This seemed to me to be more useful for our friends in this city than if I had chosen a chapter from Spiritual Science that would have been more coherent. One would like—let me say this at the end of our gathering here, which has also given me so much joy—one would like Spiritual Science in the present to take root as much as possible in the hearts and souls of people! For two things are important. First, when we look at the life around us and consider the facts of this life, seeing how people, even through the greatest achievements of culture, are becoming more and more materialistic, it becomes clear to us how the Spiritual Science is necessary for more and more of humanity, how people need it, precisely because external life makes people materialistic. Precisely because the greatest achievements of external life must make people materialistic, they require the counterbalance of Spiritual Science. Spiritual Science is a necessity of human life on Earth and will become so more and more as we approach the near future. And whoever considers how external life, steeped in materialism, would gradually wither away and die out as a result of the greatest achievements of human culture will feel the deepest longing for Spiritual Science to take root in the hearts and souls of people. Our culture will make ever greater and greater progress; but just as it is true that many songbirds that once populated the countryside are disappearing from areas where factory chimneys rise, so it is true that—even though we need railroads, steamships, and everything else that culture can give us, such as telephones, airships, and so on—and despite the fact that nothing should be held against the progress of external culture—it is nonetheless true that just as songbirds are driven away by the smoke from the chimneys, so too would spiritual happiness, freshness, harmony, and life wither away under the influence of material culture if Spiritual Science did not bring spirituality to human souls. Therefore, anyone who sees through these conditions must have a deepest longing for the spread of Spiritual Science, for this is a necessity.

[ 23 ] Auf der anderen Seite steht die andere Tatsache, daß wegen dieser materialistischen Kultur die Menschen niemals so stark Geisteswissenschaft zurückgewiesen, ja gehaßt haben wie heute. — Und diesen beiden Tatsachen der Notwendigkeit und auch des Mißverstehens stehen wir heute gegenüber wie zwei Säulen, durch die wir durchzuschreiten haben, wenn wir Geisteswissenschaft in der Welt schaffen wollen. Für uns aber, die wir versuchen wollen, unsere Seelen für diese Geisteswissenschaft reif zu machen, wird auf jeder dieser Säulen eine Aufforderung, eine starke Aufforderung stehen: alles zu tun, was uns selber und diejenigen Menschen, die es wollen, zur Geisteswissenschaft heranbringt.

[ 23 ] On the other hand, there is the fact that, because of this materialistic culture, people have never rejected—or even hated—Spiritual Science as strongly as they do today. — And today we face these two facts—necessity and misunderstanding—like two columns through which we must pass if we wish to establish Spiritual Science in the world. For us, however, who wish to prepare our souls for Spiritual Science, each of these columns will bear a call—a powerful call—to do everything that brings us ourselves, and those who desire it, closer to Spiritual Science.

[ 24 ] Von diesem Gesichtspunkte aus wollte ich zu Ihnen auch gesprochen haben, da ich das erste Mal in dieser Stadt spreche. Und von diesem Gesichtspunkte aus möchte ich als Abschiedsgruß die Worte zu Ihnen sprechen: daß einiges von dem, was ich sagen durfte, in Ihre Herzen und Gefühle, nicht nur in Ihren Verstand, übergegangen sein möchte! So daß Sie sich dadurch noch tiefer und noch gründlicher mit uns und allen verbunden fühlen, die diese Bewegung gerne in die Welt tragen möchten, mehr in die Welt tragen möchten, als sie es bisher getan haben! Da wir noch nicht räumlich zusammensein konnten und es in diesen Tagen zum ersten Male waren, wünschen wir alle, daß dieses Dasein unsere Seelenbande inniger, fester gemacht habe.

[ 24 ] It is from this perspective that I wanted to speak to you, since this is my first time speaking in this city. And from this perspective, I would like to offer you these parting words: may some of what I have been able to say find its way into your hearts and emotions, not just into your minds! So that through this you may feel even more deeply and more thoroughly connected to us and to all those who would like to carry this movement out into the world, to carry it out into the world more than they have done so far! Since we have not yet been able to be together in person and this was the first time in recent days, we all hope that this gathering has made the bonds of our souls more intimate and stronger.

[ 25 ] Dies wünschend, möchte ich von Ihnen, meine lieben Freunde, und von dieser schönen Stadt Abschied nehmen in dem Bewußtsein, daß, wenn so etwas geschehen ist, dann auch dieses räumliche Zusammensein eine Anregung gegeben hat zu einem nicht vom Raume und von der Zeit abhängigen Zusammensein. Lassen Sie mich Ihnen als Abschiedsgruß sagen: Es möge durch unser Zusammensein im Raume die Anregung gegeben worden sein zu einem bleibenden, immerwährenden Zusammensein im Geiste.

[ 25 ] With this hope in mind, I would like to bid farewell to you, my dear friends, and to this beautiful city, knowing that, if such a thing has come to pass, then this physical gathering has also served as an inspiration for a communion that is not bound by space or time. Let me say to you as a farewell: May our physical gathering here have served as an inspiration for a lasting, everlasting gathering in spirit.