Occult Studies on Life Between Death and Rebirth
GA 140
11 October 1913, Bergen
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Links between the Living and the Dead, tr. Osmond, et.al.
20. Die Umwandlung menschlich-irdischer Kräfte zu kräften hellseherischer Forschung
II. The Transformation of Earthly Forces into Clairvoyant Faculties
[ 1 ] Es kann mancherlei gefragt werden über das eine und das andere, wenn man allmählich herandringt an die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse; es kann in berechtigter Weise mancherlei gefragt werden. Wollen wir einmal heute einen Teil unserer Betrachtung damit ausfüllen, daß wir uns selbst solche Fragen vorlegen. Die Beantwortung solcher Fragen ist oftmals geeignet, uns tiefer hineinzuführen in den ganzen Zusammenhang der Welttatsachen, insofern die geistige Welt in diese Tatsachen hineinwirkt, und namentlich in den Zusammenhang der Tatsachen der menschlichen Natur ‚selber. Eine Frage kann so aufgeworfen werden: Wenn man allmählich dazu kommt, die Wichtigkeit und die große Bedeutung der sogenannten Reinkarnation einzusehen, so kann man fragen: Ja, wie kommt es denn, daß der Mensch im gewöhnlichen Leben in unserer Gegenwart kein Bewußtsein erlangen kann von den vorhergehenden Erdenleben? Das hellsichtige Bewußtsein kann ja in der Tat dazu dringen, gleichsam das Gedächtnis so weit auszudehnen, daß wirklich frühere Erdenleben wie eine Erinnerung im Gedächtnis auftauchen. Aber im gewöhnlichen Leben der heutigen Menschheit ist es ja so, daß ein Bewußtsein der früheren Erdenleben nicht vorhanden ist. Wenn man nun die Frage gleichsam vom Gesichtspunkt der hellsichtigen Forschung stellt, so bekommt sie die’ folgende Gestalt. Man ist sich ja klar, daß die Kraft, die man zur hellsichtigen Forschung braucht, eigentlich aus dem menschlichen Innern und seiner Seele selber hervorkommt. Man entwickelt sich von dem gewöhnlichen Standpunkt des Menschen zu dem hellsichtigen Standpunkt: daher müssen ja die Kräfte, mit denen man später zurückblicken kann auf vorhergehende Erdenleben, in jedem Menschen selbstverständlich vorhanden sein. Die Frage ist nun diese: Was geschieht denn mit diesen Kräften, was macht die menschliche Natur mit diesen Kräften, die da sind, die mit dem Menschen geboren werden und die er doch nicht dahin bringt, daß er zu einer Rückerinnerung an frühere Erdenleben kommt?
[ 1 ] During the process of acquiring anthroposophical knowledge many questions may be asked on different points. Such questions are fully justified and we will devote part of our study today to the consideration of them. The answers will often lead more deeply into the whole complex of cosmic facts in so far as the spiritual world plays into them, and especially into the complex of facts connected with man's nature itself. A person who has gradually come to realize the far-reaching significance of reincarnation may ask: Why is it that in ordinary life today man cannot become conscious of earlier earth-lives? Clairvoyant consciousness is able as it were so to extend the memory that earlier lives on earth rise up as remembrances, but in normal present-day humanity this does not happen. From the standpoint of clairvoyant investigation the question takes the following form. It is clear, of course, that the faculty needed for clairvoyant investigation arises from within man himself, his own soul. He transcends the level of the ordinary human standpoint and reaches that of clairvoyance; hence the forces which subsequently make it possible to look back to previous earth-lives must be present in every human being. And now the question is: What happens to these forces, what does human nature do with these forces which, although they are present in a man, are born with him, he does not develop to the point where they enable him to remember earlier lives on earth?
[ 2 ] Wenn man hellsichtig die Frage untersucht, den Blick hinwendet auf diejenigen Kräfte, die da in Betracht kommen, so muß man die Betrachtung schon in ein sehr frühes Kindheitsalter lenken. Denn dann erst sieht man diese Kräfte, die beim Hellsehen verwendet werden können für den Rückblick in frühere Erdenleben, an der Arbeit. Nämlich: Diese Kräfte werden für die heutige Menschheit verwendet zum Aufbau des menschlichen Kehlkopfes und alles dessen, was damit zusammenhängt. Sie werden namentlich verwendet zu all dem, was den menschlichen Kehlkopf später befähigt, die Sprache zu lernen. Die Kräfte sind also da in jedem Menschen, die ihn befähigen würden, zurückzublicken in frühere Erdenleben. Aber sie werden in einem solchen Maße heute dazu verwendet, die Sprachorgane beim Menschen auszubilden, daß unter normalen Verhältnissen der Mensch diese Rückerinnerung nicht haben kann. Allerdings gab es früher Erdenzeiten, in denen die Menschen diese Rückerinnerung wohl hatten. Fast über die ganze Erde hin hatten die Menschen diese Rückerinnerung in frühere Erdenleben. Aber das beruht darauf, daß nicht alle Kräfte, die zum Aufbau der Sprachorgane verwendet werden, für den Rückblick in frühere Erdenleben verlorengehen, weil beim Aufbau der Sprachorgane noch gewisse Kräfte zurückgehalten werden. Die Entwickelung der Menschheit ist ja so, daß die Sprache allmählich eine Gestaltung angenommen hat, die heute im gegenwärtigen Menschheitszyklus viel mehr Kräfte namentlich des Ätherleibes aufruft, als das in früheren Zeitaltern der Fall war. So kommt der Mensch der heutigen Zeit gar nicht dazu, dasjenige, was zurückbleibt als Kräfte, von denen der größte Teil zum Aufbau der Sprachorgane verwendet wird, zu berücksichtigen. Würde er das tun, wie es der Hellseher ja tun muß, so würde er in frühere Erdenleben zurückblicken. Daher kommt das, was ich auch im öffentlichen Vortrage über «Die Rätsel des Lebens» angedeutet habe: Wenn man es dazu bringt, diejenige Tätigkeit des Ätherleibes zu entfalten, die sonst nur entfaltet wird in der Anstrengung der Sprachorgane, wenn man frei bekommt die Sprachkräfte von den Sprachorganen, wenn man dazu kommt, sich innerlich gewissermaßen zuhören zu können, ohne daß man äußerlich spricht, und dieses immer mehr und mehr fühlt, dann ist die Übung dieser Kräfte dazu geeignet, wirklich das Gedächtnis an frühere Erdenleben herzustellen. In der heutigen Menschheit ist es so, daß der Mensch gar keine Aufmerksamkeit verwendet auf die Kräfte seiner Sprachbildung, die zurückbleiben und die verwendet werden können zum Rückblick in frühere Erdenleben. Dies ist ein solcher Fall, wo man nachweisen kann durch die hellseherische Forschung, wohin die Kräfte kommen im normalen Leben, die sonst die Menschen zu Einblicken des geistigen Lebens befähigen würden.
[ 2 ] When this question and the forces relevant to it are investigated by clairvoyance, observation must be directed to a very early age of childhood. For it is only then that the forces which can be used for retrospective clairvoyant vision into earlier earth-lives are to be seen at work. In present-day humanity these forces are used for the development of the larynx and everything connected with its functions. They are used especially for the development of that which later on makes the human larynx capable of learning to speak. Therefore the forces that would enable a man to look back into earlier incarnations are there in everyone; but in the present age they are used to such an extent for the development of the organs of speech that in normal circumstances this remembrance of the past is beyond man's reach. There were, of course, epochs when nearly all over the earth men had this faculty of remembrance. The explanation is that retrospective vision into earlier earth-lives is not deprived of all the forces used for the development of the speech-organs; even while these organs are being formed, certain forces are kept back. In the process of evolution, speech has gradually assumed a form which in the present cycle of time summons up many more forces—especially of the etheric body—than it did in earlier epochs. Hence the forces that remain after the greater part of them have been applied in forming the larynx are left entirely unused by modern man. Were he to take account of them—as the clairvoyant must do—he would be able to look back into earlier earth-lives. I indicated in the public lecture here [Riddles of Life. 9.X.13.] that if a man succeeds in developing the activity of the etheric body that is otherwise unfolded only in exercising the organs of speech, if he succeeds in releasing the forces from these organs, in being able as it were to listen inwardly without speaking aloud and in intensifying this experience, then the exercise of these forces is actually able to call forth the memory of earlier lives on earth. A man of the present pays no attention to the forces of speech which remain unused and can be applied for looking back into earlier incarnations. This is a case where clairvoyant investigation can indicate the origin of the forces in normal life which would otherwise enable men to have insight into the spiritual life.
[ 3 ] So ist es auch mit den Kräften, die beim Menschen in unserer heutigen Zeit verwendet werden, um die sogenannte graue Gehirnsubstanz zustande zu bringen, welche hauptsächlich das Organ des Denkens ist. Dieses Denken ist natürlich nicht etwas, was das Gehirn verrichtet, aber man braucht das Gehirn als ein Werkzeug, um zu denken. Und jene Denkkräfte, die den Menschen befähigen würden, wenn er sie ganz zur Verfügung hätte, um zum Beispiel mit Leichtigkeit auf dasjenige zu kommen, was in meiner «Geheimwissenschaft» steht, diese Kräfte, die in leichter Art befähigen, zu dieser ganzen Auseinandersetzung der «Geheimwissenschaft» zu kommen, werden beim normalen Menschen heute verwendet, um die graue Gehirnsubstanz in entsprechender Weise zu gliedern. Diese Gliederung der grauen Gehirnsubstanz war noch gar nicht in diesem ausgiebigen Maße, wie es heute beim Durchschnittsmenschen der Fall ist, beim Menschen des alten Griechenlandes im sechsten oder fünften Jahrhundert vorhanden. In dieser Beziehung ändert sich die Menschennatur rascher, als man denkt. Daher war für die Griechen der vorhistorischen Zeit, des zehnten, elften, zwölften Jahrhunderts, in einem bestimmten Lebensalter ganz selbstverständlich, daß ihnen das Hellsehen aufging, das man heute wiederum als Geheimwissenschaft darstellen kann. Und man muß die Kräfte, die einem doch noch erspart bleiben bei der Bearbeitung der grauen Gehirnsubstanz, zur Übung verwenden in der Weise, wie es geschildert worden ist, um in reiner, klarer Weise zu überschauen, was zum Beispiel in meiner «Geheimwissenschaft» beschrieben ist. Worauf beruht das, wenn man so beschreibt, wie es in diesem Buche geschehen ist? Die Bedingungen zu Schilderungen aus der geistigen Welt sind eigentlich auch von dem heutigen Menschen gar nicht so schwer zu erlangen. Man möchte fast sagen, man könne sich wundern, daß heute nicht viel mehr Menschen ganz von selbst zur Anschauung dieser Verhältnisse kommen — und man könnte sich wundern, daß diese Schilderungen eine so starke Gegnerschaft finden. Denn es ist verhältnismäßig nicht schwierig, zu jenem Grad des Hellseherischen zu kommen, der notwendig ist, um diese Dinge zu überschauen. Man braucht nur das Folgende zu machen, obwohl man diesen Dingen gegenüber das Faustwort anwenden kann: «Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer.»
[ 3 ] The same applies to the forces which in the human being of today are used to bring into being the so-called grey matter of the brain—the main organ of thinking. Thinking is not, of course, actually engendered by the brain, but in order to think the brain is needed as an instrument. The forces of thinking which, if they were all at man's disposal, would enable him easily to grasp what is contained, for example, in my book Occult Science, are used in the case of the normal human being today to organize and co-ordinate the grey substance of the brain. The high degree of co-ordination in the brain-substance of the average man nowadays was not present in the men of ancient Greece, about the sixth or fifth century B.C. Human nature changes in this respect more rapidly than is supposed. In the Greeks of the prehistoric epoch—the tenth, eleventh, twelfth centuries B.C.—there arose quite naturally at a certain age the clairvoyance that can now again be given expression as Spiritual Science, And the forces which to this day remain over from the elaboration of the grey substance of the brain must be exercised in the way described in order to survey with clarity and definition what is presented in my book Occult Science. It is really not difficult, even for a modern man, to acquire the qualifications for describing the spiritual world. Indeed it might almost be said to be a matter of surprise that there are not numbers of people today with a quite natural vision of these conditions of existence—and it is also surprising that descriptions of them meet with such vehement antagonism. For it is not difficult, comparatively speaking, to attain the degree of clairvoyance necessary for vision of these things. All that need be done is the following—although in such matters the saying in Faust may well apply: ‘True, 'tis easy, yet is the easy hard.’
[ 4 ] Die Entwickelung des Gehirns ist zwar am lebhaftesten in den ersten Jahren des menschlichen Lebens; da sieht man hellsichtig den Ätherleib und auch den Astralleib am meisten tätig an der Furchung, an der Gliederung des Gehirns. Aber es dauert diese Arbeit an unserem Gehirn verhältnismäßig sehr lange. Und es ist nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß der Mensch wirklich — wenn es auch in späteren Jahren langsamer geht — durch die Lebenserfahrung schon immer gescheiter und gescheiter wird. Immer findet eine Arbeit an der Gehirnsubstanz statt. Aber man beobachtet das Folgende nicht und kann es ja auch nicht beobachten: Wenn man sich in einem bestimmten Jahre vornimmt, eine geistige Lieblingsbeschäftigung, die man getrieben hat, einmal nicht zu treiben — doch müsste sich diese nur auf äußere Verhältnisse beziehen, weil durch diese die graue Substanz sich gliedert — Geisteswissenschaft kann es natürlich nicht sein, wenn man sie nicht wie irgendeine andere Wissenschaft studiert —, doch wenn man irgend etwas sonst, was man als Lieblingsbeschäftigung betrieben hat, sieben Jahre lang nicht zu treiben sich vornimmt und wirklich das durchführt, streng durchführt, und man versucht, in stiller Meditation die Kräfte wachzurufen, die man auf diese Weise erspart hat, die, hätte man die Tätigkeit fortgesetzt, anders verwendet worden wären, nun aber erspart, herausgesondert sind: so kann man verhältnismäßig leicht, wenigstens in hohem Grade selbst zur Erkenntnis derjenigen Dinge kommen, die in meiner «Geheimwissenschaft» geschildert sind. Daß so wenige Menschen dazu kommen, bezeugt nur, daß so wenig nach dieser Richtung ausgeführt wird. Es wird in der Tat nicht ausgeführt, denn derjenige, der wirklich eine Lieblingsbeschäftigung hat, wird selten die Entsagung haben, sieben Jahre lang sich gar nicht mit ihr zu befassen.
[ 4 ] The most vigorous development of the brain takes place during the first years of life; it is then that clairvoyance sees the etheric body, and the astral body too, working most actively of all at the moulding and articulation of the brain. But this work goes on for some considerable time. Although the process is slower in later years, it is no exaggeration to say that through what he learns from life man becomes cleverer and cleverer; elaboration of the grey matter of the brain does not cease. But the following principle is not noticed, nor can one really expect it to be. If in a certain year a man resolves to give up a favourite spiritual pursuit ... it would have to be one connected with external matters because it is through this kind of activity that the brain-substance is moulded, although Anthroposophy can of course be studied, provided it is not studied just like some other science... if this man resolves to give up some favourite pursuit for seven years and strictly adheres to this, trying in silent meditation to awaken the forces which have been economized in this way but would have been used differently if the pursuit had continued, then it will be comparatively easy for him to acquire a high degree of knowledge at least of the conditions described in the book Occult Science. The fact that so few achieve this merely shows that very little is done in this direction. The effort is not carried through, because anyone who has a favourite pursuit will seldom have sufficient self-denial to abandon it entirely for seven whole years.
[ 5 ] So sehen Sie, daß ein Teil dessen, was heute verkündet werden kann, verhältnismäßig leicht zu erringen wäre. Wenn Sie unsere heutige Kultur betrachten mit allem, was sie an Ungeheuerem äußerlich geleistet hat, so werden Sie sich gar nicht wundern, daß viele Kräfte des Ätherleibes verwendet werden auf die Bearbeitung des Gehirns, denn diese äußere Kultur ist ja fast ganz nur ein Ergebnis eben der Gehirnarbeit, da gehen die Kräfte ganz und gar in der Bearbeitung des Gehirnes auf. Nun könnte mancher sagen: Ja, ich habe mich aber gar nicht beteiligt an dieser Kulturarbeit, ich habe ja gar nichts dabei getan! — Das kann sich jemand in Wirklichkeit vortäuschen, aber es ist doch nicht der Fall. Man kann heute kaum einen noch so einsam gelegenen Ort auf der Erde finden, wohin nicht die äußere Kultur doch so weit dringt, daß man beteiligt ist mit seinem Denken an dieser äußeren Kultur. Und das genügt schon, um die Kräfte abzulenken von dem, was man nennen könnte: Erlangen des hellsichtigen Bewußtseins. Freilich könnte jemand sagen: Nun, die Wilden beschäftigen sich ja nicht mit dem, was das Gehirn so bearbeitet, aber man kann auch von den Wilden heute nicht sagen, daß sie besondere hellsichtige Kräfte nach dieser Richtung entwickeln. — Das ist der Fall, weil ein ganz bestimmtes geistiges Gesetz besteht. Dasjenige nämlich, was man auf diese Weise hellsichtig erlangen soll, das muß eine bestimmte Vorbereitung haben. Der Wilde könnte vielleicht ganz andere hellsichtige Kräfte entwickeln. Die hellsichtigen Kräfte aber, die notwendig sind für das Sehen dessen, was in meiner «Geheimwissenschaft» beschrieben ist, könnte der Wilde nicht entwickeln, weil er dazu keine Vorbereitung hat. Denn diese Kräfte müssen wiederum die Umkehrung von anderen Kräften sein. Sie könnten zum Beispiel sagen: Aber viele Menschen haben sich doch das, was ich als Lieblingsbeschäftigung gehabt habe, überhaupt erspart! Warum sind diese nicht hellsichtig geworden? — Das beruht darauf, daß die Entwickelung der hellsichtigen Kräfte nicht kommt aus dem Nichts heraus, sondern kommt durch die Umkehrung dessen, was vorhanden ist. Man muß Kräfte in einer gewissen Richtung schon entwickelt haben, man muß den Anlauf schon genommen haben zu derjenigen Intelligenz, die heute unsere Kulturintelligenz ist; man muß eine Zeitlang auf diese Kräfte verzichten, dann werden sie gleichsam umgekehrt. Und dadurch entsteht dasjenige, was einen befähigt, die Tatsachen in der «Geheimwissenschaft» hellseherisch zu verfolgen. Es sind namentlich diejenigen Kräfte bei solchen Schilderungen verwendet, die in der normalen menschlichen Entwickelung vorzugsweise das Gehirn zu den höheren, intelligenteren Kräften befähigen. Dagegen wird man dasjenige, was nicht diese allgemeinen, großen Gesichtspunkte, wie sie in der «Geheimwissenschaft» geschildert sind, erreicht, sondern was mehr einzelne Verhältnisse erreicht, durch Umkehrung von anderen menschlichen Kräften und Fähigkeiten erlangen. Die Fähigkeit zum Beispiel, in frühere Erdenleben zurückzublicken, erreicht man dadurch, daß man gewisse Kräfte, die sonst ganz für die Sprachorganbildung verwendet werden, zurückbehält in der Art, wie ich es geschildert habe.
[ 5 ] So you see that part of the knowledge that can be given out today is within comparatively easy reach. When you think of the amazing achievements of modern culture it will not surprise you that many forces of the etheric body are devoted to elaborating the brain, for this culture is almost entirely a product of the activity of the brain; the forces are all absorbed in this task. Someone might say: Yes, but I have taken no part whatever in creating this culture! Everyone can delude himself in this respect, but the facts remain. On the earth today there is scarcely a spot, however isolated, where outer culture does not penetrate to such an extent that man's thinking is engaged with it. And that in itself suffices to divert the forces from the attainment of clairvoyant consciousness. True, it might be said that savages do not concern themselves with what is thus elaborated by the brain. But neither can it be said of savages today that they unfold any particular clairvoyant forces in this direction. This is because a definite spiritual law prevails, namely that there must be special preparation for what is thus to be acquired by means of clairvoyance. A savage might possibly be able to develop clairvoyant forces of a quite different kind, but not those required for vision of what is described in Occult Science, because he has undergone no preparation for it. These forces must be the outcome of the transformation of other forces. Again, it might be argued: But a great many people have no pet occupation! Why is it that they have not become clairvoyant? The reason is that the development of the forces of clairvoyance does not originate from nothingness but from the transformation of what already exists. Forces must already have been developed in a certain direction; the preliminaries for the intelligence belonging to modern culture must already have been there. The exercise of these forces must be renounced for a time ... and then they are transformed. This is what enables the facts described in Occult Science to be followed clairvoyantly. Such descriptions are made possible by applying the forces which normally enable the brain to make use of the forces of intelligence in its higher form. On the other hand, it is the transformation of different forces and faculties which leads, not to these wide, universal vistas, but to the discovery of particular conditions. For example, the faculty of looking back into earlier earth-lives is acquired by keeping back certain forces otherwise used entirely for the development of the organs of speech in the way described.
[ 6 ] Am hinderlichsten sind den Menschen, um in die geistigen Welten zu dringen, gewisse Kräfte, welche gewöhnlich überhaupt gar nicht beachtet werden. Ich habe jetzt zweierlei von den Kräften angeführt, welche den Menschen befähigen, hellsehend hineinzublicken in die geistigen Welten. Auf die Kräfte, die heute verwendet werden zur Ausbildung der grauen Gehirnsubstanz, habe ich hingewiesen; jene Kräfte aber, die den Menschen befähigen, rückzublicken auf frühere Erdenleben, sind die Kräfte, die mit der Ausbildung der Sprache zu tun haben. Es gibt aber noch Kräfte, die den Menschen befähigen, mehr im einzelnen zu sehen, was zwischen Tod und neuer Geburt liegt, in Einzelheiten zu sehen, was der einzelne Mensch da tut. In der «Geheimwissenschaft» findet man mehr das Allgemeine. Das ist aber wieder etwas anderes: wirklich hineinzusehen in die geistige Welt; dazu sind wieder andere Kräfte notwendig, die man kaum beachtet im Leben. Es gibt etwas, zu dem der Mensch sehr viel Kräfte verwenden muß: das ist, daß er sein Leben lang nicht auf allen vieren kriecht, sondern im jugendlichen Lebensalter dazu kommt, sich aufzurichten. Die Kräfte, die den Menschen zum vertikalen Wesen machen, sind Kräfte, die denjenigen, der eingedrungen ist in die geistige Welt, mit ganz besonderer Ehrfurcht erfüllen. Zuzuschauen, wie ein Kind gehen lernt, das schließt für den, der hellsichtige Forschung anstellt, ein wunderbares Mysterium ein. Die Kräfte, die man verwendet, um sich aufzurichten als Kind, die lassen übrig — aber man berücksichtigt dieses Überbleibsel zu wenig —, die lassen übrig diejenigen Kräfte, die einen befähigen, hineinzuschauen in die Welt zwischen Tod und neuer Geburt. Wenn man es nämlich dahin bringt — es gibt dazu noch andere Wege, aber dieses ist ein Weg -, sich zu erinnern, wie man gehen gelernt hat, was man da für Anstrengungen gemacht hat: dann entdeckt man in sich die Kräfte, die man erspart hat in seinem Ätherleib. Denn dieser muß sich namentlich dabei anstrengen. Wenn man diese Kräfte in sich sucht, die man dazumal erspart hat — sie sind noch in allen Menschen vorhanden -, dann kann auf diesem Wege vieles herausgeholt werden aus dem Menschen, was ihn befähigt, in das Leben, das verflossen ist zwischen seinem letzten Tod und seiner Geburt, zurückzusehen.
[ 6 ] I have now spoken of two kinds of forces which enable man to have clairvoyant vision of the spiritual worlds. I have spoken of the forces used in the present age for the elaboration of the grey matter of the brain; the forces enabling man to look back to earlier lives on earth are connected with the development of speech. But there are still other forces which make it possible to see in greater detail what lies between death and a new birth and what is happening to an individual human being during that period of existence. It is the more general conditions that are described in Occult Science. But it is a different matter to see right into the spiritual world itself; other forces hardly noticed in life are required for that. There is something that entails the exercise of a great many forces—the fact that man does not go about on all fours throughout his life but at an early age acquires the faculty of standing upright. The forces enabling man to assume the vertical position are of such a nature that they inspire a quite special reverence in one who has penetrated into the spiritual world. For a person capable of clairvoyant investigation a wonderful mystery is contained in the spectacle of a child learning to walk. Certain of the forces used by the human being in early childhood in order to stand upright, remain over, but they are taken all too little into account. These are the forces which make insight possible into the world where the life between death and a new birth is spent. There are other ways of achieving this, but the following is one. When a man succeeds in recollecting how he learnt to walk and the nature of the efforts made, he discovers in himself the forces that have been saved up in his etheric body, for it is the etheric body that must be specially exerted then. If he seeks out these forces—and they are present in everyone—he can summon from his own being much that enables him to look back into the life spent between death and rebirth.
[ 7 ] Sie können fragen: Wie macht man denn das? Wir haben, wenn uns das Glück wird, unsere anthroposophische Bewegung fortzusetzen, schon einen Anfang damit gemacht, daß diese Kräfte hervorgesucht werden. Und wenn es gut geht, werden diese Kräfte gewöhnlich erst nach sieben Jahren rege; aber ein Anfang ist da, und dieser Anfang wird sich fortsetzen in der Menschennatur. Gewöhnlich bleiben die Kräfte unberücksichtigt, die man da erspart hat. Nun kann der Mensch das Gewahrwerden dieser Kräfte in sich dadurch fördern, daß er eine gewisse naturgemäße Art des Tanzes übt. Es kann gewiß auch durch Meditation hervorgerufen werden, aber seit noch nicht ganz einem Jahre wird aus den Grundsätzen der Bewegungen des Ätherleibes in gewissen Kreisen bei uns die sogenannte Eurythmie getrieben. Das ist nicht etwas wie die gewöhnliche Art des Turnens und Tanzens — was eigentlich zu nichts Besonderem führt —, sondern das sind Bewegungen, die ganz im Sinne der Bewegungen des Ätherleibes gegeben sind. Durch diese Bewegungen wird der Mensch allmählich die Kräfte gewahr werden, die noch in ihm sind, diese Kräfte werden durch diese freie Tanzbewegung entdeckt werden. Und so werden Anlagen allmählich geschaffen werden, die dasjenige erwecken, was im Menschen an Kräften ist, um wirklich hineinzuschauen in jene geistigen Welten, die zwischen dem letzten Tode und seiner Geburt liegen.
[ 7 ] You may ask: How can this be achieved? If we have the good fortune to be able to promulgate our Anthroposophical Movement ... well, it can be said that we have already made a beginning with the summoning of these forces. If things go well, they become active only after a period of seven years has passed—but a beginning has been made and this beginning will develop further in human nature. These forces that have been saved generally remain unheeded, but awareness of them can be promoted by practising a certain form of dance. This awareness can of course also be aroused through meditation ... but for a little less than a year now, certain groups of people among us have been working at Eurythmy,1See Eurythmy as Visible Speech. Fifteen lectures given in Dornach, June/July, 1924. (Anthroposophical Publishing Co., 1956.) an art based on the principles of the movements of the etheric body. Eurythmy is nothing like ordinary gymnastics or dancing—which are really of little account—but the movements made are in complete accord with those of the etheric body. Through these free movements the human being will gradually discover and become aware of the forces that are still within him. Foundations are being created for the awakening of forces within the human being which will really enable him to see into the spiritual worlds stretching between his last death and his birth in the present life.
[ 8 ] So kann Geisteswissenschaft ganz praktisch an der Menschenkultur arbeiten. Und überzeugt kann man sein, daß nach und nach Geisteswissenschaft nicht bloß dabei stehenbleiben wird, einzelne Wahrheiten abstrakt zu lehren, sondern auch den ganzen Menschen so behandeln wird, daß Kräfte, die heute schlummern, geweckt werden, daß der Mensch sich wirklich zu einer geistigen Lebensempfindung aufschwingen lernt. Das sind sonderbare Sachen, die man da sagen muß, aber sie sind nun einmal so: Wenn man entdeckt die Kräfte, die einem beim Gehenlernen zurückgeblieben sind, dann wird man dadurch befähigt, hellsichtig hinzuschauen auf die Welten, in denen man lebt zwischen Tod und einer neuen Geburt. Durch Meditation ist das ja auch zu erreichen, aber sie muß dann so getrieben werden, daß sie auch Gefühl werde. Gefühle sind aber durch Meditation eigentlich am schwierigsten zu bilden. Es sollen die Kräfte also gefunden werden, die den Menschen befähigen, hineinzuschauen in die Welt zwischen Tod und einer neuen Geburt. Namentlich diejenigen Kräfte werden dabei gefunden, durch die man auf das schaut, was längere Zeit der Geburt vorangegangen ist, Auf diesem Gebiete liegt vieles, was das Leben uns erst verständlich macht. Irgendein Unglück trifft uns zum Beispiel. Zunächst haben wir nur die Empfindung: das ist ein Unglück. Wir ertragen es schwer. Wüßten wir aber, warum wir vor der Geburt jahrzehnte-, ja jahrhundertelang alles so eingerichtet haben, daß dieses Unglück uns trifft, dann würde uns vieles erträglicher sein! Denn wir wüßten, daß dieses Unglück eine Prüfung ist, damit wir vollkommener werden. Aber auch sonst erlebt man gar mancherlei, wenn man gerade in denjenigen Teil der geistigen Welt hineinsieht, in dem man gewissermaßen die Vorbereitung für das gegenwärtige Leben durchmacht.
[ 8 ] In these and other ways Anthroposophy can be a really practical factor in cultural life. And we may be sure that Anthroposophy will not stop at the teaching of truths in the abstract but man himself, in his whole being, will be affected in such a way that the awakening of forces now slumbering within him will lead to actual spiritual experience. These things that have to be said here are strange, but they are realities. When a man discovers the forces that have remained over from the process of learning to walk, this enables him to see with clairvoyant vision the worlds in which he lives between death and a new birth. This can also be achieved through meditation, but meditation must then become feeling, and feeling is the most difficult experience of all to acquire through meditation. It is therefore a matter of discovering the forces which enable man to see into the world stretching between death and rebirth, to see happenings that took place some long time before birth. In this realm there is a great deal that for the first time makes life really comprehensible. For example, some misfortune befalls us. To begin with, our one and only feeling is that it is indeed a misfortune. Did we but know why it was that decades, even centuries, before birth, we ourselves so arranged conditions that this misfortune should befall us, many things would be easier to bear! For then we should know that the misfortune is an ordeal, helping us to progress. Many other things, too, are experienced when we look into that realm of the spiritual world where the preparation for the present life has been undergone.
[ 9 ] Die allgemeinen Verhältnisse will ich hier nicht schildern, die finden Sie ja dargestellt in meinen Schriften. Aber ich möchte gleichsam an einigen Beispielen zeigen, wie das Leben vor der Geburt beeinflußt das Leben nach der Geburt. Sehen Sie, so sonderbar das klingt, wenn wir die Mitte unseres Lebens zwischen Tod und einer neuen Geburt durchschritten haben — nicht wahr, zwischen Tod und einer neuen Geburt verfließt ja gewöhnlich eine Anzahl von Jahrhunderten, da gibt es natürlich eine Mitte —, dann richtet sich das innere Erleben der Seele in der geistigen Welt vor allen Dingen hinunter auf die Erde. Und man bekommt, wenn man nach dieser Mitte lebt, von der Erde herauf immer mehr Eindrücke von dem, was da unten getrieben wird, von dem, was die Menschen da unten denken und fühlen; und es ist für jede Seele so, daß sie ganz bestimmte Eindrücke bekommt. So zum Beispiel kann eine Seele sich hereinleben in der zweiten Hälfte des geistigen Lebens ihrer neuen Geburt entgegen, und immer mehr und mehr schaut sie da unten jene Menschen, die, sagen wir, da unten das spätere Zeitalter. vorbereiten: die geistig wirksamen Menschen. Einzelne von diesen geistig wirksamen Menschen werden der Seele ganz besonders wertvoll. Ja, es kommt vor, daß man von der geistigen Welt aus auf eine oder zwei Gestalten, die auf der Erde sich betätigen, ganz besonders herabsieht. Ein Mensch zum Beispiel, der in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts geboren worden ist, war, nehmen wir an, am Anfang des neunzehnten und in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts in der geistigen Welt; aber er schaute herunter auf die bedeutsamen Menschen, welche die Kultur damals beeinflußten. Einzelne daraus findet er besonders wertvoll, sie sind ihm besonders lieb. Das ist eines, was man da erlebt: daß man herunterschaut auf die Menschen, die da unten sich entwickeln. Aber indem man da herunterschaut, beeinflußt man diese Menschen auch, doch nicht so, daß dadurch die Freiheit beeinträchtigt würde; man beeinflußt sie so, daß gewisse Dinge, die in ihrer Seele leben, leichter in ihrer Seele auftauchen dadurch, daß von der geistigen Welt aus irgendeine Seele auf sie herunterblickt. So werden Erdenmenschen zum Schaffen, zur Tätigkeit angeregt durch Seelen, welche erst später als diese Erdenmenschen geboren werden und auf sie herunterschauen. In weiteren und auch in intimeren Angelegenheiten kann das der Fall sein.
[ 9 ] I will not now describe the general conditions, for that has been done in my writings. I will try to show by certain examples how the life before birth influences the life after birth. Strange as it may seem, when we have passed the middle point of life between death and rebirth—this life lasts for centuries, so there is naturally a middle point—the soul's attention in the spiritual world is directed mainly to the earth below. And after this middle point more and more impressions come to the soul from what is being done down there, from what human beings on earth are thinking and feeling; definite impressions are received by every individual soul. For example, a soul may be passing into the second half of the spiritual life leading towards its new birth and may perceive more and more clearly those men who on the earth below are, let us say, pioneers of the coming epoch—men who are spiritually active. Certain individuals among these spiritually active men prove to be of great value to the soul. It even happens that the eyes of a soul are directed from the spiritual world very particularly to one or two figures on the earth. Let us assume that a man born in the second half of the nineteenth century was in the spiritual world at the beginning of the nineteenth and during the second half of the eighteenth centuries. From that world the gaze of the soul is directed to men of significance in the cultural life of the time. Among them are certain individuals whom the soul particularly values and greatly loves. One of the experiences in that world is that souls look downwards to the human beings who are evolving on the earth. Moreover, these human beings on earth are influenced, although not in a way that encroaches upon freedom; the effect of the influence is that certain things arise more easily in the souls of these individuals on earth because some being is looking downwards to them from the spiritual world. Thus are men on earth stimulated to creative work and activity by souls who will be born at a later time and whose gaze is directed to them from the spiritual world. This can happen in matters both of a general and of a more intimate kind.
[ 10 ] Zum Beispiel ist der Fall vorgekommen, daß jemand als Seele im achtzehnten und in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in der geistigen Welt gelebt hat und einen hervorragenden Menschen der Erdenwelt sich geradezu zu seinem Ideal genommen hat: wie er dann hat werden wollen wie dieser, ihm hat nachstreben wollen nach seiner Geburt; man sieht zum Beispiel die Bücher eines solchen Menschen, dem man nacheifern will nach der Geburt. Man sieht also mit einer gewissen inneren Sehnsucht, mit einem gewissen inneren Trieb so vom Himmel auf die Erde herunter, wie man — allerdings mit etwas anderem Gefühl — als ein lebender Mensch mit Sehnsucht nach dem Jenseits, nach dem Himmel aufblickt. Nur ist dieser beträchtliche Unterschied, daß, wenn man als Erdenmensch ohne die Erkenntnis der Geisteswissenschaft zum Himmel aufblickt, das ziemlich unbestimmt bleibt. Der Mensch im Himmel aber, derjenige, der in der geistigen Welt lebt, hat die Eigentümlichkeit, daß er die Verhältnisse der Erde, die Menschenseele, die er besonders verehrt, deren Schriften er vielleicht lesen will, auch ganz besonders genau sieht von der geistigen Welt aus. Kurz, man lernt in der zweiten Hälfte seines geistigen Daseins zwischen Tod und einer neuen Geburt in Einzelheiten die Menschenseelen kennen, man lernt in Seelen hineinschauen. Und wir selber, die wir jetzt leben, wir können uns bewußt sein, daß da oben in der geistigen Welt Seelen leben, die darauf warten, in den nächsten Jahrzehnten geboren zu werden, die in unsere Seelen schauen mit einem sehnsüchtigen Blick und die in unseren Seelen dasjenige erblicken, was sie brauchen für ihre Vorbereitung zur Erdenwelt. Sie sehen unsere Seelen in dieser Zeit ihres geistigen Lebens so genau, wie der Erdenmensch seinen Himmel ungenau sieht. Das ist wiederum so ein Bild, das uns zeigt, wie wir, wenn wit die geistigen Welten auch nur ein wenig kennenlernen, wirklich zu der Empfindung kommen: Wir sind beobachtet. Denn das sind wir vielfach. Es richten sich die Blicke der geistigen Wesen und namentlich derjenigen, die geboren werden sollen, auf unsere Seelen. Daraus ersehen wir, daß Geisteswissenschaft auch in dieser Beziehung durchaus nicht etwas Schlechtes den Menschen gibt, denn es wird durch sie der Mensch angeleitet, würdig zu sein dessen, was in seiner Seele beobachtet wird von den noch ungeborenen Seelen.
[ 10 ] The case has occurred of a soul living in the spiritual world during the eighteenth and first half of the nineteenth centuries; an outstanding personage on earth becomes this soul's ideal. One sees what the soul would fain become, how its desire is to find this personage after birth. For example, the soul sees the books of the man he desires to emulate. Thus the soul looks down from heaven to earth with a certain inner yearning, a certain inner urge, just as a living man—although with somewhat different feelings—looks upwards with longing to the Beyond, to the heavens. But there is this great difference: when a man on earth looks up-wards to the heavens without any knowledge of Anthroposophy these heavens remain more or less undefined, indistinct. The human being who is living in the spiritual world, however, is able to see with great exactitude the conditions prevailing on the earth, the human souls there for whom he has particular admiration, whose writings he perhaps longs to read. In short, during the second half of spiritual existence between death and a new birth one learns to know the souls of men in detail, to look right into these souls. And we ourselves, living now, can be aware that yonder in the spiritual world there are souls waiting to be born in decades of the near future; they gaze into our souls with longing, seeing there what they need as preparation for their earthly existence. During the period of their spiritual life they see our souls with vision as distinct as earthly man's vision of his heaven is indistinct. This again is an indication of the fact that even if we have only a little knowledge of the spiritual worlds, the feeling comes that we are being observed. And so indeed we are, in manifold ways. The eyes of beings in the spiritual worlds, especially of those for whom the time has come to be born, are directed to our souls. Here again is a proof that the influence of Anthroposophy cannot possibly be harmful, for it helps to make what a man has in his soul worthy of observation by souls as yet unborn.
[ 11 ] Wenn die hellsichtige Forschung sich auf diese Dinge einläßt, dann erlebt sie allerdings bedeutsame, oft erschütternde Dinge. Und zu den wirklich in hohem Grade erschütternden Dingen gehört es, wenn man hinaufblickt in die geistigen Welten zu den Seelen, die auf dem Wege sind geboren zu werden, und sieht, wie sie herunterschauen auf die Erde, um nach denjenigen zu blicken, die ihre Eltern werden könnten. Für ältere Zeiten war das sogar noch bedeutsamer; für unsere Zeiten ist das schon weniger bedeutsam geworden. Aber es gehört noch immer zu den erschütterndsten Ereignissen, solche Seelen zu beobachten. Denn da kann man die allerverschiedensten Eindrücke erhalten. Hier ein Eindruck, den ich schildern möchte nach der Wirklichkeit.
[ 11 ] Clairvoyant investigation of these things brings momentous, often shattering experiences. One profoundly moving experience is when we look up to souls in the spiritual worlds who are on the way to birth, and see how they are gazing down to the earth, seeking for those who might become their parents. In earlier epochs this was of greater consequence than it is today. But even now it is still one of the most moving experiences to observe such souls, for infinitely diverse impressions are received. I will describe one such impression of something that may actually happen.
[ 12 ] Eine Seele, die sich anschickt verkörpert zu werden, weiß zum Beispiel, daß sie zu ihrem nächsten Erdenleben eine gewisse Art von Erziehung braucht, eine gewisse Art von Kenntnissen, die sie aufnehmen muß schon in früher Jugend. Aber sie sieht nun: Ja, da und dort kann ich die Möglichkeit finden, solche Erkenntnisse zu gewinnen. — Aber das ist oftmals nur möglich, wenn man in der Zeit verzichtet auf ein solches Elternpaar, das einem ein glückliches Dasein in anderer Beziehung geben könnte, und wenn man seine Zuflucht nimmt zu einem Elternpaar, das einem vielleicht kein glückliches Leben gewähren kann. Würde man ein anderes Elternpaar vorziehen, so würde man sich sagen müssen: Gerade das Wichtigste kannst du nicht erreichen. — Man darf nicht alle Verhältnisse des geistigen Lebens sich so verschieden vorstellen von denen auf der Erde. So sieht man Seelen, die vor der Geburt in furchtbarstem Kampf sind, sieht zum Beispiel eine Seele, die sich sagt: Ich werde vielleicht in meiner Jugend mißhandelt von einem rohen Elternpaar. — Wenn eine solche Seele in diese Lage kommt, dann gibt das furchtbare innere Kämpfe für sie. Und man sieht in der geistigen Welt vielen Seelen an, die an die Vorbereitung für die Geburt schreiten, wie sie sich diese ungeheuren Kämpfe bereiten. Dazu muß man nehmen, daß man in der geistigen Welt diese Kämpfe etwa wie eine Art von Außenwelt vor sich hat. In der geistigen Welt ist das, was ich jetzt schilderte, nicht nur innerer Seelenkampf, nicht nur Kampf des Gemütes, sondern diese Kämpfe projizieren sich nach außen, und man hat sie sozusagen um sich. Man sieht in aller bildlichen Anschaulichkeit die Imaginationen, die einem darstellen, wie diese Seelen innerlich gespalten zu ihrer nächsten Inkarnation schreiten müssen. Wenn wir diese Verhältnisse uns vor Augen führen, so können wir natürlich leicht auf den Gedanken kommen, warum so viele Menschen die Geisteswissenschaft gar nicht mögen. Denn am meisten würden es die Menschen lieben, wenn es wahr wäre, daß man nach dem Tode gleich in die ewige Seligkeit für alle Zeiten einginge. Das ist aber nicht so. Und es ist gut, daß die Dinge so sind, wie sie sind, denn unter diesen Verhältnissen wird die Welt schon den Grad von Vollkommenheit erreichen, den sie erreichen muß.
[ 12 ] A soul about to incarnate knows, for example, that in the coming earthly life it will need a particular kind of education, that certain knowledge will have to be assimilated even in early youth. But now the soul realizes: either here or there it would be possible to acquire such knowledge. This, however, is possible only by renouncing parents who in another respect would have been able to ensure a happy existence and by resorting to parents who may be quite unable to do so. If other parents were chosen the soul would be forced to admit: In those circumstances what is most important of I all will be beyond my reach. It must not be imagined that all conditions of the spiritual life differ entirely from those on the earth. One sees souls who before birth are in the throes of fierce inner conflict. For example, one may see a soul who is realizing: In my youth I may be ill-treated by rough parents. When a soul is in this situation, the fierce inner conflict begins. Many souls in the spiritual world bring this conflict upon themselves while preparing for birth. It must here be said that these struggles constitute a kind of external world for the soul. What I am now describing is not an inner conflict only, not a conflict of the heart only, but it is projected outwards and is, so to speak, around the soul. One sees in all definition the Imaginations which show that these souls must go forward to their coming incarnation inwardly torn asunder. When we think about these conditions, it will readily occur to us why so many people have an aversion to Anthroposophy. They would much prefer it to be true that after death man enters for all time into eternal bliss. But it is not so. Moreover, it is well that things are as they are, for under these conditions the world. will eventually reach the degree of perfection destined for it,
[ 13 ] Hineinzublicken in das eigene oder in das fremde Leben innerhalb der geistigen Welt, dazu werden wir kurioserweise durch die Kräfte, die wir vom Ätherleibe beim Gehenlernen ersparen, befähigt. Aber diese Kräfte, wenn sie wirklich entwickelt werden, haben einen gewissen Vorzug — das zeigt das praktische Hellsehertum — vor denjenigen Hellseherkräften, welche entwickelt werden zum Zurückschauen in die früheren Erdenleben. Ich bitte, diesen Unterschied sehr wohl zu berücksichtigen, denn er ist in vielem Sinne aufklärend über so manches.
[ 13 ] Curiously enough, the capacity to see into one's own life or that of another in the spiritual world comes from the forces of the etheric body that have been saved over from the process of learning to walk. But seership shows that these forces, when they have really unfolded, are in a certain respect superior to the forces of clairvoyance developed with the object of looking back into earlier earth-lives. Please take particular notice of this difference, for it throws light on many things.
[ 14 ] Durch nichts wird ein gefährliches Hellsehen leichter entwickelt als durch die Entwickelung derjenigen Kräfte, die eigentlich beim heutigen Menschen für die Sprachbildungsorgane da sind, die ihn befähigen, wenn er sie zurückhält, zum Zurückschauen in frühere Erdenleben. Denn diese Kräfte hängen allermeist in der menschlichen Natur mit den niederen Instinkten und Leidenschaften zusammen. Und man kommt durch nichts so sehr in die Nähe von Luzifer und Ahriman, als wenn man gerade diese Kräfte entwickelt, die in einer gewissen Höhe allerdings gestatten, in frühere Erdenleben bei sich und anderen zurückzublicken. Zu Kräften der Täuschung führen sie; aber namentlich führen sie dazu, wenn sie nicht richtig entwickelt werden, daß der Hellseher unter dem Einfluß dieser Kräfte moralisch eher herunterkommen kann als herauf — so daß diese Kräfte, die gerade befähigen, in frühere Erdenleben zu schauen, die gefährlichsten sind. Man darf diese Kräfte nur entwickeln, wenn man zugleich voll bedacht ist auf die Entwickelung der reinen Moralität im Menschen. Deshalb, weil man angewiesen ist, auf die reinste Moralität im Menschen zu sehen, wenn man diese Kräfte ausbilden will, werden sich kundige Lehrer nicht leicht dazu herbeilassen, systematisch die Kräfte, die in die früheren Inkarnationen schauen lassen, zu entwickeln. Und man kann sagen: So verbreitet es ist, ein gewisses niederes Hellsehen zu haben, das in die anderen Welten hineinschaut, das aus geistigen Regionen Schilderungen geben kann, so wenig ist ein wirkliches, sachgemäßes Hineinschauen in die früheren Inkarnationen auf die Weise entwickelt, daß man nur die Sprachkräfte in Betracht zieht. Gewöhnlich werden daher andere Mittel noch zu Hilfe genommen, wenn man die Menschen dazu führen will, in frühere Inkarnationen zurückzuschauen. Und da kommen wir auf einen interessanten Punkt, der uns zeigt, wie allerdings der Mensch auf Dinge achten muß, auf die man sonst wenig achtet. Daß jemand bloß durch die Entwickelung der Sprachkräfte dazu gebracht würde in seiner geistigen Führung, auf frühere Erdenleben zurückzublicken, das wird sich selten ereignen. Dennoch gibt es viele Menschen, die das in der Gegenwart können; das wird durch andere Mittel gewöhnlich erreicht. Und eines dieser Mittel ist ein solches, das einem sonderbar erscheinen wird, aber durchaus auf einer tieferen Wahrheit beruht.
[ 14 ] There is no easier way of unfolding a dangerous form of clairvoyance than by the development of those forces which in modern man are there for the purpose of producing the organs of speech and which, if kept back, enable him to look into earlier incarnations; for these forces are connected most closely of all with the lower instincts and passions in man's nature. And by nothing is a man brought so near to Lucifer and Ahriman as by the development of these forces which, at a certain level, enable him to look back into his own earlier earth-lives or into those of others. They lead to illusions; but above all, if they are not rightly developed, they have the effect that under their influence the clairvoyant may deteriorate morally, rather than the reverse. So the very forces which make vision of earlier incarnations possible are the most dangerous of all. They should be unfolded only when at the same time a man pays full attention to the development of pure morality in his own being. Because morality in its purest form is essential if it is desired to unfold these forces, experienced teachers will not readily countenance any systematic development of the powers which enable man to look into earlier incarnations. Moreover this can be said: It is as common to find a certain lower kind of clairvoyance which looks into other worlds and can give descriptions of spiritual regions, as it is rare to find evidence of the development of genuine, objective vision into earlier incarnations as the result of the exercise of the forces of speech alone. As a rule, therefore, recourse is had to yet other measures when it is desired to train the capacity to look back into earlier incarnations. And here we come to an interesting point, showing how necessary it is to pay attention to things of which otherwise little account is taken. It will seldom happen that spiritual guidance brings a person to the point of being able, merely by the development of the forces of speech, to look back to earlier lives on earth. In the present age many individuals could be capable of this, but as a rule it is achieved by different means. One of these means will seem strange, although it is based on a profound truth.
[ 15 ] Irgend jemand lebt sich in das innere Leben hinein. Es würde ihn zu viel Anstrengung kosten oder vielleicht zu starke Versuchungen herbeiführen, wenn er nur durch die Ausbildung der Sprachkräfte dazu kommen würde, karmisch zurückzuschauen in die früheren Erdenleben. Daher nehmen die geistigen Mächte zu einem anderen Mittel Zuflucht. Wie ein Zufall sieht es aus: Da erlebt zum Beispiel dieser Mensch, daß ein anderer Mensch ihn antrifft, und nennt ihm einen Namen oder eine bestimmte Zeit oder ein bestimmtes Volk. Und das wirkt auf die Seele von außen so, daß sie durch diese Vorstellung die Unterstützungskräfte für das Hellsehen entwickelt. Und er merkt dann, daß dieser Name oder Hinweis, ohne daß es derjenige, der es gesagt hat, selber weiß, ihn zu dem führt, daß er hineinblicken kann in frühere Erdenleben. Da wird also zu einem äußeren Mittel Zuflucht genommen. Da hört der Betreffende einen Namen oder ein Zeitalter oder einen Volksnamen und wird wie von außen angeregt, in die früheren Erdeninkarnationen zurückzublicken. Solche Anregungen von außen sind zuweilen für die hellseherische Betrachtung der Welt außerordentlich wichtig. Man erlebt etwas scheinbar ganz Zufälliges, aber es strahlt davon aus eine Anregung für hellsichtige Kräfte, die man sonst nur rudimentär entwickelt hätte.
[ 15 ] Suppose someone lives intensely in his inner life. It would cost him excessive strain, or possibly lead to overpowering temptations, were he to succeed, merely by developing the forces of speech, to look back in the light of karma at his earlier incarnations. Hence the spiritual Powers have recourse to a different means. Apparently by chance, he meets someone who mentions a name or a particular epoch or people. This works upon his soul from outside in such a way that the mental picture sets astir the forces which help to promote clairvoyance. And then he becomes aware that this name or reference—although the speaker himself knew nothing about it—is a pointer, helping him to look into earlier lives on earth. In such a case there has been recourse to an outer means. The man in question hears the name of a person or of an epoch or of a people and is thus stimulated from outside to look back into previous incarnations. Such stimuli are sometimes exceedingly important for clairvoyant contemplation of the world. An experience seems to have been quite accidental but it provides a stimulus for powers of clairvoyance that would otherwise have remained rudimentary.
[ 16 ] Das sind solche aphoristische Andeutungen, die ich geben möchte über das Hereinragen der geistigen Welt in unsere Erdenwelt. Denn dieses Hereinragen ist in der Tat sehr kompliziert.
[ 16 ] These are aphoristic indications on the subject of the penetration of the spiritual world into our earthly world. Actually, of course, the process is highly complicated.
[ 17 ] Also das Zurückblicken in frühere Erdenleben hat es mit verhältnismäßig gefährlichen, weil versuchenden Kräften zu tun. Dagegen wird kaum jemand, der die hellsichtigen Kräfte ausbildet, um einen Einblick zu erhalten in das Leben, das im Geiste vorangegangen ist der Geburt, leicht versucht werden können, gerade diese hellsichtigen Kräfte zu mißbrauchen. Und in der Regel werden es Seelen sein mit einer gewissen Reinheit, mit einer gewissen natürlichen Moralität, die mit einer gewissen Sicherheit zurückblicken in das Leben im Geistigen, das vorangegangen ist dem gegenwärtigen Erdenleben. Das hängt damit zusammen, daß die Kräfte, die verwendet werden als hellsichtige Kräfte, um gerade in diese Zeit hineinzuschauen, die kindlichen Kräfte sind, diejenigen Kräfte, die man eben vom Gehenlernen erspart. Es sind die unschuldigsten Kräfte, die der Mensch in seiner Natur hat. — Und ich bitte Sie, darauf zu achten, denn es ist sehr bedeutsam: die unschuldigsten Kräfte sind zugleich diejenigen, durch die man, wenn man sie ausbildet, hineinschaut in das Leben, das der Geburt vorangeht. Das ist auch dasjenige, was den Anblick des Kindes zu einem so zauberhaft befriedigenden macht, weil das Kind umspielt ist in seiner Aura von den Kräften, von denen der größte Teil benützt wird zum Gehenlernen, von jenen Kräften, die hineinleuchten noch in dasjenige, was der Geburt vorangegangen ist. Und in dieser Beziehung kann für die hellseherische Betrachtung in der Tat das Kind, auf dessen Antlitz sich ausdrückt Unschuld und Weltunerfahrenheit, in seiner Aura ausdrücken etwas, was wahrhaftig interessanter ist als dasjenige, was sich in der Aura vieler Erwachsener ausdrückt. Die im Geistesland durchgemachten Kämpfe, die vorausgegangen sind der Geburt und das Schicksal bestimmen, die machen dasjenige, was aurisch das Kind umspielt, zu etwas ungeheuer Großem und Weisheitsvollem. Und die Weisheit, die das Kind in seiner Aura umspielt, ist wahrhaftig oftmals eine viel größere als diejenige, die der Mensch im späteren Alter äußern kann durch seine Worte. Die Physiognomie des Kindes mag noch unbestimmt sein; derjenige aber, der als Hellseher das Kind sieht, kann ungeheuer viel von dem Kinde lernen, wenn er das, was das Kind umspielt, schauen kann mit dem hellsichtigen Blick. Und wenn dann das, was im kindlichen Alter an Kräften vorhanden ist, später hellsichtig ausgebildet wird, dann sieht man gerade in die konkreten Verhältnisse hinein, die dem Geborenwerden des Menschen lange vorangehen. Es ist vielleicht nicht so die Selbstsucht befriedigend, in diese Welt hineinzuschauen. Für denjenigen aber, der den ganzen Zusammenhang der Welt verstehen will, ist dieses Hineinblicken auch ganz besonders interessant. Und in der AkashaChronik zu forschen in bezug auf gewisse Menschen der Weltgeschichte besteht nicht nur darin, daß man dasjenige erforscht, was sie ausleben auf dem physischen Plane, sondern auch dasjenige, wie sie ihr Leben auf dem physischen Plan als Seelen in der geistigen Welt vorbereiten zwischen Tod und einer neuen Geburt.
[ 17 ] Looking back into earlier earth-lives is therefore connected with forces fraught with danger because they lead to deception, to delusion. On the other hand, hardly anyone who develops the forces of clairvoyance leading to insight into the life in the spirit preceding birth will be prone to misuse these forces. As a rule it will be souls of a certain purity, in whom there is a certain natural morality, who look back with reliable vision into the life in the spiritual world preceding the present life on earth. This is connected with the fact that the forces of clairvoyance used for looking into this particular period of existence are the forces of childhood, those that have been left over from the process of learning to walk. They are the most innocent of all the forces in man's nature. I ask you to pay attention to this, for it is very significant: The most innocent forces are at the same time those which, when they are developed, enable man to look into the life preceding birth. That, too, is why there is such enchantment in the sight of a tiny child, for in the aura playing around it are the forces which still send their radiance into the life before birth. In the aura of a child whose very countenance bears the stamp of innocence and otherworldliness, clairvoyant contemplation may perceive something that is truly more interesting than what comes to expression in the aura of many a grown-up person. The conflicts that were passed through in the spirit-land before birth and have determined destiny make the aura round the child into something full of glory, full of wisdom. The wisdom manifesting in the aura of a child is often far greater than anything which at a later age he will be able to express in words. The physiognomy may still lack definition, but very much can be revealed to the clairvoyant when he is able to see what is playing around a child. And if the forces present in childhood are developed later on into clairvoyance, vision becomes possible of the actual conditions preceding birth by a considerable period. To look into this world may not, perhaps, be gratifying to egoism but to one who wishes to understand the whole setting of world-existence this vista, too, is of absorbing interest. Investigation in the Akasha Chronicle concerning certain outstanding figures in world-history consists not only in trying to discover what kind of life they lived on the physical plane, but how, as souls in the spiritual world between death and rebirth, they made preparation for this life.
[ 18 ] Die Kräfte aber, die, wenn man sie rein erhält, in frühere Inkarnationen hineinleuchten, die werden weniger im Kindesalter erspart, sondern gerade in dem Alter des Menschen, in dem sich die Leidenschaftlichkeit und manchmal gerade die schlimmsten Leidenschaften im Menschen entwickeln. Diese Kräfte, die ja auch andere Aufgaben noch haben in der menschlichen Natur, werden lange nach den Sprachbildungskräften entwickelt. Sie hängen zusammen mit dem, was sich im Menschen an Gefühlen sinnlicher Liebe entwickelt, und all dem, was damit zusammenhängt. Da besteht eine ganze Verwandtschaft zwischen dem, was zur sinnlichen Liebe führt, und dem, was zur Sprache leitet, welcher Zusammenhang sich ja auch in der Mannesnatur ausdrückt im Stimmbruch, in dem Mutieren der Stimme. Und in diesem Lebenszeitalter werden besonders viele von diesen Kräften erspart. Werden sie rein erhalten, so führen sie zum Rückblick in frühere Erdenleben. Werden sie nicht rein erhalten, werden sie herangebracht an die sinnlichen Instinkte des Menschen, dann können sie zu den größten okkulten Lastern führen. Gerade diese Sorte von hellsichtigen Kräften, die von Ersparnissen aus diesem Lebensalter herrühren, sind auch am leichtesten der Versuchung ausgesetzt. — So werden Sie den ganzen Zusammenhang verstehen können, meine lieben anthroposophischen Freunde! Der Hellseher, der gerne redet über die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt — vielleicht haben einige von Ihnen schon bemerkt, daß über diese sonst wenig geredet wird —, dieser Hellseher hat in sich namentlich ausgebildet ersparte Kräfte des frühesten Kindesalters. Bei Hellsehern, die — und das meistens mit Unfug — viel reden über frühere Inkarnationen von Menschen, was sehr häufig vorkommt, denn manche Leute haben die Aussagen über frühere Inkarnationen nur so auf dem Präsentierteller, bei denen muß man aus dem Grunde mißtrauisch sein, weil allzuleicht auf diesem Gebiete die Kräfte herangezogen werden können, die am allermeisten der Versuchung unterliegen können. Denn die Kräfte, die man dafür ersparen kann, die erspart man in der Zeit, wo sich die sinnliche Liebe entwickelt und wo man noch nicht äußerlich im sozialen Leben steht. Diese Kräfte führen zuweilen zu vielem Unfug, insbesondere führen sie zu einem bestimmten okkulten Unfug, weil sie am meisten dazu beitragen, Täuschung über Täuschung hervorzurufen auf dem Gebiete der geistigen Welt.
[ 18 ] The forces which, if kept unsullied, shine into earlier incarnations are saved, not so much in childhood but in the period of life when passions, moreover often in their worst form, unfold in the human being. These forces, which of course have other functions as well in human nature, develop much later than those of speech. They have to do with the emotions of sensual love and everything connected with them. There is a direct relationship between the forces leading to sensual love and those leading to speech—in the male this comes to expression in the breaking of the voice. It is at this age in life that many of these forces are saved. If they are kept pure they lead to the retrospective vision of earlier lives on earth If they are not kept pure, if they come to be associated with sensual instincts in man they may lead to the greatest occult abuses. The forces of clairvoyance which originate and are held back at this age in life are also those that are most easily subject to temptation. You will now be able to grasp the whole connection! The seer who gladly speaks about the period stretching between death and rebirth—some of you will have noticed that in other circles this is seldom mentioned—such a seer has developed particularly the forces saved from very early childhood. But a clairvoyant who speaks a great deal—fallaciously for the most part—about the earlier incarnations of individuals, must be distrusted. Some cases occur very frequently, for many people come out with utterances about earlier incarnations as if they were handing them out on a tray! A clairvoyant of this type must be distrusted because in this domain it is all too easy to evoke the forces most liable to temptation. The forces that can be saved for this purpose are saved at the time of life when sensual love is developing, and before the human being has taken his place in the social life. At times these forces give rise to a great deal of malpractice, especially to a definite occult malpractice, because they, more than any others, contribute to the promotion of delusion after delusion in the domain of the spiritual world.
[ 19 ] Warum sind denn die Angaben solcher Hellseher, die Versuchungen ausgesetzt sind, so häufig falsch? Weil unter den auf diese Weise ersparten Kräften aus diesem Lebensalter mit der Anwendung dieser Kräfte zugleich aus dem Menschen wie ein Nebel aufsteigen die niederen Instinkte und Triebe. Und wenn diese aufsteigen, dann kommen Ahriman und die ahrimanischen Geister und formen aus dem, was da aufsteigt, Gespenster, so daß man diese Gespenster sehen kann und sie für frühere Inkarnationen hält. Die Art von Hellsehen, die notwendig ist, um Verhältnisse zu schildern, wie sie in der «Geheimwissenschaft» dargestellt sind, die wird besonders leicht entwickelt werden können, wenn solche Kräfte erspart werden, die erst im späteren Lebensalter zurückgehalten werden können. Und da man in diesem Lebensalter, nach dem einundzwanzigsten bis achtundzwanzigsten Jahre, in der Regel solche Kräfte entwickelt, die sich mehr auf das intellektuelle Leben beziehen, auf das Leben, das man schon mit einer gewissen Nüchternheit betrachtet, so werden Untersuchungen auf diesem Gebiete am allerwenigsten dem Irrtum und der Täuschung ausgesetzt sein.
[ 19 ] Why are the assertions of clairvoyants who are exposed to these temptations so often false? It is because when the forces saved from this age of life are put into application, the lower instincts and urges immediately rise out of the human being like mist. And then Ahriman and the Ahrimanic spirits approach and out of this rising mist create ghosts, spectres, which can be seen and taken to be earlier incarnations. The kind of clairvoyance needed for descriptions such as are given in the book Occult Science will be developed particularly easily by saving forces which can be held back only at a later age. And because at this age—after the twenty-first until the twenty-eighth years—the human being is usually developing forces concerned more with the intellectual life, with the life that is associated with a certain element of dispassion, investigations in this domain are the least subject to error and delusion.
[ 20 ] So haben wir also gesehen, daß die Einsichten in die großen geistigen Weltenverhältnisse durch Ausbildung derjenigen Kräfte gewonnen werden, welche in der Menschennatur zur Bearbeitung des Gehirns wirken. Das Hineinschauen in die früheren Erdenleben wird durch Ausbildung derjenigen Kräfte erreicht, welche namentlich erspart werden im Jugendalter, wenn die sprachbildenden Kräfte nicht mehr zur Sprachbildung verwendet werden und im Reiche der sinnlichen Triebe und ihrer Organe walten. Das eigentliche Geistgebiet, das Gebiet, das insbesondere interessant wird da, wo sich das neue Leben vorbereitet, das kann erforscht werden durch die Kräfte, die wir namentlich ersparen im allerersten Kindesalter, in dem Alter, wo man sozusagen das Gehen lernt.
[ 20 ] Thus knowledge of the great spiritual conditions in world-existence is acquired through the development of the forces which work in man's being at the elaboration of the brain. The spirit-region proper, the region that is of particular interest at the time when a new life is in preparation, can be investigated by means of the forces saved in earliest childhood, at the age when the human being is learning to walk.
[ 21 ] Dies sind allerdings merkwürdige Tatsachen, doch muß man sich schon gewöhnen, wenn man in die geistigen Welten dringen will, viele Vorstellungen aufzunehmen, die man am Anfang als paradox betrachtet. Aber die geistige Welt ist auch wirklich nicht dazu da, um eine bloße Fortsetzung der sinnlich-physischen Welt zu sein, sondern sie ist eine Welt, die in vieler Beziehung gerade entgegengesetzt der physischen Welt ist. Und der Mensch erscheint uns gerade dann als ein so bedeutungsvoll im Weltenall stehendes Wesen, wenn wir auf der einen Seite auf dasjenige blicken, was er als sein Schicksal, als seine Fähigkeiten, als seine Tüchtigkeiten in seinem Erdenleben durchmacht, und auf der anderen Seite — eben durch das Kennenlernen der Geistigkeit — darauf blicken, wie etwas von einem dem irdischen ganz verschiedenen Leben durchgemacht wird vom Menschen zwischen Tod und einer neuen Geburt. Da erst erscheint uns der Mensch in seiner wahren Bedeutung und Bestimmung, wenn wir dies ins Auge fassen!
[ 21 ] Admittedly, these are astonishing facts, but if we desire to penetrate into the spiritual worlds we must accustom ourselves to assimilate many ideas which, to begin with, seem paradoxical. The spiritual world, however, is not a mere continuation of the physical world of sense; indeed in many respects it is in utter contrast to the physical world. Man is revealed to us as a being occupying a place of great significance in the universe when on the one side we consider his destiny, his faculties and abilities in his earthly life, and when on the other side—through knowledge of spiritual reality—we see how between death and a new birth he passes through phases of life altogether different from that of the earth. It is then that the true significance and destination of man are revealed to us.
[ 22 ] So wollte ich Ihnen in diesen zwei Vorträgen eine Darstellung, eine Schilderung geben von verschiedenen Dingen der geistigen Welt. Ich wollte dies in mehr aphoristischer Weise tun, weil wir zum ersten Male hier in dieser Stadt beisammen waren, weil die meisten auch die systematischen Darstellungen schon kennengelernt haben aus den Büchern und Schriften und weil ich zu dem oder jenem noch eine Ergänzung liefern wollte. Das schien mir für unsere Freunde in dieser Stadt nützlicher zu sein, als wenn ich ein Kapitel der Geisteswissenschaft gewählt hätte, das zusammenhängender gewesen wäre. Man möchte ja — das lassen Sie mich am Schlusse unserer auch mich so sehr erfreuenden Zusammenkunft hier aussprechen —, man möchte ja in der Gegenwart von der Geisteswissenschaft, daß sie so viel als möglich in die Herzen und Seelen der Menschen einzieht! Denn zweierlei ist wichtig. Erstens, wenn wir das Leben um uns betrachten und auf die Tatsachen dieses Lebens hinblicken, sehen, wie die Menschen, selbst durch die größten Errungenschaften der Kultur, immer materieller und materieller werden, dann zeigt sich uns, wie immer mehr und mehr der Menschheit diese Geisteswissenschaft notwendig ist, wie die Menschen sie brauchen, gerade weil das äußere Leben den Menschen materialistisch macht. Weil gerade die größten Errungenschaften des äußeren Lebens den Menschen materialistisch machen müssen, bedarf er des Gegengewichtes der Geisteswissenschaft. Geisteswissenschaft ist eine Notwendigkeit des Erdenlebens der Menschheit und wird es immer mehr und mehr werden gegen die nächste Zukunft hin. Und wer bedenkt, wie das äußere Leben im Materialismus durch die größten Errungenschaften der menschlichen Kultur veröden, nach und nach ersterben müßte, der wird am meisten die Sehnsucht in sich verspüren, daß Geisteswissenschaft einziehen möge in die Herzen und Seelen der Menschen. Unsere Kultur wird immer größere und größere Fortschritte machen; aber so wahr es ist, daß viele Singvögel, die früher die Gegenden bevölkerten, in solchen Gegenden verschwinden, wo sich die Schornsteine der Fabriken erheben, so wahr ist es, daß — trotzdem wir Eisenbahnen, Dampfschiffe und alles das, was uns die Kultur geben kann, Telephon, Luftschiffe und so weiter brauchen, trotzdem nichts gegen die Fortschritte der äußeren Kultur vorgebracht werden soll —, so wahr ist es doch, daß wie die Singvögel durch den Rauch der Schornsteine vertrieben werden — Seelenglück und Seelenfrische und Seelenharmonie und Seelenleben ersterben müßten unter dem Einfluß der materiellen Kultur, wenn nicht Geisteswissenschaft den Menschenseelen die Spiritualität zuführte. Daher muß derjenige, der die Verhältnisse durchschaut, tiefste Sehnsucht haben nach der Verbreitung der Geisteswissenschaft, denn das ist eine Notwendigkeit.
[ 22 ] In these two lectures I wanted to describe various matters relating to the spiritual world. I have thought it advisable to speak in a rather aphoristic way because it is the first time we have been together in this city, and most of you will already be familiar with the systematic presentations contained in the books and writings—and also because I wanted to give certain supplementary information. It seemed to me that this would be more useful to the friends here than if I had dealt with a more connected chapter of Anthroposophy. One's wish—you will allow me to say this at the end of what has been, for me too, such a happy gathering—is that Anthroposophy may penetrate as deeply as possible into the hearts and souls of men at the present time! For two things are important. First, when we observe the life around us and the facts of that life, seeing that the greatest cultural achievements are having the effect of making men more and more materialistic ... then we realize how increasingly necessary Anthroposophy is to humanity, how great is men's need of it for the very reason that external life makes them into materialists. Because the most brilliant achievements of external life have this effect, men need the counterweight provided by Anthroposophy. Anthroposophy is a necessity for the earthy life of humanity and will become increasingly so in the immediate future. And anyone who reflects that external life in materialism would be doomed to sterility and to gradual death, caused precisely by the highest achievements of culture, will have the intense longing that Anthroposophy may find its way into the hearts and souls of men. Our culture will make greater and greater progress; but true as it is that many birds of song disappear from areas where the chimneys of factories tower up, true as it is that they are driven away by the smoke pouring from these chimneys, it is equally true that although we need everything that culture can give us—railways, steamships, telephones, aircraft, and so on—although nothing is to be said against the progress of external culture, nevertheless happiness, vigour, harmony and vitality of the life of soul would inevitably wilt and die under the influence of material culture if Anthroposophy did not bring spirituality to the souls of men. Therefore anyone who has insight into existing conditions cannot but long most profoundly that Anthroposophy will spread—for it is a sheer necessity.
[ 23 ] Auf der anderen Seite steht die andere Tatsache, daß wegen dieser materialistischen Kultur die Menschen niemals so stark Geisteswissenschaft zurückgewiesen, ja gehaßt haben wie heute. — Und diesen beiden Tatsachen der Notwendigkeit und auch des Mißverstehens stehen wir heute gegenüber wie zwei Säulen, durch die wir durchzuschreiten haben, wenn wir Geisteswissenschaft in der Welt schaffen wollen. Für uns aber, die wir versuchen wollen, unsere Seelen für diese Geisteswissenschaft reif zu machen, wird auf jeder dieser Säulen eine Aufforderung, eine starke Aufforderung stehen: alles zu tun, was uns selber und diejenigen Menschen, die es wollen, zur Geisteswissenschaft heranbringt.
[ 23 ] On the other side the fact must be faced that as a result of this materialistic culture men have never rejected, nay even hated, Anthroposophy as vehemently as they do today. And these two facts—necessity and misunderstanding confront us today like two pillars between which we must pass if a place is to be created in the world for Anthroposophy. For those of us who endeavour to prepare other souls for the assimilation of Anthroposophy, a challenge is inscribed on each of these pillars—an urgent challenge to do everything that brings ourselves and those who are willing for it to Anthroposophy.
[ 24 ] Von diesem Gesichtspunkte aus wollte ich zu Ihnen auch gesprochen haben, da ich das erste Mal in dieser Stadt spreche. Und von diesem Gesichtspunkte aus möchte ich als Abschiedsgruß die Worte zu Ihnen sprechen: daß einiges von dem, was ich sagen durfte, in Ihre Herzen und Gefühle, nicht nur in Ihren Verstand, übergegangen sein möchte! So daß Sie sich dadurch noch tiefer und noch gründlicher mit uns und allen verbunden fühlen, die diese Bewegung gerne in die Welt tragen möchten, mehr in die Welt tragen möchten, als sie es bisher getan haben! Da wir noch nicht räumlich zusammensein konnten und es in diesen Tagen zum ersten Male waren, wünschen wir alle, daß dieses Dasein unsere Seelenbande inniger, fester gemacht habe.
[ 24 ] It was from this standpoint that I wanted to speak to you during this, my first visit to this city. And I should like my words of farewell to be these: Would that something of what I have been able to say have passed into your hearts and feelings, not into your heads alone! Then you will feel even more deeply and fundamentally united with us and with all who would like to bear this Movement more widely into the world than they have done hitherto. Because up to now we could not be together in space and this has happened for the first time, it is the wish of all of us that this gathering will have strengthened and made closer the bond between our souls.
[ 25 ] Dies wünschend, möchte ich von Ihnen, meine lieben Freunde, und von dieser schönen Stadt Abschied nehmen in dem Bewußtsein, daß, wenn so etwas geschehen ist, dann auch dieses räumliche Zusammensein eine Anregung gegeben hat zu einem nicht vom Raume und von der Zeit abhängigen Zusammensein. Lassen Sie mich Ihnen als Abschiedsgruß sagen: Es möge durch unser Zusammensein im Raume die Anregung gegeben worden sein zu einem bleibenden, immerwährenden Zusammensein im Geiste.
[ 25 ] With this I take leave of you, my dear friends, and of this beautiful city, with the consciousness that when such a gathering has taken place, it becomes the stimulus for a communion not dependent upon space or time. Let my farewell to you be this: May it be that through being together in space the stimulus has been given for an unbroken and enduring communion in the spirit.
