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The Rudolf Steiner Archive

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Life Between Death and Rebirth
in Relation to Cosmic Realities
GA 141

14 January 1913, Berlin

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Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] Wir haben im Laufe dieses Winters verschiedene Veranstaltungen gemacht, um noch genauer, als es in den Jahren bisher geschehen konnte, das Leben des Menschen, das heißt das Gesamtleben des Menschen zu begreifen, wie es vorgeht auf der einen Seite zwischen Geburt und Tod in der physischen Welt und anderseits zwischen Tod und neuer Geburt in der geistigen Welt. Wir werden noch Verschiedenes über diesen Gegenstand im Verlaufe dieses Winters zu besprechen haben.

[ 1 ] Over the course of this winter, we have held various events to gain an even deeper understanding—more so than has been possible in previous years—of human life, that is, the entirety of human existence, as it unfolds, on the one hand, between birth and death in the physical world, and on the other hand, between death and new birth in the spiritual world. We will have various things to discuss on this subject in the course of this winter.

[ 2 ] Es wird nun notwendig sein, daß wir uns bemühen, mancherlei Einzelheiten, die zum vollständigen Verständnis dieser Sache beitragen können, zusammenzutragen, und auch manches in einer ganz besonderen Weise zu beleuchten, das wir schon von anderen Seiten her betrachtet haben. Da bitte ich Sie, heute vor allen anderen Dingen sich zu erinnern, wie wir — auch im Sinne der kleinen Schrift «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» den Verlauf des menschlichen physischen Lebens betrachtet haben, wie wir diesen Verlauf dargestellt haben nach Zyklen: einen Zyklus von der Geburt bis ungefähr zum siebenten Jahre oder, sagen wir bis zum Zahnwechsel; einen zweiten Zyklus vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, ungefähr bis ins vierzehnte Jahr; dann einen dritten Zyklus, die Zyklen also von sieben zu sieben Jahren. Es wird Ihnen zwar klar sein, daß auch schon nach dem, was man äußerlich beobachten kann, die Gliederung in Lebenszyklen völlig berechtigt ist; aber auf der anderen Seite kann es doch auch einleuchten, daß im wirklichen Leben des Menschen diese Zyklen ganz genau nicht eingehalten werden, und daß durch andere, tief in das Menschenleben eingreifende Tatsachen diese Zyklen sozusagen durchkreuzt werden. Haben wir doch selbst eine wichtige, tief in das Menschenleben eingreifende Tatsache immer und immer wieder hervorgehoben, welche sozusagen aus dieser Einteilung in Zyklen herausfällt. Das ist jener Zeitpunkt, bis zu dem sich der Mensch in seinem Leben zurückerinnert und von dem an er anfängt, sich eigentlich als ein Ich auch zu wissen und zu fühlen, der Eintritt des Ich-Bewußtseins also, jenes Zeitpunktes, bis zu dem sich der Mensch später gedächtnismäßig zurückerinnert. Diese Tatsache fällt ja nicht immer genau in denselben Zeitpunkt, aber zumeist so etwa in den Zeitraum zwischen der Geburt und dem siebenten Jahre; da bricht also das Ich-Bewußtsein über den Menschen herein. Und auch für das spätere Lebensalter wird man ein Ähnliches sagen können. Wenn auch nicht in so schroffer Weise etwas in das Menschenleben hereinbricht wie dieses Aufblitzen des Ich-Bewußtseins, so gibt es doch andere Dinge, welche die reine siebenjährige Zyklenperiode im Leben des Menschen gewissermaßen verwischen. Immer aber werden wir angeben können, daß alles das, was so in das Menschenleben hereintritt und gleichsam die Zyklenperiode durchkreuzt, viel unregelmäßiger sich abspielt als die eigentlichen zyklischen Erlebnisse. So wird man kaum zwei Menschen finden, die sich bis zu genau demselben Zeitpunkt zurückerinnern, die also das Aufblitzen des Ich-Bewußtseins in genau derselben Zeit etwa erlebt haben. Allerdings fällt auch nicht der Zahnwechsel bei zwei Menschen genau in denselben Zeitraum. Aber warum dieses letztere nicht der Fall ist, darüber werden wir noch zu sprechen haben.

[ 2 ] It will now be necessary for us to make an effort to gather together various details that can contribute to a complete understanding of this matter, and also to shed light in a very special way on certain aspects that we have already considered from other perspectives. So today, above all else, I ask you to recall how we—in the spirit of the short treatise *The Education of the Child from the Standpoint of Spiritual Science*—have viewed the course of human physical life, and how we have depicted this course in cycles: a cycle from birth to about the seventh year, or, let us say, until the change of teeth; a second cycle from the change of teeth to sexual maturity, roughly until the age of fourteen; then a third cycle—the cycles, that is, of seven to seven years. It will certainly be clear to you that even based on what can be observed externally, the division into life cycles is entirely justified; but on the other hand, it can also be understood that in the actual life of a human being these cycles are not strictly adhered to, and that other factors deeply affecting human life, so to speak, disrupt these cycles. After all, we ourselves have repeatedly emphasized an important fact that deeply affects human life, one that, so to speak, falls outside this division into cycles. This is the point in time up to which a person can recall events in their life and from which they begin to actually know and feel themselves as an “I”—that is, the onset of ego-consciousness, the point in time up to which a person later recalls events in their memory. This fact does not always occur at exactly the same point in time, but usually falls somewhere in the period between birth and the age of seven; this is when ego-consciousness breaks upon the human being. And one can say something similar about later stages of life as well. Even if nothing bursts into human life as abruptly as this flash of ego-consciousness, there are still other things that, in a sense, blur the pure seven-year cycle in human life. However, we can always point out that everything that enters human life in this way and, as it were, intersects the cycle period, unfolds in a much more irregular manner than the actual cyclical experiences. Thus, one will hardly find two people who can recall the exact same moment—that is, who experienced the flash of ego-consciousness at precisely the same time. However, the change of teeth does not occur at exactly the same time for two people either. But why the latter is not the case is something we will have to discuss later.

[ 3 ] Wenn wir die zyklischen Perioden betrachten, die wir früher angeführt haben, und die in meiner Schrift über die Erziehung des Kindes betrachtet sind, so können wir sagen: Diese Perioden haben eine ganz bestimmte Eigentümlichkeit; sie fangen an sozusagen bei dem Physischsten des Menschen, bei dem Äußerlichsten des Menschen und gehen mehr nach innen. Wir sprechen davon, daß von der Geburt bis zum siebenten Jahre die Entwickelung vorzugsweise dem physischen Leib gewidmet ist, dann dem Ätherleib, weiter dem astralischen Leib, der Empfindungsseele und so weiter. Also es gehen die Entwickelungsfaktoren immer mehr und mehr von dem Äußeren auf das Innere über. Das ist das Eigentümliche dieser siebenjährigen Perioden. |

[ 3 ] If we consider the cyclical periods we mentioned earlier, and which are discussed in my treatise on the education of the child, we can say: These periods have a very specific characteristic; they begin, so to speak, with the most physical aspect of the human being, with the most external aspect of the human being, and move more inward. We speak of the fact that from birth to the age of seven, development is primarily devoted to the physical body, then to the etheric body, then to the astral body, the feeling soul, and so on. Thus, the factors of development increasingly shift from the outer to the inner. That is the distinctive feature of these seven-year periods. |

[ 4 ] Wie ist es nun mit dem, was sich in der gerade erwähnten Weise hineinmischt und diese Lebenszyklen durchkreuzt? Das Aufblitzen des Ich-Bewußtseins in dem ersten Zyklus ist ein sehr Innerliches, ist etwas außerordentlich Innerliches. Betrachten wir, um in dieser Beziehung Klarheit zu schaffen, was sozusagen wie kontrastierend diesem Aufblitzen des Ich-Bewußtseins entgegensteht.

[ 4 ] What, then, of that which intervenes in the manner just mentioned and disrupts these life cycles? The flash of ego-consciousness in the first cycle is something very intimate, something extraordinarily intimate. To clarify this point, let us consider what stands in contrast, so to speak, to this flash of ego-consciousness.

[ 5 ] Da finden wir, wenn wir sinngemäß das menschliche Leben betrachten, daß das Aufhören des Wachstums, das ja auch einmal im Menschenleben eintritt, in einer gewissen Weise sich allerdings mit einer solchen Tatsache vergleichen läßt, die, gleichsam die siebenjährigen Entwickelungsperioden durchkreuzend, sich ins Leben hereinstellt. Nun wollen wir einmal das Aufhören des Wachstumes, das ja sehr spät beim Menschen eintritt, ins Auge fassen, also die Tatsache, daß der Mensch einmal aufhört zu wachsen. Wie stellt sich diese ins menschliche Leben hinein?

[ 5 ] When we consider human life in this context, we find that the cessation of growth—which does indeed occur at some point in a person’s life—can, in a certain sense, be compared to a phenomenon that, as it were, cuts across the seven-year developmental periods and enters into life. Now let us consider the cessation of growth, which occurs very late in human life—that is, the fact that a person eventually stops growing. How does this manifest itself in human life?

[ 6 ] Betrachten wir die erste siebenjährige Periode, so finden wir, daß sie mit dem Zahnwechsel aufhört. Mit diesem Hervorbrechen der Zähne ist sozusagen der letzte Akt desjenigen gegeben, was man das Ausleben des Formprinzipes nennen kann. Die formenden Kräfte des Menschen machen ihren letzten Ansatz, wenn sie die Zähne heraustreiben. Das ist gleichsam der Schlußpunkt im Formgeben des Menschen; denn später tritt eigentlich das Prinzip, das die menschliche Gestalt bildet, nicht mehr in Aktion. Mit dem siebenten Jahre ist das formgebende Prinzip abgeschlossen. Was später auftritt, ist nur ein Größerwerden dessen, was der Form nach schon veranlagt ist. Der Mensch bekommt vom siebenten Jahre ab nicht mehr eine besondere Umformung des Gehirns. Es wächst nur, was schon angelegt ist; aber die eigentliche Form ist in dem Menschen durchaus schon gegeben, das andere ist ein Wachstum. Daher werden wir auch sagen können: Was das Formprinzip ist, das entfaltet seine Wirksamkeit in den ersten sieben Lebensjahren des Menschen. Das Formprinzip kommt von den Geistern der Form; so daß diese Geister der Form ihre Wirksamkeit im Menschen in den ersten sieben Lebensjahren entfalten. — Ich kann also sagen: Der Mensch ist, wenn er die Welt durch die Geburt betritt, seiner Form nach noch nicht völlig gebildet; sondern das formgebende Prinzip, die Geister der Form, greifen in den ersten sieben Jahren immer noch ein und haben erst nach dem siebenten Jahre den Menschen so weit, daß dann die Form nur zu wachsen braucht. Aber alle Formanlagen sind bis zum siebenten Jahre da, und die zweiten Zähne sind das, was die formgebenden Prinzipien an dem Menschen noch herausbringen. Das ist der Schlußpunkt des Formprinzips. Wenn das Formprinzip weiterwirken würde, so würden die Zähne noch später erscheinen oder später erscheinen müssen.

[ 6 ] If we consider the first seven-year period, we find that it ends with the change of teeth. With the eruption of the teeth, so to speak, the final act of what might be called the outliving of the formative principle takes place. The formative forces of the human being make their final effort when they drive the teeth out. This is, as it were, the final stage in the shaping of the human being; for later on, the principle that forms the human figure no longer actually comes into play. By the seventh year, the formative principle is complete. What occurs later is merely a growth in size of what is already predisposed in terms of form. From the seventh year onward, the human being no longer undergoes any particular transformation of the brain. Only what is already laid down grows; but the actual form is already fully present in the human being; the rest is growth. Therefore, we can also say: The form-giving principle unfolds its activity during the first seven years of a human being’s life. The form-giving principle comes from the spirits of form; thus these spirits of form unfold their activity in the human being during the first seven years of life. — I can therefore say: When a human being enters the world through birth, their form is not yet fully formed; rather, the formative principle, the spirits of form, continue to intervene during the first seven years and only after the seventh year have they brought the human being to the point where the form then merely needs to grow. But all the formative potentials are present by the seventh year, and the second set of teeth is what the formative principles still bring forth in the human being. This is the culmination of the formative principle. If the formative principle were to continue acting, the teeth would appear even later or would have to appear later.

[ 7 ] Nun können wir die Frage aufwerfen: Ist damit, daß diese Geister der Form bis in das siebente Jahr an dem Menschen bilden, überhaupt alles, was von Formgeistern kommt, für den Menschen abgeschlossen?

[ 7 ] Now we may ask: Does the fact that these spirits of form continue to shape the human being until the age of seven mean that everything that comes from the spirits of form is, in fact, complete for the human being?

[ 8 ] Das ist gerade nicht der Fall, sondern der Mensch wächst dann fort; er wächst und wächst und bildet die Anlage der Form weiter aus. Er würde, wenn nichts weiter eintreten würde, fortwährend wachsen können; er würde immer mehr wachsen können. Denn wenn wir nur die Formprinzipien in Betracht ziehen, die bis zum siebenten Jahre an dem Menschen tätig sind, so ist kein Grund vorhanden, daß sich nicht diese Formen immer weiter vergrößern sollten. Es ist dafür ebensowenig ein Grund vorhanden, wie gegen das Wachsen irgendwelcher anderer Wesenheiten ein Grund vorhanden ist. Der Mensch könnte weiter wachsen, wenn nichts dazukommen würde. Aber es kommt etwas dazu. Wenn nämlich der Mensch sein Wachstum einstellt, so kommen noch einmal Formprinzipien an ihn heran. Die ganze Zeit schleichen sie schon an ihn heran, aber dann vereinigen sie sich völlig mit seinem Organismus, indem sie diesen ergreifen, aber so, daß sie jetzt ein Hindernis bilden und der Organismus nicht weiter wachsen kann. Die Formprinzipien, die bis zum siebenten Jahre wirken, lassen dem Menschen die Elastizität. Dann kommen andere Formprinzipien an den Menschen heran, und diese sind so, daß sie das, was elastisch ist, in eine abgeschlossene Form einfangen und den Menschen am weiteren Wachstum verhindern. Deshalb hört das Wachstum einmal auf. Und da, wo das Wachstum aufhört, wirken jene Formprinzipien, die an den Menschen von außen herantreten. . Immer muß, wenn Formprinzipien wirken, wenn Formen wachsen, für das Aufhören des Wachstums dadurch gesorgt werden, daß wiederum Formprinzipien von der anderen Seite her den ersten entgegenkommen, polarisch ihnen entgegenstreben. So ist es auch beim Menschen. Wenn also der Mensch etwa bis zum siebenten Jahre diese Form ausgebildet hat, die in der Zeichnung als das schraffierte Feld dargestellt ist, so kann diese Form fortwährend wachsen. Bis zum siebenten Jahre haben — innerhalb des schraffierten Teiles — die Formprinzipien gewirkt. Dann kommen andere Formprinzipien entgegen die ersten wirken von innen, die zweiten von außen — und stellen sich dem Menschen entgegen, so daß er nur bis zu der Linie b-b wachsen kann innerhalb des anderen, leichtschraffierten Feldes. Es ist nämlich wirklich so, als wenn der Mensch bis zum siebenten Jahre ein Kleid bekäme, das elastisch ist, und das er fortwährend vergrößern kann. Aber in einem bestimmten Zeitpunkte wird ihm ein solches gegeben, das nicht mehr elastisch ist; das muß er dann anziehen, und darüber kann er nun nicht mehr hinaus.

[ 8 ] That is precisely not the case; rather, the human being continues to grow; he grows and grows, further developing the potential of the form. If nothing else were to occur, they could continue to grow indefinitely; they could grow more and more. For if we consider only the form-principles active in human beings up to the age of seven, there is no reason why these forms should not continue to grow ever larger. There is just as little reason for this as there is for the growth of any other beings. Human beings could continue to grow if nothing else were to happen. But something else does happen. For when human beings cease to grow, form principles approach them once more. They have been creeping up on them all along, but then they unite completely with their organism by seizing hold of it—yet in such a way that they now form an obstacle, and the organism cannot grow any further. The form principles that are active up to the seventh year leave the human being with elasticity. Then other form principles approach the human being, and these are such that they capture what is elastic into a closed form and prevent the human being from further growth. That is why growth ceases at some point. And where growth ceases, those form principles that approach the human being from the outside are at work. Whenever formative principles are at work, whenever forms are growing, the cessation of growth must be ensured by formative principles from the other side meeting the first ones, striving toward them in a polar manner. This is also the case with human beings. So if a person has developed this form—represented in the drawing as the hatched area—by about the age of seven, this form can continue to grow. Up to the age of seven—within the hatched area—the form principles have been at work. Then other form principles come into play; the first ones act from within, the second ones from without—and oppose the human being, so that he can grow only up to the line b-b within the other, lightly hatched area. For it is truly as if, up to the age of seven, a person were given a garment that is elastic and that he can continually enlarge. But at a certain point, he is given one that is no longer elastic; he must then put this on, and he can no longer go beyond it.

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[ 9 ] Wir können also sagen, daß sich im Menschen Formprinzipien von innen mit Formprinzipien von außen begegnen; die ersteren kommen von den Geistern der Form, und zwar von jenen Geistern der Form, welche eine ganz regelmäßige Entwickelung im Weltall durchgemacht haben. Die Formprinzipien von außen sind nicht von derselben Art, sondern sie rühren von zurückgebliebenen Geistern der Form her, von solchen Geistern der Form, welche einen luziferischen Charakter angenommen haben. Die sind also das, was rein geistig wirkt; während das, was durch das Materielle wirkt, im regelmäßigen Fortgange so wirkt, daß es richtig die Entwickelung durch Saturn, Sonne und Mond durchgemacht hat, regulär auf die Erde gekommen ist und aus dem Körperlichen von innen heraus die Form des Menschen gestaltet. Die unregelmäßigen Geister der Form wirken so, daß sie hinnehmen, was ihnen geboten wird, und in der entsprechenden Weise zurückhalten. So also wird der Mensch in seinem Wachstum aufgehalten durch solche zurückgebliebenen Geister der Form. Die Wesenheiten der höheren Hierarchien haben die mannigfaltigsten Aufgaben. Unter anderem haben wir auch eine Aufgabe damit heute gekennzeichnet.

[ 9 ] We can therefore say that within the human being, inner principles of form encounter outer principles of form; the former come from the spirits of form, specifically from those spirits of form that have undergone a completely regular development in the universe. The external principles of form are not of the same kind, but stem from backward spirits of form—from those spirits of form that have taken on a Luciferic character. These are thus what acts purely spiritually; whereas that which acts through the material world proceeds in such a regular manner that it has properly undergone development through Saturn, the Sun, and the Moon, has come to Earth in a regular way, and shapes the human form from within the physical body. The irregular spirits of form act in such a way that they accept what is offered to them and hold back in the corresponding manner. Thus, human growth is hindered by such backward spirits of form. The beings of the higher hierarchies have the most manifold tasks. Among other things, we have also highlighted a task in this regard today.

[ 10 ] Wir haben nun in der verschiedensten Weise schon dargestellt sowohl wie die regulären Hierarchien wirken, und auch, wie die zurückgebliebenen geistigen Wesenheiten aus den verschiedenen Hierarchien wirken. Und wir haben dargestellt, daß durch die Geister der Form — Sie können es selbst in der «Geheimwissenschaft im Umriß » nachlesen — der Mensch eigentlich in die Lage gekommen ist, die Anlage zum Ich zu bekommen. Wir wissen ja, daß durch die Throne der Mensch die physische Anlage, durch die Geister der Weisheit die ätherische Anlage, durch die Geister der Bewegung die astralische Anlage erhalten hat, und daß er also durch die Geister der Form die Anlage zu dem Ich in seinem physischen Leibe erhalten hat. Wenn wir dies ins Auge fassen, so können wir sagen, daß der Mensch in seinem äußeren Ausdruck durch die regulären Geister der Form zu einem Ich-Wesen zunächst hinorganisiert wird, und daß sich dies in seinem ersten Lebenszyklus ausdrückt; dann aber wird er durch die Widersacher dieser Geister der Form, durch die zurückgebliebenen Geister der Form, in seinem Wachstum aufgehalten. Damit haben wir in der Tat den Gegensatz zu demjenigen kennengelernt, was als erstes, als Innerlichstes zugleich beim Menschen auftritt: das Aufblitzen des Ich-Bewußtseins. Das tritt schon in den ersten Jahren auf, das Innerste. Das Äußerste, die Form, wird erst in späteren Jahren aufgehalten; das ist sozusagen ein Schlußakt. Damit haben wir die zwei Evolutionen im Menschen kennengelernt als etwas Entgegengesetztes. Von der einen habe ich gesagt: Sie kommt von außen und geht nach innen, sie ergreift im einundzwanzigsten Jahre die Empfindungsseele und so weiter. — Dann haben wir eine andere Entwickelung der Tatsachen: diese geht von innen nach außen — bis zum Aufhalten des Wachstums der Form. Es geht vom Geistigen ins Körperliche die eine Entwickelung. Die regelmäßige, die vorzugsweise für die Erziehung interessant ist, sie geht von innen nach außen. Die andere, die viel unregelmäßiger, individueller ist, geht von außen nach innen und drückt sich aus, wenn der Mensch ein bestimmtes Alter erreicht hat, in dem Abschluß des Äußerlichsten, des physischen Leibes.

[ 10 ] We have now described in various ways both how the regular hierarchies operate and how the spiritual beings who have lagged behind from the various hierarchies operate. And we have shown that through the Spirits of Form—you can read about this yourself in *An Outline of Esoteric Science*—humanity has actually come to possess the capacity for the I. We know, of course, that through the Thrones human beings have received the physical predisposition, through the Spirits of Wisdom the etheric predisposition, through the Spirits of Movement the astral predisposition, and that they have thus received the predisposition for the I in their physical body through the Spirits of Form. If we consider this, we can say that in his outer expression, human beings are initially organized into an ego-being by the regular spirits of form, and that this is expressed in his first life cycle; but then he is held back in his growth by the adversaries of these spirits of form, by the backward spirits of form. In this way, we have indeed come to know the contrast to that which first appears in the human being as the innermost aspect: the flash of ego-consciousness. This innermost aspect appears already in the first years. The outermost aspect, the form, is held back only in later years; this is, so to speak, a final act. Thus we have come to know the two evolutions in the human being as opposites. Of one I have said: It comes from the outside and goes inward; it takes hold of the feeling soul in the twenty-first year, and so on. — Then we have another development of the facts: this goes from the inside to the outside — until the growth of form is held back. One development proceeds from the spiritual to the physical. The regular one, which is of particular interest for education, proceeds from the inside out. The other, which is much more irregular and individual, proceeds from the outside in and expresses itself, when the human being has reached a certain age, in the completion of the outermost aspect, the physical body.

[ 11 ] So haben wir zwei im entgegengesetzten Sinne wirkende Entwickelungslinien im Menschen. Das ist für den Erzieher sehr wichtig zu wissen. Daher ist mit Recht in dem Buche «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft » auf die erste Entwickelungsreihe Rücksicht genommen, die von innen nach außen geht, weil man nur dort erziehen kann. Auf die andere Entwickelungsreihe, die von außen nach innen, kann man überhaupt nicht einwirken: das ist die individuelle Entwickelung. Das ist etwas, was man zwar berücksichtigen kann, was man aber nicht aufhalten kann und woran man nicht viel erziehen kann. Und das zu unterscheiden, woran man erziehen und nicht erziehen kann, ist von der allergrößten Bedeutung.

[ 11 ] Thus, we have two lines of development in human beings that work in opposite directions. It is very important for the educator to know this. That is why the book *The Education of the Child from the Standpoint of Spiritual Science* rightly focuses on the first line of development, which proceeds from the inside out, because that is the only area where education can take place. One cannot influence the other line of development, which proceeds from the outside to the inside, at all: this is individual development. This is something that can be taken into account, but which cannot be stopped and on which one cannot educate much. And distinguishing between what one can and cannot educate is of the utmost importance.

[ 12 ] Ebenso wie von den zurückgebliebenen Geistern der Form das Aufhalten des Wachstumes herrührt, so rührt von den zurückgebliebenen Geistern des Willens das erste Auftreten des Ich im Menschen her, wie es im ersten Kindheitsalter aufblitzt. Und dazwischen liegen noch mehrere Tatsachen, wo zurückgebliebene Geister der Weisheit, zurückgebliebene Geister der Bewegung wirken.

[ 12 ] Just as the stunted growth stems from the backward-looking spirits of form, so too does the first emergence of the “I” in human beings—as it flashes into view in early childhood—stem from the backward-looking spirits of will. And in between there are still several instances where backward spirits of wisdom and backward spirits of movement are at work.

[ 13 ] Nun kann man das Gesamtleben des Menschen, mit Einschluß des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt, nicht charakterisieren, wenn man nicht alle Faktoren zusammenfaßt, die auf den Menschen Einfluß haben, wenn man nicht weiß, daß sich schon im gewöhnlichen Leben der Einfluß luziferisch gearteter Naturen in der mannigfaltigsten Weise zeigt. Der Einfluß luziferisch gearteter Naturen zeigt sich aber auch in vielem andern im Leben. Und weil wir in diesen Vorträgen versuchen wollen, das Gesamtleben des Menschen sozusagen aus dem Fundament heraus zu verstehen, so wollen wir es nicht scheuen, auch auf etwas weitere Ausholungen uns einzulassen.

[ 13 ] Now, one cannot characterize the whole of human life—including the life between death and rebirth—without taking into account all the factors that influence human beings, without realizing that even in ordinary life the influence of Luciferic beings manifests itself in the most diverse ways. But the influence of Luciferic natures also manifests itself in many other aspects of life. And because in these lectures we wish to attempt to understand the whole of human life, so to speak, from its very foundations, we shall not shy away from delving into somewhat broader contexts.

[ 14 ] Zunächst sei auf eine Erscheinung aufmerksam gemacht, die uns aber zeigen kann, daß auch auf dem physischen Plan, also zwischen Geburt und Tod, das Leben im Verlaufe der Menschheitsevolution sich wesentlich geändert hat. Und wenn wir dies verstehen, so werden wir auch einsehen können, inwiefern sich das Leben zwischen Tod und neuer Geburt geändert hat. Wer heute das Leben verstandesmäßig, aber oberflächlich betrachtet, der kann leicht glauben, daß es in den Hauptsachen immer so gewesen ist wie heute. Es war aber nicht immer so. Und für gewisse Erscheinungen brauchen wir nur wenige Jahrhunderte zurückzugehen und werden finden, daß gewisse Dinge ganz anders waren. So gibt es heute etwas, was für des Menschen Seelenleben zwischen Geburt und Tod unendlich wichtig ist, und was in der heutigen Weise in noch gar nicht lange verflossenen Jahrhunderten nicht vorhanden war. Das ist das, was man heute in den Ausdruck der «öffentlichen Meinung » faßt. Noch im 13. Jahrhundert wäre es ein Unsinn gewesen, so von einer Öffentlichen Meinung zu sprechen, wie wir das heute tun. Man spricht heute viel gegen den Autoritätsglauben. Aber heute ist der Autoritätsglaube viel drückender vorhanden, als er in den so oft geschmähten früheren Jahrhunderten vorhanden gewesen ist. Damals waren gewiß auch Mißstände zu finden; aber einen so blinden Autoritätsglauben hat es nicht gegeben. Die Blindheit des Autoritätsglaubens drückt sich ja in der Regel dadurch aus, daß die Autorität nicht zu fassen ist. Heute wird sich der Mensch sehr bald geschlagen fühlen — ob dieses oder jenes gesagt wird, aus diesen oder jenen Grundlagen —, wenn man sagt: Aber die Wissenschaft hat dieses oder jenes bewiesen. — In früheren Jahrhunderten haben die Menschen mehr gegeben auf Autoritäten, die ihnen leibhaftig entgegengetreten sind. Aber jenes nicht zu fassende Wesen, was damit gemeint wird, daß man sagt: Die Wissenschaft hat das bewiesen —, ist ein sehr fragwürdiges Ding. In dem, was damit bezeichnet wird, liegt etwas, was heute einen Autoritätsglauben begründet gegenüber einem Unfaßbaren, wie er in früheren Jahrhunderten nicht vorhanden gewesen ist. Mit Dingen, von denen in einer gewissen Beziehung, das ist wirklich wahr, der einfachste, primitivste Mensch in früheren Jahrhunderten versucht hat, nach seiner Art ein wenig zu wissen, etwas zu wissen über gesundes und krankes Leben zum Beispiel, werden sich die Menschen heute, in unserer Kultur, meistens recht wenig befassen. Denn wozu braucht heute jemand etwas zu wissen über gesundes und krankes Leben? Das wissen ja die Ärzte, und denen kann man ja die Verwaltung über Gesundheit und Krankheit übertragen! Das ist auch etwas von dem, was heute in das Kapitel hineinfällt: eine unauffindbare, allergrößte Autorität. Aber was stellt sich nicht noch in das Leben zwischen uns allüberall hinein, wovon der Mensch seit frühester Jugend abhängig wird, wodurch sich Urteile, Empfindungsrichtungen in unser Leben, von frühester Jugend angefangen, hereindrängen! Dieses Herumschwirrende, diese zwischen den Menschen lebenden Strömungen bezeichnet man ja gewöhnlich als öffentliche Meinung, von der Philosophen den Satz ausgesprochen haben: Öffentliche Meinungen sind meist private Irrtümer. — Dennoch aber kommt es nicht darauf an, daß man weiß, daß öffentliche Meinungen meist private Irrtümer sind, sondern daß die öffentlichen Meinungen auf das Leben des einzelnen eine ungeheure Macht ausüben. Für das 13. Jahrhundert würde jemand die Geschichte ganz töricht betrachten, wenn er von einer öffentlichen Meinung für das Leben des einzelnen sprechen wollte. Damals gab es einzelne Persönlichkeiten; die übten allerdings eine Autorität aus in bezug auf dieses oder jenes; denen gehorchte man, sei es in praktischen Dingen oder in Dingen der Verwaltung. Aber was die unpersönliche öffentliche Meinung heute geworden ist, das hat es damals nicht gegeben. Wer dies aus den okkulten Tatsachen nicht glauben will, der studiere einmal aus jenen Jahrhunderten — auch noch in späteren Zeiten — zum Beispiel die Geschichte von Florenz, als die Leitung der Stadt übergegangen war auf die Mediceer. Da wird er schen, wie die einzelnen Autoritäten mächtig sind, aber eine öffentliche Meinung war noch nicht vorhanden. Die bildete sich erst heraus in einer Zeit, die vier bis fünf Jahrhunderte gegenüber unserer Zeit zurückliegt, und man kann geradezu von einem Aufkommen der öffentlichen Meinung sprechen. Solche Dinge muß man als Reälitäten ansehen. Es ist eine reale Sphäre, eine Sphäre herumschwirrender Gedanken!

[ 14 ] First, let us draw attention to a phenomenon that can show us that even on the physical plane—that is, between birth and death—life has changed significantly in the course of human evolution. And once we understand this, we will also be able to see to what extent life has changed between death and rebirth. Anyone who views life today intellectually but superficially may easily believe that, in the main, things have always been as they are today. But this has not always been the case. And for certain phenomena, we need only go back a few centuries to find that certain things were quite different. Thus, there is something today that is infinitely important for the human soul’s life between birth and death, and which did not exist in its present form even in centuries not so long past. This is what is today expressed by the term “public opinion.” As recently as the 13th century, it would have been nonsense to speak of public opinion in the way we do today. People speak out a great deal today against blind faith in authority. Yet today, this blind faith in authority is far more pervasive than it was in those earlier centuries so often reviled. Abuses certainly existed back then as well; but there was no such blind faith in authority. The blindness of this faith in authority is generally expressed by the fact that the authority itself cannot be grasped. Today, people will very quickly feel defeated—whether this or that is said, based on these or those principles—when someone says: “But science has proven this or that.” In earlier centuries, people placed more trust in authorities who stood before them in the flesh. But that intangible entity—what is meant when one says, “Science has proven this”—is a very questionable thing. In what is designated by this lies something that today establishes a belief in authority toward the intangible, something that did not exist in earlier centuries. With matters about which, in a certain sense—and this is truly the case—even the simplest, most primitive person in earlier centuries attempted, in their own way, to know a little—to know something about healthy and sick life, for example—people today, in our culture, generally concern themselves very little. For why should anyone today need to know anything about healthy and sick life? The doctors know that, after all, and to them one can entrust the management of health and illness! That, too, is part of what falls under this heading today: an untraceable, supreme authority. But what else intrudes into life all around us, something on which people become dependent from their earliest youth, through which judgments and emotional tendencies force their way into our lives, starting from the earliest youth! This buzzing around, these currents living among people, are usually referred to as public opinion, about which philosophers have said: Public opinions are mostly private errors. — Yet what matters is not that one knows public opinions are mostly private errors, but that public opinions exert an immense power over the life of the individual. For the 13th century, one would be quite foolish to speak of public opinion as influencing the life of the individual. At that time, there were individual personalities; they certainly exercised authority in regard to this or that; people obeyed them, whether in practical matters or in matters of administration. But what impersonal public opinion has become today did not exist back then. Anyone who does not wish to believe this based on occult facts should study, for example, the history of Florence from those centuries—and even in later times—when the leadership of the city had passed to the Medici. There they will see how powerful the individual authorities were, but public opinion did not yet exist. It only began to take shape in a time four to five centuries prior to our own, and one can truly speak of the emergence of public opinion. Such things must be regarded as realities. It is a real sphere, a sphere of swirling thoughts!

[ 15 ] Woher kommt nun dies, was wir oft wie unkonstatierbar aufnehmen? Was ist diese öffentliche Meinung?

[ 15 ] Where does this come from, this thing we often perceive as indefinable? What is this public opinion?

[ 16 ] Vielleicht erinnern Sie sich, daß ich von solchen geistigen Wesenheiten gesprochen habe, welche den Hierarchien unmittelbar über den Menschen angehören und welche in verschiedener Weise an der Menschenführung beteiligt sind. Sie brauchen nur mein Buch «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» in die Hand zu nehmen, und Sie werden dort manches über solche, den höheren Hierarchien angehörige geistige Wesenheiten finden. Nun wissen wir auch, daß der größte Einschnitt in der irdischen Menschheitsentwickelung der ist, welcher durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist. Dadurch ist etwas geschehen, was im Grunde genommen schon die Esoterik des Paulus in der wunderbarsten Weise zum Ausdruck bringt. Paulus hat einfach gesprochen, aber der Art, wie er spricht, liegt eine tiefe Esoterik zugrunde. Paulus konnte nicht immer das, was er als ein Eingeweihter wußte, so ohne weiteres sagen: denn erstens wollte er für einen größeren Kreis sprechen und zweitens war es in seiner Zeit nicht möglich, alles, was er wußte, in der Art zu sagen, wie er die Dinge sagen konnte. Aber seiner ganzen Art der Vorstellung liegt tiefe Esoterik zugrunde. Da finden wir zum Beispiel, daß eine tief bedeutsame Tatsache seiner Unterscheidung des «ersten Adam» und des «höheren Adam», des Christus, zugrunde liegt. Von dem ersten Adam stammen in seinem Sinne die verschiedenen Menschengenerationen ab, indem die Leiber von Adam abstammen. Daher werden wir sagen können: Die physische Verbreitung der Menschheit über die Erde hin, in den verschiedenen Perioden, führt zuletzt auf den physischen Leib des Adam — natürlich Adam und Eva zurück. — Dann werden wir fragen: Was liegt zugrunde der physischen Entwickelung der Menschheit von Adam an? — Natürlich Seelenentwickelung! In den physischen Leibern, die von Adam abstammen, leben Seelen drinnen. Diese Seelen, die von dem Weltenraum herabkamen, haben eine gewisse spirituelle Erbschaft, eine Erbschaft an spirituellem Gut mit auf die Erde gebracht. Aber dieses spirituelle Gut ist im Laufe der Zeit einem Niedergang ausgesetzt gewesen. Menschen, die zum Beispiel im 6., 7. Jahrtausend vor der Begründung des Christentums gelebt haben, haben einen intensiveren, weiterreichenden spirituellen Inhalt gehabt als Menschen, die im 1. Jahrtausend vor dem Mysterium von Golgatha gelebt haben. Das Gut, das die Menschen einmal mitbekommen haben, ist allmählich in der Seele zurückgegangen, versickert. Es kommt ja für das spirituelle Gut besonders das Leben zwischen Tod und neuer Geburt in Betracht. Wir können auch sagen: Wenn wir weit zurückgehen in die Zeit vor dem Mysterium von Golgatha, so finden wir, daß die Menschen nach dem Tode ein reges, durchleuchtetes Seelenleben haben; dann aber wird das Seelenleben immer düsterer und düsterer, immer dunkler und ‚dunkler; die Menschen nehmen immer mehr nur ein dämmerhaftes Seelenleben mit, wenn sie durch den Tod durchgehen. Besonders bei den fortgeschrittensten Völkern, zum Beispiel bei den Griechen, war es tatsächlich so, daß diese Griechen, trotzdem sie das fortgeschrittenste Volk des Erdballs waren, in ihren Weisen, im Sinne des Fortschrittes in der Entwickelung, wohl sagen konnten: «Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten! » Das ist ein Ausspruch, von dem wir wissen, daß er auf das griechische Volk paßte, weil die Griechen ein vollgesättigtes Leben auf dem physischen Plan durchleben konnten; sobald sie aber durch den Tod gegangen waren, war ihr Leben ein schattenhaftes.

[ 16 ] Perhaps you recall that I have spoken of spiritual beings who belong to the hierarchies immediately above humankind and who are involved in guiding humanity in various ways. You need only pick up my book *The Spiritual Guidance of the Individual and of Humanity*, and there you will find much about such spiritual beings belonging to the higher hierarchies. Now we also know that the greatest turning point in the earthly development of humanity is the one brought about by the Mystery of Golgotha. Through this, something happened that, in essence, is already expressed in the most wonderful way by the esotericism of Paul. Paul spoke simply, but his manner of speaking is grounded in deep esotericism. Paul could not always readily say what he knew as an initiate: for one thing, he wanted to speak to a wider audience, and for another, it was not possible in his time to say everything he knew in the way he was able to express things. But his entire mental image is grounded in deep esotericism. There we find, for example, that a profoundly significant fact underlies his distinction between the “first Adam” and the “higher Adam,” the Christ. In his sense, the various generations of humanity descend from the first Adam, in that the bodies descend from Adam. Therefore, we can say: The physical spread of humanity across the earth, through the various periods, ultimately leads back to the physical body of Adam—of course, Adam and Eve. —Then we will ask: What underlies the physical development of humanity from Adam onward? —Of course, soul development! Souls live within the physical bodies that descend from Adam. These souls, which came down from the world-space, brought a certain spiritual inheritance, an inheritance of spiritual wealth, with them to Earth. But this spiritual wealth has been subject to decline over time. People who lived, for example, in the 6th or 7th millennium before the founding of Christianity had a more intense, far-reaching spiritual content than people who lived in the 1st millennium before the Mystery of Golgotha. The wealth that people once possessed has gradually diminished in the soul, seeping away. For spiritual good, the life between death and new birth is particularly significant. We can also say: If we go far back in time to the period before the Mystery of Golgotha, we find that after death people have a lively, luminous soul life; but then the soul life becomes increasingly gloomy and gloomy, increasingly dark and darker; people take with them, more and more, only a twilight soul life when they pass through death. Especially among the most advanced peoples, for example the Greeks, it was indeed the case that these Greeks, even though they were the most advanced people on the globe, could well say in their wisdom, in the sense of progress in development: “Better to be a beggar in the upper world than a king in the realm of shadows!” This is a saying we know applied to the Greek people, because the Greeks were able to live a fully saturated life on the physical plane; but as soon as they had passed through death, their life was a shadowy one.

[ 17 ] Das ist eine volle Wahrheit, daß dieses spirituelle Leben, das die Menschen mitbekommen haben und das sich nach dem Tode zeigte als ein hellseherischeres oder dämmerhafteres Bewußtsein, heruntergestiegen war zu einem dumpfen Leben. Und besonders im vierten nachatlantischen Zeitraum, dem griechisch-lateinischen, in welchem das Mysterium von Golgatha sich abspielte, war es am dunkelsten schon geworden.

[ 17 ] It is a complete truth that this spiritual life, which people had experienced and which manifested itself after death as a more clairvoyant or twilight-like consciousness, had descended into a dull existence. And especially in the fourth post-Atlantean epoch, the Greco-Latin epoch, in which the Mystery of Golgotha took place, it had already become the darkest.

[ 18 ] Das ist das Bedeutsame an der Taufe durch Johannes den Täufer, daß für gewisse Leute, die er taufte, diese eben charakterisierte Tatsache zum Bewußtsein gebracht werden sollte. Die Menschen, die er taufte, tauchte er voll ins Wasser ein. Sein Taufen war ein völliges Untertauchen. Dadurch wurde der Ätherleib solcher Menschen herausgehoben und sie wurden eine kurze Spanne Zeit unter Wasser hellsichtig. Was ihnen Johannes zeigen konnte, war die Tatsache, daß der Mensch im Laufe der Zeiten in bezug auf sein Seelenleben so zurückgegangen ist, daß er nur noch wenig von dem einstigen spirituellen Gut hatte, das er durch die Pforte des Todes durchtragen konnte und das ihm ein hellscherisches Bewußtsein geben konnte. Und dem, der so durch Johannes getauft wurde, dem gab es die Einsicht: Es ist eine Neubelebung des Seelenlebens notwendig. Es mußte etwas Neues in die Seelen einstrahlen, damit sich wieder ein Leben nach dem Tode entwickeln könne. Und dieses Neue ist in die Seelen eingestrahlt durch das Mysterium von Golgatha. Sie brauchen nur den Vortragszyklus «Von Jesus zu Christus» nachzulesen und Sie werden sehen, daß von dem Mysterium von Golgatha ein reiches spirituelles Leben ausgeht, das auf die einzelnen Menschen, die hier auf der Erde eine Beziehung zu dem Mysterium von Golgatha entwickeln, einstrahlt. Und von da aus beleben sich wieder die Seelen.

[ 18 ] The significance of John the Baptist’s baptism lies in the fact that, for certain people he baptized, this very fact was to be brought to their consciousness. He fully immersed the people he baptized in water. His baptism was a complete submersion. Through this, the etheric body of such people was lifted out, and for a brief moment they became clairvoyant underwater. What John was able to show them was the fact that, over the course of time, humanity had regressed so far in terms of its soul life that it possessed only a small remnant of the former spiritual wealth that it could carry through the gate of death and that could give it a clairvoyant consciousness. And to those who were baptized in this way by John, he gave the insight: A revitalization of the soul life is necessary. Something new had to shine into the souls so that a life after death could develop once more. And this new thing has shone into the souls through the Mystery of Golgotha. You need only read the lecture series “From Jesus to Christ,” and you will see that a rich spiritual life emanates from the Mystery of Golgotha, which shines upon the individual human beings who develop a relationship to the Mystery of Golgotha here on Earth. And from there, the souls are revitalized.

[ 19 ] Deshalb konnte Paulus sagen: So wie die physischen Menschenkörper von Adam abstammen, so werden immer mehr und mehr die Seeleninhalte der Menschen von dem Christus, von dem zweiten Adam, dem geistigen Adam, abstammen. — Das ist eine tiefe Wahrheit, welche da Paulus in seine einfachen Worte hineingelegt hat. Wäre nämlich das Mysterium von Golgatha nicht gekommen, so würden die Menschen immer mehr und mehr an Seeleninhalt verloren haben und würden entweder nur zu der Sehnsucht gekommen sein, außerhalb des physischen Leibes zu leben, oder würden nur mit Begierden und Wünschen nach einem rein physischen Leben auf der Erde fortleben, würden immer materialistischer und materialistischer werden. Weil alles langsam und allmählich geschieht, so ist heute noch nicht für alle Erdbevölkerung das ursprüngliche spirituelle Gut versiegt; es gibt noch immer Erdenvölker, die etwas von dem alten spirituellen Gut haben, trotzdem sie keine Beziehung zu dem Mysterium von Golgatha gefunden haben. Aber gerade die fortgeschrittensten Völker können nur ein Bewußtsein nach dem Tode in dem Sinne erringen, als sie in die Lage kommen, «in den Christus hineinzusterben», wie der mittlere Teil der Rosenkreuzerformel sagt. So daß tatsächlich dieses Mysterium von Golgatha wie eine Art Durchstrahlung des Seeleninhaltes der Menschen auf der Erde gewirkt hat.

[ 19 ] That is why Paul could say: Just as physical human bodies descend from Adam, so too will the inner lives of human beings increasingly descend from Christ, the second Adam, the spiritual Adam. — This is a profound truth that Paul has expressed in his simple words. For if the Mystery of Golgotha had not come, human beings would have lost more and more of their spiritual substance and would either have come to long only to live outside the physical body, or would have continued to live with desires and longings for a purely physical life on earth, becoming ever more and more materialistic. Because everything happens slowly and gradually, the original spiritual heritage has not yet dried up for the entire population of the Earth; there are still peoples on Earth who possess something of the old spiritual heritage, even though they have not found a connection to the Mystery of Golgotha. But it is precisely the most advanced peoples who can attain a consciousness after death only in the sense that they come to be able to “die into the Christ,” as the middle part of the Rosicrucian formula states. Thus, this Mystery of Golgotha has indeed acted as a kind of permeation of the soul’s content of human beings on Earth.

[ 20 ] Wenn wit dies in entsprechender Weise ins Auge fassen, so haben wir mit Bezug auf die Entwickelungslinie des Menschen Verständnis gewonnen für eine ganz bestimmte Frage, für die Frage: Was ist denn da eigentlich noch geschehen, indem sozusagen die Menschen die Fähigkeit bekommen haben, durch das Verständnis des Mysteriums von Golgatha, eigenen, in ihr Ich hineinstrahlenden Seeleninhalt zu bekommen? Wie unterscheidet sich dieser Seeleninhalt von jenem andern, der vor dem Mysterium von Golgatha wie ein altes Erbgut da war? j

[ 20 ] If we consider this in the appropriate way, we have gained an understanding, with regard to the line of human development, of a very specific question, namely: What actually happened when, so to speak, human beings acquired the ability, through an understanding of the Mystery of Golgotha, to receive a soul content that radiates into their own I? How does this soul content differ from the other one that existed before the Mystery of Golgotha, like an ancient genetic heritage? j

[ 21 ] Der Unterschied ist der, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha in einer viel unselbständigeren Weise diesen Seeleninhalt besaßen. Sie waren also in einer viel unmittelbareren Führung der Wesenheiten, welche wir als Angeloi, Archangeloi und so weiter als die Wesenheiten der nächst höheren Hierarchien kennen. Diese Wesenheiten der nächst höheren Hierarchien führten die Menschen viel, viel unselbständiger vor dem Mysterium von Golgatha als nach demselben. Und der Fortschritt wiederum dieser Wesenheiten der höheren Hierarchien — Angeloi, Archangeloi, Archai — besteht darin, daß sie ihrerseits gelernt haben, immer mehr und mehr die Führung des Menschen in einer die Selbständigkeit des Menschen achtenden Weise zu vollbringen. Immer selbständiger und selbständiger sollten die Menschen auf der Erde leben. Das haben die führenden geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien ihrerseits gelernt, und darin besteht ihr Fortschritt.

[ 21 ] The difference is that, before the Mystery of Golgotha, human beings possessed this inner life in a much more dependent manner. They were thus under the much more direct guidance of the beings we know as Angeloi, Archangeloi, and so on—the beings of the next higher hierarchies. These beings of the next higher hierarchies guided human beings in a much, much less independent manner before the Mystery of Golgotha than after it. And the progress, in turn, of these beings of the higher hierarchies—Angels, Archangels, Archai—consists in the fact that they, for their part, have learned to carry out the guidance of human beings in a way that respects human independence. Human beings on Earth were to live more and more independently. The leading spiritual beings of the higher hierarchies have learned this for their part, and therein lies their progress.

[ 22 ] Aber auch diese Geister sind so, daß sie zurückbleiben können. Nicht alle Geister, welche an der Führung des Menschen beteiligt waren, haben wirklich durch das Mysterium von Golgatha die Fähigkeit erlangt, in freier Weise Lenker und Leiter der Menschen zu werden. Es sind von diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien welche zurückgeblieben, haben luziferischen Charakter angenommen. Und zu dem, was einzelne von ihnen ausleben, gehört zum Beispiel das, was wir heute öffentliche Meinung nennen. Öffentliche Meinung wird nicht bloß von Menschen gemacht, sondern auch von einer gewissen Art auf der untersten Stufe stehender luziferischer Geister, zurückgebliebener Engel, Erzengel. Diese beginnen erst ihre luziferische Laufbahn, sind noch nicht sehr hoch gestiegen in der Rangordnung ‚der luziferischen Geister; aber luziferische Geister sind es. Man kann mit Seherblick verfolgen, wie gewisse Geister der höheren Hierarchien die Entwickelung nach dem Mysterium von Golgatha nicht mitmachen, wie sie sich verhärten in der alten Art der Führung und daher nicht unmittelbar an die Menschen herankommen können. Die, welche die Entwickelung mitgemacht haben, können in einer regulären Weise an den Menschen herankommen; die sie nicht mitgemacht haben, können nicht heran, und sie wirken in einer verschwommenen, durcheinanderflutenden Gedankenmacht der öffentlichen Meinung. Man versteht auch die Funktion der öffentlichen Meinung nur, wenn man weiß, daß sie in dieser Art in die Menschheit hineinkommt.

[ 22 ] But even these spirits are such that they can remain behind. Not all spirits who were involved in guiding humanity have truly acquired, through the Mystery of Golgotha, the ability to freely become guides and leaders of humanity. Some of these beings from the higher hierarchies have remained behind and taken on a Luciferic character. And what some of them embody includes, for example, what we today call public opinion. Public opinion is not merely shaped by human beings, but also by a certain kind of Luciferic spirits at the lowest level—angels and archangels who have remained behind. These are only just beginning their Luciferic career; they have not yet risen very high in the hierarchy of the Luciferic spirits; but they are Luciferic spirits. One can observe with the eye of a seer how certain spirits of the higher hierarchies do not participate in the development following the Mystery of Golgotha, how they harden themselves in the old way of leadership and therefore cannot approach human beings directly. Those who have participated in the development can approach human beings in a regular manner; those who have not participated cannot approach them, and they operate through a blurred, chaotic flood of thought-power within public opinion. One can only understand the function of public opinion if one knows that it enters humanity in this way.

[ 23 ] So also haben wir unmittelbar unter uns die Erscheinung, daß sich Wesenheiten aus einer regulären Entwickelung herausbegeben und luziferischen Charakter annehmen. Es ist wichtig, daß man das weiß. Denn jene luziferischen Wesenheiten, welche wir schon kennengelernt haben, und die größere Macht haben, sie haben ja auch «im kleinen » begonnen. Das ganze Heer der luziferischen Wesenheiten hat im kleinen begonnen. Allerdings gab es auf dem alten Mond keine öffentliche Meinung, aber etwas, was sich damit vergleichen läßt, gab es auch, eine Art Führung der Menschen. Und wenn wir dieses Heer der luziferischen Geister ins Auge fassen — was wir sonst als luziferische Geister angeführt haben, sind mächtige, bedeutende Wesenheiten, zum Beispiel die, welche Geister der Form sind und an den Menschen so heranschwirren, daß sie sein Wachstum aufhalten —, wenn wir aber von den anderen jetzt sprechen, von dem Heer der luziferischen Geister, so sind das gleichsam erst die Rekruten; aber es beginnt da etwas mit der Karriere der luziferischen Geister, was erst später ganz andere Dimensionen annehmen wird, weil die Geister, die da eingreifen, immer mächtiger und mächtiger werden. Die öffentliche Meinung, welche da an den Menschen herantritt und die gelenkt und geleitet wird von gewissen luziferischen Wesenheiten niederster Natur, die muß, weil sie sozusagen der Mensch aufnimmt zwischen Geburt und Tod, auch ihr Gegengewicht haben in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Das heißt: der Mensch muß, weil er in dem Leben zwischen Geburt und Tod in eine solche Strömung eingefangen wird, wie sie jetzt charakterisiert worden ist, ein entsprechendes Gegengewicht erleben zwischen Tod und neuer Geburt. Denn würde er das nicht erleben, so würde sich das Folgende zutragen.

[ 23 ] Thus, we have right before us the phenomenon of beings deviating from a normal course of development and taking on a Luciferic character. It is important to know this. For those Luciferic beings we have already encountered, who possess greater power, also began “on a small scale.” The entire host of Luciferic beings began on a small scale. Admittedly, there was no public opinion on the ancient Moon, but there was something comparable to it: a kind of leadership of humanity. And when we consider this host of Luciferic spirits—what we have otherwise referred to as Luciferic spirits are powerful, significant beings, for example those who are spirits of form and swarm around human beings in such a way as to hinder their growth—but when we now speak of the others, of the host of Luciferic spirits, these are, so to speak, merely the recruits; but here the career of the Luciferic spirits begins, a process that will only later take on entirely different dimensions, because the spirits intervening there become ever more powerful. Public opinion, which approaches human beings in this way and is directed and guided by certain Luciferic beings of the lowest nature, must—because human beings, so to speak, take it in between birth and death—also have its counterbalance in the life between death and new birth. This means: because the human being is caught up in such a current in the life between birth and death as has now been characterized, he must experience a corresponding counterbalance between death and new birth. For if he were not to experience this, the following would occur.

[ 24 ] Diejenigen Geister, welche da zurückgeblieben sind und die öffentliche Meinung machen, haben gar keine Bedeutung, gar keine Gewalt mehr für das Leben, das der Mensch durchmacht zwischen Tod und neuer Geburt. Sie haben sich dieser Macht, dort zu wirken, vollständig begeben, weil sie schon hier auf dem physischen Plan wirken, auf geistige Art wirken, und zwar auf eine Art, wie es nur als öffentliche Meinung möglich ist. Von der öffentlichen Meinung kann der Mensch nichts mitnehmen in die geistige Welt. Alles, was er davon mitnehmen wollte, würde sich höchst deplaciert ausnehmen, wenn wir es anwenden würden nach dem Tode. Es muß schon gesagt werden, trotzdem es manchem sehr sonderbar erscheinen wird: alle die öffentlichen Urteile, alles, was den Menschen in bezug auf sein Urteil verhältnismäßig sehr früh einfängt, macht ihm sein Leben im Kamaloka schwierig, wenn er an diesen Dingen hängt und sie ihm lieb geworden sind. Und besonders solche Menschen, welche innerhalb der öffentlichen Meinung glauben, daß man sein eigenes Urteil hat — denn das hat man da nie —, machen sich höchstens ihr Kamaloka schwierig. Aber nach dem Kamaloka hat die öffentliche Meinung gar keine Bedeutung mehr. Und für die Zustände nach dem Tode hat es wahrhaftig nicht den geringsten Wert, ob selbst solche Nuancen der öffentlichen Meinung die Menschen haben wie liberal oder konservativ, radikal oder reaktionär. Das ist etwas, was für die Gliederung der verschiedenen Gruppierung der Menschen keine Bedeutung hat, und was auch nur auf der Erde begründet wird, um die Menschen von dem Fortschritt abzuhalten, den sie machen sollen zur Erhellung des Bewußtseins, das nach dem Tode wirkt. Diese Wesenheiten, die hinter der öffentlichen Meinung stehen, wollten zurückbleiben hinter dem Fortschritt, der durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist. Für die Erdentwickelung aber wird das Mysterium von Golgatha eine immer größere und größere Bedeutung gewinnen. Und wir müssen uns durchaus klar sein, daß die Zukunft der Erdentwickelung nicht etwa so geschehen kann, daß man diese Dinge — öffentliche Meinung und dergleichen —, die eine Notwendigkeit in der Entwickelung darstellen, verbessern kann. Besser können die Menschen in ihrem Innern werden. Daher muß die Entwickelung immer mehr und mehr in das Innere eingreifen; so daß der Mensch in der Zukunft viel mehr einer öffentlichen Meinung gegenüberstehen wird, aber sein Inneres wird stärker geworden sein. Das kann nur durch die Geisteswissenschaft geschehen. Aber daß der Mensch immer mehr und mehr denjenigen Geistern gewachsen sein kann, die als Rekruten der luziferischen Wesen sich jetzt geltend machen und deren Geltendmachen sich jetzt ausdrückt in der öffentlichen Meinung, das wird nur dadurch möglich sein, daß der Mensch auch zwischen Tod und neuer Geburt etwas durchmacht, was wieder sein Inneres stärker macht, was dasjenige in ihm stärker macht, das unabhängig ist vom Erdenleben. Während er sich gerade durch die öffentliche Meinung vom Erdenleben abhängiger und abhängiger macht, muß er zwischen dem Tode und der neuen Geburt etwas aufnehmen, was ihn im nächsten Erdenleben immer freier und freier von der öffentlichen Meinung macht.

[ 24 ] Those spirits who have remained behind and shape public opinion have no significance whatsoever, no power whatsoever over the life that a person experiences between death and rebirth. They have completely relinquished this power to act there, because they are already active here on the physical plane, active in a spiritual way—and in a way that is only possible as public opinion. A person cannot take anything from public opinion into the spiritual world. Everything they might wish to take with them would seem highly out of place if we were to apply it after death. It must be said, even though it will seem very strange to some: all public judgments, everything that captures a person relatively early in life with regard to their judgment, makes their life in Kamaloka difficult if they are attached to these things and have grown fond of them. And especially those people who, within public opinion, believe that one has one’s own judgment—for one never has that there—make their Kamaloka difficult at best. But after the Kamaloka, public opinion has no significance whatsoever. And for the conditions after death, it truly has not the slightest value whether people even have such nuances of public opinion as liberal or conservative, radical or reactionary. This is something that has no significance for the classification of the various groups of people, and which is founded solely on Earth to prevent people from making the progress they are meant to make toward the enlightenment of consciousness that operates after death. These entities behind public opinion wished to lag behind the progress brought about by the Mystery of Golgotha. For the development of the Earth, however, the Mystery of Golgotha will take on ever greater and greater significance. And we must be absolutely clear that the future of the Earth’s development cannot unfold in such a way that these things—public opinion and the like—which represent a necessity in development, can be improved. Rather, human beings can become better within themselves. Therefore, development must increasingly penetrate into the inner self; so that in the future, human beings will face public opinion much more, but their inner being will have grown stronger. This can only be achieved through Spiritual Science. But for human beings to become increasingly capable of standing up to those spirits who, as recruits of the Luciferic beings, are now asserting themselves—and whose assertion is now expressed in public opinion—this will only be possible if, between death and rebirth, human beings undergo something that strengthens their inner being once more, that strengthens that part of them which is independent of earthly life. While public opinion is making him more and more dependent on earthly life, he must take in something between death and rebirth that will make him increasingly free from public opinion in his next earthly life.

[ 25 ] Damit hängt zusammen, daß gerade in der Zeit, als die öffentliche Meinung heraufkommt und eine Bedeutung gewinnt, begründet wird was hier in unseren Vorträgen in der Weihnachtszeit dargestellt worden ist — das Buddha-Reich auf dem Mars, so daß der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt durchgeht durch das Buddha-Reich auf dem Mars. Christian Rosenkreutz hatte dem Buddha die Mission gegeben, in besonderer Weise auf dem Mars zu wirken. Und das, was hier auf der Erde nicht taugen würde: das Fliehen-Wollen, das LoskommenWollen von den irdischen Verhältnissen, das muß der Mensch durchmachen zwischen Tod und neuer Geburt, während er die Mars-Sphäre durchläuft. Da wird unter anderm das errungen, daß er die Hülle der nur für die Erde taugenden öffentlichen Meinung wieder abstreift. Denn noch viel drückendere Dinge werden in der Zukunft kommen, und noch viel notwendiger wird es sein, das durchzumachen, was der Mensch als Schüler des Buddha auf dem Mars durchmachen kann. Hier auf der Erde können die Menschen nur Schüler des Buddha sein, wenn sie nicht mitwollen mit dem fortgeschrittenen Teil der Erdbevölkerung. Aber zwischen Tod und neuer Geburt entfaltet der Buddha das, was aus seiner Lehre geworden ist, was er hier geltend gemacht hat — daß der Mensch frei werden soll von den Verkörperungen —, als eine Lehre, die nicht dem Leben auf der Erde dient, welches von Verkörperung zu Verkörperung fortgehen soll. Was er damals gab, war mit der Anlage versehen für den Menschen im entkörperten Zustand. Die fortgeschrittene Buddha-Lehre ist die richtige für die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Und wie Buddha erschienen ist im astralischen Leibe des Lukas-Jesusknaben, so wiederum führt der Christus selber die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt, indem er sie durch die Mars-Sphäre geleitet, damit sie die fortgeschrittene Buddha-Lehre aufnehmen können. So daß die Menschen in der Sphäre des Mars frei werden können von dem, was sie — untauglich für ihren weiteren Fortschritt auf der Erde — durch das Uniformierende der öffentlichen Meinung aufnehmen. Und wenn der Mars tatsächlich in früheren Zeiten bezeichnet wurde als der Planet der kriegerischen Tugenden, so hat allerdings der Buddha nach und nach die Aufgabe, diese kriegerischen Tugenden so im Menschen zu verwandeln, daß sie freien, unabhängigen Sinn in der heute notwendig gewordenen Art begründen. Während der Mensch heute sein Freiheitsgefühl hinzugeben geneigt ist an das, was als öffentliche Meinung die Menschen immer mehr fesseln will, wird er gerade auf dem Mars zwischen Tod und neuer Geburt das Streben haben, sich diesen Fesseln zu entwinden und sie nicht wieder in das Leben der Erde hereinzubringen, wenn er wieder zur neuen Verkörperung kommt.

[ 25 ] This is connected to the fact that, precisely at a time when public opinion is rising and gaining significance, what has been described here in our Christmas lectures is being established—the Buddha Realm on Mars—so that between death and rebirth, the human being passes through the Buddha Realm on Mars. Christian Rosenkreutz had given the Buddha the mission to work in a special way on Mars. And what would be of no use here on Earth—the desire to flee, the desire to break free from earthly conditions—this is what the human being must undergo between death and new birth, while passing through the sphere of Mars. Among other things, what is achieved there is that he sheds the shell of public opinion, which is suitable only for Earth. For even more oppressive things will come in the future, and it will be even more necessary to go through what a human being can go through as a disciple of the Buddha on Mars. Here on Earth, people can only be disciples of the Buddha if they do not wish to go along with the advanced portion of the Earth’s population. But between death and new birth, the Buddha unfolds what has become of his teaching—what he asserted here—that humanity is to be freed from incarnations—as a teaching that does not serve life on Earth, which is to continue from incarnation to incarnation. What he gave at that time was designed for humanity in the disembodied state. The advanced Buddha-teaching is the right one for the time between death and new birth. And just as the Buddha appeared in the astral body of the boy Luke-Jesus, so too does the Christ himself guide human beings between death and new birth by leading them through the sphere of Mars, so that they may receive the advanced Buddha-teaching. So that in the sphere of Mars, human beings may be freed from what they—unfit for their further progress on Earth—take in through the homogenizing influence of public opinion. And while Mars was indeed described in earlier times as the planet of warlike virtues, the Buddha has gradually taken on the task of transforming these warlike virtues within the human being in such a way that they establish a free, independent spirit in the manner that has become necessary today. While human beings today are inclined to surrender their sense of freedom to what, as public opinion, seeks to bind people ever more tightly, it is precisely on Mars, between death and new birth, that they will have the aspiration to free themselves from these bonds and not to bring them back into life on Earth when they return to a new incarnation.

[ 26 ] In diesem Zusammenhang haben wir etwas, was, wie mir scheint, in der wunderbarsten Weise charakterisiert, wie Weisheit in der Welt waltet, wie alles, was vorschreitet und zurückbleibt, in der Tat zuletzt in der Weltentwickelung so gelenkt wird, daß die Harmonie dieser Weltentwickelung das letzte Resultat doch ist. Der Mensch kann nämlich wirklich nicht, sozusagen in der mittleren Linie, seinen Fortschritt bewirken. Das erlangen ja manche, daß sie einsehen — ich habe es vielleicht auch hier schon erwähnt —, daß man sich nicht einseitig auf den Boden dieses oder jenes Standpunktes stellen kann. Wir sehen allerdings draußen in der Welt Idealisten, Materialisten und andere «isten» in entsprechender Weise auf ihren Standpunkt schwören. Große Geister wie Goethe zum Beispiel tun es nicht; sie suchen den materiellen Verhältnissen durch materielles Denken, dem Geistigen durch idealistisches Denken beizukommen. Wenn dann kleinere Geister dies erfaßt zu haben glauben, so sagen sie: Zwischen zwei verschiedenen Standpunkten liegt die Wahrheit in der Mitte. — Das wäre etwa dasselbe, als wenn sich jemand im praktischen Leben zwischen zwei Stühle setzen wollte. Aber es wird erst die Wahrheit gefunden, wenn man sich nicht in einseitiger Weise auf diesen oder jenen Standpunkt stellt, das heißt, wenn man imstande ist, das, was als Erkenntnisart der Materialismus hat und was als solche der Idealismus hat, in entsprechender Weise anzuwenden. Die Welt kommt nicht dadurch vorwärts, daß man immer die Mitte hält; die Mitte ist in entsprechender Weise dann vorhanden, wenn auch die einzelnen Seiten vorhanden sind, und wenn man sie als Kräfte berücksichtigt. Wenn man zum Beispiel etwas auf einer Waage wiegen will, so braucht man nicht nur das, was in der Mitte der Waage ist, sondern auch die beiden Waageschalen. So muß auch neben dem, was die öffentliche Meinung ist, deren Gegenpol vorhanden sein: die Buddha-Lehre auf dem Mars, die nicht da wäre, wenn die öffentliche Meinung nicht gekommen wäre. Das Lebendige braucht die Polarität, braucht den Gegensatz; man kann nicht nur die einzelnen Gegensätze fortschaffen wollen, sondern das Leben schreitet vor in der Polarität. — Es könnte ja jemand glauben, daß es besser wäre, da der Südpol und der Nordpol der Erde entgegengesetzt sind, es gäbe beide nicht! Wenn sie auch nicht so entgegengesetzt sind, wie jener Professor meinte, von dem es heißt, er habe so schnell seine Bücher geschrieben, daß er nicht dabei nachdenken konnte, und daher sei es passiert, daß er den Satz hinschrieb: Die Kultur konnte sich nur entwickeln in der mittleren Zone der Erde, denn auf dem Nordpol würde die Kultur erfrieren vor Kälte und auf dem Südpol verschmelzen vor Hitze, — aber in anderer Beziehung sind Nordpol und Südpol wirklich polarische Gegensätze, die vorhanden sein müssen, weil nicht durch das Neutrale, sondern durch das Aufrechterhalten und Sich-Harmonisieren der Gegensätze fortgeschritten werden kann. So mußte das, was auf der Erde sich entwickelt, eine Entwickelung durchmachen, die unter das Niveau des Fortschrittes hinuntergeht. Denn die öffentliche Meinung ist weniger wert, als was sich der einzelne als Meinung, wenn er fortschreitet, erringen kann. Sie ist untermenschlich. Diesem Untermenschlichen steht die BuddhaStrömung entgegen, die der Mensch durchmacht zwischen Tod und neuer Geburt. Beide müssen da sein. Das ist außerordentlich wichtig in der Entwickelung zu berücksichtigen.

[ 26 ] In this context, we have something that, it seems to me, characterizes in the most wonderful way how wisdom reigns in the world, how everything that advances and everything that lags behind is, in fact, ultimately guided in the course of world development in such a way that the harmony of this world development is, after all, the final result. For human beings really cannot, so to speak, bring about their progress by taking the middle path. Some do come to realize—as I may have already mentioned here—that one cannot take a one-sided stance on this or that point of view. We do, however, see idealists, materialists, and other “ists” out in the world swearing by their respective points of view. Great minds like Goethe, for example, do not do this; they seek to approach material conditions through material thinking and the spiritual through idealistic thinking. When lesser minds then believe they have grasped this, they say: Between two different standpoints, the truth lies in the middle. — That would be roughly the same as if someone in practical life wanted to sit between two chairs. But the truth is found only when one does not take a one-sided stance on this or that point of view, that is, when one is able to apply, in a corresponding manner, what materialism has as a mode of knowledge and what idealism has as such. The world does not progress by always holding to the middle; the middle exists in an appropriate way only when the individual sides are also present, and when one takes them into account as forces. If, for example, one wants to weigh something on a scale, one needs not only what is in the middle of the scale, but also the two scales. So, alongside what public opinion is, its opposite must also be present: the Buddha’s teaching on Mars, which would not exist if public opinion had not arisen. Life needs polarity, needs contrast; one cannot simply seek to eliminate the individual opposites, for life progresses through polarity. — One might well believe that, since the South Pole and the North Pole of the Earth are opposites, it would be better if neither existed! Even if they are not as opposite as that professor claimed—who is said to have written his books so quickly that he could not think while doing so, and thus it happened that he wrote the sentence: “Culture could only develop in the middle zone of the Earth, for at the North Pole culture would freeze to death from the cold and at the South Pole melt away from the heat”—but in another sense, the North Pole and the South Pole are truly polar opposites that must exist, because progress cannot be achieved through neutrality, but rather through the maintenance and harmonization of opposites. Thus, what develops on Earth must undergo a development that descends below the level of progress. For public opinion is of less value than what the individual can attain as opinion as he progresses. It is subhuman. Opposed to this subhuman aspect is the Buddha Current, which the human being undergoes between death and new birth. Both must exist. It is extremely important to take this into account in the course of development.

[ 27 ] Also es ist wirklich so, daß wir sagen können: Ja, es gibt zurückgebliebene Geister; aber alles, was auf der einen Seite zurückbleibt, was auf der anderen Seite hinausschreitet über die Entwickelung, das alles wird durch die gesamte Weisheit der Welt so gestellt, daß zuletzt die Harmonie herauskommt. Die zurückgebliebenen Geister werden verwendet, um immer den entgegengesetzten Pol zu bezeichnen von weiter vorwärtsgeschrittenen Geistern.

[ 27 ] So it is truly the case that we can say: Yes, there are spirits who have fallen behind; but everything that lags behind on one side, and everything that goes beyond the stage of development on the other, is arranged by the total wisdom of the world in such a way that harmony ultimately prevails. The spirits who have lagged behind are used to always represent the opposite pole of more advanced spirits.

[ 28 ] Wenn wir so das Leben betrachten, dann wird uns klar werden, wie der Mensch gegen die Zukunft der Erdentwickelung hin immer mehr und mehr Anlagen in das Leben hereinbringen wird, welche in anderer Weise sich geltend machen als die rein physischen Anlagen. Und das wird etwas sein, was immer mehr und mehr zeigen wird, daß man auch noch mit anderen Anlagen des Menschen wird zu rechnen haben als mit rein physischen. Physische Anlagen wird man finden — wenn sie auch nach und nach sich erst zeigen —, die bis in das Säuglingsalter zurückverfolgt werden können; aber es wird andere Anlagen allmählich geben, die sich nicht bis ins Säuglingsalter zurück verfolgen lassen, sondern die in einer gewissen deutlichen Weise erst im späteren Menschenalter auftreten. Und das wird eine Eigentümlichkeit der Entwickelung gegen die Zukunft zu sein, daß es immer mehr Menschen geben wird, von denen man wird sagen müssen: Was ist da eigentlich mit dem Menschen in einem bestimmten Lebensalter geschehen? Er ist wie ausgewechselt, wie ein anderer geworden! — Das wird sich immer mehr und mehr zeigen. Es werden sich Anlagen zeigen, die früher ganz und gar nicht veranlagt waren, die erst in einem bestimmten Alter auftreten. Das werden die weitestentwickelten Seelen sein, die etwas wie einen gewissen Bruch im Leben aufweisen — denn, daß der Mensch ein Buddha-Schüler war im Leben zwischen Tod und neuer Geburt, das zeigt sich nicht sogleich, sondern erst im späteren Lebensalter —, und das wird der Fall sein bei denen, von denen wir sagen können: Bis zu einem gewissen Zeitpunkte konnten wir sie verfolgen, da haben sie ihre individuellen Eigenschaften gezeigt; dann treten ganz neue Richtlinien auf, sie bekamen Verständnis für etwas ganz anderes, als wofür sie vorher Verständnis gezeigt haben. Das werden diejenigen Menschen sein, die auch in der Zukunft viel mehr die Träger des wahren geistigen Fortschrittes sein werden, die vielleicht sogar nur als Leute gelten werden, die sich spät entwickeln, weil man glauben wird: Er war früher eben unentwickelt, deshalb kamen diese Eigenschaften erst spät heraus. — In Wahrheit wird es aber so sein, daß diese Menschen im späteren Leben erst die Eigenschaften hervorbringen, die so ihnen eigen sind, aus dem Grunde, weil sie in früheren Erdeninkarnationen sich die Ursachen gelegt haben, um durchgehen zu können in besonders intensiver Weise durch die Marskultur und sich dort Anlagen erwerben konnten, durch welche sie originell wirken konnten innerhalb der Menschheitsentwickelung, einen neuen Einschlag der Menschheitsentwickelung bringen konnten. Deshalb werden für die eigentliche spirituelle Kultur immer mehr und mehr jene Menschen eintreten, welche sozusagen — ich habe das schon einmal von einem andern Gesichtspunkte aus erörtert — von ihrer Jugend an weniger Anlagen zeigen für einen solchen spirituellen Standpunkt, den sie im späteren Leben einnehmen.

[ 28 ] If we look at life in this way, it will become clear to us how, as the Earth’s development progresses, human beings will increasingly bring into life faculties that assert themselves in ways other than purely physical ones. And this will be something that will increasingly demonstrate that we will have to reckon with other human predispositions besides purely physical ones. Physical dispositions will be found—even if they only gradually reveal themselves—that can be traced back to infancy; but there will gradually be other dispositions that cannot be traced back to infancy, but which appear in a certain distinct way only in later life. And this will be a characteristic of future development: there will be more and more people of whom one will have to say: What has actually happened to this person at a certain age? They are like a different person, as if transformed! — This will become increasingly evident. Dispositions will emerge that were not at all present earlier, that only appear at a certain age. These will be the most highly developed souls, who exhibit something like a certain break in their lives—for the fact that a person was a disciple of the Buddha in the life between death and rebirth does not become apparent immediately, but only in later life—and this will be the case with those of whom we can say: Up to a certain point we were able to follow them; there they displayed their individual characteristics; then entirely new patterns emerge; they gained an understanding of something quite different from what they had previously understood. These will be the people who, in the future as well, will be the true bearers of spiritual progress, who may even be regarded merely as late bloomers, because people will believe: ‘He was simply undeveloped earlier, which is why these qualities only emerged later.’ — In truth, however, it will be the case that these people only bring forth the qualities that are so characteristic of them later in life, for the reason that in earlier earthly incarnations they laid the groundwork to be able to pass through the Mars culture in a particularly intense way and acquire aptitudes there through which they could act in an original way within human development, bringing a new direction to human development. Therefore, more and more people will enter into the actual spiritual culture who, so to speak—I have already discussed this from a different perspective—show fewer predispositions from their youth onward for the kind of spiritual standpoint they will adopt in later life.

[ 29 ] Und wir sehen jetzt, daß es aus diesem Grunde ist, daß in der rosenkreuzerischen Richtung immer eine Tatsache hervorgehoben worden ist, die wir ja in den verflossenen Zeiten anführen konnten, aber — weil wir nicht so weit in der Charakteristik waren, wie wir jetzt sind — sie nicht begründen konnten. Die, welche im rosenkreuzerischen Sinne das Initiationsprinzip im Abendlande vertraten, haben immer ausdrücklich hervorgehoben, daß es unmöglich ist, für die eigentlichen führenden Individualitäten schon in der Kindheit herauszufinden, daß sie führende Individualitäten sind, weil dies Individualitäten sind, bei denen im angedeuteten Sinne sich eine Art von Bruch im späteren Leben zeigt. — Wenn der Seher heute über den Buddha spricht, so weiß er vor allen Dingen, daß Buddha treulich gehalten hat, was seine Lehre versprochen hat: er hat fortgefahren, für dasjenige im Menschen zu wirken, was nicht unmittelbar nach der physischen Körperlichkeit hin drängt, was daher auch nicht von Anfang an in der physischen Körperlichkeit inkarniert erscheint, sondern erst dann in den Menschen hineingeht, wenn die physische Körperlichkeit eine gewisse Entwickelung durchgemacht hat, wenn sie bis zu einer gewissen Stufe an den Geist herangekommen ist. Dann kommt das, was der Buddha den Menschen gibt. Das tritt dann erst im späteren Lebensalter auf.

[ 29 ] And we now see that it is for this reason that the Rosicrucian tradition has always emphasized a fact which we were indeed able to cite in times past, but—because we were not as advanced in our understanding as we are now—could not substantiate. Those who, in the Rosicrucian sense, represented the principle of initiation in the West have always expressly emphasized that it is impossible to determine, even in childhood, that the true leading individuals are indeed leading individuals, because these are individuals in whom, in the sense indicated, a kind of rupture manifests itself in later life. — When the seer speaks of the Buddha today, he knows above all that the Buddha faithfully upheld what his teaching promised: he continued to work for that aspect of the human being which does not immediately strive toward physical corporeality, which therefore does not appear incarnated in physical corporeality from the very beginning, but only enters into the human being once physical corporeality has undergone a certain development, once it has approached the spirit to a certain degree. Then comes what the Buddha gives to human beings. This only occurs in later life.

[ 30 ] Das müssen wir berücksichtigen, wenn wir die vollständige Entwickelung des Menschenwesens verstehen wollen. Was sich für den einzelnen Menschen daraus ergibt in bezug auf das Leben zwischen Geburt und Tod, davon später.

[ 30 ] We must take this into account if we are to understand the full development of the human being. We will discuss later what this means for the individual in terms of life between birth and death.