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Secrets of the Threshold
GA 147

30 August 1913, Munich

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Siebenter Vortrag

Siebenter Vortrag

[ 1 ] Wir haben im Laufe dieser Vorträge gesprochen über den Aufstieg des hellsichtigen Bewußtseins in die Welten, in welchen die wahre Wesenheit des Menschen, die durchaus den übersinnlichen Welten angehört, ergründet werden kann. Und wir haben gerade in den letzten Tagen versucht, zu zeigen, wie die Menschenseele, wenn sie aufsteigt über die Schwelle, zunächst durch die elementarische Welt durchgeht und dann in die geistige Welt eintritt, wie diese Seele die Begegnung mit dem hat, was man das andere Selbst des Menschen nennen kann. Man könnte den Aufstieg auch so charakterisieren.

[ 1 ] Wir haben im Laufe dieser Vorträge gesprochen über den Aufstieg des hellsichtigen Bewußtseins in die Welten, in welchen die wahre Wesenheit des Menschen, die durchaus den übersinnlichen Welten angehört, ergründet werden kann. Und wir haben gerade in den letzten Tagen versucht, zu zeigen, wie die Menschenseele, wenn sie aufsteigt über die Schwelle, zunächst durch die elementarische Welt durchgeht und dann in die geistige Welt eintritt, wie diese Seele die Begegnung mit dem hat, was man das andere Selbst des Menschen nennen kann. Man könnte den Aufstieg auch so charakterisieren.

[ 2 ] Zunächst lebt der Mensch innerhalb seines physischen Leibes in der physisch-sinnlichen Welt. Wenn er sich seines physischen Leibes entledigt, also herausgeht aus seinem physischen Leibe, lebt er zunächst in seinem ätherischen Leibe und lebt da in der elementarischen Welt als seiner Umwelt. Wie gesagt, ich werde morgen für diejenigen, die Widersprüche wittern wollten, darauf aufmerksam machen, wie die hier gebrauchten Benennungen stehen zu den Benennungen in meiner «Theosophie». In seinem ätherischen Leibe lebt der Mensch in der elementarischen Umwelt. Wenn der Mensch dann auch sich seines ätherischen Leibes entledigt, so steigt er in die eigentlich geistige Welt auf; diese ist dann seine Umwelt, und er ist in seinem astralischen Leibe. In seinem astralischen Leibe erlebt der Mensch also sein anderes Selbst, das von Inkarnation zu Inkarnation geht, und von dem wir haben hervorheben können, daß man es so erlebt, daß man gleichsam als einem Dritten zwei anderen Tatsachen gegenübersteht. Wie ein punktuelles Wesen steht man gegenüber dem, was man nennen kann sein Gewesenes, was man als Erinnerung mitbringt in die geistige Welt, was man dadurch, daß man es hinaufgetragen hat, selber ins Geistige verwandelt hat. Und dieses Gewesene beginnt dann ein Gespräch in der Region, wo die Gedankenlebewesen ihre Geist gespräche haben. Ein solches Geistgespräch beginnt da, das man wie neugeboren — in der geistigen Welt erlauschen muß, was die eigene Vergangenheit spricht mit der geistigen Umgebung, und man dadurch als Gedankenlebewesen selber heranreift und heranwächst.

[ 2 ] Zunächst lebt der Mensch innerhalb seines physischen Leibes in der physisch-sinnlichen Welt. Wenn er sich seines physischen Leibes entledigt, also herausgeht aus seinem physischen Leibe, lebt er zunächst in seinem ätherischen Leibe und lebt da in der elementarischen Welt als seiner Umwelt. Wie gesagt, ich werde morgen für diejenigen, die Widersprüche wittern wollten, darauf aufmerksam machen, wie die hier gebrauchten Benennungen stehen zu den Benennungen in meiner «Theosophie». In seinem ätherischen Leibe lebt der Mensch in der elementarischen Umwelt. Wenn der Mensch dann auch sich seines ätherischen Leibes entledigt, so steigt er in die eigentlich geistige Welt auf; diese ist dann seine Umwelt, und er ist in seinem astralischen Leibe. In seinem astralischen Leibe erlebt der Mensch also sein anderes Selbst, das von Inkarnation zu Inkarnation geht, und von dem wir haben hervorheben können, daß man es so erlebt, daß man gleichsam als einem Dritten zwei anderen Tatsachen gegenübersteht. Wie ein punktuelles Wesen steht man gegenüber dem, was man nennen kann sein Gewesenes, was man als Erinnerung mitbringt in die geistige Welt, was man dadurch, daß man es hinaufgetragen hat, selber ins Geistige verwandelt hat. Und dieses Gewesene beginnt dann ein Gespräch in der Region, wo die Gedankenlebewesen ihre Geist gespräche haben. Ein solches Geistgespräch beginnt da, das man wie neugeboren — in der geistigen Welt erlauschen muß, was die eigene Vergangenheit spricht mit der geistigen Umgebung, und man dadurch als Gedankenlebewesen selber heranreift und heranwächst.

[ 3 ] Nun ist mancherlei zu beobachten bei diesem Hineinwachsen in die geistigen Welten. Nehmen wir zunächst, um uns gut zu verständigen, sozusagen das ideale normale Hinaufleben in die geistige Welt, also ein Hinaufleben, das bei einer Seele eintreten würde, die gar keine irgendwie gearteten Störungen hätte. Man kann schon sagen, eine solche Seele gibt es kaum. Das ist der Grund, warum ich bestrebt war, nicht nur im allgemeinen den geistigen Pfad zu schildern, sondern ihn auch so dramatisch darzustellen, wie es geschehen ist, weil jede Seele von einem bestimmten Ausgangspunkt ausgeht, und deshalb ein normaler idealer Aufstieg eigentlich nicht vorhanden sein kann. Jede Seele hat ihren individuellen geistigen Pfad. Das kann man natürlich nur zeigen, wenn man an einzelnen Seelen, wie an Maria, Johannes Thomasius, Capesius, Strader zeigt, wie sich der individuelle Aufstieg für diese einzelnen Seelen ausnimmt. Aber sehen wir zunächst einmal einen Augenblick davon ab. Denken wir, wie es wäre, wenn der Aufstieg einer Seele normal ideal sein könnte, wenn also alle idealsten Bedingungen erfüllt wären für das Überschreiten der Schwelle, für das Hinaufsteigen in die geistigen Welten. Dann würde der Mensch, wenn er in der geistigen Welt seinem anderen Selbst begegnete, das nicht etwa so erleben können, wie man eine Photographie von sich selbst erlebte, sondern das, was in der physisch-sinnlichen Welt und in der elementarischen Welt subjektiv ist, was da innerhalb der Seele in abstrakter Subjektivität lebt, was Seelenkräfte sind, Denken, Fühlen und Wollen, wovon man sagt, daß man sie im Inneren hat — das hat man dann nicht mehr im Inneren. Dieses Denken, Fühlen und Wollen, das man in der physischen Welt hat, tritt einem, wenn man dem anderen Selbst begegnet in der geistigen Welt, objektiv entgegen, und zwar als eine Dreiheit. Und ich versuchte, diese Dreiheit, der man begegnet, und der gegenüber man das Bewußtsein in sich haben muß, diese Drei ist man selber, darzustellen in den Gestalten von Philia, Astrid und Luna. Diese Gestalten sind ganz reale Gestalten; sie sind so oft in der geistigen Welt vorhanden, als es einzelne Menschenseelen gibt. Man erkennt sie, wenn man sie einmal erkannt hat, wie man alle Haferkörner kennt, wenn man ein Haferkorn kennengelernt hat. Aber man muß sich klar sein, daß das, was sonst nur ein Schattenbild, ein schwaches Schattenbild in der menschlichen Seele ist, einem dann, wenn man seinem anderen Selbst begegnet, als eine lebendige Dreiheit, als eine wirklich differenzierte Dreiheit, in drei Wesen differenzierte Dreiheit entgegentritt. Man ist Philia, Astrid, Luna selber. Aber das sind trotzdem durchaus selbständige Gedankenlebewesen.

[ 3 ] Nun ist mancherlei zu beobachten bei diesem Hineinwachsen in die geistigen Welten. Nehmen wir zunächst, um uns gut zu verständigen, sozusagen das ideale normale Hinaufleben in die geistige Welt, also ein Hinaufleben, das bei einer Seele eintreten würde, die gar keine irgendwie gearteten Störungen hätte. Man kann schon sagen, eine solche Seele gibt es kaum. Das ist der Grund, warum ich bestrebt war, nicht nur im allgemeinen den geistigen Pfad zu schildern, sondern ihn auch so dramatisch darzustellen, wie es geschehen ist, weil jede Seele von einem bestimmten Ausgangspunkt ausgeht, und deshalb ein normaler idealer Aufstieg eigentlich nicht vorhanden sein kann. Jede Seele hat ihren individuellen geistigen Pfad. Das kann man natürlich nur zeigen, wenn man an einzelnen Seelen, wie an Maria, Johannes Thomasius, Capesius, Strader zeigt, wie sich der individuelle Aufstieg für diese einzelnen Seelen ausnimmt. Aber sehen wir zunächst einmal einen Augenblick davon ab. Denken wir, wie es wäre, wenn der Aufstieg einer Seele normal ideal sein könnte, wenn also alle idealsten Bedingungen erfüllt wären für das Überschreiten der Schwelle, für das Hinaufsteigen in die geistigen Welten. Dann würde der Mensch, wenn er in der geistigen Welt seinem anderen Selbst begegnete, das nicht etwa so erleben können, wie man eine Photographie von sich selbst erlebte, sondern das, was in der physisch-sinnlichen Welt und in der elementarischen Welt subjektiv ist, was da innerhalb der Seele in abstrakter Subjektivität lebt, was Seelenkräfte sind, Denken, Fühlen und Wollen, wovon man sagt, daß man sie im Inneren hat — das hat man dann nicht mehr im Inneren. Dieses Denken, Fühlen und Wollen, das man in der physischen Welt hat, tritt einem, wenn man dem anderen Selbst begegnet in der geistigen Welt, objektiv entgegen, und zwar als eine Dreiheit. Und ich versuchte, diese Dreiheit, der man begegnet, und der gegenüber man das Bewußtsein in sich haben muß, diese Drei ist man selber, darzustellen in den Gestalten von Philia, Astrid und Luna. Diese Gestalten sind ganz reale Gestalten; sie sind so oft in der geistigen Welt vorhanden, als es einzelne Menschenseelen gibt. Man erkennt sie, wenn man sie einmal erkannt hat, wie man alle Haferkörner kennt, wenn man ein Haferkorn kennengelernt hat. Aber man muß sich klar sein, daß das, was sonst nur ein Schattenbild, ein schwaches Schattenbild in der menschlichen Seele ist, einem dann, wenn man seinem anderen Selbst begegnet, als eine lebendige Dreiheit, als eine wirklich differenzierte Dreiheit, in drei Wesen differenzierte Dreiheit entgegentritt. Man ist Philia, Astrid, Luna selber. Aber das sind trotzdem durchaus selbständige Gedankenlebewesen.

[ 4 ] Und was man in der erstarkten Seele dann haben muß, das ist das Bewußtsein, man ist die Einheit dieser drei Wesen. Und auch davon muß man ein Bewußtsein haben, daß das, was man Denken, Fühlen und Wollen nennt, eine Maja ist, nämlich das Schattenbild, das von diesen Dreien in die Seele hereingeworfen wird. Das Krankhafte der Seele würde darin bestehen können, entweder, daß man sich nicht erkennt in der geistigen Welt als diese drei Wesen, daß man diese drei als Wesen betrachten würde, die nichts mit einem zu tun haben, oder daß man nicht die Einheit festhalten könnte, sondern sich selber so halten würde, daß ein Teil der Seele die Luna, ein anderer die Astrid und wieder ein anderer die Philia ist. Aber so in seiner vollen Dreiheit dieses andere Selbst zu sehen, das erfordert eben einen normalen idealen Entwickelungsgang der Seele, wie er kaum vorhanden sein kann bei einer menschlichen Seele.

[ 4 ] Und was man in der erstarkten Seele dann haben muß, das ist das Bewußtsein, man ist die Einheit dieser drei Wesen. Und auch davon muß man ein Bewußtsein haben, daß das, was man Denken, Fühlen und Wollen nennt, eine Maja ist, nämlich das Schattenbild, das von diesen Dreien in die Seele hereingeworfen wird. Das Krankhafte der Seele würde darin bestehen können, entweder, daß man sich nicht erkennt in der geistigen Welt als diese drei Wesen, daß man diese drei als Wesen betrachten würde, die nichts mit einem zu tun haben, oder daß man nicht die Einheit festhalten könnte, sondern sich selber so halten würde, daß ein Teil der Seele die Luna, ein anderer die Astrid und wieder ein anderer die Philia ist. Aber so in seiner vollen Dreiheit dieses andere Selbst zu sehen, das erfordert eben einen normalen idealen Entwickelungsgang der Seele, wie er kaum vorhanden sein kann bei einer menschlichen Seele.

[ 5 ] Faßt man das, was vorhanden sein kann, was im wirklichen Sinne real werden kann, ins Auge, so muß man sagen: Wir haben schon bemerklich gemacht, daß diejenigen Gestalten, die man bezeichnet durch Ahriman und Luzifer, ihre Impulse in die physisch-sinnliche Welt hineinsenden. Wir haben sie gefunden, Ahriman und Luzifer, auf den verschiedensten Gebieten der physischen Welt. — Aber in einem viel intensiveren Maße, viel stärker kommt die Menschenseele mit Ahriman und Luzifer in Berührung, wenn sie den Pfad des hellsichtigen Bewußtseins antritt. Wenn sie hinausgeht aus der physischen Welt und in die höheren Welten einzudringen versucht, dann machen sich Ahriman und Luzifer an diese Menschenseele heran, dann versuchen sie so manches mit dieser Seele zu vollbringen. Um einiges von den Taten des Ahriman und Luzifer auf diesem Gebiete einzusehen, sei das Folgende erwähnt.

[ 5 ] Faßt man das, was vorhanden sein kann, was im wirklichen Sinne real werden kann, ins Auge, so muß man sagen: Wir haben schon bemerklich gemacht, daß diejenigen Gestalten, die man bezeichnet durch Ahriman und Luzifer, ihre Impulse in die physisch-sinnliche Welt hineinsenden. Wir haben sie gefunden, Ahriman und Luzifer, auf den verschiedensten Gebieten der physischen Welt. — Aber in einem viel intensiveren Maße, viel stärker kommt die Menschenseele mit Ahriman und Luzifer in Berührung, wenn sie den Pfad des hellsichtigen Bewußtseins antritt. Wenn sie hinausgeht aus der physischen Welt und in die höheren Welten einzudringen versucht, dann machen sich Ahriman und Luzifer an diese Menschenseele heran, dann versuchen sie so manches mit dieser Seele zu vollbringen. Um einiges von den Taten des Ahriman und Luzifer auf diesem Gebiete einzusehen, sei das Folgende erwähnt.

[ 6 ] Die Menschenseele ist wirklich ein recht kompliziertes Wesen, und man hat als solches gar mancherlei in sich, was einander widerspricht, was man nicht beherrscht, was in den Seelentiefen ist, ohne daß man im Oberbewußtsein das richtige Verständnis dafür hat. Nun habe ich schon folgendes erwähnt. Wenn man in die elementarische Welt eintritt, ist es so, daß sich das Erlebnis vergleichen läßt mit dem grotesken Bild des Hineinsteckens des Kopfes in einen Ameisenhaufen; das heißt, man steckt das Bewußtsein so in die elementarische Welt hinein, daß die einzelnen Gedanken besondere Gedankenlebewesen sind, daß das anfängt, ein selbständiges Leben zu haben und man das Bewußtsein hineintaucht in dieses Leben. Nun, für die hellsichtige Seele stellt sich das Folgende heraus. Der Mensch hat immer in seiner Seele einiges, was er sozusagen nicht voll beherrscht, wofür er besondere Affekte hat. Solchen Dingen gegenüber, was so geartet ist, daß der Mensch mit seinem Inneren in ganz eigenartiger Weise zusammenhängt, entfaltet Ahriman eine besondere Tätigkeit. Es gibt in der Menschenseele solche Teile, die man gewissermaßen loslösen kann von dem Ganzen dieser Menschenseele. Weil der Mensch nicht eine vollständige Herrschaft ausübt über solche Einschlüsse, macht sich Ahriman darüber her. Und da macht sich durch Ahrimans Tätigkeit, die unberechtigt ist, die dadurch entsteht, daß Ahriman seine Grenze überschreitet, dann die Tendenz geltend, daß solche Teile der menschlichen ätherischen Wesenheit und auch der menschlichen astralischen Wesenheit, welche die Neigung haben, sich von dem übrigen Seelenleben loszutrennen und selbständig zu werden, von Ahriman sich formen lassen, so daß er ihnen die menschliche Gestalt gibt. Im Grunde genommen steht es mit allen möglichen Gedanken, die in uns selber sitzen, so, daß sie die menschliche Gestalt annehmen können. Wenn der Mensch diesen Gedanken als Gedankenlebewesen gegenübertritt, wenn dann Ahriman die Gelegenheit hat, einen solchen Teil der menschlichen Seele zu verselbständigen, ihm die menschliche Form zu geben, und man lebt sich in die elementarische Welt hinein, dann steht man diesem verselbständigten Teil seiner Wesenheit als seinem Doppelgänger gegenüber. Es ist immer ein Teil der menschlichen Seele, dem Ahriman die Form der menschlichen Gestalt gibt. Man muß sich nur klarmachen, daß, wenn man die elementarische Welt betritt, wenn man außerhalb seines physischen Leibes ist, sich in den ganzen Verhältnissen so manches ändert. Wenn man in seinem physischen Leibe darinnensteckt, so kann man sich nicht gegenübertreten; wenn man aber in seinem ätherischen Leibe die elementarische Welt betritt, so kann man in ihm stecken und ihn dennoch von außen sehen, wie man den Doppelgänger sieht. Dies ist mit dem Doppelgänger gemeint. Er ist im Grunde genommen, wenn man substantiell spricht, ein großer Teil des ätherischen Leibes selber. Während man einen Teil desselben zurückbehält, sondert sich ein Teil ab, wird objektiv. Man schaut ihn an, es ist ein Teil der eigenen Wesenheit, dem Ahriman die Gestalt gegeben hat, die man selber hat. Denn Ahriman versucht alles sozusagen hereinzudrängen in die Gesetze der physischen Welt. In der physischen Welt herrschen die Geister der Form, und sie teilen diese Herrschaft mit Ahriman, so daß Ahriman das durchaus ausführen kann mit einem Teil der menschlichen Wesenheit, was man bezeichnen kann als das Gestalten eines Teiles der menschlichen Wesenheit zum Doppelgänger.

[ 6 ] Die Menschenseele ist wirklich ein recht kompliziertes Wesen, und man hat als solches gar mancherlei in sich, was einander widerspricht, was man nicht beherrscht, was in den Seelentiefen ist, ohne daß man im Oberbewußtsein das richtige Verständnis dafür hat. Nun habe ich schon folgendes erwähnt. Wenn man in die elementarische Welt eintritt, ist es so, daß sich das Erlebnis vergleichen läßt mit dem grotesken Bild des Hineinsteckens des Kopfes in einen Ameisenhaufen; das heißt, man steckt das Bewußtsein so in die elementarische Welt hinein, daß die einzelnen Gedanken besondere Gedankenlebewesen sind, daß das anfängt, ein selbständiges Leben zu haben und man das Bewußtsein hineintaucht in dieses Leben. Nun, für die hellsichtige Seele stellt sich das Folgende heraus. Der Mensch hat immer in seiner Seele einiges, was er sozusagen nicht voll beherrscht, wofür er besondere Affekte hat. Solchen Dingen gegenüber, was so geartet ist, daß der Mensch mit seinem Inneren in ganz eigenartiger Weise zusammenhängt, entfaltet Ahriman eine besondere Tätigkeit. Es gibt in der Menschenseele solche Teile, die man gewissermaßen loslösen kann von dem Ganzen dieser Menschenseele. Weil der Mensch nicht eine vollständige Herrschaft ausübt über solche Einschlüsse, macht sich Ahriman darüber her. Und da macht sich durch Ahrimans Tätigkeit, die unberechtigt ist, die dadurch entsteht, daß Ahriman seine Grenze überschreitet, dann die Tendenz geltend, daß solche Teile der menschlichen ätherischen Wesenheit und auch der menschlichen astralischen Wesenheit, welche die Neigung haben, sich von dem übrigen Seelenleben loszutrennen und selbständig zu werden, von Ahriman sich formen lassen, so daß er ihnen die menschliche Gestalt gibt. Im Grunde genommen steht es mit allen möglichen Gedanken, die in uns selber sitzen, so, daß sie die menschliche Gestalt annehmen können. Wenn der Mensch diesen Gedanken als Gedankenlebewesen gegenübertritt, wenn dann Ahriman die Gelegenheit hat, einen solchen Teil der menschlichen Seele zu verselbständigen, ihm die menschliche Form zu geben, und man lebt sich in die elementarische Welt hinein, dann steht man diesem verselbständigten Teil seiner Wesenheit als seinem Doppelgänger gegenüber. Es ist immer ein Teil der menschlichen Seele, dem Ahriman die Form der menschlichen Gestalt gibt. Man muß sich nur klarmachen, daß, wenn man die elementarische Welt betritt, wenn man außerhalb seines physischen Leibes ist, sich in den ganzen Verhältnissen so manches ändert. Wenn man in seinem physischen Leibe darinnensteckt, so kann man sich nicht gegenübertreten; wenn man aber in seinem ätherischen Leibe die elementarische Welt betritt, so kann man in ihm stecken und ihn dennoch von außen sehen, wie man den Doppelgänger sieht. Dies ist mit dem Doppelgänger gemeint. Er ist im Grunde genommen, wenn man substantiell spricht, ein großer Teil des ätherischen Leibes selber. Während man einen Teil desselben zurückbehält, sondert sich ein Teil ab, wird objektiv. Man schaut ihn an, es ist ein Teil der eigenen Wesenheit, dem Ahriman die Gestalt gegeben hat, die man selber hat. Denn Ahriman versucht alles sozusagen hereinzudrängen in die Gesetze der physischen Welt. In der physischen Welt herrschen die Geister der Form, und sie teilen diese Herrschaft mit Ahriman, so daß Ahriman das durchaus ausführen kann mit einem Teil der menschlichen Wesenheit, was man bezeichnen kann als das Gestalten eines Teiles der menschlichen Wesenheit zum Doppelgänger.

[ 7 ] Es ist — verhältnismäßig — eine elementare Erscheinung, diese Begegnung mit dem Doppelgänger, und sie kann auftreten durch besondere unterbewußte Eindrücke und Impulse der menschlichen Seele, auch wenn der Mensch nicht hellsichtig ist. Es kann das Folgende vorkommen: Irgendein Mensch kann ein Intrigant sein, kann mancherlei Menschen durch seine Intrigen Böses zugefügt haben. Er kann wieder einmal ausgegangen sein und irgendeine Intrige eingefädelt haben. Er kommt zurück in seine Wohnung, tritt vielleicht in sein Schreibzimmer ein, auf seinem Schreibtisch liegen vielleicht Papiere, auf denen Dinge stehen, mit denen er die Intrigen eingefädelt hat, und es kann ihm passieren, trotzdem er in seinem Oberbewußtsein zynisch geartet sein kann, daß doch sein Unterbewußtsein erfaßt wird von jenen Impulsen des Intrigierens. Er tritt ein in sein Schreibzimmer, schaut zu seinem Schreibtisch hin und siehe da: er sitzt da selber. Das ist eine unangenehme Begegnung, wenn man durch seine eigene Türe ins Zimmer tritt und sich selbst am Schreibtisch sitzen sieht. Aber solche Dinge gehören in den Bereich dessen, was sehr oft passiert und was dann gerade leicht passieren kann, wenn solches Intrigieren stattfindet. Dasjenige, dem man da begegnet, ist durchaus der Doppelgänger, den ich wiederum mit anderen Aufgaben versucht habe, in dem «Hüter der Schwelle» und in «Der Seelen Erwachen» darzustellen. Wir wissen, daß dieser Doppelgänger von Johannes Thomasius erlebt wird, und es hängt mit der eigentümlichen Entwickelung des Johannes Thomasius zusammen, daß er an den Stellen, wo es gezeigt wird, die Begegnung mit dem Doppelgänger hat, weil durch die eigentümlichen Erlebnisse, die er gehabt hat, Ahriman einen Teil seiner Seele formgemäß so gestalten kann, daß dieser Teil der Seele substantiell als Teil des ätherischen Leibes mit selbstsüchtigen Seelenelementen erfüllt ist. So etwas tritt dann auf, wenn die Vorbedingungen geschaffen sind wie bei Johannes Thomasius. Sie können ein wenig in die eigenartige Seele dieses Johannes Thomasius durch die vier Dramen hindurchblicken. Es ist auch am Ende von «Der Hüter der Schwelle» ein gewisser Entwickelungspunkt in der Seele des Johannes Thomasius angedeutet. Solch ein Entwickelungspunkt kann für viele Seelen eintreten, welche den Weg in die übersinnlichen Welten hinauf suchen.

[ 7 ] Es ist — verhältnismäßig — eine elementare Erscheinung, diese Begegnung mit dem Doppelgänger, und sie kann auftreten durch besondere unterbewußte Eindrücke und Impulse der menschlichen Seele, auch wenn der Mensch nicht hellsichtig ist. Es kann das Folgende vorkommen: Irgendein Mensch kann ein Intrigant sein, kann mancherlei Menschen durch seine Intrigen Böses zugefügt haben. Er kann wieder einmal ausgegangen sein und irgendeine Intrige eingefädelt haben. Er kommt zurück in seine Wohnung, tritt vielleicht in sein Schreibzimmer ein, auf seinem Schreibtisch liegen vielleicht Papiere, auf denen Dinge stehen, mit denen er die Intrigen eingefädelt hat, und es kann ihm passieren, trotzdem er in seinem Oberbewußtsein zynisch geartet sein kann, daß doch sein Unterbewußtsein erfaßt wird von jenen Impulsen des Intrigierens. Er tritt ein in sein Schreibzimmer, schaut zu seinem Schreibtisch hin und siehe da: er sitzt da selber. Das ist eine unangenehme Begegnung, wenn man durch seine eigene Türe ins Zimmer tritt und sich selbst am Schreibtisch sitzen sieht. Aber solche Dinge gehören in den Bereich dessen, was sehr oft passiert und was dann gerade leicht passieren kann, wenn solches Intrigieren stattfindet. Dasjenige, dem man da begegnet, ist durchaus der Doppelgänger, den ich wiederum mit anderen Aufgaben versucht habe, in dem «Hüter der Schwelle» und in «Der Seelen Erwachen» darzustellen. Wir wissen, daß dieser Doppelgänger von Johannes Thomasius erlebt wird, und es hängt mit der eigentümlichen Entwickelung des Johannes Thomasius zusammen, daß er an den Stellen, wo es gezeigt wird, die Begegnung mit dem Doppelgänger hat, weil durch die eigentümlichen Erlebnisse, die er gehabt hat, Ahriman einen Teil seiner Seele formgemäß so gestalten kann, daß dieser Teil der Seele substantiell als Teil des ätherischen Leibes mit selbstsüchtigen Seelenelementen erfüllt ist. So etwas tritt dann auf, wenn die Vorbedingungen geschaffen sind wie bei Johannes Thomasius. Sie können ein wenig in die eigenartige Seele dieses Johannes Thomasius durch die vier Dramen hindurchblicken. Es ist auch am Ende von «Der Hüter der Schwelle» ein gewisser Entwickelungspunkt in der Seele des Johannes Thomasius angedeutet. Solch ein Entwickelungspunkt kann für viele Seelen eintreten, welche den Weg in die übersinnlichen Welten hinauf suchen.

[ 8 ] Wollen wir einmal kurz zusammenfassen, wie es denn mit diesem Johannes Thomasius eigentlich steht. Wenn wir zurückblicken auf «Die Pforte der Einweihung», da haben wir Johannes 'Thomasius sozusagen erlebend die höhere Welt. Aber wie erlebt er sie? Man darf wohl sagen: Wenn man nur diesen Teil der Dramen nimmt, «Die Pforte der Einweihung», und betrachtet darin Johannes Thomasius, so kommt er da eigentlich nicht besonders weit. Er kommt nicht weiter als zu dem, was man nennen kann imaginative Seelenerlebnisse mit all ihren Einseitigkeiten und Fehlern. Alles, was da dargestellt ist, sind subjektive Erlebnisse, mit Ausnahme der Bilder, die nicht zur Handlung gehören, des Vorspieles und der Einschiebung vor dem achten Bilde. Aber was sonst da ist, sind subjektive imaginative Erlebnisse des Johannes Thomasius. Über diese Stufe kommt Johannes in «Die Pforte der Einweihung» nicht hinaus. Das ist auch ziemlich handgreiflich angedeutet, indem ganz klar geschildert ist, daß bei allen Szenen, mit Ausnahme der zwei genannten, Johannes, was ja für den Darsteller ziemlich schwierig ist, immer auf der Bühne ist. Und zu denken ist alles in der Seele des Johannes als imaginative Erkenntnis. Wenn auch am Ende der «Pforte der Einweihung» Johannes Thomasius im Tempel allerlei Worte spricht, die theoretisch objektive Gültigkeit haben, so darf erwähnt werden, daß in den verschiedenen Tempeln manche Leute Worte sprechen, für die sie lange nicht reif sind, zu denen sie erst heranreifen müssen. Das ist nicht das Maßgebende, sondern man erkennt aus der ganzen Darstellung: da hat man es mit subjektiven Imaginationen des Johannes Thomasius zu tun.

[ 8 ] Wollen wir einmal kurz zusammenfassen, wie es denn mit diesem Johannes Thomasius eigentlich steht. Wenn wir zurückblicken auf «Die Pforte der Einweihung», da haben wir Johannes 'Thomasius sozusagen erlebend die höhere Welt. Aber wie erlebt er sie? Man darf wohl sagen: Wenn man nur diesen Teil der Dramen nimmt, «Die Pforte der Einweihung», und betrachtet darin Johannes Thomasius, so kommt er da eigentlich nicht besonders weit. Er kommt nicht weiter als zu dem, was man nennen kann imaginative Seelenerlebnisse mit all ihren Einseitigkeiten und Fehlern. Alles, was da dargestellt ist, sind subjektive Erlebnisse, mit Ausnahme der Bilder, die nicht zur Handlung gehören, des Vorspieles und der Einschiebung vor dem achten Bilde. Aber was sonst da ist, sind subjektive imaginative Erlebnisse des Johannes Thomasius. Über diese Stufe kommt Johannes in «Die Pforte der Einweihung» nicht hinaus. Das ist auch ziemlich handgreiflich angedeutet, indem ganz klar geschildert ist, daß bei allen Szenen, mit Ausnahme der zwei genannten, Johannes, was ja für den Darsteller ziemlich schwierig ist, immer auf der Bühne ist. Und zu denken ist alles in der Seele des Johannes als imaginative Erkenntnis. Wenn auch am Ende der «Pforte der Einweihung» Johannes Thomasius im Tempel allerlei Worte spricht, die theoretisch objektive Gültigkeit haben, so darf erwähnt werden, daß in den verschiedenen Tempeln manche Leute Worte sprechen, für die sie lange nicht reif sind, zu denen sie erst heranreifen müssen. Das ist nicht das Maßgebende, sondern man erkennt aus der ganzen Darstellung: da hat man es mit subjektiven Imaginationen des Johannes Thomasius zu tun.

[ 9 ] Weiter geht die Sache schon in der «Prüfung der Seele», wo ein höherer Aufstieg herbeigeführt wird dadurch, daß Johannes zu Impressionen aus früheren Erdenleben kommt, was nicht bloß Imagination ist, wo die Sache in die objektive Welt hinausgeht, wo man es mit geistigen Tatsachen zu tun hat, die abgesondert von der Seele des Johannes Thomasius als solche existieren. In der «Prüfung der Seele» treten wir aus der Subjektivität des Johannes Thomasius in die objektive Welt hinaus. So daß man diese zwei ersten Stücke so betrachten kann, daß Johannes Thomasius allmählich sich von seinem Inneren loslöst und in die äußere geistige Welt hinaustritt. Gerade deshalb lag es so nahe — weil Johannes die erste Stufe der eigentlichen Initiation während der «Prüfung der Seele» durchmacht —, daß da Luzifer jenen versucherischen Einfluß gewinnt, der am Ende der «Prüfung der Seele» dargestellt ist. Und damit wiederum war das gegeben, was eine solche Seele wie die des Johannes Thomasius durchmachen kann, und was angedeutet wird im «Hüter der Schwelle».

[ 9 ] Weiter geht die Sache schon in der «Prüfung der Seele», wo ein höherer Aufstieg herbeigeführt wird dadurch, daß Johannes zu Impressionen aus früheren Erdenleben kommt, was nicht bloß Imagination ist, wo die Sache in die objektive Welt hinausgeht, wo man es mit geistigen Tatsachen zu tun hat, die abgesondert von der Seele des Johannes Thomasius als solche existieren. In der «Prüfung der Seele» treten wir aus der Subjektivität des Johannes Thomasius in die objektive Welt hinaus. So daß man diese zwei ersten Stücke so betrachten kann, daß Johannes Thomasius allmählich sich von seinem Inneren loslöst und in die äußere geistige Welt hinaustritt. Gerade deshalb lag es so nahe — weil Johannes die erste Stufe der eigentlichen Initiation während der «Prüfung der Seele» durchmacht —, daß da Luzifer jenen versucherischen Einfluß gewinnt, der am Ende der «Prüfung der Seele» dargestellt ist. Und damit wiederum war das gegeben, was eine solche Seele wie die des Johannes Thomasius durchmachen kann, und was angedeutet wird im «Hüter der Schwelle».

[ 10 ] Im «Hüter der Schwelle» wird Johannes 'Thomasius in die geistige objektive Welt hineingestellt, wo er, allerdings noch durch die Arbeit getrieben, mehr subjektiv zunächst Ahriman gegenübersteht, von dem er aufnimmt, was er im Gegensatz zur göttlichen Weltenordnung an Egoistischem entwickelt. Dann aber beginnen die objektiven Erlebnisse, in denen Luzifer waltet. Da haben wir es durchaus nicht mehr mit bloß subjektiven Erlebnissen zu tun, sondern mit der Darstellung der geistigen Welt, losgelöst vom Menschen, die man im Geistigen erlebt, so wie man die äußere physische Welt im Physischen erlebt. Aber Johannes Thomasius tritt sozusagen da erst in die objektive geistige Welt hinein. Daher kann er da noch alle Verirrungsmöglichkeiten der menschlichen Seele mitbringen, vor allen Dingen das eigentümliche Verhältnis zu Theodora. Dieses Verhältnis muß man nur fassen, wie es gemeint ist. Man möchte sagen, mit all den Schlacken des niederen Selbstes tritt Johannes in diese höhere Welt herein, aber er steht der höheren Welt gegenüber. Und wenn ich mit einem recht flachen Ausdruck die Sache bezeichnen will, so möchte ich sagen: Okkult verliebt sich Johannes Thomasius in Theodora. — Es werden also in dem Verhältnis des Johannes Thomasius zu Theodora gewisse Impulse der physischen Welt in die höhere Welt hinaufgetragen. Durch alles dies hindurchgehend, kommt Johannes Thomasius zu dem, was angedeutet ist am Ende vom «Hüter der Schwelle». Zu einem Erleben des gewöhnlichen Selbstes, das der physischen Welt und der elementarischen Welt angehört, das man mit sich trägt, wenn man als Mensch durch die Welt geht, und des anderen Selbstes, dem man begegnet, wenn man die geistige Welt betritt, kommt Johannes Thomasius. Sowohl im neunten Bilde, in dem Spaziergang, wie auch im Tempel vor Hilarius gelangt Johannes Thomasius an das, was man nennen kann sein inneres Erfühlen sowohl des einen wie des anderen Selbstes. Man merkt aber genau, daß Johannes Thomasius noch nicht recht Ordnung geschaffen hat in bezug auf die Harmonie zwischen dem gewöhnlichen und dem anderen Selbst, daß er hin und her lebt zwischen beiden Selbsten. Wenn man das ins Auge faßt, daß Johannes Thomasius am Ende vom «Hüter der Schwelle» und damit am Anfang von «Der Seelen Erwachen» dasteht wie eine Seele, die in sich fühlt das Nebeneinanderwirken des gewöhnlichen und des anderen Selbstes, dann wird man begreifen, daß bei Johannes 'Thomasius viele Dinge in seiner Seele sind, die sozusagen herausgeschält werden können. Der Doppelgänger wird zunächst herausgeschält durch Ahriman. Aber auch in anderer Weise kann aus ihm etwas herausgeschält werden.

[ 10 ] Im «Hüter der Schwelle» wird Johannes 'Thomasius in die geistige objektive Welt hineingestellt, wo er, allerdings noch durch die Arbeit getrieben, mehr subjektiv zunächst Ahriman gegenübersteht, von dem er aufnimmt, was er im Gegensatz zur göttlichen Weltenordnung an Egoistischem entwickelt. Dann aber beginnen die objektiven Erlebnisse, in denen Luzifer waltet. Da haben wir es durchaus nicht mehr mit bloß subjektiven Erlebnissen zu tun, sondern mit der Darstellung der geistigen Welt, losgelöst vom Menschen, die man im Geistigen erlebt, so wie man die äußere physische Welt im Physischen erlebt. Aber Johannes Thomasius tritt sozusagen da erst in die objektive geistige Welt hinein. Daher kann er da noch alle Verirrungsmöglichkeiten der menschlichen Seele mitbringen, vor allen Dingen das eigentümliche Verhältnis zu Theodora. Dieses Verhältnis muß man nur fassen, wie es gemeint ist. Man möchte sagen, mit all den Schlacken des niederen Selbstes tritt Johannes in diese höhere Welt herein, aber er steht der höheren Welt gegenüber. Und wenn ich mit einem recht flachen Ausdruck die Sache bezeichnen will, so möchte ich sagen: Okkult verliebt sich Johannes Thomasius in Theodora. — Es werden also in dem Verhältnis des Johannes Thomasius zu Theodora gewisse Impulse der physischen Welt in die höhere Welt hinaufgetragen. Durch alles dies hindurchgehend, kommt Johannes Thomasius zu dem, was angedeutet ist am Ende vom «Hüter der Schwelle». Zu einem Erleben des gewöhnlichen Selbstes, das der physischen Welt und der elementarischen Welt angehört, das man mit sich trägt, wenn man als Mensch durch die Welt geht, und des anderen Selbstes, dem man begegnet, wenn man die geistige Welt betritt, kommt Johannes Thomasius. Sowohl im neunten Bilde, in dem Spaziergang, wie auch im Tempel vor Hilarius gelangt Johannes Thomasius an das, was man nennen kann sein inneres Erfühlen sowohl des einen wie des anderen Selbstes. Man merkt aber genau, daß Johannes Thomasius noch nicht recht Ordnung geschaffen hat in bezug auf die Harmonie zwischen dem gewöhnlichen und dem anderen Selbst, daß er hin und her lebt zwischen beiden Selbsten. Wenn man das ins Auge faßt, daß Johannes Thomasius am Ende vom «Hüter der Schwelle» und damit am Anfang von «Der Seelen Erwachen» dasteht wie eine Seele, die in sich fühlt das Nebeneinanderwirken des gewöhnlichen und des anderen Selbstes, dann wird man begreifen, daß bei Johannes 'Thomasius viele Dinge in seiner Seele sind, die sozusagen herausgeschält werden können. Der Doppelgänger wird zunächst herausgeschält durch Ahriman. Aber auch in anderer Weise kann aus ihm etwas herausgeschält werden.

[ 11 ] Ich betone, daß ich diese Dinge nicht schildere, um einen Kommentar zu geben zu den Dramen, sondern um das, was in den Dramen dargestellt ist, zu benützen, um wirkliche geistige Verhältnisse und geistig Wesenhaftes darzustellen. Wenn man das menschliche Karma in Betracht zieht, die ganze Gesetzmäßigkeit des menschlichen Schicksals, dann muß man sagen: In der menschlichen Seele ist vieles von ausgetragenem, aber auch nicht ausgetragenem Karma. — Man hat in seinem verflossenen Erdenleben manches durchlebt, was ausgeglichen werden muß. Man hat vieles, was noch nicht ausgeglichen ist, was unausgeglichen sozusagen auf dem Grunde der Seele ruht, unausgeglichenes Karma. Jede Seele hat solches nicht ausgetragenes Karma. Johannes 'Thomasius muß ganz besonders viel nicht ausgetragenes Karma sich zum Bewußtsein bringen da, wo sich seine innere Wesenheit spaltet in das gewöhnliche und in das andere Selbst. Und da sondert sich recht viel ab von unausgetragenem Karma. Solches sondert sich ab, was eigentlich leicht und oft jede Seele als abgesondert empfindet, die sich nach und nach zur Hellsichtigkeit hin entwickelt. Eine Seele, die das tut, wird ja geboren, das heißt, tritt durch die Geburt ins physische Dasein so ein, daß sie sich zunächst mit Eigenschaften erlebt, wie man eben als junger Mensch ist. Man findet nicht immer so geneigte Seelen, daß man zu einem Ärishnamurti gemacht wird. Man lebt herein in die Welt wie natürliche Kinder hereinleben zu ihrem Nutz und Vorteil, auch wenn sie später hellsichtige Persönlichkeiten werden. Da kann man dann in irgendeinem Zeitpunkt aufleuchten sehen, was auch karmisch bedingt ist, das Hineinschauen in die geistigen Welten. Aber gerade bei der hellsichtigen Seele kommt es oft vor — und es ist wichtig, daß es vorkommt —, wenn sie etwas außerordentlich Elegisches in der Stimmung hat, etwas Tragisches haben kann, daß dann bei dieser hellsichtigen Seele auftritt dieses Schauen der eigenen Jugend wie einer objektiven Wesenheit. Ein Schauen der Jugend tritt auf, aus der man herausgewachsen ist, von der man sagt: Was wäre aus dieser Jugend geworden, die einem fast fremd ist, wenn man nicht eingelaufen wäre in die geistigen hellseherischen Verhältnisse? — Es findet wirklich eine Art Spaltung des Menschen statt. Man erlebt etwas wie eine Art Neugeburt, und man sieht zur Jugend hin wie zu einer fremden Wesenheit. Und in dieser Jugend liegt sehr vieles, wovon man sagt, man kann es in dieser Inkarnation gar nicht austragen. Da liegt viel Karma darinnen begraben, das später einmal ausgetragen werden muß, oder demgegenüber man sich bemühen muß, es schon jetzt zum Austrag zu bringen. Von solch unausgetragenem Karma ist vieles in der Seele des Johannes Thomasius.

[ 11 ] Ich betone, daß ich diese Dinge nicht schildere, um einen Kommentar zu geben zu den Dramen, sondern um das, was in den Dramen dargestellt ist, zu benützen, um wirkliche geistige Verhältnisse und geistig Wesenhaftes darzustellen. Wenn man das menschliche Karma in Betracht zieht, die ganze Gesetzmäßigkeit des menschlichen Schicksals, dann muß man sagen: In der menschlichen Seele ist vieles von ausgetragenem, aber auch nicht ausgetragenem Karma. — Man hat in seinem verflossenen Erdenleben manches durchlebt, was ausgeglichen werden muß. Man hat vieles, was noch nicht ausgeglichen ist, was unausgeglichen sozusagen auf dem Grunde der Seele ruht, unausgeglichenes Karma. Jede Seele hat solches nicht ausgetragenes Karma. Johannes 'Thomasius muß ganz besonders viel nicht ausgetragenes Karma sich zum Bewußtsein bringen da, wo sich seine innere Wesenheit spaltet in das gewöhnliche und in das andere Selbst. Und da sondert sich recht viel ab von unausgetragenem Karma. Solches sondert sich ab, was eigentlich leicht und oft jede Seele als abgesondert empfindet, die sich nach und nach zur Hellsichtigkeit hin entwickelt. Eine Seele, die das tut, wird ja geboren, das heißt, tritt durch die Geburt ins physische Dasein so ein, daß sie sich zunächst mit Eigenschaften erlebt, wie man eben als junger Mensch ist. Man findet nicht immer so geneigte Seelen, daß man zu einem Ärishnamurti gemacht wird. Man lebt herein in die Welt wie natürliche Kinder hereinleben zu ihrem Nutz und Vorteil, auch wenn sie später hellsichtige Persönlichkeiten werden. Da kann man dann in irgendeinem Zeitpunkt aufleuchten sehen, was auch karmisch bedingt ist, das Hineinschauen in die geistigen Welten. Aber gerade bei der hellsichtigen Seele kommt es oft vor — und es ist wichtig, daß es vorkommt —, wenn sie etwas außerordentlich Elegisches in der Stimmung hat, etwas Tragisches haben kann, daß dann bei dieser hellsichtigen Seele auftritt dieses Schauen der eigenen Jugend wie einer objektiven Wesenheit. Ein Schauen der Jugend tritt auf, aus der man herausgewachsen ist, von der man sagt: Was wäre aus dieser Jugend geworden, die einem fast fremd ist, wenn man nicht eingelaufen wäre in die geistigen hellseherischen Verhältnisse? — Es findet wirklich eine Art Spaltung des Menschen statt. Man erlebt etwas wie eine Art Neugeburt, und man sieht zur Jugend hin wie zu einer fremden Wesenheit. Und in dieser Jugend liegt sehr vieles, wovon man sagt, man kann es in dieser Inkarnation gar nicht austragen. Da liegt viel Karma darinnen begraben, das später einmal ausgetragen werden muß, oder demgegenüber man sich bemühen muß, es schon jetzt zum Austrag zu bringen. Von solch unausgetragenem Karma ist vieles in der Seele des Johannes Thomasius.

[ 12 ] Solches unausgetragenes Karma, solches Erlebnis wie das, wenn man auf seine Jugend sieht wie auf eine andere Wesenheit, ist etwas, was man im Inneren erlebt. Zu solchem Erleben hat Luzifer Zugang; das kann Luzifer heraussondern; er kann sich einen substantiellen Teil des Ätherleibes nehmen und ihn gleichsam beseelen mit dem unausgetragenen Karma. Dann wird ein Schattenwesen daraus unter dem Einfluß des Luzifer, ein solches Schattenwesen, wie es in dem Geist des jungen Johannes Thomasius dargestellt ist. Ein solches Schattenwesen ist ein wirkliches Wesen; es ist da, abgesondert von Johannes Thomasius, nur daß es grausige Verrichtungen hat aus dem Grunde, weil es eigentlich der allgemeinen Weltenordnung widerspricht. Was als Schattenwesen draußen ist, sollte in dem Johannes darinnen sein. Dadurch wird das hervorgerufen, was man als ein tragisches Geschick dieses Schattenwesens empfindet, das als ein Teil des Ätherleibes in der elementarischen und geistigen Welt draußen lebt. Das ist also durch Luzifer zum Schattenwesen verselbständigtes unausgetragenes Karma des Johannes Thomasius. Derjenige, der so etwas erlebt — und das ist ein wichtiges, ein bedeutungsvolles Erlebnis —, erlebt es so, daß er weiß, weil er Karma unausgetragen hat, hat er eine Art kosmischer Schuld auf sich geladen, hat er ein Wesen geschaffen, das eigentlich nicht draußen sein sollte, sondern in einem selber. Das wird in «Der Seelen Erwachen» durch die andere Philia dem Johannes Thomasius zum Bewußtsein gebracht, daß er ein solches Seelenkind geschaffen hat, das draußen in gewisser Beziehung ein unberechtigtes Dasein hat. Das ist die Eigentümlichkeit, wenn man sich in die geistigen Welten hinauflebt, daß man seiner eigenen Wesenheit entgegentritt, aber daß einem in der geistigen Objektivität diese eigene Wesenheit vervielfältigt entgegentreten kann. Bei Johannes Thomasius haben wir die mannigfaltigste Vervielfältigung. Es tritt ihm entgegen ein Teil seines Wesens als Doppelgänger, jetzt ein anderer Teil seines Wesens, denn das Karma gehört durchaus zum Wesen des Menschen, als der Geist des jungen Johannes Thomasius.

[ 12 ] Solches unausgetragenes Karma, solches Erlebnis wie das, wenn man auf seine Jugend sieht wie auf eine andere Wesenheit, ist etwas, was man im Inneren erlebt. Zu solchem Erleben hat Luzifer Zugang; das kann Luzifer heraussondern; er kann sich einen substantiellen Teil des Ätherleibes nehmen und ihn gleichsam beseelen mit dem unausgetragenen Karma. Dann wird ein Schattenwesen daraus unter dem Einfluß des Luzifer, ein solches Schattenwesen, wie es in dem Geist des jungen Johannes Thomasius dargestellt ist. Ein solches Schattenwesen ist ein wirkliches Wesen; es ist da, abgesondert von Johannes Thomasius, nur daß es grausige Verrichtungen hat aus dem Grunde, weil es eigentlich der allgemeinen Weltenordnung widerspricht. Was als Schattenwesen draußen ist, sollte in dem Johannes darinnen sein. Dadurch wird das hervorgerufen, was man als ein tragisches Geschick dieses Schattenwesens empfindet, das als ein Teil des Ätherleibes in der elementarischen und geistigen Welt draußen lebt. Das ist also durch Luzifer zum Schattenwesen verselbständigtes unausgetragenes Karma des Johannes Thomasius. Derjenige, der so etwas erlebt — und das ist ein wichtiges, ein bedeutungsvolles Erlebnis —, erlebt es so, daß er weiß, weil er Karma unausgetragen hat, hat er eine Art kosmischer Schuld auf sich geladen, hat er ein Wesen geschaffen, das eigentlich nicht draußen sein sollte, sondern in einem selber. Das wird in «Der Seelen Erwachen» durch die andere Philia dem Johannes Thomasius zum Bewußtsein gebracht, daß er ein solches Seelenkind geschaffen hat, das draußen in gewisser Beziehung ein unberechtigtes Dasein hat. Das ist die Eigentümlichkeit, wenn man sich in die geistigen Welten hinauflebt, daß man seiner eigenen Wesenheit entgegentritt, aber daß einem in der geistigen Objektivität diese eigene Wesenheit vervielfältigt entgegentreten kann. Bei Johannes Thomasius haben wir die mannigfaltigste Vervielfältigung. Es tritt ihm entgegen ein Teil seines Wesens als Doppelgänger, jetzt ein anderer Teil seines Wesens, denn das Karma gehört durchaus zum Wesen des Menschen, als der Geist des jungen Johannes Thomasius.

[ 13 ] Dann aber tritt ihm noch ein Drittes entgegen, denn er ist nicht in der Lage, das durchzumachen, was die Maria durchmacht. Sie macht verhältnismäßig eine normale Entwickelung durch. Im neunten Bilde treten ihr Astrid und Luna, zwar nicht im Verein mit der wirklichen Philia entgegen, aber immerhin treten ihr zwei Seelengestalten entgegen. Das ist eine verhältnismäßig dem Normalen angenäherte Entwickelung. Ganz normal wäre es, wenn Maria vor den drei Seelengestalten stünde und das ganze Denken, Fühlen und Wollen so objektiviert wäre, daß Maria sie als Einheit empfände. Aber so eine normale Entwickelung ist kaum vorhanden. Und ich betone: das, was ich zu charakterisieren versuchte, sind reale Gestalten, so daß die Verhältnisse absolut real möglich sind. Also solch eine Seele, der Astrid und Luna entgegentreten, unter Ausschluß der Philia — weil das, was Bewußtseinsseele und Verstandesseele ist, in einer regelmäßigeren Weise bei Maria ausgebildet ist als die Empfindungsseele —, solch eine Seele macht schon eine in hohem Grade normale Entwickelung durch. Bei Johannes Thomasius haben wir eine sehr stark von der normalen abweichende Entwickelung. Da haben wir zunächst das Auftreten des Doppelgängers. Indem Johannes Thomasius entgegenrückt seinem anderen Selbst, haben wir das Auftreten des Doppelgängers und des Geistes von Johannes’ Jugend. Das alles ist in die Zahl vervielfältigt, etwas, was zum anderen Selbst gehört, respektive auftritt, weil das andere Selbst wie der Beleuchter dieser inneren Verhältnisse auftritt. Und weil Johannes Thomasius an dieses andere Selbst nicht gleich herankommt — würde er ganz herankommen, so würden ihm alle drei Seelengestalten entgegentreten, er muß aber durch mancherlei hindurch, was sich ihm da entgegentürmt auf dem Wege zum anderen Selbst —, so kommt an ihn heran auch das, was noch nähersteht der Subjektivität. Das ist die andere Philia. Die andere Philia ist auch in gewisser Beziehung das andere Selbst — aber das andere Selbst, das noch in den Tiefen der Seele darinnen ruht und sich nicht ganz losgelöst hat, das zusammenhängt mit etwas, was der geistigen Welt hier in der physischen Welt am ähnlichsten ist, was zusammenhängt mit der allwaltenden Liebe, und was einen hinaufführen kann in die höheren Welten, weil es mit dieser Liebe zusammenhängt. In der Gestalt der anderen Philia tritt ein Drittes dem Johannes 'Thomasius entgegen auf dem Weg zum anderen Selbst. Wenn einer Seele entgegentreten würden alle drei Seelengestalten, so hätte sozusagen diese Seele gar kein Hindernis. So aber kann sich noch das ganze Wesen des Menschen verobjektivieren, in den Raum hinausprojizieren, als Ganzheit hinausprojizieren. Das ist beim Schauen der anderen Philia am Ende des zweiten Bildes in «Der Seelen Erwachen» der Fall.

[ 13 ] Dann aber tritt ihm noch ein Drittes entgegen, denn er ist nicht in der Lage, das durchzumachen, was die Maria durchmacht. Sie macht verhältnismäßig eine normale Entwickelung durch. Im neunten Bilde treten ihr Astrid und Luna, zwar nicht im Verein mit der wirklichen Philia entgegen, aber immerhin treten ihr zwei Seelengestalten entgegen. Das ist eine verhältnismäßig dem Normalen angenäherte Entwickelung. Ganz normal wäre es, wenn Maria vor den drei Seelengestalten stünde und das ganze Denken, Fühlen und Wollen so objektiviert wäre, daß Maria sie als Einheit empfände. Aber so eine normale Entwickelung ist kaum vorhanden. Und ich betone: das, was ich zu charakterisieren versuchte, sind reale Gestalten, so daß die Verhältnisse absolut real möglich sind. Also solch eine Seele, der Astrid und Luna entgegentreten, unter Ausschluß der Philia — weil das, was Bewußtseinsseele und Verstandesseele ist, in einer regelmäßigeren Weise bei Maria ausgebildet ist als die Empfindungsseele —, solch eine Seele macht schon eine in hohem Grade normale Entwickelung durch. Bei Johannes Thomasius haben wir eine sehr stark von der normalen abweichende Entwickelung. Da haben wir zunächst das Auftreten des Doppelgängers. Indem Johannes Thomasius entgegenrückt seinem anderen Selbst, haben wir das Auftreten des Doppelgängers und des Geistes von Johannes’ Jugend. Das alles ist in die Zahl vervielfältigt, etwas, was zum anderen Selbst gehört, respektive auftritt, weil das andere Selbst wie der Beleuchter dieser inneren Verhältnisse auftritt. Und weil Johannes Thomasius an dieses andere Selbst nicht gleich herankommt — würde er ganz herankommen, so würden ihm alle drei Seelengestalten entgegentreten, er muß aber durch mancherlei hindurch, was sich ihm da entgegentürmt auf dem Wege zum anderen Selbst —, so kommt an ihn heran auch das, was noch nähersteht der Subjektivität. Das ist die andere Philia. Die andere Philia ist auch in gewisser Beziehung das andere Selbst — aber das andere Selbst, das noch in den Tiefen der Seele darinnen ruht und sich nicht ganz losgelöst hat, das zusammenhängt mit etwas, was der geistigen Welt hier in der physischen Welt am ähnlichsten ist, was zusammenhängt mit der allwaltenden Liebe, und was einen hinaufführen kann in die höheren Welten, weil es mit dieser Liebe zusammenhängt. In der Gestalt der anderen Philia tritt ein Drittes dem Johannes 'Thomasius entgegen auf dem Weg zum anderen Selbst. Wenn einer Seele entgegentreten würden alle drei Seelengestalten, so hätte sozusagen diese Seele gar kein Hindernis. So aber kann sich noch das ganze Wesen des Menschen verobjektivieren, in den Raum hinausprojizieren, als Ganzheit hinausprojizieren. Das ist beim Schauen der anderen Philia am Ende des zweiten Bildes in «Der Seelen Erwachen» der Fall.

[ 14 ] Nun habe ich Ihnen charakterisiert, daß sich der Mensch, indem er sich in die elementarische Welt hineinlebt — und gewisse Merkmale dieses Hineinlebens bleiben auch, wenn sich der Mensch in die geistige Welt hinauflebt —, die Verwandlungsfähigkeit aneignen muß, weil in der geistigen Welt alles in Verwandlung ist, weil da nichts starre abgeschlossene Form ist. Form ist in der physischen Welt nur. In der elementarischen Welt ist Beweglichkeit, Verwandlungsfähigkeit. Damit ist aber verknüpft, daß, weil alles in stetiger Verwandlung ist, Verwechslungen eintreten können, wenn einem irgend etwas Wesenhaftes entgegentritt. Es ist eben alles in stetiger Verwandlung. Wenn man sozusagen nicht gleich nachkommt, so verwechselt man das eine mit dem anderen. Das ist es, was Johannes Thomasius passiert, indem er zuerst die andere Philia vor sich hat und dann den Doppelgänger für die andere Philia hält. Solche Verwechslungen treten außerordentlich leicht ein. Man muß sich klar sein, daß man sich erst hindurcharbeiten muß zum wahren Anschauen der höheren Welten, und daß da gerade leicht wegen der Verwandlungsfähigkeit Verwechslungen eintreten können. Und die Art, wie sich diese Verwechslungen herausstellen, ist außerordentlich bedeutsam für den Gang, den die Entwickelung einer Seele nimmt. Sie erinnern sich, dreimal hat Johannes ein Erlebnis. Daß Johannes Thomasius dieses Erlebnis gerade so hat, hängt davon ab, daß er in einer gewissen Weise geworden ist. Das erste Erlebnis ist mit der anderen Philia, das zweite Mal mit dem Doppelgänger, das dritte Mal wieder mit der anderen Philia. Da haben wir eine Dreiheit von Erlebnissen. Mit Dreiheiten haben wir es überhaupt in der Welt zu tun. Wir müssen diese Dreiheiten geradezu suchen, weil immer Dreiheiten da sind. Daß Johannes Thomasius zweimal die andere Philia vor sich hat, einmal nur den Doppelgänger, und einmal diese Verwechslung begeht, das hängt zusammen mit dem, was er erreicht hat. Mit dem, was er ist, hängt aber auch zusammen, daß er dieses Seelenkind, den Geist des jungen Johannes, wahrnimmt, der sein Geschöpf ist — allerdings mit Hilfe des Luzifer zustande gebracht —, der aber da draußen in der Welt vorhanden ist. Das ist etwas, was zu den oft erschütterndsten Erlebnissen des hellseherischen Bewußtseins gehört, daß man Teile des Karma, die unausgeglichen sind, durch Luzifer verselbständigt in Schattenwesen, in der geistigen Welt findet. Man kann viele solche Schattenwesen finden, die man durch sein unausgetragenes Karma selber, durch Luzifer veranlaßt, in die geistige Welt versetzt hat. Diese Erlebnisse mit den Schattenwesen sind so, wie sie dem Entwickelungspunkt der Seele entsprechen. Nehmen wir an, die Sache läge für Johannes Thomasius anders. Er würde eine zweimalige Verwechslung begehen, würde zweimal unrichtig sehen und einmal richtig, oder zweimal den Doppelgänger sehen und einmal die andere Philia. Aber bei Johannes Thomasius liegt die Sache so, daß er noch zu stark in der Subjektivität steckt. Maria steht schon in der Objektivität so stark, daß zwei Seelenkräfte ihr gegenübertreten. Johannes muß noch so seine Seele erkraften, daß das, was noch ziemlich subjektiv bleibt, ihm entgegentritt: verzaubertes Weben des eigenen Wesens. Das wird objektiv. Und mit diesen Worten erkraftet er auch seine Seele, mit den Worten: «Verzaubertes Weben des eigenen Wesens.» Und indem dieses verzauberte Weben des eigenen Wesens heraufkommt, sich nähert dem anderen Selbst, steht sich Johannes gegenüber als Doppelgänger, als Geist des jungen Johannes, als andere Philia. Johannes Thomasius wäre anders geartet, wenn er die Dreiheit anders erleben würde, wenn er, sagen wir, zweimal Verwechslungen begehen würde und zweimal den Doppelgänger erleben könnte. Wenn das der Fall wäre, dann wäre Johannes eben ein anderer. Wenn die Sache nicht gerade so wäre, wie es in «Der Seelen Erwachen» dargestellt worden ist, so würde Johannes nicht einen Geist des jungen Johannes, sondern viele solche im Schattenreich erblicken. Stellen Sie sich an der Stelle des Johannes 'Thomasius einen solchen Johannes vor, der zweimal Verwechslungen begehen würde oder zweimal den Doppelgänger erleben könnte, dann müßten viele Geister des jungen Johannes da sein, denn dann würden viele solcher Seelenkinder des Johannes da sein müssen. Wir stoßen mit diesen Dingen vielfach an den Rand großer seelischer Geheimnisse.

[ 14 ] Nun habe ich Ihnen charakterisiert, daß sich der Mensch, indem er sich in die elementarische Welt hineinlebt — und gewisse Merkmale dieses Hineinlebens bleiben auch, wenn sich der Mensch in die geistige Welt hinauflebt —, die Verwandlungsfähigkeit aneignen muß, weil in der geistigen Welt alles in Verwandlung ist, weil da nichts starre abgeschlossene Form ist. Form ist in der physischen Welt nur. In der elementarischen Welt ist Beweglichkeit, Verwandlungsfähigkeit. Damit ist aber verknüpft, daß, weil alles in stetiger Verwandlung ist, Verwechslungen eintreten können, wenn einem irgend etwas Wesenhaftes entgegentritt. Es ist eben alles in stetiger Verwandlung. Wenn man sozusagen nicht gleich nachkommt, so verwechselt man das eine mit dem anderen. Das ist es, was Johannes Thomasius passiert, indem er zuerst die andere Philia vor sich hat und dann den Doppelgänger für die andere Philia hält. Solche Verwechslungen treten außerordentlich leicht ein. Man muß sich klar sein, daß man sich erst hindurcharbeiten muß zum wahren Anschauen der höheren Welten, und daß da gerade leicht wegen der Verwandlungsfähigkeit Verwechslungen eintreten können. Und die Art, wie sich diese Verwechslungen herausstellen, ist außerordentlich bedeutsam für den Gang, den die Entwickelung einer Seele nimmt. Sie erinnern sich, dreimal hat Johannes ein Erlebnis. Daß Johannes Thomasius dieses Erlebnis gerade so hat, hängt davon ab, daß er in einer gewissen Weise geworden ist. Das erste Erlebnis ist mit der anderen Philia, das zweite Mal mit dem Doppelgänger, das dritte Mal wieder mit der anderen Philia. Da haben wir eine Dreiheit von Erlebnissen. Mit Dreiheiten haben wir es überhaupt in der Welt zu tun. Wir müssen diese Dreiheiten geradezu suchen, weil immer Dreiheiten da sind. Daß Johannes Thomasius zweimal die andere Philia vor sich hat, einmal nur den Doppelgänger, und einmal diese Verwechslung begeht, das hängt zusammen mit dem, was er erreicht hat. Mit dem, was er ist, hängt aber auch zusammen, daß er dieses Seelenkind, den Geist des jungen Johannes, wahrnimmt, der sein Geschöpf ist — allerdings mit Hilfe des Luzifer zustande gebracht —, der aber da draußen in der Welt vorhanden ist. Das ist etwas, was zu den oft erschütterndsten Erlebnissen des hellseherischen Bewußtseins gehört, daß man Teile des Karma, die unausgeglichen sind, durch Luzifer verselbständigt in Schattenwesen, in der geistigen Welt findet. Man kann viele solche Schattenwesen finden, die man durch sein unausgetragenes Karma selber, durch Luzifer veranlaßt, in die geistige Welt versetzt hat. Diese Erlebnisse mit den Schattenwesen sind so, wie sie dem Entwickelungspunkt der Seele entsprechen. Nehmen wir an, die Sache läge für Johannes Thomasius anders. Er würde eine zweimalige Verwechslung begehen, würde zweimal unrichtig sehen und einmal richtig, oder zweimal den Doppelgänger sehen und einmal die andere Philia. Aber bei Johannes Thomasius liegt die Sache so, daß er noch zu stark in der Subjektivität steckt. Maria steht schon in der Objektivität so stark, daß zwei Seelenkräfte ihr gegenübertreten. Johannes muß noch so seine Seele erkraften, daß das, was noch ziemlich subjektiv bleibt, ihm entgegentritt: verzaubertes Weben des eigenen Wesens. Das wird objektiv. Und mit diesen Worten erkraftet er auch seine Seele, mit den Worten: «Verzaubertes Weben des eigenen Wesens.» Und indem dieses verzauberte Weben des eigenen Wesens heraufkommt, sich nähert dem anderen Selbst, steht sich Johannes gegenüber als Doppelgänger, als Geist des jungen Johannes, als andere Philia. Johannes Thomasius wäre anders geartet, wenn er die Dreiheit anders erleben würde, wenn er, sagen wir, zweimal Verwechslungen begehen würde und zweimal den Doppelgänger erleben könnte. Wenn das der Fall wäre, dann wäre Johannes eben ein anderer. Wenn die Sache nicht gerade so wäre, wie es in «Der Seelen Erwachen» dargestellt worden ist, so würde Johannes nicht einen Geist des jungen Johannes, sondern viele solche im Schattenreich erblicken. Stellen Sie sich an der Stelle des Johannes 'Thomasius einen solchen Johannes vor, der zweimal Verwechslungen begehen würde oder zweimal den Doppelgänger erleben könnte, dann müßten viele Geister des jungen Johannes da sein, denn dann würden viele solcher Seelenkinder des Johannes da sein müssen. Wir stoßen mit diesen Dingen vielfach an den Rand großer seelischer Geheimnisse.

[ 15 ] Aus all dem aber, was ich Ihnen dargestellt habe, sehen Sie, daß der Weg der hellsichtigen Seele zur wahren Wesenheit des Menschen hin kompliziert ist, daß diese menschliche Seele ein kompliziertes Wesen ist. Man nähert sich der wahren Wesenheit des Menschen allmählich beim Aufsteigen in die geistige Welt, wenn man sich selber zum Erinnerungswesen, zum Gewesenen wird, wenn also einmal für die menschliche Seele das Bewußtsein auftaucht: Du bist jetzt nicht in der Gegenwart, du hast auch zunächst keine Zukunft vor dir, du bist das, was du gewesen bist, trägst dein Gewesenes in die Gegenwart herein. — Man wächst dann als geistiges Wesen so weiter, daß dieses Gewesene, das, was man heraufgetragen hat in die geistige Welt, was man selber geistig erlebt, ein Geistgespräch beginnt mit der umliegenden Geistwelt. Man wächst heran, indem man lauscht diesem Gespräche der eigenen Vergangenheit mit den Gedankenlebewesen der geistigen Welt. Aber man hat, wenn man sich so hineinversetzt fühlt in die geistige Welt, in der man sein anderes Selbst findet, immer ein Gefühl, ein Erleben, das etwa in der folgenden Weise ausgedrückt werden kann. Der Mensch fühlt, du bist jetzt zwar in der geistigen Welt, du kannst dein anderes Selbst, indem du dich innerhalb deines astralischen Leibes in der geistigen Welt aufhältst, als eine geistige Wesenheit finden, aber dein ganz wahres Wesen, das, was du eigentlich bist, kannst du in dieser Welt doch noch nicht finden. Dasjenige, wovon dein Ich in der physischen Welt das Schattenbild ist, das findest du trotz des Aufstieges in die geistige Welt noch nicht. Da lernt man nach und nach erkennen, was man für ein bedeutsames Erlebnis noch haben muß, um das wahre Ich, um die wahre innere, noch in diesem anderen Selbst eingehüllte Wesenheit zu finden. Ja, die menschliche Wesenheit ist kompliziert und liegt tief, tief in den Seelentiefen drunten. Und um wirklich auf das wahre Ich zu kommen, sind so mancherlei Erlebnisse durchzumachen. Wir haben manches von dem geschildert, was der Mensch durchmachen muß, um zu seinem wahren Selbst zu kommen, das in ihm lebt. Um zum wahren Ich zu kommen, ist noch das Folgende durchzumachen.

[ 15 ] Aus all dem aber, was ich Ihnen dargestellt habe, sehen Sie, daß der Weg der hellsichtigen Seele zur wahren Wesenheit des Menschen hin kompliziert ist, daß diese menschliche Seele ein kompliziertes Wesen ist. Man nähert sich der wahren Wesenheit des Menschen allmählich beim Aufsteigen in die geistige Welt, wenn man sich selber zum Erinnerungswesen, zum Gewesenen wird, wenn also einmal für die menschliche Seele das Bewußtsein auftaucht: Du bist jetzt nicht in der Gegenwart, du hast auch zunächst keine Zukunft vor dir, du bist das, was du gewesen bist, trägst dein Gewesenes in die Gegenwart herein. — Man wächst dann als geistiges Wesen so weiter, daß dieses Gewesene, das, was man heraufgetragen hat in die geistige Welt, was man selber geistig erlebt, ein Geistgespräch beginnt mit der umliegenden Geistwelt. Man wächst heran, indem man lauscht diesem Gespräche der eigenen Vergangenheit mit den Gedankenlebewesen der geistigen Welt. Aber man hat, wenn man sich so hineinversetzt fühlt in die geistige Welt, in der man sein anderes Selbst findet, immer ein Gefühl, ein Erleben, das etwa in der folgenden Weise ausgedrückt werden kann. Der Mensch fühlt, du bist jetzt zwar in der geistigen Welt, du kannst dein anderes Selbst, indem du dich innerhalb deines astralischen Leibes in der geistigen Welt aufhältst, als eine geistige Wesenheit finden, aber dein ganz wahres Wesen, das, was du eigentlich bist, kannst du in dieser Welt doch noch nicht finden. Dasjenige, wovon dein Ich in der physischen Welt das Schattenbild ist, das findest du trotz des Aufstieges in die geistige Welt noch nicht. Da lernt man nach und nach erkennen, was man für ein bedeutsames Erlebnis noch haben muß, um das wahre Ich, um die wahre innere, noch in diesem anderen Selbst eingehüllte Wesenheit zu finden. Ja, die menschliche Wesenheit ist kompliziert und liegt tief, tief in den Seelentiefen drunten. Und um wirklich auf das wahre Ich zu kommen, sind so mancherlei Erlebnisse durchzumachen. Wir haben manches von dem geschildert, was der Mensch durchmachen muß, um zu seinem wahren Selbst zu kommen, das in ihm lebt. Um zum wahren Ich zu kommen, ist noch das Folgende durchzumachen.

[ 16 ] Wir haben betont, wie man heraufdringt in die geistige Welt mit der Erinnerung, wie man zunächst keine neuen Eindrücke hat, sondern dasjenige sprechen lassen muß, was man gewesen ist, wie man als punktuelle Wesenheit lauschen muß dem Geistgespräch zwischen dem Gewesenen seiner selbst und der geistigen Umwelt. Diese Erinnerung bleibt einem. Sie bleibt einem auch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das, was man gewesen ist, ist gerade in der geistigen Welt zunächst vorhanden. Die Erinnerung an das sinnlich wirkliche Dasein zwischen Geburt und Tod bleibt gerade fest bestehen und bleibt innerhalb der Seele vorhanden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Will man aber als hellsichtig gewordene Seele zum wahren Ich vordringen, dann lernt man erkennen, daß ein Entschluß, eine geistige Tat notwendig ist. Und von dieser geistigen Tat kann gesagt werden, sie muß der starke Willensentschluß sein, das, was man heraufgetragen hat in die geistige Welt, was man als Erinnerung seiner selbst heraufgebracht hat, in sich auszutilgen, in sich zu vergessen, durch Willensentschluß auszutilgen die Erinnerung dessen, was man gewesen ist mit allen Einzelheiten. Da kommt man dann an dasjenige, was ja schattenhaft hereinleuchten kann auch schon für frühere hellsichtige und Erkenntnisstufen. Angedeutet ist sozusagen eine frühere Ankündigung dessen, was man da erlebt in der geistigen Welt, in dem dritten Bild von «Der Seelen Erwachen», wo Strader am Abgrund seines Daseins steht. Aber so ganz richtig in wahrer Gestalt steht man am Abgrund des Daseins, wenn man den Entschluß faßt, durch freies inneres Wollen, durch energische Willenstat, sich auszulöschen, zu vergessen. Im Grunde genommen sind im Menschenwesen alle diese Dinge auch als Tatsache vorhanden; der Mensch weiß nur nichts davon. Jede Nacht muß er sich in dieser Weise unbewußt auslöschen. Aber es ist eben etwas ganz anderes, mit vollem Bewußtsein sein Erinnerungs-Ich der Vernichtung, dem Vergessen, dem Abgrund anheimzugeben, wirklich eine Weile zu stehen in der geistigen Welt am Abgrund des Seins gegenüber dem Nichts als Nichts. Es ist das erschütterndste Erlebnis, das man haben kann, und man muß mit großem Vertrauen an dieses Erlebnis gehen. Um als Nichts an den Abgrund zu gehen, ist notwendig, daß man das Vertrauen hat, daß einem aus der Welt dann das wahre Ich entgegengebracht wird. Und das geschieht. Man weiß dann, wenn man am Abgrund des Seins dieses Vergessen zustande gebracht hat: Ausgelöscht ist alles, was du bisher erlebt hast, du hast es selbst ausgelöscht. Aber dir kommt aus einer Welt, die du selbst bis jetzt nicht erkannt hast, aus einer, ich möchte sagen, übergeistigen Welt dein wahres Ich entgegen, das in dem anderen Selbst nur noch eingehüllt war. — Jetzt erst begegnet man sich, nachdem man sich völlig ausgelöscht hat, mit seinem wahren Ich, von dem das Ich innerhalb der physischen Welt das Schattenbild, die Maja ist. Denn das wahre Ich des Menschen gehört der übergeistigen Welt an, und der Mensch steckt mit seinem wahren Ich, von dem ein schwaches Schattenbild das physische Ich ist, in der übergeistigen Welt darinnen. So ist ein innerliches Erleben das Aufsteigen zur übergeistigen Welt, das Erleben einer völlig neuen Welt am Abgrund des Seins und das Empfangen des wahren Ich aus dieser übergeistigen Welt am Abgrund des Seins. Diese Schilderung wollte ich wie eine Verbindungsbrücke zwischen der heutigen Betrachtung und der morgigen in Ihre Seelen legen. Sie soll uns in gewisser Weise beschäftigen zwischen heute und morgen wie ein Verbindungsglied zwischen der heutigen und morgigen Betrachtung. Denn anknüpfend an die Worte, die ich heute gesprochen habe über die Begegnung am Abgrund des Seins, wollen wir dann morgen weitersprechen.

[ 16 ] Wir haben betont, wie man heraufdringt in die geistige Welt mit der Erinnerung, wie man zunächst keine neuen Eindrücke hat, sondern dasjenige sprechen lassen muß, was man gewesen ist, wie man als punktuelle Wesenheit lauschen muß dem Geistgespräch zwischen dem Gewesenen seiner selbst und der geistigen Umwelt. Diese Erinnerung bleibt einem. Sie bleibt einem auch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das, was man gewesen ist, ist gerade in der geistigen Welt zunächst vorhanden. Die Erinnerung an das sinnlich wirkliche Dasein zwischen Geburt und Tod bleibt gerade fest bestehen und bleibt innerhalb der Seele vorhanden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Will man aber als hellsichtig gewordene Seele zum wahren Ich vordringen, dann lernt man erkennen, daß ein Entschluß, eine geistige Tat notwendig ist. Und von dieser geistigen Tat kann gesagt werden, sie muß der starke Willensentschluß sein, das, was man heraufgetragen hat in die geistige Welt, was man als Erinnerung seiner selbst heraufgebracht hat, in sich auszutilgen, in sich zu vergessen, durch Willensentschluß auszutilgen die Erinnerung dessen, was man gewesen ist mit allen Einzelheiten. Da kommt man dann an dasjenige, was ja schattenhaft hereinleuchten kann auch schon für frühere hellsichtige und Erkenntnisstufen. Angedeutet ist sozusagen eine frühere Ankündigung dessen, was man da erlebt in der geistigen Welt, in dem dritten Bild von «Der Seelen Erwachen», wo Strader am Abgrund seines Daseins steht. Aber so ganz richtig in wahrer Gestalt steht man am Abgrund des Daseins, wenn man den Entschluß faßt, durch freies inneres Wollen, durch energische Willenstat, sich auszulöschen, zu vergessen. Im Grunde genommen sind im Menschenwesen alle diese Dinge auch als Tatsache vorhanden; der Mensch weiß nur nichts davon. Jede Nacht muß er sich in dieser Weise unbewußt auslöschen. Aber es ist eben etwas ganz anderes, mit vollem Bewußtsein sein Erinnerungs-Ich der Vernichtung, dem Vergessen, dem Abgrund anheimzugeben, wirklich eine Weile zu stehen in der geistigen Welt am Abgrund des Seins gegenüber dem Nichts als Nichts. Es ist das erschütterndste Erlebnis, das man haben kann, und man muß mit großem Vertrauen an dieses Erlebnis gehen. Um als Nichts an den Abgrund zu gehen, ist notwendig, daß man das Vertrauen hat, daß einem aus der Welt dann das wahre Ich entgegengebracht wird. Und das geschieht. Man weiß dann, wenn man am Abgrund des Seins dieses Vergessen zustande gebracht hat: Ausgelöscht ist alles, was du bisher erlebt hast, du hast es selbst ausgelöscht. Aber dir kommt aus einer Welt, die du selbst bis jetzt nicht erkannt hast, aus einer, ich möchte sagen, übergeistigen Welt dein wahres Ich entgegen, das in dem anderen Selbst nur noch eingehüllt war. — Jetzt erst begegnet man sich, nachdem man sich völlig ausgelöscht hat, mit seinem wahren Ich, von dem das Ich innerhalb der physischen Welt das Schattenbild, die Maja ist. Denn das wahre Ich des Menschen gehört der übergeistigen Welt an, und der Mensch steckt mit seinem wahren Ich, von dem ein schwaches Schattenbild das physische Ich ist, in der übergeistigen Welt darinnen. So ist ein innerliches Erleben das Aufsteigen zur übergeistigen Welt, das Erleben einer völlig neuen Welt am Abgrund des Seins und das Empfangen des wahren Ich aus dieser übergeistigen Welt am Abgrund des Seins. Diese Schilderung wollte ich wie eine Verbindungsbrücke zwischen der heutigen Betrachtung und der morgigen in Ihre Seelen legen. Sie soll uns in gewisser Weise beschäftigen zwischen heute und morgen wie ein Verbindungsglied zwischen der heutigen und morgigen Betrachtung. Denn anknüpfend an die Worte, die ich heute gesprochen habe über die Begegnung am Abgrund des Seins, wollen wir dann morgen weitersprechen.