Secrets of the Threshold
GA 147
29 August 1913, Munich
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Die Geheimnisse der Schwelle
Sechster Vortrag
Sechster Vortrag
[ 1 ] In Anknüpfung an das, was gestern gesagt worden ist, dürfen noch einzelne Bemerkungen gemacht werden. Denn wir haben gesehen, daß es notwendig ist, um in das eigentliche Geistgebiet mit dem hellsichtigen Bewußtsein hinaufzukommen und in entsprechender Weise die Schwelle der geistigen Welt zu überschreiten, alles zurückzulassen, was Wahrnehmungen der physischen Welt sind, was auch mit dem gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen in der physischen Welt unternommen werden kann. Bereit sein muß man, vor Vorgängen und Wesenheiten zu stehen mit Merkmalen, die nichts von dem haben, was in der Sinneswelt beobachtet und erfahren werden kann. Dazu ist aber notwendig, daß man die Seele erst erkraftet, daß man die Fähigkeiten der Seele erst verstärkt. Und diese verstärkten, erkrafteten Fähigkeiten der Seele muß man hinauftragen. Man muß etwas mitbringen, wenn man die Schwelle überschreitet in das Geistgebiet. Und wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß alles das, was die sinnliche Welt uns geben kann, und die Vorstellungen, die Gefühle, die wir innerhalb der Sinneswelt gewinnen, Abbilder sind des sinnlich Wahrzunehmenden. Alles, was man so gewinnen kann, kann einem nicht helfen in der geistigen Welt. Das aber, was nicht Abbild der Sinneswelt ist, was zunächst nicht Bedeutung hat für die Sinneswelt, was aber angeregt werden kann innerhalb der Sinneswelt, was in freiem, innerem Seelenerleben ausgestaltet werden kann, muß hinaufgetragen werden in die übersinnlichen Welten. Und so haben wir denn darauf hingewiesen, wie man sich Vorstellungen aneignen kann von einer Dreiheit als von einem Zahlenverhältnis, von einem maßvollen Zusammenwirken von Gegensätzen, wobei wir besonders das luziferische und ahrimanische Element berücksichtigt haben, von einem mittleren Zustand und so weiter. Solche Begriffe haben zunächst nicht eine unmittelbare Bedeutung in der physischen Welt. Man kann selbstverständlich auskommen in der physischen Welt ohne diese Begriffe, aber man muß sie sich schon in der physischen Welt bilden, wenn man sie hinauftragen will in die geistigen Welten. Und deshalb versuchten wir an Hand der Lehren des Benedictus darauf aufmerksam zu machen, wie innerhalb des physischen Planes in der menschlichen Kulturentwickelung wirken in der Dreiheit von Gedanke, Wort und Schrift Luziferisches, Ahrimanisches und der mittlere Zustand.
[ 1 ] In Anknüpfung an das, was gestern gesagt worden ist, dürfen noch einzelne Bemerkungen gemacht werden. Denn wir haben gesehen, daß es notwendig ist, um in das eigentliche Geistgebiet mit dem hellsichtigen Bewußtsein hinaufzukommen und in entsprechender Weise die Schwelle der geistigen Welt zu überschreiten, alles zurückzulassen, was Wahrnehmungen der physischen Welt sind, was auch mit dem gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen in der physischen Welt unternommen werden kann. Bereit sein muß man, vor Vorgängen und Wesenheiten zu stehen mit Merkmalen, die nichts von dem haben, was in der Sinneswelt beobachtet und erfahren werden kann. Dazu ist aber notwendig, daß man die Seele erst erkraftet, daß man die Fähigkeiten der Seele erst verstärkt. Und diese verstärkten, erkrafteten Fähigkeiten der Seele muß man hinauftragen. Man muß etwas mitbringen, wenn man die Schwelle überschreitet in das Geistgebiet. Und wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß alles das, was die sinnliche Welt uns geben kann, und die Vorstellungen, die Gefühle, die wir innerhalb der Sinneswelt gewinnen, Abbilder sind des sinnlich Wahrzunehmenden. Alles, was man so gewinnen kann, kann einem nicht helfen in der geistigen Welt. Das aber, was nicht Abbild der Sinneswelt ist, was zunächst nicht Bedeutung hat für die Sinneswelt, was aber angeregt werden kann innerhalb der Sinneswelt, was in freiem, innerem Seelenerleben ausgestaltet werden kann, muß hinaufgetragen werden in die übersinnlichen Welten. Und so haben wir denn darauf hingewiesen, wie man sich Vorstellungen aneignen kann von einer Dreiheit als von einem Zahlenverhältnis, von einem maßvollen Zusammenwirken von Gegensätzen, wobei wir besonders das luziferische und ahrimanische Element berücksichtigt haben, von einem mittleren Zustand und so weiter. Solche Begriffe haben zunächst nicht eine unmittelbare Bedeutung in der physischen Welt. Man kann selbstverständlich auskommen in der physischen Welt ohne diese Begriffe, aber man muß sie sich schon in der physischen Welt bilden, wenn man sie hinauftragen will in die geistigen Welten. Und deshalb versuchten wir an Hand der Lehren des Benedictus darauf aufmerksam zu machen, wie innerhalb des physischen Planes in der menschlichen Kulturentwickelung wirken in der Dreiheit von Gedanke, Wort und Schrift Luziferisches, Ahrimanisches und der mittlere Zustand.
[ 2 ] In Anknüpfung daran will ich nur bemerken, daß da mancherlei in Betracht kommt, was, wenn man es richtig ins Auge faßt, in der Tat ungeheuer notwendig werden kann für das Verständnis des Lebens der Menschheit, welches sich der Mensch von der Gegenwart aus wird erwerben müssen, wenn die Kultur in richtiger Weise fortgehen soll. Man wird es schon sehen, daß man bald nicht mehr auskommen wird mit den Begriffen, die man sich so bildet aus den Bedingungen heraus, aus denen die heute so bequeme Menschheit ihre Begriffe für Völker- und Zeitverständnis sich bilden möchte. Wir haben innerhalb der europäischen Kultur Völker, die sich in bezug auf die Sprache unterscheiden, Völker, die sich unterscheiden in bezug auf die Schriftzeichen. Die westlichen Völker Europas schreiben mit den sogenannten lateinischen Lettern, aber es gibt auch europäische Völker, welche mit ganz anderen Buchstabenformen schreiben. Und innerhalb Europas haben wir die Tatsache, daß zu den lateinischen Buchstaben die sogenannte Kurrentschrift hinzukommt, die gotische Schrift, und daß man beide nebeneinander hat. Das ist eine bedeutsame Erscheinung für die Beurteilung der Kultur Europas. Solche Dinge sind scheinbar kleine Symptome, aber es sind an die Oberfläche getriebene Symptome, die auf tiefe Urgründe des Daseins hindeuten. Völker, welche sich verschiedener Schriftzeichen bedienen, werden zu einer richtigen gegenseitigen Verständigung erst kommen, wenn sie berücksichtigen, daß diese Verständigung durch die gemeinsame Ergreifung eines spirituellen Elementes herbeigeführt werden müsse. Für Völker, welche verschiedene Schriftzeichen schreiben und durch diese dem ahrimanischen Impuls besondere Angriffspunkte geben, genügt nicht ein Verständigen unter den bloßen Bedingungen des physischen Planes, sondern da muß von beiden Völkern ergriffen werden das spirituelle Element, und die Harmonie muß in diesem spirituellen Element gesucht werden. Für Völker, welche Schriftzeichen schreiben wie die lateinischen Buchstaben, ist es notwendig, daß sie, um sich zu verständigen, das spirituelle Element so weit treiben, daß auch in bezug auf die Tatsachen des physischen Planes Verständigung eintritt. Das kann der, der solche Dinge, wie sie jetzt besprochen worden sind, versteht, in bezug auf die gegenseitigen Verhältnisse des europäischen Völkerlebens erkennen. Und tief bedeutsam ist es, daß in Mitteleuropa, gleichsam um das eigentümliche Verhältnis des ahrimanischen und luziferischen Elementes auszudrücken, die beiden Schriftarten nebeneinander verwendet werden. Das ist aus dem Grunde, weil hier ein mittlerer Zustand nur unter ganz besonderen Schwierigkeiten erreicht werden kann, so daß das mehr dem ahrimanischen Elemente ausgesetzte lateinische Alphabet in einen gewissen Gegensatz gebracht werden muß gegenüber dem mehr dem luziferischen Element ausgesetzten gotischen Alphabet. Und es ist charakteristisch, daß manche Menschen in ihrem Schreiben durcheinandermischen müssen Kurrent- und Lateinschrift. Ungeheuer bedeutsam, hinweisend auf tief in den Untergründen der Seele Liegendes, ist solch ein Durcheinandermischen, weil es hinweist auf die bedeutungsvolle Tatsache, in welch besonderer Art mit dem luziferischen und ahrimanischen Element eine solche Persönlichkeit sich auseinanderzusetzen hat. Und da kommt es darauf an, daß mancher sich ungeheuer bemühen muß, wenn er in deutscher Sprache schreibt, nicht in die Kurrentschrift zu verfallen, wenn er lateinisch schreiben will, nicht in die Lateinschrift zu verfallen, wenn er kurtent schreiben will. In solch feiner Art das Leben zu betrachten, daß man auf die Symptome schaut, die dasjenige, was in den okkulten Untergründen spielt, an die Oberfläche herauftragen, wird immer notwendiger und notwendiger in der Zukunft sein. Dadurch wird man lernen, innerhalb der physisch-sinnlichen Welt sich solche Vorstellungen, Empfindungen und Begriffe anzueignen, die man dann in günstiger Weise über die Schwelle in das Geistgebiet hinauftragen kann.
[ 2 ] In Anknüpfung daran will ich nur bemerken, daß da mancherlei in Betracht kommt, was, wenn man es richtig ins Auge faßt, in der Tat ungeheuer notwendig werden kann für das Verständnis des Lebens der Menschheit, welches sich der Mensch von der Gegenwart aus wird erwerben müssen, wenn die Kultur in richtiger Weise fortgehen soll. Man wird es schon sehen, daß man bald nicht mehr auskommen wird mit den Begriffen, die man sich so bildet aus den Bedingungen heraus, aus denen die heute so bequeme Menschheit ihre Begriffe für Völker- und Zeitverständnis sich bilden möchte. Wir haben innerhalb der europäischen Kultur Völker, die sich in bezug auf die Sprache unterscheiden, Völker, die sich unterscheiden in bezug auf die Schriftzeichen. Die westlichen Völker Europas schreiben mit den sogenannten lateinischen Lettern, aber es gibt auch europäische Völker, welche mit ganz anderen Buchstabenformen schreiben. Und innerhalb Europas haben wir die Tatsache, daß zu den lateinischen Buchstaben die sogenannte Kurrentschrift hinzukommt, die gotische Schrift, und daß man beide nebeneinander hat. Das ist eine bedeutsame Erscheinung für die Beurteilung der Kultur Europas. Solche Dinge sind scheinbar kleine Symptome, aber es sind an die Oberfläche getriebene Symptome, die auf tiefe Urgründe des Daseins hindeuten. Völker, welche sich verschiedener Schriftzeichen bedienen, werden zu einer richtigen gegenseitigen Verständigung erst kommen, wenn sie berücksichtigen, daß diese Verständigung durch die gemeinsame Ergreifung eines spirituellen Elementes herbeigeführt werden müsse. Für Völker, welche verschiedene Schriftzeichen schreiben und durch diese dem ahrimanischen Impuls besondere Angriffspunkte geben, genügt nicht ein Verständigen unter den bloßen Bedingungen des physischen Planes, sondern da muß von beiden Völkern ergriffen werden das spirituelle Element, und die Harmonie muß in diesem spirituellen Element gesucht werden. Für Völker, welche Schriftzeichen schreiben wie die lateinischen Buchstaben, ist es notwendig, daß sie, um sich zu verständigen, das spirituelle Element so weit treiben, daß auch in bezug auf die Tatsachen des physischen Planes Verständigung eintritt. Das kann der, der solche Dinge, wie sie jetzt besprochen worden sind, versteht, in bezug auf die gegenseitigen Verhältnisse des europäischen Völkerlebens erkennen. Und tief bedeutsam ist es, daß in Mitteleuropa, gleichsam um das eigentümliche Verhältnis des ahrimanischen und luziferischen Elementes auszudrücken, die beiden Schriftarten nebeneinander verwendet werden. Das ist aus dem Grunde, weil hier ein mittlerer Zustand nur unter ganz besonderen Schwierigkeiten erreicht werden kann, so daß das mehr dem ahrimanischen Elemente ausgesetzte lateinische Alphabet in einen gewissen Gegensatz gebracht werden muß gegenüber dem mehr dem luziferischen Element ausgesetzten gotischen Alphabet. Und es ist charakteristisch, daß manche Menschen in ihrem Schreiben durcheinandermischen müssen Kurrent- und Lateinschrift. Ungeheuer bedeutsam, hinweisend auf tief in den Untergründen der Seele Liegendes, ist solch ein Durcheinandermischen, weil es hinweist auf die bedeutungsvolle Tatsache, in welch besonderer Art mit dem luziferischen und ahrimanischen Element eine solche Persönlichkeit sich auseinanderzusetzen hat. Und da kommt es darauf an, daß mancher sich ungeheuer bemühen muß, wenn er in deutscher Sprache schreibt, nicht in die Kurrentschrift zu verfallen, wenn er lateinisch schreiben will, nicht in die Lateinschrift zu verfallen, wenn er kurtent schreiben will. In solch feiner Art das Leben zu betrachten, daß man auf die Symptome schaut, die dasjenige, was in den okkulten Untergründen spielt, an die Oberfläche herauftragen, wird immer notwendiger und notwendiger in der Zukunft sein. Dadurch wird man lernen, innerhalb der physisch-sinnlichen Welt sich solche Vorstellungen, Empfindungen und Begriffe anzueignen, die man dann in günstiger Weise über die Schwelle in das Geistgebiet hinauftragen kann.
[ 3 ] Man wird sich allerdings bekanntmachen müssen damit, welch ein ungeheures Talent, welch eine Genialität in der Gegenwartskultur für Flachheit da ist gegenüber dem, was sich als Geistiges in der Welt zum Ausdruck bringt. Und so muß man denn schon sich in der physischen Welt die Begriffe aneignen für das, was aus der geistigen Welt hereinleuchtet und hineinstrahlt in die physisch-sinnliche Welt. Deshalb sei noch an einem Gebiet gezeigt, wie das luziferische und ahrimanische Element innerhalb der physischen Welt spielen. Das sei zunächst auf künstlerischem Gebiete besprochen. Dabei bleibt durchaus bestehen, daß das richtig ist, was schon immer hervorgehoben wurde, daß in alle künstlerische Entwickelung der Menschheit der luziferische Impuls hineinspielt, und daß in hohem Maße das luziferische Element, wie ich es dargetan habe, in der künstlerischen Entwickelung der Menschheit vorhanden ist. Aber dazu kommt etwas anderes. Wenn man die Künste betrachtet, wie sie uns in der physischen Welt entgegentreten, hat man zunächst im wesentlichen fünf solche Künste: die Baukunst oder Architektur, die Plastik, die Malerei, die Musik und die Poesie. Es gibt Künste, welche die verschiedenen Elemente, die in den angeführten Künsten sind, vermischen oder miteinander verbinden, sagen wir die Tanzkunst, die mancherlei verbindet. Wenn man sie recht versteht, versteht man sie aus dem, was Grundbedingung ist in den verschiedenen Künsten; die können natürlich durchaus wieder verbunden werden. Von den fünf Künsten ist das Architektonische und das Plastische vorzugsweise dem ahrimanischen Impuls ausgesetzt; in die Architektur und in die Plastik spielen die ahrimanischen Impulse hinein. Da hat man es mit den Formen zu tun. Will man etwas leisten in Architektur oder Plastik, so muß man sich in das Formelement einleben. Dieses Formelement herrscht namentlich auf dem physischen Plan. Hier sind die eigentlichen Herrscher die Geister der Form. In ihr geistiges Element muß man untertauchen, wenn man sich mit ihnen bekanntmachen will, wie ich es ausgesprochen habe in dem Bild von dem Hineinstecken des Kopfes wie in einen Ameisenhaufen. Und jeder, der etwas mit dem plastischen Element zu tun hat, muß so den Kopf hineinstecken in das lebendige Element der Geister der Form. Auf dem Gebiete der physischen Welt haben es nun gemeinsam zu tun die Geister der Form mit dem ahrimanischen Element.
[ 3 ] Man wird sich allerdings bekanntmachen müssen damit, welch ein ungeheures Talent, welch eine Genialität in der Gegenwartskultur für Flachheit da ist gegenüber dem, was sich als Geistiges in der Welt zum Ausdruck bringt. Und so muß man denn schon sich in der physischen Welt die Begriffe aneignen für das, was aus der geistigen Welt hereinleuchtet und hineinstrahlt in die physisch-sinnliche Welt. Deshalb sei noch an einem Gebiet gezeigt, wie das luziferische und ahrimanische Element innerhalb der physischen Welt spielen. Das sei zunächst auf künstlerischem Gebiete besprochen. Dabei bleibt durchaus bestehen, daß das richtig ist, was schon immer hervorgehoben wurde, daß in alle künstlerische Entwickelung der Menschheit der luziferische Impuls hineinspielt, und daß in hohem Maße das luziferische Element, wie ich es dargetan habe, in der künstlerischen Entwickelung der Menschheit vorhanden ist. Aber dazu kommt etwas anderes. Wenn man die Künste betrachtet, wie sie uns in der physischen Welt entgegentreten, hat man zunächst im wesentlichen fünf solche Künste: die Baukunst oder Architektur, die Plastik, die Malerei, die Musik und die Poesie. Es gibt Künste, welche die verschiedenen Elemente, die in den angeführten Künsten sind, vermischen oder miteinander verbinden, sagen wir die Tanzkunst, die mancherlei verbindet. Wenn man sie recht versteht, versteht man sie aus dem, was Grundbedingung ist in den verschiedenen Künsten; die können natürlich durchaus wieder verbunden werden. Von den fünf Künsten ist das Architektonische und das Plastische vorzugsweise dem ahrimanischen Impuls ausgesetzt; in die Architektur und in die Plastik spielen die ahrimanischen Impulse hinein. Da hat man es mit den Formen zu tun. Will man etwas leisten in Architektur oder Plastik, so muß man sich in das Formelement einleben. Dieses Formelement herrscht namentlich auf dem physischen Plan. Hier sind die eigentlichen Herrscher die Geister der Form. In ihr geistiges Element muß man untertauchen, wenn man sich mit ihnen bekanntmachen will, wie ich es ausgesprochen habe in dem Bild von dem Hineinstecken des Kopfes wie in einen Ameisenhaufen. Und jeder, der etwas mit dem plastischen Element zu tun hat, muß so den Kopf hineinstecken in das lebendige Element der Geister der Form. Auf dem Gebiete der physischen Welt haben es nun gemeinsam zu tun die Geister der Form mit dem ahrimanischen Element.
[ 4 ] Besonders bei einer solchen Gelegenheit sieht man, wie es notwendig ist, nicht in der äußeren oberflächlichen Weise einfach zu sagen, man müsse sich vor dem ahrimanischen Elemente hüten. Man muß immer berücksichtigen, daß es sich hier darum handelt, daß solche geistigen Wesenheiten wie die luziferischen und ahrimanischen eben ihr bestimmtes Gebiet haben, auf dem sie normalerweise sich auszuleben und auszuwirken haben, und daß das böse Wirken nur dadurch zustande kommt, daß sie ihr Gebiet überschreiten. Ein durchaus berechtigtes Gebiet haben die ahrimanischen Impulse in der Architektur und Plastik. Wenn wir von der anderen Seite nehmen das musikalische und poetische Element, so sind das die Künste, wo im engeren Sinne die luziferischen Impulse wirken. In einem gewissen Sinn kann man geradezu Poesie und Musik die luziferisch beeinflußten Künste nennen, Architektur und Plastik die ahrimanisch beeinflußten. Wie sich in gewisser Weise der Gedanke in der Einsamkeit der Seele abspielt und dadurch sich absondert von der Gemeinsamkeit, so haben auch die Erlebnisse der Musik und Poesie etwas, was dem Inneren der Seele angehört, wo es sich unmittelbar mit dem luziferischen Impuls begegnet. Wenn wir auch bei Baukunst und Architektur Volksgrenzen beachten müssen, weil eben überall da, wo Ahriman ist, auch Luzifer hineinspielt, wenn diese Künste also in gewisser Beziehung sich auch nach den Volkscharakteren richten, so kann man doch sagen, daß dieses Element in gewisser Beziehung neutral bleibt. Poesie ist im wesentlichen gebunden an jenes luziferische Element, das in der Differenzierung der Volkscharaktere zum Ausdruck kommt. Bei der Musik beachtet man es wenig, daß auch in ihr etwas ist, was gewissermaßen zur Differenzierung führt, mehr als in der Baukunst und Plastik.
[ 4 ] Besonders bei einer solchen Gelegenheit sieht man, wie es notwendig ist, nicht in der äußeren oberflächlichen Weise einfach zu sagen, man müsse sich vor dem ahrimanischen Elemente hüten. Man muß immer berücksichtigen, daß es sich hier darum handelt, daß solche geistigen Wesenheiten wie die luziferischen und ahrimanischen eben ihr bestimmtes Gebiet haben, auf dem sie normalerweise sich auszuleben und auszuwirken haben, und daß das böse Wirken nur dadurch zustande kommt, daß sie ihr Gebiet überschreiten. Ein durchaus berechtigtes Gebiet haben die ahrimanischen Impulse in der Architektur und Plastik. Wenn wir von der anderen Seite nehmen das musikalische und poetische Element, so sind das die Künste, wo im engeren Sinne die luziferischen Impulse wirken. In einem gewissen Sinn kann man geradezu Poesie und Musik die luziferisch beeinflußten Künste nennen, Architektur und Plastik die ahrimanisch beeinflußten. Wie sich in gewisser Weise der Gedanke in der Einsamkeit der Seele abspielt und dadurch sich absondert von der Gemeinsamkeit, so haben auch die Erlebnisse der Musik und Poesie etwas, was dem Inneren der Seele angehört, wo es sich unmittelbar mit dem luziferischen Impuls begegnet. Wenn wir auch bei Baukunst und Architektur Volksgrenzen beachten müssen, weil eben überall da, wo Ahriman ist, auch Luzifer hineinspielt, wenn diese Künste also in gewisser Beziehung sich auch nach den Volkscharakteren richten, so kann man doch sagen, daß dieses Element in gewisser Beziehung neutral bleibt. Poesie ist im wesentlichen gebunden an jenes luziferische Element, das in der Differenzierung der Volkscharaktere zum Ausdruck kommt. Bei der Musik beachtet man es wenig, daß auch in ihr etwas ist, was gewissermaßen zur Differenzierung führt, mehr als in der Baukunst und Plastik.
[ 5 ] Aber gerade bei einem solchen Gebiete sieht man wiederum, daß man in so bequemer Weise, wie es mancher haben möchte, mit den Begriffsbildungen für die höheren Welten nicht auskommen kann. Es ist durchaus richtig, wenn gesagt wird, daß das ahrimanische Element in der Architektur und Plastik, das luziferische mehr in der Musik und Poesie wirkt. Doch muß man sagen, sobald man mit Begriffen zu tun hat, welche ihre Gültigkeit auch in den höheren Welten haben, hat man es nicht so bequem, daß man einfach darauf antworten kann, wenn einer fragt: Nun, wirkt in der Plastik mehr Ahriman oder Luzifer? — Gewiß, auf dem physischen Plan wird man leicht eine Auskunft geben können, wenn jemand fragt: Welche Farbe hat die Cichorie officinalis? Man wird sagen: Sie hat eine blaue Farbe. — So leicht möchte man es auch haben für die höheren Welten. Das ist aber eine falsche Anschauung, daß man so glatte Antworten auch da erhalten kann. Aber es ist zum Beispiel auch das Folgende durchaus wahr, trotzdem alles bestehen bleibt, was ich eben gesagt habe. Für die Baukunst wird es im wesentlichen gelten, daß darin das ahrimanische Element die bedeutsamsten Impulse liefert. Aber in die Plastik hinein kann wieder das luziferische Entgegenwirken so stark sein, daß es plastische Werke geben kann, in denen Luzifer mehr herrscht als Ahriman. Trotzdem ist richtig, was vorhin gesagt worden ist. Denn in der geistigen Welt ist nicht nur Verwandlungsfähigkeit, sondern man kann sagen, alles ist überall. Jedes geistige Element sucht im Grunde genommen alles zu durchsetzen. So kann es eine luziferische Plastik geben, trotzdem es wahr ist, daß auf die Plastik der ahrimanische Impuls vorwiegend wirkt. Man muß also sagen: Während allerdings die Poesie im wesentlichen dem luziferischen Einfluß unterliegen wird, kann auf die Musik in hohem Grade der ahrimanische Impuls wirken, so daß es Musikalisches geben kann, wo viel mehr Ahrimanisches darinnen ist als Luziferisches, trotzdem das gilt, daß die Musik in erster Linie dem luziferischen Impuls unterliegt.
[ 5 ] Aber gerade bei einem solchen Gebiete sieht man wiederum, daß man in so bequemer Weise, wie es mancher haben möchte, mit den Begriffsbildungen für die höheren Welten nicht auskommen kann. Es ist durchaus richtig, wenn gesagt wird, daß das ahrimanische Element in der Architektur und Plastik, das luziferische mehr in der Musik und Poesie wirkt. Doch muß man sagen, sobald man mit Begriffen zu tun hat, welche ihre Gültigkeit auch in den höheren Welten haben, hat man es nicht so bequem, daß man einfach darauf antworten kann, wenn einer fragt: Nun, wirkt in der Plastik mehr Ahriman oder Luzifer? — Gewiß, auf dem physischen Plan wird man leicht eine Auskunft geben können, wenn jemand fragt: Welche Farbe hat die Cichorie officinalis? Man wird sagen: Sie hat eine blaue Farbe. — So leicht möchte man es auch haben für die höheren Welten. Das ist aber eine falsche Anschauung, daß man so glatte Antworten auch da erhalten kann. Aber es ist zum Beispiel auch das Folgende durchaus wahr, trotzdem alles bestehen bleibt, was ich eben gesagt habe. Für die Baukunst wird es im wesentlichen gelten, daß darin das ahrimanische Element die bedeutsamsten Impulse liefert. Aber in die Plastik hinein kann wieder das luziferische Entgegenwirken so stark sein, daß es plastische Werke geben kann, in denen Luzifer mehr herrscht als Ahriman. Trotzdem ist richtig, was vorhin gesagt worden ist. Denn in der geistigen Welt ist nicht nur Verwandlungsfähigkeit, sondern man kann sagen, alles ist überall. Jedes geistige Element sucht im Grunde genommen alles zu durchsetzen. So kann es eine luziferische Plastik geben, trotzdem es wahr ist, daß auf die Plastik der ahrimanische Impuls vorwiegend wirkt. Man muß also sagen: Während allerdings die Poesie im wesentlichen dem luziferischen Einfluß unterliegen wird, kann auf die Musik in hohem Grade der ahrimanische Impuls wirken, so daß es Musikalisches geben kann, wo viel mehr Ahrimanisches darinnen ist als Luziferisches, trotzdem das gilt, daß die Musik in erster Linie dem luziferischen Impuls unterliegt.
[ 6 ] In der mittleren Linie zwischen dem Ahrimanischen in Baukunst und Plastik und dem Luziferischen in Poesie und Musik liegt die Malerei. Sie ist in gewisser Weise ein neutrales Gebiet, aber nicht ein solches, in dem man sich bequem niederlassen kann und sich sagen kann: So, nun male ich drauf los, da kann nicht Luzifer und da kann nicht Ahriman heran! — sondern in dem Sinn, daß man gerade in dieser mittleren Linie in dem Fall ist, daß nun von beiden Seiten erst recht der luziferische und ahrimanische Angriff kommt, und daß man sich in jedem Augenblicke gegen beide aufrecht zu erhalten hat, so daß also auf malerischem Gebiete im eminentesten Sinn das Unterliegen unter dem einen oder anderen Einfluß stattfinden kann. Die mittlere Linie ist immer diejenige, wo man geradezu im eminentesten Sinne zwischen den Polaritäten, zwischen den Gegensätzen den harmonischen Ausgleich durch den menschlichen Willen und die menschliche Tat herbeizuführen hat.
[ 6 ] In der mittleren Linie zwischen dem Ahrimanischen in Baukunst und Plastik und dem Luziferischen in Poesie und Musik liegt die Malerei. Sie ist in gewisser Weise ein neutrales Gebiet, aber nicht ein solches, in dem man sich bequem niederlassen kann und sich sagen kann: So, nun male ich drauf los, da kann nicht Luzifer und da kann nicht Ahriman heran! — sondern in dem Sinn, daß man gerade in dieser mittleren Linie in dem Fall ist, daß nun von beiden Seiten erst recht der luziferische und ahrimanische Angriff kommt, und daß man sich in jedem Augenblicke gegen beide aufrecht zu erhalten hat, so daß also auf malerischem Gebiete im eminentesten Sinn das Unterliegen unter dem einen oder anderen Einfluß stattfinden kann. Die mittlere Linie ist immer diejenige, wo man geradezu im eminentesten Sinne zwischen den Polaritäten, zwischen den Gegensätzen den harmonischen Ausgleich durch den menschlichen Willen und die menschliche Tat herbeizuführen hat.
[ 7 ] So sieht man, wenn man diese Gebiete betrachtet, wie wir es jetzt getan haben — es könnte das ebensogut mit anderen Gebieten geschehen —, dann eignet man sich gewisse Begriffe an, Begriffe, ohne die man selbstverständlich auf dem physischen Plan auskommen kann. Denn wenn man flach und oberflächlich bleiben will, kann es jeder aushalten auf dem physischen Plan, wenn er die Musik nicht luziferisch und die Architektur nicht ahrimanisch findet, selbstverständlich. Aber, wenn man auskommen will ohne dieses, so kann man hier auf dem physischen Plan eben keine Begriffe, Vorstellungen und Empfindungen bilden, welche die Seele so erstarken, daß sie die Schwelle zur geistigen Welt in günstiger Weise überschreitet und hinaufkommen kann in das eigentliche Geistgebiet, sondern man muß dann hier unten bleiben in der physisch-sinnlichen Welt. Also man muß sich Begriffe, Empfindungen und Vorstellungen für das Geistgebiet aneignen, wenn man die Schwelle wirklich überschreiten will, die zwar angeregt sind vom Physischen, die aber über das physisch-sinnliche Gebiet hinausgehen. Wenn man dann mit einer so erkrafteten Seele über die Schwelle der geistigen Welt tritt, dann lernt man die Welt kennen, in welcher das stattfindet, was charakterisiert worden ist als das Geistgespräch der Gedankenlebewesen. Man lebt sich in eine Welt hinein mit der erkrafteten Seele, die dann sich so zeigt, daß innerhalb ihrer die Wesenheiten vorhanden sind, die aus Gedankensubstanz bestehen, und zwar so aus Gedankensubstanz bestehen, daß sie in ihr lebendiger, persönlicher, individueller und viel realer sind als die Menschen auf der Erde. Wie der Mensch auf dem physischen Plan innerhalb von Fleisch und Blut real ist, so sind diese Wesenheiten innerhalb ihrer Gedankensubstanz real. Man lebt sich in jene Welt hinein, wo in gewissem Sinne ein Gedankengespräch von Wesen zu Wesen geht, wo die Seele gezwungen ist, Gedankengespräche zu führen, wenn sie zu einem Verhältnis kommen soll zu den Gedankenlebewesen, die in diesen Welten sind. Ich habe das in dem nun vorliegenden Buch «Die Schwelle der geistigen Welt» angedeutet. Hier kann mancherlei Ergänzung noch hinzugefügt werden. Mit all der Verantwortlichkeit, mit der so etwas getan werden muß, habe ich versucht, in diesem Buch eine systematische Darstellung zu vermeiden, aber gewisse Dinge in aphoristischer Form zu sagen, die nützlich sein kann, auch wenn man das schon aufgenommen hat, was in den verflossenen Zyklen und Büchern vorgebracht worden ist.
[ 7 ] So sieht man, wenn man diese Gebiete betrachtet, wie wir es jetzt getan haben — es könnte das ebensogut mit anderen Gebieten geschehen —, dann eignet man sich gewisse Begriffe an, Begriffe, ohne die man selbstverständlich auf dem physischen Plan auskommen kann. Denn wenn man flach und oberflächlich bleiben will, kann es jeder aushalten auf dem physischen Plan, wenn er die Musik nicht luziferisch und die Architektur nicht ahrimanisch findet, selbstverständlich. Aber, wenn man auskommen will ohne dieses, so kann man hier auf dem physischen Plan eben keine Begriffe, Vorstellungen und Empfindungen bilden, welche die Seele so erstarken, daß sie die Schwelle zur geistigen Welt in günstiger Weise überschreitet und hinaufkommen kann in das eigentliche Geistgebiet, sondern man muß dann hier unten bleiben in der physisch-sinnlichen Welt. Also man muß sich Begriffe, Empfindungen und Vorstellungen für das Geistgebiet aneignen, wenn man die Schwelle wirklich überschreiten will, die zwar angeregt sind vom Physischen, die aber über das physisch-sinnliche Gebiet hinausgehen. Wenn man dann mit einer so erkrafteten Seele über die Schwelle der geistigen Welt tritt, dann lernt man die Welt kennen, in welcher das stattfindet, was charakterisiert worden ist als das Geistgespräch der Gedankenlebewesen. Man lebt sich in eine Welt hinein mit der erkrafteten Seele, die dann sich so zeigt, daß innerhalb ihrer die Wesenheiten vorhanden sind, die aus Gedankensubstanz bestehen, und zwar so aus Gedankensubstanz bestehen, daß sie in ihr lebendiger, persönlicher, individueller und viel realer sind als die Menschen auf der Erde. Wie der Mensch auf dem physischen Plan innerhalb von Fleisch und Blut real ist, so sind diese Wesenheiten innerhalb ihrer Gedankensubstanz real. Man lebt sich in jene Welt hinein, wo in gewissem Sinne ein Gedankengespräch von Wesen zu Wesen geht, wo die Seele gezwungen ist, Gedankengespräche zu führen, wenn sie zu einem Verhältnis kommen soll zu den Gedankenlebewesen, die in diesen Welten sind. Ich habe das in dem nun vorliegenden Buch «Die Schwelle der geistigen Welt» angedeutet. Hier kann mancherlei Ergänzung noch hinzugefügt werden. Mit all der Verantwortlichkeit, mit der so etwas getan werden muß, habe ich versucht, in diesem Buch eine systematische Darstellung zu vermeiden, aber gewisse Dinge in aphoristischer Form zu sagen, die nützlich sein kann, auch wenn man das schon aufgenommen hat, was in den verflossenen Zyklen und Büchern vorgebracht worden ist.
[ 8 ] Als ein Gedankenlebewesen muß man sich finden in dem Geistgebiete, von dem man sagen kann: Hier an diesem Orte sind die Worte Taten, und andere Taten müssen ihnen folgen. — Während man in der physischen Welt als Mensch in der Bewegung seiner Hand die Taten ausführt, sind Gedanken, die im Weltenwort in dem Sinne leben, wie charakterisiert worden ist, unmittelbar Taten. Was gesprochen ist, ist getan. Darauf kommt es an für die geistige Welt. Im Geistgespräche liegt zugleich das, was ein Wesen dem anderen tut, was ein Wesen tut in bezug auf die um es herum liegende geistige Außenwelt. Das Gesprochene ist überall Tat. So muß man sich also selber hinaufleben in das Geistgebiet, und dann findet man sich als Gedankenlebewesen unter anderen Gedankenlebewesen. Man muß sich so benehmen, das heißt, Worte Taten sein lassen bei sich selber, wie sich die anderen Lebewesen benehmen — wenn das flache Wort gebraucht werden darf. Was findet man da? Man findet auch für sein eigenes Selbst nicht mehr das, was man unten in der physischen und auch in der elementarischen Welt hat. Dieses Selbst, das der Mensch durch die physische und elementarische Welt trägt, ist eine Summe von Erlebnissen, die sich zusarnmensetzen aus den Eindrücken der physischen Welt und aus dem, was aus dem Denken, Fühlen und Wollen entspringt, welche die Seele auf dem physischen Plan entwickelt. Aber weder die Eindrücke noch das Denken, Fühlen und Wollen in der Form, wie sie uns auf dem physischen Plan entgegentreten, haben irgendeine Bedeutung für die geistige Welt. Man findet deshalb etwas anderes für das sogenannte menschliche Selbst des physischen Planes und der elementarischen Welt in der geistigen Welt. Man findet da sozusagen von sich das, was zwar in den Seelentiefen immer vorhanden ist, was aber das gewöhnliche Bewußtsein des physischen Planes in dem Menschen selber nicht kennen kann. Man findet sein anderes Selbst wie eine zweite Wesenheit, sein anderes Selbst findet man in der geistigen Welt.
[ 8 ] Als ein Gedankenlebewesen muß man sich finden in dem Geistgebiete, von dem man sagen kann: Hier an diesem Orte sind die Worte Taten, und andere Taten müssen ihnen folgen. — Während man in der physischen Welt als Mensch in der Bewegung seiner Hand die Taten ausführt, sind Gedanken, die im Weltenwort in dem Sinne leben, wie charakterisiert worden ist, unmittelbar Taten. Was gesprochen ist, ist getan. Darauf kommt es an für die geistige Welt. Im Geistgespräche liegt zugleich das, was ein Wesen dem anderen tut, was ein Wesen tut in bezug auf die um es herum liegende geistige Außenwelt. Das Gesprochene ist überall Tat. So muß man sich also selber hinaufleben in das Geistgebiet, und dann findet man sich als Gedankenlebewesen unter anderen Gedankenlebewesen. Man muß sich so benehmen, das heißt, Worte Taten sein lassen bei sich selber, wie sich die anderen Lebewesen benehmen — wenn das flache Wort gebraucht werden darf. Was findet man da? Man findet auch für sein eigenes Selbst nicht mehr das, was man unten in der physischen und auch in der elementarischen Welt hat. Dieses Selbst, das der Mensch durch die physische und elementarische Welt trägt, ist eine Summe von Erlebnissen, die sich zusarnmensetzen aus den Eindrücken der physischen Welt und aus dem, was aus dem Denken, Fühlen und Wollen entspringt, welche die Seele auf dem physischen Plan entwickelt. Aber weder die Eindrücke noch das Denken, Fühlen und Wollen in der Form, wie sie uns auf dem physischen Plan entgegentreten, haben irgendeine Bedeutung für die geistige Welt. Man findet deshalb etwas anderes für das sogenannte menschliche Selbst des physischen Planes und der elementarischen Welt in der geistigen Welt. Man findet da sozusagen von sich das, was zwar in den Seelentiefen immer vorhanden ist, was aber das gewöhnliche Bewußtsein des physischen Planes in dem Menschen selber nicht kennen kann. Man findet sein anderes Selbst wie eine zweite Wesenheit, sein anderes Selbst findet man in der geistigen Welt.
[ 9 ] Ich werde zum Schlusse dieser Vorträge — wie ich es auch im Schlußkapitel des Buches «Die Schwelle der geistigen Welt» getan habe für denjenigen, der Widersprüche wittern möchte, noch darauf aufmerksam machen, wie sich die Benennungen verhalten, die hier gebraucht werden, zu demjenigen, was als Terminologie, als Namengebung in meiner «Theosophie» und «Geheimwissenschaft im Umriß» von mir gebraucht worden ist.
[ 9 ] Ich werde zum Schlusse dieser Vorträge — wie ich es auch im Schlußkapitel des Buches «Die Schwelle der geistigen Welt» getan habe für denjenigen, der Widersprüche wittern möchte, noch darauf aufmerksam machen, wie sich die Benennungen verhalten, die hier gebraucht werden, zu demjenigen, was als Terminologie, als Namengebung in meiner «Theosophie» und «Geheimwissenschaft im Umriß» von mir gebraucht worden ist.
[ 10 ] Hier aber kann gesagt werden: Der Mensch lebt in seinem physischen Leibe in der physischen Umwelt. Wenn er von ihm wegkommt, wenn er außerhalb des physischen Leibes erlebt, dann erlebt er in seinem ätherischen Leibe und hat als Umwelt die elementarische Welt. Wenn er auch aus dem herauskommt, dann erlebt er im astralischen Leibe das Geistgebiet. Gegenüber diesem Erleben, diesem Erfühlen in dem astralischen Leibe kommt eine Begegnung zustande, welche man in der geistigen Welt hat, die Begegnung mit dem anderen Selbst, mit jenem zweiten Selbst, von dem Johannes Thomasius spricht am Ende von «Der Hüter der Schwelle», das gleichsam durch den ganzen Vorgang von «Der Seelen Erwachen» neben dem ersten Selbst bei Johannes Thomasius steht und die Erlebnisse hervorruft. Von diesem anderen Selbst werden wir noch das Prinzipielle besprechen. Es ist das, was der Mensch kennenlernt, wenn er in der geistigen Welt innerhalb seines astralischen Leibes erfühlen, wahrnehmen, erleben lernt. Es ist das, was von Erdenleben zu Erdenleben, von Inkarnation zu Inkarnation geht. Was da von Erdenleben zu Erdenleben geht, webt sich in einer so geheimnisvollen Weise zwischen dem Tod und einer Geburt in das menschliche Wesen hinein, daß das physische Bewußtsein dieses andere Selbst gewöhnlich nicht wahrnehmen kann, denn es ist dieses andere Selbst in der geistigen Welt, trotzdem es zugleich mit dem physischen Wesen des Menschen verbunden ist.
[ 10 ] Hier aber kann gesagt werden: Der Mensch lebt in seinem physischen Leibe in der physischen Umwelt. Wenn er von ihm wegkommt, wenn er außerhalb des physischen Leibes erlebt, dann erlebt er in seinem ätherischen Leibe und hat als Umwelt die elementarische Welt. Wenn er auch aus dem herauskommt, dann erlebt er im astralischen Leibe das Geistgebiet. Gegenüber diesem Erleben, diesem Erfühlen in dem astralischen Leibe kommt eine Begegnung zustande, welche man in der geistigen Welt hat, die Begegnung mit dem anderen Selbst, mit jenem zweiten Selbst, von dem Johannes Thomasius spricht am Ende von «Der Hüter der Schwelle», das gleichsam durch den ganzen Vorgang von «Der Seelen Erwachen» neben dem ersten Selbst bei Johannes Thomasius steht und die Erlebnisse hervorruft. Von diesem anderen Selbst werden wir noch das Prinzipielle besprechen. Es ist das, was der Mensch kennenlernt, wenn er in der geistigen Welt innerhalb seines astralischen Leibes erfühlen, wahrnehmen, erleben lernt. Es ist das, was von Erdenleben zu Erdenleben, von Inkarnation zu Inkarnation geht. Was da von Erdenleben zu Erdenleben geht, webt sich in einer so geheimnisvollen Weise zwischen dem Tod und einer Geburt in das menschliche Wesen hinein, daß das physische Bewußtsein dieses andere Selbst gewöhnlich nicht wahrnehmen kann, denn es ist dieses andere Selbst in der geistigen Welt, trotzdem es zugleich mit dem physischen Wesen des Menschen verbunden ist.
[ 11 ] Wie wirkt dieses andere Selbst? Nun, es ist gerade gesagt worden, daß dieses andere Selbst der geistigen Welt im Geistgebiete angehört, ein Gedankenlebewesen unter Gedankenlebewesen ist. Bei denen sind die Worte Taten, und das, was sie wirken, wirken sie durch das, was man mit einem Worte Inspiration nennen kann. Inspirierend wirkt das zweite Selbst in die Natur des Menschen. Was inspiriert es denn? Es inspiriert das, was wir unser Karma, unser Schicksal nennen. Und hier haben wir den geheimnisvollen Vorgang: Was wir erleben, sei es an Schmerzlichem, sei es an Freudvollem, was in unserem Leben sich abspielt, es ist inspiriert von unserem anderen Selbst aus der geistigen Welt herein. Gehen Sie auf die Straße, erleben Sie etwas, was Ihnen wie zufällig erscheint, es ist inspiriert aus der geistigen Welt herein von Ihrem anderen Selbst. — Also, es gibt etwas wie Inspiration in der geistigen Welt, und die Inspiration offenbart sich auf dem physischen Plan und bewirkt die Tatsachen, die Ihr Schicksal sind im Kleinen und im Großen. Das Schicksal des Menschen wird von dem anderen Selbst inspiriert aus dem Geistgebiet heraus. Wenn die hellsichtige Seele in dieses Geistgebiet hineinkommt, dann erlebt sie als eine Offenbarung in dem Geistgespräch das, wovon man sagen kann: Worte sind Taten. — Aber alles, was in der geistigen Welt geschieht, prägt sich aus in der physischen Welt. Ob Sie einen Stein, eine Pflanze, eine Wolke, ob Sie den Blitz betrachten, hinter all dem stehen geistige Wesenheiten und geistige Vorgänge. Auch hinter den physischen Vorgängen Ihres Schicksals stehen geistige Wesenheiten und Vorgänge. Was für geistige Wesenheiten und Vorgänge? Inspirationen! Geschehnisse eines Geistgespräches in der geistigen Welt. Das Weltenwort wirkt als Inspirator des menschlichen Schicksals. Das ist etwas Bedeutungsvolles in der geistigen Erkenntnis, wenn man seinem anderen Selbst begegnet. Dann vergeht es einem, seine Menschheitspersönlichkeit nur innerhalb der Grenzen zu denken, innerhalb welcher man sie gewöhnlich denkt. Man dehnt sein Selbst, in das man das andere Selbst einschließen muß, über sein ganzes Schicksal aus. Und dann erst ist man recht Mensch, wenn man ebenso wie man seinen Finger zu sich rechnet und sagt: Der gehört zum Ich auf dem physischen Plan —, ebenso sagt: Es gehört zu mir, wenn ich mir etwa eine blutige Wunde schlage, oder wenn ich falle — und so weiter. Denn das alles wird inspiriert von dem anderen Selbst aus.
[ 11 ] Wie wirkt dieses andere Selbst? Nun, es ist gerade gesagt worden, daß dieses andere Selbst der geistigen Welt im Geistgebiete angehört, ein Gedankenlebewesen unter Gedankenlebewesen ist. Bei denen sind die Worte Taten, und das, was sie wirken, wirken sie durch das, was man mit einem Worte Inspiration nennen kann. Inspirierend wirkt das zweite Selbst in die Natur des Menschen. Was inspiriert es denn? Es inspiriert das, was wir unser Karma, unser Schicksal nennen. Und hier haben wir den geheimnisvollen Vorgang: Was wir erleben, sei es an Schmerzlichem, sei es an Freudvollem, was in unserem Leben sich abspielt, es ist inspiriert von unserem anderen Selbst aus der geistigen Welt herein. Gehen Sie auf die Straße, erleben Sie etwas, was Ihnen wie zufällig erscheint, es ist inspiriert aus der geistigen Welt herein von Ihrem anderen Selbst. — Also, es gibt etwas wie Inspiration in der geistigen Welt, und die Inspiration offenbart sich auf dem physischen Plan und bewirkt die Tatsachen, die Ihr Schicksal sind im Kleinen und im Großen. Das Schicksal des Menschen wird von dem anderen Selbst inspiriert aus dem Geistgebiet heraus. Wenn die hellsichtige Seele in dieses Geistgebiet hineinkommt, dann erlebt sie als eine Offenbarung in dem Geistgespräch das, wovon man sagen kann: Worte sind Taten. — Aber alles, was in der geistigen Welt geschieht, prägt sich aus in der physischen Welt. Ob Sie einen Stein, eine Pflanze, eine Wolke, ob Sie den Blitz betrachten, hinter all dem stehen geistige Wesenheiten und geistige Vorgänge. Auch hinter den physischen Vorgängen Ihres Schicksals stehen geistige Wesenheiten und Vorgänge. Was für geistige Wesenheiten und Vorgänge? Inspirationen! Geschehnisse eines Geistgespräches in der geistigen Welt. Das Weltenwort wirkt als Inspirator des menschlichen Schicksals. Das ist etwas Bedeutungsvolles in der geistigen Erkenntnis, wenn man seinem anderen Selbst begegnet. Dann vergeht es einem, seine Menschheitspersönlichkeit nur innerhalb der Grenzen zu denken, innerhalb welcher man sie gewöhnlich denkt. Man dehnt sein Selbst, in das man das andere Selbst einschließen muß, über sein ganzes Schicksal aus. Und dann erst ist man recht Mensch, wenn man ebenso wie man seinen Finger zu sich rechnet und sagt: Der gehört zum Ich auf dem physischen Plan —, ebenso sagt: Es gehört zu mir, wenn ich mir etwa eine blutige Wunde schlage, oder wenn ich falle — und so weiter. Denn das alles wird inspiriert von dem anderen Selbst aus.
[ 12 ] Nun muß man aber berücksichtigen, wie man diesem anderen Selbst begegnet, wenn man über die Schwelle hinaus in das Geistgebiet eintritt. Immer wieder und wiederum muß man sich vor die Seele stellen, daß man durch das, was man erlernt, beobachtet, erfahren hat in der physischen Welt und auch in der elementarischen Welt, daß man in alldem nichts hat, was übereinstimmen könnte mit den Merkmalen der geistigen Welt, in der die Gedanken Lebewesen sind. Würde man also nur mit demjenigen hineinkommen, was man in der physischen und auch in der elementarischen Welt erfahren kann, würde man in dem Geistgebiete dem Nichts gegenüberstehen. Was kann man denn nun hineinbringen in dieses Geistgebiet? Überlegen wir uns das genau. Das muß sich die Seele angewöhnen, daß sie im Geistgebiete nicht so wahrnehmen, so denken, so fühlen, so wollen will, wie das in der physischen und auch in der elementarischen Welt der Fall ist. Das muß sie hinter sich lassen. Aber erinnern muß sie sich an das, was sie in der physischen Welt erfahren, erdacht, gefühlt, gewollt hat. Wie man in spätere Lebensperioden die Erinnerungen früherer Perioden hinüberträgt, so muß man hinübertragen von dem physischen Plan in das Geistgebiet dasjenige, was man in der Seele erkraftet, erstarkt hat. Also mit der an die physische Welt sich erinnernden Seele muß man in die geistige Welt eintreten. Und dann muß man etwas Bestimmtes ertragen. Was man da ertragen muß, kann man in der folgenden Weise schildern. Denken Sie sich, ein Moment könnte in Ihrem gewöhnlichen Erdenleben für Sie eintreten, in dem all Ihr Wahrnehmen aufhören würde. Sie würden nichts mehr sehen, hören, nichts mehr Neues denken, fühlen und wollen können. Alle bisherige Art des Lebens hörte auf, und Sie würden nur das wissen, woran Sie sich erinnern können. Genau in dieser Lage sind Sie, wenn Sie mit hellsichtigem Bewußtsein in die geistige Welt hinaufsteigen. Da gibt es nichts, was Sie für den ersten Moment neu erleben könnten. Sie verstehen nur aus Ihren Erinnerungen, da liegt Ihr Dasein in dem, was Ihnen in Ihren Erinnerungen geblieben ist. Die Seele erlebt sich so, daß sie von sich sagen kann: Du bist jetzt nur das, was du gewesen bist, dein Dasein besteht in deinem Gewesensein, Gegenwart und Zukunft haben zunächst für dich keinen Sinn, dein Sein besteht in deinem Gewesensein. — Das ist etwas, was sich unter Umständen leicht aussprechen läßt. Aber sich so anschauen, daß man sich nur Erinnerung ist, daß man keine Gegenwart erleben kann, daß man von seinem Sein als von einem Gewesensein sprechen kann, ist ein bedeutungsvolles Erlebnis.
[ 12 ] Nun muß man aber berücksichtigen, wie man diesem anderen Selbst begegnet, wenn man über die Schwelle hinaus in das Geistgebiet eintritt. Immer wieder und wiederum muß man sich vor die Seele stellen, daß man durch das, was man erlernt, beobachtet, erfahren hat in der physischen Welt und auch in der elementarischen Welt, daß man in alldem nichts hat, was übereinstimmen könnte mit den Merkmalen der geistigen Welt, in der die Gedanken Lebewesen sind. Würde man also nur mit demjenigen hineinkommen, was man in der physischen und auch in der elementarischen Welt erfahren kann, würde man in dem Geistgebiete dem Nichts gegenüberstehen. Was kann man denn nun hineinbringen in dieses Geistgebiet? Überlegen wir uns das genau. Das muß sich die Seele angewöhnen, daß sie im Geistgebiete nicht so wahrnehmen, so denken, so fühlen, so wollen will, wie das in der physischen und auch in der elementarischen Welt der Fall ist. Das muß sie hinter sich lassen. Aber erinnern muß sie sich an das, was sie in der physischen Welt erfahren, erdacht, gefühlt, gewollt hat. Wie man in spätere Lebensperioden die Erinnerungen früherer Perioden hinüberträgt, so muß man hinübertragen von dem physischen Plan in das Geistgebiet dasjenige, was man in der Seele erkraftet, erstarkt hat. Also mit der an die physische Welt sich erinnernden Seele muß man in die geistige Welt eintreten. Und dann muß man etwas Bestimmtes ertragen. Was man da ertragen muß, kann man in der folgenden Weise schildern. Denken Sie sich, ein Moment könnte in Ihrem gewöhnlichen Erdenleben für Sie eintreten, in dem all Ihr Wahrnehmen aufhören würde. Sie würden nichts mehr sehen, hören, nichts mehr Neues denken, fühlen und wollen können. Alle bisherige Art des Lebens hörte auf, und Sie würden nur das wissen, woran Sie sich erinnern können. Genau in dieser Lage sind Sie, wenn Sie mit hellsichtigem Bewußtsein in die geistige Welt hinaufsteigen. Da gibt es nichts, was Sie für den ersten Moment neu erleben könnten. Sie verstehen nur aus Ihren Erinnerungen, da liegt Ihr Dasein in dem, was Ihnen in Ihren Erinnerungen geblieben ist. Die Seele erlebt sich so, daß sie von sich sagen kann: Du bist jetzt nur das, was du gewesen bist, dein Dasein besteht in deinem Gewesensein, Gegenwart und Zukunft haben zunächst für dich keinen Sinn, dein Sein besteht in deinem Gewesensein. — Das ist etwas, was sich unter Umständen leicht aussprechen läßt. Aber sich so anschauen, daß man sich nur Erinnerung ist, daß man keine Gegenwart erleben kann, daß man von seinem Sein als von einem Gewesensein sprechen kann, ist ein bedeutungsvolles Erlebnis.
[ 13 ] Und wenn der Mensch dieses Erlebnis durchmacht, wenn sich die hellsichtige Seele bis zu ihm durchringt, dann erst beginnt man ein ganz richtiges Verständnis zu haben für die Gestalt, deren Name jetzt so oftmals ausgesprochen worden ist, für Luzifer. Denn die menschliche Seele lebt sich hinaus in das Geistgebiet so, daß sie einen Moment erlebt: Du bist nur ein Gewesenes. — Luzifer ist ein Wesen, das innerhalb der Weltenordnung dazu gekommen ist, immer nur ein solches Gewesenes zu sein, nur eine Vergangenheit zu sein, nur zu sein, was abgelebte Erdenepochen gegeben haben, was abgelebte Weltenepochen der Seele Luzifers gebracht haben. Und Luzifers Leben besteht darin, sich mit seiner Vergangenheit Gegenwart und Zukunft zu erkämpfen, während ihn die anderen, im regelrechten Fortgang der Erdenentwickelung sich befindlichen göttlich-geistigen Wesenheiten verurteilt haben zur Vergangenheit. So steht Luzifer vor dem hellseherischen Blick, in seinem Dasein bewahrend Göttlich-Geistiges der Ursprünge der Welt, alle Herrlichkeiten der Welt in seiner Seele tragend und verurteilt, zu ihnen nur zu sagen: sie sind in dir gewesen. Und nun beginnt sein ewig währender Kampf, dieser Vergangenheit auch die Gegenwart und die Zukunft in der Weltenordnung zu erkämpfen. Da erlebt man, indem man die Ähnlichkeit Luzifers, die makrokosmische Ähnlichkeit Luzifers mit dem mikrokosmischen Wesen der menschlichen Seele an der Schwelle zwischen der elementarischen und geistigen Welt erlebt, die ganze tiefe Tragik dieser Gestalt Luzifers. Und man beginnt etwas zu ahnen von den großen Weltengeheimnissen, die im tiefen Schoß des Daseins ruhen, wo nicht nur ein Wesen mit dem anderen kämpft, wo Zeitalter mit Zeitalter, die zu Wesen werden, gegeneinander im Kampfe liegen. Es beginnt wahrhaftig eine Anschauung der Welt, wo tiefer Ernst und tiefe Würde sich ausgießen über die Seele, und wo man etwas von dem verspürt, was man den Hauch der ewigen Notwendigkeiten nennen könnte, die in der Weltenmitternacht erlebt werden, wenn Blitze zucken über das Dasein, die im Leuchten auch so etwas erleuchten wie die Gestalt eines Luzifer, aber die im Erkennen sterben und sterbend sich zu Schicksalszeichen formen, so daß sie als Form des inneren tragischen Karmas in der Menschenseele fortwirken. Die Menschenseele selber, indem sie sich hinauflebt in diese geistigen Welten, hat einen Moment, wo sie bloß Gewesenes ist, wo sie gegenüber dem Nichts steht, wo sie wie ein Punkt im Weltenall ist und sich nur wie einen Punkt erlebt.
[ 13 ] Und wenn der Mensch dieses Erlebnis durchmacht, wenn sich die hellsichtige Seele bis zu ihm durchringt, dann erst beginnt man ein ganz richtiges Verständnis zu haben für die Gestalt, deren Name jetzt so oftmals ausgesprochen worden ist, für Luzifer. Denn die menschliche Seele lebt sich hinaus in das Geistgebiet so, daß sie einen Moment erlebt: Du bist nur ein Gewesenes. — Luzifer ist ein Wesen, das innerhalb der Weltenordnung dazu gekommen ist, immer nur ein solches Gewesenes zu sein, nur eine Vergangenheit zu sein, nur zu sein, was abgelebte Erdenepochen gegeben haben, was abgelebte Weltenepochen der Seele Luzifers gebracht haben. Und Luzifers Leben besteht darin, sich mit seiner Vergangenheit Gegenwart und Zukunft zu erkämpfen, während ihn die anderen, im regelrechten Fortgang der Erdenentwickelung sich befindlichen göttlich-geistigen Wesenheiten verurteilt haben zur Vergangenheit. So steht Luzifer vor dem hellseherischen Blick, in seinem Dasein bewahrend Göttlich-Geistiges der Ursprünge der Welt, alle Herrlichkeiten der Welt in seiner Seele tragend und verurteilt, zu ihnen nur zu sagen: sie sind in dir gewesen. Und nun beginnt sein ewig währender Kampf, dieser Vergangenheit auch die Gegenwart und die Zukunft in der Weltenordnung zu erkämpfen. Da erlebt man, indem man die Ähnlichkeit Luzifers, die makrokosmische Ähnlichkeit Luzifers mit dem mikrokosmischen Wesen der menschlichen Seele an der Schwelle zwischen der elementarischen und geistigen Welt erlebt, die ganze tiefe Tragik dieser Gestalt Luzifers. Und man beginnt etwas zu ahnen von den großen Weltengeheimnissen, die im tiefen Schoß des Daseins ruhen, wo nicht nur ein Wesen mit dem anderen kämpft, wo Zeitalter mit Zeitalter, die zu Wesen werden, gegeneinander im Kampfe liegen. Es beginnt wahrhaftig eine Anschauung der Welt, wo tiefer Ernst und tiefe Würde sich ausgießen über die Seele, und wo man etwas von dem verspürt, was man den Hauch der ewigen Notwendigkeiten nennen könnte, die in der Weltenmitternacht erlebt werden, wenn Blitze zucken über das Dasein, die im Leuchten auch so etwas erleuchten wie die Gestalt eines Luzifer, aber die im Erkennen sterben und sterbend sich zu Schicksalszeichen formen, so daß sie als Form des inneren tragischen Karmas in der Menschenseele fortwirken. Die Menschenseele selber, indem sie sich hinauflebt in diese geistigen Welten, hat einen Moment, wo sie bloß Gewesenes ist, wo sie gegenüber dem Nichts steht, wo sie wie ein Punkt im Weltenall ist und sich nur wie einen Punkt erlebt.
[ 14 ] Aber dieser Punkt wird nun Zuschauer, Zuschauer gegenüber etwas anderem. Zwei andere Dinge sind da, zu denen als drittes die punktuell gewordene Menschenseele gehört, die eigentlich nichts in sich hat zunächst, wie der Punkt nichts hat. Das eine, was hinzukommt, ist dasjenige, woran man sich erinnert, was wie eine Außenwelt ist, auf die man zurückschaut, von der man sagen kann: Das ist dein Gewesenes. — Wenn man selber, ohne eigentlich zunächst von sich zu wissen, neben diesem seinem Sein steht, das ein Gewesensein ist, das man aber über die Schwelle in die geistige Welt heraufgebracht und ihm Gedankenlebewesenheit verliehen hat, und wenn man dann die Stimmung der Seelenfriedsamkeit hat, dann fängt das, was man da als sein Gewesensein in die geistige Welt heraufgetragen hat, das Geistgespräch an mit der umliegenden Welt der Gedankenlebewesen. Und wie ein objektiv nebenbeistehender Zuschauer, der aber gleichsam punktuell ist, sieht man die zwei anderen das Gespräch beginnen. Seine eigene Gedankenvergangenheit und die Gedankenlebewesenheit sprechen miteinander. Das, was man selber heraufgetragen hat, zum Gedanken gemacht hat, entfaltet ein Geistgespräch im Weltenwort mit der geistigen Gedankenlebewesenheit des Geistgebietes. Man lauscht da, was die eigene Vergangenheit mit der geistigen Lebewesenheit im Geistgebiet spricht. Da ist man zunächst wie ein Nichts. Aber als solches Nichts wird man geboren, indem man auf das Gespräch der eigenen Vergangenheit mit den geistigen Wesenheiten des Geistgebietes lauscht. Und indem man lauscht, erfüllt man sich mit neuem Inhalt. Man lernt sich jetzt erkennen, indem man punktuell ist und als Punkt sich erfühlt, während man dem Gespräch zwischen der eigenen Vergangenheit und der geistigen Lebewesenheit im Geistgebiete lauscht. Und je mehr man in sich aufnimmt von diesem Geistgespräche seines eigenen Gewesenseins mit der Zukunft, desto mehr wird man selber, wird man selber ein Geistwesen. Das ist der Vorgang, in welchem man in der geistigen Welt innerhalb einer Dreiheit steht. Das eine Glied dieser Dreiheit ist das eigene Gewesensein, das man heraufgetragen hat in die geistige Welt, das man sich erobert hat in der Art, wie es sich als Geistiges offenbart schon in der Sinneswelt und dann über der Schwelle empfindet als Gewesensein. Das zweite ist die ganze geistige Umgebung, und das dritte Glied ist man selbst. So steht die Dreiheit in der geistigen Welt, und innerhalb der Dreiheit entwickelt sich durch den Gegensatz des Gewesenseins und der geistigen Lebewesenheit im Geistgebiet das Dritte, das Mittlere, das nur wie ein Punkt ist und das durch das Erlauschen des Geistgespräches zwischen dem Gewesensein und der geistigen Welt immer voller und voller wird, ein sich entwickelndes Wesen wird innerhalb der geistigen Welt. So wird man selbst im hellsichtigen Bewußtsein innerhalb der geistigen Welt.
[ 14 ] Aber dieser Punkt wird nun Zuschauer, Zuschauer gegenüber etwas anderem. Zwei andere Dinge sind da, zu denen als drittes die punktuell gewordene Menschenseele gehört, die eigentlich nichts in sich hat zunächst, wie der Punkt nichts hat. Das eine, was hinzukommt, ist dasjenige, woran man sich erinnert, was wie eine Außenwelt ist, auf die man zurückschaut, von der man sagen kann: Das ist dein Gewesenes. — Wenn man selber, ohne eigentlich zunächst von sich zu wissen, neben diesem seinem Sein steht, das ein Gewesensein ist, das man aber über die Schwelle in die geistige Welt heraufgebracht und ihm Gedankenlebewesenheit verliehen hat, und wenn man dann die Stimmung der Seelenfriedsamkeit hat, dann fängt das, was man da als sein Gewesensein in die geistige Welt heraufgetragen hat, das Geistgespräch an mit der umliegenden Welt der Gedankenlebewesen. Und wie ein objektiv nebenbeistehender Zuschauer, der aber gleichsam punktuell ist, sieht man die zwei anderen das Gespräch beginnen. Seine eigene Gedankenvergangenheit und die Gedankenlebewesenheit sprechen miteinander. Das, was man selber heraufgetragen hat, zum Gedanken gemacht hat, entfaltet ein Geistgespräch im Weltenwort mit der geistigen Gedankenlebewesenheit des Geistgebietes. Man lauscht da, was die eigene Vergangenheit mit der geistigen Lebewesenheit im Geistgebiet spricht. Da ist man zunächst wie ein Nichts. Aber als solches Nichts wird man geboren, indem man auf das Gespräch der eigenen Vergangenheit mit den geistigen Wesenheiten des Geistgebietes lauscht. Und indem man lauscht, erfüllt man sich mit neuem Inhalt. Man lernt sich jetzt erkennen, indem man punktuell ist und als Punkt sich erfühlt, während man dem Gespräch zwischen der eigenen Vergangenheit und der geistigen Lebewesenheit im Geistgebiete lauscht. Und je mehr man in sich aufnimmt von diesem Geistgespräche seines eigenen Gewesenseins mit der Zukunft, desto mehr wird man selber, wird man selber ein Geistwesen. Das ist der Vorgang, in welchem man in der geistigen Welt innerhalb einer Dreiheit steht. Das eine Glied dieser Dreiheit ist das eigene Gewesensein, das man heraufgetragen hat in die geistige Welt, das man sich erobert hat in der Art, wie es sich als Geistiges offenbart schon in der Sinneswelt und dann über der Schwelle empfindet als Gewesensein. Das zweite ist die ganze geistige Umgebung, und das dritte Glied ist man selbst. So steht die Dreiheit in der geistigen Welt, und innerhalb der Dreiheit entwickelt sich durch den Gegensatz des Gewesenseins und der geistigen Lebewesenheit im Geistgebiet das Dritte, das Mittlere, das nur wie ein Punkt ist und das durch das Erlauschen des Geistgespräches zwischen dem Gewesensein und der geistigen Welt immer voller und voller wird, ein sich entwickelndes Wesen wird innerhalb der geistigen Welt. So wird man selbst im hellsichtigen Bewußtsein innerhalb der geistigen Welt.
[ 15 ] Das ist es, was ich versuchen wollte, Ihnen mit Worten zu schildern, die selbstverständlich, da sie der Sprache entlehnt sein müssen, die dem Physischen angehört, immer einseitig bleiben müssen. Aber man versucht eben, so gut es geht, mit den Worten der Sprache des physischen Planes diese erhabenen und tiefen Verhältnisse zu charakterisieren. Denn diese Verhältnisse sind einzig und allein geeignet, den Menschen mit seinem wahren Wesen bekanntzumachen, das er, wie gesagt, erlauscht in der geistigen Welt aus den zwei anderen. In dieses wahre Wesen des Menschen hineinzuführen, versucht man mit solchen Vorträgen, wie sie hier in diesem Vortragszyklus gehalten werden.
[ 15 ] Das ist es, was ich versuchen wollte, Ihnen mit Worten zu schildern, die selbstverständlich, da sie der Sprache entlehnt sein müssen, die dem Physischen angehört, immer einseitig bleiben müssen. Aber man versucht eben, so gut es geht, mit den Worten der Sprache des physischen Planes diese erhabenen und tiefen Verhältnisse zu charakterisieren. Denn diese Verhältnisse sind einzig und allein geeignet, den Menschen mit seinem wahren Wesen bekanntzumachen, das er, wie gesagt, erlauscht in der geistigen Welt aus den zwei anderen. In dieses wahre Wesen des Menschen hineinzuführen, versucht man mit solchen Vorträgen, wie sie hier in diesem Vortragszyklus gehalten werden.
