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Occult Reading and Occult Hearing
GA 156

27 December 1914, Dornach

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Weihnachtsfeier II

Weihnachtsfeier II

[ 1 ] Der große neuere Mystiker Angelus Silesius hat das schöne Wort gesprochen:

[ 1 ] Der große neuere Mystiker Angelus Silesius hat das schöne Wort gesprochen:

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.

[ 2 ] Zwei Seiten hat dieser Ausspruch. Die eine besteht darin, daß mit ihm gleichsam das Bekenntnis abgelegt wird: die rechte, die wahre Weihnachtszeit muß gefeiert werden in dem inneren Herzen des Menschen, und Anregung muß alles äußere Weihnachtsfeiern sein zum Erstreben der inneren Tatsache, die da in der Winterweihenacht aus den Tiefen unserer Seele, aus dem Dunkel, das im Inneren der Seele so waltet, wie das Winterdunkel draußen, die tiefsten Kräfte heraufholt, die die Seele in sich finden kann. Und diese tiefsten Kräfte fühlen sich verbunden mit derjenigen Wesenheit, von der der Mensch ahnen kann, wie sie alles Erdenwerden durchwallt und durchwellt und ihm den Sinn gibt. Wir finden in den Tiefen unserer Seele etwas, mit dem der Christus ist, wenn wir nur tief genug heruntergehen in die Untergründe unseres Seelenlebens, dahin, wo wir noch mit unserem den geistigen Mächten der Welt ergebenem Sinn Bewußtsein entfalten.

[ 2 ] Zwei Seiten hat dieser Ausspruch. Die eine besteht darin, daß mit ihm gleichsam das Bekenntnis abgelegt wird: die rechte, die wahre Weihnachtszeit muß gefeiert werden in dem inneren Herzen des Menschen, und Anregung muß alles äußere Weihnachtsfeiern sein zum Erstreben der inneren Tatsache, die da in der Winterweihenacht aus den Tiefen unserer Seele, aus dem Dunkel, das im Inneren der Seele so waltet, wie das Winterdunkel draußen, die tiefsten Kräfte heraufholt, die die Seele in sich finden kann. Und diese tiefsten Kräfte fühlen sich verbunden mit derjenigen Wesenheit, von der der Mensch ahnen kann, wie sie alles Erdenwerden durchwallt und durchwellt und ihm den Sinn gibt. Wir finden in den Tiefen unserer Seele etwas, mit dem der Christus ist, wenn wir nur tief genug heruntergehen in die Untergründe unseres Seelenlebens, dahin, wo wir noch mit unserem den geistigen Mächten der Welt ergebenem Sinn Bewußtsein entfalten.

[ 3 ] Und die andere Seite des Spruches von Angelus Silesius besteht darin, daß der Mensch, der heute im Erdenwerden sich so recht als Mensch erfühlt, sich zum Bewußtsein bringen kann, wie wahres Menschensein, Nichtverlorensein als wahrer Mensch, daran geknüpft ist, daß die Seele im Innersten sich verbunden fühle mit der wesenhaften Substantialität des Christus Jesus. Aber uns ist durch mannigfaltige Betrachtungen im Laufe der Jahre klargeworden, daß im Fortschritt der Erdenentwickelung das Christus-Bewußtsein selbst sich immer vertiefen müsse, daß, mit andern Worten, die Menschen, wie sie von Inkarnation zu Inkarnation gehen, immer tiefer und tiefer zum Verständnis desjenigen kommen, was eigentlich der Christus ist. Und wir haben versucht in den letzten Zeiten, diese Christus-Erkenntnis dadurch zu vertiefen, daß wir gerade einen Quell geschaffen haben, durch den wir die Weihnachtsweihenacht, die Winterweihenacht, das Fest der Jesu-Geburt, in einem tieferen Sinne feiern können. Wie das gemeint ist, gehe aus unserer heutigen Betrachtung einmal hervor.

[ 3 ] Und die andere Seite des Spruches von Angelus Silesius besteht darin, daß der Mensch, der heute im Erdenwerden sich so recht als Mensch erfühlt, sich zum Bewußtsein bringen kann, wie wahres Menschensein, Nichtverlorensein als wahrer Mensch, daran geknüpft ist, daß die Seele im Innersten sich verbunden fühle mit der wesenhaften Substantialität des Christus Jesus. Aber uns ist durch mannigfaltige Betrachtungen im Laufe der Jahre klargeworden, daß im Fortschritt der Erdenentwickelung das Christus-Bewußtsein selbst sich immer vertiefen müsse, daß, mit andern Worten, die Menschen, wie sie von Inkarnation zu Inkarnation gehen, immer tiefer und tiefer zum Verständnis desjenigen kommen, was eigentlich der Christus ist. Und wir haben versucht in den letzten Zeiten, diese Christus-Erkenntnis dadurch zu vertiefen, daß wir gerade einen Quell geschaffen haben, durch den wir die Weihnachtsweihenacht, die Winterweihenacht, das Fest der Jesu-Geburt, in einem tieferen Sinne feiern können. Wie das gemeint ist, gehe aus unserer heutigen Betrachtung einmal hervor.

[ 4 ] Ein großer Historiker der neueren Zeit wurde von einer an den Weltereignissen interessierten Persönlichkeit gefragt, warum denn in seinen Büchern die Ereignisse ausgeschaltet werden, die sich abspielen im Anschluß an das Mysterium von Golgatha, warum denn da nirgends die Rede ist von dem Eingreifen der Kräfte und Mächte des Christus Jesus in den Fortgang des menschlichen Geschehens. Gefragt wurde der große Historiker, warum er erklärt, wie die Päpste in die Geschichte eingegriffen haben, die Könige, die Heere, die verschiedenen Verwaltungsinstanzen, selbst Naturereignisse in die Geschichte eingegriffen haben, aber nichts könne man in seinen Schriften finden darüber, wie sich hindurchzieht durch das menschliche Geschehen seit dem Mysterium von Golgatha, was an Kräften in die Menschheit übergegangen ist durch dieses Mysterium von Golgatha. Der Historiker wurde nachdenklich. Dann sagte er nach einiger Zeit, nachdem er in der Sache mit sich gründlich zu Rate gegangen war: Für die Geschichtsbetrachtung muß es doch bei der Art bleiben, die ich bisher gepflogen habe; denn dasjenige, was an Christus-Kräften das Weltengeschehen durchwellt und durchströmt, das gehört einer Art Urwelt an, in die die Menschenseele nicht hineinzuschauen vermag. Man kann wohl betrachten, welche Wirkungen ausgegangen sind von dem Mysterium von Golgatha und von den Christus-Taten, aber man kann nicht die Eigenheit dieser ChristusTaten in der Geschichte selbst schildern.

[ 4 ] Ein großer Historiker der neueren Zeit wurde von einer an den Weltereignissen interessierten Persönlichkeit gefragt, warum denn in seinen Büchern die Ereignisse ausgeschaltet werden, die sich abspielen im Anschluß an das Mysterium von Golgatha, warum denn da nirgends die Rede ist von dem Eingreifen der Kräfte und Mächte des Christus Jesus in den Fortgang des menschlichen Geschehens. Gefragt wurde der große Historiker, warum er erklärt, wie die Päpste in die Geschichte eingegriffen haben, die Könige, die Heere, die verschiedenen Verwaltungsinstanzen, selbst Naturereignisse in die Geschichte eingegriffen haben, aber nichts könne man in seinen Schriften finden darüber, wie sich hindurchzieht durch das menschliche Geschehen seit dem Mysterium von Golgatha, was an Kräften in die Menschheit übergegangen ist durch dieses Mysterium von Golgatha. Der Historiker wurde nachdenklich. Dann sagte er nach einiger Zeit, nachdem er in der Sache mit sich gründlich zu Rate gegangen war: Für die Geschichtsbetrachtung muß es doch bei der Art bleiben, die ich bisher gepflogen habe; denn dasjenige, was an Christus-Kräften das Weltengeschehen durchwellt und durchströmt, das gehört einer Art Urwelt an, in die die Menschenseele nicht hineinzuschauen vermag. Man kann wohl betrachten, welche Wirkungen ausgegangen sind von dem Mysterium von Golgatha und von den Christus-Taten, aber man kann nicht die Eigenheit dieser ChristusTaten in der Geschichte selbst schildern.

[ 5 ] Nun, dies ist nur eine der Illustrationen, die gegeben werden können für die Tatsache, daß selbst für so etwas wie die Geschichtsbetrachtung die illustresten Persönlichkeiten der neuesten Zeit nicht von sich sagen können, daß ihre Seele bereits das Weihnachtsfest gefeiert hat; denn noch nicht war aufgegangen in der Seele dieses Historikers die lebendige Gestalt, die lebendige Wesenheit des Christus Jesus, so daß er sie hätte schauen können, wie sie von Jahr zu Jahr, von Woche zu Woche, ja von Stunde zu Stunde durch alles das geht, was im Menschenwerden geschieht. Man kann hineinschauen heute noch als ein gründlicher Historiker in das geschichtliche Werden und nichts vernehmen davon, daß überall die Kraft des Christus in diesem geschichtlichen Werden seit dem Mysterium von Golgatha vorhanden ist. Verschiedene Ursachen können wir suchen dafür und auch finden —, daß gewissermaßen in der Seele vieler, vieler Menschen noch nicht das Winterweihefest, das dem Weihnachtsmysterium gewidmet ist, gefeiert wird.

[ 5 ] Nun, dies ist nur eine der Illustrationen, die gegeben werden können für die Tatsache, daß selbst für so etwas wie die Geschichtsbetrachtung die illustresten Persönlichkeiten der neuesten Zeit nicht von sich sagen können, daß ihre Seele bereits das Weihnachtsfest gefeiert hat; denn noch nicht war aufgegangen in der Seele dieses Historikers die lebendige Gestalt, die lebendige Wesenheit des Christus Jesus, so daß er sie hätte schauen können, wie sie von Jahr zu Jahr, von Woche zu Woche, ja von Stunde zu Stunde durch alles das geht, was im Menschenwerden geschieht. Man kann hineinschauen heute noch als ein gründlicher Historiker in das geschichtliche Werden und nichts vernehmen davon, daß überall die Kraft des Christus in diesem geschichtlichen Werden seit dem Mysterium von Golgatha vorhanden ist. Verschiedene Ursachen können wir suchen dafür und auch finden —, daß gewissermaßen in der Seele vieler, vieler Menschen noch nicht das Winterweihefest, das dem Weihnachtsmysterium gewidmet ist, gefeiert wird.

[ 6 ] Einen gewissen Aufschluß kann uns geben derjenige, der uns diese Tatsache gewissermaßen aus den Tiefen seines Wesens heraus, wo er so recht das christliche Mysterium empfand, dargestellt hat: Goethe. Den Wilhelm Meister, den Goethe so liebevoll geschildert hat in seinem ganzen menschlichen Werdegang, läßt er in ein Schloß kommen. Wilhelm Meister wird von dem Schloßherrn herumgeführt, und dann wird ihm gezeigt die Bildergalerie des Schlosses. Diese Galerie ist eine eigentümliche Galerie; sie enthält nämlich hintereinander die hauptsächlichsten Szenen des geschichtlichen Werdens: wie verflossen ist die Weltgeschichte bei den verschiedenen Völkern des Altertums, und auch beim althebräischen Volk, von Paradieseszeiten, vom Sündenfalle an, bis hindurch in die weiteren Epochen des geschichtlichen Lebens. In bedeutungsvollen Szenen ist das geschichtliche Werden dargestellt, und dann endet die Sache bei der Zerstörung Jerusalems — und nicht findet sich irgendein Bild, welches enthielte irgendeine Szene aus dem Leben des Christus Jesus, trotzdem die Geschichte über das Mysterium von Golgatha hinausgeführt wird bis zur Zerstörung Jerusalems. Da fragt Wilhelm: Warum hast du in deiner Bildergalerie nicht irgend etwas über den göttlichen Mann, der so viel Heil in die Menschheitsentwickelung gebracht hat? Ich finde in diesem Geschichtsgang eine Lücke; ich sehe den Tempel Jerusalems zerstört, ohne daß der Mann aufgeführt wird, dem sie kurz vorher noch kein Gehör geben wollten. — Und geantwortet wird Wilhelm: Dies zu tun, wie Ihr verlangt, wäre ein Fehler gewesen. Das Leben dieses göttlichen Mannes steht mit der Weltgeschichte seiner Zeit in keiner Verbindung. Es war ein Privatleben, seine Lehre eine Lehre für die einzelnen. Was Völkermassen und ihren Gliedern öffentlich begegnet, gehört der Weltgeschichte, der Weltreligion an, welche wir für die erste halten. Was dem einzelnen innerlich begegnet, gehört zur zweiten Religion, derjenigen der Weisen. Eine solche war die, welche Christus lehrte und übte, so lange er auf der Erde umherging.

[ 6 ] Einen gewissen Aufschluß kann uns geben derjenige, der uns diese Tatsache gewissermaßen aus den Tiefen seines Wesens heraus, wo er so recht das christliche Mysterium empfand, dargestellt hat: Goethe. Den Wilhelm Meister, den Goethe so liebevoll geschildert hat in seinem ganzen menschlichen Werdegang, läßt er in ein Schloß kommen. Wilhelm Meister wird von dem Schloßherrn herumgeführt, und dann wird ihm gezeigt die Bildergalerie des Schlosses. Diese Galerie ist eine eigentümliche Galerie; sie enthält nämlich hintereinander die hauptsächlichsten Szenen des geschichtlichen Werdens: wie verflossen ist die Weltgeschichte bei den verschiedenen Völkern des Altertums, und auch beim althebräischen Volk, von Paradieseszeiten, vom Sündenfalle an, bis hindurch in die weiteren Epochen des geschichtlichen Lebens. In bedeutungsvollen Szenen ist das geschichtliche Werden dargestellt, und dann endet die Sache bei der Zerstörung Jerusalems — und nicht findet sich irgendein Bild, welches enthielte irgendeine Szene aus dem Leben des Christus Jesus, trotzdem die Geschichte über das Mysterium von Golgatha hinausgeführt wird bis zur Zerstörung Jerusalems. Da fragt Wilhelm: Warum hast du in deiner Bildergalerie nicht irgend etwas über den göttlichen Mann, der so viel Heil in die Menschheitsentwickelung gebracht hat? Ich finde in diesem Geschichtsgang eine Lücke; ich sehe den Tempel Jerusalems zerstört, ohne daß der Mann aufgeführt wird, dem sie kurz vorher noch kein Gehör geben wollten. — Und geantwortet wird Wilhelm: Dies zu tun, wie Ihr verlangt, wäre ein Fehler gewesen. Das Leben dieses göttlichen Mannes steht mit der Weltgeschichte seiner Zeit in keiner Verbindung. Es war ein Privatleben, seine Lehre eine Lehre für die einzelnen. Was Völkermassen und ihren Gliedern öffentlich begegnet, gehört der Weltgeschichte, der Weltreligion an, welche wir für die erste halten. Was dem einzelnen innerlich begegnet, gehört zur zweiten Religion, derjenigen der Weisen. Eine solche war die, welche Christus lehrte und übte, so lange er auf der Erde umherging.

[ 7 ] Wahrhaftig, ein tief zu unserem Herzen sprechendes Wort! In bezug auf die Christus-Tatsache steht jeder Mensch als einzelner da, und steht in bezug auf die Christus-Tatsache allen Menschen, die auf der Erde wohnen, als unmittelbare Individualität gegenüber. Dasjenige, was man darstellen kann als Volksgeschichte, schleicht sich in die Angelegenheiten der einzelnen Völker; denn es betrifft dasjenige, was, wenn ich mich so ausdrücken darf, im Umkreis des menschlichen Schicksals vorgeht, mit dem Menschlichen vorgeht. Das, was der Christus Jesus in die Welt gebracht hat, es geht tief, tief innerlich hinein in dasjenige, was — welchem Teile der Erdenentwickelung er auch angehört — jedes Herz, jede Menschenseele insofern erfühlt und erlebt, als sie sich im wahren Sinne des Wortes als Mensch und als bloßer Mensch fühlt. Man muß es wieder empfinden, daß dieses Sich-als-Mensch-Fühlen erst mit dem, was durch das Mysterium von Golgatha gezogen ist, in die Menschheitsentwickelung der Erde eingetreten ist.

[ 7 ] Wahrhaftig, ein tief zu unserem Herzen sprechendes Wort! In bezug auf die Christus-Tatsache steht jeder Mensch als einzelner da, und steht in bezug auf die Christus-Tatsache allen Menschen, die auf der Erde wohnen, als unmittelbare Individualität gegenüber. Dasjenige, was man darstellen kann als Volksgeschichte, schleicht sich in die Angelegenheiten der einzelnen Völker; denn es betrifft dasjenige, was, wenn ich mich so ausdrücken darf, im Umkreis des menschlichen Schicksals vorgeht, mit dem Menschlichen vorgeht. Das, was der Christus Jesus in die Welt gebracht hat, es geht tief, tief innerlich hinein in dasjenige, was — welchem Teile der Erdenentwickelung er auch angehört — jedes Herz, jede Menschenseele insofern erfühlt und erlebt, als sie sich im wahren Sinne des Wortes als Mensch und als bloßer Mensch fühlt. Man muß es wieder empfinden, daß dieses Sich-als-Mensch-Fühlen erst mit dem, was durch das Mysterium von Golgatha gezogen ist, in die Menschheitsentwickelung der Erde eingetreten ist.

[ 8 ] Und gehen wir weiter: Derjenige, dem das Schloß gehört, führt nun Wilhelm Meister weiter und zeigt ihm eine andere Galerie, die er verborgen gehalten hat. Nun treten sie in das Innere eines andern Raumes, wo die Ereignisse des Neuen Testamentes dargestellt sind. Also nicht da, wo die weltlichen Ereignisse von Etappe zu Etappe dargestellt sind, wo man das Exoterische zeigt, sollte Wilhelm sehen die Ereignisse des Neuen Testamentes, sondern in einem esoterischen Raum, für dessen Anschauung die Seele sich erst bereitet, herauszieht aus demjenigen, was weltgeschichtlich ist und den einzelnen Völkern angehört. Und nur auf die esoterische Basis des einzelnen, individuellen Menschen soll sich die Seele stellen. Dann wird sie die Schwelle übertreten, wo die Bilder des Neuen Testamentes aufgestellt sind. Auch in diesem Raum findet sich nicht das ganze Neue Testament, sondern nur die Szenen bis zum Abendmahl. Wilhelm fragt: «Habt ihr denn auch, so wie ihr das Leben dieses göttlichen Mannes als Lehr- und Musterbild aufstellt, sein Leiden, seinen Tod, gleichfalls als ein Vorbild erhabener Duldung herausgehoben?» Darauf erhält er eine bedeutungsvolle Antwort, eine Antwort, aus der zu entnehmen ist, mit welchen Schauern man empfinden kann das Allerheiligste, das vorgegangen ist auf Erden mit dem Wesen, das Wohnung genommen hat in einem Leibe, dessen Geburt wir in der Winterweihenacht feiern. Gleichsam in das nächste Esoterische soll Wilhelm geführt werden, um die Bilder bis zum Abendmahl zu sehen. Aber dann kommt das Esoterischste, und das wird mit heiligen Schauern also ausgesprochen: «Wir ziehen einen Schleier über diese Leiden, eben weil wir sie so hoch verehren. Wir halten es für eine verdammungswürdige Frechheit, jenes Martergerüst und den daran leidenden Heiligen dem Anblick der Sonne auszusetzen ...»

[ 8 ] Und gehen wir weiter: Derjenige, dem das Schloß gehört, führt nun Wilhelm Meister weiter und zeigt ihm eine andere Galerie, die er verborgen gehalten hat. Nun treten sie in das Innere eines andern Raumes, wo die Ereignisse des Neuen Testamentes dargestellt sind. Also nicht da, wo die weltlichen Ereignisse von Etappe zu Etappe dargestellt sind, wo man das Exoterische zeigt, sollte Wilhelm sehen die Ereignisse des Neuen Testamentes, sondern in einem esoterischen Raum, für dessen Anschauung die Seele sich erst bereitet, herauszieht aus demjenigen, was weltgeschichtlich ist und den einzelnen Völkern angehört. Und nur auf die esoterische Basis des einzelnen, individuellen Menschen soll sich die Seele stellen. Dann wird sie die Schwelle übertreten, wo die Bilder des Neuen Testamentes aufgestellt sind. Auch in diesem Raum findet sich nicht das ganze Neue Testament, sondern nur die Szenen bis zum Abendmahl. Wilhelm fragt: «Habt ihr denn auch, so wie ihr das Leben dieses göttlichen Mannes als Lehr- und Musterbild aufstellt, sein Leiden, seinen Tod, gleichfalls als ein Vorbild erhabener Duldung herausgehoben?» Darauf erhält er eine bedeutungsvolle Antwort, eine Antwort, aus der zu entnehmen ist, mit welchen Schauern man empfinden kann das Allerheiligste, das vorgegangen ist auf Erden mit dem Wesen, das Wohnung genommen hat in einem Leibe, dessen Geburt wir in der Winterweihenacht feiern. Gleichsam in das nächste Esoterische soll Wilhelm geführt werden, um die Bilder bis zum Abendmahl zu sehen. Aber dann kommt das Esoterischste, und das wird mit heiligen Schauern also ausgesprochen: «Wir ziehen einen Schleier über diese Leiden, eben weil wir sie so hoch verehren. Wir halten es für eine verdammungswürdige Frechheit, jenes Martergerüst und den daran leidenden Heiligen dem Anblick der Sonne auszusetzen ...»

[ 9 ] So konnte man esoterisch fühlen im 18. Jahrhundert. Es war gut, so esoterisch zu fühlen, denn wir können durchaus gerade von unserem Gesichtspunkt aus zugeben, daß in einer gewissen Weise die bildlichen Darstellungen gerade des Leidens, wenn sie nicht von den höchsten, von den wirklich bedeutendsten Künstlern gegeben sind, das heilige Mysterium von Golgatha zu den Menschen herabgezogen haben. Und wir können die Empfindung verstehen, daß ein tiefer Erfühler des Mysteriums von Golgatha in der damaligen Zeit nicht schauen wollte alle die Zerrbilder, die man vielfach gemacht hat von diesem heiligen Mysterium, sondern einen Schleier über all das gezogen haben wollte, weil er fühlte, daß nur der Seele innigste, heiligste Kräfte übersinnlich verbunden sein wollen mit demjenigen, was sich anschließt an die Geheimnisse des heiligen Abendmahls.

[ 9 ] So konnte man esoterisch fühlen im 18. Jahrhundert. Es war gut, so esoterisch zu fühlen, denn wir können durchaus gerade von unserem Gesichtspunkt aus zugeben, daß in einer gewissen Weise die bildlichen Darstellungen gerade des Leidens, wenn sie nicht von den höchsten, von den wirklich bedeutendsten Künstlern gegeben sind, das heilige Mysterium von Golgatha zu den Menschen herabgezogen haben. Und wir können die Empfindung verstehen, daß ein tiefer Erfühler des Mysteriums von Golgatha in der damaligen Zeit nicht schauen wollte alle die Zerrbilder, die man vielfach gemacht hat von diesem heiligen Mysterium, sondern einen Schleier über all das gezogen haben wollte, weil er fühlte, daß nur der Seele innigste, heiligste Kräfte übersinnlich verbunden sein wollen mit demjenigen, was sich anschließt an die Geheimnisse des heiligen Abendmahls.

[ 10 ] Aber welche Empfindung ist denn im Grunde genommen in allem darinnen? Was dürfen wir dann gerade empfinden, wenn wir ein solches Gefühl beim esoterischen Seelenerleben begreifen wollen? Das müssen wir begreifen, daß Sehnsucht in den Menschenherzen war, als so etwas geschaut wurde: Sehnsucht war in dem menschlichen Herzen nach einer Auffassung, einer Anschauung des ChristusMysteriums, die größer ist als diejenige, die man damals haben konnte. In aller Demut, in einer noch viel größeren Demut als den andern Dingen der Geisteswissenschaft gegenüber, dürfen wir uns heute gestehen, ja, wahrhaftig gestehen: nach demjenigen, was als ChristusErkenntnis uns werden soll durch die Geheimwissenschaft, lechzen sehnsüchtig die besten Seelen seit langer, langer Zeit.

[ 10 ] Aber welche Empfindung ist denn im Grunde genommen in allem darinnen? Was dürfen wir dann gerade empfinden, wenn wir ein solches Gefühl beim esoterischen Seelenerleben begreifen wollen? Das müssen wir begreifen, daß Sehnsucht in den Menschenherzen war, als so etwas geschaut wurde: Sehnsucht war in dem menschlichen Herzen nach einer Auffassung, einer Anschauung des ChristusMysteriums, die größer ist als diejenige, die man damals haben konnte. In aller Demut, in einer noch viel größeren Demut als den andern Dingen der Geisteswissenschaft gegenüber, dürfen wir uns heute gestehen, ja, wahrhaftig gestehen: nach demjenigen, was als ChristusErkenntnis uns werden soll durch die Geheimwissenschaft, lechzen sehnsüchtig die besten Seelen seit langer, langer Zeit.

[ 11 ] Heute dürfen wir uns sagen: Was man vorher nur in anderer Form wissen konnte, es wird geschaut werden von den Seelen, wenn bald die Zeit erfüllt wird sein! Das Bewußtsein davon, daß einstmals solche Erkenntnis das menschliche Herz wird durchzucken können, und die Sehnsucht darnach, sie lebte als Lebensrätsel in den besten der Seelen. Eine Christus-Erkenntnis ist es, nach der die Menschen trachteten, die dem Großen, das geschehen ist auf Golgatha, angemessen ist und die man ins Auge fassen darf, ins Seelenauge auch dann, wenn die Schleier hinweggezogen werden. Für einige Freunde habe ich es gestern ausgeführt, wie in einer gewissen Weise die Christus-Erkenntnis zurückgehen mußte, wie in den ersten Zeiten der Entwickelung des Christentums diese Christus-Erkenntnis, noch befruchtet von dem alten Hellsehen, aufgenommen worden ist, und wie dieses später nach und nach abgeflaut ist. Und ein altes gnostisches Gedichtchen las ich gestern unseren Freunden vor, das ich auch hier vorbringen möchte, um so recht darauf hinzuweisen, wie gegenüber der alten atavistischen, hellseherischen Erkenntnis ein Bewußtsein hier vorhanden war: Der Christus, den wir anschauen, wenn wir ihn durch das Weihnachtskind in die Welt kommen sehen, der Christus ist ein Weltenwesen, das immer mehr wächst, in je höhere geistige Sphären wir den Seelenblick wenden — denn durch diese Sphären steigt er herunter. Deshalb mußte eine abgelebte Menschheit einen Schleier ziehen vor dieses Ereignis, weil sie noch nicht imstande war, darauf hinzuweisen, wie in dem Geheimnis des Kindes, das jedes Kind im Gefühl versteht, zugleich die höchste Weisheit liegt. In diesem Kind war geboren ein Wesen, das durch die Welten ging, bevor es auf der Erde erschien.

[ 11 ] Heute dürfen wir uns sagen: Was man vorher nur in anderer Form wissen konnte, es wird geschaut werden von den Seelen, wenn bald die Zeit erfüllt wird sein! Das Bewußtsein davon, daß einstmals solche Erkenntnis das menschliche Herz wird durchzucken können, und die Sehnsucht darnach, sie lebte als Lebensrätsel in den besten der Seelen. Eine Christus-Erkenntnis ist es, nach der die Menschen trachteten, die dem Großen, das geschehen ist auf Golgatha, angemessen ist und die man ins Auge fassen darf, ins Seelenauge auch dann, wenn die Schleier hinweggezogen werden. Für einige Freunde habe ich es gestern ausgeführt, wie in einer gewissen Weise die Christus-Erkenntnis zurückgehen mußte, wie in den ersten Zeiten der Entwickelung des Christentums diese Christus-Erkenntnis, noch befruchtet von dem alten Hellsehen, aufgenommen worden ist, und wie dieses später nach und nach abgeflaut ist. Und ein altes gnostisches Gedichtchen las ich gestern unseren Freunden vor, das ich auch hier vorbringen möchte, um so recht darauf hinzuweisen, wie gegenüber der alten atavistischen, hellseherischen Erkenntnis ein Bewußtsein hier vorhanden war: Der Christus, den wir anschauen, wenn wir ihn durch das Weihnachtskind in die Welt kommen sehen, der Christus ist ein Weltenwesen, das immer mehr wächst, in je höhere geistige Sphären wir den Seelenblick wenden — denn durch diese Sphären steigt er herunter. Deshalb mußte eine abgelebte Menschheit einen Schleier ziehen vor dieses Ereignis, weil sie noch nicht imstande war, darauf hinzuweisen, wie in dem Geheimnis des Kindes, das jedes Kind im Gefühl versteht, zugleich die höchste Weisheit liegt. In diesem Kind war geboren ein Wesen, das durch die Welten ging, bevor es auf der Erde erschien.

[ 12 ] Jesus sprach:

[ 12 ] Jesus sprach:

Sieh hin, o Vater,
Wie dies Wesen auf der Erde

Sieh hin, o Vater,
Wie dies Wesen auf der Erde

[ 13 ] — gemeint ist die menschliche Seele

[ 13 ] — gemeint ist die menschliche Seele

Aller Übel Ziel und Opfer,
Fern von deinem Hauche irrt.
Sieh, das bitt’re Chaos flieht es,
Ratlos, wie’s hindurch soll finden.

Aller Übel Ziel und Opfer,
Fern von deinem Hauche irrt.
Sieh, das bitt’re Chaos flieht es,
Ratlos, wie’s hindurch soll finden.

[ 14 ] Im Zwiegespräch mit dem göttlichen Vaterwesen wird Jesus vorgeführt, wie er durch die Weltensphären den Weg herunter nimmt, wie er hinschaut auf die im Chaos irrende, aber zu ihm sich sehnende Menschenseele, der er das Heil bringen will. Und also spricht Christus weiter zum Vater:

[ 14 ] Im Zwiegespräch mit dem göttlichen Vaterwesen wird Jesus vorgeführt, wie er durch die Weltensphären den Weg herunter nimmt, wie er hinschaut auf die im Chaos irrende, aber zu ihm sich sehnende Menschenseele, der er das Heil bringen will. Und also spricht Christus weiter zum Vater:

Darum sende mich, o Vater!
Siegeltragend steig ich abwärts,

Darum sende mich, o Vater!
Siegeltragend steig ich abwärts,

[ 15 ] — die Himmelssiegel tragend

[ 15 ] — die Himmelssiegel tragend

Der Äonen Zahl durchschreit ich ...

Der Äonen Zahl durchschreit ich ...

[ 16 ] In den geistigen Sphären sind übereinander geschichtet die geistigen Welten, und je höher wir hinaufsteigen, desto mehr finden wir, daß die älteren Welten gegenwärtig noch leben; das, was das Älteste war, ist zu gleicher Zeit heute in den höchsten Sphären zu finden. Was einst mit der Saturnentwickelung verbunden war, finden wir heute in den höchsten geistigen Sphären, und insofern man mit der Zeitentwickelung zusammenbringt diese Aufeinanderfolge der geistigen Sphären, werden sie Äonen genannt.

[ 16 ] In den geistigen Sphären sind übereinander geschichtet die geistigen Welten, und je höher wir hinaufsteigen, desto mehr finden wir, daß die älteren Welten gegenwärtig noch leben; das, was das Älteste war, ist zu gleicher Zeit heute in den höchsten Sphären zu finden. Was einst mit der Saturnentwickelung verbunden war, finden wir heute in den höchsten geistigen Sphären, und insofern man mit der Zeitentwickelung zusammenbringt diese Aufeinanderfolge der geistigen Sphären, werden sie Äonen genannt.

Der Äonen Zahl durchschreit ich,
Jede heilge Kunde deut ich,
Zeige dann der Götter Bildnis.
Und so schenk ich euch
Des heiligen Weges
Tief verborgne Kunde:
«Gnosis» heißt sie nun für euch.

Der Äonen Zahl durchschreit ich,
Jede heilge Kunde deut ich,
Zeige dann der Götter Bildnis.
Und so schenk ich euch
Des heiligen Weges
Tief verborgne Kunde:
«Gnosis» heißt sie nun für euch.

[ 17 ] Verlorengegangen bis zu einem gewissen Grad ist der Menschheit das Bewußtsein dieses kosmischen Christus. Es mußte verlorengehen, weil das alte Hellsehen hinschwinden mußte, eine Zwischenzeit kommen mußte, gleichsam ein geistloser Äon, damit wieder entstehen kann eine neue Art des hellseherischen Blickes. Der muß sich aber wieder hinaufwenden in die geistigen Welten, muß nicht bloß mit dem, was äußeres Menschenschauen ist, das Wesen charakterisieren, das durch die Winterweihenacht hereintritt in die Menschheitsentwickelung, sondern verfolgen, wie dieses Wesen von Himmelssphäre zu Himmelssphäre steigt, heruntersteigt auf die Erde und der Erde Sinn gibt, ja, der Erde Sinn gibt.

[ 17 ] Verlorengegangen bis zu einem gewissen Grad ist der Menschheit das Bewußtsein dieses kosmischen Christus. Es mußte verlorengehen, weil das alte Hellsehen hinschwinden mußte, eine Zwischenzeit kommen mußte, gleichsam ein geistloser Äon, damit wieder entstehen kann eine neue Art des hellseherischen Blickes. Der muß sich aber wieder hinaufwenden in die geistigen Welten, muß nicht bloß mit dem, was äußeres Menschenschauen ist, das Wesen charakterisieren, das durch die Winterweihenacht hereintritt in die Menschheitsentwickelung, sondern verfolgen, wie dieses Wesen von Himmelssphäre zu Himmelssphäre steigt, heruntersteigt auf die Erde und der Erde Sinn gibt, ja, der Erde Sinn gibt.

Sieh hin, o Vater,
Wie dies Wesen auf der Erde,
Aller Übel Ziel und Opfer,
Fern von deinem Hauche irrt.
Sieh, das bitt’re Chaos flieht es,
Ratlos, wie’s hindurch soll finden.
Darum sende mich, o Vater!
Siegeltragend steig ich abwärts,
Der Äonen Zahl durchschreit ich,
Jede heilge Kunde deut ich,
Zeige dann der Götter Bildnis.
Und so schenk ich euch
Des heiligen Weges
Tief verborgne Kunde:
«Gnosis» heißt sie nun für euch.

Sieh hin, o Vater,
Wie dies Wesen auf der Erde,
Aller Übel Ziel und Opfer,
Fern von deinem Hauche irrt.
Sieh, das bitt’re Chaos flieht es,
Ratlos, wie’s hindurch soll finden.
Darum sende mich, o Vater!
Siegeltragend steig ich abwärts,
Der Äonen Zahl durchschreit ich,
Jede heilge Kunde deut ich,
Zeige dann der Götter Bildnis.
Und so schenk ich euch
Des heiligen Weges
Tief verborgne Kunde:
«Gnosis» heißt sie nun für euch.

[ 18 ] Als was erscheint uns denn eigentlich diese Erde, insofern sie um uns herum ist, wenn wir sie in ihrem wahren Sein betrachten? Werdet Ihr jemals sagen: Dies ist ein Mensch —, wenn man Euch einen solchen Leichnam heranbringt, dessen Seele in geistigen Welten außerhalb des Leichnams bereits wohnt? Werder Ihr jemals sagen: Dies ist im vollen Sinne des Wortes noch ein Mensch? — Gerade die höheren Glieder der Menschennatur sind nicht mehr in dem entseelten Leichnam. In dem Falle aber, in dem ein entseelter Leichnam ist, ist nach und nach die Erde seit der Mitte der atlantischen Zeit in der Entwickelung. Die Erde um uns herum, trotz aller ihrer Schönheiten, ist seit Mitte der atlantischen Zeit Leichnam werdend, und sie wird immer mehr und mehr Leichnam. Und indem man hinausgeht und vor den gigantischen Felsen steht, sagt man sich am besten: Das ist das Skelett, das die Erde herangestaltet von der Mitte der atlantischen Zeit an! — Und indem Ihr, was die Felsen bedeckt, als Erde ins Auge faßt, seht Ihr die absterbenden Teile des eigentlichen Erdenorganismus, der nur bis zur Mitte der atlantischen Zeit lebend war. Sogar die Geologie ist sich schon klar darüber, daß, indem wir über die Erde schreiten oder den Pflug durch die Erdscholle führen, wir über den Erdenleichnam schreiten oder den Pflug durch den Leichnam führen. Sogar unsere Geologen haben es schon ausgesprochen, und die äußere Wissenschaft selbst, wenn sie anfängt zu denken, kann nicht anders, als solche Dinge anzuerkennen. So stehen wir im Grunde genommen, indem wir von der Erde umgeben sind, dem Tode gegenüber, und wir schauen zu, wie unser Erdenball nach und nach abstirbt.

[ 18 ] Als was erscheint uns denn eigentlich diese Erde, insofern sie um uns herum ist, wenn wir sie in ihrem wahren Sein betrachten? Werdet Ihr jemals sagen: Dies ist ein Mensch —, wenn man Euch einen solchen Leichnam heranbringt, dessen Seele in geistigen Welten außerhalb des Leichnams bereits wohnt? Werder Ihr jemals sagen: Dies ist im vollen Sinne des Wortes noch ein Mensch? — Gerade die höheren Glieder der Menschennatur sind nicht mehr in dem entseelten Leichnam. In dem Falle aber, in dem ein entseelter Leichnam ist, ist nach und nach die Erde seit der Mitte der atlantischen Zeit in der Entwickelung. Die Erde um uns herum, trotz aller ihrer Schönheiten, ist seit Mitte der atlantischen Zeit Leichnam werdend, und sie wird immer mehr und mehr Leichnam. Und indem man hinausgeht und vor den gigantischen Felsen steht, sagt man sich am besten: Das ist das Skelett, das die Erde herangestaltet von der Mitte der atlantischen Zeit an! — Und indem Ihr, was die Felsen bedeckt, als Erde ins Auge faßt, seht Ihr die absterbenden Teile des eigentlichen Erdenorganismus, der nur bis zur Mitte der atlantischen Zeit lebend war. Sogar die Geologie ist sich schon klar darüber, daß, indem wir über die Erde schreiten oder den Pflug durch die Erdscholle führen, wir über den Erdenleichnam schreiten oder den Pflug durch den Leichnam führen. Sogar unsere Geologen haben es schon ausgesprochen, und die äußere Wissenschaft selbst, wenn sie anfängt zu denken, kann nicht anders, als solche Dinge anzuerkennen. So stehen wir im Grunde genommen, indem wir von der Erde umgeben sind, dem Tode gegenüber, und wir schauen zu, wie unser Erdenball nach und nach abstirbt.

[ 19 ] Und nun denken wir uns, das Mysterium von Golgatha hätte sich nicht vollzogen, diejenige kosmische Wesenheit, die wir die ChristusWesenheit nennen, wäre niemals durch die Jesusknaben in die Erdenentwickelung hereingekommen — dann wäre es nichts mit der Erdenentwickelung; sie wäre ein Sterben heute schon. $o aber ist die Christus-Wesenheit durch die beiden Jesuskinder gegangen und dann durch den einen Jesusknaben, in dreijähriger Erdenzeit, durch das Mysterium von Golgatha gegangen, und die Erde bekam einen neuen Keim der Lebendigkeit. Und nicht wird die Erde, wenn die Zeit einst erfüllt ist, verbleiben im Weltenraum, und die Seele — Ahriman und Luzifer verfallen! Nein, das würde geschehen, wenn der Christus nicht als lebendiger Keim in die Erde hineingekommen wäre. Aber da er hineingekommen ist, wird die Erde nicht in Erdenstaub verfallen, die Seele nicht bloß dem Luzifer und Ahriman verfallen, denn ein neues Leben ist mit dem Christus-Keim in die Erdenentwickelung hineingekommen. So wie die Erde sich einstmals abgespalten hat von der Sonne und ein Sohn der Sonne geworden ist, so wird dadurch, daß der Christus der Erdenentwickelung einen Sinn gegeben hat, die Erde durchdrungen von diesem sinnvollen Wesen zu neuer Entwickelung.

[ 19 ] Und nun denken wir uns, das Mysterium von Golgatha hätte sich nicht vollzogen, diejenige kosmische Wesenheit, die wir die ChristusWesenheit nennen, wäre niemals durch die Jesusknaben in die Erdenentwickelung hereingekommen — dann wäre es nichts mit der Erdenentwickelung; sie wäre ein Sterben heute schon. $o aber ist die Christus-Wesenheit durch die beiden Jesuskinder gegangen und dann durch den einen Jesusknaben, in dreijähriger Erdenzeit, durch das Mysterium von Golgatha gegangen, und die Erde bekam einen neuen Keim der Lebendigkeit. Und nicht wird die Erde, wenn die Zeit einst erfüllt ist, verbleiben im Weltenraum, und die Seele — Ahriman und Luzifer verfallen! Nein, das würde geschehen, wenn der Christus nicht als lebendiger Keim in die Erde hineingekommen wäre. Aber da er hineingekommen ist, wird die Erde nicht in Erdenstaub verfallen, die Seele nicht bloß dem Luzifer und Ahriman verfallen, denn ein neues Leben ist mit dem Christus-Keim in die Erdenentwickelung hineingekommen. So wie die Erde sich einstmals abgespalten hat von der Sonne und ein Sohn der Sonne geworden ist, so wird dadurch, daß der Christus der Erdenentwickelung einen Sinn gegeben hat, die Erde durchdrungen von diesem sinnvollen Wesen zu neuer Entwickelung.

[ 20 ] So sehen wir hinein durch die Geisteswissenschaft in das Mysterium von Golgatha, so stehen wir erschauernd in der heutigen Zeit und fühlen uns berufen, erst dadurch, daß wir aufweisen diejenigen Gebiete, in die das sinnliche Schauen nicht mehr reicht, den Schleier heben zu dürfen, weil wir nicht wollen hinter diesem Schleier nur dasjenige schauen, was ja schauen mußte eine Zeit, die ihrer Aufgabe nach sich nach dem Materialismus hin entwickelt hat.

[ 20 ] So sehen wir hinein durch die Geisteswissenschaft in das Mysterium von Golgatha, so stehen wir erschauernd in der heutigen Zeit und fühlen uns berufen, erst dadurch, daß wir aufweisen diejenigen Gebiete, in die das sinnliche Schauen nicht mehr reicht, den Schleier heben zu dürfen, weil wir nicht wollen hinter diesem Schleier nur dasjenige schauen, was ja schauen mußte eine Zeit, die ihrer Aufgabe nach sich nach dem Materialismus hin entwickelt hat.

[ 21 ] Daher beginnt in unserer Zeit wiederum die Möglichkeit, daß diejenigen, die ihre Seele erfüllt wissen von geisteswissenschaftlichen Impulsen, zum Christus hinaufschauen als zu einem kosmischen Wesen. Dadurch wird wahrhaftig nicht — es muß das immer wiederum gesagt werden — verkleinert die unendliche Hingabe, die wir haben können für das Kind der Weihnachtsweihezeit. Das einfache christliche Empfinden wird dadurch nicht vermindert. Es wird vertieft, wenn wir also den Christus empfinden können, wie unser lieber Freund Christian Morgenstern ihn empfand, als ein Gedicht aus seiner Seele erblühte, das uns erscheinen kann wie ein Wiederauferstehen uralt heiliger gnostischer Ideen, in denen zu gleicher Zeit die ChristusLiebe waltete und die kosmische Weisheit tätig war. Und so feiern wir ein neues Weihnachten, indem in der finsteren Nacht des Materialismus wieder Stimmen ertönen, die nicht die der alten Gnostiker sind, aber die befruchtet sind von demjenigen Sinn, der hingerichtet ist nach der lebendigen kosmischen Christus-Wesenheit.

[ 21 ] Daher beginnt in unserer Zeit wiederum die Möglichkeit, daß diejenigen, die ihre Seele erfüllt wissen von geisteswissenschaftlichen Impulsen, zum Christus hinaufschauen als zu einem kosmischen Wesen. Dadurch wird wahrhaftig nicht — es muß das immer wiederum gesagt werden — verkleinert die unendliche Hingabe, die wir haben können für das Kind der Weihnachtsweihezeit. Das einfache christliche Empfinden wird dadurch nicht vermindert. Es wird vertieft, wenn wir also den Christus empfinden können, wie unser lieber Freund Christian Morgenstern ihn empfand, als ein Gedicht aus seiner Seele erblühte, das uns erscheinen kann wie ein Wiederauferstehen uralt heiliger gnostischer Ideen, in denen zu gleicher Zeit die ChristusLiebe waltete und die kosmische Weisheit tätig war. Und so feiern wir ein neues Weihnachten, indem in der finsteren Nacht des Materialismus wieder Stimmen ertönen, die nicht die der alten Gnostiker sind, aber die befruchtet sind von demjenigen Sinn, der hingerichtet ist nach der lebendigen kosmischen Christus-Wesenheit.

Licht ist Liebe ... Sonnen-Weben
Liebes-Strahlung einer Welt
schöpferischer Wesenheiten

die durch unerhörte Zeiten
uns an ihrem Herzen hält,
und die uns zuletzt gegeben

ihren höchsten Geist in eines
Menschen Hülle während dreier
Jahre: da Er kam in Seines

Vaters Erbteil — nun der Erde
innerlichstes Himmelsfeuer:
daß auch sie einst Sonne werde.

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren,
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.

Licht ist Liebe ... Sonnen-Weben
Liebes-Strahlung einer Welt
schöpferischer Wesenheiten

die durch unerhörte Zeiten
uns an ihrem Herzen hält,
und die uns zuletzt gegeben

ihren höchsten Geist in eines
Menschen Hülle während dreier
Jahre: da Er kam in Seines

Vaters Erbteil — nun der Erde
innerlichstes Himmelsfeuer:
daß auch sie einst Sonne werde.

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren,
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.

[ 22 ] Lassen wir in unsere Seele einziehen das innerliche Winterweihnachtsfest, lassen wir unsere Seelen erfühlen, wie geboren werden muß in unserer Zeit eine neue Christus-Erkenntnis. Diese ChristusErkenntnis, welcher Art ist sie denn? Sie knüpft dasjenige, was des Menschen Intimstes ist und gleichsam sein ganzes Wesen zusammenzieht, an das Allereinfachste: sie knüpft das Kindesleben, noch nicht das voll entwickelte Menschenleben, an das höchste kosmische Sein und Werden. Wir fühlen, indem wir hinschauen zum ChristusKind, dessen wir in der Winterweihenacht gedenken, die mächtigste Winterweihe vor unserem Seelenblick stehen, die durch alle Äonen reicht, und wir verbinden alles Weltenwerden, wohin wir auch schauen, mit allem Menschlichen, mit dem tiefsten Menschlichen.

[ 22 ] Lassen wir in unsere Seele einziehen das innerliche Winterweihnachtsfest, lassen wir unsere Seelen erfühlen, wie geboren werden muß in unserer Zeit eine neue Christus-Erkenntnis. Diese ChristusErkenntnis, welcher Art ist sie denn? Sie knüpft dasjenige, was des Menschen Intimstes ist und gleichsam sein ganzes Wesen zusammenzieht, an das Allereinfachste: sie knüpft das Kindesleben, noch nicht das voll entwickelte Menschenleben, an das höchste kosmische Sein und Werden. Wir fühlen, indem wir hinschauen zum ChristusKind, dessen wir in der Winterweihenacht gedenken, die mächtigste Winterweihe vor unserem Seelenblick stehen, die durch alle Äonen reicht, und wir verbinden alles Weltenwerden, wohin wir auch schauen, mit allem Menschlichen, mit dem tiefsten Menschlichen.

[ 23 ] So fühlt derjenige, der sein Gefühl entnimmt aus unserer Geisteswissenschaft, wie der Sieg über allen Tod erworben wird durch die Vereinigung der Seele mit der Christus-Wesenheit in unserer Zeit worauf ich heute bei einer uns tief erschütternden Gelegenheit an dem Grabe des durch den Krieg uns entrissenen Freundes hindeutete. Aber so lange konnte man nicht erfühlen, wie das höchste Kosmische mit dem intimsten Menschlichen zusammenhängt, als man nicht die Geschichte in ihrem innersten Extrakte schauen konnte in dem Geheimnis von Bethlehem. Das aber wird dem Menschen, wenn er sich das Mysterium von den beiden Jesusknaben vor Augen führt. Da haben wir die Kraft des in der vorchristlichen Zeit weisesten Menschen, des Zarathustra, in dem einen Jesusknaben. Das, was von der einen Seite herabströmt an menschlicher Entwickelung, wir haben es in dem einen Jesusknaben. Wir haben des andern Aura durchhellt und durchleuchtet von dem, was von Buddha ausgegangen ist. Und wir haben das äußere leibliche Leben, abstammend aus den edelsten Säften des althebräischen Volkes, und wir haben das, was des Lukas-Jesusknaben Seelisches ausmacht, hinaufgeleitet bis zum Erdenursprung. Denn wir wissen, daß das, was das tiefste Seelische des Lukas-Jesusknaben war, zurückgeblieben ist, als der Mensch in der alten lemurischen Zeit die Erde betreten hat, und daß es durch die heiligen Mysterien aufbewahrt worden ist und dann hingeleitet wurde, als der Lukas-Jesusknabe geboren wurde, zu dem Leib, der da geboren wurde. Daher jenes eigentümliche Sprechen des LukasJesusknaben unmittelbar nach der Geburt, das nur die Mutter verstehen konnte, das keiner Sprache glich, das auch der Knabe sogleich verlernte, als Erdenbewußtsein in ihm auftauchte. Aber es war ein Aussprechen eines Geheimnisses unmittelbar nach der Geburt. Im Grunde genommen ist vieles von dem, was wir über das ChristusMysterium zu enthüllen haben, eine Auslegung dessen, was der Lukas-Jesusknabe unmittelbar nach seiner Geburt gesprochen hat.

[ 23 ] So fühlt derjenige, der sein Gefühl entnimmt aus unserer Geisteswissenschaft, wie der Sieg über allen Tod erworben wird durch die Vereinigung der Seele mit der Christus-Wesenheit in unserer Zeit worauf ich heute bei einer uns tief erschütternden Gelegenheit an dem Grabe des durch den Krieg uns entrissenen Freundes hindeutete. Aber so lange konnte man nicht erfühlen, wie das höchste Kosmische mit dem intimsten Menschlichen zusammenhängt, als man nicht die Geschichte in ihrem innersten Extrakte schauen konnte in dem Geheimnis von Bethlehem. Das aber wird dem Menschen, wenn er sich das Mysterium von den beiden Jesusknaben vor Augen führt. Da haben wir die Kraft des in der vorchristlichen Zeit weisesten Menschen, des Zarathustra, in dem einen Jesusknaben. Das, was von der einen Seite herabströmt an menschlicher Entwickelung, wir haben es in dem einen Jesusknaben. Wir haben des andern Aura durchhellt und durchleuchtet von dem, was von Buddha ausgegangen ist. Und wir haben das äußere leibliche Leben, abstammend aus den edelsten Säften des althebräischen Volkes, und wir haben das, was des Lukas-Jesusknaben Seelisches ausmacht, hinaufgeleitet bis zum Erdenursprung. Denn wir wissen, daß das, was das tiefste Seelische des Lukas-Jesusknaben war, zurückgeblieben ist, als der Mensch in der alten lemurischen Zeit die Erde betreten hat, und daß es durch die heiligen Mysterien aufbewahrt worden ist und dann hingeleitet wurde, als der Lukas-Jesusknabe geboren wurde, zu dem Leib, der da geboren wurde. Daher jenes eigentümliche Sprechen des LukasJesusknaben unmittelbar nach der Geburt, das nur die Mutter verstehen konnte, das keiner Sprache glich, das auch der Knabe sogleich verlernte, als Erdenbewußtsein in ihm auftauchte. Aber es war ein Aussprechen eines Geheimnisses unmittelbar nach der Geburt. Im Grunde genommen ist vieles von dem, was wir über das ChristusMysterium zu enthüllen haben, eine Auslegung dessen, was der Lukas-Jesusknabe unmittelbar nach seiner Geburt gesprochen hat.

[ 24 ] So haben wir durch unsere Geisteswissenschaft den ChristusImpuls ganz heraus aus dem tieferen Menschenwerden begriffen, jenem Menschenwerden der alten vorchristlichen Zeiten, wo gewissermaßen auch die Unterschiede wieder aufhören, die Eingeweihten wieder sprechen. Wenn man einmal begriffen haben wird, was alles in die Menschheitsentwickelung eingetreten ist mit dem Mysterium von Golgatha, dann wird man auch die Möglichkeit finden, überall, wo Menschenwerden ist, auch in der Geschichte, die Kräfte weiter zu fördern. Aber erst muß man wissen, wer der Christus wirklich war, bevor man zum Beispiel auch in der Geschichte von ihm sprechen kann.

[ 24 ] So haben wir durch unsere Geisteswissenschaft den ChristusImpuls ganz heraus aus dem tieferen Menschenwerden begriffen, jenem Menschenwerden der alten vorchristlichen Zeiten, wo gewissermaßen auch die Unterschiede wieder aufhören, die Eingeweihten wieder sprechen. Wenn man einmal begriffen haben wird, was alles in die Menschheitsentwickelung eingetreten ist mit dem Mysterium von Golgatha, dann wird man auch die Möglichkeit finden, überall, wo Menschenwerden ist, auch in der Geschichte, die Kräfte weiter zu fördern. Aber erst muß man wissen, wer der Christus wirklich war, bevor man zum Beispiel auch in der Geschichte von ihm sprechen kann.

[ 25 ] Dann aber, wenn sich innerhalb unserer geistigen Strömung Seelen finden, immer mehr und mehr Seelen, die da suchen den Impuls, innerlich zu entzünden das Licht, das entzündet werden kann, wenn wir hinuntersteigen in die tiefsten Seelenkräfte, die heute der Mensch nach dem Mysterium von Golgatha haben kann, dann wird sich zeigen, daß durch solches Hinuntersteigen wirklich das Christus-Licht in jeder einzelnen Seele angezündet wird. Dieses Christus-Licht, das wird zum Baume, zum Weihnachtsbaume, der da leuchten wird in allem menschlichen Zukunftswerden so, daß erreicht werden muß das, wohin die Seele schaut in der wiederbelebten Erde, so daß sie im Leben dieser wiederbelebten Erde allüberall den Christus findet. Das wird sie. Und so ernst genommen kann die Christus-Botschaft der Geisteswissenschaft werden, daß bei den Bekennern dieser Geisteswissenschaft wirklich in jeder einzelnen Seele einmal jenes Weihnachtsfest gefeiert wird, welches darstellt die Geburt jener ChristusErkenntnis, die von dem Christus selbst kommt, die also eine wahre Christus-Geburt, eine Geburt des Christus in uns ist. Sie muß aber eintreten, diese Christus-Geburt in uns. Wahr, wahr ist das Wort:

[ 25 ] Dann aber, wenn sich innerhalb unserer geistigen Strömung Seelen finden, immer mehr und mehr Seelen, die da suchen den Impuls, innerlich zu entzünden das Licht, das entzündet werden kann, wenn wir hinuntersteigen in die tiefsten Seelenkräfte, die heute der Mensch nach dem Mysterium von Golgatha haben kann, dann wird sich zeigen, daß durch solches Hinuntersteigen wirklich das Christus-Licht in jeder einzelnen Seele angezündet wird. Dieses Christus-Licht, das wird zum Baume, zum Weihnachtsbaume, der da leuchten wird in allem menschlichen Zukunftswerden so, daß erreicht werden muß das, wohin die Seele schaut in der wiederbelebten Erde, so daß sie im Leben dieser wiederbelebten Erde allüberall den Christus findet. Das wird sie. Und so ernst genommen kann die Christus-Botschaft der Geisteswissenschaft werden, daß bei den Bekennern dieser Geisteswissenschaft wirklich in jeder einzelnen Seele einmal jenes Weihnachtsfest gefeiert wird, welches darstellt die Geburt jener ChristusErkenntnis, die von dem Christus selbst kommt, die also eine wahre Christus-Geburt, eine Geburt des Christus in uns ist. Sie muß aber eintreten, diese Christus-Geburt in uns. Wahr, wahr ist das Wort:

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.

[ 26 ] Und fügen wir hinzu zu diesem wunderschönen Ausspruch des Mystikers Angelus Silesius: Darum wollen wir uns ewiglich finden, indem wir ewig suchen nach dem Erlebnis der Winterweihenacht, nach der Geburt des Christus in den Tiefen unserer Seele!

[ 26 ] Und fügen wir hinzu zu diesem wunderschönen Ausspruch des Mystikers Angelus Silesius: Darum wollen wir uns ewiglich finden, indem wir ewig suchen nach dem Erlebnis der Winterweihenacht, nach der Geburt des Christus in den Tiefen unserer Seele!