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Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157

19 January 1915, Berlin

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Fünfter Vortrag

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Unser Erstes sei wiederum, daß wir die Gedanken hinlenken zu denen, die draußen auf den Feldern der Ereignisse der heutigen Zeit stehen und für das einzutreten haben, was die Zeit von ihnen fordert:

[ 1 ] Unser Erstes sei wiederum, daß wir die Gedanken hinlenken zu denen, die draußen auf den Feldern der Ereignisse der heutigen Zeit stehen und für das einzutreten haben, was die Zeit von ihnen fordert:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

[ 2 ] Und für die schon durch die Todespforte Gegangenen:

[ 2 ] Und für die schon durch die Todespforte Gegangenen:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

[ 3 ] Und der Geist, den wir durch lange Jahre in unserer Bewegung suchen, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, er schwebe über euch, er ströme durch euch und stärke euch für eure schwere Aufgabe!

[ 3 ] Und der Geist, den wir durch lange Jahre in unserer Bewegung suchen, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, er schwebe über euch, er ströme durch euch und stärke euch für eure schwere Aufgabe!

[ 4 ] Es scheint in bezug auf den Spruch, der eben gesprochen worden ist, nicht überall Klarheit zu herrschen, wie mir mitgeteilt worden ist. Ich bemerke ausdrücklich, daß die rechte Lesung ist: «Geister eurer Seelen.» Der Spruch ist so eingerichtet, daß er sowohl gebraucht werden kann, wenn viele für einen, als auch, wenn einer für viele, oder viele für viele — wie wir es jetzt eben gemacht haben — den Spruch anwenden. Wenn er sich auf einen bezieht, ist dann nur das zu ändern, daß man sagt: «Geist deiner Seele, wirkender Wächter» und so weiter. Es scheint, daß ich mich das erstemal, als ich vor Wochen hier den Spruch gebraucht habe, versprochen habe, so daß die Meinung hat entstehen können, als ob die Worte «Geister eurer Seelen» nicht ganz richtig wären. Sie sind aber doch so richtig. Es ist die erste Zeile gleichsam eine Ansprache an die Geister der zu schützenden Seelen; und mit dem Worte «eurer» sind diejenigen gemeint, auf die man die Gedanken dabei hinrichtet, während man in der zweiten Zeile das «eure» auf die «Wächter» hinlenkt. Ich bemerke, daß solche Sprüche immer von dem Charakter sind, der manchmal dem rein grammatischen Bau Schwierigkeiten macht, daß sie aber eben aus der geistigen Welt heraus gegeben sind zu dem Ziele, dem sie dienen sollen, und es handelt sich darum, daß bei solchen Sprüchen zuweilen die Wortfügung etwas Schwierigkeiten macht.

[ 4 ] Es scheint in bezug auf den Spruch, der eben gesprochen worden ist, nicht überall Klarheit zu herrschen, wie mir mitgeteilt worden ist. Ich bemerke ausdrücklich, daß die rechte Lesung ist: «Geister eurer Seelen.» Der Spruch ist so eingerichtet, daß er sowohl gebraucht werden kann, wenn viele für einen, als auch, wenn einer für viele, oder viele für viele — wie wir es jetzt eben gemacht haben — den Spruch anwenden. Wenn er sich auf einen bezieht, ist dann nur das zu ändern, daß man sagt: «Geist deiner Seele, wirkender Wächter» und so weiter. Es scheint, daß ich mich das erstemal, als ich vor Wochen hier den Spruch gebraucht habe, versprochen habe, so daß die Meinung hat entstehen können, als ob die Worte «Geister eurer Seelen» nicht ganz richtig wären. Sie sind aber doch so richtig. Es ist die erste Zeile gleichsam eine Ansprache an die Geister der zu schützenden Seelen; und mit dem Worte «eurer» sind diejenigen gemeint, auf die man die Gedanken dabei hinrichtet, während man in der zweiten Zeile das «eure» auf die «Wächter» hinlenkt. Ich bemerke, daß solche Sprüche immer von dem Charakter sind, der manchmal dem rein grammatischen Bau Schwierigkeiten macht, daß sie aber eben aus der geistigen Welt heraus gegeben sind zu dem Ziele, dem sie dienen sollen, und es handelt sich darum, daß bei solchen Sprüchen zuweilen die Wortfügung etwas Schwierigkeiten macht.

[ 5 ] Meine lieben Freunde, es war wohlerwogen und außerdem den Aufgaben unserer Zeit im spirituellen Sinne entsprechend, daß wir vorgestern den Blick auf Erscheinungen innerhalb der Menschheitsentwickelung wendeten, die uns zeigen, wie die spirituellen, die geistigen Impulse — namentlich diejenigen, die sich anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, an den Christus-Impuls —, wie diese Impulse als lebendige in der Menschheitsentwickelung leben, wie sie in der Menschheitsentwickelung gelebt haben, auch ohne daß die Menschen mit ihrem Verstande, mit ihrer Vernunft dieses Wesen des Christus-Impulses einsehen konnten. Und es war der Sache entsprechend, hinzudeuten neben anderen Erscheinungen namentlich auf diejenige der Jungfrau von Orleans, durch welche dieser Christus-Impuls durch seinen dienenden michaelischen Geist in der Zeit des fünfzehnten Jahrhunderts eine große Aufgabe gelöst hat zum Heile und zum Fortschritt der Menschheit. Es war aus dem Grunde ganz besonders notwendig, auf diese Tatsache hinzuweisen, weil es ja selbstverständlich auch für unsere Zeit gilt, daß alles, was die großen Zusammenhänge regeln soll, aus den spirituellen Welten heraus geordnet und geregelt wird, und daß wir uns bewußt sein müssen, daß uns die Kräfte, die Impulse zu dem, was geschehen soll, aus den spirituellen Welten kommen. Also in dieser Beziehung gilt heute dasselbe, was — wenn wir so sagen dürfen — zur Zeit der Jungfrau von Orleans gegolten hat. Aber die Zeiten sind verschieden. Und das, was zur Zeit der Jungfrau von Orleans in einer gewissen Weise hat geschehen können, das muß für unsere Zeit und für die folgenden Zeiten in einer andern Art sich vollziehen, muß anders verlaufen. Denn unsere Zeit ist seither eine ganz andere geworden. In ganz anderer Weise wird die Menschheit seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert, vor welchen ja das Ereignis der Jungfrau von Orleans hegt, geführt. Und auf diesen Unterschied und dadurch besonders auf den Grundcharakter unserer Zeit wollen wir heute einmal etwas hinweisen.

[ 5 ] Meine lieben Freunde, es war wohlerwogen und außerdem den Aufgaben unserer Zeit im spirituellen Sinne entsprechend, daß wir vorgestern den Blick auf Erscheinungen innerhalb der Menschheitsentwickelung wendeten, die uns zeigen, wie die spirituellen, die geistigen Impulse — namentlich diejenigen, die sich anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, an den Christus-Impuls —, wie diese Impulse als lebendige in der Menschheitsentwickelung leben, wie sie in der Menschheitsentwickelung gelebt haben, auch ohne daß die Menschen mit ihrem Verstande, mit ihrer Vernunft dieses Wesen des Christus-Impulses einsehen konnten. Und es war der Sache entsprechend, hinzudeuten neben anderen Erscheinungen namentlich auf diejenige der Jungfrau von Orleans, durch welche dieser Christus-Impuls durch seinen dienenden michaelischen Geist in der Zeit des fünfzehnten Jahrhunderts eine große Aufgabe gelöst hat zum Heile und zum Fortschritt der Menschheit. Es war aus dem Grunde ganz besonders notwendig, auf diese Tatsache hinzuweisen, weil es ja selbstverständlich auch für unsere Zeit gilt, daß alles, was die großen Zusammenhänge regeln soll, aus den spirituellen Welten heraus geordnet und geregelt wird, und daß wir uns bewußt sein müssen, daß uns die Kräfte, die Impulse zu dem, was geschehen soll, aus den spirituellen Welten kommen. Also in dieser Beziehung gilt heute dasselbe, was — wenn wir so sagen dürfen — zur Zeit der Jungfrau von Orleans gegolten hat. Aber die Zeiten sind verschieden. Und das, was zur Zeit der Jungfrau von Orleans in einer gewissen Weise hat geschehen können, das muß für unsere Zeit und für die folgenden Zeiten in einer andern Art sich vollziehen, muß anders verlaufen. Denn unsere Zeit ist seither eine ganz andere geworden. In ganz anderer Weise wird die Menschheit seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert, vor welchen ja das Ereignis der Jungfrau von Orleans hegt, geführt. Und auf diesen Unterschied und dadurch besonders auf den Grundcharakter unserer Zeit wollen wir heute einmal etwas hinweisen.

[ 6 ] Wenn wir mit unserer Seele in dem Zustande zwischen Einschlafen und Aufwachen sind, so sind wir ja mit unserer eigentlichen Wesenheit außerhalb unseres physischen Leibes und unseres Ätherleibes. Wir leben dann, schlafend, in unserem astralischen Leibe und in unserem Ich. Wir müssen uns das ganz deutlich vorstellen, daß wir mit dem, was wir eigentlich sind, dann außerhalb unseres Leibes sind. Wir sind zunächst, weil wir ja zwischen Geburt und Tod in einer außerordentlichen Weise an unseren Leib gebunden sind, räumlich nicht sehr weit entfernt von unserem Leibe; wir sind gewissermaßen mit unserem Seelischen ausgebreitet in unserer Umgebung, aber in alledem, was eben die Eigentümlichkeit unserer Umgebung ist.

[ 6 ] Wenn wir mit unserer Seele in dem Zustande zwischen Einschlafen und Aufwachen sind, so sind wir ja mit unserer eigentlichen Wesenheit außerhalb unseres physischen Leibes und unseres Ätherleibes. Wir leben dann, schlafend, in unserem astralischen Leibe und in unserem Ich. Wir müssen uns das ganz deutlich vorstellen, daß wir mit dem, was wir eigentlich sind, dann außerhalb unseres Leibes sind. Wir sind zunächst, weil wir ja zwischen Geburt und Tod in einer außerordentlichen Weise an unseren Leib gebunden sind, räumlich nicht sehr weit entfernt von unserem Leibe; wir sind gewissermaßen mit unserem Seelischen ausgebreitet in unserer Umgebung, aber in alledem, was eben die Eigentümlichkeit unserer Umgebung ist.

[ 7 ] Nun machen wir uns einmal klar, wie — wenigstens für die weitaus größte Zahl derjenigen Menschen, die bei den Geschicken der Gegenwart in Betracht kommen — unsere Umgebung sich gerade seit den letzten Jahrhunderten, seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert verändert hat. Man braucht sich nur vorzustellen, was von den Maschinerien der Gegenwart, von den Mechanismen der Gegenwart zur Zeit, als die Jungfrau von Orleans wirkte, vorhanden war. Wir können geradezu sagen, seit jener Zeit hat sich in mechanischer Beziehung die Erde vollkommen verändert, denn alles, was wir an Maschinen erleben, ist erst nachher gekommen. Diejenigen von Ihnen, die einmal aufmerksam nachts in einem Schlafwagen gefahren sind, können eine merkwürdige Erfahrung gemacht haben, die Erfahrung, daß im Aufwachen — und man kann ja bei einer solchen Gelegenheit recht oft aufwachen — etwas nachrumpelt von dem, was ringsherum in der Maschinerie des Zuges ist, und daß gewissermaßen im traumhaften Aufwachen etwas vernommen werden kann von diesem Gekrächze und Gequietsche des Zuges oder des Dampftschiffes, wo man dann ist, wenn man aufwacht. Das kommt davon her, daß unsere Seele eigentlich nicht in unserem Leibe, sondern in der Umgebung des Leibes ist und hineinversetzt ist in diese Mechanismen.

[ 7 ] Nun machen wir uns einmal klar, wie — wenigstens für die weitaus größte Zahl derjenigen Menschen, die bei den Geschicken der Gegenwart in Betracht kommen — unsere Umgebung sich gerade seit den letzten Jahrhunderten, seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert verändert hat. Man braucht sich nur vorzustellen, was von den Maschinerien der Gegenwart, von den Mechanismen der Gegenwart zur Zeit, als die Jungfrau von Orleans wirkte, vorhanden war. Wir können geradezu sagen, seit jener Zeit hat sich in mechanischer Beziehung die Erde vollkommen verändert, denn alles, was wir an Maschinen erleben, ist erst nachher gekommen. Diejenigen von Ihnen, die einmal aufmerksam nachts in einem Schlafwagen gefahren sind, können eine merkwürdige Erfahrung gemacht haben, die Erfahrung, daß im Aufwachen — und man kann ja bei einer solchen Gelegenheit recht oft aufwachen — etwas nachrumpelt von dem, was ringsherum in der Maschinerie des Zuges ist, und daß gewissermaßen im traumhaften Aufwachen etwas vernommen werden kann von diesem Gekrächze und Gequietsche des Zuges oder des Dampftschiffes, wo man dann ist, wenn man aufwacht. Das kommt davon her, daß unsere Seele eigentlich nicht in unserem Leibe, sondern in der Umgebung des Leibes ist und hineinversetzt ist in diese Mechanismen.

[ 8 ] Nun sind wir nicht nur bei so außerordentlichen Gelegenheiten in das ganze Getriebe unserer Zeit hineinversetzt, sondern man darf sagen: das maschinelle Leben erstreckt sich ja in der heutigen Zeit auch hinaus auf das Land, und wir sind im Grunde genommen immer in dieses maschinelle Leben der Zeit hineinversetzt. Unsere Seele im schlafenden Zustande geht auf in alles, was Mechanismen sind. Solche Mechanismen haben wir aber auferbaut. Ein Mechanismus, den wir auferbaut haben, ist aber etwas ganz anderes als die Natur draußen, die auferbaut ist von den Elementargeistern. Draußen, wenn wir zum Beispiel im Walde sind, wo alles aufgebaut ist von den Naturgeistern, da sind wir in einer ganz anderen Umgebung, als wenn wir in der Umgebung der Mechanismen sind, die wir auferbaut haben. Denn was tun wir, indem wir das, was wir der Natur entnehmen, mechanisch zusammenfügen für unser Leben zu Maschinen und Geräten? Da fügen wir nicht nur die Teile der Materie zusammen. Sondern dadurch, daß wir Teile der Materie zusammenfügen, geben wir jedesmal Gelegenheit, daß ein ahrimanisch-dämonischer Diener sich mit der Maschine vereinigt. Bei jeder Maschine, bei jedem Mechanismus, bei allem, was in dieser Beziehung zum heutigen Kulturleben gehört, vollziehen wir das, daß wir dämonischen Elementargeistern, den ahrimanischen Naturen angehörenden Dienern einen Ansatzpunkt geben. Und indem wir in dieser Umgebung der Maschinen leben, leben wir dann zusammen mit diesen dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern. Wir durchdringen uns mit ihnen; wir durchdringen uns nicht nur mit dem Gequietsche und Geknarre der Mechanismen, sondern auch mit dem, was im eminentesten Sinne für unseren Geist, für unsere Seele etwas Zerstörendes hat.

[ 8 ] Nun sind wir nicht nur bei so außerordentlichen Gelegenheiten in das ganze Getriebe unserer Zeit hineinversetzt, sondern man darf sagen: das maschinelle Leben erstreckt sich ja in der heutigen Zeit auch hinaus auf das Land, und wir sind im Grunde genommen immer in dieses maschinelle Leben der Zeit hineinversetzt. Unsere Seele im schlafenden Zustande geht auf in alles, was Mechanismen sind. Solche Mechanismen haben wir aber auferbaut. Ein Mechanismus, den wir auferbaut haben, ist aber etwas ganz anderes als die Natur draußen, die auferbaut ist von den Elementargeistern. Draußen, wenn wir zum Beispiel im Walde sind, wo alles aufgebaut ist von den Naturgeistern, da sind wir in einer ganz anderen Umgebung, als wenn wir in der Umgebung der Mechanismen sind, die wir auferbaut haben. Denn was tun wir, indem wir das, was wir der Natur entnehmen, mechanisch zusammenfügen für unser Leben zu Maschinen und Geräten? Da fügen wir nicht nur die Teile der Materie zusammen. Sondern dadurch, daß wir Teile der Materie zusammenfügen, geben wir jedesmal Gelegenheit, daß ein ahrimanisch-dämonischer Diener sich mit der Maschine vereinigt. Bei jeder Maschine, bei jedem Mechanismus, bei allem, was in dieser Beziehung zum heutigen Kulturleben gehört, vollziehen wir das, daß wir dämonischen Elementargeistern, den ahrimanischen Naturen angehörenden Dienern einen Ansatzpunkt geben. Und indem wir in dieser Umgebung der Maschinen leben, leben wir dann zusammen mit diesen dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern. Wir durchdringen uns mit ihnen; wir durchdringen uns nicht nur mit dem Gequietsche und Geknarre der Mechanismen, sondern auch mit dem, was im eminentesten Sinne für unseren Geist, für unsere Seele etwas Zerstörendes hat.

[ 9 ] Wohlgemerkt — ich habe bei ähnlichen Gelegenheiten oftmals eine ähnliche Bemerkung gemacht —, es soll das, was ich sage, nicht eine Kritik unseres ahrimanischen Zeitalters sein. Denn das muß so sein, daß wir überall Dämonen hineinströmen lassen und uns von ihnen umgeben lassen. Das liegt in der Entwickelung der Menschheit. Und weil wir es einfach als notwendig anerkennen müssen, deshalb werden wir, wenn wir den eigentlichen Impuls der Geisteswissenschaft verstehen, nun nicht etwa ein Lob anstimmen auf die, welche da sagen: Also muß man sich möglichst schützen vor den Dämonen und die Kultur fliehen, muß sich möglichst in der Einsamkeit eine Kolonie erbauen, so daß? man nichts mit diesen dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern zu tun hat. Das ist nie der Tenor gewesen, den ich bei meinen Ausführungen angeschlagen habe, sondern ich habe immer gesagt, daß das, was die Notwendigkeit der Entwickelung über uns bringt, voll hingenommen werde, daß man sich nicht zur Flucht vor der Welt dadurch verleiten laßt. Aber ins Auge gefaßt, verstanden muß es werden, daß unser Zeitalter dazu angetan ist, daß wir unsere Umgebung immer mehr mit dämonischen Naturen durchdringen, daß wir immer mehr zu tun haben mit dem, was unsere Kultur mechanisiert. Ein solches Zeitalter erfordert etwas ganz anderes, als jenes Zeitalter erfordert hat, aus dem die Jungfrau von Orleans zu ihrer Wirksamkeit berufen worden ist. Dieses Zeitalter der Jungfrau von Orleans forderte, ich möchte sagen, daß aus den sanftesten, den subtilsten Kräften der Menschenseele herausgeboren wurde der Impuls, aus dem die Jungfrau von Orleans wirken sollte, aus den sanftesten Kräften der Seele. Man bedenke: ein Hirtenmädchen war sie, also umgeben von der einfachsten, idyllischsten Natur. Früh kam es über sie in Gesichten, so daß sie durch die Imaginationen, die ihr gegeben waren, den unmittelbaren Zusammenhang mit der geistigen Welt hatte. Alles sollte sie aus ihrem Innern herausbringen, aus ihrem Innern heraussprießßen lassen, was sie zur Grundlage ihres Wirkens haben sollte. Ja, nicht nur das, sondern die ganz besonderen Umstände mußten herbeigeführt werden, um in ihre Seele, in ihr intimstes Inneres hinein durch die zartesten Kräfte, welche die menschliche Seele hat, ihre Mission zu prägen.

[ 9 ] Wohlgemerkt — ich habe bei ähnlichen Gelegenheiten oftmals eine ähnliche Bemerkung gemacht —, es soll das, was ich sage, nicht eine Kritik unseres ahrimanischen Zeitalters sein. Denn das muß so sein, daß wir überall Dämonen hineinströmen lassen und uns von ihnen umgeben lassen. Das liegt in der Entwickelung der Menschheit. Und weil wir es einfach als notwendig anerkennen müssen, deshalb werden wir, wenn wir den eigentlichen Impuls der Geisteswissenschaft verstehen, nun nicht etwa ein Lob anstimmen auf die, welche da sagen: Also muß man sich möglichst schützen vor den Dämonen und die Kultur fliehen, muß sich möglichst in der Einsamkeit eine Kolonie erbauen, so daß? man nichts mit diesen dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern zu tun hat. Das ist nie der Tenor gewesen, den ich bei meinen Ausführungen angeschlagen habe, sondern ich habe immer gesagt, daß das, was die Notwendigkeit der Entwickelung über uns bringt, voll hingenommen werde, daß man sich nicht zur Flucht vor der Welt dadurch verleiten laßt. Aber ins Auge gefaßt, verstanden muß es werden, daß unser Zeitalter dazu angetan ist, daß wir unsere Umgebung immer mehr mit dämonischen Naturen durchdringen, daß wir immer mehr zu tun haben mit dem, was unsere Kultur mechanisiert. Ein solches Zeitalter erfordert etwas ganz anderes, als jenes Zeitalter erfordert hat, aus dem die Jungfrau von Orleans zu ihrer Wirksamkeit berufen worden ist. Dieses Zeitalter der Jungfrau von Orleans forderte, ich möchte sagen, daß aus den sanftesten, den subtilsten Kräften der Menschenseele herausgeboren wurde der Impuls, aus dem die Jungfrau von Orleans wirken sollte, aus den sanftesten Kräften der Seele. Man bedenke: ein Hirtenmädchen war sie, also umgeben von der einfachsten, idyllischsten Natur. Früh kam es über sie in Gesichten, so daß sie durch die Imaginationen, die ihr gegeben waren, den unmittelbaren Zusammenhang mit der geistigen Welt hatte. Alles sollte sie aus ihrem Innern herausbringen, aus ihrem Innern heraussprießßen lassen, was sie zur Grundlage ihres Wirkens haben sollte. Ja, nicht nur das, sondern die ganz besonderen Umstände mußten herbeigeführt werden, um in ihre Seele, in ihr intimstes Inneres hinein durch die zartesten Kräfte, welche die menschliche Seele hat, ihre Mission zu prägen.

[ 10 ] Wir wissen ja, daß in der Welt alles zyklisch vor sich geht, daß sich die Dinge so abspielen, daß sich nach bestimmten Zyklen wichtige Ereignisse ergeben. Wenn wir das Geburtsjahr — 1412 der Jungfrau von Orleans nehmen, so können wir uns da eine bestimmte Frage stellen. Wir können sagen: das Geburtsjahr dieser Jungfrau von Orleans hat selbstverständlich die Sonne an einem bestimmten Ort — astronomischen Ort — gesehen, bedeckend eines der Sternbilder des Tierkreises. Ein wichtiger Zeitabschnitt verläuft nun, indem die Sonne von einem solchen Sternbilde zum nächsten weiterschreitet. Indem sie ganz im Tierkreis herumgeht, geht sie durch die zwölf Sternbilder; aber ein wichtiger Zeitraum von ungefähr 2160 Jahren verläuft, wenn die Sonne von einem Sternbilde des Tierkreises zum andern geht, also ein Sternbild weit vorrückt. Wenn wir nun von der Geburt der Jungfrau von Orleans ungefähr 2160 Jahre zurückgehen, so kommen wir zur Gründung Roms.

[ 10 ] Wir wissen ja, daß in der Welt alles zyklisch vor sich geht, daß sich die Dinge so abspielen, daß sich nach bestimmten Zyklen wichtige Ereignisse ergeben. Wenn wir das Geburtsjahr — 1412 der Jungfrau von Orleans nehmen, so können wir uns da eine bestimmte Frage stellen. Wir können sagen: das Geburtsjahr dieser Jungfrau von Orleans hat selbstverständlich die Sonne an einem bestimmten Ort — astronomischen Ort — gesehen, bedeckend eines der Sternbilder des Tierkreises. Ein wichtiger Zeitabschnitt verläuft nun, indem die Sonne von einem solchen Sternbilde zum nächsten weiterschreitet. Indem sie ganz im Tierkreis herumgeht, geht sie durch die zwölf Sternbilder; aber ein wichtiger Zeitraum von ungefähr 2160 Jahren verläuft, wenn die Sonne von einem Sternbilde des Tierkreises zum andern geht, also ein Sternbild weit vorrückt. Wenn wir nun von der Geburt der Jungfrau von Orleans ungefähr 2160 Jahre zurückgehen, so kommen wir zur Gründung Roms.

[ 11 ] Wenn man zur Zeit der Gründung Roms über wichtige Angelegenheiten des eben sich begründenden Roms Aufschluß erhalten wollte, dann begab man sich zur Nymphe Egeria; da konnte man Aufschluß erlangen, von einer Seherin Aufschluß erlangen. Das war aber, wie gesagt, einen Sonnenzyklus zurück. So erneuern sich die Zeiten, und so beruht alles auf zyklischen Vorgängen. Also, wenn wir uns vorstellen: die Sonne stand an einem bestimmten Punkte des Sternbildes des Widders zur Zeit der Gründung Roms, sie schreitet dann fort, schreitet bis zu den Fischen hin, so daß sie damit ein Zwölftel des Tierkreises vorgeschritten ist, so kommen wir durch den Zyklus, der notwendig in der Entwickelung der Menschheit vor sich gehen muß, von der Nymphe Egeria zu der inspirierten Tat der Jungfrau von Orleans. Aber im alten Rom haben wir es zu tun mit heidnischer Inspiration, mit heidnischen Taten. Wenn wir uns vorstellen, daß dasselbe Seherische, das zur Zeit der Gründung Roms wirksam war, in einem christlichen Zeitalter wirken sollte, und von innen heraus durch die zartesten menschlichen Kräfte wirken sollte, was mußte dann geschehen? Sie können sich vorstellen, daß etwas geschehen mußte, was wieder mit den intimsten, mit den feinsten Kräften des Christentums irgendwie zusammenhängt.

[ 11 ] Wenn man zur Zeit der Gründung Roms über wichtige Angelegenheiten des eben sich begründenden Roms Aufschluß erhalten wollte, dann begab man sich zur Nymphe Egeria; da konnte man Aufschluß erlangen, von einer Seherin Aufschluß erlangen. Das war aber, wie gesagt, einen Sonnenzyklus zurück. So erneuern sich die Zeiten, und so beruht alles auf zyklischen Vorgängen. Also, wenn wir uns vorstellen: die Sonne stand an einem bestimmten Punkte des Sternbildes des Widders zur Zeit der Gründung Roms, sie schreitet dann fort, schreitet bis zu den Fischen hin, so daß sie damit ein Zwölftel des Tierkreises vorgeschritten ist, so kommen wir durch den Zyklus, der notwendig in der Entwickelung der Menschheit vor sich gehen muß, von der Nymphe Egeria zu der inspirierten Tat der Jungfrau von Orleans. Aber im alten Rom haben wir es zu tun mit heidnischer Inspiration, mit heidnischen Taten. Wenn wir uns vorstellen, daß dasselbe Seherische, das zur Zeit der Gründung Roms wirksam war, in einem christlichen Zeitalter wirken sollte, und von innen heraus durch die zartesten menschlichen Kräfte wirken sollte, was mußte dann geschehen? Sie können sich vorstellen, daß etwas geschehen mußte, was wieder mit den intimsten, mit den feinsten Kräften des Christentums irgendwie zusammenhängt.

[ 12 ] Nun werden sich die meisten von Ihnen erinnern, daß ich öfter auseinandergesetzt habe, wie das Jahr in seinem Verlaufe verschieden ist in bezug auf die Kräfte, durch die man mit den geistigen Welten zusammenhängt. Im Sommer, zu Johanni, wenn die Sonnenstrahlen die größte äußere Kraft haben, dann kann man vielleicht durch äußere Ekstase, wie es in den alten keltischen Mysterien der Fall war, zu irgendeinem, eben auch ekstatischen Aufsteigen zur geistigen Welt kommen. Da aber, wo die Tage am kürzesten sind, wo die Sonnenstrahlen ihre geringste äußere Kraft haben und die Winternächte die finstersten sind, um die Weihnachtszeit also, da ist auch die Möglichkeit gegeben, im intimen Seelenleben sich zu den geistigen Welten durchzuringen. Daher haben alle die, welche von diesem Zyklus des Jahres etwas gewußt haben, immer mit Recht behauptet, daß man, wenn man dazu veranlagt ist, in den Tagen vom 21., 23. Dezember bis etwa zum 6. Januar — in diesen Tagen und insbesondere in diesen Nächten — das Intimste des Zusammenhanges mit den geistigen Welten erleben kann. Legenden gibt es — hier ist einmal die Legende von Olaf Åsteson aus Norwegen vorgelesen worden —, die zeigen, wie die Menschen in diesen Tagen ihre tiefste Inspiration gehabt haben. Das hängt wieder damit zusammen, daß um diese Zeit das Weihnachtsfest gefeiert wird, die Geburt des Geistes, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der mit den intimsten Kräften der menschlichen Seelenentwickelung zusammenhängt. Sollte also die Inspiration des alten heidnischen Roms wieder auferstehen, einen Sonnenzyklus darnach, 2160 Jahre darnach, so mußte die Inspiration den Weg nehmen durch das Allerallerkindlichste des Menschen. Das heißt, es mußte die Seele der Jungfrau von Orleans da angepackt werden, wo die Seelen am tiefsten angepackt werden, wo sie gegenüber dem Irdischen am schwächsten sind, und wo der Christus-Impuls noch nicht durch irdische Eindrücke gehindert wird, weil die Seelen noch nicht das Irdische ergriffen haben, und er so allein in das Seelische hineindringen kann. Es wäre also die günstigste Zeit gewesen, wenn die Jungfrau von Orleans unmittelbar vor ihrer Geburt, bevor sie den ersten Atemzug getan hat, noch die Zeit der dreizehn Nächte im Leibe der Mutter durchgemacht hätte. Das hat sie! Denn sie ist am 6. Januar geboren.

[ 12 ] Nun werden sich die meisten von Ihnen erinnern, daß ich öfter auseinandergesetzt habe, wie das Jahr in seinem Verlaufe verschieden ist in bezug auf die Kräfte, durch die man mit den geistigen Welten zusammenhängt. Im Sommer, zu Johanni, wenn die Sonnenstrahlen die größte äußere Kraft haben, dann kann man vielleicht durch äußere Ekstase, wie es in den alten keltischen Mysterien der Fall war, zu irgendeinem, eben auch ekstatischen Aufsteigen zur geistigen Welt kommen. Da aber, wo die Tage am kürzesten sind, wo die Sonnenstrahlen ihre geringste äußere Kraft haben und die Winternächte die finstersten sind, um die Weihnachtszeit also, da ist auch die Möglichkeit gegeben, im intimen Seelenleben sich zu den geistigen Welten durchzuringen. Daher haben alle die, welche von diesem Zyklus des Jahres etwas gewußt haben, immer mit Recht behauptet, daß man, wenn man dazu veranlagt ist, in den Tagen vom 21., 23. Dezember bis etwa zum 6. Januar — in diesen Tagen und insbesondere in diesen Nächten — das Intimste des Zusammenhanges mit den geistigen Welten erleben kann. Legenden gibt es — hier ist einmal die Legende von Olaf Åsteson aus Norwegen vorgelesen worden —, die zeigen, wie die Menschen in diesen Tagen ihre tiefste Inspiration gehabt haben. Das hängt wieder damit zusammen, daß um diese Zeit das Weihnachtsfest gefeiert wird, die Geburt des Geistes, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der mit den intimsten Kräften der menschlichen Seelenentwickelung zusammenhängt. Sollte also die Inspiration des alten heidnischen Roms wieder auferstehen, einen Sonnenzyklus darnach, 2160 Jahre darnach, so mußte die Inspiration den Weg nehmen durch das Allerallerkindlichste des Menschen. Das heißt, es mußte die Seele der Jungfrau von Orleans da angepackt werden, wo die Seelen am tiefsten angepackt werden, wo sie gegenüber dem Irdischen am schwächsten sind, und wo der Christus-Impuls noch nicht durch irdische Eindrücke gehindert wird, weil die Seelen noch nicht das Irdische ergriffen haben, und er so allein in das Seelische hineindringen kann. Es wäre also die günstigste Zeit gewesen, wenn die Jungfrau von Orleans unmittelbar vor ihrer Geburt, bevor sie den ersten Atemzug getan hat, noch die Zeit der dreizehn Nächte im Leibe der Mutter durchgemacht hätte. Das hat sie! Denn sie ist am 6. Januar geboren.

[ 13 ] Daran sehen wir, wie die tieferen Kräfte, die aus den geistigen Welten hereindringen in unsere physische Welt, wirken, wie sie sich die Wege suchen, die geheimnisvollsten Wege. Für den, der in solche Zusammenhänge hineinsieht, kann es nichts Wunderbareres und aus der Geisteswissenschaft heraus Erklärlicheres geben, als daß die Jungfrau von Orleans den ersten physischen Atemzug tut um die Weihnachtszeit, am 6. Januar, nach der Weihnachtszeit, die sie noch durchgemacht hat, bevor sie den physischen Plan betreten hat. So sehen wir, daß die, welche mit neunzehn Jahren durch den Tod gegangen ist, angefaßt wurde da, wo des Menschen zarteste Kräfte, des Menschen intimste Kräfte liegen, und daß wir damit in die Zeit blicken, in welcher es notwendig war, daß die göttlich-geistigen Kräfte sich einen Weg suchten durch die intimsten Intimitäten der menschlichen Seele. Das war aber eben die letzte Zeit, in der so etwas sein sollte. Es war die Zeit, in der durch den Christus-Impuls Europa geordnet worden ist, wie ich es das letztemal angedeutet habe, und in der es in jener wunderbaren Weise geschah, wie es eben durch die Jungfrau von Orleans geschehen ist. Aber es ist die Zeit eben seither anders geworden. Die Zeit ist heute nicht dazu da, daß in so intimer Weise die göttlich geistigen Kräfte an die menschliche Seele herantreten.

[ 13 ] Daran sehen wir, wie die tieferen Kräfte, die aus den geistigen Welten hereindringen in unsere physische Welt, wirken, wie sie sich die Wege suchen, die geheimnisvollsten Wege. Für den, der in solche Zusammenhänge hineinsieht, kann es nichts Wunderbareres und aus der Geisteswissenschaft heraus Erklärlicheres geben, als daß die Jungfrau von Orleans den ersten physischen Atemzug tut um die Weihnachtszeit, am 6. Januar, nach der Weihnachtszeit, die sie noch durchgemacht hat, bevor sie den physischen Plan betreten hat. So sehen wir, daß die, welche mit neunzehn Jahren durch den Tod gegangen ist, angefaßt wurde da, wo des Menschen zarteste Kräfte, des Menschen intimste Kräfte liegen, und daß wir damit in die Zeit blicken, in welcher es notwendig war, daß die göttlich-geistigen Kräfte sich einen Weg suchten durch die intimsten Intimitäten der menschlichen Seele. Das war aber eben die letzte Zeit, in der so etwas sein sollte. Es war die Zeit, in der durch den Christus-Impuls Europa geordnet worden ist, wie ich es das letztemal angedeutet habe, und in der es in jener wunderbaren Weise geschah, wie es eben durch die Jungfrau von Orleans geschehen ist. Aber es ist die Zeit eben seither anders geworden. Die Zeit ist heute nicht dazu da, daß in so intimer Weise die göttlich geistigen Kräfte an die menschliche Seele herantreten.

[ 14 ] Was war eigentlich die Aufgabe der Jungfrau von Orleans, wenn wir eine Begleiterscheinung ins Auge fassen, eine Begleiterscheinung ihres ganzen Lebens? Von innen aus wurde sie angepackt mit den Kräften der göttlich-geistigen Welt. Was diese Kräfte in der Seele antrafen, waren die luziferischen Kräfte. Diese luziferischen Kräfte waren in der damaligen Zeit mächtig und stark. Durch das, was die Jungfrau von Orleans in sich trug, wurde sie die Besiegerin der luziferischen Kräfte. Sie wurde diese Besiegerin der luziferischen Kräfte für jeden, der sehen will, ganz sichtlich. Wir haben auf ihre wunderbare Geburt einen Blick geworfen und haben gesehen, wie sie gewissermaßen die unbewußte Initiation durchmachte bis zum Tage der Epiphanie, bis zum Tage der sogenannten Offenbarung Christi. Wir können aber auch auf ihren Tod hinweisen, der dadurch eingetreten ist, daß alle luziferischen Kräfte ihrer Feinde sich zusammengetan und diesen Tod herbeigeführt hatten. Ihr Unglück in einer Schlacht wurde herbeigeführt durch die Eifersucht derjenigen, die als offizielle Leiter diese Schlacht zu lenken hatten. Dann aber tat sich alles auf, was eifersüchtig war auf solche Offenbarungen geistiger Kräfte und geistiger Mächte, wie sie durch sie zur Erscheinung kamen. Man machte ihr den Prozeß. Die Prozeßakten sind vorhanden, und es kann jeder durch das Studium dieser Prozeßßakten — wenn er nicht gerade so vernagelt ist wie Anatole France — sehen, daß diese Jungfrau von Orleans, so wie sie auf eine wunderbare Weise, durch die dreizehn Nächte, in die physische Welt hereingekommen ist, auch aus ihr hinausging. Denn in den Prozeßakten steht es, es kann also historisch belegt werden, daß sie gesagt hat, daß sie zwar sterben werde, aber die Engländer werden nach ihrem Tode eine viel größere Schlappe erleiden, als sie vorher erlitten haben, und innerhalb der nächsten sieben Jahre werde es geschehen. — Wenn wir solches im richtigen spirituellen Sinne verstehen, so bedeutet es nichts anderes, als daß die Seele der Jungfrau von Orleans, als sie durch die Pforte des Todes ging, ihre Bereitschaft erklärt hat, auch mitzuarbeiten an der weiteren Gestaltung der Ereignisse nach ihrem Tode, in jeder Form ihres Daseins daran mitzuarbeiten. Das hat sie getan! Was die geistigen Kräfte auszuführen haben, das geschieht, wie auch die äußeren Verhältnisse sich gestalten. Den physischen Tod herbeiführen, also sozusagen die stärkste Attacke ausführen, das konnten die Gegner der Jeanne d’Arc ihr gegenüber; ihre Mission verhindern konnten sie nicht. In jener feinen Art, in der die Kräfte der Jeanne d’Arc wirkten, konnten sie aber nur wirken in ihrer Zeit. In allem, was sie tat, hatte sie die luziferischen Kräfte gegen sich. Wir in unserer Zeit haben es auch mit gegnerischen Kräften zu tun, aber vorzugsweise mit ahrimanischen Kräften, mit jenen ahrimanischen Kräften, die durch das materialistische Zeitalter heraufgekommen sind und die sich schon im äußeren Gefüge unseres ganzen Zeitalters zeigen, wenn wir die Mechanismen, das Mechanische unseres Zeitalters ins Auge fassen, wenn wir bedenken, daß wir im Grunde genommen, indem wir unsere Mechanismen fabrizieren, Dämonen die Wohnstätte anweisen und uns mit einer ganzen ahrimanisch-dämonischen Welt umgeben. Aber wir sehen ja auch an anderen Dingen, wie in unserer Zeit ahrimanische Kräfte überall am Werke sind. Wir sehen, wenn wir zum Beispiel einige Jahre nur zurückschauen und ein wenig die okkulten Untergründe unseres Erdendaseins ins Auge fassen, daß hereinwirken in unser physisches Erdendasein überall ahrimanische Kräfte; nicht nur diejenigen, die von der Art sind wie jene Dämonen, die wir in unseren Maschinen erzeugen, sondern auch sonstige ahrimanische Kräfte wirken in unser Erdendasein herein. Und der Okkultist muß aussprechen, was ich ja oft vor diesem oder jenem Kreis unserer Freunde ausgesprochen habe, daß im Grunde genommen die schmerzlich traurigen Ereignisse, die jetzt durch Europa und einen großen Teil der Erde gehen, sich längst vorbereitet haben, daß in der astralen Welt sozusagen der Krieg längst da war, daß er aber zurückgehalten wurde wieder durch etwas Astrales, nämlich durch die Furcht, die alle Menschen hatten. Furcht ist ein astrales Element; das konnte den Krieg zurückhalten, konnte ihn verhindern; das konnte bewirken, daß er so lange ausblieb.

[ 14 ] Was war eigentlich die Aufgabe der Jungfrau von Orleans, wenn wir eine Begleiterscheinung ins Auge fassen, eine Begleiterscheinung ihres ganzen Lebens? Von innen aus wurde sie angepackt mit den Kräften der göttlich-geistigen Welt. Was diese Kräfte in der Seele antrafen, waren die luziferischen Kräfte. Diese luziferischen Kräfte waren in der damaligen Zeit mächtig und stark. Durch das, was die Jungfrau von Orleans in sich trug, wurde sie die Besiegerin der luziferischen Kräfte. Sie wurde diese Besiegerin der luziferischen Kräfte für jeden, der sehen will, ganz sichtlich. Wir haben auf ihre wunderbare Geburt einen Blick geworfen und haben gesehen, wie sie gewissermaßen die unbewußte Initiation durchmachte bis zum Tage der Epiphanie, bis zum Tage der sogenannten Offenbarung Christi. Wir können aber auch auf ihren Tod hinweisen, der dadurch eingetreten ist, daß alle luziferischen Kräfte ihrer Feinde sich zusammengetan und diesen Tod herbeigeführt hatten. Ihr Unglück in einer Schlacht wurde herbeigeführt durch die Eifersucht derjenigen, die als offizielle Leiter diese Schlacht zu lenken hatten. Dann aber tat sich alles auf, was eifersüchtig war auf solche Offenbarungen geistiger Kräfte und geistiger Mächte, wie sie durch sie zur Erscheinung kamen. Man machte ihr den Prozeß. Die Prozeßakten sind vorhanden, und es kann jeder durch das Studium dieser Prozeßßakten — wenn er nicht gerade so vernagelt ist wie Anatole France — sehen, daß diese Jungfrau von Orleans, so wie sie auf eine wunderbare Weise, durch die dreizehn Nächte, in die physische Welt hereingekommen ist, auch aus ihr hinausging. Denn in den Prozeßakten steht es, es kann also historisch belegt werden, daß sie gesagt hat, daß sie zwar sterben werde, aber die Engländer werden nach ihrem Tode eine viel größere Schlappe erleiden, als sie vorher erlitten haben, und innerhalb der nächsten sieben Jahre werde es geschehen. — Wenn wir solches im richtigen spirituellen Sinne verstehen, so bedeutet es nichts anderes, als daß die Seele der Jungfrau von Orleans, als sie durch die Pforte des Todes ging, ihre Bereitschaft erklärt hat, auch mitzuarbeiten an der weiteren Gestaltung der Ereignisse nach ihrem Tode, in jeder Form ihres Daseins daran mitzuarbeiten. Das hat sie getan! Was die geistigen Kräfte auszuführen haben, das geschieht, wie auch die äußeren Verhältnisse sich gestalten. Den physischen Tod herbeiführen, also sozusagen die stärkste Attacke ausführen, das konnten die Gegner der Jeanne d’Arc ihr gegenüber; ihre Mission verhindern konnten sie nicht. In jener feinen Art, in der die Kräfte der Jeanne d’Arc wirkten, konnten sie aber nur wirken in ihrer Zeit. In allem, was sie tat, hatte sie die luziferischen Kräfte gegen sich. Wir in unserer Zeit haben es auch mit gegnerischen Kräften zu tun, aber vorzugsweise mit ahrimanischen Kräften, mit jenen ahrimanischen Kräften, die durch das materialistische Zeitalter heraufgekommen sind und die sich schon im äußeren Gefüge unseres ganzen Zeitalters zeigen, wenn wir die Mechanismen, das Mechanische unseres Zeitalters ins Auge fassen, wenn wir bedenken, daß wir im Grunde genommen, indem wir unsere Mechanismen fabrizieren, Dämonen die Wohnstätte anweisen und uns mit einer ganzen ahrimanisch-dämonischen Welt umgeben. Aber wir sehen ja auch an anderen Dingen, wie in unserer Zeit ahrimanische Kräfte überall am Werke sind. Wir sehen, wenn wir zum Beispiel einige Jahre nur zurückschauen und ein wenig die okkulten Untergründe unseres Erdendaseins ins Auge fassen, daß hereinwirken in unser physisches Erdendasein überall ahrimanische Kräfte; nicht nur diejenigen, die von der Art sind wie jene Dämonen, die wir in unseren Maschinen erzeugen, sondern auch sonstige ahrimanische Kräfte wirken in unser Erdendasein herein. Und der Okkultist muß aussprechen, was ich ja oft vor diesem oder jenem Kreis unserer Freunde ausgesprochen habe, daß im Grunde genommen die schmerzlich traurigen Ereignisse, die jetzt durch Europa und einen großen Teil der Erde gehen, sich längst vorbereitet haben, daß in der astralen Welt sozusagen der Krieg längst da war, daß er aber zurückgehalten wurde wieder durch etwas Astrales, nämlich durch die Furcht, die alle Menschen hatten. Furcht ist ein astrales Element; das konnte den Krieg zurückhalten, konnte ihn verhindern; das konnte bewirken, daß er so lange ausblieb.

[ 15 ] Denn Furcht war überall da! Furcht ist überhaupt etwas, was auf dem Grunde der Seelen unseres Zeitalters in der furchtbarsten Weise grassiert. Da kam aber eine Zeit, die zeitlich äußerlich andeutete etwas, wovon man oftmals spricht, wenn man von den Ausgangspunkten dieses Krieges spricht. Aber dieses Äußere ist nicht das Wichtigste, es ist nur ein Symbolum. Es kam — ich habe das hier schon einmal auseinandergesetzt — die Ermordung jenes österreichischen Erzherzoges, und da stellte sich jenes schon einmal erwähnte, furchtbar erschütternde Ereignis heraus. Ich habe es niemals früher erfahren, nicht auf direktem Wege, nicht durch andere Okkultisten. Wir wissen ja, was die Seele durchmacht, wenn sie durch den Tod gegangen ist. An dieser Seele, die damals durch den Tod gegangen ist, zeigte sich ganz besonders, daß sich um sie, wie um einen Mittelpunkt, alle Furchtelemente anfingen zu gruppieren, und nun hatte man in ihr etwas wie eine kosmische Macht vor sich. Nun wissen wir, daß etwas, was auf dem physischen Plan einen ganz bestimmten Charakter hat, den umgekehrten Charakter in der geistigen Welt hat. So war es auch in diesem Falle: was erst den Krieg zerstreuend gewirkt hatte, das wirkte jetzt als das Gegenteil, wirkte sozusagen anspornend, anfeuernd. So sehen wir, daß gewissermaßen eine Metamorphose der Furchtelemente, der ahrimanischen Elemente mit hineingemischt ist in alles, was nun doch schließlich die schmerzlich traurigen Ereignisse unserer Zeit herbeigeführt hat. Ahrimanisches wirkt eben durchaus überall in unserer Zeit. Nicht auflehnen können wir uns dagegen, nicht kritisieren können wir es, nicht davor schützen sollen wir uns wollen, sondern es als eine Norwendigkeit unserer Zeit ansehen, als etwas, was da sein muß in unserer Zeit. Es fragt sich nur: Wie finden wir demgegenüber die rechte Stellung? Wie finden wir dasjenige, was uns anweist, wie wir uns zu verhalten haben gerade in unserem Zeitalter, wenn wir den göttlich-geistigen Kräften und Mächten den Eingang in unsere Handlungen möglich machen wollen?

[ 15 ] Denn Furcht war überall da! Furcht ist überhaupt etwas, was auf dem Grunde der Seelen unseres Zeitalters in der furchtbarsten Weise grassiert. Da kam aber eine Zeit, die zeitlich äußerlich andeutete etwas, wovon man oftmals spricht, wenn man von den Ausgangspunkten dieses Krieges spricht. Aber dieses Äußere ist nicht das Wichtigste, es ist nur ein Symbolum. Es kam — ich habe das hier schon einmal auseinandergesetzt — die Ermordung jenes österreichischen Erzherzoges, und da stellte sich jenes schon einmal erwähnte, furchtbar erschütternde Ereignis heraus. Ich habe es niemals früher erfahren, nicht auf direktem Wege, nicht durch andere Okkultisten. Wir wissen ja, was die Seele durchmacht, wenn sie durch den Tod gegangen ist. An dieser Seele, die damals durch den Tod gegangen ist, zeigte sich ganz besonders, daß sich um sie, wie um einen Mittelpunkt, alle Furchtelemente anfingen zu gruppieren, und nun hatte man in ihr etwas wie eine kosmische Macht vor sich. Nun wissen wir, daß etwas, was auf dem physischen Plan einen ganz bestimmten Charakter hat, den umgekehrten Charakter in der geistigen Welt hat. So war es auch in diesem Falle: was erst den Krieg zerstreuend gewirkt hatte, das wirkte jetzt als das Gegenteil, wirkte sozusagen anspornend, anfeuernd. So sehen wir, daß gewissermaßen eine Metamorphose der Furchtelemente, der ahrimanischen Elemente mit hineingemischt ist in alles, was nun doch schließlich die schmerzlich traurigen Ereignisse unserer Zeit herbeigeführt hat. Ahrimanisches wirkt eben durchaus überall in unserer Zeit. Nicht auflehnen können wir uns dagegen, nicht kritisieren können wir es, nicht davor schützen sollen wir uns wollen, sondern es als eine Norwendigkeit unserer Zeit ansehen, als etwas, was da sein muß in unserer Zeit. Es fragt sich nur: Wie finden wir demgegenüber die rechte Stellung? Wie finden wir dasjenige, was uns anweist, wie wir uns zu verhalten haben gerade in unserem Zeitalter, wenn wir den göttlich-geistigen Kräften und Mächten den Eingang in unsere Handlungen möglich machen wollen?

[ 16 ] Da muß ich auf ein Ereignis der geistigen Welt hinweisen, das einige Jahrzehnte hinter uns liegt. Ich habe es öfter in den verschiedensten Zusammenhängen erwähnt: jenes Ereignis, das stattgefunden hat hinter den Kulissen unseres Daseins, in der geistigen Welt, im November ungefähr des Jahres 1879. Wir wissen ja, daß von Epoche zu Epoche immer gewissermaßen ein anderer Regent des Erdendaseins da ist; ein Regent löst den andern ab. Bis zum Jahre 1879 war aus den geistigen Welten heraus wirkend der Geist, den wir den Geist Gabriel nennen, um einen Namen zu haben. Seit dem Jahre 1879 war es jener Geist, den wir Michael nennen. Er ist derjenige, der die Zeitereignisse in unserer Zeit dirigiert; und wer bewußt in die geistigen Welten hineinzuschauen vermag, der empfindet den Geist Michael als den eigentlich dirigierenden, anführenden Geist unserer Zeit. Michael ist in einer gewissen Weise der stärkste der einander stets ablösenden führenden Geister der Zeiten. In einer gewissen Weise, sagte ich, ist er der stärkste dieser Geister. Die anderen waren vorzugsweise geistig im Geistigen wirksam. Michael hat die Stärke, den Geist durchzupressen bis in die physische Welt hinein. Er war derjenige Geist, der, bevor das Mysterium von Golgatha herangekommen ist, gleichsam dem Christus voranschreitend zur Erde hinunterstieg und damals — etwa durch vier bis fünf Jahrhunderte — die Führung der Erde hatte. Er ist wieder in unserer Zeit der führende Geist der Erde. Man möchte vergleichsweise sagen: Was das Gold unter den Metallen ist, das ist Michael unter den Geistern, die der Hierarchie der Archangelo: angehören. Wie alle anderen Metalle vorzugsweise auf den Ätherleib wirken, das Gold aber zugleich auf unseren physischen Leib wirkt als Arzneimittel, so wirken alle anderen führenden Geister in die Seele hinein, Michael dagegen ist der, welcher zugleich auf den physischen Verstand, auf die physische Vernunft wirken kann. Wenn sein Zeitalter gekommen ist, dann kann von dem Geist aus auf den physischen Verstand, auf. die physische Vernunft gewirkt werden. Er mußte sich, weil er im fünfzehnten Jahrhundert nicht der eigentliche führende Geist war, bei der Jungfrau von Orleans den Weg suchen ohne menschlichen Verstand, ohne menschliches Begreifen, ohne menschliches Vorstellungsvermögen, einen gewissermaßen ganz inneren Weg durch die intimsten menschlichen Seelenkräfte. Der Christus hat ja durch seinen michaelischen Geist auf die Jungfrau von Orleans gewirkt; aber durch alles andere konnte er eher wirken als durch die Verstandes- und Vernunftkräfte.

[ 16 ] Da muß ich auf ein Ereignis der geistigen Welt hinweisen, das einige Jahrzehnte hinter uns liegt. Ich habe es öfter in den verschiedensten Zusammenhängen erwähnt: jenes Ereignis, das stattgefunden hat hinter den Kulissen unseres Daseins, in der geistigen Welt, im November ungefähr des Jahres 1879. Wir wissen ja, daß von Epoche zu Epoche immer gewissermaßen ein anderer Regent des Erdendaseins da ist; ein Regent löst den andern ab. Bis zum Jahre 1879 war aus den geistigen Welten heraus wirkend der Geist, den wir den Geist Gabriel nennen, um einen Namen zu haben. Seit dem Jahre 1879 war es jener Geist, den wir Michael nennen. Er ist derjenige, der die Zeitereignisse in unserer Zeit dirigiert; und wer bewußt in die geistigen Welten hineinzuschauen vermag, der empfindet den Geist Michael als den eigentlich dirigierenden, anführenden Geist unserer Zeit. Michael ist in einer gewissen Weise der stärkste der einander stets ablösenden führenden Geister der Zeiten. In einer gewissen Weise, sagte ich, ist er der stärkste dieser Geister. Die anderen waren vorzugsweise geistig im Geistigen wirksam. Michael hat die Stärke, den Geist durchzupressen bis in die physische Welt hinein. Er war derjenige Geist, der, bevor das Mysterium von Golgatha herangekommen ist, gleichsam dem Christus voranschreitend zur Erde hinunterstieg und damals — etwa durch vier bis fünf Jahrhunderte — die Führung der Erde hatte. Er ist wieder in unserer Zeit der führende Geist der Erde. Man möchte vergleichsweise sagen: Was das Gold unter den Metallen ist, das ist Michael unter den Geistern, die der Hierarchie der Archangelo: angehören. Wie alle anderen Metalle vorzugsweise auf den Ätherleib wirken, das Gold aber zugleich auf unseren physischen Leib wirkt als Arzneimittel, so wirken alle anderen führenden Geister in die Seele hinein, Michael dagegen ist der, welcher zugleich auf den physischen Verstand, auf die physische Vernunft wirken kann. Wenn sein Zeitalter gekommen ist, dann kann von dem Geist aus auf den physischen Verstand, auf. die physische Vernunft gewirkt werden. Er mußte sich, weil er im fünfzehnten Jahrhundert nicht der eigentliche führende Geist war, bei der Jungfrau von Orleans den Weg suchen ohne menschlichen Verstand, ohne menschliches Begreifen, ohne menschliches Vorstellungsvermögen, einen gewissermaßen ganz inneren Weg durch die intimsten menschlichen Seelenkräfte. Der Christus hat ja durch seinen michaelischen Geist auf die Jungfrau von Orleans gewirkt; aber durch alles andere konnte er eher wirken als durch die Verstandes- und Vernunftkräfte.

[ 17 ] Luziferische Geister sind heute auch da, die den Menschen vorzugsweise von innen angreifen. Sie wollen alle möglichen Leidenschaften erzeugen, aber nicht den Irrtum des Verstandes, den Irrtum der Vernunft, mit dem wir in unserem heutigen Zeitalter so zu kämpfen haben. Wir müssen also sagen: Was wir erreichen wollen im Geistigen, das müssen wir erreichen angemessen den Kräften, die Michael, der führende Geist des Zeitalters, innehat. Und mit Michael im innigen Bunde steht das, was wir zu begreifen versuchen, wenn wir seine Erscheinung zu begreifen versuchen, wie wir es in den letzten Tagen gemacht haben; wenn wir nämlich das zu begreifen versuchen, was wir den deutschen Volksgeist nennen zwei Kräfte: Michael und der deutsche Volksgeist, die durchaus im Einklange sind, und denen es übertragen ist, den Christus-Impuls gerade in unserer Zeit zum Ausdruck zu bringen, wie es dem Charakter unseres Zeitalters entsprechend ist. Denn nicht kann unser Zeitalter irgendwie glauben, daß dieselbe intime Art des Wirkens, die für das fünfzehnte Jahrhundert richtig war, seit dem Heraufkommen des fünften nachatlantischen Zeitraumes auch noch richtig sein könnte. In unserem Zeitalter handelt es sich darum, daß wir vor allem begreifen die Notwendigkeit des Gekettetseins an Ahriman, an Ahrimanisches, das wir selber in unseren Mechanismen erzeugen, und die Notwendigkeit, diese Zusammenhänge richtig zu erkennen; denn sonst leben wir in Furcht vor vielem, was in unserem Zeitalter vorhanden ist.

[ 17 ] Luziferische Geister sind heute auch da, die den Menschen vorzugsweise von innen angreifen. Sie wollen alle möglichen Leidenschaften erzeugen, aber nicht den Irrtum des Verstandes, den Irrtum der Vernunft, mit dem wir in unserem heutigen Zeitalter so zu kämpfen haben. Wir müssen also sagen: Was wir erreichen wollen im Geistigen, das müssen wir erreichen angemessen den Kräften, die Michael, der führende Geist des Zeitalters, innehat. Und mit Michael im innigen Bunde steht das, was wir zu begreifen versuchen, wenn wir seine Erscheinung zu begreifen versuchen, wie wir es in den letzten Tagen gemacht haben; wenn wir nämlich das zu begreifen versuchen, was wir den deutschen Volksgeist nennen zwei Kräfte: Michael und der deutsche Volksgeist, die durchaus im Einklange sind, und denen es übertragen ist, den Christus-Impuls gerade in unserer Zeit zum Ausdruck zu bringen, wie es dem Charakter unseres Zeitalters entsprechend ist. Denn nicht kann unser Zeitalter irgendwie glauben, daß dieselbe intime Art des Wirkens, die für das fünfzehnte Jahrhundert richtig war, seit dem Heraufkommen des fünften nachatlantischen Zeitraumes auch noch richtig sein könnte. In unserem Zeitalter handelt es sich darum, daß wir vor allem begreifen die Notwendigkeit des Gekettetseins an Ahriman, an Ahrimanisches, das wir selber in unseren Mechanismen erzeugen, und die Notwendigkeit, diese Zusammenhänge richtig zu erkennen; denn sonst leben wir in Furcht vor vielem, was in unserem Zeitalter vorhanden ist.

[ 18 ] Daher entsteht die Frage: Wodurch bieten wir diesem Ahrimanischen in unserem Zeitalter Widerstand, wie Widerstand geboten wurde dem Luziferischen in dem Zeitalter der Jungfrau von Orleans? Wir bieten dem Ahrimanischen dadurch Widerstand, daß wir gerade jenen Weg gehen, der immer wieder und wieder innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Strömung betont wird: den Weg der Spiritualisierung der menschlichen Kultur, des menschlichen Begriffs- und Vorstellungsvermögens. Daher haben wir es immer wieder und wieder betont: Es gibt eine Möglichkeit, alles, was uns die Geisteswissenschaft bringt, wenn es auch zunächst und zumeist aus der geistigen Welt heraus gegeben ist, wirklich mit dem der Menschheit heute seit dem sechzehnten Jahrhundert zugeteilten Verstande, mit der Vernunft restlos zu begreifen. Und wenn wir sagen, wir begreifen es nicht, so ist das nur aus dem Grunde der Fall, weil wir hinhören auf die Vorurteile, die uns aus dem landläufigen Materialismus der Zeit geboten werden. Wer nicht immer wieder und wieder auf das hinhört, was zum Teil laut, zum Teil aber auch im feinsten leisen Flüstern aus dem Materialismus unserer Zeit heraustönt, sondern wer streng ins Auge zu fassen versucht, was wir in den Verstehenskräften haben, für den erscheint eines Tages das, was die Geisteswissenschaft hervorbringt, als etwas durchaus Begreifliches, als etwas, was ebenso begriffen werden kann, wie irgendein Ereignis der äußeren Welt begriffen werden kann. Aber nur dadurch erzeugen wir in uns die starke Kraft, die wir brauchen, um den ahrimanischen Kräften Widerstand zu leisten, daß wir jetzt nicht bloß durch die intimsten Offenbarungs- und Glaubenskräfte, wie bei der Jungfrau von Orleans, an den Geist herankommen, sondern daß wir versuchen, unsere Verstehenskraft in der intensivsten Weise auf das zu konzentrieren, was aus der Geisteswissenschaft kommt. Wenn wir das tun, dann kommt die Stunde, der Augenblick, wo wir uns sagen müssen: Was uns aus der Geisteswissenschaft entgegentritt, ist das einzig Vernünftige und zugleich das, was uns die Welt um uns herum begreiflich und lichtvoll macht. Und wenn wir also ergriffen werden, dann werden wir so ergriffen werden von dem, was der Geist uns in unserer Zeit gibt, daß wir wirklich stark genug sind gegenüber den ahrimanischen Kräften.

[ 18 ] Daher entsteht die Frage: Wodurch bieten wir diesem Ahrimanischen in unserem Zeitalter Widerstand, wie Widerstand geboten wurde dem Luziferischen in dem Zeitalter der Jungfrau von Orleans? Wir bieten dem Ahrimanischen dadurch Widerstand, daß wir gerade jenen Weg gehen, der immer wieder und wieder innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Strömung betont wird: den Weg der Spiritualisierung der menschlichen Kultur, des menschlichen Begriffs- und Vorstellungsvermögens. Daher haben wir es immer wieder und wieder betont: Es gibt eine Möglichkeit, alles, was uns die Geisteswissenschaft bringt, wenn es auch zunächst und zumeist aus der geistigen Welt heraus gegeben ist, wirklich mit dem der Menschheit heute seit dem sechzehnten Jahrhundert zugeteilten Verstande, mit der Vernunft restlos zu begreifen. Und wenn wir sagen, wir begreifen es nicht, so ist das nur aus dem Grunde der Fall, weil wir hinhören auf die Vorurteile, die uns aus dem landläufigen Materialismus der Zeit geboten werden. Wer nicht immer wieder und wieder auf das hinhört, was zum Teil laut, zum Teil aber auch im feinsten leisen Flüstern aus dem Materialismus unserer Zeit heraustönt, sondern wer streng ins Auge zu fassen versucht, was wir in den Verstehenskräften haben, für den erscheint eines Tages das, was die Geisteswissenschaft hervorbringt, als etwas durchaus Begreifliches, als etwas, was ebenso begriffen werden kann, wie irgendein Ereignis der äußeren Welt begriffen werden kann. Aber nur dadurch erzeugen wir in uns die starke Kraft, die wir brauchen, um den ahrimanischen Kräften Widerstand zu leisten, daß wir jetzt nicht bloß durch die intimsten Offenbarungs- und Glaubenskräfte, wie bei der Jungfrau von Orleans, an den Geist herankommen, sondern daß wir versuchen, unsere Verstehenskraft in der intensivsten Weise auf das zu konzentrieren, was aus der Geisteswissenschaft kommt. Wenn wir das tun, dann kommt die Stunde, der Augenblick, wo wir uns sagen müssen: Was uns aus der Geisteswissenschaft entgegentritt, ist das einzig Vernünftige und zugleich das, was uns die Welt um uns herum begreiflich und lichtvoll macht. Und wenn wir also ergriffen werden, dann werden wir so ergriffen werden von dem, was der Geist uns in unserer Zeit gibt, daß wir wirklich stark genug sind gegenüber den ahrimanischen Kräften.

[ 19 ] Eine Natur wie die Jungfrau von Orleans, in unsere heutige Zeit hineinversetzt, würde nichts vermögen. Sie würde eine interessante Persönlichkeit sein, würde manches Wunderbare prophetisch und sonstwie offenbaren können. Aber wie eine solche intime Offenbarungsnatur wirksam den luziferischen Kräften begegnen kann, so muß heute der Mensch den ahrimanischen Kräften Widerstand leisten, muß sich stark machen gegen diese Kräfte, so stark, wie es dem Zeitalter des Michael geziemt. Dem Zeitalter des Michael ziemt eben das Sonnenhafte, das, was wir in uns aufnehmen durch eine Spiritualisierung derjenigen Kräfte, die wir innehaben vom Aufwachen bis zum Einschlafen: der Kräfte unserer Vernunft, unseres Begreifens, unseres Verstehens. Denn diese unsere Kräfte des Begreifens und Verstehens, sie wandeln sich um in unserer Seele, wenn wir dazu nur Geduld genug haben. So wandeln sie sich um, daß aus dem, was sich uns entpuppt in der Geisteswissenschaft, die Gewißheit herausspringt: was wir da begreifen, das ist unmittelbar der Ausdruck der Gedanken der geistigen Welt. Also nicht um ein Zurückziehen von der ahrimanisch durchsetzten äußeren Welt kann es sich heute handeln, sondern um ein notwendiges Darinnenstehen in dieser Welt, aber zugleich um ein sich Starkmachen gegenüber diesen ahrimanischen Kräften.

[ 19 ] Eine Natur wie die Jungfrau von Orleans, in unsere heutige Zeit hineinversetzt, würde nichts vermögen. Sie würde eine interessante Persönlichkeit sein, würde manches Wunderbare prophetisch und sonstwie offenbaren können. Aber wie eine solche intime Offenbarungsnatur wirksam den luziferischen Kräften begegnen kann, so muß heute der Mensch den ahrimanischen Kräften Widerstand leisten, muß sich stark machen gegen diese Kräfte, so stark, wie es dem Zeitalter des Michael geziemt. Dem Zeitalter des Michael ziemt eben das Sonnenhafte, das, was wir in uns aufnehmen durch eine Spiritualisierung derjenigen Kräfte, die wir innehaben vom Aufwachen bis zum Einschlafen: der Kräfte unserer Vernunft, unseres Begreifens, unseres Verstehens. Denn diese unsere Kräfte des Begreifens und Verstehens, sie wandeln sich um in unserer Seele, wenn wir dazu nur Geduld genug haben. So wandeln sie sich um, daß aus dem, was sich uns entpuppt in der Geisteswissenschaft, die Gewißheit herausspringt: was wir da begreifen, das ist unmittelbar der Ausdruck der Gedanken der geistigen Welt. Also nicht um ein Zurückziehen von der ahrimanisch durchsetzten äußeren Welt kann es sich heute handeln, sondern um ein notwendiges Darinnenstehen in dieser Welt, aber zugleich um ein sich Starkmachen gegenüber diesen ahrimanischen Kräften.

[ 20 ] Da handelt es sich dann darum, daß wir den Weg finden, um durch dasselbe Begreifen, durch welches wir die Außenwelt begreifen, auch die geistige Welt zu begreifen. Aber diesen Weg haben wir ja gerade in diesen Tagen angegeben als den Weg, der innerlich verbunden ist mit der ganzen Mission des deutschen Volkes, insbesondere mit dieser Mission seit dem Ende des achtzehnten und dem Beginn des neunzehnten Jahrhunderts. Aber in den vorhergehenden Jahrhunderten hat diese Mission sich vorbereitet. Das ist das Eigentümliche, daß dasjenige, was der deutsche Geist getrieben hat in seinen Dichtern, seinen Künstlern und Philosophen, innig verbunden ist mit dem spirituellen Leben. Es handelt sich da wirklich darum, ohne Sympathie und Antipathie den Tatsachen kühn ins Auge zu schauen, wie sie sich vorbereitet haben, wie sie sich nach und nach herausgestaltet haben. Wir selber haben es ja erleben können, wie wir eines Tages eben einfach diese Notwendigkeit betonen mußten, im kontinuierlichen Fortschritt des Geisteslebens zu wirken. Denn warum?

[ 20 ] Da handelt es sich dann darum, daß wir den Weg finden, um durch dasselbe Begreifen, durch welches wir die Außenwelt begreifen, auch die geistige Welt zu begreifen. Aber diesen Weg haben wir ja gerade in diesen Tagen angegeben als den Weg, der innerlich verbunden ist mit der ganzen Mission des deutschen Volkes, insbesondere mit dieser Mission seit dem Ende des achtzehnten und dem Beginn des neunzehnten Jahrhunderts. Aber in den vorhergehenden Jahrhunderten hat diese Mission sich vorbereitet. Das ist das Eigentümliche, daß dasjenige, was der deutsche Geist getrieben hat in seinen Dichtern, seinen Künstlern und Philosophen, innig verbunden ist mit dem spirituellen Leben. Es handelt sich da wirklich darum, ohne Sympathie und Antipathie den Tatsachen kühn ins Auge zu schauen, wie sie sich vorbereitet haben, wie sie sich nach und nach herausgestaltet haben. Wir selber haben es ja erleben können, wie wir eines Tages eben einfach diese Notwendigkeit betonen mußten, im kontinuierlichen Fortschritt des Geisteslebens zu wirken. Denn warum?

[ 21 ] Versuchen wir einmal hinzublicken auf jene theosophische Bewegung, mit der wir äußerlich eine Zeitlang verbunden waren, auf die englische theosophische Bewegung. Versuchen Sie da einmal eine Brücke sich zu bauen zwischen dem, was sonst englisches Geistesleben ist, bis in die Philosophie herein, und demjenigen, was englische Theosophie ist: sie stehen äußerlich nebeneinander, sind zwei äußerlich nebeneinander laufende Strömungen, und eine Brücke zwischen beiden ist etwas, was auch nur in ganz äußerlicher Weise gezogen werden kann. Versuchen Sie dagegen das deutsche Geistesleben ins Auge zu fassen, wie es sich durch die deutschen Mystiker vorbereitet hat in Meister Eckhart und Johannes Tauler, und dann in Jacob Böhme und Angelus Silesius weiter sich entfaltet hat, wie es in Lessing zu der Anerkennung der Idee der wiederholten Erdenleben geführt hat, und wie es in Goethes «Faust» geradezu eine Glorifizierung des Hinaufsteigens in die geistigen Welten darstellt, da haben Sie den geraden Weg von den äußeren Welten aus in die geistige Welt. Und wenn Sie nun dazu nehmen, was von Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» geführt hat bis zur Dramatisierung der Grundkräfte der Einweihung, und beide Strömungen zusammenhalten, dann haben Sie darin den innerlichen Zusammenhang. Es ist ein innerlicher Zusammenhang zwischen dem, was zuletzt als Geisteswissenschaft erscheint, und dem, was ganz exoterisch in der physischen Welt als Geistesleben erstrebt wird. Denn selbstverständlich wird dieses Geistesleben, das außerhalb der Geisteswissenschaft entfaltet wird, mit den Kräften des Gehirns erstrebt, aber es drängt hin zu dem, was außerhalb des Leibes gefunden wird. Man möchte sagen: es ist die Mission des deutschen Volkes, daß es gar nicht anders kann als mit dem, was es erstrebt, zuletzt einzumünden in das spirituelle Leben. Das heißt aber nichts anderes, spirituell gesprochen, als daß das deutsche Volk dazu berufen ist, innerlich sich zu verbinden mit dem, was in die Welt kommt durch die Anführerschaft des Michael. Ein solches Sichverbinden wird nicht dadurch erreicht, daß man sich passiv, wie fatalistisch, den Schicksalsmächten überläßt, sondern daß man erkennt, welches die Aufgabe der Zeit ist.

[ 21 ] Versuchen wir einmal hinzublicken auf jene theosophische Bewegung, mit der wir äußerlich eine Zeitlang verbunden waren, auf die englische theosophische Bewegung. Versuchen Sie da einmal eine Brücke sich zu bauen zwischen dem, was sonst englisches Geistesleben ist, bis in die Philosophie herein, und demjenigen, was englische Theosophie ist: sie stehen äußerlich nebeneinander, sind zwei äußerlich nebeneinander laufende Strömungen, und eine Brücke zwischen beiden ist etwas, was auch nur in ganz äußerlicher Weise gezogen werden kann. Versuchen Sie dagegen das deutsche Geistesleben ins Auge zu fassen, wie es sich durch die deutschen Mystiker vorbereitet hat in Meister Eckhart und Johannes Tauler, und dann in Jacob Böhme und Angelus Silesius weiter sich entfaltet hat, wie es in Lessing zu der Anerkennung der Idee der wiederholten Erdenleben geführt hat, und wie es in Goethes «Faust» geradezu eine Glorifizierung des Hinaufsteigens in die geistigen Welten darstellt, da haben Sie den geraden Weg von den äußeren Welten aus in die geistige Welt. Und wenn Sie nun dazu nehmen, was von Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» geführt hat bis zur Dramatisierung der Grundkräfte der Einweihung, und beide Strömungen zusammenhalten, dann haben Sie darin den innerlichen Zusammenhang. Es ist ein innerlicher Zusammenhang zwischen dem, was zuletzt als Geisteswissenschaft erscheint, und dem, was ganz exoterisch in der physischen Welt als Geistesleben erstrebt wird. Denn selbstverständlich wird dieses Geistesleben, das außerhalb der Geisteswissenschaft entfaltet wird, mit den Kräften des Gehirns erstrebt, aber es drängt hin zu dem, was außerhalb des Leibes gefunden wird. Man möchte sagen: es ist die Mission des deutschen Volkes, daß es gar nicht anders kann als mit dem, was es erstrebt, zuletzt einzumünden in das spirituelle Leben. Das heißt aber nichts anderes, spirituell gesprochen, als daß das deutsche Volk dazu berufen ist, innerlich sich zu verbinden mit dem, was in die Welt kommt durch die Anführerschaft des Michael. Ein solches Sichverbinden wird nicht dadurch erreicht, daß man sich passiv, wie fatalistisch, den Schicksalsmächten überläßt, sondern daß man erkennt, welches die Aufgabe der Zeit ist.

[ 22 ] Und nicht nur innerlich durch den Gang der deutschen Mystik, sondern auch äußerlich durch den ganzen Gang des deutschen Lebens in Verbindung mit dem europäischen Leben hat sich dasjenige gezeigt, was ich da sagen will. Ich habe es im ersten der beiden letzten öffentlichen Vorträge, «Die germanische Seele und der deutsche Geist», auseinandergesetzt, wie die germanische Seelenhaftigkeit gleichsam in den Vorposten der germanischen Völker — durch die Goten, Langobarden, Vandalen — hineingeströmt ist in die Völker des Westens, des Südens, wie da hingeopfert worden ist am Altare der Menschheit dasjenige, was germanische Seelenhaftigkeit ist. Aber das hat sich später wiederholt, nur weniger auffällig. Blicken wir zunächst hin nach dem äußersten Osten Österreichs, zu den sogenannten Siebenbürger Sachsen. Ausgewandert sind sie vom Rhein her, wo das Siebengebirge ist, das läßt sich auch äußerlich nachweisen. Nach und nach haben sie ihre Eigenart verloren. Die Seelensubstanz hat sich hingegeben, um in jenes andere Volkselement einzufließen, und einst wird von ihnen kaum etwas anderes vorhanden sein als einiges ihrer Sprache; aber als Volkssubstanz sind sie dort hineingeflossen. Gehen wir dann hinunter in das Banat: Schwaben sind es, die dort eingewandert sind; das Magyarische schlingt sich darüber. Ebenso ist es in den Gegenden des ungarischen Berglandes, der Karpaten. Alle diese Einwanderungen sind heute äußerlich fast verschwunden, aber überall in den heute dort vorhandenen Volksschichten darinnen lebend und dann manchmal wie Gerinnsel sich zeigend wie zum Beispiel in der wunderbaren Sprachinsel der Gottschee’er in Krain. Aber sonst auch. Wir sehen — wir könnten das viel weiter noch verfolgen —, wie dieses germanische Seelenhafte hinausgeschickt wird in die Welt, wie es wirkt. Das geschieht durch eine innere Notwendigkeit. Das geschah so durch die früheren Zeitalter, namentlich auch durch das Zeitalter des Gabriel. Und durch das Zeitalter des Gabriel geschah es in der Weise, daß mehr, ich möchte sagen, das Blut, Blut und Blutmischung wirkte und alles, was mehr mit den äußeren Verhältnissen des Lebens zusammenhängt, aber dennoch nicht äußerlich greifbar ist, sondern wieder intimer sich vollzieht.

[ 22 ] Und nicht nur innerlich durch den Gang der deutschen Mystik, sondern auch äußerlich durch den ganzen Gang des deutschen Lebens in Verbindung mit dem europäischen Leben hat sich dasjenige gezeigt, was ich da sagen will. Ich habe es im ersten der beiden letzten öffentlichen Vorträge, «Die germanische Seele und der deutsche Geist», auseinandergesetzt, wie die germanische Seelenhaftigkeit gleichsam in den Vorposten der germanischen Völker — durch die Goten, Langobarden, Vandalen — hineingeströmt ist in die Völker des Westens, des Südens, wie da hingeopfert worden ist am Altare der Menschheit dasjenige, was germanische Seelenhaftigkeit ist. Aber das hat sich später wiederholt, nur weniger auffällig. Blicken wir zunächst hin nach dem äußersten Osten Österreichs, zu den sogenannten Siebenbürger Sachsen. Ausgewandert sind sie vom Rhein her, wo das Siebengebirge ist, das läßt sich auch äußerlich nachweisen. Nach und nach haben sie ihre Eigenart verloren. Die Seelensubstanz hat sich hingegeben, um in jenes andere Volkselement einzufließen, und einst wird von ihnen kaum etwas anderes vorhanden sein als einiges ihrer Sprache; aber als Volkssubstanz sind sie dort hineingeflossen. Gehen wir dann hinunter in das Banat: Schwaben sind es, die dort eingewandert sind; das Magyarische schlingt sich darüber. Ebenso ist es in den Gegenden des ungarischen Berglandes, der Karpaten. Alle diese Einwanderungen sind heute äußerlich fast verschwunden, aber überall in den heute dort vorhandenen Volksschichten darinnen lebend und dann manchmal wie Gerinnsel sich zeigend wie zum Beispiel in der wunderbaren Sprachinsel der Gottschee’er in Krain. Aber sonst auch. Wir sehen — wir könnten das viel weiter noch verfolgen —, wie dieses germanische Seelenhafte hinausgeschickt wird in die Welt, wie es wirkt. Das geschieht durch eine innere Notwendigkeit. Das geschah so durch die früheren Zeitalter, namentlich auch durch das Zeitalter des Gabriel. Und durch das Zeitalter des Gabriel geschah es in der Weise, daß mehr, ich möchte sagen, das Blut, Blut und Blutmischung wirkte und alles, was mehr mit den äußeren Verhältnissen des Lebens zusammenhängt, aber dennoch nicht äußerlich greifbar ist, sondern wieder intimer sich vollzieht.

[ 23 ] Nun ist das Zeitalter des Michael gekommen, das Zeitalter, in dem begriffen werden muß, wie durch den ganzen Hergang des Geisteslebens der deutsche Geist sich in die Sonnenkraft des Michael stellen kann. Das muß eben eingesehen werden. Das kann aber nur dadurch eingesehen werden, daß man es durch die Anerkennung der spirituellen Wissenschaft einsieht, daß man allmählich durch die Betrachtungen der spirituellen Wissenschaft, der Geisteswissenschaft, die Ahnung und das Bewußtsein erhält von der Wirksamkeit geistiger Kräfte, von der Realität geistiger Kräfte. So daß man allmählich begreift, wie unsinnig es ist, wenn die Leute sagen: Es gibt keine geistigen Kräfte, ich kann sie nicht anerkennen; und wenn hier ein hufeisenförmiger Eisenstab ist, so ist das eben ein Stück Eisen, und ich sehe nichts als Eisen. — Es kann aber Magnetismus darinnen sein! So ist in der ganzen äußeren Welt noch etwas ganz anderes als Magnetismus darinnen. Die Anerkennung erwirbt man sich, indem man eingeht auf das, was über die eigentümliche Gestalt der Dinge geboten wird. Dadurch erwirbt man sich im Michael-Zeitalter diejenigen geistigen Kräfte, die notwendig sind, um den ahrimanischen Mächten zu widerstehen, wo es eben unsere Aufgabe ist, den ahrimanischen Mächten zu widerstehen. Denn im Grunde genommen ist alles, was wir im Studium der Geisteswissenschaft haben, nur Vorbereitung. Eines Tages springt aus dem Studium der Geisteswissenschaft das Erwachen der Seele hervor, durch das die Seele weiß: Es lebt in dir die geistige Welt, von dem Christus-Impuls herunter durch den Michael bis zum Volksgeist, der das auswirkt, was ausgewirkt werden soll.

[ 23 ] Nun ist das Zeitalter des Michael gekommen, das Zeitalter, in dem begriffen werden muß, wie durch den ganzen Hergang des Geisteslebens der deutsche Geist sich in die Sonnenkraft des Michael stellen kann. Das muß eben eingesehen werden. Das kann aber nur dadurch eingesehen werden, daß man es durch die Anerkennung der spirituellen Wissenschaft einsieht, daß man allmählich durch die Betrachtungen der spirituellen Wissenschaft, der Geisteswissenschaft, die Ahnung und das Bewußtsein erhält von der Wirksamkeit geistiger Kräfte, von der Realität geistiger Kräfte. So daß man allmählich begreift, wie unsinnig es ist, wenn die Leute sagen: Es gibt keine geistigen Kräfte, ich kann sie nicht anerkennen; und wenn hier ein hufeisenförmiger Eisenstab ist, so ist das eben ein Stück Eisen, und ich sehe nichts als Eisen. — Es kann aber Magnetismus darinnen sein! So ist in der ganzen äußeren Welt noch etwas ganz anderes als Magnetismus darinnen. Die Anerkennung erwirbt man sich, indem man eingeht auf das, was über die eigentümliche Gestalt der Dinge geboten wird. Dadurch erwirbt man sich im Michael-Zeitalter diejenigen geistigen Kräfte, die notwendig sind, um den ahrimanischen Mächten zu widerstehen, wo es eben unsere Aufgabe ist, den ahrimanischen Mächten zu widerstehen. Denn im Grunde genommen ist alles, was wir im Studium der Geisteswissenschaft haben, nur Vorbereitung. Eines Tages springt aus dem Studium der Geisteswissenschaft das Erwachen der Seele hervor, durch das die Seele weiß: Es lebt in dir die geistige Welt, von dem Christus-Impuls herunter durch den Michael bis zum Volksgeist, der das auswirkt, was ausgewirkt werden soll.

[ 24 ] Ich sagte, das Zeitalter der Jungfrau von Orleans war dazu geeignet, an die allerschwächsten, physisch allerschwächsten Kräfte des Menschen heranzudringen. Unser Zeitalter muß an die stärksten Kräfte des Menschen herandringen, muß den Willen dort ergreifen, wo dieser Wille am wenigsten geneigt ist, wirklich seine Kräfte zu entfalten. Wir sehen es ja immer wieder und wieder: den Willen dort entfalten, wo es darauf ankommt, diejenigen Kräfte, die unsere irdischen Kräfte sind, unsere Vorstellungskräfte sind, innerlich rege zu machen, das wird dem Menschen das Schwerste. Äußerlich den Willen anzuwenden, das wird ihm verhältnismäßig noch leicht. Aber es ist ein anderer Wille notwendig, wenn die Gedanken so gelenkt werden sollen, daß sie die geistige Welt umfassen. Dieser starke Wille ist es, an den die Geisteswissenschaft als solche appellieren muß, der da sein muß, wenn die Geisteswissenschaft wirklich in unserem michaelischen Zeitalter zu dem führen soll, wozu sie führen muß. Denn nicht dazu sind wir berufen, zu reden über das Mechanische unseres Zeitalters; nicht dazu sind wir berufen, darauf hinzuweisen, daß dieses Mechanische unseres Zeitalters die Menschen ergriffen hat; sondern zu etwas anderem sind wir berufen. Man kann ja allerdings, wenn man ein wenig die Tatsachen preßt, sogar ein bis zu einem gewissen Grade großer Philosoph sein, das sei rückhaltlos anerkannt, man kann auf den Mechanismus unseres Zeitalters hinblicken und dann anfangen, gerade in diesem Mechanismus, den man ganz besonders seinen äußeren Feinden zuschreibt, das Allerverderblichste zu sehen. Und hat man dann eine Anlage — wenn man auch als ein großer Philosoph gilt — zu schimpfen wie eine Hökerfrau, dann kann man es machen wie der Philosoph Bergson, der es jüngst erst wieder zuwege gebracht hat, in einseitiger Weise hinzudeuten — und, in einseitiger Weise vorgebracht, ist vieles oft ganz richtig — auf das Zusammenhängende der mechanischen Wirkung der Kräfte mit dem deutschen Volkswesen. Aber nicht nur darauf kann man hinweisen, daß deutscher Verstand schon in gewissen Gebieten in der Anwendung der mechanischen Kräfte durch den Verstand es zu etwas gebracht hat; man kann auch auf etwas anderes hinweisen. Man braucht aber nicht in dem Tone einer Hökerfrau zu schimpfen, wenn man über solche Zusammenhänge sprechen will, sondern man kann sagen: Vielleicht ist gerade dort, wo der Verstand am stärksten war, um das Mechanisch-Dämonische auszugestalten, auch zugleich der Ort, um diese mechanisch-dämonischen Kräfte zu überwinden durch die besondere spirituelle Mission. Dann aber kann sich der Deutsche leicht mißverstehen lassen, wenn er im Zusammenhange mit dem Hergange seines Geisteslebens versteht, daß er nicht etwa die Aufgabe hat, stehenzubleiben bei dem bloß Mechanischen, das ihm auch in der heutigen Zeit bei den Kriegsaufgaben so große Dienste leistet, nicht bloß stehenzubleiben bei den Mechanismen, weil er sonst bloß Dämonen schaffen würde, sondern daß er jene starken Kräfte im Innern zu entwickeln hat, welche sich diesen Dämonen kühn gegenüberstellen können. Dazu gehört aber nicht das blinde, sondern das durch Überzeugung geleitete Stehen in der geistigen Welt. Wenn wir darauf eingehen einzusehen, daß wir ja für alle Zukunft uns mit einer Dämonenwelt, mit einer wahren Hölle umgeben, indem wir Maschinen über Maschinen konstruieren, so können wir es zwar verstehen, wie die Menschen aus dem materialistischen Geist unserer Zeit heraus immer wieder und wieder sagen: dieses naturwissenschaftlich-materialistische Zeitalter hat uns auf die höchste Höhe gebracht, auf der die Menschheit bisher gestanden hat — wir können das zwar verstehen, denn das gehört sich so für den heutigen materiell denkenden Menschen, aber wir müssen wissen, daß wir durch unsere Maschinen in die Menschheit lauter Dämonen hineinbringen, und wir müssen außerdem wissen, wie wir diesen Dämonen gegenüber die richtigen Widerstände entwickeln können. Nur dadurch stellen wir uns in das richtige Verhältnis zur geistigen Welt, daß wir diese ahrimanisch-dämonischen Kräfte erkennen, daß wir bewußt wissen, daß sie da sind. Denn dadurch nur sind die schädlichen Mächte schädlich, daß wir unbewußt über sie bleiben, daß wir nichts von ihnen wissen. Ich möchte das durch einen Vergleich anschaulich machen.

[ 24 ] Ich sagte, das Zeitalter der Jungfrau von Orleans war dazu geeignet, an die allerschwächsten, physisch allerschwächsten Kräfte des Menschen heranzudringen. Unser Zeitalter muß an die stärksten Kräfte des Menschen herandringen, muß den Willen dort ergreifen, wo dieser Wille am wenigsten geneigt ist, wirklich seine Kräfte zu entfalten. Wir sehen es ja immer wieder und wieder: den Willen dort entfalten, wo es darauf ankommt, diejenigen Kräfte, die unsere irdischen Kräfte sind, unsere Vorstellungskräfte sind, innerlich rege zu machen, das wird dem Menschen das Schwerste. Äußerlich den Willen anzuwenden, das wird ihm verhältnismäßig noch leicht. Aber es ist ein anderer Wille notwendig, wenn die Gedanken so gelenkt werden sollen, daß sie die geistige Welt umfassen. Dieser starke Wille ist es, an den die Geisteswissenschaft als solche appellieren muß, der da sein muß, wenn die Geisteswissenschaft wirklich in unserem michaelischen Zeitalter zu dem führen soll, wozu sie führen muß. Denn nicht dazu sind wir berufen, zu reden über das Mechanische unseres Zeitalters; nicht dazu sind wir berufen, darauf hinzuweisen, daß dieses Mechanische unseres Zeitalters die Menschen ergriffen hat; sondern zu etwas anderem sind wir berufen. Man kann ja allerdings, wenn man ein wenig die Tatsachen preßt, sogar ein bis zu einem gewissen Grade großer Philosoph sein, das sei rückhaltlos anerkannt, man kann auf den Mechanismus unseres Zeitalters hinblicken und dann anfangen, gerade in diesem Mechanismus, den man ganz besonders seinen äußeren Feinden zuschreibt, das Allerverderblichste zu sehen. Und hat man dann eine Anlage — wenn man auch als ein großer Philosoph gilt — zu schimpfen wie eine Hökerfrau, dann kann man es machen wie der Philosoph Bergson, der es jüngst erst wieder zuwege gebracht hat, in einseitiger Weise hinzudeuten — und, in einseitiger Weise vorgebracht, ist vieles oft ganz richtig — auf das Zusammenhängende der mechanischen Wirkung der Kräfte mit dem deutschen Volkswesen. Aber nicht nur darauf kann man hinweisen, daß deutscher Verstand schon in gewissen Gebieten in der Anwendung der mechanischen Kräfte durch den Verstand es zu etwas gebracht hat; man kann auch auf etwas anderes hinweisen. Man braucht aber nicht in dem Tone einer Hökerfrau zu schimpfen, wenn man über solche Zusammenhänge sprechen will, sondern man kann sagen: Vielleicht ist gerade dort, wo der Verstand am stärksten war, um das Mechanisch-Dämonische auszugestalten, auch zugleich der Ort, um diese mechanisch-dämonischen Kräfte zu überwinden durch die besondere spirituelle Mission. Dann aber kann sich der Deutsche leicht mißverstehen lassen, wenn er im Zusammenhange mit dem Hergange seines Geisteslebens versteht, daß er nicht etwa die Aufgabe hat, stehenzubleiben bei dem bloß Mechanischen, das ihm auch in der heutigen Zeit bei den Kriegsaufgaben so große Dienste leistet, nicht bloß stehenzubleiben bei den Mechanismen, weil er sonst bloß Dämonen schaffen würde, sondern daß er jene starken Kräfte im Innern zu entwickeln hat, welche sich diesen Dämonen kühn gegenüberstellen können. Dazu gehört aber nicht das blinde, sondern das durch Überzeugung geleitete Stehen in der geistigen Welt. Wenn wir darauf eingehen einzusehen, daß wir ja für alle Zukunft uns mit einer Dämonenwelt, mit einer wahren Hölle umgeben, indem wir Maschinen über Maschinen konstruieren, so können wir es zwar verstehen, wie die Menschen aus dem materialistischen Geist unserer Zeit heraus immer wieder und wieder sagen: dieses naturwissenschaftlich-materialistische Zeitalter hat uns auf die höchste Höhe gebracht, auf der die Menschheit bisher gestanden hat — wir können das zwar verstehen, denn das gehört sich so für den heutigen materiell denkenden Menschen, aber wir müssen wissen, daß wir durch unsere Maschinen in die Menschheit lauter Dämonen hineinbringen, und wir müssen außerdem wissen, wie wir diesen Dämonen gegenüber die richtigen Widerstände entwickeln können. Nur dadurch stellen wir uns in das richtige Verhältnis zur geistigen Welt, daß wir diese ahrimanisch-dämonischen Kräfte erkennen, daß wir bewußt wissen, daß sie da sind. Denn dadurch nur sind die schädlichen Mächte schädlich, daß wir unbewußt über sie bleiben, daß wir nichts von ihnen wissen. Ich möchte das durch einen Vergleich anschaulich machen.

[ 25 ] Sie wissen, daß wir nach einiger Zeit, hoffentlich, wenn einiges gelingt, was bis jetzt noch nicht gelungen ist, in Dornach bei Basel einen Bau haben werden, wo wir in einer entsprechenden Umgebung unsere geistige Strömung werden pflegen können. Nun handelt es sich bei der Aufführung dieses Baues nicht darum, irgendwie die Notwendigkeit der Gegenwart zu fliehen, sondern ihn aufzuführen ganz aus den Notwendigkeiten der Gegenwart heraus. Da mußte zum Beispiel die Beleuchtung geschaffen werden aus den allerahrimanischesten Kräften der Gegenwart heraus, und diese sind: elektrische Beleuchtung, elektrische Beheizung und so weiter. Nun handelt es sich darum, durch die architektonische Form selber unschädlich zu machen, was dabei in Betracht kommt. Wäre man später einmal in den Bau hineingegangen, so hätte man um sich alles, was die ahrimanische Kultur der Gegenwart mit sich bringt. Aber nicht darauf kommt es an, daß es da ist, sondern daß man es nicht bemerkt. Man soll es eben nicht bemerken. Um das zu erreichen, haben sich einige Freunde gefunden, die dieses in einem abgesonderten Bau daneben aufführen, um ihm eine besondere Form zu geben, so daß die ahrimanisch-dämonischen Kräfte dahinein gebannt werden. Für jeden, der zu dem Bau kommen wird, auch für die, welche hineingehen, wird dadurch ins Bewußtsein heraufgehoben werden, daß dort die ahrimanischen Kräfte walten. Sobald man das aber weiß, sind sie nicht mehr schädlich. Denn es handelt sich darum, daß die dem Menschen abträglichen Kräfte ihre Abträglichkeit verlieren, wenn wir aufmerksam hinschauen auf die Orte, wo sie wirksam sind, wenn wir nicht gedankenlos hinschauen auf eine Maschine und sagen: eine Maschine ist halt eine Maschine, sondern eine Maschine ist ein Ort für ein dämonisch-ahrimanisches Wesen.

[ 25 ] Sie wissen, daß wir nach einiger Zeit, hoffentlich, wenn einiges gelingt, was bis jetzt noch nicht gelungen ist, in Dornach bei Basel einen Bau haben werden, wo wir in einer entsprechenden Umgebung unsere geistige Strömung werden pflegen können. Nun handelt es sich bei der Aufführung dieses Baues nicht darum, irgendwie die Notwendigkeit der Gegenwart zu fliehen, sondern ihn aufzuführen ganz aus den Notwendigkeiten der Gegenwart heraus. Da mußte zum Beispiel die Beleuchtung geschaffen werden aus den allerahrimanischesten Kräften der Gegenwart heraus, und diese sind: elektrische Beleuchtung, elektrische Beheizung und so weiter. Nun handelt es sich darum, durch die architektonische Form selber unschädlich zu machen, was dabei in Betracht kommt. Wäre man später einmal in den Bau hineingegangen, so hätte man um sich alles, was die ahrimanische Kultur der Gegenwart mit sich bringt. Aber nicht darauf kommt es an, daß es da ist, sondern daß man es nicht bemerkt. Man soll es eben nicht bemerken. Um das zu erreichen, haben sich einige Freunde gefunden, die dieses in einem abgesonderten Bau daneben aufführen, um ihm eine besondere Form zu geben, so daß die ahrimanisch-dämonischen Kräfte dahinein gebannt werden. Für jeden, der zu dem Bau kommen wird, auch für die, welche hineingehen, wird dadurch ins Bewußtsein heraufgehoben werden, daß dort die ahrimanischen Kräfte walten. Sobald man das aber weiß, sind sie nicht mehr schädlich. Denn es handelt sich darum, daß die dem Menschen abträglichen Kräfte ihre Abträglichkeit verlieren, wenn wir aufmerksam hinschauen auf die Orte, wo sie wirksam sind, wenn wir nicht gedankenlos hinschauen auf eine Maschine und sagen: eine Maschine ist halt eine Maschine, sondern eine Maschine ist ein Ort für ein dämonisch-ahrimanisches Wesen.

[ 26 ] Wenn wir uns so in die Welt hineinstellen, daß das Wissen in unserer Seele ist, dann stellen wir uns richtig in das michaelische Zeitalter hinein. Das heißt aber: wir bringen uns in ein solches Verhältnis zur geistigen Welt, daß auch Michael in uns wirksam werden kann. Michael mit dem, was seine gegenwärtige Mission ist, wie wir sie charakterisiert haben. Überall handelt es sich darum, daß wir uns in das, was die Menschen unbewußt aufbauen als Mechanismen, heute entweder gedankenlos hineinstellen können oder daß wir es durchschauen können. Wenn wir es durchschauen, wenn wir gewahr werden, wie dämonisch-elementarische Kräfte in unseren Mechanismen walten, dann werden wir auch den Weg finden zu den geistig wahren, rechten Inspiratoren. Und diese stehen im Zusammenhange eben mit demjenigen Geist, der sich zu den übrigen Geistern der Menschheitsführung so verhält wie das Gold zu den Metallen, mit Michael.

[ 26 ] Wenn wir uns so in die Welt hineinstellen, daß das Wissen in unserer Seele ist, dann stellen wir uns richtig in das michaelische Zeitalter hinein. Das heißt aber: wir bringen uns in ein solches Verhältnis zur geistigen Welt, daß auch Michael in uns wirksam werden kann. Michael mit dem, was seine gegenwärtige Mission ist, wie wir sie charakterisiert haben. Überall handelt es sich darum, daß wir uns in das, was die Menschen unbewußt aufbauen als Mechanismen, heute entweder gedankenlos hineinstellen können oder daß wir es durchschauen können. Wenn wir es durchschauen, wenn wir gewahr werden, wie dämonisch-elementarische Kräfte in unseren Mechanismen walten, dann werden wir auch den Weg finden zu den geistig wahren, rechten Inspiratoren. Und diese stehen im Zusammenhange eben mit demjenigen Geist, der sich zu den übrigen Geistern der Menschheitsführung so verhält wie das Gold zu den Metallen, mit Michael.

[ 27 ] So versuchte ich heute klarzumachen, daß unser Zeitalter eine andere Aufgabe hat, wenn es die göttlich-geistigen Kräfte sucht, welche zum Heile der Erdenmenschheit wirken sollen, als für diejenigen Menschenseelen bestand, die im Zeitalter der Jungfrau von Orleans lebten. Damals handelte es sich viel eher darum, alles Verstandesmäßige, alles Vernunftmäßige zurückzudrängen. Heute dagegen handelt es sich darum, alles Verstandes- und Vernunftmäßige bis zum Hellseherischen emporzukultivieren, denn es läßt sich bis zum Hellseherischen kultivieren. Wenn es solche Menschen geben wird, die also die Menschenseele pflegen werden, dann wird sich aus der Dämmerzeit, die wir jetzt durchmachen, das entwickeln, was sich entwickeln soll. Was sich äußerlich auf dem physischen Plan entwickelt, das kann doch nur das Kleid sein für das, was geistig für die Erdenmenschheit aus der jetzigen Zeit hervorgehen soll. Und wahr ist es, daß diejenigen, die in jungen Jahren ihre Kräfte jetzt hingeben, daß diese herunterschicken wollen diese Kräfte in unser Erdendasein. Denn diese Kräfte sind unverloren, sind unzerstörbar; nur sollen sie fortwirken in geistiger Weise, wie sie fortgewirkt hätten in physischer Weise, wenn die Betreffenden nicht durch die Pforte des Todes auf dem Kampfplatze gegangen wären. Aber heruntersenden werden sie ihre Kräfte auf die Erde in unsere Zeit weiter, damit wir etwas anzufangen wissen mit diesen Kräften. Herunterfließen werden müssen diese Kräfte in eine Menschheit, die in der Friedenszeit, die auf den Krieg folgen wird, diese Kräfte so anwenden wird, daß sich auf der Erde immer mehr und mehr das spirituelle Leben ausbreiten wird. Wie sich aus jeder Nacht das Licht des Tages entwickelt, so muß sich aus unserer uns oft wie eine Nacht erscheinenden Gegenwart eine lichtvolle Zukunft entwickeln; aber diese lichtvolle Zukunft wird durchdrungen sein müssen von dem, was das seit dem Jahre 1879 angebrochene michaelische Zeitalter der Menschheit zu bringen hat. Wenn es Seelen geben wird, die einen so innigen Bund mit der geistigen Welt zu schließen vermögen, wie es heute angedeutet ist, dann dürfen wir hoffen, daß mit Rücksicht auf die heutigen Zeitereignisse dasjenige sich erfüllt, was in dem siebenzeiligen Spruche zum Ausdruck gebracht ist; hoffen dürfen wir, daß das alles sich erfüllen wird, wenn seine ersten fünf Zeilen mit den beiden letzten in der Realität wirklich zusammenhängen:

[ 27 ] So versuchte ich heute klarzumachen, daß unser Zeitalter eine andere Aufgabe hat, wenn es die göttlich-geistigen Kräfte sucht, welche zum Heile der Erdenmenschheit wirken sollen, als für diejenigen Menschenseelen bestand, die im Zeitalter der Jungfrau von Orleans lebten. Damals handelte es sich viel eher darum, alles Verstandesmäßige, alles Vernunftmäßige zurückzudrängen. Heute dagegen handelt es sich darum, alles Verstandes- und Vernunftmäßige bis zum Hellseherischen emporzukultivieren, denn es läßt sich bis zum Hellseherischen kultivieren. Wenn es solche Menschen geben wird, die also die Menschenseele pflegen werden, dann wird sich aus der Dämmerzeit, die wir jetzt durchmachen, das entwickeln, was sich entwickeln soll. Was sich äußerlich auf dem physischen Plan entwickelt, das kann doch nur das Kleid sein für das, was geistig für die Erdenmenschheit aus der jetzigen Zeit hervorgehen soll. Und wahr ist es, daß diejenigen, die in jungen Jahren ihre Kräfte jetzt hingeben, daß diese herunterschicken wollen diese Kräfte in unser Erdendasein. Denn diese Kräfte sind unverloren, sind unzerstörbar; nur sollen sie fortwirken in geistiger Weise, wie sie fortgewirkt hätten in physischer Weise, wenn die Betreffenden nicht durch die Pforte des Todes auf dem Kampfplatze gegangen wären. Aber heruntersenden werden sie ihre Kräfte auf die Erde in unsere Zeit weiter, damit wir etwas anzufangen wissen mit diesen Kräften. Herunterfließen werden müssen diese Kräfte in eine Menschheit, die in der Friedenszeit, die auf den Krieg folgen wird, diese Kräfte so anwenden wird, daß sich auf der Erde immer mehr und mehr das spirituelle Leben ausbreiten wird. Wie sich aus jeder Nacht das Licht des Tages entwickelt, so muß sich aus unserer uns oft wie eine Nacht erscheinenden Gegenwart eine lichtvolle Zukunft entwickeln; aber diese lichtvolle Zukunft wird durchdrungen sein müssen von dem, was das seit dem Jahre 1879 angebrochene michaelische Zeitalter der Menschheit zu bringen hat. Wenn es Seelen geben wird, die einen so innigen Bund mit der geistigen Welt zu schließen vermögen, wie es heute angedeutet ist, dann dürfen wir hoffen, daß mit Rücksicht auf die heutigen Zeitereignisse dasjenige sich erfüllt, was in dem siebenzeiligen Spruche zum Ausdruck gebracht ist; hoffen dürfen wir, daß das alles sich erfüllen wird, wenn seine ersten fünf Zeilen mit den beiden letzten in der Realität wirklich zusammenhängen:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.