Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
19 January 1915, Berlin
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Human Destinies and the Destinies of Nations, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Unser Erstes sei wiederum, daß wir die Gedanken hinlenken zu denen, die draußen auf den Feldern der Ereignisse der heutigen Zeit stehen und für das einzutreten haben, was die Zeit von ihnen fordert:
[ 1 ] Let us first turn our thoughts to those who stand out in the fields of contemporary events and must stand up for what the times demand of them:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings bring
The pleading love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine with help
Upon the souls it lovingly seeks.
[ 2 ] Und für die schon durch die Todespforte Gegangenen:
[ 2 ] And for those who have already passed through the gates of death:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings carry
The pleading love of our souls
To the beings of the spheres entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks.
[ 3 ] Und der Geist, den wir durch lange Jahre in unserer Bewegung suchen, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, er schwebe über euch, er ströme durch euch und stärke euch für eure schwere Aufgabe!
[ 3 ] And may the Spirit we have sought for so many years in our movement—the Spirit who has passed through the Mystery of Golgotha—hover over you, flow through you, and strengthen you for your difficult task!
[ 4 ] Es scheint in bezug auf den Spruch, der eben gesprochen worden ist, nicht überall Klarheit zu herrschen, wie mir mitgeteilt worden ist. Ich bemerke ausdrücklich, daß die rechte Lesung ist: «Geister eurer Seelen.» Der Spruch ist so eingerichtet, daß er sowohl gebraucht werden kann, wenn viele für einen, als auch, wenn einer für viele, oder viele für viele — wie wir es jetzt eben gemacht haben — den Spruch anwenden. Wenn er sich auf einen bezieht, ist dann nur das zu ändern, daß man sagt: «Geist deiner Seele, wirkender Wächter» und so weiter. Es scheint, daß ich mich das erstemal, als ich vor Wochen hier den Spruch gebraucht habe, versprochen habe, so daß die Meinung hat entstehen können, als ob die Worte «Geister eurer Seelen» nicht ganz richtig wären. Sie sind aber doch so richtig. Es ist die erste Zeile gleichsam eine Ansprache an die Geister der zu schützenden Seelen; und mit dem Worte «eurer» sind diejenigen gemeint, auf die man die Gedanken dabei hinrichtet, während man in der zweiten Zeile das «eure» auf die «Wächter» hinlenkt. Ich bemerke, daß solche Sprüche immer von dem Charakter sind, der manchmal dem rein grammatischen Bau Schwierigkeiten macht, daß sie aber eben aus der geistigen Welt heraus gegeben sind zu dem Ziele, dem sie dienen sollen, und es handelt sich darum, daß bei solchen Sprüchen zuweilen die Wortfügung etwas Schwierigkeiten macht.
[ 4 ] As I have been informed, there does not seem to be complete clarity regarding the saying that was just spoken. I would like to explicitly note that the correct reading is: “Spirits of your souls.” The saying is structured in such a way that it can be used both when many are speaking for one, and when one is speaking for many, or many are speaking for many—as we have just done. When it refers to one person, the only change needed is to say: “Spirit of your soul, active guardian,” and so on. It seems that the first time I used the incantation here weeks ago, I misspoke, so that the impression may have arisen that the words “spirits of your souls” were not quite correct. But they are indeed correct. The first line is, as it were, an address to the spirits of the souls to be protected; and the word “your” refers to those upon whom one directs one’s thoughts in this context, while in the second line the “your” is directed toward the “guardians.” I note that such sayings are always of a nature that sometimes poses difficulties for purely grammatical structure, but that they are precisely conveyed from the spiritual world for the purpose they are intended to serve, and the point is that with such sayings, the word order sometimes causes some difficulty.
[ 5 ] Meine lieben Freunde, es war wohlerwogen und außerdem den Aufgaben unserer Zeit im spirituellen Sinne entsprechend, daß wir vorgestern den Blick auf Erscheinungen innerhalb der Menschheitsentwickelung wendeten, die uns zeigen, wie die spirituellen, die geistigen Impulse — namentlich diejenigen, die sich anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, an den Christus-Impuls —, wie diese Impulse als lebendige in der Menschheitsentwickelung leben, wie sie in der Menschheitsentwickelung gelebt haben, auch ohne daß die Menschen mit ihrem Verstande, mit ihrer Vernunft dieses Wesen des Christus-Impulses einsehen konnten. Und es war der Sache entsprechend, hinzudeuten neben anderen Erscheinungen namentlich auf diejenige der Jungfrau von Orleans, durch welche dieser Christus-Impuls durch seinen dienenden michaelischen Geist in der Zeit des fünfzehnten Jahrhunderts eine große Aufgabe gelöst hat zum Heile und zum Fortschritt der Menschheit. Es war aus dem Grunde ganz besonders notwendig, auf diese Tatsache hinzuweisen, weil es ja selbstverständlich auch für unsere Zeit gilt, daß alles, was die großen Zusammenhänge regeln soll, aus den spirituellen Welten heraus geordnet und geregelt wird, und daß wir uns bewußt sein müssen, daß uns die Kräfte, die Impulse zu dem, was geschehen soll, aus den spirituellen Welten kommen. Also in dieser Beziehung gilt heute dasselbe, was — wenn wir so sagen dürfen — zur Zeit der Jungfrau von Orleans gegolten hat. Aber die Zeiten sind verschieden. Und das, was zur Zeit der Jungfrau von Orleans in einer gewissen Weise hat geschehen können, das muß für unsere Zeit und für die folgenden Zeiten in einer andern Art sich vollziehen, muß anders verlaufen. Denn unsere Zeit ist seither eine ganz andere geworden. In ganz anderer Weise wird die Menschheit seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert, vor welchen ja das Ereignis der Jungfrau von Orleans hegt, geführt. Und auf diesen Unterschied und dadurch besonders auf den Grundcharakter unserer Zeit wollen wir heute einmal etwas hinweisen.
[ 5 ] My dear friends, it was a well-considered decision—and one that is also in keeping with the spiritual tasks of our time—that the day before yesterday we turned our attention to phenomena within human evolution that show us how spiritual and intellectual impulses —namely those connected to the Mystery of Golgotha, to the Christ impulse—how these impulses live as living forces within human development, how they have lived within human development, even without people being able to grasp the essence of the Christ impulse with their intellect or reason. And it was appropriate to point out, alongside other phenomena, specifically that of the Maid of Orleans, through whom this Christ impulse, by means of its serving Michaelic spirit, accomplished a great task in the fifteenth century for the salvation and progress of humanity. It was particularly necessary to point out this fact because it naturally applies to our time as well: everything that is meant to govern the great interrelationships is ordered and governed from the spiritual worlds, and we must be aware that the forces—the impulses toward what is to happen—come to us from the spiritual worlds. So in this respect, the same applies today as—if we may say so—applied in the time of the Maid of Orleans. But the times are different. And what was able to happen in a certain way in the time of the Maid of Orleans must take place in a different manner for our time and for the times to come; it must unfold differently. For our time has since become quite different. Since the fifteenth and sixteenth centuries—which, of course, precede the events of the Virgin of Orleans—humanity has been guided in a completely different way. And today we would like to point out this difference and, through it, especially the fundamental character of our time.
[ 6 ] Wenn wir mit unserer Seele in dem Zustande zwischen Einschlafen und Aufwachen sind, so sind wir ja mit unserer eigentlichen Wesenheit außerhalb unseres physischen Leibes und unseres Ätherleibes. Wir leben dann, schlafend, in unserem astralischen Leibe und in unserem Ich. Wir müssen uns das ganz deutlich vorstellen, daß wir mit dem, was wir eigentlich sind, dann außerhalb unseres Leibes sind. Wir sind zunächst, weil wir ja zwischen Geburt und Tod in einer außerordentlichen Weise an unseren Leib gebunden sind, räumlich nicht sehr weit entfernt von unserem Leibe; wir sind gewissermaßen mit unserem Seelischen ausgebreitet in unserer Umgebung, aber in alledem, was eben die Eigentümlichkeit unserer Umgebung ist.
[ 6 ] When our soul is in that state between falling asleep and waking up, our true being is outside our physical body and our etheric body. We then live, while asleep, in our astral body and in our I. We must create a clear mental image of the fact that, with what we truly are, we are then outside our body. At first, because we are bound to our body in an extraordinary way between birth and death, we are not very far away from our body in space; we are, so to speak, spread out with our soul in our surroundings, but within everything that constitutes the very nature of our surroundings.
[ 7 ] Nun machen wir uns einmal klar, wie — wenigstens für die weitaus größte Zahl derjenigen Menschen, die bei den Geschicken der Gegenwart in Betracht kommen — unsere Umgebung sich gerade seit den letzten Jahrhunderten, seit dem fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert verändert hat. Man braucht sich nur vorzustellen, was von den Maschinerien der Gegenwart, von den Mechanismen der Gegenwart zur Zeit, als die Jungfrau von Orleans wirkte, vorhanden war. Wir können geradezu sagen, seit jener Zeit hat sich in mechanischer Beziehung die Erde vollkommen verändert, denn alles, was wir an Maschinen erleben, ist erst nachher gekommen. Diejenigen von Ihnen, die einmal aufmerksam nachts in einem Schlafwagen gefahren sind, können eine merkwürdige Erfahrung gemacht haben, die Erfahrung, daß im Aufwachen — und man kann ja bei einer solchen Gelegenheit recht oft aufwachen — etwas nachrumpelt von dem, was ringsherum in der Maschinerie des Zuges ist, und daß gewissermaßen im traumhaften Aufwachen etwas vernommen werden kann von diesem Gekrächze und Gequietsche des Zuges oder des Dampftschiffes, wo man dann ist, wenn man aufwacht. Das kommt davon her, daß unsere Seele eigentlich nicht in unserem Leibe, sondern in der Umgebung des Leibes ist und hineinversetzt ist in diese Mechanismen.
[ 7 ] Let us now consider how—at least for the vast majority of people affected by current events—our environment has changed, particularly over the last few centuries, since the fifteenth and sixteenth centuries. One can form a mental image of what modern machinery and mechanisms were available at the time when Joan of Arc was active. We can quite literally say that, in mechanical terms, the world has completely changed since that time, for all the machinery we experience today came into being only later. Those of you who have ever traveled attentively at night in a sleeper car may have had a curious experience: the experience that upon waking—and one does indeed wake up quite often on such occasions — there is a lingering rumble from the machinery of the train all around, and that, in a sort of dreamlike waking state, one can hear something of this creaking and squeaking of the train or the steamship, wherever one happens to be when one wakes up. This is because our soul is not actually within our body, but in the environment surrounding the body and is placed within these mechanisms.
[ 8 ] Nun sind wir nicht nur bei so außerordentlichen Gelegenheiten in das ganze Getriebe unserer Zeit hineinversetzt, sondern man darf sagen: das maschinelle Leben erstreckt sich ja in der heutigen Zeit auch hinaus auf das Land, und wir sind im Grunde genommen immer in dieses maschinelle Leben der Zeit hineinversetzt. Unsere Seele im schlafenden Zustande geht auf in alles, was Mechanismen sind. Solche Mechanismen haben wir aber auferbaut. Ein Mechanismus, den wir auferbaut haben, ist aber etwas ganz anderes als die Natur draußen, die auferbaut ist von den Elementargeistern. Draußen, wenn wir zum Beispiel im Walde sind, wo alles aufgebaut ist von den Naturgeistern, da sind wir in einer ganz anderen Umgebung, als wenn wir in der Umgebung der Mechanismen sind, die wir auferbaut haben. Denn was tun wir, indem wir das, was wir der Natur entnehmen, mechanisch zusammenfügen für unser Leben zu Maschinen und Geräten? Da fügen wir nicht nur die Teile der Materie zusammen. Sondern dadurch, daß wir Teile der Materie zusammenfügen, geben wir jedesmal Gelegenheit, daß ein ahrimanisch-dämonischer Diener sich mit der Maschine vereinigt. Bei jeder Maschine, bei jedem Mechanismus, bei allem, was in dieser Beziehung zum heutigen Kulturleben gehört, vollziehen wir das, daß wir dämonischen Elementargeistern, den ahrimanischen Naturen angehörenden Dienern einen Ansatzpunkt geben. Und indem wir in dieser Umgebung der Maschinen leben, leben wir dann zusammen mit diesen dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern. Wir durchdringen uns mit ihnen; wir durchdringen uns nicht nur mit dem Gequietsche und Geknarre der Mechanismen, sondern auch mit dem, was im eminentesten Sinne für unseren Geist, für unsere Seele etwas Zerstörendes hat.
[ 8 ] Now, it is not only on such extraordinary occasions that we are thrust into the very machinery of our time; indeed, one might say that in today’s world, this mechanized life extends even out into the countryside, and we are, in essence, constantly immersed in this mechanized life of our time. Our soul, in its sleeping state, merges with everything that is mechanical. But we have built such mechanisms ourselves. A mechanism that we have built, however, is something entirely different from nature out there, which is built by the elemental spirits. Out there, for example when we are in the forest, where everything is built by the nature spirits, we are in a completely different environment than when we are in the midst of the mechanisms we have built. For what do we do when we mechanically assemble what we take from nature into machines and devices for our lives? We do not merely join together the parts of matter. But by assembling parts of matter, we give an Ahrimanic-demonic servant an opportunity to unite with the machine every time. With every machine, with every mechanism, with everything that belongs to today’s cultural life in this regard, we are giving a foothold to demonic elemental spirits, the servants belonging to the Ahrimanic natures. And by living in this environment of machines, we then live together with these demonic-Ahrimanic elemental spirits. We permeate ourselves with them; we permeate ourselves not only with the squeaking and creaking of the mechanisms, but also with that which, in the most eminent sense, has a destructive effect on our spirit, on our soul.
[ 9 ] Wohlgemerkt — ich habe bei ähnlichen Gelegenheiten oftmals eine ähnliche Bemerkung gemacht —, es soll das, was ich sage, nicht eine Kritik unseres ahrimanischen Zeitalters sein. Denn das muß so sein, daß wir überall Dämonen hineinströmen lassen und uns von ihnen umgeben lassen. Das liegt in der Entwickelung der Menschheit. Und weil wir es einfach als notwendig anerkennen müssen, deshalb werden wir, wenn wir den eigentlichen Impuls der Geisteswissenschaft verstehen, nun nicht etwa ein Lob anstimmen auf die, welche da sagen: Also muß man sich möglichst schützen vor den Dämonen und die Kultur fliehen, muß sich möglichst in der Einsamkeit eine Kolonie erbauen, so daß? man nichts mit diesen dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern zu tun hat. Das ist nie der Tenor gewesen, den ich bei meinen Ausführungen angeschlagen habe, sondern ich habe immer gesagt, daß das, was die Notwendigkeit der Entwickelung über uns bringt, voll hingenommen werde, daß man sich nicht zur Flucht vor der Welt dadurch verleiten laßt. Aber ins Auge gefaßt, verstanden muß es werden, daß unser Zeitalter dazu angetan ist, daß wir unsere Umgebung immer mehr mit dämonischen Naturen durchdringen, daß wir immer mehr zu tun haben mit dem, was unsere Kultur mechanisiert. Ein solches Zeitalter erfordert etwas ganz anderes, als jenes Zeitalter erfordert hat, aus dem die Jungfrau von Orleans zu ihrer Wirksamkeit berufen worden ist. Dieses Zeitalter der Jungfrau von Orleans forderte, ich möchte sagen, daß aus den sanftesten, den subtilsten Kräften der Menschenseele herausgeboren wurde der Impuls, aus dem die Jungfrau von Orleans wirken sollte, aus den sanftesten Kräften der Seele. Man bedenke: ein Hirtenmädchen war sie, also umgeben von der einfachsten, idyllischsten Natur. Früh kam es über sie in Gesichten, so daß sie durch die Imaginationen, die ihr gegeben waren, den unmittelbaren Zusammenhang mit der geistigen Welt hatte. Alles sollte sie aus ihrem Innern herausbringen, aus ihrem Innern heraussprießßen lassen, was sie zur Grundlage ihres Wirkens haben sollte. Ja, nicht nur das, sondern die ganz besonderen Umstände mußten herbeigeführt werden, um in ihre Seele, in ihr intimstes Inneres hinein durch die zartesten Kräfte, welche die menschliche Seele hat, ihre Mission zu prägen.
[ 9 ] Mind you—I have often made a similar remark on similar occasions—what I am saying is not meant to be a critique of our Ahrimanic age. For it must be that we allow demons to pour in everywhere and let them surround us. This is part of human evolution. And because we must simply acknowledge this as necessary, therefore, if we understand the true impulse of Spiritual Science, we will not now go so far as to praise those who say: “So one must protect oneself as much as possible from the demons and flee from civilization; one must build a colony in solitude as much as possible, so that one has nothing to do with these demonic-Ahrimanic elemental spirits.” That has never been the tenor of my remarks; rather, I have always said that what the necessity of development brings upon us must be fully accepted, and that one must not allow oneself to be led thereby to flee from the world. But it must be recognized and understood that our age is such that we are increasingly permeating our surroundings with demonic forces, that we are increasingly confronted with what mechanizes our culture. Such an age requires something quite different from what was required by the age from which the Maid of Orleans was called to her mission. That age of the Maid of Orleans demanded, I would say, that the impulse from which the Maid of Orleans was to act be born out of the gentlest, the most subtle forces of the human soul—out of the gentlest forces of the soul. Consider this: she was a shepherdess, and thus surrounded by the simplest, most idyllic nature. Early on, visions came to her, so that through the imaginings given to her, she had a direct connection with the spiritual world. Everything she was to bring forth from within herself, everything she was to let spring forth from within herself, was to form the foundation of her work. Yes, not only that, but very special circumstances had to be brought about in order to imprint her mission upon her soul, upon her innermost being, through the most delicate forces that the human soul possesses.
[ 10 ] Wir wissen ja, daß in der Welt alles zyklisch vor sich geht, daß sich die Dinge so abspielen, daß sich nach bestimmten Zyklen wichtige Ereignisse ergeben. Wenn wir das Geburtsjahr — 1412 der Jungfrau von Orleans nehmen, so können wir uns da eine bestimmte Frage stellen. Wir können sagen: das Geburtsjahr dieser Jungfrau von Orleans hat selbstverständlich die Sonne an einem bestimmten Ort — astronomischen Ort — gesehen, bedeckend eines der Sternbilder des Tierkreises. Ein wichtiger Zeitabschnitt verläuft nun, indem die Sonne von einem solchen Sternbilde zum nächsten weiterschreitet. Indem sie ganz im Tierkreis herumgeht, geht sie durch die zwölf Sternbilder; aber ein wichtiger Zeitraum von ungefähr 2160 Jahren verläuft, wenn die Sonne von einem Sternbilde des Tierkreises zum andern geht, also ein Sternbild weit vorrückt. Wenn wir nun von der Geburt der Jungfrau von Orleans ungefähr 2160 Jahre zurückgehen, so kommen wir zur Gründung Roms.
[ 10 ] We know, of course, that everything in the world proceeds cyclically, that events unfold in such a way that significant occurrences arise according to specific cycles. If we take the year of birth—1412—of the Maid of Orleans, we can ask ourselves a specific question. We can say: the year of birth of this Maid of Orleans naturally saw the Sun in a specific location—an astronomical location—covering one of the constellations of the zodiac. An important period of time now unfolds as the Sun moves from one such constellation to the next. As it circles the entire zodiac, it passes through the twelve constellations; but a significant period of approximately 2,160 years elapses when the Sun moves from one constellation of the zodiac to another, that is, advances one constellation. If we now go back approximately 2,160 years from the birth of the Maid of Orleans, we arrive at the founding of Rome.
[ 11 ] Wenn man zur Zeit der Gründung Roms über wichtige Angelegenheiten des eben sich begründenden Roms Aufschluß erhalten wollte, dann begab man sich zur Nymphe Egeria; da konnte man Aufschluß erlangen, von einer Seherin Aufschluß erlangen. Das war aber, wie gesagt, einen Sonnenzyklus zurück. So erneuern sich die Zeiten, und so beruht alles auf zyklischen Vorgängen. Also, wenn wir uns vorstellen: die Sonne stand an einem bestimmten Punkte des Sternbildes des Widders zur Zeit der Gründung Roms, sie schreitet dann fort, schreitet bis zu den Fischen hin, so daß sie damit ein Zwölftel des Tierkreises vorgeschritten ist, so kommen wir durch den Zyklus, der notwendig in der Entwickelung der Menschheit vor sich gehen muß, von der Nymphe Egeria zu der inspirierten Tat der Jungfrau von Orleans. Aber im alten Rom haben wir es zu tun mit heidnischer Inspiration, mit heidnischen Taten. Wenn wir uns vorstellen, daß dasselbe Seherische, das zur Zeit der Gründung Roms wirksam war, in einem christlichen Zeitalter wirken sollte, und von innen heraus durch die zartesten menschlichen Kräfte wirken sollte, was mußte dann geschehen? Sie können sich vorstellen, daß etwas geschehen mußte, was wieder mit den intimsten, mit den feinsten Kräften des Christentums irgendwie zusammenhängt.
[ 11 ] If, at the time of Rome’s founding, one wished to obtain information about important matters concerning the city that was just being established, one would go to the nymph Egeria; there one could obtain information from a seer. But that, as I said, was one solar cycle ago. Thus the ages renew themselves, and thus everything is based on cyclical processes. So, if we have a mental image of: the sun was at a certain point in the constellation of Aries at the time of Rome’s founding; it then moves on, proceeding as far as Pisces, so that it has thus advanced one-twelfth of the zodiac, we come, through the cycle that must necessarily take place in the development of humanity, from the nymph Egeria to the inspired deed of the Maid of Orleans. But in ancient Rome we are dealing with pagan inspiration, with pagan deeds. If we have a mental image of the same visionary power that was active at the time of Rome’s founding being active in a Christian age, and working from within through the most delicate human forces, what then would have to happen? You can have a mental image of what had to happen that was somehow connected once again with the most intimate, with the finest forces of Christianity.
[ 12 ] Nun werden sich die meisten von Ihnen erinnern, daß ich öfter auseinandergesetzt habe, wie das Jahr in seinem Verlaufe verschieden ist in bezug auf die Kräfte, durch die man mit den geistigen Welten zusammenhängt. Im Sommer, zu Johanni, wenn die Sonnenstrahlen die größte äußere Kraft haben, dann kann man vielleicht durch äußere Ekstase, wie es in den alten keltischen Mysterien der Fall war, zu irgendeinem, eben auch ekstatischen Aufsteigen zur geistigen Welt kommen. Da aber, wo die Tage am kürzesten sind, wo die Sonnenstrahlen ihre geringste äußere Kraft haben und die Winternächte die finstersten sind, um die Weihnachtszeit also, da ist auch die Möglichkeit gegeben, im intimen Seelenleben sich zu den geistigen Welten durchzuringen. Daher haben alle die, welche von diesem Zyklus des Jahres etwas gewußt haben, immer mit Recht behauptet, daß man, wenn man dazu veranlagt ist, in den Tagen vom 21., 23. Dezember bis etwa zum 6. Januar — in diesen Tagen und insbesondere in diesen Nächten — das Intimste des Zusammenhanges mit den geistigen Welten erleben kann. Legenden gibt es — hier ist einmal die Legende von Olaf Åsteson aus Norwegen vorgelesen worden —, die zeigen, wie die Menschen in diesen Tagen ihre tiefste Inspiration gehabt haben. Das hängt wieder damit zusammen, daß um diese Zeit das Weihnachtsfest gefeiert wird, die Geburt des Geistes, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der mit den intimsten Kräften der menschlichen Seelenentwickelung zusammenhängt. Sollte also die Inspiration des alten heidnischen Roms wieder auferstehen, einen Sonnenzyklus darnach, 2160 Jahre darnach, so mußte die Inspiration den Weg nehmen durch das Allerallerkindlichste des Menschen. Das heißt, es mußte die Seele der Jungfrau von Orleans da angepackt werden, wo die Seelen am tiefsten angepackt werden, wo sie gegenüber dem Irdischen am schwächsten sind, und wo der Christus-Impuls noch nicht durch irdische Eindrücke gehindert wird, weil die Seelen noch nicht das Irdische ergriffen haben, und er so allein in das Seelische hineindringen kann. Es wäre also die günstigste Zeit gewesen, wenn die Jungfrau von Orleans unmittelbar vor ihrer Geburt, bevor sie den ersten Atemzug getan hat, noch die Zeit der dreizehn Nächte im Leibe der Mutter durchgemacht hätte. Das hat sie! Denn sie ist am 6. Januar geboren.
[ 12 ] Now, most of you will recall that I have often discussed how the course of the year varies in terms of the forces through which we are connected to the spiritual worlds. In summer, at St. John’s Day, when the sun’s rays have their greatest external power, one may perhaps, through external ecstasy—as was the case in the ancient Celtic mysteries—achieve some kind of ecstatic ascent into the spiritual world. But where the days are shortest, where the sun’s rays have their least external power, and the winter nights are darkest—that is, around Christmas time—there is also the possibility of striving through one’s inner soul life to reach the spiritual worlds. That is why all those who have known anything about this cycle of the year have always rightly claimed that, if one is so inclined, in the days from December 21st to 23rd until about January 6th—in these days and especially in these nights—one can experience the most intimate connection with the spiritual worlds. There are legends—the legend of Olaf Åsteson from Norway has been read here—that show how people found their deepest inspiration during these days. This is again connected to the fact that Christmas is celebrated at this time, the birth of the Spirit who passed through the Mystery of Golgotha, which is linked to the most intimate forces of human soul development. So if the inspiration of ancient pagan Rome were to rise again, one solar cycle later, 2,160 years later, that inspiration would have to take the path through the very most childlike aspect of the human being. That is to say, the soul of the Maid of Orleans had to be addressed where souls are most deeply touched, where they are weakest in the face of the earthly, and where the Christ impulse is not yet hindered by earthly impressions, because the souls have not yet grasped the earthly, and so it can penetrate the soul on its own. It would therefore have been the most favorable time if the Maid of Orleans, immediately before her birth, before she took her first breath, had spent the thirteen nights in her mother’s womb. And she did! For she was born on January 6.
[ 13 ] Daran sehen wir, wie die tieferen Kräfte, die aus den geistigen Welten hereindringen in unsere physische Welt, wirken, wie sie sich die Wege suchen, die geheimnisvollsten Wege. Für den, der in solche Zusammenhänge hineinsieht, kann es nichts Wunderbareres und aus der Geisteswissenschaft heraus Erklärlicheres geben, als daß die Jungfrau von Orleans den ersten physischen Atemzug tut um die Weihnachtszeit, am 6. Januar, nach der Weihnachtszeit, die sie noch durchgemacht hat, bevor sie den physischen Plan betreten hat. So sehen wir, daß die, welche mit neunzehn Jahren durch den Tod gegangen ist, angefaßt wurde da, wo des Menschen zarteste Kräfte, des Menschen intimste Kräfte liegen, und daß wir damit in die Zeit blicken, in welcher es notwendig war, daß die göttlich-geistigen Kräfte sich einen Weg suchten durch die intimsten Intimitäten der menschlichen Seele. Das war aber eben die letzte Zeit, in der so etwas sein sollte. Es war die Zeit, in der durch den Christus-Impuls Europa geordnet worden ist, wie ich es das letztemal angedeutet habe, und in der es in jener wunderbaren Weise geschah, wie es eben durch die Jungfrau von Orleans geschehen ist. Aber es ist die Zeit eben seither anders geworden. Die Zeit ist heute nicht dazu da, daß in so intimer Weise die göttlich geistigen Kräfte an die menschliche Seele herantreten.
[ 13 ] Here we see how the deeper forces that penetrate our physical world from the spiritual realms are at work, how they seek out their paths—the most mysterious of paths. For those who perceive such connections, there can be nothing more wondrous—and more explainable from the perspective of Spiritual Science—than the fact that the Maid of Orleans took her first physical breath around Christmas time, on January 6, following the Christmas season she had already experienced before entering the physical plane. Thus we see that she, who passed through death at the age of nineteen, was touched where the most delicate forces of the human being, the most intimate forces of the human being, lie, and that we thereby look into the time in which it was necessary for the divine-spiritual forces to seek a path through the most intimate depths of the human soul. But that was precisely the last time in which such a thing was to be. It was the time when Europe was ordered by the Christ impulse, as I hinted at last time, and when it happened in that wondrous way, just as it happened through the Maid of Orleans. But since then, the times have changed. Today is not a time for the divine-spiritual forces to approach the human soul in such an intimate way.
[ 14 ] Was war eigentlich die Aufgabe der Jungfrau von Orleans, wenn wir eine Begleiterscheinung ins Auge fassen, eine Begleiterscheinung ihres ganzen Lebens? Von innen aus wurde sie angepackt mit den Kräften der göttlich-geistigen Welt. Was diese Kräfte in der Seele antrafen, waren die luziferischen Kräfte. Diese luziferischen Kräfte waren in der damaligen Zeit mächtig und stark. Durch das, was die Jungfrau von Orleans in sich trug, wurde sie die Besiegerin der luziferischen Kräfte. Sie wurde diese Besiegerin der luziferischen Kräfte für jeden, der sehen will, ganz sichtlich. Wir haben auf ihre wunderbare Geburt einen Blick geworfen und haben gesehen, wie sie gewissermaßen die unbewußte Initiation durchmachte bis zum Tage der Epiphanie, bis zum Tage der sogenannten Offenbarung Christi. Wir können aber auch auf ihren Tod hinweisen, der dadurch eingetreten ist, daß alle luziferischen Kräfte ihrer Feinde sich zusammengetan und diesen Tod herbeigeführt hatten. Ihr Unglück in einer Schlacht wurde herbeigeführt durch die Eifersucht derjenigen, die als offizielle Leiter diese Schlacht zu lenken hatten. Dann aber tat sich alles auf, was eifersüchtig war auf solche Offenbarungen geistiger Kräfte und geistiger Mächte, wie sie durch sie zur Erscheinung kamen. Man machte ihr den Prozeß. Die Prozeßakten sind vorhanden, und es kann jeder durch das Studium dieser Prozeßßakten — wenn er nicht gerade so vernagelt ist wie Anatole France — sehen, daß diese Jungfrau von Orleans, so wie sie auf eine wunderbare Weise, durch die dreizehn Nächte, in die physische Welt hereingekommen ist, auch aus ihr hinausging. Denn in den Prozeßakten steht es, es kann also historisch belegt werden, daß sie gesagt hat, daß sie zwar sterben werde, aber die Engländer werden nach ihrem Tode eine viel größere Schlappe erleiden, als sie vorher erlitten haben, und innerhalb der nächsten sieben Jahre werde es geschehen. — Wenn wir solches im richtigen spirituellen Sinne verstehen, so bedeutet es nichts anderes, als daß die Seele der Jungfrau von Orleans, als sie durch die Pforte des Todes ging, ihre Bereitschaft erklärt hat, auch mitzuarbeiten an der weiteren Gestaltung der Ereignisse nach ihrem Tode, in jeder Form ihres Daseins daran mitzuarbeiten. Das hat sie getan! Was die geistigen Kräfte auszuführen haben, das geschieht, wie auch die äußeren Verhältnisse sich gestalten. Den physischen Tod herbeiführen, also sozusagen die stärkste Attacke ausführen, das konnten die Gegner der Jeanne d’Arc ihr gegenüber; ihre Mission verhindern konnten sie nicht. In jener feinen Art, in der die Kräfte der Jeanne d’Arc wirkten, konnten sie aber nur wirken in ihrer Zeit. In allem, was sie tat, hatte sie die luziferischen Kräfte gegen sich. Wir in unserer Zeit haben es auch mit gegnerischen Kräften zu tun, aber vorzugsweise mit ahrimanischen Kräften, mit jenen ahrimanischen Kräften, die durch das materialistische Zeitalter heraufgekommen sind und die sich schon im äußeren Gefüge unseres ganzen Zeitalters zeigen, wenn wir die Mechanismen, das Mechanische unseres Zeitalters ins Auge fassen, wenn wir bedenken, daß wir im Grunde genommen, indem wir unsere Mechanismen fabrizieren, Dämonen die Wohnstätte anweisen und uns mit einer ganzen ahrimanisch-dämonischen Welt umgeben. Aber wir sehen ja auch an anderen Dingen, wie in unserer Zeit ahrimanische Kräfte überall am Werke sind. Wir sehen, wenn wir zum Beispiel einige Jahre nur zurückschauen und ein wenig die okkulten Untergründe unseres Erdendaseins ins Auge fassen, daß hereinwirken in unser physisches Erdendasein überall ahrimanische Kräfte; nicht nur diejenigen, die von der Art sind wie jene Dämonen, die wir in unseren Maschinen erzeugen, sondern auch sonstige ahrimanische Kräfte wirken in unser Erdendasein herein. Und der Okkultist muß aussprechen, was ich ja oft vor diesem oder jenem Kreis unserer Freunde ausgesprochen habe, daß im Grunde genommen die schmerzlich traurigen Ereignisse, die jetzt durch Europa und einen großen Teil der Erde gehen, sich längst vorbereitet haben, daß in der astralen Welt sozusagen der Krieg längst da war, daß er aber zurückgehalten wurde wieder durch etwas Astrales, nämlich durch die Furcht, die alle Menschen hatten. Furcht ist ein astrales Element; das konnte den Krieg zurückhalten, konnte ihn verhindern; das konnte bewirken, daß er so lange ausblieb.
[ 14 ] What, in fact, was the task of the Maid of Orleans, if we consider a concomitant aspect—a concomitant aspect of her entire life? From within, she was gripped by the forces of the divine-spiritual world. What these forces encountered in her soul were the Luciferic forces. These Luciferic forces were powerful and strong at that time. Through what the Maid of Orleans carried within her, she became the conqueror of the Luciferic forces. She became this conqueror of the Luciferic forces, quite visibly, for everyone who is willing to see. We have taken a look at her miraculous birth and have seen how she underwent, so to speak, an unconscious initiation up to the day of the Epiphany, up to the day of the so-called Revelation of Christ. But we can also point to her death, which came about because all the Luciferic forces of her enemies had joined together and brought about this death. Her misfortune in a battle was brought about by the jealousy of those who, as official leaders, were in charge of directing that battle. But then everything that was jealous of such manifestations of spiritual forces and spiritual powers, as they came to light through her, came to the fore. She was put on trial. The trial records exist, and anyone who studies these records—unless they are as narrow-minded as Anatole France—can see that this Maid of Orleans, just as she had entered the physical world in a miraculous way over the course of thirteen nights, also departed from it. For it is written in the trial records—and can thus be historically verified—that she said she would indeed die, but that after her death the English would suffer a far greater defeat than they had suffered before, and that this would happen within the next seven years. — If we understand this in the proper spiritual sense, it means nothing other than that the soul of the Maid of Orleans, as she passed through the gate of death, declared her willingness to cooperate in the further shaping of events after her death, to cooperate in this in every form of her existence. That is what she did! Whatever the spiritual forces have to accomplish will happen, regardless of how external circumstances unfold. The opponents of Joan of Arc were able to bring about her physical death—that is, to carry out, so to speak, the strongest attack against her—but they could not prevent her mission. However, the forces of Joan of Arc could only work in the subtle way they did during her time. In everything she did, she had the Luciferic forces against her. We in our time also have to deal with opposing forces, but primarily with Ahrimanic forces—those Ahrimanic forces that have arisen through the materialistic age and are already evident in the outer structure of our entire age when we consider the mechanisms, the mechanical aspects of our age, when we consider that, in essence, by manufacturing our mechanisms, we are providing a dwelling place for demons and surrounding ourselves with an entire Ahrimanic-demonic world. But we also see in other things how Ahrimanic forces are at work everywhere in our time. We see, for example, if we look back just a few years and consider the occult foundations of our earthly existence, that Ahrimanic forces are at work everywhere in our physical earthly existence; not only those of the kind like the demons we create in our machines, but other Ahrimanic forces as well are at work in our earthly existence. And the occultist must state—as I have often said before this or that circle of our friends—that, fundamentally speaking, the painfully sad events now sweeping through Europe and a large part of the Earth have long been in preparation; that, so to speak, the war had long been present in the astral world, but that it was held back by something astral, namely the fear that all people felt. Fear is an astral element; it was able to hold back the war, to prevent it; it was able to ensure that it did not occur for so long.
[ 15 ] Denn Furcht war überall da! Furcht ist überhaupt etwas, was auf dem Grunde der Seelen unseres Zeitalters in der furchtbarsten Weise grassiert. Da kam aber eine Zeit, die zeitlich äußerlich andeutete etwas, wovon man oftmals spricht, wenn man von den Ausgangspunkten dieses Krieges spricht. Aber dieses Äußere ist nicht das Wichtigste, es ist nur ein Symbolum. Es kam — ich habe das hier schon einmal auseinandergesetzt — die Ermordung jenes österreichischen Erzherzoges, und da stellte sich jenes schon einmal erwähnte, furchtbar erschütternde Ereignis heraus. Ich habe es niemals früher erfahren, nicht auf direktem Wege, nicht durch andere Okkultisten. Wir wissen ja, was die Seele durchmacht, wenn sie durch den Tod gegangen ist. An dieser Seele, die damals durch den Tod gegangen ist, zeigte sich ganz besonders, daß sich um sie, wie um einen Mittelpunkt, alle Furchtelemente anfingen zu gruppieren, und nun hatte man in ihr etwas wie eine kosmische Macht vor sich. Nun wissen wir, daß etwas, was auf dem physischen Plan einen ganz bestimmten Charakter hat, den umgekehrten Charakter in der geistigen Welt hat. So war es auch in diesem Falle: was erst den Krieg zerstreuend gewirkt hatte, das wirkte jetzt als das Gegenteil, wirkte sozusagen anspornend, anfeuernd. So sehen wir, daß gewissermaßen eine Metamorphose der Furchtelemente, der ahrimanischen Elemente mit hineingemischt ist in alles, was nun doch schließlich die schmerzlich traurigen Ereignisse unserer Zeit herbeigeführt hat. Ahrimanisches wirkt eben durchaus überall in unserer Zeit. Nicht auflehnen können wir uns dagegen, nicht kritisieren können wir es, nicht davor schützen sollen wir uns wollen, sondern es als eine Norwendigkeit unserer Zeit ansehen, als etwas, was da sein muß in unserer Zeit. Es fragt sich nur: Wie finden wir demgegenüber die rechte Stellung? Wie finden wir dasjenige, was uns anweist, wie wir uns zu verhalten haben gerade in unserem Zeitalter, wenn wir den göttlich-geistigen Kräften und Mächten den Eingang in unsere Handlungen möglich machen wollen?
[ 15 ] For fear was everywhere! Fear is, in fact, something that rages in the depths of the souls of our age in the most terrible way. But then came a time that, outwardly and chronologically, foreshadowed something that is often mentioned when discussing the origins of this war. But this external event is not the most important thing; it is merely a symbol. It came—I have already discussed this here before—the assassination of that Austrian Archduke, and that is when the aforementioned, terribly shattering event unfolded. I had never experienced it before, neither directly nor through other occultists. We know, of course, what the soul goes through when it has passed through death. In this soul, which had passed through death at that time, it became particularly evident that all the elements of fear began to group around it, as around a center, and now one was faced with something like a cosmic power within it. Now we know that something which has a very specific character on the physical plane has the opposite character in the spiritual world. So it was in this case as well: what had initially had a dispersing effect on the war now had the opposite effect, acting, so to speak, as a spur, as an incitement. Thus we see that, in a sense, a metamorphosis of the elements of fear, of the Ahrimanic elements, is mixed into everything that has ultimately brought about the painfully sad events of our time. Ahrimanic forces are indeed at work everywhere in our time. We cannot rebel against them, we cannot criticize them, we should not seek to protect ourselves from them, but must regard them as a necessity of our time, as something that must be present in our time. The only question is: How do we find the right attitude toward it? How do we find that which guides us as to how we should conduct ourselves precisely in our age, if we wish to make it possible for the divine-spiritual forces and powers to enter into our actions?
[ 16 ] Da muß ich auf ein Ereignis der geistigen Welt hinweisen, das einige Jahrzehnte hinter uns liegt. Ich habe es öfter in den verschiedensten Zusammenhängen erwähnt: jenes Ereignis, das stattgefunden hat hinter den Kulissen unseres Daseins, in der geistigen Welt, im November ungefähr des Jahres 1879. Wir wissen ja, daß von Epoche zu Epoche immer gewissermaßen ein anderer Regent des Erdendaseins da ist; ein Regent löst den andern ab. Bis zum Jahre 1879 war aus den geistigen Welten heraus wirkend der Geist, den wir den Geist Gabriel nennen, um einen Namen zu haben. Seit dem Jahre 1879 war es jener Geist, den wir Michael nennen. Er ist derjenige, der die Zeitereignisse in unserer Zeit dirigiert; und wer bewußt in die geistigen Welten hineinzuschauen vermag, der empfindet den Geist Michael als den eigentlich dirigierenden, anführenden Geist unserer Zeit. Michael ist in einer gewissen Weise der stärkste der einander stets ablösenden führenden Geister der Zeiten. In einer gewissen Weise, sagte ich, ist er der stärkste dieser Geister. Die anderen waren vorzugsweise geistig im Geistigen wirksam. Michael hat die Stärke, den Geist durchzupressen bis in die physische Welt hinein. Er war derjenige Geist, der, bevor das Mysterium von Golgatha herangekommen ist, gleichsam dem Christus voranschreitend zur Erde hinunterstieg und damals — etwa durch vier bis fünf Jahrhunderte — die Führung der Erde hatte. Er ist wieder in unserer Zeit der führende Geist der Erde. Man möchte vergleichsweise sagen: Was das Gold unter den Metallen ist, das ist Michael unter den Geistern, die der Hierarchie der Archangelo: angehören. Wie alle anderen Metalle vorzugsweise auf den Ätherleib wirken, das Gold aber zugleich auf unseren physischen Leib wirkt als Arzneimittel, so wirken alle anderen führenden Geister in die Seele hinein, Michael dagegen ist der, welcher zugleich auf den physischen Verstand, auf die physische Vernunft wirken kann. Wenn sein Zeitalter gekommen ist, dann kann von dem Geist aus auf den physischen Verstand, auf. die physische Vernunft gewirkt werden. Er mußte sich, weil er im fünfzehnten Jahrhundert nicht der eigentliche führende Geist war, bei der Jungfrau von Orleans den Weg suchen ohne menschlichen Verstand, ohne menschliches Begreifen, ohne menschliches Vorstellungsvermögen, einen gewissermaßen ganz inneren Weg durch die intimsten menschlichen Seelenkräfte. Der Christus hat ja durch seinen michaelischen Geist auf die Jungfrau von Orleans gewirkt; aber durch alles andere konnte er eher wirken als durch die Verstandes- und Vernunftkräfte.
[ 16 ] Here I must refer to an event in the spiritual world that took place several decades ago. I have mentioned it on several occasions in various contexts: that event which occurred behind the scenes of our existence, in the spiritual world, around November of the year 1879. We know, of course, that from epoch to epoch there is always, so to speak, a different ruler of earthly existence; one ruler succeeds another. Until the year 1879, the spirit we call Gabriel—to give it a name—was active from the spiritual worlds. Since the year 1879, it has been the spirit we call Michael. He is the one who directs the events of our time; and whoever is able to look consciously into the spiritual worlds perceives the Spirit Michael as the actual directing, leading Spirit of our time. Michael is, in a certain sense, the strongest of the leading spirits of the ages that constantly succeed one another. In a certain sense, I said, he is the strongest of these spirits. The others were primarily active spiritually within the spiritual realm. Michael has the strength to push the spirit through into the physical world. He was the spirit who, before the Mystery of Golgotha came, descended to Earth as it were preceding the Christ, and at that time—for about four to five centuries—held the leadership of the Earth. He is once again the leading spirit of the Earth in our time. One might say, by way of comparison: What gold is among the metals, Michael is among the spirits belonging to the hierarchy of the Archangels. Just as all other metals act primarily on the etheric body, while gold also acts on our physical body as a medicine, so do all other guiding spirits act within the soul; Michael, however, is the one who can act simultaneously on the physical intellect and on physical reason. When his age has come, then the spirit can act upon the physical intellect and the physical reason. Because he was not the actual leading spirit in the fifteenth century, he had to seek a path with the Maid of Orleans—without human intellect, without human understanding, without human imagination—a path, so to speak, entirely inner, through the most intimate human soul forces. Christ did indeed work through his Michaelic Spirit upon the Maid of Orleans; but he was able to work through everything else rather than through the powers of intellect and reason.
[ 17 ] Luziferische Geister sind heute auch da, die den Menschen vorzugsweise von innen angreifen. Sie wollen alle möglichen Leidenschaften erzeugen, aber nicht den Irrtum des Verstandes, den Irrtum der Vernunft, mit dem wir in unserem heutigen Zeitalter so zu kämpfen haben. Wir müssen also sagen: Was wir erreichen wollen im Geistigen, das müssen wir erreichen angemessen den Kräften, die Michael, der führende Geist des Zeitalters, innehat. Und mit Michael im innigen Bunde steht das, was wir zu begreifen versuchen, wenn wir seine Erscheinung zu begreifen versuchen, wie wir es in den letzten Tagen gemacht haben; wenn wir nämlich das zu begreifen versuchen, was wir den deutschen Volksgeist nennen zwei Kräfte: Michael und der deutsche Volksgeist, die durchaus im Einklange sind, und denen es übertragen ist, den Christus-Impuls gerade in unserer Zeit zum Ausdruck zu bringen, wie es dem Charakter unseres Zeitalters entsprechend ist. Denn nicht kann unser Zeitalter irgendwie glauben, daß dieselbe intime Art des Wirkens, die für das fünfzehnte Jahrhundert richtig war, seit dem Heraufkommen des fünften nachatlantischen Zeitraumes auch noch richtig sein könnte. In unserem Zeitalter handelt es sich darum, daß wir vor allem begreifen die Notwendigkeit des Gekettetseins an Ahriman, an Ahrimanisches, das wir selber in unseren Mechanismen erzeugen, und die Notwendigkeit, diese Zusammenhänge richtig zu erkennen; denn sonst leben wir in Furcht vor vielem, was in unserem Zeitalter vorhanden ist.
[ 17 ] There are also Luciferic spirits today who prefer to attack people from within. They seek to stir up all manner of passions, but not the errors of the intellect or the errors of reason with which we struggle so much in our present age. We must therefore say: What we wish to achieve in the spiritual realm, we must achieve in accordance with the powers possessed by Michael, the leading spirit of the age. And in intimate union with Michael stands that which we seek to comprehend when we attempt to grasp his appearance, as we have done in recent days; namely, when we seek to comprehend what we call the German national spirit—two forces: Michael and the German national spirit, which are entirely in harmony, and to whom it is entrusted to express the Christ impulse precisely in our time, in a manner appropriate to the character of our age. For our age cannot in any way believe that the same intimate mode of working that was right for the fifteenth century could still be right since the advent of the fifth post-Atlantean epoch. In our age, the point is that we must above all grasp the necessity of being bound to Ahriman, to the Ahrimanic, which we ourselves generate in our mechanisms, and the necessity of correctly recognizing these connections; for otherwise we live in fear of much of what exists in our age.
[ 18 ] Daher entsteht die Frage: Wodurch bieten wir diesem Ahrimanischen in unserem Zeitalter Widerstand, wie Widerstand geboten wurde dem Luziferischen in dem Zeitalter der Jungfrau von Orleans? Wir bieten dem Ahrimanischen dadurch Widerstand, daß wir gerade jenen Weg gehen, der immer wieder und wieder innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Strömung betont wird: den Weg der Spiritualisierung der menschlichen Kultur, des menschlichen Begriffs- und Vorstellungsvermögens. Daher haben wir es immer wieder und wieder betont: Es gibt eine Möglichkeit, alles, was uns die Geisteswissenschaft bringt, wenn es auch zunächst und zumeist aus der geistigen Welt heraus gegeben ist, wirklich mit dem der Menschheit heute seit dem sechzehnten Jahrhundert zugeteilten Verstande, mit der Vernunft restlos zu begreifen. Und wenn wir sagen, wir begreifen es nicht, so ist das nur aus dem Grunde der Fall, weil wir hinhören auf die Vorurteile, die uns aus dem landläufigen Materialismus der Zeit geboten werden. Wer nicht immer wieder und wieder auf das hinhört, was zum Teil laut, zum Teil aber auch im feinsten leisen Flüstern aus dem Materialismus unserer Zeit heraustönt, sondern wer streng ins Auge zu fassen versucht, was wir in den Verstehenskräften haben, für den erscheint eines Tages das, was die Geisteswissenschaft hervorbringt, als etwas durchaus Begreifliches, als etwas, was ebenso begriffen werden kann, wie irgendein Ereignis der äußeren Welt begriffen werden kann. Aber nur dadurch erzeugen wir in uns die starke Kraft, die wir brauchen, um den ahrimanischen Kräften Widerstand zu leisten, daß wir jetzt nicht bloß durch die intimsten Offenbarungs- und Glaubenskräfte, wie bei der Jungfrau von Orleans, an den Geist herankommen, sondern daß wir versuchen, unsere Verstehenskraft in der intensivsten Weise auf das zu konzentrieren, was aus der Geisteswissenschaft kommt. Wenn wir das tun, dann kommt die Stunde, der Augenblick, wo wir uns sagen müssen: Was uns aus der Geisteswissenschaft entgegentritt, ist das einzig Vernünftige und zugleich das, was uns die Welt um uns herum begreiflich und lichtvoll macht. Und wenn wir also ergriffen werden, dann werden wir so ergriffen werden von dem, was der Geist uns in unserer Zeit gibt, daß wir wirklich stark genug sind gegenüber den ahrimanischen Kräften.
[ 18 ] This raises the question: How do we resist this Ahrimanic force in our age, just as resistance was offered to the Luciferic force in the age of Joan of Arc? We resist the Ahrimanic by following precisely the path that is emphasized time and again within our Spiritual Science movement: the path of the spiritualization of human culture, of human conceptual and imaginative faculties. That is why we have emphasized it time and again: There is a way to truly grasp everything that Spiritual Science brings us—even if it is initially and mostly given from the spiritual world—with the intellect and reason allotted to humanity today since the sixteenth century. And when we say we do not understand it, this is only because we listen to the prejudices offered to us by the prevailing materialism of the age. Whoever does not listen again and again to what resounds in part loudly, and partly in the finest, quietest whisper, but who instead tries to take a close look at what we possess in our powers of understanding, to that person what Spiritual Science brings forth will one day appear as something entirely comprehensible, as something that can be understood just as any event in the outer world can be understood. But it is only by doing this that we generate within ourselves the strong power we need to resist the Ahrimanic forces—not merely by approaching the spirit through the most intimate powers of revelation and faith, as in the case of Joan of Arc, but by attempting to concentrate our powers of understanding in the most intense way on what comes from Spiritual Science. If we do this, then the hour, the moment, will come when we must say to ourselves: What confronts us from Spiritual Science is the only reasonable thing and at the same time that which makes the world around us comprehensible and luminous. And when we are thus moved, we will be so moved by what the spirit gives us in our time that we are truly strong enough to stand against the Ahrimanic forces.
[ 19 ] Eine Natur wie die Jungfrau von Orleans, in unsere heutige Zeit hineinversetzt, würde nichts vermögen. Sie würde eine interessante Persönlichkeit sein, würde manches Wunderbare prophetisch und sonstwie offenbaren können. Aber wie eine solche intime Offenbarungsnatur wirksam den luziferischen Kräften begegnen kann, so muß heute der Mensch den ahrimanischen Kräften Widerstand leisten, muß sich stark machen gegen diese Kräfte, so stark, wie es dem Zeitalter des Michael geziemt. Dem Zeitalter des Michael ziemt eben das Sonnenhafte, das, was wir in uns aufnehmen durch eine Spiritualisierung derjenigen Kräfte, die wir innehaben vom Aufwachen bis zum Einschlafen: der Kräfte unserer Vernunft, unseres Begreifens, unseres Verstehens. Denn diese unsere Kräfte des Begreifens und Verstehens, sie wandeln sich um in unserer Seele, wenn wir dazu nur Geduld genug haben. So wandeln sie sich um, daß aus dem, was sich uns entpuppt in der Geisteswissenschaft, die Gewißheit herausspringt: was wir da begreifen, das ist unmittelbar der Ausdruck der Gedanken der geistigen Welt. Also nicht um ein Zurückziehen von der ahrimanisch durchsetzten äußeren Welt kann es sich heute handeln, sondern um ein notwendiges Darinnenstehen in dieser Welt, aber zugleich um ein sich Starkmachen gegenüber diesen ahrimanischen Kräften.
[ 19 ] A figure like Joan of Arc, transported into our present day, would be powerless. She would be an interesting personality, capable of revealing many wondrous things, both prophetically and in other ways. But just as such an intimate, revelatory nature can effectively counter the Luciferic forces, so must humanity today resist the Ahrimanic forces, must fortify itself against these forces, as strongly as befits the Age of Michael. The Age of Michael is precisely suited to the solar, to that which we take in through a spiritualization of the forces we possess from waking to sleeping: the forces of our reason, our comprehension, our understanding. For these powers of comprehension and understanding within us transform in our soul, if only we have enough patience. They are transformed in such a way that from what unfolds before us in Spiritual Science, the certainty springs forth: what we grasp there is the direct expression of the thoughts of the spiritual world. So today it cannot be a matter of withdrawing from the Ahrimanic-permeated outer world, but rather of a necessary standing within this world, while at the same time strengthening ourselves against these Ahrimanic forces.
[ 20 ] Da handelt es sich dann darum, daß wir den Weg finden, um durch dasselbe Begreifen, durch welches wir die Außenwelt begreifen, auch die geistige Welt zu begreifen. Aber diesen Weg haben wir ja gerade in diesen Tagen angegeben als den Weg, der innerlich verbunden ist mit der ganzen Mission des deutschen Volkes, insbesondere mit dieser Mission seit dem Ende des achtzehnten und dem Beginn des neunzehnten Jahrhunderts. Aber in den vorhergehenden Jahrhunderten hat diese Mission sich vorbereitet. Das ist das Eigentümliche, daß dasjenige, was der deutsche Geist getrieben hat in seinen Dichtern, seinen Künstlern und Philosophen, innig verbunden ist mit dem spirituellen Leben. Es handelt sich da wirklich darum, ohne Sympathie und Antipathie den Tatsachen kühn ins Auge zu schauen, wie sie sich vorbereitet haben, wie sie sich nach und nach herausgestaltet haben. Wir selber haben es ja erleben können, wie wir eines Tages eben einfach diese Notwendigkeit betonen mußten, im kontinuierlichen Fortschritt des Geisteslebens zu wirken. Denn warum?
[ 20 ] The point here is that we must find a way to comprehend the spiritual world through the very same faculty of understanding by which we comprehend the external world. But we have just indicated this path in recent days as the path that is intrinsically linked to the entire mission of the German people, especially to this mission since the end of the eighteenth and the beginning of the nineteenth centuries. But this mission was prepared in the preceding centuries. What is peculiar is that what has driven the German spirit in its poets, artists, and philosophers is intimately connected with spiritual life. It is truly a matter of looking boldly at the facts, without sympathy or antipathy, to see how they have been prepared, how they have gradually taken shape. We ourselves have indeed been able to experience how, one day, we simply had to emphasize this necessity of working within the continuous progress of spiritual life. For why?
[ 21 ] Versuchen wir einmal hinzublicken auf jene theosophische Bewegung, mit der wir äußerlich eine Zeitlang verbunden waren, auf die englische theosophische Bewegung. Versuchen Sie da einmal eine Brücke sich zu bauen zwischen dem, was sonst englisches Geistesleben ist, bis in die Philosophie herein, und demjenigen, was englische Theosophie ist: sie stehen äußerlich nebeneinander, sind zwei äußerlich nebeneinander laufende Strömungen, und eine Brücke zwischen beiden ist etwas, was auch nur in ganz äußerlicher Weise gezogen werden kann. Versuchen Sie dagegen das deutsche Geistesleben ins Auge zu fassen, wie es sich durch die deutschen Mystiker vorbereitet hat in Meister Eckhart und Johannes Tauler, und dann in Jacob Böhme und Angelus Silesius weiter sich entfaltet hat, wie es in Lessing zu der Anerkennung der Idee der wiederholten Erdenleben geführt hat, und wie es in Goethes «Faust» geradezu eine Glorifizierung des Hinaufsteigens in die geistigen Welten darstellt, da haben Sie den geraden Weg von den äußeren Welten aus in die geistige Welt. Und wenn Sie nun dazu nehmen, was von Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» geführt hat bis zur Dramatisierung der Grundkräfte der Einweihung, und beide Strömungen zusammenhalten, dann haben Sie darin den innerlichen Zusammenhang. Es ist ein innerlicher Zusammenhang zwischen dem, was zuletzt als Geisteswissenschaft erscheint, und dem, was ganz exoterisch in der physischen Welt als Geistesleben erstrebt wird. Denn selbstverständlich wird dieses Geistesleben, das außerhalb der Geisteswissenschaft entfaltet wird, mit den Kräften des Gehirns erstrebt, aber es drängt hin zu dem, was außerhalb des Leibes gefunden wird. Man möchte sagen: es ist die Mission des deutschen Volkes, daß es gar nicht anders kann als mit dem, was es erstrebt, zuletzt einzumünden in das spirituelle Leben. Das heißt aber nichts anderes, spirituell gesprochen, als daß das deutsche Volk dazu berufen ist, innerlich sich zu verbinden mit dem, was in die Welt kommt durch die Anführerschaft des Michael. Ein solches Sichverbinden wird nicht dadurch erreicht, daß man sich passiv, wie fatalistisch, den Schicksalsmächten überläßt, sondern daß man erkennt, welches die Aufgabe der Zeit ist.
[ 21 ] Let us try to take a look at that theosophical movement with which we were outwardly associated for a time—the English theosophical movement. Try to build a bridge there between what is otherwise English spiritual life, extending into philosophy, and what is English theosophy: outwardly they stand side by side, are two currents running parallel to one another, and a bridge between the two is something that can only be drawn in a very superficial way. Try, on the other hand, to take in the German spiritual life as it was prepared by the German mystics in Meister Eckhart and Johannes Tauler, and then unfolded further in Jacob Böhme and Angelus Silesius, how it led in Lessing to the recognition of the idea of repeated earthly lives, and how it represents in Goethe’s *Faust* a veritable glorification of the ascent into the spiritual worlds—there you have the direct path from the outer worlds into the spiritual world. And if you now add to this what led from Goethe’s “Tale of the Green Snake and the Beautiful Lily” to the dramatization of the fundamental forces of initiation, and hold both currents together, then you have the inner connection therein. There is an inner connection between what ultimately appears as Spiritual Science and what is sought quite exoterically in the physical world as spiritual life. For, of course, this spiritual life, which unfolds outside of Spiritual Science, is sought through the powers of the brain, but it strives toward what is found outside the body. One might say: it is the mission of the German people that they cannot help but ultimately find their way into spiritual life through what they strive for. But spiritually speaking, this means nothing other than that the German people are called to connect inwardly with what comes into the world through the leadership of Michael. Such a connection is not achieved by passively, as if fatalistically, surrendering oneself to the forces of fate, but by recognizing what the task of the times is.
[ 22 ] Und nicht nur innerlich durch den Gang der deutschen Mystik, sondern auch äußerlich durch den ganzen Gang des deutschen Lebens in Verbindung mit dem europäischen Leben hat sich dasjenige gezeigt, was ich da sagen will. Ich habe es im ersten der beiden letzten öffentlichen Vorträge, «Die germanische Seele und der deutsche Geist», auseinandergesetzt, wie die germanische Seelenhaftigkeit gleichsam in den Vorposten der germanischen Völker — durch die Goten, Langobarden, Vandalen — hineingeströmt ist in die Völker des Westens, des Südens, wie da hingeopfert worden ist am Altare der Menschheit dasjenige, was germanische Seelenhaftigkeit ist. Aber das hat sich später wiederholt, nur weniger auffällig. Blicken wir zunächst hin nach dem äußersten Osten Österreichs, zu den sogenannten Siebenbürger Sachsen. Ausgewandert sind sie vom Rhein her, wo das Siebengebirge ist, das läßt sich auch äußerlich nachweisen. Nach und nach haben sie ihre Eigenart verloren. Die Seelensubstanz hat sich hingegeben, um in jenes andere Volkselement einzufließen, und einst wird von ihnen kaum etwas anderes vorhanden sein als einiges ihrer Sprache; aber als Volkssubstanz sind sie dort hineingeflossen. Gehen wir dann hinunter in das Banat: Schwaben sind es, die dort eingewandert sind; das Magyarische schlingt sich darüber. Ebenso ist es in den Gegenden des ungarischen Berglandes, der Karpaten. Alle diese Einwanderungen sind heute äußerlich fast verschwunden, aber überall in den heute dort vorhandenen Volksschichten darinnen lebend und dann manchmal wie Gerinnsel sich zeigend wie zum Beispiel in der wunderbaren Sprachinsel der Gottschee’er in Krain. Aber sonst auch. Wir sehen — wir könnten das viel weiter noch verfolgen —, wie dieses germanische Seelenhafte hinausgeschickt wird in die Welt, wie es wirkt. Das geschieht durch eine innere Notwendigkeit. Das geschah so durch die früheren Zeitalter, namentlich auch durch das Zeitalter des Gabriel. Und durch das Zeitalter des Gabriel geschah es in der Weise, daß mehr, ich möchte sagen, das Blut, Blut und Blutmischung wirkte und alles, was mehr mit den äußeren Verhältnissen des Lebens zusammenhängt, aber dennoch nicht äußerlich greifbar ist, sondern wieder intimer sich vollzieht.
[ 22 ] And what I am trying to say here has become evident not only internally through the development of German mysticism, but also externally through the entire course of German life in connection with European life. I addressed this in the first of my two most recent public lectures, “The Germanic Soul and the German Spirit,” how the Germanic soulfulness, as it were, flowed into the peoples of the West and the South through the outposts of the Germanic peoples—the Goths, Lombards, and Vandals—and how that which is Germanic soulfulness was sacrificed there on the altar of humanity. But this was repeated later, only less conspicuously. Let us first look to the far east of Austria, to the so-called Transylvanian Saxons. They migrated from the Rhine region, where the Siebengebirge is located; this can also be proven by external evidence. Little by little, they have lost their distinct character. The substance of their soul has surrendered itself to flow into that other ethnic element, and one day there will be little left of them other than some of their language; but as an ethnic substance, they have flowed into it. Let us then go down into the Banat: it is the Swabians who have immigrated there; the Magyar element is entwined with it. It is the same in the regions of the Hungarian highlands, the Carpathians. All these immigrations have today almost vanished outwardly, but they live on everywhere within the ethnic strata present there today, and then sometimes manifest themselves like clots, as for example in the wonderful linguistic enclave of the Gottschee people in Carniola. But elsewhere as well. We see—we could trace this much further still—how this Germanic soul-nature is sent out into the world, how it works. This happens through an inner necessity. It happened this way through the earlier ages, notably also through the age of Gabriel. And in the age of Gabriel, it happened in such a way that, I would say, blood, blood, and the mingling of blood were at work, along with everything that is more closely connected to the external conditions of life, yet is not outwardly tangible, but rather unfolds in a more intimate way.
[ 23 ] Nun ist das Zeitalter des Michael gekommen, das Zeitalter, in dem begriffen werden muß, wie durch den ganzen Hergang des Geisteslebens der deutsche Geist sich in die Sonnenkraft des Michael stellen kann. Das muß eben eingesehen werden. Das kann aber nur dadurch eingesehen werden, daß man es durch die Anerkennung der spirituellen Wissenschaft einsieht, daß man allmählich durch die Betrachtungen der spirituellen Wissenschaft, der Geisteswissenschaft, die Ahnung und das Bewußtsein erhält von der Wirksamkeit geistiger Kräfte, von der Realität geistiger Kräfte. So daß man allmählich begreift, wie unsinnig es ist, wenn die Leute sagen: Es gibt keine geistigen Kräfte, ich kann sie nicht anerkennen; und wenn hier ein hufeisenförmiger Eisenstab ist, so ist das eben ein Stück Eisen, und ich sehe nichts als Eisen. — Es kann aber Magnetismus darinnen sein! So ist in der ganzen äußeren Welt noch etwas ganz anderes als Magnetismus darinnen. Die Anerkennung erwirbt man sich, indem man eingeht auf das, was über die eigentümliche Gestalt der Dinge geboten wird. Dadurch erwirbt man sich im Michael-Zeitalter diejenigen geistigen Kräfte, die notwendig sind, um den ahrimanischen Mächten zu widerstehen, wo es eben unsere Aufgabe ist, den ahrimanischen Mächten zu widerstehen. Denn im Grunde genommen ist alles, was wir im Studium der Geisteswissenschaft haben, nur Vorbereitung. Eines Tages springt aus dem Studium der Geisteswissenschaft das Erwachen der Seele hervor, durch das die Seele weiß: Es lebt in dir die geistige Welt, von dem Christus-Impuls herunter durch den Michael bis zum Volksgeist, der das auswirkt, was ausgewirkt werden soll.
[ 23 ] Now the Age of Michael has come, the age in which we must understand how, through the entire course of spiritual life, the German spirit can align itself with the solar power of Michael. This is precisely what must be understood. But it can only be understood by recognizing spiritual science, by gradually gaining, through the contemplation of Spiritual Science—anthroposophy—an inkling and an awareness of the activity of spiritual forces, of the reality of spiritual forces. So that one gradually comes to understand how nonsensical it is when people say: There are no spiritual forces; I cannot acknowledge them; and if there is a horseshoe-shaped iron bar here, then that is simply a piece of iron, and I see nothing but iron. — But there may be magnetism within it! And in the entire outer world, there is something quite different from magnetism within it. One acquires this recognition by engaging with what is revealed about the peculiar form of things. Through this, one acquires in the Michael Age those spiritual powers that are necessary to resist the Ahrimanic forces, where it is precisely our task to resist the Ahrimanic forces. For, fundamentally speaking, everything we have in the study of Spiritual Science is merely preparation. One day, the awakening of the soul springs forth from the study of Spiritual Science, through which the soul knows: The spiritual world lives within you, from the Christ impulse down through Michael to the national spirit, which brings about what is to be brought about.
[ 24 ] Ich sagte, das Zeitalter der Jungfrau von Orleans war dazu geeignet, an die allerschwächsten, physisch allerschwächsten Kräfte des Menschen heranzudringen. Unser Zeitalter muß an die stärksten Kräfte des Menschen herandringen, muß den Willen dort ergreifen, wo dieser Wille am wenigsten geneigt ist, wirklich seine Kräfte zu entfalten. Wir sehen es ja immer wieder und wieder: den Willen dort entfalten, wo es darauf ankommt, diejenigen Kräfte, die unsere irdischen Kräfte sind, unsere Vorstellungskräfte sind, innerlich rege zu machen, das wird dem Menschen das Schwerste. Äußerlich den Willen anzuwenden, das wird ihm verhältnismäßig noch leicht. Aber es ist ein anderer Wille notwendig, wenn die Gedanken so gelenkt werden sollen, daß sie die geistige Welt umfassen. Dieser starke Wille ist es, an den die Geisteswissenschaft als solche appellieren muß, der da sein muß, wenn die Geisteswissenschaft wirklich in unserem michaelischen Zeitalter zu dem führen soll, wozu sie führen muß. Denn nicht dazu sind wir berufen, zu reden über das Mechanische unseres Zeitalters; nicht dazu sind wir berufen, darauf hinzuweisen, daß dieses Mechanische unseres Zeitalters die Menschen ergriffen hat; sondern zu etwas anderem sind wir berufen. Man kann ja allerdings, wenn man ein wenig die Tatsachen preßt, sogar ein bis zu einem gewissen Grade großer Philosoph sein, das sei rückhaltlos anerkannt, man kann auf den Mechanismus unseres Zeitalters hinblicken und dann anfangen, gerade in diesem Mechanismus, den man ganz besonders seinen äußeren Feinden zuschreibt, das Allerverderblichste zu sehen. Und hat man dann eine Anlage — wenn man auch als ein großer Philosoph gilt — zu schimpfen wie eine Hökerfrau, dann kann man es machen wie der Philosoph Bergson, der es jüngst erst wieder zuwege gebracht hat, in einseitiger Weise hinzudeuten — und, in einseitiger Weise vorgebracht, ist vieles oft ganz richtig — auf das Zusammenhängende der mechanischen Wirkung der Kräfte mit dem deutschen Volkswesen. Aber nicht nur darauf kann man hinweisen, daß deutscher Verstand schon in gewissen Gebieten in der Anwendung der mechanischen Kräfte durch den Verstand es zu etwas gebracht hat; man kann auch auf etwas anderes hinweisen. Man braucht aber nicht in dem Tone einer Hökerfrau zu schimpfen, wenn man über solche Zusammenhänge sprechen will, sondern man kann sagen: Vielleicht ist gerade dort, wo der Verstand am stärksten war, um das Mechanisch-Dämonische auszugestalten, auch zugleich der Ort, um diese mechanisch-dämonischen Kräfte zu überwinden durch die besondere spirituelle Mission. Dann aber kann sich der Deutsche leicht mißverstehen lassen, wenn er im Zusammenhange mit dem Hergange seines Geisteslebens versteht, daß er nicht etwa die Aufgabe hat, stehenzubleiben bei dem bloß Mechanischen, das ihm auch in der heutigen Zeit bei den Kriegsaufgaben so große Dienste leistet, nicht bloß stehenzubleiben bei den Mechanismen, weil er sonst bloß Dämonen schaffen würde, sondern daß er jene starken Kräfte im Innern zu entwickeln hat, welche sich diesen Dämonen kühn gegenüberstellen können. Dazu gehört aber nicht das blinde, sondern das durch Überzeugung geleitete Stehen in der geistigen Welt. Wenn wir darauf eingehen einzusehen, daß wir ja für alle Zukunft uns mit einer Dämonenwelt, mit einer wahren Hölle umgeben, indem wir Maschinen über Maschinen konstruieren, so können wir es zwar verstehen, wie die Menschen aus dem materialistischen Geist unserer Zeit heraus immer wieder und wieder sagen: dieses naturwissenschaftlich-materialistische Zeitalter hat uns auf die höchste Höhe gebracht, auf der die Menschheit bisher gestanden hat — wir können das zwar verstehen, denn das gehört sich so für den heutigen materiell denkenden Menschen, aber wir müssen wissen, daß wir durch unsere Maschinen in die Menschheit lauter Dämonen hineinbringen, und wir müssen außerdem wissen, wie wir diesen Dämonen gegenüber die richtigen Widerstände entwickeln können. Nur dadurch stellen wir uns in das richtige Verhältnis zur geistigen Welt, daß wir diese ahrimanisch-dämonischen Kräfte erkennen, daß wir bewußt wissen, daß sie da sind. Denn dadurch nur sind die schädlichen Mächte schädlich, daß wir unbewußt über sie bleiben, daß wir nichts von ihnen wissen. Ich möchte das durch einen Vergleich anschaulich machen.
[ 24 ] I said that the age of the Virgin of Orleans was suited to tapping into the very weakest, physically weakest forces within human beings. Our age must penetrate to the strongest powers of the human being; it must seize the will precisely where that will is least inclined to truly unfold its powers. We see it time and again: to unfold the will where it matters—to stir into inner activity those powers that are our earthly powers, our powers of imagination—this is what is most difficult for the human being. Applying the will outwardly is still relatively easy for him. But a different kind of will is necessary if thoughts are to be directed in such a way that they encompass the spiritual world. It is this strong will that Spiritual Science as such must appeal to; it must be present if Spiritual Science is truly to lead us in our Michaelic age to what it must lead us to. For we are not called upon to speak of the mechanistic nature of our age; we are not called upon to point out that this mechanistic aspect of our age has taken hold of people; rather, we are called upon to something else. One can, of course, if one strains the facts a little, even be a great philosopher to a certain degree—let that be acknowledged without reservation—one can look at the mechanistic nature of our age and then begin to see the most pernicious thing precisely in this mechanism, which one attributes especially to one’s external enemies. And if one then has a tendency—even if one is regarded as a great philosopher—to rant like a market vendor, one can do as the philosopher Bergson did, who has only recently managed once again to point out in a one-sided manner—and, when presented in a one-sided manner, much is often quite correct—the connection between the mechanical effect of forces and the German national character. But one can point not only to the fact that German intellect has already achieved something in certain areas through the application of mechanical forces by the intellect; one can also point to something else. But one need not rant in the tone of a market-woman when speaking of such connections; rather, one can say: Perhaps it is precisely where the intellect was strongest in shaping the mechanical-demonic that is also the very place to overcome these mechanical-demonic forces through a special spiritual mission. But then the German can easily be led to misunderstand if, in connection with the course of his spiritual life, he understands that his task is not to remain stuck at the merely mechanical level—which serves him so well even today in the tasks of war— not merely to remain with the mechanisms, for otherwise he would merely create demons, but that he must develop those strong inner forces that can boldly stand up to these demons. This, however, does not involve a blind, but a conviction-guided standing in the spiritual world. If we consider that by constructing machine after machine, we are indeed surrounding ourselves for all time to come with a world of demons, with a veritable hell, then we can certainly understand how people, out of the materialistic spirit of our age, say again and again: this scientific-materialistic age has brought us to the highest peak humanity has ever reached—we can certainly understand this, for that is only natural for today’s materialistically minded people, but we must know that through our machines we are introducing nothing but demons into humanity, and we must also know how to develop the proper resistance against these demons. Only by recognizing these Ahrimanic-demonic forces, by consciously knowing that they are there, do we establish the right relationship to the spiritual world. For it is only because we remain unconscious of them, because we know nothing of them, that these harmful powers are harmful. I would like to illustrate this with a comparison.
[ 25 ] Sie wissen, daß wir nach einiger Zeit, hoffentlich, wenn einiges gelingt, was bis jetzt noch nicht gelungen ist, in Dornach bei Basel einen Bau haben werden, wo wir in einer entsprechenden Umgebung unsere geistige Strömung werden pflegen können. Nun handelt es sich bei der Aufführung dieses Baues nicht darum, irgendwie die Notwendigkeit der Gegenwart zu fliehen, sondern ihn aufzuführen ganz aus den Notwendigkeiten der Gegenwart heraus. Da mußte zum Beispiel die Beleuchtung geschaffen werden aus den allerahrimanischesten Kräften der Gegenwart heraus, und diese sind: elektrische Beleuchtung, elektrische Beheizung und so weiter. Nun handelt es sich darum, durch die architektonische Form selber unschädlich zu machen, was dabei in Betracht kommt. Wäre man später einmal in den Bau hineingegangen, so hätte man um sich alles, was die ahrimanische Kultur der Gegenwart mit sich bringt. Aber nicht darauf kommt es an, daß es da ist, sondern daß man es nicht bemerkt. Man soll es eben nicht bemerken. Um das zu erreichen, haben sich einige Freunde gefunden, die dieses in einem abgesonderten Bau daneben aufführen, um ihm eine besondere Form zu geben, so daß die ahrimanisch-dämonischen Kräfte dahinein gebannt werden. Für jeden, der zu dem Bau kommen wird, auch für die, welche hineingehen, wird dadurch ins Bewußtsein heraufgehoben werden, daß dort die ahrimanischen Kräfte walten. Sobald man das aber weiß, sind sie nicht mehr schädlich. Denn es handelt sich darum, daß die dem Menschen abträglichen Kräfte ihre Abträglichkeit verlieren, wenn wir aufmerksam hinschauen auf die Orte, wo sie wirksam sind, wenn wir nicht gedankenlos hinschauen auf eine Maschine und sagen: eine Maschine ist halt eine Maschine, sondern eine Maschine ist ein Ort für ein dämonisch-ahrimanisches Wesen.
[ 25 ] You know that, in time—and hopefully if we succeed in achieving certain things that have not yet been accomplished—we will have a building in Dornach near Basel where we can cultivate our spiritual movement in a suitable environment. Now, the construction of this building is not a matter of fleeing the necessities of the present in any way, but rather of erecting it entirely out of the necessities of the present. For example, the lighting had to be created out of the most Ahrimanic forces of the present, and these are: electric lighting, electric heating, and so on. The aim is to render harmless, through the architectural form itself, whatever comes into play in this process. If one were to enter the building at a later time, one would find all around oneself everything that the Ahrimanic culture of the present brings with it. But what matters is not that it is there, but that one does not notice it. One is simply not supposed to notice it. To achieve this, a group of friends has come together to construct this in a separate building next to it, giving it a special form so that the Ahrimanic-demonic forces are banished into it. For everyone who comes to the building, including those who enter it, this will bring to consciousness the fact that the Ahrimanic forces are at work there. But as soon as one knows this, they are no longer harmful. For the point is that the forces harmful to humanity lose their harmfulness when we look attentively at the places where they are active, when we do not look thoughtlessly at a machine and say: a machine is just a machine, but rather that a machine is a place for a demonic-Ahrimanic being.
[ 26 ] Wenn wir uns so in die Welt hineinstellen, daß das Wissen in unserer Seele ist, dann stellen wir uns richtig in das michaelische Zeitalter hinein. Das heißt aber: wir bringen uns in ein solches Verhältnis zur geistigen Welt, daß auch Michael in uns wirksam werden kann. Michael mit dem, was seine gegenwärtige Mission ist, wie wir sie charakterisiert haben. Überall handelt es sich darum, daß wir uns in das, was die Menschen unbewußt aufbauen als Mechanismen, heute entweder gedankenlos hineinstellen können oder daß wir es durchschauen können. Wenn wir es durchschauen, wenn wir gewahr werden, wie dämonisch-elementarische Kräfte in unseren Mechanismen walten, dann werden wir auch den Weg finden zu den geistig wahren, rechten Inspiratoren. Und diese stehen im Zusammenhange eben mit demjenigen Geist, der sich zu den übrigen Geistern der Menschheitsführung so verhält wie das Gold zu den Metallen, mit Michael.
[ 26 ] When we position ourselves in the world in such a way that this knowledge resides in our soul, we are truly entering the Michaelic Age. This means, however, that we are establishing a relationship with the spiritual world in which Michael, too, can become active within us—Michael with the mission he currently holds, as we have described it. Everywhere, the issue is that we can either place ourselves thoughtlessly within what people unconsciously construct as mechanisms, or we can see through them. If we see through them, if we become aware of how demonic-elemental forces reign in our mechanisms, then we will also find the path to the spiritually true, right inspirers. And these are connected precisely with that Spirit who relates to the other spirits guiding humanity as gold relates to metals—with Michael.
[ 27 ] So versuchte ich heute klarzumachen, daß unser Zeitalter eine andere Aufgabe hat, wenn es die göttlich-geistigen Kräfte sucht, welche zum Heile der Erdenmenschheit wirken sollen, als für diejenigen Menschenseelen bestand, die im Zeitalter der Jungfrau von Orleans lebten. Damals handelte es sich viel eher darum, alles Verstandesmäßige, alles Vernunftmäßige zurückzudrängen. Heute dagegen handelt es sich darum, alles Verstandes- und Vernunftmäßige bis zum Hellseherischen emporzukultivieren, denn es läßt sich bis zum Hellseherischen kultivieren. Wenn es solche Menschen geben wird, die also die Menschenseele pflegen werden, dann wird sich aus der Dämmerzeit, die wir jetzt durchmachen, das entwickeln, was sich entwickeln soll. Was sich äußerlich auf dem physischen Plan entwickelt, das kann doch nur das Kleid sein für das, was geistig für die Erdenmenschheit aus der jetzigen Zeit hervorgehen soll. Und wahr ist es, daß diejenigen, die in jungen Jahren ihre Kräfte jetzt hingeben, daß diese herunterschicken wollen diese Kräfte in unser Erdendasein. Denn diese Kräfte sind unverloren, sind unzerstörbar; nur sollen sie fortwirken in geistiger Weise, wie sie fortgewirkt hätten in physischer Weise, wenn die Betreffenden nicht durch die Pforte des Todes auf dem Kampfplatze gegangen wären. Aber heruntersenden werden sie ihre Kräfte auf die Erde in unsere Zeit weiter, damit wir etwas anzufangen wissen mit diesen Kräften. Herunterfließen werden müssen diese Kräfte in eine Menschheit, die in der Friedenszeit, die auf den Krieg folgen wird, diese Kräfte so anwenden wird, daß sich auf der Erde immer mehr und mehr das spirituelle Leben ausbreiten wird. Wie sich aus jeder Nacht das Licht des Tages entwickelt, so muß sich aus unserer uns oft wie eine Nacht erscheinenden Gegenwart eine lichtvolle Zukunft entwickeln; aber diese lichtvolle Zukunft wird durchdrungen sein müssen von dem, was das seit dem Jahre 1879 angebrochene michaelische Zeitalter der Menschheit zu bringen hat. Wenn es Seelen geben wird, die einen so innigen Bund mit der geistigen Welt zu schließen vermögen, wie es heute angedeutet ist, dann dürfen wir hoffen, daß mit Rücksicht auf die heutigen Zeitereignisse dasjenige sich erfüllt, was in dem siebenzeiligen Spruche zum Ausdruck gebracht ist; hoffen dürfen wir, daß das alles sich erfüllen wird, wenn seine ersten fünf Zeilen mit den beiden letzten in der Realität wirklich zusammenhängen:
[ 27 ] So today I tried to make it clear that our age has a different task when it seeks the divine-spiritual forces that are to work for the salvation of humanity on Earth than did the human souls who lived in the age of Joan of Arc. Back then, the task was much more a matter of suppressing everything intellectual and rational. Today, however, the task is to cultivate everything intellectual and rational up to the level of clairvoyance, for it can be cultivated to that level. If there are to be such people who will thus nurture the human soul, then what is meant to develop will emerge from the twilight period we are now going through. What develops outwardly on the physical plane can only be the garment for what is to emerge spiritually for humanity on Earth from the present time. And it is true that those who now devote their powers in their youth wish to send these powers down into our earthly existence. For these powers are not lost, they are indestructible; they are simply to continue to work in a spiritual way, just as they would have continued to work in a physical way had those concerned not passed through the gate of death on the battlefield. But they will continue to send their forces down to Earth in our time, so that we may know how to make use of these forces. These forces must flow down into a humanity that, in the time of peace that will follow the war, will apply these forces in such a way that spiritual life will spread more and more on Earth. Just as the light of day emerges from every night, so must a luminous future emerge from our present, which often appears to us like a night; but this luminous future will have to be permeated by what the Michaelic Age, which began in 1879, has to bring to humanity. If there are souls capable of forming such a deep bond with the spiritual world as is indicated today, then we may hope that, in light of current events, what is expressed in the seven-line verse will be fulfilled; we may hope that all this will be fulfilled if its first five lines are truly connected in reality with the last two:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of battle,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls with spiritual awareness
Toward the realm of the spirit.
