Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
22 February 1915, Berlin
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Human Destinies and the Destinies of Nations, tr. SOL
Siebenter Vortrag
Seventh Lecture
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
[ 1 ] My dear friends, we first remember those who stand out in the vast fields of current events:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings bring
The pleading love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine with help
Upon the souls it lovingly seeks.
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 2 ] And for those who have already passed through the gates of death as a result of these events:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings carry
The pleading love of our souls
To the beings of the spheres entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks.
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 3 ] May the Spirit we seek through our striving for spiritual knowledge—the Spirit who brought healing to the Earth and freedom and progress to humanity through the Mystery of Golgotha—be with you and your heavy responsibilities!
[ 4 ] Am heutigen Abend möchte ich einiges von den Erkenntnissen über den Zusammenhang unserer physischen Welt mit der geistigen Welt zur Betrachtung bringen, indem ich anknüpfe an etwas intimere Ereignisse innerhalb unserer eigenen Bewegung. Innerhalb dieses intimen, geschlossenen Kreises ist ja solches möglich. Und vor allen Dingen weiß ich, daß ich die Mitteilungen verantworten kann vor denjenigen, welche während ihres physischen Lebens unsere Mitglieder geworden sind, die sie auch während ihres weiteren Lebens bleiben werden, und auf welche sich einige der Tatsachen beziehen sollen, von denen ich heute zu sprechen gedenke.
[ 4 ] This evening, I would like to share some insights into the connection between our physical world and the spiritual world by drawing on some more intimate events within our own movement. Within this intimate, closed circle, such a thing is indeed possible. And above all, I know that I can answer for these communications before those who became our members during their physical lives, who will remain so throughout their further lives, and to whom some of the facts I intend to speak of today pertain.
[ 5 ] Es war gerade in den letzten Wochen, meine lieben Freunde, wo Karma das gebracht hat, daß ich, weil ich an dem betreffenden Orte, wo die Einäscherung lieber Freunde stattfand, gerade verweilen konnte, bei dieser Einäscherung zu sprechen hatte. Und es hing dies Ganze wohl auch zusammen mit einer anderen Tatsache, mit der Tatsache, daß es mir gerade nahelag, in Anknüpfung an diese Persönlichkeiten gewisse bemerkenswerte Eindrücke aus ihrem Sein in der geistigen Welt zu erhalten, nachdem sie kurz vorher, eben tagelang vorher nur, durch die Pforte des Todes gegangen waren.
[ 5 ] It was just in the past few weeks, my dear friends, that karma led to my having the opportunity to speak at the cremation of dear friends, since I happened to be staying at the very place where it took place. And this whole situation was likely also connected to another fact—the fact that, in connection with these individuals, I was particularly able to receive certain remarkable impressions of their existence in the spiritual world, after they had passed through the gate of death only a short time before, indeed only days earlier.
[ 6 ] Ich habe es ja öfter erwähnt: ob man von dieser oder jener Tatsache der geistigen Welt Eindrücke bekommt, das hängt von mancherlei Umständen ab. Es hängt vor allen Dingen davon ab, wie stark es möglich ist, einen wirklich inneren Zusammenhang, einen starken inneren Zusammenhang mit den betreffenden Seelen auszugestalten. Das kann sich so herausstellen, daß manchmal man in dem Glauben lebt, mit dieser oder jener Seele müsse man einen ganz besonderen Zusammenhang haben. Und dennoch ist dann das weniger der Fall. Bei manchen Seelen lernt man erst durch dasjenige, was man dann erfährt, kennen, daß eben ein solcher Zusammenhang leichter herzustellen war.
[ 6 ] As I have often mentioned: whether one receives impressions of this or that aspect of the spiritual world depends on various circumstances. Above all, it depends on how strongly one is able to establish a truly inner connection—a strong inner connection—with the souls in question. This can turn out in such a way that sometimes one lives in the belief that one must have a very special connection with this or that soul. And yet, that is often not the case. With some souls, one only comes to realize through what one subsequently experiences that such a connection was actually easier to establish.
[ 7 ] Nun stellte sich gerade in den drei Fällen, von denen ich zuerst sprechen möchte, meine lieben Freunde, das intensivste Bedürfnis ein, Eindrücke zu empfangen unmittelbar nach dem Tode, welche mit dem ganzen Wesen dieser Seelen zusammenhingen. Ich möchte sagen, das ergab sich eben in diesen Fällen wie von selbst. Nicht wahr, man kann ja, wenn man bei einer Grabesfeier zu sprechen hat, selbstverständlich in Anknüpfung an das Mannigfaltigste sprechen, aber in diesen drei Fällen ergab sich wie eine innere Notwendigkeit, wirklich intensiv anzuknüpfen an das Wesen der betreffenden Seelen, gleichsam bei der Einäscherungsfeier dieses Wesen der betreffenden Seelen in Worte zu kleiden. Das war aber nicht so, als ob ich mir vorgenommen hätte, gerade bei diesen Todesfeiern das Wesen dieser betreffenden Seelen zu charakterisieren, sondern es ergab sich wie eine erleuchtende Notwendigkeit, daß es so sein müsse, Ich will damit gar nicht sagen, daß es in anderen Fällen ebenso sein müsse. Diese erleuchtende Notwendigkeit, die ergab sich deshalb bei einer der Seelen, weil mir — das sage ich also nicht als Gesetz, sondern als Erfahrung, als Erlebnis —, weil mir eben nach dem Tode von der geistigen Welt her die Impulse kamen, dieses Wesen der Seele zu charakterisieren. Ich brauchte keine Worte zu machen; die Worte ergaben sich, die Worte kamen. Und wir werden nachher sehen, meine lieben Freunde, warum das gerade so war, aus einigen Andeutungen, die schon gemacht werden können über das weitere Leben der betreffenden Seele nach dem Tode.
[ 7 ] Now, my dear friends, it was precisely in the three cases I would like to discuss first that I felt the most intense need to receive impressions immediately after death that were connected to the very essence of these souls. I would say that in these cases, it simply happened of its own accord. Isn’t it true that when one is to speak at a funeral service, one can of course address a wide variety of topics, but in these three cases there arose a kind of inner necessity to connect truly deeply with the essence of the souls in question, as it were, to put this essence of the souls in question into words during the cremation ceremony. But it was not as though I had set out to characterize the essence of these particular souls specifically at these funeral services; rather, it arose as an illuminating necessity that it must be so. I do not mean to say that it must be the same in other cases. This illuminating necessity arose in the case of one of the souls because—and I say this not as a law, but as an experience, as a lived reality—because, immediately after death, I received impulses from the spiritual world to characterize this essence of the soul. I did not need to form words; the words arose, the words came. And we shall see later, my dear friends, why this was so, from a few hints that can already be given regarding the further life of the soul in question after death.
[ 8 ] Zunächst muß ich, damit das Ganze verstanden werden kann, einiges eben bemerken über die besondere Natur solcher Erlebnisse. Wenn man hier in der physischen Welt Eindrücke haben will, dann stellt man sich den Dingen gegenüber. Man macht sich Gedanken, }je nachdem man die Dinge sieht, hört oder betastet; man weiß, man ist es selbst, der sich diese Gedanken macht. Wenn man mit einer Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist, zu tun hat, dann merkt man sogleich, daß alles, was man selbst macht vielleicht an Gedanken, an Worten, eigentlich einen entfernt von dem betreffenden Wesen; daß da notwendig ist, sich ganz dem hinzugeben, was sich in einem macht. Und wenn man die Eindrücke in Worte prägen will, so muf man in der Tat in sich selbst die Möglichkeit haben, daß sich diese Worte in einem bilden, daß man nichts dazu tun kann, damit sich diese Worte so gerade bilden. Man muß innerlich hinhören können auf die Worte. Und indem man innerlich hinhört, hat man zugleich die Gewißheit: diese Worte sind nicht von einem selbst ausgesprochen, sondern von der Wesenheit, die durch die Pforte des Todes gegangen ist.
[ 8 ] First of all, in order for the whole matter to be understood, I must say a few words about the special nature of such experiences. If one wishes to form impressions here in the physical world, one confronts things. One thinks about them, depending on whether one sees, hears, or touches them; one knows that it is oneself who is forming these thoughts. When one is dealing with a soul that has passed through the gate of death, one immediately realizes that everything one does oneself—perhaps in thoughts or words—actually distances one from the being in question; that it is necessary to surrender oneself entirely to what is taking shape within. And if one wishes to put these impressions into words, one must indeed have within oneself the capacity for these words to form within one, so that one can do nothing to make these words form in just this way. One must be able to listen inwardly to the words. And by listening inwardly, one simultaneously has the certainty: these words are not spoken by oneself, but by the being who has passed through the gate of death.
[ 9 ] So war es, als in den letzten Wochen ein an Jahren älteres Mitglied von uns von dem physischen Plan hier gegangen ist. Ein älteres Mitglied, das sich durch eine längere, größere Anzahl von Jahren wirklich tief herzlich in unsere Bewegung eingelebt hat, für ihr Gefühl, für ihr Gemütserlebnis in sich belebt hatte dasjenige, was an Ideen, an Vorstellungen unsere Geisteswissenschaft geben kann. Mit ungeheurer Hingebung hatte sich die betreffende Persönlichkeit identifiziert in ihrer Seele mit alldem, was durch unsere Geisteswissenschaft wellt und wallt. Nun kam es darauf an, gewissermaßen sich diesem Eindrucke zu überlassen, der von dieser Seele ausging. Und merkwürdigerweise war es so, das konnte konstatiert werden, dafS sogar wenige Stunden, nachdem der physische Tod eingetreten war, nicht bloß gewisse Worteindrücke, sondern schon in hörbare, wirkliche Worte sich prägende Eindrücke wie eine Charakteristik der betreffenden Seele sich ergaben. Zu diesen Worten konnte nichts anderes getan werden als nur, daß möglichst der Versuch gemacht werde, rein aufzufassen dasjenige, was durch das eigene Innere die betreffende Seele sprach, denn man muß es durchaus ein solches Sprechen nennen. Und da waren es dann eben die Worte, die ich dann auch bei der Einäscherung sprach. Es waren die Worte, die, wie gesagt, nicht meine Worte waren, sondern die die Worte waren — und ich bitte genau die Worte zu erwägen, die ich nun gebrauche —, die von der betreffenden, durch den Tod gegangenen Seele herkamen:
[ 9 ] This was the case when, in recent weeks, one of our older members passed away from the physical plane. An older member who, over a long period of many years, had truly and deeply integrated herself into our movement, bringing to life within herself—through her feelings and emotional experiences—the ideas and mental images that our Spiritual Science can offer. With immense devotion, this individual had identified in her soul with all that surges and flows through our Spiritual Science. Now it was a matter, so to speak, of surrendering to this impression emanating from this soul. And curiously enough, it was the case—as could be observed—that even a few hours after physical death had occurred, not merely certain word-impressions, but impressions already taking shape as audible, real words emerged as a characteristic of the soul in question. Nothing else could be done with these words except to attempt, as far as possible, to perceive purely what the soul in question was speaking through one’s own inner being, for one must certainly call it such speech. And so these were the very words that I then spoke at the cremation. They were the words which, as I said, were not my words, but were the words—and I ask you to consider precisely the words I am now using—that came from the soul in question, who had passed through death:
In Weltenweiten will ich tragen
Mein fühlend Herz, daß warm es werde
Im Feuer heil’gen Kräftewirkens;In Weltgedanken will ich weben
Das eigne Denken, daß klar es werde
Im Licht des ew’gen Werdelebens;In Seelengründe will ich tauchen
Ergebnes Sinnen, daß stark es werde
Für Menschenwirkens wahre Ziele;In Gottes Ruhe streb’ ich so
Mit Lebenskämpfen und mit Sorgen
Mein Selbst zum höhern Selbst bereitend.>Nach arbeitsfreud’gem Frieden trachtend,
Erahnend Weltensein im Eigensein
Möcht’ ich die Menschenpflicht erfüllen;Erwartend leben darf ich dann
Entgegen meinem Seelensterne,
Der mir im Geistgebiet den Ort erteilt.
Across the vastness of the world I will carry
My feeling heart, that it may grow warm
In the fire of the sacred working of power;In the thoughts of the world I will weave
My own thoughts, that they may grow clear
In the light of eternal life;Into the depths of the soul I will dive
With purposeful thought, that it may grow strong
For the true goals of human endeavor;In God’s peace I thus strive
Through life’s struggles and with worries
Preparing my self for the higher Self.>Seeking peace in the joy of work,
Perceiving the existence of the world in my own being
I wish to fulfill my duty to humanity;Then I may live in expectation
Toward the star of my soul,
Which grants me a place in the realm of the spirit.
[ 10 ] Und dann, als ich die Worte noch einmal sprach am Ende der Leichenrede, dann mußte ich sie, ohne daß ich das vorher gewußt hatte, am Schlusse umändern und so sprechen:
[ 10 ] And then, when I spoke those words again at the end of the eulogy, I found myself—without having planned it—changing them at the very end and saying:
Erwartend leben darf ich dann
Entgegen meinem Schicksalssterne,
Der mir im Geistgebiet den Ort erteilt.
Then I may live in anticipation
Contrary to the stars of my destiny,
Which have assigned me a place in the realm of the spirit.
[ 11 ] Nun war es klar, was das war. Es war der Versuch bei der betreffenden Persönlichkeit, dasjenige, was sie aufgenommen hatte durch Jahre in den geisteswissenschaftlichen Gedanken, Ideen, Gefühlen und Empfindungen in das eigene Wesen, das nun durch den Tod gegangen war, so einzuprägen, daß die Ideen, die Empfindungen Kräfte wurden, die diese Persönlichkeit, dieses Wesen nach dem Tode gestalteten und prägten. Also diese Persönlichkeit hatte die Ideen und Vorstellungen der Geisteswissenschaft verwendet, um das eigene Wesen gleichsam zu zeichnen, zu prägen; aber so zu prägen, wie dieses Wesen dann wirklich seelisch weitergeht in der geistigen Welt.
[ 11 ] Now it was clear what it was. It was an attempt on the part of the individual in question to imprint upon her own being—which had now passed through death—what she had absorbed over the years through thoughts, ideas, feelings, and sensations related to Spiritual Science, in such a way that the ideas and feelings became forces that shaped and molded this individual, this being, after death. So this individual had used the ideas and mental images of Spiritual Science to, as it were, sketch out and shape their own being; but to shape it in such a way that this being would then truly continue on in the spiritual world in a soulful manner.
[ 12 ] Kurz darauf verloren wir für den physischen Plan eine andere Freundin unserer Bewegung, ein anderes Mitglied. Und bei diesem Mitglied war wiederum die intensive Notwendigkeit da, das Wesen zu charakterisieren. Aber es konnte nicht so geschehen, wie es in dem eben erwähnten Falle geschehen war. In dem eben erwähnten Falle war wirklich in den Worten, wie sie geprägt waren, das ganz so, daß man sagen konnte: Eine Seele, die da durch die Pforte des Todes gegangen ist, sprach sich aus, als was sie sich fühlte und was sie werden wollte; sie sprach sich selbst aus. In diesem zweiten Falle, da war es so, daß man sich mit der eigenen Seele wie gegenüberzustellen hatte und zu betrachten hatte geistig das Wesen der betreffenden Seele. Dann sprach sich diese Seele auch aus, aber sie sprach sich in solchen Worten aus, die eben doch aus der betrachtenden Seele heraus das Material zur Selbstcharakteristik nahmen. So daß dasjenige, was da die Seele tat, die durch die Pforte des Todes gegangen war, nur eine Anregung war, um dasjenige, was man ihrem Wesen gegenüber jetzt, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen war, fühlen mußte, auszusprechen. Und da entstanden dann die folgenden Worte, die nachgesandt werden mußten bei der Einäscherungsfeier:
[ 12 ] Shortly thereafter, we lost another friend of our movement, another member, to the physical plane. And in the case of this member, too, there was an urgent need to characterize the being. But it could not happen as it had in the case just mentioned. In the case just mentioned, the words, as they were expressed, were such that one could say: A soul that had passed through the gate of death expressed itself as what it felt itself to be and what it wanted to become; it expressed itself. In this second case, it was as if one had to confront one’s own soul and contemplate, spiritually, the nature of the soul in question. Then this soul also expressed itself, but it did so in words that drew their material for self-characterization from the observing soul itself. So that what the soul that had passed through the gate of death did was merely an inspiration to articulate what one now felt regarding its essence, after it had passed through the gate of death. And so the following words arose, which had to be sent on at the cremation ceremony:
Du tratest unter uns,
Deines Wesens bewegte Sanftmut
Sprach aus deiner Augen stiller Kraft
Ruhe, die seelenvoll belebt,
Floß in den Wellen,
Mit denen deine Blicke
Zu Dingen und zu Menschen
Deines Innern Weben trugen.
Und es durchseelte dieses Wesen
Deine Stimme, die beredt
Durch des Wortes Art mehr
Als in dem Worte selbst
Offenbarte, was verborgen
In deiner schönen Seele weset,
Doch das hingebender Liebe
Teilnahmvoller Menschen
Sich wortlos auch enthüllte:
Dies Wesen, das von edler, stiller Schönheit,
Der Welten-Seelen-Schöpfung
Empfänglichem Empfinden kündete.
You walked among us,
The gentle grace of your being
Spoke of the quiet power in your eyes
A peace that enlivens the soul,
Flowed in the waves,
With which your gaze
To things and to people
Carried the weaving of your inner self.
And it permeated this being
Your voice, which eloquently
Through the nature of the word more
Than in the word itself
Revealed what lay hidden
In your beautiful soul,
Yet which also revealed itself wordlessly To devoted lovers
And sympathetic souls
This being, of noble, quiet beauty,
Proclaimed a sensibility Receptive to the creation Of the world’s soul.
[ 13 ] Als nun diese Worte am Beginn und am Ende der Leichenrede gesprochen waren, begann die Einäscherung. Und es war nun möglich zu beobachten, meine lieben Freunde, daß dieser Moment also wohlgemerkt, nicht der Moment, während dem gesprochen worden ist, sondern der Moment, wo die Wärme des Ofens den Körper ergriff —, daß dieser Moment derjenige war, wo — ich werde darüber genauer nachher sprechen — eine Art ersten bewußten Augenblickes nach dem Tode eintrat. Ich sage «bewußten Augenblikkes» und meine das so: gleich nach dem Tode ist ja eine Rückschau vorhanden auf dasjenige, was im ätherischen Leibe als ein Lebenstableau erscheint. Das geht aber nach einigen Tagen hinweg. Nun war gerade damals die Notwendigkeit gegeben, daß die Zeit ziemlich lang dauerte zwischen dem Tod und der Einäscherung. Mittwoch abends um sechs Uhr trat der Tod ein; am nächsten Montag um elf Uhr fand die Einäscherung statt. Da war also bereits eingetreten das Hinweggehen dieses Bildes, dieses Lebenstableaus. Also der erste Moment von einiger Bewußtheit nach dem Lebenstableau trat dann ein, als die Hitze des Feuerofens den Leib ergriff. Und da zeigte sich denn klar, daß die Art des Anschauens, die Art der ganzen Weltbetrachtung für ein solches geistgewordenes Wesen eine andere ist, als sie ist für die Menschenseele, solange sie im physischen Leibe ist. Im physischen Leibe sehen wir die Dinge des Raumes so, daß sie stehenbleiben, wenn wir uns von ihnen entfernen. Wenn hier ein Stuhl steht und ich sehe ihn, und ich gehe dann ein Stückchen weiter weg und ich schaue mich um, dann ist der Stuhl noch da. Ich schaue auf ihn zurück. Wenn ich weitergehe, so ist der Stuhl immer noch da, er bleibt stehen. Während wir im physischen Leibe leben, ist das für die Ereignisse, die sich in der Zeit abspielen, nicht so. Die Ereignisse, die wir in der Zeit haben an uns vorüberziehen lassen, die bleiben nicht stehen. Ein Ereignis, das an uns vorübergezogen ist, das ist vergangen, und wenn wir zurückblicken, so können wir nur in der Erinnerung zurückblicken. Nur unsere Vergangenheit verbindet uns mit dem Ereignis. So ist es nicht für ein Geistwesen. Das sieht die Ereignisse als stehengeblieben, so wie wir hier die Dinge im Raume als stehengeblieben sehen. Und so war der erste Eindruck, den die Seele hatte, von der ich sprach, der von der Leichenfeier mit alledem, was da getan und gesprochen worden ist. Diese Leichenfeier war ja eben schon fünf bis zehn Minuten vorüber, aber für die Tote war sie noch da, stand sie da, wie sonst für den physischen Menschen nur die Dinge im Raum dastehen. Und der erste Eindruck war das Zurückblicken auf dasjenige, was da gesprochen worden war; also vor allen Dingen auf die Worte, die ihr jetzt ertönten, auf die Worte, die ich eben vorgelesen habe. Es ist da wirklich so, wie Wagner aus einer tiefen Intuition gesagt hat: «Die Zeit wird zum Raum.» Es ist dasjenige, was vergangen ist, nicht vergangen für das geistige Erleben, sondern es steht da, wie für die physischen Menschen die Dinge im Raum dastehen. Das war also der erste Eindruck nach dem Tode, diese Leichenfeier und was dabei gesprochen worden ist. In diesem Falle war das nun so, daß man dieses Zurückblicken und dieses gleichsam Anschauen dessen, was bei der Leichenfeier geschehen war, nicht nennen kann ein endgültiges Aufleuchten des Bewußstseins, denn nachher trat wiederum der Dämmerzustand ein, von dem ich sprechen werde, und erst nach einiger Zeit trat wiederum ein solches Aufleuchten des Bewußtseins ein. Wiederum, langsam und allmählich, tritt das Aufleuchten des Bewußtseins ein. Das dauert Monate, bis es so völlig da ist, daß wir davon sprechen können, daß der Tote die geistige Welt voll um sich hat. Aber später, eben durch ein späteres Aufleuchten des Bewußtseins, zeigte sich gerade bei dieser Persönlichkeit ein intensives Bedürfnis, immer wiederum zu diesem Momente, gerade zu diesem Momente hinzuschauen, diesen Moment klar ins Auge zu fassen. Dieses steht in vollem Einklange, wie ich gleich auseinandersetzen werde, mit dem, was man wissen kann über das ganze Verhalten des Menschen nach dem Tode.
[ 13 ] Once these words had been spoken at the beginning and end of the eulogy, the cremation began. And it was now possible to observe, my dear friends, that this moment—mind you, not the moment during which the words were spoken, but the moment when the heat of the furnace took hold of the body—that this moment was the one in which—I will speak more precisely about this later—a kind of first conscious moment after death occurred. I say “moment of consciousness” and mean this: immediately after death, there is indeed a looking back at what appears in the etheric body as a tableau of life. But this passes after a few days. Now, at that very time, it was necessary for a fairly long period to elapse between death and the cremation. Death occurred on Wednesday evening at six o’clock; the cremation took place the following Monday at eleven o’clock. So the fading away of this image, this tableau of life, had already begun. So the first moment of some consciousness following the tableau of life occurred when the heat of the furnace took hold of the body. And then it became clear that the way of seeing, the way of viewing the whole world, is different for such a being who has become spirit than it is for the human soul as long as it is in the physical body. In the physical body, we perceive the things of space in such a way that they remain stationary when we move away from them. If there is a chair here and I see it, and I then walk a little further away and look back, the chair is still there. I look back at it. If I walk on, the chair is still there; it remains stationary. While we live in the physical body, this is not the case for events that unfold in time. The events we have allowed to pass us by in time do not remain stationary. An event that has passed us by is gone, and when we look back, we can only look back in memory. Only our past connects us to the event. It is not so for a spiritual being. It sees events as having come to a standstill, just as we here see things in space as having come to a standstill. And so the first impression the soul had, of which I spoke, was that of the funeral service with everything that was done and said there. This funeral service had, of course, already been over for five to ten minutes, but for the deceased it was still there, standing there, just as for the physical human being only the things in space stand there. And the first impression was looking back on what had been spoken there; that is, above all on the words that now resounded to her, on the words I have just read aloud. It is truly the case, as Wagner said out of deep intuition: “Time becomes space.” It is that which has passed, not past for spiritual experience, but it stands there, just as things stand in space for physical human beings. So that was the first impression after death: this funeral service and what was spoken there. In this case, it was such that this looking back and, as it were, observing what had happened at the funeral service cannot be called a definitive awakening of consciousness, for afterward the twilight state set in again, of which I shall speak, and only after some time did such an awakening of consciousness occur again. Once again, slowly and gradually, the flash of consciousness occurs. It takes months until it is so fully present that we can speak of the deceased being fully surrounded by the spiritual world. But later, precisely through a subsequent flash of consciousness, an intense need manifested itself in this particular personality to keep returning to this moment, to look directly at this very moment, to take this moment clearly in hand. This is in full harmony, as I will explain shortly, with what can be known about the entire behavior of the human being after death.
[ 14 ] Ein dritter Fall ist ja derjenige, welcher insbesondere unsere lieben Berliner Mitglieder auch intensiv berühren wird, es ist der Fall unseres kürzlich verstorbenen Freundes und Mitgliedes Fritz Mitscher. Fritz Mitscher ging ja durch die Pforte des Todes kurz vor seinem dreißigsten Jahr, vor der Vollendung seines dreißigsten Lebensjahres. Er wäre dreißig Jahre alt geworden am 26. Februar, der jetzt kommt.
[ 14 ] A third case is one that will particularly touch our dear Berlin members deeply; it is the case of our recently deceased friend and member, Fritz Mitscher. Fritz Mitscher passed through the gates of death shortly before his thirtieth birthday, before reaching the age of thirty. He would have turned thirty on February 26, which is coming up soon.
[ 15 ] Bei Fritz Mitscher traten ja mit der Hinlenkung der Gedanken auf sein Wesen nach dem Tode vor allen Dingen die Anregungen in die eigene Seele, die betrachtende Seele hinein, die ausgingen von seiner so intensiven Hingabe an unsere geistige Bewegung. Er war ja in dieser Beziehung geradezu eine musterhafte Persönlichkeit. Eine musterhafte Persönlichkeit in der Weise, daß er, der ja eine zur Ausbildung von Gelehrsamkeit neigende Natur war, wirklich aus einer inneren Notwendigkeit, einem tieferen inneren Bedürfnis heraus, die Anlage immer mehr und mehr entfaltete, seine ganze Gelehrsamkeit, die er sich aneignen mochte, in den Dienst der geisteswissenschaftlichen Bewegung zu stellen. Er war damit gerade eine von denjenigen Persönlichkeiten, welche so notwendig sind im Gang unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung. Dessen bedarf die Gegenwart, daß die äußere Wissenschaft, das äußere wissenschaftliche Streben durch die Seele so verwendet werde, daß dieses äußere wissenschaftliche Streben gleichsam einläuft in die aus der geistigen Welt heraus gewonnenen Erkenntnisse, zu denen wir uns hinneigen wollen. Und das beseelte die jugendliche Seele Fritz Mitschers. So daß das Gefühl vorhanden sein mußte, schon indem man ihn hier im Leben betrachtete: Er ist auf einer sehr, sehr rechten Bahn gegenüber unserer Bewegung.
[ 15 ] For Fritz Mitscher, as his thoughts turned to his own being after death, what emerged above all were the impulses within his own soul—his contemplative soul—that sprang from his such intense devotion to our spiritual movement. In this regard, he was truly an exemplary figure. An exemplary personality in the sense that he, who was by nature inclined toward the pursuit of scholarship, truly developed this aptitude more and more out of an inner necessity, a deeper inner need, to place all the scholarship he had acquired in the service of the Spiritual Science movement. He was thus precisely one of those personalities who are so necessary in the development of our worldview of Spiritual Science. What the present needs is for external science, for external scientific endeavor, to be utilized by the soul in such a way that this external scientific endeavor, as it were, flows into the insights gained from the spiritual world, toward which we wish to incline ourselves. And this inspired the youthful soul of Fritz Mitscher. So that one could not help but feel, even just by observing him here in life: He is on a very, very right path in relation to our movement.
[ 16 ] Nun werden sich die Freunde erinnern an etwas, was ich bei Gelegenheit eines anderen Todes vor Jahren gesagt habe: Gerade bei solchen Persönlichkeiten, die gewissermaßen dasjenige, was in der Gegenwart physische Wissenschaft geben kann, in sich aufgenommen haben, stellt sich heraus, wenn sie frühzeitig durch die Pforte des Todes gehen, daß sie bedeutsame Mitarbeiter werden nach dem Tode an unserer geistigen Bewegung, die ja nicht angewiesen ist bloß auf diejenigen Seelen, die hier im Leibe weilen. Hätten wir nicht die Kräfte der Seelen, die mit Erdenwissen durch die Pforte des Todes gegangen sind und dort verbleiben in Verbindung mit dem Willen, der durch unsere Bewegung strömen soll, so könnten wir ja gewiß in unserer jetzigen materalistischen Zeit die Hoffnung nicht hegen, die wir hegen müssen in so starkem Maße, wie sie eben berechtigt ist, daß wir vorwärtskommen.
[ 16 ] Now my friends will recall something I said on the occasion of another death years ago: It is precisely in the case of such personalities, who have, so to speak, absorbed within themselves what physical science can offer in the present, that it turns out, when they pass through the gate of death prematurely, that they become significant collaborators after death in our spiritual movement, which is, after all, not dependent solely on those souls who dwell here in the body. Were it not for the powers of the souls who have passed through the gate of death with earthly knowledge and remain there in connection with the will that is to flow through our movement, we certainly could not, in our present materialistic age, cherish the hope that we must cherish to the extent that it is justified, namely that we are making progress.
[ 17 ] So ging denn von Fritz Mitschers Seele aus etwas, was sich zusammenfassen läßt in Worte, die ich nicht anders als eben so zum Ausdruck bringen konnte, wie ich sie Ihnen jetzt vorlesen will, und die auch bei der Einäscherung gesprochen worden sind:
[ 17 ] And so something emanated from Fritz Mitschers’ soul that can be summed up in words I could not express any other way than exactly as I am about to read them to you now, and which were also spoken at the cremation:
Eine Hoffnung, uns beglückend,
So betratest du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten
Durch die Kraft des Seelenseins
Sich dem Forschen zeigen möchten.Lautrer Wahrheitsliebe Wesen
War dein Sehnen urverwandt;
Aus dem Geisteslicht zu schaffen,
War das ernste Lebensziel,
Dem du rastlos nachgestrebt.Deine schönen Gaben pflegtest du
Um der Geist-Erkenntnis hellen Weg,
Unbeirrt vom Welten-Widerspruch,
Als der Wahrheit treuer Diener
Sichern Schrittes hinzuwandeln.Deine Geistorgane übtest du,
Daß sie tapfer und beharrlich
An des Weges beide Ränder
Dir den Irrtum drängten,
Und dir Raum für Wahrheit schufen.Dir dein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Dir im Innern machtvoll strahle,
War dir Lebenssorg’ und -freude.Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten deine Seele kaum,
Weil Erkenntnis dir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.Eine Hoffnung, uns beglückend,
So betratest du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten,
Durch die Kraft des Seelenseins,
Sich dem Forschen zeigen möchten.Ein Verlust, der tief uns schmerzt,
So entschwindest du dem Feld,
Wo des Geistes Erdenkeime
In dem Schoß des Seelenseins,
Deinem Sphärensinne reiften.Fühle, wie wir liebend blicken
In die Höhen, die dich jetzt
Hin zu andrem Schaffen rufen,
Reiche den verlassnen Freunden
Deine Kraft aus Geistgebieten.Höre unsrer Seelen Bitte,
Im Vertrau’n dir nachgesandt:
Wir bedürfen zu dem Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.Eine Hoffnung, uns beglückend,
Ein Verlust, der tief uns schmerzt:
Laß uns hoffen, daß du ferne-nah,
Unverloren unsrem Leben leuchtest,
Als ein Seelenstern im Geistbereich.
A hope that brought us joy,
Thus you entered the field,
Where the spirit-blossoms of the earth
Through the power of the soul’s being
Wish to reveal themselves to the seeker.Your yearning was deeply connected
To the purest love of truth;
To create from the light of the spirit,
Was the solemn goal of life,
Which you pursued tirelessly.You cultivated your beautiful gifts
For the bright path of spiritual knowledge,
Unperturbed by the world’s contradictions,
As a faithful servant of truth
You walked with sure steps.You exercised your spiritual faculties,
So that, brave and steadfast,
On both sides of the path
They pushed error away from you,
And created space for truth.To shape your self into a revelation
To shape your self into pure light,
That the soul’s solar power
Might shine powerfully within you,
Was your life’s care and joy.Other cares, other joys,
They scarcely touched your soul,
Because knowledge appeared to you as light,
That gives meaning to existence,
Appeared as the true value of life.A hope that brought us joy,
Thus you entered the field,
Where the spirit’s blossoms of the earth,
Through the power of soul-being,
Wish to reveal themselves to inquiry.A loss that pains us deeply,
Thus you vanish from the field,
Where the spirit’s earthly seeds
In the bosom of the soul,
Matured in your sphere of perception.Feel how we gaze lovingly
Toward the heights that now
Call us onward to other work,
Extend to the friends you’ve left behind
Your strength from the realms of the spirit.Hear our souls’ plea,
Sent after you in trust:
For the work on Earth, we need
Strong power from the lands of the spirit,
For which we thank our departed friends.A hope that brings us joy,
A loss that pains us deeply:
Let us hope that you, far yet near,
Shine upon our lives, never lost,
As a soul-star in the spiritual realm.
[ 18 ] Auch solche Worte, meine lieben Freunde, sind ja so geprägt, daß sie betrachtet werden müssen als hervorgegangen aus der Identifizierung mit der durch den Tod gegangenen Seele. Sie ergeben sich als eine Notwendigkeit, wenn sie auch nicht von der Seele selber gesprochen sind, wenn auch von der Seele selber nur die Anregung ausgeht, sie ergeben sich als eine Notwendigkeit durch die Kräfte, die von der Seele ausgegangen sind, gerade so, bis ins einzelne hinein gerade so gesprochen zu werden, wie sie gesprochen worden sind. Ich hatte wirklich nichts, nichts anderes bei diesen Worten im Sinne als die Worte, so wie ich sie Ihnen jetzt gelesen habe. Daher hatte es für mich etwas im höchsten Grade Erschütterndes, als in der Nacht, die der Bestattung folgte, die Seele unseres Fritz Mitscher, noch nicht aus seiner Bewußtheit heraus, wohl aber aus seinem Wesen heraus, gewissermaßen antwortete auf dasjenige, was also bei der Bestattung gesprochen war; antwortete, indem von ihr, also jetzt von der durch den Tod gegangenen Seele, die folgenden Worte kamen:
[ 18 ] Such words, my dear friends, are, after all, so characterized that they must be regarded as arising from identification with the soul that has passed through death. They arise as a necessity, even if they are not spoken by the soul itself—even if only the impulse comes from the soul itself—they arise as a necessity through the forces that have emanated from the soul, precisely so, down to the smallest detail, to be spoken exactly as they have been spoken. I truly had nothing, nothing else in mind with these words other than the words themselves, just as I have now read them to you. Therefore, it was something deeply moving for me when, on the night following the funeral, the soul of our Fritz Mitscher—not yet out of his consciousness, but certainly out of his being—responded, as it were, to what had been spoken at the funeral; responded by uttering the following words:
Mir mein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Mir im Innern machtvoll strahle,
War mir Lebenssorg’ und -freude.Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten meine Seele kaum,
Weil Erkenntnis mir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.
To shape my self into a revelation
Of pure light,
So that the soul’s solar power
Might shine powerfully within me,
Was my life’s concern and joy.Other cares, other joys,
They scarcely touched my soul,
For knowledge appeared to me as light,
Which gives meaning to existence,
As the true value of life.
[ 19 ] Daß man diese beiden Strophen auch so sagen kann, daß jedes «dir» in «mir» und «dein» in «mein» verwandelt werden kann, das dachte ich nicht im entferntesten, als ich diese Strophen niederzuschreiben hatte. Es war mir nur lebendig:
[ 19 ] It never even occurred to me, when I was writing these two stanzas, that they could be rephrased so that every “you” could be changed to “me” and every “yours” to “mine.” It was simply vivid to me:
Dir dein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Dir im Innern machtvoll strahle,
War dir Lebenssorg’ und -freude.Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten deine Seele kaum,
Weil Erkenntnis dir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.
To shape your self into a revelation
Of pure light,
So that the soul’s solar power
Might shine powerfully within you,
Was your life’s concern and joy.Other cares, other joys,
They scarcely touched your soul,
Because knowledge appeared to you as light,
That gives meaning to existence,
As the true value of life.
[ 20 ] Und jetzt waren die Worte eben so umgesetzt, und sie konnten so umgesetzt werden, daß, ohne irgend etwas grammatikalisch zu ändern, nur das «Dir dein Selbst» in «Mir mein Selbst» und «Dir im Innern machtvoll strahle» in «Mir im Innern machtvoll strahle» und so weiter geändert werden konnte.
[ 20 ] And now the words had been rendered in such a way—and could be rendered in such a way—that, without changing anything grammatically, only “Dir dein Selbst” could be changed to “Mir mein Selbst” and “Dir im Innern machtvoll strahle” to “Mir im Innern machtvoll strahle,” and so on.
[ 21 ] Da haben Sie einen merkwürdigen Zusammenhang zwischen dem, was hier gesprochen worden ist, mit der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen war; ein Zusammenhang, der ergibt, daß eben wirklich das, was hier gesprochen worden war, aus der Seele nun nicht als ein bloßes Echo etwa zurückkam, sondern als sinngemäß umgestaltet zurückkam. Bemerken möchte ich nur, daß, als diese Worte geprägt wurden, wirklich durch meine Seele wie durch eine Notwendigkeit eine gewisse Empfindung ging, die die Grundnuance abgab für dies: Das war die Empfindung, wie wenn es mir eine Notwendigkeit wäre, gerade dieser Seele bei ihrem Gehen durch die Pforte des Todes einen gewissen Auftrag zu geben. Wir wissen ja, wie vieles in der heutigen materialistischen Zeit unserer geistigen Bewegung widerstrebt; wie wenig die Welt heute schon geeignet ist für diese geistige Bewegung. Und man kann wirklich, gerade wenn man durchschaut dasjenige, was möglich ist im Erdenleibe zu leisten, man kann wirklich sagen: Es bedarf der Unterstützung! Und diese Empfindung war es, die durch die Worte zum Ausdruck kam:
[ 21 ] Here you have a curious connection between what has been spoken here and the soul that had passed through the gate of death; a connection that shows that what had been spoken here did not return from the soul merely as an echo, but rather as something transformed in meaning. I would just like to note that, when these words were formed, a certain feeling truly passed through my soul as if by necessity, which provided the underlying nuance for this: It was the feeling as if it were a necessity for me to give this very soul a certain commission as it passed through the gate of death. We know, after all, how much in today’s materialistic age is at odds with our spiritual movement; how little the world today is suited to this spiritual movement. And one can truly say—especially when one sees through what is possible to accomplish in the earthly body—one can truly say: Support is needed! And it was this feeling that found expression in the words:
Höre unserer Seelen Bitte,
Im Vertrau’n dir nachgesandt:
Wir bedürfen hier zum Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.
Hear the plea of our souls,
Sent to you in trust:
For our earthly work here,
We need the mighty power from the realms of the spirit,
For which we thank our departed friends.
[ 22 ] Gleichsam wie diese Seele auffordernd, die Keime, die sie sich hier angeeignet hat, nun weiter zu verwenden gerade zur Förderung unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung, das erschien mir eine notwendige Empfindung eben bei dieser Seele.
[ 22 ] It seemed to me that this soul felt a sense of duty—as if urging the seeds it had taken root here to be put to further use specifically for the advancement of our Spiritual Science movement.
[ 23 ] Nun werden Sie gesehen haben, daß in diesen drei uns so naheliegenden Fällen trotz aller Verschiedenheit etwas Gleiches waltet. Das Gleiche waltet, daß vor der betrachtenden Seele, vor derjenigen Seele, die durch das Karma eben gerade zu einer Betrachtung besonders angeregt war, weil sie bei der Leichenfeier zu sprechen hatte, Gedanken angeregt wurden über das Wesen; daß gleichsam die Notwendigkeit vorlag, dieses Wesen auszusprechen.
[ 23 ] You will have seen that, despite all their differences, there is something in common in these three cases that are so familiar to us. What prevails is that thoughts about the essence were stirred in the observing soul—in the very soul that was particularly inspired to contemplate through karma, precisely because it had to speak at the funeral—and that there was, as it were, a necessity to express this essence.
[ 24 ] Bei der ersten Persönlichkeit, von der ich gesprochen habe, war es wirklich so — Sie wissen ja, in welchem Sinne ich solche Dinge sage: nur um der Erkenntnis zu dienen, nicht um in irgendeiner Weise eine Renommisterei zu treiben —, daß ich die Persönlichkeit eben auch kennengelernt habe auf dem physischen Plan, nachdem sie in die Gesellschaft eingetreten war. Man erlebt ja einiges mit, was sich abspielt, während die Persönlichkeiten hier in unserer Gesellschaft sind; aber unsere Freunde werden wissen, daß es nicht meine Art ist, mich irgendwie über die Lebensverhältnisse oder dergleichen besonders zu erkundigen oder das oder jenes zu fragen, was die betreffenden Persönlichkeiten im physischen Leben hier gelebt haben und so weiter. Nicht eine persönliche, aber, ich möchte sagen, eine Erkenntnisbefriedigung war es mir, als ich nun die eine Persönlichkeit in einer kleinen Leichenrede weiterhin auch charakterisierte, wie sie ihrer Seele nach war, wie sie das Leben hier auf Erden durchlebt hatte. Ich hatte nichts dabei vor mir als die Seele nach dem Tode. Nicht nur, daß sie diese Worte aussprach, die ich zuerst gelesen habe, sondern die Seele hatte ich vor mir, wie sie nun war nach dem Tode, wie die Eigentümlichkeit war nach dem Tode. Ich hatte nichts anderes vor mir. Ich kannte eigentlich kaum irgend etwas, was mit ihr geschehen war, bevor sie in unsere Gesellschaft eingetreten war, und auch nicht besonders viel von dem Leben, was nicht in Versammlungen und so weiter verlaufen war oder den Gelegenheiten, wie man sonst ab und zu unsere Mitglieder trifft. Ich kannte nichts weiteres. Dennoch hatte ich gerade in diesem Falle, wie einer inneren Notwendigkeit gehorchend, bei der Bestattung mich veranlaßt sehen müssen, über bestimmte Lebensverhältnisse zu sprechen, Verhältnisse, die sich auf das ganze Leben bezogen; das Verhältnis der verstorbenen Persönlichkeit, die ein hohes Alter erreichte, zu ihren Kindern und zu ihrer Arbeit im Leben. Und wie gesagt, es war mir nicht eine persönliche, sondern eine Erkenntnisbefriedigung, als dann die Verwandten mir sagten: Wir haben eigentlich die betreffende Persönlichkeit so recht erkannt aus dem, was da gesprochen wurde, denn jedes Wort charakterisiert sie ganz intensiv. Es war also das Bild auch des individuellen Lebens während des physischen Lebensganges getroffen, zu dem nur die Möglichkeit vorhanden war — nun nachdem sich dieses Leben zusammengezogen hatte in der Seele —, die in der Seele zusammengezogenen Resultate zu sehen. Was uns aber für die Erkenntnis besonders interessiert ist dieses, daß wir gerade an dieser Seele die intensive Notwendigkeit wahrnehmen, nach dem Tode den Geistesblick hinzurichten auf das eigene Leben. Denn es war wirklich nicht mein Verdienst, dieses eigene Leben der betreffenden Persönlichkeit charakterisieren zu können, sondern der Vorgang war der, daß, obwohl die Persönlichkeit damals nicht bewußt war, sie dennoch ihr Seelenwesen hinlenkte — sich vorbereitend dadurch für ihr späteres, bewußtes Nach-dem-Tode-Leben —, hinlenkte die Kräfte, die später bewußt werden sollten, auf das eigene Leben, auf das eigene Erleben. Und dasjenige, was ich zu sagen hatte, das war dann in diesen Gedankenbildern, die im Hinlenken der Seele auf ihre eigenen Erlebnisse bestanden, zu sehen. Also ich hatte zu schildern dasjenige, was die Persönlichkeit unbewußt über sich dachte nach dem Tode. Und dasjenige, was uns wichtig dabei ist, was hervorzuheben ist, das ist, daß eben die Persönlichkeit nach dem Tode die intensive Notwendigkeit fühlte, unbewußt gerade den Blick hinzurichten auf die eigene Wesenheit.
[ 24 ] In the case of the first personality I spoke of, it was truly so—you know, of course, in what sense I say such things: merely to serve the cause of knowledge, not to engage in any sort of self-aggrandizement—that I had also come to know this personality on the physical plane after they had entered society. One does witness quite a bit of what goes on while the personalities are here in our society; but our friends will know that it is not my way to inquire particularly about living conditions or the like, or to ask this or that about what the personalities in question lived through in their physical life here and so on. It was not a personal satisfaction, but, I would say, a satisfaction of understanding for me when I went on to characterize that one personality in a short eulogy, describing what she was like in her soul, how she had lived her life here on earth. I had nothing before me but the soul after death. Not only did she speak these words, which I had first read, but I had the soul before me as she now was after death, as her nature was after death. I had nothing else before me. I actually knew hardly anything about what had happened to her before she joined our society, nor did I know much about the life that had not taken place in meetings and so on, or the occasions when one otherwise meets our members from time to time. I knew nothing else. Yet in this very case, as if obeying an inner necessity, I had felt compelled at the funeral to speak about certain life circumstances—circumstances that pertained to her entire life; the relationship of the deceased, who had reached a ripe old age, to her children and to her life’s work. And as I said, it was not a personal satisfaction but a satisfaction of insight when the relatives then told me: We actually recognized the person in question so well from what was spoken there, for every word characterizes her quite intensely. So the picture of the individual life during the physical life’s course had also been captured, for which there was only the possibility—now that this life had contracted within the soul—of seeing the results contracted within the soul. But what particularly interests us in terms of insight is this: that we perceive in this very soul the intense necessity of directing the spiritual gaze toward one’s own life after death. For it was truly not to my credit that I was able to characterize this very life of the personality in question; rather, the process was that, although the personality was not conscious at that time, it nevertheless directed its soul being—thereby preparing itself for its later, conscious life after death— directed the forces that were to become conscious later toward its own life, toward its own experiences. And what I had to say was then to be seen in these mental images, which consisted of the soul directing itself toward its own experiences. So I had to describe what the personality unconsciously thought about itself after death. And what is important to us here, what must be emphasized, is that the personality, after death, felt the intense necessity to unconsciously direct its gaze precisely toward its own being.
[ 25 ] Bei der zweiten Persönlichkeit, die gewissermaßen erwacht ist, als die Hitze den Leib ergriff, da zeigte es sich dann später — bei einem solchen sporadischen Wiedererwachen — an der Art, wie sie sich benahm zu dem, was gerade Charakteristik ihres Wesens war, daß sie das Bedürfnis hatte, zu diesem Wesen, wie ich schon sagte, zu diesen Worten, die ihr Wesen charakterisierten, wie zurückzulangen, wie zurückzugreifen. Und eben in der Sprache — wenn man Sprache nennen kann, was sich in den Beziehungen von Seelen, seien sie im Leibe oder seien sie nicht im Leibe und schon geistige Wesen, schon Tote, ausdrückt — in der Art, wie man von jenem Verkehr sprechen kann, muß man durchaus sagen: ich habe, als ich dann ein späteres Erwachen wahrnehmen konnte bei dieser Persönlichkeit, gewissermaßen empfinden müssen ein beseligendes Gefühl darüber, daß sich mir diese Worte, die ich da prägen konnte, ergeben haben. Denn es zeigte sich, daß das wirklich ein gutes Zusammenwirken mit der Toten war. Man konnte entnehmen, daß die Seele dieser Toten — Sie wissen, das ist vergleichsweise gesprochen — etwa so sich aussprach, daß sie sagte: «Es ist gut, daß das da ist. Es ist gut, daß das an diesem Orte ist.» Solch ein Gefühl zeigte sich bei diesem zweiten Erwachen, wie wenn die Tote zeigte, daß etwas da gleichsam zur Verstärkung gebracht ist in der geistigen Welt, dadurch daß es auch hier auf der physischen Erde im Menschenworte ausgesprochen ist, und daß das für sie etwas ist, was sie braucht, und bei dem es gut ist, daß es durch das physische Erdenwort noch mehr fixiert ist, als sie es selbst hat fixieren können. Also, es bestand bei ihr die Notwendigkeit, dies zu fixieren. Und es ist ihr eine Erleichterung, daß es auf diese Weise erstarkt worden ist in der Fixierung.
[ 25 ] In the case of the second personality, which had, so to speak, awakened as the heat took hold of the body, it later became apparent—during such sporadic reawakening — in the way she behaved toward what was characteristic of her being at that moment, that she felt the need, as I already said, to reach back to this being, to these words that characterized her being, as if to grasp them again. And precisely in language—if one can call it language, what is expressed in the relationships of souls, whether they are in the body or not, and are already spiritual beings, already dead—in the way one can speak of that communion, one must certainly say: when I was then able to perceive a later awakening in this personality, I had, so to speak, to feel a sense of bliss that these words, which I was able to formulate there, had come to me. For it became apparent that this was truly a good interaction with the deceased. One could gather that the soul of this deceased person—you know, this is speaking figuratively—expressed itself in such a way that it said: “It is good that this is here. It is good that this is in this place.” Such a feeling manifested during this second awakening, as if the deceased were showing that something has, so to speak, been reinforced in the spiritual world by the fact that it has also been expressed here on the physical earth in human words, and that this is something she needs, and that it is good for it to be fixed even more firmly through the physical earthly word than she herself was able to fix it. Thus, there was a need for her to fix this. And it is a relief to her that it has been strengthened in this way through fixation.
[ 26 ] Und bei unserem lieben Freunde Fritz Mitscher sehen Sie es ja ganz deutlich, daß er in der Nacht, die der Feuerbestattung folgte, unmittelbar anknüpfte und das benützte, was hier gesprochen worden ist, um sich vor sich selbst sein eigenes Wesen klarzumachen, um über sich selbst ins klare zu kommen, über sein eigenes Wesen.
[ 26 ] And in the case of our dear friend Fritz Mitscher, you can see quite clearly that, on the night following the cremation, he immediately took up and made use of what had been said here to clarify his own nature to himself, to gain clarity about himself and his own nature.
[ 27 ] In allen drei Fällen also haben wir ein Hinblicken auf das eigene Wesen. Selbstverständlich sind solche Dinge zunächst diejenigen, die an unsere Seele, an unser Herz herandringen durch ihren rein menschlichen Wert, durch ihre rein menschliche Beziehung. Aber geistige Erkenntnisse gewinnt man überhaupt nur aus der unmittelbaren Welt heraus, wenn sie sich einem geben wollen durch Gnade. Man kann sie nicht erzwingen; man muß sie erwarten. Und gerade bei diesen Dingen sieht man, wie merkwürdig die karmischen Zusammenhänge wirken.
[ 27 ] In all three cases, then, we are looking toward our own being. Of course, such things are initially those that touch our soul and our heart through their purely human value, through their purely human connection. But spiritual insights can only be gained from the immediate world if they choose to reveal themselves to us through grace. One cannot force them; one must wait for them. And it is precisely in these matters that one sees how strangely karmic connections work.
[ 28 ] Als ich, einen Tag nachdem die zweite der genannten Persönlichkeiten in Zürich verstorben war, selbst in Zürich war, da gingen wir an einer Buchhandlung vorbei, und ich sah in der Buchhandlung ein Buch, das ich vor Jahren gelesen hatte. Wie es bei meiner Art des Lebens geht, würde ich das Buch in meiner angeblichen Bibliothek, die aber durch das Wohnen an vielen Orten in einem sonderbaren Zustande ist, nicht so leicht wieder konstatieren können. Vielleicht ist es überhaupt nicht mehr vorhanden. Vor Jahren hatte ich also ein Buch gelesen von dem Wiener Philosophen Dr. Ernst Mach, und das war gerade da in der Buchhandlung antiquarisch zu haben. Ich wollte es wiederum lesen, wenigstens wiederum anschauen. Und als ich auf die dritte Seite kam, da kam mir gleich etwas vor Augen, das mir längst aus den Augen verloren war, nämlich eine ganz interessante Bemerkung Ernst Machs über die Selbsterkenntnis des Menschen, über die Schwierigkeit der Selbsterkenntnis beim Menschen. Ich zitiere fast wörtlich das, was auf Seite 3 in der Anmerkung über die «Analyse der Empfindungen» des Universitätsprofessors Ernst Mach steht:
[ 28 ] When I was in Zurich myself, the day after the second of the aforementioned figures had passed away there, we walked past a bookstore, and I saw a book in the store that I had read years ago. Given the way I live, I wouldn’t be able to find the book so easily in my so-called library, which, however, is in a rather disorganized state due to my having lived in many different places. Perhaps it no longer exists at all. Years ago, I had read a book by the Viennese philosopher Dr. Ernst Mach, and it was available as a used copy right there in the bookstore. I wanted to read it again, or at least look at it again. And when I got to the third page, something immediately caught my eye that I had long since lost sight of, namely a very interesting remark by Ernst Mach about human self-knowledge, about the difficulty of self-knowledge in humans. I quote almost verbatim what is written on page 3 in the note on the “Analysis of Sensations” by University Professor Ernst Mach:
[ 29 ] Als junger Mensch ging ich einmal auf der Straße, und es begegnete mir ein Mensch, dem gegenüber ich die Empfindung hatte: Was für ein unangenehmes, widerwärtiges Gesicht hat doch der Mensch, der mir da begegnet. Und da erschrak ich nicht wenig, als ich entdeckte, daß es mein eigenes Gesicht war, das mir da begegnete, das mir da aus einem Spiegel entgegensah. — Er ging also die Straße entlang, und durch gegeneinandergeneigte Spiegel wurde ihm sein eigenes Spiegelbild entgegengeworfen. Und er sagte, als er sich sah: Was für ein Mensch mit einem unangenehmen, widerwärtigen Gesicht begegnet mir da. — Und gleich daran fügt er eine andere solche Bemerkung über mangelnde Selbsterkenntnis. Er sagt: Ich kam eines Tages ermüdet von einer Reise zurück und bestieg einen Omnibus. Ich sah gegenüber einen anderen Mann einsteigen und dachte: Welch ein herabgekommener Schulmeister steigt denn da ein! Und siehe da, ich war es selbst. Der Spiegel im Omnibus hatte mir mein eigenes Bild gezeigt. — Und Professor Mach fügt noch hinzu: Also kannte ich meinen Standeshabitus besser als meinen eigenen.
[ 29 ] When I was young, I was walking down the street one day when I came across a person who gave me the impression: What an unpleasant, repulsive face this person I’ve just met has. And I was quite startled when I discovered that it was my own face that I was encountering, staring back at me from a mirror. — So he was walking down the street, and through mirrors facing each other, his own reflection was thrown back at him. And when he saw himself, he said: “What a person with an unpleasant, repulsive face is coming toward me.” — And immediately afterward, he adds another such remark about a lack of self-knowledge. He says: “One day I returned tired from a journey and boarded a bus. I saw another man getting on across from me and thought: What a shabby schoolmaster is getting on there! And lo and behold, it was myself. The mirror in the bus had shown me my own image. — And Professor Mach adds: So I knew the demeanor of my social class better than my own.
[ 30 ] Es ist das etwas, was wie ein Fingerzeig ist, wie schwer schon die menschliche Selbsterkenntnis mit Bezug auf die rein äußerliche Gestalt ist. Nicht einmal das, wie man räumlich aussieht, weiß man, selbst wenn man Universitätsprofessor ist. Sie sehen das an diesem sehr aufrichtig gegebenen Beispiel.
[ 30 ] It is something that serves as a reminder of just how difficult human self-knowledge is when it comes to one’s purely external appearance. One does not even know what one looks like physically, even if one is a university professor. You can see this in this very candid example.
[ 31 ] Es ist Ja interessant, daß gerade dieses Beispiel in Anknüpfung an diese Fälle gegeben werden kann, denn, nicht wahr, hier im physischen Leibe zeigt Ihnen ja das Beispiel selbst, daß einem die Selbsterkenntnis nicht gerade in dem, was man für die Erde zu erreichen hat, allzu hinderlich zu sein braucht. Man kann ein berühmter Professor sein und so wenig Selbsterkenntnis haben, wie der Mann das zum Ausdruck brachte. Aber ich erwähnte dieses Beispiel aus dem Grunde, weil es merkwürdig ist, daß dieses Beispiel aus dem physischen Leben mir vor Augen trat, als die Seele hingelenkt wurde, von neuem ins Auge zu fassen, wie der Tote die Notwendigkeit fühlt, sein eigenes Wesen zu erfassen, anzuschauen. Hier in der physischen Welt, da kann man nämlich wirklich, ich möchte sagen, auskommen ohne Selbsterkenntnis für all dasjenige, was im rein Materiellen unseres Lebens aufgeht. Erkenntnis der geistigen Welten kann man ja nicht gewinnen — wir werden davon heute über acht Tage noch sprechen — ohne Selbsterkenntnis. Aber für die rein äußerlichen materiellen Verhältnisse kann man auskommen ohne Selbsterkenntnis. Sobald aber die Seele durch die Pforte des Todes gegangen ist, ist Selbsterkenntnis das allererste, was sie braucht, und das zeigen uns besonders die Erlebnisse, die ich angeführt habe. Selbsterkenntnis ist dasjenige, wovon ausgegangen werden muß.
[ 31 ] It is indeed interesting that this particular example can be cited in connection with these cases, for, isn’t it true, here in the physical body the example itself shows you that self-knowledge need not be all that much of an obstacle to what one has to achieve on Earth. One can be a famous professor and have as little self-knowledge as the man expressed. But I mentioned this example for the reason that it is remarkable that this example from physical life came to mind when the soul was led to consider anew how the dead person feels the necessity to grasp and contemplate their own being. Here in the physical world, one can indeed, I would say, manage without self-knowledge for all that pertains to the purely material aspects of our lives. One cannot, of course, gain knowledge of the spiritual worlds—we will speak of this again in eight days’ time—without self-knowledge. But for purely external material circumstances, one can manage without self-knowledge. As soon as the soul has passed through the gate of death, however, self-knowledge is the very first thing it needs, and this is shown to us especially by the experiences I have cited. Self-knowledge is what must be taken as the starting point.
[ 32 ] Sehen Sie, der materialistische Denker bleibt gewöhnlich haften an der Frage: Ja, bleibt das Bewußtsein über den Tod hinaus vorhanden? — Nun ist es ein Ergebnis der Geistesforschung, daß die Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, wirklich nicht an einem Mangel des Bewußstseins leidet, sondern daß sie gerade zuviel Bewußtsein hat. Daß später erst eine Art Erwachen auftritt, rührt nicht davon her, daß man sich nach dem Tode ein neues Bewußtsein aneignen muß, sondern davon, daß man zu blendendes Bewußtsein, daß man zuviel Bewußtsein hat und dieses erst nach und nach abgedämpft werden muß. Näheres darüber finden Sie in dem Wiener Zyklus, der ja auch gedruckt ist. Zuviel Bewußtsein, überwältigendes Bewußtsein hat der Mensch nach dem Tode, und er muß sich erst orientieren in dieser Welt des überwältigenden Bewußtseins. Und indem er nach und nach so weit kommt, wird er in einem geringeren Grade bewußt als vorher. Er muß das Bewußtsein erst abdämpfen, wie man das zu starke Sonnenlicht erst abdämpfen muß. Also ein Abdämpfen nach und nach des Bewußtseins ist es, was man zu tun hat. Man kann also nicht von einem Erwachen sprechen wie in der physischen Welt, sondern von einem Erholen von der Überfülle des Bewußtseins zu dem Grade, den man ertragen kann, je nachdem, was man hier in der physischen Welt erlebt hat. Dazu ist etwas notwendig: Um nun in diesem alles überflutenden Lichtesbewußtsein sich nach dem Tode zurechtzufinden, dazu gehört als Ausgangspunkt die Erkenntnis des eigenen Wesens; dazu gehört, daß wir zurückblicken können auf das eigene Wesen, um gleichsam die Richtlinien zu finden, um uns in der geistigen Welt zu orientieren. Der Mangel an Selbsterkenntnis ist eben das Hindernis für das Bewußtsein nach dem Tode. Wir müssen in dem überflutenden Licht uns selbst finden. Und jetzt sehen Sie, warum das Bedürfnis kommt, den Toten zu charakterisieren, um ihm entgegenzukommen in dem Sich-finden.
[ 32 ] You see, the materialist usually gets stuck on the question: Yes, does consciousness persist beyond death? — Now, it is a finding of spiritual research that when the soul has passed through the gate of death, it does not in fact suffer from a lack of consciousness, but rather has an excess of consciousness. The fact that a kind of awakening occurs only later is not because one must acquire a new consciousness after death, but because one has too dazzling a consciousness, too much consciousness, and this must first be gradually tempered. You will find more details on this in the Vienna Cycle, which has also been published. After death, a person has too much consciousness, overwhelming consciousness, and must first find their bearings in this world of overwhelming consciousness. And as they gradually progress to this point, they become less conscious than before. They must first dampen this consciousness, just as one must first dim sunlight that is too strong. So it is a gradual dampening of consciousness that one must do. One cannot, therefore, speak of an awakening as in the physical world, but rather of a recovery from the excess of consciousness to the degree one can bear, depending on what one has experienced here in the physical world. For this, something is necessary: In order to find one’s bearings in this all-pervading light-consciousness after death, the starting point is the recognition of one’s own being; this requires that we be able to look back upon our own being in order to find, as it were, the guidelines for orienting ourselves in the spiritual world. The lack of self-knowledge is precisely the obstacle to consciousness after death. We must find ourselves in the all-pervading light. And now you see why the need arises to characterize the deceased, in order to meet them halfway in this process of self-discovery.
[ 33 ] Dies ist etwas, was sich uns ergibt wie eine Art allgemeiner Erkenntnis aus solch intimen und uns nahegehenden Erlebnissen. Nach dem Tode, nachdem das ätherische Lebenstableau verschwunden ist, tritt eine Entwickelung, eine allmähliche EntwickeJung ein, die dadurch entsteht, daß wir mit unserem Leben, das wir aus den geistigen Welten nach und nach sich herausdäimmernd empfinden, daß wir mit unserem eigenen Leben hier auf der Erde bekannt werden. Denn das ist uns das einzige Streben nach dem Tode, nachdem das Tableau vorbei ist. Dasjenige, was in der geistigen Welt ist, das ist um uns. Womit wir aber vorzugsweise bekannt werden müssen, das ist unser eigenes Wesen. Und dabei kommen uns die Vorstellungen im wesentlichen zugute, die wir nur aus der Geisteswissenschaft kennen, denn die geben uns Orientierungsmittel für die geistige Erkenntnis. Daher können Sie es sehen an dem ersten Falle: Was als Selbstkritik auftrat, es war nur möglich mit dem aus der Geisteswissenschaft Aufgenommenen; so auf das eigene Wesen hinzuschauen, daß solche Worte sich erprägen konnten: «In Weltgedanken will ich weben das eigene Denken, daß klar es werde im Licht des ew’gen Werdelebens.» Das ist ja zusammengedrängt aus dem vielen, was in der Geisteswissenschaft ausgebreitet und was hier verwendet ist, um Selbstcharakteristik des eigenen Wesens zu geben. Oder «In Seelengründe will ich tauchen ergebnes Sinnen, daß stark es werde für Menschenwirkens wahre Ziele.»
[ 33 ] This is something that emerges for us as a kind of general insight from such intimate and deeply moving experiences. After death, once the etheric tableau of life has vanished, a process of development begins—a gradual unfolding—that arises as we come to know our own life here on Earth, which we gradually perceive emerging from the spiritual worlds. For this is our sole pursuit after death, once the tableau has passed. That which is in the spiritual world is around us. But what we must primarily become acquainted with is our own being. And in this, the mental images we know only from Spiritual Science are of great benefit to us, for they provide us with means of orientation for spiritual knowledge. Thus you can see from the first case: what appeared as self-criticism was only possible through what was absorbed from Spiritual Science; to look upon one’s own being in such a way that words like these could take shape: “In worldly thoughts I will weave my own thinking, that it may become clear in the light of eternal becoming.” This is, after all, a condensed version of the many ideas expounded in Spiritual Science and used here to provide a self-characterization of one’s own being. Or “Into the depths of the soul I will plunge my thoughts, that they may become strong for the true goals of human activity.”
[ 34 ] Dasjenige aber, was man eigentlich mit diesen Dingen will, das ist: unsere geisteswissenschaftliche Bewegung aus dem bloßen Theoretischen herauszuheben und sie zu etwas von der Seele lebensvoll zu Erfassendem allmählich zu machen, gleichsam zu einem Strom, in dem wir wirklich darinnen leben, weben und sind; so daß wir wissen, was in der geistigen Welt um uns herum vorgeht, so wie wir in der physischen Welt wissen, daß um uns die Luft ist, in der wir atmen, die ja von dem Ungebildeten abgeleugnet werden kann und wird. Das ist die zukünftige Bestimmung der Menschheit: etwas zu wissen davon, daß ebenso, wie die Luft für und um den physischen Körper ist, für das seelische Erleben die geistige Welt ringsum da ist, die mehr mit der Seele — wie die Luft mit dem Körper — gleichsam korrespondiert, die Seele bildet, die Seele webt, die Seele durchwest.
[ 34 ] But what we actually aim to achieve with these things is this: to lift our Spiritual Science movement out of the purely theoretical realm and gradually transform it into something the soul can grasp in a living way—as it were, into a stream in which we truly live, move, and have our being; so that we know what is happening in the spiritual world around us, just as we know in the physical world that the air in which we breathe is all around us—something that the uneducated can and do deny. This is the future destiny of humanity: to know something of the fact that just as the air is for and around the physical body, so too is the spiritual world all around us for the soul’s experience—a world that corresponds to the soul—just as the air corresponds to the body—shaping the soul, weaving the soul, and permeating the soul.
[ 35 ] Nun ist es uns ja auch möglich, im einzelnen gewissermaßen auf das Schicksal der Seele nach dem Tode hinzuweisen. Und eben aus diesem Grund werden gerade in unserer Zeit solche Dinge, ich möchte sagen, intimer auseinandergesetzt, weil ja durch unsere großen, aber auch schmerzlichen Zeitereignisse gewissermaßen der Tod seinen Hauch durch die Welt leitet, und unsere Zeit eben so zahllose Todesopfer fordert. Das ist eine besondere Aufforderung dazu, sich gerade mit dem Ereignis des Todes in unserer Zeit zu befassen.
[ 35 ] Now, we are also able, in a sense, to address in detail the fate of the soul after death. And it is precisely for this reason that, especially in our time, such matters are, I would say, examined more intimately, because through our great but also painful historical events, death, so to speak, breathes its breath through the world, and our time claims so many victims. This is a special call to engage specifically with the event of death in our time.
[ 36 ] Nun wissen wir, meine lieben Freunde, daß ja der Mensch, indem er durch die Pforte des Todes geht, so da durchgeht, daß er seinen physischen Leib der Erde übergeben hat, den Elementen der Erde; dann ist aus dem physischen Leib herausgetreten Ich und Astralleib. Wir haben ja im zweiten Falle gesehen, daß bei der Verbrennung schon der Ätherleib abgelegt war; schon nach Tagen geht der Ätherleib weg. Aber nun liegt es uns gerade in unserer Zeit ja unendlich nahe, eine Frage aufzuwerfen. So viele Menschen gehen in unseren Tagen im blühendsten Alter durch die Pforte des Todes. Wir können uns, indem wir übertragen eine rein physische Vorstellung in das Geistige, wo sie noch mehr gilt als im physischen Leben, die Frage aufwerfen: Wie ist es mit dem Ätherleib dieser durch die Pforte des Todes Gegangenen, der sich nach Tagen ablöst? Wie ist es mit einem solchen jugendlichen Ätherleib? Der betreffende Mensch, der im zwanzigsten, fünfundzwanzigsten, dreißigsten, fünfunddreißigsten Jahre, oder noch früher, durch die Pforte des Todes geht, der legt seinen Ätherleib ab, aber einen Ätherleib, der noch durch Jahrzehnte hätte seinem physischen Leben dienen können, der noch hätte arbeiten können hier im physischen Leben, der noch Kräfte gehabt hätte für Jahrzehnte. Nach dem Karma konnte er nicht die Kräfte verwenden, aber die Kräfte sind dennoch in ihm. Sie hätten hier im physischen Leben noch Jahrzehnte wirken können. Der Physiker denkt mit Recht: Keine Kräfte gehen verloren; sie verwandeln sich hier. Im Geistgen gilt das noch mehr. Die Kräfte hier bei einem jugendlichen auf dem Schlachtfeld Gefallenen, die noch jahrzehntelang das physische Leben hätten versorgen können, diese Kräfte gehen ja nicht in nichts über; sie sind da. Und schon jetzt können wir sagen, gerade durch die Ereignisse unserer Zeit veranlaßt: diese Kräfte gehen über in das Wesen der Volksseele des betreffenden Volkes. Sie nimmt diese Kräfte auf, und in der ganzen Volksseele wirken diese Kräfte des Ätherleibes. Das sind wirkliche geistige Kräfte, die außerdem vom Menschen noch da sind, außer dem, was er mit seinem Ich und seinem Astralleibe, seiner Individualität, durch die Zeit trägt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Es wird sich nur darum handeln, daß möglichst verstanden werde in der Zukunft, daß in der Volksseele auch diese Kräfte darinnen sind, daß sie darinnen sind in dem allgemeinen Wirken, das diese Volksseele entfalten wird, als Kräfte, nicht als Wesenheiten. Sie werden da die fruchtbarsten, ich möchte sagen, die sonnenstrahlendsten Kräfte sein.
[ 36 ] Now we know, my dear friends, that when a human being passes through the gate of death—that is, when they have surrendered their physical body to the earth, to the elements of the earth—the I and the astral body have stepped out of the physical body. We saw in the second case that the etheric body had already been shed during cremation; the etheric body departs within days. But now, especially in our time, it is only natural for us to raise a question. So many people in our day pass through the gate of death in the prime of life. By transferring a purely physical mental image into the spiritual realm, where it applies even more than in physical life, we can ask ourselves the question: What becomes of the etheric body of those who have passed through the gate of death, which detaches itself after a few days? What becomes of such a youthful etheric body? The person in question, who passes through the gate of death at the age of twenty, twenty-five, thirty, thirty-five, or even earlier, sheds his etheric body—but an etheric body that could have served his physical life for decades, that could still have worked here in physical life, that still had forces for decades. According to karma, they could not use these forces, but the forces are still within them. They could have continued to work here in physical life for decades. The physicist rightly thinks: No forces are lost; they are transformed here. In the spiritual realm, this applies even more. The forces here in a young man who fell on the battlefield, forces that could have sustained physical life for decades to come—these forces do not vanish into nothingness; they are there. And even now we can say, prompted precisely by the events of our time: these forces pass into the being of the Folk-soul of the people concerned. It absorbs these forces, and these forces of the etheric body are at work throughout the folk-souls. These are real spiritual forces that remain with the human being, in addition to what he carries through time with his ego and his astral body—his individuality—between death and a new birth. The only thing that will matter is that it be understood as far as possible in the future that these forces are also present within the folk-souls, that they are present within the general activity that the folk-souls will unfold—as forces, not as beings. There they will be the most fruitful, I would say, the most sun-radiant forces.
[ 37 ] Ich möchte dazu ein nun wiederum uns naheliegendes Beispiel anführen, das ja zunächst natürlich nichts zu tun hat mit den Zeitereignissen, das aber durch die Art, wie es sich zugetragen hat und was aus ihm geworden ist, uns zugleich einen Ausblick geben kann auf alle die Fälle, wo ein unverbrauchter Ätherleib nach dem Tode, der nach einem jugendlichen Leben eingetreten ist, abgelegt wird. Wir haben ja im Herbst den Tod erlebt des Kindes eines Mitgliedes von uns, das siebenjährig war. Der Tod dieses Kindes ist gerade auf eigentümliche Weise eingetreten. Es war ein liebes Kind und ein, soweit das eben bei einem siebenjährigen Kinde möglich ist, mit sieben Jahren schon außerordentlich geistig regsames Kind; ein liebes, gutes und geistig sehr regsames Kind. Nun kam es dadurch zum Tode, daß es gerade in dem Augenblick an der Stelle war, wo ein Möbelwagen umfiel, der im Fallen das Kind erdrückte, so daß es den Erstickungstod erlitt; an einer Stelle, wo vielleicht überhaupt nicht vorher ein Wagen gefahren ist, nachher auch wieder nicht, sondern nur in diesem Augenblick. Außerdem kann man selbst äußerlich feststellen, daß dieses Kind durch allerlei Verhältnisse, die man in der äußeren materialistischen Weltanschauung Zufälle nennt, gerade in der Zeit, als der Wagen umfiel, an der Stelle war. Es holte etwas Speisevorräte für seine Mutter und ging gerade an jenem Abend etwas später weg, weil es aufgehalten worden ist. Wäre es fünf Minuten früher gegangen, so wäre es längst über die Stelle gewesen, wo der Wagen umfiel. Außerdem ging es zu einer anderen Türe hinaus, als es gewöhnt war; nur das eine Mal aus einer anderen Türe hinaus! An der anderen Türe wäre es rechts von dem Wagen gegangen. Der Wagen ist nach der anderen Seite gefallen. Es ist, wenn man den ganzen Fall wirklich geisteswissenschaftlich-karmisch verfolgt, einer jener Fälle, wo man so recht bestätigt finden kann, wie die äußere Logik, die man mit Recht im äußeren physischen Leben anwendet, fadenscheinig ist, nicht anwendbar ist. Ich habe ein Beispiel dafür schon öfter angewendet. Das Beispiel von dem Menschen, der an einem Fluß vorbeigeht und ins Wasser fallt gerade an der Stelle, wo ein Stein liegt. Die äußere Betrachtung wird selbstverständlich annehmen, daß der Mann über den Stein gestolpert und ins Wasser gefallen ist und dadurch den Tod gefunden hat; man wird auch bei der Meinung bleiben, er sei ertrunken. Aber wenn er seziert worden wäre, so würde sich herausgestellt haben, daß ihn der Schlag getroffen hat, und daß er dadurch tot ins Wasser fiel. Daß er also ins Wasser fiel, weil er tot war, und nicht tot wurde, weil er ins Wasser fiel. Ursache und Wirkung sind verwechselt. Solche Urteile finden Sie in der Wissenschaft auf Schritt und Tritt, wo Ursache und Wirkung verwechselt wird. Dasjenige, was ganz berechtigt logisch im äußeren Leben zu sein scheint, kann vollständig falsch sein. Nun wird man selbstverständlich im äußeren Anschauen den Fall des kleinen Theodor Faiß auch so beschreiben, dafß man sagt: Nun ja, das ist ein unglückseliger Zufall! In Wahrheit aber war das Karma des Kindes so, daß das Ich, klar ausgedrückt, den Wagen bestellt hat, daß der Wagen umgefallen ist, um das Karma des Kindes zu erfüllen. Da haben wir einen ganz besonders jugendlichen Ätherleib. Das Kind hätte ja auch ein Mann werden können und hätte siebzig Jahre alt werden können. Die Kräfte waren im Ätherleib, die auch für siebzig Jahre ausgereicht hätten, sie waren nach sieben Jahren durch die Pforte des Todes gegangen. Das Ganze hat sich ja abgespielt in Dornach. Der Vater, der damals in das deutsche Heer eingerückt war, war gar nicht anwesend, während dies geschehen ist; er ist ja auch ganz kurz darauf gestorben, nachdem er im Kriege verwundet worden war. Der ganze Fall hat sich unmittelbar in der Nähe des Baues abgespielt, und seit jener Zeit haben wir in der Aura des Dornacher Baues die Kräfte des Ätherleibes dieses Kindes. Und derjenige, der zu arbeiten hat für diesen Bau und wahrnehmen kann die geistigen Kräfte, die an diesem Bau walten, der findet darin die Kräfte dieses Kindes. So daß also, ganz abgesehen von dem, was nun als Ich und Astralleib in die geistige Welt übergegangen ist, um zu wirken in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, der Ätherleib, der übriggeblieben ist, nun sich mit der ganzen geistigen Aura des Dornacher Baues vereinigt hat. Solche Dinge sind Erkenntnisse, die zugleich verbunden sind mit tiefen, bedeutungsvollen Gefühlen, mit wichtigen, bedeutungsvollen Gefühlen. Denn es sind nicht Erkenntnisse, die man trocken, wie zahlenmäßige Erkenntnisse empfängt, sondern die man empfängt mit innig dankbarer Seele. Denn selbstverständlich werde ich, solcher Erkenntnis eingedenk, niemals außer acht lassen auch nur einen Augenblick im Bewußtsein, wenn ich selbst nur irgend etwas zu leisten habe für den Dornacher Bau, daß diese Kräfte für den Bau mir mitwirkende, mir helfende Kräfte sind. Da vereinigt sich eben dasjenige, was theoretische Erkenntnis ist, mit dem unmittelbaren Leben. Eingedenk solcher Erkenntnis, meine lieben Freunde, wird es einleuchtend sein, daß jetzt, wo so unzählige hier auf der Erde unvollendete Ätherleiber durch die Pforte des Todes gehen, wir erahnen können, was geschehen wird, wenn die Friedenssonne wieder da sein wird, nach der Dämmerung des gegenwärtigen Krieges. Da werden wirklich auch die Kräfte, die Ätherkräfte derjenigen da sein und sich vereinigen wollen zum Erdenheil und Erdenfortschritt mit denjenigen Seelen, die hier auf Erden wirken — die Ätherkräfte derer, die die Todespforte, die die Leidenspforte durchgemacht haben. Aber notwendig dazu wird sein, daß auf Erden Menschen sind, die für diese Dinge Verständnis haben, die bewußt sein können der Tatsache: da oben in der geistigen Welt sind in den zurückgebliebenen Ätherleibern diejenigen, die der Zeit das Opfer gebracht haben. Die wollen hier auf diese Erde hereinwirken. Ganz fruchtbar werden sie nur wirken können, wenn hier empfängliche Seelen sind, die selbst sich verbinden wollen in Gedanken mit dem, was ihnen aus der geistigen Welt kommt. So daß es für die Früchte dieser unserer ja großen, aber schweren und schmerzlichen Zeit unendlich wichtig ist, daß eine geistbejahende Erkenntnis Gedanken schafft, die dann sich vereinigen können mit den Gedanken, die von den Ätherleibern der Todesopfer herunterkommen. Also ist es eben, was uns darauf hinweist, daß wir schon in diesen schweren Ereignissen, die im Zeichen auch von Leiden und Tod stehen, auch im Zeichen der Größe stehen, daß wir von diesen schweren Ereignissen die Mahnung empfangen, daß sie uns heraufführen sollen eine Zeit, welche dem Geist geneigter ist, als es die verflossene Zeit war, damit nicht das eintrete, daß gewissermaßen die gebrachten Opfer herabzuschauen haben auf eine Erdenwelt, der sie sich selbst hingegeben haben, um für ihren Fortschritt und für ihr Heil zu wirken, und auf der sie nicht die Möglichkeit finden, einzugreifen, weil die Seelen nicht da sind, die ihnen die empfänglichen Gedanken entgegensenden. So müssen wir schon auch Geisteswissenschaft als etwas Lebendiges erfassen, als etwas Lebendiges, das notwendig ist für die Zeit, die da kommen soll, gerade in Anbetracht der Ereignisse unserer Tage. Und das ist es, was ich immer wiederum und wiederum zusammenfaßte im Geiste und im Sinne unserer Betrachtungen in die Worte:
[ 37 ] I would like to cite an example that is once again close to home, one that at first glance has nothing to do with current events, but which, due to the way it occurred and what became of it, can at the same time give us a glimpse into all those cases where an unspent etheric body is shed after death, which has occurred following a youthful life. We experienced the death of the child of one of our members last fall; the child was seven years old. The death of this child occurred in a particularly peculiar way. It was a dear child and, as far as is possible for a seven-year-old, already an extraordinarily spiritually active child at the age of seven; a dear, good, and spiritually very active child. Now, the child’s death occurred because, at that very moment, the child was in the spot where a moving truck overturned; as it fell, the truck crushed the child, causing the child to die of suffocation—in a spot where perhaps no truck had driven before, nor would one drive afterward, but only at that precise moment. Moreover, one can observe even from the outside that this child, due to all sorts of circumstances—which, in the external materialistic worldview, are called coincidences—was at that very spot at the exact moment the truck overturned. It had gone to fetch some food supplies for its mother and had left a little later that evening because it had been delayed. Had it left five minutes earlier, it would have long since passed the spot where the cart overturned. Moreover, it went out through a different door than it was accustomed to; just that one time through a different door! At the other door, it would have passed to the right of the cart. The carriage fell on the other side. If one truly examines the entire incident from a Spiritual Science-karmic perspective, it is one of those cases where one can clearly see how the external logic—which is rightly applied in external physical life—is flimsy and inapplicable. I have used an example of this on several occasions. The example of the man who walks past a river and falls into the water right at the spot where a stone lies. The external observation will, of course, assume that the man stumbled over the stone and fell into the water, thereby meeting his death; one will also hold to the opinion that he drowned. But if he had been autopsied, it would have been revealed that he had suffered a stroke, and that he fell into the water dead as a result. That is, he fell into the water because he was dead, and did not die because he fell into the water. Cause and effect are confused. You find such judgments in science at every turn, where cause and effect are confused. What seems quite logically justified in external life can be completely wrong. Now, of course, in the external view, the case of little Theodor Faiß will also be described in such a way that one says: Well, that is an unfortunate coincidence! In truth, however, the child’s karma was such that the I, to put it plainly, ordered the cart to tip over in order to fulfill the child’s karma. Here we have a particularly youthful etheric body. The child could indeed have become a man and lived to be seventy years old. The forces were present in the etheric body—enough to last seventy years—yet they had passed through the gate of death after just seven years. The entire event took place in Dornach. The father, who had enlisted in the German army at the time, was not present at all while this was happening; he died very shortly thereafter, having been wounded in the war. The entire event took place in the immediate vicinity of the building, and since that time we have had the forces of this child’s etheric body in the aura of the Dornach building. And whoever has to work on this building and can perceive the spiritual forces at work there will find within it the forces of this child. So that, quite apart from what has now passed into the spiritual world as the I and the astral body to work in the life between death and new birth, the etheric body that remains has now united with the entire spiritual aura of the Dornach building. Such things are insights that are at the same time connected with deep, meaningful feelings, with important, meaningful feelings. For these are not insights that one receives dryly, like numerical facts, but rather with a soul filled with deep gratitude. For naturally, mindful of such insight, I will never for a single moment lose sight of the fact—whenever I myself have even the slightest part to play in the Dornach building—that these forces are forces working with me and helping me in the construction. Here, precisely what is theoretical knowledge unites with immediate life. Mindful of such knowledge, my dear friends, it will be clear that now, when so many unfinished etheric bodies here on Earth are passing through the gate of death, we can foresee what will happen when the sun of peace returns, after the twilight of the present war. Then the forces—the etheric forces—of those who have passed through the gate of death, the gate of suffering, will truly be present and will seek to unite with the souls working here on Earth for the good and progress of the Earth. But it will be necessary for there to be people on Earth who have an understanding of these things, who can be conscious of the fact: up there in the spiritual world, in the etheric bodies that have remained behind, are those who have made the sacrifice of their time. They wish to work their way into this Earth. They will only be able to work fruitfully if there are receptive souls here who themselves wish to connect in thought with what comes to them from the spiritual world. Thus, for the fruits of this time of ours—which is indeed great, yet heavy and painful—it is infinitely important that a spirit-affirming insight creates thoughts that can then unite with the thoughts descending from the etheric bodies of those who have sacrificed their lives. This is precisely what points out to us that even in these difficult events, which are marked by suffering and death, we are also marked by greatness; that we receive from these difficult events the admonition that they are meant to lead us into a time more inclined toward the spirit than the time that has passed, so that it does not come to pass that, as it were, the sacrifices made must look down upon an earthly world to which they have given themselves in order to work for its progress and salvation, and in which they find no opportunity to intervene because the souls are not there who send them receptive thoughts. Thus we must also grasp Spiritual Science as something living, as something living that is necessary for the time to come, precisely in view of the events of our days. And this is what I have repeatedly summarized in the spirit and sense of our reflections in the words:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of battle,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls with spiritual awareness
Toward the realm of the spirit.
