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Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157

9 March 1915, Berlin

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Neunter Vortrag

Neunter Vortrag

[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:

[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:

[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!

[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!

[ 4 ] Wir haben heute vor acht Tagen eine Art Betrachtung über das imaginative Meditieren angestellt, und wir haben gesehen, daß auch diese Betrachtung uns zeigt, wie alle Erkenntnis, die eine wirkliche Erkenntnis der übersinnlichen Welten sein soll, gewonnen werden muß durch ein leibfreies Weltenbetrachten, dadurch, daß die gewöhnliche, die Alltagserkenntnis sich frei macht von den Bedingungen, die durch den Leib, durch die Sinne, durch das Nervensystem und so weiter gegeben sind. Die gewöhnliche Tageserkenntnis kommt ja dadurch zustande, daß sich das menschliche Geistig-Seelische der leiblichen Werkzeuge bedient. Nun besteht diese geistige Erkenntnis in gewissen feineren Prozessen, die sich mit dem Menschen abspielen, und auf diese Prozesse wollen wir zunächst heute im ersten Teil unserer Betrachtung etwas hinweisen. Feinere Prozesse, sagte ich. Feiner sind die Prozesse deshalb, feiner als die gewöhnlichen Alltagsprozesse des Erkennens, der Beobachtung, der Wahrnehmung, weil der Mensch ja nur ausgehen kann von dem, woran er im Alltag gewöhnt ist, und sich allmählich nur zu feineren, intimeren Prozessen erheben kann. Nun würden wir ja alle die befriedigendsten, die höchsten Erkenntnisse der geistigen Welt gewinnen können, wenn wir imstande wären, ohne weiteres wenigstens einen Teil, ja nur einen kleinen Teil, meinetwillen nur eine Minute, von demjenigen Zustand unseres Lebens, den wir zubringen zwischen Einschlafen und Aufwachen, vollbewußt zuzubringen; nicht bloß träumend-bewußt, sondern vollbewußt. Denn alle Initiation besteht ja darin, daß dasjenige von uns, was unbewußt außer unserem Leibe verweilt in der Nacht im Schlafe, bewußt gemacht wird.

[ 4 ] Wir haben heute vor acht Tagen eine Art Betrachtung über das imaginative Meditieren angestellt, und wir haben gesehen, daß auch diese Betrachtung uns zeigt, wie alle Erkenntnis, die eine wirkliche Erkenntnis der übersinnlichen Welten sein soll, gewonnen werden muß durch ein leibfreies Weltenbetrachten, dadurch, daß die gewöhnliche, die Alltagserkenntnis sich frei macht von den Bedingungen, die durch den Leib, durch die Sinne, durch das Nervensystem und so weiter gegeben sind. Die gewöhnliche Tageserkenntnis kommt ja dadurch zustande, daß sich das menschliche Geistig-Seelische der leiblichen Werkzeuge bedient. Nun besteht diese geistige Erkenntnis in gewissen feineren Prozessen, die sich mit dem Menschen abspielen, und auf diese Prozesse wollen wir zunächst heute im ersten Teil unserer Betrachtung etwas hinweisen. Feinere Prozesse, sagte ich. Feiner sind die Prozesse deshalb, feiner als die gewöhnlichen Alltagsprozesse des Erkennens, der Beobachtung, der Wahrnehmung, weil der Mensch ja nur ausgehen kann von dem, woran er im Alltag gewöhnt ist, und sich allmählich nur zu feineren, intimeren Prozessen erheben kann. Nun würden wir ja alle die befriedigendsten, die höchsten Erkenntnisse der geistigen Welt gewinnen können, wenn wir imstande wären, ohne weiteres wenigstens einen Teil, ja nur einen kleinen Teil, meinetwillen nur eine Minute, von demjenigen Zustand unseres Lebens, den wir zubringen zwischen Einschlafen und Aufwachen, vollbewußt zuzubringen; nicht bloß träumend-bewußt, sondern vollbewußt. Denn alle Initiation besteht ja darin, daß dasjenige von uns, was unbewußt außer unserem Leibe verweilt in der Nacht im Schlafe, bewußt gemacht wird.

[ 5 ] Niemals besteht ein wirklich höherer Erkenntnisprozefß3 eigentlich in etwas anderem als in einem Bewußstmachen desjenigen, was sonst unbewußt vom Einschlafen bis zum Aufwachen im schlafenden Zustand verweilt. |

[ 5 ] Niemals besteht ein wirklich höherer Erkenntnisprozefß3 eigentlich in etwas anderem als in einem Bewußstmachen desjenigen, was sonst unbewußt vom Einschlafen bis zum Aufwachen im schlafenden Zustand verweilt. |

[ 6 ] Nun gibt es allerdings, was Sie vielleicht verwundern wird, einen Teil des Menschen, des leiblichen Menschen, der im Grunde immer im schlafenden Zustand ist, der immer schläft. Auf diese Dinge braucht man sich ja nicht gleich im Eingang des anthroposophischen Lebens einzulassen; gewissermaßen die Feinheiten der geisteswissenschaftlichen Forschung können uns erst langsam und allmählich zum Bewußtsein kommen. Wir denken ja natürlich, wenn geschildert wird, daß der Mensch bei Tage wacht und bei Nacht schläft, daß bei Tage sein Ich und sein Astralleib mit dem physischen Leibe und dem Ätherleib voll vereinigt seien, und daß bei Nacht Ich und Astralleib außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes ihr Wesen haben. Wir denken auch zunächst ganz richtig so, denn nur allmählich können wir uns von der gröberen Auffassung der geisteswissenschaftlichen Tatsachen zu den spezielleren Wahrheiten hinwenden. Im groben also ist das richtig, daß der Mensch mit seinem Ich und Astralleibe im Schlafe außerhalb seines Ätherleibes und physischen Leibes ist. Aber für einen Teil des Leibes gilt es doch, daß im wesentlichen auch vom Aufwachen bis zum Einschlafen dieser Teil des Leibes schläft, wenigstens im wesentlichen schläft. Und das ist gerade merkwürdigerweise derjenige Teil des menschlichen Leibes, den wir das Haupt, den Kopf nennen. Der schläft gerade dann, wenn wir wachen. Und obwohl man leicht glauben könnte, daß der Kopf das Allerwachste sei, so ist er in Wirklichkeit dasjenige, was am wenigsten wach ist. Denn die wache Tätigkeit des menschlichen Denkens, überhaupt der Kopfverrichtungen, beruht gerade darauf, daß auch im Wachen das Ich und der Astralleib gegenüber den Kopforganen ein solches Verhältnis haben, daß sie nicht vollständig — also der Ichteil des Kopfes, der Astralteil des Kopfes — mit dem physischen und dem ätherischen Teile des Kopfes sich verbinden können, sondern immer gewissermaßen ein Eigenleben außerhalb des physischen und des ätherischen Teiles des Kopfes erleben. Nur dann findet eine innigere Verbindung noch statt zwischen dem astralischen Kopfleib und zwischen dem physischen, wenn man Kopfschmerzen hat. Und wenn man recht starke Kopfschmerzen hat, dann ist am allermeisten Verbindung zwischen dem astralischen Teil des Kopfes und dem physischen Teil des Kopfes. Dann kann man gerade am schlechtesten denken, wenn man Kopfschmerzen hat. Das rührt davon her, weil dann eine zu starke Verbindung eintritt zwischen dem astralischen, dem physischen und dem ätherischen Teile des Kopfes. Nun beruht aber unser waches Denken und auch das übrige wache Seelenleben eben gerade darauf, daß in einer gewissen Beziehung das Ich und der Astralleib des Kopfes außerhalb des physischen und Ätherleibes sind und sich gerade dadurch in dem physischen und ätherischen Leibe des Kopfes spiegeln; wie wir uns ja auch nur im Spiegel sehen können, wenn wir außerhalb sind. Diese Spiegelung gibt ja die Bilder unseres Alltagsbewußtseins. Das sind Spiegelbilder, die wir im Alltagsleben erleben, erkennend wahrnehmen. Und durch dieses Aufßerhalb-des-Kopfes-Leben, durch dieses Schlafen des Kopfes, und durch die durch die Härte des Schädels bewirkte Zurückwerfung der Tätigkeit des Ich und Astralleibes wird gemacht, daß wir eben das Innere des Ich und das Innere des Astralleibes empfinden als unser eigenes. Würde so, wie es bei den anderen Teilen des Organismus der Fall ist, die Tätigkeit des Ich und Astralleibes noch mehr hineinarbeiten in die Täugkeit des physischen und Ätherleibes, dann würden wir verdauungsorganische Tätigkeit, vielleicht auch rhythmische Tätigkeit wie im Herzen, im Kopfe wahrnehmen, vielleicht auch nicht wahrnehmen aber von einer Denktätigkeit würde nicht die Rede sein können, denn diese beruht darauf, daß diese Tätigkeit nicht aufgenommen, sondern zurückgestrahlt wird. Das Herz, die anderen Organe, welche absorbieren, die nehmen die Tätigkeit des Ich und Astralleibes auf. Die Kopforgane nehmen sie nicht auf, sie strahlen sie vielmehr zurück; daher kann sie dann erlebt werden im seelischen Innern.

[ 6 ] Nun gibt es allerdings, was Sie vielleicht verwundern wird, einen Teil des Menschen, des leiblichen Menschen, der im Grunde immer im schlafenden Zustand ist, der immer schläft. Auf diese Dinge braucht man sich ja nicht gleich im Eingang des anthroposophischen Lebens einzulassen; gewissermaßen die Feinheiten der geisteswissenschaftlichen Forschung können uns erst langsam und allmählich zum Bewußtsein kommen. Wir denken ja natürlich, wenn geschildert wird, daß der Mensch bei Tage wacht und bei Nacht schläft, daß bei Tage sein Ich und sein Astralleib mit dem physischen Leibe und dem Ätherleib voll vereinigt seien, und daß bei Nacht Ich und Astralleib außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes ihr Wesen haben. Wir denken auch zunächst ganz richtig so, denn nur allmählich können wir uns von der gröberen Auffassung der geisteswissenschaftlichen Tatsachen zu den spezielleren Wahrheiten hinwenden. Im groben also ist das richtig, daß der Mensch mit seinem Ich und Astralleibe im Schlafe außerhalb seines Ätherleibes und physischen Leibes ist. Aber für einen Teil des Leibes gilt es doch, daß im wesentlichen auch vom Aufwachen bis zum Einschlafen dieser Teil des Leibes schläft, wenigstens im wesentlichen schläft. Und das ist gerade merkwürdigerweise derjenige Teil des menschlichen Leibes, den wir das Haupt, den Kopf nennen. Der schläft gerade dann, wenn wir wachen. Und obwohl man leicht glauben könnte, daß der Kopf das Allerwachste sei, so ist er in Wirklichkeit dasjenige, was am wenigsten wach ist. Denn die wache Tätigkeit des menschlichen Denkens, überhaupt der Kopfverrichtungen, beruht gerade darauf, daß auch im Wachen das Ich und der Astralleib gegenüber den Kopforganen ein solches Verhältnis haben, daß sie nicht vollständig — also der Ichteil des Kopfes, der Astralteil des Kopfes — mit dem physischen und dem ätherischen Teile des Kopfes sich verbinden können, sondern immer gewissermaßen ein Eigenleben außerhalb des physischen und des ätherischen Teiles des Kopfes erleben. Nur dann findet eine innigere Verbindung noch statt zwischen dem astralischen Kopfleib und zwischen dem physischen, wenn man Kopfschmerzen hat. Und wenn man recht starke Kopfschmerzen hat, dann ist am allermeisten Verbindung zwischen dem astralischen Teil des Kopfes und dem physischen Teil des Kopfes. Dann kann man gerade am schlechtesten denken, wenn man Kopfschmerzen hat. Das rührt davon her, weil dann eine zu starke Verbindung eintritt zwischen dem astralischen, dem physischen und dem ätherischen Teile des Kopfes. Nun beruht aber unser waches Denken und auch das übrige wache Seelenleben eben gerade darauf, daß in einer gewissen Beziehung das Ich und der Astralleib des Kopfes außerhalb des physischen und Ätherleibes sind und sich gerade dadurch in dem physischen und ätherischen Leibe des Kopfes spiegeln; wie wir uns ja auch nur im Spiegel sehen können, wenn wir außerhalb sind. Diese Spiegelung gibt ja die Bilder unseres Alltagsbewußtseins. Das sind Spiegelbilder, die wir im Alltagsleben erleben, erkennend wahrnehmen. Und durch dieses Aufßerhalb-des-Kopfes-Leben, durch dieses Schlafen des Kopfes, und durch die durch die Härte des Schädels bewirkte Zurückwerfung der Tätigkeit des Ich und Astralleibes wird gemacht, daß wir eben das Innere des Ich und das Innere des Astralleibes empfinden als unser eigenes. Würde so, wie es bei den anderen Teilen des Organismus der Fall ist, die Tätigkeit des Ich und Astralleibes noch mehr hineinarbeiten in die Täugkeit des physischen und Ätherleibes, dann würden wir verdauungsorganische Tätigkeit, vielleicht auch rhythmische Tätigkeit wie im Herzen, im Kopfe wahrnehmen, vielleicht auch nicht wahrnehmen aber von einer Denktätigkeit würde nicht die Rede sein können, denn diese beruht darauf, daß diese Tätigkeit nicht aufgenommen, sondern zurückgestrahlt wird. Das Herz, die anderen Organe, welche absorbieren, die nehmen die Tätigkeit des Ich und Astralleibes auf. Die Kopforgane nehmen sie nicht auf, sie strahlen sie vielmehr zurück; daher kann sie dann erlebt werden im seelischen Innern.

[ 7 ] Nun, in der Nacht, vom Einschlafen bis zum Aufwachen, da ist gewissermaßen das ganze Ich und der ganze Astralleib — auch das ist nicht einmal ganz richtig, aber ungefähr —, es ist also ein viel größerer Teil des Ich und des Astralleibes außerhalb des physischen und Ätherleibes. Der Mensch ist da in der Lage, vom Einschlafen bis zum Aufwachen, in bezug auf ein viel größeres Stück von Ich und Astralleib, sich so zu verhalten, wie er sich beim Wachen gegenüber seinem Kopfe verhält. Aber nun ist noch nicht der übrige Organismus so weit wie der Kopf; er ist noch nicht so weit gediehen, daß er zurückstrahlen könnte, wie es der Kopf kann. Daher kann keine Bewußtheit eintreten im Schlafe. Wenn wir die Bewegung unserer Hände betrachten, so müssen wir uns sagen: In diesen Händen haben wir, soweit wir sie bewegen können, wenn wir wach sind, natürlich die betreffenden Glieder, Ich, Astralleib, Ätherleib und physischen Leib. Das alles ist vorhanden, das alles ist in Tätigkeit, wenn wir die Hände bewegen. Nun denken Sie sich einmal, es würde ein Mensch in die Lage versetzt, daß seine Hände angebunden würden an seinen Organismus, und zwar so, daß er sie niemals würde bewegen können, sondern daß sie fest wären an dem Organismus, daß sie fest an den Organismus angebunden wären. Und nehmen wir an, es würde dem Menschen zugleich die Gabe verliehen, während er jetzt seine angebundenen physischen Hände nicht bewegen kann, daß er den Ätherleib oder wenigstens den Astralleib der Hände allein bewegen könnte. Das würde etwas sehr Bedeutendes zur Folge haben. Er würde dann gleichsam hinausstrecken seine Astral- beziehungsweise Ätherhände aus den physischen Händen, die er nicht bewegen könnte, die angebunden wären. Wir bemühen uns nicht, diese Prozedur überhaupt je auszuführen; wenn wir etwas vom Astralischen und Ätherischen der Hände bewegen, so bewegen wir eben die physischen Hände mit. Nun kann man das auf der Erde so ohne weiteres nicht gut durchführen als etwas Narürliches, aber im Laufe der Evolution wird es durchgeführt, nur etwas anders als in der groben Weise, wie ich es jetzt besprochen habe. So wird es durchgeführt, daß, indem sich der Mensch im Laufe der Erdenevolution weiter entfalten und zum Jupiter hinüberwachsen wird, in der Tat das eintreten wird, daß seine Hände, die physischen Hände, unbeweglich werden. Auf dem Jupiter wird der Mensch schon so erscheinen, daß seine physischen Hände nicht mehr bewegliche Organe sind, sondern festliegen, dafür aber eben die astralischen und auch die Ätherhände zum Teil sich heraus bewegen können. Also es wird auf dem Jupiter von den physischen Händen nur noch unbewegliche Andeutungen geben, dagegen werden sich die astralischen, respektive Ätherhände frei bewegen wie Flügel. Darauf wird es beruhen, daß dieser Jupitermensch nicht bloß ein Gehirndenker ist, sondern daß ihm dann seine festliegenden Hände die Möglichkeit geben, zurückzustrahlen in das, was jetzt mit den physischen Händen verbunden ist, und er wird dadurch ein viel lebendigeres, ein viel umfassenderes Denken haben. Dadurch, daß ein physisches Organ zur Ruhe kommt, dadurch kann das entsprechende geistig-seelische Glied, das zu dem physischen Organ dazugehört, befreit werden und kann dann eine geistig-seelische Tätigkeit entfalten. Es ist nämlich wirklich so mit unserem Gehirn: als wir noch Mondmenschen waren, da hatten wir solche Organe, die sich hier wie Hände bewegten, und diese Organe sind festgemacht worden. Auf dem Monde hatten wir noch keine feste Gehirnschale; da konnten sich die Organe, die jetzt im Gehirn zusammengefaltet sind, bewegen wie Hände. Dafür konnte der Mensch auf dem Monde noch nicht so denken wie auf der Erde. Aber für denjenigen, der hellsichtig das Denken prüft, ist es klar, daß sich da die im schlafenden Gehirn befindlichen Organe tatsächlich beim wachenden Menschen flügelartig bewegen, wie ich Ihnen beschrieben habe, daß sich Astral- und Ätherhände bewegen würden, wenn die physischen Hände festliegen könnten. Das ist also vom Übergang des Mondenzustandes zum Erdenzustand wirklich geschehen, daß hier gleichsam Hände gebändigt worden sind und jetzt noch festgehalten werden durch die feste Gehirnschale, und daß dadurch das Ätherische und Astralische frei ist. Aber die Organe müssen fortentwickelt werden. Diese Hände können nicht bleiben wie sie sind, wenn wir uns zum Jupiter entwickeln, sondern diese Hände werden in substantieller Beziehung eine Abänderung erfahren, wie sie unser Gehirn erfahren hat, so daß es zum Rückstrahlorgan geworden ist. Dieser Prozeß ist der, den man bezeichnen könnte als den der naturgemäßen Evolution.

[ 7 ] Nun, in der Nacht, vom Einschlafen bis zum Aufwachen, da ist gewissermaßen das ganze Ich und der ganze Astralleib — auch das ist nicht einmal ganz richtig, aber ungefähr —, es ist also ein viel größerer Teil des Ich und des Astralleibes außerhalb des physischen und Ätherleibes. Der Mensch ist da in der Lage, vom Einschlafen bis zum Aufwachen, in bezug auf ein viel größeres Stück von Ich und Astralleib, sich so zu verhalten, wie er sich beim Wachen gegenüber seinem Kopfe verhält. Aber nun ist noch nicht der übrige Organismus so weit wie der Kopf; er ist noch nicht so weit gediehen, daß er zurückstrahlen könnte, wie es der Kopf kann. Daher kann keine Bewußtheit eintreten im Schlafe. Wenn wir die Bewegung unserer Hände betrachten, so müssen wir uns sagen: In diesen Händen haben wir, soweit wir sie bewegen können, wenn wir wach sind, natürlich die betreffenden Glieder, Ich, Astralleib, Ätherleib und physischen Leib. Das alles ist vorhanden, das alles ist in Tätigkeit, wenn wir die Hände bewegen. Nun denken Sie sich einmal, es würde ein Mensch in die Lage versetzt, daß seine Hände angebunden würden an seinen Organismus, und zwar so, daß er sie niemals würde bewegen können, sondern daß sie fest wären an dem Organismus, daß sie fest an den Organismus angebunden wären. Und nehmen wir an, es würde dem Menschen zugleich die Gabe verliehen, während er jetzt seine angebundenen physischen Hände nicht bewegen kann, daß er den Ätherleib oder wenigstens den Astralleib der Hände allein bewegen könnte. Das würde etwas sehr Bedeutendes zur Folge haben. Er würde dann gleichsam hinausstrecken seine Astral- beziehungsweise Ätherhände aus den physischen Händen, die er nicht bewegen könnte, die angebunden wären. Wir bemühen uns nicht, diese Prozedur überhaupt je auszuführen; wenn wir etwas vom Astralischen und Ätherischen der Hände bewegen, so bewegen wir eben die physischen Hände mit. Nun kann man das auf der Erde so ohne weiteres nicht gut durchführen als etwas Narürliches, aber im Laufe der Evolution wird es durchgeführt, nur etwas anders als in der groben Weise, wie ich es jetzt besprochen habe. So wird es durchgeführt, daß, indem sich der Mensch im Laufe der Erdenevolution weiter entfalten und zum Jupiter hinüberwachsen wird, in der Tat das eintreten wird, daß seine Hände, die physischen Hände, unbeweglich werden. Auf dem Jupiter wird der Mensch schon so erscheinen, daß seine physischen Hände nicht mehr bewegliche Organe sind, sondern festliegen, dafür aber eben die astralischen und auch die Ätherhände zum Teil sich heraus bewegen können. Also es wird auf dem Jupiter von den physischen Händen nur noch unbewegliche Andeutungen geben, dagegen werden sich die astralischen, respektive Ätherhände frei bewegen wie Flügel. Darauf wird es beruhen, daß dieser Jupitermensch nicht bloß ein Gehirndenker ist, sondern daß ihm dann seine festliegenden Hände die Möglichkeit geben, zurückzustrahlen in das, was jetzt mit den physischen Händen verbunden ist, und er wird dadurch ein viel lebendigeres, ein viel umfassenderes Denken haben. Dadurch, daß ein physisches Organ zur Ruhe kommt, dadurch kann das entsprechende geistig-seelische Glied, das zu dem physischen Organ dazugehört, befreit werden und kann dann eine geistig-seelische Tätigkeit entfalten. Es ist nämlich wirklich so mit unserem Gehirn: als wir noch Mondmenschen waren, da hatten wir solche Organe, die sich hier wie Hände bewegten, und diese Organe sind festgemacht worden. Auf dem Monde hatten wir noch keine feste Gehirnschale; da konnten sich die Organe, die jetzt im Gehirn zusammengefaltet sind, bewegen wie Hände. Dafür konnte der Mensch auf dem Monde noch nicht so denken wie auf der Erde. Aber für denjenigen, der hellsichtig das Denken prüft, ist es klar, daß sich da die im schlafenden Gehirn befindlichen Organe tatsächlich beim wachenden Menschen flügelartig bewegen, wie ich Ihnen beschrieben habe, daß sich Astral- und Ätherhände bewegen würden, wenn die physischen Hände festliegen könnten. Das ist also vom Übergang des Mondenzustandes zum Erdenzustand wirklich geschehen, daß hier gleichsam Hände gebändigt worden sind und jetzt noch festgehalten werden durch die feste Gehirnschale, und daß dadurch das Ätherische und Astralische frei ist. Aber die Organe müssen fortentwickelt werden. Diese Hände können nicht bleiben wie sie sind, wenn wir uns zum Jupiter entwickeln, sondern diese Hände werden in substantieller Beziehung eine Abänderung erfahren, wie sie unser Gehirn erfahren hat, so daß es zum Rückstrahlorgan geworden ist. Dieser Prozeß ist der, den man bezeichnen könnte als den der naturgemäßen Evolution.

[ 8 ] Ein anderer Prozeß ist nun der Initiaionsprozeß. Er besteht darin, daß wir in den Mittelpunkt unseres Bewußtseins irgendeine mantrische Meditation gedanklich stellen und darinnen ganz aufgehen. Wenn wir das tun, so liegt wirklich viel daran, daß wir nun nicht unser Leibliches benützen, um diesen Gedanken zu bilden, um den Gedanken zu haben, sondern daß wir wirklich uns von dem Leiblichen, dem Physisch-Sinnlichen mit diesem Gedanken zurückziehen, daß wir in ihm verharren, daß wir beim Meditieren keine Hilfe haben an der physischen Welt. Beim gewöhnlichen Alltagsdenken hilft uns der physische Leib, hilft uns die physische Welt. Wir denken, wenn durch die Sinne auf uns Eindrücke gemacht werden. Dadurch wird uns das Denken bequem. Denn die Welt macht auf uns zugleich einen ätherischen und einen physischen Eindruck. Das ist eine Unterstützung für unser Denken. Wenn wir meditieren, müssen wir uns gerade abseits stellen von allem Physischen, auch von allen Vorstellungen. Wir müssen ganz aus dem eigenen freien Willen einen Gedanken in den Mittelpunkt unseres Bewußstseins stellen. Dadurch geschieht nun etwas höchst Eigentümliches, das dem Wahrnehmungsprozeß gegenüber ein feinerer Prozeß ist. Wenn wir es dahin bringen, daß wir gleichsam im Vergessen der ganzen übrigen Welt — als wenn die übrige Welt nicht da wäre, es eigentlich nichts geben würde in Raum und Zeit als den einzigen Gedanken —, wenn wir es dahin gebracht haben, daß uns die ganze Welt gleichgültig ist und wir nur leben im Meditationsgedanken, dann tritt dasjenige ein, was selbstverständlich keine physische Wissenschaft konstatieren kann: durch diesen feinen Prozeß des Meditierens wird gewissermaßen ein feiner Wärmeverbrauch erzielt; Wärme wird verbraucht, wird weggebracht. Es ist ein Prozeß, den man selbstverständlich nicht physisch konstatieren kann, aber der Verbrauch findet statt, und wir werden einmal darüber bei Gelegenheit sprechen. Dann werden wir sehen, wie durch Vorgänge, die jeder beobachten kann, man nachweisen kann der physischen Wissenschaft, daß der Meditationsprozeß mit einem feinen Wärmeprozeß und mit einem feinen Lichtprozefß3 verknüpft ist.

[ 8 ] Ein anderer Prozeß ist nun der Initiaionsprozeß. Er besteht darin, daß wir in den Mittelpunkt unseres Bewußtseins irgendeine mantrische Meditation gedanklich stellen und darinnen ganz aufgehen. Wenn wir das tun, so liegt wirklich viel daran, daß wir nun nicht unser Leibliches benützen, um diesen Gedanken zu bilden, um den Gedanken zu haben, sondern daß wir wirklich uns von dem Leiblichen, dem Physisch-Sinnlichen mit diesem Gedanken zurückziehen, daß wir in ihm verharren, daß wir beim Meditieren keine Hilfe haben an der physischen Welt. Beim gewöhnlichen Alltagsdenken hilft uns der physische Leib, hilft uns die physische Welt. Wir denken, wenn durch die Sinne auf uns Eindrücke gemacht werden. Dadurch wird uns das Denken bequem. Denn die Welt macht auf uns zugleich einen ätherischen und einen physischen Eindruck. Das ist eine Unterstützung für unser Denken. Wenn wir meditieren, müssen wir uns gerade abseits stellen von allem Physischen, auch von allen Vorstellungen. Wir müssen ganz aus dem eigenen freien Willen einen Gedanken in den Mittelpunkt unseres Bewußstseins stellen. Dadurch geschieht nun etwas höchst Eigentümliches, das dem Wahrnehmungsprozeß gegenüber ein feinerer Prozeß ist. Wenn wir es dahin bringen, daß wir gleichsam im Vergessen der ganzen übrigen Welt — als wenn die übrige Welt nicht da wäre, es eigentlich nichts geben würde in Raum und Zeit als den einzigen Gedanken —, wenn wir es dahin gebracht haben, daß uns die ganze Welt gleichgültig ist und wir nur leben im Meditationsgedanken, dann tritt dasjenige ein, was selbstverständlich keine physische Wissenschaft konstatieren kann: durch diesen feinen Prozeß des Meditierens wird gewissermaßen ein feiner Wärmeverbrauch erzielt; Wärme wird verbraucht, wird weggebracht. Es ist ein Prozeß, den man selbstverständlich nicht physisch konstatieren kann, aber der Verbrauch findet statt, und wir werden einmal darüber bei Gelegenheit sprechen. Dann werden wir sehen, wie durch Vorgänge, die jeder beobachten kann, man nachweisen kann der physischen Wissenschaft, daß der Meditationsprozeß mit einem feinen Wärmeprozeß und mit einem feinen Lichtprozefß3 verknüpft ist.

[ 9 ] Von dem Licht, das wir aufgenommen haben, verbrauchen wir innerlich etwas; wir verbrauchen Licht. Wir verbrauchen auch noch etwas anderes, aber wir wollen dabei stehenbleiben, daß wir Wärme und Licht verbrauchen. Das, was wir verbrauchen, das macht eben, daß dasjenige eintritt, was ich vor acht Tagen hier besprochen habe, daß aus dem Prozeß des Meditierens sich etwas bildet wie ein feines Lebendiges. Wenn wir im gewöhnlichen Alltagsprozesse denken, lebt auch in uns etwas, was sich eindrückt in unseren Organismus und einen Prozeß bewirkt, der auch mit Wärme zu tun hat; das drückt sich da ein, und das, was sich da abspielt, das bewirkt, daß wir Erinnerung haben. Aber dazu darf es beim Meditieren nicht kommen. Wenn wir abgeschlossen leben in dem reinen Gedankenoder Empfindungsinhalte, dann drückt sich nicht in unserem Leib dasjenige ab, was wir da verbrauchen, sondern das drückt sich ab im allgemeinen Äther. Das verursacht außerhalb einen Prozeß. Ja, meine lieben Freunde, wenn Sie wirklich ernstlich, wahrhaftig meditieren, dann drücken Sie dem allgemeinen Äther Ihre Gedankenform ein; die ist da drinnen. Und wenn Sie dann auf einen Meditationsprozeß zurückschauen, ist es nicht ein gewöhnliches Erinnern, sondern ein Zurückschauen zu dem, was sich eingedrückt hat dem Weltenäther. Das ist wichtig, daß wir das beachten. Das ist ein feiner Prozeß, den wir so ausführen, daß er eine Beziehung darstellt zwischen uns und der umgebenden ätherischen und astralischen Welt. Der Mensch, der das gewöhnliche, alltägliche Wahrnehmen und Denken entwickelt, hat nur mit sich selbst etwas zu tun; es ist ein Prozeß, der sich in uns nur abspielt. Derjenige aber, der sich einläßt auf das wahre, echte Meditieren, lebt in einem Prozeß, der zugleich ein Weltenprozef, ein kosmischer Prozeß ist. Da geschieht etwas, wenn es auch etwas außerordentlich Feines nur ist. Und was geschieht, ist das folgende: Beim Meditieren wird etwas Wärme verbraucht. Wenn sie verbraucht wird, entsteht Kälte; es wird der allgemeine Weltenäther, wenn wir meditieren, abgekühlt. Und da auch Licht verbraucht wird, wird er gedämpft; es entsteht Dunkelheit, abgedämpftes Licht. So daß, wenn ein Mensch an einer Stelle der Welt meditiert und dann weggeht, er an dieser Stelle zurückläßt eine schwache Abkühlung und zu gleicher Zeit eine Dämpfung des Lichtes. Der allgemeine Lichtzustand ist herabgedämpft, ist dunkler geworden. Hellsichtig kann man immer verfolgen, wenn ein Mensch an einer Stelle meditiert hat, wo er wirklich den Meditationsprozeß ausgeführt hat. Wenn er wieder weggeht, ist ein Schattenbild von ihm da, das sogar kühler ist als die Umgebung. Es ist also ein kühles dunkles Gespenst an die Stelle hingebracht; das haben wir dort eingraviert. Und es ist im feinen, im ganz feinen wirklich etwas vollzogen an der Stelle, was Sie vergleichen können im groben mit dem, was auf der photographischen Platte entsteht. Es ist wirklich eine Art Gespenst da gebildet. Es ist das also ein Prozeß, der sich nicht bloß im Menschen, sondern kosmisch wirklich abspielt, wodurch der Mensch sich einfügt in den Kosmos.

[ 9 ] Von dem Licht, das wir aufgenommen haben, verbrauchen wir innerlich etwas; wir verbrauchen Licht. Wir verbrauchen auch noch etwas anderes, aber wir wollen dabei stehenbleiben, daß wir Wärme und Licht verbrauchen. Das, was wir verbrauchen, das macht eben, daß dasjenige eintritt, was ich vor acht Tagen hier besprochen habe, daß aus dem Prozeß des Meditierens sich etwas bildet wie ein feines Lebendiges. Wenn wir im gewöhnlichen Alltagsprozesse denken, lebt auch in uns etwas, was sich eindrückt in unseren Organismus und einen Prozeß bewirkt, der auch mit Wärme zu tun hat; das drückt sich da ein, und das, was sich da abspielt, das bewirkt, daß wir Erinnerung haben. Aber dazu darf es beim Meditieren nicht kommen. Wenn wir abgeschlossen leben in dem reinen Gedankenoder Empfindungsinhalte, dann drückt sich nicht in unserem Leib dasjenige ab, was wir da verbrauchen, sondern das drückt sich ab im allgemeinen Äther. Das verursacht außerhalb einen Prozeß. Ja, meine lieben Freunde, wenn Sie wirklich ernstlich, wahrhaftig meditieren, dann drücken Sie dem allgemeinen Äther Ihre Gedankenform ein; die ist da drinnen. Und wenn Sie dann auf einen Meditationsprozeß zurückschauen, ist es nicht ein gewöhnliches Erinnern, sondern ein Zurückschauen zu dem, was sich eingedrückt hat dem Weltenäther. Das ist wichtig, daß wir das beachten. Das ist ein feiner Prozeß, den wir so ausführen, daß er eine Beziehung darstellt zwischen uns und der umgebenden ätherischen und astralischen Welt. Der Mensch, der das gewöhnliche, alltägliche Wahrnehmen und Denken entwickelt, hat nur mit sich selbst etwas zu tun; es ist ein Prozeß, der sich in uns nur abspielt. Derjenige aber, der sich einläßt auf das wahre, echte Meditieren, lebt in einem Prozeß, der zugleich ein Weltenprozef, ein kosmischer Prozeß ist. Da geschieht etwas, wenn es auch etwas außerordentlich Feines nur ist. Und was geschieht, ist das folgende: Beim Meditieren wird etwas Wärme verbraucht. Wenn sie verbraucht wird, entsteht Kälte; es wird der allgemeine Weltenäther, wenn wir meditieren, abgekühlt. Und da auch Licht verbraucht wird, wird er gedämpft; es entsteht Dunkelheit, abgedämpftes Licht. So daß, wenn ein Mensch an einer Stelle der Welt meditiert und dann weggeht, er an dieser Stelle zurückläßt eine schwache Abkühlung und zu gleicher Zeit eine Dämpfung des Lichtes. Der allgemeine Lichtzustand ist herabgedämpft, ist dunkler geworden. Hellsichtig kann man immer verfolgen, wenn ein Mensch an einer Stelle meditiert hat, wo er wirklich den Meditationsprozeß ausgeführt hat. Wenn er wieder weggeht, ist ein Schattenbild von ihm da, das sogar kühler ist als die Umgebung. Es ist also ein kühles dunkles Gespenst an die Stelle hingebracht; das haben wir dort eingraviert. Und es ist im feinen, im ganz feinen wirklich etwas vollzogen an der Stelle, was Sie vergleichen können im groben mit dem, was auf der photographischen Platte entsteht. Es ist wirklich eine Art Gespenst da gebildet. Es ist das also ein Prozeß, der sich nicht bloß im Menschen, sondern kosmisch wirklich abspielt, wodurch der Mensch sich einfügt in den Kosmos.

[ 10 ] Nun gibt es allerdings einen Gedanken, den der Mensch meditiert, auch wenn er gar nicht Meditant ist, wenn er gar nichts weiß von irgendwelcher Geisteswissenschaft. Einen Gedanken meditiert der Mensch schon. Und dieser eine Gedanke, es ist ja scheinbar ein recht kleiner, aber ein für das Leben unendlich wichtiger, das ist der Gedanke des Ich. Der Gedanke des Ich wird nämlich immer so gefaßt, daß er leibfrei gefaßt wird. Und insofern wir mit unserem Ich ein Verhältnis zur Welt haben, werden auch gewisse Dinge, die mit unserem Ich zusammenhängen, wenn es auch der Mensch nicht merkt im Leben, so gedacht, daß sie eben, ich möchte sagen, wie Zweige an einem Baume sind. So werden gewisse Gedanken, Empfindungen, Willensimpulse wie Zweige oder auch wie Fühlhörner, bewegliche Fühlhörner; die werden um das Ich herumgruppiert sein. So daß in der Tat der Mensch immerfort, sein ganzes Leben hindurch, hinter sich hergehen läßt dasjenige, was er als Ich denkt und was solche bewegliche Fangarme nach allen Seiten ausstreckt. Eine gespensterartige Qualle läßt der Mensch immer hinter sich, sein ganzes Leben hindurch. Aber das ist eine sehr reale Sache, denn die enthält zu gleicher Zeit alles das, was der Mensch — insofern er es in seinem Ich erdenkt, erfühlt — durchlebt hat. Das bleibt bestehen. Und wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, lernt er allmählich auf dieses Zurückgelassene zurückschauen, und das macht die Möglichkeit, daß ein Zusammenhang besteht zwischen dem, was er nach dem Tode erlebt und was er zurückgelassen hat.

[ 10 ] Nun gibt es allerdings einen Gedanken, den der Mensch meditiert, auch wenn er gar nicht Meditant ist, wenn er gar nichts weiß von irgendwelcher Geisteswissenschaft. Einen Gedanken meditiert der Mensch schon. Und dieser eine Gedanke, es ist ja scheinbar ein recht kleiner, aber ein für das Leben unendlich wichtiger, das ist der Gedanke des Ich. Der Gedanke des Ich wird nämlich immer so gefaßt, daß er leibfrei gefaßt wird. Und insofern wir mit unserem Ich ein Verhältnis zur Welt haben, werden auch gewisse Dinge, die mit unserem Ich zusammenhängen, wenn es auch der Mensch nicht merkt im Leben, so gedacht, daß sie eben, ich möchte sagen, wie Zweige an einem Baume sind. So werden gewisse Gedanken, Empfindungen, Willensimpulse wie Zweige oder auch wie Fühlhörner, bewegliche Fühlhörner; die werden um das Ich herumgruppiert sein. So daß in der Tat der Mensch immerfort, sein ganzes Leben hindurch, hinter sich hergehen läßt dasjenige, was er als Ich denkt und was solche bewegliche Fangarme nach allen Seiten ausstreckt. Eine gespensterartige Qualle läßt der Mensch immer hinter sich, sein ganzes Leben hindurch. Aber das ist eine sehr reale Sache, denn die enthält zu gleicher Zeit alles das, was der Mensch — insofern er es in seinem Ich erdenkt, erfühlt — durchlebt hat. Das bleibt bestehen. Und wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, lernt er allmählich auf dieses Zurückgelassene zurückschauen, und das macht die Möglichkeit, daß ein Zusammenhang besteht zwischen dem, was er nach dem Tode erlebt und was er zurückgelassen hat.

[ 11 ] Im Meditieren müssen wir als Erdenmenschen zunächst erreichen das Festhalten unserer Organe durch den Willen; und es beruht ja die Möglichkeit, richtig zu meditieren, darauf, daß wir wirklich unser Denken, Fühlen und Empfinden in der Meditation freimachen, so daß der Leib nicht mittut und wir dadurch so stark uns innerlich konzentrieren können, daß bloß das, was wir wollen, nicht was wir nicht wollen, sich eingräbt, sich abphotographiert gleichsam in den Weltenäther. Das müssen wir immer betonen, daß wirkliches, richtiges Meditieren ein realer Prozeß ist, ein wirklich realer Prozeß ist.

[ 11 ] Im Meditieren müssen wir als Erdenmenschen zunächst erreichen das Festhalten unserer Organe durch den Willen; und es beruht ja die Möglichkeit, richtig zu meditieren, darauf, daß wir wirklich unser Denken, Fühlen und Empfinden in der Meditation freimachen, so daß der Leib nicht mittut und wir dadurch so stark uns innerlich konzentrieren können, daß bloß das, was wir wollen, nicht was wir nicht wollen, sich eingräbt, sich abphotographiert gleichsam in den Weltenäther. Das müssen wir immer betonen, daß wirkliches, richtiges Meditieren ein realer Prozeß ist, ein wirklich realer Prozeß ist.

[ 12 ] Wenn wir bedenken, daß der Mensch das zurückläßt und im Grunde die ganzen Erlebnisse in dem drinnen sind, was er zurückläßt, und daß das bleibt, so werden wir auch einsehen, daß, wenn der Mensch durch die Zeit hindurchgegangen ist, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt liegt, und wieder herunterkommt auf die Erde —, daß er dann noch im Weltenäther drinnen das vorfindet, was er da zurückgelassen hat. Da haben wir das real, wie sich Karma bewirkt. Es ist ja da dasjenige, was der Mensch erzeugt hat als sein Gespenst und was auf ihn nun wirkt und im Zusammenhang mit dem späteren Leben eben das bildet, was im Karma sich abspielt.

[ 12 ] Wenn wir bedenken, daß der Mensch das zurückläßt und im Grunde die ganzen Erlebnisse in dem drinnen sind, was er zurückläßt, und daß das bleibt, so werden wir auch einsehen, daß, wenn der Mensch durch die Zeit hindurchgegangen ist, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt liegt, und wieder herunterkommt auf die Erde —, daß er dann noch im Weltenäther drinnen das vorfindet, was er da zurückgelassen hat. Da haben wir das real, wie sich Karma bewirkt. Es ist ja da dasjenige, was der Mensch erzeugt hat als sein Gespenst und was auf ihn nun wirkt und im Zusammenhang mit dem späteren Leben eben das bildet, was im Karma sich abspielt.

[ 13 ] Man kann erst langsam und allmählich zu der Erkenntnis dieser Dinge kommen. Weil das so ist, weil ein wirklicher Prozeß sich abspielt, der über uns hinausgeht, der in den Kosmos eingreift, daher bekommt der Meditant das Gefühl: es ist das Meditieren etwas anderes als das gewöhnliche Denken. Bei dem letzteren haben wir das Gefühl: wir sind es, die die Gedanken zusammenfügen, die den einen Gedanken zum anderen bringen; wir sind es, die da urteilen. Beim Meditieren bekommt man allmählich das Gefühl: das bist nicht bloß du, der da denkt, der meditiert, sondern da geschieht etwas, worin du zwar stehst, was aber auch sich außerhalb von dir als etwas bleibend Geschehenes abspielt. Und dieses Gefühl muß man bekommen. Gerade so, wie wenn man das Gefühl hat, daß, wenn man einen zerbrechlichen Gegenstand an die Wand wirft, nicht nur dasjenige geschieht, was vor dem Fliegen geschehen ist, sondern nachher etwas, was damit im Zusammenhange steht: er zerbricht, das geschieht, wenn er sich losgelöst hat von uns —, so bekommt man das Gefühl im Meditieren: das bist nicht du, der denkt, sondern du fachst zwar deine Gedanken an, aber dann wirbeln sie weiter, sie wirbeln und wesen. Du bist dann nicht mehr bloß der Herr von ihnen, sondern sie beginnen ein selbständiges Eigenleben und Eigenwesen. Und dieses sich wie in der Atmosphäre, wie in der Webe- und Wesens-Atmosphäre seiner Gedanken Darinnenfühlen, wie wenn die Gedanken sich sogar wie Wellen durch unser Gehirn hindurchbewegen würden —, anfangen dieses zu fühlen, das ist das, was das feste, sichere Gefühl ergibt: du stehst in einer geistigen Welt darinnen; du bist selbst nur ein webendes Glied in dem allgemeinen Weben darinnen. Und das ist wichtig, daß wir wirklich zu solcher Stille, zu solcher Seelenruhe im Meditieren kommen, daß wir zu diesem bedeutsamen Gefühl kommen: du bist nicht allein, der das macht; es wird gemacht. Du hast angefangen, diese Wellen zu bewegen, aber sie breiten sich aus um dich herum. Sie haben ein Eigenleben, dessen Mittelpunkt du nur bist.

[ 13 ] Man kann erst langsam und allmählich zu der Erkenntnis dieser Dinge kommen. Weil das so ist, weil ein wirklicher Prozeß sich abspielt, der über uns hinausgeht, der in den Kosmos eingreift, daher bekommt der Meditant das Gefühl: es ist das Meditieren etwas anderes als das gewöhnliche Denken. Bei dem letzteren haben wir das Gefühl: wir sind es, die die Gedanken zusammenfügen, die den einen Gedanken zum anderen bringen; wir sind es, die da urteilen. Beim Meditieren bekommt man allmählich das Gefühl: das bist nicht bloß du, der da denkt, der meditiert, sondern da geschieht etwas, worin du zwar stehst, was aber auch sich außerhalb von dir als etwas bleibend Geschehenes abspielt. Und dieses Gefühl muß man bekommen. Gerade so, wie wenn man das Gefühl hat, daß, wenn man einen zerbrechlichen Gegenstand an die Wand wirft, nicht nur dasjenige geschieht, was vor dem Fliegen geschehen ist, sondern nachher etwas, was damit im Zusammenhange steht: er zerbricht, das geschieht, wenn er sich losgelöst hat von uns —, so bekommt man das Gefühl im Meditieren: das bist nicht du, der denkt, sondern du fachst zwar deine Gedanken an, aber dann wirbeln sie weiter, sie wirbeln und wesen. Du bist dann nicht mehr bloß der Herr von ihnen, sondern sie beginnen ein selbständiges Eigenleben und Eigenwesen. Und dieses sich wie in der Atmosphäre, wie in der Webe- und Wesens-Atmosphäre seiner Gedanken Darinnenfühlen, wie wenn die Gedanken sich sogar wie Wellen durch unser Gehirn hindurchbewegen würden —, anfangen dieses zu fühlen, das ist das, was das feste, sichere Gefühl ergibt: du stehst in einer geistigen Welt darinnen; du bist selbst nur ein webendes Glied in dem allgemeinen Weben darinnen. Und das ist wichtig, daß wir wirklich zu solcher Stille, zu solcher Seelenruhe im Meditieren kommen, daß wir zu diesem bedeutsamen Gefühl kommen: du bist nicht allein, der das macht; es wird gemacht. Du hast angefangen, diese Wellen zu bewegen, aber sie breiten sich aus um dich herum. Sie haben ein Eigenleben, dessen Mittelpunkt du nur bist.

[ 14 ] Sie sehen daran, meine lieben Freunde, daß es ein Erlebnis ist, das eigentlich die Erkenntnis der geistigen Welt gibt. Und dieses Erlebnis, das muß man in aller Ruhe abwarten. Er ist von außerordentlicher Bedeutung, aber es gehört Geduld, Ausdauer, Entsagung dazu, es in aller Ruhe abzuwarten. Denn es genügt dieses Erlebnis, um die volle Überzeugung zu bekommen von dem objektiven Vorhandensein der geistigen Welt.

[ 14 ] Sie sehen daran, meine lieben Freunde, daß es ein Erlebnis ist, das eigentlich die Erkenntnis der geistigen Welt gibt. Und dieses Erlebnis, das muß man in aller Ruhe abwarten. Er ist von außerordentlicher Bedeutung, aber es gehört Geduld, Ausdauer, Entsagung dazu, es in aller Ruhe abzuwarten. Denn es genügt dieses Erlebnis, um die volle Überzeugung zu bekommen von dem objektiven Vorhandensein der geistigen Welt.

[ 15 ] Was Sie entnehmen können den Auseinandersetzungen, die wir eben gepflogen haben, das ist, daß diese Abwechslungszustände von Wachen und Schlafen im Grunde recht allgemein notwendige sind. Hier schlafen und wachen wir in der Weise, wie es uns eben bekannt ist. Aus dem Grunde schlafen und wachen wir, damit unser während des ganzen Tages tätiges Gehirn auch untertauchen kann in den Teil, der bei Tage die Organe versorgt und bei Nacht heraus ist und unbewußt bleibt. Dieser Rhythmus von Schlafen und Wachen muß stattfinden; aber wir haben gesehen, daß er auch stattfindet im großen Entwickelungsgange des Weltenwesens. Wenn wir jetzt unser Gehirn eigentlich schlafend haben, damit wir denken können, und die Hände wachend, das heißt unser ganzes Verhältnis mit den Händen frei, wachend haben, während wir sie im Schlafe nicht rühren, so waren wir auf dem Monde mit Bezug auf unser Gehirn recht wach, und wir haben das Schlafen gelernt; wir können gerade dadurch das Erdendenken entwickeln, daß wir das Schlafen des Gehirns gelernt haben. Während es auf dem Monde noch wach war, erreichte es hier die Möglichkeit zu schlafen; und dadurch kann der Mensch denken. Der Mittelleib wird lernen, auf dem Jupiter zu schlafen, dadurch wird das Denken ein weiteres Erlebnis werden. So gehen die Zustände zwischen Schlafen und Wachen durch die Entwickelung hindurch. Aber diese Zustände sind ganz allgemeine, sie zeigen sich auf allen möglichen Gebieten. Man kann sagen: Wo man hinschaut, sieht man, daß schlafende und wachende, abwechselnde Zustände richtig notwendig sind. Ich werde ein absonderliches Beispiel einmal dafür anführen, ein absonderliches Beispiel, das uns aber doch in unserer Zeit etwas naheliegen kann.

[ 15 ] Was Sie entnehmen können den Auseinandersetzungen, die wir eben gepflogen haben, das ist, daß diese Abwechslungszustände von Wachen und Schlafen im Grunde recht allgemein notwendige sind. Hier schlafen und wachen wir in der Weise, wie es uns eben bekannt ist. Aus dem Grunde schlafen und wachen wir, damit unser während des ganzen Tages tätiges Gehirn auch untertauchen kann in den Teil, der bei Tage die Organe versorgt und bei Nacht heraus ist und unbewußt bleibt. Dieser Rhythmus von Schlafen und Wachen muß stattfinden; aber wir haben gesehen, daß er auch stattfindet im großen Entwickelungsgange des Weltenwesens. Wenn wir jetzt unser Gehirn eigentlich schlafend haben, damit wir denken können, und die Hände wachend, das heißt unser ganzes Verhältnis mit den Händen frei, wachend haben, während wir sie im Schlafe nicht rühren, so waren wir auf dem Monde mit Bezug auf unser Gehirn recht wach, und wir haben das Schlafen gelernt; wir können gerade dadurch das Erdendenken entwickeln, daß wir das Schlafen des Gehirns gelernt haben. Während es auf dem Monde noch wach war, erreichte es hier die Möglichkeit zu schlafen; und dadurch kann der Mensch denken. Der Mittelleib wird lernen, auf dem Jupiter zu schlafen, dadurch wird das Denken ein weiteres Erlebnis werden. So gehen die Zustände zwischen Schlafen und Wachen durch die Entwickelung hindurch. Aber diese Zustände sind ganz allgemeine, sie zeigen sich auf allen möglichen Gebieten. Man kann sagen: Wo man hinschaut, sieht man, daß schlafende und wachende, abwechselnde Zustände richtig notwendig sind. Ich werde ein absonderliches Beispiel einmal dafür anführen, ein absonderliches Beispiel, das uns aber doch in unserer Zeit etwas naheliegen kann.

[ 16 ] Nicht wahr, Sie können, wenn Sie sich unterrichten wollen, was sich im literarischen Geistesleben im Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in der Kultur abspielte, in einem literaturhistorischen Werk nachsehen, welcher Dichter bedeutend, welcher unbedeutend war; und das Bild hört auch auf an einer Stelle: nämlich die Dichter, die dann ganz unbedeutend waren, werden gar nicht erwähnt. Und der Mensch, wenn er überhaupt etwas gegenwärtig weiß, weiß nun, welche Dichter in der ersten Hälfte oder in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bedeutend oder unbedeutend waren. Das weiß man; und von manchen, die — das ist ja nicht zu leugnen — auch geschrieben haben im neunzehnten Jahrhundert, wissen viele Menschen — ich will nicht sagen alle — jetzt gar nichts mehr. Nicht wahr, es gibt schon Menschen, von denen man gar nichts mehr weiß. Nun, es wird aber gewiß eine Zeit kommen, wo man ein anderes Bild haben wird, ein völlig anderes Bild von dem, was man zum Beispiel das literarische Geistesleben des neunzehnten Jahrhunderts nennt; wo man gewiß Dichtern, denen man heute viele Seiten widmet, nur eine halbe Seite widmen wird, und einem, den man heute gar nicht erwähnt, zehn bis zwanzig Seiten. Diese Dinge werden sich ändern. Und es besteht sogar die Notwendigkeit, daß diese Dinge sich gründlich ändern. Insbesondere, wenn man mit Rücksicht darauf, daß Geisteswissenschaft etwas sein muß, was jetzt in den Kulturprozeß der Menschheit einzieht und das menschliche Wissen ergreift und durchsetzt, wenn man dies in Betracht zieht, dann wird man wissen, wie die Menschen werden umlernen, werden denken lernen müssen. Eines will ich anführen. Nicht wahr, an die Stelle der heutigen Erkenntnis, welche eigentlich nur gewonnen wird dadurch, daß man gelten läßt als einzige wirkliche Erkenntnis dasjenige, was der Mensch mit Hilfe der Leibesorganisation gewinnt, muß sich ein anderes entwickeln, ein anderes, das auch gelten läßt dasjenige, was man auf dem geistigen Initiationswege sich erringen kann. Heute steht die Sache so, daß der wahre Wissenschafter dasjenige allein gelten läßt, dasjenige allein als gesichert hält, was durch das Erkennen gewonnen wird, welches durch die Werkzeuge des Leibes gewonnen wird. Alles andere ist Phantasiegebilde. Eventuell läßt er es noch als Hypothese gelten. Aber das darf nicht sehr weit gehen, sonst nennt er auch die Hypothese schon etwas höchst Phantastisches. Also das gilt heute. Eine Zeit muß kommen, in welcher nicht nur gelten gelassen wird dasjenige, was auf dem Wege geistiger Erkenntnis errungen wird, sondern wo auch dasjenige, was in der physischen Welt erkannt wird, durchleuchtet wird und im rechten Sinne erst ergründet wird durch die geistige Erkenntnis. Das muß so kommen.

[ 16 ] Nicht wahr, Sie können, wenn Sie sich unterrichten wollen, was sich im literarischen Geistesleben im Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in der Kultur abspielte, in einem literaturhistorischen Werk nachsehen, welcher Dichter bedeutend, welcher unbedeutend war; und das Bild hört auch auf an einer Stelle: nämlich die Dichter, die dann ganz unbedeutend waren, werden gar nicht erwähnt. Und der Mensch, wenn er überhaupt etwas gegenwärtig weiß, weiß nun, welche Dichter in der ersten Hälfte oder in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bedeutend oder unbedeutend waren. Das weiß man; und von manchen, die — das ist ja nicht zu leugnen — auch geschrieben haben im neunzehnten Jahrhundert, wissen viele Menschen — ich will nicht sagen alle — jetzt gar nichts mehr. Nicht wahr, es gibt schon Menschen, von denen man gar nichts mehr weiß. Nun, es wird aber gewiß eine Zeit kommen, wo man ein anderes Bild haben wird, ein völlig anderes Bild von dem, was man zum Beispiel das literarische Geistesleben des neunzehnten Jahrhunderts nennt; wo man gewiß Dichtern, denen man heute viele Seiten widmet, nur eine halbe Seite widmen wird, und einem, den man heute gar nicht erwähnt, zehn bis zwanzig Seiten. Diese Dinge werden sich ändern. Und es besteht sogar die Notwendigkeit, daß diese Dinge sich gründlich ändern. Insbesondere, wenn man mit Rücksicht darauf, daß Geisteswissenschaft etwas sein muß, was jetzt in den Kulturprozeß der Menschheit einzieht und das menschliche Wissen ergreift und durchsetzt, wenn man dies in Betracht zieht, dann wird man wissen, wie die Menschen werden umlernen, werden denken lernen müssen. Eines will ich anführen. Nicht wahr, an die Stelle der heutigen Erkenntnis, welche eigentlich nur gewonnen wird dadurch, daß man gelten läßt als einzige wirkliche Erkenntnis dasjenige, was der Mensch mit Hilfe der Leibesorganisation gewinnt, muß sich ein anderes entwickeln, ein anderes, das auch gelten läßt dasjenige, was man auf dem geistigen Initiationswege sich erringen kann. Heute steht die Sache so, daß der wahre Wissenschafter dasjenige allein gelten läßt, dasjenige allein als gesichert hält, was durch das Erkennen gewonnen wird, welches durch die Werkzeuge des Leibes gewonnen wird. Alles andere ist Phantasiegebilde. Eventuell läßt er es noch als Hypothese gelten. Aber das darf nicht sehr weit gehen, sonst nennt er auch die Hypothese schon etwas höchst Phantastisches. Also das gilt heute. Eine Zeit muß kommen, in welcher nicht nur gelten gelassen wird dasjenige, was auf dem Wege geistiger Erkenntnis errungen wird, sondern wo auch dasjenige, was in der physischen Welt erkannt wird, durchleuchtet wird und im rechten Sinne erst ergründet wird durch die geistige Erkenntnis. Das muß so kommen.

[ 17 ] Nun, man kann nicht nur vergleichsweise, sondern aller Wirklichkeit nach sagen: Wir leben jetzt in einer Zeit, in der der Mensch mit Bezug auf die Erkenntnis schläft, wenigstens die Menschen im allgemeinen; höflich zu sein ist ja sehr leicht, da ja der für Geisteswissenschaft sich Interessierende ausgeschlossen ist, der wacht also mit Bezug auf die geistige Erkenntnis. Aber die übrige Menschheit schläft mit Bezug auf die geistige Erkenntnis: sie ist schlafmützig. Und gerade das, was die allerverehrteste Wissenschaft ist, entsteht dadurch, daß sie in Wirklichkeit schlafend ist. Wir stehen in einer Zeit, wo diese wahre Wirklichkeit im allerintensivsten Sinne von der Menschheit verschlafen wird. Das hat sich vorbereitet seit langer Zeit, und, man möchte sagen, wie immer sich ein Einschlafen vollzieht vor dem Schlafe, so können wir auch beobachten, wie eine Art Traumzustand und ein Ringen mit dem Schlafe gerade im neunzehnten Jahrhundert da war. Jetzt leben wir ja in dem Zeitalter, wo mit Bezug auf das geistige Erkennen die Menscheit am meisten schläft. Jetzt schlummert sie süß. Aber es ist nicht leicht geworden, diesen Schlaf ganz völlig zu erringen, und wir sehen zum Beispiel, wie in einzelnen großen Erscheinungen in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ein Ringen mit dem Schlafe stattfindet, indem in gewissen Menschen noch ein gewisses Ahnen, ein inneres Erleben aufgeht von geistigen Wahrheiten, von geistigen Verhältnissen. Das neunzehnte Jahrhundert konnte dann in seinem weiteren Verlaufe ja nichts anderes tun, um in diesen süßen Schlummerzustand zu kommen, als Dichter, welche von der geistigen Welt noch etwas Besonderes gewußt haben, zu vergessen. Da passen sie nicht herein, in diesen geistigen Schlummerzustand.

[ 17 ] Nun, man kann nicht nur vergleichsweise, sondern aller Wirklichkeit nach sagen: Wir leben jetzt in einer Zeit, in der der Mensch mit Bezug auf die Erkenntnis schläft, wenigstens die Menschen im allgemeinen; höflich zu sein ist ja sehr leicht, da ja der für Geisteswissenschaft sich Interessierende ausgeschlossen ist, der wacht also mit Bezug auf die geistige Erkenntnis. Aber die übrige Menschheit schläft mit Bezug auf die geistige Erkenntnis: sie ist schlafmützig. Und gerade das, was die allerverehrteste Wissenschaft ist, entsteht dadurch, daß sie in Wirklichkeit schlafend ist. Wir stehen in einer Zeit, wo diese wahre Wirklichkeit im allerintensivsten Sinne von der Menschheit verschlafen wird. Das hat sich vorbereitet seit langer Zeit, und, man möchte sagen, wie immer sich ein Einschlafen vollzieht vor dem Schlafe, so können wir auch beobachten, wie eine Art Traumzustand und ein Ringen mit dem Schlafe gerade im neunzehnten Jahrhundert da war. Jetzt leben wir ja in dem Zeitalter, wo mit Bezug auf das geistige Erkennen die Menscheit am meisten schläft. Jetzt schlummert sie süß. Aber es ist nicht leicht geworden, diesen Schlaf ganz völlig zu erringen, und wir sehen zum Beispiel, wie in einzelnen großen Erscheinungen in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ein Ringen mit dem Schlafe stattfindet, indem in gewissen Menschen noch ein gewisses Ahnen, ein inneres Erleben aufgeht von geistigen Wahrheiten, von geistigen Verhältnissen. Das neunzehnte Jahrhundert konnte dann in seinem weiteren Verlaufe ja nichts anderes tun, um in diesen süßen Schlummerzustand zu kommen, als Dichter, welche von der geistigen Welt noch etwas Besonderes gewußt haben, zu vergessen. Da passen sie nicht herein, in diesen geistigen Schlummerzustand.

[ 18 ] Aber ich habe schon einmal aufmerksam gemacht auf einen Dichter, Julins Mosen, der in seinem «Ritter Wahn», sogar auch in seinem «Ahasver» wirklich Dichtungen geliefert hat, aus denen wir sehen, daß in Julius Mosen ein lebendiger Zusammenhang mit der geistigen Welt lebte. Ritter Wahn, den Julius Mosen darstellt, den er einer älteren Sage nachbildete, aber den er durchdrungen hat mit gewissen Ideen, aus denen man sieht, er hatte noch einen Zusammenhang mit der geistigen Welt —, Ritter Wahn sucht auf der Erde denjenigen, der ihn aufklären kann über die Besiegung des Todes. Das ist im wesentlichen das Thema des Gedichtes von Julius Mosens «Ritter Wahn», daß der Ritter Wahn, also der, der in der gewöhnlichen Erkenntnis ist, die eine Wahnerkenntnis ist, daß dieser Ritter Wahn aufsucht jemand, der ihn aufklären kann: Wie kommt man über die Wahnerkenntnis des physischen Lebens hinaus? Und er hat eine hohe Meinung von demjenigen, der ihn darüber aufklärt. Julius Mosen gibt dann Schilderungen, die sich beziehen darauf, wie der Ritter Wahn den finden will, der ihn aufklären will über die leibfreien Erkenntnisse:

[ 18 ] Aber ich habe schon einmal aufmerksam gemacht auf einen Dichter, Julins Mosen, der in seinem «Ritter Wahn», sogar auch in seinem «Ahasver» wirklich Dichtungen geliefert hat, aus denen wir sehen, daß in Julius Mosen ein lebendiger Zusammenhang mit der geistigen Welt lebte. Ritter Wahn, den Julius Mosen darstellt, den er einer älteren Sage nachbildete, aber den er durchdrungen hat mit gewissen Ideen, aus denen man sieht, er hatte noch einen Zusammenhang mit der geistigen Welt —, Ritter Wahn sucht auf der Erde denjenigen, der ihn aufklären kann über die Besiegung des Todes. Das ist im wesentlichen das Thema des Gedichtes von Julius Mosens «Ritter Wahn», daß der Ritter Wahn, also der, der in der gewöhnlichen Erkenntnis ist, die eine Wahnerkenntnis ist, daß dieser Ritter Wahn aufsucht jemand, der ihn aufklären kann: Wie kommt man über die Wahnerkenntnis des physischen Lebens hinaus? Und er hat eine hohe Meinung von demjenigen, der ihn darüber aufklärt. Julius Mosen gibt dann Schilderungen, die sich beziehen darauf, wie der Ritter Wahn den finden will, der ihn aufklären will über die leibfreien Erkenntnisse:

Ich will von nun durch alle Länder streifen,
Ostwärts, so weit das tapf’re Roß mich trägt,
Von Schloß zu Schloß, von Land zu Ländern schweifen

Bis unverbrüchlich einer mir kann sagen:
Ich kann den Leib dir retten vor dem Tod,
Ich kann die Macht ihm brechen und ihn schlagen.

Dem will von Ewigkeit zu Ewigkeiten
Ich dienen mit der kampferstarkten Hand,
Arbeiten ihm, gewaltig für ihn streiten.

Ich will von nun durch alle Länder streifen,
Ostwärts, so weit das tapf’re Roß mich trägt,
Von Schloß zu Schloß, von Land zu Ländern schweifen

Bis unverbrüchlich einer mir kann sagen:
Ich kann den Leib dir retten vor dem Tod,
Ich kann die Macht ihm brechen und ihn schlagen.

Dem will von Ewigkeit zu Ewigkeiten
Ich dienen mit der kampferstarkten Hand,
Arbeiten ihm, gewaltig für ihn streiten.

[ 19 ] Dieser Ritter Wahn sucht also Aufklärung darüber, wie man eine Erkenntnis erlangt, die nicht vom Leibe bezwungen ist, sondern die selbst den Leib bezwingt, die Ewigkeiten währt. Also diese Sehnsucht ist schon vorhanden. Und nun kämpft der Ritter Wahn — wie Julius Mosen sagt — erstens mit einem Greise «Ird». Nun, das haben die Leute nicht verstanden: Ird. Aber man hätte können im Original nachlesen den Namen, so würde man Ird nicht mit «Tod» übersetzt haben, wie der Leipziger Literaturprofessor Rudolf von Gottschall es gemacht hat. Man hätte es übersetzen müssen mit «Erde» oder mit «Welt». Nun, mit diesem Greise Ird kämpft der Ritter Wahn zuerst. Er überwindet ihn. Wir haben gesprochen das letzte Mal über die Überwindung des Irdischen durch das Geistige, den Sieg des Geistigen über Erde, Zeit und Raum. Er überwindet dann den Greis «Raum» und gelangt an die Pforte des Himmels, das heißt der geistigen Welt. Dann bekommt er die Sehnsucht, auf die Erde zurückzukommen, weil er das Leben nicht voll ausgelebt hat. Diese ganze schöne Dichtung «Ritter Wahn», die stellt uns dar, daß schon einer dagewesen ist, der gerungen hat mit dem Initiationsproblem, der etwas wußte davon, daß es ein solches Initiationsproblem gibt. Und in seinem «Ahasver» stellt Julius Mosen wiederum so etwas dar.

[ 19 ] Dieser Ritter Wahn sucht also Aufklärung darüber, wie man eine Erkenntnis erlangt, die nicht vom Leibe bezwungen ist, sondern die selbst den Leib bezwingt, die Ewigkeiten währt. Also diese Sehnsucht ist schon vorhanden. Und nun kämpft der Ritter Wahn — wie Julius Mosen sagt — erstens mit einem Greise «Ird». Nun, das haben die Leute nicht verstanden: Ird. Aber man hätte können im Original nachlesen den Namen, so würde man Ird nicht mit «Tod» übersetzt haben, wie der Leipziger Literaturprofessor Rudolf von Gottschall es gemacht hat. Man hätte es übersetzen müssen mit «Erde» oder mit «Welt». Nun, mit diesem Greise Ird kämpft der Ritter Wahn zuerst. Er überwindet ihn. Wir haben gesprochen das letzte Mal über die Überwindung des Irdischen durch das Geistige, den Sieg des Geistigen über Erde, Zeit und Raum. Er überwindet dann den Greis «Raum» und gelangt an die Pforte des Himmels, das heißt der geistigen Welt. Dann bekommt er die Sehnsucht, auf die Erde zurückzukommen, weil er das Leben nicht voll ausgelebt hat. Diese ganze schöne Dichtung «Ritter Wahn», die stellt uns dar, daß schon einer dagewesen ist, der gerungen hat mit dem Initiationsproblem, der etwas wußte davon, daß es ein solches Initiationsproblem gibt. Und in seinem «Ahasver» stellt Julius Mosen wiederum so etwas dar.

[ 20 ] Nun gibt es einen anderen deutschen Dichter, Wilhelm Jordan, der öfter genannt wird, das Werk aber am wenigsten, durch das er sein Geistigstes gegeben hat: «Demiurgos.» Dieser «Demiurgos» — in den fünfziger Jahren ist das Werk erschienen — ist ein recht bedeutendes Werk, denn in diesem «Demiurgos» kommt wirklich zum Ausdruck, wie geistige Wesenheiten, geistige Mächte, gute und böse, herankommen an den Menschen, die die Menschenseele durchdringen und mit Hilfe der Menschen sich auf der Erde hier manifestieren. So daß, wenn wir einen Menschen vor uns haben, wir daran zu denken haben: dieser Mensch ist ja gewiß aus alledem bestehend, was wir kennen, aber herein in ihn wirkt das, was von höheren geistigen Wesen kommt. Und «Demiurgos» beruht zum großen Teil darauf, daß dieser Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt dargestellt wird. In drei schönen Bänden stellt Jordan in seinem «Demiurgos» dies dar, wie geistige Wesenheiten hereinspielen in die Menschenseele. Das ist das Ringen mit dem Schlafe, der dann vollständig eintritt. Das sind Menschen, in deren Träume noch hereinkommt dasjenige, was sich die Menschheit durch Geisteswissenschaft erringen muß, aus dem süßen Schlummer der rein äußerlichen, positivistischen Erkenntnis heraus. Das müssen wir wirklich als einen solchen Prozeß} ansehen, daß sich da die Menschen durch spirituelle Träume in die Faulheit, in den Faulschlaf hineinbringen.

[ 20 ] Nun gibt es einen anderen deutschen Dichter, Wilhelm Jordan, der öfter genannt wird, das Werk aber am wenigsten, durch das er sein Geistigstes gegeben hat: «Demiurgos.» Dieser «Demiurgos» — in den fünfziger Jahren ist das Werk erschienen — ist ein recht bedeutendes Werk, denn in diesem «Demiurgos» kommt wirklich zum Ausdruck, wie geistige Wesenheiten, geistige Mächte, gute und böse, herankommen an den Menschen, die die Menschenseele durchdringen und mit Hilfe der Menschen sich auf der Erde hier manifestieren. So daß, wenn wir einen Menschen vor uns haben, wir daran zu denken haben: dieser Mensch ist ja gewiß aus alledem bestehend, was wir kennen, aber herein in ihn wirkt das, was von höheren geistigen Wesen kommt. Und «Demiurgos» beruht zum großen Teil darauf, daß dieser Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt dargestellt wird. In drei schönen Bänden stellt Jordan in seinem «Demiurgos» dies dar, wie geistige Wesenheiten hereinspielen in die Menschenseele. Das ist das Ringen mit dem Schlafe, der dann vollständig eintritt. Das sind Menschen, in deren Träume noch hereinkommt dasjenige, was sich die Menschheit durch Geisteswissenschaft erringen muß, aus dem süßen Schlummer der rein äußerlichen, positivistischen Erkenntnis heraus. Das müssen wir wirklich als einen solchen Prozeß} ansehen, daß sich da die Menschen durch spirituelle Träume in die Faulheit, in den Faulschlaf hineinbringen.

[ 21 ] Wenn wir uns nun fragen: Worauf beruht es denn nun eigentlich, daß? es doch noch einen Menschen gibt wie Julius Mosen, der imstande ist, spirituelle Prozesse darzustellen, der so etwas wie den Initiationsprozeß in der Reise seines «Ritter Wahn» darstellt, woher kommt denn das? Es ist sehr merkwürdig: Julius Mosen wurde krank und verbrachte einen großen Teil seines Lebens fast ganz gelähmt. Was bedeutete aber diese Lähmung? Daß der physische Leib gleichsam vertrocknend sich loslöste vom Ätherleib und Astralleib. Durch diese Lähmung war der astralische und der Ätherleib freier. Dasjenige, was wir mühevoll uns erringen müssen durch den Initiationsprozeß, das wurde bei ihm durch einen Krankheitsprozeß bewirkt. Natürlich darf dieser Krankheitsprozeß nicht als ein echter Erkenntnisprozef3 aufgefaßt werden oder als wünschenswert gar herbeigeführt werden; aber gleichsam in einer Zeit, die in die Faulheit hineinging, setzte die Weltordnung einen Menschen hinein in die Welt, dem sie ein solches Verhältnis gab zwischen den physischen und den geistig-seelischen Gliedern. So lag er da, gelähmt, er konnte kein Glied rühren, aber mit reger Seele, mit regem Geiste, die dadurch gerade frei wurden und hineindrangen in die geistige Welt. Dasjenige, was die Initiation sucht auf gesunde Weise, das wurde hier durch eine Krankheit heraufgerufen. Da lag ein Mensch einen großen Teil seines Lebens gelähmt im Bett, aber triumphierend über die Lähmung des Leibes löste sich los das Geistig-Seelische. Daher konnte dieser Mensch so etwas, was uns so spirituell anmutet, wirklich hervorbringen. Es wäre ja auch noch auf gesündere Weise zu erreichen als bei Julius Mosen, aber vielleicht gerade dadurch weniger tief.

[ 21 ] Wenn wir uns nun fragen: Worauf beruht es denn nun eigentlich, daß? es doch noch einen Menschen gibt wie Julius Mosen, der imstande ist, spirituelle Prozesse darzustellen, der so etwas wie den Initiationsprozeß in der Reise seines «Ritter Wahn» darstellt, woher kommt denn das? Es ist sehr merkwürdig: Julius Mosen wurde krank und verbrachte einen großen Teil seines Lebens fast ganz gelähmt. Was bedeutete aber diese Lähmung? Daß der physische Leib gleichsam vertrocknend sich loslöste vom Ätherleib und Astralleib. Durch diese Lähmung war der astralische und der Ätherleib freier. Dasjenige, was wir mühevoll uns erringen müssen durch den Initiationsprozeß, das wurde bei ihm durch einen Krankheitsprozeß bewirkt. Natürlich darf dieser Krankheitsprozeß nicht als ein echter Erkenntnisprozef3 aufgefaßt werden oder als wünschenswert gar herbeigeführt werden; aber gleichsam in einer Zeit, die in die Faulheit hineinging, setzte die Weltordnung einen Menschen hinein in die Welt, dem sie ein solches Verhältnis gab zwischen den physischen und den geistig-seelischen Gliedern. So lag er da, gelähmt, er konnte kein Glied rühren, aber mit reger Seele, mit regem Geiste, die dadurch gerade frei wurden und hineindrangen in die geistige Welt. Dasjenige, was die Initiation sucht auf gesunde Weise, das wurde hier durch eine Krankheit heraufgerufen. Da lag ein Mensch einen großen Teil seines Lebens gelähmt im Bett, aber triumphierend über die Lähmung des Leibes löste sich los das Geistig-Seelische. Daher konnte dieser Mensch so etwas, was uns so spirituell anmutet, wirklich hervorbringen. Es wäre ja auch noch auf gesündere Weise zu erreichen als bei Julius Mosen, aber vielleicht gerade dadurch weniger tief.

[ 22 ] Es war auch noch auf gesündere Weise zu erreichen. Es war einem Dichter möglich noch in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, den kulturhistorischen Prozeß der Menschheit wirklich so darzustellen, daß er überall in seine Gestalten hereinleuchten läßt den Zusammenhang zwischen den geistigen Welten und dem, was auf der Erde als Mensch herumgeht. Da ist eine schöne Dichtung in den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts, «Alhambra» von Auffenberg. Dieser Auffenberg ist ein spiritueller Dichter, und «Alhambra» ist ein bedeutendes Werk, so daß wir drei Werke, mit «Ahasver» vier Werke: «Ritter Wahn», «Ahasver», «Demiurgos» und «Alhambra» — es müßte aber noch vieles gesagt werden von solchen, die gar nicht leicht heute zu haben sind —, so daß wir vier solche Werke haben, welche uns zeigen, wie in dieser Zeit gleichsam traumhaft schwindet gegenüber dem allgemeinen materialistischen Schlummerdasein dasjenige, was des Menschen Zusammenhang mit der geistigen Welt ist. Vorher war die Menschheit schon offen der geistigen Welt gegenüber; nur natürlich diejenigen, die sie jetzt hinterher beschreiben, die geistige Welt, die lassen die Menschen aus, diejenigen, welche ein völliges Bewußtsein von der geistigen Welt hatten. Wenn man heute eine Philosophiegeschichte schreibt, läßt man es auch aus, wenn jemand ein Bewußtsein der geistigen Welt hat, oder man erwähnt nicht dieses Zusammenwirken mit der geistigen Welt bei den hervorragendsten Gestalten.

[ 22 ] Es war auch noch auf gesündere Weise zu erreichen. Es war einem Dichter möglich noch in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, den kulturhistorischen Prozeß der Menschheit wirklich so darzustellen, daß er überall in seine Gestalten hereinleuchten läßt den Zusammenhang zwischen den geistigen Welten und dem, was auf der Erde als Mensch herumgeht. Da ist eine schöne Dichtung in den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts, «Alhambra» von Auffenberg. Dieser Auffenberg ist ein spiritueller Dichter, und «Alhambra» ist ein bedeutendes Werk, so daß wir drei Werke, mit «Ahasver» vier Werke: «Ritter Wahn», «Ahasver», «Demiurgos» und «Alhambra» — es müßte aber noch vieles gesagt werden von solchen, die gar nicht leicht heute zu haben sind —, so daß wir vier solche Werke haben, welche uns zeigen, wie in dieser Zeit gleichsam traumhaft schwindet gegenüber dem allgemeinen materialistischen Schlummerdasein dasjenige, was des Menschen Zusammenhang mit der geistigen Welt ist. Vorher war die Menschheit schon offen der geistigen Welt gegenüber; nur natürlich diejenigen, die sie jetzt hinterher beschreiben, die geistige Welt, die lassen die Menschen aus, diejenigen, welche ein völliges Bewußtsein von der geistigen Welt hatten. Wenn man heute eine Philosophiegeschichte schreibt, läßt man es auch aus, wenn jemand ein Bewußtsein der geistigen Welt hat, oder man erwähnt nicht dieses Zusammenwirken mit der geistigen Welt bei den hervorragendsten Gestalten.

[ 23 ] Nun ist ganz interessant ein Vergleich zwischen dem «Ritter Wahn», in dem wirklich spirituelles Leben pulst, und Jordans «Demiurgos», bei dem auch spirituelles Leben anklingt. Jordan war wohl gesund; da konnte sich nicht trennen wie bei Mosen, der den gelähmten Leib hatte, das Geistig-Seelische von dem Leibe. Die Folge davon war, daß Jordan nur während seiner beweglicheren Jugendzeit, wo er noch durch innere Energie und Elastizität und Logik das Geistig-Seelische erfaßte, zu dem Gedanken des «Demiurgos» kam; später kam er in einen grob-materialistischen Darwinismus der Kulturgeschichte hinein, der dann als ein Zug geht durch seine «Nibelungen» und so weiter. Der muß also mitmachen den Gang in das Schlummerlied des Materialismus hinein. Das ist aber das Bedeutsame, daß wir einsehen, daß unsere Zeit die Aufgabe hat, die Erkenntnis in den geistigen Prozeß, den Entwickelungsprozef3 der Menschheit hineinzuschaffen, welche einem wirklich geistigen Erkennen entspringt — die Erkenntnis, daß der Weltengeist gewissermaßen durch das tragische Geschick eines Julius Mosen angedeutet hat: Unwillkürlich kann der Mensch nicht mehr ohne weiteres in die geistige Welt hineinkommen; früher gab es die Zeiten, wo er das konnte, wo durch die rein natürliche Beschaffenheit des Menschen Geistig-Seelisches, Astralleib und Ätherleib auch freier und unabhängiger waren von dem physischen Leibe; aber diese Zeit ist vorüber. Im natürlichen Zustand muß der Mensch in unserem heutigen materialistischen Zeitalter — und das muß für den Rest des Erdendaseins so bleiben und noch immer intensiver werden — einen kompakten Zusammenhang haben zwischen GeistigSeelischem und Physisch-Leiblichem. Der läßt aber nicht zu, daß durch natürliche Verhältnisse selber der Mensch zu irgendeinem Bewußtsein der spirituellen Welt kommt. Das muß aber gerade aus dem Grunde eintreten, damit das der Wille tun kann; damit durch die Durchdringung mit dem Moment der Geisteswissenschaft der Mensch aus inneren Willensimpulsen, aus der Freiheit heraus, in der Meditation, in der Konzentration loslöst das Geistig-Seelische von dem Physisch-Leiblichen. Denn würde man auf dieselbe Weise, wie früher der Mensch, zu spirituellen Erkenntnissen kommen, so müßte man krank sein, gelähmt sein, die zweite Hälfte des Lebens mit gelähmten Gliedern zubringen. Bei der jetzigen Organisation war das notwendig. Das war früher nicht notwendig. Der Mensch brauchte da nicht gelähmt zu werden, sondern der Verband zwischen dem astralischen Leibe, dem Ätherleibe, dem physischen Leibe war so, daß hellsichtige Erkenntnis da war. Heute war sie nur möglich durch Erkrankung. Das wurde gewissermaßen als ein Wahrzeichen hingesetzt, was bei Julius Mosen zutage trat.

[ 23 ] Nun ist ganz interessant ein Vergleich zwischen dem «Ritter Wahn», in dem wirklich spirituelles Leben pulst, und Jordans «Demiurgos», bei dem auch spirituelles Leben anklingt. Jordan war wohl gesund; da konnte sich nicht trennen wie bei Mosen, der den gelähmten Leib hatte, das Geistig-Seelische von dem Leibe. Die Folge davon war, daß Jordan nur während seiner beweglicheren Jugendzeit, wo er noch durch innere Energie und Elastizität und Logik das Geistig-Seelische erfaßte, zu dem Gedanken des «Demiurgos» kam; später kam er in einen grob-materialistischen Darwinismus der Kulturgeschichte hinein, der dann als ein Zug geht durch seine «Nibelungen» und so weiter. Der muß also mitmachen den Gang in das Schlummerlied des Materialismus hinein. Das ist aber das Bedeutsame, daß wir einsehen, daß unsere Zeit die Aufgabe hat, die Erkenntnis in den geistigen Prozeß, den Entwickelungsprozef3 der Menschheit hineinzuschaffen, welche einem wirklich geistigen Erkennen entspringt — die Erkenntnis, daß der Weltengeist gewissermaßen durch das tragische Geschick eines Julius Mosen angedeutet hat: Unwillkürlich kann der Mensch nicht mehr ohne weiteres in die geistige Welt hineinkommen; früher gab es die Zeiten, wo er das konnte, wo durch die rein natürliche Beschaffenheit des Menschen Geistig-Seelisches, Astralleib und Ätherleib auch freier und unabhängiger waren von dem physischen Leibe; aber diese Zeit ist vorüber. Im natürlichen Zustand muß der Mensch in unserem heutigen materialistischen Zeitalter — und das muß für den Rest des Erdendaseins so bleiben und noch immer intensiver werden — einen kompakten Zusammenhang haben zwischen GeistigSeelischem und Physisch-Leiblichem. Der läßt aber nicht zu, daß durch natürliche Verhältnisse selber der Mensch zu irgendeinem Bewußtsein der spirituellen Welt kommt. Das muß aber gerade aus dem Grunde eintreten, damit das der Wille tun kann; damit durch die Durchdringung mit dem Moment der Geisteswissenschaft der Mensch aus inneren Willensimpulsen, aus der Freiheit heraus, in der Meditation, in der Konzentration loslöst das Geistig-Seelische von dem Physisch-Leiblichen. Denn würde man auf dieselbe Weise, wie früher der Mensch, zu spirituellen Erkenntnissen kommen, so müßte man krank sein, gelähmt sein, die zweite Hälfte des Lebens mit gelähmten Gliedern zubringen. Bei der jetzigen Organisation war das notwendig. Das war früher nicht notwendig. Der Mensch brauchte da nicht gelähmt zu werden, sondern der Verband zwischen dem astralischen Leibe, dem Ätherleibe, dem physischen Leibe war so, daß hellsichtige Erkenntnis da war. Heute war sie nur möglich durch Erkrankung. Das wurde gewissermaßen als ein Wahrzeichen hingesetzt, was bei Julius Mosen zutage trat.

[ 24 ] So muß man den tiefen geistigen Zusammenhang der Weltenerscheinungen gerade durch die Geisteswissenschaft sich vor die Seele rufen, muß aber auch sich klarmachen, mit welchen tiefen geisthistorischen Impulsen innig zusammenhängt dasjenige, was notwendig macht, daß die Menschen allmählich zur Geisteswissenschaft übergehen. Das wird nicht erfordert durch irgendeine Willkür eines einzelnen, sondern durch den großen Gang, den eben die weltengeistige Entwickelung durch das ganze Erdenwerden nehmen muß. Des Menschen Mission und Aufgabe ist: gegen die Zukunft hin immer mehr und mehr wirklich in spirituelles Erleben überzugehen, damit die Menschheit nicht mit der ganzen Erdenkultur vertrocknet, damit der Geist wirklich weiterleben kann auf der Erde.

[ 24 ] So muß man den tiefen geistigen Zusammenhang der Weltenerscheinungen gerade durch die Geisteswissenschaft sich vor die Seele rufen, muß aber auch sich klarmachen, mit welchen tiefen geisthistorischen Impulsen innig zusammenhängt dasjenige, was notwendig macht, daß die Menschen allmählich zur Geisteswissenschaft übergehen. Das wird nicht erfordert durch irgendeine Willkür eines einzelnen, sondern durch den großen Gang, den eben die weltengeistige Entwickelung durch das ganze Erdenwerden nehmen muß. Des Menschen Mission und Aufgabe ist: gegen die Zukunft hin immer mehr und mehr wirklich in spirituelles Erleben überzugehen, damit die Menschheit nicht mit der ganzen Erdenkultur vertrocknet, damit der Geist wirklich weiterleben kann auf der Erde.

[ 25 ] Unter den vielen Dingen, welche solch eine Erkenntnis dem Menschen nahelegen können, ist auch das, was ich schon wiederholt ausgesprochen habe: daß zahlreiche Menschen jetzt in verhältnismäßig kurzem Zeitraum hinauftragen ihr seelisches Wesen, hinauftragen so, daß sie unverbrauchte Ätherleiber haben, die noch Kräfte enthalten, die noch durch Jahrzehnte hindurch hätten die physischen Leben versorgen können, und die dadurch, daß sie jetzt durch das furchtbare historische Ereignis durch die Pforte des Todes gehen, ihre Ätherleiber unverbraucht hinaufbringen in die geistige Welt. Das werden aber die großen Mitarbeiter werden in der Spiritualisierung der menschlichen Kultur. Und neben allem übrigen hat dieses große Zeitereignis eben diese ungeheuer tiefe Bedeutung in der Menschheitsentwickelung, daß durch das Schaffen unverbrauchter Ätherleiber Kräfte hinausströmen können in unsere Erdenentwickelung, die das Geistige zu bewahrheiten in der Lage sein werden. Aber so wie es nichts helfen würde, meine lieben Freunde, wenn noch so viele Sonnen in der Welt wären, wenn die Menschen nicht aufnehmen würden durch Augen das Sonnenlicht, so wie das Wort wahr ist, das Goethe ausgesprochen hat: «Wär’ nicht das Auge sonnenhaft, nie könnt’ die Sonne es erblicken», wie eben die Sonne vergeblich scheinen würde, wenn nicht Augen da wären, ihr Licht aufzunehmen — so müssen eben aus Erdenmenschenseelen heraus die Organe erwachen, um dasjenige wirklich aufzunehmen, was als geistiges Leben herunterströmt aus dem Kosmos und auch aus der Welt, in der die Menschen das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zubringen und in der auch die unverbrauchten Ätherleiber sind. Verbinden muß sich so dasjenige, was geopfert wird durch die großen Kriegsopfer, dem geistigen kosmischen Dasein, aufgenommen muß es werden durch Menschenseelen, welche für das Geistige empfänglich sind. Und ein Furchtbares wäre es, wenn nur fortleben würde diejenige Wissenschaft, die heute sich als die einzige dünkt, die nichts anderes tut, als die äußerlich wahrnehmbaren Tatsachen registrieren, und sie verwendet, um Verstandesurteile darüber zu fällen. Wenn die Wissenschaft nur Wiederholung ist desjenigen, was ohne die Wissenschaft da ist, so kann sie sich nicht mit Göttlich-Geistigem verbinden. Nur dasjenige, was in der Menschenseele wirklich über das Sinnlich-Wahrnehmbare hinaus erwachen kann, nur das kann sich mit dem realen Göttlich-Geistigen verbinden, so daß der Entwickelungsprozeß der Erde selber geistig, spirituell-lebendig bleibt. Aller Fortschritt der Menschheit beruht auf dem Eindringen des Spirituellen in den menschlichen Seelenentwickelungsprozeß, und allein vom Geiste aus ist es zu entscheiden, ob irgend etwas wahr oder falsch ist. Man glaubt heute, man könne ohne den Geist dieses oder jenes entscheiden, dieses oder jenes beweisen; die letzte Instanz, auch über sinnliche Wahrheiten zu entscheiden, ist aber das geistige Erleben.

[ 25 ] Unter den vielen Dingen, welche solch eine Erkenntnis dem Menschen nahelegen können, ist auch das, was ich schon wiederholt ausgesprochen habe: daß zahlreiche Menschen jetzt in verhältnismäßig kurzem Zeitraum hinauftragen ihr seelisches Wesen, hinauftragen so, daß sie unverbrauchte Ätherleiber haben, die noch Kräfte enthalten, die noch durch Jahrzehnte hindurch hätten die physischen Leben versorgen können, und die dadurch, daß sie jetzt durch das furchtbare historische Ereignis durch die Pforte des Todes gehen, ihre Ätherleiber unverbraucht hinaufbringen in die geistige Welt. Das werden aber die großen Mitarbeiter werden in der Spiritualisierung der menschlichen Kultur. Und neben allem übrigen hat dieses große Zeitereignis eben diese ungeheuer tiefe Bedeutung in der Menschheitsentwickelung, daß durch das Schaffen unverbrauchter Ätherleiber Kräfte hinausströmen können in unsere Erdenentwickelung, die das Geistige zu bewahrheiten in der Lage sein werden. Aber so wie es nichts helfen würde, meine lieben Freunde, wenn noch so viele Sonnen in der Welt wären, wenn die Menschen nicht aufnehmen würden durch Augen das Sonnenlicht, so wie das Wort wahr ist, das Goethe ausgesprochen hat: «Wär’ nicht das Auge sonnenhaft, nie könnt’ die Sonne es erblicken», wie eben die Sonne vergeblich scheinen würde, wenn nicht Augen da wären, ihr Licht aufzunehmen — so müssen eben aus Erdenmenschenseelen heraus die Organe erwachen, um dasjenige wirklich aufzunehmen, was als geistiges Leben herunterströmt aus dem Kosmos und auch aus der Welt, in der die Menschen das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zubringen und in der auch die unverbrauchten Ätherleiber sind. Verbinden muß sich so dasjenige, was geopfert wird durch die großen Kriegsopfer, dem geistigen kosmischen Dasein, aufgenommen muß es werden durch Menschenseelen, welche für das Geistige empfänglich sind. Und ein Furchtbares wäre es, wenn nur fortleben würde diejenige Wissenschaft, die heute sich als die einzige dünkt, die nichts anderes tut, als die äußerlich wahrnehmbaren Tatsachen registrieren, und sie verwendet, um Verstandesurteile darüber zu fällen. Wenn die Wissenschaft nur Wiederholung ist desjenigen, was ohne die Wissenschaft da ist, so kann sie sich nicht mit Göttlich-Geistigem verbinden. Nur dasjenige, was in der Menschenseele wirklich über das Sinnlich-Wahrnehmbare hinaus erwachen kann, nur das kann sich mit dem realen Göttlich-Geistigen verbinden, so daß der Entwickelungsprozeß der Erde selber geistig, spirituell-lebendig bleibt. Aller Fortschritt der Menschheit beruht auf dem Eindringen des Spirituellen in den menschlichen Seelenentwickelungsprozeß, und allein vom Geiste aus ist es zu entscheiden, ob irgend etwas wahr oder falsch ist. Man glaubt heute, man könne ohne den Geist dieses oder jenes entscheiden, dieses oder jenes beweisen; die letzte Instanz, auch über sinnliche Wahrheiten zu entscheiden, ist aber das geistige Erleben.

[ 26 ] Als das alte geistige Erleben in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts untergegangen ist, da wurde wiederum als ein Wahrzeichen, so möchte man sagen, hingestellt dasjenige, was der Geist wirken konnte in gewissen Menschen, um das Wesenlose einer bloß auf das Äußerlich-Sinnliche gerichteten Beweisführung zu zeigen. Ein Mann, der unter dem Namen Dr. Mises schreibt, er hat gerade in dieser Zeit manches geleistet, um zu zeigen, wie man alles, alles beweisen kann und auch das Gegenteil davon beweisen kann, und wie die letzte Instanz doch nur der Zusammenhang mit dem geistigen Leben ist. Zum Beispiel hat dieser Mann mancherlei erlebt von seiten der Naturwissenschaft, der medizinischen Wissenschaft her — er war selbst Mediziner —, er hat erlebt, daß alle Augenblicke ein neues Heilmittel auftaucht für diese oder jene Krankheit. Und so hat er gerade die Zeit erlebt, als man anfing, gegen den Kropf Jodin zu verschreiben. Es war nun die Zeit, in der dieses Heilmittel ganz besondere Triumphe feierte, in der man beweisen wollte — es war in den zwanziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts — welches kostbare Mittel eigentlich Jodin ist. Da hat sich denn einmal der Dr. Mises dahintergesetzt und hat gezeigt, daß man gut beweisen kann, nach all den naturwissenschaftlichen Grundsätzen, daß das Jodin etwas Ausgezeichnetes aus dem Grunde sei, weil man eben wirklich belegen könne, daß) der Mond aus Jodin besteht. Und er hat den unwiderleglichen Beweis geliefert, daß das so sei. Er wollte damit zeigen, daß man alles, was man will, beweisen kann. Und das kann man auch. Der Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, kann wirklich Ja und Nein mit Bezug auf jede Sache beweisen. Und es ist fast immer so, daß irgendeine wissenschaftliche Ansicht auftaucht und das Gegenteil zu einer anderen Zeit da ist; daß die Menschen das Ja ebensogut beweisen können auf der einen Seite wie das Nein auf der anderen. Dasjenige aber, was nicht ein solches ahrimanisches Auf- und Absteigen der Ja-Nein-Woge, sondern der wirkliche Fortschritt der guten Göttlichkeit der Menschheitsevolution ist, das beruht auf dem Spirituellen. Und klar müssen wir uns darüber sein, daß die Gegenwart ihre besonders charakteristischen Kulturtatsachen dadurch hervorgebracht hat, daß sie die Schlafenszeit der geistigen Wissenschaft ist und daß über alledem, was sich vielfach als Wissenschaft dünkt, eben gerade der geisuge Schlummer in besonderem Maße sich ausbreitet. Er ist notwendig, dieser geistige Schlummer. Das ist keine Kritik, die ich liefere, sondern nur die Konstatierung einer Tatsache. In aller Liebe muß eben erzählt werden, muß betont werden, daß es schon notwendig war, daß eine Zeit hindurch die ganze Wissenschaft sich schlafen legte mit Bezug auf die geistige Welt. Aber jetzt ist auch wiederum die Zeit, wo heraufkommen muß das lebendige Erwachen des geistigen Lebens, dieses geistigen Lebens, dessen Sehnsucht wir ja wirklich überall empfinden. Und das ist dasjenige, was die Empfindung begründen kann, meine lieben Freunde, die uns jetzt in dieser schmerzdurchwühlten Zeit beleben muß. Insofern wir nur eine Ahnung uns verschaffen können, daß der Mensch den Weg finden kann in die geistige Welt, müssen wir diesen Weg suchen; müssen wir suchen, daß sich begegnen unsere spirituellen Gedanken mit dem, was herunterströmt von den unverbrauchten Ätherleibern. Und das wird wirklich in der Zukunft geben können ein Zurückschauen auf unsere schmerzbewegten und schicksaltragenden Tage von einer gewissen spirituellen Höhe aus. Diese spirituelle Höhe wird kommen, wenn immer mehr und mehr Menschen aus ihrem wahrhaftigen Lebensbewußtseinsinhalt die geisteswissenschaftlichen Impulse finden. Und dann wird sich eben das zutragen, was ich aus tiefster Seele immer als einen Schlußgedanken Ihnen anführte in diesen Beobachtungen hier an dieser Stelle in den letzten Zeiten, was wir als eine Hoffnung aufnehmen wollen, als eine Hoffnung, die derjenige haben kann, aber auch haben sollte, der mit Geisteswissenschaft verbunden unsere schicksalschweren Tage durchlebt:

[ 26 ] Als das alte geistige Erleben in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts untergegangen ist, da wurde wiederum als ein Wahrzeichen, so möchte man sagen, hingestellt dasjenige, was der Geist wirken konnte in gewissen Menschen, um das Wesenlose einer bloß auf das Äußerlich-Sinnliche gerichteten Beweisführung zu zeigen. Ein Mann, der unter dem Namen Dr. Mises schreibt, er hat gerade in dieser Zeit manches geleistet, um zu zeigen, wie man alles, alles beweisen kann und auch das Gegenteil davon beweisen kann, und wie die letzte Instanz doch nur der Zusammenhang mit dem geistigen Leben ist. Zum Beispiel hat dieser Mann mancherlei erlebt von seiten der Naturwissenschaft, der medizinischen Wissenschaft her — er war selbst Mediziner —, er hat erlebt, daß alle Augenblicke ein neues Heilmittel auftaucht für diese oder jene Krankheit. Und so hat er gerade die Zeit erlebt, als man anfing, gegen den Kropf Jodin zu verschreiben. Es war nun die Zeit, in der dieses Heilmittel ganz besondere Triumphe feierte, in der man beweisen wollte — es war in den zwanziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts — welches kostbare Mittel eigentlich Jodin ist. Da hat sich denn einmal der Dr. Mises dahintergesetzt und hat gezeigt, daß man gut beweisen kann, nach all den naturwissenschaftlichen Grundsätzen, daß das Jodin etwas Ausgezeichnetes aus dem Grunde sei, weil man eben wirklich belegen könne, daß) der Mond aus Jodin besteht. Und er hat den unwiderleglichen Beweis geliefert, daß das so sei. Er wollte damit zeigen, daß man alles, was man will, beweisen kann. Und das kann man auch. Der Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, kann wirklich Ja und Nein mit Bezug auf jede Sache beweisen. Und es ist fast immer so, daß irgendeine wissenschaftliche Ansicht auftaucht und das Gegenteil zu einer anderen Zeit da ist; daß die Menschen das Ja ebensogut beweisen können auf der einen Seite wie das Nein auf der anderen. Dasjenige aber, was nicht ein solches ahrimanisches Auf- und Absteigen der Ja-Nein-Woge, sondern der wirkliche Fortschritt der guten Göttlichkeit der Menschheitsevolution ist, das beruht auf dem Spirituellen. Und klar müssen wir uns darüber sein, daß die Gegenwart ihre besonders charakteristischen Kulturtatsachen dadurch hervorgebracht hat, daß sie die Schlafenszeit der geistigen Wissenschaft ist und daß über alledem, was sich vielfach als Wissenschaft dünkt, eben gerade der geisuge Schlummer in besonderem Maße sich ausbreitet. Er ist notwendig, dieser geistige Schlummer. Das ist keine Kritik, die ich liefere, sondern nur die Konstatierung einer Tatsache. In aller Liebe muß eben erzählt werden, muß betont werden, daß es schon notwendig war, daß eine Zeit hindurch die ganze Wissenschaft sich schlafen legte mit Bezug auf die geistige Welt. Aber jetzt ist auch wiederum die Zeit, wo heraufkommen muß das lebendige Erwachen des geistigen Lebens, dieses geistigen Lebens, dessen Sehnsucht wir ja wirklich überall empfinden. Und das ist dasjenige, was die Empfindung begründen kann, meine lieben Freunde, die uns jetzt in dieser schmerzdurchwühlten Zeit beleben muß. Insofern wir nur eine Ahnung uns verschaffen können, daß der Mensch den Weg finden kann in die geistige Welt, müssen wir diesen Weg suchen; müssen wir suchen, daß sich begegnen unsere spirituellen Gedanken mit dem, was herunterströmt von den unverbrauchten Ätherleibern. Und das wird wirklich in der Zukunft geben können ein Zurückschauen auf unsere schmerzbewegten und schicksaltragenden Tage von einer gewissen spirituellen Höhe aus. Diese spirituelle Höhe wird kommen, wenn immer mehr und mehr Menschen aus ihrem wahrhaftigen Lebensbewußtseinsinhalt die geisteswissenschaftlichen Impulse finden. Und dann wird sich eben das zutragen, was ich aus tiefster Seele immer als einen Schlußgedanken Ihnen anführte in diesen Beobachtungen hier an dieser Stelle in den letzten Zeiten, was wir als eine Hoffnung aufnehmen wollen, als eine Hoffnung, die derjenige haben kann, aber auch haben sollte, der mit Geisteswissenschaft verbunden unsere schicksalschweren Tage durchlebt:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.