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The Shaping of Destiny
and Life after Death
GA 157a

7 December 1915, Berlin

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Geisteswissenschaft soll uns ja auf allen Gebieten den Zusammenhang zeigen zwischen den geistigen Welten und den Welten, die wir, während wir in unserem Erdenleibe sind, wahrnehmen durch unsere Sinne, die wir zu verstehen suchen durch die Gedanken unseres Verstandes. Nun haben wir uns durch einige Betrachtungen hindurch beschäftigt insbesondere mit den Zusammenhängen, die da bestehen zwischen dem Leben, das der Mensch als Seele führt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und dem Leben, das er hier im physischen Leibe verkörpert führt. Wir halten ja immer den Gedanken fest, daß der Mensch, solange er hier innerhalb des physischen Leibes lebt, seine Gedanken nach der Sphäre richtet, die er zu durchleben hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Wir halten den Gedanken fest nach dieser Sphäre gerichtet, nicht um eine bloße Neugierde zu befriedigen, sondern weil wir uns durch unsere geisteswissenschaftlichen Betrachtungen haben überzeugen können, daß das Hineindringen der Gedanken jener anderen Welt in diese Welt auch beiträgt zu dem, was diese Welt hier an erhöhenden, an durchkraftenden Gedanken für Wirken, Denken, Empfinden und so weiter sich erringen kann. Wir müssen an dem Gedanken festhalten, daß sich viele Geheimnisse des Lebens nur auflösen lassen, wenn man den Mut hat, an das Rätsel des Todes, wie man es nennen kann, heranzutreten. Nun können wir heute, um von einem ganz besonderen Gesichtspunkte aus wiederum den Zusammenhang der geistigen Welt mit der sinnlichen hier vor unser Seelenauge treten zu lassen, von einer trivialen Betrachtung, die allerdings vieles an tiefgehenden Empfindungen einschließt, ausgehen.

[ 1 ] Geisteswissenschaft soll uns ja auf allen Gebieten den Zusammenhang zeigen zwischen den geistigen Welten und den Welten, die wir, während wir in unserem Erdenleibe sind, wahrnehmen durch unsere Sinne, die wir zu verstehen suchen durch die Gedanken unseres Verstandes. Nun haben wir uns durch einige Betrachtungen hindurch beschäftigt insbesondere mit den Zusammenhängen, die da bestehen zwischen dem Leben, das der Mensch als Seele führt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und dem Leben, das er hier im physischen Leibe verkörpert führt. Wir halten ja immer den Gedanken fest, daß der Mensch, solange er hier innerhalb des physischen Leibes lebt, seine Gedanken nach der Sphäre richtet, die er zu durchleben hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Wir halten den Gedanken fest nach dieser Sphäre gerichtet, nicht um eine bloße Neugierde zu befriedigen, sondern weil wir uns durch unsere geisteswissenschaftlichen Betrachtungen haben überzeugen können, daß das Hineindringen der Gedanken jener anderen Welt in diese Welt auch beiträgt zu dem, was diese Welt hier an erhöhenden, an durchkraftenden Gedanken für Wirken, Denken, Empfinden und so weiter sich erringen kann. Wir müssen an dem Gedanken festhalten, daß sich viele Geheimnisse des Lebens nur auflösen lassen, wenn man den Mut hat, an das Rätsel des Todes, wie man es nennen kann, heranzutreten. Nun können wir heute, um von einem ganz besonderen Gesichtspunkte aus wiederum den Zusammenhang der geistigen Welt mit der sinnlichen hier vor unser Seelenauge treten zu lassen, von einer trivialen Betrachtung, die allerdings vieles an tiefgehenden Empfindungen einschließt, ausgehen.

[ 2 ] Wir gehen aus von der Tatsache, die wir ja oftmals besprochen haben, wie der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet. Ich sage, wir gehen aus von etwas, was alltäglich ist, was aber doch mit tiefgehenden und den Menschen in seiner tiefsten Seele ergreifenden Erlebnissen zusammenhängt. Wenn wir einem Menschen hier in der physischen Welt gegenüberstehen, machen wir uns die Gedanken, die uns mit ihm verbinden können, wir bilden ihm gegenüber unsere Empfindungen, unsere Gefühle von Sympathie, von Antipathie aus, wir stehen ihm mehr oder weniger freundschaftlich oder mehr oder weniger ablehnend gegenüber, kurz, wir bilden uns hier in der physischen Welt ein gewisses Verhältnis aus zu einem anderen Menschen. Dieses Verhältnis kann durch die Bande des Blutes gegeben sein, es kann sich auch erst durch die im Leben zutagetretende Wahlverwandtschaft zur Geltung bringen. Das alleswird gefaßt werden können unter dem, was in diesem Augenblicke mit «Verhältnis zwischen Mensch und Mensch» gemeint ist.

[ 2 ] Wir gehen aus von der Tatsache, die wir ja oftmals besprochen haben, wie der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet. Ich sage, wir gehen aus von etwas, was alltäglich ist, was aber doch mit tiefgehenden und den Menschen in seiner tiefsten Seele ergreifenden Erlebnissen zusammenhängt. Wenn wir einem Menschen hier in der physischen Welt gegenüberstehen, machen wir uns die Gedanken, die uns mit ihm verbinden können, wir bilden ihm gegenüber unsere Empfindungen, unsere Gefühle von Sympathie, von Antipathie aus, wir stehen ihm mehr oder weniger freundschaftlich oder mehr oder weniger ablehnend gegenüber, kurz, wir bilden uns hier in der physischen Welt ein gewisses Verhältnis aus zu einem anderen Menschen. Dieses Verhältnis kann durch die Bande des Blutes gegeben sein, es kann sich auch erst durch die im Leben zutagetretende Wahlverwandtschaft zur Geltung bringen. Das alleswird gefaßt werden können unter dem, was in diesem Augenblicke mit «Verhältnis zwischen Mensch und Mensch» gemeint ist.

[ 3 ] Wenn nun der Mensch, mit dem uns irgendwelche Bande zusammengehalten haben, hinweggeht von der physischen Welt und durch die Pforte des Todes tritt, so bleibt uns von diesem Menschen zunächst die Erinnerung zurück, das heißt eine Summe von Empfindungen, Gedanken, die wir aus dem Verhältnis zu ihm in uns rege gemacht haben, die wir in uns belebt haben. Und in einer ganz anderen Weise leben von jetzt an, da der Mensch durch die Pforte des Todes von uns hinweggegangen ist, die Empfindungen, die Vorstellungen, die Gedanken, die uns mit ihm verbinden, als sie früher, da er noch mit uns den physischen Plan bewohnt hat, lebten. Als er mit uns den physischen Plan bewohnt hat, wußten wir, daß jederzeit zu dem, was wir uns in unserer Seele im Verhältnis zu ihm ausgebildet haben, die äußere physische Realität hinzutreten kann, daß wir mit unseren inneren Erlebnissen der äußeren physischen Realität gegenübertreten können. Wir müssen auch jederzeit gewärtig sein, daß der Mensch durch irgendeine neue Art, sich darzuleben, die Empfindungen, die Gefühle, die wir bisher für ihn gehabt haben, in der einen oder in der anderen Richtung verändert. Wir denken oftmals nicht an den radikalen Unterschied, der auftritt, wenn plötzlich, oder auch nicht plötzlich, der Augenblick eintritt, wo wir fortan nur noch die Erinnerung an den betreffenden Menschen in unserer Seele tragen können, wo wir wissen können: unseren Augen wird er nicht mehr erscheinen, unsere Hand wird er nicht mehr ergreifen. Das Bild, das wir von ihm gebildet haben, bleibt im wesentlichen dasjenige, was wir uns schon gebildet haben. Es ist etwas ganz Radikales, das in dem Verhältnis zweier Menschen eintritt. Wie gesagt, es ist etwas, was trivial für den Gedanken klingt, was aber tief eingreifend ist in unser Innenleben, in dem einzelnen Falle, wo es eintritt: die Tatsache, daß Erinnerung uns wird eine Menschenseele, die bisher durch ihre physische Verkörperung auf uns von außen her einen Eindruck gemacht hat.

[ 3 ] Wenn nun der Mensch, mit dem uns irgendwelche Bande zusammengehalten haben, hinweggeht von der physischen Welt und durch die Pforte des Todes tritt, so bleibt uns von diesem Menschen zunächst die Erinnerung zurück, das heißt eine Summe von Empfindungen, Gedanken, die wir aus dem Verhältnis zu ihm in uns rege gemacht haben, die wir in uns belebt haben. Und in einer ganz anderen Weise leben von jetzt an, da der Mensch durch die Pforte des Todes von uns hinweggegangen ist, die Empfindungen, die Vorstellungen, die Gedanken, die uns mit ihm verbinden, als sie früher, da er noch mit uns den physischen Plan bewohnt hat, lebten. Als er mit uns den physischen Plan bewohnt hat, wußten wir, daß jederzeit zu dem, was wir uns in unserer Seele im Verhältnis zu ihm ausgebildet haben, die äußere physische Realität hinzutreten kann, daß wir mit unseren inneren Erlebnissen der äußeren physischen Realität gegenübertreten können. Wir müssen auch jederzeit gewärtig sein, daß der Mensch durch irgendeine neue Art, sich darzuleben, die Empfindungen, die Gefühle, die wir bisher für ihn gehabt haben, in der einen oder in der anderen Richtung verändert. Wir denken oftmals nicht an den radikalen Unterschied, der auftritt, wenn plötzlich, oder auch nicht plötzlich, der Augenblick eintritt, wo wir fortan nur noch die Erinnerung an den betreffenden Menschen in unserer Seele tragen können, wo wir wissen können: unseren Augen wird er nicht mehr erscheinen, unsere Hand wird er nicht mehr ergreifen. Das Bild, das wir von ihm gebildet haben, bleibt im wesentlichen dasjenige, was wir uns schon gebildet haben. Es ist etwas ganz Radikales, das in dem Verhältnis zweier Menschen eintritt. Wie gesagt, es ist etwas, was trivial für den Gedanken klingt, was aber tief eingreifend ist in unser Innenleben, in dem einzelnen Falle, wo es eintritt: die Tatsache, daß Erinnerung uns wird eine Menschenseele, die bisher durch ihre physische Verkörperung auf uns von außen her einen Eindruck gemacht hat.

[ 4 ] Aber vergleichen wir nun diese Erinnerung mit anderen Erinnerungen, die wir uns sonst aus unseren Erlebnissen bilden. Wir leben ja zu einem großen Teile unser physisches Leben in Erinnerungen aus. Wir wissen von dem, was wir erlebt haben. Sagen wir zum Beispiel, wir wissen von Ereignissen, die an uns vorübergezogen sind, von denen wir Gedanken behalten haben, wir wissen, daß wir uns durch diese Gedanken an verflossene Zeiten wenden können, in denen die betreffenden Ereignisse stattgefunden haben. Überblickenwir nun aber dasjenige, was wir so in dem größten Teile unserer Erinnerungen haben — ich sage, in dem größten Teile unserer Erinnerungen —, so tragen wir in Gedanken etwas in uns, was nicht mehr da ist: verflossene Ereignisse, Ereignisse, deren Wirklichkeit wir nicht mehr in der äußeren Welt antreffen können, die der Vergangenheit angehören.

[ 4 ] Aber vergleichen wir nun diese Erinnerung mit anderen Erinnerungen, die wir uns sonst aus unseren Erlebnissen bilden. Wir leben ja zu einem großen Teile unser physisches Leben in Erinnerungen aus. Wir wissen von dem, was wir erlebt haben. Sagen wir zum Beispiel, wir wissen von Ereignissen, die an uns vorübergezogen sind, von denen wir Gedanken behalten haben, wir wissen, daß wir uns durch diese Gedanken an verflossene Zeiten wenden können, in denen die betreffenden Ereignisse stattgefunden haben. Überblickenwir nun aber dasjenige, was wir so in dem größten Teile unserer Erinnerungen haben — ich sage, in dem größten Teile unserer Erinnerungen —, so tragen wir in Gedanken etwas in uns, was nicht mehr da ist: verflossene Ereignisse, Ereignisse, deren Wirklichkeit wir nicht mehr in der äußeren Welt antreffen können, die der Vergangenheit angehören.

[ 5 ] Ganz anders ist vor unserem seelischen Auge, wenn wir das Geistige der Geisteswissenschaft aufgenommen haben, dasjenige, was wir Erinnerung an einen Verstorbenen nennen müssen, Erinnerung an eine Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist. Ganz anders ist das. Da tragen wir Gedanken in uns, aber für diese Gedanken ist etwas Wirkliches da, allerdings nicht in der uns zugänglichen äußeren, physischen Welt, aber in der geistigen Welt. Dasjenige, worauf sich diese Gedanken beziehen, das ist da, obzwar es nicht in die Sphäre unserer Sichtbarkeit eintreten kann. Das ist eine ganz andere Erinnerungsvorstellung als eine Erinnerungsvorstellung an etwas, was hier in der physischen Welt vergangen ist. Wenn wir die Tatsache, die hier vorliegt, im Verhältnis zu der gesamten Welt einmal betrachten wollen, so können wir sagen: Wir tragen in unserer Seele Gedanken an eine Wesenheit, die in der geistigen Welt ist. Nun wissen wir — und insbesondere muß uns das klargeworden sein aus Betrachtungen, die wir an den letzten drei Abenden, die wir hier zusammensein konnten, gehalten haben —, daß nicht nur die Sehnsuchten der Seelen, die hier verkörpert sind, hinaufgehen nach den geistigen Welten, sondern daß auch das Bewußtsein der Seelen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, die nun leben in der Welt zwischen Tod und neuer Geburt, sich heruntererstreckt auf dasjenige, was hier in der physischen Welt vorgeht. Wir können uns sagen: Diejenigen Seelen, die entkörpert in der geistigen Welt leben, bekommen von der physischen Welt hier dasjenige in ihr Bewußtsein herauf, was sie vermöge ihrer geistigen Anschauung und ihres geistigen Herabsehens eben wahrnehmen können. Ich habe in einer der letzten Betrachtungen angedeutet, wie Seelen, die noch hier im physischen Leibe verkörpert leben, wahrgenommen werden von den sogenannten toten Seelen, im Gegensatz zu der Wahrnehmung, die sie von Seelen haben, die wie sie leben in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Ich habe ausgeführt, wie die Seelen, die in der geistigen Welt leben, um eine Wahrnehmung zu haben, immer tätig sein müssen, wie sie zum Beispiel wissen: Jetzt ist eine andere Seele in deiner Nähe —, wie sie aber, um sie anzuschauen, innerlich tätig sein müssen. Sie müssen sich gleichsam das Bild konstruieren, das Bild entsteht nicht von selbst, wie es hier in der physischen Welt entsteht. Man hat in der geistigen Welt zuerst den Gedanken des «Da-seins» und muß dann gleichsam innerlich miterleben dieses «Da-sein», damit das Bild entsteht. Es ist der umgekehrte Weg.

[ 5 ] Ganz anders ist vor unserem seelischen Auge, wenn wir das Geistige der Geisteswissenschaft aufgenommen haben, dasjenige, was wir Erinnerung an einen Verstorbenen nennen müssen, Erinnerung an eine Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist. Ganz anders ist das. Da tragen wir Gedanken in uns, aber für diese Gedanken ist etwas Wirkliches da, allerdings nicht in der uns zugänglichen äußeren, physischen Welt, aber in der geistigen Welt. Dasjenige, worauf sich diese Gedanken beziehen, das ist da, obzwar es nicht in die Sphäre unserer Sichtbarkeit eintreten kann. Das ist eine ganz andere Erinnerungsvorstellung als eine Erinnerungsvorstellung an etwas, was hier in der physischen Welt vergangen ist. Wenn wir die Tatsache, die hier vorliegt, im Verhältnis zu der gesamten Welt einmal betrachten wollen, so können wir sagen: Wir tragen in unserer Seele Gedanken an eine Wesenheit, die in der geistigen Welt ist. Nun wissen wir — und insbesondere muß uns das klargeworden sein aus Betrachtungen, die wir an den letzten drei Abenden, die wir hier zusammensein konnten, gehalten haben —, daß nicht nur die Sehnsuchten der Seelen, die hier verkörpert sind, hinaufgehen nach den geistigen Welten, sondern daß auch das Bewußtsein der Seelen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, die nun leben in der Welt zwischen Tod und neuer Geburt, sich heruntererstreckt auf dasjenige, was hier in der physischen Welt vorgeht. Wir können uns sagen: Diejenigen Seelen, die entkörpert in der geistigen Welt leben, bekommen von der physischen Welt hier dasjenige in ihr Bewußtsein herauf, was sie vermöge ihrer geistigen Anschauung und ihres geistigen Herabsehens eben wahrnehmen können. Ich habe in einer der letzten Betrachtungen angedeutet, wie Seelen, die noch hier im physischen Leibe verkörpert leben, wahrgenommen werden von den sogenannten toten Seelen, im Gegensatz zu der Wahrnehmung, die sie von Seelen haben, die wie sie leben in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Ich habe ausgeführt, wie die Seelen, die in der geistigen Welt leben, um eine Wahrnehmung zu haben, immer tätig sein müssen, wie sie zum Beispiel wissen: Jetzt ist eine andere Seele in deiner Nähe —, wie sie aber, um sie anzuschauen, innerlich tätig sein müssen. Sie müssen sich gleichsam das Bild konstruieren, das Bild entsteht nicht von selbst, wie es hier in der physischen Welt entsteht. Man hat in der geistigen Welt zuerst den Gedanken des «Da-seins» und muß dann gleichsam innerlich miterleben dieses «Da-sein», damit das Bild entsteht. Es ist der umgekehrte Weg.

[ 6 ] Nun ist aber doch ein bedeutsamer Unterschied in der Bildkonstruktion in bezug auf diejenigen Seelen, die auch schon in der geistigen Welt sind, und solche, die noch hier auf der Erde im physischen Leibe verkörpert sind. Während der Mensch im Leben zwischen Tod und neuer Geburt das Bild einer Seele, die auch schon in der geistigen Welt ist, ganz und gar aus sich heraus erzeugen muß, während er da ganz und gar tätig sein muß, fühlt er sich bei einer Seele, welche noch hier auf der Erde lebt, mehr passiv — das Bild kommt ihm mehr entgegen. Also die Tätigkeit ist eine geringere bei einer Seele, die noch hier auf Erden lebt, als bei einer Seele, die auch schon entkörpert ist, die innere Anstrengung ist eine geringere. Dadurch drückt sich eben der Unterschied aus für diejenigen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben. Wenn Sie das nehmen, so werden Sie sich sagen: Wenn sich die Seele, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, in die geistige Welt so hineinlebt, hält sie nicht nur ihre Umschau über jene Wesen der höheren Hierarchien oder der Menschenseelen, die auch mit ihr in der geistigen Welt leben, sondern es taucht vor ihr auch die Welt der Seelen hier auf, namentlich derjenigen, zu denen sie Beziehung gehabt hat hier, bevor sie durch die Pforte des Todes geschritten ist. Es ist ja dieser bedeutsame Unterschied noch festzuhalten, daß, während hier der Mensch auf Erden im Grunde genommen das, was das Erdendasein ausmacht, immer um sich hat und nur im Geiste ergreifen kann — das «nur» ist natürlich sehr vergleichsweise nur zu nehmen — die «andere» Welt, so ist es, wenn die Seele in der geistigen Welt ist, gerade umgekehrt. Das, was sie dort von selbst sieht, das ist unsere Welt, die Welt, die von dort aus die jenseitige ist, wahrend sie sich anstrengen muß, um die eigene Welt, in der sie dann ist, immer als Wahrnehmung zu haben, um sie sich immer zu konstruieren. Also dort ist das Diesseits dasjenige, was man sich immerfort erarbeiten muß, und das Jenseits ist dasjenige, was eigentlich immer sich wie von selbst ergibt. Nun aber tauchen innerhalb dieses Jenseits — was für uns Diesseits ist, von der anderen Seite gesehen aber das Jenseits — die Menschenseelen auf mit demjenigen, was in ihnen lebt, insbesondere diejenigen Menschenseelen, zu denen Beziehungen während der Erdenzeit angeknüpft worden sind. Diese Menschenseelen treten auf. Aber innerhalb, ich möchte sagen, dieses Meeres von geistigen Wahrnehmungen, die da von der anderen Welt hier an und in den Menschenseelen gemacht werden, treten zuweilen auf die Erinnerungen an diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind. Stellen Sie sich das lebendig vor. Denken wir uns einmal hypothetisch, wir lebten in einem Zeitpunkte, in dem sich keine Seele irgendeines Toten erinnerte. Dann würden natürlich die Toten die Menschenseelen auch sehen, aber in diesen Menschenseelen würden keine Erinnerungen an die Toten leben. In dieses Meer, das sich den entkörperten Seelen darbietet, gehen nun hinein die Erinnerungen, die Erinnerungen an die Toten. Da leben sie drinnen. Das ist etwas, was durch den freien Willen der Menschen und durch die Liebe der Menschen hier hinzukommt zu dem, was der Tote von der anderen Seite immer sehen kann. Das ist also etwas, was hinzukommt.

[ 6 ] Nun ist aber doch ein bedeutsamer Unterschied in der Bildkonstruktion in bezug auf diejenigen Seelen, die auch schon in der geistigen Welt sind, und solche, die noch hier auf der Erde im physischen Leibe verkörpert sind. Während der Mensch im Leben zwischen Tod und neuer Geburt das Bild einer Seele, die auch schon in der geistigen Welt ist, ganz und gar aus sich heraus erzeugen muß, während er da ganz und gar tätig sein muß, fühlt er sich bei einer Seele, welche noch hier auf der Erde lebt, mehr passiv — das Bild kommt ihm mehr entgegen. Also die Tätigkeit ist eine geringere bei einer Seele, die noch hier auf Erden lebt, als bei einer Seele, die auch schon entkörpert ist, die innere Anstrengung ist eine geringere. Dadurch drückt sich eben der Unterschied aus für diejenigen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben. Wenn Sie das nehmen, so werden Sie sich sagen: Wenn sich die Seele, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen ist, in die geistige Welt so hineinlebt, hält sie nicht nur ihre Umschau über jene Wesen der höheren Hierarchien oder der Menschenseelen, die auch mit ihr in der geistigen Welt leben, sondern es taucht vor ihr auch die Welt der Seelen hier auf, namentlich derjenigen, zu denen sie Beziehung gehabt hat hier, bevor sie durch die Pforte des Todes geschritten ist. Es ist ja dieser bedeutsame Unterschied noch festzuhalten, daß, während hier der Mensch auf Erden im Grunde genommen das, was das Erdendasein ausmacht, immer um sich hat und nur im Geiste ergreifen kann — das «nur» ist natürlich sehr vergleichsweise nur zu nehmen — die «andere» Welt, so ist es, wenn die Seele in der geistigen Welt ist, gerade umgekehrt. Das, was sie dort von selbst sieht, das ist unsere Welt, die Welt, die von dort aus die jenseitige ist, wahrend sie sich anstrengen muß, um die eigene Welt, in der sie dann ist, immer als Wahrnehmung zu haben, um sie sich immer zu konstruieren. Also dort ist das Diesseits dasjenige, was man sich immerfort erarbeiten muß, und das Jenseits ist dasjenige, was eigentlich immer sich wie von selbst ergibt. Nun aber tauchen innerhalb dieses Jenseits — was für uns Diesseits ist, von der anderen Seite gesehen aber das Jenseits — die Menschenseelen auf mit demjenigen, was in ihnen lebt, insbesondere diejenigen Menschenseelen, zu denen Beziehungen während der Erdenzeit angeknüpft worden sind. Diese Menschenseelen treten auf. Aber innerhalb, ich möchte sagen, dieses Meeres von geistigen Wahrnehmungen, die da von der anderen Welt hier an und in den Menschenseelen gemacht werden, treten zuweilen auf die Erinnerungen an diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind. Stellen Sie sich das lebendig vor. Denken wir uns einmal hypothetisch, wir lebten in einem Zeitpunkte, in dem sich keine Seele irgendeines Toten erinnerte. Dann würden natürlich die Toten die Menschenseelen auch sehen, aber in diesen Menschenseelen würden keine Erinnerungen an die Toten leben. In dieses Meer, das sich den entkörperten Seelen darbietet, gehen nun hinein die Erinnerungen, die Erinnerungen an die Toten. Da leben sie drinnen. Das ist etwas, was durch den freien Willen der Menschen und durch die Liebe der Menschen hier hinzukommt zu dem, was der Tote von der anderen Seite immer sehen kann. Das ist also etwas, was hinzukommt.

[ 7 ] Sehen Sie, hier haben wir wieder einen Punkt, wo dem Geistesforscher wichtige Fragen aufgehen, wo der Geistesforscher die Frage aufwerfen muß: Was geschieht für denjenigen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, dadurch, daß er nun eingebettet sieht in die flutenden Seelen hier in unserer Welt die Erinnerungen, die diese flutenden Seelen an die Toten haben, was geschieht dadurch, daß er diese Erinnerungen wahrnimmt? Es ist bei der Geistesforschung so, daß man, wenn einem eine solche Rätselfrage aufgeht, diese Rätselfrage zuerst gründlich erleben muß. Man muß sich hineinleben. Wenn man nun anfängt zu spekulieren, wie die Lösung einer solchen Frage sein könnte, wie die Antwort sein könnte, dann kommt man sicher zunächst auf das Falsche. Denn das Anstrengen des gewöhnlichen, an das Gehirn gebundenen Verstandes, das gibt in der Regel durchaus keine Lösung. Man kann durch dasjenige, was innere Anstrengung ist, die Lösung nur vorbereiten. Die Lösungen von Rätselfragen, die sich auf die geistige Welt beziehen, ergeben sich wirklich so, daß sie herauskommen aus der geistigen Welt wie eine Begnadung. Man muß warten. Man kann eigentlich nichts anderes tun, als in der Frage so recht leben, immer wieder und wiederum die Frage durchmeditieren, die Frage mit allen Empfindungsqualitäten, die sie entwickeln kann, in der Seele aufleben lassen und ruhig warten, bis man — der Ausdruck ist wirklich ganz richtig gebraucht — gewürdigt wird, aus der geistigen Welt heraus eine Antwort zu bekommen. Und die kommt einem in der Regel von einer ganz anderen Seite zu, als man eigentlich denkt. Es kommt aus der geistigen Welt heraus dann die Antwort im rechten Augenblick, das heißt im Augenblick, wo man die eigene Seele genügend präpariert hat, so daf3 sie die Antwort entgegennehmen kann. Daß es die rechte Antwort ist, ja das läßt sich nicht durch eine Theorie ausmachen, ebensowenig wie durch Theorie sich etwas über die physische Wirklichkeit ausmachen läßt. Das läßt sich nur durch das Erleben selber ausmachen. Diejenigen, die jede geistige Wirklichkeit immer nur ableugnen und sagen: das kann man nicht beweisen, es muß alles bewiesen werden — denen möchte ich nur die Frage stellen, ob jemals schon ein Mensch in der physischen Welt das Dasein eines Walfisches hätte beweisen können, wenn dieser nicht gefunden worden wäre. Nichts kann man beweisen, was nicht in irgendeiner Weise in Wirklichkeit aufgezeigt werden muß. So muß man auch in der geistigen Welt dasjenige erleben, was Wirklichkeit ist.

[ 7 ] Sehen Sie, hier haben wir wieder einen Punkt, wo dem Geistesforscher wichtige Fragen aufgehen, wo der Geistesforscher die Frage aufwerfen muß: Was geschieht für denjenigen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, dadurch, daß er nun eingebettet sieht in die flutenden Seelen hier in unserer Welt die Erinnerungen, die diese flutenden Seelen an die Toten haben, was geschieht dadurch, daß er diese Erinnerungen wahrnimmt? Es ist bei der Geistesforschung so, daß man, wenn einem eine solche Rätselfrage aufgeht, diese Rätselfrage zuerst gründlich erleben muß. Man muß sich hineinleben. Wenn man nun anfängt zu spekulieren, wie die Lösung einer solchen Frage sein könnte, wie die Antwort sein könnte, dann kommt man sicher zunächst auf das Falsche. Denn das Anstrengen des gewöhnlichen, an das Gehirn gebundenen Verstandes, das gibt in der Regel durchaus keine Lösung. Man kann durch dasjenige, was innere Anstrengung ist, die Lösung nur vorbereiten. Die Lösungen von Rätselfragen, die sich auf die geistige Welt beziehen, ergeben sich wirklich so, daß sie herauskommen aus der geistigen Welt wie eine Begnadung. Man muß warten. Man kann eigentlich nichts anderes tun, als in der Frage so recht leben, immer wieder und wiederum die Frage durchmeditieren, die Frage mit allen Empfindungsqualitäten, die sie entwickeln kann, in der Seele aufleben lassen und ruhig warten, bis man — der Ausdruck ist wirklich ganz richtig gebraucht — gewürdigt wird, aus der geistigen Welt heraus eine Antwort zu bekommen. Und die kommt einem in der Regel von einer ganz anderen Seite zu, als man eigentlich denkt. Es kommt aus der geistigen Welt heraus dann die Antwort im rechten Augenblick, das heißt im Augenblick, wo man die eigene Seele genügend präpariert hat, so daf3 sie die Antwort entgegennehmen kann. Daß es die rechte Antwort ist, ja das läßt sich nicht durch eine Theorie ausmachen, ebensowenig wie durch Theorie sich etwas über die physische Wirklichkeit ausmachen läßt. Das läßt sich nur durch das Erleben selber ausmachen. Diejenigen, die jede geistige Wirklichkeit immer nur ableugnen und sagen: das kann man nicht beweisen, es muß alles bewiesen werden — denen möchte ich nur die Frage stellen, ob jemals schon ein Mensch in der physischen Welt das Dasein eines Walfisches hätte beweisen können, wenn dieser nicht gefunden worden wäre. Nichts kann man beweisen, was nicht in irgendeiner Weise in Wirklichkeit aufgezeigt werden muß. So muß man auch in der geistigen Welt dasjenige erleben, was Wirklichkeit ist.

[ 8 ] Nun gewiß, dasjenige, was da eintritt in das Bewußtsein als Lösung, es stellt sich, je nachdem man sich zubereitet hat in der Seele, in der verschiedensten Weise dar. Auf mannigfache Weise kann sich die Wahrheit darstellen, aber sie ist doch als die Wahrheit zu erleben. Wenn man sich diese Rätselfrage, die ich eben jetzt hingestellt habe, so recht in der Seele leben läßt, da tritt auf, scheinbar von einer ganz anderen Seite her, ein inneres Bild, welches, ich möchte sagen, den inneren Anspruch darauf macht, einem etwas zu geben über die Lösung des betreffenden Rätsels. Da kann auftreten das Bild eines Menschen, der etwa sich photographieren läßt, der sein Porträt bilden läßt. Überhaupt tritt auf das Bild irgendeiner physischen Sache, eine Nachbildung dieser physischen Sache. Und zuletzt tritt auf alles dasjenige, was man in den Bereich des Künstlerischen und auch der künstlerischen Darstellung setzen kann. WennSie sich vorstellen, wie das physische Leben verläuft, so können Sie sich sagen, dieses physische Leben verläuft so, daß der Mensch den äußeren Naturwesen und Naturereignissen gegenübersteht: die laufen ab. Ebenso laufen die menschlichen Angelegenheiten ab, dasjenige, was der Mensch sorgt und webt für seine Bedürfnisse und so weiter, dasjenige, was ihm in der Geschichte abläuft. Aber darüber hinaus sucht der Mensch etwas, was im Grunde genommen nichts zu tun hat mit dem unmittelbar Notwendigen in der Welt. Die Menschenseele wird gewahr, daß, wenn nur die Natur und die Geschichte mit den menschlichen Bedürfnisbefriedigungen ablaufen würde, das Leben öde und kahl wäre. Der Mensch schafft über den Naturlauf und über den Bedürfnislauf hinaus etwas hier im physischen Dasein. Er bekommt das Bedürfnis, nicht bloß, sagen wir, irgendeine Landschaft zu sehen, sondern diese Landschaft auch nachzubilden. Er richtet es im Leben so ein, daß jemand, der mit ihm in irgendeinem Zusammenhang steht, von ihm ein Bild bekommen kann und dergleichen mehr. Wir können, von da ausgehend, an das ganze Reich der Kunst denken, das der Mensch hier als eine höhere Wirklichkeit über die Wirklichkeit hinaus schafft zu der gewöhnlichen Natur- und Geschichtswirklichkeit hinzu. Denken Sie, was alles nicht in der Welt ware, wenn es keine Kunst gäbe, wenn die Kunst nicht hinzubringen würde zu dem, was, wir können sagen, von selbst da ist, dasjenige, was sie aus ihrem Quell zu geben vermag. Die Kunst schafft etwas, was durch Notwendigkeit nicht da zu sein brauchte. Wäre es nicht da, so könnte alles Naturnotwendige gleichwohl geschehen: Man Könnte sich denken, daß ohne irgendeine Nachbildung oder künstlerische Darstellung der Verlauf des Lebens vom Erdenanfang bis zum Erdenende ginge. Was alles die Menschen dann nicht hätten, das mag man sich ausmalen. Aber theoretisch möglich wäre es, daß unsere Erde gestraft wäre damit, daß sich auf ihr keine Kunst entwickeln könnte. Wir haben in der Kunst etwas über das Leben Hinausgehendes. Denken Sie sich alles das, was in der Kunst geschaffen ist, in der Welt stehend und die Menschen also durch die Welt gehend, dann haben Sie gewissermaßen zwei parallel laufende Prozesse: die Natur- und Geschichtsnotwendigkeiten und dasjenige, was als künstlerische Strömung hineingestellt ist.

[ 8 ] Nun gewiß, dasjenige, was da eintritt in das Bewußtsein als Lösung, es stellt sich, je nachdem man sich zubereitet hat in der Seele, in der verschiedensten Weise dar. Auf mannigfache Weise kann sich die Wahrheit darstellen, aber sie ist doch als die Wahrheit zu erleben. Wenn man sich diese Rätselfrage, die ich eben jetzt hingestellt habe, so recht in der Seele leben läßt, da tritt auf, scheinbar von einer ganz anderen Seite her, ein inneres Bild, welches, ich möchte sagen, den inneren Anspruch darauf macht, einem etwas zu geben über die Lösung des betreffenden Rätsels. Da kann auftreten das Bild eines Menschen, der etwa sich photographieren läßt, der sein Porträt bilden läßt. Überhaupt tritt auf das Bild irgendeiner physischen Sache, eine Nachbildung dieser physischen Sache. Und zuletzt tritt auf alles dasjenige, was man in den Bereich des Künstlerischen und auch der künstlerischen Darstellung setzen kann. WennSie sich vorstellen, wie das physische Leben verläuft, so können Sie sich sagen, dieses physische Leben verläuft so, daß der Mensch den äußeren Naturwesen und Naturereignissen gegenübersteht: die laufen ab. Ebenso laufen die menschlichen Angelegenheiten ab, dasjenige, was der Mensch sorgt und webt für seine Bedürfnisse und so weiter, dasjenige, was ihm in der Geschichte abläuft. Aber darüber hinaus sucht der Mensch etwas, was im Grunde genommen nichts zu tun hat mit dem unmittelbar Notwendigen in der Welt. Die Menschenseele wird gewahr, daß, wenn nur die Natur und die Geschichte mit den menschlichen Bedürfnisbefriedigungen ablaufen würde, das Leben öde und kahl wäre. Der Mensch schafft über den Naturlauf und über den Bedürfnislauf hinaus etwas hier im physischen Dasein. Er bekommt das Bedürfnis, nicht bloß, sagen wir, irgendeine Landschaft zu sehen, sondern diese Landschaft auch nachzubilden. Er richtet es im Leben so ein, daß jemand, der mit ihm in irgendeinem Zusammenhang steht, von ihm ein Bild bekommen kann und dergleichen mehr. Wir können, von da ausgehend, an das ganze Reich der Kunst denken, das der Mensch hier als eine höhere Wirklichkeit über die Wirklichkeit hinaus schafft zu der gewöhnlichen Natur- und Geschichtswirklichkeit hinzu. Denken Sie, was alles nicht in der Welt ware, wenn es keine Kunst gäbe, wenn die Kunst nicht hinzubringen würde zu dem, was, wir können sagen, von selbst da ist, dasjenige, was sie aus ihrem Quell zu geben vermag. Die Kunst schafft etwas, was durch Notwendigkeit nicht da zu sein brauchte. Wäre es nicht da, so könnte alles Naturnotwendige gleichwohl geschehen: Man Könnte sich denken, daß ohne irgendeine Nachbildung oder künstlerische Darstellung der Verlauf des Lebens vom Erdenanfang bis zum Erdenende ginge. Was alles die Menschen dann nicht hätten, das mag man sich ausmalen. Aber theoretisch möglich wäre es, daß unsere Erde gestraft wäre damit, daß sich auf ihr keine Kunst entwickeln könnte. Wir haben in der Kunst etwas über das Leben Hinausgehendes. Denken Sie sich alles das, was in der Kunst geschaffen ist, in der Welt stehend und die Menschen also durch die Welt gehend, dann haben Sie gewissermaßen zwei parallel laufende Prozesse: die Natur- und Geschichtsnotwendigkeiten und dasjenige, was als künstlerische Strömung hineingestellt ist.

[ 9 ] Sehen Sie, so wie die Kunst gewissermaßen eine geistige Welt hereinzaubert in die physische Wirklichkeit, so zaubert die Erinnerung, die hier in der Seele Platz greift, eine andere Welt in die Welt derer, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, herein. Für die Toten könnte die Welt ablaufen, ohne daß in den Seelen hier Erinnerungen lebten, die aus Liebe, die aus allen menschlichen Verhältnissen geboren sind. Aber es würde dann für die Toten die Welt, die die ihre ist, so ablaufen, wie für uns eine Welt ablaufen würde, in der wir nichts finden könnten, was über die gewöhnliche Wirklichkeit hinausgeht. Das ist ein ungeheuer bedeutungsvoller Zusammenhang, daß durch die Gedanken der Liebe, durch die Gedanken der Erinnerung, durch all das, was uns in dieser Weise in der Seele aufgeht im Zusammenhang mit denen, die nicht mehr in der physischen Welt sind, für die, die nicht in der physischen Welt sind, dort etwas Analoges geschaffen wird demjenigen, was hier das künstlerische Schaffen ist. Und so wie der Mensch das künstlerische Schaffen aus sich heraus in der physischen Welt hier vollbringen muß, aus dem Eigenen etwas hinzutun muß, so muß wiederum für diejenigen, die in der geistigen Welt sind, das Entgegengesetzte eintreten. Es muß ihnen von der anderen Welt entgegengebracht werden, von den Seelen, die hier zurückgeblieben sind, die hier noch verkörpert sind; von den Seelen, die sie mehr passiv sehen als diejenigen Seelen, die schon mit ihnen in der geistigen Welt stehen. Was für uns Natur- und Geschichtsverlauf wären, die sich nur von selbst vollziehen, ohne Kunst, ohne all dasjenige, was der Mensch bildet über die unmittelbare Wirklichkeit hinaus, das wäre für die Toten eine Welt, in der nicht innerhalb der physischen Welt zurückgebliebene Seelen lebten mit Erinnerungen.

[ 9 ] Sehen Sie, so wie die Kunst gewissermaßen eine geistige Welt hereinzaubert in die physische Wirklichkeit, so zaubert die Erinnerung, die hier in der Seele Platz greift, eine andere Welt in die Welt derer, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, herein. Für die Toten könnte die Welt ablaufen, ohne daß in den Seelen hier Erinnerungen lebten, die aus Liebe, die aus allen menschlichen Verhältnissen geboren sind. Aber es würde dann für die Toten die Welt, die die ihre ist, so ablaufen, wie für uns eine Welt ablaufen würde, in der wir nichts finden könnten, was über die gewöhnliche Wirklichkeit hinausgeht. Das ist ein ungeheuer bedeutungsvoller Zusammenhang, daß durch die Gedanken der Liebe, durch die Gedanken der Erinnerung, durch all das, was uns in dieser Weise in der Seele aufgeht im Zusammenhang mit denen, die nicht mehr in der physischen Welt sind, für die, die nicht in der physischen Welt sind, dort etwas Analoges geschaffen wird demjenigen, was hier das künstlerische Schaffen ist. Und so wie der Mensch das künstlerische Schaffen aus sich heraus in der physischen Welt hier vollbringen muß, aus dem Eigenen etwas hinzutun muß, so muß wiederum für diejenigen, die in der geistigen Welt sind, das Entgegengesetzte eintreten. Es muß ihnen von der anderen Welt entgegengebracht werden, von den Seelen, die hier zurückgeblieben sind, die hier noch verkörpert sind; von den Seelen, die sie mehr passiv sehen als diejenigen Seelen, die schon mit ihnen in der geistigen Welt stehen. Was für uns Natur- und Geschichtsverlauf wären, die sich nur von selbst vollziehen, ohne Kunst, ohne all dasjenige, was der Mensch bildet über die unmittelbare Wirklichkeit hinaus, das wäre für die Toten eine Welt, in der nicht innerhalb der physischen Welt zurückgebliebene Seelen lebten mit Erinnerungen.

[ 10 ] Solche Dinge, sehen Sie, sie werden nicht gewußt innerhalb des physischen Lebens der Menschen. Man sagt so, sie werden nicht gewußt —. Sie werden nicht gewußt von dem, was das gewöhnliche Bewußtsein ist, aber von demjenigen, was tieferes unterbewußtes Bewußtsein ist, werden diese Dinge gewußt, und das Leben wurde auch immer danach eingerichtet. Warum wurde Wert darauf gelegt von den menschlichen Gemeinschaften, daß Allerseelentage, Totentage und dergleichen gefeiert werden? Und derjenige, der nicht an einem allgemeinen Totentage teilnehmen kann, hat eben seine eigenen Totentage. Warum ist das? Weil in dem unterbewußten Bewußtsein der Menschen eben das lebt, was man nennen könnte ein dunkles Bewußtsein von dem, was in die Welt hineingestellt wird dadurch, daß die Erinnerungen an die Toten belebt werden, besonders belebt werden. Wenn die offene Seele des Geistesschauers an einem Allerseelentag oder an einem Totensonntag oder dergleichen dahin geht, wo viele Menschen erscheinen mit den Erinnerungen an die Toten, so nimmt sie wahr, daß da die Toten teilnehmen, und es ist für die Toten dann so, nur natürlich entsprechend verschieden gedacht, wie wenn hier auf dem physischen Erdenrund die Menschen einen Dom besuchen und jene Formen schauen wurden, die sie nicht schauen könnten, wenn nicht aus der künstlerischen Phantasie heraus zu dem physischen Dasein etwas hinzuerschaffen worden wäre, oder wenn sie eine Symphonie hören oder dergleichen. Es ist gewissermaßen das über das gewöhnliche Maß des Daseins hinaus Entstehende, das sich in all diesen Erinnerungen darbietet. Und wie sich die Kunst hineinstellt in den physisch-historischen Menschenverlauf, so stellen sich die Erinnerungen an die Toten herein in das Bild, das die Seelen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt von ihrer Welt aus bekommen. In solchen Gebräuchen, die sich bilden innerhalb der menschlichen Gemeinschaften, drückt sich eben jenes geheime Wissen aus, das die Seelen in ihren Untergründen haben, und mancher ehrwürdige Gebrauch hängt eben mit diesem unterbewußten Bewußtsein zusammen.

[ 10 ] Solche Dinge, sehen Sie, sie werden nicht gewußt innerhalb des physischen Lebens der Menschen. Man sagt so, sie werden nicht gewußt —. Sie werden nicht gewußt von dem, was das gewöhnliche Bewußtsein ist, aber von demjenigen, was tieferes unterbewußtes Bewußtsein ist, werden diese Dinge gewußt, und das Leben wurde auch immer danach eingerichtet. Warum wurde Wert darauf gelegt von den menschlichen Gemeinschaften, daß Allerseelentage, Totentage und dergleichen gefeiert werden? Und derjenige, der nicht an einem allgemeinen Totentage teilnehmen kann, hat eben seine eigenen Totentage. Warum ist das? Weil in dem unterbewußten Bewußtsein der Menschen eben das lebt, was man nennen könnte ein dunkles Bewußtsein von dem, was in die Welt hineingestellt wird dadurch, daß die Erinnerungen an die Toten belebt werden, besonders belebt werden. Wenn die offene Seele des Geistesschauers an einem Allerseelentag oder an einem Totensonntag oder dergleichen dahin geht, wo viele Menschen erscheinen mit den Erinnerungen an die Toten, so nimmt sie wahr, daß da die Toten teilnehmen, und es ist für die Toten dann so, nur natürlich entsprechend verschieden gedacht, wie wenn hier auf dem physischen Erdenrund die Menschen einen Dom besuchen und jene Formen schauen wurden, die sie nicht schauen könnten, wenn nicht aus der künstlerischen Phantasie heraus zu dem physischen Dasein etwas hinzuerschaffen worden wäre, oder wenn sie eine Symphonie hören oder dergleichen. Es ist gewissermaßen das über das gewöhnliche Maß des Daseins hinaus Entstehende, das sich in all diesen Erinnerungen darbietet. Und wie sich die Kunst hineinstellt in den physisch-historischen Menschenverlauf, so stellen sich die Erinnerungen an die Toten herein in das Bild, das die Seelen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt von ihrer Welt aus bekommen. In solchen Gebräuchen, die sich bilden innerhalb der menschlichen Gemeinschaften, drückt sich eben jenes geheime Wissen aus, das die Seelen in ihren Untergründen haben, und mancher ehrwürdige Gebrauch hängt eben mit diesem unterbewußten Bewußtsein zusammen.

[ 11 ] Wir stehen vor den Zusammenhängen des Lebens viel bewundernder noch, wenn wir sie durchdringen können mit dem, was uns die Geisteswissenschaft an die Hand gibt, als wenn wir sie nicht damit durchdringen können. Wenn der Tote in der Seele eines Menschen, der mit ihm in einem Verhältnis hier gestanden hat, eine Erinnerung an sich antrifft, so ist es immer so, wie wenn ihm etwas entgegentreten würde, was ihm das Leben verschönt, was ihm das Leben erhöht. Und setzt sich hier für uns Schönheit aus demjenigen zusammen, was Kunst ist, so setzt sich für die Toten Schönheit zusammen aus demjenigen, was hinaufstrahit aus den Herzen, den Seelen der an ihre Toten sich erinnernden Menschen.

[ 11 ] Wir stehen vor den Zusammenhängen des Lebens viel bewundernder noch, wenn wir sie durchdringen können mit dem, was uns die Geisteswissenschaft an die Hand gibt, als wenn wir sie nicht damit durchdringen können. Wenn der Tote in der Seele eines Menschen, der mit ihm in einem Verhältnis hier gestanden hat, eine Erinnerung an sich antrifft, so ist es immer so, wie wenn ihm etwas entgegentreten würde, was ihm das Leben verschönt, was ihm das Leben erhöht. Und setzt sich hier für uns Schönheit aus demjenigen zusammen, was Kunst ist, so setzt sich für die Toten Schönheit zusammen aus demjenigen, was hinaufstrahit aus den Herzen, den Seelen der an ihre Toten sich erinnernden Menschen.

[ 12 ] Das ist auch ein Zusammenhang zwischen der Welt hier und der geistigen Welt dort. Und es ist dies ein solcher Gedanke, der eng zusammenhängt mit jenem anderen Gedanken, der aus vielem, vielem hervorgeht, was in der Geisteswissenschaft gepflogen werden kann, dem Gedanken von dem Wertvollen, dem Wichtigen des Erdenlebens. Geisteswissenschaft führt uns nicht dahin, die Erde mit alledem, was sie hervorbringen kann, zu verachten, sondern Geisteswissenschaft führt uns dahin, das physische Erdenleben als ein Glied zu betrachten innerhalb des gesamten Weltenlebens und als ein notwendiges Glied; als ein Glied, das auf das hin angelegt ist, was in der geistigen Welt wirkt und ohne das die geistige Welt nicht in ihrer Vollständigkeit erscheinen würde. Und wenn wir nunmehr unseren Blick sozusagen dahin wenden, daß aus unserer physischen Welt heraus die Schönheit für die Toten ersprießen muß, so schließt sich uns der Gedanke auf, daß diese Schönheit für die geistige Welt fehlen würde, wenn es nicht eine physische Welt geben könnte mit Menschenseelen, die im Leibe auch noch Gedanken, gefühlsdurchtränkte, empfindungsdurchwellte Gedanken entwickeln könnten an diejenigen, die nicht in der physischen Welt sind. Es bedeutete viel, meine lieben Freunde, wenn in alten Zeiten zum Beispiel ganze Volksstämme immer wieder und wiederum hingebungsvoll in ihren Festen an die großen Ahnen dachten, wenn sie vereinigten ihre Gefühle im Hinblick auf einen großen Ahn. Es bedeutete viel, wenn sie solche Gedenktage einrichteten, denn das war immer das Aufleuchten eines Schönen für die geistigen Welten, das heißt für die Seelen, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt standen. Und so wenig, nun, sagen wir, um milde zu sprechen, so wenig «unalbern» es wäre, wenn jemand besonderes Gefallen hier auf der Erde an seinem eigenen Bildnis, an seinem eigenen Porträt fände — das ist ja natürlich etwas Albernes, nicht wahr? —, so bedeutsam ist nun das Bild, das der Tote findet bei den hier Zurückgebliebenen von sich selber. Denn, meine lieben Freunde, das müssen wir festhalten: Unser Erdenmensch wird etwas ganz anderes für uns, wenn wir ihn, als Tote, vom Gesichtspunkte des Geistigen aus betrachten; das haben wir öfters betont. Hier sind wir innerhalb unserer Haut eingeschlossen, hier ist uns dasjenige, was wir als «wir», als «ich» bezeichnen, eben das innerhalb der Haut Eingeschlossene, was uns wert ist. Auch für den «selbstlosen» Menschen gilt das! Für die «ganz selbstlosen Menschen» gilt das vielleicht sogar um einen Grad mehr als für diejenigen, die sich weniger selbstlos dünken! Wert ist uns vor allen Dingen, was innerhalb dieser Haut eingeschlossen ist, dann kommt die übrige Welt. Wir blicken zu dieser übrigen Welt als zur Außsenwelt. Das ist aber gerade das Bedeutungsvolle, daß wir, wenn wir aus unserem Körper draußen sind, mit der Außenwelt vereinigt werden; wir leben in dieser Außenwelt. Dieses Aufgehen, dieses Sich-Ausbreiten über die Außenwelt, ich habe es öfters beschrieben. Und dasjenige, was dann sich so zu uns verhält wie jetzt die Außenwelt, das ist das, was wir gerade hier zwischen Geburt und Tod für uns ausgelebt haben. Die Außenwelt wird, wir Können sagen, gewissermaßen unsere Innenwelt; und das, was hier unsere Innenwelt ist, wird dann unsere Außenwelt. Daher diese bedeutsame Erfahrung, wie ich sie in meiner «Theosophie» berührte, beim Betreten des Geisterlandes: «Das bist du.»

[ 12 ] Das ist auch ein Zusammenhang zwischen der Welt hier und der geistigen Welt dort. Und es ist dies ein solcher Gedanke, der eng zusammenhängt mit jenem anderen Gedanken, der aus vielem, vielem hervorgeht, was in der Geisteswissenschaft gepflogen werden kann, dem Gedanken von dem Wertvollen, dem Wichtigen des Erdenlebens. Geisteswissenschaft führt uns nicht dahin, die Erde mit alledem, was sie hervorbringen kann, zu verachten, sondern Geisteswissenschaft führt uns dahin, das physische Erdenleben als ein Glied zu betrachten innerhalb des gesamten Weltenlebens und als ein notwendiges Glied; als ein Glied, das auf das hin angelegt ist, was in der geistigen Welt wirkt und ohne das die geistige Welt nicht in ihrer Vollständigkeit erscheinen würde. Und wenn wir nunmehr unseren Blick sozusagen dahin wenden, daß aus unserer physischen Welt heraus die Schönheit für die Toten ersprießen muß, so schließt sich uns der Gedanke auf, daß diese Schönheit für die geistige Welt fehlen würde, wenn es nicht eine physische Welt geben könnte mit Menschenseelen, die im Leibe auch noch Gedanken, gefühlsdurchtränkte, empfindungsdurchwellte Gedanken entwickeln könnten an diejenigen, die nicht in der physischen Welt sind. Es bedeutete viel, meine lieben Freunde, wenn in alten Zeiten zum Beispiel ganze Volksstämme immer wieder und wiederum hingebungsvoll in ihren Festen an die großen Ahnen dachten, wenn sie vereinigten ihre Gefühle im Hinblick auf einen großen Ahn. Es bedeutete viel, wenn sie solche Gedenktage einrichteten, denn das war immer das Aufleuchten eines Schönen für die geistigen Welten, das heißt für die Seelen, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt standen. Und so wenig, nun, sagen wir, um milde zu sprechen, so wenig «unalbern» es wäre, wenn jemand besonderes Gefallen hier auf der Erde an seinem eigenen Bildnis, an seinem eigenen Porträt fände — das ist ja natürlich etwas Albernes, nicht wahr? —, so bedeutsam ist nun das Bild, das der Tote findet bei den hier Zurückgebliebenen von sich selber. Denn, meine lieben Freunde, das müssen wir festhalten: Unser Erdenmensch wird etwas ganz anderes für uns, wenn wir ihn, als Tote, vom Gesichtspunkte des Geistigen aus betrachten; das haben wir öfters betont. Hier sind wir innerhalb unserer Haut eingeschlossen, hier ist uns dasjenige, was wir als «wir», als «ich» bezeichnen, eben das innerhalb der Haut Eingeschlossene, was uns wert ist. Auch für den «selbstlosen» Menschen gilt das! Für die «ganz selbstlosen Menschen» gilt das vielleicht sogar um einen Grad mehr als für diejenigen, die sich weniger selbstlos dünken! Wert ist uns vor allen Dingen, was innerhalb dieser Haut eingeschlossen ist, dann kommt die übrige Welt. Wir blicken zu dieser übrigen Welt als zur Außsenwelt. Das ist aber gerade das Bedeutungsvolle, daß wir, wenn wir aus unserem Körper draußen sind, mit der Außenwelt vereinigt werden; wir leben in dieser Außenwelt. Dieses Aufgehen, dieses Sich-Ausbreiten über die Außenwelt, ich habe es öfters beschrieben. Und dasjenige, was dann sich so zu uns verhält wie jetzt die Außenwelt, das ist das, was wir gerade hier zwischen Geburt und Tod für uns ausgelebt haben. Die Außenwelt wird, wir Können sagen, gewissermaßen unsere Innenwelt; und das, was hier unsere Innenwelt ist, wird dann unsere Außenwelt. Daher diese bedeutsame Erfahrung, wie ich sie in meiner «Theosophie» berührte, beim Betreten des Geisterlandes: «Das bist du.»

[ 13 ] Also unsere Innenwelt hier, die unser Ich umfaßt, auf die blicken wir dann hin, das ist die Außenwelt. Und da ist es so, daß jene Seele, die nun nicht in dieser Weise egoistisch sein kann, wie sie hier egoistisch ist, zurüuckblickt auf die Gedanken, die ihr entgegentreten als die Gedanken an sie. Das ist dasjenige, was wie eine Außenwelt ihr entgegentritt, was wirklich einverleibt sein darf in den Umfang dessen, was wir dann als das Schöne bezeichnen, als dasjenige, was uns erhebt, was uns dann erheben darf. Es kommt zu dem, was eine Außenwelt ist — nämlich die Erinnerung an das, was wir durchgemacht haben zwischen Geburt und Tod —, etwas hinzu, was nicht in diesem unserem Leben lebt, sondern was in anderen Seelen lebt, aber sich auf uns bezieht. Das ist wirklich das Hineinstellen eines über uns, das heißt über unsere Außenwelt Hinausgehenden, wie hier das Hineinstellen des Kunstwerkes etwas ist, was über die gewöhnliche, von selbst dastehende Wirklichkeit hinausgeht. So wenig «nett» es hier ist von dem Menschen, wenn er nicht nur in sich, sondern noch dazu in sein Bild verliebt ist, so selbstverständlich ist es dort, daß man zu dem, was in den Seelen, die zurückgeblieben sind, als Bild von einem auftritt und hinzukommt zu der anderen Erscheinung, die man von sich hat, daß man zu dem so steht, wie man hier etwa steht zu einem Landschaftsbild im Verhältnis zur Landschaft oder dergleichen. So ist es also, daß man, wenn einem diese Rätselfrage vor die Seele kommt, das Bild von dem Menschen und seinem Bild in den Seelen der Hinterbliebenen erhält und daß man von da aus den Weg findet zur Beantwortung einer solchen Rätselfrage. Das Spekulieren führt in der Regel zu nichts, sondern das Wartenkönnen, das geduldige Abwarten. Dasjenige, womit man sich bemühen soll, sind eigentlich mit Bezug auf die geistigen Welten die Fragen; die Antworten müssen sich durch Gnade, durch sich offenbarende Gnade der Menschenseele ergeben.

[ 13 ] Also unsere Innenwelt hier, die unser Ich umfaßt, auf die blicken wir dann hin, das ist die Außenwelt. Und da ist es so, daß jene Seele, die nun nicht in dieser Weise egoistisch sein kann, wie sie hier egoistisch ist, zurüuckblickt auf die Gedanken, die ihr entgegentreten als die Gedanken an sie. Das ist dasjenige, was wie eine Außenwelt ihr entgegentritt, was wirklich einverleibt sein darf in den Umfang dessen, was wir dann als das Schöne bezeichnen, als dasjenige, was uns erhebt, was uns dann erheben darf. Es kommt zu dem, was eine Außenwelt ist — nämlich die Erinnerung an das, was wir durchgemacht haben zwischen Geburt und Tod —, etwas hinzu, was nicht in diesem unserem Leben lebt, sondern was in anderen Seelen lebt, aber sich auf uns bezieht. Das ist wirklich das Hineinstellen eines über uns, das heißt über unsere Außenwelt Hinausgehenden, wie hier das Hineinstellen des Kunstwerkes etwas ist, was über die gewöhnliche, von selbst dastehende Wirklichkeit hinausgeht. So wenig «nett» es hier ist von dem Menschen, wenn er nicht nur in sich, sondern noch dazu in sein Bild verliebt ist, so selbstverständlich ist es dort, daß man zu dem, was in den Seelen, die zurückgeblieben sind, als Bild von einem auftritt und hinzukommt zu der anderen Erscheinung, die man von sich hat, daß man zu dem so steht, wie man hier etwa steht zu einem Landschaftsbild im Verhältnis zur Landschaft oder dergleichen. So ist es also, daß man, wenn einem diese Rätselfrage vor die Seele kommt, das Bild von dem Menschen und seinem Bild in den Seelen der Hinterbliebenen erhält und daß man von da aus den Weg findet zur Beantwortung einer solchen Rätselfrage. Das Spekulieren führt in der Regel zu nichts, sondern das Wartenkönnen, das geduldige Abwarten. Dasjenige, womit man sich bemühen soll, sind eigentlich mit Bezug auf die geistigen Welten die Fragen; die Antworten müssen sich durch Gnade, durch sich offenbarende Gnade der Menschenseele ergeben.

[ 14 ] Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtung eben darauf aufmerksam gemacht, wie die Menschen Einrichtungen treffen, Erinnerungstage, Erinnerungsfeste im allgemeinen, die zusammenhängen mit einem tiefen, aber vom gewöhnlichen Bewußtsein nicht umfaßten Wissen. Das hängt damit zusammen, daß der Mensch überhaupt in den Untergründen seiner Seele ein dumpfes, umfassendes Wissen hat — ich habe hier schon wiederholt darauf aufmerksam gemacht und daß er eigentlich das Wissen, das er mit seinem Bewußtsein umfaßt, herausholt aus seinem umfassenden Wissen. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie gescheit wir eigentlich wären, wenn wir all das mit unserem Oberbewußstsein umfassen könnten, was unser astralischer Leib umfaßt. Aber dieser Astralleib, der geht auch in einem viel höheren Sinne wissend durch das Leben, als wir gewöhnlich glauben. Wir schätzen dieses Wissen unseres Astralleibes nicht, weil wir eben nichts davon wissen; aber wir können uns wenigstens eine Vorstellung machen von diesem umfassenderen Wissen des Astralleibes, wenn wir uns das Folgende vor die Seele stellen:

[ 14 ] Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtung eben darauf aufmerksam gemacht, wie die Menschen Einrichtungen treffen, Erinnerungstage, Erinnerungsfeste im allgemeinen, die zusammenhängen mit einem tiefen, aber vom gewöhnlichen Bewußtsein nicht umfaßten Wissen. Das hängt damit zusammen, daß der Mensch überhaupt in den Untergründen seiner Seele ein dumpfes, umfassendes Wissen hat — ich habe hier schon wiederholt darauf aufmerksam gemacht und daß er eigentlich das Wissen, das er mit seinem Bewußtsein umfaßt, herausholt aus seinem umfassenden Wissen. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie gescheit wir eigentlich wären, wenn wir all das mit unserem Oberbewußstsein umfassen könnten, was unser astralischer Leib umfaßt. Aber dieser Astralleib, der geht auch in einem viel höheren Sinne wissend durch das Leben, als wir gewöhnlich glauben. Wir schätzen dieses Wissen unseres Astralleibes nicht, weil wir eben nichts davon wissen; aber wir können uns wenigstens eine Vorstellung machen von diesem umfassenderen Wissen des Astralleibes, wenn wir uns das Folgende vor die Seele stellen:

[ 15 ] Sehen Sie, wir leben so, wir können es ja sagen, gewissermaßen in den Tag hinein. Wir beurteilen die Ereignisse sehr wenig nach ihrem Zusammenhange. Würden wir sie nach ihrem Zusammenhange betrachten, so würde uns manches ganz, ganz anders erscheinen. Denken Sie doch nur einmal, es kann passieren, nicht wahr, daß wir uns irgend etwas vornehmen: Wir nehmen uns am Morgen etwas vor, was wir am Abend ausführen wollen. Mittags passiert uns irgend etwas, was uns verhindert, die Sache am Abend auszuführen. Wir ärgern uns zuweilen gründlich, daß wir die Sache am Abend nicht ausführen können. Wir sind der Meinung, daß es viel schöner, viel richtiger gewesen wäre, wenn wir die Sache hätten ausführen können. Der Astralleib mit seinem umfassenderen, aber uns nicht zum Bewußtsein kommenden Wissen, der weiß das eben anders. Der Astralleib sieht in einem solchen Falle oftmals: Wenn du die Angelegenheit, die du dir für abends vorgenommen hast, ausführst, so kommst du in eine Lage, wo du vielleicht hinfällst und dir ein Bein brichst. Es kann ja durchaus im Bereich der Möglichkeiten liegen, daß wir dem gar nicht entgehen können; wenn wir abends das, was wir uns vorgenommen haben, ausführen, so gibt es eben eine Konstellation vorher, daß wir uns ein Bein brechen. Das wissen wir in unserem Oberbewußtsein nicht, aber der Astralleib durchschaut das, und er führt uns nun in eine solche Lage, durch die wir selber verhindern, daß das eintritt, was wir abends haben ausführen wollen. Daß das eingetreten ist, worüber wir so ärgerlich waren, das ist zuweilen im Gesamtzusammenhang unseres Lebens außerordentlich weise. Aber das wird nicht aus dem Zufall herausgeboren, sondern es wird ganz aus der Weisheit unseres Astralleibes, die uns eigentlich aus dem Oberbewußtsein heraus unbewußt bleibt, gemacht. Wenn wir einsehen könnten, warum wir manches tun und einiges nicht tun, vielleicht weil wir etwas anderes nicht tun könnten oder zu etwas anderem erst geführt werden, wenn wir das alles durchschauen könnten, so würden wir immer einen Zusammenhang in unserem Leben sehen, der von einem Weiseren in uns ausgeht, als wir in unserem Oberbewußtsein sind.

[ 15 ] Sehen Sie, wir leben so, wir können es ja sagen, gewissermaßen in den Tag hinein. Wir beurteilen die Ereignisse sehr wenig nach ihrem Zusammenhange. Würden wir sie nach ihrem Zusammenhange betrachten, so würde uns manches ganz, ganz anders erscheinen. Denken Sie doch nur einmal, es kann passieren, nicht wahr, daß wir uns irgend etwas vornehmen: Wir nehmen uns am Morgen etwas vor, was wir am Abend ausführen wollen. Mittags passiert uns irgend etwas, was uns verhindert, die Sache am Abend auszuführen. Wir ärgern uns zuweilen gründlich, daß wir die Sache am Abend nicht ausführen können. Wir sind der Meinung, daß es viel schöner, viel richtiger gewesen wäre, wenn wir die Sache hätten ausführen können. Der Astralleib mit seinem umfassenderen, aber uns nicht zum Bewußtsein kommenden Wissen, der weiß das eben anders. Der Astralleib sieht in einem solchen Falle oftmals: Wenn du die Angelegenheit, die du dir für abends vorgenommen hast, ausführst, so kommst du in eine Lage, wo du vielleicht hinfällst und dir ein Bein brichst. Es kann ja durchaus im Bereich der Möglichkeiten liegen, daß wir dem gar nicht entgehen können; wenn wir abends das, was wir uns vorgenommen haben, ausführen, so gibt es eben eine Konstellation vorher, daß wir uns ein Bein brechen. Das wissen wir in unserem Oberbewußtsein nicht, aber der Astralleib durchschaut das, und er führt uns nun in eine solche Lage, durch die wir selber verhindern, daß das eintritt, was wir abends haben ausführen wollen. Daß das eingetreten ist, worüber wir so ärgerlich waren, das ist zuweilen im Gesamtzusammenhang unseres Lebens außerordentlich weise. Aber das wird nicht aus dem Zufall herausgeboren, sondern es wird ganz aus der Weisheit unseres Astralleibes, die uns eigentlich aus dem Oberbewußtsein heraus unbewußt bleibt, gemacht. Wenn wir einsehen könnten, warum wir manches tun und einiges nicht tun, vielleicht weil wir etwas anderes nicht tun könnten oder zu etwas anderem erst geführt werden, wenn wir das alles durchschauen könnten, so würden wir immer einen Zusammenhang in unserem Leben sehen, der von einem Weiseren in uns ausgeht, als wir in unserem Oberbewußtsein sind.

[ 16 ] Es ist schon in unserem Leben Zusammenhang, aber dieser Zusammenhang wird nicht in seiner ganzen Sphäre durchschaut. Und sobald wir uns richtig den Gedanken vor die Seele halten, wie wir eigentlich mit den geistigen Welten zusammenhängen, so wird uns die Sache schon klar. Über uns liegt ein Wesen, das im engeren Sinne zu uns gehört, ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, unser schützender Geist. Wir wenden uns sogar jetzt immer im Beginn unserer Betrachtungen an die schützenden Geister derjenigen, die draußen die großen Forderungen der Zeit unmittelbar zu erfüllen haben. Dieser schützende Geist sieht nun hinein in den Zusammenhang. Aus einem Gefühl heraus war das lange im Menschenbewußtsein rege, daß) gewisse Zusammenhänge, die wir nicht überschauen, von diesem schützenden Geist überschaut werden. Nun sind aber die Grenzen zwischen dem, was wir überschauen, und dem, was wir nicht überschauen mit unserem Bewußtsein, veränderlich. Es gibt ja wirklich Menschen hier, die dadurch mit einer gewissen inneren Zufriedenheit durch das Leben gehen, daß sie das, was an sie herankommt, eben an sich herankommen lassen, weil sie an die waltende Weisheit glauben, weil sie durchdrungen sind davon, daß auch dasjenige, worüber man so leicht ärgerlich werden kann, vom Walten der Weisheit durchtränkt ist. Es ist ja manchmal schwer, wenn etwas passiert, was so recht gegen unsere Absichten geht, an die waltende Weisheit zu glauben. Aber darin besteht gerade einer derjenigen Impulse, die uns so recht in Zusammenhang mit den Wirkungen der geistigen Welt bringen, daß wir uns hineinzufügen wissen in die waltende Weisheit, ohne bequem oder faul dadurch zu werden, ohne zu glauben, daß diese waltende Weisheit selbständig für uns handelt. Die Grenze ist also verschiebbar, und auch in bezug auf das Handeln, auf das Bilden von Absichten ist die Grenze verschiebbar. Da treten allerdings in das gewöhnliche Bewußtsein Impulse herein, die etwas Intimes, Zartes haben. Wie oft, nicht wahr, kommt es, daß wir uns etwas vornehmen für einen späteren Zeitraum. Nun kommt irgend etwas, wir haben das Gefühl, wir müssen dies tun, was eigentlich verhindert das Spätere. Wir haben das Gefühl, aus der sich bietenden Notwendigkeit heraus zu handeln und die Sache ja nicht unzart anfassen zu dürfen, denn wir wissen: Wenn wir sie unzart anfassen, dann zersplittert sie sich vor uns, dann zerstiebt sie. Wir haben neben dem, worauf wir unsere Freiheit richten, mehr oder weniger deutlich einen Menschen in uns, der sich durch das Leben durchtasten will und der glaubt, durch das, was er ertasten kann, viel mehr zu erreichen als durch dasjenige, was er mit seinen Begriffen ganz genau sich abzirkeln kann. Die Grenze ist verschiebbar.

[ 16 ] Es ist schon in unserem Leben Zusammenhang, aber dieser Zusammenhang wird nicht in seiner ganzen Sphäre durchschaut. Und sobald wir uns richtig den Gedanken vor die Seele halten, wie wir eigentlich mit den geistigen Welten zusammenhängen, so wird uns die Sache schon klar. Über uns liegt ein Wesen, das im engeren Sinne zu uns gehört, ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, unser schützender Geist. Wir wenden uns sogar jetzt immer im Beginn unserer Betrachtungen an die schützenden Geister derjenigen, die draußen die großen Forderungen der Zeit unmittelbar zu erfüllen haben. Dieser schützende Geist sieht nun hinein in den Zusammenhang. Aus einem Gefühl heraus war das lange im Menschenbewußtsein rege, daß) gewisse Zusammenhänge, die wir nicht überschauen, von diesem schützenden Geist überschaut werden. Nun sind aber die Grenzen zwischen dem, was wir überschauen, und dem, was wir nicht überschauen mit unserem Bewußtsein, veränderlich. Es gibt ja wirklich Menschen hier, die dadurch mit einer gewissen inneren Zufriedenheit durch das Leben gehen, daß sie das, was an sie herankommt, eben an sich herankommen lassen, weil sie an die waltende Weisheit glauben, weil sie durchdrungen sind davon, daß auch dasjenige, worüber man so leicht ärgerlich werden kann, vom Walten der Weisheit durchtränkt ist. Es ist ja manchmal schwer, wenn etwas passiert, was so recht gegen unsere Absichten geht, an die waltende Weisheit zu glauben. Aber darin besteht gerade einer derjenigen Impulse, die uns so recht in Zusammenhang mit den Wirkungen der geistigen Welt bringen, daß wir uns hineinzufügen wissen in die waltende Weisheit, ohne bequem oder faul dadurch zu werden, ohne zu glauben, daß diese waltende Weisheit selbständig für uns handelt. Die Grenze ist also verschiebbar, und auch in bezug auf das Handeln, auf das Bilden von Absichten ist die Grenze verschiebbar. Da treten allerdings in das gewöhnliche Bewußtsein Impulse herein, die etwas Intimes, Zartes haben. Wie oft, nicht wahr, kommt es, daß wir uns etwas vornehmen für einen späteren Zeitraum. Nun kommt irgend etwas, wir haben das Gefühl, wir müssen dies tun, was eigentlich verhindert das Spätere. Wir haben das Gefühl, aus der sich bietenden Notwendigkeit heraus zu handeln und die Sache ja nicht unzart anfassen zu dürfen, denn wir wissen: Wenn wir sie unzart anfassen, dann zersplittert sie sich vor uns, dann zerstiebt sie. Wir haben neben dem, worauf wir unsere Freiheit richten, mehr oder weniger deutlich einen Menschen in uns, der sich durch das Leben durchtasten will und der glaubt, durch das, was er ertasten kann, viel mehr zu erreichen als durch dasjenige, was er mit seinen Begriffen ganz genau sich abzirkeln kann. Die Grenze ist verschiebbar.

[ 17 ] Aber die Grenze ist zuweilen noch mehr verschiebbar, und da kommt ein Punkt in Betracht, der wirklich recht ins Auge gefaßt werden soll gegenüber dem praktischen Leben. Es gibt Menschen und in gewisser Beziehung sind wir alle ergriffen von dem, was in solchen Menschen waltet —, die auch eine gewisse Sehnsucht, eine gewisse Begierde haben, sich ihr Leben zurechtzulegen, so zwischen den Zeilen des Lebens durchzugehen. Nehmen Sie einen auffallenden Fall an: Sie kennen einen Menschen, der schließt mit einem anderen Menschen Freundschaft. Sie sagen sich zunächst: Ich kann wirklich nicht recht begreifen, warum der mit diesem anderen Freundschaft schließt, es ist mir nicht durchsichtig, es herrscht keine rechte Beziehung zwischen diesen beiden Menschen, aber der tut alles, um an diesen Menschen heranzukommen. Man kann es nicht begreifen, und man merkt manchmal erst sehr lange nachher, warum das geschehen ist: Der Betreffende braucht diesen Menschen vielleicht erst viel später zu etwas. Er hat mit diesem Menschen Freundschaft geschlossen, nicht weil er an ihm etwas erlebt hat, was er gerne hatte, nicht um seiner selbst willen, sondern als Mittel für etwas, was erst später eintreten solite. Er hat sich das Leben «zurechtgerückt»: Dadurch, daß er mit ihm Freundschaft geschlossen hat, ist dieser Mensch zu etwas gekommen, wodurch er ihm später in einer Situation helfen kann. Und die Folge davon ist, daß nun wirklich das eintritt, mit Hilfe jenes sogenannten Freundes, was sonst nicht eingetreten wäre.

[ 17 ] Aber die Grenze ist zuweilen noch mehr verschiebbar, und da kommt ein Punkt in Betracht, der wirklich recht ins Auge gefaßt werden soll gegenüber dem praktischen Leben. Es gibt Menschen und in gewisser Beziehung sind wir alle ergriffen von dem, was in solchen Menschen waltet —, die auch eine gewisse Sehnsucht, eine gewisse Begierde haben, sich ihr Leben zurechtzulegen, so zwischen den Zeilen des Lebens durchzugehen. Nehmen Sie einen auffallenden Fall an: Sie kennen einen Menschen, der schließt mit einem anderen Menschen Freundschaft. Sie sagen sich zunächst: Ich kann wirklich nicht recht begreifen, warum der mit diesem anderen Freundschaft schließt, es ist mir nicht durchsichtig, es herrscht keine rechte Beziehung zwischen diesen beiden Menschen, aber der tut alles, um an diesen Menschen heranzukommen. Man kann es nicht begreifen, und man merkt manchmal erst sehr lange nachher, warum das geschehen ist: Der Betreffende braucht diesen Menschen vielleicht erst viel später zu etwas. Er hat mit diesem Menschen Freundschaft geschlossen, nicht weil er an ihm etwas erlebt hat, was er gerne hatte, nicht um seiner selbst willen, sondern als Mittel für etwas, was erst später eintreten solite. Er hat sich das Leben «zurechtgerückt»: Dadurch, daß er mit ihm Freundschaft geschlossen hat, ist dieser Mensch zu etwas gekommen, wodurch er ihm später in einer Situation helfen kann. Und die Folge davon ist, daß nun wirklich das eintritt, mit Hilfe jenes sogenannten Freundes, was sonst nicht eingetreten wäre.

[ 18 ] Dehnen Sie diesen Gedanken über das Leben aus, so werden Sie sehen, wie ungeheuer verbreitet das im Leben ist, daß sich die Menschen vorher etwas zurechtlegen, das sie nicht so unmittelbar wollen, wie sie es sich zurechtlegen, sondern von dem sie wollen, daß es so ist, weil sie es eigentlich erst in den Wirkungen gebrauchen wollen. Man mußt also sagen: Es gibt Menschen, welche in diesem Sich-Zurechtlegen-des-Lebens eine — wir können jetzt nicht sagen Weisheit, denn wir werden ein inneres Widerstreben haben, dies Weisheit zu nennen —, aber welche eine ungeheure Schlauheit haben, eine ganz ungeheure Schlauheit, in früheren Stadien ihres Lebens etwas zu tun, was ihnen nicht in diesen Stadien, sondern erst in nachherigen Stadien ihres Lebens irgendwie zugute kommen soll. Und wir haben dann das Gefühl: Ich hätte den Menschen eigentlich gar nicht für so schlau gehalten, denn wenn ich mit ihm zusammenkomme, wenn ich mit ihm Gedanken austausche, wenn ich mit ihm zusammenlebe, da ist er eigentlich viel dummer, als er sein muß, wenn er sich das Leben so zurechtzimmert.

[ 18 ] Dehnen Sie diesen Gedanken über das Leben aus, so werden Sie sehen, wie ungeheuer verbreitet das im Leben ist, daß sich die Menschen vorher etwas zurechtlegen, das sie nicht so unmittelbar wollen, wie sie es sich zurechtlegen, sondern von dem sie wollen, daß es so ist, weil sie es eigentlich erst in den Wirkungen gebrauchen wollen. Man mußt also sagen: Es gibt Menschen, welche in diesem Sich-Zurechtlegen-des-Lebens eine — wir können jetzt nicht sagen Weisheit, denn wir werden ein inneres Widerstreben haben, dies Weisheit zu nennen —, aber welche eine ungeheure Schlauheit haben, eine ganz ungeheure Schlauheit, in früheren Stadien ihres Lebens etwas zu tun, was ihnen nicht in diesen Stadien, sondern erst in nachherigen Stadien ihres Lebens irgendwie zugute kommen soll. Und wir haben dann das Gefühl: Ich hätte den Menschen eigentlich gar nicht für so schlau gehalten, denn wenn ich mit ihm zusammenkomme, wenn ich mit ihm Gedanken austausche, wenn ich mit ihm zusammenlebe, da ist er eigentlich viel dummer, als er sein muß, wenn er sich das Leben so zurechtzimmert.

[ 19 ] Sehen Sie, das kommt davon her, weil in der Tat dasjenige, was der Mensch im astralischen Leibe trägt, gescheiter sein kann als das, was er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein trägt. Wenn der Mensch stark seinen Egoismus hinunterdrängt in das Unbewußte, wenn er nicht mit einer gewissen Ursprünglichkeit lebt, sondern wenn er so sehr seinen Egoismus, ich möchte sagen, überspringen läßt, dann ergreift sein Egoismus auch sein unterbewußtes Bewußtsein, und es lebt in ihm der Mensch, der in uns allen lebt, aber der uns sonst anleitet, das Leben eben zu nehmen in elementarer, in unmittelbarer Weise: er leitet ihn dann an, das Leben zu deichseln, sich einzurichten, sich vorher die Bedingungen zu schaffen für ein Späteres. Da sehen wir walten den astralischen Leib mit seiner Gescheitheit. Aber wir sehen ihn jetzt durchtränkt, nicht von dem, was wir sonst im Leben walten sehen, sondern wir sehen von dem gewöhnlichen Bewußtsein den Egoismus hinuntergedrängt in das astralische Bewußtsein, und wir sehen, daß der Mensch eigentlich mit viel mehr scheinbarer, wie wir dann sagen, «Überlegung» durch das Leben geht, als ihm nach seinem Bewußtsein eigentlich schon zukommt. Da liegen viele gefährliche Seiten für die Entwickelung der Menschenseele, und sehr wichtig ist es, daß man sich dessen bewußt ist, daß} man in dem Augenblick, wo man herantritt an dasjenige, was in uns sonst unbewußt wirkt, versucht, nicht zu stark mit seinem Egoismus heranzutreten. Deshalb muß auch immer wieder und wiederum dieses Absehen von dem Egoismus für die Entwickelung nach der geistigen Welt hin betont werden.

[ 19 ] Sehen Sie, das kommt davon her, weil in der Tat dasjenige, was der Mensch im astralischen Leibe trägt, gescheiter sein kann als das, was er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein trägt. Wenn der Mensch stark seinen Egoismus hinunterdrängt in das Unbewußte, wenn er nicht mit einer gewissen Ursprünglichkeit lebt, sondern wenn er so sehr seinen Egoismus, ich möchte sagen, überspringen läßt, dann ergreift sein Egoismus auch sein unterbewußtes Bewußtsein, und es lebt in ihm der Mensch, der in uns allen lebt, aber der uns sonst anleitet, das Leben eben zu nehmen in elementarer, in unmittelbarer Weise: er leitet ihn dann an, das Leben zu deichseln, sich einzurichten, sich vorher die Bedingungen zu schaffen für ein Späteres. Da sehen wir walten den astralischen Leib mit seiner Gescheitheit. Aber wir sehen ihn jetzt durchtränkt, nicht von dem, was wir sonst im Leben walten sehen, sondern wir sehen von dem gewöhnlichen Bewußtsein den Egoismus hinuntergedrängt in das astralische Bewußtsein, und wir sehen, daß der Mensch eigentlich mit viel mehr scheinbarer, wie wir dann sagen, «Überlegung» durch das Leben geht, als ihm nach seinem Bewußtsein eigentlich schon zukommt. Da liegen viele gefährliche Seiten für die Entwickelung der Menschenseele, und sehr wichtig ist es, daß man sich dessen bewußt ist, daß} man in dem Augenblick, wo man herantritt an dasjenige, was in uns sonst unbewußt wirkt, versucht, nicht zu stark mit seinem Egoismus heranzutreten. Deshalb muß auch immer wieder und wiederum dieses Absehen von dem Egoismus für die Entwickelung nach der geistigen Welt hin betont werden.

[ 20 ] Da, unter unserem gewöhnlichen Bewußtsein, waltet wirklich etwas, was durchsetzt sein kann vom Bewußtsein unseres schützenden Geistes aus der Hierarchie der Angeloi, und dann kommt eben dasjenige zustande, was uns manchmal vor dem gewöhnlichen Bewußtsein der Menschen unbesonnen erscheinen lassen kann, was aber doch unter einer gewissen Regel steht, die ich in einem der Mysterien sehr einfach habe ausdrücken wollen dadurch, daß ich sagte oder durch eine Person sagen ließ: Die Herzen müssen oftmals das Karma deuten. — Wenn man aber darüber hinausgeht, über dasjenige, was das Herz deutet im Karma, wenn man den Verstand walten läßt, so setzt sich diesem Verstand zuweilen eine starke Dosis von Egoismus bei. Oder aber es kann dieser Egoismus so darinnen walten, daß wir den Menschen schlauer finden, als er uns von seinem unmittelbaren Bewußtsein heraus erscheint. Dann hat er den Egoismus hinuntergedrängt in seinen astralischen Leib. Da kommt ihm etwas, jetzt nicht von den regulären Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, sondern etwas Luziferisches in das Wirken der Seele hinein, etwas, was den Menschen eine weitere Sphäre umkreisen läßt, als er eigentlich bewußt umkreisen würde nach seiner entsprechenden Entwickelungsstufe. Wir sehen, daf3 dasjenige, was so notwendig ist zu betonen, gerade wenn man an die geisteswissenschaftliche Entwickelung herantritt, wirklich etwas Zartes und Intimes ist; denn selbstverständlich sollen wir unser Bewußtsein erweitern, aber wir sollen uns unser Bewußtsein erweiternd auch immerzu bemühen, das Hindernis hinwegzuschaffen, das durch das Hinunternehmen oder Hinaufnehmen — das ist ja ganz gleichgültig, das eine oder das andere — des Egoismus in eine tiefere oder höhere Bewußtseinssphäre entsteht.

[ 20 ] Da, unter unserem gewöhnlichen Bewußtsein, waltet wirklich etwas, was durchsetzt sein kann vom Bewußtsein unseres schützenden Geistes aus der Hierarchie der Angeloi, und dann kommt eben dasjenige zustande, was uns manchmal vor dem gewöhnlichen Bewußtsein der Menschen unbesonnen erscheinen lassen kann, was aber doch unter einer gewissen Regel steht, die ich in einem der Mysterien sehr einfach habe ausdrücken wollen dadurch, daß ich sagte oder durch eine Person sagen ließ: Die Herzen müssen oftmals das Karma deuten. — Wenn man aber darüber hinausgeht, über dasjenige, was das Herz deutet im Karma, wenn man den Verstand walten läßt, so setzt sich diesem Verstand zuweilen eine starke Dosis von Egoismus bei. Oder aber es kann dieser Egoismus so darinnen walten, daß wir den Menschen schlauer finden, als er uns von seinem unmittelbaren Bewußtsein heraus erscheint. Dann hat er den Egoismus hinuntergedrängt in seinen astralischen Leib. Da kommt ihm etwas, jetzt nicht von den regulären Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, sondern etwas Luziferisches in das Wirken der Seele hinein, etwas, was den Menschen eine weitere Sphäre umkreisen läßt, als er eigentlich bewußt umkreisen würde nach seiner entsprechenden Entwickelungsstufe. Wir sehen, daf3 dasjenige, was so notwendig ist zu betonen, gerade wenn man an die geisteswissenschaftliche Entwickelung herantritt, wirklich etwas Zartes und Intimes ist; denn selbstverständlich sollen wir unser Bewußtsein erweitern, aber wir sollen uns unser Bewußtsein erweiternd auch immerzu bemühen, das Hindernis hinwegzuschaffen, das durch das Hinunternehmen oder Hinaufnehmen — das ist ja ganz gleichgültig, das eine oder das andere — des Egoismus in eine tiefere oder höhere Bewußtseinssphäre entsteht.

[ 21 ] Sie können fragen: Ja, wie können wir denn das? Es ist gut sagen, man solle den Egoismus nicht aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein herausbringen. Wie kann man vermeiden, den Egoismus aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein zu bringen? — Ja, sehen Sie, meine lieben Freunde, das kann man nicht durch Regeln, sondern das kann man nur dadurch, daß man seine Interessen erweitert. Wenn man seine Interessen erweitert, dann bekämpft man schon immer in irgendeiner Weise seinen Egoismus. Denn mit jedem neuen Interesse, das man gewinnt, geht man ein Stück aus sich heraus. Deshalb wird Geisteswissenschaft durch uns so betrieben, wie sie betrieben wird, daß nicht immer nur Rücksicht genommen wird auf dasjenige, was die Menschen nun gerade aus ihrem Egoismus heraus gerne hören wollen, sondern daß wirklich die Interessen erweitert werden. Wie oft wird immer wieder und wiederum die Frage gestellt: Warum sind die Bücher so unverständlich geschrieben? Könnte man sie nicht viel populärer schreiben? Und der eine oder andere macht Vorschläge, wie man recht, recht populär die Bücher schreiben könnte. Man muß sich eigentlich wehren dagegen, diese Popularität zu erreichen, denn sie erhöht nur den Egoismus. Wenn es gar so leicht ist, in die Geisteswissenschaft hineinzukommen, so kann eben jeder ohne Überwindung seines Egoismus hineinkommen. Aber in der Arbeit, die man geistig durchmachen muß, wenn man sich etwas anstrengt, muß man schon ein Stück von seinem Egoismus wegbringen, und so kommt man unegoistischer hinein in dasjenige, was man erreichen will durch die Geisteswissenschaft, wenn man sich etwas anstrengen muß, als wenn es ganz populär dargestellt wird. Wir haben es zum Beispiel erleben müssen, daß jemand auftrat, der sagte: Es gibt so viele Menschen, welche den ganzen Tag zu arbeiten haben. Wenn sich diese Menschen abends hinsetzen und die schweren Bücher lesen sollen, so kommen sie damit nicht zurecht. Denen sollte man doch ganz leicht lesbare Bücher liefern. — Darauf mußte man ihm sagen: Warum soll man diese Menschen verhindern, die wenige Zeit, die sie haben, dazu zu nehmen, die Bücher zu lesen, die mit voller Absicht aus den geistigen Bedingungen heraus geschrieben worden sind? Warum sollen sie diese Zeit verwenden, um Schriften zu lesen, die zwar bequem zu lesen sind, die aber, weil sie die Dinge trivialisieren, selbst wenn sie vielleicht dem Wortlaut nach dasselbe geben, dadurch, daß sie die Seelen nicht in dieselbe Lage versetzen, dennoch in das triviale Leben dasjenige herabzerren, was gerade herausführen soll aus dem trivialen Leben auch mit Bezug auf die Art und Weise, wie man es durchlebt in einer anderen Sphäre?

[ 21 ] Sie können fragen: Ja, wie können wir denn das? Es ist gut sagen, man solle den Egoismus nicht aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein herausbringen. Wie kann man vermeiden, den Egoismus aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein zu bringen? — Ja, sehen Sie, meine lieben Freunde, das kann man nicht durch Regeln, sondern das kann man nur dadurch, daß man seine Interessen erweitert. Wenn man seine Interessen erweitert, dann bekämpft man schon immer in irgendeiner Weise seinen Egoismus. Denn mit jedem neuen Interesse, das man gewinnt, geht man ein Stück aus sich heraus. Deshalb wird Geisteswissenschaft durch uns so betrieben, wie sie betrieben wird, daß nicht immer nur Rücksicht genommen wird auf dasjenige, was die Menschen nun gerade aus ihrem Egoismus heraus gerne hören wollen, sondern daß wirklich die Interessen erweitert werden. Wie oft wird immer wieder und wiederum die Frage gestellt: Warum sind die Bücher so unverständlich geschrieben? Könnte man sie nicht viel populärer schreiben? Und der eine oder andere macht Vorschläge, wie man recht, recht populär die Bücher schreiben könnte. Man muß sich eigentlich wehren dagegen, diese Popularität zu erreichen, denn sie erhöht nur den Egoismus. Wenn es gar so leicht ist, in die Geisteswissenschaft hineinzukommen, so kann eben jeder ohne Überwindung seines Egoismus hineinkommen. Aber in der Arbeit, die man geistig durchmachen muß, wenn man sich etwas anstrengt, muß man schon ein Stück von seinem Egoismus wegbringen, und so kommt man unegoistischer hinein in dasjenige, was man erreichen will durch die Geisteswissenschaft, wenn man sich etwas anstrengen muß, als wenn es ganz populär dargestellt wird. Wir haben es zum Beispiel erleben müssen, daß jemand auftrat, der sagte: Es gibt so viele Menschen, welche den ganzen Tag zu arbeiten haben. Wenn sich diese Menschen abends hinsetzen und die schweren Bücher lesen sollen, so kommen sie damit nicht zurecht. Denen sollte man doch ganz leicht lesbare Bücher liefern. — Darauf mußte man ihm sagen: Warum soll man diese Menschen verhindern, die wenige Zeit, die sie haben, dazu zu nehmen, die Bücher zu lesen, die mit voller Absicht aus den geistigen Bedingungen heraus geschrieben worden sind? Warum sollen sie diese Zeit verwenden, um Schriften zu lesen, die zwar bequem zu lesen sind, die aber, weil sie die Dinge trivialisieren, selbst wenn sie vielleicht dem Wortlaut nach dasselbe geben, dadurch, daß sie die Seelen nicht in dieselbe Lage versetzen, dennoch in das triviale Leben dasjenige herabzerren, was gerade herausführen soll aus dem trivialen Leben auch mit Bezug auf die Art und Weise, wie man es durchlebt in einer anderen Sphäre?

[ 22 ] Das wird von ganz besonderer Wichtigkeit sein, daß man bei der Geisteswissenschaft nicht bloß das «Was», sondern das «Wie» ins Auge faßt, daß man sich wirklich allmählich bequemt, sich hineinzuleben in Vorstellungen über eine Welt, die nun einmal ganz anders ist als die gewöhnliche physische Welt, und daher auch sich angewöhnt, nach und nach, andere Vorstellungen sich zu bilden, als diejenigen sind, die man sich in so bequemer Weise aus der physischen Welt heraus gebildet hat. Und da möchte ich heute am Schlusse noch eine Vorstellung erwägen, die wir bei der nächsten Betrachtung heute in acht Tagen wieder brauchen werden. Aber ich will sie schon heute erwägen, damit Sie sehen, daß man vielleicht sogar gut tut, sich neue Worte anzueignen fur dasjenige, was in der geistigen Welt vor sich geht.

[ 22 ] Das wird von ganz besonderer Wichtigkeit sein, daß man bei der Geisteswissenschaft nicht bloß das «Was», sondern das «Wie» ins Auge faßt, daß man sich wirklich allmählich bequemt, sich hineinzuleben in Vorstellungen über eine Welt, die nun einmal ganz anders ist als die gewöhnliche physische Welt, und daher auch sich angewöhnt, nach und nach, andere Vorstellungen sich zu bilden, als diejenigen sind, die man sich in so bequemer Weise aus der physischen Welt heraus gebildet hat. Und da möchte ich heute am Schlusse noch eine Vorstellung erwägen, die wir bei der nächsten Betrachtung heute in acht Tagen wieder brauchen werden. Aber ich will sie schon heute erwägen, damit Sie sehen, daß man vielleicht sogar gut tut, sich neue Worte anzueignen fur dasjenige, was in der geistigen Welt vor sich geht.

[ 23 ] Für die Art und Weise, wie ein Mensch zwischen Geburt und Tod lebt, haben wir ein Wort, das etwas ausdrückt im Leben, ausdrückt in Anlehnung an dasjenige, was wir sehen: das Wort «altern». Wir sehen das Kind frisch, rund, das innere Leben durch die außeren Formen fließend, wir sehen das Kind bis zu einem gewissen Jahre strotzend von innerem Leben, das sich in die äußere Form ergießt. Dann kommt die Zeit, wo das innere Leben nicht mehr so sich ergießt, wo wir Runzeln bekommen, wo es anders wird mit uns. Kurz, wir verfolgen dieses äußere Leben von der Geburt bis zum Tode nach der Art, wie sich uns der physische Leib darstellt in diesem Lebensverlauf. Das nennen wir altern aus dem ganz trivialen Grunde, weil unser physischer Leib jung ist, wenn wir geboren werden, und alt ist, wenn wir sterben.

[ 23 ] Für die Art und Weise, wie ein Mensch zwischen Geburt und Tod lebt, haben wir ein Wort, das etwas ausdrückt im Leben, ausdrückt in Anlehnung an dasjenige, was wir sehen: das Wort «altern». Wir sehen das Kind frisch, rund, das innere Leben durch die außeren Formen fließend, wir sehen das Kind bis zu einem gewissen Jahre strotzend von innerem Leben, das sich in die äußere Form ergießt. Dann kommt die Zeit, wo das innere Leben nicht mehr so sich ergießt, wo wir Runzeln bekommen, wo es anders wird mit uns. Kurz, wir verfolgen dieses äußere Leben von der Geburt bis zum Tode nach der Art, wie sich uns der physische Leib darstellt in diesem Lebensverlauf. Das nennen wir altern aus dem ganz trivialen Grunde, weil unser physischer Leib jung ist, wenn wir geboren werden, und alt ist, wenn wir sterben.

[ 24 ] Mit dem Ätherleib ist es ganz anders. Unser Ätherleib, wenn wir das Wort überhaupt anwenden wollen, ist durch die Kräfte, durch die er gebildet wird, alt, wenn er zur Geburt oder Empfängnis hingeleitet wird. Er ist alt, indem wir eben erst unser physisches Leben anfangen, da ist er ausgeprägt und ausziseliert, da hat er viele, viele innere Formungen — es sind Bewegungen, aber die sind innere Formungen. Die werden ihm genommen im Verlaufe des Lebens, aber dafür wird die Kraft, zu leben, erhöht, und er ist ein Kind, wenn wir alt sterben. Der Ätherleib macht gerade die umgekehrte Entwickelung durch als der physische Leib. Wenn wir vom physischen Leibe sagen «wir altern», müßten wir vom Ätherleibe sagen «wir jüngern», und es ist gut, diesen Ausdruck zu bilden: Wir «jüngern» in bezug auf unseren Ätherleib. Wir «jüngern» wirklich in bezug auf unseren Ätherleib, so daß wir diesen Ätherleib, wenn wir geboren werden, in seiner Kraft gerichtet haben auf all dasjenige, was eingeschlossen ist in der menschlichen Haut, während er, wenn wir in einem gewissen Alter durch die Pforte des Todes gehen, eine Art Verwandtschaft hat mit dem ganzen Kosmos. Er hat die Kräfte wieder zurückbekommen, die ihm genommen waren. In dem Augenblick, wo wir Kind waren, da war sein Zusammenhang mit dem Kosmos unterbrochen, da mußte er alle seine Kräfte in den einzigen Raum hineinsenden, der in der menschlichen Haut eingeschlossen ist, da war er auf einen Punkt der Welt gleichsam zusammengedrängt. Nun wird er wiederum frisch, nun wird er wiederum in den Kosmos immer mehr und mehr hineingestellt in demselben Maße, als der physische Leib altert. Wir können sagen — der Ausdruck ist natürlich sehr übertrieben —: Während wir fahl und runzelig werden, wird der Ätherleib pausbackig und ist wiederum ein Abbild der äußeren Kraft, der äußeren schaffenden, strotzenden Kraft, wie der physische Leib ein Ausdruck ist der äußeren strotzenden, schaffenden Kraft im Anfange der Kindheit. Wir «jüngern» mit Bezug auf den Ätherleib. Und es wird schon die Notwendigkeit auch nach und nach kommen, geradezu Worte zu bilden, um die ganz andersartigen Verhältnisse der geistigen Welt wirklich auffassen zu können. Das ist wichtig, daß wir uns mit diesem radikalen Unterschied in der ganzen Anschauung der geistigen Welt gegenüber der physischen Welt bekanntmachen. An diesem Punkte wollen wir dann das nächste Mal unsere Betrachtungen anknüpfen.

[ 24 ] Mit dem Ätherleib ist es ganz anders. Unser Ätherleib, wenn wir das Wort überhaupt anwenden wollen, ist durch die Kräfte, durch die er gebildet wird, alt, wenn er zur Geburt oder Empfängnis hingeleitet wird. Er ist alt, indem wir eben erst unser physisches Leben anfangen, da ist er ausgeprägt und ausziseliert, da hat er viele, viele innere Formungen — es sind Bewegungen, aber die sind innere Formungen. Die werden ihm genommen im Verlaufe des Lebens, aber dafür wird die Kraft, zu leben, erhöht, und er ist ein Kind, wenn wir alt sterben. Der Ätherleib macht gerade die umgekehrte Entwickelung durch als der physische Leib. Wenn wir vom physischen Leibe sagen «wir altern», müßten wir vom Ätherleibe sagen «wir jüngern», und es ist gut, diesen Ausdruck zu bilden: Wir «jüngern» in bezug auf unseren Ätherleib. Wir «jüngern» wirklich in bezug auf unseren Ätherleib, so daß wir diesen Ätherleib, wenn wir geboren werden, in seiner Kraft gerichtet haben auf all dasjenige, was eingeschlossen ist in der menschlichen Haut, während er, wenn wir in einem gewissen Alter durch die Pforte des Todes gehen, eine Art Verwandtschaft hat mit dem ganzen Kosmos. Er hat die Kräfte wieder zurückbekommen, die ihm genommen waren. In dem Augenblick, wo wir Kind waren, da war sein Zusammenhang mit dem Kosmos unterbrochen, da mußte er alle seine Kräfte in den einzigen Raum hineinsenden, der in der menschlichen Haut eingeschlossen ist, da war er auf einen Punkt der Welt gleichsam zusammengedrängt. Nun wird er wiederum frisch, nun wird er wiederum in den Kosmos immer mehr und mehr hineingestellt in demselben Maße, als der physische Leib altert. Wir können sagen — der Ausdruck ist natürlich sehr übertrieben —: Während wir fahl und runzelig werden, wird der Ätherleib pausbackig und ist wiederum ein Abbild der äußeren Kraft, der äußeren schaffenden, strotzenden Kraft, wie der physische Leib ein Ausdruck ist der äußeren strotzenden, schaffenden Kraft im Anfange der Kindheit. Wir «jüngern» mit Bezug auf den Ätherleib. Und es wird schon die Notwendigkeit auch nach und nach kommen, geradezu Worte zu bilden, um die ganz andersartigen Verhältnisse der geistigen Welt wirklich auffassen zu können. Das ist wichtig, daß wir uns mit diesem radikalen Unterschied in der ganzen Anschauung der geistigen Welt gegenüber der physischen Welt bekanntmachen. An diesem Punkte wollen wir dann das nächste Mal unsere Betrachtungen anknüpfen.