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The Connection Between Man
and the Elemental World
GA 158

7 January 1913, Berlin

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The Connection Between Man and the Elemental World, tr. SOL
  1. Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt

Olaf Åsteson, das Wachen des Erdgeistes

Olaf Åsteson, The Watchers of the Earth Spirit

[ 1 ] Die Zeit von Weihnachten bis etwa in unsere Tage herein ist tatsächlich eine wichtige, eine bedeutungsvolle Zeit des Jahres, auch in okkulter Beziehung. Man nennt sie die Zeit der dreizehn Tage. Und das Merkwürdige ist, daß diese Zeit der dreizehn Tage in ihrer Wichtigkeit von denjenigen Menschen empfunden wird, welche ihrer ganzen Seelenveranlagung nach noch etwas zurückbehalten haben von dem alten Zusammenhange der Menschenseele mit der geistigen Welt, von dem wir oftmals gesprochen haben. Wir wissen, mehr als der Mensch der heutigen Stadtbevölkerung hat von dem Zusammenhange mit der geistigen Welt, der einmal in alten Zeiten bestanden hat, der primitive Mensch zurückbehalten, der draußen auf dem Lande oder in einer Bevölkerung lebt, die noch weniger angekränkelt ist von unserer Stadtkultur. Und da finden wir dann so manches, was in der Volkspoesie von Erlebnissen der Seele handelt, von Erlebnissen der Seele in der Zeit von Weihnacht bis zu dem Dreikönigstage, dem 6. Januar.

[ 1 ] The period from Christmas to roughly the present day is indeed an important and significant time of year, even from an occult perspective. It is called the time of the thirteen days. And the remarkable thing is that the importance of this time of the thirteen days is felt by those people who, by the very nature of their souls, have retained something of the ancient connection between the human soul and the spiritual world, of which we have often spoken. We know that, compared to the urban dwellers of today, primitive people—those living out in the countryside or in communities less affected by our urban culture—have retained more of the connection to the spiritual world that once existed in ancient times. And there we find many things in folk poetry that deal with experiences of the soul, with experiences of the soul during the period from Christmas to Epiphany, January 6.

[ 2 ] Es ist dies die Zeit, in der, nachdem die Jahresfinsternis über die Erde am meisten hereingebrochen ist, unmittelbar nach der Wintersonnenwende, wenn die Sonne wieder ihren Siegeslauf beginnt, mit dem tiefsten Eintauchen und Befreitwerden und Erlöstwerden der Natur, auch die menschliche Seele ganz besondere Erlebnisse durchmachen kann, wenn sie noch besondere Zusammenhänge mit der geistigen Welt hat. Diejenigen Menschen, die nicht mehr das alte Hellsehen haben, aber in ihrer Seele noch zusammenhängen mit der geistigen Welt, fühlen einen Unterschied in der abnormen Welt der Träume in dieser Zeit des Jahres. Bedeutungsvoll wird das, was die Seele da erleben kann, bedeutungsvoll wird es, weil die Seele, wenn sie noch empfänglich ist, sich wirklich da am meisten einleben kann in die geistige Welt. Für den ganz modernen Menschen ist wirklich das Jahr in seinem Verlauf so, daß er nicht mehr besonders die einzelnen Jahreszeiten unterscheidet, denn während draußen der Schnee stürmt, die Finsternis schon um vier _ Uhr des Nachmittags beginnt und es spät wiederum hell wird, empfindet der Stadtmensch dasselbe wie in den Sommermonaten, wo die Sonne ihre volle Macht entfalten kann. Der Mensch ist herausgerissen aus dem alten Zusammenhange mit dem Kosmos, in dem er gelebt hat, als er in der Natur draußen war. Aber für die, welche sich einen Zusammenhang mit der Natur bewahrt haben, ist es nicht das gleiche, was in die Zeit des Weihnachtsfestes fällt, oder was in einer andern Zeit, zum Beispiel im Hochsommer geschieht. Während im Hochsommer die Seele am meisten emanzipiert ist von dem, was mit der geistigen Welt zusammenhängt, hängt sie in der Zeit, in welcher die Natur am meisten erstorben ist, am meisten zusammen mit der geistigen Welt und erlebte früher während dieser Zeit besondere Dinge.

[ 2 ] This is the time when, after the annual darkness has descended most heavily upon the earth, immediately following the winter solstice, as the sun begins its triumphant ascent again—with nature’s deepest immersion, liberation, and redemption—the human soul, too, can undergo very special experiences if it still maintains a special connection with the spiritual world. Those people who no longer possess the old clairvoyance but are still connected in their souls to the spiritual world feel a difference in the extraordinary world of dreams at this time of year. What the soul can experience there becomes meaningful; it becomes meaningful because the soul, if it is still receptive, can truly immerse itself most deeply in the spiritual world at that time. For the thoroughly modern person, the course of the year is such that they no longer particularly distinguish between the individual seasons; for while outside the snow is blowing, darkness begins as early as four o’clock in the afternoon, and it does not grow light again until late, the city dweller feels the same as in the summer months, when the sun can unfold its full power. Humanity has been torn away from the old connection with the cosmos in which it lived when it was out in nature. But for those who have preserved a connection with nature, it is not the same whether something occurs during the Christmas season or at another time, for example in midsummer. While in midsummer the soul is most emancipated from what pertains to the spiritual world, during the time when nature is most dormant, it is most closely connected to the spiritual world and used to experience special things during this period.

[ 3 ] Nun gibt es eine schöne Volksdichtung in der alten norwegischen Sprache, eine Dichtung, die vor kurzer Zeit wieder aufgefunden wurde und durch das eigentümliche Verständnis der norwegischen Bevölkerung schnell wieder populär geworden ist. Sie handelt von einem Menschen, der noch einen Zusammenhang mit der geistigen Welt hatte, von Olaf Åsteson. Was Olaf Åsteson erlebt in der Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstage, wird in dieser Dichtung in schöner Weise dargestellt.

[ 3 ] There is a beautiful folk poem in Old Norse, a poem that was rediscovered not long ago and has quickly regained popularity thanks to the unique sensibilities of the Norwegian people. It tells the story of a man who still maintained a connection with the spiritual world: Olaf Åsteson. What Olaf Åsteson experiences in the period between Christmas and Epiphany is beautifully depicted in this poem.

[ 4 ] Zunächst versuchte ich zu der Neujahrsfeier in Hannover 1912 diese Volksdichtung vom Olaf Åsteson in deutsche Zeilen zu bringen, so daß sie auch vor unsere Seelen treten kann. Es soll der heutige Abend eingeleitet werden mit dem Gesang vom Olaf Åsteson, der die Erlebnisse Olaf Åstesons in den dreizehn Nächten enthält,

[ 4 ] First, for the New Year’s celebration in Hanover in 1912, I attempted to adapt this folk poem by Olaf Åsteson into German verse so that it might also speak to our souls. Let us begin this evening with the song of Olaf Åsteson, which recounts Olaf Åsteson’s experiences over the course of thirteen nights,

Es folgte die Rezitation durch Marie von Sivers.

This was followed by a recitation by Marie von Sivers.

[ 5 ] Die Dichtung selber ist alt. Aber, wie gesagt, sie ist in der letzten Zeit im norwegischen Volke wie von selbst auferstanden und breitet sich mit großer Schnelligkeit aus. Die Tatsache, daß sich so etwas ausbreitet, wird unter vielen in der Gegenwart herrschenden Tatsachen auch eine sein, welche beweist, wie es zum Verständnisse jener Geheimnisse hindrängt, die uns heute durch die Anthroposophie werden können. Denn daß in einer Seele so etwas, wie es hier geschildert ist, vorgeht, oder wenigstens vor verhältnismäßig kurzer Zeit vorgehen konnte, das ist nicht bloß eine «Dichtung». Diese Dichtung ist eben nicht bloß Phantasie, sondern sie ist Realität, ist Wirklichkeit. Und es wird mit Olaf Åsteson hingewiesen auf Menschen jener nordischen Gegenden, welche noch im Mittelalter, etwa in der Mitte des Mittelalters, durchaus die Möglichkeit hatten, man möchte sagen, wörtlich so etwas zu erleben, wie es hier ausgedrückt ist.

[ 5 ] Poetry itself is ancient. But, as I said, it has recently revived among the Norwegian people as if of its own accord and is spreading with great rapidity. The fact that something like this is spreading is, among the many realities prevailing today, one that demonstrates how it impels us toward an understanding of those mysteries that can become accessible to us today through anthroposophy. For the fact that something like what is described here takes place in a soul—or at least could have taken place relatively recently—is not merely a “poem” . This narrative is not merely fantasy, but reality, actual fact. And, as Olaf Åsteson points out, there were people in those Nordic regions who, even in the Middle Ages—roughly in the middle of the Middle Ages—had every opportunity, one might say, to experience literally something like what is described here.

[ 6 ] Als unsere norwegischen Freunde mir bei meinem vorletzten Besuch in Kristiania diese Dichtung gaben und einiges darüber von mir hören wollten, war es zunächst diese allgemein-geisteswissenschaftlich interessante Tatsache, die eben hervorgehoben war, was sich vor die Seelen drängte. Was aber dazu führte, daß wir überhaupt diese Dichtung sozusagen in unser geisteswissenschaftliches Programm aufnehmen wollten, ist, daß man auch auf die Einzelheiten immer weiter und weiter eingehen kann. Man findet sich tatsächlich durch das anthroposophische Verständnis immer tiefer und tiefer in dasjenige hinein, was da in der Dichtung zutage tritt. So zum Beispiel war es mir schon bedeutsam, daß Olaf — das ist ein alter norwegischer Name — den Beinamen Åsteson hat: Åsteson. Der Sohn von was? Von Äste. Und ich versuchte herauszubekommen, von was für einer Mutter denn eigentlich dieser Sohn ist. Nun kann man natürlich über dieBedeutung des Wortes « Äst» mannigfaltige und auch solche Dinge vorbringen, über die zu streiten ist. Es ist heute auch nicht möglich, alles auseinanderzusetzen, was dabei in Frage kommt. Aber wenn man alles berücksichtigt, was in Frage kommt, so heißt etwa Olaf Åsteson: der, der da noch ein Sohn ist jener Seele, die von Generation zu Generation heruntergeht, und mit dem Blute, das von Generation zu Generation rinnt, zusammenhängt. So haben wir diesen Namen aber zurückgeführt zu dem, was wir so oft auf anthroposophischem Felde besprochen haben, daß in alten Zeiten das alte Hellsehen zusammenhing mit der Verwandtschaft des Blutes, das durch die Generationen rinnt. Und man würde etwa Olaf Åsteson übersetzen können mit: Olaf, der aus vielen Generationen Geborene und die Charaktere aus vielen Generationen noch in der Seele Tragende.

[ 6 ] When our Norwegian friends gave me this poem during my penultimate visit to Kristiania and wanted to hear my thoughts on it, it was initially this fact—of general interest to Spiritual Science—that had just been highlighted which came to the forefront of our minds. But what led us to want to include this poem, so to speak, in our program of Spiritual Science in the first place is that one can delve deeper and deeper into the details. Through the anthroposophical understanding, one actually finds oneself delving deeper and deeper into what is revealed in the poem. For example, it was already significant to me that Olaf—which is an old Norwegian name—has the surname Åsteson: Åsteson. The son of what? Of Äste. And I tried to figure out what kind of mother this son actually has. Now, of course, one can put forward manifold interpretations of the meaning of the word “Äst,” including some that are open to debate. Nor is it possible today to analyze everything that comes into play here. But if one takes into account everything that comes into play, then Olaf Åsteson, for example, means: he who is still a son of that soul that passes down from generation to generation, and is connected to the blood that flows from generation to generation. Thus, we have traced this name back to what we have so often discussed in the field of anthroposophy: that in ancient times, the old clairvoyance was connected to the kinship of the blood that flows through the generations. And one could translate Olaf Åsteson as: Olaf, the one born of many generations and who still carries the characters of many generations in his soul.

[ 7 ] Wenn wir nun auf die Erlebnisse eingehen, so ist es ungeheuer interessant, was der schlafende Olaf Åsteson durchmacht vom Weihnachtsabend durch dreizehn Tage, in denen er nicht aufwacht, das heißt, in einer Art von psychischem Zustande ist. Wenn man die einzelnen Strophen auf sich wirken läßt, die mit volkstümlicher, breiter Behaglichkeit die einzelnen Erlebnisse vor die Seele treten lassen, so wird man erinnert an gewisse Schilderungen der ersten Stufen der Einweihung, wo es heißt, daß der und der bis an die Pforte des Todes geführt worden ist. Überall wird in dem Gedicht gezeigt, daß Olaf Åsteson bis an die Pforte des Todes kommt. Und besonders anschaulich wird es noch dadurch hervorgehen, daß er sich selber fühlt wie ein Leichnam — bis auf die Erde, die er zwischen den Zähnen fühlt. Wenn wir uns erinnern, daß beim Einzuweihenden der Ätherleib über die Grenzen der Haut hinauswächst und der Mensch immer größer und größer wird, so daß sich also der Mensch hineinlebt in weite Weltenräume, so werden wir in diesem Gedicht durchaus darauf hingewiesen, wie der Mensch tief heruntersteigt, sich einfühlt in die Erdentiefen und hinaufsteigt in Wolkenhöhen. Was der Mensch nach dem Tode durchzumachen hat, zum Beispiel in der Sphäre des Mondes, das ist auch das, was Olaf Åsteson durchzumachen hat. Es wird poetisch dargestellt, wie der Mond hell scheint und wie sich weithin die Wege dehnen. Dann wird die Kluft dargestellt, die zu überschreiten ist in der Welt, die zwischen der menschlichen und derjenigen liegt, die hinaus in die kosmischen Weiten führt. Und die Himmelsbrücke verbindet das, was menschlich ist, und das, was kosmisch ist. Dann werden wir darauf aufmerksam gemacht, wie hereinspielen die Wesenheiten, die ihren Ausdruck finden in den Sternbildern: Stier, Schlange. Aber für den, der geistig in die Welt hineinschauen kann, sind die Sternbilder nur der Ausdruck für das, was geistig in den Raumesweiten vorhanden ist. Und dann wird die Kamalokawelt dargestellt in der Schilderung von «Brooksvalin». Es wird dargestellt, wie eine Art Vergeltung stattfindet, wie dort die Menschen durchmachen — aber durchaus in ausgleichender Art —, was sie sich hier auf der Erde nicht angeeignet haben. Doch man braucht nicht etwa alle Einzelheiten dieser Dichtung deuten, das sollte man überhaupt nicht bei solchen Dichtungen. Empfinden sollte man aber, daß sie aus einer solchen Stimmung hervorgegangen sind, die eng zusammenhängt mit dem, was bei einem solchen Volke viel länger noch vorhanden war als bei Völkern, die mehr im Inneren der Kontinente wohnten oder mit Großstadtkultur zusammengekommen sind. Bei diesem norwegischen Volke, das noch in seiner Volkssprache vieles hat, was hart herangeht an die Grenze der okkulten Geheimnisse, war länger die Möglichkeit vorhanden, die Seelen im Zusammenhange zu lassen mit dem, was lebt und webt hinter den äußeren materiellen Erscheinungen.

[ 7 ] When we now turn to the experiences described, it is incredibly interesting to see what the sleeping Olaf Åsteson goes through from Christmas Eve through thirteen days during which he does not wake up—that is, during which he remains in a kind of psychological state. If one allows the individual stanzas to sink in, as they present the various experiences to the soul with a folksy, broad sense of comfort, one is reminded of certain descriptions of the first stages of initiation, where it is said that so-and-so has been led to the very gates of death. Throughout the poem, it is shown that Olaf Åsteson comes to the very gates of death. And this becomes particularly vivid through the fact that he feels himself to be like a corpse—except for the earth he feels between his teeth. If we recall that in the initiate the etheric body grows beyond the limits of the skin and the human being becomes ever larger and larger, so that the human being thus lives into vast cosmic spaces, then we are clearly shown in this poem how the human being descends deeply, empathizes with the depths of the earth, and ascends to the heights of the clouds. What the human being must go through after death, for example in the sphere of the moon, is also what Olaf Åsteson must go through. It is poetically depicted how the moon shines brightly and how the paths stretch far and wide. Then the gulf is depicted that must be crossed in the world lying between the human realm and that which leads out into the cosmic expanses. And the celestial bridge connects what is human with what is cosmic. Then our attention is drawn to how the beings that find their expression in the constellations—Taurus, Serpent—come into play. But for those who can look into the world spiritually, the constellations are merely the expression of what exists spiritually in the vastness of space. And then the Kamaloka world is depicted in the description of “Brooksvalin.” It is shown how a kind of retribution takes place, how people there undergo—but in a thoroughly balancing way—what they have not acquired here on Earth. Yet one need not interpret every detail of this poem; one should not do so at all with such poems. One should, however, sense that they arose from a mood closely connected to what existed among such a people for much longer than among peoples who lived more in the interior of the continents or who came into contact with urban culture. Among this Norwegian people, whose vernacular still contains much that comes close to the threshold of occult mysteries, the possibility long existed of keeping the souls in connection with what lives and weaves behind the outer material phenomena.

[ 8 ] Erinnern Sie sich, wie von mir auseinandergesetzt worden ist, wie der Jahreslauf seine geistige parallele Tatsachenreihe hat. Wie wir im Frühling, wenn die Pflanzen aus der Erde sprießen, wenn alles wie auflebt, wenn die Tage heller werden, das zu erkennen haben, was wir nennen können eine Art Einschlafen der elementarischen und höheren Geister, die mit der Erde verknüpft sind. Im Frühling, wenn die Erde äußerlich aufwacht, hat man es in der geistigen Betrachtung mit einer Art Einschlafen der Erde zu tun. Wenn die äußere Natur wieder erstirbt, hat man es mit einem Aufwachen der geistigen Natur der Erde zu tun. Und wenn wie schlafend um die Weihnachtszeit herum die äußere Natur ist, dann ist das die Zeit, in welcher sozusagen das Geistige der Erde, das sowohl an elementaren, weniger bedeutenden Wesen wie auch an großen, gewaltigen Wesen mit dem Erdensein zusammenhängt, am allerregsamsten ist. Nur äußerlich betrachtet, sieht es so aus, als wenn wir mit dem Aufwachen der Erde den Frühling und mit dem Einschlafen den Winter vergleichen müßten. Umgekehrt ist es für die okkulte Beobachtung. Der Geist der Erde, der aber aus vielen Geistern besteht, wacht auf zur Winterzeit und schläft zur Sommerzeit. Wie im Inneren der menschlichen Organismen das Organische und Vegetabilische am regsamsten ist während des Schlafes, wie da die Kräfte hinaufspielen bis ins Gehirn, und wie die rein organische Tätigkeit während des Wachens abgetötet wird, so ist es mit der Erde. Wenn die Erde am regsamsten ist, wenn alles herausgesprossen ist, wenn die Sonne um Johanni ihren höchsten Stand hat, da schläft der Geist der Erde. Und nicht ohne Zusammenhang mit diesen okkulten Wahrheiten ist das Weihnachtsfest, das Fest des Erwachens des Geistes, gerade in die Winterzeit verlegt worden. Die Dinge, die als Gebräuche aus alten Zeiten herübergekommen sind, entsprechen vielfach diesen okkulten Einsichten.

[ 8 ] Do you recall how I explained that the course of the year has its spiritual parallel sequence of events? Just as in spring, when plants sprout from the earth, when everything seems to come alive, when the days grow brighter, we must recognize what we might call a kind of falling asleep of the elemental and higher spirits connected to the earth. In spring, when the earth awakens outwardly, we are dealing in spiritual observation with a kind of falling asleep of the earth. When outer nature dies down again, we are dealing with an awakening of the spiritual nature of the earth. And when outer nature is, as it were, asleep around the Christmas season, that is the time when the spiritual aspect of the earth—which is connected to earthly existence through both elemental, lesser beings and great, powerful beings—is at its most active. Viewed only from the outside, it appears as though we must compare the Earth’s awakening to spring and its falling asleep to winter. For occult observation, however, the opposite is true. The spirit of the Earth—which consists of many spirits—awakens in winter and sleeps in summer. Just as within the human organism the organic and vegetative aspects are most active during sleep, just as the forces there rise up into the brain, and just as purely organic activity is suppressed during waking, so it is with the Earth. When the Earth is most active, when everything has sprouted forth, when the sun reaches its highest point around St. John’s Day, then the spirit of the Earth sleeps. And it is not without connection to these occult truths that the Christmas festival, the festival of the awakening of the spirit, has been placed precisely in the winter season. The customs that have come down to us from ancient times correspond in many ways to these occult insights.

[ 9 ] Wer nun zu leben weiß mit den Geistern der Erde, der feiert nicht nur das Johannifest im Sommer. Denn die Feier des Johannifestes im Sommer ist schon eine Art materialistische Feier. Man feiert, was äußere materialistische Offenbarung zeigt. Wer aber den Zusammenhang mit dem Geiste der Erde hat, mit dem, was geistig in der Erde lebt, der wacht für sein Inneres auf, das heißt, er schläft für sein Äußeres, wie Olaf Åsteson, am besten zur Weihnachtszeit in den dreizehn Tagen. Das ist auch eine okkulte Tatsache, die für den Okkultismus genau dasselbe bedeutet wie zum Beispiel die Tatsache des äußeren Sonnenstandes für die äußere materialistische Wissenschaft. Gewiß, die materialistische Wissenschaft wird es für eine Selbstverständlichkeit halten, daß sie innerhalb der Astronomie die Tätigkeit der Sonne im Sommer und im Winter in einer gewissen Weise rein äußerlich beschreibt, sie wird es für eine Narretei halten, was für den Okkultisten eine Tatsache ist, daß der geistige Sonnenstand am intensivsten ist in der Winterzeit und daß daher dann die Verhältnisse am günstigsten liegen für den, der einer Seelenvertiefung, die mit dem Geist der Erde und mit allem Geistigen zusammenhängt, nahekommen will. Daher kann sich für den, der eine Vertiefung seiner Seele suchen will, herausstellen, daß er die besten Erlebnisse in den dreizehn Tagen der Weihnachtszeit machen kann, daß dann, ohne daß wir es merken, die Erlebnisse aus der Seele heraufkommen, obwohl der moderne Mensch schon so dasteht, daß er emanzipiert ist von den äußeren Vorgängen, so daß die okkulten Erlebnisse jederzeit kommen können. Aber insofern das Äußere dennoch einen Einfluß haben kann, ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr die allerwichtigste.

[ 9 ] Those who know how to live in harmony with the spirits of the earth do not merely celebrate the Feast of St. John in the summer. For the summer celebration of the Feast of St. John is already a kind of materialistic celebration. One celebrates what external materialistic revelation reveals. But whoever is connected to the spirit of the Earth, to what lives spiritually within the Earth, awakens to their inner self—that is, they sleep through their outer self, as Olaf Åsteson does, preferably during the thirteen days of Christmas. This is also an occult fact, which means exactly the same thing for occultism as, for example, the fact of the sun’s external position does for external materialistic science. Certainly, materialistic science will take it for granted that, within astronomy, it describes the sun’s activity in summer and winter in a certain way purely from an external perspective; it will regard as folly what is a fact for the occultist: that the spiritual position of the sun is most intense during the winter season and that therefore the conditions are then most favorable for those who wish to approach a deepening of the soul connected with the spirit of the earth and with all that is spiritual. Therefore, for those seeking a deepening of their soul, it may turn out that they can have the best experiences during the thirteen days of the Christmas season, that then, without our noticing it, the experiences rise up from the soul, even though modern man is already in a state where he is emancipated from external events, so that occult experiences can come at any time. But insofar as the external world can still exert an influence, the time between Christmas and New Year’s is the most important.

[ 10 ] So werden wir durch dieses Gedicht in ganz naturgemäßer Weise daran erinnert, wie manches von dem, was wir bei der Besprechung der Zeit zwischen dem Tode und der nächsten Geburt erwähnen konnten, für gewisse Gegenden der Erde verhältnismäßig vor kurzem noch recht nahelag, wie es mancher noch aus unmittelbarer Erfahrung wußte.

[ 10 ] Thus, this poem serves as a natural reminder of how much of what we have discussed regarding the period between death and the next birth was, until relatively recently, quite familiar in certain parts of the world—a reality that many still knew from firsthand experience.