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Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt
GA 158

21 November 1914, Dornach

Die Welt als Ergebnis von Gleichgewichtswirkungen II

[ 1 ] Es wird Ihnen in dem einen Vortrag, den ich im Anschlusse an Kalewala gehalten habe, etwas aufgefallen sein. Als Sie diesen Vortrag durchdacht haben, werden Sie sich gesagt haben, denn das ist naheliegend, da wurde ausgeführt, daß gewissermaßen ein Wesen herüberragt vom Westen nach dem Osten und drei Ausläufer wie drei Gliedmaßen vorstreckt, die von dem alten finnischen Volk empfunden wurden als Wäinämöinen, Ilmarinen und Lemminkäinen, und die man heute in der materialistischen Sprache den Rigaischen, den Finnischen, den Bottnischen Meerbusen nennt. Nur werden Sie sich gefragt haben: Ja, aber wie kann er sagen, daß das etwas zu tun hat mit einer Wesenheit, denn das ist doch nur eine Fläche, die Oberfläche des Meeres mit ihren Grenzen, die da so sich vorgestreckt hat. Es hat nichts Körperhaftes, und doch redet er uns von einer Wesenheit! — So werden Sie sich gesagt haben.

[ 2 ] Dieses, was da in Ihrer Seele vorgegangen ist beim Durchdenken einer geisteswissenschaftlichen Wahrheit, ist typisch, denn immer wieder und wieder muß es vorkommen, daß man gegen dasjenige, was an Wahrheiten zunächst herausgeholt wird aus der geistigen Welt, Widerspruch erhebt. Und gerade dies ist das Bedeutungsvolle und Richtige, daß sich solche Widersprüche erheben. Solche Widersprüche können nur dadurch beseitigt werden, daß man noch tiefer auf die Dinge eingeht. Das wollen wir heute in bezug auf gewisse Fragen der geistigen Erkenntnis tun. Dazu muß ich einiges vorausschicken.

[ 3 ] Wir lenken zunächst den Blick hin auf die materialistischen Vorurteile unserer Zeit in bezug auf den Menschen. Nicht wahr, da ist es ein sehr begreifliches Vorurteil, daß im Menschen mannigfaltige physische Vorgänge stattfinden, unter anderem auch Vorgänge in seinem Nervensystem und im Gehirn, und daß, indem diese physischen Vorgänge sich vollziehen, die Seelenprozesse sich abspielen, die eigentlich für den Materialisten nur der Ausdruck dieser physischen Vorgänge sind. Der Materialist studiert dasjenige, was im Körper des Menschen vorgeht, findet — oder setzt es heute noch hypothetisch voraus — gewisse feine Nervenvorgänge und sagt: Das sind die Gründe für die Denk-, Gefühls- und Willensvorgänge; diese Denk-, Gefühls- und Willensvorgänge sind eigentlich nur die Begleiterscheinungen desjenigen, was da physisch vorgeht. — Das ist heute eine weitverbreitete Anschauung, die in dem materialistischen Denken der neueren Zeit selbstverständlich noch tiefer Wurzel schlagen wird. Ebenso gescheit wie diese Ansicht, ist logisch die folgende. Nehmen wir an, jemand findet, indem er einen Weg geht, daß da allerlei Spuren in diesem Wege eingegraben sind; er findet Spuren, die so verlaufen, daß da so etwas wie Rinnen im Wege sind, und auch solche Spuren, welche Eindrücke von Füßen sind. Nun denkt er nach und sagt sich: Nun ja, da hat dasjenige, was diesen Weg bildet, die Materie, die dadrinnen ist, gewisse Prozesse entwickelt, und dadurch hat die Materie sich zusammengezogen, stückweise, und hat solche Rinnen gebildet; und dann hat sie wiederum an gewissen Stellen sich nach unten gezogen, und dann haben sich solche Eindrücke gebildet, die wie Fußsohlen aussehen.

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[ 4 ] Nicht wahr, das ist natürlich ein großer Irrtum. Denn die Wahrheit ist, daß da ein Wagen gefahren ist und diese zwei Rinnen mit den Rädern gemacht hat, und daß da ein Mensch gegangen ist, der mit den Füßen diese Eindrücke gemacht hat. Nicht die Natur des Bodens hat diese Eindrücke gemacht, sondern der Mensch mit seinen Füßen und der Wagen mit seinen Rädern.

[ 5 ] So ist es aber auch mit den Vorgängen in unserem Nervensystem. Indem wir als Seelen denken, fühlen und wollen, bilden wir fortwährend geistig-seelische Vorgänge. Die verlaufen, solange wir in der physischen Welt leben, gebunden an den physischen Leib, wie der Wagen über den Weg fährt, und der Mensch über den Weg geht, und lassen dort ihre Spuren zurück. Diese Spuren, die sie dort zurücklassen, haben ebensowenig mit der Materie zu tun, wie die Spuren im Wege etwas zu tun haben mit irgendeiner Materie, die darunter liegt. Gar nichts haben im Grunde genommen die Vorgänge in der Gehirnmaterie, in der Nervenmaterie mit den Denkvorgängen zu tun, ebensowenig wie das, was der Wagen oder der Mensch vollführt, mit dem zu tun hat, was da auf der Oberfläche der Erde vor sich geht.

[ 6 ] Das ist sehr bedeutsam, daß man sich einmal einer solchen Betrachtung hingibt, damit man verstehen lernt, daß der Anatom, der Physiologe, wenn er bloß die Vorgänge im Organismus untersucht, einem Geist gleicht, der unten in der Erde sich bewegt, aber niemals über die Oberfläche der Erde empordringt, niemals Menschen und Wagen gesehen hat. Er sieht nur innerhalb der Erde, daß da Unebenheiten entstehen, kommt aber nie heran, sieht sie noch dazu von der andern Seite. Das untersucht er dann und glaubt, daß die Erde selber dies durch ihre eigene Tätigkeit macht. In dem Augenblick, wo ein solcher Geist, der da immer unter der Erde ist, über die Erdoberfläche käme, würde er sich über den wahren Tatbestand aufklären. So ist es auch mit dem materialistischen Anatomen und dem materialistischen Physiologen; er ist immer unter der Erde, das heißt, er weiß nichts von Geisteswissenschaft, und das ist ein Unter-der-Erde-Sein. Er untersucht nur die Vorgänge in der Materie, die gar nichts zu tun haben mit dem, was da oben geschieht im Geistig-Seelischen.

[ 7 ] Das wird die Aufgabe der neueren Zeit sein, daß die Menschen aus dem anatomischen, physiologischen Denken in das geisteswissenschaftliche Denken eindringen. So ähnlich würde ein Kobold, der bisher nur unter der Erde gewesen ist, eindringen in die Wahrheit, wenn er hinaufgehoben würde über die Erde und sehen würde, wie eigentlich die Eindrücke zustande kommen, die in der Materie sind. Unter der Erde wühlende Kobolde sind im Grunde genommen die materialistischen Forscher, die sich nur mit dem unter der Erde befindlichen Geistigen beschäftigen, denn auch das Materielle ist Geistiges. Und die Menschheit muß durchmachen jenen großen Schock, der sich ergeben wird, wenn diese Kobolde, diese Erdengeister in die Region des GeistigSeelischen eindringen.

[ 8 ] Nun, ich mußte das vorausschicken aus dem Grunde, weil ich Ihnen einiges zur Aufklärung sagen will über den vorhin angedeuteten Widerspruch, daß der Bottnische, Finnische, Rigaische Meerbusen eigentlich Flächen sind, Ebenen, und ich doch so gesprochen habe, als ob das Wesen wären oder Teile von einer mächtigen Wesenheit, die sich vom Westen nach dem Osten erstreckt.

[ 9 ] Nun, sehen Sie, Raumeswesen, räumliche Wesen — ja, Sie sagen so ohne weiteres, ich bin ‘doch als Mensch ein räumliches Wesen. Das ist wohl richtig. Aber das, was Sie als Mensch, als räumliches Wesen sind, sind Sie nicht in der Wirklichkeit. Denn mit diesem Menschen verhält es sich ganz anders, als man glauben kann, wenn man ihn nur in der äußeren Maja, in der äußeren Phantasmagorie anschaut. Da erscheint er allerdings als ein Wesen, das räumlich dasteht, räumlich in der Haut eingeschlossen ist, das räumlich sich ausdehnt. Aber hier verbergen sich in der Tat in bezug auf die menschliche Gestalt drei bedeutsame Rätsel, drei bedeutsame Fragen.

[ 10 ] Die erste Frage, die sich da verbirgt, tritt, möchte ich sagen, unter allerlei Vexieransichten auf, unter allerlei Täuschungen. Über unser eigenes Dasein werden wir durch die äußere Phantasmagorie, durch die äußere Maja eigentlich getäuscht. Die Spuren dieser Täuschung finden sich in der heutigen Wissenschaft, und zwar in dem Kapitel, wo diese Wissenschaft recht hilflos ist und alle möglichen Hypothesen aufgestellt hat. Die Frage, die ich meine, verbirgt sich in der Wissenschaft dahinter, daß immer wieder Hypothesen aufgestellt werden, warum der Mensch eigentlich zwei Augen, zwei Ohren hat, und doch die Dinge nicht zweifach sieht und hört, warum eigentlich die Organe symmetrisch angeordnet sind, warum sie nicht einfach, sondern doppelt vorhanden sind. Das einfache Wahrnehmen bildet ein großes Problem, eine große Frage für die Wissenschaft, und wenn Sie die Literatur durchnehmen, werden Sie finden, was da alles geschrieben worden ist über die Frage, warum wir eigentlich mit zwei Augen einfach sehen, mit zwei Ohren einfach hören und so weiter.

[ 11 ] Der Mensch ist in gewisser Weise recht grob organisiert und drückt das manchmal schon in seiner Sprache aus. Eigentlich hat er auch zwei Nasen, nur sind diese so zusammengewachsen, daß sie sich nicht so leicht überschauen lassen wie die beiden Augen, die beiden Ohren. Deshalb spricht man nicht von zwei Nasen, sondern nur von einer Nase, aber in Wirklichkeit hat der Mensch ebensogut zwei Nasen und nicht eine Nase. Nur ist er so grob organisiert, daß da, wo etwas zusammengewachsen ist, es ihm gar nicht auffällt. Aber auf jeden Fall ist es eine Tatsache, daß sich im menschlichen Wahrnehmen eine ganze Symmetrie, ein LinksRechts ausdrückt. Wenn der Mensch nämlich nicht zwei Ohren hätte, zwei Augen, zwei Nasen, so würde in Wahrheit seine Ich-Empfindung nicht zustande kommen. Auch zwei Hände braucht er dazu. Indem wir die Hände zusammenschlagen und eine Hand an der andern fühlen, kommt schon etwas von der Ich-Empfindung zustande. Etwas ganz Ähnliches aber tun wir, indem wir das Ergebnis der beiden Augen, der beiden Ohren in eine Einheit zusammenfügen. Wir nehmen die Welt immer von zwei Seiten her wahr, von links und von rechts, wenn es sich um die Sinneswahrnehmung handelt. Und nur dadurch, daß wir diese zwei Wahrnehmungsrichtungen haben von links und von rechts und diese zum Schnitt bringen, sind wir dieser Ich-Mensch, der wir sind. Sonst wären wir gar nicht dieser Ich-Mensch. Wenn wir zum Beispiel die Augen so hätten, daß sie in der Nähe der Ohren stehen würden, und wir die Visierlinie nicht zusammenfügen könnten, so würden wir immer ein Wesen bleiben, das in der Gruppenseele befangen ist. Wir müssen, um ein Ich-Wesen zu sein, das Links und Rechts zum Schnitt bringen. Alles, was auf dem Gebiete der Wahrnehmung links und rechts ist, bringen wir zum Schnitt in der Mitte. Stellen Sie sich eine Fläche (es wird gezeichnet) vor, also eine Fläche, die von diesem Strich herausgeht von der Tafel. Da kommt alles zum Schnitt, von links her und von rechts her, und in dieser Ebene sind wir wirklich darinnen. Wir sind gar nicht im Raume, sondern in dieser Ebene darinnen, in dieser Fläche. Wir sind nicht der räumlich ausgedehnte Mensch in Wahrheit, sondern wir sind ein Flächenwesen, das dadurch zustande kommt, daß sich die Linksimpulse mit den Rechtsimpulsen schneiden. Und wenn Sie jemandem Antwort erteilen wollen — ich meine in der Wirklichkeit, nicht in der Maja — auf die Frage: Wo bist du denn eigentlich?, so müssen Sie ihm nicht sagen: Ich bin da oder dort, in dem vom Körper ausgefüllten Raum —, sondern Sie müssen ihm sagen: Ich bin da, wo mein Linksmensch und mein Rechtsmensch sich schneiden. — Da sind Sie in Wirklichkeit nur. Genauso wie Flächen da sind bei dem Wesen, das ich vorher meinte, in welchem sich die Lufthälfte und Wasserhälfte schneiden da sind die beiden Hälften verschieden —, so sind beim Menschen die Linkshälfte und die Rechtshälfte da — aber gleich. In Wahrheit ist auch der Mensch ein Flächenwesen, eine Ebene, und das schon ist Maja, daß er seine wirkliche Gestalt hat.

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[ 12 ] Aber woher kommt sie denn, die wirkliche Gestalt? Ja, sehen Sie, sie kommt daher, daß der Mensch mitten darinnensteht in einer Art von Kampf. Von links her kämpft ein Wesen mit einem Wesen, das von rechts her kämpft. Würde das geistig wahrgenommen, was an unserer linken Seite ist, so würden wir dieses eine Wesen wahrnehmen wie Licht. Würde das an unserer rechten Seite Wirkende geistig wahrgenommen, so würden wir das andere Wesen mit andern Eigenschaften wahrnehmen. Als zweierlei Mensch kommen wir nämlich dadurch zustande, daß von links her kämpft die luziferische Wesenheit, von rechts her die ahrimanische Wesenheit.

[ 13 ] Nun denken Sie sich einmal, um sich das genau vorzustellen, von links kämpft die luziferische Wesenheit, staut da auf, was sie aufführt als Befestigungswerk; von rechts kämpft die ahrimanische Wesenheit und staut da auf, was sie aufführt als Befestigungswerk. Das, was Ihr Linksmensch ist, sind die Befestigungswerke des Luzifer; Ihr Rechtsmensch sind die Befestigungswerke des Ahriman. Und Sie haben überhaupt nur die Möglichkeit, zwischendrinnen in der Mitte zu sein. Unsere Lebenskunst besteht darin, daß wir das richtige Gleichgewicht finden. Unbewußt tun wir das, wenn wir sinnlich wahrnehmen. Wenn wir mit dem linken Ohr hören und mit dem rechten Ohr hören, und dann die Impulse zusammenfügen zu einer Wahrnehmung, oder wenn wir mit der linken Hand wahrnehmen und mit der rechten Hand wahrnehmen und die Wahrnehmungen zusammenfügen, so setzen wir uns immer in die Fläche, die gerade an der Grenze des Kampfes zwischen Luzifer und Ahriman liegt. Wie des Messers Schneide, ja noch schärfer als des Messers Schneide ist der Spielraum, der uns in der Mitte gelassen ist. Unser Organismus gehört nicht uns, sondern er ist aufgeworfen durch den Kampf der luziferischen und ahrimanischen Mächte, aber auch derjenigen Mächte, die gleichartig sind mit Luzifer und Ahriman. Das aber ist etwas, was jetzt nicht weiter berührt werden soll.

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[ 14 ] So sind wir als Flächenwesen eingeschaltet zwischen etwas, was uns als Menschen gar nichts angeht. Unser linker Mensch geht uns eigentlich gar nichts an, unser rechter Mensch auch nicht, sondern der Prozeß, der Vorgang, der sich zwischen beiden abspielt.

[ 15 ] Und jetzt können Sie sich das Bild, das ich vorhin gebrauchte, weiter ausdenken. Nicht wahr, da geschehen fortwährend Prozesse, Vorgänge. Ja, in der Erde geschehen auch fortwährend Prozesse, Vorgänge. Aber das, was in der Erde vor sich geht, macht nicht diese Spuren. Was in Ihnen geschieht, in der linken oder rechten Hälfte des Organismus, das hat gar nichts zu tun mit dem, was der Mensch seelisch erlebt; das sind Prozesse, die sich zwischen Luzifer und Ahriman abspielen. Die Prozesse, die unten, unter der Erdoberfläche sind, alles, was da geschieht, meinetwegen sagen wir das Herumkriechen der Würmer, das Kalt- und Warmwerden in den Jahreszeiten, all diese Prozesse, die nichts zu tun haben mit diesen Spuren, die da eingedrückt werden, müssen Sie vergleichen mit dem, was drinnen vorgeht in der Menschenorganisation. So daß man sagen muß: Durch die geistige Beobachtung der physiologischen und anatomischen Vorgänge muß man darauf kommen, wie Luzifer und Ahriman miteinander kämpfen, muß sich aber nicht der Meinung hingeben, daß durch diese Prozesse zwischen Luzifer und Ahriman das seelische Leben bewirkt wird. Das ist nicht richtig, denn das verläuft in der Seele selber. Und das verläuft im Grunde genommen in der Fläche, in der Ebene, nicht in dem Organismus darinnen, in dem räumlichen Organismus; es stuft sich ab, und die Betrachtung dieser Abstufung ist außerordentlich interessant. In bezug auf den Kopf des Menschen, da ist es so, daß Luzifer und Ahriman ziemlich gleiche Befestigungswerke links und rechts aufgeworfen haben. Die linke und rechte Kopfhälfte sind sehr ähnlich, da sind die Kräfte so, daß sie wenig ineinanderspielen können, daß sie die Fläche in der Mitte wenig berühren. In der Mitte ist die Fläche, links Luzifer, rechts Ahriman; aber weil linke und rechte Kopfhälfte so ähnlich gebildet sind, prallen sie aneinander ab: Luzifer und Ahriman, und der Mensch kann in der Mitte hier eine ruhige Tätigkeit entwickeln (siehe Zeichnung Seite 121). Sein Denken wird recht wenig gestört durch den Einfluß von Luzifer und Ahriman, weil sie da aneinander abprallen.

[ 16 ] Kommt man weiter nach unten, ist es schon nicht mehr so. Auf der einen Seite gelingt es Luzifer, den Magen aufzutürmen, auf der andern Seite gelingt es Ahriman, die Leber aufzutürmen. Und der Magen ist das Mittel, durch das Luzifer kämpft von links nach rechts, die Leber ist etwas, durch das Ahriman kämpft von rechts nach links. Das Verhältnis von Magen und Leber betrachtet man in der richtigen Weise, wenn man ins Auge faßt, daß es Luzifer gelingt, links den Magen aufzutürmen als eine Art Kampfmittel, und daß es rechts Ahriman gelingt, die Leber aufzutürmen. Das steht in einem fortwährenden Kampf, und die Wissenschaft würde gut tun, diesen Kampf zwischen Magen und Leber wirklich zu studieren. Und wenn die Lage des Herzens einmal ein wenig nach der linken Seite herüber tendiert, so ist diese Lage ein Ausdruck für das, wie auf der einen Seite Luzifer etwas für sich erhaschen will, während auf der andern Seite Ahriman etwas erhaschen will. Das ganze Links-Rechtsverhältnis ist ein Ausdruck für dasjenige, in welchem sich Luzifer und Ahriman im Menschen bekämpfen, nur daß beim Menschen, wie gesagt, das, was auf beiden Seiten der Fläche liegt, in gewisser Beziehung gleich ist. Aber wir sehen ja, eigentlich gleich ist es nur da oben; es hört auf, gleich zu sein, je weiter wir den Menschen nach unten verfolgen.

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[ 17 ] Bei dem Wesen, von dem ich gesprochen habe, daß es wie drei Fangarme — Lemminkäinen, Ilmarinen und Wäinämöinen — vorstreckt, ist es so, da ist die eine Hälfte Luft, die andere Wasser; da sind sie noch verschieden. Sobald man nun zur hellsichtigen Erkenntnis kommt, fällt einem aber gleich auf, daß der Mensch im Grunde genommen auch nur eine Fläche ist zwischen zwei Hälften, denn sobald man sich absuggeriert den physischen Leib und auf den Ätherleib hinblickt, findet man, daß die linke Hälfte wesentlich heller wird als die rechte Hälfte. Die linke Hälfte sieht sich an viel mehr durchhellt, durchstrahlt, durchglitzert, durchglimmert; die rechte Hälfte viel mehr durchfinstert, durchdunkelt. So ist es mit Bezug auf den Links-Rechtsmenschen. Nun ist aber der Mensch auch in bezug auf die anderen Richtungen hineingestellt in den Raum, das heißt aber — okkultistisch ausgedrückt — nichts anderes als hineingestellt in den Kampf zwischen Luzifer und Ahriman. So ist er hineingestellt in das Vorne und Hinten, Vorne und Rückwärts.

[ 18 ] Wenn Sie sich nun nicht das Links und Rechts denken, sondern das Vorne und Rückwärts am Menschen — den ganzen Menschen müssen Sie sich denken —, dann ist der Mensch auch nicht in der Richtung von vorne nach hinten dieses Raumeswesen (siehe Zeichnung), sondern gerade so, wie von links herüber und von rechts herüber Luzifer und Ahriman sich bekämpfen, und das Räumliche nur die Barrikaden sind, die sie aufgerichtet haben gegeneinander, kämpft auch von rückwärts Ahriman wieder gegen den Menschen und von vorne wiederum Luzifer. Von rückwärts schiebt sozusagen seine Tätigkeit Ahriman vor; von vorne schiebt seine Tätigkeit Luzifer dem Ahriman entgegen. Und der Mensch steht wieder mitten darinnen.

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[ 19 ] Allerdings kommen wir jetzt dazu, ausführen zu müssen, daß es in bezug auf diese Richtung vorne-rückwärts den beiden nicht so gelungen ist, ich möchte sagen, so nahe aneinander heranzukommen, daß sie nur eine Fläche bildeten. Hier ist es schon anders. Ahriman kommt nämlich nur bis zu einer Fläche, die Sie sich durch das Rückgrat legen können, und Luzifer kommt bis zu einer Fläche, die Sie sich durch das Brustbein legen können, etwa da, wo die Rippen zusammenstoßen. Und dazwischen ist ein Raum, durch den sie getrennt sind, wo ihre Wirkungen durcheinandergehen. Sie kämpfen da, man möchte sagen, nicht unmittelbar aneinander stoßend, sondern sie senden ihre Geschosse durch diesen Raum hindurch. Aber Ahriman kommt nur bis zum Rückgrat und Luzifer nur bis dahin, wo die Rippen an das Brustbein anstoßen. Und wir stehen da drinnen, zwischen diesem Kampf von Luzifer und Ahriman. Also in bezug auf die Vorwärts- und Rückwärtsrichtung sind wir in der Tat ein solches Wesen, welches Raum hat. In bezug auf links und rechts haben wir keinen Raum.

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[ 20 ] In der Richtung links-rechts kämpfen Luzifer und Ahriman vorzugsweise durch die Gedanken. Da schwirren die Gedanken von links und von rechts herüber und berühren sich in dieser Fläche. Es sind kosmische Gedankenbildungen, die da aneinanderstoßen und sich in der menschlichen Mittelfläche berühren. Vorne und rückwärts kämpfen Luzifer und Ahriman mehr mit Gefühlen, da wird der Kampf mehr durch die Gefühle geführt. Und weil hier die Kräfte nicht so recht aneinanderkommen, bleibt für uns in der Mitte ein Spielraum, in welchem wir mit unseren Gefühlen in uns selber sind. Wir spüren, wenn wir Gedanken haben, die von links und rechts einander bekämpfen, daß diese Gedanken eigentlich der Welt angehören. Mit den Gedanken denken wir die Dinge, die draußen sind. Wenn wir uns eigene Gedanken machen, so sind das Phantasmagorien, dann gehören sie eigentlich nicht mehr der Welt an. In unseren Gefühlen gehören wir uns selber an, weil Luzifer und Ahriman da nicht ganz aneinanderstoßen, weil wir da Spielraum haben zwischen den beiden Gebieten. Deshalb sind wir mit unseren Gefühlen so in uns selber.

[ 21 ] Sehen Sie, wir sind als Menschen Geschöpfe durch die Wirkungsweise der Wesen der höheren Hierarchien. Und wir sind dieses Flächenwesen links und rechts dadurch, daß die höheren Hierarchien uns Menschen da hineinstellen als Flächenwesen. Da lassen sie Luzifer und Ahriman nicht zusammenkommen. Wir sind insofern ein Wesen der guten Götter, als diese guten Götter aus ihren Schöpfungsgedanken heraus gesagt haben: Da liegt vor uns ein Kampf zwischen Luzifer und Ahriman. Nun müssen wir eine Grenze aufrichten für ein Gebiet, in das sie nicht hineinkommen, daß sie nicht unmittelbar aneinander herankönnen. — Wir Menschen sind hineingestellt in diesen Kampf als Geschöpfe der guten Götter, und je mehr wir uns bewähren in diesem Kampf, desto mehr sind wir Geschöpfe der guten Götter.

[ 22 ] In bezug auf das Vorne und Rückwärts ist es so, daß die guten Götter Luzifer nicht ganz in uns hineinlassen. Da haben sie in dem Rippenabschluß nach vorne ihm Barrikaden aufgerichtet. Und in der Ausbildung dieses wunderbaren Turmes, der das Rückenmark und das Gehirn umschließt, haben die guten Götter ein Befestigungswerk gegen Ahriman aufgerichtet. Das kann er nicht passieren, da kann er höchstens seine Gefühlsgeschosse hinüberschicken zu Luzifer. Da stehen wir wirklich darinnen, um die beiden voneinander zu trennen durch einen Spielraum.

[ 23 ] Es gibt noch eine dritte Richtung, das ist die von oben nach unten. Da müssen wir uns klar sein darüber, daß die Sache sich auch nicht so verhält, wie sie in der äußeren Phantasmagorie, der Maja aussieht. Da ist es so, daß von unten herauf Ahriman spielt, von oben herunter Luzifer. Und auch da haben die guten, fortschreitenden Götterwesen eine Barriere errichtet gegenüber Luzifer. Seine Wirkungen von oben nach unten werden sozusagen aufgehalten durch eine Fläche. Sie bekommen diese Fläche, wenn Sie ein Skelett nehmen und den Schädel herunternehmen. Da, wo der Schädel auf den Halswirbeln aufsitzt, müssen Sie sich eine Fläche denken. Diese unsichtbare horizontale Fläche, wo der Schädel aufsitzt auf dem Halswirbel, ist die Barriere. Wenn ein Mensch sich da hineinstellt, kann er die von oben nach unten gehenden luziferischen Wirkungen aufhalten. Luzifer kann nur von oben seine Geschosse hineinschicken; und das sind jetzt Willensgeschosse. Von links nach rechts Gedankengeschosse, von vorne nach rückwärts Gefühlsgeschosse, von oben nach unten und von unten nach oben gehen die Willensgeschosse.

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[ 24 ] Aber auch hier ist ein Spielraum. Wenn Sie unten das Zwerchfell nehmen, so haben Sie ungefähr dem Zwerchfell entlang gehend die Fläche, die wieder aufgerichtet ist gegen den von unten nach oben drängenden Ahriman. Also mit seinem Wollen, mit seinen Willensgeschossen, mit seinem eigenen Wesen kann Ahriman nur von unten nach oben bis zum Zwerchfell gelangen. Weiter kann er nie mit seinen Geschossen wirken. Das ist unser eigener Spielraum, was darüber ist.

[ 25 ] Nun sehen Sie, wie kompliziert eigentlich der Mensch ist. Nehmen Ste irgendein Stück der Menschennatur, ich will sagen, die linke Seite des Antlitzes. Als Gedankenwesen kann Luzifer diese linke Seite ganz durchdringen, auch noch als Gefühlswesen kann er sie in gewisser Weise durchdringen bis zu einer gewissen Fläche; als Willenswesen kann er sie wiederum durchdringen von oben nach unten. So können Sie von jeder Partie des Menschen durch diese Angaben herausfinden, wie Luzifer und Ahriman durch kosmische Gedanken-, Gefühls- oder Willensimpulse in dem Raumesmenschen darinnen wirken.

[ 26 ] Aber klar muß man sich darüber sein, daß wir als Gedankenmensch eigentlich ein Flächenwesen sind. Als Gefühlsmensch haben wir einen gewissen Spielraum zwischen vorn und rückwärts, als Willensmensch haben wir einen gewissen Spielraum zwischen oben und unten, zwischen dieser Fläche hier — durch den oberen Halswirbel — und der Fläche des Zwerchfells. Und nur wenn Sie sich dasjenige aussondern, was gar nicht zum Menschen gehört, dann bekommen Sie die wahre Gestalt des Menschen. Die können Sie sich nun konstruieren.

[ 27 ] Aber Sie sehen, daß der Mensch in Wirklichkeit von außen her zusammengefügt ist, daß er von außen her sein Gepräge erhält, und daß wir ihn nicht verstehen, wenn wir einfach die Formen so nehmen, wie sie uns entgegentreten, sondern daß wir ihn erst dann verstehen, wenn wir wissen, wie er mit dem ganzen Geistig-Kosmischen zusammenhängt, wie da von rechts und links, von unten und oben, von vorne und rückwärts die luziferisch-ahrimanischen Kräfte an den Menschen herankommen und wie sie so sein Wesen als Raumeswesen prägen.

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[ 28 ] Sehen Sie, so müssen Sie auch dasjenige betrachten, was in gewisser Weise nachgebildet ist dem wahren kosmischen Wirken in der Welt, so müssen Sie unseren Bau betrachten. Wenn wir ihn als Phantasmagorie betrachten, so könnten wir zunächst glauben, daß das Hauptsächlichste an diesem Bau dasjenige ist, was da von Holz ausgefüllt ist im Raum. Das ist aber nicht die Hauptsache, sondern die Hauptsache ist das, wo scheinbar nichts ist. Wenn irgendeine Form in unserem Bau so geht (siehe Zeichnung 1) und da ist das Holz, so ist das Wesentliche nicht dieses hier, das Holz, sondern dasjenige, wo nichts ist, wo die Luft angrenzt. Und unseren richtigen Bau würden Sie bekommen, wenn Sie einen riesigen Wachsklumpen nehmen würden und einen Abdruck machten von dem Inneren, und würden dann den Abdruck anschauen. Also dasjenige, in dem Sie, wenn Sie in den Bau hineingehen, dariinnenstehen, was Sie nicht sehen können, sondern fühlen müssen, das ist es eigentlich, worauf es ankommt. Ich habe schon früher gesagt: Das Prinzip unseres Baues ist das eines Gugelhupftopfes. — Gugelhupftopf ist ein Ausdruck, den man hier nicht gut verstehen wird. Aber denken Sie sich hier einen Topf: das ist die Form, da drinnen backt man einen Gugelhupf (Zeichnung 2). Auf was kommt es denn da an bei diesem Gugelhupftopfe? Es kommt nicht auf den Topf an,. sondern es kommt auf den Kuchen an, daß der eine richtige Form bekommt und in der richtigen Weise drinnen gedeiht. Der Topf muß nur so sein, daß, wenn man Teig hineingießt und ihn bäckt, der Gugelhupf in der richtigen Weise zustande kommt.

[ 29 ] So kommt es bei unserem Bau auch nicht darauf an, was die Umgebung ist, sondern auf das, was darinnen ist. Und darinnen werden sein die Gefühle und Gedanken derer, die im Bau darinnen sind. Die werden dadurch entstehen, daß der Mensch bis an die Grenze des Baues sieht, daß er die Formen fühlt und daß er sich ausfüllt mit Gedankenformen. Das, was darinnen ist, das wird der Gugelhupf sein, und das, was wir bauen, ist die Hülle, die Form. Aber die muß so sein, daß das Richtige darinnen gedacht, gefühlt und empfunden wird. Und das ist das Prinzip, sehen Sie, der neueren Kunst gegenüber der alten Kunst. Bei den alten Künsten kam es immer darauf an, was draußen im Raume ist. Bei der neuen Kunst kommt es nicht darauf an, was im Raume draußen ist. Was draußen ist, .das ist der Topf, und das, worauf es ankommt, das kann man eigentlich gar nicht machen, sondern das ist darinnen. Das gilt nicht nur in bezug auf plastische Formen, sondern auch in bezug auf Malerei. Es kommt auch da nicht darauf an, was gemalt wird, sondern was dabei empfunden und erlebt wird. Auch die Malerei ist bloß «Gugelhupftopf».

[ 30 ] Das ist, möchte ich sagen, der Kernpunkt des Evolutionsfortschrittes, in dem wir darinnenstehen, daß wir wirklich — verzeihen Sie den Ausdruck — aus dem Topf in den Kuchen hineinkommen. Im Topfe bleiben, heißt Materialismus; in den Kuchen hineinkommen, heißt bei uns Spiritualismus, und der ist dasjenige, dem wir entgegenarbeiten. Wenn man das nicht berücksichtigt, wird man auch alles Künstlerische, um das es sich bei uns handelt, nicht in der richtigen Weise beurteilen können. Wenn man künstlerisch unseren Bau nach dem Muster des Alten auffaßt, so wird man sagen können: Ja, aber um Gotteswillen, du hast gar keinen schönen Topf gemacht! — Man wird nämlich nicht wissen, daß es auf den Topf nicht ankommt, sondern auf den Gugelhupf. Damit nähern wir uns, mit einem solchen künstlerischen Prinzip, dem ganzen Sinn und der ganzen Bedeutung des Evolutionsfortschrittes durch die Geisteswissenschaft. Der Mensch muß sich durch den Fortschritt der Geisteswissenschaft herausarbeiten aus dem Topf und muß sich in den Gugelhupf hineinarbeiten.

[ 31 ] Und so muß er von dem Glauben loskommen, daß zum Beispiel in den Gehirnprozessen die Ursachen der Gedanken liegen, während in den Eigenprozessen des Gehirns kosmische Vorgänge liegen, und die Kämpfe zwischen Luzifer und Ahriman sich abspielen. Und er muß einsehen, daß die menschlichen Seelenvorgänge, die Gedanken und Empfindungen nur die Spuren sind, die in diese Kampfverschanzungen eingegraben werden, die aber mit den sogenannten materiellen Vorgängen — mit andern Worten mit den luziferisch-ahrimanischen Vorgängen — nichts zu tun haben.

[ 32 ] Ich möchte noch ein anderes Bild gebrauchen. Nehmen wir an, wir kommen in einen schönen Garten, schön dadurch, daß die Anordnung der Bäume schön ist, die Arrangements in bezug auf die Blumenverteilung schön sind und so weiter, und wir wollen uns eine Ansicht darüber bilden. Da käme, wenn wir durch ein Loch in die Erde hineinblicken könnten, so ein Kobold an uns heran. Dieser Kobold — nehmen wir an — sagte uns nun: Ich will dir sagen, warum da Rosen, Veilchen, warum da ein Busch und da Blumen sind. Ich krieche nämlich da unten unter der Erdoberfläche überall herum, und da sehe ich den Grund, der die Bäume, Veilchen, Rosen hat hervorsprießen lassen. — Wir können sagen: Ja, du erzählst uns ganz schön diese Vorgänge. Das, was du da erzählst, muß alles geschehen können in der physischen Welt. Aber damit die Pflanzen gedeihen können, der Garten entstanden ist, mußte ein Gärtner da sein. Das aber sind Regionen, in die du gar nicht hineingeschaut hast, um die du dich gar nicht gekümmert hast.

[ 33 ] So müssen wir lernen, zu den materialistischen Anatomen, den materialistischen Physiologen zu sagen: Deine Tätigkeit finde ich erst, wenn ich durch das Guckloch in die Erde schaue. Da kriechst du herum und studierst Vorgänge, die geschehen müssen, die aber nichts zu tun haben mit dem, was da oben an Seelisch-Geistigem vorgeht. Und du wirst das, was da unten vorgeht, erst richtig deuten, wenn du dich darauf einläßt, zu erkennen, welche Beziehungen herrschen zwischen Luzifer und Ahriman und den andern Hierarchien, welche Luzifer und Ahriman wieder in den Gleichgewichtszustand bringen. — Und es wird sich dasjenige, was bisher gewissermaßen nur wie in der Ich-Vorstellung gewirkt hat, bereichern durch die Geisteswissenschaft.

[ 34 ] Es wird eine Zeit kommen, da werden sich die Menschen sagen: Uns wird mitgeteilt in der biblischen Schöpfungsurkunde von dem Hauche, von dem Atemzuge des Jahve, der eingehaucht wurde dem Menschen. — Dann werden die Menschen der Zukunft fragen: Ja, wenn dieser Atemzug eingehaucht wird, wohin wird er denn eingehaucht? — Wenn Sie zusammenhalten, was ich gesagt habe, so werden Sie finden, daß das nächste, wohin gehaucht wurde, diese Zwischenräume sind, wo sich von vorne und rückwärts, von oben und unten gleichsam als einen Kubus Jahve den Menschen schafft (siehe Zeichnung) und ihn so ausfüllt mit seinem eigenen Wesen, mit seinem Zauberhauche, daß dann im übrigen Menschen sich nun ausbreitet die Wirkung dieses Zauberhauches in die Regionen von Luzifer und Ahriman. Aber hier ist ein Zwischenraum, begrenzt von rechts und links, von oben und unten, von vorne und rückwärts, wo hinein unmittelbar als in den Raumesmenschen Jahves Hauch geht. Was ich gesagt habe, ist zunächst in bezug auf diesen physischen Raumesmenschen gesagt.

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[ 35 ] Sie sehen, dies macht uns die Aussicht frei, von der aus wir erblicken den Menschen darinnenstehend im ganzen Kosmos. Ich möchte sagen: In bezug auf dasjenige, was er scheinbar äußerlich räumlich ausfüllt, dieser Mensch, von alledem gibt es auch moralisch-seelische Aspekte. Denn auch in dem, was als Moralisch-Seelisches in uns wirkt, haben wir zunächst, wenn auch nicht in so starkem Grade wie in dem Raumesmenschen, eine Phantasmagorie. Und in allem Moralischen, in allem Logischen, in allem, was in unserer Seelentätigkeit ist, wirken Luzifer und Ahriman aufeinander, und der Mensch ist aufgestellt an der Grenze.

[ 36 ] Wie das ist, dieses für uns ganz besonders bedeutungsvolle und wichtige Kapitel wollen wir dann morgen besprechen.