Paths to Spiritual Insight and
the Renewal of an Artistic Worldview
GA 161
2 May 1915, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Wege der geistigen Erkenntnis und der Erneuerung künstlerischer Weltanschauung
Dreizehnter Vortrag
Dreizehnter Vortrag
[ 1 ] Ich habe gestern aufmerksam gemacht auf die Art und Weise, wie der Mensch auf der einen Seite mit den höheren Gliedern seiner Wesenheit, mit dem ätherischen Leibe, mit dem astralischen Leibe und dem Ich seinen physischen Leib verlassen kann, und wie er dann, wenn er seinen physischen Leib verläßt, die ersten Schritte in der Initiation macht und darauf kommt, daß dasjenige, was wir geistige Tätigkeit des Menschen nennen, nicht etwa erst da ist, wenn der Mensch in die Initiation eintritt, sondern im Grunde genommen im alltäglichen Leben schon immer vorhanden ist.
[ 1 ] Ich habe gestern aufmerksam gemacht auf die Art und Weise, wie der Mensch auf der einen Seite mit den höheren Gliedern seiner Wesenheit, mit dem ätherischen Leibe, mit dem astralischen Leibe und dem Ich seinen physischen Leib verlassen kann, und wie er dann, wenn er seinen physischen Leib verläßt, die ersten Schritte in der Initiation macht und darauf kommt, daß dasjenige, was wir geistige Tätigkeit des Menschen nennen, nicht etwa erst da ist, wenn der Mensch in die Initiation eintritt, sondern im Grunde genommen im alltäglichen Leben schon immer vorhanden ist.
[ 2 ] Wir haben besonders betonen müssen, daß die Tätigkeit, die uns durch die Gedanken zum Bewußtsein kommt, eigentlich verläuft im ätherischen Leibe des Menschen, und daß diese im ätherischen Leib verlaufende Tätigkeit, also die Tätigkeit, die dem Gedankenbilde zugrunde liegt, uns zum Bewußtsein kommt durch ihre Abspiegelung im physischen Leibe. Aber verrichtet wird sie im Seelisch-Geistigen, so daß der Mensch, wenn er in der physischen Welt darinnen steht und nur denkt — aber wirklich denkt —, eine geistige Tätigkeit verrichtet. Man kann sagen, daß sie ihm nur nicht zum Bewußtsein kommt als geistige Tätigkeit. So wie uns, wenn wir vor einem Spiegel stehen, nicht unser Gesicht, sondern dessen Abbild aus dem Spiegel heraus zum Bewußtsein kommt, so kommt uns im alltäglichen Leben nicht das Denken, sondern dessen Spiegelbild, als Gedankeninhalt, von dem physischen Leibesspiegel zurückgestrahlt, zum Bewußtsein. Anders ist es beim Willen.
[ 2 ] Wir haben besonders betonen müssen, daß die Tätigkeit, die uns durch die Gedanken zum Bewußtsein kommt, eigentlich verläuft im ätherischen Leibe des Menschen, und daß diese im ätherischen Leib verlaufende Tätigkeit, also die Tätigkeit, die dem Gedankenbilde zugrunde liegt, uns zum Bewußtsein kommt durch ihre Abspiegelung im physischen Leibe. Aber verrichtet wird sie im Seelisch-Geistigen, so daß der Mensch, wenn er in der physischen Welt darinnen steht und nur denkt — aber wirklich denkt —, eine geistige Tätigkeit verrichtet. Man kann sagen, daß sie ihm nur nicht zum Bewußtsein kommt als geistige Tätigkeit. So wie uns, wenn wir vor einem Spiegel stehen, nicht unser Gesicht, sondern dessen Abbild aus dem Spiegel heraus zum Bewußtsein kommt, so kommt uns im alltäglichen Leben nicht das Denken, sondern dessen Spiegelbild, als Gedankeninhalt, von dem physischen Leibesspiegel zurückgestrahlt, zum Bewußtsein. Anders ist es beim Willen.
[ 3 ] Also bedenken wir wohl: Dasjenige, was sich im Denken ausspricht, ist eine Tätigkeit, die eigentlich gar nicht in unseren physischen Organismus hineingeht, die ganz außerhalb unseres physischen Organismus verläuft, die nur zurückgespiegelt wird von unserem physischen Organismus. Bedenken wir, daß wir als Menschen eigentlich immer in unserem geistig-seelischen Wesen sind. Wenn man es schematisch darstellen wollte, so könnte man es so darstellen:
[ 3 ] Also bedenken wir wohl: Dasjenige, was sich im Denken ausspricht, ist eine Tätigkeit, die eigentlich gar nicht in unseren physischen Organismus hineingeht, die ganz außerhalb unseres physischen Organismus verläuft, die nur zurückgespiegelt wird von unserem physischen Organismus. Bedenken wir, daß wir als Menschen eigentlich immer in unserem geistig-seelischen Wesen sind. Wenn man es schematisch darstellen wollte, so könnte man es so darstellen:
[ 4 ] Wenn das (a) das leibliche Wesen des Menschen darstellt, so verläuft das Denken in Wahrheit außerhalb des leiblichen Wesens des Menschen, und das, was wir als Gedanken wahrnehmen, wird zurückgeworfen. Also mit unserem Denken sind wir stets außerhalb unseres physischen Leibes, und da besteht im Grunde genommen die Geisteserkenntnis nur darinnen, daß wir das einsehen: wir sind mit unserem Denken außerhalb unseres physischen Leibes.
[ 4 ] Wenn das (a) das leibliche Wesen des Menschen darstellt, so verläuft das Denken in Wahrheit außerhalb des leiblichen Wesens des Menschen, und das, was wir als Gedanken wahrnehmen, wird zurückgeworfen. Also mit unserem Denken sind wir stets außerhalb unseres physischen Leibes, und da besteht im Grunde genommen die Geisteserkenntnis nur darinnen, daß wir das einsehen: wir sind mit unserem Denken außerhalb unseres physischen Leibes.


[ 5 ] Anders ist es mit dem, was wir als die Willenstätigkeit bezeichnen. Die geht wirklich in den physischen Leib (a) hinein. Das, was wir als Willenstätigkeit bezeichnen, geht überall in unseren physischen Leib hinein und bewirkt darinnen Prozesse, Vorgänge. Und die Wirkung dieser Vorgänge ist dasjenige, was als Bewegung durch den Willen beim Menschen zustande gebracht wird.
[ 5 ] Anders ist es mit dem, was wir als die Willenstätigkeit bezeichnen. Die geht wirklich in den physischen Leib (a) hinein. Das, was wir als Willenstätigkeit bezeichnen, geht überall in unseren physischen Leib hinein und bewirkt darinnen Prozesse, Vorgänge. Und die Wirkung dieser Vorgänge ist dasjenige, was als Bewegung durch den Willen beim Menschen zustande gebracht wird.
[ 6 ] Wir können also sagen: indem wir als Mensch in der physischen Welt darinnenstehen, strahlt die Grundkraft des Willens aus der Geistigkeit in unseren Organismus hinein und verrichtet gewisse Tätigkeiten in dem Organismus, der innerhalb der Haut beschlossen ist. Wir sind also in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode von den Willenskräften durchdrungen, während der Gedankeninhalt nicht innerhalb unseres Organismus vor sich geht, sondern außerhalb des Organismus. Daraus können Sie den Schluß ziehen, daß alles, was den Willen betrifft, innig zusammenhängt mit dem, was der Mensch in seiner physischen Existenz zwischen der Geburt und dem Tode durch seine Leibesorganisation ist. Der Wille hängt wirklich innig mit uns zusammen, und alle Äußerungen des Willens sind eng mit unserer Organisation, mit unserem physischen Menschenwesen, solange wir zwischen der Geburt und dem Tode stehen, verbunden. Davon rührt es her, daß das Denken wirklich einen gewissen Charakter des Losgelöstseins vom Menschen hat, einen gewissen selbständigen Charakter gegenüber dem Menschen, den der Wille niemals haben kann.
[ 6 ] Wir können also sagen: indem wir als Mensch in der physischen Welt darinnenstehen, strahlt die Grundkraft des Willens aus der Geistigkeit in unseren Organismus hinein und verrichtet gewisse Tätigkeiten in dem Organismus, der innerhalb der Haut beschlossen ist. Wir sind also in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode von den Willenskräften durchdrungen, während der Gedankeninhalt nicht innerhalb unseres Organismus vor sich geht, sondern außerhalb des Organismus. Daraus können Sie den Schluß ziehen, daß alles, was den Willen betrifft, innig zusammenhängt mit dem, was der Mensch in seiner physischen Existenz zwischen der Geburt und dem Tode durch seine Leibesorganisation ist. Der Wille hängt wirklich innig mit uns zusammen, und alle Äußerungen des Willens sind eng mit unserer Organisation, mit unserem physischen Menschenwesen, solange wir zwischen der Geburt und dem Tode stehen, verbunden. Davon rührt es her, daß das Denken wirklich einen gewissen Charakter des Losgelöstseins vom Menschen hat, einen gewissen selbständigen Charakter gegenüber dem Menschen, den der Wille niemals haben kann.
[ 7 ] Versuchen Sie einmal gründlich nachzudenken über den großen Unterschied, der besteht im menschlichen Leben zwischen dem Denken und dem, was zum Willen gehört. Gerade die Geisteswissenschaft ist geeignet, von einem solchen Gesichtspunkte aus die allerintensivsten Streiflichter auf gewisse Rätselfragen des Lebens zu werfen. Sehen wir nicht alle, daß das, was wir so durch die Geisteswissenschaft erkennen können, im Grunde genommen im Leben vor uns steht wie Frageformen, die wir uns doch beantworten müssen?
[ 7 ] Versuchen Sie einmal gründlich nachzudenken über den großen Unterschied, der besteht im menschlichen Leben zwischen dem Denken und dem, was zum Willen gehört. Gerade die Geisteswissenschaft ist geeignet, von einem solchen Gesichtspunkte aus die allerintensivsten Streiflichter auf gewisse Rätselfragen des Lebens zu werfen. Sehen wir nicht alle, daß das, was wir so durch die Geisteswissenschaft erkennen können, im Grunde genommen im Leben vor uns steht wie Frageformen, die wir uns doch beantworten müssen?
[ 8 ] Denken Sie einmal: es kommt doch vor, daß irgend jemand zu einem Rechtsanwalt geht mit irgendeiner Sache. Der Rechtsanwalt läßt sich die Sache erzählen, und er macht den Prozeß für den betreffenden Klienten. Der Rechtsanwalt wird alle möglichen scharfsinnigen Gründe hervorsuchen, wird so scharfsinnig sein, als er nur sein kann, um den Prozeß für den betreffenden Klienten zu gewinnen; er wird alles dasjenige, was er an Verstand und Vernunft hat, zusammennehmen, um den Prozeß zu gewinnen.
[ 8 ] Denken Sie einmal: es kommt doch vor, daß irgend jemand zu einem Rechtsanwalt geht mit irgendeiner Sache. Der Rechtsanwalt läßt sich die Sache erzählen, und er macht den Prozeß für den betreffenden Klienten. Der Rechtsanwalt wird alle möglichen scharfsinnigen Gründe hervorsuchen, wird so scharfsinnig sein, als er nur sein kann, um den Prozeß für den betreffenden Klienten zu gewinnen; er wird alles dasjenige, was er an Verstand und Vernunft hat, zusammennehmen, um den Prozeß zu gewinnen.
[ 9 ] Was würde geschehen sein — glauben Sie, das Leben wird Ihnen gewiß darüber Aufschluß geben —, wenn es dem Gegner gelungen wäre, ich möchte sagen, dem anderen den Rang abzulaufen, wenn der Gegner ein paar Stunden früher zu demselben Rechtsanwalt gekommen wäre? Es geschieht das, was ich hypothetisch da annehme, sehr oft. Der Rechtsanwalt würde sich den Fall des Gegners haben erzählen lassen und würde mit dem Scharfsinne, der ihm zur Verfügung steht, alle Gründe zur Verteidigung eben dieses anderen Klienten vorbringen, Gründe, die geeignet sind, den ersteren hineinzulegen, wie man sagen kann. Ich glaube nicht, daß jemand geneigt ist, in Abrede zu stellen, daß eine solche Hypothese Wirklichkeit sein könnte. Aber was beweist uns diese Annahme?
[ 9 ] Was würde geschehen sein — glauben Sie, das Leben wird Ihnen gewiß darüber Aufschluß geben —, wenn es dem Gegner gelungen wäre, ich möchte sagen, dem anderen den Rang abzulaufen, wenn der Gegner ein paar Stunden früher zu demselben Rechtsanwalt gekommen wäre? Es geschieht das, was ich hypothetisch da annehme, sehr oft. Der Rechtsanwalt würde sich den Fall des Gegners haben erzählen lassen und würde mit dem Scharfsinne, der ihm zur Verfügung steht, alle Gründe zur Verteidigung eben dieses anderen Klienten vorbringen, Gründe, die geeignet sind, den ersteren hineinzulegen, wie man sagen kann. Ich glaube nicht, daß jemand geneigt ist, in Abrede zu stellen, daß eine solche Hypothese Wirklichkeit sein könnte. Aber was beweist uns diese Annahme?
[ 10 ] Sie beweist uns, wie wenig im Grunde genommen der Mensch zusammenhängt mit dem, was sein Verstand und seine Vernunft ist, mit dem, was seine Denkkraft ist, da er sie in dem gleichen Falle sowohl in den Dienst des einen, als auch in den Dienst des anderen stellen kann. Vergleichen Sie, wie das anders ist bei alledem, wo die Willensnatur des Menschen in Betracht kommt, wo der Mensch mit seinen Gefühlen und Begierden engagiert ist bei einer Sache. Versuchen Sie sich klarzumachen, ob einem Menschen, der aus der Willensnatur heraus für eine Sache eintritt, das gleiche möglich wäre, wenn er in derselben Weise verführe. Wir würden im Gegenteil ihn geistig für nicht ganz gesund halten, wenn es so wäre. Mit dem Willen ist der Mensch intim verbunden, ganz intim verbunden, weil das Wollen hereinstrahlt in den physischen Organismus und unmittelbar zur Persönlichkeit gehörende Prozesse auslöst im menschlichen physischen Organismus.
[ 10 ] Sie beweist uns, wie wenig im Grunde genommen der Mensch zusammenhängt mit dem, was sein Verstand und seine Vernunft ist, mit dem, was seine Denkkraft ist, da er sie in dem gleichen Falle sowohl in den Dienst des einen, als auch in den Dienst des anderen stellen kann. Vergleichen Sie, wie das anders ist bei alledem, wo die Willensnatur des Menschen in Betracht kommt, wo der Mensch mit seinen Gefühlen und Begierden engagiert ist bei einer Sache. Versuchen Sie sich klarzumachen, ob einem Menschen, der aus der Willensnatur heraus für eine Sache eintritt, das gleiche möglich wäre, wenn er in derselben Weise verführe. Wir würden im Gegenteil ihn geistig für nicht ganz gesund halten, wenn es so wäre. Mit dem Willen ist der Mensch intim verbunden, ganz intim verbunden, weil das Wollen hereinstrahlt in den physischen Organismus und unmittelbar zur Persönlichkeit gehörende Prozesse auslöst im menschlichen physischen Organismus.
[ 11 ] Also wir können sagen: gerade in diese Tatsachen des Lebens, die so rätselvoll vor unserer Seele stehen müssen, wenn wir über das Leben überhaupt nur nachdenken, leuchtet hinein, was wir durch die Geisteswissenschaft gewinnen können. Immer tiefer und tiefer wird die Geisteswissenschaft die Menschheit aufklären können über dasjenige, was im alltäglichen Leben geschieht, weil alles, was geschieht, abhängig ist von übersinnlichen Ursachen. Das Alleralltäglichste, was geschieht, ist so abhängig vom Übersinnlichen und kann nur erkannt werden, wenn wir zu den übersinnlichen Ursachen aufblicken können.
[ 11 ] Also wir können sagen: gerade in diese Tatsachen des Lebens, die so rätselvoll vor unserer Seele stehen müssen, wenn wir über das Leben überhaupt nur nachdenken, leuchtet hinein, was wir durch die Geisteswissenschaft gewinnen können. Immer tiefer und tiefer wird die Geisteswissenschaft die Menschheit aufklären können über dasjenige, was im alltäglichen Leben geschieht, weil alles, was geschieht, abhängig ist von übersinnlichen Ursachen. Das Alleralltäglichste, was geschieht, ist so abhängig vom Übersinnlichen und kann nur erkannt werden, wenn wir zu den übersinnlichen Ursachen aufblicken können.
[ 12 ] Nun aber setzen wir einmal den Fall, der Mensch tritt mit seiner Seele durch die Pforte des Todes. Da müssen wir uns fragen: Wie ist es nun mit der Denkkraft, wie mit der Willenskraft? — Nachdem der Tod eingetreten ist, kann die Denkkraft nicht von einem solchen Organismus zurückgespiegelt werden, wie wir ihn sonst an uns tragen zwischen der Geburt und dem Tode. Denn das ist das Bedeutsame dabei, daß dieser Organismus, alles dasjenige, was in uns vorhanden ist als innerhalb der Hautoberfläche liegend, nach dem Tode von uns abgeworfen wird. Also die Denkkraft kann nicht zurückgespiegelt werden von einem Organismus, aber auch innerliche Prozesse können nicht ausgelöst werden von einem Organismus, der, wenn man durch die Pforte des Todes getreten ist, nicht mehr da ist. Das aber, was die Denkkraft ist, bleibt vorhanden; geradeso wie der Mensch vorhanden bleibt, wenn er vor dem Spiegel vorübergeht, in der Zeit, wo er sich nicht mehr im Spiegel sehen kann. In der Zeit, wo er vor dem Spiegel vorübergeht, wird ihm sein Antlitz zurückgeworfen; wäre er früher vorübergegangen, so würde ihm sein Spiegelbild früher zurückgeworfen worden sein. Die Denkkraft spiegelt sich so lange, als wir im Leben, im Leben des Organismus stehen; sie ist aber auch dann da, wenn der Mensch den physischen Organismus verlassen hat.
[ 12 ] Nun aber setzen wir einmal den Fall, der Mensch tritt mit seiner Seele durch die Pforte des Todes. Da müssen wir uns fragen: Wie ist es nun mit der Denkkraft, wie mit der Willenskraft? — Nachdem der Tod eingetreten ist, kann die Denkkraft nicht von einem solchen Organismus zurückgespiegelt werden, wie wir ihn sonst an uns tragen zwischen der Geburt und dem Tode. Denn das ist das Bedeutsame dabei, daß dieser Organismus, alles dasjenige, was in uns vorhanden ist als innerhalb der Hautoberfläche liegend, nach dem Tode von uns abgeworfen wird. Also die Denkkraft kann nicht zurückgespiegelt werden von einem Organismus, aber auch innerliche Prozesse können nicht ausgelöst werden von einem Organismus, der, wenn man durch die Pforte des Todes getreten ist, nicht mehr da ist. Das aber, was die Denkkraft ist, bleibt vorhanden; geradeso wie der Mensch vorhanden bleibt, wenn er vor dem Spiegel vorübergeht, in der Zeit, wo er sich nicht mehr im Spiegel sehen kann. In der Zeit, wo er vor dem Spiegel vorübergeht, wird ihm sein Antlitz zurückgeworfen; wäre er früher vorübergegangen, so würde ihm sein Spiegelbild früher zurückgeworfen worden sein. Die Denkkraft spiegelt sich so lange, als wir im Leben, im Leben des Organismus stehen; sie ist aber auch dann da, wenn der Mensch den physischen Organismus verlassen hat.
[ 13 ] Was tritt nun ein? Dasjenige, was Denkkraft ist, kann nicht in sich selbst wahrgenommen werden. So wenig als das Auge sich selber sehen . kann, kann die Denkkraft sich selber wahrnehmen; sie muß von irgend etwas zurückgespiegelt werden. Der Leibesorganismus ist aber nicht mehr da. Wovon wird nun die Denkkraft, respektive dasjenige, was die Denkkraft in sich als Prozeß entwickelt, zurückgeworfen, wenn der Mensch seinen physischen Organismus abgelegt hat? Hier tritt etwas ein, was dem menschlichen physischen Verständnisse nicht ganz nahe liegt, was aber eingesehen werden muß, wenn wir wirklich das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt begreifen wollen. Begreifen kann man das durch die Lehren der Initiation. In der initiierten Erkenntnis ist es während des Leibeslebens schon so, daß der Mensch nicht in der Spiegelung seines Leibes erkennt, sondern außerhalb seines Leibes, daß er aus dem Leibe herausgeht und ohne den Leib erkennt, daß er also seinen Leibesspiegel ausschaltet. Da sieht derjenige, der solche Erkenntnisse in sich ausbildet, wie das, was Denkkraft ist, nunmehr außerhalb des Leibes zum Bewußtsein kommt. Es kommt dadurch zum Bewußtsein, daß die Spiegelung des Späteren bewirkt wird durch das Frühere.
[ 13 ] Was tritt nun ein? Dasjenige, was Denkkraft ist, kann nicht in sich selbst wahrgenommen werden. So wenig als das Auge sich selber sehen . kann, kann die Denkkraft sich selber wahrnehmen; sie muß von irgend etwas zurückgespiegelt werden. Der Leibesorganismus ist aber nicht mehr da. Wovon wird nun die Denkkraft, respektive dasjenige, was die Denkkraft in sich als Prozeß entwickelt, zurückgeworfen, wenn der Mensch seinen physischen Organismus abgelegt hat? Hier tritt etwas ein, was dem menschlichen physischen Verständnisse nicht ganz nahe liegt, was aber eingesehen werden muß, wenn wir wirklich das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt begreifen wollen. Begreifen kann man das durch die Lehren der Initiation. In der initiierten Erkenntnis ist es während des Leibeslebens schon so, daß der Mensch nicht in der Spiegelung seines Leibes erkennt, sondern außerhalb seines Leibes, daß er aus dem Leibe herausgeht und ohne den Leib erkennt, daß er also seinen Leibesspiegel ausschaltet. Da sieht derjenige, der solche Erkenntnisse in sich ausbildet, wie das, was Denkkraft ist, nunmehr außerhalb des Leibes zum Bewußtsein kommt. Es kommt dadurch zum Bewußtsein, daß die Spiegelung des Späteren bewirkt wird durch das Frühere.
[ 14 ] Also merken Sie wohl: wenn derjenige, der initiiert ist, seinen Leib verläßt und außerhalb seines Leibes ist, dann nimmt er nicht dadurch wahr, daß ihm sein Leib etwas spiegelt, sondern er nimmt wahr dadurch, ‘ daß sich seine Denkkraft, die er jetzt aussendet, spiegelt an demjenigen, was er früher gedacht hat. Sie müssen sich also vorstellen: dasjenige, was früher gedacht worden ist, das spiegelt wieder zurück die durch das Denken entfalteten Kräfte, wenn diese Entfaltung außerhalb des Leibes geschieht.
[ 14 ] Also merken Sie wohl: wenn derjenige, der initiiert ist, seinen Leib verläßt und außerhalb seines Leibes ist, dann nimmt er nicht dadurch wahr, daß ihm sein Leib etwas spiegelt, sondern er nimmt wahr dadurch, ‘ daß sich seine Denkkraft, die er jetzt aussendet, spiegelt an demjenigen, was er früher gedacht hat. Sie müssen sich also vorstellen: dasjenige, was früher gedacht worden ist, das spiegelt wieder zurück die durch das Denken entfalteten Kräfte, wenn diese Entfaltung außerhalb des Leibes geschieht.


[ 15 ] Also, ich kann es vielleicht noch genauer sagen: Nehmen wir an, irgend jemand tritt heute in den Zustand der Initiation. Wodurch kann er in diesem Zustande der Initiation durch seine Denkkraft etwas wahrnehmen? Dadurch, daß er mit seinen Denkkräften, die er aussendet, auftrifft auf das, was er zum Beispiel gestern gedacht hat. Das, was er gestern gedacht hat, bleibt in der allgemeinen Weltenchronik, die Sie kennen als die Akasha-Chronik, eingeschrieben, und das, was heute seine Denkkraft entwickelt, spiegelt sich in dem gestern Gedachten.
[ 15 ] Also, ich kann es vielleicht noch genauer sagen: Nehmen wir an, irgend jemand tritt heute in den Zustand der Initiation. Wodurch kann er in diesem Zustande der Initiation durch seine Denkkraft etwas wahrnehmen? Dadurch, daß er mit seinen Denkkräften, die er aussendet, auftrifft auf das, was er zum Beispiel gestern gedacht hat. Das, was er gestern gedacht hat, bleibt in der allgemeinen Weltenchronik, die Sie kennen als die Akasha-Chronik, eingeschrieben, und das, was heute seine Denkkraft entwickelt, spiegelt sich in dem gestern Gedachten.
[ 16 ] Daraus können Sie ersehen, daß das Bestreben eine Berechtigung haben muß, so stark wie möglich das gestern Gedachte zu machen, damit es wirklich richtig spiegeln kann. Und dieses wird bewirkt durch die strenge Konzentration der Gedanken und durch Meditationen verschiedener Art, wie wir sie gelegentlich solcher Vorträge, die über die Erkenntnis höherer Welten gehalten worden sind, beschrieben haben. Da wird gleichsam der Gedanke, der sonst flüchtig bleibt, in dem Menschen so verdichtet, so verstärkt, daß der Mensch dann dazu kommen kann, daß sich die Denkkraft spiegelt an den vorher verstärkt gemachten, verdichteten Gedanken.
[ 16 ] Daraus können Sie ersehen, daß das Bestreben eine Berechtigung haben muß, so stark wie möglich das gestern Gedachte zu machen, damit es wirklich richtig spiegeln kann. Und dieses wird bewirkt durch die strenge Konzentration der Gedanken und durch Meditationen verschiedener Art, wie wir sie gelegentlich solcher Vorträge, die über die Erkenntnis höherer Welten gehalten worden sind, beschrieben haben. Da wird gleichsam der Gedanke, der sonst flüchtig bleibt, in dem Menschen so verdichtet, so verstärkt, daß der Mensch dann dazu kommen kann, daß sich die Denkkraft spiegelt an den vorher verstärkt gemachten, verdichteten Gedanken.
[ 17 ] Und so ist es auch beschaffen mit dem Bewußtsein, das die Menschen entwickeln nach dem Tode. Dasjenige, was der Mensch durchlebt hat zwischen der Geburt und dem Tode, das ist wohl eingeschrieben in die große Chronik der Zeit in geistiger Weise. Und so wie wir nicht hören können ohne Ohren hier in der physischen Welt, so können wir nicht wahrnehmen nach dem Tode, ohne daß da ist, in der Welt eingeschrieben, unser Leben mit alledem, was wir durchlebt haben zwischen der Geburt und dem Tode. Das ist der Spiegelungsapparat.
[ 17 ] Und so ist es auch beschaffen mit dem Bewußtsein, das die Menschen entwickeln nach dem Tode. Dasjenige, was der Mensch durchlebt hat zwischen der Geburt und dem Tode, das ist wohl eingeschrieben in die große Chronik der Zeit in geistiger Weise. Und so wie wir nicht hören können ohne Ohren hier in der physischen Welt, so können wir nicht wahrnehmen nach dem Tode, ohne daß da ist, in der Welt eingeschrieben, unser Leben mit alledem, was wir durchlebt haben zwischen der Geburt und dem Tode. Das ist der Spiegelungsapparat.
[ 18 ] Ich habe schon einmal, in meinem letzten Wiener Zyklus, auf diese Tatsache aufmerksam gemacht. Unser Leben selber, das wir hier so führen zwischen der Geburt und dem Tode, wird zum Sinnesorgan für die höheren Welten. Sie sehen Ihr Auge nicht, Sie hören Ihr Ohr nicht, Sie sehen aber durch Ihr Auge und Sie hören durch Ihr Ohr. Wenn Sie von dem Auge etwas wahrnehmen wollen, so müssen Sie dies auf dem Wege der äußeren Wissenschaft tun. So ist es auch mit dem Ohr. Diejenigen Kräfte, die der Mensch entwickelt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, sind dazu veranlagt, immerdar zurückzustrahlen zu dem Erdenleben, das wir verlebt haben, durch dieses gespiegelt zu werden, um dann sich auszubreiten und. wieder wahrgenommen zu werden von dem Menschen, der in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist.
[ 18 ] Ich habe schon einmal, in meinem letzten Wiener Zyklus, auf diese Tatsache aufmerksam gemacht. Unser Leben selber, das wir hier so führen zwischen der Geburt und dem Tode, wird zum Sinnesorgan für die höheren Welten. Sie sehen Ihr Auge nicht, Sie hören Ihr Ohr nicht, Sie sehen aber durch Ihr Auge und Sie hören durch Ihr Ohr. Wenn Sie von dem Auge etwas wahrnehmen wollen, so müssen Sie dies auf dem Wege der äußeren Wissenschaft tun. So ist es auch mit dem Ohr. Diejenigen Kräfte, die der Mensch entwickelt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, sind dazu veranlagt, immerdar zurückzustrahlen zu dem Erdenleben, das wir verlebt haben, durch dieses gespiegelt zu werden, um dann sich auszubreiten und. wieder wahrgenommen zu werden von dem Menschen, der in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist.
[ 19 ] Daraus ersehen Sie, wie unsinnig es ist, von dem irdischen Leben nur so zu sprechen, als ob dieses irdische Leben eine Strafe oder irgend sonst etwas Überflüssiges in bezug auf das gesamte Leben des Menschen ist. Es ist durchaus notwendig, um wahrzunehmen, sozusagen Auge und Ohr zu haben zwischen Tod und neuer Geburt. In dieses irdische Leben muß sich der Mensch einfügen, weil es ihm zum Sinnesorgan wird in der geistigen Welt im Leben nach dem Tode.
[ 19 ] Daraus ersehen Sie, wie unsinnig es ist, von dem irdischen Leben nur so zu sprechen, als ob dieses irdische Leben eine Strafe oder irgend sonst etwas Überflüssiges in bezug auf das gesamte Leben des Menschen ist. Es ist durchaus notwendig, um wahrzunehmen, sozusagen Auge und Ohr zu haben zwischen Tod und neuer Geburt. In dieses irdische Leben muß sich der Mensch einfügen, weil es ihm zum Sinnesorgan wird in der geistigen Welt im Leben nach dem Tode.
[ 20 ] Die Schwierigkeit des Vorstellens besteht nun darin, daß wenn Sie sich ein Sinnesorgan denken, Sie sich etwas Räumliches vorstellen. Der Raum hört aber auf, sobald man durch die Pforte des Todes oder durch die Initiation geht. Der Raum hat nur Bedeutung für die sinnliche Welt. Dasjenige, was wir betreten, ist die Zeit, und so wie wir hier Raumesohren und Raumesaugen gebrauchen, so gebrauchen wir dort zeitliche Vorgänge. Das sind eben die Vorgänge, die sich zwischen der Geburt und dem Tode vollziehen, durch die zurückgestrahlt werden diejenigen, die wir nach dem Tode entwickeln. In dem Leben zwischen Geburt und Tod liegt alles vor uns wahrnehmbar im Raume. Nach dem: Tode verläuft alles in der Zeit, während sonst alles für uns wahrnehmbar im Raume lebt.
[ 20 ] Die Schwierigkeit des Vorstellens besteht nun darin, daß wenn Sie sich ein Sinnesorgan denken, Sie sich etwas Räumliches vorstellen. Der Raum hört aber auf, sobald man durch die Pforte des Todes oder durch die Initiation geht. Der Raum hat nur Bedeutung für die sinnliche Welt. Dasjenige, was wir betreten, ist die Zeit, und so wie wir hier Raumesohren und Raumesaugen gebrauchen, so gebrauchen wir dort zeitliche Vorgänge. Das sind eben die Vorgänge, die sich zwischen der Geburt und dem Tode vollziehen, durch die zurückgestrahlt werden diejenigen, die wir nach dem Tode entwickeln. In dem Leben zwischen Geburt und Tod liegt alles vor uns wahrnehmbar im Raume. Nach dem: Tode verläuft alles in der Zeit, während sonst alles für uns wahrnehmbar im Raume lebt.
[ 21 ] Die besondere Schwierigkeit über die Dinge der Geisteswissenschaft zu sprechen, liegt darin, daß wir uns, sobald wir den Blick hinaufwenden in die geistigen Welten, wirklich die ganze Anschauung abgewöhnen müssen, die wir hier entwickeln für das Raumesdasein; daß wir uns ganz abgewöhnen müssen die Raumesanschauung und wissen müssen, daß es Raum da nicht gibt, daß alles in der Zeit verläuft, und daß sogar die Organe da zeitliche Vorgänge sind. Man muß nicht nur umlernen, wenn man sich hineinfinden will in die Ereignisse des geistigen Lebens, sondern man muß auch in der Weise sich ganz umwandeln, ummodellieren, umlebendigen, daß man sich eine ganz andere Vorstellungsart aneignet. Und darinnen besteht das Schwierige, auf das gestern hingewiesen worden ist und das viele so sehr scheuen, selbst wenn sie eine noch so scharfsinnige Philosophie für den physischen Plan betreiben. Die Leute hängen eben an der Raumesvorstellung und können sich nicht hineinfinden, in bezug auf die Vorstellungen, in ein Leben, das lediglich in der Zeit verläuft.
[ 21 ] Die besondere Schwierigkeit über die Dinge der Geisteswissenschaft zu sprechen, liegt darin, daß wir uns, sobald wir den Blick hinaufwenden in die geistigen Welten, wirklich die ganze Anschauung abgewöhnen müssen, die wir hier entwickeln für das Raumesdasein; daß wir uns ganz abgewöhnen müssen die Raumesanschauung und wissen müssen, daß es Raum da nicht gibt, daß alles in der Zeit verläuft, und daß sogar die Organe da zeitliche Vorgänge sind. Man muß nicht nur umlernen, wenn man sich hineinfinden will in die Ereignisse des geistigen Lebens, sondern man muß auch in der Weise sich ganz umwandeln, ummodellieren, umlebendigen, daß man sich eine ganz andere Vorstellungsart aneignet. Und darinnen besteht das Schwierige, auf das gestern hingewiesen worden ist und das viele so sehr scheuen, selbst wenn sie eine noch so scharfsinnige Philosophie für den physischen Plan betreiben. Die Leute hängen eben an der Raumesvorstellung und können sich nicht hineinfinden, in bezug auf die Vorstellungen, in ein Leben, das lediglich in der Zeit verläuft.
[ 22 ] Ich weiß wohl, daß manche Seele da sein kann, die sich sagt: Aber ich kann mir gar nicht vorstellen, wenn ich mich in die geistige Welt hineinversetze, daß diese geistige Welt nicht räumlich ausgedehnt sein soll. — Gewiß, aber viel mehr als irgend etwas anderes ist notwendig, daß wir uns bemühen, gerade über die Vorstellungsarten des physischen Planes hinauszukommen, wenn wir in die geistige Welt hinein wollen. Wenn wir immer wieder und wieder alle höheren Welten nur nach dem Maßstabe, Musterbilde der physisch-räumlichen Welt vorstellen wollen, dann können wir wirkliche Gedanken über die höheren Welten doch nicht gewinnen, sondern höchstens bildhafte Gedanken.
[ 22 ] Ich weiß wohl, daß manche Seele da sein kann, die sich sagt: Aber ich kann mir gar nicht vorstellen, wenn ich mich in die geistige Welt hineinversetze, daß diese geistige Welt nicht räumlich ausgedehnt sein soll. — Gewiß, aber viel mehr als irgend etwas anderes ist notwendig, daß wir uns bemühen, gerade über die Vorstellungsarten des physischen Planes hinauszukommen, wenn wir in die geistige Welt hinein wollen. Wenn wir immer wieder und wieder alle höheren Welten nur nach dem Maßstabe, Musterbilde der physisch-räumlichen Welt vorstellen wollen, dann können wir wirkliche Gedanken über die höheren Welten doch nicht gewinnen, sondern höchstens bildhafte Gedanken.
[ 23 ] So ist es mit Bezug auf das Denken. Das Denken also verläuft nach dem Tode so, daß es sich spiegelt an demjenigen, was wir durchlebt haben, an dem, was wir waren im physischen Erdenleben zwischen der Geburt und dem Tode. Diese Vorgänge, die wir da durchlebt haben, sind gewissermaßen unsere Augen und unsere Ohren nach dem Tode. Versuchen Sie durch Meditationen sich nahezubringen, was der bedeutungsvolle Satz eigentlich enthält: Dein Leben zwischen der Geburt und dem Tode wird dir als Auge und Ohr eingesetzt sein, es wird dir diejenigen Organe geben, die du tragen wirst zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 23 ] So ist es mit Bezug auf das Denken. Das Denken also verläuft nach dem Tode so, daß es sich spiegelt an demjenigen, was wir durchlebt haben, an dem, was wir waren im physischen Erdenleben zwischen der Geburt und dem Tode. Diese Vorgänge, die wir da durchlebt haben, sind gewissermaßen unsere Augen und unsere Ohren nach dem Tode. Versuchen Sie durch Meditationen sich nahezubringen, was der bedeutungsvolle Satz eigentlich enthält: Dein Leben zwischen der Geburt und dem Tode wird dir als Auge und Ohr eingesetzt sein, es wird dir diejenigen Organe geben, die du tragen wirst zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 24 ] Wie ist es nun aber mit dem, was Willenskräfte sind? Die Willenskräfte, sie bewirken ja Lebensvorgänge in uns, die innerhalb der Grenzen unseres Leibes liegen. Lebensvorgänge bewirken sie in uns. Der Leib ist nicht da, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten ist, aber die ganze geistige Umwelt ist da. So wahr der Wille mit seinen Kräften in den physischen Organismus hineinwirkt, so wahr will dieser Wille nach dem Tode überall aus dem Menschen heraus; er ergießt sich in die ganze Umwelt, umgekehrt als im physischen Leben, wo der Wille ja in den Menschen hinein wirkt. Sie bekommen eine Vorstellung von diesem Ergießen des Willens in die ganze Umwelt, wenn Sie darüber nachdenken, was Sie schon durch Meditation sich aneignen müssen an innerer Willenskultur, wenn Sie wirklich vorwärtskommen wollen auf dem Gebiete der geistigen Erkenntnis.
[ 24 ] Wie ist es nun aber mit dem, was Willenskräfte sind? Die Willenskräfte, sie bewirken ja Lebensvorgänge in uns, die innerhalb der Grenzen unseres Leibes liegen. Lebensvorgänge bewirken sie in uns. Der Leib ist nicht da, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten ist, aber die ganze geistige Umwelt ist da. So wahr der Wille mit seinen Kräften in den physischen Organismus hineinwirkt, so wahr will dieser Wille nach dem Tode überall aus dem Menschen heraus; er ergießt sich in die ganze Umwelt, umgekehrt als im physischen Leben, wo der Wille ja in den Menschen hinein wirkt. Sie bekommen eine Vorstellung von diesem Ergießen des Willens in die ganze Umwelt, wenn Sie darüber nachdenken, was Sie schon durch Meditation sich aneignen müssen an innerer Willenskultur, wenn Sie wirklich vorwärtskommen wollen auf dem Gebiete der geistigen Erkenntnis.
[ 25 ] Derjenige Mensch, der sich begnügen will, die Welt bloß sinnlich zu erkennen, der sieht zum Beispiel eine blaue Farbe, sieht irgendwo eine blaue Fläche, oder er sieht irgendwo eine gelbe Fläche. Damit begnügt sich derjenige Mensch, der in der physischen Welt stehenbleiben will. Wir haben auch darüber schon gesprochen, wie wir, selbst bei einer wirklichen Kunstanschauung, über diese bloß sinnliche Auffassung der Sache hinauskommen müssen: wie wir zum Beispiel üben müssen, Blau so zu erleben, als ob unser Wille, unsere Gemütskraft, hineingelassen würde in den Raum, und als ob von uns entgegenstrahlen könnte in den Raum dem, was uns als Blau entgegenstrahlt, etwas wie wenn wir ein Hingebungsvolles empfinden, als ob wir uns in den Raum hineinergießen könnten. Da strömt das eigene Wesen hinein, wo Blau ist, da fließt es fort. Da aber, wo Gelb ist, da will das eigene Wesen nicht hinein, das Willenswesen; da wird es zurückgestoßen. Da fühlt es, daß der Wille nicht durch kann und in sich selber zurückgestoßen wird.
[ 25 ] Derjenige Mensch, der sich begnügen will, die Welt bloß sinnlich zu erkennen, der sieht zum Beispiel eine blaue Farbe, sieht irgendwo eine blaue Fläche, oder er sieht irgendwo eine gelbe Fläche. Damit begnügt sich derjenige Mensch, der in der physischen Welt stehenbleiben will. Wir haben auch darüber schon gesprochen, wie wir, selbst bei einer wirklichen Kunstanschauung, über diese bloß sinnliche Auffassung der Sache hinauskommen müssen: wie wir zum Beispiel üben müssen, Blau so zu erleben, als ob unser Wille, unsere Gemütskraft, hineingelassen würde in den Raum, und als ob von uns entgegenstrahlen könnte in den Raum dem, was uns als Blau entgegenstrahlt, etwas wie wenn wir ein Hingebungsvolles empfinden, als ob wir uns in den Raum hineinergießen könnten. Da strömt das eigene Wesen hinein, wo Blau ist, da fließt es fort. Da aber, wo Gelb ist, da will das eigene Wesen nicht hinein, das Willenswesen; da wird es zurückgestoßen. Da fühlt es, daß der Wille nicht durch kann und in sich selber zurückgestoßen wird.
[ 26 ] Derjenige, der wirklich sich dazu vorbereiten will, die Kräfte seiner — Seele zu entwickeln, die ihn in die geistige Welt hineinführen, der muß mit dem, was ich eben gesagt habe, etwas Reales in seinem Seelenleben verbinden können. Er muß zum Beispiel real verbinden die Tatsache, daß er hier eine blaue Fläche sieht, damit, daß er sagt: Die nimmt mich. freundlich auf, die läßt meine Seele mit ihren Kräften in unbestimmte Fernen ziehen. Aber die Fläche hier, die gelbe, stößt mich zurück; da kommen die Kräfte meiner Seele gleichsam als Nadelstiche in meine eigene Seele zurück. — Aber so ist es mit alledem, was man sinnlich wahrnimmt. Alles hat solche Nuancen. Unser seelisches Willenswesen ergießt sich in die Welt, wird entweder zurückgestoßen oder kann sich ergießen über die Welt. Entwickelt kann das werden, indem man an Farben oder sonstigen Eindrücken der physischen Welt seine seelischen Kräfte schult. Wie man das kann, finden Sie geschildert in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?».
[ 26 ] Derjenige, der wirklich sich dazu vorbereiten will, die Kräfte seiner — Seele zu entwickeln, die ihn in die geistige Welt hineinführen, der muß mit dem, was ich eben gesagt habe, etwas Reales in seinem Seelenleben verbinden können. Er muß zum Beispiel real verbinden die Tatsache, daß er hier eine blaue Fläche sieht, damit, daß er sagt: Die nimmt mich. freundlich auf, die läßt meine Seele mit ihren Kräften in unbestimmte Fernen ziehen. Aber die Fläche hier, die gelbe, stößt mich zurück; da kommen die Kräfte meiner Seele gleichsam als Nadelstiche in meine eigene Seele zurück. — Aber so ist es mit alledem, was man sinnlich wahrnimmt. Alles hat solche Nuancen. Unser seelisches Willenswesen ergießt sich in die Welt, wird entweder zurückgestoßen oder kann sich ergießen über die Welt. Entwickelt kann das werden, indem man an Farben oder sonstigen Eindrücken der physischen Welt seine seelischen Kräfte schult. Wie man das kann, finden Sie geschildert in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?».
[ 27 ] Aber wenn man das entwickelt hat, wenn man weiß, wie es ist, wenn die Kräfte der Seele fortschwingen, blau werden — blau werden und fortschreiten ist ein und dasselbe, ist: sympathisch aufgenommen werden; gelb werden ist dasselbe wie zurückgestoßen werden, identisch mit Antipathie —, dann hat man diese Kräfte in sich. Sagen wir, man habe erfahren wie eine solche Seelennuance ist: sympathisch aufgenommen zu werden, und man stellt sich jetzt gar nicht einem physischen Wesen gegenüber, sondern es kann so sein, daß man ein geistiges Wesen, dem wir sympathisch sind, in sich einfließen läßt durch so entwickelte . Seelenkräfte. Wir nehmen so die Wesen der oberen Hierarchien und der elementarischen Welt wahr.
[ 27 ] Aber wenn man das entwickelt hat, wenn man weiß, wie es ist, wenn die Kräfte der Seele fortschwingen, blau werden — blau werden und fortschreiten ist ein und dasselbe, ist: sympathisch aufgenommen werden; gelb werden ist dasselbe wie zurückgestoßen werden, identisch mit Antipathie —, dann hat man diese Kräfte in sich. Sagen wir, man habe erfahren wie eine solche Seelennuance ist: sympathisch aufgenommen zu werden, und man stellt sich jetzt gar nicht einem physischen Wesen gegenüber, sondern es kann so sein, daß man ein geistiges Wesen, dem wir sympathisch sind, in sich einfließen läßt durch so entwickelte . Seelenkräfte. Wir nehmen so die Wesen der oberen Hierarchien und der elementarischen Welt wahr.
[ 28 ] Ich will Ihnen ein Beispiel geben, ein Beispiel, das wirklich nicht anzüglich sein soll, sondern als ganz objektiv gefaßt gelten soll. Man braucht nicht bloß an dem Farbensinn Kräfte entwickeln; man kann an allem Seelenkräfte entwickeln. Denken Sie sich, man bemüht sich, in Selbsterkenntnis zu fühlen, wie sich das in der eigenen Seele ausnimmt, wenn man so recht dumm oder töricht ist. Im alltäglichen Leben geht man über solche Empfindungen hinweg, man bringt sie sich nicht zum Bewußtsein. Aber wenn man die Seele entwickeln will, muß man ein Gefühl haben davon, wie es sich innerlich erlebt, wenn man etwas recht Törichtes tut. Und da merkt man, daß, wenn man etwas Törichtes tut, solche Seelen-Willenskräfte ausstrahlen, und die können von etwas draußen zurückgeworfen werden. Aber sie werden so zurückgeworfen, daß, indem wir das Zurückwerfen verspüren, wir uns selbst verspottet, verhöhnt fühlen. Das ist ein eigentümliches Erlebnis. Gibt man acht, wenn man recht dumm ist, was da geistig um einen vorgeht, so fühlt man sich verhöhnt, geneckt; und nun kann man das Gefühl entwickeln, wie wenn man aus der geistigen Welt heraus geneckt würde. Geht man dann in eine Gegend, wo es Naturgeister gibt, die man als Gnomen bezeichnet, dann hat man die Kraft, sie wahrzunehmen. Man erwirbt sich die Kraft, sie wahrzunehmen nur, wenn man das Gefühl in sich entwickelt, das ich eben beschrieben habe. Die Gnomen benehmen sich so, daß sie necken, allerlei Gesten und Grimassen machen, einen auslachen und so weiter. Das kann man aber nur wahrnehmen, wenn man sich beim Dummsein beobachtet. Es handelt sich darum, daß wir durch diese Übungen intime Kräfte uns aneignen, daß wir selber mit dem Willen untertauchen in die Umwelt. Dann wird die ganze Umwelt belebt, wirklich belebt.
[ 28 ] Ich will Ihnen ein Beispiel geben, ein Beispiel, das wirklich nicht anzüglich sein soll, sondern als ganz objektiv gefaßt gelten soll. Man braucht nicht bloß an dem Farbensinn Kräfte entwickeln; man kann an allem Seelenkräfte entwickeln. Denken Sie sich, man bemüht sich, in Selbsterkenntnis zu fühlen, wie sich das in der eigenen Seele ausnimmt, wenn man so recht dumm oder töricht ist. Im alltäglichen Leben geht man über solche Empfindungen hinweg, man bringt sie sich nicht zum Bewußtsein. Aber wenn man die Seele entwickeln will, muß man ein Gefühl haben davon, wie es sich innerlich erlebt, wenn man etwas recht Törichtes tut. Und da merkt man, daß, wenn man etwas Törichtes tut, solche Seelen-Willenskräfte ausstrahlen, und die können von etwas draußen zurückgeworfen werden. Aber sie werden so zurückgeworfen, daß, indem wir das Zurückwerfen verspüren, wir uns selbst verspottet, verhöhnt fühlen. Das ist ein eigentümliches Erlebnis. Gibt man acht, wenn man recht dumm ist, was da geistig um einen vorgeht, so fühlt man sich verhöhnt, geneckt; und nun kann man das Gefühl entwickeln, wie wenn man aus der geistigen Welt heraus geneckt würde. Geht man dann in eine Gegend, wo es Naturgeister gibt, die man als Gnomen bezeichnet, dann hat man die Kraft, sie wahrzunehmen. Man erwirbt sich die Kraft, sie wahrzunehmen nur, wenn man das Gefühl in sich entwickelt, das ich eben beschrieben habe. Die Gnomen benehmen sich so, daß sie necken, allerlei Gesten und Grimassen machen, einen auslachen und so weiter. Das kann man aber nur wahrnehmen, wenn man sich beim Dummsein beobachtet. Es handelt sich darum, daß wir durch diese Übungen intime Kräfte uns aneignen, daß wir selber mit dem Willen untertauchen in die Umwelt. Dann wird die ganze Umwelt belebt, wirklich belebt.
[ 29 ] So kann man sagen: Während unser Leben zwischen der Geburt und dem Tode Organ, Wahrnehmungsorgan wird in unserem geistigen Organismus, den wir tragen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wird unser Wille Teilnehmer an der ganzen geistigen Umgebung, in der wir sind. $o sehen wir, wie der Wille zurückstrahlt beim Inittierten, beim Gnomen-Sehen zum Beispiel, und beim Toten. Und wenn man Gnomen sieht, so ist das ein Beispiel dafür aus der elementarischen Welt.
[ 29 ] So kann man sagen: Während unser Leben zwischen der Geburt und dem Tode Organ, Wahrnehmungsorgan wird in unserem geistigen Organismus, den wir tragen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wird unser Wille Teilnehmer an der ganzen geistigen Umgebung, in der wir sind. $o sehen wir, wie der Wille zurückstrahlt beim Inittierten, beim Gnomen-Sehen zum Beispiel, und beim Toten. Und wenn man Gnomen sieht, so ist das ein Beispiel dafür aus der elementarischen Welt.
[ 30 ] Denken Sie sich, daß es einen Philosophen gegeben hat, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen großen Eindruck auf viele Menschen gemacht hat: Schopenhauer. Der hat auch, wie Sie wissen, einen großen Einfluß auf Nietzsche und Richard Wagner gehabt. Schopenhauer hat — wie andere die Welt zurückführen auf andere Ursachen die Welt zurückgeführt auf das, was er Vorstellung und Wille nennt. Er sagte: Vorstellung und Wille sind dasjenige, was der Welt zugrunde liegt.
[ 30 ] Denken Sie sich, daß es einen Philosophen gegeben hat, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen großen Eindruck auf viele Menschen gemacht hat: Schopenhauer. Der hat auch, wie Sie wissen, einen großen Einfluß auf Nietzsche und Richard Wagner gehabt. Schopenhauer hat — wie andere die Welt zurückführen auf andere Ursachen die Welt zurückgeführt auf das, was er Vorstellung und Wille nennt. Er sagte: Vorstellung und Wille sind dasjenige, was der Welt zugrunde liegt.
[ 31 ] Nun findet er aber, angefressen von Kantscher Denkweise, daß die Vorstellungen immer ein Traumgebilde bleiben, daß man durch die Vorstellungen niemals in die Wirklichkeit hineindringen kann. Nur durch den Willen kann man in die Wirklichkeit hineindringen, der Wille führt uns in die Realität der Dinge hinein. Nun philosophiert Schopenhauer in eindrucksvoller Weise über Vorstellung und Wille. Er ist, wenn man so sagen darf, gar nicht einmal auf unebenem Wege. Aber nun ist er auch einer von denen, die ich verglichen habe mit den Leuten, die bis zum Tore gehen, aber am Tore stehenbleiben und nicht hinein wollen. Wenn man ihn nämlich beim Wort nimmt, die Welt sei Vorstellung und die Welt sei bloß Traumbild, dann kann man darauf verzichten, durch die Vorstellung die Welt zu erkennen, und man kann dann dazu übergehen, die Vorstellungen in sich zu erkennen, mit der Vorstellung etwas zu machen in der eigenen Seele, das heißt: Meditieren, Konzentrieren. Hätte Schopenhauer einen Schritt weiter gemacht, so wäre er darauf gekommen sich zu sagen: Ich muß verzichten auf die Vorstellung! Wenn die Vorstellung nur ein Produkt meines Inneren ist, so muß ich sie innerlich verwenden. — Hätte Schopenhauer diesen Schritt gemacht, dann würde er fortgetrieben worden sein dazu, die Vorstellung zu kultivieren, sie zu Konzentration und Meditation zu verarbeiten.
[ 31 ] Nun findet er aber, angefressen von Kantscher Denkweise, daß die Vorstellungen immer ein Traumgebilde bleiben, daß man durch die Vorstellungen niemals in die Wirklichkeit hineindringen kann. Nur durch den Willen kann man in die Wirklichkeit hineindringen, der Wille führt uns in die Realität der Dinge hinein. Nun philosophiert Schopenhauer in eindrucksvoller Weise über Vorstellung und Wille. Er ist, wenn man so sagen darf, gar nicht einmal auf unebenem Wege. Aber nun ist er auch einer von denen, die ich verglichen habe mit den Leuten, die bis zum Tore gehen, aber am Tore stehenbleiben und nicht hinein wollen. Wenn man ihn nämlich beim Wort nimmt, die Welt sei Vorstellung und die Welt sei bloß Traumbild, dann kann man darauf verzichten, durch die Vorstellung die Welt zu erkennen, und man kann dann dazu übergehen, die Vorstellungen in sich zu erkennen, mit der Vorstellung etwas zu machen in der eigenen Seele, das heißt: Meditieren, Konzentrieren. Hätte Schopenhauer einen Schritt weiter gemacht, so wäre er darauf gekommen sich zu sagen: Ich muß verzichten auf die Vorstellung! Wenn die Vorstellung nur ein Produkt meines Inneren ist, so muß ich sie innerlich verwenden. — Hätte Schopenhauer diesen Schritt gemacht, dann würde er fortgetrieben worden sein dazu, die Vorstellung zu kultivieren, sie zu Konzentration und Meditation zu verarbeiten.
[ 32 ] Und wenn er sagt: Die Welt ist Wille —, ja, wenn er zu beschreiben anfängt, wie er das in der geistvollen Abhandlung über den «Willen in der Natur» tut, wenn er zu beschreiben anfängt den Willen in der Natur, so nimmt er seinen eigenen Satz nicht ernst. Wenn man den Willen beschreibt, dann nimmt man die Vorstellungen zur Hilfe, und denen hat er ja alle Erkenntniskraft abgesprochen. Daraus wird dann wirklich eine Münchhauseniade, die derjenigen gleicht, sich selber am Schopf zu fassen, um sich aus dem Sumpfe herauszuziehen. Was hätte er tun müssen, wenn er seinen eigenen Satz: Die Welt ist Wille — ernst genommen hätte? Er hätte sich dann sagen müssen: Also müßte man den Willen in die Welt hinausergießen. Man muß den Willen gebrauchen, um in die Dinge hineinzukriechen. Man muß untertauchen in die Welt, und den Willen hineinsenden in die Welt, so daß man die blaue Farbe nicht als Vorstellung nimmt, sondern versucht zu empfinden, wie der Wille untertaucht in sie; daß man seine Dummheit nicht nimmt als Vorstellung, sondern das nimmt, was man im Vorgange der eigenen Dummheit erleben kann.
[ 32 ] Und wenn er sagt: Die Welt ist Wille —, ja, wenn er zu beschreiben anfängt, wie er das in der geistvollen Abhandlung über den «Willen in der Natur» tut, wenn er zu beschreiben anfängt den Willen in der Natur, so nimmt er seinen eigenen Satz nicht ernst. Wenn man den Willen beschreibt, dann nimmt man die Vorstellungen zur Hilfe, und denen hat er ja alle Erkenntniskraft abgesprochen. Daraus wird dann wirklich eine Münchhauseniade, die derjenigen gleicht, sich selber am Schopf zu fassen, um sich aus dem Sumpfe herauszuziehen. Was hätte er tun müssen, wenn er seinen eigenen Satz: Die Welt ist Wille — ernst genommen hätte? Er hätte sich dann sagen müssen: Also müßte man den Willen in die Welt hinausergießen. Man muß den Willen gebrauchen, um in die Dinge hineinzukriechen. Man muß untertauchen in die Welt, und den Willen hineinsenden in die Welt, so daß man die blaue Farbe nicht als Vorstellung nimmt, sondern versucht zu empfinden, wie der Wille untertaucht in sie; daß man seine Dummheit nicht nimmt als Vorstellung, sondern das nimmt, was man im Vorgange der eigenen Dummheit erleben kann.
[ 33 ] Sie sehen wiederum: man kann so auf ein geistreiches Aperçu kommen, auf ein Aperçu, das nur ernst genommen zu werden braucht. Wenn Schopenhauer weitergegangen wäre, dann hätte er sich sagen müssen: Wenn die Vorstellung wirklich nur das von uns vorgestellte Bild ist, dann muß man sie in sich verarbeiten; wenn der Wille wirklich in den Dingen ist, dann muß man mit dem Willen in die Dinge untertauchen, nicht bloß beschreiben, wie der Wille in den Dingen ist.
[ 33 ] Sie sehen wiederum: man kann so auf ein geistreiches Aperçu kommen, auf ein Aperçu, das nur ernst genommen zu werden braucht. Wenn Schopenhauer weitergegangen wäre, dann hätte er sich sagen müssen: Wenn die Vorstellung wirklich nur das von uns vorgestellte Bild ist, dann muß man sie in sich verarbeiten; wenn der Wille wirklich in den Dingen ist, dann muß man mit dem Willen in die Dinge untertauchen, nicht bloß beschreiben, wie der Wille in den Dingen ist.
[ 34 ] Sie sehen wieder ein Beispiel dafür, wie ein bedeutsamer Philosoph des 19. Jahrhunderts die Menschen vor die Pforte der Einweihung, vor die Geisteswissenschaft bringt, und wie dieser Philosoph dann alles tut, um den Menschen dann diese Pforte zu verschließen. Wo man das Leben anfaßt, überall zeigt es sich, daß unsere Zeit reif ist, die Früchte der Geisteswissenschaft zu pflücken. Man muß nur wirklich die Dinge ernst, tief ernst nehmen. Vor allen Dingen muß man verstehen, die Leute beim Wort zu nehmen; denn die Geisteswissenschaft ist gar nicht darauf angewiesen, daß sie selber ihr Recht verteidigt. Das tun eigentlich die anderen, ihre Gegner, am allermeisten. Aber sie wissen es nicht, sie haben keine Ahnung davon.
[ 34 ] Sie sehen wieder ein Beispiel dafür, wie ein bedeutsamer Philosoph des 19. Jahrhunderts die Menschen vor die Pforte der Einweihung, vor die Geisteswissenschaft bringt, und wie dieser Philosoph dann alles tut, um den Menschen dann diese Pforte zu verschließen. Wo man das Leben anfaßt, überall zeigt es sich, daß unsere Zeit reif ist, die Früchte der Geisteswissenschaft zu pflücken. Man muß nur wirklich die Dinge ernst, tief ernst nehmen. Vor allen Dingen muß man verstehen, die Leute beim Wort zu nehmen; denn die Geisteswissenschaft ist gar nicht darauf angewiesen, daß sie selber ihr Recht verteidigt. Das tun eigentlich die anderen, ihre Gegner, am allermeisten. Aber sie wissen es nicht, sie haben keine Ahnung davon.
[ 35 ] Nehmen Sie eine gewisse Sorte Menschen, die es im 19. Jahrhundert so vielfach gegeben hat: die atomistischen Materialisten, diejenigen Menschen, die sich vorgestellt haben, allen Erscheinungen des Lebens liegen Bewegungen der Atome zugrunde, so daß sie sich vorgestellt haben, hinter all dieser sichtbaren und hörbaren Welt ist eine Welt der Atome in Bewegung, und durch diese Bewegung entstehen die Prozesse, die wir als den Schein, der da ist, wahrnehmen. Nichts Geistiges ist vorhanden, das Geistige ist bloß ein Produkt der Atombewegung. Atomwirkungen also allüberall.
[ 35 ] Nehmen Sie eine gewisse Sorte Menschen, die es im 19. Jahrhundert so vielfach gegeben hat: die atomistischen Materialisten, diejenigen Menschen, die sich vorgestellt haben, allen Erscheinungen des Lebens liegen Bewegungen der Atome zugrunde, so daß sie sich vorgestellt haben, hinter all dieser sichtbaren und hörbaren Welt ist eine Welt der Atome in Bewegung, und durch diese Bewegung entstehen die Prozesse, die wir als den Schein, der da ist, wahrnehmen. Nichts Geistiges ist vorhanden, das Geistige ist bloß ein Produkt der Atombewegung. Atomwirkungen also allüberall.
[ 36 ] Ja, wie entstehen denn die Gedanken von den Atomwirbeln? Hat sie jemand gesehen? Hat sie jemand durch seine Erlebnisse, durch seine Erfahrungen gefunden? Wäre das der Fall, dann wären sie nicht dasjenige, was sie sein sollen: sie sollen ja hinter der Erfahrung stehen. Wenn sie eine Realität hätten, durch was müßten sie gefunden werden? Nehmen wir an, die Atombewegungen wären da. Der Verstand kann sie aus den Sinneswahrnehmungen nicht herausschälen. Was müßte der Mensch haben, damit er von dieser Atomwelt reden könnte? Hellsehen müßte er haben. Die ganze Atomwelt müßte ein Produkt des inneren Schauens, der Hellseherkraft sein. Und man kann nur den Leuten, die als Materialisten des 19. Jahrhunderts aufgetreten sind, sagen: Wir brauchen nicht zu beweisen, daß es Hellseher gibt, denn entweder müßt ihr von all euren Theorien schweigen oder ihr müßt zugeben, daß ihr Hellseher seid, um diese Dinge wahrzunehmen, wenigstens in dem Grade, daß ihr hinter der Sinnenwelt die Atome wahrnehmen könnt. Denn es hat keinen Sinn, von der materialistischen Atomwelt zu sprechen, wenn es nicht Hellseherkräfte gibt. Wenn ihr eine Notwendigkeit findet, es müsse eine Atombewegung geben, dann beweist ihr uns, daß es Hellseher gibt.
[ 36 ] Ja, wie entstehen denn die Gedanken von den Atomwirbeln? Hat sie jemand gesehen? Hat sie jemand durch seine Erlebnisse, durch seine Erfahrungen gefunden? Wäre das der Fall, dann wären sie nicht dasjenige, was sie sein sollen: sie sollen ja hinter der Erfahrung stehen. Wenn sie eine Realität hätten, durch was müßten sie gefunden werden? Nehmen wir an, die Atombewegungen wären da. Der Verstand kann sie aus den Sinneswahrnehmungen nicht herausschälen. Was müßte der Mensch haben, damit er von dieser Atomwelt reden könnte? Hellsehen müßte er haben. Die ganze Atomwelt müßte ein Produkt des inneren Schauens, der Hellseherkraft sein. Und man kann nur den Leuten, die als Materialisten des 19. Jahrhunderts aufgetreten sind, sagen: Wir brauchen nicht zu beweisen, daß es Hellseher gibt, denn entweder müßt ihr von all euren Theorien schweigen oder ihr müßt zugeben, daß ihr Hellseher seid, um diese Dinge wahrzunehmen, wenigstens in dem Grade, daß ihr hinter der Sinnenwelt die Atome wahrnehmen könnt. Denn es hat keinen Sinn, von der materialistischen Atomwelt zu sprechen, wenn es nicht Hellseherkräfte gibt. Wenn ihr eine Notwendigkeit findet, es müsse eine Atombewegung geben, dann beweist ihr uns, daß es Hellseher gibt.
[ 37 ] So nimmt man die Leute ernst, obgleich sie sich selber nicht ernst nehmen, wenn sie so etwas sagen. Wenn man Schopenhauer ernst nimmt, so folgert man: Wenn du sagst, die Welt ist Wille, und das, was wir als Vorstellung haben, sind nur Bilder, so müßtest du in die Welt mit dem Willen hinunterdringen, und durch Meditation und Konzentration in das Denken hinunterdringen. Wir nehmen dich ernst; du nimmst dich aber nicht ernst. — So ist es im Grunde mit all den Dingen, die in dieser Richtung in Betracht kommen.
[ 37 ] So nimmt man die Leute ernst, obgleich sie sich selber nicht ernst nehmen, wenn sie so etwas sagen. Wenn man Schopenhauer ernst nimmt, so folgert man: Wenn du sagst, die Welt ist Wille, und das, was wir als Vorstellung haben, sind nur Bilder, so müßtest du in die Welt mit dem Willen hinunterdringen, und durch Meditation und Konzentration in das Denken hinunterdringen. Wir nehmen dich ernst; du nimmst dich aber nicht ernst. — So ist es im Grunde mit all den Dingen, die in dieser Richtung in Betracht kommen.
[ 38 ] Darinnen liegt das tief Bedeutsame der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung, daß sie dasjenige, was die anderen nicht ernst nehmen, über das sie oberflächlich hinweggehen, ernst nimmt. Die Beweise sind immer bei dem Gegner der Geisteswissenschaft zu finden. Aber die Menschen merken gar nicht, daß sie mit ihren Behauptungen, mit dem, was sie denken, im Grunde genommen das, was sie denken, zugleich vernichten. Denn der materialistische Atomist und auch Schopenhauer vernichten dasjenige, was sie behaupten, durch ihre eigene Behauptung.
[ 38 ] Darinnen liegt das tief Bedeutsame der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung, daß sie dasjenige, was die anderen nicht ernst nehmen, über das sie oberflächlich hinweggehen, ernst nimmt. Die Beweise sind immer bei dem Gegner der Geisteswissenschaft zu finden. Aber die Menschen merken gar nicht, daß sie mit ihren Behauptungen, mit dem, was sie denken, im Grunde genommen das, was sie denken, zugleich vernichten. Denn der materialistische Atomist und auch Schopenhauer vernichten dasjenige, was sie behaupten, durch ihre eigene Behauptung.
[ 39 ] Schopenhauer vernichtet sein eigenes System mit der Behauptung: Alles ist Wille und Vorstellung. — In dem Augenblicke aber, wo er nicht stehenbleiben will, muß er die Menschen zu der geisteswissenschaftlichen Entwickelung führen. Nicht wir machen die geisteswissenschaftliche Weltanschauung. Wie macht sich in der Welt die geisteswissenschaftliche Weltanschauung? Sie tritt herein, ist überall in der Welt da. Sie tritt durch unbekannte Pforten und Fenster in das Leben herein, und sie wird, auch wenn die anderen sie nicht ernstlich wahrnehmen, den Weg in das Kulturleben der Menschheit hinein finden.
[ 39 ] Schopenhauer vernichtet sein eigenes System mit der Behauptung: Alles ist Wille und Vorstellung. — In dem Augenblicke aber, wo er nicht stehenbleiben will, muß er die Menschen zu der geisteswissenschaftlichen Entwickelung führen. Nicht wir machen die geisteswissenschaftliche Weltanschauung. Wie macht sich in der Welt die geisteswissenschaftliche Weltanschauung? Sie tritt herein, ist überall in der Welt da. Sie tritt durch unbekannte Pforten und Fenster in das Leben herein, und sie wird, auch wenn die anderen sie nicht ernstlich wahrnehmen, den Weg in das Kulturleben der Menschheit hinein finden.
[ 40 ] Aber etwas anderes kann noch erkannt werden, wenn man wirklich durch solche Betrachtungen hingewiesen wird darauf, wie wenig tief die Menschen in ihre eigenen geistigen Prozesse hinuntersteigen, wie wenig die Menschen im tieferen Sinne sich selber ernst nehmen, selbst wenn sie geistvolle, tiefe Philosophen sind. Die Menschen weben gleichsam ein Vorstellungsgewebe; aber sie scheuen davor zurück, mit diesem Vorstellungsgewebe wirklich eine innere Lebensarbeit zu vollbringen, die sie weiterführt im Erleben desjenigen, was die Grundkräfte der Welt sind. So sehen wir, daß die Jahrhunderte, auf die gestern wieder hingedeutet worden ist, in denen die äußere Naturwissenschaft ihre großen Triumphe gefeiert hat, zugleich diejenigen sind, die den Menschen in ein oberflächliches Denken hineingebracht haben. Je glorreicher die Entwickelung der Naturwissenschaft ist, desto oberflächlicher ist das in die Quellen des Daseins eindringende Forschen geworden.
[ 40 ] Aber etwas anderes kann noch erkannt werden, wenn man wirklich durch solche Betrachtungen hingewiesen wird darauf, wie wenig tief die Menschen in ihre eigenen geistigen Prozesse hinuntersteigen, wie wenig die Menschen im tieferen Sinne sich selber ernst nehmen, selbst wenn sie geistvolle, tiefe Philosophen sind. Die Menschen weben gleichsam ein Vorstellungsgewebe; aber sie scheuen davor zurück, mit diesem Vorstellungsgewebe wirklich eine innere Lebensarbeit zu vollbringen, die sie weiterführt im Erleben desjenigen, was die Grundkräfte der Welt sind. So sehen wir, daß die Jahrhunderte, auf die gestern wieder hingedeutet worden ist, in denen die äußere Naturwissenschaft ihre großen Triumphe gefeiert hat, zugleich diejenigen sind, die den Menschen in ein oberflächliches Denken hineingebracht haben. Je glorreicher die Entwickelung der Naturwissenschaft ist, desto oberflächlicher ist das in die Quellen des Daseins eindringende Forschen geworden.
[ 41 ] Man kann sich an geradezu glänzend beweisenden Beispielen über diese Sache, die eben berührt worden ist, unterrichten. Nehmen wir einmal an, wir erleben es an einem Menschen, daß er, nachdem er eine Zeitlang sich nicht gekümmert hat um die geistige Welt, einen Umschwung erfährt, derart, daß er anfängt sich zu bekümmern um die geistige Welt, daß er die Sehnsucht bekommt, von der geistigen Welt etwas zu wissen. Nehmen wir an, wir erleben das, wenn wir hineingedrungen sind in die Geisteswissenschaft. Was wird uns dann Bedürfnis sein, wenn wir erleben, wie ein Mensch, der sich nicht bekümmert hat um die geistige Welt, der im Alltäglichen dahingelebt hat und sich jetzt wie an einem Kreuzwege des Lebens befindet, sich nun der geistigen Welt zuwendet? Es wird uns interessieren, was in der Seele eines solchen Menschen vor sich gegangen ist. Wir werden so oft als möglich in die Seele eines solchen Menschen hineinzukommen versuchen, und uns wird es dann nützlich sein zu wissen, was hier oftmals betont worden ist, daß der Spruch, der so häufig angewendet wird «Die Natur macht keine Sprünge» total falsch ist. Die Natur macht überall Sprünge. Wenn das grüne Blatt sich verwandelt in das helle Blütenblatt, macht die Natur einen Sprung; und wenn sie den Menschen, der sich nicht um das Geistige gekümmert hat, so verändert, daß er sich bekümmert um die Geisteswissenschaft, so ist das etwas Ähnliches wie ein Sprung, und wir werden danach suchen, was dieses bewirkt hat. Wir werden über die verschiedenen geistigen Quellen, über die wir auch schon an diesem Orte gesprochen haben, einige Aufschlüsse gewinnen und sehen, wie ein solches vor sich gehen kann. .
[ 41 ] Man kann sich an geradezu glänzend beweisenden Beispielen über diese Sache, die eben berührt worden ist, unterrichten. Nehmen wir einmal an, wir erleben es an einem Menschen, daß er, nachdem er eine Zeitlang sich nicht gekümmert hat um die geistige Welt, einen Umschwung erfährt, derart, daß er anfängt sich zu bekümmern um die geistige Welt, daß er die Sehnsucht bekommt, von der geistigen Welt etwas zu wissen. Nehmen wir an, wir erleben das, wenn wir hineingedrungen sind in die Geisteswissenschaft. Was wird uns dann Bedürfnis sein, wenn wir erleben, wie ein Mensch, der sich nicht bekümmert hat um die geistige Welt, der im Alltäglichen dahingelebt hat und sich jetzt wie an einem Kreuzwege des Lebens befindet, sich nun der geistigen Welt zuwendet? Es wird uns interessieren, was in der Seele eines solchen Menschen vor sich gegangen ist. Wir werden so oft als möglich in die Seele eines solchen Menschen hineinzukommen versuchen, und uns wird es dann nützlich sein zu wissen, was hier oftmals betont worden ist, daß der Spruch, der so häufig angewendet wird «Die Natur macht keine Sprünge» total falsch ist. Die Natur macht überall Sprünge. Wenn das grüne Blatt sich verwandelt in das helle Blütenblatt, macht die Natur einen Sprung; und wenn sie den Menschen, der sich nicht um das Geistige gekümmert hat, so verändert, daß er sich bekümmert um die Geisteswissenschaft, so ist das etwas Ähnliches wie ein Sprung, und wir werden danach suchen, was dieses bewirkt hat. Wir werden über die verschiedenen geistigen Quellen, über die wir auch schon an diesem Orte gesprochen haben, einige Aufschlüsse gewinnen und sehen, wie ein solches vor sich gehen kann. .
[ 42 ] Wir werden uns dabei fragen: Wie alt war der Mensch? — Wir wissen, daß von sieben zu sieben Jahren immer Neues im Menschenwesen geboren wird. Vom siebenten Jahre ab der Ätherleib, vom vierzehnten Jahre ab der Astralleib und so weiter. Wir werden alles das, was wir über den ätherischen Leib und über den astralischen Leib wissen, zusammennehmen, und namentlich werden wir es innerlich und nicht äußerlich nehmen; dann werden wir manchen Aufschluß gewinnen können über das, was in einer solchen Menschenseele vorgeht.
[ 42 ] Wir werden uns dabei fragen: Wie alt war der Mensch? — Wir wissen, daß von sieben zu sieben Jahren immer Neues im Menschenwesen geboren wird. Vom siebenten Jahre ab der Ätherleib, vom vierzehnten Jahre ab der Astralleib und so weiter. Wir werden alles das, was wir über den ätherischen Leib und über den astralischen Leib wissen, zusammennehmen, und namentlich werden wir es innerlich und nicht äußerlich nehmen; dann werden wir manchen Aufschluß gewinnen können über das, was in einer solchen Menschenseele vorgeht.
[ 43 ] Man kann auch anders vorgehen. Man kann Interesse gewinnen für die Tatsache, daß Menschen aus einem äußeren Leben plötzlich übergehen zu einem Leben, das sich interessiert für die geistigen Wahrheiten, für religiöse Vertiefungen. Ein Mann kann die Geisteswissenschaft für törichte Phantasterei halten, und wenn man nachforscht in ihm, was im Inneren der Seele vorgeht, kann man finden, was ihn dazu veranlaßt, sie für Narretei zu halten. Aber man kann dann folgendes tun: man schreibe, sagen wir, hundertzweiundneunzig oder noch mehr Briefe an Leute, von denen einem gesagt worden ist, daß sie eine solche UmwandJung durchgemacht haben. Man schreibe nach einem ganzen Kontinente solche Briefe und lasse sich als Antwort aufschreiben, was bei ihnen vorgelegen hat, das die Umwandlung im Leben bewirkte. Da bekommt man die verschiedensten Antworten. Der eine schreibt: Als ich vierzehn Jahre alt war, hat mich mein Leben zu Exzessen geführt, mein Vater hat sich geärgert darüber und hat mich gründlich verhauen; und der hat mir eine Empfindung eingehauen für dasjenige, was die geistige Welt ist. Die anderen behaupten: Ich habe einen Menschen sterben gesehen. Nehmen Sie also an, man hätte hundertzweiundneunzig Briefe bekommen und legte sie stoßweise übereinander. Man macht einen Stoß von den Briefen, in denen die Schreiber gesagt haben, daß sie aus Furcht vor dem Tode oder aus Furcht vor der Hölle solche Dinge aufgenommen haben; man macht einen zweiten Stoß, worin behauptet wird, daß sie gute Menschen gesehen oder sie nachgeahmt haben, einen dritten Stoß und so weiter. Bei solchen Stößen muß man oft leichtgeschürzt Dinge zusammenfassen. Dann macht man noch einen Stoß: für andere, egozentrische Motive. Und jetzt bekommt man das Folgende: Diese hundertzweiundneunzig Briefe hat man sortiert. Man hat abgezählt, wieviel Briefe auf jedem Stoße sind, und dann kann man, nach einer einfachen Rechnung, herausbringen, wieviel Prozent auf jeden der einzelnen Stöße entfallen. Da kann man herausbekommen zum Beispiel, daß vierzehn Prozent solche Umänderungen durchgemacht haben, die herrühren aus der Furcht vor dem Tode oder aus der Furcht vor der Hölle; sechs Prozent, die herrühren aus anderen egozentrischen Motiven; fünf Prozent, weil in ihnen durch irgend etwas altruistische Gefühle Platz gegriffen haben; siebzehn Prozent streben nach einem sittlichen Ideale vermutlich solche, die mit der Gesellschaft für ethische Kultur zusammengehangen haben —, sechzehn Prozent durch Gewissensbisse, zehn Prozent durch Befolgung der Lehren bezüglich des Guten, dreizehn Prozent durch Nachahmung von anderen Menschen, die man als religiös befunden hat, neunzehn Prozent durch gesellschaftlichen Druck, Nötigung und so weiter.
[ 43 ] Man kann auch anders vorgehen. Man kann Interesse gewinnen für die Tatsache, daß Menschen aus einem äußeren Leben plötzlich übergehen zu einem Leben, das sich interessiert für die geistigen Wahrheiten, für religiöse Vertiefungen. Ein Mann kann die Geisteswissenschaft für törichte Phantasterei halten, und wenn man nachforscht in ihm, was im Inneren der Seele vorgeht, kann man finden, was ihn dazu veranlaßt, sie für Narretei zu halten. Aber man kann dann folgendes tun: man schreibe, sagen wir, hundertzweiundneunzig oder noch mehr Briefe an Leute, von denen einem gesagt worden ist, daß sie eine solche UmwandJung durchgemacht haben. Man schreibe nach einem ganzen Kontinente solche Briefe und lasse sich als Antwort aufschreiben, was bei ihnen vorgelegen hat, das die Umwandlung im Leben bewirkte. Da bekommt man die verschiedensten Antworten. Der eine schreibt: Als ich vierzehn Jahre alt war, hat mich mein Leben zu Exzessen geführt, mein Vater hat sich geärgert darüber und hat mich gründlich verhauen; und der hat mir eine Empfindung eingehauen für dasjenige, was die geistige Welt ist. Die anderen behaupten: Ich habe einen Menschen sterben gesehen. Nehmen Sie also an, man hätte hundertzweiundneunzig Briefe bekommen und legte sie stoßweise übereinander. Man macht einen Stoß von den Briefen, in denen die Schreiber gesagt haben, daß sie aus Furcht vor dem Tode oder aus Furcht vor der Hölle solche Dinge aufgenommen haben; man macht einen zweiten Stoß, worin behauptet wird, daß sie gute Menschen gesehen oder sie nachgeahmt haben, einen dritten Stoß und so weiter. Bei solchen Stößen muß man oft leichtgeschürzt Dinge zusammenfassen. Dann macht man noch einen Stoß: für andere, egozentrische Motive. Und jetzt bekommt man das Folgende: Diese hundertzweiundneunzig Briefe hat man sortiert. Man hat abgezählt, wieviel Briefe auf jedem Stoße sind, und dann kann man, nach einer einfachen Rechnung, herausbringen, wieviel Prozent auf jeden der einzelnen Stöße entfallen. Da kann man herausbekommen zum Beispiel, daß vierzehn Prozent solche Umänderungen durchgemacht haben, die herrühren aus der Furcht vor dem Tode oder aus der Furcht vor der Hölle; sechs Prozent, die herrühren aus anderen egozentrischen Motiven; fünf Prozent, weil in ihnen durch irgend etwas altruistische Gefühle Platz gegriffen haben; siebzehn Prozent streben nach einem sittlichen Ideale vermutlich solche, die mit der Gesellschaft für ethische Kultur zusammengehangen haben —, sechzehn Prozent durch Gewissensbisse, zehn Prozent durch Befolgung der Lehren bezüglich des Guten, dreizehn Prozent durch Nachahmung von anderen Menschen, die man als religiös befunden hat, neunzehn Prozent durch gesellschaftlichen Druck, Nötigung und so weiter.
[ 44 ] Also man kann so vorgehen, daß man versucht, sich liebevoll zu versenken in eine Seele, die sich so bekannt hat, man kann versuchen, ihr Inneres zu erforschen; dazu braucht man die Geisteswissenschaft. Oder man macht es so, wie ich es eben beschrieben habe. Derjenige, der es so. gemacht hat, ist ein gewisser Starbuck, und er hat daraufhin ein aufsehenerregendes Buch geschrieben über solche Dinge. Das ist die allerweitgehendste Veräußerlichung einer Sache, das ist das Gegenteil von dem, wovon man in der Geisteswissenschaft eine Empfindung haben muß. Die Geisteswissenschaft versucht überall, in das Innere der Dinge zu dringen. Die Tendenz, die gekommen ist durch den materialistischen Zeitcharakter, nimmt selbst das religiöse Leben schon so an, daß es die beliebte, berühmte Statistik darauf anwendet. Denn das ist unanfechtbare Forschung, wie man uns klar und deutlich zeigt. Sie hat eine Eigenschaft, die diejenigen gerade lieben, die nicht in die Pforte der Geisteswissenschaft hineingehen wollen. Von ihr kann man wahrhaftig sagen: sie ist leicht, sehr leicht.
[ 44 ] Also man kann so vorgehen, daß man versucht, sich liebevoll zu versenken in eine Seele, die sich so bekannt hat, man kann versuchen, ihr Inneres zu erforschen; dazu braucht man die Geisteswissenschaft. Oder man macht es so, wie ich es eben beschrieben habe. Derjenige, der es so. gemacht hat, ist ein gewisser Starbuck, und er hat daraufhin ein aufsehenerregendes Buch geschrieben über solche Dinge. Das ist die allerweitgehendste Veräußerlichung einer Sache, das ist das Gegenteil von dem, wovon man in der Geisteswissenschaft eine Empfindung haben muß. Die Geisteswissenschaft versucht überall, in das Innere der Dinge zu dringen. Die Tendenz, die gekommen ist durch den materialistischen Zeitcharakter, nimmt selbst das religiöse Leben schon so an, daß es die beliebte, berühmte Statistik darauf anwendet. Denn das ist unanfechtbare Forschung, wie man uns klar und deutlich zeigt. Sie hat eine Eigenschaft, die diejenigen gerade lieben, die nicht in die Pforte der Geisteswissenschaft hineingehen wollen. Von ihr kann man wahrhaftig sagen: sie ist leicht, sehr leicht.
[ 45 ] Wir haben es gestern schon betont, warum so viele an die Geisteswissenschaft nicht herangehen wollen: sie ist ihnen zu schwer. Von dieser Statistik kann man sagen: sie ist leicht, wahrhaftig recht leicht. Nun, man treibt ja heute auch experimentelle Seelenwissenschaft. Ich müßte Ihnen vieles erzählen von dieser experimentellen Seelenwissenschaft, wenn ich Ihnen einen Begriff davon geben sollte. Experimentalpsychologie nennt man sie. Man verspricht sich äußerlich viel davon. Ich will nur den Anfang, den man gemacht hat mit Experimenten, einmal charakterisieren. Nehmen wir an, wir setzen zehn Kinder vor uns hin, und nun schreibt man vor diesen zehn Kindern, sagen wir, einen Satz auf: Durch An...er...man...vieles... Jetzt nimmt man die Uhr und sagt: Du, sage mir, wie du das liest. Das Kind weiß noch nichts, es denkt nach und endlich kommt es darauf: «Durch Anstrengung erreicht man vieles.» Und jetzt notiert man rasch, wieviel Zeit das Kind dazu gebraucht hat, um den Satz zu lesen. Man muß viele Sätze selbstverständlich haben, denn man hat Mühe, das zu lesen. Nach und nach wird das dann auch in kürzerer Zeit gemacht. Dann notiert man, wieviele Sekunden der eine, und wieviele Sekunden der zweite und so weiter brauchte, um so einen Satz zu ergänzen. Dann rechnet man bei den Kindern die Prozente aus und behandelt diese dann weiter statistisch. Man prüft so die Anpassungsfähigkeit an das Äußere und auch an manches andere. Diese Methode der Experimentalpsychologie trägt einen vornehmen Namen, sie heißt «Intelligenzprüfung», während die andere Methode heißt: «Prüfung der religiösen Natur des Menschen auf experimentellem Wege.»
[ 45 ] Wir haben es gestern schon betont, warum so viele an die Geisteswissenschaft nicht herangehen wollen: sie ist ihnen zu schwer. Von dieser Statistik kann man sagen: sie ist leicht, wahrhaftig recht leicht. Nun, man treibt ja heute auch experimentelle Seelenwissenschaft. Ich müßte Ihnen vieles erzählen von dieser experimentellen Seelenwissenschaft, wenn ich Ihnen einen Begriff davon geben sollte. Experimentalpsychologie nennt man sie. Man verspricht sich äußerlich viel davon. Ich will nur den Anfang, den man gemacht hat mit Experimenten, einmal charakterisieren. Nehmen wir an, wir setzen zehn Kinder vor uns hin, und nun schreibt man vor diesen zehn Kindern, sagen wir, einen Satz auf: Durch An...er...man...vieles... Jetzt nimmt man die Uhr und sagt: Du, sage mir, wie du das liest. Das Kind weiß noch nichts, es denkt nach und endlich kommt es darauf: «Durch Anstrengung erreicht man vieles.» Und jetzt notiert man rasch, wieviel Zeit das Kind dazu gebraucht hat, um den Satz zu lesen. Man muß viele Sätze selbstverständlich haben, denn man hat Mühe, das zu lesen. Nach und nach wird das dann auch in kürzerer Zeit gemacht. Dann notiert man, wieviele Sekunden der eine, und wieviele Sekunden der zweite und so weiter brauchte, um so einen Satz zu ergänzen. Dann rechnet man bei den Kindern die Prozente aus und behandelt diese dann weiter statistisch. Man prüft so die Anpassungsfähigkeit an das Äußere und auch an manches andere. Diese Methode der Experimentalpsychologie trägt einen vornehmen Namen, sie heißt «Intelligenzprüfung», während die andere Methode heißt: «Prüfung der religiösen Natur des Menschen auf experimentellem Wege.»
[ 46 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, dasjenige, was ich Ihnen hier mit einigen Strichen vorführe, ist nichts, worüber man lachen kann, denn es gibt viel mehr Lehrkanzeln der Philosophie heute, wo man dieses als Zukunft der Seelenwissenschaft betrachtet, als es solche Lehrkanzeln der Philosophie gibt, die irgendwie auch nur im leisesten Maße ernst nehmen dasjenige, was, ich will nicht sagen, wir betreiben, sondern, was man früher, durch innere Beobachtung der Seele, gefunden hat. Experimentieren muß man heute.
[ 46 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, dasjenige, was ich Ihnen hier mit einigen Strichen vorführe, ist nichts, worüber man lachen kann, denn es gibt viel mehr Lehrkanzeln der Philosophie heute, wo man dieses als Zukunft der Seelenwissenschaft betrachtet, als es solche Lehrkanzeln der Philosophie gibt, die irgendwie auch nur im leisesten Maße ernst nehmen dasjenige, was, ich will nicht sagen, wir betreiben, sondern, was man früher, durch innere Beobachtung der Seele, gefunden hat. Experimentieren muß man heute.
[ 47 ] Das sind Beispiele, wie man heute experimentiert, und das hat großen Anhang in der Welt. Dazu werden physikalische oder auch chemische Laboratorien eingerichtet; eine unendliche Literatur darüber gibt es. Ja man kann sogar das erleben, was ich nur als eine Episode erwähnen will; man kann erleben, daß ein Freund von uns, ein Vorsitzender eines unserer Zweige, eines unserer nördlichen Zweige, sich anschickte, für eine Universität eine Doktorabhandlung zu machen. Er bemühte sich selbstverständlich — man bemüht sich ja auch, wenn man zu Kindern spricht, ihrem Verständnisse entsprechend zu sprechen —, er bemühte sich, alles dasjenige, was er aus der Geisteswissenschaft gewonnen hatte, aus der Abhandlung draußen zu lassen. Das wurde alles herausgelassen. Aber nun hatte die Prüfung dieser Abhandlung ein Mann unter sich, der in diesen Dingen Fachmann war, der also alle diese Methoden sozusagen im kleinen Finger hatte. Der nahm die Abhandlung gar nicht an. Es ist das ein Fall, mit dem sich sogar der Storting beschäftigt hat. Der Mann, der Experimentalpsychologe ist, ist fest überzeugt davon, daß er auf dem wissenschaftlichen Boden der Gegenwart mit seiner Seelenwissenschaft steht, und daß diese die Zukunft haben wird.
[ 47 ] Das sind Beispiele, wie man heute experimentiert, und das hat großen Anhang in der Welt. Dazu werden physikalische oder auch chemische Laboratorien eingerichtet; eine unendliche Literatur darüber gibt es. Ja man kann sogar das erleben, was ich nur als eine Episode erwähnen will; man kann erleben, daß ein Freund von uns, ein Vorsitzender eines unserer Zweige, eines unserer nördlichen Zweige, sich anschickte, für eine Universität eine Doktorabhandlung zu machen. Er bemühte sich selbstverständlich — man bemüht sich ja auch, wenn man zu Kindern spricht, ihrem Verständnisse entsprechend zu sprechen —, er bemühte sich, alles dasjenige, was er aus der Geisteswissenschaft gewonnen hatte, aus der Abhandlung draußen zu lassen. Das wurde alles herausgelassen. Aber nun hatte die Prüfung dieser Abhandlung ein Mann unter sich, der in diesen Dingen Fachmann war, der also alle diese Methoden sozusagen im kleinen Finger hatte. Der nahm die Abhandlung gar nicht an. Es ist das ein Fall, mit dem sich sogar der Storting beschäftigt hat. Der Mann, der Experimentalpsychologe ist, ist fest überzeugt davon, daß er auf dem wissenschaftlichen Boden der Gegenwart mit seiner Seelenwissenschaft steht, und daß diese die Zukunft haben wird.
[ 48 ] Es soll gar nicht einmal irgend etwas Besonderes gesagt werden gegen diese Experimentalpsychologie. Denn warum sollte es nicht interessant sein, das auch einmal zu erfahren. Gewiß, das alles ist recht interessant, man kann das alles machen. Aber es kommt darauf an, wie man diese Dinge in das Leben hineinstellt, und ob man sie dazu benützt, um tot zu treten, was wirkliche Geisteswissenschaft ist, was wirkliche Erkenntnis der Seele ist. Immer wieder muß betont werden: nicht wir wollen es sein, die ablehnen, was von den Leuten getrieben wird, die ihrer Fähigkeit nach die Seele untersuchen, wie sie das Sinnliche untersuchen und die Registrierung vornehmen nach der Methode bei den hundertzweiundneunzig Antworten. Es entspricht dieses zwar den Fähigkeiten der Menschen, aber in Erwägung müssen wir ziehen, in welche Welt sich heute die Geisteswissenschaft hineinstellt. Klar müssen wir uns darüber sein.
[ 48 ] Es soll gar nicht einmal irgend etwas Besonderes gesagt werden gegen diese Experimentalpsychologie. Denn warum sollte es nicht interessant sein, das auch einmal zu erfahren. Gewiß, das alles ist recht interessant, man kann das alles machen. Aber es kommt darauf an, wie man diese Dinge in das Leben hineinstellt, und ob man sie dazu benützt, um tot zu treten, was wirkliche Geisteswissenschaft ist, was wirkliche Erkenntnis der Seele ist. Immer wieder muß betont werden: nicht wir wollen es sein, die ablehnen, was von den Leuten getrieben wird, die ihrer Fähigkeit nach die Seele untersuchen, wie sie das Sinnliche untersuchen und die Registrierung vornehmen nach der Methode bei den hundertzweiundneunzig Antworten. Es entspricht dieses zwar den Fähigkeiten der Menschen, aber in Erwägung müssen wir ziehen, in welche Welt sich heute die Geisteswissenschaft hineinstellt. Klar müssen wir uns darüber sein.
[ 49 ] Ich weiß sehr gut, daß Leute nun kommen können und sagen: Der hat wiederum furchtbar geschimpft auf die Experimentalpsychologie; er läßt kein gutes Haar an ihr! — Das mögen die Leute ebenso tun, wie sie es tun mögen, wenn sie sagen: Ihr habt hier um die Osterzeit den Goetheschen «Faust» verschimpfiert und Goethe in Grund und Boden hinein kritisiert! — Menschen, die nicht begreifen können, daß Charakterisieren etwas anderes ist, als das im äußerlichen Sinne geübte Kritisieren, die werden immer solche Dinge mißverstehen. Indem ich sie charakterisiere, will ich sie hineinstellen in das Gesamtgebiet des menschlichen Lebens. Die Geisteswissenschaft ist nicht dazu angetan, Kritik zu üben, und das, was gesagt worden ist, kann auch keine Kritik sein.
[ 49 ] Ich weiß sehr gut, daß Leute nun kommen können und sagen: Der hat wiederum furchtbar geschimpft auf die Experimentalpsychologie; er läßt kein gutes Haar an ihr! — Das mögen die Leute ebenso tun, wie sie es tun mögen, wenn sie sagen: Ihr habt hier um die Osterzeit den Goetheschen «Faust» verschimpfiert und Goethe in Grund und Boden hinein kritisiert! — Menschen, die nicht begreifen können, daß Charakterisieren etwas anderes ist, als das im äußerlichen Sinne geübte Kritisieren, die werden immer solche Dinge mißverstehen. Indem ich sie charakterisiere, will ich sie hineinstellen in das Gesamtgebiet des menschlichen Lebens. Die Geisteswissenschaft ist nicht dazu angetan, Kritik zu üben, und das, was gesagt worden ist, kann auch keine Kritik sein.
[ 50 ] Christlich soll aber sein dasjenige, was solche Menschen, die keine Wissenschaftler sind, tun gegenüber dem, was wahre Geisteswissenschaft ist.
[ 50 ] Christlich soll aber sein dasjenige, was solche Menschen, die keine Wissenschaftler sind, tun gegenüber dem, was wahre Geisteswissenschaft ist.
[ 51 ] Ein anderes ist es, einen klaren Blick zu haben. Und so kommt man, wenn man auf die Wissenschaft hinsieht, zu der Einsicht, wie sie, ich möchte sagen, das ganze menschliche Streben veräußerlicht, wie sie selbst in bezug auf religiöse Bekehrung nicht auf das Innere sieht, sondern von außen ansieht den Menschen.
[ 51 ] Ein anderes ist es, einen klaren Blick zu haben. Und so kommt man, wenn man auf die Wissenschaft hinsieht, zu der Einsicht, wie sie, ich möchte sagen, das ganze menschliche Streben veräußerlicht, wie sie selbst in bezug auf religiöse Bekehrung nicht auf das Innere sieht, sondern von außen ansieht den Menschen.
[ 52 ] Im praktischen Leben ist der Mensch nicht so sehr gläubig. Die Statistiken der Versicherungsgesellschaften — ich habe das schon angeführt — rechnen aus, wann man ungefähr sterben wird. Ich will sagen, man kann ausrechnen für einen achtzehnjährigen Menschen, wann er ungefähr sterben wird, weil er einer Gruppe von Menschen angehört, unter denen so und so viele in gewissen Jahren sterben. Danach macht man die Versicherungsquoten, und die verteilt man dann ganz richtig. Da stimmt dann das ganz gut. Aber wenn die Menschen im gewöhnlichen Leben sich vorbereiten wollten zum Tode in dem Jahre, für das die Versicherungsgesellschaft ihren wahrscheinlichen Tod ausgerechnet hat, so würde man sie für Narren halten. Das System entscheidet nichts für das Leben. Ebensowenig hat die Statistik etwas mit der Bekehrung zu tun.
[ 52 ] Im praktischen Leben ist der Mensch nicht so sehr gläubig. Die Statistiken der Versicherungsgesellschaften — ich habe das schon angeführt — rechnen aus, wann man ungefähr sterben wird. Ich will sagen, man kann ausrechnen für einen achtzehnjährigen Menschen, wann er ungefähr sterben wird, weil er einer Gruppe von Menschen angehört, unter denen so und so viele in gewissen Jahren sterben. Danach macht man die Versicherungsquoten, und die verteilt man dann ganz richtig. Da stimmt dann das ganz gut. Aber wenn die Menschen im gewöhnlichen Leben sich vorbereiten wollten zum Tode in dem Jahre, für das die Versicherungsgesellschaft ihren wahrscheinlichen Tod ausgerechnet hat, so würde man sie für Narren halten. Das System entscheidet nichts für das Leben. Ebensowenig hat die Statistik etwas mit der Bekehrung zu tun.
[ 53 ] In all diese Dinge muß man hineinsehen. Dadurch ringt man sich zu einem Gefühle durch, in dem die Intuitionserkenntnis darinnen ist. Von besonderer Schwierigkeit aber wird es sein, wirklich in die heutige Weltkultur hineinzubringen dasjenige, was, ich möchte sagen, der Gipfelpunkt unserer Geisteswissenschaft ist: die Christus-Erkenntnis. Christus-Erkenntnis ist dasjenige, wozu uns, als Reinstes, Heiligstes und Höchstes, hinführt dasjenige, was wir in der Geisteswissenschaft haben. In vielen Vorträgen versuchte ich klarzumachen, wie gerade in unserer Zeit der durch das Mysterium von Golgatha in die Welt gekommene Christus-Impuls durch das Instrument der Geisteswissenschaft den menschlichen Seelen zugänglich gemacht werden muß. Auf den verschiedensten Wegen versuchte ich klarzumachen die Art und Weise, wie der Christus-Impuls gewirkt hat. Denken Sie nur an die Vorträge über die Jungfrau von Orleans, Konstantin und so weiter. Auf den verschiedensten Wegen versuchte ich klarzumachen, wie der Christus-Impuls in den verflossenen Jahrhunderten mehr ins Unbewußte hineingezogen worden ist, wie wir aber jetzt in einer Zeit leben, wo er viel bewußter in das menschliche Leben hineintreten muß, wo eine wirkliche Erkenntnis von dem Mysterium von Golgatha kommen muß. Nicht wird man dieses Mysterium von Golgatha erkennen lernen können, wenn man nicht solche Vorstellungen, wie sie berührt wurden bei der Osterfeier — von dem Christus im Zusammenhange mit dem Luzifer und Ahriman —, übernimmt und sie geisteswissenschaftlich durchdringt.
[ 53 ] In all diese Dinge muß man hineinsehen. Dadurch ringt man sich zu einem Gefühle durch, in dem die Intuitionserkenntnis darinnen ist. Von besonderer Schwierigkeit aber wird es sein, wirklich in die heutige Weltkultur hineinzubringen dasjenige, was, ich möchte sagen, der Gipfelpunkt unserer Geisteswissenschaft ist: die Christus-Erkenntnis. Christus-Erkenntnis ist dasjenige, wozu uns, als Reinstes, Heiligstes und Höchstes, hinführt dasjenige, was wir in der Geisteswissenschaft haben. In vielen Vorträgen versuchte ich klarzumachen, wie gerade in unserer Zeit der durch das Mysterium von Golgatha in die Welt gekommene Christus-Impuls durch das Instrument der Geisteswissenschaft den menschlichen Seelen zugänglich gemacht werden muß. Auf den verschiedensten Wegen versuchte ich klarzumachen die Art und Weise, wie der Christus-Impuls gewirkt hat. Denken Sie nur an die Vorträge über die Jungfrau von Orleans, Konstantin und so weiter. Auf den verschiedensten Wegen versuchte ich klarzumachen, wie der Christus-Impuls in den verflossenen Jahrhunderten mehr ins Unbewußte hineingezogen worden ist, wie wir aber jetzt in einer Zeit leben, wo er viel bewußter in das menschliche Leben hineintreten muß, wo eine wirkliche Erkenntnis von dem Mysterium von Golgatha kommen muß. Nicht wird man dieses Mysterium von Golgatha erkennen lernen können, wenn man nicht solche Vorstellungen, wie sie berührt wurden bei der Osterfeier — von dem Christus im Zusammenhange mit dem Luzifer und Ahriman —, übernimmt und sie geisteswissenschaftlich durchdringt.
[ 54 ] Wir leben in einer ungeheuer schweren Zeit, in einer Zeit der Schmerzen und Leiden. Sie wissen ja, ich kann nicht über etwas diese Zeit Charakterisierendes sprechen, aus dem Grunde, den ich schon angeführt habe. Ich will das auch nicht; ich will von einer ganz anderen Seite her etwas berühren, was im Zusammenhange mit der heutigen Betrachtung steht.
[ 54 ] Wir leben in einer ungeheuer schweren Zeit, in einer Zeit der Schmerzen und Leiden. Sie wissen ja, ich kann nicht über etwas diese Zeit Charakterisierendes sprechen, aus dem Grunde, den ich schon angeführt habe. Ich will das auch nicht; ich will von einer ganz anderen Seite her etwas berühren, was im Zusammenhange mit der heutigen Betrachtung steht.
[ 55 ] Diese Zeit der Schmerzen und Leiden hat manches in den Menschenseelen wachgerufen, und derjenige, der mitlebt diese Zeit, der sich: bekümmert um das, was vorgeht, wird bemerken, daß in unserer Zeit nach einer Seite hin eine große Vertiefung der Menschenseelen eintritt, von Menschenseelen, die darinnenstehen in den gegenwärtigen Ereignissen und die früher ganz fern gestanden haben allem religiösen Leben, deren Empfinden und Fühlen recht matersalistisch war. Man kann heute immer wieder und wieder in ihren brieflichen und sonstigen Kundgebungen finden, wie sie durch das schmerzliche Darinnenstehen in den heutigen Zeitereignissen ihre religiösen Empfindungen wiedergefunden haben.
[ 55 ] Diese Zeit der Schmerzen und Leiden hat manches in den Menschenseelen wachgerufen, und derjenige, der mitlebt diese Zeit, der sich: bekümmert um das, was vorgeht, wird bemerken, daß in unserer Zeit nach einer Seite hin eine große Vertiefung der Menschenseelen eintritt, von Menschenseelen, die darinnenstehen in den gegenwärtigen Ereignissen und die früher ganz fern gestanden haben allem religiösen Leben, deren Empfinden und Fühlen recht matersalistisch war. Man kann heute immer wieder und wieder in ihren brieflichen und sonstigen Kundgebungen finden, wie sie durch das schmerzliche Darinnenstehen in den heutigen Zeitereignissen ihre religiösen Empfindungen wiedergefunden haben.
[ 56 ] Das ist das Charakteristische, daß von Gott und von einer göttlichen Ordnung Leute zu reden anfangen, denen diese Worte früher nicht über die Lippen gekommen sind. Wirklich, in dieser Hinsicht erlebt man heute bei den Leuten, die in den Ereignissen darinnenstehen, eine unendliche religiöse Vertiefung.
[ 56 ] Das ist das Charakteristische, daß von Gott und von einer göttlichen Ordnung Leute zu reden anfangen, denen diese Worte früher nicht über die Lippen gekommen sind. Wirklich, in dieser Hinsicht erlebt man heute bei den Leuten, die in den Ereignissen darinnenstehen, eine unendliche religiöse Vertiefung.
[ 57 ] Aber eine Tatsache hat man mit Recht hervorgehoben; sie ist ebenso klar wie dasjenige, was ich jetzt gesagt habe. Nehmen Sie das Charakteristische aus den Briefen, die von den Schlachtfeldern geschrieben worden sind und in denen man die eben charakterisierte Vertiefung des Gefühls finden kann: da sagen sie vieles über die Art, wie sie ihren Gott wiedergefunden haben, aber fast gar nichts — es haben dies nur wenige bemerkt —, fast gar nichts von Christus. Von Gott reden hört man, aber nichts von Christus.
[ 57 ] Aber eine Tatsache hat man mit Recht hervorgehoben; sie ist ebenso klar wie dasjenige, was ich jetzt gesagt habe. Nehmen Sie das Charakteristische aus den Briefen, die von den Schlachtfeldern geschrieben worden sind und in denen man die eben charakterisierte Vertiefung des Gefühls finden kann: da sagen sie vieles über die Art, wie sie ihren Gott wiedergefunden haben, aber fast gar nichts — es haben dies nur wenige bemerkt —, fast gar nichts von Christus. Von Gott reden hört man, aber nichts von Christus.
[ 58 ] Das ist eine sehr bedeutsame Tatsache. In der abstrakten Form der Gottes-Idee tritt in unserer Zeit des schweren Leides und der schweren Schmerzen an manchen ein religiöses Gefühl heran. Von einer ebensolchen Vertiefung des Christus-Empfindens kann man fast nicht reden. Ich sage «fast». Natürlich kommt es an einzelnen Stellen vor; aber im großen und ganzen ist die Sache so, wie ich sie charakterisiert habe. Daraus aber können Sie sehen, wie unsere Zeit selbst da, wo es den Menschenseelen naheliegt, mit der geistigen Welt wieder Beziehung zu suchen, wie unsere Zeit es schwer hat, zu demjenigen hingeführt zu werden, was wir den Christus-Impuls, das Mysterium von Golgatha nennen.
[ 58 ] Das ist eine sehr bedeutsame Tatsache. In der abstrakten Form der Gottes-Idee tritt in unserer Zeit des schweren Leides und der schweren Schmerzen an manchen ein religiöses Gefühl heran. Von einer ebensolchen Vertiefung des Christus-Empfindens kann man fast nicht reden. Ich sage «fast». Natürlich kommt es an einzelnen Stellen vor; aber im großen und ganzen ist die Sache so, wie ich sie charakterisiert habe. Daraus aber können Sie sehen, wie unsere Zeit selbst da, wo es den Menschenseelen naheliegt, mit der geistigen Welt wieder Beziehung zu suchen, wie unsere Zeit es schwer hat, zu demjenigen hingeführt zu werden, was wir den Christus-Impuls, das Mysterium von Golgatha nennen.
[ 59 ] Dazu ist es notwendig, daß die menschliche Seele sich aufschwingt zu einer Vorstellung von der Gesamtheit der Menschheit. Dazu ist es notwendig, daß wir nicht bloß Gemeinschaft pflegen mit dem, was mit uns eine Zeitlang lebt, sondern daß wir unseren geistigen Blick hinwenden zu allen Zeiten und Wesen, wie wir als Seelen durch verschiedene Erdenleben gegangen sind, durch verschiedene Zeiten gegangen sind. Dann steigt uns allmählich die gewaltige Notwendigkeit in der Seele auf, zu erkennen, wie eine absteigende und eine aufsteigende Entwickelung in der Menschheit vorhanden ist. Man muß sich mit der Menschheit in der Zeitenentwickelung eins fühlen, man muß zurückblicken zur ErdenUrentstehung, die absteigende und die aufsteigende Entwickelung ins Auge fassen, in deren Mitte das Mysterium von Golgatha steht, mit der gesamten Menschheit sich verbunden fühlen, sich verbunden fühlen mit dem Mysterium von Golgatha.
[ 59 ] Dazu ist es notwendig, daß die menschliche Seele sich aufschwingt zu einer Vorstellung von der Gesamtheit der Menschheit. Dazu ist es notwendig, daß wir nicht bloß Gemeinschaft pflegen mit dem, was mit uns eine Zeitlang lebt, sondern daß wir unseren geistigen Blick hinwenden zu allen Zeiten und Wesen, wie wir als Seelen durch verschiedene Erdenleben gegangen sind, durch verschiedene Zeiten gegangen sind. Dann steigt uns allmählich die gewaltige Notwendigkeit in der Seele auf, zu erkennen, wie eine absteigende und eine aufsteigende Entwickelung in der Menschheit vorhanden ist. Man muß sich mit der Menschheit in der Zeitenentwickelung eins fühlen, man muß zurückblicken zur ErdenUrentstehung, die absteigende und die aufsteigende Entwickelung ins Auge fassen, in deren Mitte das Mysterium von Golgatha steht, mit der gesamten Menschheit sich verbunden fühlen, sich verbunden fühlen mit dem Mysterium von Golgatha.
[ 60 ] Dem räumlichen Kosmos steht die Menschenseele heute näher als dem zeitlichen Kosmos, demjenigen, was sich in der Aufeinanderfolge der Entwickelungsstadien entfaltet hat. Dazu aber werden wir geführt, wenn wir uns durch die Geisteswissenschaft einverleibt fühlen dem gesamten Entwickelungsgange der Menschheit. Denn dann können wir nicht anders als einsehen, daß ein solcher Punkt in der Menschheitsentwickelung vorhanden war, wo etwas herangetreten war an diese Menschheitsentwickelung, das nicht bloß durch menschliche Kraft hineinkommen konnte. Es mußte hereinkommen in die Menschheitsentwickelung dadurch, daß von der geistigen Welt selber, durch einen menschlichen Leib, ein Impuls in die Erdenentwickelung hineingedrungen ist, der vorhanden war im Beginne der christlichen Zeitrechnung. Es war eine Berührung des Himmels mit der Erde.
[ 60 ] Dem räumlichen Kosmos steht die Menschenseele heute näher als dem zeitlichen Kosmos, demjenigen, was sich in der Aufeinanderfolge der Entwickelungsstadien entfaltet hat. Dazu aber werden wir geführt, wenn wir uns durch die Geisteswissenschaft einverleibt fühlen dem gesamten Entwickelungsgange der Menschheit. Denn dann können wir nicht anders als einsehen, daß ein solcher Punkt in der Menschheitsentwickelung vorhanden war, wo etwas herangetreten war an diese Menschheitsentwickelung, das nicht bloß durch menschliche Kraft hineinkommen konnte. Es mußte hereinkommen in die Menschheitsentwickelung dadurch, daß von der geistigen Welt selber, durch einen menschlichen Leib, ein Impuls in die Erdenentwickelung hineingedrungen ist, der vorhanden war im Beginne der christlichen Zeitrechnung. Es war eine Berührung des Himmels mit der Erde.
[ 61 ] Hier rühren wir an etwas, was durch die Geisteswissenschaft dem religiösen Leben wird einverleibt werden müssen. Berührt wird hier, wie die Geisteswissenschaft sich in die Gefühle der Menschen wird hineinsenken müssen, damit diese Menschen in Zusammenhang kommen mit dem Mysterium von Golgatha und den Christus-Impuls in solcher Weise finden, daß sie ihn nicht nur für ihr unbestimmtes Fühlen, sondern auch für ihr klares Bewußtsein nicht mehr verlieren können. Die Geisteswissenschaft wird arbeiten. Wir haben die Notwendigkeit dieses Arbeitens erkannt und oftmals betont, und im Grunde genommen sitzen Sie alle da, um zu dokumentieren, daß Sie alle in dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung mit ganzem Herzen mitarbeiten wollen. Und wenn in der Zukunft wieder schwere Zeiten über die Menschheit hereinbrechen werden, dann möge die Geisteswissenschaft schon die Gelegenheit gefunden haben, daß eine Vertiefung der Menschenseelen verbunden sein kann nicht bloß mit dem abstrakten GottesBewußtsein, sondern mit dem konkreten, historischen ChristusBewußtsein.
[ 61 ] Hier rühren wir an etwas, was durch die Geisteswissenschaft dem religiösen Leben wird einverleibt werden müssen. Berührt wird hier, wie die Geisteswissenschaft sich in die Gefühle der Menschen wird hineinsenken müssen, damit diese Menschen in Zusammenhang kommen mit dem Mysterium von Golgatha und den Christus-Impuls in solcher Weise finden, daß sie ihn nicht nur für ihr unbestimmtes Fühlen, sondern auch für ihr klares Bewußtsein nicht mehr verlieren können. Die Geisteswissenschaft wird arbeiten. Wir haben die Notwendigkeit dieses Arbeitens erkannt und oftmals betont, und im Grunde genommen sitzen Sie alle da, um zu dokumentieren, daß Sie alle in dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung mit ganzem Herzen mitarbeiten wollen. Und wenn in der Zukunft wieder schwere Zeiten über die Menschheit hereinbrechen werden, dann möge die Geisteswissenschaft schon die Gelegenheit gefunden haben, daß eine Vertiefung der Menschenseelen verbunden sein kann nicht bloß mit dem abstrakten GottesBewußtsein, sondern mit dem konkreten, historischen ChristusBewußtsein.
[ 62 ] Es ist einmal die Zeit, in der ernste Empfindungen in uns angeregt werden können. Aber wir sollen es auch nicht vermeiden, solche ernsten, ich möchte sagen, heiligen Empfindungen in uns anzuregen. Dadurch sollten sich diejenigen, die in unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung stehen, unterscheiden von den Menschen, die noch nicht durch ihr Karma dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung nähergetreten sind, daß die Bekenner der Geisteswissenschaft alles, was in der Welt vorgeht, das Äußerlichste und das Tiefste, in gründlich ernster Weise ergreifen.
[ 62 ] Es ist einmal die Zeit, in der ernste Empfindungen in uns angeregt werden können. Aber wir sollen es auch nicht vermeiden, solche ernsten, ich möchte sagen, heiligen Empfindungen in uns anzuregen. Dadurch sollten sich diejenigen, die in unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung stehen, unterscheiden von den Menschen, die noch nicht durch ihr Karma dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung nähergetreten sind, daß die Bekenner der Geisteswissenschaft alles, was in der Welt vorgeht, das Äußerlichste und das Tiefste, in gründlich ernster Weise ergreifen.
[ 63 ] Bedenken Sie, wie wichtig es ist, im gewöhnlichen Leben einzusehen, daß wir mit unserem gewöhnlichen, an das Nervensystem gebundenen Verstand und unserer Vernunft eigentlich außerhalb desjenigen sind, was uns zumeist interessiert im gewöhnlichen physischen Erleben, und daß wir daher, so wie es da ist, wie es der oben hypothetisch angenommene Rechtsanwalt zustande bringt, uns eigentlich mit unserem Denken fremd sind, uns selbst fremd sind. Indem wir aber an die Geisteswissenschaft herantreten, gewinnen wir ein «außerleibliches» Herz, wie wir es gestern ausgeführt haben; es wird wieder mit Innigkeit und Seelenhaftigkeit durchdrungen dasjenige, was wir durchdenken. Wir können nur dadurch nach den verschiedenen Richtungen unseren an den Leib gebundenen Verstand und unsere Vernunft gebrauchen, daß wir nicht dasjenige hinaustragen, wodurch wir im Tiefsten verbunden sind mit den Sphären, in denen wir drinnenstehen mit unserem Denken. Durch die Geisteswissenschaft werden wir das hinaustragen, und wir werden mit dem, was wir denken, mit unserem Verstande und unserer Vernunft, Menschen der Wahrheit werden, wirklich Menschen der Wahrheit werden. Und das Leben braucht Menschen der Wahrheit. Dasjenige, was man sich bescheinen läßt von der Sonne der Geisteswissenschaft, das wächst mit uns zusammen, weil wir zusammenwachsen mit Wesen der höheren Hierarchien. Menschen der Wahrheit müssen wir werden durch die Geisteswissenschaft! Dann ist unser Denken nicht so beschaffen, daß wir es anwenden wie der Rechtsanwalt, von dem beide Parteien verteidigt sein könnten. Menschen der Wahrheit werden wir, indem wir mit den geistigen Wahrheiten eins werden. Und indem wir die Möglichkeit finden, unseren Willen so aufzufassen, wie es heute charakterisiert worden ist, werden wir den Weg finden in das Innere der Dinge. Dadurch nicht, daß wir im Schopenhauerschen Sinne von dem Willen in der Natur reden, sondern dadurch, daß wir uns mit unserem Willen in die Dinge hineinleben und in den Dingen kraften.
[ 63 ] Bedenken Sie, wie wichtig es ist, im gewöhnlichen Leben einzusehen, daß wir mit unserem gewöhnlichen, an das Nervensystem gebundenen Verstand und unserer Vernunft eigentlich außerhalb desjenigen sind, was uns zumeist interessiert im gewöhnlichen physischen Erleben, und daß wir daher, so wie es da ist, wie es der oben hypothetisch angenommene Rechtsanwalt zustande bringt, uns eigentlich mit unserem Denken fremd sind, uns selbst fremd sind. Indem wir aber an die Geisteswissenschaft herantreten, gewinnen wir ein «außerleibliches» Herz, wie wir es gestern ausgeführt haben; es wird wieder mit Innigkeit und Seelenhaftigkeit durchdrungen dasjenige, was wir durchdenken. Wir können nur dadurch nach den verschiedenen Richtungen unseren an den Leib gebundenen Verstand und unsere Vernunft gebrauchen, daß wir nicht dasjenige hinaustragen, wodurch wir im Tiefsten verbunden sind mit den Sphären, in denen wir drinnenstehen mit unserem Denken. Durch die Geisteswissenschaft werden wir das hinaustragen, und wir werden mit dem, was wir denken, mit unserem Verstande und unserer Vernunft, Menschen der Wahrheit werden, wirklich Menschen der Wahrheit werden. Und das Leben braucht Menschen der Wahrheit. Dasjenige, was man sich bescheinen läßt von der Sonne der Geisteswissenschaft, das wächst mit uns zusammen, weil wir zusammenwachsen mit Wesen der höheren Hierarchien. Menschen der Wahrheit müssen wir werden durch die Geisteswissenschaft! Dann ist unser Denken nicht so beschaffen, daß wir es anwenden wie der Rechtsanwalt, von dem beide Parteien verteidigt sein könnten. Menschen der Wahrheit werden wir, indem wir mit den geistigen Wahrheiten eins werden. Und indem wir die Möglichkeit finden, unseren Willen so aufzufassen, wie es heute charakterisiert worden ist, werden wir den Weg finden in das Innere der Dinge. Dadurch nicht, daß wir im Schopenhauerschen Sinne von dem Willen in der Natur reden, sondern dadurch, daß wir uns mit unserem Willen in die Dinge hineinleben und in den Dingen kraften.
[ 64 ] Damit berühren wir aber etwas, was unserer Gegenwart so ungeheuer fehlt: das liebevolle Sich-Vertiefen in das Wesen der Dinge. Dieses fehlt unserer gegenwärtigen Zeit so ungeheuer. Ich möchte sagen: man muß es im Leben immer wieder eigentlich bitter erfahren, wie diese Neigung, den Willen hineinzuversenken in das Wesen der Dinge, den Menschen fehlt.
[ 64 ] Damit berühren wir aber etwas, was unserer Gegenwart so ungeheuer fehlt: das liebevolle Sich-Vertiefen in das Wesen der Dinge. Dieses fehlt unserer gegenwärtigen Zeit so ungeheuer. Ich möchte sagen: man muß es im Leben immer wieder eigentlich bitter erfahren, wie diese Neigung, den Willen hineinzuversenken in das Wesen der Dinge, den Menschen fehlt.
[ 65 ] Wenn ich eine scheinbar unbedeutende Tatsache vor Ihnen hier vorbringe, eine Tatsache, die scheinbar wie eine persönliche Bemerkung aussieht, so betrachten Sie dies wahrhaft nicht in dem richtigen Sinne, wenn Sie glauben, daß ich eine persönliche Bemerkung machen will. Sie soll keine persönliche Bemerkung sein, sondern könnte unter Umständen bedeutungsvoll sein für manches, was so in der Auffassung herumspukt, auch innerhalb unserer Kreise. Gewiß, es ist mir im höchsten Grade wenig sympathisch, solche Bemerkungen zu machen; und würden sie nur gemacht, gleichsam um auszudrücken, daß ich selber etwas überflüssig finde, so würden sie nicht gemacht werden. Aber allmählich muß sich, immer mehr und mehr, eine gewisse Anschauung, eine Empfindung verbreiten für das Ernste, das als ein tiefer Impuls unserer Bewegung jeden einzelnen unserer Bekenner durchdringen und beherrschen soll. Es braucht sich deshalb niemand getroffen zu fühlen, wenn ich eine solche Bemerkung mache; sie wird nicht gemacht aus persönlichen Gründen, sondern um wieder einmal hinzuweisen auf etwas, das, wenn man es durchdenkt, aufmerksam macht auf den Ernst, den man so gern mit unserer Bewegung verbunden wissen möchte. Denn gerade an diesem Orte, wo es möglich war, mit unserem Bau ein äußeres Zeichen aufzustellen, möchte man so sehr, daß die richtige Empfindung herrsche von dem, was unmittelbar gar nicht sagbar ist, was aber empfunden werden sollte von jedem einzelnen, der zu den Bekennern unserer Bewegung gehört.
[ 65 ] Wenn ich eine scheinbar unbedeutende Tatsache vor Ihnen hier vorbringe, eine Tatsache, die scheinbar wie eine persönliche Bemerkung aussieht, so betrachten Sie dies wahrhaft nicht in dem richtigen Sinne, wenn Sie glauben, daß ich eine persönliche Bemerkung machen will. Sie soll keine persönliche Bemerkung sein, sondern könnte unter Umständen bedeutungsvoll sein für manches, was so in der Auffassung herumspukt, auch innerhalb unserer Kreise. Gewiß, es ist mir im höchsten Grade wenig sympathisch, solche Bemerkungen zu machen; und würden sie nur gemacht, gleichsam um auszudrücken, daß ich selber etwas überflüssig finde, so würden sie nicht gemacht werden. Aber allmählich muß sich, immer mehr und mehr, eine gewisse Anschauung, eine Empfindung verbreiten für das Ernste, das als ein tiefer Impuls unserer Bewegung jeden einzelnen unserer Bekenner durchdringen und beherrschen soll. Es braucht sich deshalb niemand getroffen zu fühlen, wenn ich eine solche Bemerkung mache; sie wird nicht gemacht aus persönlichen Gründen, sondern um wieder einmal hinzuweisen auf etwas, das, wenn man es durchdenkt, aufmerksam macht auf den Ernst, den man so gern mit unserer Bewegung verbunden wissen möchte. Denn gerade an diesem Orte, wo es möglich war, mit unserem Bau ein äußeres Zeichen aufzustellen, möchte man so sehr, daß die richtige Empfindung herrsche von dem, was unmittelbar gar nicht sagbar ist, was aber empfunden werden sollte von jedem einzelnen, der zu den Bekennern unserer Bewegung gehört.
[ 66 ] Sehen Sie, es ist dazu gekommen — ich berühre diese Sache nicht gerne hier an diesem Orte —, nachdem ich versucht habe, in den ersten Monaten unserer schweren Zeit, dies oder jenes den Seelen nahe zu bringen, daß sich Dinge ereignet haben — ich will nur so sagen —, die es unbedingt notwendig machen, ein objektives, unserer Bewegung angemessenes Wort über unsere Zeitereignisse gar nicht mehr zu sprechen. Daß dieses im Grunde schmerzlich ist, und daß es schmerzlich ist, eine solche Summe von Mißverständnissen pulsieren zu fühlen durch unsere Bewegung, das darf aufrichtig und ehrlich gestanden werden.
[ 66 ] Sehen Sie, es ist dazu gekommen — ich berühre diese Sache nicht gerne hier an diesem Orte —, nachdem ich versucht habe, in den ersten Monaten unserer schweren Zeit, dies oder jenes den Seelen nahe zu bringen, daß sich Dinge ereignet haben — ich will nur so sagen —, die es unbedingt notwendig machen, ein objektives, unserer Bewegung angemessenes Wort über unsere Zeitereignisse gar nicht mehr zu sprechen. Daß dieses im Grunde schmerzlich ist, und daß es schmerzlich ist, eine solche Summe von Mißverständnissen pulsieren zu fühlen durch unsere Bewegung, das darf aufrichtig und ehrlich gestanden werden.
[ 67 ] Ich berühre diese Dinge, weil sie zusammenhängen gerade mit derjenigen Frage, die heute gestreift werden mußte. Gestreift wurde die Frage, wie fremd wir uns im innersten Wesen bleiben mit unserem Denken, und warum das so ist. Es genügt nicht, wenn wir bloß in dieses Denken aufnehmen dasjenige, was herausquellen kann aus der geisteswissenschaftlichen Anschauung. Wir müssen dasjenige, was aus der geisteswissenschaftlichen Anschauung herausquillt, aufnehmen in dem Sinne, daß es in unseren Willen hineingeht. Aber dieser Wille — ich habe gesagt, wie er intim zusammenhängt mit dem, was in unserem Leibe pulsiert —, dieser Wille ist widerspenstiger als der Gedanke. Ein Teil der Geisteswissenschaft, der in Gedanken aufgenommen werden kann, wird bisweilen recht wenig aufgenommen. Der Teil aber, der auch in den Willen hineingehen sollte, wird bis zu einem schlimmen Grade mißverstanden. Gerade ich mußte es schmerzlich erfahren: Während draußen in der Welt vom Autoritätsglauben geredet wird, der bei uns herrschen soll, ist hier vieles mißverstanden und mißausgelegt worden, da, wo es ein wenig darauf angekommen wäre, einzusehen, auf welch sorgfältig erworbenen Erkenntnissen dasjenige beruht, was vorgebracht wurde.
[ 67 ] Ich berühre diese Dinge, weil sie zusammenhängen gerade mit derjenigen Frage, die heute gestreift werden mußte. Gestreift wurde die Frage, wie fremd wir uns im innersten Wesen bleiben mit unserem Denken, und warum das so ist. Es genügt nicht, wenn wir bloß in dieses Denken aufnehmen dasjenige, was herausquellen kann aus der geisteswissenschaftlichen Anschauung. Wir müssen dasjenige, was aus der geisteswissenschaftlichen Anschauung herausquillt, aufnehmen in dem Sinne, daß es in unseren Willen hineingeht. Aber dieser Wille — ich habe gesagt, wie er intim zusammenhängt mit dem, was in unserem Leibe pulsiert —, dieser Wille ist widerspenstiger als der Gedanke. Ein Teil der Geisteswissenschaft, der in Gedanken aufgenommen werden kann, wird bisweilen recht wenig aufgenommen. Der Teil aber, der auch in den Willen hineingehen sollte, wird bis zu einem schlimmen Grade mißverstanden. Gerade ich mußte es schmerzlich erfahren: Während draußen in der Welt vom Autoritätsglauben geredet wird, der bei uns herrschen soll, ist hier vieles mißverstanden und mißausgelegt worden, da, wo es ein wenig darauf angekommen wäre, einzusehen, auf welch sorgfältig erworbenen Erkenntnissen dasjenige beruht, was vorgebracht wurde.
[ 68 ] Nun, ich weiß nicht, aus welchem Grunde mir gestern zugegangen ist eine Broschüre, die geschrieben ist von einem gewissen Church. Sollte sie aber aus dem Kreise unserer anthroposophischen Freunde mir von Arlesheim zugeschickt sein, und vielleicht gar in der Absicht, damit ich sie lesen soll zu dem Zwecke, um zu sehen, was irgend jemand meinen kann über unsere heutigen Zeitereignisse, dann müßte ich — obgleich es bei diesem Beispiel nicht zuzutreffen braucht, bei anderen aber wohl sagen: Ich würde, wenn diese Broschüre mir zugeschickt worden wäre zu dem Zwecke, daß ich Kenntnis nehmen sollte von dem, was einer denkt, in der Form, wie es in der Broschüre steht, hervorheben müssen, daß ich diese Übersendung deplaciert und unanständig finde. Ohne Kritik sage ich das. Ist sie geschickt worden, um ein Beispiel zu geben, wie einer die Geschichte fälscht, ist mir die Broschüre in dieser Absicht geschickt worden, so ist das allerdings etwas anderes. Aber nicht alles geschieht in dieser Absicht. So möchte ich anknüpfen an diese Broschüre, worin jemand über heutige Zeitereignisse Urteile fällt, die auf nichts anderem aufgebaut sind als auf frivolster Geschichtsfälschung.
[ 68 ] Nun, ich weiß nicht, aus welchem Grunde mir gestern zugegangen ist eine Broschüre, die geschrieben ist von einem gewissen Church. Sollte sie aber aus dem Kreise unserer anthroposophischen Freunde mir von Arlesheim zugeschickt sein, und vielleicht gar in der Absicht, damit ich sie lesen soll zu dem Zwecke, um zu sehen, was irgend jemand meinen kann über unsere heutigen Zeitereignisse, dann müßte ich — obgleich es bei diesem Beispiel nicht zuzutreffen braucht, bei anderen aber wohl sagen: Ich würde, wenn diese Broschüre mir zugeschickt worden wäre zu dem Zwecke, daß ich Kenntnis nehmen sollte von dem, was einer denkt, in der Form, wie es in der Broschüre steht, hervorheben müssen, daß ich diese Übersendung deplaciert und unanständig finde. Ohne Kritik sage ich das. Ist sie geschickt worden, um ein Beispiel zu geben, wie einer die Geschichte fälscht, ist mir die Broschüre in dieser Absicht geschickt worden, so ist das allerdings etwas anderes. Aber nicht alles geschieht in dieser Absicht. So möchte ich anknüpfen an diese Broschüre, worin jemand über heutige Zeitereignisse Urteile fällt, die auf nichts anderem aufgebaut sind als auf frivolster Geschichtsfälschung.
[ 69 ] Dasjenige, worüber wir hinauskommen müssen auf unserem Boden, das ist: Fälschung objektiver Tatsachen. Das ist aber gerade dasjenige, was in der Gegenwart in so ausgedehntem Maße gemacht wird. Derjenige, der nichts weiß von den Dingen, die vorangegangen sind, der Dinge behauptet, von denen man so leicht nachweisen kann geschichtlich, wie falsch sie sind, wie jener Mister Church, der sollte nicht zu Worte kommen dürfen da, wo ernste Dinge von ernsten Menschen auch nur gedacht werden.
[ 69 ] Dasjenige, worüber wir hinauskommen müssen auf unserem Boden, das ist: Fälschung objektiver Tatsachen. Das ist aber gerade dasjenige, was in der Gegenwart in so ausgedehntem Maße gemacht wird. Derjenige, der nichts weiß von den Dingen, die vorangegangen sind, der Dinge behauptet, von denen man so leicht nachweisen kann geschichtlich, wie falsch sie sind, wie jener Mister Church, der sollte nicht zu Worte kommen dürfen da, wo ernste Dinge von ernsten Menschen auch nur gedacht werden.
[ 70 ] Wenn ein solches Wort, meine lieben Freunde, gesprochen wird, so ist es, ich möchte sagen, als Exempel aufzufassen, wirklich nicht wegen dieser Einzelheit, die an sich höchst unbedeutend ist. Aber diese Einzelheit ist ein Symptom, und wir sollen über solche Symptome nachdenken, damit wir hineinkommen, immer tiefer und tiefer, in das ganze Tiefe, das unsere geistige Bewegung durchdringen muß. Und diese unsere geistige Bewegung wird uns ganz besonders in die Seele hineinleuchten, wenn wir uns bekanntmachen mit dem, was selbst diejenigen heute noch nicht finden können, die aus bewegtem Herzen mitten darinnenstehen in den schwersten Zeitereignissen und nach den Werten der geistigen Welt suchen. Die Geisteswissenschaft muß uns nach und nach die Etappen aufbauen, die hinaufführen zu einem unverlierbaren Verständnisse des Mysteriums von Golgatha. Dieses Mysterium von Golgatha ist der Sinn der Erde. Und den Sinn der Erde zu verstehen, muß das höchste Streben sein dessen, der sich nach und nach in die Geisteswissenschaft hineinfindet.
[ 70 ] Wenn ein solches Wort, meine lieben Freunde, gesprochen wird, so ist es, ich möchte sagen, als Exempel aufzufassen, wirklich nicht wegen dieser Einzelheit, die an sich höchst unbedeutend ist. Aber diese Einzelheit ist ein Symptom, und wir sollen über solche Symptome nachdenken, damit wir hineinkommen, immer tiefer und tiefer, in das ganze Tiefe, das unsere geistige Bewegung durchdringen muß. Und diese unsere geistige Bewegung wird uns ganz besonders in die Seele hineinleuchten, wenn wir uns bekanntmachen mit dem, was selbst diejenigen heute noch nicht finden können, die aus bewegtem Herzen mitten darinnenstehen in den schwersten Zeitereignissen und nach den Werten der geistigen Welt suchen. Die Geisteswissenschaft muß uns nach und nach die Etappen aufbauen, die hinaufführen zu einem unverlierbaren Verständnisse des Mysteriums von Golgatha. Dieses Mysterium von Golgatha ist der Sinn der Erde. Und den Sinn der Erde zu verstehen, muß das höchste Streben sein dessen, der sich nach und nach in die Geisteswissenschaft hineinfindet.
