The Spiritual Unification of Humanity
through the Christ Impulse
GA 165
28 December 1915, Dornach
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Die geistige Vereinigung der Menschheit durch den Christus-Impuls
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Auf eine wichtige Tatsache versuchte ich gestern in dem ganzen Zusammenhang des Christus-Problemes hinzuweisen, auf eine Tatsache, die etwas zweifellos Überraschendes hat: auf die Tatsache, daß ein ganzes breites Weisheitsgut eigentlich verschwunden ist, nur gekannt wird heute in wenigen Fragmenten, in wenigen Überresten, wovon einiges aus einem der Überreste gestern hier vorgebracht worden ist, nämlich der Anfang des Buches Jeû. Nun müssen wir uns fragen: Kann ein Weisheitsgut, das vorhanden war, so ohne weiteres verschwinden? Kann es für ein solches Verschwinden nur äußere Gründe geben? Ich habe einen Vergleich gebraucht: Ich habe gesagt, daß der Fall denkbar wäre, daß alles dasjenige, was von uns nun gedruckt und geblieben ist, verbrannt würde, nur die gegnerischen Schriften blieben, aus denen man dann später nachkonstruieren könnte, was von uns gesagt worden ist. Nun gewiß, der Fall könnte eintreten. Aber so ganz ohne weiteres kann diese Hypothese eigentlich doch nicht aufgestellt werden. Denn denken Sie einmal, es würden wirklich die Schriften alle verschwinden, so würden noch viele von uns da sein — wenigstens kann man das annehmen —, die wissen, was in diesen Schriften steht, und die, ohne daß sie die gegnerischen Schriften brauchen, die Sache weiter mitteilen könnten, und so würde sich doch wohl können das Weisheitsgut fortpflanzen. Damit die Sache vollständig verschwände, wäre schon notwendig, daß in einer gewissen Weise nach und nach auch die Fähigkeiten verschwinden, um die Sache zu verstehen, die Sache zu behalten, um sie von Generation zu Generation fortzupflanzen. Das muß aber dazumal geschehen sein. Es muß sich dazumal in einer gewissen Weise das vollzogen haben, daß die Menschen die Fähigkeit verloren haben, so etwas zu verstehen, wie es die Gnosis des Valentinus ist, wie es der Inhalt der Pistis-Sophia-Schrift, wie es der Inhalt des Buches Jeû ist und so weiter. Und das ist auch wirklich so gewesen, Wir müssen uns durchaus vorstellen, daß sich auf der breiten Grundlage jenes alten Erbgutes, das sich in älteren Zeiten ausgelebt hat als das primitivste Hellsehen, dann allmählich abgeblüht und abgedämmert ist, auch ein höheres Erkennen ausgebildet hat, ein höheres Wissen, Geistwissen, das allerdings nur bei wenigen, in den Mysterien Ausgebildeten, gepflegt wurde, aber das doch im weiteren Umkreis vorhanden war. Und wir müssen uns weiter vorstellen, daß durch das allmähliche Lahmwerden der Fähigkeiten, solches zu begreifen, die ganze Sache nicht nur ins Vergessen, sondern ins Verschwinden gekommen ist. Die Menschen haben einfach nicht mehr die Fähigkeit gehabt, innerhalb der abendländischen Kultur so etwas zu verstehen. Dadurch konnte allein das, was Weisheitsgut war, verlorengehen. So daß wir wirklich sagen können: Indem wir auf die Zeit blicken, die dem Mysterium von Golgatha unmittelbar vorangegangen und nachgefolgt ist, sehen wir auf eine Zeit hin, wo im weitesten Umfange alte Fähigkeiten verschwinden und ganz aus dem Frischen, aus dem Neuen heraus gearbeitet wird. Man kann schon sagen: Es gab, als es so in der Menschheitsentwickelung gegen das Mysterium von Golgatha zuging, ein Herabdämmern, ein Verschwinden einer ganz eigenen Anschauung und Denkweise, die geistiger Art war, durch die man hätte das Hereinkommen des Christus in die Welt als eines Geistwesens begreifen können.
[ 1 ] Auf eine wichtige Tatsache versuchte ich gestern in dem ganzen Zusammenhang des Christus-Problemes hinzuweisen, auf eine Tatsache, die etwas zweifellos Überraschendes hat: auf die Tatsache, daß ein ganzes breites Weisheitsgut eigentlich verschwunden ist, nur gekannt wird heute in wenigen Fragmenten, in wenigen Überresten, wovon einiges aus einem der Überreste gestern hier vorgebracht worden ist, nämlich der Anfang des Buches Jeû. Nun müssen wir uns fragen: Kann ein Weisheitsgut, das vorhanden war, so ohne weiteres verschwinden? Kann es für ein solches Verschwinden nur äußere Gründe geben? Ich habe einen Vergleich gebraucht: Ich habe gesagt, daß der Fall denkbar wäre, daß alles dasjenige, was von uns nun gedruckt und geblieben ist, verbrannt würde, nur die gegnerischen Schriften blieben, aus denen man dann später nachkonstruieren könnte, was von uns gesagt worden ist. Nun gewiß, der Fall könnte eintreten. Aber so ganz ohne weiteres kann diese Hypothese eigentlich doch nicht aufgestellt werden. Denn denken Sie einmal, es würden wirklich die Schriften alle verschwinden, so würden noch viele von uns da sein — wenigstens kann man das annehmen —, die wissen, was in diesen Schriften steht, und die, ohne daß sie die gegnerischen Schriften brauchen, die Sache weiter mitteilen könnten, und so würde sich doch wohl können das Weisheitsgut fortpflanzen. Damit die Sache vollständig verschwände, wäre schon notwendig, daß in einer gewissen Weise nach und nach auch die Fähigkeiten verschwinden, um die Sache zu verstehen, die Sache zu behalten, um sie von Generation zu Generation fortzupflanzen. Das muß aber dazumal geschehen sein. Es muß sich dazumal in einer gewissen Weise das vollzogen haben, daß die Menschen die Fähigkeit verloren haben, so etwas zu verstehen, wie es die Gnosis des Valentinus ist, wie es der Inhalt der Pistis-Sophia-Schrift, wie es der Inhalt des Buches Jeû ist und so weiter. Und das ist auch wirklich so gewesen, Wir müssen uns durchaus vorstellen, daß sich auf der breiten Grundlage jenes alten Erbgutes, das sich in älteren Zeiten ausgelebt hat als das primitivste Hellsehen, dann allmählich abgeblüht und abgedämmert ist, auch ein höheres Erkennen ausgebildet hat, ein höheres Wissen, Geistwissen, das allerdings nur bei wenigen, in den Mysterien Ausgebildeten, gepflegt wurde, aber das doch im weiteren Umkreis vorhanden war. Und wir müssen uns weiter vorstellen, daß durch das allmähliche Lahmwerden der Fähigkeiten, solches zu begreifen, die ganze Sache nicht nur ins Vergessen, sondern ins Verschwinden gekommen ist. Die Menschen haben einfach nicht mehr die Fähigkeit gehabt, innerhalb der abendländischen Kultur so etwas zu verstehen. Dadurch konnte allein das, was Weisheitsgut war, verlorengehen. So daß wir wirklich sagen können: Indem wir auf die Zeit blicken, die dem Mysterium von Golgatha unmittelbar vorangegangen und nachgefolgt ist, sehen wir auf eine Zeit hin, wo im weitesten Umfange alte Fähigkeiten verschwinden und ganz aus dem Frischen, aus dem Neuen heraus gearbeitet wird. Man kann schon sagen: Es gab, als es so in der Menschheitsentwickelung gegen das Mysterium von Golgatha zuging, ein Herabdämmern, ein Verschwinden einer ganz eigenen Anschauung und Denkweise, die geistiger Art war, durch die man hätte das Hereinkommen des Christus in die Welt als eines Geistwesens begreifen können.
[ 2 ] Also gerade zu der Zeit, in welcher der Christus sich mit der Erdenentwickelung verbindet, verschwindet das Wissen, durch das im eigentlichen, tieferen Sinne die Natur und Wesenheit dieses Christus hätte begriffen werden können. Das ist eine wichtige Tatsache. Ich habe auch schon bei verschiedenen Stellen unserer Betrachtungen auf eines, was sehr bedeutsam ist, hingewiesen. Ich habe gesagt: Die Christus-Verkündigung als solche ist nicht etwas, was etwa mit dem Ereignis von Golgatha so ganz neu ist. Nein, in den Mysterien wurde schon von dem Christus als dem Kommenden gesprochen. Es gab Lehren in den Mysterien, daß der Christus kommen werde. Man faßte diese ChristusWesenheit so auf, wie es eben im Sinne der verschwundenen Geistesweisheit ist. Aber diese Mysterien waren allmählich zerfallen, so daß gerade, als der Christus kam, die Zeit herannahte, in der man am wenigsten als Mensch geeignet war, über diesen Christus zu sprechen. Das sieht man nicht nur an allem, worauf ich jetzt schon hingedeutet habe, sondern das sieht man auch an dem, was übriggeblieben ist bei Menschen, die sich nun wie aus dem Frischen, aus dem Neuen heraus eine Vorstellung des Christus-Geheimnisses machen wollen.
[ 2 ] Also gerade zu der Zeit, in welcher der Christus sich mit der Erdenentwickelung verbindet, verschwindet das Wissen, durch das im eigentlichen, tieferen Sinne die Natur und Wesenheit dieses Christus hätte begriffen werden können. Das ist eine wichtige Tatsache. Ich habe auch schon bei verschiedenen Stellen unserer Betrachtungen auf eines, was sehr bedeutsam ist, hingewiesen. Ich habe gesagt: Die Christus-Verkündigung als solche ist nicht etwas, was etwa mit dem Ereignis von Golgatha so ganz neu ist. Nein, in den Mysterien wurde schon von dem Christus als dem Kommenden gesprochen. Es gab Lehren in den Mysterien, daß der Christus kommen werde. Man faßte diese ChristusWesenheit so auf, wie es eben im Sinne der verschwundenen Geistesweisheit ist. Aber diese Mysterien waren allmählich zerfallen, so daß gerade, als der Christus kam, die Zeit herannahte, in der man am wenigsten als Mensch geeignet war, über diesen Christus zu sprechen. Das sieht man nicht nur an allem, worauf ich jetzt schon hingedeutet habe, sondern das sieht man auch an dem, was übriggeblieben ist bei Menschen, die sich nun wie aus dem Frischen, aus dem Neuen heraus eine Vorstellung des Christus-Geheimnisses machen wollen.
[ 3 ] Da haben wir gleich in den ersten Jahrhunderten der christlichen Entwickelung solche großen Geister, wie zum Beispiel Clemens von Alexandrien und Origenes, zwei eminente Geister. Wenn man sie von einem gewissen Standpunkte aus charakterisieren will, diesen Clemens von Alexandrien, der also auf die Gnostiker folgte, als die Gnosis schon herabgedämmert war, ebenso Origenes, dann muß man sagen, sie bestreben sich, zu erkennen: Wie ist es denn eigentlich mit diesem Mysterium von Golgatha? Wir haben es auf der einen Seite zu tun mit dem Christus — das wußten sie noch. Dieser Christus kann nur als ein Geistwesen begriffen werden, das mit dem Geistigen, mit den übersinnlichen Impulsen zu tun hat. Dieser Christus steigt herunter aus kosmischen Geistregionen. — Sie wußten nicht mehr ordentlich, wie die alte Gnosis den Christus hat begreifen können, aber sie wußten, er muß mit geistigen Fähigkeiten als ein Geistwesen begriffen werden. Das wußten sie von dem Christus. Auf der andern Seite war ihnen der Jesus eine historische Persönlichkeit. Eine geschichtliche Tatsache war ihnen das Erscheinen des Jesus. Es war vor so und so viel Jahren, sagten sie sich, in einem gewissen Teile Vorderasiens eine Persönlichkeit geboren worden, Jesus, die der Christus-Träger war, ein Mensch, in dem der Gott anwesend war. Das wurde für sie die Rätselfrage. Wir haben es zu tun in der geschichtlichen Entwickelung mit einer historischen Persönlichkeit, so sagten sie sich, wir haben es zu tun im Geistbegreifen mit dem Christus. Wie sollte man sich das Vereinigtsein der beiden denken? Und bei so eminenten, bei so großen Geistern, wie Clemens von Alexandrien, wie Origenes es sind, sehen wir ein Ringen, ein Kämpfen damit: begreifen zu können, wie der Christus in dem Jesus ist, darin ist.
[ 3 ] Da haben wir gleich in den ersten Jahrhunderten der christlichen Entwickelung solche großen Geister, wie zum Beispiel Clemens von Alexandrien und Origenes, zwei eminente Geister. Wenn man sie von einem gewissen Standpunkte aus charakterisieren will, diesen Clemens von Alexandrien, der also auf die Gnostiker folgte, als die Gnosis schon herabgedämmert war, ebenso Origenes, dann muß man sagen, sie bestreben sich, zu erkennen: Wie ist es denn eigentlich mit diesem Mysterium von Golgatha? Wir haben es auf der einen Seite zu tun mit dem Christus — das wußten sie noch. Dieser Christus kann nur als ein Geistwesen begriffen werden, das mit dem Geistigen, mit den übersinnlichen Impulsen zu tun hat. Dieser Christus steigt herunter aus kosmischen Geistregionen. — Sie wußten nicht mehr ordentlich, wie die alte Gnosis den Christus hat begreifen können, aber sie wußten, er muß mit geistigen Fähigkeiten als ein Geistwesen begriffen werden. Das wußten sie von dem Christus. Auf der andern Seite war ihnen der Jesus eine historische Persönlichkeit. Eine geschichtliche Tatsache war ihnen das Erscheinen des Jesus. Es war vor so und so viel Jahren, sagten sie sich, in einem gewissen Teile Vorderasiens eine Persönlichkeit geboren worden, Jesus, die der Christus-Träger war, ein Mensch, in dem der Gott anwesend war. Das wurde für sie die Rätselfrage. Wir haben es zu tun in der geschichtlichen Entwickelung mit einer historischen Persönlichkeit, so sagten sie sich, wir haben es zu tun im Geistbegreifen mit dem Christus. Wie sollte man sich das Vereinigtsein der beiden denken? Und bei so eminenten, bei so großen Geistern, wie Clemens von Alexandrien, wie Origenes es sind, sehen wir ein Ringen, ein Kämpfen damit: begreifen zu können, wie der Christus in dem Jesus ist, darin ist.
[ 4 ] Wenn wir zunächst auf Clemens von Alexandrien hinsehen, welcher der Katechetenschule von Alexandrien vorstand, wo diejenigen ausgebildet wurden, die zu christlichen Lehrern gehalten und gemacht werden sollten, wenn wir hinsehen auf diese bedeutsame Persönlichkeit, so finden wir unter dem, was diese Persönlichkeit lehrt, etwa das Folgende. Clemens von Alexandrien sagte sich: Der Christus gehört unter diejenigen Kräfte, die schon bei der Schöpfung der Erde tätig waren, selbstverständlich, er gehört der geistigen Welt an. Er ist durch den Leib des Jesus von Nazareth in die Erdenentwickelung eingetreten. So also richtete Clemens von Alexandrien seinen Blick zunächst auf den Christus als das Geistwesen, suchte ihn zu begreifen in Geistregionen. Nun wußte Clemens von Alexandrien auch das Folgende, was wir auch öfter schon betont haben. Er wußte, der Christus war für die Menschen eigentlich immer da, aber nicht in der Erdenregion, sondern diejenigen konnten nur zu ihm gelangen, die Kräfte in sich entwickelten durch die Mysterien, vermöge welcher sie herauskommen konnten aus dem Leibe. Wenn sie, die Menschen, aus dem Leibe herauskamen durch die Mysterienkräfte und in die geistigen Regionen hineinkamen, so erkannten sie den Christus und sie empfanden ihn als denjenigen, der da kommen werde. Das wußte Clemens von Alexandrien. Er wußte, daß in den alten Mysterien von dem Christus als dem Kommenden, der noch nicht mit der Erdenentwickelung vereinigt ist, gesprochen worden ist. Das drückte er so aus: Gewiß, die Menschen wurden dazu inspiriert, den Christus zu erwarten. Und er ging so weit, daß er sagte: Namentlich an zwei Punkten der geistigen Menschheitsentwickelung wurde das gepflegt, was vorbereiten konnte für das Herabkommen des Christus. Clemens von Alexandrien sagte: Auf der einen Seite wurde es gepflegt durch Moses und die Propheten. Was durch Moses und die Propheten in die Welt kam, sagte er, das war eine Vorbereitung. Die Menschen sollten zuerst dasjenige erfahren, was durch Moses und die Propheten kam, damit sie dann mit Hilfe eines eigenen Empfindens ein Gefühl dafür haben können: Wir haben den Christus. Das sollten sie gerade vorstellen. Also von der alten gnostischen Weisheit wußte er nichts, oder wenigstens, er wandte sie nicht an. Aber von dem, was in die menschlichen Fähigkeiten gekommen ist durch Moses und die Propheten, von dem sagte er, daß es «Vorbereitung» ist. Und dann — das ist sehr bedeutsam — als ein Zweites, was vorbereiten sollte neben Moses und den Propheten, führte Clemens von Alexandrien die griechische Philosophie an: Plato und Aristoteles — die griechische Philosophie. Er sagte gleichsam: Moses und die Propheten und die griechische Philosophie sind dazu dagewesen, um die Menschen vorzubereiten auf das Ereignis, auf die Tatsache des Mysteriums von Golgatha.
[ 4 ] Wenn wir zunächst auf Clemens von Alexandrien hinsehen, welcher der Katechetenschule von Alexandrien vorstand, wo diejenigen ausgebildet wurden, die zu christlichen Lehrern gehalten und gemacht werden sollten, wenn wir hinsehen auf diese bedeutsame Persönlichkeit, so finden wir unter dem, was diese Persönlichkeit lehrt, etwa das Folgende. Clemens von Alexandrien sagte sich: Der Christus gehört unter diejenigen Kräfte, die schon bei der Schöpfung der Erde tätig waren, selbstverständlich, er gehört der geistigen Welt an. Er ist durch den Leib des Jesus von Nazareth in die Erdenentwickelung eingetreten. So also richtete Clemens von Alexandrien seinen Blick zunächst auf den Christus als das Geistwesen, suchte ihn zu begreifen in Geistregionen. Nun wußte Clemens von Alexandrien auch das Folgende, was wir auch öfter schon betont haben. Er wußte, der Christus war für die Menschen eigentlich immer da, aber nicht in der Erdenregion, sondern diejenigen konnten nur zu ihm gelangen, die Kräfte in sich entwickelten durch die Mysterien, vermöge welcher sie herauskommen konnten aus dem Leibe. Wenn sie, die Menschen, aus dem Leibe herauskamen durch die Mysterienkräfte und in die geistigen Regionen hineinkamen, so erkannten sie den Christus und sie empfanden ihn als denjenigen, der da kommen werde. Das wußte Clemens von Alexandrien. Er wußte, daß in den alten Mysterien von dem Christus als dem Kommenden, der noch nicht mit der Erdenentwickelung vereinigt ist, gesprochen worden ist. Das drückte er so aus: Gewiß, die Menschen wurden dazu inspiriert, den Christus zu erwarten. Und er ging so weit, daß er sagte: Namentlich an zwei Punkten der geistigen Menschheitsentwickelung wurde das gepflegt, was vorbereiten konnte für das Herabkommen des Christus. Clemens von Alexandrien sagte: Auf der einen Seite wurde es gepflegt durch Moses und die Propheten. Was durch Moses und die Propheten in die Welt kam, sagte er, das war eine Vorbereitung. Die Menschen sollten zuerst dasjenige erfahren, was durch Moses und die Propheten kam, damit sie dann mit Hilfe eines eigenen Empfindens ein Gefühl dafür haben können: Wir haben den Christus. Das sollten sie gerade vorstellen. Also von der alten gnostischen Weisheit wußte er nichts, oder wenigstens, er wandte sie nicht an. Aber von dem, was in die menschlichen Fähigkeiten gekommen ist durch Moses und die Propheten, von dem sagte er, daß es «Vorbereitung» ist. Und dann — das ist sehr bedeutsam — als ein Zweites, was vorbereiten sollte neben Moses und den Propheten, führte Clemens von Alexandrien die griechische Philosophie an: Plato und Aristoteles — die griechische Philosophie. Er sagte gleichsam: Moses und die Propheten und die griechische Philosophie sind dazu dagewesen, um die Menschen vorzubereiten auf das Ereignis, auf die Tatsache des Mysteriums von Golgatha.
[ 5 ] Und wiederum Origenes sagte sich: Wir haben es zu tun mit dem Christus: mit dem Christus, der als Geistwesen von geistigen Kräften verstanden werden kann, wir haben es zu tun mit dem historischen Jesus, mit jener Persönlichkeit, die einmal als eine wirkliche, der Sinnenwelt angehörige Persönlichkeit da war. Wie kommen die zwei zusammen — der Gott mit dem Menschen? Wie entsteht der Gottmensch? — Und Origenes machte sich eine Theorie zurecht. Er sagte sich: So ohne weiteres kann der Gott nicht in dem physischen Menschen wohnen, sondern es mußte zuerst in dem Jesus eine besondere Seele sein, damit diese Seele vermitteln kann den Gott mit dem Menschen, also den Gott als reines Geisteswesen mit dem physischen Menschen. Da fügte er die Seele hinein. — Und so unterschied er im Christus Jesus den Gott, das reine Pneumawesen, das reine Geistwesen, dann die Psyche, die Seele, und den physischen Leib des Jesus von Nazareth. Er suchte sich also eine Vorstellung zu bilden, wie der Christus in dem Jesus von Nazareth sein konnte. Er hatte nicht mehr die alte Gnosis, um das Verweilen des Christus auf der Erde und das Verbinden des Christus mit der Erdenevolution sich vorzustellen. Man mußte aus dem Frischen, aus dem Neuen heraus arbeiten. Man strengte sich an, um das zu erreichen. Also gerade als der Christus als reales Wesen sich mit der Erdenentwickelung vereinigt hatte, hatten die Menschen die größten Schwierigkeiten, diese Tatsache überhaupt zu verstehen. Die Fähigkeiten waren im allergeringsten Maße vorhanden.
[ 5 ] Und wiederum Origenes sagte sich: Wir haben es zu tun mit dem Christus: mit dem Christus, der als Geistwesen von geistigen Kräften verstanden werden kann, wir haben es zu tun mit dem historischen Jesus, mit jener Persönlichkeit, die einmal als eine wirkliche, der Sinnenwelt angehörige Persönlichkeit da war. Wie kommen die zwei zusammen — der Gott mit dem Menschen? Wie entsteht der Gottmensch? — Und Origenes machte sich eine Theorie zurecht. Er sagte sich: So ohne weiteres kann der Gott nicht in dem physischen Menschen wohnen, sondern es mußte zuerst in dem Jesus eine besondere Seele sein, damit diese Seele vermitteln kann den Gott mit dem Menschen, also den Gott als reines Geisteswesen mit dem physischen Menschen. Da fügte er die Seele hinein. — Und so unterschied er im Christus Jesus den Gott, das reine Pneumawesen, das reine Geistwesen, dann die Psyche, die Seele, und den physischen Leib des Jesus von Nazareth. Er suchte sich also eine Vorstellung zu bilden, wie der Christus in dem Jesus von Nazareth sein konnte. Er hatte nicht mehr die alte Gnosis, um das Verweilen des Christus auf der Erde und das Verbinden des Christus mit der Erdenevolution sich vorzustellen. Man mußte aus dem Frischen, aus dem Neuen heraus arbeiten. Man strengte sich an, um das zu erreichen. Also gerade als der Christus als reales Wesen sich mit der Erdenentwickelung vereinigt hatte, hatten die Menschen die größten Schwierigkeiten, diese Tatsache überhaupt zu verstehen. Die Fähigkeiten waren im allergeringsten Maße vorhanden.
[ 6 ] Und warum das war, davon hatte Clemens von Alexandrien auch noch wenigstens eine Spur von Verständnis. Er sagte sich: Wodurch sind denn diese alten Mysterienleute inspiriert worden? Dadurch, sagte sich Clemens von Alexandrien, sind diese alten Mysterienleute inspiriert worden, daß der Christus auch auf sie gewirkt hat, aber überirdisch, wenn sie aus sich herausgekommen sind. Das geschah dadurch, wie Clemens von Alexandrien es ganz deutlich ausspricht, daß er ihnen die Engel geschickt hat. So daß Clemens von Alexandrien es geradezu aussprach: Wenn im Alten Testament von dem Erscheinen eines Engels geredet ist, so bedeutete das: der Christus schickt diesen Engel. Ja, Clemens von Alexandrien läßt es ausdrücklich durchmerken: Wenn Jahve im brennenden Dornbusch dem Moses erscheint, so ist es auch eigentlich der Christus, der da erscheint, der erscheint durch die irdisch-seelisch-geistige Erscheinung. So daß Clemens von Alexandrien das ausdrücklich ausspricht: Im Altertum, vor dem Mysterium von Golgatha, ist der Christus durch die Engel den Menschen erschienen. Wenn sie sich fähig machen konnten, die Botschaft der Engel zu vernehmen, dann standen sie eigentlich dem Christus selbst als Entkörperte, initiierte Entkörperte der höheren Welt gegenüber.
[ 6 ] Und warum das war, davon hatte Clemens von Alexandrien auch noch wenigstens eine Spur von Verständnis. Er sagte sich: Wodurch sind denn diese alten Mysterienleute inspiriert worden? Dadurch, sagte sich Clemens von Alexandrien, sind diese alten Mysterienleute inspiriert worden, daß der Christus auch auf sie gewirkt hat, aber überirdisch, wenn sie aus sich herausgekommen sind. Das geschah dadurch, wie Clemens von Alexandrien es ganz deutlich ausspricht, daß er ihnen die Engel geschickt hat. So daß Clemens von Alexandrien es geradezu aussprach: Wenn im Alten Testament von dem Erscheinen eines Engels geredet ist, so bedeutete das: der Christus schickt diesen Engel. Ja, Clemens von Alexandrien läßt es ausdrücklich durchmerken: Wenn Jahve im brennenden Dornbusch dem Moses erscheint, so ist es auch eigentlich der Christus, der da erscheint, der erscheint durch die irdisch-seelisch-geistige Erscheinung. So daß Clemens von Alexandrien das ausdrücklich ausspricht: Im Altertum, vor dem Mysterium von Golgatha, ist der Christus durch die Engel den Menschen erschienen. Wenn sie sich fähig machen konnten, die Botschaft der Engel zu vernehmen, dann standen sie eigentlich dem Christus selbst als Entkörperte, initiierte Entkörperte der höheren Welt gegenüber.
[ 7 ] Also so weit ging noch Clemens von Alexandrien. Und dann sagte er — das ist wiederum bei ihm noch enthalten —: Im Fortschritt der Zeitentwickelung ist der Christus übergegangen von der Engelnatur zur Sohnnatur. Er ist Sohn geworden. Er konnte sich früher manifestieren, offenbaren durch die Engel oder als Engel, als eine Fülle von Engeln, als viele Engel. Wenn er dem einen erscheinen wollte als der Engel, wenn er andern erscheinen wollte als anderer Engel, so ist er durch viele Gestalten erschienen. Dann erschien er durch die eine Gestalt: der Sohn.
[ 7 ] Also so weit ging noch Clemens von Alexandrien. Und dann sagte er — das ist wiederum bei ihm noch enthalten —: Im Fortschritt der Zeitentwickelung ist der Christus übergegangen von der Engelnatur zur Sohnnatur. Er ist Sohn geworden. Er konnte sich früher manifestieren, offenbaren durch die Engel oder als Engel, als eine Fülle von Engeln, als viele Engel. Wenn er dem einen erscheinen wollte als der Engel, wenn er andern erscheinen wollte als anderer Engel, so ist er durch viele Gestalten erschienen. Dann erschien er durch die eine Gestalt: der Sohn.
[ 8 ] Da tritt ein sehr wichtiges Element auf. Beachten Sie das wohl, das ist außerordentlich wichtig! Clemens von Alexandrien steht noch auf dem Standpunkt, daß er sagt: Der Christus war schon da vor dem Mysterium von Golgatha in den Geistregionen. Er war so weit, daß er sich durch Engel, durch Boten kundgeben konnte. Aber er kam weiter, er kam dazu, sich als Sohn ausleben zu können. Das ist außerordentlich wichtig.
[ 8 ] Da tritt ein sehr wichtiges Element auf. Beachten Sie das wohl, das ist außerordentlich wichtig! Clemens von Alexandrien steht noch auf dem Standpunkt, daß er sagt: Der Christus war schon da vor dem Mysterium von Golgatha in den Geistregionen. Er war so weit, daß er sich durch Engel, durch Boten kundgeben konnte. Aber er kam weiter, er kam dazu, sich als Sohn ausleben zu können. Das ist außerordentlich wichtig.
[ 9 ] Was tritt denn da eigentlich ein in das menschliche Verständnis? — Wenn wir diese ganze alte Gnosis durchgehen, so hat sie eine Eigentümlichkeit. Wenn ich Ihnen zum Beispiel ein Schema von dieser Gnosis aufzeichnen wollte, könnte ich folgendes sagen: Diese Gnosis stellt sich eine Person der Evolution vor, die ausging von dem Vater, dem Urvater, von der sogenannten Stille oder «iyn, von dem Urgeist. Da gaben diese alten Gnostiker dreißig verschiedene solche Stufen an. Die nannten sie Äonen. Also dreißig könnte ich hier angeben. Nun gewissermaßen eine zweite Strömung; während die erste Strömung geistig ist, gaben sie eine zweite Strömung an, die seelisch ist. Innerhalb dieser Strömung kannten sie die zwei Hauptursprungsäonen in dem Christus und in der Sophia. Dann kamen wiederum eine Anzahl von Äonen. Und eine dritte Strömung gaben sie an: den Demiurg mit der Materie. Und diese fanden sich zusammen und bildeten den Menschen.
[ 9 ] Was tritt denn da eigentlich ein in das menschliche Verständnis? — Wenn wir diese ganze alte Gnosis durchgehen, so hat sie eine Eigentümlichkeit. Wenn ich Ihnen zum Beispiel ein Schema von dieser Gnosis aufzeichnen wollte, könnte ich folgendes sagen: Diese Gnosis stellt sich eine Person der Evolution vor, die ausging von dem Vater, dem Urvater, von der sogenannten Stille oder «iyn, von dem Urgeist. Da gaben diese alten Gnostiker dreißig verschiedene solche Stufen an. Die nannten sie Äonen. Also dreißig könnte ich hier angeben. Nun gewissermaßen eine zweite Strömung; während die erste Strömung geistig ist, gaben sie eine zweite Strömung an, die seelisch ist. Innerhalb dieser Strömung kannten sie die zwei Hauptursprungsäonen in dem Christus und in der Sophia. Dann kamen wiederum eine Anzahl von Äonen. Und eine dritte Strömung gaben sie an: den Demiurg mit der Materie. Und diese fanden sich zusammen und bildeten den Menschen.
[ 10 ] Solche Schemen kann man aus der Vorstellungsweise machen, die diese Gnostiker hatten. Diese Vorstellungen sind nicht ganz unwirklich, nicht ganz irreal, denn der Mensch ist ein kompliziertes Wesen. Als ich einmal vorgetragen habe, wie viele sieben Teile es im Menschen gibt — Sie haben es in einem der Norweger Zyklen enthalten, ich glaube, er heißt «Der Mensch im Lichte von Okkultismus, Theosophie und Philosophie» —, da waren unsere lieben Freunde ganz betroffen, wie viel, viel Unterschiedlichkeiten eigentlich im Menschen aufgesucht werden müssen. Diese Unterschiedlichkeiten erinnern an dasjenige, was die Gnostiker von ihrem Standpunkte aus schon gewußt haben. Aber wenn man an diese Gnosis herantritt, immer ist eins darin: es spielt darin wenig der Zeitbegriff. Man kann durch Raumesschemen das Gnostische ausdrücken. Der Zeitbegriff spielt keine besondere Rolle, wenigstens durchdringt man ihn nicht verständnisvoll. Und insoferne ist doch nun ein Fortschritt von der Gnosis zu Clemens von Alexandrien. Wenn auch die ganze umfassende Fülle der Geistesweisheit verlorengegangen ist, war dennoch ein Fortschritt zu Clemens von Alexandrien, indem er den Zeitbegriff in die Entwickelung des Christus hineinbrachte und sagte: Der Christus gab sich früher, konnte sich früher kundgeben durch Engel, dann als Sohn, indem er selber fortgeschritten war. EntwickeJung kam hinein, das ist das Bedeutsame. Man kann es nicht oft genug betonen, daß dazu die abendländische Kulturentwickelung da war, den Zeitbegriff dann in die Weltanschauung in der richtigen Weise hineinzubringen, den Entwickelungsgedanken in der richtigen Weise zu verstehen. Das ist so wichtig, das ist von durchgreifender Wichtigkeit, hinzuschauen auf die Entwickelung und zu sehen, wie der Christus sich ursprünglich nur durch die Engel kundgeben konnte, und dann, nachdem er durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, als Sohn erscheint. Durch die Engel ist er der Botschafter von etwas, was außerhalb der Welt ist und die Welt allerdings durchdringt, was aber, wenn es erkannt werden soll, von außerhalb der Welt her erkannt werden muß: Bote, Später, als er als Sohn erscheint, durchdringt er alles. Wie der Sohn eines Blutes ist, eins mit dem Vater ist innerhalb der physischen Welt, so ist der Geist-Sohn eines Wesens vorzustellen mit dem Vater in der geistigen Welt. Sohn sein ist etwas anderes, als bloß Engel sein. Wenn also diese Wesenheit sich als Sohn offenbart, ist es ein Fortschritt gegenüber der früheren Offenbarung, wo er sich nur als Engel, als Bote, offenbaren konnte.
[ 10 ] Solche Schemen kann man aus der Vorstellungsweise machen, die diese Gnostiker hatten. Diese Vorstellungen sind nicht ganz unwirklich, nicht ganz irreal, denn der Mensch ist ein kompliziertes Wesen. Als ich einmal vorgetragen habe, wie viele sieben Teile es im Menschen gibt — Sie haben es in einem der Norweger Zyklen enthalten, ich glaube, er heißt «Der Mensch im Lichte von Okkultismus, Theosophie und Philosophie» —, da waren unsere lieben Freunde ganz betroffen, wie viel, viel Unterschiedlichkeiten eigentlich im Menschen aufgesucht werden müssen. Diese Unterschiedlichkeiten erinnern an dasjenige, was die Gnostiker von ihrem Standpunkte aus schon gewußt haben. Aber wenn man an diese Gnosis herantritt, immer ist eins darin: es spielt darin wenig der Zeitbegriff. Man kann durch Raumesschemen das Gnostische ausdrücken. Der Zeitbegriff spielt keine besondere Rolle, wenigstens durchdringt man ihn nicht verständnisvoll. Und insoferne ist doch nun ein Fortschritt von der Gnosis zu Clemens von Alexandrien. Wenn auch die ganze umfassende Fülle der Geistesweisheit verlorengegangen ist, war dennoch ein Fortschritt zu Clemens von Alexandrien, indem er den Zeitbegriff in die Entwickelung des Christus hineinbrachte und sagte: Der Christus gab sich früher, konnte sich früher kundgeben durch Engel, dann als Sohn, indem er selber fortgeschritten war. EntwickeJung kam hinein, das ist das Bedeutsame. Man kann es nicht oft genug betonen, daß dazu die abendländische Kulturentwickelung da war, den Zeitbegriff dann in die Weltanschauung in der richtigen Weise hineinzubringen, den Entwickelungsgedanken in der richtigen Weise zu verstehen. Das ist so wichtig, das ist von durchgreifender Wichtigkeit, hinzuschauen auf die Entwickelung und zu sehen, wie der Christus sich ursprünglich nur durch die Engel kundgeben konnte, und dann, nachdem er durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, als Sohn erscheint. Durch die Engel ist er der Botschafter von etwas, was außerhalb der Welt ist und die Welt allerdings durchdringt, was aber, wenn es erkannt werden soll, von außerhalb der Welt her erkannt werden muß: Bote, Später, als er als Sohn erscheint, durchdringt er alles. Wie der Sohn eines Blutes ist, eins mit dem Vater ist innerhalb der physischen Welt, so ist der Geist-Sohn eines Wesens vorzustellen mit dem Vater in der geistigen Welt. Sohn sein ist etwas anderes, als bloß Engel sein. Wenn also diese Wesenheit sich als Sohn offenbart, ist es ein Fortschritt gegenüber der früheren Offenbarung, wo er sich nur als Engel, als Bote, offenbaren konnte.
[ 11 ] Man hatte also im Christlichen eine Art weitergehenden Verständnisses, als noch das Verständnis war innerhalb der alten Gnosis. Aber man brauchte, ich möchte sagen, die Nachwirkungen der Gnosis noch, um auch nur das zu sagen, was Clemens von Alexandrien sagte. Als die Gnosis allmählich ganz verschwand, konnte man auch das nicht mehr sagen, was Clemens und was Origenes sagten. Man kam immer mehr dazu, sich hineinzufinden in jene Impulse, die die Impulse der späteren Zeit waren, in die rein materialistischen Impulse. Und so kam es, daß die Lehre des Origenes verdammt wurde. Sie wurde für ketzerisch erklärt. Das Element, das es ausmachte, daß sie für ketzerisch erklärt wurde, besteht namentlich darinnen, daß man verzichten wollte auf ein solches, vom Menschen selber und seinen Kräften herkommendes Verstehen der Sache. Man fühlte: das kann nicht mehr da sein. Wie erscheint uns die Sache aber jetzt? Wie muß sie uns erscheinen? Wir sehen doch, daß eine alte Geistesweisheit sich auf dem Boden des alten Hellsehens ausgebreitet hatte. Das war da, es verschwindet allmählich. Innerhalb dieser Geistesweisheit war, wenn auch auf ein außerirdisches Wesen sich beziehend, eine Weisheit über den Christus da. Gerade als der Christus auf die Erde hinuntergestiegen war, war dies verschwunden. Der wirkliche Christus war mit der Erde verbunden. Das Wissen von dem Christus war verschwunden in der Zeit. Da haben Sie noch einen Fall im Großen, den ich Sie bitte, nur richtig anzuschauen. Wir können über die damals bekannte Erde hin den Blick richten, über die Erde vor dem Mysterium von Golgatha. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr Wissen von dem Christus finden wir, wenn es auch der Christus ist, der in übersinnlichen Regionen gedacht werden muß. Aber es ist ein Wissen, das nur durch Engel vermittelt werden kann. Das ist Evolution. Dieses Wissen, diese Vorstellung von dem Christus ist auf viele Menschen verteilt. Es lebte der Christus als der Inspirator vieler Menschen: Evolution.
[ 11 ] Man hatte also im Christlichen eine Art weitergehenden Verständnisses, als noch das Verständnis war innerhalb der alten Gnosis. Aber man brauchte, ich möchte sagen, die Nachwirkungen der Gnosis noch, um auch nur das zu sagen, was Clemens von Alexandrien sagte. Als die Gnosis allmählich ganz verschwand, konnte man auch das nicht mehr sagen, was Clemens und was Origenes sagten. Man kam immer mehr dazu, sich hineinzufinden in jene Impulse, die die Impulse der späteren Zeit waren, in die rein materialistischen Impulse. Und so kam es, daß die Lehre des Origenes verdammt wurde. Sie wurde für ketzerisch erklärt. Das Element, das es ausmachte, daß sie für ketzerisch erklärt wurde, besteht namentlich darinnen, daß man verzichten wollte auf ein solches, vom Menschen selber und seinen Kräften herkommendes Verstehen der Sache. Man fühlte: das kann nicht mehr da sein. Wie erscheint uns die Sache aber jetzt? Wie muß sie uns erscheinen? Wir sehen doch, daß eine alte Geistesweisheit sich auf dem Boden des alten Hellsehens ausgebreitet hatte. Das war da, es verschwindet allmählich. Innerhalb dieser Geistesweisheit war, wenn auch auf ein außerirdisches Wesen sich beziehend, eine Weisheit über den Christus da. Gerade als der Christus auf die Erde hinuntergestiegen war, war dies verschwunden. Der wirkliche Christus war mit der Erde verbunden. Das Wissen von dem Christus war verschwunden in der Zeit. Da haben Sie noch einen Fall im Großen, den ich Sie bitte, nur richtig anzuschauen. Wir können über die damals bekannte Erde hin den Blick richten, über die Erde vor dem Mysterium von Golgatha. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr Wissen von dem Christus finden wir, wenn es auch der Christus ist, der in übersinnlichen Regionen gedacht werden muß. Aber es ist ein Wissen, das nur durch Engel vermittelt werden kann. Das ist Evolution. Dieses Wissen, diese Vorstellung von dem Christus ist auf viele Menschen verteilt. Es lebte der Christus als der Inspirator vieler Menschen: Evolution.
[ 12 ] Dieses Wissen geht langsam zurück, verschwindet, dämpft sich ab, und in dem einen Wesen, in dem Jesus von Nazareth, konzentriert sich alles das, was früher verteilt war. Denken Sie sich innerhalb der Evolution einen Tropfen der Christus-Innerlichkeit bei einem der Mysterienpriester, einem zweiten, dritten, vierten und so weiter, bei jedem der Mysterieneingeweihten würde man finden: er hat etwas von dem Christus in sich, wenn er mit seinem Geist aus seinem Leibe herausgeht. Der Christus ist vervielfältigt in ihnen. Das verschwindet alles. Und an einer einzigen Stelle, in dem Leib des Jesus von Nazareth, zieht sich das alles zusammen, was da verteilt war: Involution.
[ 12 ] Dieses Wissen geht langsam zurück, verschwindet, dämpft sich ab, und in dem einen Wesen, in dem Jesus von Nazareth, konzentriert sich alles das, was früher verteilt war. Denken Sie sich innerhalb der Evolution einen Tropfen der Christus-Innerlichkeit bei einem der Mysterienpriester, einem zweiten, dritten, vierten und so weiter, bei jedem der Mysterieneingeweihten würde man finden: er hat etwas von dem Christus in sich, wenn er mit seinem Geist aus seinem Leibe herausgeht. Der Christus ist vervielfältigt in ihnen. Das verschwindet alles. Und an einer einzigen Stelle, in dem Leib des Jesus von Nazareth, zieht sich das alles zusammen, was da verteilt war: Involution.
[ 13 ] Gerade das, was allen andern entzogen war, erschien in dem einen Leib. Und so sehen wir, so muß von der Erde verschwinden, was verteilt war, was in Evolution lebte, indem es sich auf den einen Punkt, auf den Leib des Jesus von Nazareth, konzentrierte. Das ist diese wichtige Tatsache. Innerhalb der bedeutsamsten Involution hört die Evolution auf. Jetzt beginnt also die Zeit, wo der Christus mit der Erde lebt, aber das Christus-Wissen nicht in der Erde lebt, das Christus-Wissen sich erst wiederum entwickeln muß.
[ 13 ] Gerade das, was allen andern entzogen war, erschien in dem einen Leib. Und so sehen wir, so muß von der Erde verschwinden, was verteilt war, was in Evolution lebte, indem es sich auf den einen Punkt, auf den Leib des Jesus von Nazareth, konzentrierte. Das ist diese wichtige Tatsache. Innerhalb der bedeutsamsten Involution hört die Evolution auf. Jetzt beginnt also die Zeit, wo der Christus mit der Erde lebt, aber das Christus-Wissen nicht in der Erde lebt, das Christus-Wissen sich erst wiederum entwickeln muß.
[ 14 ] Nun sind die großen Schwierigkeiten da, wir haben sie schon angedeutet: Auf der einen Seite hat man den Jesus, auf der andern Seite hat man den Christus. Und denken Sie, daß man die alte Weisheit von dem Zusammenhang im Menschen überhaupt doch verloren hat. Die ganze Zeit hat nichts davon gewußt, was es mit dem Menschen eigentlich für eine Bewandtnis hat. Jetzt erst wiederum gliedern wir den Menschen in physischen Leib, Ätherleib, Empfindungsseele und so weiter. Damit fangen wir erst wiederum an. Wir unterscheiden im einzelnen Menschen jetzt wiederum das Physisch-Irdische, das in der Vererbungslinie fortgeht, und das höhere Geistige, das aus geistigen Welten wieder hinunterstieg. Das hat Origenes nicht gewußt, das hat Clemens von Alexandrien nicht gewußt. Sie wußten nicht Bescheid über das Geistig-Seelische und Leibliche des einzelnen Menschen, der auf der Erde wandelt. Daher ergab sich für sie die Schwierigkeit, die einzelnen Glieder der Christus Jesus-Wesenheit zu verstehen. Das Wissen vom Menschen war verlorengegangen, daher diese Schwierigkeit, den Gottmenschen zu verstehen. Und so fiel das Wissen vom Jesus und das Wissen vom Christus immer mehr und mehr auseinander. Und es ist unendlich wichtig, damit man unsere Zeit verstehen kann, wie dies gleichsam auf die Zeit wiederum wirkt, insofern als in ihr dasjenige erscheinen muß, was unsere Geisteswissenschaft enthält. Es ist ungeheuer wichtig, gerade auf dieses Auseinanderfallen des Jesus und des Christus hinzublicken. Das ist eine ungemein ernste, eine ungemein wichtige Angelegenheit. Und sie tritt uns so vielfach entgegen.
[ 14 ] Nun sind die großen Schwierigkeiten da, wir haben sie schon angedeutet: Auf der einen Seite hat man den Jesus, auf der andern Seite hat man den Christus. Und denken Sie, daß man die alte Weisheit von dem Zusammenhang im Menschen überhaupt doch verloren hat. Die ganze Zeit hat nichts davon gewußt, was es mit dem Menschen eigentlich für eine Bewandtnis hat. Jetzt erst wiederum gliedern wir den Menschen in physischen Leib, Ätherleib, Empfindungsseele und so weiter. Damit fangen wir erst wiederum an. Wir unterscheiden im einzelnen Menschen jetzt wiederum das Physisch-Irdische, das in der Vererbungslinie fortgeht, und das höhere Geistige, das aus geistigen Welten wieder hinunterstieg. Das hat Origenes nicht gewußt, das hat Clemens von Alexandrien nicht gewußt. Sie wußten nicht Bescheid über das Geistig-Seelische und Leibliche des einzelnen Menschen, der auf der Erde wandelt. Daher ergab sich für sie die Schwierigkeit, die einzelnen Glieder der Christus Jesus-Wesenheit zu verstehen. Das Wissen vom Menschen war verlorengegangen, daher diese Schwierigkeit, den Gottmenschen zu verstehen. Und so fiel das Wissen vom Jesus und das Wissen vom Christus immer mehr und mehr auseinander. Und es ist unendlich wichtig, damit man unsere Zeit verstehen kann, wie dies gleichsam auf die Zeit wiederum wirkt, insofern als in ihr dasjenige erscheinen muß, was unsere Geisteswissenschaft enthält. Es ist ungeheuer wichtig, gerade auf dieses Auseinanderfallen des Jesus und des Christus hinzublicken. Das ist eine ungemein ernste, eine ungemein wichtige Angelegenheit. Und sie tritt uns so vielfach entgegen.
[ 15 ] Diese Weihnachtsspiele, wir haben sie an uns vorübergehen sehen. Wir fühlten bei dem einen Weihnachtsspiel noch etwas nach von dem Christus; bei dem zweiten; die reine Jesus-Gestalt bei dem ersten, bei dem einfach-primitiven. Man kann sagen: allmählich hat sich das Jesus-Kind, also der Ausgangspunkt des Jesus, die Gemüter der Menschen erobert. In der Mitte des Mittelalters beginnt das erst, daß man auf das Kind hinblickt. Vorher haben die Christen an dem Meßopfer teilgenommen, sie haben von dem Mysterium gehört, daß der Christus durch den Tod gegangen ist, die Paulinische Lehre und so weiter. Aber die Bibel war nicht populär, die Bibel war ja nur in den Händen der Priester. Die Gläubigen hatten an dem Meßopfer teilzunehmen, das ihnen noch dazu in der lateinischen Sprache geboten wurde. Aber eine Teilnahme an den Vorgängen der heiligen Handlung gab es nicht. Und dasjenige, was in den Evangelien enthalten ist, eroberte sich erst nach und nach die Gemüter, die Seelen. Und so konnten erst wirklich von der Mitte des Mittelalters ab solche Spiele, solche Darstellungen des Erscheinens des Jesus und so weiter den Leuten geboten werden. Heute hat man eigentlich die Vorstellung: Das Mysterium von Golgatha war, und von da ab hätten die Menschen etwas von diesem Mysterium von Golgatha gewußt. Ja, was sie wußten, war, daß eben der Christus am Kreuze gestorben ist. Vorzüglich das Osterereignis haben die Leute empfunden. Aber das Weihnachtsereignis war ganz unbekannt, das schlich sich erst ganz langsam und allmählich in die Gemüter, in die Herzen der Menschen hinein. Das war die äußere Seite, wie man im Bilde kennenlernte, was in Palästina geschehen war. Erst nach und nach, durch die dramatische Vorführung, machte man sich Vorstellungen von dem, was da geschehen war in Palästina. Es war die Seite des Jesus-Geheimnisses. Es war in derselben Zeit, bedenken Sie doch, daß es in derselben Zeit war, als auf der andern Seite in der Mystik Tauler, Meister Eckhart und die andern den Christus wiederum gesucht haben, durch Mystik den Christus gesucht haben. So daß wir auf der einen Seite haben das erste Aufgehen der Weihnachtsspiele: der Jesus wird gesucht so äußerlich wie möglich, nämlich in unmittelbar äußerer Darstellung — der Jesus wird gesucht — und die Mystiker suchen den Christus, sie suchen die Seele so weit zu entwickeln, daß sie den Christus in sich aufgehen sehen, den ganz umgestalteten, ganz weltfernen, rein geistigen Christus suchen sie in der Seele zu erfahren. Die Mystik auf der einen Seite, die Weihnachtsspiele auf der andern Seite — der Jesus und der Christus auf zwei verschiedenen, weit auseinanderliegenden Wegen zu gleicher Zeit gesucht! Was bei Origenes eine theoretische Schwierigkeit war, das Nichtzusammenbringen-Können des Christus mit dem Jesus, da tritt es uns entgegen in den Dörfern draußen. Bei dem Volk wird der Jesus in der Kindheitsform gezeigt. Die tiefen Mystiker suchen den Christus, indem sie ihre eigene Seele bis zum innerlichen Erfühlen, fast bis zum innerlichen Ertasten des Christus führen wollen. Aber wo ist eine Verbindung? Wo ist sie, diese Verbindung? Die Dinge gehen nebeneinander. Denken Sie, wie weit das abliegt, was der einfache Mensch, das einfache Auge sieht in den Weihnachtsspielen, von der tiefsinnigen Mystik eines Meister Eckhart oder eines Johannes Tauler. Aber die Anfänge der Weihnachtsspiele fallen in die Zeit hinein. Die Mystik lebt sich auch weiter fort.
[ 15 ] Diese Weihnachtsspiele, wir haben sie an uns vorübergehen sehen. Wir fühlten bei dem einen Weihnachtsspiel noch etwas nach von dem Christus; bei dem zweiten; die reine Jesus-Gestalt bei dem ersten, bei dem einfach-primitiven. Man kann sagen: allmählich hat sich das Jesus-Kind, also der Ausgangspunkt des Jesus, die Gemüter der Menschen erobert. In der Mitte des Mittelalters beginnt das erst, daß man auf das Kind hinblickt. Vorher haben die Christen an dem Meßopfer teilgenommen, sie haben von dem Mysterium gehört, daß der Christus durch den Tod gegangen ist, die Paulinische Lehre und so weiter. Aber die Bibel war nicht populär, die Bibel war ja nur in den Händen der Priester. Die Gläubigen hatten an dem Meßopfer teilzunehmen, das ihnen noch dazu in der lateinischen Sprache geboten wurde. Aber eine Teilnahme an den Vorgängen der heiligen Handlung gab es nicht. Und dasjenige, was in den Evangelien enthalten ist, eroberte sich erst nach und nach die Gemüter, die Seelen. Und so konnten erst wirklich von der Mitte des Mittelalters ab solche Spiele, solche Darstellungen des Erscheinens des Jesus und so weiter den Leuten geboten werden. Heute hat man eigentlich die Vorstellung: Das Mysterium von Golgatha war, und von da ab hätten die Menschen etwas von diesem Mysterium von Golgatha gewußt. Ja, was sie wußten, war, daß eben der Christus am Kreuze gestorben ist. Vorzüglich das Osterereignis haben die Leute empfunden. Aber das Weihnachtsereignis war ganz unbekannt, das schlich sich erst ganz langsam und allmählich in die Gemüter, in die Herzen der Menschen hinein. Das war die äußere Seite, wie man im Bilde kennenlernte, was in Palästina geschehen war. Erst nach und nach, durch die dramatische Vorführung, machte man sich Vorstellungen von dem, was da geschehen war in Palästina. Es war die Seite des Jesus-Geheimnisses. Es war in derselben Zeit, bedenken Sie doch, daß es in derselben Zeit war, als auf der andern Seite in der Mystik Tauler, Meister Eckhart und die andern den Christus wiederum gesucht haben, durch Mystik den Christus gesucht haben. So daß wir auf der einen Seite haben das erste Aufgehen der Weihnachtsspiele: der Jesus wird gesucht so äußerlich wie möglich, nämlich in unmittelbar äußerer Darstellung — der Jesus wird gesucht — und die Mystiker suchen den Christus, sie suchen die Seele so weit zu entwickeln, daß sie den Christus in sich aufgehen sehen, den ganz umgestalteten, ganz weltfernen, rein geistigen Christus suchen sie in der Seele zu erfahren. Die Mystik auf der einen Seite, die Weihnachtsspiele auf der andern Seite — der Jesus und der Christus auf zwei verschiedenen, weit auseinanderliegenden Wegen zu gleicher Zeit gesucht! Was bei Origenes eine theoretische Schwierigkeit war, das Nichtzusammenbringen-Können des Christus mit dem Jesus, da tritt es uns entgegen in den Dörfern draußen. Bei dem Volk wird der Jesus in der Kindheitsform gezeigt. Die tiefen Mystiker suchen den Christus, indem sie ihre eigene Seele bis zum innerlichen Erfühlen, fast bis zum innerlichen Ertasten des Christus führen wollen. Aber wo ist eine Verbindung? Wo ist sie, diese Verbindung? Die Dinge gehen nebeneinander. Denken Sie, wie weit das abliegt, was der einfache Mensch, das einfache Auge sieht in den Weihnachtsspielen, von der tiefsinnigen Mystik eines Meister Eckhart oder eines Johannes Tauler. Aber die Anfänge der Weihnachtsspiele fallen in die Zeit hinein. Die Mystik lebt sich auch weiter fort.
[ 16 ] Und in unserer Zeit heute — denken Sie, was für viele Theologen das ganze Mysterium von Golgatha geworden ist! Nehmen Sie an: Diejenigen, die fortgeschrittenste Theologen sind, auf was sehen denn die eigentlich? Sie sehen darauf, daß einmal im Beginne unserer Zeitrechnung in Nazareth oder Bethlehem oder irgendwo ein auserlesener Mensch geboren worden ist, auserlesen ganz besonders dazu, des Menschen Zusammenhang mit der geistigen Welt nach und nach in sich zu erfühlen, ein edler Mensch — der edelste Mensch, ein so edler Mensch, daß man schon sagen kann, er war fast — und sogar — nicht wahr, da hapert die Geschichte ein bißchen! Man weiß sich da nicht zurechtzufinden, was man nun noch sagen soll dazu, daß er im Laufe des Christentums doch ganz als ein Gott aufgefaßt war. Und da windet man sich und dreht sich, und da kommen all die Euckenismen und Harnackismen, die so — ja, man kann es nicht fassen, aber man will auf irgendeine Weise gescheit sein und doch eine Möglichkeit haben, den Jesus als irgend etwas, Christus als irgendeinen Christus aufzufassen. Nun, und da nimmt man die Evangelien vor. Zwar, man geniert sich als ein moderner Mensch, die Wunder zuzugeben. Man streicht also, was man streichen kann, und konstruiert heraus so etwas höchst Natürliches, etwas, was nach vernünftigen Gründen geschehen sein kann. Und dann geht es zu dem Ereignis von Jerusalem, zu dem Kreuzestod. Bis zum Sterben, da geht es nun noch. Aber bis zur Auferstehung, da geht es nicht, da versteigt man sich dann zu solchen Dingen, wie sich zum Beispiel Harnack versteigt, so daß er sagt: Ja, diese Auferstehung, dieses Grab, aus dem der Christus Jesus auferstanden sein soll — das Ostergeheimnis, ja, ja, das Ostergeheimnis: man muß sich schon einmal durchringen zu der Erkenntnis, daß von dem Garten an der Schädelstätte dieses Ostergeheimnis ausgegangen ist; auferstanden ist dort das Ostergeheimnis — der Gedanke der Auferstehung ist von dort gekommen, und an den müssen wir uns halten und im übrigen nicht dahin sehen, was da eigentlich geschehen ist; die Meinung von der Auferstehung ist ausgegangen von dort.
[ 16 ] Und in unserer Zeit heute — denken Sie, was für viele Theologen das ganze Mysterium von Golgatha geworden ist! Nehmen Sie an: Diejenigen, die fortgeschrittenste Theologen sind, auf was sehen denn die eigentlich? Sie sehen darauf, daß einmal im Beginne unserer Zeitrechnung in Nazareth oder Bethlehem oder irgendwo ein auserlesener Mensch geboren worden ist, auserlesen ganz besonders dazu, des Menschen Zusammenhang mit der geistigen Welt nach und nach in sich zu erfühlen, ein edler Mensch — der edelste Mensch, ein so edler Mensch, daß man schon sagen kann, er war fast — und sogar — nicht wahr, da hapert die Geschichte ein bißchen! Man weiß sich da nicht zurechtzufinden, was man nun noch sagen soll dazu, daß er im Laufe des Christentums doch ganz als ein Gott aufgefaßt war. Und da windet man sich und dreht sich, und da kommen all die Euckenismen und Harnackismen, die so — ja, man kann es nicht fassen, aber man will auf irgendeine Weise gescheit sein und doch eine Möglichkeit haben, den Jesus als irgend etwas, Christus als irgendeinen Christus aufzufassen. Nun, und da nimmt man die Evangelien vor. Zwar, man geniert sich als ein moderner Mensch, die Wunder zuzugeben. Man streicht also, was man streichen kann, und konstruiert heraus so etwas höchst Natürliches, etwas, was nach vernünftigen Gründen geschehen sein kann. Und dann geht es zu dem Ereignis von Jerusalem, zu dem Kreuzestod. Bis zum Sterben, da geht es nun noch. Aber bis zur Auferstehung, da geht es nicht, da versteigt man sich dann zu solchen Dingen, wie sich zum Beispiel Harnack versteigt, so daß er sagt: Ja, diese Auferstehung, dieses Grab, aus dem der Christus Jesus auferstanden sein soll — das Ostergeheimnis, ja, ja, das Ostergeheimnis: man muß sich schon einmal durchringen zu der Erkenntnis, daß von dem Garten an der Schädelstätte dieses Ostergeheimnis ausgegangen ist; auferstanden ist dort das Ostergeheimnis — der Gedanke der Auferstehung ist von dort gekommen, und an den müssen wir uns halten und im übrigen nicht dahin sehen, was da eigentlich geschehen ist; die Meinung von der Auferstehung ist ausgegangen von dort.
[ 17 ] Nicht wahr, das ist etwas! Lesen Sie «Das Wesen des Christentums» von Harnack, da finden Sie diesen eigentümlichen Auferstehungsgedanken! Ich habe in einer Versammlung des Giordano Bruno-Vereins in einer Stadt einmal darauf hingewiesen und gesagt: Es ist doch ein sonderbarer Gedanke, daß man mit der Auferstehung so fertig werden will, daß man sagt, man wolle nicht rühren an dem, was da eigentlich geschehen ist, sondern wolle hinweisen darauf, daß der Auferstehungsglaube, der Glaube an das Ostergeheimnis von jenem Grabe herausgestiegen ist. — Da sagte mir jemand: Das kann nicht bei Harnack stehen! Das ist ja schon fast katholisch, das ist katholischer Aberglaube. Das ist so, als ob man noch glauben sollte, daß der heilige Rock von Trier etwas bedeute! Das ist Aberglaube, das kann nicht bei Harnack stehen. — Ja, es steht halt eben doch bei Harnack, und ich konnte nichts anderes tun — ich hatte das Buch nicht zur Hand —, als dem betreffenden Herrn am nächsten Tag eine Karte schreiben, daß es auf Seite so und so viel steht. Es sind das Dinge, die ins Schwierige hinein verlaufen. Man kommt da nicht zurecht, wenn man von dem Jesus zu dem Christus den Weg finden soll. Einer sagte mir einmal: Wir können mit einer Christologie nichts mehr anfangen, wir modernen Theologen, wir können eigentlich nur noch eine Jesulogie brauchen. — Er sagte es, nicht ich: Schade, daß der Name Jesuiten schon vergeben ist, denn eigentlich müßte man die Bekenner der modernen Theologie « Jesuiten» nennen. — Bitte, nicht ich sagte es, sondern ein Bekenner der modernen Theologie!
[ 17 ] Nicht wahr, das ist etwas! Lesen Sie «Das Wesen des Christentums» von Harnack, da finden Sie diesen eigentümlichen Auferstehungsgedanken! Ich habe in einer Versammlung des Giordano Bruno-Vereins in einer Stadt einmal darauf hingewiesen und gesagt: Es ist doch ein sonderbarer Gedanke, daß man mit der Auferstehung so fertig werden will, daß man sagt, man wolle nicht rühren an dem, was da eigentlich geschehen ist, sondern wolle hinweisen darauf, daß der Auferstehungsglaube, der Glaube an das Ostergeheimnis von jenem Grabe herausgestiegen ist. — Da sagte mir jemand: Das kann nicht bei Harnack stehen! Das ist ja schon fast katholisch, das ist katholischer Aberglaube. Das ist so, als ob man noch glauben sollte, daß der heilige Rock von Trier etwas bedeute! Das ist Aberglaube, das kann nicht bei Harnack stehen. — Ja, es steht halt eben doch bei Harnack, und ich konnte nichts anderes tun — ich hatte das Buch nicht zur Hand —, als dem betreffenden Herrn am nächsten Tag eine Karte schreiben, daß es auf Seite so und so viel steht. Es sind das Dinge, die ins Schwierige hinein verlaufen. Man kommt da nicht zurecht, wenn man von dem Jesus zu dem Christus den Weg finden soll. Einer sagte mir einmal: Wir können mit einer Christologie nichts mehr anfangen, wir modernen Theologen, wir können eigentlich nur noch eine Jesulogie brauchen. — Er sagte es, nicht ich: Schade, daß der Name Jesuiten schon vergeben ist, denn eigentlich müßte man die Bekenner der modernen Theologie « Jesuiten» nennen. — Bitte, nicht ich sagte es, sondern ein Bekenner der modernen Theologie!
[ 18 ] Ja nun, das ist eine Seite in der Geschichte. Die andere Seite ist diese, daß eine Anzahl von modernen Theologen wiederum sich mehr an den Christus hält. Sie nehmen die Evangelien vor. Sie nehmen gewisse Aussprüche in den Evangelien nicht so, wie die, von denen ich jetzt eben erzählt habe, dasjenige nehmen, was man als vernünftiger Mensch in der Welt von einem Menschen glauben kann, wenn er auch ein göttlicher Mensch ist. Aber da ist man sich nicht klar, wenn man einen «göttlicher Mensch» nennt, wie weit man gehen soll mit der Anwendung des Göttlichen: Edler Mensch, aber mehr als Sokrates — aber, na, es geht nicht recht. Nun, das sind die einen, die Jesulogen, denn Theologen, das ist nun schon ein schwer auf sie anzuwendendes Wort. Theologie würde Gottesweisheit heißen. Das «Göttliche» soll aber gerade hier weggestrichen werden. Dann sind die andern; die nehmen die Aussprüche nun etwas ernster. Die finden bei gewissen Aussprüchen: Das geht doch nicht, daß man den, der sie getan hat, nur als einen gewöhnlichen Menschen auffaßt. Nicht wahr, es sind Aussprüche in den Evangelien, die nun sich einfach nicht so ohne weiteres auf ehrliche Art einem Menschen, einem bloßen Menschen in den Mund legen lassen. Und außerdem nehmen sie die Auferstehungsgeschichte ernst und so weiter. Die machen sich nun zu Christologen im Gegensatz zu den Jesulogen.
[ 18 ] Ja nun, das ist eine Seite in der Geschichte. Die andere Seite ist diese, daß eine Anzahl von modernen Theologen wiederum sich mehr an den Christus hält. Sie nehmen die Evangelien vor. Sie nehmen gewisse Aussprüche in den Evangelien nicht so, wie die, von denen ich jetzt eben erzählt habe, dasjenige nehmen, was man als vernünftiger Mensch in der Welt von einem Menschen glauben kann, wenn er auch ein göttlicher Mensch ist. Aber da ist man sich nicht klar, wenn man einen «göttlicher Mensch» nennt, wie weit man gehen soll mit der Anwendung des Göttlichen: Edler Mensch, aber mehr als Sokrates — aber, na, es geht nicht recht. Nun, das sind die einen, die Jesulogen, denn Theologen, das ist nun schon ein schwer auf sie anzuwendendes Wort. Theologie würde Gottesweisheit heißen. Das «Göttliche» soll aber gerade hier weggestrichen werden. Dann sind die andern; die nehmen die Aussprüche nun etwas ernster. Die finden bei gewissen Aussprüchen: Das geht doch nicht, daß man den, der sie getan hat, nur als einen gewöhnlichen Menschen auffaßt. Nicht wahr, es sind Aussprüche in den Evangelien, die nun sich einfach nicht so ohne weiteres auf ehrliche Art einem Menschen, einem bloßen Menschen in den Mund legen lassen. Und außerdem nehmen sie die Auferstehungsgeschichte ernst und so weiter. Die machen sich nun zu Christologen im Gegensatz zu den Jesulogen.
[ 19 ] Aber nun kommen diese zu etwas anderem. Lesen Sie das Buch «Ecce Deus» und andere Bücher, da kommen Sie darauf, daß Sie sich sagen: Wenn man die Evangelien ehrlich liest, kann man nicht sagen, daß in den Evangelien von einem Menschen die Rede ist. Es ist von einem Gott die Rede, von einem wirklichen, richtigen Gott. — Es verlieren diese Leute wiederum den Jesus. Und sie verlieren ihn sehr stark, denn sie sagen jetzt: In den Evangelien ist überall von einem Gott die Rede; aber der Gott kann doch nicht existiert haben, den kann es doch nicht gegeben haben, also müssen wir den Christus beibehalten. Der Christus ist etwas, wovon die Leute gesprochen haben, aber was nicht auf der Erde gelebt hat. Christologie ohne Jesulogie, das ist die andere Richtung. Aber zusammenkommen können die beiden Richtungen nicht. Und so ist es heute schon wirklich: Diejenigen, die von dem Christus sprechen, haben den Jesus verloren, und diejenigen, die von dem Jesus sprechen, haben den Christus verloren. Der Christus ist ein unwirklicher Gott geworden, und der Jesus ist ein unwirklicher Mensch geworden. Auf dieser Bahn muß es unbedingt weitergehen, wenn nichts hinzukommt.
[ 19 ] Aber nun kommen diese zu etwas anderem. Lesen Sie das Buch «Ecce Deus» und andere Bücher, da kommen Sie darauf, daß Sie sich sagen: Wenn man die Evangelien ehrlich liest, kann man nicht sagen, daß in den Evangelien von einem Menschen die Rede ist. Es ist von einem Gott die Rede, von einem wirklichen, richtigen Gott. — Es verlieren diese Leute wiederum den Jesus. Und sie verlieren ihn sehr stark, denn sie sagen jetzt: In den Evangelien ist überall von einem Gott die Rede; aber der Gott kann doch nicht existiert haben, den kann es doch nicht gegeben haben, also müssen wir den Christus beibehalten. Der Christus ist etwas, wovon die Leute gesprochen haben, aber was nicht auf der Erde gelebt hat. Christologie ohne Jesulogie, das ist die andere Richtung. Aber zusammenkommen können die beiden Richtungen nicht. Und so ist es heute schon wirklich: Diejenigen, die von dem Christus sprechen, haben den Jesus verloren, und diejenigen, die von dem Jesus sprechen, haben den Christus verloren. Der Christus ist ein unwirklicher Gott geworden, und der Jesus ist ein unwirklicher Mensch geworden. Auf dieser Bahn muß es unbedingt weitergehen, wenn nichts hinzukommt.
[ 20 ] Das, was hinzukommt, muß die Geisteswissenschaft sein, die wiederum begreifen kann, wie der Christus im Jesus gelebt hat. Und das ist im Grunde genommen gerade einer der wichtigsten Punkte der geisteswissenschaftlichen Lehre, daß sie führen kann zu einem Begreifen, wie der Christus auf dem Umweg durch die zwei Jesusse wirklich das Wesen werden konnte, das in den Mittelpunkt der Erdenentwickelung der Menschheit sich hineinstellte, weil diese Geisteswissenschaft wiederum eine Anschauung hat davon, was der Mensch ist, wie im Menschen sich Geistiges, Seelisches und Leibliches zusammenfügt. So kann man aufbauend auf diesem auch erst wiederum begreifen, wie der Christus mit dem Jesus zusammenkommt. Das ist natürlich kompliziert und nicht einfach zu verstehen, aber es ist zu verstehen. Und so sehen Sie, wie aus dem Ursprünglichen heraus dasjenige, was für die Menschheit verlorengegangen ist, wiederum hergestellt werden muß durch die Geisteswissenschaft, auch in bezug auf das Verständnis des Mysteriums von Golgatha. Als der Christus in der Welt erschienen ist, war das Verständnis für ihn nicht möglich. Dieses Verständnis muß erst nach und nach erworben werden. Was er gewirkt hat, hat er in der Tatsächlichkeit gewirkt. Aber die Ansatzpunkte sind überall da. Und auch aus dem einfachsten Weihnachtsspiel heraus lassen sich Ansatzpunkte finden.
[ 20 ] Das, was hinzukommt, muß die Geisteswissenschaft sein, die wiederum begreifen kann, wie der Christus im Jesus gelebt hat. Und das ist im Grunde genommen gerade einer der wichtigsten Punkte der geisteswissenschaftlichen Lehre, daß sie führen kann zu einem Begreifen, wie der Christus auf dem Umweg durch die zwei Jesusse wirklich das Wesen werden konnte, das in den Mittelpunkt der Erdenentwickelung der Menschheit sich hineinstellte, weil diese Geisteswissenschaft wiederum eine Anschauung hat davon, was der Mensch ist, wie im Menschen sich Geistiges, Seelisches und Leibliches zusammenfügt. So kann man aufbauend auf diesem auch erst wiederum begreifen, wie der Christus mit dem Jesus zusammenkommt. Das ist natürlich kompliziert und nicht einfach zu verstehen, aber es ist zu verstehen. Und so sehen Sie, wie aus dem Ursprünglichen heraus dasjenige, was für die Menschheit verlorengegangen ist, wiederum hergestellt werden muß durch die Geisteswissenschaft, auch in bezug auf das Verständnis des Mysteriums von Golgatha. Als der Christus in der Welt erschienen ist, war das Verständnis für ihn nicht möglich. Dieses Verständnis muß erst nach und nach erworben werden. Was er gewirkt hat, hat er in der Tatsächlichkeit gewirkt. Aber die Ansatzpunkte sind überall da. Und auch aus dem einfachsten Weihnachtsspiel heraus lassen sich Ansatzpunkte finden.
[ 21 ] Was wird denn hingestellt? Hingestellt wird besonders da deutlich, wo noch die Paradeisspiele in Betracht kommen, hingestellt wird, wie ein Mensch in die Welt hereintritt, von dem, nur durch dasjenige, was nebenbei geschieht, klar wird: es ist der Jesus. Der Mensch tritt als Kind in die Welt herein. Ich sagte: Das Paradeisspiel war damit verbunden — der Anfang der Erdenentwickelung —, mit dem Mysterium von Golgatha. Warum das? Da müssen wir in Betracht ziehen, daß im Beginne der Erdenentwickelung der Mensch der luziferischen Versuchung ausgesetzt worden ist. Dadurch ist er ein anderes Wesen geworden, als er im regulären Fortschritt geworden wäre. Wenn wir also den Adam, symbolisch gesprochen, außer dem Paradiese vor uns haben, so ist er ein anderes Wesen, als wozu er bestimmt war vor der luziferischen Versuchung. Wodurch tritt das denn zutage? Stellen Sie sich vor: Luzifer wäre nicht an den Menschen herangekommen, der Mensch würde ohne den luziferischen Impuls leben, dann würde er im Ätherleibe ganz anders leben. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht und seinen Ätherleib noch hat, und ihn dann abstreift, so bleibt da dieser Ätherleib, aber in diesem Ätherleib ist abgedruckt dasjenige, was der Mensch tur und denkt durch die luziferische Verführung. Nicht wahr, der Mensch stirbt, geht also durch die Pforte des Todes. Der physische Leib wird den Elementen übergeben. Nach einigen Tagen löst sich der Ätherleib von der Wesenheit des Menschen los. Der Mensch geht dann seine weiteren Wege. Aber in diesem Ätherischen ist drinnen dasjenige, wozu dieser Ätherleib geworden ist dadurch, daß der Mensch denkt und fühlt und handelt, so wie er nach der luziferischen Versuchung denken und fühlen und handeln muß. Also nun stellen Sie sich die Erde vor. Hinein in die Erde kommt der menschliche physische Leib, er wird den Elementen der Erde übergeben. Aber sein Ätherleib, der bleibt mit der Erde verbunden. Da haben wir die Ätherleiber der Menschen, die sind nun einmal da in der Erdenatmosphäfre. Sie sind anders, als sie wären, wenn nicht die luziferische Versuchung gekommen wäre, Auf diese Ätherleiber bezieht sich natürlich alles, was ich sonst über die Ätherleiber gesagt habe. Aber auch dasjenige bezieht sich darauf, was ich heute andeute, so daß wir sagen können: Ein Mensch wird in die Erde eingebettet. Dasjenige, was er auf der Erde zurückläßt, was sein Ätherleib geworden ist während des Lebens, ist dürrer, verholzter, als es wäre, wenn die luziferische Versuchung nicht gekommen wäre. Verholzter, dürrer — es ist dieser Unterschied wirklich vorhanden. Denken Sie sich, es wäre nie die luziferische Versuchung gekommen, dann würde der Mensch bei seinem Tode einen viel «gejüngerteren» Ätherleib hinterlassen, gleichsam einen viel grüneren Ätherleib. Er läßt einen viel dürreren, ausgetrockneteren Ätherleib durch die luziferische Versuchung zurück, als er ohne die luziferische Versuchung zurücklassen würde. Es ist schon ausgedrückt in der Legende, daß aus dem Grabe Adams der verholzte Paradiesesbaum herauswächst. Aber das, was da in der Erde lebt, lebte vor dem Mysterium von Golgatha in dem luziferisch infizierten Ätherleib. Das war gerade das Element, wo hinein erlösend der Leib des Jesus von Nazareth sich begab, als Phantom, wie ich einmal durch die Karlsruher Vorträge angedeutet hatte. Also nun stellen Sie sich das Grab Adams vor: Adam als physischer Leib den Elementen der Erde übergeben, aus dem Grabe Adams heraus den verholzten Ätherleib, der der Repräsentant desjenigen ist, was am Menschen luziferisch infiziert ist und übrigbleibt nach dem Tode. Das ist zu gleicher Zeit das Holz, an dem der Mensch gekreuzigt werden kann. Und es entsteht diese Kreuzigung in dem Zurückbleiben des Phantoms von dem Jesus von Nazareth nach dem Mysterium von Golgatha, das sich gerade mit dessen Hilfe mit der Erde verbindet. Das ist ausgedrückt in der Legende, indem gesagt wird: Dieses Holz ging von Generation zu Generation und es bildete wiederum das Holz des Kreuzes von Golgatha. Dieses Bild ist das Bild, das einer wirklichen Tatsache entspricht, nämlich das, daß durch die Kreuzigung das Phantom des Jesus von Nazareth sich vereinigte mit dem, was in der Erde ätherisch lebte von all den luziferisch infizierten Ätherleibern, die natürlich ausgestreut waren und sich verdünnt und aufgelöst hatten, aber eben in ihren Kräften da waren. Es ist eine sehr bedeutende, eine ganz unendlich tiefe, die Erdengeheimnisse beleuchtende Tatsache, die wir dabei hier ins Auge zu fassen haben.
[ 21 ] Was wird denn hingestellt? Hingestellt wird besonders da deutlich, wo noch die Paradeisspiele in Betracht kommen, hingestellt wird, wie ein Mensch in die Welt hereintritt, von dem, nur durch dasjenige, was nebenbei geschieht, klar wird: es ist der Jesus. Der Mensch tritt als Kind in die Welt herein. Ich sagte: Das Paradeisspiel war damit verbunden — der Anfang der Erdenentwickelung —, mit dem Mysterium von Golgatha. Warum das? Da müssen wir in Betracht ziehen, daß im Beginne der Erdenentwickelung der Mensch der luziferischen Versuchung ausgesetzt worden ist. Dadurch ist er ein anderes Wesen geworden, als er im regulären Fortschritt geworden wäre. Wenn wir also den Adam, symbolisch gesprochen, außer dem Paradiese vor uns haben, so ist er ein anderes Wesen, als wozu er bestimmt war vor der luziferischen Versuchung. Wodurch tritt das denn zutage? Stellen Sie sich vor: Luzifer wäre nicht an den Menschen herangekommen, der Mensch würde ohne den luziferischen Impuls leben, dann würde er im Ätherleibe ganz anders leben. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht und seinen Ätherleib noch hat, und ihn dann abstreift, so bleibt da dieser Ätherleib, aber in diesem Ätherleib ist abgedruckt dasjenige, was der Mensch tur und denkt durch die luziferische Verführung. Nicht wahr, der Mensch stirbt, geht also durch die Pforte des Todes. Der physische Leib wird den Elementen übergeben. Nach einigen Tagen löst sich der Ätherleib von der Wesenheit des Menschen los. Der Mensch geht dann seine weiteren Wege. Aber in diesem Ätherischen ist drinnen dasjenige, wozu dieser Ätherleib geworden ist dadurch, daß der Mensch denkt und fühlt und handelt, so wie er nach der luziferischen Versuchung denken und fühlen und handeln muß. Also nun stellen Sie sich die Erde vor. Hinein in die Erde kommt der menschliche physische Leib, er wird den Elementen der Erde übergeben. Aber sein Ätherleib, der bleibt mit der Erde verbunden. Da haben wir die Ätherleiber der Menschen, die sind nun einmal da in der Erdenatmosphäfre. Sie sind anders, als sie wären, wenn nicht die luziferische Versuchung gekommen wäre, Auf diese Ätherleiber bezieht sich natürlich alles, was ich sonst über die Ätherleiber gesagt habe. Aber auch dasjenige bezieht sich darauf, was ich heute andeute, so daß wir sagen können: Ein Mensch wird in die Erde eingebettet. Dasjenige, was er auf der Erde zurückläßt, was sein Ätherleib geworden ist während des Lebens, ist dürrer, verholzter, als es wäre, wenn die luziferische Versuchung nicht gekommen wäre. Verholzter, dürrer — es ist dieser Unterschied wirklich vorhanden. Denken Sie sich, es wäre nie die luziferische Versuchung gekommen, dann würde der Mensch bei seinem Tode einen viel «gejüngerteren» Ätherleib hinterlassen, gleichsam einen viel grüneren Ätherleib. Er läßt einen viel dürreren, ausgetrockneteren Ätherleib durch die luziferische Versuchung zurück, als er ohne die luziferische Versuchung zurücklassen würde. Es ist schon ausgedrückt in der Legende, daß aus dem Grabe Adams der verholzte Paradiesesbaum herauswächst. Aber das, was da in der Erde lebt, lebte vor dem Mysterium von Golgatha in dem luziferisch infizierten Ätherleib. Das war gerade das Element, wo hinein erlösend der Leib des Jesus von Nazareth sich begab, als Phantom, wie ich einmal durch die Karlsruher Vorträge angedeutet hatte. Also nun stellen Sie sich das Grab Adams vor: Adam als physischer Leib den Elementen der Erde übergeben, aus dem Grabe Adams heraus den verholzten Ätherleib, der der Repräsentant desjenigen ist, was am Menschen luziferisch infiziert ist und übrigbleibt nach dem Tode. Das ist zu gleicher Zeit das Holz, an dem der Mensch gekreuzigt werden kann. Und es entsteht diese Kreuzigung in dem Zurückbleiben des Phantoms von dem Jesus von Nazareth nach dem Mysterium von Golgatha, das sich gerade mit dessen Hilfe mit der Erde verbindet. Das ist ausgedrückt in der Legende, indem gesagt wird: Dieses Holz ging von Generation zu Generation und es bildete wiederum das Holz des Kreuzes von Golgatha. Dieses Bild ist das Bild, das einer wirklichen Tatsache entspricht, nämlich das, daß durch die Kreuzigung das Phantom des Jesus von Nazareth sich vereinigte mit dem, was in der Erde ätherisch lebte von all den luziferisch infizierten Ätherleibern, die natürlich ausgestreut waren und sich verdünnt und aufgelöst hatten, aber eben in ihren Kräften da waren. Es ist eine sehr bedeutende, eine ganz unendlich tiefe, die Erdengeheimnisse beleuchtende Tatsache, die wir dabei hier ins Auge zu fassen haben.
[ 22 ] Aber wodurch wird denn der Mensch verwandt mit diesem luziferisch infizierten Ätherleib? Dadurch, daß er sich hereinlebt in die physische Welt, wo er zum Kinde wird. Da ist es natürlich noch nicht, wo er zum Kinde wird. Daher sieht man wirklich den luziferfreien Menschen, wenn man das Kind mit dem richtigen Gefühle ansieht, wenn es in die Welt hereinkommt. Und ist man imstande, das Kind mit dem richtigen Gefühle anzusehen, wie es hereinkommt in die Welt, so sieht man schon den Menschen mit seiner Christus-Verwandtheit an. Das ist das Gefühl, das erreicht werden sollte bei denen, denen der Jesus im Weihnachtsspiel übergeben wurde: zu empfinden das, was ich angedeutet habe gleich auf den ersten Seiten der kleinen Schrift über den Fortschritt der Menschen und der Menschheit, wo ich von den drei ersten Jahren gesprochen habe, von diesem Hereintreten. Denn wenn dies, was da den Menschen durchsetzt, in der Mitte seines Lebens ihn durchdringen könnte — ich habe es darin angedeutet —, dann würde man eine Vorstellung von der Art und Weise haben, wie der Christus in dem Jesus gelebt hat. Dieses Hinblickenkönnen auf dasjenige, was noch nicht luziferisch infiziert ist in dem Kinde, das ist dasjenige, was gerade im Weihnachtsspiel vor sich gehen kann.
[ 22 ] Aber wodurch wird denn der Mensch verwandt mit diesem luziferisch infizierten Ätherleib? Dadurch, daß er sich hereinlebt in die physische Welt, wo er zum Kinde wird. Da ist es natürlich noch nicht, wo er zum Kinde wird. Daher sieht man wirklich den luziferfreien Menschen, wenn man das Kind mit dem richtigen Gefühle ansieht, wenn es in die Welt hereinkommt. Und ist man imstande, das Kind mit dem richtigen Gefühle anzusehen, wie es hereinkommt in die Welt, so sieht man schon den Menschen mit seiner Christus-Verwandtheit an. Das ist das Gefühl, das erreicht werden sollte bei denen, denen der Jesus im Weihnachtsspiel übergeben wurde: zu empfinden das, was ich angedeutet habe gleich auf den ersten Seiten der kleinen Schrift über den Fortschritt der Menschen und der Menschheit, wo ich von den drei ersten Jahren gesprochen habe, von diesem Hereintreten. Denn wenn dies, was da den Menschen durchsetzt, in der Mitte seines Lebens ihn durchdringen könnte — ich habe es darin angedeutet —, dann würde man eine Vorstellung von der Art und Weise haben, wie der Christus in dem Jesus gelebt hat. Dieses Hinblickenkönnen auf dasjenige, was noch nicht luziferisch infiziert ist in dem Kinde, das ist dasjenige, was gerade im Weihnachtsspiel vor sich gehen kann.
[ 23 ] Und denken Sie, was das alles schließlich ist. Es ist eigentlich etwas Ungeheures, wenn man so hinschaut auf das Kind. Ich habe in dieser kleinen Schrift darauf aufmerksam gemacht, wie wir in der Jugend gescheiter sind, wenn auch unbewußt gescheiter, weil wir unseren Leib erst nach und nach aufbauen müssen, was wir später nicht mehr können. Man ist gescheiter, man ist viel weiser, als man später ist, in dem inneren Durchdringen des Menschen, der menschlichen Wesenheit, aber man hat noch nicht Luziferisches. Indem man so innerlich arbeitet, wenn man Kind ist, bis zu dem Zeitpunkte hin, bis zu dem man sich später zurückerinnert, arbeitet man an der feinen Ausziselierung seines Leibes. Man arbeitet da nach unendlich weisheitsvollen Gesetzen, von denen man später in dem luziferisch-ahrimanisch durchsetzten Wissen niemals eine Ahnung bekommen kann. Wenn man darinnen in dieser Wesenheit arbeitet, ist man noch frei von allem, in das man später hineinkommt, indem man mit dem Leib zusammen die Welt erlebt. Man ist frei von allen Unterschieden, selbst von dem großen Unterschied des Männlichen und Weiblichen. Man ist als Kind noch nicht im Männlichen und Weiblichen darin lebend. Man ist noch nicht in einem Standes-, Rassenunterschiede darin, ist noch nicht in einem nationalen Unterschiede darin. Man ist Mensch, bloßer Mensch. Man ist real in dem darin, worin selbst diejenigen einmal gelebt haben, die sich jetzt durch das, was sie erst äußerlich erleben, durch Haß, im Kriege gegenüberstehen. Daß man sich in der Welt hassend als verschiedenen Nationen angehörig gegenübersteht, das wird erst durch diejenigen Kräfte entwickelt, in die man sich mit dem physischen Leib zusammen hineinlebt. Das Kind lebt, bevor es sich mit dem physischen Leib zusammengelebt hat, noch in dem darin, das jenseits von Nationen- und Standesunterschieden ist. Es lebt drinnen in dem, in dem nun wirklich die Seelen leben können, wo sie auch geboren sind auf der Erde. Denken Sie doch, die Menschen können sich furchtbar bekämpfend, wütig bekämpfend gegenüberstehen, sich gegenseitig totschießen — und diejenigen, die sich gegenseitig totschießen, in dem gemeinschaftlichen Christus können sie durch die Pforte des Todes durchgehen, in dem, worinnen sie sind, wenn sie noch nicht mit den Unterschieden der Menschen behaftet sind. Was sich hassend gegenübersteht, das erwirbt sich der Mensch erst im physischen Leib, das hat nichts zu tun mit dem, was außerhalb des physischen Leibes ist. Viel, viel hat die Gegenwart zu lernen, gerade die Gegenwart, indem sie sich wiederum zurückfindet zu der Verehrung des Jesus in der Zeit, wo er dargestellt wird als Kind, da er noch nicht eingetreten ist in dasjenige, was die Menschen differenziert und sie gegenseitig zu Streit und Hader bringt. Erst durch dasjenige, was der Mensch erlebt, wenn er etwas anderes wird, als das Kind ist, von dem zu Weihnachten gesprochen wird, erst durch das entsteht Krieg und Streit. Dasjenige, was zu Weihnachten gespielt wird, ist der Mensch, wirklich als in Verbindung stehend mit den kosmischen Mächten, aber so, daß in einzigartiger Gestalt äußerlich auf dem physischen Plan sich offenbart, was nicht eingeht in Streit, was in gleicher Weise diejenigen in ihrem Herzen tragen können, die sich äußerlich bis auf den Tod bekämpfen.
[ 23 ] Und denken Sie, was das alles schließlich ist. Es ist eigentlich etwas Ungeheures, wenn man so hinschaut auf das Kind. Ich habe in dieser kleinen Schrift darauf aufmerksam gemacht, wie wir in der Jugend gescheiter sind, wenn auch unbewußt gescheiter, weil wir unseren Leib erst nach und nach aufbauen müssen, was wir später nicht mehr können. Man ist gescheiter, man ist viel weiser, als man später ist, in dem inneren Durchdringen des Menschen, der menschlichen Wesenheit, aber man hat noch nicht Luziferisches. Indem man so innerlich arbeitet, wenn man Kind ist, bis zu dem Zeitpunkte hin, bis zu dem man sich später zurückerinnert, arbeitet man an der feinen Ausziselierung seines Leibes. Man arbeitet da nach unendlich weisheitsvollen Gesetzen, von denen man später in dem luziferisch-ahrimanisch durchsetzten Wissen niemals eine Ahnung bekommen kann. Wenn man darinnen in dieser Wesenheit arbeitet, ist man noch frei von allem, in das man später hineinkommt, indem man mit dem Leib zusammen die Welt erlebt. Man ist frei von allen Unterschieden, selbst von dem großen Unterschied des Männlichen und Weiblichen. Man ist als Kind noch nicht im Männlichen und Weiblichen darin lebend. Man ist noch nicht in einem Standes-, Rassenunterschiede darin, ist noch nicht in einem nationalen Unterschiede darin. Man ist Mensch, bloßer Mensch. Man ist real in dem darin, worin selbst diejenigen einmal gelebt haben, die sich jetzt durch das, was sie erst äußerlich erleben, durch Haß, im Kriege gegenüberstehen. Daß man sich in der Welt hassend als verschiedenen Nationen angehörig gegenübersteht, das wird erst durch diejenigen Kräfte entwickelt, in die man sich mit dem physischen Leib zusammen hineinlebt. Das Kind lebt, bevor es sich mit dem physischen Leib zusammengelebt hat, noch in dem darin, das jenseits von Nationen- und Standesunterschieden ist. Es lebt drinnen in dem, in dem nun wirklich die Seelen leben können, wo sie auch geboren sind auf der Erde. Denken Sie doch, die Menschen können sich furchtbar bekämpfend, wütig bekämpfend gegenüberstehen, sich gegenseitig totschießen — und diejenigen, die sich gegenseitig totschießen, in dem gemeinschaftlichen Christus können sie durch die Pforte des Todes durchgehen, in dem, worinnen sie sind, wenn sie noch nicht mit den Unterschieden der Menschen behaftet sind. Was sich hassend gegenübersteht, das erwirbt sich der Mensch erst im physischen Leib, das hat nichts zu tun mit dem, was außerhalb des physischen Leibes ist. Viel, viel hat die Gegenwart zu lernen, gerade die Gegenwart, indem sie sich wiederum zurückfindet zu der Verehrung des Jesus in der Zeit, wo er dargestellt wird als Kind, da er noch nicht eingetreten ist in dasjenige, was die Menschen differenziert und sie gegenseitig zu Streit und Hader bringt. Erst durch dasjenige, was der Mensch erlebt, wenn er etwas anderes wird, als das Kind ist, von dem zu Weihnachten gesprochen wird, erst durch das entsteht Krieg und Streit. Dasjenige, was zu Weihnachten gespielt wird, ist der Mensch, wirklich als in Verbindung stehend mit den kosmischen Mächten, aber so, daß in einzigartiger Gestalt äußerlich auf dem physischen Plan sich offenbart, was nicht eingeht in Streit, was in gleicher Weise diejenigen in ihrem Herzen tragen können, die sich äußerlich bis auf den Tod bekämpfen.
[ 24 ] Es liegt eine ungeheure Tiefe darin, daß gerade in Anknüpfung an den nathanischen Jesusknaben diese Seite vor die Menschheit hingestellt wird, so daß sich der Mensch berührt mit jener Seite, durch die er in die Welt hereintritt ohne den Schatten einer Differenziertheit, indem er noch nicht in Nationen, in andere Unterschiede eingetreten ist, in jene Unterschiede, in die er erst eintritt durch das Zusammenleben mit dem Leib. Es berührt sich auf der einen Seite die Jesus-Idee, die sich nur voll ausleben kann in dem Jesus-Kinde, mit der Christus-Idee, die sich auslebt, wenn man wieder rein erfassen kann in dem Jesus zwischen dem dreißigsten und dreiunddreißigsten Jahre dasjenige, was nun auch geistig ist, das Christus-Wesen. In doppelter Weise, durch den nathanischen und durch den salomonischen Jesus, ist vorbereitet worden ein Leib, der nun abseits stehen kann von alldem, was sich durch die Menschen differenziert. Und nur in einem solchen Leibe kann sich der Christus offenbaren.
[ 24 ] Es liegt eine ungeheure Tiefe darin, daß gerade in Anknüpfung an den nathanischen Jesusknaben diese Seite vor die Menschheit hingestellt wird, so daß sich der Mensch berührt mit jener Seite, durch die er in die Welt hereintritt ohne den Schatten einer Differenziertheit, indem er noch nicht in Nationen, in andere Unterschiede eingetreten ist, in jene Unterschiede, in die er erst eintritt durch das Zusammenleben mit dem Leib. Es berührt sich auf der einen Seite die Jesus-Idee, die sich nur voll ausleben kann in dem Jesus-Kinde, mit der Christus-Idee, die sich auslebt, wenn man wieder rein erfassen kann in dem Jesus zwischen dem dreißigsten und dreiunddreißigsten Jahre dasjenige, was nun auch geistig ist, das Christus-Wesen. In doppelter Weise, durch den nathanischen und durch den salomonischen Jesus, ist vorbereitet worden ein Leib, der nun abseits stehen kann von alldem, was sich durch die Menschen differenziert. Und nur in einem solchen Leibe kann sich der Christus offenbaren.
[ 25 ] So sehen wir in unserem geisteswissenschaftlichen Sinne ähnlich, wie ich es in dem Büchelchen über den Fortschritt des Menschen und der Menschheit angegeben habe, die Jesus-Idee, sehen wir die Christus-Idee zusammenwachsen. Das ist das größte, das bedeutsamste Bedürfnis in unserer Zeit. Die Menschen hatten bisher nur eine Weihnacht und nur ein Ostern, aber diese gehörten nicht zusammen. Denn das Ostern ist ein Christus-Fest, das Weihnachten ist ein Jesus-Fest. Zusammen führen das Ostern und Weihnachten nur dann, wenn man verstehen kann, wie der Christus und der Jesus zusammengehören. Und die Brücke zwischen Weihnachten und Ostern wird die Geisteswissenschaft schlagen. Und aus dem einfachen Hirtenspiel wird eine Brücke hinübergeschlagen zu dem feinsten Verständnis, das gewonnen werden kann, wenn wir die Geisteswissenschaft so weit treiben, daß wir durch sie den Christus finden. Nur müssen wir die Fähigkeit haben, mit der Gesinnung der Hirten zu gehen, nicht mit der Gesinnung der Wirte. Der Gegensatz zwischen dem Materialismus und dem Spiritualismus wird in wunderbarer Weise kontrastiert in den «Wirten» und den «Hirten». Und im Grunde genommen ist das die große Frage in unserer Zeit, ob die Leute Wirte sein wollen oder Hirten sein wollen. Ein großer Teil der Ereignisse unserer Zeit rührt davon her, daß die Leute Wirte sind. Das Wirtesein ist ausgebreitet in der Welt. Hirten zu sein, müssen wir wiederum versuchen, Hirten zu werden. Da werden sich allerdings auch noch unter den Hirten gar manche Zweifler finden, und wenn der eine sagt: Ich glaube, ich sehe dort einen Schein, das heißt, ich vernehme etwas Geistiges —, so wird der andere noch immer lange kommen und wird sagen: Das ist alles nur Phantasterei. — Gewiß,aber wenn der Mensch nur jetzt die Seiten in sich entwickeln kann, welche nicht auf dem fußen, was auf der Erde erworben ist, sondern den Zusammenhang finden kann mit dem, was der Mensch doch in seiner inneren Wesenheit aus dem Geistigen, Himmlischen herausgebracht hat, dann wird er ein Hirte sein können. Die Menschen stehen heute gar zu sehr in dem Haus darinnen, in dem sie dasjenige haben, was der Wirt hat, dasjenige, was hereingebracht worden ist aus dem, was aus der Erde ist. Das kann auch nur mit irdischen Werten bemessen werden. Diejenigen aber, die noch einen gewissen Zusammenhang mit dem haben, was geistig die Welt durchwallt und durchpulst, die die Hirtennatur noch in sich bewahrt haben, die sollen die Wege finden, finden können, daß man im Grunde genommen mit äußerem Wissen auch nur den äußeren Schein findet. Man wird anfangen allmählich, Weihnachten zu verstehen, wenn man unterscheiden lernen wird die Wirtenatur und die Hirtennatur, und wenn man wissen wird, wieviel von Wirtenatur in unserer Zeit ist. Aber über ein Kleines wird man sich allerdings hinweghelfen müssen. Selbstverständlich muß man unterscheiden zwischen Wirten- und Hirtennaturen, sind wir doch umgeben von lauter Wirten, ist man doch überall, wohin man kommt, von lauter Wirten umgeben und fühlt sich dabei so recht als ein Hirte. Selbstverständlich fühlt man sich immer als ein Hirte! Über das muß man schon hinwegkommen, daß man mindestens auch ein bißchen forscht nach dem Wirtsleuteelement, das man in sich selber trägt, und sich nicht gar zu sehr als Hirte ansieht. Sich fragen wird man manchmal müssen: Sehe ich schon den Schein, der da kommen soll und ankündigen dasjenige, was durch die neue Geisteswissenschaft kommen soll? — Pflegen wird man müssen alles dasjenige, was in uns lebendig machen kann die Empfindungen: in dieser neuen Geistesrichtung Weihnachten in seinem Herzen feiern zu können, aus der Finsternis heraus das Licht zu suchen, aber in ihm suchen und wirklich suchen wollen, richtig suchen wollen, und indem man sucht, auch wirklich das Gefühl haben, daß es mit einem Male nicht abgemacht ist, und daß man immer wieder kommen muß, wie es die Hirten getan haben, die auch versprechen, daß sie wiederkommen; daß sie es mit einem Male nicht abgemacht sein lassen wollen.
[ 25 ] So sehen wir in unserem geisteswissenschaftlichen Sinne ähnlich, wie ich es in dem Büchelchen über den Fortschritt des Menschen und der Menschheit angegeben habe, die Jesus-Idee, sehen wir die Christus-Idee zusammenwachsen. Das ist das größte, das bedeutsamste Bedürfnis in unserer Zeit. Die Menschen hatten bisher nur eine Weihnacht und nur ein Ostern, aber diese gehörten nicht zusammen. Denn das Ostern ist ein Christus-Fest, das Weihnachten ist ein Jesus-Fest. Zusammen führen das Ostern und Weihnachten nur dann, wenn man verstehen kann, wie der Christus und der Jesus zusammengehören. Und die Brücke zwischen Weihnachten und Ostern wird die Geisteswissenschaft schlagen. Und aus dem einfachen Hirtenspiel wird eine Brücke hinübergeschlagen zu dem feinsten Verständnis, das gewonnen werden kann, wenn wir die Geisteswissenschaft so weit treiben, daß wir durch sie den Christus finden. Nur müssen wir die Fähigkeit haben, mit der Gesinnung der Hirten zu gehen, nicht mit der Gesinnung der Wirte. Der Gegensatz zwischen dem Materialismus und dem Spiritualismus wird in wunderbarer Weise kontrastiert in den «Wirten» und den «Hirten». Und im Grunde genommen ist das die große Frage in unserer Zeit, ob die Leute Wirte sein wollen oder Hirten sein wollen. Ein großer Teil der Ereignisse unserer Zeit rührt davon her, daß die Leute Wirte sind. Das Wirtesein ist ausgebreitet in der Welt. Hirten zu sein, müssen wir wiederum versuchen, Hirten zu werden. Da werden sich allerdings auch noch unter den Hirten gar manche Zweifler finden, und wenn der eine sagt: Ich glaube, ich sehe dort einen Schein, das heißt, ich vernehme etwas Geistiges —, so wird der andere noch immer lange kommen und wird sagen: Das ist alles nur Phantasterei. — Gewiß,aber wenn der Mensch nur jetzt die Seiten in sich entwickeln kann, welche nicht auf dem fußen, was auf der Erde erworben ist, sondern den Zusammenhang finden kann mit dem, was der Mensch doch in seiner inneren Wesenheit aus dem Geistigen, Himmlischen herausgebracht hat, dann wird er ein Hirte sein können. Die Menschen stehen heute gar zu sehr in dem Haus darinnen, in dem sie dasjenige haben, was der Wirt hat, dasjenige, was hereingebracht worden ist aus dem, was aus der Erde ist. Das kann auch nur mit irdischen Werten bemessen werden. Diejenigen aber, die noch einen gewissen Zusammenhang mit dem haben, was geistig die Welt durchwallt und durchpulst, die die Hirtennatur noch in sich bewahrt haben, die sollen die Wege finden, finden können, daß man im Grunde genommen mit äußerem Wissen auch nur den äußeren Schein findet. Man wird anfangen allmählich, Weihnachten zu verstehen, wenn man unterscheiden lernen wird die Wirtenatur und die Hirtennatur, und wenn man wissen wird, wieviel von Wirtenatur in unserer Zeit ist. Aber über ein Kleines wird man sich allerdings hinweghelfen müssen. Selbstverständlich muß man unterscheiden zwischen Wirten- und Hirtennaturen, sind wir doch umgeben von lauter Wirten, ist man doch überall, wohin man kommt, von lauter Wirten umgeben und fühlt sich dabei so recht als ein Hirte. Selbstverständlich fühlt man sich immer als ein Hirte! Über das muß man schon hinwegkommen, daß man mindestens auch ein bißchen forscht nach dem Wirtsleuteelement, das man in sich selber trägt, und sich nicht gar zu sehr als Hirte ansieht. Sich fragen wird man manchmal müssen: Sehe ich schon den Schein, der da kommen soll und ankündigen dasjenige, was durch die neue Geisteswissenschaft kommen soll? — Pflegen wird man müssen alles dasjenige, was in uns lebendig machen kann die Empfindungen: in dieser neuen Geistesrichtung Weihnachten in seinem Herzen feiern zu können, aus der Finsternis heraus das Licht zu suchen, aber in ihm suchen und wirklich suchen wollen, richtig suchen wollen, und indem man sucht, auch wirklich das Gefühl haben, daß es mit einem Male nicht abgemacht ist, und daß man immer wieder kommen muß, wie es die Hirten getan haben, die auch versprechen, daß sie wiederkommen; daß sie es mit einem Male nicht abgemacht sein lassen wollen.
[ 26 ] Ja, vieles ist noch zu lernen gerade von diesem einfachen Weihnachtsspiel, und deshalb ist es, denke ich, gut, daß man auch diese einfachste Form, das Weihnachtsmysterium zu empfinden in diesen einfachen Formen, jetzt unter uns ein bißchen pflegt. Denn mancherlei schwere Kämpfe werden gerade dem geisteswissenschaftlichen Streben in der kommenden Zeit entgegentreten, und nur diejenigen, welche wirklich gelernt haben, an der geistigen Erfassung des Weihnachtsgeheimnisses Hirten zu werden mit aller Demut der Hirten, aber auch mit allem weisen Suchen des mit der Welt in Treue verbundenen Hirten, werden den Weg finden. Schreiben wir uns das zu dieser Weihnachtszeit in die Herzen, in die Seelen ein, damit wir immer mehr und mehr suchende Hirten werden und in der Zeit lernen, das Heilige in der innersten Seelenstimmung des Menschen zu suchen, wie es gefunden worden ist aus der profanen Stimmung heraus, wie ich es Ihnen charakterisiert habe, als wie mehr aus einer Faschings-, nicht aus einer heiligen Unterhaltung heraus die weihevollste Form des Weihnachtsspiels auch nach und nach entstand.
[ 26 ] Ja, vieles ist noch zu lernen gerade von diesem einfachen Weihnachtsspiel, und deshalb ist es, denke ich, gut, daß man auch diese einfachste Form, das Weihnachtsmysterium zu empfinden in diesen einfachen Formen, jetzt unter uns ein bißchen pflegt. Denn mancherlei schwere Kämpfe werden gerade dem geisteswissenschaftlichen Streben in der kommenden Zeit entgegentreten, und nur diejenigen, welche wirklich gelernt haben, an der geistigen Erfassung des Weihnachtsgeheimnisses Hirten zu werden mit aller Demut der Hirten, aber auch mit allem weisen Suchen des mit der Welt in Treue verbundenen Hirten, werden den Weg finden. Schreiben wir uns das zu dieser Weihnachtszeit in die Herzen, in die Seelen ein, damit wir immer mehr und mehr suchende Hirten werden und in der Zeit lernen, das Heilige in der innersten Seelenstimmung des Menschen zu suchen, wie es gefunden worden ist aus der profanen Stimmung heraus, wie ich es Ihnen charakterisiert habe, als wie mehr aus einer Faschings-, nicht aus einer heiligen Unterhaltung heraus die weihevollste Form des Weihnachtsspiels auch nach und nach entstand.
[ 27 ] Versuchen wir in Anknüpfung gerade an dasjenige, was uns die Weihnachtsspiele zeigten, das Geistige zu suchen, dann werden wir es im richtigen Sinne als Hirten finden, nicht als Wirte, die schon verloren haben — so meint es symbolisch das Weihnachtsspiel — den Zusammenhang mit dem Weihnachtskind. Und unsere Zeit hat das sehr notwendig, recht sehr notwendig, unsere Zeit, in der der Materialismus so weite, weite Gebiete der äußeren Welt, des inneren menschlichen Fühlens erworben hat, und in dem es einer spirituellen Weltauffassung so schwierig ist, auch nur gegenüber den mißbrauchten Worten, mit denen man sich ausspricht, die rechten Worte zu finden, zu sagen das, was die rechten Worte sind.
[ 27 ] Versuchen wir in Anknüpfung gerade an dasjenige, was uns die Weihnachtsspiele zeigten, das Geistige zu suchen, dann werden wir es im richtigen Sinne als Hirten finden, nicht als Wirte, die schon verloren haben — so meint es symbolisch das Weihnachtsspiel — den Zusammenhang mit dem Weihnachtskind. Und unsere Zeit hat das sehr notwendig, recht sehr notwendig, unsere Zeit, in der der Materialismus so weite, weite Gebiete der äußeren Welt, des inneren menschlichen Fühlens erworben hat, und in dem es einer spirituellen Weltauffassung so schwierig ist, auch nur gegenüber den mißbrauchten Worten, mit denen man sich ausspricht, die rechten Worte zu finden, zu sagen das, was die rechten Worte sind.
