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The Riddle of Man
The Spiritual Background of Human History
GA 170

13 August 1916, Dornach

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Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Bei solcher Wahrheit, wie wir sie gestern vor unsere Seele treten ließen, handelt es sich nicht bloß darum, daß wir sie abstrakt-theoretisch in uns aufnehmen und gewissermaßen wissen, die Sachen sind so, sondern darum, daß wir uns wirklich durchdringen mit den Folgen, die diese Tatsachen für unser ganzes menschliches Leben haben. Und diese Folgen sind sehr bedeutsam. Ich will heute nur einiges skizzieren von dem, was ich so als Folgen bezeichnen möchte. Natürlich ließe sich vieles in derselben Richtung sagen, aber man muß ja an irgendeinem Punkte einmal anfangen, oder wenigstens eine Gedanken- und Willensströmung ins Auge fassen, die sich aus solchen tatsächlichen geisteswissenschaftlichen Voraussetzungen ergibt.

[ 1 ] Bei solcher Wahrheit, wie wir sie gestern vor unsere Seele treten ließen, handelt es sich nicht bloß darum, daß wir sie abstrakt-theoretisch in uns aufnehmen und gewissermaßen wissen, die Sachen sind so, sondern darum, daß wir uns wirklich durchdringen mit den Folgen, die diese Tatsachen für unser ganzes menschliches Leben haben. Und diese Folgen sind sehr bedeutsam. Ich will heute nur einiges skizzieren von dem, was ich so als Folgen bezeichnen möchte. Natürlich ließe sich vieles in derselben Richtung sagen, aber man muß ja an irgendeinem Punkte einmal anfangen, oder wenigstens eine Gedanken- und Willensströmung ins Auge fassen, die sich aus solchen tatsächlichen geisteswissenschaftlichen Voraussetzungen ergibt.

[ 2 ] Führen wir uns noch einmal vor Augen, was wir gestern gemeint haben. Zwölf Sinnesbezirke können wir wie eine Art menschlichen Tierkreis betrachten. Strömend durch alle diese Sinnesbezirke haben wir dann die sieben Lebensströmungen: Atmung, Wärmung, Ernährung, Absonderung, Erhaltung, Wachstum, Reproduktion. (Siehe die Zeichnung Seite 113.)

[ 2 ] Führen wir uns noch einmal vor Augen, was wir gestern gemeint haben. Zwölf Sinnesbezirke können wir wie eine Art menschlichen Tierkreis betrachten. Strömend durch alle diese Sinnesbezirke haben wir dann die sieben Lebensströmungen: Atmung, Wärmung, Ernährung, Absonderung, Erhaltung, Wachstum, Reproduktion. (Siehe die Zeichnung Seite 113.)

[ 3 ] Um die Sache vollständig zu verstehen, müssen wir uns klarmachen, daß die wirkliche Wahrheit eine ganz andere ist in bezug auf diese Dinge als das, was die materialistische Wissenschaft sagt. Die materialistische Wissenschaft denkt zum Beispiel, daß der Geschmackssinn und der ihm verwandte Geruchssinn nur an die engen Bezirke gebunden sind, welche in der Umgebung der Zunge und der Nasenschleimhaut sind. Aber das ist nicht der Fall. Die materiellen Organe für die Sinne sind nur gewissermaßen die Hauptstädte in dem Reiche der Sinne. Die betreffenden Reiche der Sinne breiten sich viel mehr aus. Und ich denke, daß zum Beispiel ein jeder, der nur einige Selbstbeobachtung hat für den Gehörsinn, wissen wird, daß gehört wird nicht nur eigentlich mit dem Ohre, sondern mit einem viel weiteren Bezirke des Organismus. Der Ton lebt in einem viel weiteren Bezirke des Organismus als nur im Ohr, ebenso leben die anderen Sinne in einem viel weiteren Bezirke. Der Geschmacks- und der ihm verwandte Geruchssinn leben zum Beispiel deutlich vernehmbar in Leber und Milz; sie breiten sich also weiter aus, als man gewöhnlich in der materialistischen Wissenschaft meint. Wenn aber das der Fall ist, dann werden Sie auch einsehen, daß zwischen den Lebensorganen, die ihre Lebenskräfte durch den ganzen Organismus immerfort strömen lassen, und den einzelnen Sinnesbezirken innige Beziehungen sind, so daß man sagen kann: Die innere Verfassung, die geistig-seelisch-leibliche Verfassung eines Menschen hängt in vieler Richtung davon ab, wie irgendein Lebensorgan sich zu den Sinnesbezirken stellt. Und wie wir in der Astronomie davon sprechen, daß der Saturn im Widder oder die Sonne im Löwen steht, so können wir auch davon sprechen, daß der Absonderungsimpuls des Lebens meinetwillen in der Sehsphäre liegt, mit der Sehsphäre etwas zu tun hat, oder daß der Wachstumsbezirk mit der Hörsphäre etwas zu tun hat. Aber es kann mit jeder Sphäre der eine oder andere Lebensbezirk etwas zu tun haben; denn die Lebensbezirke stehen bei den verschiedenen Menschen in verschiedenen Verhältnissen zu den Sinnesbezirken. Es finden da wirklich ähnliche Verhältnisse im Innern des Menschen statt wie draußen im Makrokosmos am Sternenhimmel.

[ 3 ] Um die Sache vollständig zu verstehen, müssen wir uns klarmachen, daß die wirkliche Wahrheit eine ganz andere ist in bezug auf diese Dinge als das, was die materialistische Wissenschaft sagt. Die materialistische Wissenschaft denkt zum Beispiel, daß der Geschmackssinn und der ihm verwandte Geruchssinn nur an die engen Bezirke gebunden sind, welche in der Umgebung der Zunge und der Nasenschleimhaut sind. Aber das ist nicht der Fall. Die materiellen Organe für die Sinne sind nur gewissermaßen die Hauptstädte in dem Reiche der Sinne. Die betreffenden Reiche der Sinne breiten sich viel mehr aus. Und ich denke, daß zum Beispiel ein jeder, der nur einige Selbstbeobachtung hat für den Gehörsinn, wissen wird, daß gehört wird nicht nur eigentlich mit dem Ohre, sondern mit einem viel weiteren Bezirke des Organismus. Der Ton lebt in einem viel weiteren Bezirke des Organismus als nur im Ohr, ebenso leben die anderen Sinne in einem viel weiteren Bezirke. Der Geschmacks- und der ihm verwandte Geruchssinn leben zum Beispiel deutlich vernehmbar in Leber und Milz; sie breiten sich also weiter aus, als man gewöhnlich in der materialistischen Wissenschaft meint. Wenn aber das der Fall ist, dann werden Sie auch einsehen, daß zwischen den Lebensorganen, die ihre Lebenskräfte durch den ganzen Organismus immerfort strömen lassen, und den einzelnen Sinnesbezirken innige Beziehungen sind, so daß man sagen kann: Die innere Verfassung, die geistig-seelisch-leibliche Verfassung eines Menschen hängt in vieler Richtung davon ab, wie irgendein Lebensorgan sich zu den Sinnesbezirken stellt. Und wie wir in der Astronomie davon sprechen, daß der Saturn im Widder oder die Sonne im Löwen steht, so können wir auch davon sprechen, daß der Absonderungsimpuls des Lebens meinetwillen in der Sehsphäre liegt, mit der Sehsphäre etwas zu tun hat, oder daß der Wachstumsbezirk mit der Hörsphäre etwas zu tun hat. Aber es kann mit jeder Sphäre der eine oder andere Lebensbezirk etwas zu tun haben; denn die Lebensbezirke stehen bei den verschiedenen Menschen in verschiedenen Verhältnissen zu den Sinnesbezirken. Es finden da wirklich ähnliche Verhältnisse im Innern des Menschen statt wie draußen im Makrokosmos am Sternenhimmel.

[ 4 ] Wenn Sie nun bedenken, daß die Sinnesbezirke etwas verhältnismäßig Stabiles im Menschen sind — sie sind stabilisiert dadurch, daß sie nach den materiellen Organen hintendieren, der Sehsinn nach den Augen hin, obwohl er einen weiteren Bezirk hat, der Gehörsinn nach dem Ohre hin und so weiter-, daß dagegen alle Lebensprozesse beweglich sind und den ganzen Leib fortwährend durchlaufen, durchkreisen, so werden Sie in all dem, was durch die Sinne im Menschen vorgeht, mit Recht etwas verhältnismäßig Ruhiges vermuten. In all dem, was durch die Lebensprozesse und die sie dirigierenden Organe vorgeht, werden Sie etwas Bewegliches vermuten, etwas, was im Menschen beweglich ist.

[ 4 ] Wenn Sie nun bedenken, daß die Sinnesbezirke etwas verhältnismäßig Stabiles im Menschen sind — sie sind stabilisiert dadurch, daß sie nach den materiellen Organen hintendieren, der Sehsinn nach den Augen hin, obwohl er einen weiteren Bezirk hat, der Gehörsinn nach dem Ohre hin und so weiter-, daß dagegen alle Lebensprozesse beweglich sind und den ganzen Leib fortwährend durchlaufen, durchkreisen, so werden Sie in all dem, was durch die Sinne im Menschen vorgeht, mit Recht etwas verhältnismäßig Ruhiges vermuten. In all dem, was durch die Lebensprozesse und die sie dirigierenden Organe vorgeht, werden Sie etwas Bewegliches vermuten, etwas, was im Menschen beweglich ist.

[ 5 ] Wenn wir nun das berücksichtigen, was wir gestern gesagt haben, daß das Sinnesleben von heute mehr Lebensprozesse waren während der Mondenzeit, so kommen wir darauf, daß wir uns den Menschen während der Mondenzeit überhaupt in seinem ganzen Leben beweglicher vorstellen müssen als den Menschen während seiner jetzigen Erdenzeit. Beweglicher, innerlich beweglicher war der Mondenmensch. Der Erdenmensch verhält sich in bezug auf das, was er als Bewußtsein erlebt, in der Tat so, wie die im Verhältnis zueinander ruhigen Sternbilder des Tierkreises. Es ist an der Oberfläche des Menschen während der Erdenzeit ruhig geworden, wie es im Tierkreise ruhig ist. Es ist auf dem Monde in dem, was heute Sinnesleben ist, so beweglich gewesen im Menschen, wie es heute beweglich ist draußen im Kosmos in der Planetensphäre, wo die Planeten immer verschiedene Stellungen zueinander haben. Verwandelbar, metamorphosierbar war der Mensch während der Mondenzeit. Und ich habe ja oftmals darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn nun heute der Mensch durch Initiation wiederum aufrückt zu einer Erkenntnis, die zum Beispiel imaginativ ist, sein Bewußtseinsleben im Verhältnis zu dem gegenwärtigen Erden-Sinnesleben wiederum beweglich wird. Da bewegt sich wiederum alles; nur erlebt der Mensch es eben in einem übersinnlichen Bewußtsein. Und so müssen auch die Erkenntnisse aus dieser Sphäre heraus aufgenommen werden. Ich habe ja das oftmals auseinandergesetzt, wie wir unsere Begriffe, unsere Vorstellungen beweglicher machen müssen, wenn wir uns einleben in das, was durch das übersinnliche Bewußtsein erkannt wird. Die Begriffe der sinnlichen Welt sind wie in ein Schächtelchen eingeschlossen, und jeder will sie auch so haben, daß einer hübsch neben den anderen hingestellt ist, während man für die Geisteswissenschaft Begriffe braucht, die sich ineinander verwandeln, die beweglich sind, die einer in den anderen übergehen. Da sehen Sie etwas von den Folgen dessen, was wir als Tatsache anführen können.

[ 5 ] Wenn wir nun das berücksichtigen, was wir gestern gesagt haben, daß das Sinnesleben von heute mehr Lebensprozesse waren während der Mondenzeit, so kommen wir darauf, daß wir uns den Menschen während der Mondenzeit überhaupt in seinem ganzen Leben beweglicher vorstellen müssen als den Menschen während seiner jetzigen Erdenzeit. Beweglicher, innerlich beweglicher war der Mondenmensch. Der Erdenmensch verhält sich in bezug auf das, was er als Bewußtsein erlebt, in der Tat so, wie die im Verhältnis zueinander ruhigen Sternbilder des Tierkreises. Es ist an der Oberfläche des Menschen während der Erdenzeit ruhig geworden, wie es im Tierkreise ruhig ist. Es ist auf dem Monde in dem, was heute Sinnesleben ist, so beweglich gewesen im Menschen, wie es heute beweglich ist draußen im Kosmos in der Planetensphäre, wo die Planeten immer verschiedene Stellungen zueinander haben. Verwandelbar, metamorphosierbar war der Mensch während der Mondenzeit. Und ich habe ja oftmals darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn nun heute der Mensch durch Initiation wiederum aufrückt zu einer Erkenntnis, die zum Beispiel imaginativ ist, sein Bewußtseinsleben im Verhältnis zu dem gegenwärtigen Erden-Sinnesleben wiederum beweglich wird. Da bewegt sich wiederum alles; nur erlebt der Mensch es eben in einem übersinnlichen Bewußtsein. Und so müssen auch die Erkenntnisse aus dieser Sphäre heraus aufgenommen werden. Ich habe ja das oftmals auseinandergesetzt, wie wir unsere Begriffe, unsere Vorstellungen beweglicher machen müssen, wenn wir uns einleben in das, was durch das übersinnliche Bewußtsein erkannt wird. Die Begriffe der sinnlichen Welt sind wie in ein Schächtelchen eingeschlossen, und jeder will sie auch so haben, daß einer hübsch neben den anderen hingestellt ist, während man für die Geisteswissenschaft Begriffe braucht, die sich ineinander verwandeln, die beweglich sind, die einer in den anderen übergehen. Da sehen Sie etwas von den Folgen dessen, was wir als Tatsache anführen können.

[ 6 ] Eine andere Folge ist diese: Sie werden einsehen, daß dieses ruhige Sinnesleben, das den Tierkreisbildern vergleichbar ist, nur stattfinden kann, wenn der Mensch in der Erdensphäre lebt. Die zwölf Sinnesbezirke haben ja eigentlich nur einen Sinn für das Leben im Erdenleibe, also zwischen der Geburt und dem Tod. Das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ist wesentlich anders, und das merkwürdige ist: Diejenigen Sinnesbezirke, die wir als die höheren im Erdenleben ansehen, die verlieren diese Bedeutung des Höheren, wenn wir in die geistige Sphäre nach dem Tode übergetreten sind. Erinnern Sie sich, was in der «Geheimwissenschaft» von mir gesagt ist über die Beziehungen von Mensch zu Mensch in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wie diese Beziehungen auf eine viel innerlichere Weise vermittelt werden als hier auf der Erde. Wir brauchen dort nicht den Ichsinn so, wie wir ihn auf der Erde haben, wir brauchen auch nicht den Denksinn und auch nicht den Sprachsinn, wie wir ihn auf der Erde haben. Mehr dagegen brauchen wir schon den umgewandelten Hörsinn; aber der ist ins Geistige umgewandelt, der ist wirklich vergeistigt. Wir treten durch den vergeistigten Gehörsinn ein in die Sphärenmusik. Aber schon dadurch ist die Vergeistigung des Gehörsinns zu erkennen, daß wir alles, was hier durch ein ganz irdischsinnliches Medium, nämlich durch die physische Luft gehört wird, dort ohne physische Luft hören. Und außerdem hören wir alles umgekehrt, von rückwärts nach vorne laufend. Gerade weil der Gehörsinn hier auf der Erde an das physische Element der Luft gebunden ist, kann für den Gehörsinn am allerschwersten vorgestellt werden, daß man sich die Dinge wie in der Rückschau rückwärts vorstellt. Es bereitet einige Schwierigkeit, sich eine Melodie wirklich rückwärts vorzustellen. Es bereitet gar keine Schwierigkeit in der geistigen Auffassung. Aber der Gehörsinn steht gewissermaßen an der Grenze; im vergeistigten Zustande ist der Gehörsinn noch am ähnlichsten dem in der physischen Welt.

[ 6 ] Eine andere Folge ist diese: Sie werden einsehen, daß dieses ruhige Sinnesleben, das den Tierkreisbildern vergleichbar ist, nur stattfinden kann, wenn der Mensch in der Erdensphäre lebt. Die zwölf Sinnesbezirke haben ja eigentlich nur einen Sinn für das Leben im Erdenleibe, also zwischen der Geburt und dem Tod. Das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ist wesentlich anders, und das merkwürdige ist: Diejenigen Sinnesbezirke, die wir als die höheren im Erdenleben ansehen, die verlieren diese Bedeutung des Höheren, wenn wir in die geistige Sphäre nach dem Tode übergetreten sind. Erinnern Sie sich, was in der «Geheimwissenschaft» von mir gesagt ist über die Beziehungen von Mensch zu Mensch in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wie diese Beziehungen auf eine viel innerlichere Weise vermittelt werden als hier auf der Erde. Wir brauchen dort nicht den Ichsinn so, wie wir ihn auf der Erde haben, wir brauchen auch nicht den Denksinn und auch nicht den Sprachsinn, wie wir ihn auf der Erde haben. Mehr dagegen brauchen wir schon den umgewandelten Hörsinn; aber der ist ins Geistige umgewandelt, der ist wirklich vergeistigt. Wir treten durch den vergeistigten Gehörsinn ein in die Sphärenmusik. Aber schon dadurch ist die Vergeistigung des Gehörsinns zu erkennen, daß wir alles, was hier durch ein ganz irdischsinnliches Medium, nämlich durch die physische Luft gehört wird, dort ohne physische Luft hören. Und außerdem hören wir alles umgekehrt, von rückwärts nach vorne laufend. Gerade weil der Gehörsinn hier auf der Erde an das physische Element der Luft gebunden ist, kann für den Gehörsinn am allerschwersten vorgestellt werden, daß man sich die Dinge wie in der Rückschau rückwärts vorstellt. Es bereitet einige Schwierigkeit, sich eine Melodie wirklich rückwärts vorzustellen. Es bereitet gar keine Schwierigkeit in der geistigen Auffassung. Aber der Gehörsinn steht gewissermaßen an der Grenze; im vergeistigten Zustande ist der Gehörsinn noch am ähnlichsten dem in der physischen Welt.

[ 7 ] Kommen wir dann zum Wärmesinn, so ist der schon sehr verändert in der geistigen Welt, noch mehr verändert der Gesichtssinn, und noch mehr verändert der Geruchs- und Geschmackssinn, denn die spielen eine große Rolle in der geistigen Welt. Gerade das, was wir hier niedere Sinne nennen, spielt in der geistigen Welt eine große Rolle. Nur ist es eben sehr, sehr vergeistigt. Und auch noch der Gleichgewichts- und der Bewegungssinn spielen eine bedeutsame Rolle in der geistigen Welt. Wiederum eine geringere Rolle spielt der Lebenssinn, und gar keine besondere Rolle der Tastsinn.

[ 7 ] Kommen wir dann zum Wärmesinn, so ist der schon sehr verändert in der geistigen Welt, noch mehr verändert der Gesichtssinn, und noch mehr verändert der Geruchs- und Geschmackssinn, denn die spielen eine große Rolle in der geistigen Welt. Gerade das, was wir hier niedere Sinne nennen, spielt in der geistigen Welt eine große Rolle. Nur ist es eben sehr, sehr vergeistigt. Und auch noch der Gleichgewichts- und der Bewegungssinn spielen eine bedeutsame Rolle in der geistigen Welt. Wiederum eine geringere Rolle spielt der Lebenssinn, und gar keine besondere Rolle der Tastsinn.

[ 8 ] Wir können also sagen: Wenn wir uns durch den Tod einleben in die geistige Welt, geht gewissermaßen die Sonne unter im Gehörsinn. Der steht an der Grenze des geistigen Horizontes. Der Gehörsinn wird gewissermaßen durchschnitten im Horizont, und drüben geht dieSonne auf im geistigen Gehörsinn, und geht dann durch die vergeistigten Sinne des Wärmesinns, des Gesichtssinns, des Geschmacks- und Geruchssinns, die drüben zur spirituellen Wahrnehmung ganz besonders wichtig sind. Und der Gleichgewichtssinn trägt uns durch die Weltenweiten, indem wir nicht nur innerlich ein Gleichgewicht wahrnehmen, sondern uns im Gleichgewicht fühlen zu den Wesen der höheren Hierarchien, in deren Gebiet wir aufsteigen. Der Gleichgewichtssinn spielt da eine große Rolle. Er ist versteckt, ein niederer Sinn in unserem physischen Organismus hier, dort spielt er eine große Rolle, denn durch ihn erkennen wir, ob wir im Gleichgewicht sind zwischen einem Archangelos und einem Angelos, oder zwischen einem Geist der Persönlichkeit und einem Erzengel, oder zwischen einem Geist der Form und einem Engel. Das Gleichgewicht, in dem wir sind zu den verschiedenen Wesen der geistigen Welt, wird uns gerade durch die vergeistigten niederen Sinne vermittelt. Und die Bewegungen, die wir machen — wir sind ja in den geistigen Welten fortwährend in Bewegung — vermittelt uns der jetzt nach auswärts gekehrte geistige Bewegungssinn. Den Lebenssinn brauchen wir nicht mehr, weil wir in allem Leben drinnen gewissermaßen schwimmen; es ist dasjenige Element, in dem wir uns bewegen als Geist, wie sich der Schwimmer im Wasser bewegt.

[ 8 ] Wir können also sagen: Wenn wir uns durch den Tod einleben in die geistige Welt, geht gewissermaßen die Sonne unter im Gehörsinn. Der steht an der Grenze des geistigen Horizontes. Der Gehörsinn wird gewissermaßen durchschnitten im Horizont, und drüben geht dieSonne auf im geistigen Gehörsinn, und geht dann durch die vergeistigten Sinne des Wärmesinns, des Gesichtssinns, des Geschmacks- und Geruchssinns, die drüben zur spirituellen Wahrnehmung ganz besonders wichtig sind. Und der Gleichgewichtssinn trägt uns durch die Weltenweiten, indem wir nicht nur innerlich ein Gleichgewicht wahrnehmen, sondern uns im Gleichgewicht fühlen zu den Wesen der höheren Hierarchien, in deren Gebiet wir aufsteigen. Der Gleichgewichtssinn spielt da eine große Rolle. Er ist versteckt, ein niederer Sinn in unserem physischen Organismus hier, dort spielt er eine große Rolle, denn durch ihn erkennen wir, ob wir im Gleichgewicht sind zwischen einem Archangelos und einem Angelos, oder zwischen einem Geist der Persönlichkeit und einem Erzengel, oder zwischen einem Geist der Form und einem Engel. Das Gleichgewicht, in dem wir sind zu den verschiedenen Wesen der geistigen Welt, wird uns gerade durch die vergeistigten niederen Sinne vermittelt. Und die Bewegungen, die wir machen — wir sind ja in den geistigen Welten fortwährend in Bewegung — vermittelt uns der jetzt nach auswärts gekehrte geistige Bewegungssinn. Den Lebenssinn brauchen wir nicht mehr, weil wir in allem Leben drinnen gewissermaßen schwimmen; es ist dasjenige Element, in dem wir uns bewegen als Geist, wie sich der Schwimmer im Wasser bewegt.

[ 9 ] Gleichsam unter dem Horizonte sind die niederen Sinne, die hier im physischen Erdenleben nur für die inneren Wahrnehmungen im Organismus dienen. Aber so wie die Sonne, wenn sie untergeht, zu den Sternbildern unterhalb des Horizontes geht, so geht auch die Sonne unseres Lebens zu den Sternbildern unterhalb des Horizontes, wenn wir sterben. Und wenn wir wiedergeboren werden, geht sie auf zu den Sternbildern, die wir hier haben — Tastsinn, Lebenssinn, Sprachsinn, Denksinn, Ichsinn —, um dasjenige wahrzunehmen, was im Erdenleben in der physischen Welt ist.

[ 9 ] Gleichsam unter dem Horizonte sind die niederen Sinne, die hier im physischen Erdenleben nur für die inneren Wahrnehmungen im Organismus dienen. Aber so wie die Sonne, wenn sie untergeht, zu den Sternbildern unterhalb des Horizontes geht, so geht auch die Sonne unseres Lebens zu den Sternbildern unterhalb des Horizontes, wenn wir sterben. Und wenn wir wiedergeboren werden, geht sie auf zu den Sternbildern, die wir hier haben — Tastsinn, Lebenssinn, Sprachsinn, Denksinn, Ichsinn —, um dasjenige wahrzunehmen, was im Erdenleben in der physischen Welt ist.

[ 10 ] Und noch vergeistigter als diese niederen Sinne sind die Lebensorgane. Gar mancher, der eine besonders hohe mystische Anschauungsweise vertreten will, redet von den «niederen» Lebensprozessen. Gewiß, sie sind hier niedrig, aber was hier niedrig ist, ist hoch in der geistigen Welt; denn was in unserem Organismus lebt, ist wie ein Spiegelbild dessen, was in der geistigen Welt lebt. Sehr merk würdig ist dieser Satz. Wenn Sie sich den Menschen gewissermaßen durch den Tierkreis seiner Sinne begrenzt denken, und die Sterne seiner Lebensorgane sich vorstellen, so gibt es außerhalb des Menschen in der geistigen Welt bedeutungsvolle geistige Wesenheiten, welche sich spiegeln im Menschen. Wir können sagen: Es gibt in der geistigen Welt etwas, das sich spiegelt in den vier Lebensprozessen, in der Absonderung, in der Erhaltung, in dem Wachstum, in der Reproduktion, und es gibt etwas in der geistigen Welt, das sich spiegelt in Atmung, Wärmung, Ernährung. Dasjenige, was sich spiegelt in der Vierheit Absonderung, Erhaltung, Wachstum, Reproduktion, das ist in der geistigen Welt ein Hohes, von dem werden wir aufgenommen, in dem leben und weben wir nach dem Tode, damit unser Organismus geistig vorbereitet werden kann für die nächste Inkarnation. Alles, was niedrig ist in unserem physischen Organismus, entspricht einem Hohen, das nur durch Imagination wahrgenommen werden kann. Da ist eine ganze Welt, die durch Imagination, durch imaginatives Erkennen wahrgenommen werden kann, eine Welt, die der Imagination gegeben ist, und die sich gewissermaßen spiegelt vom Jenseits des Tierkreises der Sinne in den menschlichen Organismus hinein. Es ist hier so, wie wenn Sie sich vorstellen würden, daß die Sonne, die Venus, der Merkur und der Mond Spiegelungen wären von etwas, was außerhalb des Tierkreises liegt; es gibt von Sonne, Venus, Merkur und Mond geistige Gegenbilder, die außerhalb des Tierkreises sind, und die sich innerhalb des Tierkreises nur in diesen Himmelskörpern spiegeln.

[ 10 ] Und noch vergeistigter als diese niederen Sinne sind die Lebensorgane. Gar mancher, der eine besonders hohe mystische Anschauungsweise vertreten will, redet von den «niederen» Lebensprozessen. Gewiß, sie sind hier niedrig, aber was hier niedrig ist, ist hoch in der geistigen Welt; denn was in unserem Organismus lebt, ist wie ein Spiegelbild dessen, was in der geistigen Welt lebt. Sehr merk würdig ist dieser Satz. Wenn Sie sich den Menschen gewissermaßen durch den Tierkreis seiner Sinne begrenzt denken, und die Sterne seiner Lebensorgane sich vorstellen, so gibt es außerhalb des Menschen in der geistigen Welt bedeutungsvolle geistige Wesenheiten, welche sich spiegeln im Menschen. Wir können sagen: Es gibt in der geistigen Welt etwas, das sich spiegelt in den vier Lebensprozessen, in der Absonderung, in der Erhaltung, in dem Wachstum, in der Reproduktion, und es gibt etwas in der geistigen Welt, das sich spiegelt in Atmung, Wärmung, Ernährung. Dasjenige, was sich spiegelt in der Vierheit Absonderung, Erhaltung, Wachstum, Reproduktion, das ist in der geistigen Welt ein Hohes, von dem werden wir aufgenommen, in dem leben und weben wir nach dem Tode, damit unser Organismus geistig vorbereitet werden kann für die nächste Inkarnation. Alles, was niedrig ist in unserem physischen Organismus, entspricht einem Hohen, das nur durch Imagination wahrgenommen werden kann. Da ist eine ganze Welt, die durch Imagination, durch imaginatives Erkennen wahrgenommen werden kann, eine Welt, die der Imagination gegeben ist, und die sich gewissermaßen spiegelt vom Jenseits des Tierkreises der Sinne in den menschlichen Organismus hinein. Es ist hier so, wie wenn Sie sich vorstellen würden, daß die Sonne, die Venus, der Merkur und der Mond Spiegelungen wären von etwas, was außerhalb des Tierkreises liegt; es gibt von Sonne, Venus, Merkur und Mond geistige Gegenbilder, die außerhalb des Tierkreises sind, und die sich innerhalb des Tierkreises nur in diesen Himmelskörpern spiegeln.

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[ 11 ] Dann gibt es wiederum außerhalb des Bezirks der menschlichen Sinne im Übersinnlichen etwas, was nur durch Inspiration wahrgenommen werden kann, eine Welt der Inspiration. Und das spiegelt sich in Atmung, Wärmung, Ernährung; so, wie wenn sich spiegeln würden Saturn, Jupiter, Mars von geistigen Gegenstücken von jenseits des Tierkreises. Und es ist eine tiefe Verwandtschaft zwischen dem, was da im Menschen als niedere Natur ist, und dem, was da draußen im Weltenall ist. Es gibt solche Gegenbilder der physischen Lebensprozesse. So können wir den Sinnesbereich des Menschen und den Lebensbereich abgrenzen.

[ 11 ] Dann gibt es wiederum außerhalb des Bezirks der menschlichen Sinne im Übersinnlichen etwas, was nur durch Inspiration wahrgenommen werden kann, eine Welt der Inspiration. Und das spiegelt sich in Atmung, Wärmung, Ernährung; so, wie wenn sich spiegeln würden Saturn, Jupiter, Mars von geistigen Gegenstücken von jenseits des Tierkreises. Und es ist eine tiefe Verwandtschaft zwischen dem, was da im Menschen als niedere Natur ist, und dem, was da draußen im Weltenall ist. Es gibt solche Gegenbilder der physischen Lebensprozesse. So können wir den Sinnesbereich des Menschen und den Lebensbereich abgrenzen.

[ 12 ] Kommen wir jetzt zu dem, was höher ist als das Leben, in den eigentlichen Seelenbereich, wo wir das Astralische des Menschen haben und das Ichliche, das Ich, da kommen wir aus dem Sinnesgebiete, auch aus dem Raum- und Zeitgebiete, heraus, da kommen wir eben ins Geistige hinein. Nur weil ein gewisser Zusammenhang besteht zwischen unserem Ich hier auf der Erde und den zwölf Sinnesbezirken, lebt das Ich in dem Bewußtsein, das getragen wird durch die Sinnesbezirke. Unter diesem Bewußtsein ist nun ein solches anderes Bewußtsein, ein astralisches Bewußtsein, das so, wie der Mensch jetzt ist, eine innigere Beziehung hat zum Lebensreiche des Menschen, zu der Lebenssphäre. Das Ich hat seine innige Beziehung zur Sinnessphäre, das astralische Bewußtsein zum Lebensreich. So wie wir durch unser Ich, oder in unserem Ich wissen von unserem Tierkreis, so wissen wir durch unser astralisches Bewußtsein, das heute beim Menschen noch unterbewußt ist, von unseren Lebensprozessen. Das kann nur der Mensch sich heute noch nicht im normalen Zustande enthüllen, das liegt noch jenseits der Schwelle. Denn dieses Wissen ist im physischen Leben ein innerliches Wissen um die Lebensvorgänge. Nur in abnormen Zuständen geschieht es manchmal, daß das Bewußtsein das Lebensreich, die Lebenssphäre umfaßt, daß diese heraufschlägt in das gewöhnliche Bewußtsein. Das ist dann für den heutigen Menschen etwas Krankhaftes, und die Ärzte, die Naturforscher stehen staunend vor diesen krankhaften Ausbrüchen der menschlichen Natur, wenn das Bewußtsein, das da unten ist, das heute noch zugedeckt ist durch das zwölfgliedrige Bewußtsein, heraufschlägt, wenn die Planeten ihr Leben in den Tierkreis hineinschlagen können dadurch, daß gewissermaßen das Unterbewußtsein heraufschlägt. Es muß entwickelt werden, real entwickelt werden, so wie es beschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? »; dann ist es recht. Aber wenn es heraufschlägt ohne das, so ist es eben krankhaft.

[ 12 ] Kommen wir jetzt zu dem, was höher ist als das Leben, in den eigentlichen Seelenbereich, wo wir das Astralische des Menschen haben und das Ichliche, das Ich, da kommen wir aus dem Sinnesgebiete, auch aus dem Raum- und Zeitgebiete, heraus, da kommen wir eben ins Geistige hinein. Nur weil ein gewisser Zusammenhang besteht zwischen unserem Ich hier auf der Erde und den zwölf Sinnesbezirken, lebt das Ich in dem Bewußtsein, das getragen wird durch die Sinnesbezirke. Unter diesem Bewußtsein ist nun ein solches anderes Bewußtsein, ein astralisches Bewußtsein, das so, wie der Mensch jetzt ist, eine innigere Beziehung hat zum Lebensreiche des Menschen, zu der Lebenssphäre. Das Ich hat seine innige Beziehung zur Sinnessphäre, das astralische Bewußtsein zum Lebensreich. So wie wir durch unser Ich, oder in unserem Ich wissen von unserem Tierkreis, so wissen wir durch unser astralisches Bewußtsein, das heute beim Menschen noch unterbewußt ist, von unseren Lebensprozessen. Das kann nur der Mensch sich heute noch nicht im normalen Zustande enthüllen, das liegt noch jenseits der Schwelle. Denn dieses Wissen ist im physischen Leben ein innerliches Wissen um die Lebensvorgänge. Nur in abnormen Zuständen geschieht es manchmal, daß das Bewußtsein das Lebensreich, die Lebenssphäre umfaßt, daß diese heraufschlägt in das gewöhnliche Bewußtsein. Das ist dann für den heutigen Menschen etwas Krankhaftes, und die Ärzte, die Naturforscher stehen staunend vor diesen krankhaften Ausbrüchen der menschlichen Natur, wenn das Bewußtsein, das da unten ist, das heute noch zugedeckt ist durch das zwölfgliedrige Bewußtsein, heraufschlägt, wenn die Planeten ihr Leben in den Tierkreis hineinschlagen können dadurch, daß gewissermaßen das Unterbewußtsein heraufschlägt. Es muß entwickelt werden, real entwickelt werden, so wie es beschrieben ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? »; dann ist es recht. Aber wenn es heraufschlägt ohne das, so ist es eben krankhaft.

[ 13 ] Es ist in der letzten Zeit ein interessantes Buch erschienen von einem Arzt, der nun schon eingehen will auf solche Dinge. Es ist ihm noch alles Geisteswissenschaftliche verschlossen, er denkt noch ganz materialistisch. Aber er ist so frei in seinem Forschen, daß er sich, besonders in der letzten Zeit, auf diese Gebiete verlegt hat. Ich meine das Buch «Vom Schaltwerk der Gedanken» von Carl Ludwig Schleich. Da finden Sie sehr interessante Mitteilungen aus der ärztlichen Praxis. Nehmen wir die einfachste Mitteilung, die da gegeben wird: Eine Dame kommt zu einem Arzte, will den Arzt konsultieren. Der sagt ihr, sie solle sich unterdes setzen. In dem Augenblick bewegt sich ein Windrädchen zum Hereinlassen von Luft, ein Ventilator. «Ach, das ist eine große Fliege», sagt sie, «die wird mich beißen.» Sehr bald, nachdem sie das ausgesprochen hat, fängt das Auge schon an, anzuschwellen. Nach einiger Zeit ergibt sich eine Geschwulst am Auge, die so groß ist wie ein Hühnerei. Der Arzt beruhigt sie, es sei nicht so schlimm, man könne den Fehler bald wieder ausbessern.

[ 13 ] Es ist in der letzten Zeit ein interessantes Buch erschienen von einem Arzt, der nun schon eingehen will auf solche Dinge. Es ist ihm noch alles Geisteswissenschaftliche verschlossen, er denkt noch ganz materialistisch. Aber er ist so frei in seinem Forschen, daß er sich, besonders in der letzten Zeit, auf diese Gebiete verlegt hat. Ich meine das Buch «Vom Schaltwerk der Gedanken» von Carl Ludwig Schleich. Da finden Sie sehr interessante Mitteilungen aus der ärztlichen Praxis. Nehmen wir die einfachste Mitteilung, die da gegeben wird: Eine Dame kommt zu einem Arzte, will den Arzt konsultieren. Der sagt ihr, sie solle sich unterdes setzen. In dem Augenblick bewegt sich ein Windrädchen zum Hereinlassen von Luft, ein Ventilator. «Ach, das ist eine große Fliege», sagt sie, «die wird mich beißen.» Sehr bald, nachdem sie das ausgesprochen hat, fängt das Auge schon an, anzuschwellen. Nach einiger Zeit ergibt sich eine Geschwulst am Auge, die so groß ist wie ein Hühnerei. Der Arzt beruhigt sie, es sei nicht so schlimm, man könne den Fehler bald wieder ausbessern.

[ 14 ] Mit demjenigen Bewußtsein, das in dem menschlichen Tierkreis an die zwölf Sinnesbezirke gebunden ist, kann der Mensch nicht so tief in die Lebenssphäre eingreifen, daß sich etwas in seiner Lebenssphäre verändert. Mit dem Unterbewußtsein, wenn es heraufschlägt in das gewöhnliche Tagesbewußtsein, da greift der Mensch in die Lebenssphäre hinein. Begriffe, Vorstellungen, wie wir sie im gewöhnlichen Bewußtsein haben, die gehen beim heutigen Menschen noch nicht hinunter in diese Tiefe der Lebensvorgänge. Nur wogt es zuweilen mehr oder weniger herauf, bisweilen sogar sehr stark. Aber mit dem, was richtiges normales Außenbewußtsein heute ist, kann — sagen wir Gott sei Dank — der Mensch noch nicht in seine Lebensprozesse eingreifen, sonst würde er sich durch so manchen Gedanken schön zurichten. Die menschlichen Gedanken sind nicht so stark, daß sie eingreifen können. Aber es werden heute schon Gedanken von den Menschen gehegt, wenn die in die Lebenssphäre eingreifen würden, wie dieser Gedanke der Dame, der aus dem Unterbewußtsein heraufgequollen ist in die Lebensvorgänge, da würden Sie sehen, wie die Menschen mit hochgeschwollenen Gesichtern herumgehen würden, und mit noch manch anderen viel schlimmeren Zuständen. Also da ist unter der Oberfläche des Menschen, die an den Tierkreis gebunden ist, ein Unterbewußstsein, das in innigerem Zusammenhange mit dem Lebensprozesse steht; das wirkt dann sehr weit in abnormen Zuständen. Schleich erzählt zum Beispiel einen sehr interessanten Fall: Ein junges Mädchen kommt zu einem Arzt, sagt, sie habe sich vergangen. Es ist nach dem ärztlichen Befund ausgeschlossen, aber sie behauptet es. Sie will nicht angeben, mit wem sie sich vergangen hat. In den nächsten Monaten wird sie richtig guter Hoffnung; alle Symptome stellen sich ein, die äußeren physisch sichtbaren ebenso wie die inneren. In der Zeit, in der man in späteren Monaten bereits den Herzschlag des Kindes hört, wenn man untersucht, hört man genau unterscheidbar neben dem Pulsschlag der quasi Wöchnerin den Herzschlag des Kindes. Es geht ganz richtig fort, nur daß im neunten Sonnenmonat kein Kind kommt! Es geht in den zehnten Monat hinein — man kommt endlich darauf, es muß etwas anderes sein. Es muß zur Operation geschritten werden. Es ist nichts da,gar nichts, es war überhaupt.nichts! Es war einehysterischeSchwangerschaft mit allen physischen Symptomfolgen. Das wird heute schon von dem Arzt beschrieben, und es ist gut, daß es beschrieben wird; denn diese Dinge werden dieMenschen zwingen, anders nachzudenken über die menschlichen Zusammenhänge, als sie es bisher getan haben.

[ 14 ] Mit demjenigen Bewußtsein, das in dem menschlichen Tierkreis an die zwölf Sinnesbezirke gebunden ist, kann der Mensch nicht so tief in die Lebenssphäre eingreifen, daß sich etwas in seiner Lebenssphäre verändert. Mit dem Unterbewußtsein, wenn es heraufschlägt in das gewöhnliche Tagesbewußtsein, da greift der Mensch in die Lebenssphäre hinein. Begriffe, Vorstellungen, wie wir sie im gewöhnlichen Bewußtsein haben, die gehen beim heutigen Menschen noch nicht hinunter in diese Tiefe der Lebensvorgänge. Nur wogt es zuweilen mehr oder weniger herauf, bisweilen sogar sehr stark. Aber mit dem, was richtiges normales Außenbewußtsein heute ist, kann — sagen wir Gott sei Dank — der Mensch noch nicht in seine Lebensprozesse eingreifen, sonst würde er sich durch so manchen Gedanken schön zurichten. Die menschlichen Gedanken sind nicht so stark, daß sie eingreifen können. Aber es werden heute schon Gedanken von den Menschen gehegt, wenn die in die Lebenssphäre eingreifen würden, wie dieser Gedanke der Dame, der aus dem Unterbewußtsein heraufgequollen ist in die Lebensvorgänge, da würden Sie sehen, wie die Menschen mit hochgeschwollenen Gesichtern herumgehen würden, und mit noch manch anderen viel schlimmeren Zuständen. Also da ist unter der Oberfläche des Menschen, die an den Tierkreis gebunden ist, ein Unterbewußstsein, das in innigerem Zusammenhange mit dem Lebensprozesse steht; das wirkt dann sehr weit in abnormen Zuständen. Schleich erzählt zum Beispiel einen sehr interessanten Fall: Ein junges Mädchen kommt zu einem Arzt, sagt, sie habe sich vergangen. Es ist nach dem ärztlichen Befund ausgeschlossen, aber sie behauptet es. Sie will nicht angeben, mit wem sie sich vergangen hat. In den nächsten Monaten wird sie richtig guter Hoffnung; alle Symptome stellen sich ein, die äußeren physisch sichtbaren ebenso wie die inneren. In der Zeit, in der man in späteren Monaten bereits den Herzschlag des Kindes hört, wenn man untersucht, hört man genau unterscheidbar neben dem Pulsschlag der quasi Wöchnerin den Herzschlag des Kindes. Es geht ganz richtig fort, nur daß im neunten Sonnenmonat kein Kind kommt! Es geht in den zehnten Monat hinein — man kommt endlich darauf, es muß etwas anderes sein. Es muß zur Operation geschritten werden. Es ist nichts da,gar nichts, es war überhaupt.nichts! Es war einehysterischeSchwangerschaft mit allen physischen Symptomfolgen. Das wird heute schon von dem Arzt beschrieben, und es ist gut, daß es beschrieben wird; denn diese Dinge werden dieMenschen zwingen, anders nachzudenken über die menschlichen Zusammenhänge, als sie es bisher getan haben.

[ 15 ] Ein anderer Fall: Zu Schleich kommt ein Mann, der sich während des Tages in seinem Büro mit der Feder gestochen hat; er hat sich etwas geritzt. Schleich schaut es sich an — es ist nicht sehr erheblich. Der Mann sagt: «Ja, aber ich weiß, ich spüre es schon im Arm, das ist eine Blutvergiftung, der Arm muß amputiert werden, sonst muß ich an Blutvergiftung sterben.» Schleich erwidert: «Ich kann Ihnen doch nicht den Arm wegnehmen, wenn gar nichts da ist. Sie werden ganz gewiß nicht an Blutvergiftung sterben.» Zur Vorsicht saugt er ihm die Wunde noch aus und entläßt ihn. Der Mann war aber in einer solchen Verfassung, daß Schleich, der ein sehr guter Mensch ist, ihn am Abend noch besuchte. Der Patient ist nur von dem Gedanken erfüllt, daß er sterben muß. Aber auch nachdem später das Blut untersucht worden ist, hat sich nicht im geringsten etwas von einer Blutvergiftung ergeben. Schleich beruhigt ihn wiederum; aber in der Nacht stirbt der betreffende Mann. Er stirbt wirklich! Tod, bloß aus psychischen Gründen heraus! _

[ 15 ] Ein anderer Fall: Zu Schleich kommt ein Mann, der sich während des Tages in seinem Büro mit der Feder gestochen hat; er hat sich etwas geritzt. Schleich schaut es sich an — es ist nicht sehr erheblich. Der Mann sagt: «Ja, aber ich weiß, ich spüre es schon im Arm, das ist eine Blutvergiftung, der Arm muß amputiert werden, sonst muß ich an Blutvergiftung sterben.» Schleich erwidert: «Ich kann Ihnen doch nicht den Arm wegnehmen, wenn gar nichts da ist. Sie werden ganz gewiß nicht an Blutvergiftung sterben.» Zur Vorsicht saugt er ihm die Wunde noch aus und entläßt ihn. Der Mann war aber in einer solchen Verfassung, daß Schleich, der ein sehr guter Mensch ist, ihn am Abend noch besuchte. Der Patient ist nur von dem Gedanken erfüllt, daß er sterben muß. Aber auch nachdem später das Blut untersucht worden ist, hat sich nicht im geringsten etwas von einer Blutvergiftung ergeben. Schleich beruhigt ihn wiederum; aber in der Nacht stirbt der betreffende Mann. Er stirbt wirklich! Tod, bloß aus psychischen Gründen heraus! _

[ 16 ] Nun, ich kann Ihnen die Versicherung geben, an den Gedanken, die der Mensch sich macht unter dem Einflusse seines Tierkreises, kann er nicht sterben, ganz gewiß nicht. Diese Gedanken reichen nicht so tief in die Lebensprozesse hinab. Und der andere Fall, den ich gerade vorhin erwähnt habe — ich meine die hysterische Schwangerschaft —, kann sich auch nicht durch bloße Gedanken ergeben, aber sterben kann man auch nicht an dem Gedanken, daß etwas Blutvergiftung sei.

[ 16 ] Nun, ich kann Ihnen die Versicherung geben, an den Gedanken, die der Mensch sich macht unter dem Einflusse seines Tierkreises, kann er nicht sterben, ganz gewiß nicht. Diese Gedanken reichen nicht so tief in die Lebensprozesse hinab. Und der andere Fall, den ich gerade vorhin erwähnt habe — ich meine die hysterische Schwangerschaft —, kann sich auch nicht durch bloße Gedanken ergeben, aber sterben kann man auch nicht an dem Gedanken, daß etwas Blutvergiftung sei.

[ 17 ] Mit Bezug auf diesen letzten Fall, wo ein wirklicher Tod scheinbar aus der Einbildung heraus eingetreten ist, muß allerdings die gegenwärtige Wissenschaft die Aufklärung von der Geisteswissenschaft erwarten. Und vielleicht können wir gerade an diesem Fall ein wenig erwägen, wie die Sache eigentlich liegt. Wir haben es mit einem Mann zu tun, der sich ritzt mit einer Feder, mit der er geschrieben hat, und “ der scheinbar an der Einbildung, die er daraus schöpft, stirbt. Aber wir haben es noch mit etwas ganz anderem zu tun: Der Mann, der da stirbt, hat ja zugleich einen Ätherleib, in diesem Ätherleib war der Tod, bevor er sich geritzt hat, bereits darinnen. Da lebte der Tod drinnen. Also in dem Augenblicke, in dem er am Morgen in sein Büro gegangen war, war der Tod bereits in seinem Ätherleib ausgedrückt, das heißt der Ätherleib hatte diejenigen inneren Prozesse angenommen, die er annimmt, wenn man stirbt, nur haben sie sich sehr langsam in den physischen Leib hinein übertragen. Und die Ungeschicklichkeit, die der Mann begangen hat, die hätte er nicht begangen, wenn nicht der Tod schon in ihm gesessen hätte. Unter dem Einfluß dieser inneren Verfassung passierte es ihm, daß er sich diesen Stich gemacht hat, der ganz bedeutungslos war. Aber dadurch wiederum drängte sich aus seiner Lebenssphäre in seinem Unterbewußtsein heraus das Bewußtsein: ich sterbe. Das Äußere war nur eine äußerliche Verbrämung, nur eine Attrappe. Dadurch, daß die Attrappe da war, wogte das herauf ins Tagesbewußtsein. Mit dem im gewöhnlichen Tagesbewußtsein vorhandenen Prozeß der Einbildung hat der Tod nichts, absolut nichts zu tun; sondern der sitzt in ihm.

[ 17 ] Mit Bezug auf diesen letzten Fall, wo ein wirklicher Tod scheinbar aus der Einbildung heraus eingetreten ist, muß allerdings die gegenwärtige Wissenschaft die Aufklärung von der Geisteswissenschaft erwarten. Und vielleicht können wir gerade an diesem Fall ein wenig erwägen, wie die Sache eigentlich liegt. Wir haben es mit einem Mann zu tun, der sich ritzt mit einer Feder, mit der er geschrieben hat, und “ der scheinbar an der Einbildung, die er daraus schöpft, stirbt. Aber wir haben es noch mit etwas ganz anderem zu tun: Der Mann, der da stirbt, hat ja zugleich einen Ätherleib, in diesem Ätherleib war der Tod, bevor er sich geritzt hat, bereits darinnen. Da lebte der Tod drinnen. Also in dem Augenblicke, in dem er am Morgen in sein Büro gegangen war, war der Tod bereits in seinem Ätherleib ausgedrückt, das heißt der Ätherleib hatte diejenigen inneren Prozesse angenommen, die er annimmt, wenn man stirbt, nur haben sie sich sehr langsam in den physischen Leib hinein übertragen. Und die Ungeschicklichkeit, die der Mann begangen hat, die hätte er nicht begangen, wenn nicht der Tod schon in ihm gesessen hätte. Unter dem Einfluß dieser inneren Verfassung passierte es ihm, daß er sich diesen Stich gemacht hat, der ganz bedeutungslos war. Aber dadurch wiederum drängte sich aus seiner Lebenssphäre in seinem Unterbewußtsein heraus das Bewußtsein: ich sterbe. Das Äußere war nur eine äußerliche Verbrämung, nur eine Attrappe. Dadurch, daß die Attrappe da war, wogte das herauf ins Tagesbewußtsein. Mit dem im gewöhnlichen Tagesbewußtsein vorhandenen Prozeß der Einbildung hat der Tod nichts, absolut nichts zu tun; sondern der sitzt in ihm.

[ 18 ] Durch diese Dinge werden die Naturforscher allmählich gezwungen werden, immer tiefer einzudringen in das, was Geisteswissenschaft zu geben vermag. Schon haben wir etwas Kompliziertes vor uns, wenn wir die Beziehung betrachten zwischen der Planetensphäre und dem Lebensprozeß, der Tierkreissphäre und den Sinnesgebieten. Aber noch komplizierter wird die Sache, wenn wir aufsteigen zu den Bewußtseinsvorgängen, wenn wir also in diejenigen Gebiete hineinkommen, die nur einen gewissen Zusammenhang haben mit diesen Sphären: das Ich mit dem Tierkreis, der astralische Leib mit der planetarischen Sphäre des Menschen, mit dieser beweglichen Lebenssphäre des Menschen. Aber das, was da in Verbindung ist mit der beweglichen Lebenssphäre des Menschen, und was vom Ich aus in Verbindung ist mit dem Tierkreis, dem kommen wir nicht nahe, wenn wir so vorstellen, wie wir in der gewöhnlichen physischen Welt vorstellen, wie wir durch den Tierkreis vorstellen; sondern dem kommen wir nur nahe, wenn wir versuchen, uns ein ganz anderes Vorstellungsvermögen anzueignen. Es wird in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geraten, zuweilen rückwärts vorzustellen, Rückschau zu machen. Rückschau bedeutet, daß man die Vorgänge, die in der Welt nach der einen Seite ablaufen, nach der anderen Seite vorstellt, zurück vorstellt.

[ 18 ] Durch diese Dinge werden die Naturforscher allmählich gezwungen werden, immer tiefer einzudringen in das, was Geisteswissenschaft zu geben vermag. Schon haben wir etwas Kompliziertes vor uns, wenn wir die Beziehung betrachten zwischen der Planetensphäre und dem Lebensprozeß, der Tierkreissphäre und den Sinnesgebieten. Aber noch komplizierter wird die Sache, wenn wir aufsteigen zu den Bewußtseinsvorgängen, wenn wir also in diejenigen Gebiete hineinkommen, die nur einen gewissen Zusammenhang haben mit diesen Sphären: das Ich mit dem Tierkreis, der astralische Leib mit der planetarischen Sphäre des Menschen, mit dieser beweglichen Lebenssphäre des Menschen. Aber das, was da in Verbindung ist mit der beweglichen Lebenssphäre des Menschen, und was vom Ich aus in Verbindung ist mit dem Tierkreis, dem kommen wir nicht nahe, wenn wir so vorstellen, wie wir in der gewöhnlichen physischen Welt vorstellen, wie wir durch den Tierkreis vorstellen; sondern dem kommen wir nur nahe, wenn wir versuchen, uns ein ganz anderes Vorstellungsvermögen anzueignen. Es wird in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geraten, zuweilen rückwärts vorzustellen, Rückschau zu machen. Rückschau bedeutet, daß man die Vorgänge, die in der Welt nach der einen Seite ablaufen, nach der anderen Seite vorstellt, zurück vorstellt.

[ 19 ] Durch dieses Zurück-Vorstellen macht man neben manchem anderen allmählich die Geisteskräfte fähig, in eine der physischen Welt gegenüber verkehrte Welt hineinzukommen. Das ist die geistige Welt. Sie ist gegenüber der physischen Welt verkehrt in vieler Beziehung. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß man nicht einfach abstrakt umkehren darf, was in der physischen Welt ist, aber man muß unter den Kräften, die man ausbildet, auch diejenigen ausbilden, die sich an das Rückwärts-Vorstellen anschließen. Was folgt daraus? Daß die Menschen darauf angewiesen sind, wenn sie nicht ganz vertrocknen wollen in der Kultur, wenn sie sich in eine spirituelle Anschauungsweise der Welt hineinfinden wollen, gezwungen sein werden, eine verkehrte Welt vorzustellen. Denn das geistige Bewußtsein beginnt erst da, wo wirklich der Lebensprozeß oder der Sinnesprozeß sich umkehrt, wo der Prozeß rückwärts verläuft. Es werden sich die Menschen also gegen die Zukunft hin dazu bequemen müssen, rückwärts vorzustellen. Dann werden sie in dieses Rückwärts-Vorstellen die geistige Welt hineinkriegen, wie sie jetzt in das Vorwärts-Vorstellen die physische Welt hineinkriegen. Daß wir die physische Welt vorstellen können, rührt von der Richtung unseres Vorstellens her.

[ 19 ] Durch dieses Zurück-Vorstellen macht man neben manchem anderen allmählich die Geisteskräfte fähig, in eine der physischen Welt gegenüber verkehrte Welt hineinzukommen. Das ist die geistige Welt. Sie ist gegenüber der physischen Welt verkehrt in vieler Beziehung. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß man nicht einfach abstrakt umkehren darf, was in der physischen Welt ist, aber man muß unter den Kräften, die man ausbildet, auch diejenigen ausbilden, die sich an das Rückwärts-Vorstellen anschließen. Was folgt daraus? Daß die Menschen darauf angewiesen sind, wenn sie nicht ganz vertrocknen wollen in der Kultur, wenn sie sich in eine spirituelle Anschauungsweise der Welt hineinfinden wollen, gezwungen sein werden, eine verkehrte Welt vorzustellen. Denn das geistige Bewußtsein beginnt erst da, wo wirklich der Lebensprozeß oder der Sinnesprozeß sich umkehrt, wo der Prozeß rückwärts verläuft. Es werden sich die Menschen also gegen die Zukunft hin dazu bequemen müssen, rückwärts vorzustellen. Dann werden sie in dieses Rückwärts-Vorstellen die geistige Welt hineinkriegen, wie sie jetzt in das Vorwärts-Vorstellen die physische Welt hineinkriegen. Daß wir die physische Welt vorstellen können, rührt von der Richtung unseres Vorstellens her.

[ 20 ] Also, wenn ich weitergehen wollte — ich habe Sie nur von dem menschlichen 'Tierkreis, den zwölf Sinnessphären, durch die LebensPlanetensphäre geführt —, so müßte ich Sie in ein ganz anderes Vorstellen hineinverweisen: in ein rückwärts gerichtetes Vorstellen.

[ 20 ] Also, wenn ich weitergehen wollte — ich habe Sie nur von dem menschlichen 'Tierkreis, den zwölf Sinnessphären, durch die LebensPlanetensphäre geführt —, so müßte ich Sie in ein ganz anderes Vorstellen hineinverweisen: in ein rückwärts gerichtetes Vorstellen.

[ 21 ] Nun wissen Sie ja, daß die Menschen der Gegenwart nicht sonderlich geneigt sind, Geisteswissenschaft aufzunehmen und wirklich zu durchdringen. Sie lehnen sie heute noch ab, denn sie sind gewöhnt an das materialistische Vorstellen. Für den, der nur ein wenig die Schwelle überschritten hat in die geistige Welt, ist die Behauptung, daß die Welt nur vorwärts geht und nicht zurück, ebenso töricht, wie wenn jemand behauptet: Die Sonne geht immer nach der einen Richtung, sie kann doch nicht zurückgehen! — Ja, sie geht wirklich auf der anderen Seite zurück, indem sie scheinbar diesen Weg (es wird gezeichnet) zurücklegt.

[ 21 ] Nun wissen Sie ja, daß die Menschen der Gegenwart nicht sonderlich geneigt sind, Geisteswissenschaft aufzunehmen und wirklich zu durchdringen. Sie lehnen sie heute noch ab, denn sie sind gewöhnt an das materialistische Vorstellen. Für den, der nur ein wenig die Schwelle überschritten hat in die geistige Welt, ist die Behauptung, daß die Welt nur vorwärts geht und nicht zurück, ebenso töricht, wie wenn jemand behauptet: Die Sonne geht immer nach der einen Richtung, sie kann doch nicht zurückgehen! — Ja, sie geht wirklich auf der anderen Seite zurück, indem sie scheinbar diesen Weg (es wird gezeichnet) zurücklegt.

[ 22 ] Wir können uns leicht denken, daß so ein richtiger, in die gegenwärtige Vorstellungsweise eingefrorener Mensch einen wahren Horror haben könnte vor dem Rückwärts-Vorstellen, vor dem Vorstellen der verkehrten Welt. Aber wenn es diese verkehrte Welt nicht geben würde, würde es überhaupt kein Bewußtsein geben. Aber Bewußtsein ist ja schon eine Geisteswissenschaft. Das leugnen die Materialisten. Solch ein Mensch der Gegenwart könnte also einen besonderen Horror haben vor dem Rückwärts-Vorstellen, und man könnte sich denken, daß er einmal die Frage aufwerfen würde: Ist es denn unlogisch, den Weltenlauf auch einmal rückwärts vorzustellen? — und daß er dann darauf kommen könnte: Unlogisch ist es ja gar nicht.— Es ist wahrhaftig nicht unlogisch, ein Drama von rückwärts, vom fünften Akt nach vorn, aufzudröseln, und ebensowenig ist es unlogisch, den Weltenlauf nach rückwärts zu verfolgen. Aber für die gegenwärtigen Denkgewohnheiten ist es etwas Furchtbares. Wenn nun ein Mensch, der ganz in den Denkgewohnheiten der Gegenwart lebt, solch eine Frage aufwirft, so könnte er gerade aus dieser Frage heraus — für ihn ist es eine Tatsache, daß man sich die Welt nicht rückwärts vorstellen kann, daß es ganz unglaublich ist, daß die Welt nach rückwärts geht — etwas Besonderes herauswittern. Man könnte sich also einmal einen einsamen Denker denken, der sich abschwitzte mit dem Problem des Rückwärts-Vorstellens, und aus der Unmöglichkeit des Rückwärts-Vorstellens aus den heutigen Denkgewohnheiten heraus besondere philosophische Schlüsse zöge.

[ 22 ] Wir können uns leicht denken, daß so ein richtiger, in die gegenwärtige Vorstellungsweise eingefrorener Mensch einen wahren Horror haben könnte vor dem Rückwärts-Vorstellen, vor dem Vorstellen der verkehrten Welt. Aber wenn es diese verkehrte Welt nicht geben würde, würde es überhaupt kein Bewußtsein geben. Aber Bewußtsein ist ja schon eine Geisteswissenschaft. Das leugnen die Materialisten. Solch ein Mensch der Gegenwart könnte also einen besonderen Horror haben vor dem Rückwärts-Vorstellen, und man könnte sich denken, daß er einmal die Frage aufwerfen würde: Ist es denn unlogisch, den Weltenlauf auch einmal rückwärts vorzustellen? — und daß er dann darauf kommen könnte: Unlogisch ist es ja gar nicht.— Es ist wahrhaftig nicht unlogisch, ein Drama von rückwärts, vom fünften Akt nach vorn, aufzudröseln, und ebensowenig ist es unlogisch, den Weltenlauf nach rückwärts zu verfolgen. Aber für die gegenwärtigen Denkgewohnheiten ist es etwas Furchtbares. Wenn nun ein Mensch, der ganz in den Denkgewohnheiten der Gegenwart lebt, solch eine Frage aufwirft, so könnte er gerade aus dieser Frage heraus — für ihn ist es eine Tatsache, daß man sich die Welt nicht rückwärts vorstellen kann, daß es ganz unglaublich ist, daß die Welt nach rückwärts geht — etwas Besonderes herauswittern. Man könnte sich also einmal einen einsamen Denker denken, der sich abschwitzte mit dem Problem des Rückwärts-Vorstellens, und aus der Unmöglichkeit des Rückwärts-Vorstellens aus den heutigen Denkgewohnheiten heraus besondere philosophische Schlüsse zöge.

[ 23 ] Man kann noch eine weitere Vermutung haben. Ich habe Sie schon darauf aufmerksam gemacht, daß es besonders in dem Sternbild, wo die Sonne untergeht, beim Gehörsinn schwer wird, rückwärts vorzustellen. Der Gehörsinn hat ja besonders in bezug auf das Musikalische manche Veränderung im Laufe der Zeiten erfahren. Diese feineren Veränderungen, die beobachten gewöhnlich die Historiker nicht, sie sind aber für das innere Leben der Menschen wichtiger als die groben Veränderungen, die in der Geschichte verzeichnet sind. Es ist zum Beispiel durchaus wichtig für die Veränderung des Gehörsinns, des vergeistigten, für die physische Welt schon vergeistigten Hörsinns, daß in der griechisch-lateinischen Kulturperiode die Oktave als ganz besonders angenehmer, sympathischer Tonzusammenklang empfunden wurde, daß im elften, zwölften, dreizehnten Jahrhundert die Quinte besonders beliebt geworden ist. Man nannte sie in diesen Zeiten den «süßen Ion». Dieselbe Empfindung, die heute der Mensch der Terz gegenüber hat, hatte er noch im zwölften, dreizehnten Jahrhundert der Quinte gegenüber. So ändern sich die Konstitutionen in verhältnismäßig kurzer Zeit.

[ 23 ] Man kann noch eine weitere Vermutung haben. Ich habe Sie schon darauf aufmerksam gemacht, daß es besonders in dem Sternbild, wo die Sonne untergeht, beim Gehörsinn schwer wird, rückwärts vorzustellen. Der Gehörsinn hat ja besonders in bezug auf das Musikalische manche Veränderung im Laufe der Zeiten erfahren. Diese feineren Veränderungen, die beobachten gewöhnlich die Historiker nicht, sie sind aber für das innere Leben der Menschen wichtiger als die groben Veränderungen, die in der Geschichte verzeichnet sind. Es ist zum Beispiel durchaus wichtig für die Veränderung des Gehörsinns, des vergeistigten, für die physische Welt schon vergeistigten Hörsinns, daß in der griechisch-lateinischen Kulturperiode die Oktave als ganz besonders angenehmer, sympathischer Tonzusammenklang empfunden wurde, daß im elften, zwölften, dreizehnten Jahrhundert die Quinte besonders beliebt geworden ist. Man nannte sie in diesen Zeiten den «süßen Ion». Dieselbe Empfindung, die heute der Mensch der Terz gegenüber hat, hatte er noch im zwölften, dreizehnten Jahrhundert der Quinte gegenüber. So ändern sich die Konstitutionen in verhältnismäßig kurzer Zeit.

[ 24 ] Es könnte also sein, daß jemand, der ein besonders musikalisches Ohr hat, sich stoßen würde an dem Rückwärtsverlauf der Vorstellungen — denn die Musik gehört ja zum Allertiefsten, was wir hier auf dem physischen Plan haben! —, weil ein musikalisches Ohr gerade dadurch, daß es tief, mit tiefer Befriedigung, auf dem physischen Plan in der einen Richtung empfindet, Anstoß nimmt an dem Rück wärtsVorstellen. Natürlich kann das nur in einer Zeit sein, in der der Materialismus so hoch ist wie heute. Demjenigen, der nicht sehr musikalisch ist, wird dieser Zwiespalt nicht so leicht kommen. Aber ein musikalischer Mensch, der gründlich materialistisch ist seinen Denkgewohnheiten nach, der kann dadurch darauf geführt werden, daß er sagt: Das geht unmöglich mit diesem Menschenkopf zusammen, daß man rückwärts vorstellt. — In dieser Form sträubt er sich gegen die geistige Welt. Man könnte geradezu voraussetzen: irgendwo könnte es einen solchen Denker doch geben.

[ 24 ] Es könnte also sein, daß jemand, der ein besonders musikalisches Ohr hat, sich stoßen würde an dem Rückwärtsverlauf der Vorstellungen — denn die Musik gehört ja zum Allertiefsten, was wir hier auf dem physischen Plan haben! —, weil ein musikalisches Ohr gerade dadurch, daß es tief, mit tiefer Befriedigung, auf dem physischen Plan in der einen Richtung empfindet, Anstoß nimmt an dem Rück wärtsVorstellen. Natürlich kann das nur in einer Zeit sein, in der der Materialismus so hoch ist wie heute. Demjenigen, der nicht sehr musikalisch ist, wird dieser Zwiespalt nicht so leicht kommen. Aber ein musikalischer Mensch, der gründlich materialistisch ist seinen Denkgewohnheiten nach, der kann dadurch darauf geführt werden, daß er sagt: Das geht unmöglich mit diesem Menschenkopf zusammen, daß man rückwärts vorstellt. — In dieser Form sträubt er sich gegen die geistige Welt. Man könnte geradezu voraussetzen: irgendwo könnte es einen solchen Denker doch geben.

[ 25 ] Kurioserweise ist in der letzten Zeit ein Buch erschienen: Christian von Ehrenfels, «Kosmogonie». Dieses Buch hat als erstes Kapitel: « ‹Die Reversion›, ein Paradoxon unserer Erkenntnis.» Da entwickelt Ehrenfels auf vielen Seiten, so wie es ein heutiger Philosoph macht, wie es wäre, wenn man probieren würde, die andere Seite, gleichsam die asymmetrische Seite des Weltenverlaufes sich vorzustellen, zurückzudenken. Er kommt wirklich einmal darauf, zurückzudenken, richtig zurückzudenken. Da versucht er, wie er mit diesem Paradoxon fertig werden könnte, und legt sich für besondere Fälle dieses Rück wärtsdenken vor. Eines möchte ich Ihnen als Beispiel für dieses Rück wärtsdenken anführen. Er nimmt zuerst einen nicht rückwärtsgehenden, sondern vorwärtsgehenden Verlauf an:

[ 25 ] Kurioserweise ist in der letzten Zeit ein Buch erschienen: Christian von Ehrenfels, «Kosmogonie». Dieses Buch hat als erstes Kapitel: « ‹Die Reversion›, ein Paradoxon unserer Erkenntnis.» Da entwickelt Ehrenfels auf vielen Seiten, so wie es ein heutiger Philosoph macht, wie es wäre, wenn man probieren würde, die andere Seite, gleichsam die asymmetrische Seite des Weltenverlaufes sich vorzustellen, zurückzudenken. Er kommt wirklich einmal darauf, zurückzudenken, richtig zurückzudenken. Da versucht er, wie er mit diesem Paradoxon fertig werden könnte, und legt sich für besondere Fälle dieses Rück wärtsdenken vor. Eines möchte ich Ihnen als Beispiel für dieses Rück wärtsdenken anführen. Er nimmt zuerst einen nicht rückwärtsgehenden, sondern vorwärtsgehenden Verlauf an:

[ 26 ] «In der aufrechten Welt löse sich, auf hoher Gebirgswand, infolge Feuchtigkeit und Frost ein Brocken von der kompakten Felsmasse los und verliere bei eintretendem Tauwetter das Gleichgewicht. Er stürzt an der überhängenden Wand herab, schlägt auf Felsgrund auf, zerschellt in viele Stücke. Eines dieser Stücke verfolgen wir, wie es den tieferen Abhang hinabkollert, beim Zusammenstoß mit Steinen noch mehrere Splitter verliert und endlich an einer Erdwelle liegen bleibt. Es hat alsdann seine gesamte kinetische Energie in Form von Erwärmungen der Erd- und Felsstellen, auf die es aufschlug, und der Luft, welche seiner Bewegung Widerstand bot, ausgegeben. — Wie würde nun dieser — gewiß nicht seltene — Vorgang in der verkehrten Welt sich ausnehmen?»

[ 26 ] «In der aufrechten Welt löse sich, auf hoher Gebirgswand, infolge Feuchtigkeit und Frost ein Brocken von der kompakten Felsmasse los und verliere bei eintretendem Tauwetter das Gleichgewicht. Er stürzt an der überhängenden Wand herab, schlägt auf Felsgrund auf, zerschellt in viele Stücke. Eines dieser Stücke verfolgen wir, wie es den tieferen Abhang hinabkollert, beim Zusammenstoß mit Steinen noch mehrere Splitter verliert und endlich an einer Erdwelle liegen bleibt. Es hat alsdann seine gesamte kinetische Energie in Form von Erwärmungen der Erd- und Felsstellen, auf die es aufschlug, und der Luft, welche seiner Bewegung Widerstand bot, ausgegeben. — Wie würde nun dieser — gewiß nicht seltene — Vorgang in der verkehrten Welt sich ausnehmen?»

[ 27 ] «Ein Stein liegt an einer Erdwelle. Plötzlich schießen die anscheinend chaotischen Wärmestöße seines Untergrundes in so seltsamer Weise zusammen, daß sie dem Stein einen starken Schwung nach schräg aufwärts erteilen. Die Luft bereitet ihm keinen Widerstand. Im Gegenteil. Infolge merkwürdiger Wärmetransaktionen aus ihrem eigenen Bestand macht sie ihm freie Bahn, weicht ihm von selbst bei seiner Bewegung nach schräg aufwärts aus und fördert diese Bewegung noch dazu durch kleine, aber zielstrebig sich summierende Wärmestöße. Der Stein prallt bei seiner Bewegung an einen Felsvorsprung. Er verliert aber dadurch weder einen Splitter seines Gefüges, noch einen Teil seiner Bewegungswucht. Im Gegenteil. Zufällig wird ein anderes Steinchen durch gesammelte Wärmestöße der Erde und der Luft im gleichen Moment auch an die Stelle des Anprallens geschleudert, und — siehe da! — Dieses Steinchen wird an unsern Stein — immer durch Wärmestöße — so nahe herangedrückt, und die — anscheinend regellos gebrochenen — Oberflächen dieser Stücke passen so minutiös genau ineinander, daß die Kräfte der Kohäsion in Wirksamkeit treten, das Steinchen an den Stein zu einer kompakten Masse anwächst, und der vergrößerte Brocken nun, gefördert durch anscheinend zielstrebige Wärmestöße aus dem Felsvorsprung, an welchen er anprallte, seinen Weg nach schräg aufwärts mit vergrößerter Geschwindigkeit fortsetzen kann.»

[ 27 ] «Ein Stein liegt an einer Erdwelle. Plötzlich schießen die anscheinend chaotischen Wärmestöße seines Untergrundes in so seltsamer Weise zusammen, daß sie dem Stein einen starken Schwung nach schräg aufwärts erteilen. Die Luft bereitet ihm keinen Widerstand. Im Gegenteil. Infolge merkwürdiger Wärmetransaktionen aus ihrem eigenen Bestand macht sie ihm freie Bahn, weicht ihm von selbst bei seiner Bewegung nach schräg aufwärts aus und fördert diese Bewegung noch dazu durch kleine, aber zielstrebig sich summierende Wärmestöße. Der Stein prallt bei seiner Bewegung an einen Felsvorsprung. Er verliert aber dadurch weder einen Splitter seines Gefüges, noch einen Teil seiner Bewegungswucht. Im Gegenteil. Zufällig wird ein anderes Steinchen durch gesammelte Wärmestöße der Erde und der Luft im gleichen Moment auch an die Stelle des Anprallens geschleudert, und — siehe da! — Dieses Steinchen wird an unsern Stein — immer durch Wärmestöße — so nahe herangedrückt, und die — anscheinend regellos gebrochenen — Oberflächen dieser Stücke passen so minutiös genau ineinander, daß die Kräfte der Kohäsion in Wirksamkeit treten, das Steinchen an den Stein zu einer kompakten Masse anwächst, und der vergrößerte Brocken nun, gefördert durch anscheinend zielstrebige Wärmestöße aus dem Felsvorsprung, an welchen er anprallte, seinen Weg nach schräg aufwärts mit vergrößerter Geschwindigkeit fortsetzen kann.»

[ 28 ] Wie früher der Stein in Stücke zerschellt ist, so kommen sie jetzt wieder zusammen. Das Ganze geht zusammen, legt sich wieder an den Felsvorsprung. Es gleicht sich wieder aus, geht wiederum zurück und so weiter. Das beschreibt er sehr genau. Also er denkt den Vorgang rückwärts. Noch mehrere solche Beispiele führt er an, wo er den Vorgang rückwärts denkt. Man sieht, er plagt sich furchtbar; er strengt sich furchtbar an.

[ 28 ] Wie früher der Stein in Stücke zerschellt ist, so kommen sie jetzt wieder zusammen. Das Ganze geht zusammen, legt sich wieder an den Felsvorsprung. Es gleicht sich wieder aus, geht wiederum zurück und so weiter. Das beschreibt er sehr genau. Also er denkt den Vorgang rückwärts. Noch mehrere solche Beispiele führt er an, wo er den Vorgang rückwärts denkt. Man sieht, er plagt sich furchtbar; er strengt sich furchtbar an.

[ 29 ] «Ein Hase läuft an einem sonnigen Wintertag durch den Schnee und hinterläßt eine Fährte, welche an vielen Stellen alsbald durch den Wind wieder verweht wird, an einigen südlich geneigten Hängen jedoch, wo der Schnee unter dem Einfluß der Sonnenstrahlung auftaut und am Abend wieder gefriert, noch wochenlang zu sehen ist, bis sie endlich mit dem Eintritt der allgemeinen Schneeschmelze ganz verschwindet. — In der «verkehrten Welt» würde die Fährte des Hasen zuerst entstehen, aber nicht als Ganzes, sondern bruchstückweise, hier und dort, erst als undeutliche Einkerbungen in dem vereisten Schnee (oder vielmehr dem allmählich zu Schnee sich lockernden Eis), dann nach Wochen, während jene Einkerbungen sich allmählich vertiefen und in ihrer Form dem Abdruck von Hasenpfoten sich annähern, an den Zwischenstellen, dadurch, daß aus lockerem Schnee durch Wärmestöße Flocken herausgeschleudert werden, — bis endlich die ganze Zeile von Eindrücken fertig ist, und nun der Hase, den Kopf nach hinten und das Hinterteil voran, die Zeile — nicht abläuft — sondern, gegen den Zug seiner Muskeln, immer durch Wärmestöße entlang geschleudert wird, so kunstvoll, daß immer eine Pfote in das schon fertige Futteral der Fährte zu fallen kommt. — Des Wunders nicht genug: — So oft die Pfote aus diesem Futteral austritt, wird die Vertiefung durch scheinbar zielstrebige Wärmestöße so treffsicher mit lockerem Schnee angefüllt, daß volle Konformität mit der Umgebung sich einstellt, und über den von dem Hasen zurückgelegten Weg alsbald in tadelloser Glätte das Schneefeld sich breitet, als wäre es niemals anders gewesen.»

[ 29 ] «Ein Hase läuft an einem sonnigen Wintertag durch den Schnee und hinterläßt eine Fährte, welche an vielen Stellen alsbald durch den Wind wieder verweht wird, an einigen südlich geneigten Hängen jedoch, wo der Schnee unter dem Einfluß der Sonnenstrahlung auftaut und am Abend wieder gefriert, noch wochenlang zu sehen ist, bis sie endlich mit dem Eintritt der allgemeinen Schneeschmelze ganz verschwindet. — In der «verkehrten Welt» würde die Fährte des Hasen zuerst entstehen, aber nicht als Ganzes, sondern bruchstückweise, hier und dort, erst als undeutliche Einkerbungen in dem vereisten Schnee (oder vielmehr dem allmählich zu Schnee sich lockernden Eis), dann nach Wochen, während jene Einkerbungen sich allmählich vertiefen und in ihrer Form dem Abdruck von Hasenpfoten sich annähern, an den Zwischenstellen, dadurch, daß aus lockerem Schnee durch Wärmestöße Flocken herausgeschleudert werden, — bis endlich die ganze Zeile von Eindrücken fertig ist, und nun der Hase, den Kopf nach hinten und das Hinterteil voran, die Zeile — nicht abläuft — sondern, gegen den Zug seiner Muskeln, immer durch Wärmestöße entlang geschleudert wird, so kunstvoll, daß immer eine Pfote in das schon fertige Futteral der Fährte zu fallen kommt. — Des Wunders nicht genug: — So oft die Pfote aus diesem Futteral austritt, wird die Vertiefung durch scheinbar zielstrebige Wärmestöße so treffsicher mit lockerem Schnee angefüllt, daß volle Konformität mit der Umgebung sich einstellt, und über den von dem Hasen zurückgelegten Weg alsbald in tadelloser Glätte das Schneefeld sich breitet, als wäre es niemals anders gewesen.»

[ 30 ] Sie sehen, er strengt sich an. Und nun sagt er sich noch: wenn er schon bei einem Hasen sich anstrengen muß, wie müßte er sich anstrengen, meint er, bei einer ganzen Treibjagd.

[ 30 ] Sie sehen, er strengt sich an. Und nun sagt er sich noch: wenn er schon bei einem Hasen sich anstrengen muß, wie müßte er sich anstrengen, meint er, bei einer ganzen Treibjagd.

[ 31 ] «Man merkt leicht: — es sind die wesentlich gleichen Unglaublichkeiten wie in den Beispielen aus der anorganischen Natur, nur ins Groteske, Ungeheuerliche gesteigert. — Und dieser Fall ist noch ein einfacher von Spurenbildung durch organische Wesen. Man vergegenwärtige sich etwa nur die Spuren, welche — nicht ein Hase, sondern eine ganze winterliche Treibjagd mit vielen Jägern, Treibern, Hunden, vielen Hasen, mehreren Rehen, Füchsen und Hirschen im Schnee hinterläßt, — wie diese Spuren sich kreuzen, decken, wie der eine die Spur des andern niedertritt, so daß stellenweise geglättete Flächen zurückbleiben usw. Man verkehre nun diese Vorgänge, — beachte, wie da, durch die anscheinend gleichartigen Ursachen von Wärmestößen aus dem Chaotischen, verschiedenartige Spurzeilen sich bilden und nun jedes Lebewesen gerade auf die ihm konforme Zeile, das Reh auf diese, der Hirsch auf jene, jeder Jäger auf die seinem Schuhwerk entsprechende Fährte gedrängt, geschoben, geworfen wird, immer durch die seltsam sich vereinigenden Wärmestöße aus der Erde, aus der Luft, aus dem Inneren der betreffenden Organismen, — und man erhält dann erst eine blasse Vorstellung von der Tragweite des Begriffes «Spurenbildung; in unserer aufrechten» — und nicht verkehrten — «Welt.»

[ 31 ] «Man merkt leicht: — es sind die wesentlich gleichen Unglaublichkeiten wie in den Beispielen aus der anorganischen Natur, nur ins Groteske, Ungeheuerliche gesteigert. — Und dieser Fall ist noch ein einfacher von Spurenbildung durch organische Wesen. Man vergegenwärtige sich etwa nur die Spuren, welche — nicht ein Hase, sondern eine ganze winterliche Treibjagd mit vielen Jägern, Treibern, Hunden, vielen Hasen, mehreren Rehen, Füchsen und Hirschen im Schnee hinterläßt, — wie diese Spuren sich kreuzen, decken, wie der eine die Spur des andern niedertritt, so daß stellenweise geglättete Flächen zurückbleiben usw. Man verkehre nun diese Vorgänge, — beachte, wie da, durch die anscheinend gleichartigen Ursachen von Wärmestößen aus dem Chaotischen, verschiedenartige Spurzeilen sich bilden und nun jedes Lebewesen gerade auf die ihm konforme Zeile, das Reh auf diese, der Hirsch auf jene, jeder Jäger auf die seinem Schuhwerk entsprechende Fährte gedrängt, geschoben, geworfen wird, immer durch die seltsam sich vereinigenden Wärmestöße aus der Erde, aus der Luft, aus dem Inneren der betreffenden Organismen, — und man erhält dann erst eine blasse Vorstellung von der Tragweite des Begriffes «Spurenbildung; in unserer aufrechten» — und nicht verkehrten — «Welt.»

[ 32 ] Er strengt sich also sehr an, um Vorstellungen zu gewinnen, die er braucht. Sie drängen manches aus dem Unterbewußten des heutigen Menschen herauf. Sie sehen, wie naturgemäß es ist, daß Geisteswissenschaft entsteht, denn wie ich oft auch an anderen Beispielen gezeigt habe, es drängt in der Seele des Menschen dahin. Er müht sich ab, man kann schon sagen, wenn es auch geistig gemeint ist, er schwitzt sich ab, diese rückwärtsgehenden Prozesse wenigstens einigermaßen zu verstehen. Es ist also solch ein Denker da, denn er ist ein Denker, das kann nicht geleugnet werden. Logisch ist es durchaus möglich, das vorzustellen, aber unglaubwürdig, sagt er, ist es. Das heißt ja für uns, es widerspricht seinen Denkgewohnheiten, das heißt im letzten Ende: Er kann überhaupt nicht sich die geistige Welt vorstellen. Und nun schließt er: «Ja, mehr noch! — Versetzen wir uns in die Lage, ein Realitätenkomplex gleich der «verkehrten Welt> sei uns durch den unerbittlichen Zwang der Erfahrung als Tatsache wirklich aufgenötigt.»

[ 32 ] Er strengt sich also sehr an, um Vorstellungen zu gewinnen, die er braucht. Sie drängen manches aus dem Unterbewußten des heutigen Menschen herauf. Sie sehen, wie naturgemäß es ist, daß Geisteswissenschaft entsteht, denn wie ich oft auch an anderen Beispielen gezeigt habe, es drängt in der Seele des Menschen dahin. Er müht sich ab, man kann schon sagen, wenn es auch geistig gemeint ist, er schwitzt sich ab, diese rückwärtsgehenden Prozesse wenigstens einigermaßen zu verstehen. Es ist also solch ein Denker da, denn er ist ein Denker, das kann nicht geleugnet werden. Logisch ist es durchaus möglich, das vorzustellen, aber unglaubwürdig, sagt er, ist es. Das heißt ja für uns, es widerspricht seinen Denkgewohnheiten, das heißt im letzten Ende: Er kann überhaupt nicht sich die geistige Welt vorstellen. Und nun schließt er: «Ja, mehr noch! — Versetzen wir uns in die Lage, ein Realitätenkomplex gleich der «verkehrten Welt> sei uns durch den unerbittlichen Zwang der Erfahrung als Tatsache wirklich aufgenötigt.»

[ 33 ] Also der Mann versetzt sich noch in die Lage, so wie er seinen Hasen draußen in der physischen Welt wirklich sieht, oder seine Treibjagd, so könnte es einmal geschehen, daß er in der physischen Welt, die für ihn doch das einzig Wirkliche ist, das Umgekehrte sähe. Nehmen wir an, es werde einem aufgedrängt, man trete wirklich einmal in die physische Welt hinaus und es sei eine ganz verkehrte Welt da:

[ 33 ] Also der Mann versetzt sich noch in die Lage, so wie er seinen Hasen draußen in der physischen Welt wirklich sieht, oder seine Treibjagd, so könnte es einmal geschehen, daß er in der physischen Welt, die für ihn doch das einzig Wirkliche ist, das Umgekehrte sähe. Nehmen wir an, es werde einem aufgedrängt, man trete wirklich einmal in die physische Welt hinaus und es sei eine ganz verkehrte Welt da:

[ 34 ] «Wie würden wir uns ihm gegenüber verhalten, wie ihn auszulegen versuchen? — Jenes — früher angedeutete — Gedankenprojekt mit dem gestaltsaugenden Rückwirkungsprinzip in der Zukunft müßten wir, obgleich das Erfahrungsmaterial uns immer wieder dahin drängte, doch als absurd von uns weisen.»

[ 34 ] «Wie würden wir uns ihm gegenüber verhalten, wie ihn auszulegen versuchen? — Jenes — früher angedeutete — Gedankenprojekt mit dem gestaltsaugenden Rückwirkungsprinzip in der Zukunft müßten wir, obgleich das Erfahrungsmaterial uns immer wieder dahin drängte, doch als absurd von uns weisen.»

[ 35 ] Er sagt, es wäre doch schrecklich, wir könnten das nicht denken, dürften es nicht denken, und wir würden es sehen! Das stellt er sich vor, das Schreckliche, was er wirklich sehen müßte, wenn er in die geistige Welt hineinkommen würde. Das wäre nun etwas Schreckliches, wenn es ihm aufgedrängt würde in der physischen Welt, wie er sich es vorstellt!

[ 35 ] Er sagt, es wäre doch schrecklich, wir könnten das nicht denken, dürften es nicht denken, und wir würden es sehen! Das stellt er sich vor, das Schreckliche, was er wirklich sehen müßte, wenn er in die geistige Welt hineinkommen würde. Das wäre nun etwas Schreckliches, wenn es ihm aufgedrängt würde in der physischen Welt, wie er sich es vorstellt!

[ 36 ] «Es bliebe uns keine andere Wahl übrig: — Die scheinbar spontanen Gestaltungsanfänge (hie Menschen, dort Füchse, dort Rosen usw.) müßten wir als eben nur scheinbar spontan, tatsächlich vielmehr durch teleologische, zweckbewußt vorausberechnete Kollokationen der materiellen Partikel und ihrer Bewegungsrichtungen zustande gebracht beurteilen, — und ebenso das seltsame Spiel ihrer auf Gleitbahnen sich vollziehenden Konvergenz zu immer wenigeren und niedrigeren Gestaltfolgen.»

[ 36 ] «Es bliebe uns keine andere Wahl übrig: — Die scheinbar spontanen Gestaltungsanfänge (hie Menschen, dort Füchse, dort Rosen usw.) müßten wir als eben nur scheinbar spontan, tatsächlich vielmehr durch teleologische, zweckbewußt vorausberechnete Kollokationen der materiellen Partikel und ihrer Bewegungsrichtungen zustande gebracht beurteilen, — und ebenso das seltsame Spiel ihrer auf Gleitbahnen sich vollziehenden Konvergenz zu immer wenigeren und niedrigeren Gestaltfolgen.»

[ 37 ] Also er denkt sich das Ganze zurück zu den Darwinischen Einheitsformen vom Anfang der Erde.

[ 37 ] Also er denkt sich das Ganze zurück zu den Darwinischen Einheitsformen vom Anfang der Erde.

[ 38 ] «Das Ziel aber dieser vorausschauenden, vorausrechnenden Schöpferkraft? — Kann die plötzliche Erweckung von Gestalt und ihre allmähliche Überleitung in Nichtgestalt ein letztes Ziel sein? — «Nein, und wieder nein! — Die Ziele des Ganzen müssen gegensätzlicher Art sein.»

[ 38 ] «Das Ziel aber dieser vorausschauenden, vorausrechnenden Schöpferkraft? — Kann die plötzliche Erweckung von Gestalt und ihre allmähliche Überleitung in Nichtgestalt ein letztes Ziel sein? — «Nein, und wieder nein! — Die Ziele des Ganzen müssen gegensätzlicher Art sein.»

[ 39 ] Und nun frägt er sich: Wie würde mir eine solche Welt vorkommen, wenn ich sie wirklich sähe? Und darauf gibt er sich die Antwort: «Die Erfahrungswelt ist der groteske Scherz eines unbegreiflichen Weltdämons, dem alles an uns ausgeliefert ist, mit Ausnahme der Erkenntnis.»

[ 39 ] Und nun frägt er sich: Wie würde mir eine solche Welt vorkommen, wenn ich sie wirklich sähe? Und darauf gibt er sich die Antwort: «Die Erfahrungswelt ist der groteske Scherz eines unbegreiflichen Weltdämons, dem alles an uns ausgeliefert ist, mit Ausnahme der Erkenntnis.»

[ 40 ] Die behält er sich, denn da, sagt er, kann er nicht herein. Die Erkenntnisse sind seine Denkgewohnheiten, da kann er nicht herein, die behält er sich. Aber die Welt, die er verkehrt sehen müßte, die wäre das groteske Schauspiel eines Weltdämons, des Teufels; es wäre die teuflische Welt. Er fürchtet sich vor dem, was ihm als Teufel erscheinen müßte. — Da haben Sie einmal in einer Seele erlebt, was ich oftmals gesagt habe: Furcht vor der geistigen Welt ist es, was zurückhält. Er spricht es aus: er würde in dem Augenblick, wo er eine physische Welt sehen würde, die ähnlich wäre der geistigen Welt, dies für das Paradoxon eines teuflischen Wesens halten. So fürchtet er sich davor.

[ 40 ] Die behält er sich, denn da, sagt er, kann er nicht herein. Die Erkenntnisse sind seine Denkgewohnheiten, da kann er nicht herein, die behält er sich. Aber die Welt, die er verkehrt sehen müßte, die wäre das groteske Schauspiel eines Weltdämons, des Teufels; es wäre die teuflische Welt. Er fürchtet sich vor dem, was ihm als Teufel erscheinen müßte. — Da haben Sie einmal in einer Seele erlebt, was ich oftmals gesagt habe: Furcht vor der geistigen Welt ist es, was zurückhält. Er spricht es aus: er würde in dem Augenblick, wo er eine physische Welt sehen würde, die ähnlich wäre der geistigen Welt, dies für das Paradoxon eines teuflischen Wesens halten. So fürchtet er sich davor.

[ 41 ] «jenseits der Grenzen unserer Erfahrungswelt muß ein anderes, umfassendes Weltgesetz walten!» — Das heißt: Selbst eine «verkehrte Welv würden wir letzten Endes nicht nach verkehrten Prinzipien aufzufassen uns bequemen.»

[ 41 ] «jenseits der Grenzen unserer Erfahrungswelt muß ein anderes, umfassendes Weltgesetz walten!» — Das heißt: Selbst eine «verkehrte Welv würden wir letzten Endes nicht nach verkehrten Prinzipien aufzufassen uns bequemen.»

[ 42 ] Was würde also der gute Ehrenfels tun, wenn er wirklich in solch eine Welt versetzt würde, die sich bequemen würde, für ihn physisch zu sein? Er würde sagen: Nein, die glaube ich nicht; ich will sie nach der anderen Seite vorstellen, ich will sie nicht gelten lassen. Und das tun ja die Leute auch mit der geistigen Welt; sie wollen sie wirklich nicht gelten lassen, wenn sie die Sachen anders sehen als in der Gegenwart.

[ 42 ] Was würde also der gute Ehrenfels tun, wenn er wirklich in solch eine Welt versetzt würde, die sich bequemen würde, für ihn physisch zu sein? Er würde sagen: Nein, die glaube ich nicht; ich will sie nach der anderen Seite vorstellen, ich will sie nicht gelten lassen. Und das tun ja die Leute auch mit der geistigen Welt; sie wollen sie wirklich nicht gelten lassen, wenn sie die Sachen anders sehen als in der Gegenwart.

[ 43 ] «Wir würden sie (diese Welt) als eine Ausnahme, als eine Enklave, als einen Gegenstrom in dem großen Gesamtlauf des Weltgeschehens einschätzen, und diesem umfassenden Weltgeschehen würden wir doch wieder jene physiognomischen Züge erteilen, die uns an sich als glaubwürdig erscheinen.»

[ 43 ] «Wir würden sie (diese Welt) als eine Ausnahme, als eine Enklave, als einen Gegenstrom in dem großen Gesamtlauf des Weltgeschehens einschätzen, und diesem umfassenden Weltgeschehen würden wir doch wieder jene physiognomischen Züge erteilen, die uns an sich als glaubwürdig erscheinen.»

[ 44 ] Also man würde sich hinstellen und sagen: Nein, diese Welt, die narrt uns zwar ein Dämon vor, aber wir glauben nicht an sie; wir stellen sie uns doch nach der anderen Seite vor; wir stellen sie uns so vor, wie wir es gewöhnt sind.

[ 44 ] Also man würde sich hinstellen und sagen: Nein, diese Welt, die narrt uns zwar ein Dämon vor, aber wir glauben nicht an sie; wir stellen sie uns doch nach der anderen Seite vor; wir stellen sie uns so vor, wie wir es gewöhnt sind.

[ 45 ] Da sehen Sie das ganze Sich-Entgegenstellen eines Philosophen gegen dasjenige, was kommen muß. Es ist gut, den Fortgang der Menschheitsentwickelung in solchen Punkten zu fassen. Es ist schon so, meine lieben Freunde, dasjenige, was sein muß nach der Geisteswissenschaft, das geschieht. Und wenn hier oftmals gezeigt worden ist aus den verschiedensten Symptomen, daß die Menschen sich auch heute noch in ihrem Oberbewußtsein gegen den Geist wehren, sie fangen an, unterbewußt zu ihm sich hinzuwenden. Sie machen sich nur noch etwas vor, sie leugnen ihn noch. Es wird nicht lange dauern, so werden sie ihn nicht mehr leugnen können, diesen Geist, denn schon werden sogar zwangsweise die Gedanken der Menschen dahin gerichtet, was man gerade an einem solchen Fall, wie an der «Kosmogonie» des Christian von Ehrenfels, sehen kann.

[ 45 ] Da sehen Sie das ganze Sich-Entgegenstellen eines Philosophen gegen dasjenige, was kommen muß. Es ist gut, den Fortgang der Menschheitsentwickelung in solchen Punkten zu fassen. Es ist schon so, meine lieben Freunde, dasjenige, was sein muß nach der Geisteswissenschaft, das geschieht. Und wenn hier oftmals gezeigt worden ist aus den verschiedensten Symptomen, daß die Menschen sich auch heute noch in ihrem Oberbewußtsein gegen den Geist wehren, sie fangen an, unterbewußt zu ihm sich hinzuwenden. Sie machen sich nur noch etwas vor, sie leugnen ihn noch. Es wird nicht lange dauern, so werden sie ihn nicht mehr leugnen können, diesen Geist, denn schon werden sogar zwangsweise die Gedanken der Menschen dahin gerichtet, was man gerade an einem solchen Fall, wie an der «Kosmogonie» des Christian von Ehrenfels, sehen kann.

[ 46 ] Ich wollte dieses Buch auch aus dem Grunde hier besprechen, weil es als ein eben erschienenes Buch in der nächsten Zeit ganz gewiß viel besprochen werden wird. Wenn es auch in einer Philosophensprache geschrieben ist, die schwer lesbar ist, wird es viel und wahrscheinlich überall in sehr grotesker Weise besprochen werden, weil man die Zusammenhänge doch nicht erfassen wird. Damit auch einmal dasjenige gesagt worden ist, was sachgemäß über dieses Buch gesagt werden muß, wollte ich in diesem Zusammenhange gerade auf die «Kosmogonie» von Christian von Ehrenfels aufmerksam machen. Wir haben es mit einem Philosophen zu tun, der Universitätsprofessor ist, der seit langen Jahren Philosophie an der Prager Universität vorgetragen hat. 1915 ist dieses Buch erschienen. Er spricht in der Vorrede zu diesem Buch über seinen Entwickelungsgang, welchen Philosophen älteren Datums er mehr oder weniger dies oder jenes zu verdanken hat, mit welchen er als Philosoph mehr oder weniger einverstanden ist. Am Schluß dieser Vorrede sagt er das Folgende, nachdem er angeführt hat, daß er Franz Brentano, Meinong, also den älteren Philosophen, dies oder jenes verdanke.

[ 46 ] Ich wollte dieses Buch auch aus dem Grunde hier besprechen, weil es als ein eben erschienenes Buch in der nächsten Zeit ganz gewiß viel besprochen werden wird. Wenn es auch in einer Philosophensprache geschrieben ist, die schwer lesbar ist, wird es viel und wahrscheinlich überall in sehr grotesker Weise besprochen werden, weil man die Zusammenhänge doch nicht erfassen wird. Damit auch einmal dasjenige gesagt worden ist, was sachgemäß über dieses Buch gesagt werden muß, wollte ich in diesem Zusammenhange gerade auf die «Kosmogonie» von Christian von Ehrenfels aufmerksam machen. Wir haben es mit einem Philosophen zu tun, der Universitätsprofessor ist, der seit langen Jahren Philosophie an der Prager Universität vorgetragen hat. 1915 ist dieses Buch erschienen. Er spricht in der Vorrede zu diesem Buch über seinen Entwickelungsgang, welchen Philosophen älteren Datums er mehr oder weniger dies oder jenes zu verdanken hat, mit welchen er als Philosoph mehr oder weniger einverstanden ist. Am Schluß dieser Vorrede sagt er das Folgende, nachdem er angeführt hat, daß er Franz Brentano, Meinong, also den älteren Philosophen, dies oder jenes verdanke.

[ 47 ] «Das Schwergewicht meiner Dankesschuld dagegen habe ich in eine Richtung zu weisen, welche nach allgemeiner Auffassung von Philosophie weit abliegt. — Ich habe in meinem Leben ein weit größeres Quantum an psychisischer Energie der innerlichen Aneignung der deutschen Musik zugewandt, als der Rezeption philosophischer Literatur.» — Dieses Bekenntnis legt er als Philosophieprofessor ab! — «Und ich bereue das nicht, gegenwärtig in der zweiten Hälfte des sechsten Dezenniums dieses Lebens stehend» — also er ist weit über fünfzig Jahre alt — «sondern erblicke darin vielmehr eine der Quellen meiner Produktivität» — und er ist nur philosophisch produktiv! — «Denn wenn Schopenhauers Deutung der Musik als einer besonderen Objektivation des Weltwillens in dieser Form auch wohl abzulehnen sein wird, so trifft sie doch, wie mich dünkt, ihrer Intention nach den Kern der Sache. Der wahrhaft produktive Musiker steht in seinen Offenbarungen dem Weltgeist näher als andere Sterbliche. — Wer von diesen «anderen» die metaphysische Sprache der Musik zu verstehen vermeint, der empfindet es als verantwortungsvollste Pflicht, den vernommenen Sinn nun für die Mitwelt in die ihr geläufigen begrifflichen Verständigungsmittel zu übersetzen.

[ 47 ] «Das Schwergewicht meiner Dankesschuld dagegen habe ich in eine Richtung zu weisen, welche nach allgemeiner Auffassung von Philosophie weit abliegt. — Ich habe in meinem Leben ein weit größeres Quantum an psychisischer Energie der innerlichen Aneignung der deutschen Musik zugewandt, als der Rezeption philosophischer Literatur.» — Dieses Bekenntnis legt er als Philosophieprofessor ab! — «Und ich bereue das nicht, gegenwärtig in der zweiten Hälfte des sechsten Dezenniums dieses Lebens stehend» — also er ist weit über fünfzig Jahre alt — «sondern erblicke darin vielmehr eine der Quellen meiner Produktivität» — und er ist nur philosophisch produktiv! — «Denn wenn Schopenhauers Deutung der Musik als einer besonderen Objektivation des Weltwillens in dieser Form auch wohl abzulehnen sein wird, so trifft sie doch, wie mich dünkt, ihrer Intention nach den Kern der Sache. Der wahrhaft produktive Musiker steht in seinen Offenbarungen dem Weltgeist näher als andere Sterbliche. — Wer von diesen «anderen» die metaphysische Sprache der Musik zu verstehen vermeint, der empfindet es als verantwortungsvollste Pflicht, den vernommenen Sinn nun für die Mitwelt in die ihr geläufigen begrifflichen Verständigungsmittel zu übersetzen.

[ 48 ] Wenn man unter Religion ein geistiges Besitztum versteht, welches seinem Eigner Weltvertrauen, sittliche Kraft und inneren Halt erteilt, so ist die deutsche Musik mir Religion gewesen durch ein Menschenalter einer agnostischen, metaphysik- und glaubenslosen Zeit, von dem Tage, als ich mich innerlich endgiltig vom katholischen Dogma lossagte (im Jahre 1880), bis zu jenen Wochen (im Frühling 1911), in welchen mir die Umrisse der hier vorgetragenen metaphysischen Lehre aufgingen.»

[ 48 ] Wenn man unter Religion ein geistiges Besitztum versteht, welches seinem Eigner Weltvertrauen, sittliche Kraft und inneren Halt erteilt, so ist die deutsche Musik mir Religion gewesen durch ein Menschenalter einer agnostischen, metaphysik- und glaubenslosen Zeit, von dem Tage, als ich mich innerlich endgiltig vom katholischen Dogma lossagte (im Jahre 1880), bis zu jenen Wochen (im Frühling 1911), in welchen mir die Umrisse der hier vorgetragenen metaphysischen Lehre aufgingen.»

[ 49 ] Und diese metaphysische Lehre geht aus von dem Paradoxon der Reversion, von der Unmöglichkeit der Umkehrung der Vorstellungen.

[ 49 ] Und diese metaphysische Lehre geht aus von dem Paradoxon der Reversion, von der Unmöglichkeit der Umkehrung der Vorstellungen.

[ 50 ] «Ja, die deutsche Musik ist mir auch heute noch Religion in dem Sinn, daß ich, wenn mir alle Argumente dieses Werkes auch widerlegt würden, doch nicht der Verzweiflung verfiele, — doch überzeugt bliebe, mit dem Weltvertrauen, aus dem dieses Werk erwuchs, den wesentlich richtigen Pfad beschritten zu haben, — überzeugt, — weil es die deutsche Musik gibt. Denn eine Welt, die Solches hervorgebracht, muß ihrem innersten Wesen nach gut und vertrauenswürdig sein. i

[ 50 ] «Ja, die deutsche Musik ist mir auch heute noch Religion in dem Sinn, daß ich, wenn mir alle Argumente dieses Werkes auch widerlegt würden, doch nicht der Verzweiflung verfiele, — doch überzeugt bliebe, mit dem Weltvertrauen, aus dem dieses Werk erwuchs, den wesentlich richtigen Pfad beschritten zu haben, — überzeugt, — weil es die deutsche Musik gibt. Denn eine Welt, die Solches hervorgebracht, muß ihrem innersten Wesen nach gut und vertrauenswürdig sein. i

[ 51 ] Die Musik der H-moll-Messe, die Musik zum steinernen Gast, die dritte, die fünfte, die siebente, die neunte Symphonie, die Musik des Tristan, des Ringes, des Parsifal — diese Musik kann nicht widerlegt werden, denn sie ist Wirklichkeit, — quellendes Leben. — Dank ihren Schöpfern! — Heil allen, die aus ihrem Wunderborn den Durst nach Ewigem zu stillen berufen! — Das Beste, das jemals ich schaffen durfte und für das Beste halte ich dieses Werk — ist nur ein schwacher Entgelt der Fülle, die ich von dorther» — von der Musik — «empfing.»

[ 51 ] Die Musik der H-moll-Messe, die Musik zum steinernen Gast, die dritte, die fünfte, die siebente, die neunte Symphonie, die Musik des Tristan, des Ringes, des Parsifal — diese Musik kann nicht widerlegt werden, denn sie ist Wirklichkeit, — quellendes Leben. — Dank ihren Schöpfern! — Heil allen, die aus ihrem Wunderborn den Durst nach Ewigem zu stillen berufen! — Das Beste, das jemals ich schaffen durfte und für das Beste halte ich dieses Werk — ist nur ein schwacher Entgelt der Fülle, die ich von dorther» — von der Musik — «empfing.»

[ 52 ] Und ich bin überzeugt, meine lieben Freunde, daß diese besondere Art des Sich-Entgegenstellens der geistigen Welt gegenüber, wie es ein Philosoph unternimmt, nur bei einem so gearteten Geist sich finden kann, der so zur Musik steht in dieser materialistischen Zeit, wie Ehrenfels zur Musik steht. Denn was in der menschlichen Seele vorgeht, und wenn es auch scheinbar nach den verschiedensten Gebieten hin liegt, steht in einem tiefen inneren Zusammenhang. Hier wollte ich Ihnen ein Beispiel vorführen, wie andersartig ein Gläubiger, nicht bloß ein Hörer, ein Gläubiger des modernen musikalischen Elementes seine Seele durchleben lassen muß von den materialistischen Denkgewohnheiten als einer, der nicht als ein solcher Gläubiger gerade dem musikalischen Elemente gegenübersteht. Nur wenn man die geheimnisvollen Zusammenhänge in der menschlichen Seele untersucht, die so vieles hineinbringen in dieses menschliche Seelenleben von Harmonien und Disharmonien, kann man sich allmählich dem Lebens- und Menschenrätsel nähern.

[ 52 ] Und ich bin überzeugt, meine lieben Freunde, daß diese besondere Art des Sich-Entgegenstellens der geistigen Welt gegenüber, wie es ein Philosoph unternimmt, nur bei einem so gearteten Geist sich finden kann, der so zur Musik steht in dieser materialistischen Zeit, wie Ehrenfels zur Musik steht. Denn was in der menschlichen Seele vorgeht, und wenn es auch scheinbar nach den verschiedensten Gebieten hin liegt, steht in einem tiefen inneren Zusammenhang. Hier wollte ich Ihnen ein Beispiel vorführen, wie andersartig ein Gläubiger, nicht bloß ein Hörer, ein Gläubiger des modernen musikalischen Elementes seine Seele durchleben lassen muß von den materialistischen Denkgewohnheiten als einer, der nicht als ein solcher Gläubiger gerade dem musikalischen Elemente gegenübersteht. Nur wenn man die geheimnisvollen Zusammenhänge in der menschlichen Seele untersucht, die so vieles hineinbringen in dieses menschliche Seelenleben von Harmonien und Disharmonien, kann man sich allmählich dem Lebens- und Menschenrätsel nähern.