Humanity's Internal Impulses for Development
Goethe and the Crisis of the Nineteenth Century
GA 171
18 September 1916, Dornach
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Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Es ist außerordentlich schwierig, über die Verhältnisse zu sprechen, welche im vorigen Vortrage angedeutet worden sind, weil in der neueren Zeit, in unserer Zeit des materialistischen Denkens, vielfach die Vorstellungen und Begriffe dafür fehlen. Die muß man sich erst durch die Geisteswissenschaft aneignen. So kann es auch nur gewissermaßen andeutend sein, was mitgeteilt werden kann. Außerdem liegt ja — durch die ganze Entwickelung unserer neueren Kultur ist das bedingt — ein anderer Grund noch vor: der Grund, daß gegenüber den Verhältnissen, die sich für den neueren Menschen hinter der Erkenntnisschwelle verbergen, dieser neuere Mensch in seiner Gesamtheit etwas schwachmütig geworden ist. Man kann es nicht anders sagen, wenn man das Wort «feige» vermeiden will: er ist schwachmütig geworden. Der neuere Mensch möchte sich am liebsten recht wohlige Gefühle verschaffen durch die Erkenntnis. Das ist aber nicht immer möglich. Die Erkenntnis kann uns auch mit innigster Befriedigung erfüllen, wenn sie uns nicht gerade angenehme Sachen sagt, angenehme Dinge zeigt; denn diese nicht angenehmen Dinge gehören ja zur Wahrheit und über die Wahrheit sollte man in jedem Falle befriedigt sein; gewissermaßen auch über die schlimmsten Wahrheiten kann man ein erhebendes Gefühl empfangen. Aber dazu ist vielfach, wie gesagt, der moderne Mensch zu schwachmütig; er will Erhebung auf seine Art. Das hängt wiederum zusammen gerade mit den Geheimnissen des modernen Daseins, auf die durch solche Betrachtungen, wie die jetzt angestellten, gedeutet werden soll.
[ 1 ] Es ist außerordentlich schwierig, über die Verhältnisse zu sprechen, welche im vorigen Vortrage angedeutet worden sind, weil in der neueren Zeit, in unserer Zeit des materialistischen Denkens, vielfach die Vorstellungen und Begriffe dafür fehlen. Die muß man sich erst durch die Geisteswissenschaft aneignen. So kann es auch nur gewissermaßen andeutend sein, was mitgeteilt werden kann. Außerdem liegt ja — durch die ganze Entwickelung unserer neueren Kultur ist das bedingt — ein anderer Grund noch vor: der Grund, daß gegenüber den Verhältnissen, die sich für den neueren Menschen hinter der Erkenntnisschwelle verbergen, dieser neuere Mensch in seiner Gesamtheit etwas schwachmütig geworden ist. Man kann es nicht anders sagen, wenn man das Wort «feige» vermeiden will: er ist schwachmütig geworden. Der neuere Mensch möchte sich am liebsten recht wohlige Gefühle verschaffen durch die Erkenntnis. Das ist aber nicht immer möglich. Die Erkenntnis kann uns auch mit innigster Befriedigung erfüllen, wenn sie uns nicht gerade angenehme Sachen sagt, angenehme Dinge zeigt; denn diese nicht angenehmen Dinge gehören ja zur Wahrheit und über die Wahrheit sollte man in jedem Falle befriedigt sein; gewissermaßen auch über die schlimmsten Wahrheiten kann man ein erhebendes Gefühl empfangen. Aber dazu ist vielfach, wie gesagt, der moderne Mensch zu schwachmütig; er will Erhebung auf seine Art. Das hängt wiederum zusammen gerade mit den Geheimnissen des modernen Daseins, auf die durch solche Betrachtungen, wie die jetzt angestellten, gedeutet werden soll.
[ 2 ] Der moderne Mensch kann die besonderen Fähigkeiten, von denen gestern gesprochen worden ist, die freien Imaginationen im Denken und Handeln und das urphänomenale Verhalten zur Welt im Denken und Handeln sich nur aneignen, wenn über gewisse Vorgänge, die sich auch abspielen, ein Schleier gebreiter ist, wenn sie sich nicht so ohne weiteres enthüllen. Und so liegt es denn auch in der Notwendigkeit der Evolution des fünften nachatlantischen Zeitraumes, daß der Mensch gewisse Dinge, die sich abspielen, die gewissermaßen hereinschlagen aus untersinnlichen und übersinnlichen Welten in unsere sinnliche Welt, nicht versteht. Die wichtigsten Ereignisse, die sich vor unseren Augen um uns herum abspielen, versteht ja der moderne Mensch gar nicht. Er ist gewissermaßen davor geschützt, diese Ereignisse zu verstehen, weil er nur unter diesem Schutze die angedeuteten zwei Fähigkeiten gehörig entwickeln kann. Nur sind bis zu unserem Zeitpunkte so weit die Grundlagen geschaffen, daß es weiter nicht geht, in der Evolution vorzuschreiten, ohne daß in gewissen vorsichtigen Weisen und Arten doch auf diese Dinge hingedeutet werde. Der moderne Mensch, wie er so mit seiner Seele miterlebt nicht nur das, was um ihn geschieht, sondern das, was er selbst tut, was er selbst verrichtet, der moderne Mensch hat in seiner Seele gewissermaßen nur schwache Reflexe dessen, was eigentlich vorgeht, schwache Reflexe dessen, was treibt und quillt in der untersinnlichen Natur, die höchstens zuweilen in erschreckenden Traumbildern, aber da auch nur schwach, dem modernen Menschen heraufschauern. Was da geschieht, das weiß der moderne Mensch nicht. Auch vom Übersinnlichen weiß er im normalen Zustande wenig. Unter dem, was wir in der Seele erfahren als moderne Menschen, liegt gewissermaßen etwas, das man nicht anders bezeichnen kann denn als eruptive Kräfte. Es ist gerade so, als ob das, was der moderne Mensch in seiner Seele erlebt, so wäre, daß man es vergleichen könnte mit der Welt, die man erlebt, wenn man auf einem ganz vulkanischen Boden steht. Da kann es zunächst ganz beruhigend ausschauen; aber man braucht nur ein Papier in die Hand zu nehmen und es anzuzünden, so quillt überall der Rauch heraus! Und würde man in diesem Rauch auch noch sehen, was da unten quirlt und brodelt, so würde man wissen, auf welchem Boden man eigentlich steht. So ist es auch mit dem modernen Leben. Da beobachten wir im modernen Leben, daß Ernest Renan sein «Leben Jesu» schreibt. Wir sehen es so, wie wir sehen über einer Solfatara die Landschaft. Wir sehen das, was David Friedrich Strauß schreibt, und beschreiben es so, wie wir es gestern beschrieben haben — zahm. Wir sehen, was Solowjow schreibt; wir beschreiben es, wie wir es gestern beschrieben haben — zahm. Das ist alles zahm beschrieben; das ist alles so beschrieben, daß wir noch nicht angefangen haben, ein Papierschnitzelchen anzuzünden und zu sehen, was alles unter dem Boden lebt und wirkt an eruptiven Trieben der Menschheit.
[ 2 ] Der moderne Mensch kann die besonderen Fähigkeiten, von denen gestern gesprochen worden ist, die freien Imaginationen im Denken und Handeln und das urphänomenale Verhalten zur Welt im Denken und Handeln sich nur aneignen, wenn über gewisse Vorgänge, die sich auch abspielen, ein Schleier gebreiter ist, wenn sie sich nicht so ohne weiteres enthüllen. Und so liegt es denn auch in der Notwendigkeit der Evolution des fünften nachatlantischen Zeitraumes, daß der Mensch gewisse Dinge, die sich abspielen, die gewissermaßen hereinschlagen aus untersinnlichen und übersinnlichen Welten in unsere sinnliche Welt, nicht versteht. Die wichtigsten Ereignisse, die sich vor unseren Augen um uns herum abspielen, versteht ja der moderne Mensch gar nicht. Er ist gewissermaßen davor geschützt, diese Ereignisse zu verstehen, weil er nur unter diesem Schutze die angedeuteten zwei Fähigkeiten gehörig entwickeln kann. Nur sind bis zu unserem Zeitpunkte so weit die Grundlagen geschaffen, daß es weiter nicht geht, in der Evolution vorzuschreiten, ohne daß in gewissen vorsichtigen Weisen und Arten doch auf diese Dinge hingedeutet werde. Der moderne Mensch, wie er so mit seiner Seele miterlebt nicht nur das, was um ihn geschieht, sondern das, was er selbst tut, was er selbst verrichtet, der moderne Mensch hat in seiner Seele gewissermaßen nur schwache Reflexe dessen, was eigentlich vorgeht, schwache Reflexe dessen, was treibt und quillt in der untersinnlichen Natur, die höchstens zuweilen in erschreckenden Traumbildern, aber da auch nur schwach, dem modernen Menschen heraufschauern. Was da geschieht, das weiß der moderne Mensch nicht. Auch vom Übersinnlichen weiß er im normalen Zustande wenig. Unter dem, was wir in der Seele erfahren als moderne Menschen, liegt gewissermaßen etwas, das man nicht anders bezeichnen kann denn als eruptive Kräfte. Es ist gerade so, als ob das, was der moderne Mensch in seiner Seele erlebt, so wäre, daß man es vergleichen könnte mit der Welt, die man erlebt, wenn man auf einem ganz vulkanischen Boden steht. Da kann es zunächst ganz beruhigend ausschauen; aber man braucht nur ein Papier in die Hand zu nehmen und es anzuzünden, so quillt überall der Rauch heraus! Und würde man in diesem Rauch auch noch sehen, was da unten quirlt und brodelt, so würde man wissen, auf welchem Boden man eigentlich steht. So ist es auch mit dem modernen Leben. Da beobachten wir im modernen Leben, daß Ernest Renan sein «Leben Jesu» schreibt. Wir sehen es so, wie wir sehen über einer Solfatara die Landschaft. Wir sehen das, was David Friedrich Strauß schreibt, und beschreiben es so, wie wir es gestern beschrieben haben — zahm. Wir sehen, was Solowjow schreibt; wir beschreiben es, wie wir es gestern beschrieben haben — zahm. Das ist alles zahm beschrieben; das ist alles so beschrieben, daß wir noch nicht angefangen haben, ein Papierschnitzelchen anzuzünden und zu sehen, was alles unter dem Boden lebt und wirkt an eruptiven Trieben der Menschheit.
[ 3 ] Es ist mit dem, was ich da andeute, recht viel gesagt. Es muß nur ordentlich durchdacht werden, dann werden Sie schon sehen, daß viel gesagt ist damit. Also betrachten wir das, was wir gestern am Ende unserer Auseinandersetzungen beschrieben haben, so wie das Leben über einem Vulkan. Und es ist wiederum ganz im Sinne der Evolution gelegen, daß das so ist, daß wir wirklich die Dinge so zahm, so harmlos ansehen. Das ist gut, denn unter dieser Zahmheit, unter dieser Harmlosigkeit entwickeln sich eben die Fähigkeiten, die wir brauchen im fünften nachatlantischen Zeitraum. Nur entwickeln sie sich nicht bewußt bei den meisten Menschen, und es muß danach getrachtet werden durch Geisteswissenschaft, daß sie sich auch bewußt entwickeln können. Daher muß zuweilen eben in vorsichtiger Art auf die Dinge hingedeutet werden, die man dann gewahrt, wenn man dieses Papierschnitzelchen eben anzündet. Warum ist das alles so? Sehen Sie, das alles ist so aus dem Grunde, weil ja mit unserer fünften nachatlantischen Kultur zunächst die ahrimanischen Kräfte doch etwas ganz anderes vorhaben. In der vierten nachatlantischen Kultur sind sie so enttäuscht worden durch die römische Evolution, wie wir das gestern und vorgestern beschrieben haben. Sie haben ihr Ziel nicht erreicht; sie haben ärgere Stürme daher vorbereitet für unseren fünften nachatlantischen Zeitraum, weil sie wiederum ihr Ziel erreichen wollen.
[ 3 ] Es ist mit dem, was ich da andeute, recht viel gesagt. Es muß nur ordentlich durchdacht werden, dann werden Sie schon sehen, daß viel gesagt ist damit. Also betrachten wir das, was wir gestern am Ende unserer Auseinandersetzungen beschrieben haben, so wie das Leben über einem Vulkan. Und es ist wiederum ganz im Sinne der Evolution gelegen, daß das so ist, daß wir wirklich die Dinge so zahm, so harmlos ansehen. Das ist gut, denn unter dieser Zahmheit, unter dieser Harmlosigkeit entwickeln sich eben die Fähigkeiten, die wir brauchen im fünften nachatlantischen Zeitraum. Nur entwickeln sie sich nicht bewußt bei den meisten Menschen, und es muß danach getrachtet werden durch Geisteswissenschaft, daß sie sich auch bewußt entwickeln können. Daher muß zuweilen eben in vorsichtiger Art auf die Dinge hingedeutet werden, die man dann gewahrt, wenn man dieses Papierschnitzelchen eben anzündet. Warum ist das alles so? Sehen Sie, das alles ist so aus dem Grunde, weil ja mit unserer fünften nachatlantischen Kultur zunächst die ahrimanischen Kräfte doch etwas ganz anderes vorhaben. In der vierten nachatlantischen Kultur sind sie so enttäuscht worden durch die römische Evolution, wie wir das gestern und vorgestern beschrieben haben. Sie haben ihr Ziel nicht erreicht; sie haben ärgere Stürme daher vorbereitet für unseren fünften nachatlantischen Zeitraum, weil sie wiederum ihr Ziel erreichen wollen.
[ 4 ] Nun habe ich schon angedeutet, daß von zwei Seiten her auch lokal zum Ausdrucke kommt das, was wie Stürme hereinstoßen soll in unsere gewissermaßen zahme, friedliche, oder zur Zahmheit und Friedlichkeit bestimmte Evolution in der fünften nachatlantischen Zeit. Auf das eine habe ich gedeutet, indem ich gesagt habe, wie Dschingis-Khan inspiriert worden ist durch jenen Priester, der einen Nachkommen des Großen Geistes der alten Atlantis geschaut hat; auf der anderen Seite habe ich hingedeutet, wie eine gewisse ahrimanische Sturmkraft ausgegangen ist von dem Westen und überwunden worden ist in gewisser Beziehung durch all das, was sich an die Entdeckung Amerikas geschlossen hat, respektive in all dem als eine Widerstandskraft lebt. Man soll nur nicht glauben, daß die Dinge, die man nicht sieht, nicht vorhanden sind! Dadurch, daß das nicht zur äußeren physischen Erdenwirklichkeit gekommen ist, was eigentlich in Angriff genommen worden ist von den ahrimanischen Mächten auf der westlichen Halbkugel, dadurch ist unsere fünfte nachatlantische Kultur vor den ersten Stürmen gerettet. Aber es lebt fort, es lebt fort gewissermaßen in gespenstischer Art. Es ist da, es drängt sich hinein in die Triebe der Menschen. Nur wissen die Menschen nichts davon, daß es sich in diese Triebe hineinlebt, hineindrängt. Nun kann ich Ihnen eigentlich nur durch eine gewisse Aneinanderreihung von Bildern eine Grundlage für Vorstellungen geben, die Sie sich nach und nach durch Meditationen selber verschaffen müssen, denn nicht leicht würde ich Begriffe finden im gegenwärtigen Begriffsmaterial, um anzudeuten, was eigentlich in den Trieben der Menschen lebt, die unterschwellig sind und die in das gewöhnliche Seelenleben zwar stoßen und treiben, aber die bedeckt sind, die nicht geschaut werden, die nicht gesehen werden im modernen normalen Leben.
[ 4 ] Nun habe ich schon angedeutet, daß von zwei Seiten her auch lokal zum Ausdrucke kommt das, was wie Stürme hereinstoßen soll in unsere gewissermaßen zahme, friedliche, oder zur Zahmheit und Friedlichkeit bestimmte Evolution in der fünften nachatlantischen Zeit. Auf das eine habe ich gedeutet, indem ich gesagt habe, wie Dschingis-Khan inspiriert worden ist durch jenen Priester, der einen Nachkommen des Großen Geistes der alten Atlantis geschaut hat; auf der anderen Seite habe ich hingedeutet, wie eine gewisse ahrimanische Sturmkraft ausgegangen ist von dem Westen und überwunden worden ist in gewisser Beziehung durch all das, was sich an die Entdeckung Amerikas geschlossen hat, respektive in all dem als eine Widerstandskraft lebt. Man soll nur nicht glauben, daß die Dinge, die man nicht sieht, nicht vorhanden sind! Dadurch, daß das nicht zur äußeren physischen Erdenwirklichkeit gekommen ist, was eigentlich in Angriff genommen worden ist von den ahrimanischen Mächten auf der westlichen Halbkugel, dadurch ist unsere fünfte nachatlantische Kultur vor den ersten Stürmen gerettet. Aber es lebt fort, es lebt fort gewissermaßen in gespenstischer Art. Es ist da, es drängt sich hinein in die Triebe der Menschen. Nur wissen die Menschen nichts davon, daß es sich in diese Triebe hineinlebt, hineindrängt. Nun kann ich Ihnen eigentlich nur durch eine gewisse Aneinanderreihung von Bildern eine Grundlage für Vorstellungen geben, die Sie sich nach und nach durch Meditationen selber verschaffen müssen, denn nicht leicht würde ich Begriffe finden im gegenwärtigen Begriffsmaterial, um anzudeuten, was eigentlich in den Trieben der Menschen lebt, die unterschwellig sind und die in das gewöhnliche Seelenleben zwar stoßen und treiben, aber die bedeckt sind, die nicht geschaut werden, die nicht gesehen werden im modernen normalen Leben.
[ 5 ] Auf dem Boden, der betreten worden ist durch die Entdeckung Amerikas, hatten sich ja allmählich im Laufe der Jahrhunderte, die verflossen sind, auf der westlichen Halbkugel ganz besondere Verhältnisse herausgebildet. Eine allgemeine Bevölkerung war dort, die weit entfernt war, diejenigen Eigenschaften auszubilden, die mittlerweile auf der östlichen Halbkugel, in Asien, in Europa, entwickelt worden sind. Eine den allgemeinen Denkfähigkeiten, die auf der östlichen Halbkugel sich ausgebildet haben, fernestehende Bevölkerung war dort, aber innerhalb dieser Bevölkerung eine große Anzahl von Menschen, die eingeweiht waren in gewisse Mysterien. Mysterien der allerverschiedensten Art gab es auf dieser westlichen Halbkugel vor der Entdeckung Amerikas, Mysterien, die breite Anhängerschaften für gewisse Lehren hatten, welche aus diesen Mysterien heraus kamen. Und gewissermaßen wie eine einheitliche Macht, der alles gehorchte, der alles folgte, wurde ein gespensterartiger Geist verehrt, ein Geist, der ein Nachkomme war des Großen Geistes der Atlantis, ein Geist, der aber allmählich einen ahrimanischen Charakter angenommen hatte, indem er mit all denjenigen Kräften wirken wollte, die in der Atlantis die richtigen waren, oder schon in der Atlantis ahrimanische waren. So wollte er wirken. Wenn der Atlantier von seinem Großen Geiste sprach, so drückte er das aus, wie schon angedeutet worden ist in unseren Betrachtungen, in dem Worte, das ähnlich klang dem noch in China erhaltenen Worte Tao. Und eine ahrimanische Karikatur, ein ahrimanischer Widerpart, Gegner dieses Großen Geistes Tao, der aber doch mit ihm verwandt war, der wirkte so, daß er nur vor dem atavistisch-visionären Schauen sichtbar werden konnte, aber den Leuten, die namentlich in Beziehung standen zu den weit ausgebreiteten Mysterien dieses Geistes, auch immer, wenn sie ihn haben wollten, erschien, so daß sie seine Aufträge und seine Gebote empfangen konnten. Diesen Geist nannte man mit einem Worte, das so ähnlich klang: Taotl. [* Hinweis S. 362 beachten.] Das war also eine ahrimanische Abart des Großen Geistes, Taotl, eine mächtige, nicht bis zur physischen Inkarnation kommende Wesenheit.
[ 5 ] Auf dem Boden, der betreten worden ist durch die Entdeckung Amerikas, hatten sich ja allmählich im Laufe der Jahrhunderte, die verflossen sind, auf der westlichen Halbkugel ganz besondere Verhältnisse herausgebildet. Eine allgemeine Bevölkerung war dort, die weit entfernt war, diejenigen Eigenschaften auszubilden, die mittlerweile auf der östlichen Halbkugel, in Asien, in Europa, entwickelt worden sind. Eine den allgemeinen Denkfähigkeiten, die auf der östlichen Halbkugel sich ausgebildet haben, fernestehende Bevölkerung war dort, aber innerhalb dieser Bevölkerung eine große Anzahl von Menschen, die eingeweiht waren in gewisse Mysterien. Mysterien der allerverschiedensten Art gab es auf dieser westlichen Halbkugel vor der Entdeckung Amerikas, Mysterien, die breite Anhängerschaften für gewisse Lehren hatten, welche aus diesen Mysterien heraus kamen. Und gewissermaßen wie eine einheitliche Macht, der alles gehorchte, der alles folgte, wurde ein gespensterartiger Geist verehrt, ein Geist, der ein Nachkomme war des Großen Geistes der Atlantis, ein Geist, der aber allmählich einen ahrimanischen Charakter angenommen hatte, indem er mit all denjenigen Kräften wirken wollte, die in der Atlantis die richtigen waren, oder schon in der Atlantis ahrimanische waren. So wollte er wirken. Wenn der Atlantier von seinem Großen Geiste sprach, so drückte er das aus, wie schon angedeutet worden ist in unseren Betrachtungen, in dem Worte, das ähnlich klang dem noch in China erhaltenen Worte Tao. Und eine ahrimanische Karikatur, ein ahrimanischer Widerpart, Gegner dieses Großen Geistes Tao, der aber doch mit ihm verwandt war, der wirkte so, daß er nur vor dem atavistisch-visionären Schauen sichtbar werden konnte, aber den Leuten, die namentlich in Beziehung standen zu den weit ausgebreiteten Mysterien dieses Geistes, auch immer, wenn sie ihn haben wollten, erschien, so daß sie seine Aufträge und seine Gebote empfangen konnten. Diesen Geist nannte man mit einem Worte, das so ähnlich klang: Taotl. [* Hinweis S. 362 beachten.] Das war also eine ahrimanische Abart des Großen Geistes, Taotl, eine mächtige, nicht bis zur physischen Inkarnation kommende Wesenheit.
[ 6 ] In die Mysterien des Taotl wurden viele eingeweiht. Aber die Einweihung war durchaus eine solche, die einen ahrimanischen Charakter trug; denn diese Einweihung hatte einen ganz bestimmten Zweck, ein ganz bestimmtes Ziel. Sie hatte das Ziel, alles Erdenleben, auch das Erdenleben der Menschen, so weit zu erstarren, zu mechanisieren, daß über diesem Erdenleben der ja schon in verschiedener Weise in diesen Betrachtungen angedeutete besondere luziferische Planet angelegt werden könnte, daß die Seelen der Menschen herausgebracht würden; herausgepreßt werden sollten sie. Das, was in der römischen Kultur durch die ahrimanischen Mächte in der gestern angedeuteten Weise versucht worden ist, war nur ein schwacher nachatlantischer Nachklang desjenigen, was durch furchtbarste magische Künste erreicht werden sollte in einem viel umfänglicheren Maße von denjenigen, welche unter der Führung des Taotl standen. Ein ganz auf Ertötung jeder Selbständigkeit, jeder Seelenregung von innen heraus gerichtetes allgemeines ErdenTodesreich, könnte man sagen, sollte erstrebt werden, und in den Mysterien des Taotl sollten diejenigen Kräfte erworben werden, welche den Menschen befähigten, ein solches ganz mechanisiertes Erdenreich herzustellen. Dazu hätte man vor allem kennen müssen die großen kosmischen Geheimnisse, alle die großen kosmischen Geheimnisse, die sich beziehen auf dasjenige, was wirkt und lebt im Weltenall und seine Wirkungen äußert im Erdendasein. Diese Weisheit vom Kosmos, die ist im Grunde genommen in allen guten und schlechten Mysterien ja immer dem Wortlaute nach dieselbe, weil die Wahrheit immer dieselbe ist. Es handelt sich nur darum, sie in solcher Weise zu bekommen, daß sie entweder in gutem oder in schlechtem Sinne gewendet wird.
[ 6 ] In die Mysterien des Taotl wurden viele eingeweiht. Aber die Einweihung war durchaus eine solche, die einen ahrimanischen Charakter trug; denn diese Einweihung hatte einen ganz bestimmten Zweck, ein ganz bestimmtes Ziel. Sie hatte das Ziel, alles Erdenleben, auch das Erdenleben der Menschen, so weit zu erstarren, zu mechanisieren, daß über diesem Erdenleben der ja schon in verschiedener Weise in diesen Betrachtungen angedeutete besondere luziferische Planet angelegt werden könnte, daß die Seelen der Menschen herausgebracht würden; herausgepreßt werden sollten sie. Das, was in der römischen Kultur durch die ahrimanischen Mächte in der gestern angedeuteten Weise versucht worden ist, war nur ein schwacher nachatlantischer Nachklang desjenigen, was durch furchtbarste magische Künste erreicht werden sollte in einem viel umfänglicheren Maße von denjenigen, welche unter der Führung des Taotl standen. Ein ganz auf Ertötung jeder Selbständigkeit, jeder Seelenregung von innen heraus gerichtetes allgemeines ErdenTodesreich, könnte man sagen, sollte erstrebt werden, und in den Mysterien des Taotl sollten diejenigen Kräfte erworben werden, welche den Menschen befähigten, ein solches ganz mechanisiertes Erdenreich herzustellen. Dazu hätte man vor allem kennen müssen die großen kosmischen Geheimnisse, alle die großen kosmischen Geheimnisse, die sich beziehen auf dasjenige, was wirkt und lebt im Weltenall und seine Wirkungen äußert im Erdendasein. Diese Weisheit vom Kosmos, die ist im Grunde genommen in allen guten und schlechten Mysterien ja immer dem Wortlaute nach dieselbe, weil die Wahrheit immer dieselbe ist. Es handelt sich nur darum, sie in solcher Weise zu bekommen, daß sie entweder in gutem oder in schlechtem Sinne gewendet wird.
[ 7 ] Die Weisheit nun von dem Kosmos, die an sich keine schlechte war, die in sich sogar heilige Geheimnisse enthielt, diese Weisheit wurde sorgfältig von den Initiierten des Taotl verborgen. Sie wurde niemandem mitgeteilt anders als dadurch, daß er eben im richtigen Sinne in der Taotl-Manier initiiert worden ist. Es handelte sich also darum, daß jemand in der richtigen Weise initiiert werden mußte; dann wurde ihm erst als Lehre mitgeteilt, was die Geheimnisse des Kosmos sind. Nun handelte es sich darum, diese Geheimnisse durch Initiation in einer ganz bestimmten Seelenverfassung zu erhalten, in einer solchen Seelenverfassung, daß man in sich die Neigung, die Sympathie dazu verspürte, diese Geheimnisse so zu verwenden auf der Erde, daß sie dieses mechanische, starre Todesreich auf der Erde aufrichteten. So sollte man sie bekommen. Und man bekam sie, man empfing sie in einer besonderen Weise: Keinem wurde die Weisheit mitgeteilt, der nicht vorher in einer gewissen Art einen Mord begangen hatte. Und zwar wurden ihm beim ersten Mord nur gewisse Geheimnisse mitgeteilt. Erst bei folgenden Morden wurden ihm weitere und höhere Geheimnisse mitgeteilt. Die Morde mußten aber auch unter ganz bestimmten Bedingungen begangen werden. Derjenige, der gemordet werden sollte, der wurde auf einen Aufbau gelegt, der so eingerichtet war, daß man durch ein oder zwei Stufen von allen Seiten zu einer Art von katafalkartiger Vorrichtung kam, die oben abgerundet war, so daß, wenn man den betreffenden zu Ermordenden darauf legte, er im Rücken stark gekrümmt wurde, und durch das besondere Anschnüren an jene Vorrichtung wurde ihm der Magen herausgetrieben. So wurde ihm der Magen herausgetrieben, daß mit einem Schnitt, zu dem der betreffende Einzuweihende vorbereitet worden ist, der Magen ausgeschnitten werden konnte.
[ 7 ] Die Weisheit nun von dem Kosmos, die an sich keine schlechte war, die in sich sogar heilige Geheimnisse enthielt, diese Weisheit wurde sorgfältig von den Initiierten des Taotl verborgen. Sie wurde niemandem mitgeteilt anders als dadurch, daß er eben im richtigen Sinne in der Taotl-Manier initiiert worden ist. Es handelte sich also darum, daß jemand in der richtigen Weise initiiert werden mußte; dann wurde ihm erst als Lehre mitgeteilt, was die Geheimnisse des Kosmos sind. Nun handelte es sich darum, diese Geheimnisse durch Initiation in einer ganz bestimmten Seelenverfassung zu erhalten, in einer solchen Seelenverfassung, daß man in sich die Neigung, die Sympathie dazu verspürte, diese Geheimnisse so zu verwenden auf der Erde, daß sie dieses mechanische, starre Todesreich auf der Erde aufrichteten. So sollte man sie bekommen. Und man bekam sie, man empfing sie in einer besonderen Weise: Keinem wurde die Weisheit mitgeteilt, der nicht vorher in einer gewissen Art einen Mord begangen hatte. Und zwar wurden ihm beim ersten Mord nur gewisse Geheimnisse mitgeteilt. Erst bei folgenden Morden wurden ihm weitere und höhere Geheimnisse mitgeteilt. Die Morde mußten aber auch unter ganz bestimmten Bedingungen begangen werden. Derjenige, der gemordet werden sollte, der wurde auf einen Aufbau gelegt, der so eingerichtet war, daß man durch ein oder zwei Stufen von allen Seiten zu einer Art von katafalkartiger Vorrichtung kam, die oben abgerundet war, so daß, wenn man den betreffenden zu Ermordenden darauf legte, er im Rücken stark gekrümmt wurde, und durch das besondere Anschnüren an jene Vorrichtung wurde ihm der Magen herausgetrieben. So wurde ihm der Magen herausgetrieben, daß mit einem Schnitt, zu dem der betreffende Einzuweihende vorbereitet worden ist, der Magen ausgeschnitten werden konnte.
[ 8 ] Diese Art des Mordes erzeugte ganz bestimmte Gefühle, und diese Gefühle, die erregten die Empfindungen, welche fähig machten, die Weisheit, die dem Betreffenden später mitgeteilt wurde, in der angedeuteten Weise zu verwenden. Wenn dann der Magen ausgeschnitten worden war, so wurde er dem Gotte Taotl geopfert, wiederum unter ganz besonderen Zeremonien. Das bewirkte, daß die Initiierten dieser Mysterien in einer ganz bestimmten Absicht lebten, in der Absicht eben, die ich Ihnen angedeutet habe. Das bewirkte ganz bestimmte Gefühlsrichtungen. Wenn die Betreffenden, die initiiert werden sollten, reif waren auf diesem Initiationswege, dann erfuhren sie auch, um was es sich handelte; dann erfuhren sie, wie die Wechselwirkung war zwischen dem also Ermordeten und demjenigen, der initiiert worden war. Der also Ermordete, der sollte dadurch vorbereitet werden in seiner Seele, in das luziferische Reich hinaufzustreben, und derjenige, der initiiert werden sollte, sollte die Weisheit bekommen, diese Erdenwelt so zu gestalten, daß die Seelen aus ihr vertrieben werden. Und dadurch, daß eine Verbindung geschaffen war zwischen dem Ermordeten und dem Initiierten — nicht Mörder, kann man sagen, sondern Initiierten —, dadurch war dann die Möglichkeit gegeben, daß der Initiierte mitgenommen wurde von der anderen Seele, also selber im rechten Augenblicke die Erde verlassen konnte.
[ 8 ] Diese Art des Mordes erzeugte ganz bestimmte Gefühle, und diese Gefühle, die erregten die Empfindungen, welche fähig machten, die Weisheit, die dem Betreffenden später mitgeteilt wurde, in der angedeuteten Weise zu verwenden. Wenn dann der Magen ausgeschnitten worden war, so wurde er dem Gotte Taotl geopfert, wiederum unter ganz besonderen Zeremonien. Das bewirkte, daß die Initiierten dieser Mysterien in einer ganz bestimmten Absicht lebten, in der Absicht eben, die ich Ihnen angedeutet habe. Das bewirkte ganz bestimmte Gefühlsrichtungen. Wenn die Betreffenden, die initiiert werden sollten, reif waren auf diesem Initiationswege, dann erfuhren sie auch, um was es sich handelte; dann erfuhren sie, wie die Wechselwirkung war zwischen dem also Ermordeten und demjenigen, der initiiert worden war. Der also Ermordete, der sollte dadurch vorbereitet werden in seiner Seele, in das luziferische Reich hinaufzustreben, und derjenige, der initiiert werden sollte, sollte die Weisheit bekommen, diese Erdenwelt so zu gestalten, daß die Seelen aus ihr vertrieben werden. Und dadurch, daß eine Verbindung geschaffen war zwischen dem Ermordeten und dem Initiierten — nicht Mörder, kann man sagen, sondern Initiierten —, dadurch war dann die Möglichkeit gegeben, daß der Initiierte mitgenommen wurde von der anderen Seele, also selber im rechten Augenblicke die Erde verlassen konnte.
[ 9 ] Es sind ja, wie Sie wohl ohne weiteres zugeben werden, diese Mysterien solche der allerempörendsten Art, solche, die eben nur einer Anschauung entsprechen, die man im vollsten Sinne eine ahrimanische nennen kann. Gewisse Empfindungen sollten dadurch auf der Erde erzeugt werden. Nun, selbstverständlich würde die Evolution der Erde nicht fortgehen, wenn auf einem beträchtlichen Teile der Erde Menschlichkeit und Sinn für Menschlichkeit ganz aussterben würde. Deshalb starb auch hier der Sinn für Menschlichkeit nicht ganz aus, und es wurden einzelne andere Mysterien begründet, welche dazu bestimmt waren, den Ausschreitungen dieser Mysterien entgegenzuarbeiten. Das waren die Mysterien, in denen ein Wesen lebte, das nicht bis zur fleischlichen Inkarnation kam, das aber wiederum von den ja mit gewissem atavistischem Hellsehen befähigten Menschen geschaut werden konnte, wenn die Betreffenden ordentlich vorbereitet worden sind durch die Mysterien dieses Wesens. Und dieses Wesen war Tezkatlipoka. So nannte man es; ein Wesen, das durch seine Eigenart etwas verwandt war — obwohl es zu einer viel niedrigeren Hierarchie gehörte — dem Jahve-Gott, und das da auf der anderen Hälfte der Erde entgegenwirkte diesen scheußlichen Mysterien, von denen gesprochen worden ist.
[ 9 ] Es sind ja, wie Sie wohl ohne weiteres zugeben werden, diese Mysterien solche der allerempörendsten Art, solche, die eben nur einer Anschauung entsprechen, die man im vollsten Sinne eine ahrimanische nennen kann. Gewisse Empfindungen sollten dadurch auf der Erde erzeugt werden. Nun, selbstverständlich würde die Evolution der Erde nicht fortgehen, wenn auf einem beträchtlichen Teile der Erde Menschlichkeit und Sinn für Menschlichkeit ganz aussterben würde. Deshalb starb auch hier der Sinn für Menschlichkeit nicht ganz aus, und es wurden einzelne andere Mysterien begründet, welche dazu bestimmt waren, den Ausschreitungen dieser Mysterien entgegenzuarbeiten. Das waren die Mysterien, in denen ein Wesen lebte, das nicht bis zur fleischlichen Inkarnation kam, das aber wiederum von den ja mit gewissem atavistischem Hellsehen befähigten Menschen geschaut werden konnte, wenn die Betreffenden ordentlich vorbereitet worden sind durch die Mysterien dieses Wesens. Und dieses Wesen war Tezkatlipoka. So nannte man es; ein Wesen, das durch seine Eigenart etwas verwandt war — obwohl es zu einer viel niedrigeren Hierarchie gehörte — dem Jahve-Gott, und das da auf der anderen Hälfte der Erde entgegenwirkte diesen scheußlichen Mysterien, von denen gesprochen worden ist.
[ 10 ] Die Lehren des Tezkatlipoka drangen sehr bald aus den Mysterien heraus und wurden exoterisch verbreitet, so daß in dieser Welt die Lehren des Tezkatlipoka eigentlich die exoterischesten waren, dagegen die des Taotl die esoterischesten waren, weil man nur eben auf die beschriebene Art hineinkam. Aber die ahrimanischen Mächte versuchten, die Menschheit gewissermaßen — jetzt spreche ich das so, wie es Ahriman denkt — zu retten vor dem Gotte Tezkatlipoka. Und daher wurde dem Tezkatlipoka ein anderer Geist entgegengesetzt, der für die westliche Halbkugel viel Ähnlichkeit hat mit dem Geiste, den Goethe als Mephistopheles beschrieben hat. Es ist ein Verwandter von ihm. Er wurde dort bezeichnet mit einem Worte, das so ähnlich klang wie Quetsalkoatl. Quertsalkoatl war also ein Geist — wir müssen uns ihn in das andere Milieu hineinversetzt denken —, welcher für dieses andere Milieu eben ähnlich war dem viel seelischer auftretenden Mephistopheles. Dieser Geist Quetsalkoatl, der auch nie unmittelbar inkarniert erschien, der hatte zu seinem Symbolum etwas Ähnliches wie es auf der östlichen Halbkugel der Merkurstab war, und er war zugleich auf dieser westlichen Halbkugel der Geist, welcher durch gewisse magische Kräfte bösartige Krankheiten austeilen konnte, bösartige Krankheiten, die er über diejenigen bringen konnte, die er verderben wollte, weil er sie losmachen wollte von dem verhältnismäßig guten Gotte Tezkatlipoka. Durch solche Dinge wurden hier die scharfen Stöße vorbereitet, die von ahrimanischer Seite allmählich in die Welt der menschlichen Triebe hineingebohrt werden sollten.
[ 10 ] Die Lehren des Tezkatlipoka drangen sehr bald aus den Mysterien heraus und wurden exoterisch verbreitet, so daß in dieser Welt die Lehren des Tezkatlipoka eigentlich die exoterischesten waren, dagegen die des Taotl die esoterischesten waren, weil man nur eben auf die beschriebene Art hineinkam. Aber die ahrimanischen Mächte versuchten, die Menschheit gewissermaßen — jetzt spreche ich das so, wie es Ahriman denkt — zu retten vor dem Gotte Tezkatlipoka. Und daher wurde dem Tezkatlipoka ein anderer Geist entgegengesetzt, der für die westliche Halbkugel viel Ähnlichkeit hat mit dem Geiste, den Goethe als Mephistopheles beschrieben hat. Es ist ein Verwandter von ihm. Er wurde dort bezeichnet mit einem Worte, das so ähnlich klang wie Quetsalkoatl. Quertsalkoatl war also ein Geist — wir müssen uns ihn in das andere Milieu hineinversetzt denken —, welcher für dieses andere Milieu eben ähnlich war dem viel seelischer auftretenden Mephistopheles. Dieser Geist Quetsalkoatl, der auch nie unmittelbar inkarniert erschien, der hatte zu seinem Symbolum etwas Ähnliches wie es auf der östlichen Halbkugel der Merkurstab war, und er war zugleich auf dieser westlichen Halbkugel der Geist, welcher durch gewisse magische Kräfte bösartige Krankheiten austeilen konnte, bösartige Krankheiten, die er über diejenigen bringen konnte, die er verderben wollte, weil er sie losmachen wollte von dem verhältnismäßig guten Gotte Tezkatlipoka. Durch solche Dinge wurden hier die scharfen Stöße vorbereitet, die von ahrimanischer Seite allmählich in die Welt der menschlichen Triebe hineingebohrt werden sollten.
[ 11 ] Nun ereignete sich in einem bestimmten Zeitpunkte dieses, daß ein Wesen geboren wurde, welches sich einebestimmte Aufgabe setzte innerhalb dieser Kultur, ein Wesen, das im heutigen Mittelamerika geboren wurde. Die Mexikaner, die alten Ureinwohner von Mexiko, knüpften an das Dasein dieses Wesens eine bestimmte Anschauung. Sie sagten, dieses Wesen sei dadurch zur Welt gekommen, daß eine Jungfrau es als Sohn bekommen habe, eine Jungfrau, welche in Jungfrauenschaft es empfangen hat durch überirdische Mächte, dadurch, daß ein gefiedertes Wesen der Befruchter dieser Jungfrau war, ein aus dem Himmel gekommenes gefiedertes Wesen. Wenn man mit den okkulten Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, den Dingen nachgeht, so sieht man, wie dieses Wesen, dem die Altmexikaner Jungfrauengeburt zuschrieben, ungefähr ein Lebensalter von dreiunddreißig Jahren erreichte, und es wurde geboren ungefähr um das Jahr 1 unserer Zeitrechnung. Dies ergibt sich, wie gesagt, wenn man mit okkulten Mitteln den Dingen nachgeht. Und es stellte sich eine ganz bestimmte Aufgabe.
[ 11 ] Nun ereignete sich in einem bestimmten Zeitpunkte dieses, daß ein Wesen geboren wurde, welches sich einebestimmte Aufgabe setzte innerhalb dieser Kultur, ein Wesen, das im heutigen Mittelamerika geboren wurde. Die Mexikaner, die alten Ureinwohner von Mexiko, knüpften an das Dasein dieses Wesens eine bestimmte Anschauung. Sie sagten, dieses Wesen sei dadurch zur Welt gekommen, daß eine Jungfrau es als Sohn bekommen habe, eine Jungfrau, welche in Jungfrauenschaft es empfangen hat durch überirdische Mächte, dadurch, daß ein gefiedertes Wesen der Befruchter dieser Jungfrau war, ein aus dem Himmel gekommenes gefiedertes Wesen. Wenn man mit den okkulten Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, den Dingen nachgeht, so sieht man, wie dieses Wesen, dem die Altmexikaner Jungfrauengeburt zuschrieben, ungefähr ein Lebensalter von dreiunddreißig Jahren erreichte, und es wurde geboren ungefähr um das Jahr 1 unserer Zeitrechnung. Dies ergibt sich, wie gesagt, wenn man mit okkulten Mitteln den Dingen nachgeht. Und es stellte sich eine ganz bestimmte Aufgabe.
[ 12 ] Es war damals nämlich in Mittelamerika ein schon durch seine Geburt zum hohen Initiierten des Taotl bestimmter Mensch geboren. Dieser zum hohen Initiierten bestimmte Mensch hatte eben schon in seinen vorhergehenden irdischen Inkarnationen Initiationen erreicht auf die angegebene Weise, und dadurch, daß er viele Male, sehr viele Male wiederholt hat die Ihnen beschriebene und nicht weiter zu wiederholende Prozedur des Magenausschneidens, dadurch war er allmählich mit einem hohen irdisch-überirdischen Wissen ausgerüstet worden. Es war dieses einer der allergrößten, wenn nicht der größte schwarze Magier, den die Erde jemals über sich hat schreiten sehen, derjenige schwarze Magier, der sich daher die größten Geheimnisse angeeignet hat, die es auf diesem Wege anzueignen gibt. Er stand unmittelbar vor einer großen Entscheidung, als das Jahr 30 heranrückte, vor der großen Entscheidung, durch fortdauernde Initiation wirklich als einzelne Menschenindividualität so mächtig zu werden, daß er das Grundgeheimnis gekannt hätte, durch das er der folgenden menschlichen Erdenevolution einen solchen Anstoß hätte geben können, daß wirklich die Menschheit im vierten und fünften nachatlantischen Zeitraum so verfinstert worden wäre, daß zustande gekommen wäre das, was die ahrimanischen Mächte für diese Zeiträume angestrebt haben. Da begann zwischen ihm und jenem Wesen, dem eine Jungfrauengeburt zugeschrieben worden ist, ein Kampf, von dem man wiederum findet, wenn man nachforscht, daß er drei Jahre gedauert hat, ein Kampf zwischen jenem Wesen, dem Jungfrauengeburt zugeschrieben wird, und diesem übermächtigen Magier. Dieses Wesen, dem die Jungfrauengeburt zugeschrieben wird, trägt ungefähr den Namen, wenn man ihn versucht nachzubilden in unserer Sprache: Vitzliputzli. Vitzliputzli ist also ein Menschenwesen. Von allen diesen Wesen, die sonst nur gespenstig herumgingen, so daß sie nur durch atavistisches Hellsehen geschaut werden konnten, war dieses Wesen Vitzliputzli wirklich Mensch geworden durch die Jungfrauengeburt, die man ihm zugeschrieben hat. Der dreijährige Kampf endete damit, daß Vitzliputzli imstande war, den großen Magier kreuzigen zu lassen, und durch die Kreuzigung nicht nur seinen Leib zu vertilgen, sondern auch seine Seele zu bannen, so daß sie ohnmächtig wurde in ihrem Schaffen, so daß das Wissen ohnmächtig wurde, das Wissen getötet wurde, das sich dieser mächtige Magier des Taotl angeeignet hatte.
[ 12 ] Es war damals nämlich in Mittelamerika ein schon durch seine Geburt zum hohen Initiierten des Taotl bestimmter Mensch geboren. Dieser zum hohen Initiierten bestimmte Mensch hatte eben schon in seinen vorhergehenden irdischen Inkarnationen Initiationen erreicht auf die angegebene Weise, und dadurch, daß er viele Male, sehr viele Male wiederholt hat die Ihnen beschriebene und nicht weiter zu wiederholende Prozedur des Magenausschneidens, dadurch war er allmählich mit einem hohen irdisch-überirdischen Wissen ausgerüstet worden. Es war dieses einer der allergrößten, wenn nicht der größte schwarze Magier, den die Erde jemals über sich hat schreiten sehen, derjenige schwarze Magier, der sich daher die größten Geheimnisse angeeignet hat, die es auf diesem Wege anzueignen gibt. Er stand unmittelbar vor einer großen Entscheidung, als das Jahr 30 heranrückte, vor der großen Entscheidung, durch fortdauernde Initiation wirklich als einzelne Menschenindividualität so mächtig zu werden, daß er das Grundgeheimnis gekannt hätte, durch das er der folgenden menschlichen Erdenevolution einen solchen Anstoß hätte geben können, daß wirklich die Menschheit im vierten und fünften nachatlantischen Zeitraum so verfinstert worden wäre, daß zustande gekommen wäre das, was die ahrimanischen Mächte für diese Zeiträume angestrebt haben. Da begann zwischen ihm und jenem Wesen, dem eine Jungfrauengeburt zugeschrieben worden ist, ein Kampf, von dem man wiederum findet, wenn man nachforscht, daß er drei Jahre gedauert hat, ein Kampf zwischen jenem Wesen, dem Jungfrauengeburt zugeschrieben wird, und diesem übermächtigen Magier. Dieses Wesen, dem die Jungfrauengeburt zugeschrieben wird, trägt ungefähr den Namen, wenn man ihn versucht nachzubilden in unserer Sprache: Vitzliputzli. Vitzliputzli ist also ein Menschenwesen. Von allen diesen Wesen, die sonst nur gespenstig herumgingen, so daß sie nur durch atavistisches Hellsehen geschaut werden konnten, war dieses Wesen Vitzliputzli wirklich Mensch geworden durch die Jungfrauengeburt, die man ihm zugeschrieben hat. Der dreijährige Kampf endete damit, daß Vitzliputzli imstande war, den großen Magier kreuzigen zu lassen, und durch die Kreuzigung nicht nur seinen Leib zu vertilgen, sondern auch seine Seele zu bannen, so daß sie ohnmächtig wurde in ihrem Schaffen, so daß das Wissen ohnmächtig wurde, das Wissen getötet wurde, das sich dieser mächtige Magier des Taotl angeeignet hatte.
[ 13 ] Auf diese Weise hat sich Vitzliputzli die Fähigkeit erworben, alle diejenigen Seelen, die auf die angedeutete Weise schon den Drang erhalten haben, Luzifer zu folgen und die Erde zu verlassen, wiederum für das Erdenleben zu gewinnen, ihnen wiederum den Trieb zum Erdenleben, zur folgenden Inkarnation einzuimpfen durch den mächtigen Sieg, den er über den großen schwarzen Magier davongetragen hatte.
[ 13 ] Auf diese Weise hat sich Vitzliputzli die Fähigkeit erworben, alle diejenigen Seelen, die auf die angedeutete Weise schon den Drang erhalten haben, Luzifer zu folgen und die Erde zu verlassen, wiederum für das Erdenleben zu gewinnen, ihnen wiederum den Trieb zum Erdenleben, zur folgenden Inkarnation einzuimpfen durch den mächtigen Sieg, den er über den großen schwarzen Magier davongetragen hatte.
[ 14 ] So lebt fort nicht das, was fortgelebt haben würde von diesen Gegenden her, wenn die Mysterien des Taotl ihre Früchte getragen hätten, sondern es lebt fort gleichsam nur in der ätherischen Welt das, was an Kräften, an Nachkräften geblieben ist von dem Treiben, das in diesen Mysterien war. Alle diese Kräfte sind vorhanden; sie sind untersinnlich vorhanden, und sie gehören zu dem, von dem ich Ihnen sagte, man würde es schauen, wenn man im geistigen Leben ebenso es machen könnte, wie über einer Solfatara das Papier anzuzünden. Es ist da, es ist gewissermaßen unter der Vulkandecke des gewöhnlichen Lebens da. So daß hineinspielt in all das, was den fünften nachatlantischen Zeitraum bildet, in bezug auf die Seelenentwickelung des Menschen auf der einen Seite das, was von dem Inspirator des Dschingis-Khan kam, und auf der anderen Seite das, was als das Gespenst der Vorgänge nachwirkt, die sich auf der westlichen Halbkugel vollzogen haben und die nur noch in schwachen Nachklängen vorhanden waren, als die Europäer Amerika entdeckten. Aber es weiß ja sogar die Geschichte, daß noch viele Europäer, die den Boden Amerikas, den Boden Mexikos betraten, dadurch ermordet worden sind, daß sie von der dortigen schon in Dekadenz befindlichen Priesterschaft, die nicht mehr so schlimm war wie die alte, auf solche Weise den Magen ausgeschnitten bekamen, wie ich sie geschildert habe. Vielen Europäern, die den Boden Mexikos nach der Entdeckung Amerikas betreten haben, ist das auf diese Weise passiert, das weiß ja sogar auch die Geschichte.
[ 14 ] So lebt fort nicht das, was fortgelebt haben würde von diesen Gegenden her, wenn die Mysterien des Taotl ihre Früchte getragen hätten, sondern es lebt fort gleichsam nur in der ätherischen Welt das, was an Kräften, an Nachkräften geblieben ist von dem Treiben, das in diesen Mysterien war. Alle diese Kräfte sind vorhanden; sie sind untersinnlich vorhanden, und sie gehören zu dem, von dem ich Ihnen sagte, man würde es schauen, wenn man im geistigen Leben ebenso es machen könnte, wie über einer Solfatara das Papier anzuzünden. Es ist da, es ist gewissermaßen unter der Vulkandecke des gewöhnlichen Lebens da. So daß hineinspielt in all das, was den fünften nachatlantischen Zeitraum bildet, in bezug auf die Seelenentwickelung des Menschen auf der einen Seite das, was von dem Inspirator des Dschingis-Khan kam, und auf der anderen Seite das, was als das Gespenst der Vorgänge nachwirkt, die sich auf der westlichen Halbkugel vollzogen haben und die nur noch in schwachen Nachklängen vorhanden waren, als die Europäer Amerika entdeckten. Aber es weiß ja sogar die Geschichte, daß noch viele Europäer, die den Boden Amerikas, den Boden Mexikos betraten, dadurch ermordet worden sind, daß sie von der dortigen schon in Dekadenz befindlichen Priesterschaft, die nicht mehr so schlimm war wie die alte, auf solche Weise den Magen ausgeschnitten bekamen, wie ich sie geschildert habe. Vielen Europäern, die den Boden Mexikos nach der Entdeckung Amerikas betreten haben, ist das auf diese Weise passiert, das weiß ja sogar auch die Geschichte.
[ 15 ] In Vitzliputzli verehrten diese Leute also ein Sonnenwesen, welches von einer Jungfrau geboren ist auf die Weise, wie ich es beschrieben habe und von dem man findet, wenn man den Dingen mit okkulten Mitteln nachgeht, daß es der unbekannte Zeitgenosse des Mysteriums von Golgatha auf der westlichen Halbkugel war.
[ 15 ] In Vitzliputzli verehrten diese Leute also ein Sonnenwesen, welches von einer Jungfrau geboren ist auf die Weise, wie ich es beschrieben habe und von dem man findet, wenn man den Dingen mit okkulten Mitteln nachgeht, daß es der unbekannte Zeitgenosse des Mysteriums von Golgatha auf der westlichen Halbkugel war.
[ 16 ] Man kann ja diese Dinge auch so beschreiben — abstrakt —, wie es die Oberflächlinge der Gegenwart machen, daß sie gewissermaßen nicht weh tun; aber will man ein wirkliches Erkennen, dann muß man das Konkrete, das vorgegangen ist, schon wenigstens mit einem flüchtigen Blick streifen, wie wir es heute gestreift haben. Ja, wenn wir diese moderne Menschenseele betrachten, so sehen wir, wie sie nach unten, zum Untersinnlichen hin, nach oben, zum Übersinnlichen hin, starken, großen Gefahren ausgesetzt ist, wie da die Kräfte hereinspielen, die nur unbewußt bleiben. Und es ist gut, daß sie unbewußt bleiben, weil sich nur dadurch der fünfte nachatlantische Zeitraum entwickeln kann. Gelüftet muß der Schleier nur werden, damit, nachdem seit der Entdeckung Amerikas genügend Zeit verflossen ist, zu der Unbewußtheit auch die Bewußtheit eintreten kann; denn sonst würden, wenn nicht die Bewußtheit eintreten würde nach und nach, diese Kräfte übermächtig werden, und es würden Bedingungen, die verhältnismäßig zur Wohltat der Menschheit entstanden sind in der Zeit der Unbewußtheit, umschlagen und würden zum Fluch der Menschheit werden. Denn manches ist wirklich darauf angelegt, zum Fluch der Menschheit zu werden, das, so wie es entstanden ist von dieser oder jener Seite her, allerdings zur Wohltat der Menschheit geworden ist.
[ 16 ] Man kann ja diese Dinge auch so beschreiben — abstrakt —, wie es die Oberflächlinge der Gegenwart machen, daß sie gewissermaßen nicht weh tun; aber will man ein wirkliches Erkennen, dann muß man das Konkrete, das vorgegangen ist, schon wenigstens mit einem flüchtigen Blick streifen, wie wir es heute gestreift haben. Ja, wenn wir diese moderne Menschenseele betrachten, so sehen wir, wie sie nach unten, zum Untersinnlichen hin, nach oben, zum Übersinnlichen hin, starken, großen Gefahren ausgesetzt ist, wie da die Kräfte hereinspielen, die nur unbewußt bleiben. Und es ist gut, daß sie unbewußt bleiben, weil sich nur dadurch der fünfte nachatlantische Zeitraum entwickeln kann. Gelüftet muß der Schleier nur werden, damit, nachdem seit der Entdeckung Amerikas genügend Zeit verflossen ist, zu der Unbewußtheit auch die Bewußtheit eintreten kann; denn sonst würden, wenn nicht die Bewußtheit eintreten würde nach und nach, diese Kräfte übermächtig werden, und es würden Bedingungen, die verhältnismäßig zur Wohltat der Menschheit entstanden sind in der Zeit der Unbewußtheit, umschlagen und würden zum Fluch der Menschheit werden. Denn manches ist wirklich darauf angelegt, zum Fluch der Menschheit zu werden, das, so wie es entstanden ist von dieser oder jener Seite her, allerdings zur Wohltat der Menschheit geworden ist.
[ 17 ] Ich wollte Ihnen durch das heute Geschilderte andeuten, was da unten unter der Oberfläche brodelt und quillt. Und nun verlassen wir diese unterirdische Gegend und gehen wiederum zum Oberirdischen, ohne daß wir irgendwie gleich unmittelbar eine Gedankenverbindung hervorrufen wollen — die können wir später einmal hervorrufen — zwischen den beiden Reichen. Betrachten wir jetzt einmal die Frage: Wie ist denn dieses ausgezeichnete, genialische «Leben Jesu» von Ernest Renan geschrieben? Es ist so geschrieben, daß wir einen Jesus vor uns haben, der als ein Mensch über die Erde wandelt, wie ich es gestern beschrieben habe. Solch eine geniale Persönlichkeit wie Ernest Renan ist sich nicht bewußt, aus welchen Gründen heraus sie gerade ein solches «Leben Jesu» schreibt. Es ist so etwas aus ganz bestimmten Trieben heraus geschrieben; aber die Triebe bleiben im Unbewußten. Diese Triebe, aus denen Ernest Renans «Leben Jesu» geschrieben ist, man kann sie zusammenfassen als einen Grundtrieb, der bisher nur Gutes hervorgebracht hat, in gewissen Grenzen relativ Gutes; denn das «Leben Jesu» von Ernest Renan ist zum Beispiel in seiner Art ein ausgezeichnetes Werk. Aber vieles ist gemacht worden aus demselben Grundtrieb heraus. Ich habe nur das eine Erkenntnisbeispiel gewählt; man könnte auch Lebensbeispiele wählen, nur würde man da auf Gebiete kommen, welche die Menschen sehr irritieren. Aus dem Grundtriebe heraus, der zu etwas ganz Bestimmtem sich hinentwickeln will, ist so etwas geschrieben, aus dem Grundtrieb heraus, das, was sich als Mensch kundgibt, nur äußerlich anzuschauen, nur so anzuschauen, wie es sich äußerlich in die Welt hineinsteilt. Ich habe dieses Beispiel des «Lebens Jesu» aus dem Grunde gewählt, weil Ernest Renan aus diesem Grundtriebe heraus sich gerade an die geheiligteste Persönlichkeit der Menschheit heranmacht und diese aus diesem Grundtriebe heraus so schildert, daß sie nur als äußere Persönlichkeit vor uns steht.
[ 17 ] Ich wollte Ihnen durch das heute Geschilderte andeuten, was da unten unter der Oberfläche brodelt und quillt. Und nun verlassen wir diese unterirdische Gegend und gehen wiederum zum Oberirdischen, ohne daß wir irgendwie gleich unmittelbar eine Gedankenverbindung hervorrufen wollen — die können wir später einmal hervorrufen — zwischen den beiden Reichen. Betrachten wir jetzt einmal die Frage: Wie ist denn dieses ausgezeichnete, genialische «Leben Jesu» von Ernest Renan geschrieben? Es ist so geschrieben, daß wir einen Jesus vor uns haben, der als ein Mensch über die Erde wandelt, wie ich es gestern beschrieben habe. Solch eine geniale Persönlichkeit wie Ernest Renan ist sich nicht bewußt, aus welchen Gründen heraus sie gerade ein solches «Leben Jesu» schreibt. Es ist so etwas aus ganz bestimmten Trieben heraus geschrieben; aber die Triebe bleiben im Unbewußten. Diese Triebe, aus denen Ernest Renans «Leben Jesu» geschrieben ist, man kann sie zusammenfassen als einen Grundtrieb, der bisher nur Gutes hervorgebracht hat, in gewissen Grenzen relativ Gutes; denn das «Leben Jesu» von Ernest Renan ist zum Beispiel in seiner Art ein ausgezeichnetes Werk. Aber vieles ist gemacht worden aus demselben Grundtrieb heraus. Ich habe nur das eine Erkenntnisbeispiel gewählt; man könnte auch Lebensbeispiele wählen, nur würde man da auf Gebiete kommen, welche die Menschen sehr irritieren. Aus dem Grundtriebe heraus, der zu etwas ganz Bestimmtem sich hinentwickeln will, ist so etwas geschrieben, aus dem Grundtrieb heraus, das, was sich als Mensch kundgibt, nur äußerlich anzuschauen, nur so anzuschauen, wie es sich äußerlich in die Welt hineinsteilt. Ich habe dieses Beispiel des «Lebens Jesu» aus dem Grunde gewählt, weil Ernest Renan aus diesem Grundtriebe heraus sich gerade an die geheiligteste Persönlichkeit der Menschheit heranmacht und diese aus diesem Grundtriebe heraus so schildert, daß sie nur als äußere Persönlichkeit vor uns steht.
[ 18 ] Wohin würde dieser Grundtrieb endlich führen, wenn er sich immer mehr und mehr steigern würde? Er würde dahin führen, daß die Menschen nicht mehr die Neigung haben würden, in ihre eigenen Seelen zu schauen, wenn sie die Welt betrachten. Denn Ernest Renan ist ja schon so weit, nicht mehr sich zu getrauen, in sein eigenes Innere zu schauen, wenn er von dem Christus Jesus spricht. Er spricht nur von der historischen Figur und sucht sie äußerlich anzuschauen. Das kommt aus dem Grundtrieb, uns allmählich als Menschheit so zu verlieren, daß wir jeden Menschen auf der Welt nur äußerlich anschauen, daß wir nicht mehr miterleben, was sich von dem Menschen in unserer eigenen Seele spiegelt. Der Grundtrieb des urphänomenalen Anschauens ist zum Extrem gebracht; der eine Grundtrieb ist zum Extrem gebracht: Die Außenwelt soll angeschaut werden, ohne daß das Innere irgendwie rege gemacht wird. Die einseitige Ausbildung dieses Triebes strebt nach einem menschlichen Verkehr, der so die anderen Menschen ansieht, daß er eben alles nur äußerlich ansieht. In vieler Beziehung zeigt uns gerade unsere unmittelbare Gegenwart, wie weit es mit diesem Triebe gekommen ist, wie die Menschen immer mehr und mehr nur aufgefaßt werden sollen nicht nach ihrem Seelischen, sondern nach ihrem Außerlichen. Und gerade die falsche Ausbildung der Nationalideen, die die Nationalität, die dem Seelenhaften gegenüber etwas Außerliches ist, dem Menschen aufprägt und ihn nur nach dem beurteilen will, ihn gewissermaßen so ausgestalten will im Leben, daß er nur noch als Angehöriger der Nationalität aufgefaßt wird, nicht seinem Innern nach, das ist eine der Kräfte, die diesem Grundtrieb ganz besonders dient. Dadurch würde die Erdenmenschheit immer mehr und mehr sich innerhalb nationaler Grenzen abschließen, und es würde in der Zukunft niemals diese nationale Grenze überschritten werden können.
[ 18 ] Wohin würde dieser Grundtrieb endlich führen, wenn er sich immer mehr und mehr steigern würde? Er würde dahin führen, daß die Menschen nicht mehr die Neigung haben würden, in ihre eigenen Seelen zu schauen, wenn sie die Welt betrachten. Denn Ernest Renan ist ja schon so weit, nicht mehr sich zu getrauen, in sein eigenes Innere zu schauen, wenn er von dem Christus Jesus spricht. Er spricht nur von der historischen Figur und sucht sie äußerlich anzuschauen. Das kommt aus dem Grundtrieb, uns allmählich als Menschheit so zu verlieren, daß wir jeden Menschen auf der Welt nur äußerlich anschauen, daß wir nicht mehr miterleben, was sich von dem Menschen in unserer eigenen Seele spiegelt. Der Grundtrieb des urphänomenalen Anschauens ist zum Extrem gebracht; der eine Grundtrieb ist zum Extrem gebracht: Die Außenwelt soll angeschaut werden, ohne daß das Innere irgendwie rege gemacht wird. Die einseitige Ausbildung dieses Triebes strebt nach einem menschlichen Verkehr, der so die anderen Menschen ansieht, daß er eben alles nur äußerlich ansieht. In vieler Beziehung zeigt uns gerade unsere unmittelbare Gegenwart, wie weit es mit diesem Triebe gekommen ist, wie die Menschen immer mehr und mehr nur aufgefaßt werden sollen nicht nach ihrem Seelischen, sondern nach ihrem Außerlichen. Und gerade die falsche Ausbildung der Nationalideen, die die Nationalität, die dem Seelenhaften gegenüber etwas Außerliches ist, dem Menschen aufprägt und ihn nur nach dem beurteilen will, ihn gewissermaßen so ausgestalten will im Leben, daß er nur noch als Angehöriger der Nationalität aufgefaßt wird, nicht seinem Innern nach, das ist eine der Kräfte, die diesem Grundtrieb ganz besonders dient. Dadurch würde die Erdenmenschheit immer mehr und mehr sich innerhalb nationaler Grenzen abschließen, und es würde in der Zukunft niemals diese nationale Grenze überschritten werden können.
[ 19 ] Aus diesem Grundtriebe heraus also entsteht das Bild eines jeden Menschen nur, wie er äußerlich sich hineinstellt in die Welt, wenn dieser Grundtrieb sich in der Erkenntnis auslebt. Nun betrachten wir den anderen Grundtrieb. Der andere Grundtrieb, der entgegengesetzte Grundtrieb würde darinnen bestehen, daß man nur die inneren Erlebnisse ins Feld führt, gar nicht den Blick auf den äußeren Menschen richtet, sondern nur auf die inneren Erlebnisse, das nur anschaut, was man innerlich erleben kann, was man in der Seele unmittelbar erlebt. Wenn man diesen Trieb zur Erkenntnisfrage macht mit Bezug auf die Gestalt des Christus Jesus, da müßte natürlich das Interesse für die Jesus-Gestalt wegfallen, denn die Jesus-Gestalt kann nach Renanscher Weise nur äußerlich erforscht werden, und es würde das Interesse nicht haften an der Jesus-Gestalt, sondern nur an der Christus-Wesenheit. Da wird man kein Interesse haben an der Jesus-Gestalt als historische Figur, sondern nur für die Christus-Wesenheit. Wenn dieser Trieb, der der entgegengesetzte des zuerst geschilderten ist, der auch nun strebt, allgemein in der Erdenmenschheit zu werden, wenn der sich ausbreiten würde, dann würden wiederum die Menschen nebeneinander hergehen, jeder in seinem Innern ein reiches Seelenleben brodelnd haben, aber sie würden aneinander vorbeigehen, ohne auch nur das Bedürfnis zu haben, die Menschen, die um sie herum sind, irgendwie in ihrer Eigenart aufzufassen. Es würde jeder nur gewissermaßen in seinem eigenen Seelenhause leben wollen. Auf Erkenntnisgebieten der geheiligtsten Wesenheit der Menschlichkeit gegenüber lebt sich wiederum dieser Trieb bei Solowjow aus, der nur das Interesse für die Christus-Wesenheit hat, nicht für die historische Jesus-Figur.
[ 19 ] Aus diesem Grundtriebe heraus also entsteht das Bild eines jeden Menschen nur, wie er äußerlich sich hineinstellt in die Welt, wenn dieser Grundtrieb sich in der Erkenntnis auslebt. Nun betrachten wir den anderen Grundtrieb. Der andere Grundtrieb, der entgegengesetzte Grundtrieb würde darinnen bestehen, daß man nur die inneren Erlebnisse ins Feld führt, gar nicht den Blick auf den äußeren Menschen richtet, sondern nur auf die inneren Erlebnisse, das nur anschaut, was man innerlich erleben kann, was man in der Seele unmittelbar erlebt. Wenn man diesen Trieb zur Erkenntnisfrage macht mit Bezug auf die Gestalt des Christus Jesus, da müßte natürlich das Interesse für die Jesus-Gestalt wegfallen, denn die Jesus-Gestalt kann nach Renanscher Weise nur äußerlich erforscht werden, und es würde das Interesse nicht haften an der Jesus-Gestalt, sondern nur an der Christus-Wesenheit. Da wird man kein Interesse haben an der Jesus-Gestalt als historische Figur, sondern nur für die Christus-Wesenheit. Wenn dieser Trieb, der der entgegengesetzte des zuerst geschilderten ist, der auch nun strebt, allgemein in der Erdenmenschheit zu werden, wenn der sich ausbreiten würde, dann würden wiederum die Menschen nebeneinander hergehen, jeder in seinem Innern ein reiches Seelenleben brodelnd haben, aber sie würden aneinander vorbeigehen, ohne auch nur das Bedürfnis zu haben, die Menschen, die um sie herum sind, irgendwie in ihrer Eigenart aufzufassen. Es würde jeder nur gewissermaßen in seinem eigenen Seelenhause leben wollen. Auf Erkenntnisgebieten der geheiligtsten Wesenheit der Menschlichkeit gegenüber lebt sich wiederum dieser Trieb bei Solowjow aus, der nur das Interesse für die Christus-Wesenheit hat, nicht für die historische Jesus-Figur.
[ 20 ] Sie sehen, nach welchen beiden Extremen die moderne Menschheit hintendiert. Sie tendiert nach zwei Extremen hin. Das eine ist der Trieb, die Welt nur von außen anzuschauen, das Urphänomenale ins Extreme zu treiben; das andere ist, die Welt nur in freien Imaginationen innerlich zu erfassen. Das alles ist im Anfange, hat sich bisher in wohltätiger, schöner Weise ausgebildet; aber das alles strebt danach, verkehrt zu werden. Geradeso, wie in bezug auf äußerliche Schilderung Renans «Leben Jesu» ein Meisterwerk ist, sind die Solowjowschen Darstellungen der Christus-Wesenheit das Höchste, was auf diesem Gebiete in der Gegenwart hat geschaffen werden können. Es sind wohltätige Impulse, aber sie entspringen dem Trieb, der in seiner einseitigen Ausbildung jeden Menschen in sein eigenes Haus zurücktreiben würde.
[ 20 ] Sie sehen, nach welchen beiden Extremen die moderne Menschheit hintendiert. Sie tendiert nach zwei Extremen hin. Das eine ist der Trieb, die Welt nur von außen anzuschauen, das Urphänomenale ins Extreme zu treiben; das andere ist, die Welt nur in freien Imaginationen innerlich zu erfassen. Das alles ist im Anfange, hat sich bisher in wohltätiger, schöner Weise ausgebildet; aber das alles strebt danach, verkehrt zu werden. Geradeso, wie in bezug auf äußerliche Schilderung Renans «Leben Jesu» ein Meisterwerk ist, sind die Solowjowschen Darstellungen der Christus-Wesenheit das Höchste, was auf diesem Gebiete in der Gegenwart hat geschaffen werden können. Es sind wohltätige Impulse, aber sie entspringen dem Trieb, der in seiner einseitigen Ausbildung jeden Menschen in sein eigenes Haus zurücktreiben würde.
[ 21 ] Demgegenüber muß eine Erkenntnis gerade durch die Geisteswissenschaft Platz greifen, eine Erkenntnis, die zusammengefaßt werden kann in zwei Sätze, die ich Ihnen heute ganz besonders in die Seele schreiben möchte. Der eine Satz ist der, daß der Mensch niemals zu einem wirklichen guten, rechten, starken persönlichen Innenleben kommen kann, ohne daß er das wärmste Interesse hat für andere Menschen. Alles Innenleben, das wir suchen, bleibt falsch, bleibt ein versucherisches, wenn es nicht einhergeht mit einem liebevollen Interesse für die Eigenarten der anderen Menschen. Wir sollen geradezu voraussetzen, daß wir uns innerlich finden als Menschen, wenn wir Interesse haben für die Eigenarten der anderen Menschen. Liebevolles Eingehen auf die Individualitäten anderer Menschen — was zuweilen verbunden ist im Leben mit einer argen Lebenstragik —, nur das ist dasjenige, was uns zur Selbsterkenntnis bringen kann. Und Selbsterkenntnis, die wir durch Selbstgrübelei suchen, wird niemals eine richtige Selbsterkenntnis sein. Also unser Inneres vertiefen wir im interessevollen Verkehr mit den anderen Menschen. Aber dieser Satz ist, so wie er ausgesprochen wird, etwas andeutend, was nicht unmittelbar ausgeführt werden kann, weil es in unmittelbarer Wechselwirkung stehen muß mit einem anderen. Wir erlangen niemals nämlich eine richtige Erkenntnis der Außenwelt, wenn wir uns nicht dazu entschließen, das Menschliche, das Allgemeinmenschliche in uns selber zu erforschen, in uns selber kennenzulernen. Daher wird alle Naturerkenntnis der modernen Zeit eine bloß mechanische, nicht wahre, sondern falsche, verkehrte sein, die nicht so fußt auf einer Erkenntnis des Menschen, wie die Wissenschaft, die von mir als Geheimwissenschaft beschrieben worden ist in dem Buch «Geheimwissenschaft im Umriß», wo mit der Erkenntnis des Menschen die Erkenntnis der Außenwelt gesucht wird. Das Innere finden wir im Äußeren, das Äußere finden wir im Inneren.
[ 21 ] Demgegenüber muß eine Erkenntnis gerade durch die Geisteswissenschaft Platz greifen, eine Erkenntnis, die zusammengefaßt werden kann in zwei Sätze, die ich Ihnen heute ganz besonders in die Seele schreiben möchte. Der eine Satz ist der, daß der Mensch niemals zu einem wirklichen guten, rechten, starken persönlichen Innenleben kommen kann, ohne daß er das wärmste Interesse hat für andere Menschen. Alles Innenleben, das wir suchen, bleibt falsch, bleibt ein versucherisches, wenn es nicht einhergeht mit einem liebevollen Interesse für die Eigenarten der anderen Menschen. Wir sollen geradezu voraussetzen, daß wir uns innerlich finden als Menschen, wenn wir Interesse haben für die Eigenarten der anderen Menschen. Liebevolles Eingehen auf die Individualitäten anderer Menschen — was zuweilen verbunden ist im Leben mit einer argen Lebenstragik —, nur das ist dasjenige, was uns zur Selbsterkenntnis bringen kann. Und Selbsterkenntnis, die wir durch Selbstgrübelei suchen, wird niemals eine richtige Selbsterkenntnis sein. Also unser Inneres vertiefen wir im interessevollen Verkehr mit den anderen Menschen. Aber dieser Satz ist, so wie er ausgesprochen wird, etwas andeutend, was nicht unmittelbar ausgeführt werden kann, weil es in unmittelbarer Wechselwirkung stehen muß mit einem anderen. Wir erlangen niemals nämlich eine richtige Erkenntnis der Außenwelt, wenn wir uns nicht dazu entschließen, das Menschliche, das Allgemeinmenschliche in uns selber zu erforschen, in uns selber kennenzulernen. Daher wird alle Naturerkenntnis der modernen Zeit eine bloß mechanische, nicht wahre, sondern falsche, verkehrte sein, die nicht so fußt auf einer Erkenntnis des Menschen, wie die Wissenschaft, die von mir als Geheimwissenschaft beschrieben worden ist in dem Buch «Geheimwissenschaft im Umriß», wo mit der Erkenntnis des Menschen die Erkenntnis der Außenwelt gesucht wird. Das Innere finden wir im Äußeren, das Äußere finden wir im Inneren.
[ 22 ] Was mit Bezug auf gewisse Zeiterscheinungen dann weiter zu sagen ist für andere Schöpfungen, die wir auch schon berührt haben, wie zum Beispiel das sogenannte «Leben Jesu» von David Friedrich Strauß, darüber will ich dann ein nächstes Mal sprechen. Heute möchte ich nur sagen, daß, als vor zweimal sieben Jahren begonnen worden ist mit unserem Impuls einer theosophischen Bewegung, die dann die anthroposophische geworden ist, daran gedacht worden ist, daß durch alles das, was in dieser Bewegung fließt, ganz besonders im Sinne dieser zwei Sätze gewirkt werde: Alles Äußere soll entzünden Selbsterkenntnis; das Innere soll lehren Welterkenntnis. In diesen Sätzen, beziehungsweise in ihrer Verwirklichung in der Welt, liegt wahre geistige Einsicht in das Dasein und liegen die Impulse zu wirklicher Menschenliebe, zu sehender Menschenliebe. Und eine Verwirklichung desjenigen, was in diesen Sätzen liegt, sollte gesucht werden durch unsere Gesellschaft. Wäre in den zweimal sieben Jahren all das zustande gekommen, was angestrebt worden ist, wären nicht die gegenteiligen Mächte in unserer Zeit noch stark genug gewesen, vieles zu verhindern, dann würde ich heute ganz anders noch sprechen können über gewisse Geheimnisse des Daseins, als gesprochen werden kann. Dann würde diese Gesellschaft reif geworden sein, daß in ihrem Schoße heute Dinge ausgesprochen werden könnten, die sonst nirgends ausgesprochen werden könnten. Aber es würde dann auch eine Garantie dafür vorhanden sein, daß diese Geheimnisse des Daseins in der richtigen Weise bewahrt würden. Die Vorgänge in unserer Gesellschaft haben aber gezeigt, daß gerade mit Bezug auf das Bewahren die Dinge nicht gehen, nicht gehen durch die mannigfaltigsten Gegengewichte, die sich der Bewegung angehängt haben. Denn da wirklich heute kein Schutz mehr vorhanden ist, wenigstens kein durchdringender Schutz dafür, daß das, was bei uns gesagt wird, in beliebiger Weise, in der Ihnen ja auch bekannten Weise verwendet wird draußen in der Welt, wie es von manchen Leuten verwendet wird, und eingehüllt wird in solche Gefühle, wie es von seiten mancher Leute geschieht, so zeigt sich darinnen im Hinblick auf die zweimal sieben Jahre, daß in gewisser Weise die Gesellschaft hinter dem, was angestrebt werden mußte, in mancher Beziehung zurückgeblieben ist. Solch eine Einsicht soll uns nicht zur Mutlosigkeit führen, aber sie solluns dazu führen, nicht bloß schwelgen zu wollen in gewissen Erkenntnissen, sondern Lebensernst genug entwickeln zu wollen, um die Wahrheit in der Gestalt aufzunehmen, in der sie gerade in unserer Zeit eigentlich mitgeteilt werden müßte. Wenn es möglich ist, daß hervorragende schriftstellernde Mitglieder unserer Bewegung so denken, wie es sich in der letzten Zeit gezeigt hat, dann ist es eben klar, daß erst noch andere, tiefere Impulse in den Seelen derjenigen Menschen aufwachen müssen, die sich innerhalb unserer Gesellschaft befinden, als bisher aufgewacht sind. Nicht bloß, um angenehme Erkenntnisse zu haben, sollen wir uns verbinden, sondern um einen heiligen Dienst der Wahrheit im Interesse der Evolution der Menschheit zu leisten. Dann werden schon die rechten Erkenntnisse unskommen; dann werden nicht durch allerlei Vorurteile diese Erkenntnisse zurückgedämmt werden.
[ 22 ] Was mit Bezug auf gewisse Zeiterscheinungen dann weiter zu sagen ist für andere Schöpfungen, die wir auch schon berührt haben, wie zum Beispiel das sogenannte «Leben Jesu» von David Friedrich Strauß, darüber will ich dann ein nächstes Mal sprechen. Heute möchte ich nur sagen, daß, als vor zweimal sieben Jahren begonnen worden ist mit unserem Impuls einer theosophischen Bewegung, die dann die anthroposophische geworden ist, daran gedacht worden ist, daß durch alles das, was in dieser Bewegung fließt, ganz besonders im Sinne dieser zwei Sätze gewirkt werde: Alles Äußere soll entzünden Selbsterkenntnis; das Innere soll lehren Welterkenntnis. In diesen Sätzen, beziehungsweise in ihrer Verwirklichung in der Welt, liegt wahre geistige Einsicht in das Dasein und liegen die Impulse zu wirklicher Menschenliebe, zu sehender Menschenliebe. Und eine Verwirklichung desjenigen, was in diesen Sätzen liegt, sollte gesucht werden durch unsere Gesellschaft. Wäre in den zweimal sieben Jahren all das zustande gekommen, was angestrebt worden ist, wären nicht die gegenteiligen Mächte in unserer Zeit noch stark genug gewesen, vieles zu verhindern, dann würde ich heute ganz anders noch sprechen können über gewisse Geheimnisse des Daseins, als gesprochen werden kann. Dann würde diese Gesellschaft reif geworden sein, daß in ihrem Schoße heute Dinge ausgesprochen werden könnten, die sonst nirgends ausgesprochen werden könnten. Aber es würde dann auch eine Garantie dafür vorhanden sein, daß diese Geheimnisse des Daseins in der richtigen Weise bewahrt würden. Die Vorgänge in unserer Gesellschaft haben aber gezeigt, daß gerade mit Bezug auf das Bewahren die Dinge nicht gehen, nicht gehen durch die mannigfaltigsten Gegengewichte, die sich der Bewegung angehängt haben. Denn da wirklich heute kein Schutz mehr vorhanden ist, wenigstens kein durchdringender Schutz dafür, daß das, was bei uns gesagt wird, in beliebiger Weise, in der Ihnen ja auch bekannten Weise verwendet wird draußen in der Welt, wie es von manchen Leuten verwendet wird, und eingehüllt wird in solche Gefühle, wie es von seiten mancher Leute geschieht, so zeigt sich darinnen im Hinblick auf die zweimal sieben Jahre, daß in gewisser Weise die Gesellschaft hinter dem, was angestrebt werden mußte, in mancher Beziehung zurückgeblieben ist. Solch eine Einsicht soll uns nicht zur Mutlosigkeit führen, aber sie solluns dazu führen, nicht bloß schwelgen zu wollen in gewissen Erkenntnissen, sondern Lebensernst genug entwickeln zu wollen, um die Wahrheit in der Gestalt aufzunehmen, in der sie gerade in unserer Zeit eigentlich mitgeteilt werden müßte. Wenn es möglich ist, daß hervorragende schriftstellernde Mitglieder unserer Bewegung so denken, wie es sich in der letzten Zeit gezeigt hat, dann ist es eben klar, daß erst noch andere, tiefere Impulse in den Seelen derjenigen Menschen aufwachen müssen, die sich innerhalb unserer Gesellschaft befinden, als bisher aufgewacht sind. Nicht bloß, um angenehme Erkenntnisse zu haben, sollen wir uns verbinden, sondern um einen heiligen Dienst der Wahrheit im Interesse der Evolution der Menschheit zu leisten. Dann werden schon die rechten Erkenntnisse unskommen; dann werden nicht durch allerlei Vorurteile diese Erkenntnisse zurückgedämmt werden.
[ 23 ] Und so wollen wir wenigstens in unsere Herzen das Ideal aufnehmen, daß doch vielleicht eine solche Gesellschaft auch entstehen könne, welche notwendig ist in der allgemeinen Welt der Vorurteile, die unsere Zeit durchsetzt und durchsaugt. Das, was ich sage, richtet sich natürlich nicht im geringsten an irgendeine einzelne Seele unter uns; nicht im allergeringsten richtend wendet es sich an irgendeine einzelne Seele, ‚sondern lediglich darauf ist es gerichtet, das Ideal der Erkenntnis unserer Zeit zu betonen, das Ideal jenes Menschheitsdienstes, den wir als notwendig erkennen sollten. Und ebenso warm, wie ich vor etwa acht Tagen hier gesprochen habe, möchte ich auch heute wiederum betonen, daß nicht vergessen werden möge in unserem Kreise, daß der Menschheit in der Gegenwart notwendig ist ein Kreis von Menschen, zu dem in unbefangenster Weise von dem ganzen heute zu offenbarenden Wahrheitsgehalt gesprochen werden kann, ohne daß sich dagegen vorurteilsvolle Emotionen erheben. Wir müssen es als unser Karma hinnehmen, daß sich in unserem Kreise Feindschaft erhoben hat, Feindschaft erhoben hat, Feindschaft aus dem unverständigen Zeitgefühl und den unverständigen Zeitideen, Zeitemotionen heraus; aber wir sollten uns auch keinen Augenblick einer Täuschung darüber hingeben, daß dieses Karma eben das unsere ist. Dann wird uns aus dieser Erkenntnis heraus der Impuls für das Rechte aufgehen. Und namentlich sollen wir nicht so vieles, was wir aufnehmen, so schnell, als es geschieht, vergessen, so vieles von dem, wo sich in einzelnen überragenden Sätzen zusammenschließen die sonst auseinandergelegten Wahrheiten; wir sollen sie nicht bloß an uns vorüberziehen lassen, sondern sie in unseren Herzen bewahren. In unserem Kreise ist so viel verbreitet die Sehnsucht, zu vergessen, gerade oft das Wichtigste zu vergessen. Und so sind wir noch nicht der lebendige Gesellschaftsorganismus geworden, den wir brauchen, beziehungsweise den die Menschheit braucht. Dazu ist vor allen Dingen notwendig, daß wir uns Gedächtnis aneignen für das, was wir durch das Leben in der Gesellschaft lernen können.
[ 23 ] Und so wollen wir wenigstens in unsere Herzen das Ideal aufnehmen, daß doch vielleicht eine solche Gesellschaft auch entstehen könne, welche notwendig ist in der allgemeinen Welt der Vorurteile, die unsere Zeit durchsetzt und durchsaugt. Das, was ich sage, richtet sich natürlich nicht im geringsten an irgendeine einzelne Seele unter uns; nicht im allergeringsten richtend wendet es sich an irgendeine einzelne Seele, ‚sondern lediglich darauf ist es gerichtet, das Ideal der Erkenntnis unserer Zeit zu betonen, das Ideal jenes Menschheitsdienstes, den wir als notwendig erkennen sollten. Und ebenso warm, wie ich vor etwa acht Tagen hier gesprochen habe, möchte ich auch heute wiederum betonen, daß nicht vergessen werden möge in unserem Kreise, daß der Menschheit in der Gegenwart notwendig ist ein Kreis von Menschen, zu dem in unbefangenster Weise von dem ganzen heute zu offenbarenden Wahrheitsgehalt gesprochen werden kann, ohne daß sich dagegen vorurteilsvolle Emotionen erheben. Wir müssen es als unser Karma hinnehmen, daß sich in unserem Kreise Feindschaft erhoben hat, Feindschaft erhoben hat, Feindschaft aus dem unverständigen Zeitgefühl und den unverständigen Zeitideen, Zeitemotionen heraus; aber wir sollten uns auch keinen Augenblick einer Täuschung darüber hingeben, daß dieses Karma eben das unsere ist. Dann wird uns aus dieser Erkenntnis heraus der Impuls für das Rechte aufgehen. Und namentlich sollen wir nicht so vieles, was wir aufnehmen, so schnell, als es geschieht, vergessen, so vieles von dem, wo sich in einzelnen überragenden Sätzen zusammenschließen die sonst auseinandergelegten Wahrheiten; wir sollen sie nicht bloß an uns vorüberziehen lassen, sondern sie in unseren Herzen bewahren. In unserem Kreise ist so viel verbreitet die Sehnsucht, zu vergessen, gerade oft das Wichtigste zu vergessen. Und so sind wir noch nicht der lebendige Gesellschaftsorganismus geworden, den wir brauchen, beziehungsweise den die Menschheit braucht. Dazu ist vor allen Dingen notwendig, daß wir uns Gedächtnis aneignen für das, was wir durch das Leben in der Gesellschaft lernen können.
