Central Europe between East and West
GA 174a
23 March 1915, Munich
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Mitteleuropa zwischen Ost und West
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Der erste Teil unseres heutigen Vortrages soll Erkenntnissen gewidmet sein, welche zusammenhängen mit realen Erlebnissen, an denen uns unser Gesellschaftskarma in der letzten Zeit vorbeigeführt hat, und der zweite Teil soll mehr einige Streiflichter auf dasjenige werfen, was uns aus den Zeitereignissen heraus besonders interessieren kann.
[ 1 ] Der erste Teil unseres heutigen Vortrages soll Erkenntnissen gewidmet sein, welche zusammenhängen mit realen Erlebnissen, an denen uns unser Gesellschaftskarma in der letzten Zeit vorbeigeführt hat, und der zweite Teil soll mehr einige Streiflichter auf dasjenige werfen, was uns aus den Zeitereignissen heraus besonders interessieren kann.
[ 2 ] Ich hatte gerade diesmal in den zwei öffentlichen Vorträgen besonders zu betonen, wie es für die Vorstellung der geistigen Welten notwendig ist, sich gewissermaßen eine Art anderer Sprache allmählich anzugewöhnen, als die Sprache ist, welche wir gebrauchen, um die Erkenntnisse der Welten zu charakterisieren, in denen wir durch unsere Sinnesbeobachtung und durch den Verstand darinnenstehen, der an das Gehirn gebunden ist. Gewissermaßen zur Unterstützung unserer Freunde möchte ich an konkrete Erlebnisse der letzten Zeit, die sich innerhalb unseres weiteren Kreises abgespielt haben, anknüpfen, an Ereignisse, für die ich gewiß auch andere wählen könnte, aber ich wähle diese Ereignisse aus dem Grunde, weil sie an, ich möchte sagen, Letzterlebtes anknüpfen und uns Vorstellungen liefern können über die Beziehungen der Menschenseele zu den Geisteswelten.
[ 2 ] Ich hatte gerade diesmal in den zwei öffentlichen Vorträgen besonders zu betonen, wie es für die Vorstellung der geistigen Welten notwendig ist, sich gewissermaßen eine Art anderer Sprache allmählich anzugewöhnen, als die Sprache ist, welche wir gebrauchen, um die Erkenntnisse der Welten zu charakterisieren, in denen wir durch unsere Sinnesbeobachtung und durch den Verstand darinnenstehen, der an das Gehirn gebunden ist. Gewissermaßen zur Unterstützung unserer Freunde möchte ich an konkrete Erlebnisse der letzten Zeit, die sich innerhalb unseres weiteren Kreises abgespielt haben, anknüpfen, an Ereignisse, für die ich gewiß auch andere wählen könnte, aber ich wähle diese Ereignisse aus dem Grunde, weil sie an, ich möchte sagen, Letzterlebtes anknüpfen und uns Vorstellungen liefern können über die Beziehungen der Menschenseele zu den Geisteswelten.
[ 3 ] Ich habe ja immer wiederum betont, daß, wenn die Seele auf ihrem Erkenntniswege die Schwelle überschreitet, die in die geistige Welt hineinführt, dann zu den ersten Erlebnissen gehört das Einswerden mit dem, was man erlebt, erfährt, beobachtet. Hier auf dem physischen Plan steht man gewissermaßen in seiner Haut eingeschlossen den Dingen gegenüber, welche man beobachtet. Sobald man die geistige Welt betritt, mit der geistigen Welt etwas zu tun hat, fühlt man sich nicht in der Weise eingeschlossen wie im physischen Leib in der Haut, man fühlt sich mit seinem ganzen Wesen verbreitet, wie identifiziert mit den Wesen und Ereignissen, mit denen man es zu tun hat. Um dies zu erläutern, gehe ich auf positive Ereignisse ein.
[ 3 ] Ich habe ja immer wiederum betont, daß, wenn die Seele auf ihrem Erkenntniswege die Schwelle überschreitet, die in die geistige Welt hineinführt, dann zu den ersten Erlebnissen gehört das Einswerden mit dem, was man erlebt, erfährt, beobachtet. Hier auf dem physischen Plan steht man gewissermaßen in seiner Haut eingeschlossen den Dingen gegenüber, welche man beobachtet. Sobald man die geistige Welt betritt, mit der geistigen Welt etwas zu tun hat, fühlt man sich nicht in der Weise eingeschlossen wie im physischen Leib in der Haut, man fühlt sich mit seinem ganzen Wesen verbreitet, wie identifiziert mit den Wesen und Ereignissen, mit denen man es zu tun hat. Um dies zu erläutern, gehe ich auf positive Ereignisse ein.
[ 4 ] In der letzten Zeit ging ein älteres Mitglied durch die Pforte des Todes. Dies Mitglied lebte durch Jahre hindurch mit seinem ganzen Gemüt, seiner ganzen Seele in den Vorstellungen, welche man sich aneignet, wenn man so recht gefühlsmäßig das aufnimmt, was Geisteswissenschaft geben kann. Es ist ja von ganz besonderer Bedeutung und deshalb wird es so oft erwähnt, daß das theoretische Aufnehmen desjenigen, was als geisteswissenschaftliche Vorstellungen gegeben wird, nicht alles sein kann. Es kann Ausgangspunkt sein, aber nicht alles. Diese Vorstellungen müssen unsere Gefühle, Empfindungen ergreifen. Ich konnte sogar im öffentlichen Vortrag auseinandersetzen, wie die Empfindungsseele gegenwärtig viel mehr zusammenhängt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, während das, was sich aus der Bewußtseinsseele darlebt, für die gegenwärtige Zeitepoche mehr das berührt, was der Mensch im Zusammenhang mit der physischen Welt erlebt. Daher ist es so wichtig, zu fühlen, was man fühlen kann, wenn man die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse aufnimmt, denn dies Fühlen hat eine viel größere Kraft, unsere Seele zu erfassen und sie wirklich in Berührung zu bringen mit der übersinnlichen Welt als das bloße Denken, das verstandesmäßige Kombinieren. Also gefühlsmäßig hat die Persönlichkeit, von der ich spreche, viel gelebt in unseren geisteswissenschaftlichen Vorstellungen und nun zeigte sich mir, ich kann sagen, ganz kurze Zeit nach dem Tode — als mir der wirkliche Eintritt des Todes auf dem physischen Plan noch nicht irgendwie gemeldet worden war —, wie diese Persönlichkeit, während sie noch in ihrem Ätherleibe war, in sich dasjenige verarbeitete, was sie an Gefühlsund Empfindungskräften aufgenommen hatte, was sie selbst geworden war dadurch, daß sie durch Jahre in der geisteswissenschaftlichen Strömung gelebt hatte. Als sie ihren Ätherleib noch vereint hatte mit Astralleib und Ich, da trat dasjenige, was ich vorher bezeichnet habe, ungesucht ein. Die durch die Pforte des Todes gegangene Persönlichkeit kam und kündete mir an, daß sie nun in sich fühlt dasjenige, was sie geworden ist durch die Geisteswissenschaft, was sie in sich fühlt jetzt, . wo sie nicht mehr beengt ist durch den physischen Leib. Und da erklangen gleichsam aus der durch die Pforte des Todes gegangenen Individualität Sätze, die ich vorlesen werde.
[ 4 ] In der letzten Zeit ging ein älteres Mitglied durch die Pforte des Todes. Dies Mitglied lebte durch Jahre hindurch mit seinem ganzen Gemüt, seiner ganzen Seele in den Vorstellungen, welche man sich aneignet, wenn man so recht gefühlsmäßig das aufnimmt, was Geisteswissenschaft geben kann. Es ist ja von ganz besonderer Bedeutung und deshalb wird es so oft erwähnt, daß das theoretische Aufnehmen desjenigen, was als geisteswissenschaftliche Vorstellungen gegeben wird, nicht alles sein kann. Es kann Ausgangspunkt sein, aber nicht alles. Diese Vorstellungen müssen unsere Gefühle, Empfindungen ergreifen. Ich konnte sogar im öffentlichen Vortrag auseinandersetzen, wie die Empfindungsseele gegenwärtig viel mehr zusammenhängt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, während das, was sich aus der Bewußtseinsseele darlebt, für die gegenwärtige Zeitepoche mehr das berührt, was der Mensch im Zusammenhang mit der physischen Welt erlebt. Daher ist es so wichtig, zu fühlen, was man fühlen kann, wenn man die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse aufnimmt, denn dies Fühlen hat eine viel größere Kraft, unsere Seele zu erfassen und sie wirklich in Berührung zu bringen mit der übersinnlichen Welt als das bloße Denken, das verstandesmäßige Kombinieren. Also gefühlsmäßig hat die Persönlichkeit, von der ich spreche, viel gelebt in unseren geisteswissenschaftlichen Vorstellungen und nun zeigte sich mir, ich kann sagen, ganz kurze Zeit nach dem Tode — als mir der wirkliche Eintritt des Todes auf dem physischen Plan noch nicht irgendwie gemeldet worden war —, wie diese Persönlichkeit, während sie noch in ihrem Ätherleibe war, in sich dasjenige verarbeitete, was sie an Gefühlsund Empfindungskräften aufgenommen hatte, was sie selbst geworden war dadurch, daß sie durch Jahre in der geisteswissenschaftlichen Strömung gelebt hatte. Als sie ihren Ätherleib noch vereint hatte mit Astralleib und Ich, da trat dasjenige, was ich vorher bezeichnet habe, ungesucht ein. Die durch die Pforte des Todes gegangene Persönlichkeit kam und kündete mir an, daß sie nun in sich fühlt dasjenige, was sie geworden ist durch die Geisteswissenschaft, was sie in sich fühlt jetzt, . wo sie nicht mehr beengt ist durch den physischen Leib. Und da erklangen gleichsam aus der durch die Pforte des Todes gegangenen Individualität Sätze, die ich vorlesen werde.
[ 5 ] Sie werden bemerken, in den ersten drei Zeilen gebraucht die tote Persönlichkeit ein Wort, das man ja eigentlich gar nicht gerechtfertigt finden kann, wenn es von einer Individualität gebraucht ist, die schon den physischen Leib abgelegt hat; aber darauf kommt es nicht an. Das Wort, das sich auf das physische Herz bezieht, ist in symbolischem Sinn gemeint. Herz steht hier für das Atherorgan des Fühlens. Wir haben hier den Fall, daß eine durch die Todespforte gegangene Individualität dasjenige, was ihr stärkstes Erlebnis war vor dern Tode, wie ein Ergebnis des Lebens zusammenfaßte, um sich zu sagen: Ich bin jetzt in einer gewissen Lage, die Artung meines Selbst zu erleben, wie sich mir diese Artung meines Selbst ergibt, indem ich es fasse mit dem Verständnis, das ich in meinem fühlenden Erkennen gewonnen habe durch die Geisteswissenschaft. — So war es denn, daß diese Individualität, die vor zwei Stunden höchstens durch die Pforte des Todes gegangen war, erklingen ließ aus sich dasjenige, was so erklang, daß ich sagen muß, es sind die Worte so gestellt, daß ich selbst nichts dazu getan habe, nur aufgenommen habe die Worte, welche da kamen von diesem Selbst. Diese Worte dienten dann, als ich bei der Einäscherung die Leichenrede zu halten hatte, als Anfang und Ende. Sie sind abgelesen:
[ 5 ] Sie werden bemerken, in den ersten drei Zeilen gebraucht die tote Persönlichkeit ein Wort, das man ja eigentlich gar nicht gerechtfertigt finden kann, wenn es von einer Individualität gebraucht ist, die schon den physischen Leib abgelegt hat; aber darauf kommt es nicht an. Das Wort, das sich auf das physische Herz bezieht, ist in symbolischem Sinn gemeint. Herz steht hier für das Atherorgan des Fühlens. Wir haben hier den Fall, daß eine durch die Todespforte gegangene Individualität dasjenige, was ihr stärkstes Erlebnis war vor dern Tode, wie ein Ergebnis des Lebens zusammenfaßte, um sich zu sagen: Ich bin jetzt in einer gewissen Lage, die Artung meines Selbst zu erleben, wie sich mir diese Artung meines Selbst ergibt, indem ich es fasse mit dem Verständnis, das ich in meinem fühlenden Erkennen gewonnen habe durch die Geisteswissenschaft. — So war es denn, daß diese Individualität, die vor zwei Stunden höchstens durch die Pforte des Todes gegangen war, erklingen ließ aus sich dasjenige, was so erklang, daß ich sagen muß, es sind die Worte so gestellt, daß ich selbst nichts dazu getan habe, nur aufgenommen habe die Worte, welche da kamen von diesem Selbst. Diese Worte dienten dann, als ich bei der Einäscherung die Leichenrede zu halten hatte, als Anfang und Ende. Sie sind abgelesen:
In Weltenweiten will ich tragen
Mein fühlend Herz, daß warm es werde
Im Feuer heil’gen Kräftewirkens;In Weltgedanken will ich weben
Das eigne Denken, daß klar es werde
Im Licht des ew’gen Werde-Lebens;In Seelengründe will ich tauchen
Ergeb’nes Sinnen, daß stark es werde
Für Menschenwirkens wahre Ziele;In Gottes Ruhe streb’ ich so,
Mit Lebenskämpfen und mit Sorgen,
Mein Selbst zum höhern Selbst bereitend;Nach arbeitfreud’gem Frieden trachtend,
Erahnend Welten-Sein im Eigensein,
Möcht’ ich die Menschenpflicht erfüllen;Erwartend leben darf ich dann
Entgegen meinem Schicksalsterne,
Der mir im Geistgebiet den Ort erteilt.
In Weltenweiten will ich tragen
Mein fühlend Herz, daß warm es werde
Im Feuer heil’gen Kräftewirkens;In Weltgedanken will ich weben
Das eigne Denken, daß klar es werde
Im Licht des ew’gen Werde-Lebens;In Seelengründe will ich tauchen
Ergeb’nes Sinnen, daß stark es werde
Für Menschenwirkens wahre Ziele;In Gottes Ruhe streb’ ich so,
Mit Lebenskämpfen und mit Sorgen,
Mein Selbst zum höhern Selbst bereitend;Nach arbeitfreud’gem Frieden trachtend,
Erahnend Welten-Sein im Eigensein,
Möcht’ ich die Menschenpflicht erfüllen;Erwartend leben darf ich dann
Entgegen meinem Schicksalsterne,
Der mir im Geistgebiet den Ort erteilt.
[ 6 ] Hören wir hier gleichsam aus dem Selbst das erklingen, was das Selbst in sich spürt, durch das, was es geworden ist, indem es sich mit dem geisteswissenschaftlichen Empfinden erfüllt hat. Wichtig ist, ins Auge zu fassen, daß man es hier mit einer Persönlichkeit zu tun hat, die in diesem physischen Leben ein höheres Alter erreicht hatte und daß mit diesem Erlangen eines höheren Alters die Möglichkeit zusammenhängt, das Selbst charakterisieren zu wollen, daß das Selbst erst nach dem Tode sich so ganz in seinem eigenen Wesen ausspricht, so daß man nichts zu tun hat, als, um es zu beobachten, sich ganz zu verlieren, sich hinzugeben, sich zu identifizieren mit dem Wesen, daß man es sich ganz selbst aussprechen lassen kann.
[ 6 ] Hören wir hier gleichsam aus dem Selbst das erklingen, was das Selbst in sich spürt, durch das, was es geworden ist, indem es sich mit dem geisteswissenschaftlichen Empfinden erfüllt hat. Wichtig ist, ins Auge zu fassen, daß man es hier mit einer Persönlichkeit zu tun hat, die in diesem physischen Leben ein höheres Alter erreicht hatte und daß mit diesem Erlangen eines höheren Alters die Möglichkeit zusammenhängt, das Selbst charakterisieren zu wollen, daß das Selbst erst nach dem Tode sich so ganz in seinem eigenen Wesen ausspricht, so daß man nichts zu tun hat, als, um es zu beobachten, sich ganz zu verlieren, sich hinzugeben, sich zu identifizieren mit dem Wesen, daß man es sich ganz selbst aussprechen lassen kann.
[ 7 ] Anders war es in einem anderen Fall. Da hatte man es zu tun mit einem verhältnismäßig früh eingetretenen Tod. Auf einen solchen Fall hinzuschauen, mahnen uns besonders die Zeitereignisse, da so. viele Menschen heute in jugendlichem Alter durch die Pforte des Todes gehen. Es war in dem Fall, von dem ich spreche, nicht die Veranlassung, die in vielen Fällen heute die Veranlassung ist, aber es war ein früh eingetretener Tod. Wenn der Tod so früh eintritt, daß man sagen kann: Wenn der Mensch alt geworden wäre, würde er noch viele Jahrzehnte gelebt haben, dann hat man es zu tun mit einem Ätherleib, der ja auch wird abgelegt werden, aber er ist so, daß er noch viele Jahrzehnte hindurch den physischen Leib mit Kräften versorgen könnte. Wer so durch den Tod geht, daß er noch Jahrzehnte hätte leben können, der übergibt der geistig-elementaren Welt einen Ätherleib, der noch unverbraucht ist. Unzählige solcher unverbrauchter Ätherleiber gehen heute in die geistige Welt. Wenn wir davon sprechen, daß wir aus der Geisteswissenschaft heraus viel Hoffnung haben für das Zeitalter, das sich aus dem Schoße unserer Ereignisse entwickelt, so kommt da in Betracht, daß die, die jetzt durch den Tod gehen, in der Geisteswelt Zeugen sein werden für ein Wirken in geistigem Sinn und schon durch ihre Individualität in das Erdenleben Kräfte hereinsenden werden. Aber ihr Ätherleib ist noch als etwas Zweites, etwas Besonderes da, er ist unverbraucht. Eine große Summe solcher Ätherleiber wird da eine Kraft darstellen, die hineinwirken wird in die Menschen, welche leben werden, wenn wieder Friede eingetreten sein wird, und Helfer werden sie sein, damit die materialistische Weltanschauung durch eine spirituelle Weltanschauung abgelöst werden kann.
[ 7 ] Anders war es in einem anderen Fall. Da hatte man es zu tun mit einem verhältnismäßig früh eingetretenen Tod. Auf einen solchen Fall hinzuschauen, mahnen uns besonders die Zeitereignisse, da so. viele Menschen heute in jugendlichem Alter durch die Pforte des Todes gehen. Es war in dem Fall, von dem ich spreche, nicht die Veranlassung, die in vielen Fällen heute die Veranlassung ist, aber es war ein früh eingetretener Tod. Wenn der Tod so früh eintritt, daß man sagen kann: Wenn der Mensch alt geworden wäre, würde er noch viele Jahrzehnte gelebt haben, dann hat man es zu tun mit einem Ätherleib, der ja auch wird abgelegt werden, aber er ist so, daß er noch viele Jahrzehnte hindurch den physischen Leib mit Kräften versorgen könnte. Wer so durch den Tod geht, daß er noch Jahrzehnte hätte leben können, der übergibt der geistig-elementaren Welt einen Ätherleib, der noch unverbraucht ist. Unzählige solcher unverbrauchter Ätherleiber gehen heute in die geistige Welt. Wenn wir davon sprechen, daß wir aus der Geisteswissenschaft heraus viel Hoffnung haben für das Zeitalter, das sich aus dem Schoße unserer Ereignisse entwickelt, so kommt da in Betracht, daß die, die jetzt durch den Tod gehen, in der Geisteswelt Zeugen sein werden für ein Wirken in geistigem Sinn und schon durch ihre Individualität in das Erdenleben Kräfte hereinsenden werden. Aber ihr Ätherleib ist noch als etwas Zweites, etwas Besonderes da, er ist unverbraucht. Eine große Summe solcher Ätherleiber wird da eine Kraft darstellen, die hineinwirken wird in die Menschen, welche leben werden, wenn wieder Friede eingetreten sein wird, und Helfer werden sie sein, damit die materialistische Weltanschauung durch eine spirituelle Weltanschauung abgelöst werden kann.
[ 8 ] Befestigt können wir werden, wenn wir es gerade erleben, wie in jugendlichem Alter uns Menschen hinsterben und wir dann gewissermaßen wahrnehmen können, was da geschieht.
[ 8 ] Befestigt können wir werden, wenn wir es gerade erleben, wie in jugendlichem Alter uns Menschen hinsterben und wir dann gewissermaßen wahrnehmen können, was da geschieht.
[ 9 ] Bei dem zweiten Fall, wo wiederum das Karma unserer geistigen Strömung dazu geführt hat, daß ich bei einer durch die Pforte des Todes gegangenen Persönlichkeit bei der Einäscherung zu sprechen hatte, da war es so, daß längere Zeit verflossen war zwischen dem Eintrirt des Todes und der Einäscherung, vom Mittwoch bis Montag. Da war dieser Ätherleib schon abgetrennt, und für meine okkulte Beobachtung hatte ich gewissermaßen in der Nacht, bevor ich zu sprechen hatte, den Ätherleib verloren gehabt; der Ätherleib war für die Beobachtung verloren gegangen. Die Individualität war schon mit Astralleib und Ich losgelöst. Hier stand die betrachtende Seele einem Astralleib und Ich gegenüber und es entstand der Impuls, wiederum die Leichenrede einzuleiten und abzuschließen durch Worte, welche mit der Individualität etwas zu tun hatten. Da ergab sich nicht etwas, was die Individualität selbst ausgesprochen hatte. Dadurch, daß sie vom Ätherleib und physischen Leib losgelöst war, ergab sich die Möglichkeit, in — wie ich glaube — präzise Worte zu fassen die ganze Art, wie diese Individualität hier im Erdenleben war. Wiederum sind diese Worte nicht so, wie sie von mir gemacht sind, sondern so, wie sie ein Inspirationsimpuls gemacht hat, wie sie sein mußten, wie sie charakterisieren die Individualität, die durch den Tod gegangen war. Sie ergaben sich als Inspiration der betrachtenden Seele, indem sie sich dem Eindruck der durch die Pforte des Todes gegangenen Persönlichkeit hingab. Es ergaben sich die Worte:
[ 9 ] Bei dem zweiten Fall, wo wiederum das Karma unserer geistigen Strömung dazu geführt hat, daß ich bei einer durch die Pforte des Todes gegangenen Persönlichkeit bei der Einäscherung zu sprechen hatte, da war es so, daß längere Zeit verflossen war zwischen dem Eintrirt des Todes und der Einäscherung, vom Mittwoch bis Montag. Da war dieser Ätherleib schon abgetrennt, und für meine okkulte Beobachtung hatte ich gewissermaßen in der Nacht, bevor ich zu sprechen hatte, den Ätherleib verloren gehabt; der Ätherleib war für die Beobachtung verloren gegangen. Die Individualität war schon mit Astralleib und Ich losgelöst. Hier stand die betrachtende Seele einem Astralleib und Ich gegenüber und es entstand der Impuls, wiederum die Leichenrede einzuleiten und abzuschließen durch Worte, welche mit der Individualität etwas zu tun hatten. Da ergab sich nicht etwas, was die Individualität selbst ausgesprochen hatte. Dadurch, daß sie vom Ätherleib und physischen Leib losgelöst war, ergab sich die Möglichkeit, in — wie ich glaube — präzise Worte zu fassen die ganze Art, wie diese Individualität hier im Erdenleben war. Wiederum sind diese Worte nicht so, wie sie von mir gemacht sind, sondern so, wie sie ein Inspirationsimpuls gemacht hat, wie sie sein mußten, wie sie charakterisieren die Individualität, die durch den Tod gegangen war. Sie ergaben sich als Inspiration der betrachtenden Seele, indem sie sich dem Eindruck der durch die Pforte des Todes gegangenen Persönlichkeit hingab. Es ergaben sich die Worte:
Du tratest unter uns.
Deines Wesens bewegte Sanftmut
Sprach aus Deiner Augen stiller Kraft
Ruhe, die seelenvoll belebt,
Floß in den Wellen,
Mit denen Deine Blicke
Zu Dingen und zu Menschen
Deines Innern Weben trugen; —
Und es durchseelte dieses Wesen
Deine Stimme, die beredt
Durch des Wortes Art mehr
Als in dem Worte selbst
Offenbarte, was verborgen
In Deiner schönen Seele weset;
Doch das hingebender Liebe Teilnahmsvoller Menschen
Sich wortlos voll enthüllte — —
Dies Wesen, das von edler, stiller Schönheit,
Der Welten-Seelen-Schöpfung
Empfänglichem Empfinden kündete.
Du tratest unter uns.
Deines Wesens bewegte Sanftmut
Sprach aus Deiner Augen stiller Kraft
Ruhe, die seelenvoll belebt,
Floß in den Wellen,
Mit denen Deine Blicke
Zu Dingen und zu Menschen
Deines Innern Weben trugen; —
Und es durchseelte dieses Wesen
Deine Stimme, die beredt
Durch des Wortes Art mehr
Als in dem Worte selbst
Offenbarte, was verborgen
In Deiner schönen Seele weset;
Doch das hingebender Liebe Teilnahmsvoller Menschen
Sich wortlos voll enthüllte — —
Dies Wesen, das von edler, stiller Schönheit,
Der Welten-Seelen-Schöpfung
Empfänglichem Empfinden kündete.
[ 10 ] Diese Worte waren bei der Einäscherung gesprochen, und das Eigentümliche stellte sich heraus, daß der Moment, den man nur uneigentlich einen Moment des Aufwachens nennen könnte, eintrat, als nun die Hitze des Brennofens gerade den physischen Leib der Persönlichkeit ergriff. Und so trat für diese Persönlichkeit, die durch die Todespforte gegangen war, einen Augenblick die Möglichkeit ein, Bewußtsein schon zu entwickeln, und zwar gerade nicht während der Leichenzeremonie, sondern als diese vorüber war und die Hitze den dem Feuer übergebenen Leib umspielte. Dann trat wiederum Unbewußtheit ein. Solche Augenblicke der Bewußtheit können dann, nachdem sie durch Unbewußtheit unterbrochen wurden, wieder eintreten, bis sich das völlige Bewußtsein eine gewisse Zeit nach dem Tode einstellt. Dabei zeigte sich in diesem Fall besonders klar, wie das Bewußtsein wirkt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Dies Bewußtsein sieht die Zeit in anderer Form als der Mensch die Zeit wahrnimmt, wenn er hier im physischen Leibe lebt. In solch einem Fall zeigt sich das besonders bedeutungsvoll. Das Wahrnehmen der Zeit durch denjenigen, der keinen physischen Leib trägt, kann nur mit unserem Raumessehen verglichen werden. Wir können hier im physischen Leib immer zurückschauen; was wir gesehen, bleibt stehen. Wenn in der Zeit etwas an uns vorübergegangen ist, müssen wir in der Erinnerung auf dies Bild zurückblicken, es muß aufsteigen in unserem Bewußtsein. So ist es bei demjenigen nicht, der keinen physischen Leib mehr trägt. Die entkörperte Seele sieht so zurück wie wir im Raum.
[ 10 ] Diese Worte waren bei der Einäscherung gesprochen, und das Eigentümliche stellte sich heraus, daß der Moment, den man nur uneigentlich einen Moment des Aufwachens nennen könnte, eintrat, als nun die Hitze des Brennofens gerade den physischen Leib der Persönlichkeit ergriff. Und so trat für diese Persönlichkeit, die durch die Todespforte gegangen war, einen Augenblick die Möglichkeit ein, Bewußtsein schon zu entwickeln, und zwar gerade nicht während der Leichenzeremonie, sondern als diese vorüber war und die Hitze den dem Feuer übergebenen Leib umspielte. Dann trat wiederum Unbewußtheit ein. Solche Augenblicke der Bewußtheit können dann, nachdem sie durch Unbewußtheit unterbrochen wurden, wieder eintreten, bis sich das völlige Bewußtsein eine gewisse Zeit nach dem Tode einstellt. Dabei zeigte sich in diesem Fall besonders klar, wie das Bewußtsein wirkt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Dies Bewußtsein sieht die Zeit in anderer Form als der Mensch die Zeit wahrnimmt, wenn er hier im physischen Leibe lebt. In solch einem Fall zeigt sich das besonders bedeutungsvoll. Das Wahrnehmen der Zeit durch denjenigen, der keinen physischen Leib trägt, kann nur mit unserem Raumessehen verglichen werden. Wir können hier im physischen Leib immer zurückschauen; was wir gesehen, bleibt stehen. Wenn in der Zeit etwas an uns vorübergegangen ist, müssen wir in der Erinnerung auf dies Bild zurückblicken, es muß aufsteigen in unserem Bewußtsein. So ist es bei demjenigen nicht, der keinen physischen Leib mehr trägt. Die entkörperte Seele sieht so zurück wie wir im Raum.
[ 11 ] So schaute da die Tote auf das Gesprochene zurück, wie man im Raum zurückschaut. Das Gesprochene stand jetzt vor ihrer Seele. Gerade an solch konkreten Fällen zeigt sich die Eigentümlichkeit der Geisteswelt. Nun sagte ich ja eben, daß ich in der Zeit, in der die Worte der Leichenrede geprägt werden sollten, gewissermaßen für die Beobachtung den Ätherleib verloren hatte, aber eine zweite Beobachtung zeigte, daß es gerade dieser Ätherleib war, der die Möglichkeit gegeben hat, die Inspiration zu haben, die in diese Worte geprägt war. Als ich den Ätherleib wieder finden konnte — ich meine für die Beobachtung —, da wurde ich gewahr, wo dieser Ätherleib war, als ich die Worte prägte. Es war in der Nacht vom Sonntag auf den Montag. Ich sagte, ich habe ihn verloren, ich bin erst viel später darauf gekommen, wo er eigentlich war: Ich steckte selbst darin. — Er war eine sich auflösende Wolke. Das Ich und der Astralleib waren schon abgetrennt. Weil ich drinsteckte, nahm ich den Ätherleib nicht wahr, wie eine Wolke, in der man steckt; aber was in ihm lebte, gab die Inspirationsmöglichkeit, die Worte, die ich vorlas, zu prägen.
[ 11 ] So schaute da die Tote auf das Gesprochene zurück, wie man im Raum zurückschaut. Das Gesprochene stand jetzt vor ihrer Seele. Gerade an solch konkreten Fällen zeigt sich die Eigentümlichkeit der Geisteswelt. Nun sagte ich ja eben, daß ich in der Zeit, in der die Worte der Leichenrede geprägt werden sollten, gewissermaßen für die Beobachtung den Ätherleib verloren hatte, aber eine zweite Beobachtung zeigte, daß es gerade dieser Ätherleib war, der die Möglichkeit gegeben hat, die Inspiration zu haben, die in diese Worte geprägt war. Als ich den Ätherleib wieder finden konnte — ich meine für die Beobachtung —, da wurde ich gewahr, wo dieser Ätherleib war, als ich die Worte prägte. Es war in der Nacht vom Sonntag auf den Montag. Ich sagte, ich habe ihn verloren, ich bin erst viel später darauf gekommen, wo er eigentlich war: Ich steckte selbst darin. — Er war eine sich auflösende Wolke. Das Ich und der Astralleib waren schon abgetrennt. Weil ich drinsteckte, nahm ich den Ätherleib nicht wahr, wie eine Wolke, in der man steckt; aber was in ihm lebte, gab die Inspirationsmöglichkeit, die Worte, die ich vorlas, zu prägen.
[ 12 ] Sie sehen da in intime Geheimnisse des Zusammenlebens der Menschenseele mit den Geisteswelten hinein. Ich würde es gar nicht wagen, das so ohne weiteres auszusprechen, wenn das nur in einem einzelnen Fall eingetreten wäre, aber es hat sich mir im dritten Fall wieder bestätigt. Da war ich wieder im selben Fall, Worte zu prägen, welche charakterisierten die Individualität dieser dritten, durch die Pforte des Todes gegangenen, in unserem Kreise stehenden Persönlichkeit. Der Tod dieser Persönlichkeit hatte für unser Fühlen auf dem physischen Plan etwas besonders Schmerzvolles, weil sie zu den besten Hoffnungen berechtigte in bezug auf die geisteswissenschaftliche Arbeit innerhalb unseres Kreises. Diese Persönlichkeit hat in der Zeit, in der sie hier auf Erden lebte, viel von dem aufgenommen, was man gegenwärtig Gelehrsamkeit nennen kann, fand sich ganz da hinein und hatte das feste Bestreben, etwas zu tun, was notwendig ist innerhalb unserer geistigen Bewegung, nämlich sich einzuleben in das, was man gegenwärtig Wissenschaft nennt, und in der Seele selbst diese Wissenschaft so umzugestalten, daß sie auf einer höheren Stufe wiedergebiert, was geisteswissenschaftliche Einsicht ist. Nicht jeder kann das tun, aber es gehört zu den Notwendigkeiten unserer Geisteswissenschaft. Konkordanz zwischen Wissenschaft und Geisteswissenschaft kann oft den, der Geisteswissenschaft nicht kennt, zu einer Überzeugung führen, aber nötig ist es, sich zu durchdringen mit der gegenwärtigen Wissenschaft, und wenn dies Durchdrungensein da ist, damit lebendig aufzusteigen in Geisteswissenschaft. Man kommt dann zu einem gewissen Punkt, in dem man die Übereinstimmung desjenigen, was gegenwärtige Wissenschaft gibt, mit der Geisteswissenschaft so sicher fühlt, so sicher weiß in seinem inneren Erleben, daß man darin nicht mehr beirrt werden kann durch etwas, was aus der gegenwärtigen materiellen Zeitkultur kommt.
[ 12 ] Sie sehen da in intime Geheimnisse des Zusammenlebens der Menschenseele mit den Geisteswelten hinein. Ich würde es gar nicht wagen, das so ohne weiteres auszusprechen, wenn das nur in einem einzelnen Fall eingetreten wäre, aber es hat sich mir im dritten Fall wieder bestätigt. Da war ich wieder im selben Fall, Worte zu prägen, welche charakterisierten die Individualität dieser dritten, durch die Pforte des Todes gegangenen, in unserem Kreise stehenden Persönlichkeit. Der Tod dieser Persönlichkeit hatte für unser Fühlen auf dem physischen Plan etwas besonders Schmerzvolles, weil sie zu den besten Hoffnungen berechtigte in bezug auf die geisteswissenschaftliche Arbeit innerhalb unseres Kreises. Diese Persönlichkeit hat in der Zeit, in der sie hier auf Erden lebte, viel von dem aufgenommen, was man gegenwärtig Gelehrsamkeit nennen kann, fand sich ganz da hinein und hatte das feste Bestreben, etwas zu tun, was notwendig ist innerhalb unserer geistigen Bewegung, nämlich sich einzuleben in das, was man gegenwärtig Wissenschaft nennt, und in der Seele selbst diese Wissenschaft so umzugestalten, daß sie auf einer höheren Stufe wiedergebiert, was geisteswissenschaftliche Einsicht ist. Nicht jeder kann das tun, aber es gehört zu den Notwendigkeiten unserer Geisteswissenschaft. Konkordanz zwischen Wissenschaft und Geisteswissenschaft kann oft den, der Geisteswissenschaft nicht kennt, zu einer Überzeugung führen, aber nötig ist es, sich zu durchdringen mit der gegenwärtigen Wissenschaft, und wenn dies Durchdrungensein da ist, damit lebendig aufzusteigen in Geisteswissenschaft. Man kommt dann zu einem gewissen Punkt, in dem man die Übereinstimmung desjenigen, was gegenwärtige Wissenschaft gibt, mit der Geisteswissenschaft so sicher fühlt, so sicher weiß in seinem inneren Erleben, daß man darin nicht mehr beirrt werden kann durch etwas, was aus der gegenwärtigen materiellen Zeitkultur kommt.
[ 13 ] Als diese Persönlichkeit durch die Pforte des Todes gegangen war, ergab sich wieder die Notwendigkeit, Anfang und Ende der Leichenrede in bestimmter Weise zu gestalten bei der Einäscherung, und es ergab sich der besondere Impuls, gerade dieser Individualität gegenüber hinzudeuten auf die Brücke, die für unsere geisteswissenschaftliche Bewegung besteht zwischen dem physischen Plan und der Geisteswelt. Für unser Fühlen auf dem physischen Plan ist es besonders schmerzvoll, daß uns diese Persönlichkeit jung entrissen wurde. Aber es würde unsere geisteswissenschaftliche Strömung, in der wir leben, nicht so viel Hoffnung erwecken können, wie sie erwecken muß, wenn wir nicht sicher wären, daß die Kräfte, die in der Geisteswissenschaft strömen, nicht nur von denen kommen, die auf dem physischen Plan leben, sondern daß solche Kräfte auch von denen kommen, die schon durch die Todespforte gegangen und mit Geisteswissenschaft ausgerüstet sind. So stand vor der Seele die Notwendigkeit, zu betonen: In diesem Moment wird dir ein Großes gegeben, wo du durch den Tod gegangen bist: ein Ruf, ein treuer Mitarbeiter zu bleiben auch jetzt, nachdem du durch die Pforte des Todes gegangen bist.
[ 13 ] Als diese Persönlichkeit durch die Pforte des Todes gegangen war, ergab sich wieder die Notwendigkeit, Anfang und Ende der Leichenrede in bestimmter Weise zu gestalten bei der Einäscherung, und es ergab sich der besondere Impuls, gerade dieser Individualität gegenüber hinzudeuten auf die Brücke, die für unsere geisteswissenschaftliche Bewegung besteht zwischen dem physischen Plan und der Geisteswelt. Für unser Fühlen auf dem physischen Plan ist es besonders schmerzvoll, daß uns diese Persönlichkeit jung entrissen wurde. Aber es würde unsere geisteswissenschaftliche Strömung, in der wir leben, nicht so viel Hoffnung erwecken können, wie sie erwecken muß, wenn wir nicht sicher wären, daß die Kräfte, die in der Geisteswissenschaft strömen, nicht nur von denen kommen, die auf dem physischen Plan leben, sondern daß solche Kräfte auch von denen kommen, die schon durch die Todespforte gegangen und mit Geisteswissenschaft ausgerüstet sind. So stand vor der Seele die Notwendigkeit, zu betonen: In diesem Moment wird dir ein Großes gegeben, wo du durch den Tod gegangen bist: ein Ruf, ein treuer Mitarbeiter zu bleiben auch jetzt, nachdem du durch die Pforte des Todes gegangen bist.
[ 14 ] Ganz besonders muß, wer Geisteswissenschaft ernst nimmt, auf diejenigen, die nicht mehr auf dem physischen Plan sind, als auf reale Mitarbeiter rechnen.
[ 14 ] Ganz besonders muß, wer Geisteswissenschaft ernst nimmt, auf diejenigen, die nicht mehr auf dem physischen Plan sind, als auf reale Mitarbeiter rechnen.
[ 15 ] So ergab sich die Notwendigkeit, Worte zu prägen, an deren Prägung ich gewissermaßen ganz unbeteiligt bin, die sich aus einem notwendigen Impuls heraus so ergaben, wie ich sie jetzt vorlesen werde. Sie werden gleich sehen, was es mit so geprägten Worten für eine Bewandtnis hat. Die Worte lauten so:
[ 15 ] So ergab sich die Notwendigkeit, Worte zu prägen, an deren Prägung ich gewissermaßen ganz unbeteiligt bin, die sich aus einem notwendigen Impuls heraus so ergaben, wie ich sie jetzt vorlesen werde. Sie werden gleich sehen, was es mit so geprägten Worten für eine Bewandtnis hat. Die Worte lauten so:
Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten,
Durch die Kraft des Seelenseins,
Sich dem Forschen zeigen möchten.Lautrer Wahrheitsliebe Wesen
War Dein Sehnen urverwandt;
Aus dem Geisteslicht zu schaffen,
War das ernste Lebensziel,
Dem Du rastlos nachgestrebt.Deine schönen Gaben pflegtest
Du, Um der Geist-Erkenntnis hellen Weg,
Unbeirrt vom Welten-Widerspruch,
Als der Wahrheit treuer Diener
Sichern Schrittes hinzuwandeln.Deine Geistorgane übtest Du,
Daß sie tapfer und beharrlich
An des Weges beide Ränder
Dir den Irrtum drängten,
Und Dir Raum für Wahrheit schufen.Dir Dein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Dir im Innern machtvoll strahle,
War Dir Lebenssorg’ und Freude.Andre Sorgen, andre Freuden
Sie berührten Deine Seele kaum,
Weil Erkenntnis Dir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten
Durch die Kraft des Seelenseins
Sich dem Forschen zeigen möchten.Ein Verlust, der tief uns schmerzt,
So entschwindest Du dem Feld,
Wo des Geistes Erdenkeime
In dem Schoß des Seelenseins,
Deinem Sphärensinne reiften.Fühle, wie wir liebend blicken
In die Höhen, die Dich jetzt
Hin zu andrem Schaffen rufen.
Reiche den verlaßnen Freunden
Deine Kraft aus Geistgebieten.Höre unsrer Seelen Bitte,
Im Vertrau’n Dir nachgesandt:
Wir bedürfen hier zum Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.Eine Hoffnung, uns beglückend,
Ein Verlust, der tief uns schmerzt:
Laß uns hoffen, daß Du ferne-nah,
Unverloren unsrem Leben leuchtest
Als ein Seelen-Stern im Geistbereich.
Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten,
Durch die Kraft des Seelenseins,
Sich dem Forschen zeigen möchten.Lautrer Wahrheitsliebe Wesen
War Dein Sehnen urverwandt;
Aus dem Geisteslicht zu schaffen,
War das ernste Lebensziel,
Dem Du rastlos nachgestrebt.Deine schönen Gaben pflegtest
Du, Um der Geist-Erkenntnis hellen Weg,
Unbeirrt vom Welten-Widerspruch,
Als der Wahrheit treuer Diener
Sichern Schrittes hinzuwandeln.Deine Geistorgane übtest Du,
Daß sie tapfer und beharrlich
An des Weges beide Ränder
Dir den Irrtum drängten,
Und Dir Raum für Wahrheit schufen.Dir Dein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Dir im Innern machtvoll strahle,
War Dir Lebenssorg’ und Freude.Andre Sorgen, andre Freuden
Sie berührten Deine Seele kaum,
Weil Erkenntnis Dir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten
Durch die Kraft des Seelenseins
Sich dem Forschen zeigen möchten.Ein Verlust, der tief uns schmerzt,
So entschwindest Du dem Feld,
Wo des Geistes Erdenkeime
In dem Schoß des Seelenseins,
Deinem Sphärensinne reiften.Fühle, wie wir liebend blicken
In die Höhen, die Dich jetzt
Hin zu andrem Schaffen rufen.
Reiche den verlaßnen Freunden
Deine Kraft aus Geistgebieten.Höre unsrer Seelen Bitte,
Im Vertrau’n Dir nachgesandt:
Wir bedürfen hier zum Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.Eine Hoffnung, uns beglückend,
Ein Verlust, der tief uns schmerzt:
Laß uns hoffen, daß Du ferne-nah,
Unverloren unsrem Leben leuchtest
Als ein Seelen-Stern im Geistbereich.
[ 16 ] Es war darauf einige Zeit der nächsten Nacht, als erklänge mir aus dem Betreffenden, aber nicht aus seinem Bewußtsein, sondern aus seinem Wesen wie eine Antwort, so daß man es auch gleich empfinden konnte als eine Antwort auf die Worte. Nicht als ob die Individualität das aus dem Bewußtsein gesagt hätte. Die Individualität erklang wie in Lauten:
[ 16 ] Es war darauf einige Zeit der nächsten Nacht, als erklänge mir aus dem Betreffenden, aber nicht aus seinem Bewußtsein, sondern aus seinem Wesen wie eine Antwort, so daß man es auch gleich empfinden konnte als eine Antwort auf die Worte. Nicht als ob die Individualität das aus dem Bewußtsein gesagt hätte. Die Individualität erklang wie in Lauten:
Mir mein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Mir im Innern machtvoll strahle
War mir Lebenssorg’ und Freude.Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten meine Seele kaum,
Weil Erkenntnis mir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.
Mir mein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Mir im Innern machtvoll strahle
War mir Lebenssorg’ und Freude.Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten meine Seele kaum,
Weil Erkenntnis mir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.
[ 17 ] Jetzt erst merkte ich, daß das nur eine Umänderung der beiden Strophen, eine Umstellung der zweiten Person in die erste war. Sie sehen an diesem einen Beispiel, wie eine Korrespondenz der Seele eintritt, die hier im physischen Leben weilt, mit der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen. Darauf möchte ich besonders aufmerksam machen, daß solche Dinge so gegeben werden, daß man an den Worten nichts ändern kann, und Sie sehen ja, daß ich mir gar nicht bewußt war, warum die Worte der beiden Strophen so geprägt waren. Ich erkannte das erst aus der Antwort, die in der Nacht darauf erfolgte aus der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen. Wir müssen uns gewöhnen, auch in dieser Beziehung den Geisteswelten gegenüber nicht unmittelbar solche Gefühle zu hegen, wie sie entnommen sind dem Erleben hier in der physischen Welt. Merken Sie, daß es auf manches ankommt, wenn man ein richtiges verstehendes Verhältnis zur Geisteswelt gewinnen will. So könnte ich als kleines Beispiel auch dies erwähnen, was jetzt von ganz anderer Seite hergenommen ist. Als diese schweren Tage begonnen haben, waren diese Formeln, die wir jetzt gebrauchen, wie aus den Geisteswelten heraus gegeben, welche ich auch heute brauche, um die Seelen zu lenken zu denjenigen, die auf den Feldern der Ereignisse stehen, oder durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 17 ] Jetzt erst merkte ich, daß das nur eine Umänderung der beiden Strophen, eine Umstellung der zweiten Person in die erste war. Sie sehen an diesem einen Beispiel, wie eine Korrespondenz der Seele eintritt, die hier im physischen Leben weilt, mit der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen. Darauf möchte ich besonders aufmerksam machen, daß solche Dinge so gegeben werden, daß man an den Worten nichts ändern kann, und Sie sehen ja, daß ich mir gar nicht bewußt war, warum die Worte der beiden Strophen so geprägt waren. Ich erkannte das erst aus der Antwort, die in der Nacht darauf erfolgte aus der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen. Wir müssen uns gewöhnen, auch in dieser Beziehung den Geisteswelten gegenüber nicht unmittelbar solche Gefühle zu hegen, wie sie entnommen sind dem Erleben hier in der physischen Welt. Merken Sie, daß es auf manches ankommt, wenn man ein richtiges verstehendes Verhältnis zur Geisteswelt gewinnen will. So könnte ich als kleines Beispiel auch dies erwähnen, was jetzt von ganz anderer Seite hergenommen ist. Als diese schweren Tage begonnen haben, waren diese Formeln, die wir jetzt gebrauchen, wie aus den Geisteswelten heraus gegeben, welche ich auch heute brauche, um die Seelen zu lenken zu denjenigen, die auf den Feldern der Ereignisse stehen, oder durch die Pforte des Todes gegangen sind:
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Meiner Seele bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen (Erdenmenschen)
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Meine Bitte helfend strahle Den Seelen, die sie liebend sucht.
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Meiner Seele bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen (Erdenmenschen)
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Meine Bitte helfend strahle Den Seelen, die sie liebend sucht.
[ 18 ] Es heißt da: «Geister Eurer Seelen.» Ich habe in Berlin erleben müssen, daß jemand die Einwendung gemacht hat, das sei grammatikalisch nicht richtig, jetzt wisse man nicht bei der zweiten Zeile, worauf das «Eure Schwingen» sich beziehe, denn wenn man sagt: «Geister Eurer Seelen», wendet man sich an die, die da leben als Menschen, aber man wendet sich doch an die Geister derer, die da leben. So könnte der Pedant meinen, daß man sagen müßte: «Geister ihrer Seelen.» Ja, wir müssen uns schon bekanntmachen damit, daß in der Geisteswelt die Grammatik, die für die sinnliche Welt ganz selbstverständlich gilt, nicht immer eingehalten wird, daß man da mehr Beweglichkeit in der Seele haben muß. Man wendet sich hin: «Geister Eurer Seelen», aber in der zweiten Zeile ist selbstverständlich, daß man sich nicht zu einem oder einer Anzahl Menschen wendet, daß man sich da zu den schützenden Geistern wendet. Die Grammatik ist da nicht ausschlaggebend. Wir müssen uns klar sein, daß in den höheren Welten alles viel beweglicher ist, daß man nicht die Vorstellung von dem Menschen abzulenken braucht, wenn man sich an den schützenden Geist wendet. Er steht in viel engerem Zusammenhang mit dem Menschen selbst als zwei Menschen hier. Da muß man physische Grammatik anwenden, weil bei zwei physischen Menschen nicht ein solcher Zusammenhang zu sein braucht wie zwischen dem schützenden Geist und dem Menschen. So könnte man sagen: Gerade durch diese so gegebenen Worte, die vor der physischen Grammatik anfechtbar sind, ist etwas gegeben, was Eigentümlichkeit der höheren Welten ist. — Es werden die Worte dann, wenn man solche Dinge aus höheren Welten bekommt, zu Lehren. Manchmal versteht man solche Dinge erst viel später, manchmal ist dies Lernen dann nicht so leicht wie das fürwitzige Grammatikausbessern, das ja keine große Kunst ist. In solch intimes Verhalten gegenüber der Geisteswelt müssen wir uns hineinfinden. Auch bei der Darstellung der höheren Welten kommt es darauf an, daß man sie nicht erfaßt mit den groben Wortfügungen, die man sich hier in der physischen Welt angeeignet hat, so daß es oft recht leicht ist, anfechtbar zu finden eine Darstellung der höheren Welten, in denen ja das Reich der Geister der Form seine spezielle Gewalt verliert. Wir kommen beim Überschreiten der Schwelle in das Reich der Geister der Bewegung. Selbst der Stil muß da beweglicher werden. Die Geister der Form sind für die um uns ausgebreitete Welt. Dem Reich der Geister der Bewegung muß sich auch der Stil anpassen. Es wird schon die Zeit kommen, wo man sich in solche Dinge hineinfinden wird, und man darf nicht glauben, mit dem Stil, der für die physische Welt paßt, auch wirklich schildern zu können, was beweglich und flutend in der geistigen Welt ist.
[ 18 ] Es heißt da: «Geister Eurer Seelen.» Ich habe in Berlin erleben müssen, daß jemand die Einwendung gemacht hat, das sei grammatikalisch nicht richtig, jetzt wisse man nicht bei der zweiten Zeile, worauf das «Eure Schwingen» sich beziehe, denn wenn man sagt: «Geister Eurer Seelen», wendet man sich an die, die da leben als Menschen, aber man wendet sich doch an die Geister derer, die da leben. So könnte der Pedant meinen, daß man sagen müßte: «Geister ihrer Seelen.» Ja, wir müssen uns schon bekanntmachen damit, daß in der Geisteswelt die Grammatik, die für die sinnliche Welt ganz selbstverständlich gilt, nicht immer eingehalten wird, daß man da mehr Beweglichkeit in der Seele haben muß. Man wendet sich hin: «Geister Eurer Seelen», aber in der zweiten Zeile ist selbstverständlich, daß man sich nicht zu einem oder einer Anzahl Menschen wendet, daß man sich da zu den schützenden Geistern wendet. Die Grammatik ist da nicht ausschlaggebend. Wir müssen uns klar sein, daß in den höheren Welten alles viel beweglicher ist, daß man nicht die Vorstellung von dem Menschen abzulenken braucht, wenn man sich an den schützenden Geist wendet. Er steht in viel engerem Zusammenhang mit dem Menschen selbst als zwei Menschen hier. Da muß man physische Grammatik anwenden, weil bei zwei physischen Menschen nicht ein solcher Zusammenhang zu sein braucht wie zwischen dem schützenden Geist und dem Menschen. So könnte man sagen: Gerade durch diese so gegebenen Worte, die vor der physischen Grammatik anfechtbar sind, ist etwas gegeben, was Eigentümlichkeit der höheren Welten ist. — Es werden die Worte dann, wenn man solche Dinge aus höheren Welten bekommt, zu Lehren. Manchmal versteht man solche Dinge erst viel später, manchmal ist dies Lernen dann nicht so leicht wie das fürwitzige Grammatikausbessern, das ja keine große Kunst ist. In solch intimes Verhalten gegenüber der Geisteswelt müssen wir uns hineinfinden. Auch bei der Darstellung der höheren Welten kommt es darauf an, daß man sie nicht erfaßt mit den groben Wortfügungen, die man sich hier in der physischen Welt angeeignet hat, so daß es oft recht leicht ist, anfechtbar zu finden eine Darstellung der höheren Welten, in denen ja das Reich der Geister der Form seine spezielle Gewalt verliert. Wir kommen beim Überschreiten der Schwelle in das Reich der Geister der Bewegung. Selbst der Stil muß da beweglicher werden. Die Geister der Form sind für die um uns ausgebreitete Welt. Dem Reich der Geister der Bewegung muß sich auch der Stil anpassen. Es wird schon die Zeit kommen, wo man sich in solche Dinge hineinfinden wird, und man darf nicht glauben, mit dem Stil, der für die physische Welt paßt, auch wirklich schildern zu können, was beweglich und flutend in der geistigen Welt ist.
[ 19 ] Ich wollte an konkreten Fällen, an die unser Gesellschaftskarma herangeführt hat, einiges erklären über die Beziehung der Menschenseele zu den Geisteswelten, denn noch mehr als in abstrakter Charakteristik kann durch solch konkretes Sich-Hineinleben in einzelne Verhältnisse der Geisteswelten uns dies oder jenes klar werden, und vor allen Dingen kann an uns herantreten ein Gefühl dafür, daß durch unsere geisteswissenschaftliche Bewegung ein lebendiges Zusammenwirken der physischen Welt mit der höheren Welt allmählich wirklich entstehen muß. Nach mannigfachen Erfahrungen, die in den letzten Zeiten gemacht werden mußten, kann man sagen: So recht innerlich befestigt können die Hoffnungen, daß schon jetzt gewisse Dinge in bezug auf unsere spirituelle Bewegung eintreten, nur sein, wenn man gewiß ist, daß diejenigen, die schon durch die Pforte des Todes gegangen sind, unsere helfenden Mitarbeiter sein werden. — Das erfordert allerdings, daß wir mit intensivem Ernst dasjenige erfassen, was der Inhalt und die Intention unserer Geisteswissenschaft ist.
[ 19 ] Ich wollte an konkreten Fällen, an die unser Gesellschaftskarma herangeführt hat, einiges erklären über die Beziehung der Menschenseele zu den Geisteswelten, denn noch mehr als in abstrakter Charakteristik kann durch solch konkretes Sich-Hineinleben in einzelne Verhältnisse der Geisteswelten uns dies oder jenes klar werden, und vor allen Dingen kann an uns herantreten ein Gefühl dafür, daß durch unsere geisteswissenschaftliche Bewegung ein lebendiges Zusammenwirken der physischen Welt mit der höheren Welt allmählich wirklich entstehen muß. Nach mannigfachen Erfahrungen, die in den letzten Zeiten gemacht werden mußten, kann man sagen: So recht innerlich befestigt können die Hoffnungen, daß schon jetzt gewisse Dinge in bezug auf unsere spirituelle Bewegung eintreten, nur sein, wenn man gewiß ist, daß diejenigen, die schon durch die Pforte des Todes gegangen sind, unsere helfenden Mitarbeiter sein werden. — Das erfordert allerdings, daß wir mit intensivem Ernst dasjenige erfassen, was der Inhalt und die Intention unserer Geisteswissenschaft ist.
[ 20 ] Ich möchte zusammenfassend etwas aussprechen, was schon ausführlich behandelt worden ist in dem Zyklus in Wien über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt, was wichtig ist zu berücksichtigen. Man kann sagen, weil man gewisse Worte, die für das physische Leben dienen, verwenden muß: Der Mensch ist in einer Art unbewußtem Schlafzustand nach dem Tode. Dann erwacht er, aber «erwacht» ist nicht ganz richtig gesagt. Das sieht aus, wie wenn man beim Erwachen zu einer Art Bewußtsein käme. Das ist nicht der Fall. Wenn der Mensch den Ätherleib abgelegt hat, hat er nicht zuwenig oder Schlaf-Bewußtsein, er hat zuviel Bewußtsein. Er hat eine Art überquellendes Bewußtsein. Wie man, von überflutendem Licht geblendet, nicht sehen kann, so ist nach dem Tode zuviel Bewußtsein da. Wir sind ganz von unendlich wirksamer Bewußtsein überflutet, erst herabdämpfen muß es sich bis zu dem Grad, den wir nach unserer Entwickelung in der physischen Welt uns angeeignet haben. Wir müssen uns orientieren in der Überfülle des Bewußtseins. Das, was man da «Aufwachen» nennt, ist erst ein Hineingewöhnen in den viel höheren Grad von Bewußtsein, in den wir eintreten nach dem Tode. Es ist ein Herabdämpfen des Bewußtseins bis zu dem Grade, den wir ertragen können.
[ 20 ] Ich möchte zusammenfassend etwas aussprechen, was schon ausführlich behandelt worden ist in dem Zyklus in Wien über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt, was wichtig ist zu berücksichtigen. Man kann sagen, weil man gewisse Worte, die für das physische Leben dienen, verwenden muß: Der Mensch ist in einer Art unbewußtem Schlafzustand nach dem Tode. Dann erwacht er, aber «erwacht» ist nicht ganz richtig gesagt. Das sieht aus, wie wenn man beim Erwachen zu einer Art Bewußtsein käme. Das ist nicht der Fall. Wenn der Mensch den Ätherleib abgelegt hat, hat er nicht zuwenig oder Schlaf-Bewußtsein, er hat zuviel Bewußtsein. Er hat eine Art überquellendes Bewußtsein. Wie man, von überflutendem Licht geblendet, nicht sehen kann, so ist nach dem Tode zuviel Bewußtsein da. Wir sind ganz von unendlich wirksamer Bewußtsein überflutet, erst herabdämpfen muß es sich bis zu dem Grad, den wir nach unserer Entwickelung in der physischen Welt uns angeeignet haben. Wir müssen uns orientieren in der Überfülle des Bewußtseins. Das, was man da «Aufwachen» nennt, ist erst ein Hineingewöhnen in den viel höheren Grad von Bewußtsein, in den wir eintreten nach dem Tode. Es ist ein Herabdämpfen des Bewußtseins bis zu dem Grade, den wir ertragen können.
[ 21 ] Ein anderes ist, daß sich, ich möchte sagen, in jeder Beobachtung mehr zeigt, wie für gewisse Zustände des Daseins das Erleben in den Geisteswelten gerade entgegengesetzt ist dem Erleben in der physischen Welt. So ist es auch in einem Fall, auf den ich jetzt hindeuten will. Zwischen Geburt und Tod ist es so, daß niemand eigentlich sich ohne höhere Erkenntnisse zurückerinnert an seine Geburt. Für keinen ist das eine Sache der eigenen Beobachtung. Wenn man hinhören wollte auf diejenigen Menschen, die sagen, sie glauben nichts, als was ihnen ihre fünf Sinne geben, könnte man einwenden: Dann darfst du auch nicht glauben, daß du einmal ein kleines Kind warst. Das glaubst du nur aus den folgenden zwei Untergründen: Weil du siehst, daß alle anderen Menschen so ihr Leben anfangen, da schließest du, daß das bei dir auch so war. Das ist nur ein Analogieschluß, oder die anderen haben es dir erzählt. — Durch Mitteilung und nicht durch Beobachtung weiß man, daß man auch durch Geburt ins Leben eingegangen ist. Es merkt kein Mensch, daß das nur ein Analogieschluß ist. Man müßte sagen: Ich kann aus eigener Beobachtung nichts wissen über dieses physischen Leibes Ursprung. Wenn der Mensch im physischen Leben zurückblickt, sieht er nicht bis zu seiner Geburt. Anders ist das zwischen Tod und neuer Geburt. Gerade der Fall, wo der innerliche Impuls aufstieg, dem, der durch die Pforte des Todes gegangen, solche Worte nachzusenden, die mit seinem Selbst etwas zu tun haben, die ihn charakterisierten, zeigt das. Dieser Impuls kommt von dem Drang, dem zu dienen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, ihm das zu erleichtern, was er haben muß, möglichst bald: ein ungehindertes Hinblicken auf den Todesmoment. Denn so wenig man im physischen Leben auf die Geburt zurückblickt, so unerläßlich ist es, daß man zwischen Tod und neuer Geburt auf den Tod zurückblickt. Der Tod steht immer im Rückblick da, nur nimmt er sich von der geistigen Seite anders aus. Er mag von der physischen Seite Schreckliches haben, von der anderen Seite ist er das herrlichste Ereignis, auf das man blicken kann. Er zeigt das Herrliche, daß der Geist über das Physische siegt, indem er sich ihm entringt. Das gehört zum Schönsten, dies Erlebnis, das man zwischen Tod und neuer Geburt hat im Rückblick. Das ist wieder ein Beispiel, wie physische Welt und Geisteswelt entgegengesetzt sind.
[ 21 ] Ein anderes ist, daß sich, ich möchte sagen, in jeder Beobachtung mehr zeigt, wie für gewisse Zustände des Daseins das Erleben in den Geisteswelten gerade entgegengesetzt ist dem Erleben in der physischen Welt. So ist es auch in einem Fall, auf den ich jetzt hindeuten will. Zwischen Geburt und Tod ist es so, daß niemand eigentlich sich ohne höhere Erkenntnisse zurückerinnert an seine Geburt. Für keinen ist das eine Sache der eigenen Beobachtung. Wenn man hinhören wollte auf diejenigen Menschen, die sagen, sie glauben nichts, als was ihnen ihre fünf Sinne geben, könnte man einwenden: Dann darfst du auch nicht glauben, daß du einmal ein kleines Kind warst. Das glaubst du nur aus den folgenden zwei Untergründen: Weil du siehst, daß alle anderen Menschen so ihr Leben anfangen, da schließest du, daß das bei dir auch so war. Das ist nur ein Analogieschluß, oder die anderen haben es dir erzählt. — Durch Mitteilung und nicht durch Beobachtung weiß man, daß man auch durch Geburt ins Leben eingegangen ist. Es merkt kein Mensch, daß das nur ein Analogieschluß ist. Man müßte sagen: Ich kann aus eigener Beobachtung nichts wissen über dieses physischen Leibes Ursprung. Wenn der Mensch im physischen Leben zurückblickt, sieht er nicht bis zu seiner Geburt. Anders ist das zwischen Tod und neuer Geburt. Gerade der Fall, wo der innerliche Impuls aufstieg, dem, der durch die Pforte des Todes gegangen, solche Worte nachzusenden, die mit seinem Selbst etwas zu tun haben, die ihn charakterisierten, zeigt das. Dieser Impuls kommt von dem Drang, dem zu dienen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, ihm das zu erleichtern, was er haben muß, möglichst bald: ein ungehindertes Hinblicken auf den Todesmoment. Denn so wenig man im physischen Leben auf die Geburt zurückblickt, so unerläßlich ist es, daß man zwischen Tod und neuer Geburt auf den Tod zurückblickt. Der Tod steht immer im Rückblick da, nur nimmt er sich von der geistigen Seite anders aus. Er mag von der physischen Seite Schreckliches haben, von der anderen Seite ist er das herrlichste Ereignis, auf das man blicken kann. Er zeigt das Herrliche, daß der Geist über das Physische siegt, indem er sich ihm entringt. Das gehört zum Schönsten, dies Erlebnis, das man zwischen Tod und neuer Geburt hat im Rückblick. Das ist wieder ein Beispiel, wie physische Welt und Geisteswelt entgegengesetzt sind.
[ 22 ] Man lernt so allmählich die Eigentümlichkeiten der Geisteswelt kennen. Das sind Gesichtspunkte, die ich aphoristisch heute vor Ihnen entwickeln wollte. Ein weiterer Gesichtspunkt ist mittelbar bedeutend für Dinge, die wir jetzt erleben, der Gesichtspunkt, daß bei einem Menschen, der nach normalen Verhältnissen hier noch lang hätte leben können, ein unverbrauchter Ätherleib als Individualität dasteht neben der Individualität. Kurz dauert die Auflösung des Ätherleibes nur bei älteren Menschen. Wir sind immer umgeben von solchen noch nicht aufgelösten Ätherleibern. Wir leben einer Zeit entgegen, wo dies besonders bemerkbar sein wird, weil mittelbar von diesen Ätherleibern ausgehend eine Art Atmosphäre gebildet wird, wie sie in dieser Weise noch nicht in der Erdenentwickelung da war. Man könnte denken, daß ähnliches schon in früheren Kriegen eingetreten sei, aber die Dinge ändern sich, weil die Menschen früher anders durch den Tod gegangen sind. So viele Menschen, die im Leben nur von materieller Denkweise umringt waren wie jetzt, gab es früher nicht. Das begründet, daß diese Ätherleiber spirituelle Impulse abgeben werden. Weiter wird es sein, daß es Menschen hier auf der Erde gibt, die dies fühlend wissen und wissend fühlen. Ich habe darauf schon in den, ich möchte sagen, den Zeitereignissen gewidmeten Vorträgen hingedeutet. Was uns unsere Zeit lehren will, ist, daß wir nötig haben neben der spirituellen Verflachung auch Vertiefung in das, was als die Begleiterscheinungen später erscheinen wird. Müssen wir es denn nicht wirklich mit ungeheurer Betrübnis erfahren, daß in unserer Zeit, die sich für logisch so aufgeklärt hält, wo sich die wissenschaftliche Kultur durch allerlei populäre Kanäle in weiteste Kreise verbreitet hat, daß da wieder in weitesten Kreisen etwas Platz greifen kann, was wir als ein aus Leidenschaft geborenes Urteil ansehen müssen?
[ 22 ] Man lernt so allmählich die Eigentümlichkeiten der Geisteswelt kennen. Das sind Gesichtspunkte, die ich aphoristisch heute vor Ihnen entwickeln wollte. Ein weiterer Gesichtspunkt ist mittelbar bedeutend für Dinge, die wir jetzt erleben, der Gesichtspunkt, daß bei einem Menschen, der nach normalen Verhältnissen hier noch lang hätte leben können, ein unverbrauchter Ätherleib als Individualität dasteht neben der Individualität. Kurz dauert die Auflösung des Ätherleibes nur bei älteren Menschen. Wir sind immer umgeben von solchen noch nicht aufgelösten Ätherleibern. Wir leben einer Zeit entgegen, wo dies besonders bemerkbar sein wird, weil mittelbar von diesen Ätherleibern ausgehend eine Art Atmosphäre gebildet wird, wie sie in dieser Weise noch nicht in der Erdenentwickelung da war. Man könnte denken, daß ähnliches schon in früheren Kriegen eingetreten sei, aber die Dinge ändern sich, weil die Menschen früher anders durch den Tod gegangen sind. So viele Menschen, die im Leben nur von materieller Denkweise umringt waren wie jetzt, gab es früher nicht. Das begründet, daß diese Ätherleiber spirituelle Impulse abgeben werden. Weiter wird es sein, daß es Menschen hier auf der Erde gibt, die dies fühlend wissen und wissend fühlen. Ich habe darauf schon in den, ich möchte sagen, den Zeitereignissen gewidmeten Vorträgen hingedeutet. Was uns unsere Zeit lehren will, ist, daß wir nötig haben neben der spirituellen Verflachung auch Vertiefung in das, was als die Begleiterscheinungen später erscheinen wird. Müssen wir es denn nicht wirklich mit ungeheurer Betrübnis erfahren, daß in unserer Zeit, die sich für logisch so aufgeklärt hält, wo sich die wissenschaftliche Kultur durch allerlei populäre Kanäle in weiteste Kreise verbreitet hat, daß da wieder in weitesten Kreisen etwas Platz greifen kann, was wir als ein aus Leidenschaft geborenes Urteil ansehen müssen?
[ 23 ] Wer die Stimmen derjenigen verfolgt, die Mitteleuropa wie in einer großen Festung eingeschlossen halten, der wird schon darauf kommen, was diese Leidenschaft in den Seelen der Menschen anrichtet. Man braucht nur nach West und Nordwest zu blicken, da kann man zunächst staunend davor stehen, wozu es menschliches leidenschaftliches Urteilen gebracht hat. Bessere Zeitungen werden da besonders lehrreich sein können. Wie wird da von diesen oder jenen hinausgebrüllt: Wir haben diesen Krieg nicht gewollt! — Wie wird von denen, die dem deutschen Wesen feindlich gegenüberstehen, demjenigen Gebiet, das am allerwenigsten Veranlassung hatte zu diesem Krieg: dem mitteleuropäischen — ganz sinnlos die Schuld an diesem Krieg beigemessen.
[ 23 ] Wer die Stimmen derjenigen verfolgt, die Mitteleuropa wie in einer großen Festung eingeschlossen halten, der wird schon darauf kommen, was diese Leidenschaft in den Seelen der Menschen anrichtet. Man braucht nur nach West und Nordwest zu blicken, da kann man zunächst staunend davor stehen, wozu es menschliches leidenschaftliches Urteilen gebracht hat. Bessere Zeitungen werden da besonders lehrreich sein können. Wie wird da von diesen oder jenen hinausgebrüllt: Wir haben diesen Krieg nicht gewollt! — Wie wird von denen, die dem deutschen Wesen feindlich gegenüberstehen, demjenigen Gebiet, das am allerwenigsten Veranlassung hatte zu diesem Krieg: dem mitteleuropäischen — ganz sinnlos die Schuld an diesem Krieg beigemessen.
[ 24 ] In dieser Beziehung ist es dem Deutschen in der Tat durch die ganze Art und Weise, wie sich deutsches Wesen entwickelt hat, schon objektiv möglich, eine Art nationaler Selbsterkenntnis zu erringen, wie sie die anderen Völker recht sehr vermissen lassen. Es wird ja ganz gewiß erst lange Zeit nach den kriegerischen Ereignissen den meisten Menschen möglich sein, namentlich außerhalb Mitteleuropas, die Verhältnisse so weit zu übersehen, daß man über die törichtsten Urteile der Gegenwart einigermaßen hinwegkommt. Für uns, die wir in einer geistigen Bewegung darinstehen, die nicht nur Theoretisches überliefern will, für uns sollte klar sein, daß solchen schweren Ereignissen gegenüber auch ein objektives Urteil gewonnen werden kann und daß wir über manches uns aufklären können in der Gegenwart gerade dadurch, daß wir in diesen schicksaltragenden Tagen darin leben. Wie leicht kann mancher kurzsichtige Geist kritisieren, was zu den Impulsen, zum Kern unserer Geisteswissenschaft gehört. Schmerzvolles hat in den letzten Monaten auf diesem Felde erfahren werden müssen. Da gibt es eine geisteswissenschaftliche Bewegung, die sagt, daß sie liebevoll dafür arbeitet, auf die Menschen eingehen zu wollen ohne Unterschied von Rasse und so weiter. Man kann sagen: Wie stimmt das, was von mir in dieser Zeit vorgebracht wurde, dazu? — Ich habe, bevor diese schweren, schicksaltragenden Tage über uns hereingebrochen sind, davor gewarnt, den Grundsatz von der Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit so aufzufassen, daß man ihn in das ganz Abstrakte verkehrt. Erinnern Sie sich, wie ich oft sagte: Wenn Leute kommen und sagen, Buddhisten, Mohammedaner, Christen sind nur verschiedene Formen eines Wesens —, so ist das, wie wenn man sagt: Salz, Zucker, Pfeffer sind alles Speisezutaten, also ist es gleichgültig, was ich nehme —, und streut Zucker in Suppe und Bier, weil es Speisezutat ist. In so abstrakter Weise einen solchen Grundsatz anwenden, kann bequem sein, aber dem, der ernst sucht, kann es nicht darauf ankommen. Wenn wir uns liebevoll einlassen auf das Wesenhafte der einzelnen europäischen Nationen, dann kommen wir dazu, zu erkennen, daß die Volksseele bei den Italienern zu der Empfindungsseele spricht, bei den Angehörigen der französischen Nation zu der Verstandesseele, bei der britischen Nation zu der Bewußtseinsseele, bei der deutschen Nation zu dem Ich. Nicht dadurch, daß man abstrakt über alles die Liebe ausgießt, kommt man zu Begriffen. Darin wird das Wesentliche unserer Bewegung bestehen, daß die Menschenseele unter Anerkennung der nationalen Eigentümlichkeiten sich zum Allgemein-Menschlichen erheben will. Geisteswissenschaft kann es dazu bringen, daß derjenige, der diesmal in Britannien geboren ist, sagt: Ich habe erkannt, daß ich die Volksseele besonders durch die Bewußtseinsseele sprechend habe, durch das, was die Beziehung der Seele zum physischen Plan regelt, was den Menschen geeignet macht, materiell zu sein. — Wenn er das erkennt, erkennt er, daß er abstreifen muß das, was ihm aus der Nationalität heraus entgegensteht, wenn er sich zum allgemeinen Menschentum erheben will. Diese Erkenntnis hilft immer, und wichtig ist es, daß man dasjenige erkenne, was Eigentümlichkeit der einzelnen nationalen Wesenheit ist. Wenn der Angehörige der russischen Kultur sich sagen wird: Das Eigentümliche der Volksseele ist, daß sie wie eine Wolke schwebt über dem einzelnen, daß der einzelne in chaotischem Denken hinaufsieht zur Volksseele, dadurch darauf angewiesen ist, in das Produktive der anderen Völker sich hineinzufinden —, dann wird er seinen Weg finden. Die, welche durch Geisteswissenschaft das Wesen der russischen Volksseele erkennen, werden sagen: Wozu bin ich Russe? Die Kraft, die ich dadurch erworben habe, habe ich, um die Kraft der anderen Nationen aufzunehmen.
[ 24 ] In dieser Beziehung ist es dem Deutschen in der Tat durch die ganze Art und Weise, wie sich deutsches Wesen entwickelt hat, schon objektiv möglich, eine Art nationaler Selbsterkenntnis zu erringen, wie sie die anderen Völker recht sehr vermissen lassen. Es wird ja ganz gewiß erst lange Zeit nach den kriegerischen Ereignissen den meisten Menschen möglich sein, namentlich außerhalb Mitteleuropas, die Verhältnisse so weit zu übersehen, daß man über die törichtsten Urteile der Gegenwart einigermaßen hinwegkommt. Für uns, die wir in einer geistigen Bewegung darinstehen, die nicht nur Theoretisches überliefern will, für uns sollte klar sein, daß solchen schweren Ereignissen gegenüber auch ein objektives Urteil gewonnen werden kann und daß wir über manches uns aufklären können in der Gegenwart gerade dadurch, daß wir in diesen schicksaltragenden Tagen darin leben. Wie leicht kann mancher kurzsichtige Geist kritisieren, was zu den Impulsen, zum Kern unserer Geisteswissenschaft gehört. Schmerzvolles hat in den letzten Monaten auf diesem Felde erfahren werden müssen. Da gibt es eine geisteswissenschaftliche Bewegung, die sagt, daß sie liebevoll dafür arbeitet, auf die Menschen eingehen zu wollen ohne Unterschied von Rasse und so weiter. Man kann sagen: Wie stimmt das, was von mir in dieser Zeit vorgebracht wurde, dazu? — Ich habe, bevor diese schweren, schicksaltragenden Tage über uns hereingebrochen sind, davor gewarnt, den Grundsatz von der Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit so aufzufassen, daß man ihn in das ganz Abstrakte verkehrt. Erinnern Sie sich, wie ich oft sagte: Wenn Leute kommen und sagen, Buddhisten, Mohammedaner, Christen sind nur verschiedene Formen eines Wesens —, so ist das, wie wenn man sagt: Salz, Zucker, Pfeffer sind alles Speisezutaten, also ist es gleichgültig, was ich nehme —, und streut Zucker in Suppe und Bier, weil es Speisezutat ist. In so abstrakter Weise einen solchen Grundsatz anwenden, kann bequem sein, aber dem, der ernst sucht, kann es nicht darauf ankommen. Wenn wir uns liebevoll einlassen auf das Wesenhafte der einzelnen europäischen Nationen, dann kommen wir dazu, zu erkennen, daß die Volksseele bei den Italienern zu der Empfindungsseele spricht, bei den Angehörigen der französischen Nation zu der Verstandesseele, bei der britischen Nation zu der Bewußtseinsseele, bei der deutschen Nation zu dem Ich. Nicht dadurch, daß man abstrakt über alles die Liebe ausgießt, kommt man zu Begriffen. Darin wird das Wesentliche unserer Bewegung bestehen, daß die Menschenseele unter Anerkennung der nationalen Eigentümlichkeiten sich zum Allgemein-Menschlichen erheben will. Geisteswissenschaft kann es dazu bringen, daß derjenige, der diesmal in Britannien geboren ist, sagt: Ich habe erkannt, daß ich die Volksseele besonders durch die Bewußtseinsseele sprechend habe, durch das, was die Beziehung der Seele zum physischen Plan regelt, was den Menschen geeignet macht, materiell zu sein. — Wenn er das erkennt, erkennt er, daß er abstreifen muß das, was ihm aus der Nationalität heraus entgegensteht, wenn er sich zum allgemeinen Menschentum erheben will. Diese Erkenntnis hilft immer, und wichtig ist es, daß man dasjenige erkenne, was Eigentümlichkeit der einzelnen nationalen Wesenheit ist. Wenn der Angehörige der russischen Kultur sich sagen wird: Das Eigentümliche der Volksseele ist, daß sie wie eine Wolke schwebt über dem einzelnen, daß der einzelne in chaotischem Denken hinaufsieht zur Volksseele, dadurch darauf angewiesen ist, in das Produktive der anderen Völker sich hineinzufinden —, dann wird er seinen Weg finden. Die, welche durch Geisteswissenschaft das Wesen der russischen Volksseele erkennen, werden sagen: Wozu bin ich Russe? Die Kraft, die ich dadurch erworben habe, habe ich, um die Kraft der anderen Nationen aufzunehmen.
[ 25 ] Der Deutsche wird durch Geisteswissenschaft erkennen — er hat nötig, dies in aller Objektivität und Demut aufzufassen —, daß er durch das, was die Volksseele zu seinem Ich spricht, dazu prädestiniert ist, das Allgemein-Menschliche durch seine Nationalität zu suchen. Daß er mitbekommt, was ihn über die Nationalität hinausführt, das ist das Nationale deutschen Wesens. Darin besteht das konkret Nationale deutschen Wesens, daß es durch das Nationale über die Nation hinausgetrieben wird in das allgemeine Menschentum hinein. Daher ist der Übergang zu finden vom deutschen Idealismus zur Geisteswissenschaft im Hineinfließen des deutschen Idealismus in Geisteswissenschaft. Es ist nötig, sich zu konkretem Erfassen der geistigen Wirklichkeiten hindurchzuringen. Geisteswissenschaft gibt die Möglichkeit, konkret diese Dinge aufzufassen. — Wenn man erfährt, daß ein Franzose wie Renan sagt: Das, was er in der deutschen Kultur erhalten habe, komme ihm vor wie höhere Mathematik gegenüber der niederen, verglichen mit dem bei anderen Völkern Erlebten —, so ist da ausgesprochen, was gerade das deutsche Wesen charakterisiert. Wir haben schon einmal das Schicksal, dies erkennen zu müssen. Erkennen müssen wir es, können nicht anders als es erkennen, müssen aber mit derselben Objektivität erkennen, daß es unser Schicksal ist, wenn wir rechte Deutsche sind, zu spirituellem Leben fortzuschreiten, so wie es den Briten nötig ist, den Materialismus abzustreifen, um in. das Spirituelle hineinzukommen. Aus dem nationalen Wesen ergeben sich für die verschiedenen Völker verschiedene Aufgaben. Für den Deutschen ist besonders wichtig, daß er sich in die geistigen Welten desjenigen, was durch die deutsche Kultur strömt, hineinversenke. Für den Russen gibt es so etwas Nationales nicht. Es gibt für ihn nur die Möglichkeit, die Blutkraft zu gewinnen, die ihm möglich macht, das Wesen der anderen entgegenzunehmen. Es zeigt sich, daß das deutsche Wesen Wichtiges bei der Entwickelung der Volksseele erfuhr.
[ 25 ] Der Deutsche wird durch Geisteswissenschaft erkennen — er hat nötig, dies in aller Objektivität und Demut aufzufassen —, daß er durch das, was die Volksseele zu seinem Ich spricht, dazu prädestiniert ist, das Allgemein-Menschliche durch seine Nationalität zu suchen. Daß er mitbekommt, was ihn über die Nationalität hinausführt, das ist das Nationale deutschen Wesens. Darin besteht das konkret Nationale deutschen Wesens, daß es durch das Nationale über die Nation hinausgetrieben wird in das allgemeine Menschentum hinein. Daher ist der Übergang zu finden vom deutschen Idealismus zur Geisteswissenschaft im Hineinfließen des deutschen Idealismus in Geisteswissenschaft. Es ist nötig, sich zu konkretem Erfassen der geistigen Wirklichkeiten hindurchzuringen. Geisteswissenschaft gibt die Möglichkeit, konkret diese Dinge aufzufassen. — Wenn man erfährt, daß ein Franzose wie Renan sagt: Das, was er in der deutschen Kultur erhalten habe, komme ihm vor wie höhere Mathematik gegenüber der niederen, verglichen mit dem bei anderen Völkern Erlebten —, so ist da ausgesprochen, was gerade das deutsche Wesen charakterisiert. Wir haben schon einmal das Schicksal, dies erkennen zu müssen. Erkennen müssen wir es, können nicht anders als es erkennen, müssen aber mit derselben Objektivität erkennen, daß es unser Schicksal ist, wenn wir rechte Deutsche sind, zu spirituellem Leben fortzuschreiten, so wie es den Briten nötig ist, den Materialismus abzustreifen, um in. das Spirituelle hineinzukommen. Aus dem nationalen Wesen ergeben sich für die verschiedenen Völker verschiedene Aufgaben. Für den Deutschen ist besonders wichtig, daß er sich in die geistigen Welten desjenigen, was durch die deutsche Kultur strömt, hineinversenke. Für den Russen gibt es so etwas Nationales nicht. Es gibt für ihn nur die Möglichkeit, die Blutkraft zu gewinnen, die ihm möglich macht, das Wesen der anderen entgegenzunehmen. Es zeigt sich, daß das deutsche Wesen Wichtiges bei der Entwickelung der Volksseele erfuhr.
[ 26 ] Die Volksseelen machen, wie die Menschen, eine Entwickelung durch. In den Jahren 1530 bis 1550 geschieht etwas Besonderes mit der italienischen Volksseele. Vorher ist diese Kultur noch nicht so abgeschlossen vom übrigen Europa wie nachher. Vor diesem Zeitpunkt wirkt die Volksseele in der Seele, nachher greift sie über das Seelische hinaus, gestaltet das Physische zum Nationalen hin. Der Mensch schreitet fort zum Unabhängigwerden vom Physischen. Umgekehrt die Volksseele. Sie wirkt erst auf die Seele, dann auf den Leib, so daß die italienische Volksseele vor dem 16. Jahrhundert bloß auf die Seele wirkte, später hingegen greift sie über das bloß Seelische in das Körperliche über, formt das Nervensystem, formt den Ätherleib, so daß der Mensch bestimmt, identifiziert wird auch in bezug auf das Leibliche. Der Mensch wird starrer, schließt sich mehr ab für die übrigen Kulturen.
[ 26 ] Die Volksseelen machen, wie die Menschen, eine Entwickelung durch. In den Jahren 1530 bis 1550 geschieht etwas Besonderes mit der italienischen Volksseele. Vorher ist diese Kultur noch nicht so abgeschlossen vom übrigen Europa wie nachher. Vor diesem Zeitpunkt wirkt die Volksseele in der Seele, nachher greift sie über das Seelische hinaus, gestaltet das Physische zum Nationalen hin. Der Mensch schreitet fort zum Unabhängigwerden vom Physischen. Umgekehrt die Volksseele. Sie wirkt erst auf die Seele, dann auf den Leib, so daß die italienische Volksseele vor dem 16. Jahrhundert bloß auf die Seele wirkte, später hingegen greift sie über das bloß Seelische in das Körperliche über, formt das Nervensystem, formt den Ätherleib, so daß der Mensch bestimmt, identifiziert wird auch in bezug auf das Leibliche. Der Mensch wird starrer, schließt sich mehr ab für die übrigen Kulturen.
[ 27 ] Für die französische Volksseele tritt ein solcher Zeitpunkt ein in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Da fängt die Volksseele an, vom Seelischen auf das Leibliche überzugreifen, macht die Nation starr. Für die Briten geschieht das erst von der Mitte des 17. Jahrhunderts an, und Shakespeare gehört noch nicht einem Zeitalter an, wo die Volksseele auf den Leib übergriff, daher verstehen die Deutschen ihn besser als die Briten. In der Zeit zwischen 1750 und 1850 findet eine Art Übergreifen der deutschen Volksseele vom Seelischen zum Leiblichen statt, sie zieht sich aber wieder davon zurück. Bei westlichen Völkern schwebt die Volksseele höher vorher, senkt sich dann in das Leibliche. Die, die früher in das Leibliche sich senkte, stieg dann wieder ins Geistige. Der Hinunterstieg war zwischen Mitte des 17. und 18. Jahrhunderts. Die deutsche Volksseele bleibt dadurch beweglicher. Sie bleibt nicht dauernd drunten, sie geht hinauf und herab, ergreift den Menschen und läßt ihn wieder frei.
[ 27 ] Für die französische Volksseele tritt ein solcher Zeitpunkt ein in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Da fängt die Volksseele an, vom Seelischen auf das Leibliche überzugreifen, macht die Nation starr. Für die Briten geschieht das erst von der Mitte des 17. Jahrhunderts an, und Shakespeare gehört noch nicht einem Zeitalter an, wo die Volksseele auf den Leib übergriff, daher verstehen die Deutschen ihn besser als die Briten. In der Zeit zwischen 1750 und 1850 findet eine Art Übergreifen der deutschen Volksseele vom Seelischen zum Leiblichen statt, sie zieht sich aber wieder davon zurück. Bei westlichen Völkern schwebt die Volksseele höher vorher, senkt sich dann in das Leibliche. Die, die früher in das Leibliche sich senkte, stieg dann wieder ins Geistige. Der Hinunterstieg war zwischen Mitte des 17. und 18. Jahrhunderts. Die deutsche Volksseele bleibt dadurch beweglicher. Sie bleibt nicht dauernd drunten, sie geht hinauf und herab, ergreift den Menschen und läßt ihn wieder frei.
[ 28 ] Das sind Dinge, die erst in der Zukunft ganz werden verstanden werden. Wir müssen schon sagen, wir können nicht genug diese gegenwärtige schwere Zeit zugleich mit all ihrem Großartigen, Bedeutungsvollen im Tiefsten unserer Seele mitempfinden. Unendlich bedeutungsvoll müssen diese Ereignisse der Gegenwart sein für denjenigen, der sich für das in der Welt webende Geistige interessiert. Wenn einstmals die Menschen nachdenken werden über die Ursachen, die die gegenwärtigen Kriegsereignisse herbeigeführt haben, dann wird sich eines herausstellen: Mitgewirkt hat zu diesen gegenwärtigen Kriegsereignissen der Gegensatz zwischen den Volksseelen, aber wenn jemand in den künftigen Zeiten noch so sehr suchen wird auf dem physischen Plan nach dem, was die Ursachen seien, er wird immer etwas finden, was die Sache nicht aufklärt, weil die Ursachen nicht auf dem physischen Plan liegen, sondern weil man bei diesen Ereignissen sagen kann: Geistige Individualitäten, geistige Impulse wirken hinein. — Erst wenn die Menschheit das erkennen wird, wird man vernünftig sprechen über die Ursachen, die diese Ereignisse herbeigeführt haben. Man wird erkennen, daß die Menschen nur die Werkzeuge waren, durch die gute und böse Mächte gewirkt haben. Um zu diesem Urteil zu kommen, ist Vorurteilslosigkeit nötig, indem wir uns durchdringen mit dem, was Geisteswissenschaft dem Innersten der Seele, nicht nur dem Verstande, sein kann.
[ 28 ] Das sind Dinge, die erst in der Zukunft ganz werden verstanden werden. Wir müssen schon sagen, wir können nicht genug diese gegenwärtige schwere Zeit zugleich mit all ihrem Großartigen, Bedeutungsvollen im Tiefsten unserer Seele mitempfinden. Unendlich bedeutungsvoll müssen diese Ereignisse der Gegenwart sein für denjenigen, der sich für das in der Welt webende Geistige interessiert. Wenn einstmals die Menschen nachdenken werden über die Ursachen, die die gegenwärtigen Kriegsereignisse herbeigeführt haben, dann wird sich eines herausstellen: Mitgewirkt hat zu diesen gegenwärtigen Kriegsereignissen der Gegensatz zwischen den Volksseelen, aber wenn jemand in den künftigen Zeiten noch so sehr suchen wird auf dem physischen Plan nach dem, was die Ursachen seien, er wird immer etwas finden, was die Sache nicht aufklärt, weil die Ursachen nicht auf dem physischen Plan liegen, sondern weil man bei diesen Ereignissen sagen kann: Geistige Individualitäten, geistige Impulse wirken hinein. — Erst wenn die Menschheit das erkennen wird, wird man vernünftig sprechen über die Ursachen, die diese Ereignisse herbeigeführt haben. Man wird erkennen, daß die Menschen nur die Werkzeuge waren, durch die gute und böse Mächte gewirkt haben. Um zu diesem Urteil zu kommen, ist Vorurteilslosigkeit nötig, indem wir uns durchdringen mit dem, was Geisteswissenschaft dem Innersten der Seele, nicht nur dem Verstande, sein kann.
[ 29 ] Es kann einmal wichtig sein zu erkennen, wieviel von dem, was von seiten der britischen Welt Anteil genommen hat, wirklich innig mit dem Nationalcharakter zusammenhängt. Dann wird man etwas erkennen müssen, was sich mir seit Juli aufdrängte, bevor noch der Krieg begonnen hatte. Da konnte man verschiedene Urteile hören. Ich erzähle objektiv, möchte das Persönliche ganz unberücksichtigt von Ihnen wissen. Mir drängte sich auf, daß der Welt Gefahr drohte aus der Ursache, daß in London ein so furchtbarer Dummkopf die auswärtigen Angelegenheiten lenkte. Die Welt hält Grey für einen gescheiten, vielleicht geriebenen Menschen. Ich konnte ihn nie für etwas anderes halten, aus den intuitiven Eindrücken, als für einen Dummkopf, muß ihn heute für einen besonders dummen Menschen ansehen, den sich ahrimanische Mächte ausgesucht haben, weil er durch seine Nichtbesinnung über die Dinge besonderes Unheil stiften konnte. Durch äußere Gründe kann man nicht so recht beweisen, daß eine solche Persönlichkeit ein Dummkopf ist. Gestern kaufte ich ein Buch und fand darin einen Brief, den ein Ministerkollege des Grey geschrieben hat. Ich kenne den Brief erst seit gestern, halte aber den Grey seit Juli für einen Toren, der von Ahriman ausgesucht ist, um Unheil anzurichten. Es ist für uns interessant, wie der Briefschreiber seinen Kabinettskollegen qualifiziert: «Es ist für uns, die wir Grey seit Anbeginn seiner Laufbahn kennen, sehr unterhaltsam, zu beobachten, wie er seinen kontinentalen Kollegen imponiert. Sie scheinen irgend etwas in ihm zu vermuten, was durchaus nicht in ihm steckt. Er ist einer der hervorragendsten Sportangler des Königreichs und ein recht guter Tennisspieler. Politische oder diplomatische Fähigkeiten besitzt er wirklich nicht; man müßte denn eine gewisse ermüdende Langweiligkeit seiner Art zu reden und ein seltsames Beharrungsvermögen als solche anerkennen. Earl Rosebery sagte einmal von ihm, er mache einen so konzentrierten Eindruck, weil er nie einen eigenen Gedanken habe, der ihn von einer Arbeit ablenken könne, die man ihm mit genauen Direktiven in die Hand gegeben. Als neulich ein etwas temperamentvoller fremder Diplomat sich bewundernd über Greys leise Art äußerte, die nie erkennen lasse, was in ihm vorgehe, meinte ein vorwitziger Sekretär: «Ist eine tönerne Sparbüchse bis oben mit Gold gefüllt, so klappert sie allerdings nicht, wenn man sie schüttelt. Ist aber kein einziger Penny drin, so klappert sie auch nicht. Bei Winston Churchill klappern ein paar Nickel so laut, daß es einem auf die Nerven geht, bei Grey nicht das geringste Klappern. Nur wer die Büchse in der Hand hält, kann wissen, ob sie ganz voll oder ganz leer ist!» Das war frech, aber gut gesagt. Ich glaube, daß Grey einen sehr anständigen Charakter hat, wenn ihn auch eine gewisse stupide Eitelkeit gelegentlich einmal verführen mag, sich auf Angelegenheiten einzulassen, von denen Hände, die auf unbedingte Sauberkeit halten, besser wegblieben. Seine Entschuldigung ist aber immer, daß er aus sich selbst heraus keine Sache zu übersehen und durchzudenken vermag. Er, der von sich aus in keiner Weise ein Intrigant ist, kann, sobald ein geschickter Intrigant sich seiner bedienen mag, als der vollkommenste Intrigant erscheinen. Darin lag für politische Intriganten schon immer eine Versuchung, sich gerade ihn zum Werkzeug zu wählen, und allein diesem Umstande verdankt er seine heutige Stellung.»
[ 29 ] Es kann einmal wichtig sein zu erkennen, wieviel von dem, was von seiten der britischen Welt Anteil genommen hat, wirklich innig mit dem Nationalcharakter zusammenhängt. Dann wird man etwas erkennen müssen, was sich mir seit Juli aufdrängte, bevor noch der Krieg begonnen hatte. Da konnte man verschiedene Urteile hören. Ich erzähle objektiv, möchte das Persönliche ganz unberücksichtigt von Ihnen wissen. Mir drängte sich auf, daß der Welt Gefahr drohte aus der Ursache, daß in London ein so furchtbarer Dummkopf die auswärtigen Angelegenheiten lenkte. Die Welt hält Grey für einen gescheiten, vielleicht geriebenen Menschen. Ich konnte ihn nie für etwas anderes halten, aus den intuitiven Eindrücken, als für einen Dummkopf, muß ihn heute für einen besonders dummen Menschen ansehen, den sich ahrimanische Mächte ausgesucht haben, weil er durch seine Nichtbesinnung über die Dinge besonderes Unheil stiften konnte. Durch äußere Gründe kann man nicht so recht beweisen, daß eine solche Persönlichkeit ein Dummkopf ist. Gestern kaufte ich ein Buch und fand darin einen Brief, den ein Ministerkollege des Grey geschrieben hat. Ich kenne den Brief erst seit gestern, halte aber den Grey seit Juli für einen Toren, der von Ahriman ausgesucht ist, um Unheil anzurichten. Es ist für uns interessant, wie der Briefschreiber seinen Kabinettskollegen qualifiziert: «Es ist für uns, die wir Grey seit Anbeginn seiner Laufbahn kennen, sehr unterhaltsam, zu beobachten, wie er seinen kontinentalen Kollegen imponiert. Sie scheinen irgend etwas in ihm zu vermuten, was durchaus nicht in ihm steckt. Er ist einer der hervorragendsten Sportangler des Königreichs und ein recht guter Tennisspieler. Politische oder diplomatische Fähigkeiten besitzt er wirklich nicht; man müßte denn eine gewisse ermüdende Langweiligkeit seiner Art zu reden und ein seltsames Beharrungsvermögen als solche anerkennen. Earl Rosebery sagte einmal von ihm, er mache einen so konzentrierten Eindruck, weil er nie einen eigenen Gedanken habe, der ihn von einer Arbeit ablenken könne, die man ihm mit genauen Direktiven in die Hand gegeben. Als neulich ein etwas temperamentvoller fremder Diplomat sich bewundernd über Greys leise Art äußerte, die nie erkennen lasse, was in ihm vorgehe, meinte ein vorwitziger Sekretär: «Ist eine tönerne Sparbüchse bis oben mit Gold gefüllt, so klappert sie allerdings nicht, wenn man sie schüttelt. Ist aber kein einziger Penny drin, so klappert sie auch nicht. Bei Winston Churchill klappern ein paar Nickel so laut, daß es einem auf die Nerven geht, bei Grey nicht das geringste Klappern. Nur wer die Büchse in der Hand hält, kann wissen, ob sie ganz voll oder ganz leer ist!» Das war frech, aber gut gesagt. Ich glaube, daß Grey einen sehr anständigen Charakter hat, wenn ihn auch eine gewisse stupide Eitelkeit gelegentlich einmal verführen mag, sich auf Angelegenheiten einzulassen, von denen Hände, die auf unbedingte Sauberkeit halten, besser wegblieben. Seine Entschuldigung ist aber immer, daß er aus sich selbst heraus keine Sache zu übersehen und durchzudenken vermag. Er, der von sich aus in keiner Weise ein Intrigant ist, kann, sobald ein geschickter Intrigant sich seiner bedienen mag, als der vollkommenste Intrigant erscheinen. Darin lag für politische Intriganten schon immer eine Versuchung, sich gerade ihn zum Werkzeug zu wählen, und allein diesem Umstande verdankt er seine heutige Stellung.»
[ 30 ] Das ist ein Beispiel, wie man sich irren kann, wenn man nicht versucht, objektiv auf die Dinge zu schauen. An dieser Persönlichkeit, die nicht durch besondere Schlauheit sich auszeichnet, sondern durch persönliche Anglerfähigkeiten, die nichts zu tun haben mit den Fähigkeiten, auf die es ankommt, sieht man die ahrimanischen Mächte wirken, welche notwendigerweise wirken mußten von der inneren Seite her, damit die Ereignisse eintraten. Man wird nach und nach einsehen, daß man gerade diesen Ereignissen gegenüber sich wird klar sein müssen, wie Übersinnliches im Guten und Bösen anerkannt werden muß. Wenn man diese Ereignisse wird verstehen wollen aus dem, was man auf dem physischen Plan beobachten kann, wird man diese Ereignisse nicht verstehen können. Man wird einsehen, wie die verschiedenen Impulse herübergeströmt sind, wie seit langer Zeit sich im Osten das vorbereitete, was den Impuls zu diesen Ereignissen gab, wie aus denjenigen Dingen, die gerade im östlichen Europa zu beobachten sind, die Faktoren sich entwickelten, die notwendigerweise einmal die Kriegsfackel entzünden mußten, wie der gegenwärtige Moment den Krieg brachte, weil die westlichen Faktoren sich eingelassen auf die Brandstiftung aus dem Osten, aus Gründen, die nur erkannt werden können, wenn man auf die wichtigen Ursachen eingeht. Es wird wichtig sein, daß gerade diese historischen Ereignisse die Menschen zwingen werden, wenn sie die Ursachen erkennen wollen, zum Übersinnlichen hinzublicken, nicht auf dem physischen Plan stehenzubleiben, denn sonst werden sie lang streiten können. Wir werden sehen müssen, daß es, wohl mehr als für andere Menschen, für den Geisteswissenschafter eine Notwendigkeit ist, sich auf einen sichereren Horizont zu stellen als den, der aus der Erfahrung der Angelegenheiten der physischen Welt hervorgehen kann.
[ 30 ] Das ist ein Beispiel, wie man sich irren kann, wenn man nicht versucht, objektiv auf die Dinge zu schauen. An dieser Persönlichkeit, die nicht durch besondere Schlauheit sich auszeichnet, sondern durch persönliche Anglerfähigkeiten, die nichts zu tun haben mit den Fähigkeiten, auf die es ankommt, sieht man die ahrimanischen Mächte wirken, welche notwendigerweise wirken mußten von der inneren Seite her, damit die Ereignisse eintraten. Man wird nach und nach einsehen, daß man gerade diesen Ereignissen gegenüber sich wird klar sein müssen, wie Übersinnliches im Guten und Bösen anerkannt werden muß. Wenn man diese Ereignisse wird verstehen wollen aus dem, was man auf dem physischen Plan beobachten kann, wird man diese Ereignisse nicht verstehen können. Man wird einsehen, wie die verschiedenen Impulse herübergeströmt sind, wie seit langer Zeit sich im Osten das vorbereitete, was den Impuls zu diesen Ereignissen gab, wie aus denjenigen Dingen, die gerade im östlichen Europa zu beobachten sind, die Faktoren sich entwickelten, die notwendigerweise einmal die Kriegsfackel entzünden mußten, wie der gegenwärtige Moment den Krieg brachte, weil die westlichen Faktoren sich eingelassen auf die Brandstiftung aus dem Osten, aus Gründen, die nur erkannt werden können, wenn man auf die wichtigen Ursachen eingeht. Es wird wichtig sein, daß gerade diese historischen Ereignisse die Menschen zwingen werden, wenn sie die Ursachen erkennen wollen, zum Übersinnlichen hinzublicken, nicht auf dem physischen Plan stehenzubleiben, denn sonst werden sie lang streiten können. Wir werden sehen müssen, daß es, wohl mehr als für andere Menschen, für den Geisteswissenschafter eine Notwendigkeit ist, sich auf einen sichereren Horizont zu stellen als den, der aus der Erfahrung der Angelegenheiten der physischen Welt hervorgehen kann.
[ 31 ] Wie eingeengt der physische Horizont werden kann, hat sich seit Jahren gezeigt. Für viele begann geschichtliche Betrachtung erst im Juli. Auch manche in unseren Kreisen gaben sich sonderbaren Urteilen hin. Die Elemente zu dem, was ich sagen will, sind schon im Zyklus «Die Mission einzelner Volksseelen» in Kristiania gegeben worden. Da steht auch, daß im Osten sich vorbereitet, was in der sechsten nachatlantischen Kultur herauskommen will. Wir leben hier in der fünften Kultur. Wenn man abstrakt denkt, von der fünften Kultur steige die Menschheit immer höher zur sechsten und siebenten Kultur, dann kann einem der Kamm schwellen. Aber solches Vordringen ist nicht das Vorwärtsgehen der Kulturentwickelung der Menschheit. Bis zur vierten Kultur war eine Wiederholung der Erdentwickelung. Die fünfte Kultur ist die, auf die es ankommt; sie ist etwas Neues, das hinzugekommen ist, das herübergetragen werden muß in das sechste Zeitalter. Die sechste Kultur wird in Dekadenz sinken, es wird eine absteigende Kultur sein. Das muß berücksichtigt werden. Damit hängt zusammen, daß ein Geist wie Solowjow, der in gewisser Beziehung mit seinen habituellen Eigenschaften aus dem russischen Volkscharakter herausgewachsen ist, sich in die westliche Welt gesenkt hat, daß seine Philosophie westlich ist, zwar eingeschlossen in das’ Temperament des Ostens, aber in der Art, wie die Sätze fließen, das Russische erkennen läßt. — Eine Torheit wäre es, zu sagen, daß dem, der in westeuropäischer Kultur steht, etwas gegeben werden könnte, was über diese westeuropäische Kultur hinausginge.
[ 31 ] Wie eingeengt der physische Horizont werden kann, hat sich seit Jahren gezeigt. Für viele begann geschichtliche Betrachtung erst im Juli. Auch manche in unseren Kreisen gaben sich sonderbaren Urteilen hin. Die Elemente zu dem, was ich sagen will, sind schon im Zyklus «Die Mission einzelner Volksseelen» in Kristiania gegeben worden. Da steht auch, daß im Osten sich vorbereitet, was in der sechsten nachatlantischen Kultur herauskommen will. Wir leben hier in der fünften Kultur. Wenn man abstrakt denkt, von der fünften Kultur steige die Menschheit immer höher zur sechsten und siebenten Kultur, dann kann einem der Kamm schwellen. Aber solches Vordringen ist nicht das Vorwärtsgehen der Kulturentwickelung der Menschheit. Bis zur vierten Kultur war eine Wiederholung der Erdentwickelung. Die fünfte Kultur ist die, auf die es ankommt; sie ist etwas Neues, das hinzugekommen ist, das herübergetragen werden muß in das sechste Zeitalter. Die sechste Kultur wird in Dekadenz sinken, es wird eine absteigende Kultur sein. Das muß berücksichtigt werden. Damit hängt zusammen, daß ein Geist wie Solowjow, der in gewisser Beziehung mit seinen habituellen Eigenschaften aus dem russischen Volkscharakter herausgewachsen ist, sich in die westliche Welt gesenkt hat, daß seine Philosophie westlich ist, zwar eingeschlossen in das’ Temperament des Ostens, aber in der Art, wie die Sätze fließen, das Russische erkennen läßt. — Eine Torheit wäre es, zu sagen, daß dem, der in westeuropäischer Kultur steht, etwas gegeben werden könnte, was über diese westeuropäische Kultur hinausginge.
[ 32 ] Es sind dies wieder nur abgerissene Sätze gewesen, aber Sie werden durchhören den Appell an unsere geisteswissenschaftliche Strömung, zu versuchen, diese schwere Zeit auch dazu zu benützen, mit Konkretheit zu sehen und in Konkretheit dasjenige aufzufassen, was auch wirklich in unser Empfinden einfließen kann, wenn geisteswissenschaftliche Vorstellungen in dies unser Empfinden einfließen. Diese unsere Geisteswissenschaft wird sich in der Zukunft gerade dadurch bewähren müssen, daß sie den Weg hindurch findet durch die so unbändig aufgewühlten Leidenschaften in unserer Zeit.
[ 32 ] Es sind dies wieder nur abgerissene Sätze gewesen, aber Sie werden durchhören den Appell an unsere geisteswissenschaftliche Strömung, zu versuchen, diese schwere Zeit auch dazu zu benützen, mit Konkretheit zu sehen und in Konkretheit dasjenige aufzufassen, was auch wirklich in unser Empfinden einfließen kann, wenn geisteswissenschaftliche Vorstellungen in dies unser Empfinden einfließen. Diese unsere Geisteswissenschaft wird sich in der Zukunft gerade dadurch bewähren müssen, daß sie den Weg hindurch findet durch die so unbändig aufgewühlten Leidenschaften in unserer Zeit.
[ 33 ] Ich bin mir wohl bewußt, daß ich seit dem Beginn dieser unserer schweren Zeit weder hier noch anderswo anders über die Dinge gesprochen habe als so, daß man vor einer objektiven Weltanschauung diese Dinge vertreten kann. Doch, was alles konnte man hören! Man kann auch da aus dem, was in den letzten Monaten vorging, lernen, wie es um so manches steht, wovon kritisierend in der Außenwelt gesprochen wird. Man hat oft das Urteil hören müssen, ein großer Teil der Mitglieder höre nur auf das Urteil des einen, es beruhe alles auf blindem Vertrauen. — Wie weit es mit dem blinden Vertrauen ist, konnte sich in diesem Moment zeigen.
[ 33 ] Ich bin mir wohl bewußt, daß ich seit dem Beginn dieser unserer schweren Zeit weder hier noch anderswo anders über die Dinge gesprochen habe als so, daß man vor einer objektiven Weltanschauung diese Dinge vertreten kann. Doch, was alles konnte man hören! Man kann auch da aus dem, was in den letzten Monaten vorging, lernen, wie es um so manches steht, wovon kritisierend in der Außenwelt gesprochen wird. Man hat oft das Urteil hören müssen, ein großer Teil der Mitglieder höre nur auf das Urteil des einen, es beruhe alles auf blindem Vertrauen. — Wie weit es mit dem blinden Vertrauen ist, konnte sich in diesem Moment zeigen.
[ 34 ] Über das, was von mir gesprochen wurde, konnte man hören: Der verwendet seine okkulten Fähigkeiten dazu, sie zur Prüfung der Wolffschen Telegramme zu vertrödeln. — Sonderbares Vertrauen von jemand, der in unserer Bewegung drinsteht, zu sagen, daß ich die Wahrheit des Wolffschen Telegraphenbüros zugunsten der Feinde Deutschlands verwende! — Das ist nur ein Urteil aus unzähligen. Da sehen Sie, wie auch in Geisteswissenschaft das hereinspielt, was jetzt in Begierden und Leidenschaften die Welt durchflutet. Das darf uns nicht abhalten, die Wahrheit zu ergründen in bezug auf das, was jetzt zu betonen unsere Obliegenheit ist. Das werden Sie einsehen können.
[ 34 ] Über das, was von mir gesprochen wurde, konnte man hören: Der verwendet seine okkulten Fähigkeiten dazu, sie zur Prüfung der Wolffschen Telegramme zu vertrödeln. — Sonderbares Vertrauen von jemand, der in unserer Bewegung drinsteht, zu sagen, daß ich die Wahrheit des Wolffschen Telegraphenbüros zugunsten der Feinde Deutschlands verwende! — Das ist nur ein Urteil aus unzähligen. Da sehen Sie, wie auch in Geisteswissenschaft das hereinspielt, was jetzt in Begierden und Leidenschaften die Welt durchflutet. Das darf uns nicht abhalten, die Wahrheit zu ergründen in bezug auf das, was jetzt zu betonen unsere Obliegenheit ist. Das werden Sie einsehen können.
[ 35 ] Im Grunde genommen war es immer so, wie es jetzt ist. Das, was jetzt gesagt wurde, ist immer gesagt und getan worden. Ich habe schon früher betont, daß diese hier zur anthroposophischen Bewegung gewordene theosophische Bewegung sich nie in anderer Weise entwickeln wollte, als im geraden Fortgang mitteleuropäischer Kultur. Es hat sich nie darum gehandelt, sich von jemand ins Schlepptau nehmen zu lassen. Von englischer Seite faßte man, als man das bemerkte, gleich Mißtrauen gegen diese Mitteleuropäer, die nicht die Nachbeter dessen waren, was von britischer Theosophie gegeben wurde. Das Wahrheitsgefühl mußte die britische Auffassung des Christus-Problems ablehnen, sie war solcher Art, daß der Glaube entstehen konnte, Christus werde sich im physischen Leibe wiederverkörpern, weil man ein geistiges Kommen des Christus nicht verstehen konnte. Da zeigte sich die Unmöglichkeit des Zusammengehens der beiden Richtungen. In englischen theosophischen Zeitschriften finden Sie jetzt Zuschriften von Mrs. Besant, die in jeder Weise die Welt der Theosophie aufruft, um gegen Deutschland zu wirken. Da finden Sie eine nachträgliche Erklärung dafür, warum damals die deutsche theosophische Bewegung sich von der englischen lostrennen mußte. Mrs. Besant sagt: «.... Jetzt, wenn ich rückwärts blicke, im Lichte der deutschen Methoden, wie der Krieg sie uns offenbart, erkenne ich, daß die langandauernden Bemühungen, die theosophische Organisation einzufangen und einen Deutschen an ihre Spitze zu setzen — der Zorn gegen mich, als ich diese Bemühungen vereitelte, die Klage, daß ich über den verstorbenen König Eduard VII. als den Beschützer des europäischen Friedens gesprochen hatte, statt dem Kaiser die Ehre zu geben —, daß alles das ein Teil war der weit ausgebreiteten Kampagne gegen England, und daß die Missionare Werkzeuge waren, geschickt gebraucht durch die deutschen Agenten hier» (in Indien), «um ihre Pläne durchzusetzen. Wenn sie hätten verwandeln können die Theosophische Gesellschaft in Indien mit ihrer großen Anzahl von Verwaltungsbeamten in eine Waffe gegen die britische Regierung und sie dazu hätten erziehen können, emporzuschauen zu Deutschland als zu ihrer geistigen Führerin, statt einzustehen, wie sie es immer getan hat, für den gleichwertigen Bund zweier freier Nationen: so hätte sie allmählich ein Kanal für Gift in Indien werden können.»
[ 35 ] Im Grunde genommen war es immer so, wie es jetzt ist. Das, was jetzt gesagt wurde, ist immer gesagt und getan worden. Ich habe schon früher betont, daß diese hier zur anthroposophischen Bewegung gewordene theosophische Bewegung sich nie in anderer Weise entwickeln wollte, als im geraden Fortgang mitteleuropäischer Kultur. Es hat sich nie darum gehandelt, sich von jemand ins Schlepptau nehmen zu lassen. Von englischer Seite faßte man, als man das bemerkte, gleich Mißtrauen gegen diese Mitteleuropäer, die nicht die Nachbeter dessen waren, was von britischer Theosophie gegeben wurde. Das Wahrheitsgefühl mußte die britische Auffassung des Christus-Problems ablehnen, sie war solcher Art, daß der Glaube entstehen konnte, Christus werde sich im physischen Leibe wiederverkörpern, weil man ein geistiges Kommen des Christus nicht verstehen konnte. Da zeigte sich die Unmöglichkeit des Zusammengehens der beiden Richtungen. In englischen theosophischen Zeitschriften finden Sie jetzt Zuschriften von Mrs. Besant, die in jeder Weise die Welt der Theosophie aufruft, um gegen Deutschland zu wirken. Da finden Sie eine nachträgliche Erklärung dafür, warum damals die deutsche theosophische Bewegung sich von der englischen lostrennen mußte. Mrs. Besant sagt: «.... Jetzt, wenn ich rückwärts blicke, im Lichte der deutschen Methoden, wie der Krieg sie uns offenbart, erkenne ich, daß die langandauernden Bemühungen, die theosophische Organisation einzufangen und einen Deutschen an ihre Spitze zu setzen — der Zorn gegen mich, als ich diese Bemühungen vereitelte, die Klage, daß ich über den verstorbenen König Eduard VII. als den Beschützer des europäischen Friedens gesprochen hatte, statt dem Kaiser die Ehre zu geben —, daß alles das ein Teil war der weit ausgebreiteten Kampagne gegen England, und daß die Missionare Werkzeuge waren, geschickt gebraucht durch die deutschen Agenten hier» (in Indien), «um ihre Pläne durchzusetzen. Wenn sie hätten verwandeln können die Theosophische Gesellschaft in Indien mit ihrer großen Anzahl von Verwaltungsbeamten in eine Waffe gegen die britische Regierung und sie dazu hätten erziehen können, emporzuschauen zu Deutschland als zu ihrer geistigen Führerin, statt einzustehen, wie sie es immer getan hat, für den gleichwertigen Bund zweier freier Nationen: so hätte sie allmählich ein Kanal für Gift in Indien werden können.»
[ 36 ] [Lücke in der Nachschrift] Diese Persönlichkeit ist darauf gekommen, was ich damals wollte. — Da erkennen Sie die Ursachen, warum dieser Krieg zwischen Deutschland und England ausgebrochen ist. Sie können aber auch sehen, daß dem jetzigen Kampf unser auf das Spirituelle bezüglicher vorangegangen ist. Mancherlei, was da geschehen mußte, wird man jetzt vielleicht anders verstehen.
[ 36 ] [Lücke in der Nachschrift] Diese Persönlichkeit ist darauf gekommen, was ich damals wollte. — Da erkennen Sie die Ursachen, warum dieser Krieg zwischen Deutschland und England ausgebrochen ist. Sie können aber auch sehen, daß dem jetzigen Kampf unser auf das Spirituelle bezüglicher vorangegangen ist. Mancherlei, was da geschehen mußte, wird man jetzt vielleicht anders verstehen.
[ 37 ] Das Beteuern von Okkultismus [?] ist ein zweischneidiges Schwert. Es muß immer wieder gesagt werden, daß ein Wahrheitsgefühl die Seelen intensiv durchdringen muß, welche durch Okkultismus Heil, und nicht Unheil in der Welt anrichten wollen. Wie das zusammenhängt, was in unsere Seele durch die Zeitereignisse dringen muß, was wir als okkult Beflissene aus den Zeitereignissen lernen sollen, kann uns an dem Gedanken aufgehen: Wenn wieder Friede sein wird, werden in der Geisteswelt unverbrauchte Ätherleiber sein, die Kräfte herunterbringen wollen. Aus den Seelen, die durch Geisteswissenschaft angeregt sind, sollen auch Kräfte hinaufgehen, sich mit den Kräften von oben zu verbinden, dann wird für Fortschritt und Heil der Menschheit das, was Geisteswissenschaft sein kann, bedeutsam sein. Wenn wirklich recht viele Seelen, die in Wahrheit und Objektivität das empfinden, da sein werden, wenn viele Seelen mit Gedanken, die durch die spirituelle Weltauffassung angeregt sind, sich hinaufsehnen in die Geisteswelten, dann wird auch für diese Seelen das Schwierige unserer Zeit seinen Wert haben. Darum möchte ich auch heute den Zusammenhang unseres geistigen Strebens zum Ausdruck bringen durch die Worte:
[ 37 ] Das Beteuern von Okkultismus [?] ist ein zweischneidiges Schwert. Es muß immer wieder gesagt werden, daß ein Wahrheitsgefühl die Seelen intensiv durchdringen muß, welche durch Okkultismus Heil, und nicht Unheil in der Welt anrichten wollen. Wie das zusammenhängt, was in unsere Seele durch die Zeitereignisse dringen muß, was wir als okkult Beflissene aus den Zeitereignissen lernen sollen, kann uns an dem Gedanken aufgehen: Wenn wieder Friede sein wird, werden in der Geisteswelt unverbrauchte Ätherleiber sein, die Kräfte herunterbringen wollen. Aus den Seelen, die durch Geisteswissenschaft angeregt sind, sollen auch Kräfte hinaufgehen, sich mit den Kräften von oben zu verbinden, dann wird für Fortschritt und Heil der Menschheit das, was Geisteswissenschaft sein kann, bedeutsam sein. Wenn wirklich recht viele Seelen, die in Wahrheit und Objektivität das empfinden, da sein werden, wenn viele Seelen mit Gedanken, die durch die spirituelle Weltauffassung angeregt sind, sich hinaufsehnen in die Geisteswelten, dann wird auch für diese Seelen das Schwierige unserer Zeit seinen Wert haben. Darum möchte ich auch heute den Zusammenhang unseres geistigen Strebens zum Ausdruck bringen durch die Worte:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
