Central Europe between East and West
GA 174a
23 March 1915, Munich
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Central Europe between East and West, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] Der erste Teil unseres heutigen Vortrages soll Erkenntnissen gewidmet sein, welche zusammenhängen mit realen Erlebnissen, an denen uns unser Gesellschaftskarma in der letzten Zeit vorbeigeführt hat, und der zweite Teil soll mehr einige Streiflichter auf dasjenige werfen, was uns aus den Zeitereignissen heraus besonders interessieren kann.
[ 1 ] The first part of today’s lecture will be devoted to insights related to real-life experiences that our social karma has led us through recently, and the second part will shed some light on aspects of current events that may be of particular interest to us.
[ 2 ] Ich hatte gerade diesmal in den zwei öffentlichen Vorträgen besonders zu betonen, wie es für die Vorstellung der geistigen Welten notwendig ist, sich gewissermaßen eine Art anderer Sprache allmählich anzugewöhnen, als die Sprache ist, welche wir gebrauchen, um die Erkenntnisse der Welten zu charakterisieren, in denen wir durch unsere Sinnesbeobachtung und durch den Verstand darinnenstehen, der an das Gehirn gebunden ist. Gewissermaßen zur Unterstützung unserer Freunde möchte ich an konkrete Erlebnisse der letzten Zeit, die sich innerhalb unseres weiteren Kreises abgespielt haben, anknüpfen, an Ereignisse, für die ich gewiß auch andere wählen könnte, aber ich wähle diese Ereignisse aus dem Grunde, weil sie an, ich möchte sagen, Letzterlebtes anknüpfen und uns Vorstellungen liefern können über die Beziehungen der Menschenseele zu den Geisteswelten.
[ 2 ] In these two public lectures in particular, I felt it necessary to emphasize how, in order to conceive of the spiritual worlds, it is essential to gradually accustom oneself, so to speak, to a kind of language different from the one we use to describe the insights into the worlds in which we find ourselves through our sensory observation and through the intellect bound to the brain. In a sense, to support our friends, I would like to draw on specific recent experiences that have taken place within our wider circle—events for which I could certainly choose others, but I select these events because they tie in with, I might say, our most recent experiences and can provide us with insights into the relationships between the human soul and the spiritual worlds.
[ 3 ] Ich habe ja immer wiederum betont, daß, wenn die Seele auf ihrem Erkenntniswege die Schwelle überschreitet, die in die geistige Welt hineinführt, dann zu den ersten Erlebnissen gehört das Einswerden mit dem, was man erlebt, erfährt, beobachtet. Hier auf dem physischen Plan steht man gewissermaßen in seiner Haut eingeschlossen den Dingen gegenüber, welche man beobachtet. Sobald man die geistige Welt betritt, mit der geistigen Welt etwas zu tun hat, fühlt man sich nicht in der Weise eingeschlossen wie im physischen Leib in der Haut, man fühlt sich mit seinem ganzen Wesen verbreitet, wie identifiziert mit den Wesen und Ereignissen, mit denen man es zu tun hat. Um dies zu erläutern, gehe ich auf positive Ereignisse ein.
[ 3 ] I have, after all, repeatedly emphasized that when the soul, on its path of knowledge, crosses the threshold leading into the spiritual world, one of the first experiences is becoming one with what one experiences, perceives, and observes. Here on the physical plane, one stands, as it were, enclosed within one’s own skin, facing the things one observes. As soon as one enters the spiritual world—as soon as one has anything to do with the spiritual world—one no longer feels enclosed in the same way as one is within the physical body and its skin; one feels one’s entire being expanded, as if identified with the beings and events with which one is dealing. To explain this, I will discuss positive events.
[ 4 ] In der letzten Zeit ging ein älteres Mitglied durch die Pforte des Todes. Dies Mitglied lebte durch Jahre hindurch mit seinem ganzen Gemüt, seiner ganzen Seele in den Vorstellungen, welche man sich aneignet, wenn man so recht gefühlsmäßig das aufnimmt, was Geisteswissenschaft geben kann. Es ist ja von ganz besonderer Bedeutung und deshalb wird es so oft erwähnt, daß das theoretische Aufnehmen desjenigen, was als geisteswissenschaftliche Vorstellungen gegeben wird, nicht alles sein kann. Es kann Ausgangspunkt sein, aber nicht alles. Diese Vorstellungen müssen unsere Gefühle, Empfindungen ergreifen. Ich konnte sogar im öffentlichen Vortrag auseinandersetzen, wie die Empfindungsseele gegenwärtig viel mehr zusammenhängt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, während das, was sich aus der Bewußtseinsseele darlebt, für die gegenwärtige Zeitepoche mehr das berührt, was der Mensch im Zusammenhang mit der physischen Welt erlebt. Daher ist es so wichtig, zu fühlen, was man fühlen kann, wenn man die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse aufnimmt, denn dies Fühlen hat eine viel größere Kraft, unsere Seele zu erfassen und sie wirklich in Berührung zu bringen mit der übersinnlichen Welt als das bloße Denken, das verstandesmäßige Kombinieren. Also gefühlsmäßig hat die Persönlichkeit, von der ich spreche, viel gelebt in unseren geisteswissenschaftlichen Vorstellungen und nun zeigte sich mir, ich kann sagen, ganz kurze Zeit nach dem Tode — als mir der wirkliche Eintritt des Todes auf dem physischen Plan noch nicht irgendwie gemeldet worden war —, wie diese Persönlichkeit, während sie noch in ihrem Ätherleibe war, in sich dasjenige verarbeitete, was sie an Gefühlsund Empfindungskräften aufgenommen hatte, was sie selbst geworden war dadurch, daß sie durch Jahre in der geisteswissenschaftlichen Strömung gelebt hatte. Als sie ihren Ätherleib noch vereint hatte mit Astralleib und Ich, da trat dasjenige, was ich vorher bezeichnet habe, ungesucht ein. Die durch die Pforte des Todes gegangene Persönlichkeit kam und kündete mir an, daß sie nun in sich fühlt dasjenige, was sie geworden ist durch die Geisteswissenschaft, was sie in sich fühlt jetzt, . wo sie nicht mehr beengt ist durch den physischen Leib. Und da erklangen gleichsam aus der durch die Pforte des Todes gegangenen Individualität Sätze, die ich vorlesen werde.
[ 4 ] Recently, an elderly member passed through the gate of death. For years, this member had lived with his whole heart and soul in the ideas one acquires when one truly takes to heart what spiritual science has to offer. It is, after all, of very special significance—and this is why it is so often mentioned—that the theoretical assimilation of what is presented as spiritual scientific concepts cannot be everything. It can be a starting point, but not everything. These concepts must speak to our feelings and sensibilities. I was even able to explain in a public lecture how the feeling soul is currently much more closely connected to the eternal core of the human being, whereas what arises from the conscious soul relates more, in the present epoch, to what the human being experiences in connection with the physical world. That is why it is so important to feel what one can feel when taking in the insights of spiritual science, for this feeling has a much greater power to grasp our soul and truly bring it into contact with the supersensible world than mere thinking or intellectual reasoning. So, on an emotional level, the personality I am speaking of has lived deeply within our spiritual scientific concepts, and now it became clear to me—I can say— very shortly after death—when the actual occurrence of death on the physical plane had not yet been signaled to me in any way—how this personality, while still in its etheric body, was processing within itself the emotional and sensory powers it had absorbed, what it had become through having lived for years within the spiritual scientific current. While her etheric body was still united with her astral body and I, what I have described above occurred of its own accord. The individual who had passed through the gate of death came and announced to me that she now feels within herself what she had become through spiritual science, what she now feels within herself, now that she is no longer constrained by the physical body. And then, as it were, sentences resounded from the individuality that had passed through the gate of death, which I will read aloud.
[ 5 ] Sie werden bemerken, in den ersten drei Zeilen gebraucht die tote Persönlichkeit ein Wort, das man ja eigentlich gar nicht gerechtfertigt finden kann, wenn es von einer Individualität gebraucht ist, die schon den physischen Leib abgelegt hat; aber darauf kommt es nicht an. Das Wort, das sich auf das physische Herz bezieht, ist in symbolischem Sinn gemeint. Herz steht hier für das Atherorgan des Fühlens. Wir haben hier den Fall, daß eine durch die Todespforte gegangene Individualität dasjenige, was ihr stärkstes Erlebnis war vor dern Tode, wie ein Ergebnis des Lebens zusammenfaßte, um sich zu sagen: Ich bin jetzt in einer gewissen Lage, die Artung meines Selbst zu erleben, wie sich mir diese Artung meines Selbst ergibt, indem ich es fasse mit dem Verständnis, das ich in meinem fühlenden Erkennen gewonnen habe durch die Geisteswissenschaft. — So war es denn, daß diese Individualität, die vor zwei Stunden höchstens durch die Pforte des Todes gegangen war, erklingen ließ aus sich dasjenige, was so erklang, daß ich sagen muß, es sind die Worte so gestellt, daß ich selbst nichts dazu getan habe, nur aufgenommen habe die Worte, welche da kamen von diesem Selbst. Diese Worte dienten dann, als ich bei der Einäscherung die Leichenrede zu halten hatte, als Anfang und Ende. Sie sind abgelesen:
[ 5 ] You will notice that in the first three lines, the deceased personality uses a word that one cannot really justify when it is used by an individual who has already shed the physical body; but that is not the point. The word referring to the physical heart is meant in a symbolic sense. Here, “heart” stands for the etheric organ of feeling. What we have here is a case in which an individual who has passed through the gate of death summarized what had been their most powerful experience before death as a result of their life, in order to say to themselves: I am now in a certain position to experience the nature of my self, as this nature of my self reveals itself to me, by grasping it with the understanding I have gained through spiritual science in my feeling cognition. — And so it was that this individual, who had passed through the gate of death no more than two hours earlier, gave voice to what resounded from within them in such a way that I must say: the words are arranged in such a way that I myself did nothing to them; I merely received the words that came from this self. These words then served as the beginning and the end when I had to deliver the eulogy at the cremation. They were read aloud:
In Weltenweiten will ich tragen
Mein fühlend Herz, daß warm es werde
Im Feuer heil’gen Kräftewirkens;In Weltgedanken will ich weben
Das eigne Denken, daß klar es werde
Im Licht des ew’gen Werde-Lebens;In Seelengründe will ich tauchen
Ergeb’nes Sinnen, daß stark es werde
Für Menschenwirkens wahre Ziele;In Gottes Ruhe streb’ ich so,
Mit Lebenskämpfen und mit Sorgen,
Mein Selbst zum höhern Selbst bereitend;Nach arbeitfreud’gem Frieden trachtend,
Erahnend Welten-Sein im Eigensein,
Möcht’ ich die Menschenpflicht erfüllen;Erwartend leben darf ich dann
Entgegen meinem Schicksalsterne,
Der mir im Geistgebiet den Ort erteilt.
Across the vastness of the world, I will carry
My feeling heart, that it may grow warm
In the fire of the sacred working of the forces;In thoughts of the world, I will weave
My own thoughts, that they may become clear
In the light of eternal, ever-becoming life;Into the depths of the soul I will dive
With surrendered thought, that it may grow strong
For the true goals of human endeavor;In God’s peace I thus strive,
Through life’s struggles and worries,
Preparing my self for the higher Self;Seeking peace that comes from joyful work,
Perceiving the existence of the world within my own being,
I wish to fulfill my duty to humanity;Then I may live in anticipation
Toward my star of destiny,
Which grants me my place in the realm of the spirit.
[ 6 ] Hören wir hier gleichsam aus dem Selbst das erklingen, was das Selbst in sich spürt, durch das, was es geworden ist, indem es sich mit dem geisteswissenschaftlichen Empfinden erfüllt hat. Wichtig ist, ins Auge zu fassen, daß man es hier mit einer Persönlichkeit zu tun hat, die in diesem physischen Leben ein höheres Alter erreicht hatte und daß mit diesem Erlangen eines höheren Alters die Möglichkeit zusammenhängt, das Selbst charakterisieren zu wollen, daß das Selbst erst nach dem Tode sich so ganz in seinem eigenen Wesen ausspricht, so daß man nichts zu tun hat, als, um es zu beobachten, sich ganz zu verlieren, sich hinzugeben, sich zu identifizieren mit dem Wesen, daß man es sich ganz selbst aussprechen lassen kann.
[ 6 ] Let us hear here, as it were, the Self giving voice to what it feels within itself—through what it has become by filling itself with spiritual scientific insight. It is important to bear in mind that we are dealing here with a personality who had reached an advanced age in this physical life, and that this attainment of an advanced age is connected with the possibility of to characterize the Self—that the Self only fully expresses itself in its own essence after death, so that one has no choice but, in order to observe it, to lose oneself completely, to surrender, to identify with the essence, so that one can let it express itself entirely.
[ 7 ] Anders war es in einem anderen Fall. Da hatte man es zu tun mit einem verhältnismäßig früh eingetretenen Tod. Auf einen solchen Fall hinzuschauen, mahnen uns besonders die Zeitereignisse, da so. viele Menschen heute in jugendlichem Alter durch die Pforte des Todes gehen. Es war in dem Fall, von dem ich spreche, nicht die Veranlassung, die in vielen Fällen heute die Veranlassung ist, aber es war ein früh eingetretener Tod. Wenn der Tod so früh eintritt, daß man sagen kann: Wenn der Mensch alt geworden wäre, würde er noch viele Jahrzehnte gelebt haben, dann hat man es zu tun mit einem Ätherleib, der ja auch wird abgelegt werden, aber er ist so, daß er noch viele Jahrzehnte hindurch den physischen Leib mit Kräften versorgen könnte. Wer so durch den Tod geht, daß er noch Jahrzehnte hätte leben können, der übergibt der geistig-elementaren Welt einen Ätherleib, der noch unverbraucht ist. Unzählige solcher unverbrauchter Ätherleiber gehen heute in die geistige Welt. Wenn wir davon sprechen, daß wir aus der Geisteswissenschaft heraus viel Hoffnung haben für das Zeitalter, das sich aus dem Schoße unserer Ereignisse entwickelt, so kommt da in Betracht, daß die, die jetzt durch den Tod gehen, in der Geisteswelt Zeugen sein werden für ein Wirken in geistigem Sinn und schon durch ihre Individualität in das Erdenleben Kräfte hereinsenden werden. Aber ihr Ätherleib ist noch als etwas Zweites, etwas Besonderes da, er ist unverbraucht. Eine große Summe solcher Ätherleiber wird da eine Kraft darstellen, die hineinwirken wird in die Menschen, welche leben werden, wenn wieder Friede eingetreten sein wird, und Helfer werden sie sein, damit die materialistische Weltanschauung durch eine spirituelle Weltanschauung abgelöst werden kann.
[ 7 ] The situation was different in another case. That case involved a death that occurred relatively early in life. Current events in particular urge us to consider such cases, since so many people today pass through the gates of death at a young age. In the case I am referring to, the cause was not the same as in many cases today, but it was a death that occurred at an early age. When death occurs so early that one can say: ‘If this person had grown old, they would have lived for many more decades,’ then we are dealing with an etheric body that will indeed be shed, but which is such that it could have continued to supply the physical body with vital forces for many more decades. Anyone who passes away in such a way that they could have lived for decades longer hands over to the spiritual-elemental world an etheric body that is still unspent. Countless such unspent etheric bodies are entering the spiritual world today. When we speak of having great hope, based on spiritual science, for the age that is emerging from the very heart of our events, we must take into account that those who are now passing through death will be witnesses in the spiritual world to a spiritual working and will, through their very individuality, send forces into earthly life. But their etheric bodies are still present as something separate, something special; they remain unspent. A great multitude of such etheric bodies will constitute a force that will influence the people who will be living once peace has returned, and they will serve as helpers so that the materialistic worldview can be replaced by a spiritual one.
[ 8 ] Befestigt können wir werden, wenn wir es gerade erleben, wie in jugendlichem Alter uns Menschen hinsterben und wir dann gewissermaßen wahrnehmen können, was da geschieht.
[ 8 ] We can gain a deeper understanding when we experience firsthand how people die at a young age and we are then able, in a sense, to perceive what is happening.
[ 9 ] Bei dem zweiten Fall, wo wiederum das Karma unserer geistigen Strömung dazu geführt hat, daß ich bei einer durch die Pforte des Todes gegangenen Persönlichkeit bei der Einäscherung zu sprechen hatte, da war es so, daß längere Zeit verflossen war zwischen dem Eintrirt des Todes und der Einäscherung, vom Mittwoch bis Montag. Da war dieser Ätherleib schon abgetrennt, und für meine okkulte Beobachtung hatte ich gewissermaßen in der Nacht, bevor ich zu sprechen hatte, den Ätherleib verloren gehabt; der Ätherleib war für die Beobachtung verloren gegangen. Die Individualität war schon mit Astralleib und Ich losgelöst. Hier stand die betrachtende Seele einem Astralleib und Ich gegenüber und es entstand der Impuls, wiederum die Leichenrede einzuleiten und abzuschließen durch Worte, welche mit der Individualität etwas zu tun hatten. Da ergab sich nicht etwas, was die Individualität selbst ausgesprochen hatte. Dadurch, daß sie vom Ätherleib und physischen Leib losgelöst war, ergab sich die Möglichkeit, in — wie ich glaube — präzise Worte zu fassen die ganze Art, wie diese Individualität hier im Erdenleben war. Wiederum sind diese Worte nicht so, wie sie von mir gemacht sind, sondern so, wie sie ein Inspirationsimpuls gemacht hat, wie sie sein mußten, wie sie charakterisieren die Individualität, die durch den Tod gegangen war. Sie ergaben sich als Inspiration der betrachtenden Seele, indem sie sich dem Eindruck der durch die Pforte des Todes gegangenen Persönlichkeit hingab. Es ergaben sich die Worte:
[ 9 ] In the second case—where, once again, the karma of our spiritual current led me to speak at the cremation of a person who had passed through the gate of death—a considerable amount of time had elapsed between the onset of death and the cremation, from Wednesday to Monday. By then, the etheric body had already been separated, and as far as my occult observation was concerned, I had, so to speak, lost track of the etheric body the night before I was to speak; the etheric body had become unobservable. The individuality had already become detached, along with the astral body and the “I.” Here, the observing soul found itself facing an astral body and an “I,” and the impulse arose to once again begin and conclude the eulogy with words that had something to do with the individuality. Yet nothing emerged that the individuality itself had spoken. Because it was detached from the etheric body and the physical body, the possibility arose to express—in what I believe to be precise words—the entire nature of how this individuality had lived here on Earth. Again, these words are not as I have formulated them, but as an impulse of inspiration has shaped them—as they had to be, as they characterize the individuality that had passed through death. They arose as an inspiration of the contemplating soul as it surrendered to the impression of the personality that had passed through the gate of death. The words that emerged were:
Du tratest unter uns.
Deines Wesens bewegte Sanftmut
Sprach aus Deiner Augen stiller Kraft
Ruhe, die seelenvoll belebt,
Floß in den Wellen,
Mit denen Deine Blicke
Zu Dingen und zu Menschen
Deines Innern Weben trugen; —
Und es durchseelte dieses Wesen
Deine Stimme, die beredt
Durch des Wortes Art mehr
Als in dem Worte selbst
Offenbarte, was verborgen
In Deiner schönen Seele weset;
Doch das hingebender Liebe Teilnahmsvoller Menschen
Sich wortlos voll enthüllte — —
Dies Wesen, das von edler, stiller Schönheit,
Der Welten-Seelen-Schöpfung
Empfänglichem Empfinden kündete.
You walked among us.
The gentle grace of your being
Spoke of the quiet power in your eyes
A peace that soulfully enlivens,
Flowed in the waves,
With which your gaze
Carried the inner workings of your soul
To things and to people; —
And it permeated this being
Your voice, which eloquently
Through the very nature of the word
More than in the word itself
Revealed what lay hidden
In your beautiful soul;
Yet the devotion of loving, compassionate people
Revealed itself fully, without words — —
This being, of noble, quiet beauty,
Proclaimed a sensibility
Receptive to the creation of the world’s souls.
[ 10 ] Diese Worte waren bei der Einäscherung gesprochen, und das Eigentümliche stellte sich heraus, daß der Moment, den man nur uneigentlich einen Moment des Aufwachens nennen könnte, eintrat, als nun die Hitze des Brennofens gerade den physischen Leib der Persönlichkeit ergriff. Und so trat für diese Persönlichkeit, die durch die Todespforte gegangen war, einen Augenblick die Möglichkeit ein, Bewußtsein schon zu entwickeln, und zwar gerade nicht während der Leichenzeremonie, sondern als diese vorüber war und die Hitze den dem Feuer übergebenen Leib umspielte. Dann trat wiederum Unbewußtheit ein. Solche Augenblicke der Bewußtheit können dann, nachdem sie durch Unbewußtheit unterbrochen wurden, wieder eintreten, bis sich das völlige Bewußtsein eine gewisse Zeit nach dem Tode einstellt. Dabei zeigte sich in diesem Fall besonders klar, wie das Bewußtsein wirkt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Dies Bewußtsein sieht die Zeit in anderer Form als der Mensch die Zeit wahrnimmt, wenn er hier im physischen Leibe lebt. In solch einem Fall zeigt sich das besonders bedeutungsvoll. Das Wahrnehmen der Zeit durch denjenigen, der keinen physischen Leib trägt, kann nur mit unserem Raumessehen verglichen werden. Wir können hier im physischen Leib immer zurückschauen; was wir gesehen, bleibt stehen. Wenn in der Zeit etwas an uns vorübergegangen ist, müssen wir in der Erinnerung auf dies Bild zurückblicken, es muß aufsteigen in unserem Bewußtsein. So ist es bei demjenigen nicht, der keinen physischen Leib mehr trägt. Die entkörperte Seele sieht so zurück wie wir im Raum.
[ 10 ] These words were spoken during the cremation, and what was remarkable was that the moment—which one could only loosely call a moment of awakening—occurred just as the heat of the furnace began to take hold of the personality’s physical body. And so, for this personality who had passed through the gate of death, there was a brief moment when the possibility arose to develop consciousness—not during the funeral ceremony itself, but after it was over and the heat was enveloping the body consigned to the fire. Then unconsciousness set in again. Such moments of consciousness can then, after being interrupted by unconsciousness, occur again until full consciousness sets in some time after death. In this case, it became particularly clear how consciousness functions once a person has passed through the gate of death. This consciousness perceives time in a different way than a person perceives time while living here in the physical body. This is especially significant in such a case. The perception of time by one who does not possess a physical body can only be compared to our perception of spatial dimensions. Here in our physical bodies, we can always look back; what we have seen remains fixed. When something has passed us by in time, we must look back at that image in our memory; it must rise up into our consciousness. This is not the case for those who no longer have a physical body. The disembodied soul looks back in the same way that we perceive space.
[ 11 ] So schaute da die Tote auf das Gesprochene zurück, wie man im Raum zurückschaut. Das Gesprochene stand jetzt vor ihrer Seele. Gerade an solch konkreten Fällen zeigt sich die Eigentümlichkeit der Geisteswelt. Nun sagte ich ja eben, daß ich in der Zeit, in der die Worte der Leichenrede geprägt werden sollten, gewissermaßen für die Beobachtung den Ätherleib verloren hatte, aber eine zweite Beobachtung zeigte, daß es gerade dieser Ätherleib war, der die Möglichkeit gegeben hat, die Inspiration zu haben, die in diese Worte geprägt war. Als ich den Ätherleib wieder finden konnte — ich meine für die Beobachtung —, da wurde ich gewahr, wo dieser Ätherleib war, als ich die Worte prägte. Es war in der Nacht vom Sonntag auf den Montag. Ich sagte, ich habe ihn verloren, ich bin erst viel später darauf gekommen, wo er eigentlich war: Ich steckte selbst darin. — Er war eine sich auflösende Wolke. Das Ich und der Astralleib waren schon abgetrennt. Weil ich drinsteckte, nahm ich den Ätherleib nicht wahr, wie eine Wolke, in der man steckt; aber was in ihm lebte, gab die Inspirationsmöglichkeit, die Worte, die ich vorlas, zu prägen.
[ 11 ] And so the dead woman looked back at what had been said, just as one looks back across a room. What had been said now stood before her soul. It is precisely in such concrete cases that the peculiarity of the spiritual world becomes apparent. Now, I just said that during the time when the words of the eulogy were to be formulated, I had, so to speak, lost my etheric body for the purpose of observation; but a second observation showed that it was precisely this etheric body that had made it possible to receive the inspiration that was embodied in these words. When I was able to find the etheric body again—I mean for the purpose of observation—I became aware of where this etheric body had been while I was formulating the words. It was during the night from Sunday to Monday. I said I had lost it; it was only much later that I realized where it actually was: I was inside it myself. — It was a dissipating cloud. The “I” and the astral body had already separated. Because I was inside it, I did not perceive the etheric body—just as one does not perceive a cloud when one is inside it; but what lived within it provided the inspiration that enabled me to formulate the words I read aloud.
[ 12 ] Sie sehen da in intime Geheimnisse des Zusammenlebens der Menschenseele mit den Geisteswelten hinein. Ich würde es gar nicht wagen, das so ohne weiteres auszusprechen, wenn das nur in einem einzelnen Fall eingetreten wäre, aber es hat sich mir im dritten Fall wieder bestätigt. Da war ich wieder im selben Fall, Worte zu prägen, welche charakterisierten die Individualität dieser dritten, durch die Pforte des Todes gegangenen, in unserem Kreise stehenden Persönlichkeit. Der Tod dieser Persönlichkeit hatte für unser Fühlen auf dem physischen Plan etwas besonders Schmerzvolles, weil sie zu den besten Hoffnungen berechtigte in bezug auf die geisteswissenschaftliche Arbeit innerhalb unseres Kreises. Diese Persönlichkeit hat in der Zeit, in der sie hier auf Erden lebte, viel von dem aufgenommen, was man gegenwärtig Gelehrsamkeit nennen kann, fand sich ganz da hinein und hatte das feste Bestreben, etwas zu tun, was notwendig ist innerhalb unserer geistigen Bewegung, nämlich sich einzuleben in das, was man gegenwärtig Wissenschaft nennt, und in der Seele selbst diese Wissenschaft so umzugestalten, daß sie auf einer höheren Stufe wiedergebiert, was geisteswissenschaftliche Einsicht ist. Nicht jeder kann das tun, aber es gehört zu den Notwendigkeiten unserer Geisteswissenschaft. Konkordanz zwischen Wissenschaft und Geisteswissenschaft kann oft den, der Geisteswissenschaft nicht kennt, zu einer Überzeugung führen, aber nötig ist es, sich zu durchdringen mit der gegenwärtigen Wissenschaft, und wenn dies Durchdrungensein da ist, damit lebendig aufzusteigen in Geisteswissenschaft. Man kommt dann zu einem gewissen Punkt, in dem man die Übereinstimmung desjenigen, was gegenwärtige Wissenschaft gibt, mit der Geisteswissenschaft so sicher fühlt, so sicher weiß in seinem inneren Erleben, daß man darin nicht mehr beirrt werden kann durch etwas, was aus der gegenwärtigen materiellen Zeitkultur kommt.
[ 12 ] There you gain insight into the intimate secrets of the coexistence of the human soul with the spiritual worlds. I would not dare to state this so readily if it had occurred in only a single case, but it has been confirmed to me once again in this third case. Once again, in this same instance, I found myself formulating words that characterized the individuality of this third personality—who had passed through the gate of death and was a member of our circle. The death of this personality was particularly painful for us on the physical plane, because she had given us the greatest hope regarding the spiritual-scientific work within our circle. During the time this individual lived here on Earth, they absorbed much of what is currently called scholarship, immersed themselves fully in it, and had the firm aspiration to do something that is necessary within our spiritual movement—namely, to become attuned to what is currently called science, and to transform this science within the soul itself so that it gives birth anew, on a higher level, to what is spiritual-scientific insight. Not everyone can do this, but it is one of the necessities of our spiritual science. Harmony between science and spiritual science can often lead those unfamiliar with spiritual science to a conviction, but it is necessary to become thoroughly imbued with contemporary science, and once this imbued state is present, to rise from it into spiritual science in a living way. One then reaches a certain point at which one feels the harmony between what contemporary science offers and spiritual science so surely—knows it so surely in one’s inner experience—that one can no longer be misled by anything arising from the current materialistic culture of our time.
[ 13 ] Als diese Persönlichkeit durch die Pforte des Todes gegangen war, ergab sich wieder die Notwendigkeit, Anfang und Ende der Leichenrede in bestimmter Weise zu gestalten bei der Einäscherung, und es ergab sich der besondere Impuls, gerade dieser Individualität gegenüber hinzudeuten auf die Brücke, die für unsere geisteswissenschaftliche Bewegung besteht zwischen dem physischen Plan und der Geisteswelt. Für unser Fühlen auf dem physischen Plan ist es besonders schmerzvoll, daß uns diese Persönlichkeit jung entrissen wurde. Aber es würde unsere geisteswissenschaftliche Strömung, in der wir leben, nicht so viel Hoffnung erwecken können, wie sie erwecken muß, wenn wir nicht sicher wären, daß die Kräfte, die in der Geisteswissenschaft strömen, nicht nur von denen kommen, die auf dem physischen Plan leben, sondern daß solche Kräfte auch von denen kommen, die schon durch die Todespforte gegangen und mit Geisteswissenschaft ausgerüstet sind. So stand vor der Seele die Notwendigkeit, zu betonen: In diesem Moment wird dir ein Großes gegeben, wo du durch den Tod gegangen bist: ein Ruf, ein treuer Mitarbeiter zu bleiben auch jetzt, nachdem du durch die Pforte des Todes gegangen bist.
[ 13 ] When this individual had passed through the gate of death, it once again became necessary to structure the beginning and end of the eulogy in a specific way for the cremation, and a special impulse arose to point out to this particular individual the bridge that exists for our spiritual scientific movement between the physical plane and the spiritual world. For our feelings on the physical plane, it is particularly painful that this individual was taken from us so young. But the spiritual scientific movement in which we live would not be able to inspire as much hope as it must if we were not certain that the forces flowing through spiritual science come not only from those living on the physical plane, but also from those who have already passed through the Gate of Death and are equipped with spiritual knowledge. Thus, the soul felt compelled to emphasize: “At this moment, as you have passed through death, something great is given to you: a call to remain a faithful co-worker even now, after you have passed through the gate of death.”
[ 14 ] Ganz besonders muß, wer Geisteswissenschaft ernst nimmt, auf diejenigen, die nicht mehr auf dem physischen Plan sind, als auf reale Mitarbeiter rechnen.
[ 14 ] Anyone who takes spiritual science seriously must count on those who are no longer on the physical plane as real collaborators.
[ 15 ] So ergab sich die Notwendigkeit, Worte zu prägen, an deren Prägung ich gewissermaßen ganz unbeteiligt bin, die sich aus einem notwendigen Impuls heraus so ergaben, wie ich sie jetzt vorlesen werde. Sie werden gleich sehen, was es mit so geprägten Worten für eine Bewandtnis hat. Die Worte lauten so:
[ 15 ] This gave rise to the need to coin words—words that, in a sense, I had no part in creating, but which arose out of a necessary impulse, just as I am about to read them aloud. You will soon see what these coined words are all about. The words are as follows:
Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten,
Durch die Kraft des Seelenseins,
Sich dem Forschen zeigen möchten.Lautrer Wahrheitsliebe Wesen
War Dein Sehnen urverwandt;
Aus dem Geisteslicht zu schaffen,
War das ernste Lebensziel,
Dem Du rastlos nachgestrebt.Deine schönen Gaben pflegtest
Du, Um der Geist-Erkenntnis hellen Weg,
Unbeirrt vom Welten-Widerspruch,
Als der Wahrheit treuer Diener
Sichern Schrittes hinzuwandeln.Deine Geistorgane übtest Du,
Daß sie tapfer und beharrlich
An des Weges beide Ränder
Dir den Irrtum drängten,
Und Dir Raum für Wahrheit schufen.Dir Dein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Dir im Innern machtvoll strahle,
War Dir Lebenssorg’ und Freude.Andre Sorgen, andre Freuden
Sie berührten Deine Seele kaum,
Weil Erkenntnis Dir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten
Durch die Kraft des Seelenseins
Sich dem Forschen zeigen möchten.Ein Verlust, der tief uns schmerzt,
So entschwindest Du dem Feld,
Wo des Geistes Erdenkeime
In dem Schoß des Seelenseins,
Deinem Sphärensinne reiften.Fühle, wie wir liebend blicken
In die Höhen, die Dich jetzt
Hin zu andrem Schaffen rufen.
Reiche den verlaßnen Freunden
Deine Kraft aus Geistgebieten.Höre unsrer Seelen Bitte,
Im Vertrau’n Dir nachgesandt:
Wir bedürfen hier zum Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.Eine Hoffnung, uns beglückend,
Ein Verlust, der tief uns schmerzt:
Laß uns hoffen, daß Du ferne-nah,
Unverloren unsrem Leben leuchtest
Als ein Seelen-Stern im Geistbereich.
A hope that brings us joy:
Thus you entered the field,
Where the spirit’s blossoms on Earth,
Through the power of the soul’s being,
Wish to reveal themselves to the seeker.Your yearning was deeply connected
To the pure love of truth;
To create from the light of the spirit,
Was the solemn goal of life,
Which you pursued tirelessly.You cultivated your beautiful gifts
To walk the bright path of spiritual knowledge,
Unperturbed by the world’s contradictions,
As a faithful servant of truth
To walk forward with sure steps.You trained your spiritual faculties,
So that, brave and persistent,
On both sides of the path
They would push error aside for you,
And create space for truth.To shape your self into a revelation
Of pure light,
So that the sun-like power of the soul
Might shine mightily within you,
Was your life’s concern and joy.Other concerns, other joys
Barely touched your soul,
Because knowledge, as light,
That gives meaning to existence,
Appeared as the true value of life.A hope that brings us joy:
Thus you entered the field,
Where the earth’s spiritual blossoms
Through the power of soul-being
Wish to reveal themselves to inquiry.A loss that pains us deeply,
Thus you fade from the field,
Where the spirit’s earthly seeds
In the bosom of soul-being,
Matured in your spherical sense.Feel how we gaze lovingly
Toward the heights that now
Calling you onward to other work.
Extend to your departed friends
Your strength from the realms of the spirit.Hear the plea of our souls,
Sent to you in trust:
Here, for our earthly work,
We need strong power from the realms of the spirit,
For which we thank our departed friends.A hope that brings us joy,
A loss that pains us deeply:
Let us hope that You, far yet near,
Will continue to shine upon our lives
As a soul-star in the spiritual realm.
[ 16 ] Es war darauf einige Zeit der nächsten Nacht, als erklänge mir aus dem Betreffenden, aber nicht aus seinem Bewußtsein, sondern aus seinem Wesen wie eine Antwort, so daß man es auch gleich empfinden konnte als eine Antwort auf die Worte. Nicht als ob die Individualität das aus dem Bewußtsein gesagt hätte. Die Individualität erklang wie in Lauten:
[ 16 ] Some time later that night, something resounded to me from the person in question—not from his consciousness, but from his very being—as if in response, so that one could immediately perceive it as an answer to the words. Not as if the individuality had spoken those words from his consciousness. The individuality resounded as if in tones:
Mir mein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Mir im Innern machtvoll strahle
War mir Lebenssorg’ und Freude.Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten meine Seele kaum,
Weil Erkenntnis mir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.
To shape my self into a revelation
Of pure light,
So that the soul’s solar power
Might shine powerfully within me
Was my life’s concern and joy.Other cares, other joys,
They scarcely touched my soul,
For knowledge appeared to me as light,
Which gives meaning to existence,
As the true value of life.
[ 17 ] Jetzt erst merkte ich, daß das nur eine Umänderung der beiden Strophen, eine Umstellung der zweiten Person in die erste war. Sie sehen an diesem einen Beispiel, wie eine Korrespondenz der Seele eintritt, die hier im physischen Leben weilt, mit der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen. Darauf möchte ich besonders aufmerksam machen, daß solche Dinge so gegeben werden, daß man an den Worten nichts ändern kann, und Sie sehen ja, daß ich mir gar nicht bewußt war, warum die Worte der beiden Strophen so geprägt waren. Ich erkannte das erst aus der Antwort, die in der Nacht darauf erfolgte aus der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen. Wir müssen uns gewöhnen, auch in dieser Beziehung den Geisteswelten gegenüber nicht unmittelbar solche Gefühle zu hegen, wie sie entnommen sind dem Erleben hier in der physischen Welt. Merken Sie, daß es auf manches ankommt, wenn man ein richtiges verstehendes Verhältnis zur Geisteswelt gewinnen will. So könnte ich als kleines Beispiel auch dies erwähnen, was jetzt von ganz anderer Seite hergenommen ist. Als diese schweren Tage begonnen haben, waren diese Formeln, die wir jetzt gebrauchen, wie aus den Geisteswelten heraus gegeben, welche ich auch heute brauche, um die Seelen zu lenken zu denjenigen, die auf den Feldern der Ereignisse stehen, oder durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 17 ] Only now did I realize that this was merely a rearrangement of the two stanzas—a shift from the second person to the first. You can see from this single example how a correspondence arises between the soul that dwells here in physical life and the soul that has passed through the gate of death. I would like to draw particular attention to the fact that such things are given in such a way that one cannot change the words, and you can see that I was not at all aware of why the words of the two stanzas were phrased that way. I only realized this from the response that came the following night from the soul that had passed through the gate of death. We must accustom ourselves, in this regard as well, not to immediately harbor toward the spiritual worlds the same kinds of feelings that are derived from our experiences here in the physical world. Please note that many factors come into play when one wishes to develop a truly understanding relationship with the spiritual world. As a small example, I could also mention this, which is taken from an entirely different source. When these difficult days began, these formulas that we now use were as if given from the spiritual worlds—formulas that I still use today to guide souls toward those who stand in the midst of events or who have passed through the gate of death:
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Meiner Seele bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen (Erdenmenschen)
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Meine Bitte helfend strahle Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, active guardians,
May your wings bring
My soul’s imploring love
To the people of the spheres (earthlings) entrusted to your care
So that, united with your power,
My plea may shine forth in aid To the souls it lovingly seeks.
[ 18 ] Es heißt da: «Geister Eurer Seelen.» Ich habe in Berlin erleben müssen, daß jemand die Einwendung gemacht hat, das sei grammatikalisch nicht richtig, jetzt wisse man nicht bei der zweiten Zeile, worauf das «Eure Schwingen» sich beziehe, denn wenn man sagt: «Geister Eurer Seelen», wendet man sich an die, die da leben als Menschen, aber man wendet sich doch an die Geister derer, die da leben. So könnte der Pedant meinen, daß man sagen müßte: «Geister ihrer Seelen.» Ja, wir müssen uns schon bekanntmachen damit, daß in der Geisteswelt die Grammatik, die für die sinnliche Welt ganz selbstverständlich gilt, nicht immer eingehalten wird, daß man da mehr Beweglichkeit in der Seele haben muß. Man wendet sich hin: «Geister Eurer Seelen», aber in der zweiten Zeile ist selbstverständlich, daß man sich nicht zu einem oder einer Anzahl Menschen wendet, daß man sich da zu den schützenden Geistern wendet. Die Grammatik ist da nicht ausschlaggebend. Wir müssen uns klar sein, daß in den höheren Welten alles viel beweglicher ist, daß man nicht die Vorstellung von dem Menschen abzulenken braucht, wenn man sich an den schützenden Geist wendet. Er steht in viel engerem Zusammenhang mit dem Menschen selbst als zwei Menschen hier. Da muß man physische Grammatik anwenden, weil bei zwei physischen Menschen nicht ein solcher Zusammenhang zu sein braucht wie zwischen dem schützenden Geist und dem Menschen. So könnte man sagen: Gerade durch diese so gegebenen Worte, die vor der physischen Grammatik anfechtbar sind, ist etwas gegeben, was Eigentümlichkeit der höheren Welten ist. — Es werden die Worte dann, wenn man solche Dinge aus höheren Welten bekommt, zu Lehren. Manchmal versteht man solche Dinge erst viel später, manchmal ist dies Lernen dann nicht so leicht wie das fürwitzige Grammatikausbessern, das ja keine große Kunst ist. In solch intimes Verhalten gegenüber der Geisteswelt müssen wir uns hineinfinden. Auch bei der Darstellung der höheren Welten kommt es darauf an, daß man sie nicht erfaßt mit den groben Wortfügungen, die man sich hier in der physischen Welt angeeignet hat, so daß es oft recht leicht ist, anfechtbar zu finden eine Darstellung der höheren Welten, in denen ja das Reich der Geister der Form seine spezielle Gewalt verliert. Wir kommen beim Überschreiten der Schwelle in das Reich der Geister der Bewegung. Selbst der Stil muß da beweglicher werden. Die Geister der Form sind für die um uns ausgebreitete Welt. Dem Reich der Geister der Bewegung muß sich auch der Stil anpassen. Es wird schon die Zeit kommen, wo man sich in solche Dinge hineinfinden wird, und man darf nicht glauben, mit dem Stil, der für die physische Welt paßt, auch wirklich schildern zu können, was beweglich und flutend in der geistigen Welt ist.
[ 18 ] It says there: “Spirits of your souls.” I had to experience in Berlin that someone raised the objection that this was not grammatically correct; now, in the second line, one does not know to what “your wings” refer, because when one says, “spirits of your souls,” one is addressing those who live there as human beings, but one is, after all, addressing the spirits of those who live there. Thus, a pedant might think one should say: “Spirits of their souls.” Yes, we must come to terms with the fact that in the spiritual world, the grammar that applies quite naturally in the physical world is not always observed—that one must have greater flexibility in the soul there. One addresses them: “ Spirits of your souls,” but in the second line it goes without saying that one is not addressing one or a number of human beings, but rather the guardian spirits. Grammar is not decisive here. We must be clear that in the higher worlds everything is much more fluid, and that one need not divert one’s attention from the human being when addressing the guardian spirit. It is much more closely connected to the human being itself than two human beings are here. Physical grammar must be applied here because there need not be such a connection between two physical human beings as there is between the guardian spirit and the human being. So one could say: It is precisely through these words, as they are given—which are open to challenge according to physical grammar—that something is conveyed which is characteristic of the higher worlds. — When one receives such things from the higher worlds, the words become teachings. Sometimes one understands such things only much later; sometimes this learning is not as easy as the frivolous correction of grammar, which is, after all, no great art. We must find our way into such an intimate relationship with the spiritual world. Even in describing the higher worlds, it is essential not to capture them with the coarse turns of phrase one has acquired here in the physical world; thus, it is often quite easy to find a description of the higher worlds open to criticism, since in those realms the realm of the spirits of form loses its special power. When we cross the threshold, we enter the realm of the spirits of movement. Even the style must become more fluid there. The spirits of form pertain to the world that surrounds us. The style, too, must adapt to the realm of the spirits of movement. The time will come when we will become accustomed to such things, and we must not believe that the style suitable for the physical world can truly describe what is fluid and flowing in the spiritual world.
[ 19 ] Ich wollte an konkreten Fällen, an die unser Gesellschaftskarma herangeführt hat, einiges erklären über die Beziehung der Menschenseele zu den Geisteswelten, denn noch mehr als in abstrakter Charakteristik kann durch solch konkretes Sich-Hineinleben in einzelne Verhältnisse der Geisteswelten uns dies oder jenes klar werden, und vor allen Dingen kann an uns herantreten ein Gefühl dafür, daß durch unsere geisteswissenschaftliche Bewegung ein lebendiges Zusammenwirken der physischen Welt mit der höheren Welt allmählich wirklich entstehen muß. Nach mannigfachen Erfahrungen, die in den letzten Zeiten gemacht werden mußten, kann man sagen: So recht innerlich befestigt können die Hoffnungen, daß schon jetzt gewisse Dinge in bezug auf unsere spirituelle Bewegung eintreten, nur sein, wenn man gewiß ist, daß diejenigen, die schon durch die Pforte des Todes gegangen sind, unsere helfenden Mitarbeiter sein werden. — Das erfordert allerdings, daß wir mit intensivem Ernst dasjenige erfassen, was der Inhalt und die Intention unserer Geisteswissenschaft ist.
[ 19 ] I wanted to use specific cases—ones to which our collective karma has led us—to explain a few things about the relationship between the human soul and the spiritual worlds, for even more than through abstract descriptions, such concrete immersion into individual aspects of the spiritual worlds can make this or that clear to us; and above all, we can develop a sense that, through our spiritual scientific movement, a living interaction between the physical world and the higher world must gradually and truly come into being. In light of the many experiences we have had to undergo in recent times, we can say: The hope that certain things are already coming to pass with regard to our spiritual movement can only be truly and deeply rooted within us if we are certain that those who have already passed through the gate of death will be our helping collaborators. — This does, however, require that we grasp with intense seriousness the content and intention of our spiritual science.
[ 20 ] Ich möchte zusammenfassend etwas aussprechen, was schon ausführlich behandelt worden ist in dem Zyklus in Wien über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt, was wichtig ist zu berücksichtigen. Man kann sagen, weil man gewisse Worte, die für das physische Leben dienen, verwenden muß: Der Mensch ist in einer Art unbewußtem Schlafzustand nach dem Tode. Dann erwacht er, aber «erwacht» ist nicht ganz richtig gesagt. Das sieht aus, wie wenn man beim Erwachen zu einer Art Bewußtsein käme. Das ist nicht der Fall. Wenn der Mensch den Ätherleib abgelegt hat, hat er nicht zuwenig oder Schlaf-Bewußtsein, er hat zuviel Bewußtsein. Er hat eine Art überquellendes Bewußtsein. Wie man, von überflutendem Licht geblendet, nicht sehen kann, so ist nach dem Tode zuviel Bewußtsein da. Wir sind ganz von unendlich wirksamer Bewußtsein überflutet, erst herabdämpfen muß es sich bis zu dem Grad, den wir nach unserer Entwickelung in der physischen Welt uns angeeignet haben. Wir müssen uns orientieren in der Überfülle des Bewußtseins. Das, was man da «Aufwachen» nennt, ist erst ein Hineingewöhnen in den viel höheren Grad von Bewußtsein, in den wir eintreten nach dem Tode. Es ist ein Herabdämpfen des Bewußtseins bis zu dem Grade, den wir ertragen können.
[ 20 ] To summarize, I would like to mention something that has already been discussed in detail in the lecture series in Vienna on life between death and rebirth—something that is important to bear in mind. One might say—since we must use certain terms that apply to physical life—that after death, the human being is in a kind of unconscious, sleep-like state. Then they awaken, but “awaken” is not quite the right word. It looks as if, upon awakening, one were coming to a kind of consciousness. That is not the case. When a person has shed the etheric body, they do not have too little consciousness or a sleep-like consciousness; they have too much consciousness. They have a kind of overflowing consciousness. Just as one cannot see when blinded by overwhelming light, so too is there too much consciousness after death. We are completely flooded by infinitely potent consciousness; it must first subside to the degree we have acquired through our development in the physical world. We must find our bearings in this abundance of consciousness. What is called “awakening” there is merely a process of acclimating to the much higher level of consciousness we enter after death. It is a dampening of consciousness down to the level we can endure.
[ 21 ] Ein anderes ist, daß sich, ich möchte sagen, in jeder Beobachtung mehr zeigt, wie für gewisse Zustände des Daseins das Erleben in den Geisteswelten gerade entgegengesetzt ist dem Erleben in der physischen Welt. So ist es auch in einem Fall, auf den ich jetzt hindeuten will. Zwischen Geburt und Tod ist es so, daß niemand eigentlich sich ohne höhere Erkenntnisse zurückerinnert an seine Geburt. Für keinen ist das eine Sache der eigenen Beobachtung. Wenn man hinhören wollte auf diejenigen Menschen, die sagen, sie glauben nichts, als was ihnen ihre fünf Sinne geben, könnte man einwenden: Dann darfst du auch nicht glauben, daß du einmal ein kleines Kind warst. Das glaubst du nur aus den folgenden zwei Untergründen: Weil du siehst, daß alle anderen Menschen so ihr Leben anfangen, da schließest du, daß das bei dir auch so war. Das ist nur ein Analogieschluß, oder die anderen haben es dir erzählt. — Durch Mitteilung und nicht durch Beobachtung weiß man, daß man auch durch Geburt ins Leben eingegangen ist. Es merkt kein Mensch, daß das nur ein Analogieschluß ist. Man müßte sagen: Ich kann aus eigener Beobachtung nichts wissen über dieses physischen Leibes Ursprung. Wenn der Mensch im physischen Leben zurückblickt, sieht er nicht bis zu seiner Geburt. Anders ist das zwischen Tod und neuer Geburt. Gerade der Fall, wo der innerliche Impuls aufstieg, dem, der durch die Pforte des Todes gegangen, solche Worte nachzusenden, die mit seinem Selbst etwas zu tun haben, die ihn charakterisierten, zeigt das. Dieser Impuls kommt von dem Drang, dem zu dienen, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, ihm das zu erleichtern, was er haben muß, möglichst bald: ein ungehindertes Hinblicken auf den Todesmoment. Denn so wenig man im physischen Leben auf die Geburt zurückblickt, so unerläßlich ist es, daß man zwischen Tod und neuer Geburt auf den Tod zurückblickt. Der Tod steht immer im Rückblick da, nur nimmt er sich von der geistigen Seite anders aus. Er mag von der physischen Seite Schreckliches haben, von der anderen Seite ist er das herrlichste Ereignis, auf das man blicken kann. Er zeigt das Herrliche, daß der Geist über das Physische siegt, indem er sich ihm entringt. Das gehört zum Schönsten, dies Erlebnis, das man zwischen Tod und neuer Geburt hat im Rückblick. Das ist wieder ein Beispiel, wie physische Welt und Geisteswelt entgegengesetzt sind.
[ 21 ] Another point is that, I would say, each observation reveals more clearly how, for certain states of existence, experience in the spiritual worlds is precisely the opposite of experience in the physical world. This is also the case in an instance to which I now wish to refer. Between birth and death, the fact is that no one actually remembers their birth without higher insights. For no one is this a matter of personal observation. If one were to listen to those people who say they believe nothing but what their five senses tell them, one might object: Then you must not believe that you were once a small child either. You believe this only for the following two reasons: Because you see that all other people begin their lives this way, you conclude that it was the same for you. This is merely an inference by analogy, or else others have told you so. — It is through what we’ve been told, and not through observation, that we know we entered life through birth. No one realizes that this is merely an inference by analogy. One would have to say: I cannot know anything from my own observation about the origin of this physical body. When a person looks back on their physical life, they cannot see all the way back to their birth. It is different between death and rebirth. This is precisely demonstrated by the case where the inner impulse arose to send such words to the one who has passed through the gate of death—words that have something to do with his self, that characterized him. This impulse stems from the urge to serve the one who has passed through the gate of death, to make it easier for him to attain what he must have as soon as possible: an unobstructed view of the moment of death. For just as one rarely looks back on birth in physical life, so it is essential to look back on death between death and rebirth. Death is always present in retrospect; it simply appears different from the spiritual perspective. It may have terrible aspects from the physical perspective, but from the other perspective, it is the most glorious event one can contemplate. It reveals the splendor of the spirit’s victory over the physical by breaking free from it. This experience—which one has in retrospect between death and new birth—is among the most beautiful things. This is yet another example of how the physical world and the spiritual world are opposites.
[ 22 ] Man lernt so allmählich die Eigentümlichkeiten der Geisteswelt kennen. Das sind Gesichtspunkte, die ich aphoristisch heute vor Ihnen entwickeln wollte. Ein weiterer Gesichtspunkt ist mittelbar bedeutend für Dinge, die wir jetzt erleben, der Gesichtspunkt, daß bei einem Menschen, der nach normalen Verhältnissen hier noch lang hätte leben können, ein unverbrauchter Ätherleib als Individualität dasteht neben der Individualität. Kurz dauert die Auflösung des Ätherleibes nur bei älteren Menschen. Wir sind immer umgeben von solchen noch nicht aufgelösten Ätherleibern. Wir leben einer Zeit entgegen, wo dies besonders bemerkbar sein wird, weil mittelbar von diesen Ätherleibern ausgehend eine Art Atmosphäre gebildet wird, wie sie in dieser Weise noch nicht in der Erdenentwickelung da war. Man könnte denken, daß ähnliches schon in früheren Kriegen eingetreten sei, aber die Dinge ändern sich, weil die Menschen früher anders durch den Tod gegangen sind. So viele Menschen, die im Leben nur von materieller Denkweise umringt waren wie jetzt, gab es früher nicht. Das begründet, daß diese Ätherleiber spirituelle Impulse abgeben werden. Weiter wird es sein, daß es Menschen hier auf der Erde gibt, die dies fühlend wissen und wissend fühlen. Ich habe darauf schon in den, ich möchte sagen, den Zeitereignissen gewidmeten Vorträgen hingedeutet. Was uns unsere Zeit lehren will, ist, daß wir nötig haben neben der spirituellen Verflachung auch Vertiefung in das, was als die Begleiterscheinungen später erscheinen wird. Müssen wir es denn nicht wirklich mit ungeheurer Betrübnis erfahren, daß in unserer Zeit, die sich für logisch so aufgeklärt hält, wo sich die wissenschaftliche Kultur durch allerlei populäre Kanäle in weiteste Kreise verbreitet hat, daß da wieder in weitesten Kreisen etwas Platz greifen kann, was wir als ein aus Leidenschaft geborenes Urteil ansehen müssen?
[ 22 ] One gradually comes to understand the peculiarities of the spiritual world. These are points of view that I wanted to present to you today in aphoristic form. Another aspect is indirectly significant for the things we are now experiencing: the fact that in a person who, under normal circumstances, could have lived here for a long time yet, an undissolved etheric body remains as an individuality alongside the individuality itself. The dissolution of the etheric body takes only a short time in older people. We are always surrounded by such etheric bodies that have not yet been dissolved. We are moving toward a time when this will be particularly noticeable, because a kind of atmosphere is formed indirectly from these etheric bodies—one that has not yet existed in this way in the course of Earth’s evolution. One might think that something similar had already occurred in earlier wars, but things are changing because people used to pass through death differently. There were not as many people in the past who were surrounded in life by a materialistic mindset as there are now. This explains why these etheric bodies will emit spiritual impulses. Furthermore, there will be people here on Earth who know this intuitively and feel it with certainty. I have already alluded to this in the lectures—I would say—devoted to current events. What our time seeks to teach us is that, alongside spiritual superficiality, we also need to delve deeper into what will later emerge as its accompanying phenomena. Must we not, then, experience with immense sorrow the fact that in our time—which considers itself so logically enlightened, where scientific culture has spread to the widest circles through all manner of popular channels—something can once again take hold in the widest circles that we must regard as a judgment born of passion?
[ 23 ] Wer die Stimmen derjenigen verfolgt, die Mitteleuropa wie in einer großen Festung eingeschlossen halten, der wird schon darauf kommen, was diese Leidenschaft in den Seelen der Menschen anrichtet. Man braucht nur nach West und Nordwest zu blicken, da kann man zunächst staunend davor stehen, wozu es menschliches leidenschaftliches Urteilen gebracht hat. Bessere Zeitungen werden da besonders lehrreich sein können. Wie wird da von diesen oder jenen hinausgebrüllt: Wir haben diesen Krieg nicht gewollt! — Wie wird von denen, die dem deutschen Wesen feindlich gegenüberstehen, demjenigen Gebiet, das am allerwenigsten Veranlassung hatte zu diesem Krieg: dem mitteleuropäischen — ganz sinnlos die Schuld an diesem Krieg beigemessen.
[ 23 ] Anyone who follows the voices of those who regard Central Europe as enclosed within a great fortress will soon realize what this passion is doing to people’s souls. One need only look to the west and northwest; there, one can initially stand in amazement at what human passion and judgment have brought about. Better newspapers will prove particularly instructive in this regard. How loudly do some of them shout: “We did not want this war!”—How senselessly do those who are hostile to the German spirit attribute the blame for this war to the very region that had the least cause for it: Central Europe.
[ 24 ] In dieser Beziehung ist es dem Deutschen in der Tat durch die ganze Art und Weise, wie sich deutsches Wesen entwickelt hat, schon objektiv möglich, eine Art nationaler Selbsterkenntnis zu erringen, wie sie die anderen Völker recht sehr vermissen lassen. Es wird ja ganz gewiß erst lange Zeit nach den kriegerischen Ereignissen den meisten Menschen möglich sein, namentlich außerhalb Mitteleuropas, die Verhältnisse so weit zu übersehen, daß man über die törichtsten Urteile der Gegenwart einigermaßen hinwegkommt. Für uns, die wir in einer geistigen Bewegung darinstehen, die nicht nur Theoretisches überliefern will, für uns sollte klar sein, daß solchen schweren Ereignissen gegenüber auch ein objektives Urteil gewonnen werden kann und daß wir über manches uns aufklären können in der Gegenwart gerade dadurch, daß wir in diesen schicksaltragenden Tagen darin leben. Wie leicht kann mancher kurzsichtige Geist kritisieren, was zu den Impulsen, zum Kern unserer Geisteswissenschaft gehört. Schmerzvolles hat in den letzten Monaten auf diesem Felde erfahren werden müssen. Da gibt es eine geisteswissenschaftliche Bewegung, die sagt, daß sie liebevoll dafür arbeitet, auf die Menschen eingehen zu wollen ohne Unterschied von Rasse und so weiter. Man kann sagen: Wie stimmt das, was von mir in dieser Zeit vorgebracht wurde, dazu? — Ich habe, bevor diese schweren, schicksaltragenden Tage über uns hereingebrochen sind, davor gewarnt, den Grundsatz von der Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit so aufzufassen, daß man ihn in das ganz Abstrakte verkehrt. Erinnern Sie sich, wie ich oft sagte: Wenn Leute kommen und sagen, Buddhisten, Mohammedaner, Christen sind nur verschiedene Formen eines Wesens —, so ist das, wie wenn man sagt: Salz, Zucker, Pfeffer sind alles Speisezutaten, also ist es gleichgültig, was ich nehme —, und streut Zucker in Suppe und Bier, weil es Speisezutat ist. In so abstrakter Weise einen solchen Grundsatz anwenden, kann bequem sein, aber dem, der ernst sucht, kann es nicht darauf ankommen. Wenn wir uns liebevoll einlassen auf das Wesenhafte der einzelnen europäischen Nationen, dann kommen wir dazu, zu erkennen, daß die Volksseele bei den Italienern zu der Empfindungsseele spricht, bei den Angehörigen der französischen Nation zu der Verstandesseele, bei der britischen Nation zu der Bewußtseinsseele, bei der deutschen Nation zu dem Ich. Nicht dadurch, daß man abstrakt über alles die Liebe ausgießt, kommt man zu Begriffen. Darin wird das Wesentliche unserer Bewegung bestehen, daß die Menschenseele unter Anerkennung der nationalen Eigentümlichkeiten sich zum Allgemein-Menschlichen erheben will. Geisteswissenschaft kann es dazu bringen, daß derjenige, der diesmal in Britannien geboren ist, sagt: Ich habe erkannt, daß ich die Volksseele besonders durch die Bewußtseinsseele sprechend habe, durch das, was die Beziehung der Seele zum physischen Plan regelt, was den Menschen geeignet macht, materiell zu sein. — Wenn er das erkennt, erkennt er, daß er abstreifen muß das, was ihm aus der Nationalität heraus entgegensteht, wenn er sich zum allgemeinen Menschentum erheben will. Diese Erkenntnis hilft immer, und wichtig ist es, daß man dasjenige erkenne, was Eigentümlichkeit der einzelnen nationalen Wesenheit ist. Wenn der Angehörige der russischen Kultur sich sagen wird: Das Eigentümliche der Volksseele ist, daß sie wie eine Wolke schwebt über dem einzelnen, daß der einzelne in chaotischem Denken hinaufsieht zur Volksseele, dadurch darauf angewiesen ist, in das Produktive der anderen Völker sich hineinzufinden —, dann wird er seinen Weg finden. Die, welche durch Geisteswissenschaft das Wesen der russischen Volksseele erkennen, werden sagen: Wozu bin ich Russe? Die Kraft, die ich dadurch erworben habe, habe ich, um die Kraft der anderen Nationen aufzunehmen.
[ 24 ] In this regard, the very nature of how the German character has developed makes it objectively possible for Germans to attain a kind of national self-awareness that is sorely lacking among other peoples. It will certainly be a long time after the events of the war before most people—especially those outside Central Europe—are able to gain a broad enough perspective on the situation to move beyond the most foolish judgments of the present. For us, who are part of a spiritual movement that seeks to pass on more than mere theory, it should be clear that even in the face of such grave events, an objective judgment can be reached, and that we can gain insight into many things in the present precisely because we are living through these fateful days. How easily some short-sighted minds criticize what belongs to the impulses, to the very core of our spiritual science. Painful experiences have had to be endured in this field in recent months. There is a spiritual science movement that claims it works lovingly to reach out to people without distinction of race and so on. One might ask: How does what I have put forward during this time fit in with that? — Before these difficult, fateful days broke upon us, I warned against interpreting the principle of equal rights and equal worth in such a way that it is turned into something entirely abstract. Do you remember how I often said: When people come and say, “Buddhists, Muslims, and Christians are just different forms of the same being”—that is like saying, “Salt, sugar, and pepper are all food ingredients, so it doesn’t matter which one I use”—and then sprinkling sugar into soup and beer because it is a food ingredient. Applying such a principle in such an abstract way may be convenient, but for those who are earnestly seeking, it cannot be the be-all and end-all. If we lovingly engage with the essential nature of the individual European nations, we come to recognize that the national soul speaks to the feeling soul in the Italians, to the intellectual soul in the French, to the conscious soul in the British, and to the “I” in the Germans. It is not by abstractly pouring love over everything that one arrives at concepts. The essence of our movement will consist in the human soul’s desire to rise to the universal human while acknowledging national characteristics. Spiritual science can lead the person born in Britain today to say: “I have come to realize that the national soul speaks to me particularly through the soul of consciousness—through that which governs the soul’s relationship to the physical plane, which enables human beings to be material.” — When he recognizes this, he realizes that he must shed whatever stands in his way as a result of his nationality if he wishes to rise to universal humanity. This insight is always helpful, and it is important to recognize what constitutes the distinctive character of each national entity. When a member of Russian culture says to himself: “The distinctive feature of the national soul is that it hovers like a cloud over the individual; that the individual, in a state of chaotic thinking, looks up to the national soul and is thereby compelled to find his way into the creative achievements of other nations”—then he will find his path. Those who, through spiritual science, recognize the essence of the Russian national soul will say: “Why am I Russian? The strength I have gained through this, I possess in order to absorb the strength of other nations.”
[ 25 ] Der Deutsche wird durch Geisteswissenschaft erkennen — er hat nötig, dies in aller Objektivität und Demut aufzufassen —, daß er durch das, was die Volksseele zu seinem Ich spricht, dazu prädestiniert ist, das Allgemein-Menschliche durch seine Nationalität zu suchen. Daß er mitbekommt, was ihn über die Nationalität hinausführt, das ist das Nationale deutschen Wesens. Darin besteht das konkret Nationale deutschen Wesens, daß es durch das Nationale über die Nation hinausgetrieben wird in das allgemeine Menschentum hinein. Daher ist der Übergang zu finden vom deutschen Idealismus zur Geisteswissenschaft im Hineinfließen des deutschen Idealismus in Geisteswissenschaft. Es ist nötig, sich zu konkretem Erfassen der geistigen Wirklichkeiten hindurchzuringen. Geisteswissenschaft gibt die Möglichkeit, konkret diese Dinge aufzufassen. — Wenn man erfährt, daß ein Franzose wie Renan sagt: Das, was er in der deutschen Kultur erhalten habe, komme ihm vor wie höhere Mathematik gegenüber der niederen, verglichen mit dem bei anderen Völkern Erlebten —, so ist da ausgesprochen, was gerade das deutsche Wesen charakterisiert. Wir haben schon einmal das Schicksal, dies erkennen zu müssen. Erkennen müssen wir es, können nicht anders als es erkennen, müssen aber mit derselben Objektivität erkennen, daß es unser Schicksal ist, wenn wir rechte Deutsche sind, zu spirituellem Leben fortzuschreiten, so wie es den Briten nötig ist, den Materialismus abzustreifen, um in. das Spirituelle hineinzukommen. Aus dem nationalen Wesen ergeben sich für die verschiedenen Völker verschiedene Aufgaben. Für den Deutschen ist besonders wichtig, daß er sich in die geistigen Welten desjenigen, was durch die deutsche Kultur strömt, hineinversenke. Für den Russen gibt es so etwas Nationales nicht. Es gibt für ihn nur die Möglichkeit, die Blutkraft zu gewinnen, die ihm möglich macht, das Wesen der anderen entgegenzunehmen. Es zeigt sich, daß das deutsche Wesen Wichtiges bei der Entwickelung der Volksseele erfuhr.
[ 25 ] Through spiritual science, the German will come to realize—and he must grasp this with complete objectivity and humility—that, through what the national soul speaks to his “I,” he is predestined to seek the universal human through his nationality. That he perceives what leads him beyond nationality—that is the national character of the German being. The concrete national character of the German being consists in the fact that, through the national, it is driven beyond the nation and into universal humanity. Therefore, the transition from German idealism to spiritual science is to be found in the flow of German idealism into spiritual science. It is necessary to strive toward a concrete grasp of spiritual realities. Spiritual science offers the possibility of comprehending these things concretely. — When one learns that a Frenchman like Renan says: “What he has received from German culture strikes him as higher mathematics compared to lower mathematics, when contrasted with what he has experienced among other peoples”—this expresses precisely what characterizes the German essence. We have, once again, the destiny of having to recognize this. We must recognize it; we cannot help but recognize it; but we must also recognize with the same objectivity that it is our destiny, if we are true Germans, to advance toward spiritual life, just as it is necessary for the British to shed materialism in order to enter into the spiritual realm. Different tasks arise for different peoples from their national character. For the German, it is particularly important to immerse himself in the spiritual worlds of that which flows through German culture. For the Russian, there is no such thing as a national essence. For him, there is only the possibility of gaining the power of blood that enables him to receive the essence of others. It becomes evident that the German essence has undergone significant developments in the evolution of the national soul.
[ 26 ] Die Volksseelen machen, wie die Menschen, eine Entwickelung durch. In den Jahren 1530 bis 1550 geschieht etwas Besonderes mit der italienischen Volksseele. Vorher ist diese Kultur noch nicht so abgeschlossen vom übrigen Europa wie nachher. Vor diesem Zeitpunkt wirkt die Volksseele in der Seele, nachher greift sie über das Seelische hinaus, gestaltet das Physische zum Nationalen hin. Der Mensch schreitet fort zum Unabhängigwerden vom Physischen. Umgekehrt die Volksseele. Sie wirkt erst auf die Seele, dann auf den Leib, so daß die italienische Volksseele vor dem 16. Jahrhundert bloß auf die Seele wirkte, später hingegen greift sie über das bloß Seelische in das Körperliche über, formt das Nervensystem, formt den Ätherleib, so daß der Mensch bestimmt, identifiziert wird auch in bezug auf das Leibliche. Der Mensch wird starrer, schließt sich mehr ab für die übrigen Kulturen.
[ 26 ] National souls, like human beings, undergo a process of development. Between 1530 and 1550, something special happens to the Italian national soul. Before this, this culture was not yet as isolated from the rest of Europe as it would be afterward. Prior to this point, the national soul acts within the soul; afterward, it extends beyond the soul, shaping the physical realm toward the national. The individual progresses toward independence from the physical. The national soul, on the other hand, first acts upon the soul and then upon the body, so that before the 16th century, the Italian national soul acted solely upon the soul; later, however, it extends beyond the purely soul-level into the physical realm, shaping the nervous system and the etheric body, so that the human being is defined and identified also in relation to the physical. Human beings become more rigid and increasingly close themselves off from other cultures.
[ 27 ] Für die französische Volksseele tritt ein solcher Zeitpunkt ein in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Da fängt die Volksseele an, vom Seelischen auf das Leibliche überzugreifen, macht die Nation starr. Für die Briten geschieht das erst von der Mitte des 17. Jahrhunderts an, und Shakespeare gehört noch nicht einem Zeitalter an, wo die Volksseele auf den Leib übergriff, daher verstehen die Deutschen ihn besser als die Briten. In der Zeit zwischen 1750 und 1850 findet eine Art Übergreifen der deutschen Volksseele vom Seelischen zum Leiblichen statt, sie zieht sich aber wieder davon zurück. Bei westlichen Völkern schwebt die Volksseele höher vorher, senkt sich dann in das Leibliche. Die, die früher in das Leibliche sich senkte, stieg dann wieder ins Geistige. Der Hinunterstieg war zwischen Mitte des 17. und 18. Jahrhunderts. Die deutsche Volksseele bleibt dadurch beweglicher. Sie bleibt nicht dauernd drunten, sie geht hinauf und herab, ergreift den Menschen und läßt ihn wieder frei.
[ 27 ] For the French national spirit, such a turning point occurred in the mid-17th century. That is when the national soul begins to shift from the spiritual to the physical, making the nation rigid. For the British, this does not happen until the mid-17th century, and Shakespeare does not yet belong to an era in which the national soul had shifted to the physical; therefore, the Germans understand him better than the British. Between 1750 and 1850, a kind of shift took place in the German national soul from the spiritual to the physical, but it then withdrew from it again. Among Western peoples, the national soul soars higher at first, then descends into the physical. Those that had previously descended into the physical then rose again into the spiritual. This descent took place between the mid-17th and 18th centuries. As a result, the German national soul remains more flexible. It does not remain down there permanently; it moves up and down, seizes the human being, and then sets him free again.
[ 28 ] Das sind Dinge, die erst in der Zukunft ganz werden verstanden werden. Wir müssen schon sagen, wir können nicht genug diese gegenwärtige schwere Zeit zugleich mit all ihrem Großartigen, Bedeutungsvollen im Tiefsten unserer Seele mitempfinden. Unendlich bedeutungsvoll müssen diese Ereignisse der Gegenwart sein für denjenigen, der sich für das in der Welt webende Geistige interessiert. Wenn einstmals die Menschen nachdenken werden über die Ursachen, die die gegenwärtigen Kriegsereignisse herbeigeführt haben, dann wird sich eines herausstellen: Mitgewirkt hat zu diesen gegenwärtigen Kriegsereignissen der Gegensatz zwischen den Volksseelen, aber wenn jemand in den künftigen Zeiten noch so sehr suchen wird auf dem physischen Plan nach dem, was die Ursachen seien, er wird immer etwas finden, was die Sache nicht aufklärt, weil die Ursachen nicht auf dem physischen Plan liegen, sondern weil man bei diesen Ereignissen sagen kann: Geistige Individualitäten, geistige Impulse wirken hinein. — Erst wenn die Menschheit das erkennen wird, wird man vernünftig sprechen über die Ursachen, die diese Ereignisse herbeigeführt haben. Man wird erkennen, daß die Menschen nur die Werkzeuge waren, durch die gute und böse Mächte gewirkt haben. Um zu diesem Urteil zu kommen, ist Vorurteilslosigkeit nötig, indem wir uns durchdringen mit dem, was Geisteswissenschaft dem Innersten der Seele, nicht nur dem Verstande, sein kann.
[ 28 ] These are things that will only be fully understood in the future. We must say that we cannot fully appreciate these difficult times—along with all their grandeur and significance—in the depths of our souls. These present events must be infinitely significant for those who are interested in the spiritual forces at work in the world. When people one day reflect on the causes that brought about the current events of war, one thing will become clear: The contrast between the national souls has contributed to these current war events; but no matter how earnestly someone in future times may search on the physical plane for the causes, they will always find something that fails to shed light on the matter, because the causes do not lie on the physical plane—rather, one can say of these events: spiritual individualities and spiritual impulses are at work within them. — Only when humanity comes to recognize this will it be possible to speak sensibly about the causes that brought about these events. People will come to realize that human beings were merely the instruments through which forces of good and evil worked. To arrive at this conclusion, we must be free of prejudice by immersing ourselves in what spiritual science can offer to the innermost depths of the soul—not merely to the intellect.
[ 29 ] Es kann einmal wichtig sein zu erkennen, wieviel von dem, was von seiten der britischen Welt Anteil genommen hat, wirklich innig mit dem Nationalcharakter zusammenhängt. Dann wird man etwas erkennen müssen, was sich mir seit Juli aufdrängte, bevor noch der Krieg begonnen hatte. Da konnte man verschiedene Urteile hören. Ich erzähle objektiv, möchte das Persönliche ganz unberücksichtigt von Ihnen wissen. Mir drängte sich auf, daß der Welt Gefahr drohte aus der Ursache, daß in London ein so furchtbarer Dummkopf die auswärtigen Angelegenheiten lenkte. Die Welt hält Grey für einen gescheiten, vielleicht geriebenen Menschen. Ich konnte ihn nie für etwas anderes halten, aus den intuitiven Eindrücken, als für einen Dummkopf, muß ihn heute für einen besonders dummen Menschen ansehen, den sich ahrimanische Mächte ausgesucht haben, weil er durch seine Nichtbesinnung über die Dinge besonderes Unheil stiften konnte. Durch äußere Gründe kann man nicht so recht beweisen, daß eine solche Persönlichkeit ein Dummkopf ist. Gestern kaufte ich ein Buch und fand darin einen Brief, den ein Ministerkollege des Grey geschrieben hat. Ich kenne den Brief erst seit gestern, halte aber den Grey seit Juli für einen Toren, der von Ahriman ausgesucht ist, um Unheil anzurichten. Es ist für uns interessant, wie der Briefschreiber seinen Kabinettskollegen qualifiziert: «Es ist für uns, die wir Grey seit Anbeginn seiner Laufbahn kennen, sehr unterhaltsam, zu beobachten, wie er seinen kontinentalen Kollegen imponiert. Sie scheinen irgend etwas in ihm zu vermuten, was durchaus nicht in ihm steckt. Er ist einer der hervorragendsten Sportangler des Königreichs und ein recht guter Tennisspieler. Politische oder diplomatische Fähigkeiten besitzt er wirklich nicht; man müßte denn eine gewisse ermüdende Langweiligkeit seiner Art zu reden und ein seltsames Beharrungsvermögen als solche anerkennen. Earl Rosebery sagte einmal von ihm, er mache einen so konzentrierten Eindruck, weil er nie einen eigenen Gedanken habe, der ihn von einer Arbeit ablenken könne, die man ihm mit genauen Direktiven in die Hand gegeben. Als neulich ein etwas temperamentvoller fremder Diplomat sich bewundernd über Greys leise Art äußerte, die nie erkennen lasse, was in ihm vorgehe, meinte ein vorwitziger Sekretär: «Ist eine tönerne Sparbüchse bis oben mit Gold gefüllt, so klappert sie allerdings nicht, wenn man sie schüttelt. Ist aber kein einziger Penny drin, so klappert sie auch nicht. Bei Winston Churchill klappern ein paar Nickel so laut, daß es einem auf die Nerven geht, bei Grey nicht das geringste Klappern. Nur wer die Büchse in der Hand hält, kann wissen, ob sie ganz voll oder ganz leer ist!» Das war frech, aber gut gesagt. Ich glaube, daß Grey einen sehr anständigen Charakter hat, wenn ihn auch eine gewisse stupide Eitelkeit gelegentlich einmal verführen mag, sich auf Angelegenheiten einzulassen, von denen Hände, die auf unbedingte Sauberkeit halten, besser wegblieben. Seine Entschuldigung ist aber immer, daß er aus sich selbst heraus keine Sache zu übersehen und durchzudenken vermag. Er, der von sich aus in keiner Weise ein Intrigant ist, kann, sobald ein geschickter Intrigant sich seiner bedienen mag, als der vollkommenste Intrigant erscheinen. Darin lag für politische Intriganten schon immer eine Versuchung, sich gerade ihn zum Werkzeug zu wählen, und allein diesem Umstande verdankt er seine heutige Stellung.»
[ 29 ] It may one day be important to recognize how much of the sympathy expressed by the British world is truly and deeply connected to the national character. Then one will have to acknowledge something that has been weighing on my mind since July, even before the war had begun. At that time, one could hear various opinions. I am recounting this objectively; I would like you to set aside all personal considerations. It struck me that the world was in danger because such a terrible fool was directing foreign affairs in London. The world considers Grey to be a clever, perhaps even shrewd, man. Based on my intuitive impressions, I could never have regarded him as anything other than a fool; today I must regard him as a particularly foolish man whom Ahrimanic forces have chosen because, through his failure to reflect on matters, he was capable of causing particular harm. One cannot really prove, based on external evidence, that such a personality is a fool. Yesterday I bought a book and found in it a letter written by one of Grey’s fellow ministers. I only became aware of the letter yesterday, but I have regarded Grey since July as a fool chosen by Ahriman to wreak havoc. It is interesting for us to see how the letter’s author characterizes his cabinet colleague: “It is very entertaining for us, who have known Grey since the beginning of his career, to observe how he impresses his continental colleagues. They seem to suspect something in him that is certainly not there. He is one of the most outstanding sport fishermen in the kingdom and a quite good tennis player. He truly possesses no political or diplomatic skills; unless, that is, one were to recognize a certain tiresome dullness in his manner of speaking and a strange tenacity as such qualities. Earl Rosebery once said of him that he made such a focused impression because he never had a thought of his own that might distract him from a task entrusted to him with precise instructions. When a somewhat spirited foreign diplomat recently remarked admiringly on Gray’s quiet manner, which never reveals what is going on inside him, a cheeky secretary remarked: “If a clay piggy bank is filled to the brim with gold, it certainly doesn’t rattle when you shake it. But if there isn’t a single penny in it, it doesn’t rattle either. With Winston Churchill, a few nickels rattle so loudly that it gets on your nerves; with Grey, not the slightest rattle. Only the one holding the box in his hand can know whether it’s completely full or completely empty!” That was cheeky, but well said. I believe that Grey has a very decent character, even if a certain mindless vanity may occasionally tempt him to get involved in matters that hands committed to absolute integrity would do well to avoid. His excuse, however, is always that he is incapable, on his own, of surveying and thinking through any matter. He, who is by no means a schemer in his own right, can appear to be the most consummate schemer as soon as a skilled schemer chooses to make use of him. This has always been a temptation for political schemers to choose him specifically as their tool, and it is solely to this circumstance that he owes his current position.”
[ 30 ] Das ist ein Beispiel, wie man sich irren kann, wenn man nicht versucht, objektiv auf die Dinge zu schauen. An dieser Persönlichkeit, die nicht durch besondere Schlauheit sich auszeichnet, sondern durch persönliche Anglerfähigkeiten, die nichts zu tun haben mit den Fähigkeiten, auf die es ankommt, sieht man die ahrimanischen Mächte wirken, welche notwendigerweise wirken mußten von der inneren Seite her, damit die Ereignisse eintraten. Man wird nach und nach einsehen, daß man gerade diesen Ereignissen gegenüber sich wird klar sein müssen, wie Übersinnliches im Guten und Bösen anerkannt werden muß. Wenn man diese Ereignisse wird verstehen wollen aus dem, was man auf dem physischen Plan beobachten kann, wird man diese Ereignisse nicht verstehen können. Man wird einsehen, wie die verschiedenen Impulse herübergeströmt sind, wie seit langer Zeit sich im Osten das vorbereitete, was den Impuls zu diesen Ereignissen gab, wie aus denjenigen Dingen, die gerade im östlichen Europa zu beobachten sind, die Faktoren sich entwickelten, die notwendigerweise einmal die Kriegsfackel entzünden mußten, wie der gegenwärtige Moment den Krieg brachte, weil die westlichen Faktoren sich eingelassen auf die Brandstiftung aus dem Osten, aus Gründen, die nur erkannt werden können, wenn man auf die wichtigen Ursachen eingeht. Es wird wichtig sein, daß gerade diese historischen Ereignisse die Menschen zwingen werden, wenn sie die Ursachen erkennen wollen, zum Übersinnlichen hinzublicken, nicht auf dem physischen Plan stehenzubleiben, denn sonst werden sie lang streiten können. Wir werden sehen müssen, daß es, wohl mehr als für andere Menschen, für den Geisteswissenschafter eine Notwendigkeit ist, sich auf einen sichereren Horizont zu stellen als den, der aus der Erfahrung der Angelegenheiten der physischen Welt hervorgehen kann.
[ 30 ] This is an example of how one can be mistaken if one does not try to look at things objectively. In this individual, who is not distinguished by particular cleverness but rather by personal fishing skills that have nothing to do with the abilities that really matter, one can see the Ahrimanic forces at work—forces that necessarily had to act from within in order for these events to occur. One will gradually come to realize that, precisely in the face of these events, one must be clear about how the supersensible must be recognized in both good and evil. If one tries to understand these events based solely on what can be observed on the physical plane, one will not be able to understand them. One will come to see how the various impulses have flowed in, how what gave the impulse to these events had been preparing in the East for a long time, and how, out of the very things that can be observed in Eastern Europe, the factors developed that were bound to ignite the torch of war, and how the present moment brought about the war because Western factors became entangled in the arson from the East—for reasons that can only be understood by delving into the underlying causes. It will be important that these very historical events will compel people—if they wish to recognize the causes—to look toward the supersensible, rather than remaining on the physical plane; for otherwise, they will be able to argue for a long time. We will have to recognize that, perhaps more so than for other people, it is a necessity for the spiritual scientist to place himself on a more secure horizon than that which can arise from experience of the affairs of the physical world.
[ 31 ] Wie eingeengt der physische Horizont werden kann, hat sich seit Jahren gezeigt. Für viele begann geschichtliche Betrachtung erst im Juli. Auch manche in unseren Kreisen gaben sich sonderbaren Urteilen hin. Die Elemente zu dem, was ich sagen will, sind schon im Zyklus «Die Mission einzelner Volksseelen» in Kristiania gegeben worden. Da steht auch, daß im Osten sich vorbereitet, was in der sechsten nachatlantischen Kultur herauskommen will. Wir leben hier in der fünften Kultur. Wenn man abstrakt denkt, von der fünften Kultur steige die Menschheit immer höher zur sechsten und siebenten Kultur, dann kann einem der Kamm schwellen. Aber solches Vordringen ist nicht das Vorwärtsgehen der Kulturentwickelung der Menschheit. Bis zur vierten Kultur war eine Wiederholung der Erdentwickelung. Die fünfte Kultur ist die, auf die es ankommt; sie ist etwas Neues, das hinzugekommen ist, das herübergetragen werden muß in das sechste Zeitalter. Die sechste Kultur wird in Dekadenz sinken, es wird eine absteigende Kultur sein. Das muß berücksichtigt werden. Damit hängt zusammen, daß ein Geist wie Solowjow, der in gewisser Beziehung mit seinen habituellen Eigenschaften aus dem russischen Volkscharakter herausgewachsen ist, sich in die westliche Welt gesenkt hat, daß seine Philosophie westlich ist, zwar eingeschlossen in das’ Temperament des Ostens, aber in der Art, wie die Sätze fließen, das Russische erkennen läßt. — Eine Torheit wäre es, zu sagen, daß dem, der in westeuropäischer Kultur steht, etwas gegeben werden könnte, was über diese westeuropäische Kultur hinausginge.
[ 31 ] It has been evident for years just how narrow the physical horizon can become. For many, a historical perspective only began to emerge in July. Even some in our circles indulged in strange judgments. The elements of what I wish to say have already been presented in the cycle “The Mission of Individual National Souls” in Kristiania. It also states there that what is to emerge in the sixth post-Atlantean culture is currently being prepared in the East. We are living here in the fifth culture. If one thinks abstractly—that from the fifth culture, humanity ascends ever higher to the sixth and seventh cultures—then one’s pride may swell. But such an advance is not the true progression of humanity’s cultural development. Up to the fourth culture, it was a repetition of Earth’s development. The fifth culture is the one that matters; it is something new that has been added, which must be carried over into the sixth age. The sixth culture will sink into decadence; it will be a declining culture. This must be taken into account. Connected to this is the fact that a thinker like Soloviev, who in a certain sense grew out of the Russian national character with its habitual traits, has immersed himself in the Western world; his philosophy is Western, though imbued with the temperament of the East, yet the way his sentences flow reveals his Russian roots. — It would be folly to say that someone immersed in Western European culture could be given something that transcends that very Western European culture.
[ 32 ] Es sind dies wieder nur abgerissene Sätze gewesen, aber Sie werden durchhören den Appell an unsere geisteswissenschaftliche Strömung, zu versuchen, diese schwere Zeit auch dazu zu benützen, mit Konkretheit zu sehen und in Konkretheit dasjenige aufzufassen, was auch wirklich in unser Empfinden einfließen kann, wenn geisteswissenschaftliche Vorstellungen in dies unser Empfinden einfließen. Diese unsere Geisteswissenschaft wird sich in der Zukunft gerade dadurch bewähren müssen, daß sie den Weg hindurch findet durch die so unbändig aufgewühlten Leidenschaften in unserer Zeit.
[ 32 ] These have again been only fragmentary sentences, but you will hear through them the appeal to our spiritual scientific movement to try to use this difficult time also to see with concreteness and to grasp in concreteness that which can truly flow into our sensibility when spiritual scientific ideas flow into it. Our spiritual science will have to prove itself in the future precisely by finding its way through the passions that are so wildly agitated in our time.
[ 33 ] Ich bin mir wohl bewußt, daß ich seit dem Beginn dieser unserer schweren Zeit weder hier noch anderswo anders über die Dinge gesprochen habe als so, daß man vor einer objektiven Weltanschauung diese Dinge vertreten kann. Doch, was alles konnte man hören! Man kann auch da aus dem, was in den letzten Monaten vorging, lernen, wie es um so manches steht, wovon kritisierend in der Außenwelt gesprochen wird. Man hat oft das Urteil hören müssen, ein großer Teil der Mitglieder höre nur auf das Urteil des einen, es beruhe alles auf blindem Vertrauen. — Wie weit es mit dem blinden Vertrauen ist, konnte sich in diesem Moment zeigen.
[ 33 ] I am well aware that, since the beginning of these difficult times we are facing, I have spoken about these matters—both here and elsewhere—in a way that is consistent with an objective worldview. Yet, the things one has heard! One can also learn from what has happened in recent months about the state of many matters that are the subject of criticism in the outside world. We have often had to hear the judgment that a large portion of the members listen only to the judgment of one person, and that everything is based on blind trust. — Just how much of this blind trust there really is became apparent at that very moment.
[ 34 ] Über das, was von mir gesprochen wurde, konnte man hören: Der verwendet seine okkulten Fähigkeiten dazu, sie zur Prüfung der Wolffschen Telegramme zu vertrödeln. — Sonderbares Vertrauen von jemand, der in unserer Bewegung drinsteht, zu sagen, daß ich die Wahrheit des Wolffschen Telegraphenbüros zugunsten der Feinde Deutschlands verwende! — Das ist nur ein Urteil aus unzähligen. Da sehen Sie, wie auch in Geisteswissenschaft das hereinspielt, was jetzt in Begierden und Leidenschaften die Welt durchflutet. Das darf uns nicht abhalten, die Wahrheit zu ergründen in bezug auf das, was jetzt zu betonen unsere Obliegenheit ist. Das werden Sie einsehen können.
[ 34 ] Regarding what was said about me, one could hear: “He’s using his occult abilities to waste time examining Wolff’s telegrams.” — It is strange that someone within our movement would have the audacity to say that I am using the truth from Wolff’s telegraph office to benefit Germany’s enemies! — That is just one judgment among countless others. There you see how what is now flooding the world in the form of desires and passions also plays a role in spiritual science. That must not prevent us from seeking the truth regarding what we are now duty-bound to emphasize. You will be able to see that.
[ 35 ] Im Grunde genommen war es immer so, wie es jetzt ist. Das, was jetzt gesagt wurde, ist immer gesagt und getan worden. Ich habe schon früher betont, daß diese hier zur anthroposophischen Bewegung gewordene theosophische Bewegung sich nie in anderer Weise entwickeln wollte, als im geraden Fortgang mitteleuropäischer Kultur. Es hat sich nie darum gehandelt, sich von jemand ins Schlepptau nehmen zu lassen. Von englischer Seite faßte man, als man das bemerkte, gleich Mißtrauen gegen diese Mitteleuropäer, die nicht die Nachbeter dessen waren, was von britischer Theosophie gegeben wurde. Das Wahrheitsgefühl mußte die britische Auffassung des Christus-Problems ablehnen, sie war solcher Art, daß der Glaube entstehen konnte, Christus werde sich im physischen Leibe wiederverkörpern, weil man ein geistiges Kommen des Christus nicht verstehen konnte. Da zeigte sich die Unmöglichkeit des Zusammengehens der beiden Richtungen. In englischen theosophischen Zeitschriften finden Sie jetzt Zuschriften von Mrs. Besant, die in jeder Weise die Welt der Theosophie aufruft, um gegen Deutschland zu wirken. Da finden Sie eine nachträgliche Erklärung dafür, warum damals die deutsche theosophische Bewegung sich von der englischen lostrennen mußte. Mrs. Besant sagt: «.... Jetzt, wenn ich rückwärts blicke, im Lichte der deutschen Methoden, wie der Krieg sie uns offenbart, erkenne ich, daß die langandauernden Bemühungen, die theosophische Organisation einzufangen und einen Deutschen an ihre Spitze zu setzen — der Zorn gegen mich, als ich diese Bemühungen vereitelte, die Klage, daß ich über den verstorbenen König Eduard VII. als den Beschützer des europäischen Friedens gesprochen hatte, statt dem Kaiser die Ehre zu geben —, daß alles das ein Teil war der weit ausgebreiteten Kampagne gegen England, und daß die Missionare Werkzeuge waren, geschickt gebraucht durch die deutschen Agenten hier» (in Indien), «um ihre Pläne durchzusetzen. Wenn sie hätten verwandeln können die Theosophische Gesellschaft in Indien mit ihrer großen Anzahl von Verwaltungsbeamten in eine Waffe gegen die britische Regierung und sie dazu hätten erziehen können, emporzuschauen zu Deutschland als zu ihrer geistigen Führerin, statt einzustehen, wie sie es immer getan hat, für den gleichwertigen Bund zweier freier Nationen: so hätte sie allmählich ein Kanal für Gift in Indien werden können.»
[ 35 ] Essentially, things have always been the way they are now. What has just been said has always been said and done. I have emphasized before that this Theosophical Movement—which has now become the Anthroposophical Movement—never intended to develop in any way other than as a direct continuation of Central European culture. It was never a matter of allowing oneself to be led in someone else’s wake. When the British realized this, they immediately harbored suspicion toward these Central Europeans, who were not mere parrots of what British theosophy had to offer. A sense of truth compelled us to reject the British view of the Christ problem; it was of such a nature that it gave rise to the belief that Christ would reincarnate in a physical body, because they could not comprehend a spiritual coming of Christ. This revealed the impossibility of the two movements proceeding together. In English Theosophical journals you will now find letters from Mrs. Besant, in which she calls upon the entire Theosophical world in every way to act against Germany. There you will find a retrospective explanation of why the German Theosophical movement had to break away from the English one at that time. Mrs. Besant says: “.... Now, when I look back in the light of German methods, as the war has revealed them to us, I realize that the long-standing efforts to take over the Theosophical Society and place a German at its head—the anger directed at me when I thwarted these efforts, the complaint that I had spoken of the late King Edward VII as the protector of European peace, instead of giving the honor to the Kaiser—that all of this was part of the widespread campaign against England, and that the missionaries were tools, skillfully used by the German agents here” (in India), “to carry out their plans. “If they had been able to transform the Theosophical Society in India, with its large number of administrative officials, into a weapon against the British government, and if they had been able to train it to look to Germany as its spiritual guide, instead of standing up, as it has always done, for the equal alliance of two free nations—then it could gradually have become a conduit for poison in India.”
[ 36 ] [Lücke in der Nachschrift] Diese Persönlichkeit ist darauf gekommen, was ich damals wollte. — Da erkennen Sie die Ursachen, warum dieser Krieg zwischen Deutschland und England ausgebrochen ist. Sie können aber auch sehen, daß dem jetzigen Kampf unser auf das Spirituelle bezüglicher vorangegangen ist. Mancherlei, was da geschehen mußte, wird man jetzt vielleicht anders verstehen.
[ 36 ] [Gap in the postscript] This person figured out what I wanted back then. — There you can see the reasons why this war between Germany and England broke out. But you can also see that our struggle concerning the spiritual preceded the current one. Many things that had to happen back then may now be understood differently.
[ 37 ] Das Beteuern von Okkultismus [?] ist ein zweischneidiges Schwert. Es muß immer wieder gesagt werden, daß ein Wahrheitsgefühl die Seelen intensiv durchdringen muß, welche durch Okkultismus Heil, und nicht Unheil in der Welt anrichten wollen. Wie das zusammenhängt, was in unsere Seele durch die Zeitereignisse dringen muß, was wir als okkult Beflissene aus den Zeitereignissen lernen sollen, kann uns an dem Gedanken aufgehen: Wenn wieder Friede sein wird, werden in der Geisteswelt unverbrauchte Ätherleiber sein, die Kräfte herunterbringen wollen. Aus den Seelen, die durch Geisteswissenschaft angeregt sind, sollen auch Kräfte hinaufgehen, sich mit den Kräften von oben zu verbinden, dann wird für Fortschritt und Heil der Menschheit das, was Geisteswissenschaft sein kann, bedeutsam sein. Wenn wirklich recht viele Seelen, die in Wahrheit und Objektivität das empfinden, da sein werden, wenn viele Seelen mit Gedanken, die durch die spirituelle Weltauffassung angeregt sind, sich hinaufsehnen in die Geisteswelten, dann wird auch für diese Seelen das Schwierige unserer Zeit seinen Wert haben. Darum möchte ich auch heute den Zusammenhang unseres geistigen Strebens zum Ausdruck bringen durch die Worte:
[ 37 ] The advocacy of occultism [?] is a double-edged sword. It must be said time and again that a sense of truth must deeply permeate the souls of those who wish to bring healing—and not harm—to the world through occultism. How this relates to what must penetrate our souls through the events of the times—what we, as those devoted to the occult, are to learn from these events—can become clear to us through the following thought: When peace returns, there will be unused etheric bodies in the spiritual world that wish to bring down forces. From the souls inspired by spiritual science, forces will also rise to connect with the forces from above; then what spiritual science can be will be significant for the progress and well-being of humanity. If there are truly many souls who feel this in truth and objectivity, if many souls, with thoughts inspired by a spiritual worldview, yearn upward toward the spiritual worlds, then the difficulties of our time will also have value for these souls. That is why I would like to express the connection of our spiritual striving today through the words:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows
Guiding souls, spiritually aware,
Toward the realm of the spirit.
