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The Spiritual Background of World War I
GA 174b

13 May 1917, Stuttgart

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Die geistigen Hinter des Ersten Weltkrieges
  1. Reflections on Contemporary History, Volume I, tr. SOL

Zehnter Vortrag

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Es ist gewiß nur zu verständlich, wenn in der Seele des gegenwärtigen Menschen, mehr als es vielleicht sonst der Fall ist, das Bedürfnis auftaucht, die Zeit in ihrer Eigentümlichkeit etwas zu verstehen. Wir leben ja in diesen Jahren innerhalb von Ereignissen, welche nicht nur die ungeheuerlichsten Opfer von vielen Menschen verlangen, sondern welche wahrhaftig dem menschlichen Denken schwere Rätsel aufgeben, Rätsel der mannigfaltigsten Art. Warum mußten denn diese Dinge sich in unserem Zeitalter gerade in einer so furchtbaren Katastrophe offenbaren, wie sie nun durch die Entwickelung der Menschheit zieht? Das ist gewiß eine Frage, die den heutigen Seelen nahegeht. Die äußeren Ereignisse sehen wir wohl; wir müssen nur versuchen, immer mehr und mehr uns bereit zu machen, nicht bloß die allernächsten Ursachen für so schwerwiegende Ereignisse zu suchen, sondern zu den tieferen Kräften der Zeit unsere Augen hinlenken, und darauf, wie diese tieferen Kräfte in der Gesamtentwickelung der Menschheit begründet sind. Dann können wir für unser Gefühl, für unsere Empfindung vielleicht auch manches verstehen, was uns sonst unverständlich bleibt, was wir gewissermaßen nur anstarren können.

[ 1 ] Es ist gewiß nur zu verständlich, wenn in der Seele des gegenwärtigen Menschen, mehr als es vielleicht sonst der Fall ist, das Bedürfnis auftaucht, die Zeit in ihrer Eigentümlichkeit etwas zu verstehen. Wir leben ja in diesen Jahren innerhalb von Ereignissen, welche nicht nur die ungeheuerlichsten Opfer von vielen Menschen verlangen, sondern welche wahrhaftig dem menschlichen Denken schwere Rätsel aufgeben, Rätsel der mannigfaltigsten Art. Warum mußten denn diese Dinge sich in unserem Zeitalter gerade in einer so furchtbaren Katastrophe offenbaren, wie sie nun durch die Entwickelung der Menschheit zieht? Das ist gewiß eine Frage, die den heutigen Seelen nahegeht. Die äußeren Ereignisse sehen wir wohl; wir müssen nur versuchen, immer mehr und mehr uns bereit zu machen, nicht bloß die allernächsten Ursachen für so schwerwiegende Ereignisse zu suchen, sondern zu den tieferen Kräften der Zeit unsere Augen hinlenken, und darauf, wie diese tieferen Kräfte in der Gesamtentwickelung der Menschheit begründet sind. Dann können wir für unser Gefühl, für unsere Empfindung vielleicht auch manches verstehen, was uns sonst unverständlich bleibt, was wir gewissermaßen nur anstarren können.

[ 2 ] Fragen wir uns einmal: Welches ist denn im tiefsten Sinn ein schwerwiegendes Charakteristikon unserer Zeit? — Nun, wir können ja aus Auseinandersetzungen, die hier des öfteren gepflogen worden sind, gewiß uns nicht verhehlen, daß auf allen Gebieten in der neueren Zeit sich heraufgedrängt hat das, was wir den Materialismus, den Materialismus im weitesten Sinne des Wortes nennen. Materialismus! — fassen wir es wirklich gerade heute nicht so auf, daß wir nur unser Gefühl, unsere Sympathie und unsere Antipathie dem zuwenden, was wir mit dem Ausdruck Materialismus belegen; sondern versuchen wir zu empfinden, daß schon einmal ein Zeitalter kommen mußte, in dem der Materialismus gewissermaßen tonangebend ist in der Menschheitsentwickelung. Die Menschheit brauchte schon den Materialismus, das Durchgehen durch den Materialismus. Sie darf sich nur innerhalb des Materialismus nicht verlieren; sie darf sich nicht gewissermaßen diesem Materialismus so stark hingeben, daß sie den Zusammenhang mit der geistigen Welt nicht nur aus den Augen, sondern auch aus der Seele verliert. Daß dies nicht geschehe, dafür zu sorgen, daß der Zusammenhang mit der geistigen Welt erhalten bleibe, ist ja gerade die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Nun möchte ich heute versuchen, einiges vor Ihre Seele zu führen von Entwickelungsgesetzen des Menschengeschlechts, welches, wenn wir es in der richtigen Weise verstehen, beitragen kann zum’ Begreifen desjenigen, was rings um uns herum wirkt.

[ 2 ] Fragen wir uns einmal: Welches ist denn im tiefsten Sinn ein schwerwiegendes Charakteristikon unserer Zeit? — Nun, wir können ja aus Auseinandersetzungen, die hier des öfteren gepflogen worden sind, gewiß uns nicht verhehlen, daß auf allen Gebieten in der neueren Zeit sich heraufgedrängt hat das, was wir den Materialismus, den Materialismus im weitesten Sinne des Wortes nennen. Materialismus! — fassen wir es wirklich gerade heute nicht so auf, daß wir nur unser Gefühl, unsere Sympathie und unsere Antipathie dem zuwenden, was wir mit dem Ausdruck Materialismus belegen; sondern versuchen wir zu empfinden, daß schon einmal ein Zeitalter kommen mußte, in dem der Materialismus gewissermaßen tonangebend ist in der Menschheitsentwickelung. Die Menschheit brauchte schon den Materialismus, das Durchgehen durch den Materialismus. Sie darf sich nur innerhalb des Materialismus nicht verlieren; sie darf sich nicht gewissermaßen diesem Materialismus so stark hingeben, daß sie den Zusammenhang mit der geistigen Welt nicht nur aus den Augen, sondern auch aus der Seele verliert. Daß dies nicht geschehe, dafür zu sorgen, daß der Zusammenhang mit der geistigen Welt erhalten bleibe, ist ja gerade die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Nun möchte ich heute versuchen, einiges vor Ihre Seele zu führen von Entwickelungsgesetzen des Menschengeschlechts, welches, wenn wir es in der richtigen Weise verstehen, beitragen kann zum’ Begreifen desjenigen, was rings um uns herum wirkt.

[ 3 ] Daß wir im Zeitalter des Materialismus leben, verdankt man ja keineswegs etwa bloß der Schlechtigkeit und Schändlichkeit der menschlichen Seele im großen, sondern eben gewissen Entwickelungsgesetzen. Allerdings, das Angesicht des Materialismus in unserem Zeitalter. ist kein schönes, namentlich dann erscheint es nicht schön, wenn man dieses materialistische Antlitz mit dem Kulturantlitz älterer Zeitperioden vergleichen kann. Es darf deshalb doch nicht jemand in die reaktionäre Gesinnung verfallen, daß er erwa glauben wollte, die alten Kulturentwickelungen müßten wiederum heraufgetragen werden. Ganz bedeutsam ist ja für uns diese Eigenschaft des Materialismus unserer Zeit, daß auch hervorragende, geistig bedeutendste Persönlichkeiten ihre Seelenimpulse gar nicht bis zu dem Verständnis der geistigen Welt bringen können. Sie können einfach nicht. Man muß sich das einmal ganz vorurteilslos gestehen. Nehmen wir einen charakteristischen Geist aus dem 19. Jahrhundert, von dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel im internationalen Geistesleben Europas gesprochen wurde, Ernest Renan, der sich bemühte, den Christus-Impuls so zu verstehen, wie es eben seinem Zeitalter möglich war. «Das Leben Jesu» von Ernest Renan hat ja in den weitesten Kreisen großes Aufsehen gemacht und großen Einfluß bekommen. Aber Ernest Renan ist auf der einen Seite schon ein Geist, dem es ernst war um geistige Angelegenheiten, der aber auf der anderen Seite gar nicht sich Vorstellungen darüber bilden konnte, daß der Mensch einen Weg finden könne zu einer Anschauung über geistige Welten. Nehmen wir einen Ausspruch, den Ernest Renan in ziemlicher Jugend getan hat; da sagte er: Der Mensch der Gegenwart ist sich bewußt, daß er niemals etwas über die höchsten Ursachen des Universums und über seine eigene Bestimmung wissen wird. — Das ist ein führender Geist der Gegenwart, der so spricht, der es geradezu als eine wichtige Erkenntnis hinstellt, wenn der Mensch sich bewußt wird, daß er niemals etwas über die Ursachen des Universums und über seine Bestimmung wissen kann. Und er war kein oberflächlicher Mann, dieser Ernest Renan. Er lebte ein Leben der Erkenntnis. Und charakteristisch ist es, daß der alte Renan, der Greis gewordene Renan, einen anderen charakteristischen Ausspruch getan hat. Dieser Mann, der sich sein ganzes Leben hindurch in den Glauben hineingelebt hat, der Mensch könne nicht den Weg in die geistige Welt hinein finden, ja er müsse sich das gerade als eine höhere Erkenntnis einprägen, er sagte am Schlusse seines Lebens: Ich wollte, ich wüßte gewiß, daß es eine Hölle gäbe, denn besser die Hypothese der Hölle als die des Nichts. — Da sehen Sie etwas aus dem gepreßten Herzen der Gegenwart heraus gesprochen. Das Nichts starrt den Menschen an, wenn er die Sehnsucht hat, das Verlangen hat, eine geistige Welt zu gewinnen, eine geistige Welt, in die der Mensch etwa eintreten könnte, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet. Und ein Mensch, der sich errungen zu haben glaubt, daß der Mensch darüber erhaben ist, daß er auf ein solches Wissen verzichtet, der sagt am Ende seines Lebens: Besser wäre es zu wissen, daß es eine Hölle gibt, als das Nichts anzuschauen. — Man muß solche Dinge nachfühlen, wenn man Charakteristisches für unsere Zeit empfinden will.

[ 3 ] Daß wir im Zeitalter des Materialismus leben, verdankt man ja keineswegs etwa bloß der Schlechtigkeit und Schändlichkeit der menschlichen Seele im großen, sondern eben gewissen Entwickelungsgesetzen. Allerdings, das Angesicht des Materialismus in unserem Zeitalter. ist kein schönes, namentlich dann erscheint es nicht schön, wenn man dieses materialistische Antlitz mit dem Kulturantlitz älterer Zeitperioden vergleichen kann. Es darf deshalb doch nicht jemand in die reaktionäre Gesinnung verfallen, daß er erwa glauben wollte, die alten Kulturentwickelungen müßten wiederum heraufgetragen werden. Ganz bedeutsam ist ja für uns diese Eigenschaft des Materialismus unserer Zeit, daß auch hervorragende, geistig bedeutendste Persönlichkeiten ihre Seelenimpulse gar nicht bis zu dem Verständnis der geistigen Welt bringen können. Sie können einfach nicht. Man muß sich das einmal ganz vorurteilslos gestehen. Nehmen wir einen charakteristischen Geist aus dem 19. Jahrhundert, von dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel im internationalen Geistesleben Europas gesprochen wurde, Ernest Renan, der sich bemühte, den Christus-Impuls so zu verstehen, wie es eben seinem Zeitalter möglich war. «Das Leben Jesu» von Ernest Renan hat ja in den weitesten Kreisen großes Aufsehen gemacht und großen Einfluß bekommen. Aber Ernest Renan ist auf der einen Seite schon ein Geist, dem es ernst war um geistige Angelegenheiten, der aber auf der anderen Seite gar nicht sich Vorstellungen darüber bilden konnte, daß der Mensch einen Weg finden könne zu einer Anschauung über geistige Welten. Nehmen wir einen Ausspruch, den Ernest Renan in ziemlicher Jugend getan hat; da sagte er: Der Mensch der Gegenwart ist sich bewußt, daß er niemals etwas über die höchsten Ursachen des Universums und über seine eigene Bestimmung wissen wird. — Das ist ein führender Geist der Gegenwart, der so spricht, der es geradezu als eine wichtige Erkenntnis hinstellt, wenn der Mensch sich bewußt wird, daß er niemals etwas über die Ursachen des Universums und über seine Bestimmung wissen kann. Und er war kein oberflächlicher Mann, dieser Ernest Renan. Er lebte ein Leben der Erkenntnis. Und charakteristisch ist es, daß der alte Renan, der Greis gewordene Renan, einen anderen charakteristischen Ausspruch getan hat. Dieser Mann, der sich sein ganzes Leben hindurch in den Glauben hineingelebt hat, der Mensch könne nicht den Weg in die geistige Welt hinein finden, ja er müsse sich das gerade als eine höhere Erkenntnis einprägen, er sagte am Schlusse seines Lebens: Ich wollte, ich wüßte gewiß, daß es eine Hölle gäbe, denn besser die Hypothese der Hölle als die des Nichts. — Da sehen Sie etwas aus dem gepreßten Herzen der Gegenwart heraus gesprochen. Das Nichts starrt den Menschen an, wenn er die Sehnsucht hat, das Verlangen hat, eine geistige Welt zu gewinnen, eine geistige Welt, in die der Mensch etwa eintreten könnte, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet. Und ein Mensch, der sich errungen zu haben glaubt, daß der Mensch darüber erhaben ist, daß er auf ein solches Wissen verzichtet, der sagt am Ende seines Lebens: Besser wäre es zu wissen, daß es eine Hölle gibt, als das Nichts anzuschauen. — Man muß solche Dinge nachfühlen, wenn man Charakteristisches für unsere Zeit empfinden will.

[ 4 ] Nicht wahr, wir müssen ja doch uns klar sein: führende Geister braucht die Menschheit in jedem Zeitalter. Waren es in alten Zeiten die Mysterienpriester, so sind es für unser Zeitalter gewisse Philosophen, die immer mehr und mehr einen naturwissenschaftlichen Charakter annehmen. Ein Philosoph, den ich noch persönlich sehr gut gekannt habe, hat in seinem letzten Werk, «Die Tragikomödie der Weisheit», folgende Aussprüche getan. Er sagt: Wir haben nicht mehr Philosophie als ein Tier und unterscheiden uns nur von dem Tier durch die rasenden Versuche, zu einem Wissen kommen zu wollen, und durch die schließliche Ergebung in das Nichtwissen. — Der Betreffende, der also aus seinem Schürfen im Geistesleben zur Überzeugung gekommen ist, der Mensch könne nicht mehr Philosophie haben als ein Tier, ist ein Herr Professor der Philosophie und ein Universitätsprofessor geworden. Daher ist es nicht zu verwundern, daß wiederum tiefer angelegte Naturen doch irgendeinen Weg suchen wollen in die geistige Welt hinein, und daß sie sich gewissermaßen, weil sie sich nicht dazu aufraffen können aus den Impulsen, die ihnen die Zeit aus dem Materialismus heraus bietet, sich dem Nächstliegenden in die Arme werfen. Das sehen wir aus zahlreichen solchen Beispielen in unserer Gegenwart, wie etwa Maurice Barrès eines ist, der Franzose, der ja jetzt auch während der Kriegszeit unter den rasend gewordenen Deutschenhassern eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Vor dem Kriege war er charakteristisch als der Führer jener Jungfranzosen, welche, so viel es möglich ist, einen Weg zum Geistigen zu suchen, das eben versuchten. Maurice Barre&s suchte lange, und nachdem er lange gesucht hatte, da warf er sich dem landläufigen Katholizismus in die Arme, der katholischen Kirche, wie das ja viele Jungfranzosen getan haben. Es ist das schließlich nur ein besonderes Beispiel für einen weitgehenden Zug, wie er in unserer Zeit lebt und in seinem Katholischwerden zum Ausdruck gekommen ist. Aber versuchen wir nun einmal, in solche Seelen wie die des Maurice Barrès hineinzuschauen, wie sich der nun zu dem Suchen nach dem geistigen Leben stellt. Da muß ich sagen, ist schon ein charakteristischer Ausspruch dieses Maurice Barrès der folgende. Also einem Geistsucher der Gegenwart ist das folgende Wort entschlüpft: «Es ist vergebliche Mühe, das Jenseits zu suchen. Es existiert vielleicht nicht einmal!» Und dann sagt er weiter: «Und wie wir es auch anpacken, wir können nichts davon erfahren. Überlassen wir jedweden Okkultismus den Erleuchteten und den Gauklern. Welche Form der Mystizismus auch annehmen mag, er widerspricht der Vernunft. Aber geben wir uns dennoch der Kirche hin, erstens, weil sie untrennbar verbunden ist mit der Tradition Frankreichs, und dann, weil sie mit der Autorität der Jahrhunderte und großer praktischer Erfahrung das Wollen jener Ethik formuliert, die man die Völker und die Kirche lehren muß, und endlich, weil sie, weit davon entfernt, uns dem Mystizismus auszuliefern, uns direkt gegen ihn verteidigt, die Stimme der geheimnisvollen Haine» — mit den geheimnisvollen Hainen meint er alles das, was etwa aus den Mysterien heraus gekommen ist — «zum Schweigen bringt, die Evangelien auslegt und den großmütigen Anarchismus des Heilands den Bedürfnissen der modernen Gesellschaft opfert.»

[ 4 ] Nicht wahr, wir müssen ja doch uns klar sein: führende Geister braucht die Menschheit in jedem Zeitalter. Waren es in alten Zeiten die Mysterienpriester, so sind es für unser Zeitalter gewisse Philosophen, die immer mehr und mehr einen naturwissenschaftlichen Charakter annehmen. Ein Philosoph, den ich noch persönlich sehr gut gekannt habe, hat in seinem letzten Werk, «Die Tragikomödie der Weisheit», folgende Aussprüche getan. Er sagt: Wir haben nicht mehr Philosophie als ein Tier und unterscheiden uns nur von dem Tier durch die rasenden Versuche, zu einem Wissen kommen zu wollen, und durch die schließliche Ergebung in das Nichtwissen. — Der Betreffende, der also aus seinem Schürfen im Geistesleben zur Überzeugung gekommen ist, der Mensch könne nicht mehr Philosophie haben als ein Tier, ist ein Herr Professor der Philosophie und ein Universitätsprofessor geworden. Daher ist es nicht zu verwundern, daß wiederum tiefer angelegte Naturen doch irgendeinen Weg suchen wollen in die geistige Welt hinein, und daß sie sich gewissermaßen, weil sie sich nicht dazu aufraffen können aus den Impulsen, die ihnen die Zeit aus dem Materialismus heraus bietet, sich dem Nächstliegenden in die Arme werfen. Das sehen wir aus zahlreichen solchen Beispielen in unserer Gegenwart, wie etwa Maurice Barrès eines ist, der Franzose, der ja jetzt auch während der Kriegszeit unter den rasend gewordenen Deutschenhassern eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Vor dem Kriege war er charakteristisch als der Führer jener Jungfranzosen, welche, so viel es möglich ist, einen Weg zum Geistigen zu suchen, das eben versuchten. Maurice Barre&s suchte lange, und nachdem er lange gesucht hatte, da warf er sich dem landläufigen Katholizismus in die Arme, der katholischen Kirche, wie das ja viele Jungfranzosen getan haben. Es ist das schließlich nur ein besonderes Beispiel für einen weitgehenden Zug, wie er in unserer Zeit lebt und in seinem Katholischwerden zum Ausdruck gekommen ist. Aber versuchen wir nun einmal, in solche Seelen wie die des Maurice Barrès hineinzuschauen, wie sich der nun zu dem Suchen nach dem geistigen Leben stellt. Da muß ich sagen, ist schon ein charakteristischer Ausspruch dieses Maurice Barrès der folgende. Also einem Geistsucher der Gegenwart ist das folgende Wort entschlüpft: «Es ist vergebliche Mühe, das Jenseits zu suchen. Es existiert vielleicht nicht einmal!» Und dann sagt er weiter: «Und wie wir es auch anpacken, wir können nichts davon erfahren. Überlassen wir jedweden Okkultismus den Erleuchteten und den Gauklern. Welche Form der Mystizismus auch annehmen mag, er widerspricht der Vernunft. Aber geben wir uns dennoch der Kirche hin, erstens, weil sie untrennbar verbunden ist mit der Tradition Frankreichs, und dann, weil sie mit der Autorität der Jahrhunderte und großer praktischer Erfahrung das Wollen jener Ethik formuliert, die man die Völker und die Kirche lehren muß, und endlich, weil sie, weit davon entfernt, uns dem Mystizismus auszuliefern, uns direkt gegen ihn verteidigt, die Stimme der geheimnisvollen Haine» — mit den geheimnisvollen Hainen meint er alles das, was etwa aus den Mysterien heraus gekommen ist — «zum Schweigen bringt, die Evangelien auslegt und den großmütigen Anarchismus des Heilands den Bedürfnissen der modernen Gesellschaft opfert.»

[ 5 ] Warum soll man sich der katholischen Kirche ergeben? Weil sie es verstanden hat, meint er, die großmütige Weltanschauung des Heilands dem lauwarmen Bedürfnis der modernen Menschheit zu opfern, das heißt: das Christentum recht gut denen anzupassen — nun ja, die eben mit dem Christentum dasjenige wollen, was heute etwa ein Durchschnittschrist mit seinem Christentum erlebt. Würde man nicht verstehen, daß zu einer solchen Anschauung zu kommen eine gewisse Notwendigkeit vorliegt, so würde man doch eine solche Anschauung im äußersten Sinne frivol nennen müssen, zynisch und frivol. Aber daß gerade tiefere Geister zu einer solchen Anschauung kommen, das sollte man empfinden, und das ist schon notwendig zu empfinden. Nur können wir uns eine Frage vorlegen: Was ist denn die tiefere Ursache? Was ist die tiefere Ursache, daß es den Menschen heute so schwer wird, den Weg in die geistige Welt hinein zu finden? — Da müssen wir schon einmal wiederum unseren Seelenblick hinlenken zu der Entwickelung der Menschheit, wenigstens in derjenigen: Zeit, die verflossen ist nach der großen atlantischen Katastrophe und in deren fünftem Zeitraum wir leben.

[ 5 ] Warum soll man sich der katholischen Kirche ergeben? Weil sie es verstanden hat, meint er, die großmütige Weltanschauung des Heilands dem lauwarmen Bedürfnis der modernen Menschheit zu opfern, das heißt: das Christentum recht gut denen anzupassen — nun ja, die eben mit dem Christentum dasjenige wollen, was heute etwa ein Durchschnittschrist mit seinem Christentum erlebt. Würde man nicht verstehen, daß zu einer solchen Anschauung zu kommen eine gewisse Notwendigkeit vorliegt, so würde man doch eine solche Anschauung im äußersten Sinne frivol nennen müssen, zynisch und frivol. Aber daß gerade tiefere Geister zu einer solchen Anschauung kommen, das sollte man empfinden, und das ist schon notwendig zu empfinden. Nur können wir uns eine Frage vorlegen: Was ist denn die tiefere Ursache? Was ist die tiefere Ursache, daß es den Menschen heute so schwer wird, den Weg in die geistige Welt hinein zu finden? — Da müssen wir schon einmal wiederum unseren Seelenblick hinlenken zu der Entwickelung der Menschheit, wenigstens in derjenigen: Zeit, die verflossen ist nach der großen atlantischen Katastrophe und in deren fünftem Zeitraum wir leben.

[ 6 ] Wir haben ja bis jetzt diese Entwickelung der Menschheit eingeteilt in den ersten Zeitraum, den wir den uralt indischen genannt haben, den zweiten, den wir den urpersischen genannt haben, den dritten, den wir genannt haben den ägyptisch-chaldäisch-babylonischen, den vierten, den wir den griechisch-lateinischen nannten, und endlich haben wir unseren fünften Zeitraum; darin leben wir. In diesem fünften Zeitraum sind eben diejenigen Dinge heraufgezogen, über die wir wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus Andeutungen gemacht haben. Ich habe zu verschiedenen Zeiten versucht, Ihnen die Entwickelung der Menschheit zu charakterisieren, um gerade die Gegenwart in diese Entwickelung der Menschheit hineinzustellen. Ich will es heute noch von einem anderen Gesichtspunkte aus tun. Dieser andere Gesichtspunkt wird wiederum, wenn man ihn so das erstemal ins Auge faßt, recht paradox erscheinen können, wirklich paradox, aber fassen wir es doch zunächst wenigstens einmal vorurteilslos auf. Versuchen wir uns auszurüsten mit derjenigen Art, die Dinge anzusehen, die wir ja schon haben können, nachdem wir so viele Jahre Anthroposophie entwickelt haben.

[ 6 ] Wir haben ja bis jetzt diese Entwickelung der Menschheit eingeteilt in den ersten Zeitraum, den wir den uralt indischen genannt haben, den zweiten, den wir den urpersischen genannt haben, den dritten, den wir genannt haben den ägyptisch-chaldäisch-babylonischen, den vierten, den wir den griechisch-lateinischen nannten, und endlich haben wir unseren fünften Zeitraum; darin leben wir. In diesem fünften Zeitraum sind eben diejenigen Dinge heraufgezogen, über die wir wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus Andeutungen gemacht haben. Ich habe zu verschiedenen Zeiten versucht, Ihnen die Entwickelung der Menschheit zu charakterisieren, um gerade die Gegenwart in diese Entwickelung der Menschheit hineinzustellen. Ich will es heute noch von einem anderen Gesichtspunkte aus tun. Dieser andere Gesichtspunkt wird wiederum, wenn man ihn so das erstemal ins Auge faßt, recht paradox erscheinen können, wirklich paradox, aber fassen wir es doch zunächst wenigstens einmal vorurteilslos auf. Versuchen wir uns auszurüsten mit derjenigen Art, die Dinge anzusehen, die wir ja schon haben können, nachdem wir so viele Jahre Anthroposophie entwickelt haben.

[ 7 ] Aus dem, was wir bis jetzt schon in unsere Seelen aufgenommen haben, können wir wissen, daß nicht nur der einzelne Mensch zwischen Geburt und Tod in der physischen Welt eine Entwickelung durchmacht, sondern daß auch die Menschheit selber eine Entwickelung durchmacht. Wir fassen heute ins Auge jenes Stück Entwickelung, das in der eben charakterisierten Weise auf die atlantische Katastrophe folgt, in dessen fünftem Zeitraum wir stehen. Das Paradoxe wird sich einstellen wollen, wenn wir uns fragen: Können wir bei der Menschheit, bei einem Stück Menschheitsentwickelung in einer genaueren Weise sprechen von einer Entwickelung in der Zeit, so wie wir beim einzelnen Menschen von einer solchen Zeitentwickelung sprechen? — Wir sagen: Ein Mensch wird zunächst so sich entwickeln, daß er die ersten sieben Jahre durchlebt vom ersten bis siebenten Jahre. Dann durchlebt er den Zeitraum vom siebenten bis vierzehnten Jahre — approximativ genommen, Sie wissen, was damit gemeint ist —, dann vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Jahr und so weiter. Der Mensch entwickelt sich gewissermaßen etappenweise, indem er von der Geburt bis zum Tode immer ein Jahr zusetzt, wenn ein Jahr vergangen ist.

[ 7 ] Aus dem, was wir bis jetzt schon in unsere Seelen aufgenommen haben, können wir wissen, daß nicht nur der einzelne Mensch zwischen Geburt und Tod in der physischen Welt eine Entwickelung durchmacht, sondern daß auch die Menschheit selber eine Entwickelung durchmacht. Wir fassen heute ins Auge jenes Stück Entwickelung, das in der eben charakterisierten Weise auf die atlantische Katastrophe folgt, in dessen fünftem Zeitraum wir stehen. Das Paradoxe wird sich einstellen wollen, wenn wir uns fragen: Können wir bei der Menschheit, bei einem Stück Menschheitsentwickelung in einer genaueren Weise sprechen von einer Entwickelung in der Zeit, so wie wir beim einzelnen Menschen von einer solchen Zeitentwickelung sprechen? — Wir sagen: Ein Mensch wird zunächst so sich entwickeln, daß er die ersten sieben Jahre durchlebt vom ersten bis siebenten Jahre. Dann durchlebt er den Zeitraum vom siebenten bis vierzehnten Jahre — approximativ genommen, Sie wissen, was damit gemeint ist —, dann vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Jahr und so weiter. Der Mensch entwickelt sich gewissermaßen etappenweise, indem er von der Geburt bis zum Tode immer ein Jahr zusetzt, wenn ein Jahr vergangen ist.

[ 8 ] Wie können wir nun denken, wenn wir über das angedeutete Stück Menschheitsentwickelung einmal Betrachtungen anstellen wollen? Es wird nützlich sein, wenn wir uns auch fragen: Wie alt ist denn eigentlich die Menschheit, wenn wir ihr Alter mit unserem einzelnen menschlichen Alter vergleichen wollen? In welchem Lebensalter steht denn eigentlich die heutige Menschheit? Es wird nicht uninteressant sein, das einmal geisteswissenschaftlich ins Auge zu fassen. Und gerade dieses geisteswissenschaftliche Ins-Auge-Fassen, das wird uns auf manches bringen. — Vor Jahren habe ich schon dieselbe Sache charakterisiert. Es ist in der Geisteswissenschaft so, daß man manches wissen kann und erst nach Jahren es ordentlich formulieren kann oder wieder neu forrmulieren kann. Eine Neuformulierung möchte ich Ihnen heute von dem angedeuteten Rätsel geben.

[ 8 ] Wie können wir nun denken, wenn wir über das angedeutete Stück Menschheitsentwickelung einmal Betrachtungen anstellen wollen? Es wird nützlich sein, wenn wir uns auch fragen: Wie alt ist denn eigentlich die Menschheit, wenn wir ihr Alter mit unserem einzelnen menschlichen Alter vergleichen wollen? In welchem Lebensalter steht denn eigentlich die heutige Menschheit? Es wird nicht uninteressant sein, das einmal geisteswissenschaftlich ins Auge zu fassen. Und gerade dieses geisteswissenschaftliche Ins-Auge-Fassen, das wird uns auf manches bringen. — Vor Jahren habe ich schon dieselbe Sache charakterisiert. Es ist in der Geisteswissenschaft so, daß man manches wissen kann und erst nach Jahren es ordentlich formulieren kann oder wieder neu forrmulieren kann. Eine Neuformulierung möchte ich Ihnen heute von dem angedeuteten Rätsel geben.

[ 9 ] Fassen wir zunächst schematisch ins Auge, wie die Entwickelung war:

[ 9 ] Fassen wir zunächst schematisch ins Auge, wie die Entwickelung war:

Erster Zeitraum, die urindische Entwickelung;
zweiter Zeitraum, die urpersische Entwickelung;
dritter Zeitraum, die ägyptisch-chaldäisch-babylonische Entwickelung;
vierter Zeitraum, die griechisch-lateinische Entwickelung;
der fünfte Zeitraum ist der unsrige; dann kommt der sechste.

Erster Zeitraum, die urindische Entwickelung;
zweiter Zeitraum, die urpersische Entwickelung;
dritter Zeitraum, die ägyptisch-chaldäisch-babylonische Entwickelung;
vierter Zeitraum, die griechisch-lateinische Entwickelung;
der fünfte Zeitraum ist der unsrige; dann kommt der sechste.

[ 10 ] Wenn wir nun das Alter der Menschheit vergleichen mit den einzelnen Altern des Menschen, wie alt ist dann die Menschheit im ersten Zeitraum nach der atlantischen Katastrophe eigentlich gewesen? Wie alt war sie da? Sehen Sie, wenn wir wüßten, wie alt die ganze Menschheit war, dann könnten wir vergleichen, wie wir uns selbst ansehen müssen, wie wir uns hineinstellen in die Menschheitsentwickelung mit unseren Lebensaltern. Es war gar nicht so leicht, geisteswissenschaftlich diese Frage zu untersuchen. Man mußte zunächst auf die rein geisteswissenschaftliche Tatsache sehen, mußte einen Sinn verbinden mit dieser rein geisteswissenschaftlichen Tatsache des ersten Zeitraumes. Und wenn man eine Ansicht gewonnen hatte über die besondere geistige Konfiguration der Menschheit, wie sie damals war, dann mußte man fragen: Mit welchem individuellen, persönlichen Lebensalter wäre diese Konfiguration der damaligen Zeit zu vergleichen? Und da kriegt man heraus, daß die Menschheit als Menschheit — nicht der einzelne Mensch, von dem sprechen wir später —, daß die Menschheit in diesem ersten nachatlantischen Zeitraum ein Alter habe, das sich vergleichen läßt mit dem heutigen menschlichen Alter zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahr. Also denken Sie, wenn man die Geisteskonfiguration desjenigen nimmt, was damals Kulturleben ist, so kommt man darauf: die Menschheit hatte dazumal ein Lebensalter, das man vergleichen kann mit dem heutigen Mannesalter, selbstverständlich auch Frauenalter, von dem achtundvierzigsten bis zum sechsundfünfzigsten Jahr. Es war nicht sehr leicht, diese Sache herauszubekommen; aber hat man sie dann einmal, so ist sie eben ein tatsächliches Ergebnis der Geisteswissenschaft.

[ 10 ] Wenn wir nun das Alter der Menschheit vergleichen mit den einzelnen Altern des Menschen, wie alt ist dann die Menschheit im ersten Zeitraum nach der atlantischen Katastrophe eigentlich gewesen? Wie alt war sie da? Sehen Sie, wenn wir wüßten, wie alt die ganze Menschheit war, dann könnten wir vergleichen, wie wir uns selbst ansehen müssen, wie wir uns hineinstellen in die Menschheitsentwickelung mit unseren Lebensaltern. Es war gar nicht so leicht, geisteswissenschaftlich diese Frage zu untersuchen. Man mußte zunächst auf die rein geisteswissenschaftliche Tatsache sehen, mußte einen Sinn verbinden mit dieser rein geisteswissenschaftlichen Tatsache des ersten Zeitraumes. Und wenn man eine Ansicht gewonnen hatte über die besondere geistige Konfiguration der Menschheit, wie sie damals war, dann mußte man fragen: Mit welchem individuellen, persönlichen Lebensalter wäre diese Konfiguration der damaligen Zeit zu vergleichen? Und da kriegt man heraus, daß die Menschheit als Menschheit — nicht der einzelne Mensch, von dem sprechen wir später —, daß die Menschheit in diesem ersten nachatlantischen Zeitraum ein Alter habe, das sich vergleichen läßt mit dem heutigen menschlichen Alter zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahr. Also denken Sie, wenn man die Geisteskonfiguration desjenigen nimmt, was damals Kulturleben ist, so kommt man darauf: die Menschheit hatte dazumal ein Lebensalter, das man vergleichen kann mit dem heutigen Mannesalter, selbstverständlich auch Frauenalter, von dem achtundvierzigsten bis zum sechsundfünfzigsten Jahr. Es war nicht sehr leicht, diese Sache herauszubekommen; aber hat man sie dann einmal, so ist sie eben ein tatsächliches Ergebnis der Geisteswissenschaft.

[ 11 ] Nun ist die Frage: Wie steht es mit dem zweiten, dem urpersischen Zeitraum? Da mußte man wiederum dieselbe Betrachtung anstellen. Da stellt sich denn heraus: wenn man die Geistesbeschaffenheit desjenigen, was dazumal Kultur war, ins Auge faßt, so läßt sich das nur vergleichen mit dem Lebensalter von heute zwischen dem zweiundvierzigsten und dem achtundvierzigsten Jahr. Und geht man jetzt weiter zum ägyptisch-chaldäisch-babylonischen Zeitalter, das ja etwa im Jahre 747 endet, dann entspricht das dem menschlichen Lebensalter vom fünfunddreißigsten bis zum zweiundvierzigsten Lebensjahr. Kommt man nun zum griechisch-lateinischen Zeitraum, so entspricht das dem menschlichen Lebensalter vom achtundzwanzigsten bis zum fünfunddreißigsten Lebensjahr. Und kommt man zu unserem fünften nachatlantischen Zeitalter, so entspricht das dem einzelnen menschlichen Lebensalter zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr. Und im sechsten Zeitraum wird das so sein — das kann man gewissermaßen voraussehen —, daß das sechste Zeitalter entspricht dem Lebensalter zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Jahr; und im letzten Zeitraum, vor einer neuen großen Katastrophe, dem Lebensalter vom siebenten bis vierzehnten Jahr.

[ 11 ] Nun ist die Frage: Wie steht es mit dem zweiten, dem urpersischen Zeitraum? Da mußte man wiederum dieselbe Betrachtung anstellen. Da stellt sich denn heraus: wenn man die Geistesbeschaffenheit desjenigen, was dazumal Kultur war, ins Auge faßt, so läßt sich das nur vergleichen mit dem Lebensalter von heute zwischen dem zweiundvierzigsten und dem achtundvierzigsten Jahr. Und geht man jetzt weiter zum ägyptisch-chaldäisch-babylonischen Zeitalter, das ja etwa im Jahre 747 endet, dann entspricht das dem menschlichen Lebensalter vom fünfunddreißigsten bis zum zweiundvierzigsten Lebensjahr. Kommt man nun zum griechisch-lateinischen Zeitraum, so entspricht das dem menschlichen Lebensalter vom achtundzwanzigsten bis zum fünfunddreißigsten Lebensjahr. Und kommt man zu unserem fünften nachatlantischen Zeitalter, so entspricht das dem einzelnen menschlichen Lebensalter zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr. Und im sechsten Zeitraum wird das so sein — das kann man gewissermaßen voraussehen —, daß das sechste Zeitalter entspricht dem Lebensalter zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Jahr; und im letzten Zeitraum, vor einer neuen großen Katastrophe, dem Lebensalter vom siebenten bis vierzehnten Jahr.

[ 12 ] Ich darf Ihnen wohl gestehen, meine lieben Freunde, daß mir das Ergebnis, das da herausgekommen ist, als es formuliert war, wirklich zu dem Überraschendsten gehörte, zu dem ich eigentlich gekommen bin, zu dem Überraschendsten. Denn, nicht wahr, es liegt ja eine merkwürdige Tatsache zugrunde: während der Mensch aufwärtsgeht in den Zahlen, geht die Menschheitsentwickelung zurück. Die Menschheit wird merkwürdigerweise immer jünger! So ist es: die Menschheit wird immer jünger.

[ 12 ] Ich darf Ihnen wohl gestehen, meine lieben Freunde, daß mir das Ergebnis, das da herausgekommen ist, als es formuliert war, wirklich zu dem Überraschendsten gehörte, zu dem ich eigentlich gekommen bin, zu dem Überraschendsten. Denn, nicht wahr, es liegt ja eine merkwürdige Tatsache zugrunde: während der Mensch aufwärtsgeht in den Zahlen, geht die Menschheitsentwickelung zurück. Die Menschheit wird merkwürdigerweise immer jünger! So ist es: die Menschheit wird immer jünger.

[ 13 ] Nun, natürlich muß man sich fragen: Was bedeutet das ganze in einem weiteren Umfang? Mit dieser Sache sind ja sehr viele Entwickelungsrätsel verbunden. Ich habe mich zunächst gefragt: Was bedeutet es denn für den ersten Kulturzeitraum, daß die Menschheit zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre alt war? Da ergibt sich das Folgende: Selbstverständlich, die Menschen, die damals geboren worden sind und gelebt haben, die wurden zunächst ein, zwei, drei Jahre alt. Das ist ja klar. Dann wurden sie aber auch achtundvierzig Jahre alt. Für jeden kam der Zeitpunkt, wo er zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahr der einzelnen individuellen Entwickelung lebte. Und da konnten sich diese Menschen sagen: Jetzt rücken wir persönlich in ein Lebensalter ein, wo wir die persönlichen Alterseigenschaften haben, die ringsherum um uns im Gruppengeiste der ganzen Menschheit enthalten sind. Wir wachsen hinein in das, was in unserer Umgebung ist. Früher, vor dem achtundvierzigsten Lebensjahr, hatten wir gewissermaßen eine Entwickelung abgeschlossen, die uns angehörte, die für uns war; aber mit dem achtundvierzigsten Jahr wachsen wir hinein in das, was in unserer Umgebung ist. Wurde man dann älter als sechsundfünfzig Jahre, dann entwickelte man sich weiter, man lebte eben weiter und wuchs gewissermaßen zurück, hinein in das, was vor der atlantischen Katastrophe da war. Man machte dann etwas durch, was hinausging über das, was ringsherum in der Gruppenseele der Menschheit sich offenbarte. Man fand also mit dem achtundvierzigsten Jahr den Anschluß an die Gruppenseelenhaftigkeit der Menschheit.

[ 13 ] Nun, natürlich muß man sich fragen: Was bedeutet das ganze in einem weiteren Umfang? Mit dieser Sache sind ja sehr viele Entwickelungsrätsel verbunden. Ich habe mich zunächst gefragt: Was bedeutet es denn für den ersten Kulturzeitraum, daß die Menschheit zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre alt war? Da ergibt sich das Folgende: Selbstverständlich, die Menschen, die damals geboren worden sind und gelebt haben, die wurden zunächst ein, zwei, drei Jahre alt. Das ist ja klar. Dann wurden sie aber auch achtundvierzig Jahre alt. Für jeden kam der Zeitpunkt, wo er zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahr der einzelnen individuellen Entwickelung lebte. Und da konnten sich diese Menschen sagen: Jetzt rücken wir persönlich in ein Lebensalter ein, wo wir die persönlichen Alterseigenschaften haben, die ringsherum um uns im Gruppengeiste der ganzen Menschheit enthalten sind. Wir wachsen hinein in das, was in unserer Umgebung ist. Früher, vor dem achtundvierzigsten Lebensjahr, hatten wir gewissermaßen eine Entwickelung abgeschlossen, die uns angehörte, die für uns war; aber mit dem achtundvierzigsten Jahr wachsen wir hinein in das, was in unserer Umgebung ist. Wurde man dann älter als sechsundfünfzig Jahre, dann entwickelte man sich weiter, man lebte eben weiter und wuchs gewissermaßen zurück, hinein in das, was vor der atlantischen Katastrophe da war. Man machte dann etwas durch, was hinausging über das, was ringsherum in der Gruppenseele der Menschheit sich offenbarte. Man fand also mit dem achtundvierzigsten Jahr den Anschluß an die Gruppenseelenhaftigkeit der Menschheit.

[ 14 ] Im nächsten, im zweiten Kulturzeitraum, da fand man diesen Anschluß schon früher. Da wurde man zweiundvierzig Jahre alt und wuchs hinein in das, was in der Umgebung war, wuchs hinein in das, was aurisch in der ganzen Menschheit war.

[ 14 ] Im nächsten, im zweiten Kulturzeitraum, da fand man diesen Anschluß schon früher. Da wurde man zweiundvierzig Jahre alt und wuchs hinein in das, was in der Umgebung war, wuchs hinein in das, was aurisch in der ganzen Menschheit war.

[ 15 ] Und dann wuchs man da hinein mit dem fünfunddreißigsten Jahr, so daß man zwischen dem fünfunddreißigsten und zweiundvierzigsten Lebensjahr sich sagen konnte: Es stimmt jetzt das, was in mir ist, mit dem was um mich ist, überein. — Nach dem zweiundvierzigsten Lebensjahr, da konnte einem das, was um einen war, nichts mehr geben, da mußte man sozusagen aus sich heraus weiterleben, denn das Alter der Menschheit war um so viel jünger geworden. In der Zeit vom zweiundvierzigsten Jahr an war man nicht mehr in der Umgebung; da wuchs man darüber hinaus, da war man auf sich angewiesen.

[ 15 ] Und dann wuchs man da hinein mit dem fünfunddreißigsten Jahr, so daß man zwischen dem fünfunddreißigsten und zweiundvierzigsten Lebensjahr sich sagen konnte: Es stimmt jetzt das, was in mir ist, mit dem was um mich ist, überein. — Nach dem zweiundvierzigsten Lebensjahr, da konnte einem das, was um einen war, nichts mehr geben, da mußte man sozusagen aus sich heraus weiterleben, denn das Alter der Menschheit war um so viel jünger geworden. In der Zeit vom zweiundvierzigsten Jahr an war man nicht mehr in der Umgebung; da wuchs man darüber hinaus, da war man auf sich angewiesen.

[ 16 ] So war der alte Grieche, der alte Römer auf sich angewiesen, wenn er ein Lebensalter von fünfunddreißig Jahren erreicht hatte. Zwischen dem achtundzwanzigsten und dem fünfunddreißigsten Lebensjahr lebte er mit der Umgebung, dann hatte die Menschheit nichts mehr hinzuzugeben von ihrem Alter, denn das war abgelebt; die Menschheit konnte nicht mehr achtundvierzig Jahre alt werden, wenn sie beim fünfunddreißigsten angelangt war bei ihrem Rückwärtsgang.

[ 16 ] So war der alte Grieche, der alte Römer auf sich angewiesen, wenn er ein Lebensalter von fünfunddreißig Jahren erreicht hatte. Zwischen dem achtundzwanzigsten und dem fünfunddreißigsten Lebensjahr lebte er mit der Umgebung, dann hatte die Menschheit nichts mehr hinzuzugeben von ihrem Alter, denn das war abgelebt; die Menschheit konnte nicht mehr achtundvierzig Jahre alt werden, wenn sie beim fünfunddreißigsten angelangt war bei ihrem Rückwärtsgang.

[ 17 ] Und wir im fünften Zeitraum: denken Sie einmal, wir leben uns hinein in den Gruppengeist der Menschheit, in das, was unsere Umgebung ist, zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr. Von da ab gibt die Umgebung nichts mehr her. Was des weiteren kommt, müssen wir durch unsere eigene Entwickelung erlangen, müssen wir aus unserem Inneren heraus schöpfen, denn von außen fließt uns nichts mehr zu. Die Menschheit hat die Jahre bis zum achtundzwanzigsten Jahr zurückgelegt, und wenn wir achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, dann, ja dann müssen wir einen Fond, dann müssen wir etwas in uns haben, was wir weitertragen können; sonst werden wir nie älter als achtundzwanzig Jahre. Und jetzt sogar ist schon so viel vom fünften Zeitraum vergangen, daß die Menschheit gerade zurückgekommen ist zum siebenundzwanzigsten Jahr. So daß, wenn nichts dafür getan wird, daß sie ihr Inneres energisch entwickeln und durch sich vorwärtskommen, die Menschen nur siebenundzwanzig Jahre alt werden. Das heißt viel, meine lieben Freunde! Das heißt: wenn alles gelassen wird, wie es ist, so erreicht die heutige Menschheit nicht eine intellektuelle oder eine sonstige seelische Entwickelung, als nur eine solche bis zum siebenundzwanzigsten Jahr. Und wird in ihre Seelen nicht etwas gegossen, daß sie sich weiter entwickeln, dann bleiben sie den ganzen Rest ihres Lebens siebenundzwanzig Jahre alt.

[ 17 ] Und wir im fünften Zeitraum: denken Sie einmal, wir leben uns hinein in den Gruppengeist der Menschheit, in das, was unsere Umgebung ist, zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr. Von da ab gibt die Umgebung nichts mehr her. Was des weiteren kommt, müssen wir durch unsere eigene Entwickelung erlangen, müssen wir aus unserem Inneren heraus schöpfen, denn von außen fließt uns nichts mehr zu. Die Menschheit hat die Jahre bis zum achtundzwanzigsten Jahr zurückgelegt, und wenn wir achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, dann, ja dann müssen wir einen Fond, dann müssen wir etwas in uns haben, was wir weitertragen können; sonst werden wir nie älter als achtundzwanzig Jahre. Und jetzt sogar ist schon so viel vom fünften Zeitraum vergangen, daß die Menschheit gerade zurückgekommen ist zum siebenundzwanzigsten Jahr. So daß, wenn nichts dafür getan wird, daß sie ihr Inneres energisch entwickeln und durch sich vorwärtskommen, die Menschen nur siebenundzwanzig Jahre alt werden. Das heißt viel, meine lieben Freunde! Das heißt: wenn alles gelassen wird, wie es ist, so erreicht die heutige Menschheit nicht eine intellektuelle oder eine sonstige seelische Entwickelung, als nur eine solche bis zum siebenundzwanzigsten Jahr. Und wird in ihre Seelen nicht etwas gegossen, daß sie sich weiter entwickeln, dann bleiben sie den ganzen Rest ihres Lebens siebenundzwanzig Jahre alt.

[ 18 ] Sie bleiben den ganzen Rest ihres Lebens siebenundzwanzig Jahre alt: das ist ein großes Geheimnis der gegenwärtigen Menschheitsentwickelung. Im sechsten nachatlantischen Zeitraum werden die Menschen überhaupt nicht älter als einundzwanzig Jahre. Wird dann nichts getan, daß ihr Inneres sich erweitert, kräftig wird an Intellekt, an Initiative, an Wille, dann würde eine allgemeine Dementia praecox ausbrechen. Die Menschen müßten bei einer Lebensentwickelung bleiben, die mit dem einundzwanzigsten Jahre schließt: Das Spätere wäre lediglich eine wesenlose Draufgabe.

[ 18 ] Sie bleiben den ganzen Rest ihres Lebens siebenundzwanzig Jahre alt: das ist ein großes Geheimnis der gegenwärtigen Menschheitsentwickelung. Im sechsten nachatlantischen Zeitraum werden die Menschen überhaupt nicht älter als einundzwanzig Jahre. Wird dann nichts getan, daß ihr Inneres sich erweitert, kräftig wird an Intellekt, an Initiative, an Wille, dann würde eine allgemeine Dementia praecox ausbrechen. Die Menschen müßten bei einer Lebensentwickelung bleiben, die mit dem einundzwanzigsten Jahre schließt: Das Spätere wäre lediglich eine wesenlose Draufgabe.

[ 19 ] Fassen wir das einmal im Zusammenhang mit dem Individuellen des Menschen. Denken Sie doch nur einmal, daß man ja nach seinen individuellen, nach seinen persönlichen Anlagen immer reifer und reifer wird. Das Kind ist eigentlich immer Materialist; der Jüngling wird dann Idealist, aber seine Ideale sind abstrakt, sie gehen ins Wesenlose. Erst in späteren Lebensjahren paßt man sich an, sich solche Ideale zu machen, welche in die Wirklichkeit untertauchen, mit der Wirklichkeit leben, die richtig wirklichkeitsgemäß sind. Nehmen Sie an, es ist nun ein Mensch heute ganz ein Kind seiner Zeit. Was wird er denn für eine Eigenschaft zeigen können, wenn ihm nicht in seiner Jugend die Möglichkeit geboten worden wäre, daß er etwas Spirituelles aufgenommen hat? Das allein bringt ja die Seele vorwärts. Wenn er dem überlassen bleibt, was heutiger Zeitgeist ist, dann ist eines solchen Menschen Schicksal: nicht weiterzukommen als bis zu einer Entwickelung von achtundzwanzig Jahren. Was später ist, bleibt stehen beim achtundzwanzigsten Jahr. Man kann ja, wenn man angeregt wird, schon hinauskommen über das achtundzwanzigste Jahr, aber das andere ist die Regel; was ich dargestellt habe, das ist das, was aus dem Gesetz der Entwickelung folgt. Ein Mensch, der nun nicht über das achtundzwanzigste Lebensjahr hinauskommt, der achtundzwanzig Jahre alt bleibt, trotzdem er fünfzig, sechsundfünfzig, sechzig Jahre alt wird, ein solcher Mensch wird unter Umständen große abstrakte Ideale entwickeln können, aber er wird nur sozusagen die Lehrjahre des Lebens mit ihren abstrakten Idealen durchgemacht haben, nicht die Prüfungsjahre, die ja im geistigen Sinne jene zu praktischen Menschen machen, die solche Ideen bergen, wie sie sich verwirklichen lassen, die nicht nur die Menschen blenden durch Jugendkraft, sondern die sich verwirklichen lassen.

[ 19 ] Fassen wir das einmal im Zusammenhang mit dem Individuellen des Menschen. Denken Sie doch nur einmal, daß man ja nach seinen individuellen, nach seinen persönlichen Anlagen immer reifer und reifer wird. Das Kind ist eigentlich immer Materialist; der Jüngling wird dann Idealist, aber seine Ideale sind abstrakt, sie gehen ins Wesenlose. Erst in späteren Lebensjahren paßt man sich an, sich solche Ideale zu machen, welche in die Wirklichkeit untertauchen, mit der Wirklichkeit leben, die richtig wirklichkeitsgemäß sind. Nehmen Sie an, es ist nun ein Mensch heute ganz ein Kind seiner Zeit. Was wird er denn für eine Eigenschaft zeigen können, wenn ihm nicht in seiner Jugend die Möglichkeit geboten worden wäre, daß er etwas Spirituelles aufgenommen hat? Das allein bringt ja die Seele vorwärts. Wenn er dem überlassen bleibt, was heutiger Zeitgeist ist, dann ist eines solchen Menschen Schicksal: nicht weiterzukommen als bis zu einer Entwickelung von achtundzwanzig Jahren. Was später ist, bleibt stehen beim achtundzwanzigsten Jahr. Man kann ja, wenn man angeregt wird, schon hinauskommen über das achtundzwanzigste Jahr, aber das andere ist die Regel; was ich dargestellt habe, das ist das, was aus dem Gesetz der Entwickelung folgt. Ein Mensch, der nun nicht über das achtundzwanzigste Lebensjahr hinauskommt, der achtundzwanzig Jahre alt bleibt, trotzdem er fünfzig, sechsundfünfzig, sechzig Jahre alt wird, ein solcher Mensch wird unter Umständen große abstrakte Ideale entwickeln können, aber er wird nur sozusagen die Lehrjahre des Lebens mit ihren abstrakten Idealen durchgemacht haben, nicht die Prüfungsjahre, die ja im geistigen Sinne jene zu praktischen Menschen machen, die solche Ideen bergen, wie sie sich verwirklichen lassen, die nicht nur die Menschen blenden durch Jugendkraft, sondern die sich verwirklichen lassen.

[ 20 ] Da tritt natürlich die Frage nah: Könnte denn ein Beispiel angeführt werden eines so richtigen Kindes unserer Zeit, das alt geworden ist und doch nicht über das achtundzwanzigste Jahr hinausgekommen ist? Selbstverständlich, wenn man ein solches Beispiel draußen heute anführt, in der Welt, die nichts wissen will von geistigen Gesetzen, welche auch in der Entwickelung der Menschheit wirken, wird man als ein Narr verlacht. Aber hier unter uns, wo wir so vieles geisteswissenschaftlich entwickelt haben, darf vielleicht zum besseren Verständnis unserer Zeit doch auch ganz konkret gesprochen werden. Warum sollte denn der Geisteswissenschafter zu denjenigen, die seine Freunde sind und die etwas hören möchten über die Geheimnisse der Zeit, nicht im Konkreten sprechen dürfen?

[ 20 ] Da tritt natürlich die Frage nah: Könnte denn ein Beispiel angeführt werden eines so richtigen Kindes unserer Zeit, das alt geworden ist und doch nicht über das achtundzwanzigste Jahr hinausgekommen ist? Selbstverständlich, wenn man ein solches Beispiel draußen heute anführt, in der Welt, die nichts wissen will von geistigen Gesetzen, welche auch in der Entwickelung der Menschheit wirken, wird man als ein Narr verlacht. Aber hier unter uns, wo wir so vieles geisteswissenschaftlich entwickelt haben, darf vielleicht zum besseren Verständnis unserer Zeit doch auch ganz konkret gesprochen werden. Warum sollte denn der Geisteswissenschafter zu denjenigen, die seine Freunde sind und die etwas hören möchten über die Geheimnisse der Zeit, nicht im Konkreten sprechen dürfen?

[ 21 ] Es ist mir nach wirklich reiflichen Untersuchungen unserer Zeit als ein ganz charakteristisches Beispiel eine Persönlichkeit aufgefallen, die ganz dazu verurteilt ist, so alt sie werden mag, nicht älter werden zu können als achtundzwanzig Jahre, und das ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Woodrow Wilson. Ja, Sie lachen, meine lieben Freunde, für mich ist das eine sehr bedeutsame Erkenntnis gewesen, die mir ungeheuer viele Rätsel unserer Zeit löst. Ich mußte mich immer fragen: Warum blenden denn die Ideale dieses Menschen, die er in verschiedenen Noten an die Menschheit gerichtet hat, so sehr, und warum verwandeln sie sich denn gerade zum Gegenteil von dem, was an Worten in ihnen steht? Weil es Jugendideale sind, die als solche stehenbleiben, trotzdem der Mensch, der sie ausspricht, älter wird. Weil sie abstrakte Jünglingsideale sind, die nicht eingehen wollen auf die Wirklichkeit, die sich nicht von Wirklichkeit sättigen wollen, und die daher nicht anwendbar sind auf das wirkliche praktische Leben, in dem nicht bloß das äußere Materielle, sondern auch das Geistige wirkt, insbesondere wenn es auf die Ordnung der sozialen Struktur der Menschheit ankommt. So viel man heute denken kann, ohne das, was nur im Inneren begründet werden kann, so viel kann er denken, Woodrow Wilson, mehr nicht!

[ 21 ] Es ist mir nach wirklich reiflichen Untersuchungen unserer Zeit als ein ganz charakteristisches Beispiel eine Persönlichkeit aufgefallen, die ganz dazu verurteilt ist, so alt sie werden mag, nicht älter werden zu können als achtundzwanzig Jahre, und das ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Woodrow Wilson. Ja, Sie lachen, meine lieben Freunde, für mich ist das eine sehr bedeutsame Erkenntnis gewesen, die mir ungeheuer viele Rätsel unserer Zeit löst. Ich mußte mich immer fragen: Warum blenden denn die Ideale dieses Menschen, die er in verschiedenen Noten an die Menschheit gerichtet hat, so sehr, und warum verwandeln sie sich denn gerade zum Gegenteil von dem, was an Worten in ihnen steht? Weil es Jugendideale sind, die als solche stehenbleiben, trotzdem der Mensch, der sie ausspricht, älter wird. Weil sie abstrakte Jünglingsideale sind, die nicht eingehen wollen auf die Wirklichkeit, die sich nicht von Wirklichkeit sättigen wollen, und die daher nicht anwendbar sind auf das wirkliche praktische Leben, in dem nicht bloß das äußere Materielle, sondern auch das Geistige wirkt, insbesondere wenn es auf die Ordnung der sozialen Struktur der Menschheit ankommt. So viel man heute denken kann, ohne das, was nur im Inneren begründet werden kann, so viel kann er denken, Woodrow Wilson, mehr nicht!

[ 22 ] Ein Wilson des sechsten Zeitraumes würde gar nur einundzwanzig Jahre alt werden können, und wenn er auch hundert Jahre alt würde. Aber sehen Sie, immerhin liegt die Sache so: Wenn wir den vierten Zeitraum ins Auge fassen, begegnen sich sozusagen das individuelle, persönliche Lebensalter des Menschen im Mittelpunkt dieses fünfunddreißigsten Jahres mit dem herabsteigenden Lebensalter der Menschheit bis zum fünfunddreißigsten Jahr. Da trifft es in der Mitte zusammen. Daher auch das merkwürdig harmonische Leben noch bei den Griechen, daher dieses Zusammenstimmen des einzelnen Lebens des Griechen mit dem Leben der griechischen Menschheit. Aber nun ist die Menschheit zurückgegangen und macht nicht mehr die Jahre vom achtundzwanzigsten Lebensjahr an durch. Und der Mensch muß sie individuell durchmachen, richtig individuell durchmachen.

[ 22 ] Ein Wilson des sechsten Zeitraumes würde gar nur einundzwanzig Jahre alt werden können, und wenn er auch hundert Jahre alt würde. Aber sehen Sie, immerhin liegt die Sache so: Wenn wir den vierten Zeitraum ins Auge fassen, begegnen sich sozusagen das individuelle, persönliche Lebensalter des Menschen im Mittelpunkt dieses fünfunddreißigsten Jahres mit dem herabsteigenden Lebensalter der Menschheit bis zum fünfunddreißigsten Jahr. Da trifft es in der Mitte zusammen. Daher auch das merkwürdig harmonische Leben noch bei den Griechen, daher dieses Zusammenstimmen des einzelnen Lebens des Griechen mit dem Leben der griechischen Menschheit. Aber nun ist die Menschheit zurückgegangen und macht nicht mehr die Jahre vom achtundzwanzigsten Lebensjahr an durch. Und der Mensch muß sie individuell durchmachen, richtig individuell durchmachen.

[ 23 ] Sehen Sie, das hängt allerdings zusammen mit Dingen, die hinter der sinnlich-physischen Welt stehen. Einiges von diesen Dingen, die hinter der physisch-sinnlichen Welt stehen, können Sie entnehmen aus meiner Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit». Von einem anderen Gesichtspunkt .aus will ich das heute darstellen.

[ 23 ] Sehen Sie, das hängt allerdings zusammen mit Dingen, die hinter der sinnlich-physischen Welt stehen. Einiges von diesen Dingen, die hinter der physisch-sinnlichen Welt stehen, können Sie entnehmen aus meiner Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit». Von einem anderen Gesichtspunkt .aus will ich das heute darstellen.

[ 24 ] Der Mensch gelangte in der ersten nachatlantischen Zeitperiode durch seine. individuelle Entwickelung, wenn er im achtundvierzigsten Jahr war, dahin, den Anschluß zu finden an das Lebensalter der Menschheit. Das hing aber. damit zusammen, daß dazumal in diesem ersten Zeitraum ein inniger Kontakt noch war zwischen gewissen Wesenheiten der höheren Hierarchien und zwischen der Menschheit hier auf Erden. Die. Wesenheiten der höheren Hierarchien, die wir angehörig denken der Hierarchie der Archai oder Geister der Persönlichkeit, die stiegen dazumal gewissermaßen noch auf Erden herab und vereinigten sich mit der menschlichen Entwickelung; sie inspirierten, intuitierten eigentlich die Menschheit. Dadurch daß die Menschheit so weit sich entwickeln konnte, daß sie erst hineinwuchs in das Lebensalter der Menschheit in einem so späten individuellen Alter, dadurch wurde bewirkt, daß die Menschheit hier auf Erden mit den Archai in einer besonderen Verbindung stand. Im zweiten nachatlantischen Zeitraum war dieselbe Verbindung mit den Archangeloi, im dritten mit den Angeloi. Im vierten nachatlantischen Zeitraum aber, im griechisch-lateinischen, da war der Mensch auf sich angewiesen. Im dritten Zeitraum war es also noch so, daß die Engel, die Angeloi herabkamen und die Menschen inspirierten, intuitierten, ihnen Imaginationen verliehen. Dann kam der griechisch-lateinische Zeitraum: da kamen sie nicht mehr in derselben leichten Weise herab, die Geister der höheren Hierarchien, da mußte der Mensch gewissermaßen anfangen hinauf und hinab zu pendeln, in den Geist und wiederum ins Irdische herunter. Mit anderen Worten: da mußte der Mensch sich selbst finden. Jetzt aber, im fünften Zeitraum, sind wir in eine Epoche eingetreten, wo das Umgekehrte stattfinden muß. Jetzt müssen wir unser Inneres so stark machen, daß wir allmählich während dieses fünften Zeitraumes wiederum durch unsere eigene Kraft in die Nähe der Angeloi kommen, daß wir ihnen wieder begegnen, aber durch unsere eigene Kraft, und daß der Angelos in uns den Entwickelungsimpuls hineinsetzt; daß wir durch uns das finden können, was uns die Menschheit durch die höheren Hierarchien nicht mehr geben kann.

[ 24 ] Der Mensch gelangte in der ersten nachatlantischen Zeitperiode durch seine. individuelle Entwickelung, wenn er im achtundvierzigsten Jahr war, dahin, den Anschluß zu finden an das Lebensalter der Menschheit. Das hing aber. damit zusammen, daß dazumal in diesem ersten Zeitraum ein inniger Kontakt noch war zwischen gewissen Wesenheiten der höheren Hierarchien und zwischen der Menschheit hier auf Erden. Die. Wesenheiten der höheren Hierarchien, die wir angehörig denken der Hierarchie der Archai oder Geister der Persönlichkeit, die stiegen dazumal gewissermaßen noch auf Erden herab und vereinigten sich mit der menschlichen Entwickelung; sie inspirierten, intuitierten eigentlich die Menschheit. Dadurch daß die Menschheit so weit sich entwickeln konnte, daß sie erst hineinwuchs in das Lebensalter der Menschheit in einem so späten individuellen Alter, dadurch wurde bewirkt, daß die Menschheit hier auf Erden mit den Archai in einer besonderen Verbindung stand. Im zweiten nachatlantischen Zeitraum war dieselbe Verbindung mit den Archangeloi, im dritten mit den Angeloi. Im vierten nachatlantischen Zeitraum aber, im griechisch-lateinischen, da war der Mensch auf sich angewiesen. Im dritten Zeitraum war es also noch so, daß die Engel, die Angeloi herabkamen und die Menschen inspirierten, intuitierten, ihnen Imaginationen verliehen. Dann kam der griechisch-lateinische Zeitraum: da kamen sie nicht mehr in derselben leichten Weise herab, die Geister der höheren Hierarchien, da mußte der Mensch gewissermaßen anfangen hinauf und hinab zu pendeln, in den Geist und wiederum ins Irdische herunter. Mit anderen Worten: da mußte der Mensch sich selbst finden. Jetzt aber, im fünften Zeitraum, sind wir in eine Epoche eingetreten, wo das Umgekehrte stattfinden muß. Jetzt müssen wir unser Inneres so stark machen, daß wir allmählich während dieses fünften Zeitraumes wiederum durch unsere eigene Kraft in die Nähe der Angeloi kommen, daß wir ihnen wieder begegnen, aber durch unsere eigene Kraft, und daß der Angelos in uns den Entwickelungsimpuls hineinsetzt; daß wir durch uns das finden können, was uns die Menschheit durch die höheren Hierarchien nicht mehr geben kann.

[ 25 ] Da sehen Sie, warum wir den Materialismus in unserer Zeit haben. Da sehen Sie, daß es Zeiten gegeben hat, in denen die Menschheit dadurch, daß sie älter.war, daß sie noch nicht so jung war wie jetzt, weiter hinaufreichte in die geistigen Welten, wo sie gleichsam von Ursprung an den geistigen Welten näher war als jetzt der Mensch, wenn er. dem Tode entgegengeht, den geistigen Welten nahe ist. Da sehen Sie, wo der tiefere Grund des Materialismus liegt, wo aber auch der notwendige Impuls liegt, nun wirklich etwas zu suchen, was den Menschen spirituell, im Inneren individuell anregen kann, was ihn über dasjenige hinausführen kann, das i man aus der Umgebung aufnehmen kann.

[ 25 ] Da sehen Sie, warum wir den Materialismus in unserer Zeit haben. Da sehen Sie, daß es Zeiten gegeben hat, in denen die Menschheit dadurch, daß sie älter.war, daß sie noch nicht so jung war wie jetzt, weiter hinaufreichte in die geistigen Welten, wo sie gleichsam von Ursprung an den geistigen Welten näher war als jetzt der Mensch, wenn er. dem Tode entgegengeht, den geistigen Welten nahe ist. Da sehen Sie, wo der tiefere Grund des Materialismus liegt, wo aber auch der notwendige Impuls liegt, nun wirklich etwas zu suchen, was den Menschen spirituell, im Inneren individuell anregen kann, was ihn über dasjenige hinausführen kann, das i man aus der Umgebung aufnehmen kann.

[ 26 ] Auch die Erziehung, die gewissermaßen nur von selbst dem Menschen zufließt, kann unmöglich das geben, was heute dem Menschen mehr bringt als ein Lebensalter von achtundzwanzig Jahren. Daher müssen die geistigen Verhältnisse spiritualisiert werden. Wenn die Dinge so fortgehen würden, wenn also Geisteswissenschaft in Grund und Boden gebohrt würde, wenn die Dinge so fortgehen würden, wie alles von selber geht, dann würde ein allgemeines Stehenbleiben Platz greifen beim achtundzwanzigsten Lebensjahr. Wenn man nur in naturwissenschaftlichen Laboratorien und Kliniken forschen würde und das finden würde, was von außen gegeben werden kann, wenn nichts angeregt würde in den Seelen von innen heraus, wenn keine Wissenschaft vom Geistigen in die Seelen gesenkt würde, sondern nur das sich fortsetzen würde, was gerade die Größe der neueren Zeit, die Größe des Materialismus gebracht hat: dann würde endlich der Fortschritt so sein, daß die Menschen immer jung bleiben. Das wäre aber nur etwas, wenn sie nicht nur in ihrem Inneren jung blieben, sondern auch mit ihrem Körper. Aber mit dem Körper werden sie schon alt. Dadurch stimmt dann das, was in ihnen lebt, nicht mehr überein mit der äußerlichen Körperlichkeit.

[ 26 ] Auch die Erziehung, die gewissermaßen nur von selbst dem Menschen zufließt, kann unmöglich das geben, was heute dem Menschen mehr bringt als ein Lebensalter von achtundzwanzig Jahren. Daher müssen die geistigen Verhältnisse spiritualisiert werden. Wenn die Dinge so fortgehen würden, wenn also Geisteswissenschaft in Grund und Boden gebohrt würde, wenn die Dinge so fortgehen würden, wie alles von selber geht, dann würde ein allgemeines Stehenbleiben Platz greifen beim achtundzwanzigsten Lebensjahr. Wenn man nur in naturwissenschaftlichen Laboratorien und Kliniken forschen würde und das finden würde, was von außen gegeben werden kann, wenn nichts angeregt würde in den Seelen von innen heraus, wenn keine Wissenschaft vom Geistigen in die Seelen gesenkt würde, sondern nur das sich fortsetzen würde, was gerade die Größe der neueren Zeit, die Größe des Materialismus gebracht hat: dann würde endlich der Fortschritt so sein, daß die Menschen immer jung bleiben. Das wäre aber nur etwas, wenn sie nicht nur in ihrem Inneren jung blieben, sondern auch mit ihrem Körper. Aber mit dem Körper werden sie schon alt. Dadurch stimmt dann das, was in ihnen lebt, nicht mehr überein mit der äußerlichen Körperlichkeit.

[ 27 ] Heute ist es noch so, daß in vieler Beziehung gerade aus der Unangemessenheit desjenigen, was wir mit der Menschheit erleben, gewisse Kräfte angeregt werden in unserem Inneren. Wir können durch die Menschheit nur achtundzwanzig Jahre alt werden, aber wir müssen doch länger leben in der Welt in den verschiedenen Inkarnationen. Da ist es so, daß vorläufig, wo die Menschheit erst siebenundzwanzig Jahre alt ist, noch Kräfte sind, die dann in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt weiter entwickelt werden zum Angelos hin. Heute ist das noch so. Wenn aber der sechste Zeitraum beginnen wird, dann wird der Mensch auf der Erde durch das, was um ihn ist, nur noch einundzwanzig Jahre alt werden können. Bis zum einundzwanzigsten Jahr, was ist denn da entwickelt? Der physische Leib bis zum siebenten Jahr, der Bildekräfteleib bis zum vierzehnten Jahr, der Empfindungsleib bis zum einundzwanzigsten Jahr: das Leibliche nur ist entwickelt. Das Seelische, wenn der Mensch es nicht von innen entwickelt, die Empfindungsseele, die Verstandes- oder Gemütsseele, die Bewußtseinsseele: sie werden dann gar nicht entwickelt. Das Leibliche wird entwickelt bis zum einundzwanzigsten Jahr. Dann verlöre der Mensch aus den eigenen Kräften heraus zu vieles, um selbst nach dem Tode, zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nachholen zu können, was er hier etwa versäumt, wenn er keine spirituelle Anregung empfangen hat.

[ 27 ] Heute ist es noch so, daß in vieler Beziehung gerade aus der Unangemessenheit desjenigen, was wir mit der Menschheit erleben, gewisse Kräfte angeregt werden in unserem Inneren. Wir können durch die Menschheit nur achtundzwanzig Jahre alt werden, aber wir müssen doch länger leben in der Welt in den verschiedenen Inkarnationen. Da ist es so, daß vorläufig, wo die Menschheit erst siebenundzwanzig Jahre alt ist, noch Kräfte sind, die dann in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt weiter entwickelt werden zum Angelos hin. Heute ist das noch so. Wenn aber der sechste Zeitraum beginnen wird, dann wird der Mensch auf der Erde durch das, was um ihn ist, nur noch einundzwanzig Jahre alt werden können. Bis zum einundzwanzigsten Jahr, was ist denn da entwickelt? Der physische Leib bis zum siebenten Jahr, der Bildekräfteleib bis zum vierzehnten Jahr, der Empfindungsleib bis zum einundzwanzigsten Jahr: das Leibliche nur ist entwickelt. Das Seelische, wenn der Mensch es nicht von innen entwickelt, die Empfindungsseele, die Verstandes- oder Gemütsseele, die Bewußtseinsseele: sie werden dann gar nicht entwickelt. Das Leibliche wird entwickelt bis zum einundzwanzigsten Jahr. Dann verlöre der Mensch aus den eigenen Kräften heraus zu vieles, um selbst nach dem Tode, zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nachholen zu können, was er hier etwa versäumt, wenn er keine spirituelle Anregung empfangen hat.

[ 28 ] Sie sehen daraus, daß der Standpunkt, den die Menschheit erlangt, nicht einem Zufall entspricht, sondern daß er eine tiefe Norwendigkeit ist, daß er einem überraschenden Entwickelungsgesetz der Menschheit entspricht. Man kann im einzelnen das heute vielfach sehen. Es hat in der Tat noch keine Zeit gegeben in der Menschheitsentwickelung, in welcher die Menschen so abgeneigt waren, Erfahrungen als etwas anzuerkennen, Erfahrungen, die das Leben gibt. Jeder will heute schon möglichst früh gescheit sein. Warum? Weil er es im Verborgenen spürt: er muß mit achtundzwanzig Jahren ein Fertiger sein. Nach achtundzwanzig Jahren noch irgend etwas aufnehmen, das ist für viele Menschen heute eine absurde Idee, ein absurde Tatsache überhaupt. Dann wickelt man das Leben so ab, aber aufnehmen will man nur bis zum achtundzwanzigsten Jahr, sogar genau gefaßt — es stimmt mit den Tatsachen — bis zum siebenundzwanzigsten Jahr.

[ 28 ] Sie sehen daraus, daß der Standpunkt, den die Menschheit erlangt, nicht einem Zufall entspricht, sondern daß er eine tiefe Norwendigkeit ist, daß er einem überraschenden Entwickelungsgesetz der Menschheit entspricht. Man kann im einzelnen das heute vielfach sehen. Es hat in der Tat noch keine Zeit gegeben in der Menschheitsentwickelung, in welcher die Menschen so abgeneigt waren, Erfahrungen als etwas anzuerkennen, Erfahrungen, die das Leben gibt. Jeder will heute schon möglichst früh gescheit sein. Warum? Weil er es im Verborgenen spürt: er muß mit achtundzwanzig Jahren ein Fertiger sein. Nach achtundzwanzig Jahren noch irgend etwas aufnehmen, das ist für viele Menschen heute eine absurde Idee, ein absurde Tatsache überhaupt. Dann wickelt man das Leben so ab, aber aufnehmen will man nur bis zum achtundzwanzigsten Jahr, sogar genau gefaßt — es stimmt mit den Tatsachen — bis zum siebenundzwanzigsten Jahr.

[ 29 ] Man wird aber auch, wenn man ein solches Geheimnis der Menschheitsentwickelung ins Auge faßt, das verständlich finden, daß man es nicht wie eine Willkür ansieht, wenn von der Notwendigkeit einer spirituellen Entwickelung gesprochen wird, sondern man faßt das so auf, daß diese Notwendigkeit wirklich vorhanden ist, daß gewissermaßen ein Mensch unvollkommen bleibt in unserer heutigen Zeit, wenn er nicht einen spirituellen Impuls aufnehmen würde. Man fühlt das überall und überall, wo man das Leben heute nicht so anschaut, daß man es auf seine Wirklichkeit hin anschaut. Gerade die merkwürdige Tatsache, daß viele Menschen so unfähig sind, in gewisse Gedankengänge überhaupt sich nur hineinzufinden, das beruht ja darauf, daß die Leute gar nicht das fünfunddreißigste Jahr erreichen, daß es so wenige gibt, die einem etwas sagen können, was mit der reiferen Erfahrung des späteren Lebens zusammenhängt.

[ 29 ] Man wird aber auch, wenn man ein solches Geheimnis der Menschheitsentwickelung ins Auge faßt, das verständlich finden, daß man es nicht wie eine Willkür ansieht, wenn von der Notwendigkeit einer spirituellen Entwickelung gesprochen wird, sondern man faßt das so auf, daß diese Notwendigkeit wirklich vorhanden ist, daß gewissermaßen ein Mensch unvollkommen bleibt in unserer heutigen Zeit, wenn er nicht einen spirituellen Impuls aufnehmen würde. Man fühlt das überall und überall, wo man das Leben heute nicht so anschaut, daß man es auf seine Wirklichkeit hin anschaut. Gerade die merkwürdige Tatsache, daß viele Menschen so unfähig sind, in gewisse Gedankengänge überhaupt sich nur hineinzufinden, das beruht ja darauf, daß die Leute gar nicht das fünfunddreißigste Jahr erreichen, daß es so wenige gibt, die einem etwas sagen können, was mit der reiferen Erfahrung des späteren Lebens zusammenhängt.

[ 30 ] Diese Dinge muß man ganz unbefangen und vorurteilslos ins Auge fassen und daraus den Impuls empfangen, Spirituelles in sich aufzunehmen. Tut man das nicht, so schließt man sich denjenigen an, die eigentlich die Menschheit verurteilen wollen zu unreifer Jugendlichkeit.

[ 30 ] Diese Dinge muß man ganz unbefangen und vorurteilslos ins Auge fassen und daraus den Impuls empfangen, Spirituelles in sich aufzunehmen. Tut man das nicht, so schließt man sich denjenigen an, die eigentlich die Menschheit verurteilen wollen zu unreifer Jugendlichkeit.

[ 31 ] Ja, gewisse Gedanken, gewisse Erkenntnisse, die uns aus der Geisteswissenschaft kommen, die sind schon so, daß sie uns, wenn wir Vollmenschen sind, tief, tief einschneidend erscheinen, aber wir müssen wirklich nur jeden Augenblick geneigt sein, das Einschneidende zu empfinden. Weil sie aus dem Einschneidenden hervorwächst, die Geisteswissenschaft, brauchen wir uns nicht zu verwundern, wenn diese Geisteswissenschaft Widerstände findet. Sie findet sie ja nicht bloß aus dem Eigensinn der Menschen, sondern aus der Natur der Menschheitsentwickelung gehen die Widerstände hervor.

[ 31 ] Ja, gewisse Gedanken, gewisse Erkenntnisse, die uns aus der Geisteswissenschaft kommen, die sind schon so, daß sie uns, wenn wir Vollmenschen sind, tief, tief einschneidend erscheinen, aber wir müssen wirklich nur jeden Augenblick geneigt sein, das Einschneidende zu empfinden. Weil sie aus dem Einschneidenden hervorwächst, die Geisteswissenschaft, brauchen wir uns nicht zu verwundern, wenn diese Geisteswissenschaft Widerstände findet. Sie findet sie ja nicht bloß aus dem Eigensinn der Menschen, sondern aus der Natur der Menschheitsentwickelung gehen die Widerstände hervor.

[ 32 ] Ich habe Ihnen vielleicht manches Paradoxe jetzt gesagt. Paradox ist jedenfalls für die heutigen Menschen schon, daß wenn man einmal zurückgeht in den zweiten, dritten, vierten Kulturzeitraum, es so ist, als ob dazumal die Menschen, die also wirklich den Anschluß gefunden haben an die Menschheit, nun, trivial gesprochen, dazumal auf du und du mit den Engeln, den Erzengeln und Archai gewesen wären, Umgang mit ihnen gehabt hätten. Ja, für den, der heute nicht älter wird als achtundzwanzig Jahre, ist das natürlich ein verrückter Gedanke, zu behaupten: die Menschen haben einmal nicht nur unter sich Dinge verabredet, sondern sie haben sich mit Angeloi, mit Archangeloi und mit Archai verständigt, wie wir uns heute auf dem physischen Plan einer mit dem anderen verständigen. Daß diese Ansicht herrscht und die andere Ansicht eine Verrücktheit scheint, das ist aber nur, weil die Menschen alte Erkenntnisse vergessen haben. Bei Plato finden Sie eine merkwürdige, sehr wichtige Stelle, also noch während des Zeitraumes, in dem die Menschheit dem Menschen achtundzwanzig bis fünfunddreißig Jahre darbot. Da sagte Plato: Bevor der Geistesmensch in Sinnlichkeit versank und seine Schwingen verlor, lebte er unter den Göttern in der vernünftigen geistigen Welt, wo alles wahr und rein ist. — Und damit meint Plato nicht nur das Leben vor der Geburt, sondern das Leben in alten Zeiten, wo die Menschen noch aus dem Umgang mit den Göttern selber ihre Erkenntnisse hatten. — Ich habe das auch angedeutet in dem einen Mysterienspiel, wo ein alter Eingeweihter von den alten Lehrern spricht, die aus dem Umgang mit den Göttern, das heißt mit den Geistern der höheren Hierarchien, ihre Erkenntnis schöpfen.

[ 32 ] Ich habe Ihnen vielleicht manches Paradoxe jetzt gesagt. Paradox ist jedenfalls für die heutigen Menschen schon, daß wenn man einmal zurückgeht in den zweiten, dritten, vierten Kulturzeitraum, es so ist, als ob dazumal die Menschen, die also wirklich den Anschluß gefunden haben an die Menschheit, nun, trivial gesprochen, dazumal auf du und du mit den Engeln, den Erzengeln und Archai gewesen wären, Umgang mit ihnen gehabt hätten. Ja, für den, der heute nicht älter wird als achtundzwanzig Jahre, ist das natürlich ein verrückter Gedanke, zu behaupten: die Menschen haben einmal nicht nur unter sich Dinge verabredet, sondern sie haben sich mit Angeloi, mit Archangeloi und mit Archai verständigt, wie wir uns heute auf dem physischen Plan einer mit dem anderen verständigen. Daß diese Ansicht herrscht und die andere Ansicht eine Verrücktheit scheint, das ist aber nur, weil die Menschen alte Erkenntnisse vergessen haben. Bei Plato finden Sie eine merkwürdige, sehr wichtige Stelle, also noch während des Zeitraumes, in dem die Menschheit dem Menschen achtundzwanzig bis fünfunddreißig Jahre darbot. Da sagte Plato: Bevor der Geistesmensch in Sinnlichkeit versank und seine Schwingen verlor, lebte er unter den Göttern in der vernünftigen geistigen Welt, wo alles wahr und rein ist. — Und damit meint Plato nicht nur das Leben vor der Geburt, sondern das Leben in alten Zeiten, wo die Menschen noch aus dem Umgang mit den Göttern selber ihre Erkenntnisse hatten. — Ich habe das auch angedeutet in dem einen Mysterienspiel, wo ein alter Eingeweihter von den alten Lehrern spricht, die aus dem Umgang mit den Göttern, das heißt mit den Geistern der höheren Hierarchien, ihre Erkenntnis schöpfen.

[ 33 ] Aber gewisse Dinge sind mit der Menschheitsentwickelung verbunden, die eben, weil die Sache sich so verhält, ganz und gar nicht mehr verstanden werden. Man macht da sonderbare Erfahrungen.

[ 33 ] Aber gewisse Dinge sind mit der Menschheitsentwickelung verbunden, die eben, weil die Sache sich so verhält, ganz und gar nicht mehr verstanden werden. Man macht da sonderbare Erfahrungen.

[ 34 ] Lassen Sie mich eine erfreulich-unerfreuliche Erfahrung anführen. Ein sonderbares Wort, nicht wahr, aber es ist schon so. Erfreulich deshalb, weil ich den Namen eines Mannes erwähnen muß, der sehr freundlich meiner Schrift «Gedanken während der Zeit des Krieges» entgegengekommen ist, aus den nördlichen Ländern, ein Mensch, der gerne, soweit er kann, sich in die Welt hineinfindet, Kjellén, der Staatsforscher, der jetzt in Uppsala ist. Ich will nicht den Mann angreifen, nicht abkritisieren, sondern im Gegenteil, ich wähle dieses Beispiel, weil Kjellén einer unserer Freunde ist. Er hat nun ein interessantes Buch geschrieben in der letzten Zeit: «Der Staat als Lebensform.» Da will er darstellen, wie man eine gewisse tiefere Auffassung vom Staate haben könnte. Ja, da versucht nun Kjellén wiederum so eine Art Ansicht zu gewinnen, wie der Staat ein Organismus sein sollte. Für denjenigen, der nun diese Dinge durchschaut und der aus der geisteswissenschaftlichen Untersuchung heraus weiß, wie eine Staatswissenschaft, wenn es eine solche jetzt gäbe, aufgebaut werden müßte, damit sie fruchtbar werden könnte im praktischen Staatsleben, für den ist das Lesen des Kjellénschen Buches, wenn man auch den Verfasser sehr gerne hat, geradezu eine Qual, eine richtige Qual. Warum? Ja, sehen Sie, Kjellén bringt es auch nicht weiter, als zu fragen: Wenn man nun den Staat als einen ganzen Organismus auffaßt, dann lebt der Mensch innerhalb des Staates. Was ist denn dann der Mensch? — Es liegt nahe: eine Zelle! Also der Mensch ist eine Zelle des Staatsorganismus für Kjellén. Auf diesem Gedanken wird nun in dem Buche «Der Staat als Lebensform» viel von Kjellén aufgebaut. Der Mensch ist eine Zelle, wie wir die Zellen in uns haben, und der Staat ist der ganze Organismus, der durch seine verschiedenen Zellen sich organisiert.

[ 34 ] Lassen Sie mich eine erfreulich-unerfreuliche Erfahrung anführen. Ein sonderbares Wort, nicht wahr, aber es ist schon so. Erfreulich deshalb, weil ich den Namen eines Mannes erwähnen muß, der sehr freundlich meiner Schrift «Gedanken während der Zeit des Krieges» entgegengekommen ist, aus den nördlichen Ländern, ein Mensch, der gerne, soweit er kann, sich in die Welt hineinfindet, Kjellén, der Staatsforscher, der jetzt in Uppsala ist. Ich will nicht den Mann angreifen, nicht abkritisieren, sondern im Gegenteil, ich wähle dieses Beispiel, weil Kjellén einer unserer Freunde ist. Er hat nun ein interessantes Buch geschrieben in der letzten Zeit: «Der Staat als Lebensform.» Da will er darstellen, wie man eine gewisse tiefere Auffassung vom Staate haben könnte. Ja, da versucht nun Kjellén wiederum so eine Art Ansicht zu gewinnen, wie der Staat ein Organismus sein sollte. Für denjenigen, der nun diese Dinge durchschaut und der aus der geisteswissenschaftlichen Untersuchung heraus weiß, wie eine Staatswissenschaft, wenn es eine solche jetzt gäbe, aufgebaut werden müßte, damit sie fruchtbar werden könnte im praktischen Staatsleben, für den ist das Lesen des Kjellénschen Buches, wenn man auch den Verfasser sehr gerne hat, geradezu eine Qual, eine richtige Qual. Warum? Ja, sehen Sie, Kjellén bringt es auch nicht weiter, als zu fragen: Wenn man nun den Staat als einen ganzen Organismus auffaßt, dann lebt der Mensch innerhalb des Staates. Was ist denn dann der Mensch? — Es liegt nahe: eine Zelle! Also der Mensch ist eine Zelle des Staatsorganismus für Kjellén. Auf diesem Gedanken wird nun in dem Buche «Der Staat als Lebensform» viel von Kjellén aufgebaut. Der Mensch ist eine Zelle, wie wir die Zellen in uns haben, und der Staat ist der ganze Organismus, der durch seine verschiedenen Zellen sich organisiert.

[ 35 ] Sehen Sie, wenn man bloß auf Vergleiche ausgeht — mehr ist es ja nicht —, dann kann man eigentlich alles mit allem vergleichen. Man kann wirklich eigentlich jeden Gedanken logisch vertreten, denn wenn man keine Konsequenzen zieht, kann man einen Organismus auch mit einem Taschenmesser vergleichen. Es kommt aber überall darauf an, daß man den Sinn hat für das Eindringen in die Wirklichkeit. Da aber gelangt man gleich in sehr merkwürdige Sackgassen, wenn man gerade das Kjellénsche Buch ins Auge faßt, in merkwürdige Sackgassen. In einem Organismus sind die Zellen, die sind nebeneinander, eine grenzt an die andere, und dadurch daß sie aneinandergrenzen und die Wirksamkeit haben, die daher kommt, ist der Organismus ein Organismus. Das läßt sich schon auf das Zusammenwirken der Menschen im sogenannten Staatsorganismus nicht mehr anwenden. Kurz, man kommt überhaupt, wenn man abstrakt logisch bleiben will, mit jedem geistreichen Gedanken dazu, daß man ein ziemlich dickes Buch schreiben kann darüber, und dann sich der Idee hingeben kann, das sei auch praktisch. Aber hat man Wirklichkeitsgeist, dann muß der Gedanke weiter ausgebaut werden. Er muß wirklich in die Wirklichkeit hineinversenkt werden, das ist ja erst die Erkenntnis. Ich empfehle Ihnen, lesen Sie das Buch, es ist ein repräsentatives Buch der jetzigen Zeit. Kaufen Sie es und lesen Sie es und empfinden Sie diese Qual, von der ich gesprochen habe. Es kommt mit dazu, daß einem der Gedanke herausspringt: Was darf man denn nun dem Organismus vergleichen, wenn man den Gedanken vom Organismus auf das soziale Leben der Menschheit anwenden will? — Nur das Leben der Menschheit auf der ganzen Erde. Und die einzelnen Staaten darf man nur mit Zellen vergleichen.

[ 35 ] Sehen Sie, wenn man bloß auf Vergleiche ausgeht — mehr ist es ja nicht —, dann kann man eigentlich alles mit allem vergleichen. Man kann wirklich eigentlich jeden Gedanken logisch vertreten, denn wenn man keine Konsequenzen zieht, kann man einen Organismus auch mit einem Taschenmesser vergleichen. Es kommt aber überall darauf an, daß man den Sinn hat für das Eindringen in die Wirklichkeit. Da aber gelangt man gleich in sehr merkwürdige Sackgassen, wenn man gerade das Kjellénsche Buch ins Auge faßt, in merkwürdige Sackgassen. In einem Organismus sind die Zellen, die sind nebeneinander, eine grenzt an die andere, und dadurch daß sie aneinandergrenzen und die Wirksamkeit haben, die daher kommt, ist der Organismus ein Organismus. Das läßt sich schon auf das Zusammenwirken der Menschen im sogenannten Staatsorganismus nicht mehr anwenden. Kurz, man kommt überhaupt, wenn man abstrakt logisch bleiben will, mit jedem geistreichen Gedanken dazu, daß man ein ziemlich dickes Buch schreiben kann darüber, und dann sich der Idee hingeben kann, das sei auch praktisch. Aber hat man Wirklichkeitsgeist, dann muß der Gedanke weiter ausgebaut werden. Er muß wirklich in die Wirklichkeit hineinversenkt werden, das ist ja erst die Erkenntnis. Ich empfehle Ihnen, lesen Sie das Buch, es ist ein repräsentatives Buch der jetzigen Zeit. Kaufen Sie es und lesen Sie es und empfinden Sie diese Qual, von der ich gesprochen habe. Es kommt mit dazu, daß einem der Gedanke herausspringt: Was darf man denn nun dem Organismus vergleichen, wenn man den Gedanken vom Organismus auf das soziale Leben der Menschheit anwenden will? — Nur das Leben der Menschheit auf der ganzen Erde. Und die einzelnen Staaten darf man nur mit Zellen vergleichen.

[ 36 ] Das Leben der Menschheit auf der ganzen Erde darf als ein Organismus bezeichnet werden, und die einzelnen Staaten dürfen als Zellen bezeichnet werden, nicht aber ein Staat als Organismus und der einzelne Mensch als Zelle. Damit aber wird das ganze überhaupt nur so, daß man es vergleichen kann, das staatliche Leben, mit einer Pflanze. Niemals mit etwas anderem als mit einem Pflanzenorganismus. Und will man nun den Begriff vom Organismus festhalten, so müßte man den Organismus nehmen und der Mensch müßte herausstehen. Denn es entwickelt sich der Mensch über alles Staatsleben hinaus, er kann nicht aufgehen wie die Zelle im einzelnen Organismus in diesem Staatsleben, sondern muß heraus. Das heißt, es muß Gebiete geben in der menschheitlichen Entwickelung, die nicht in den Staat fallen können. Man wird sehen, daß der Mensch hinausreichen muß in ein geistiges Gebiet, daß der Mensch nur in seiner unteren Verankerung in das Staatsleben hineinragen kann, aber nach oben in die geistige Welt. Und da ist es interessant, wie manche Forscher mit der Nase daraufgestoßen werden, daß die Menschen in den alten Zeiten, wo die Mysterien noch da waren, etwas davon gewußt haben. Und Kjellén weist selbst hin auf ein interessantes Buch, ein Buch, das vor fünfzig Jahren geschrieben worden ist von Fustel de Coulanges: «La Cit& antique». Und er kommt zu der merkwürdigen, sowohl dem Verfasser Fustel de Coulanges wie auch Kjellén unverständlichen Sache: Was war denn der alte Staat? Was war denn das? — Da kommt Coulanges dazu, sich zu sagen: Ja, die alten Staaten, die gründeten sich alle auf den Kultus. Warum? Es war der Staat ein Gottesdienst, weil man da noch fühlte, daß der Mensch hinaufragen mußte in die geistige Welt. Da konnte jemand nur dann tonangebend im Staate sein, wenn er in die Mysterien eingeweiht war und aus den Mysterien heraus über die soziale Struktur Weisungen bekommen hat. Im dritten, im vierten Zeitraum war es noch so. Die Leute kommen durch die äußere Forschung darauf, aber sie können nichts damit anfangen, trotzdem sie es in der Geschichte sogar lesen.

[ 36 ] Das Leben der Menschheit auf der ganzen Erde darf als ein Organismus bezeichnet werden, und die einzelnen Staaten dürfen als Zellen bezeichnet werden, nicht aber ein Staat als Organismus und der einzelne Mensch als Zelle. Damit aber wird das ganze überhaupt nur so, daß man es vergleichen kann, das staatliche Leben, mit einer Pflanze. Niemals mit etwas anderem als mit einem Pflanzenorganismus. Und will man nun den Begriff vom Organismus festhalten, so müßte man den Organismus nehmen und der Mensch müßte herausstehen. Denn es entwickelt sich der Mensch über alles Staatsleben hinaus, er kann nicht aufgehen wie die Zelle im einzelnen Organismus in diesem Staatsleben, sondern muß heraus. Das heißt, es muß Gebiete geben in der menschheitlichen Entwickelung, die nicht in den Staat fallen können. Man wird sehen, daß der Mensch hinausreichen muß in ein geistiges Gebiet, daß der Mensch nur in seiner unteren Verankerung in das Staatsleben hineinragen kann, aber nach oben in die geistige Welt. Und da ist es interessant, wie manche Forscher mit der Nase daraufgestoßen werden, daß die Menschen in den alten Zeiten, wo die Mysterien noch da waren, etwas davon gewußt haben. Und Kjellén weist selbst hin auf ein interessantes Buch, ein Buch, das vor fünfzig Jahren geschrieben worden ist von Fustel de Coulanges: «La Cit& antique». Und er kommt zu der merkwürdigen, sowohl dem Verfasser Fustel de Coulanges wie auch Kjellén unverständlichen Sache: Was war denn der alte Staat? Was war denn das? — Da kommt Coulanges dazu, sich zu sagen: Ja, die alten Staaten, die gründeten sich alle auf den Kultus. Warum? Es war der Staat ein Gottesdienst, weil man da noch fühlte, daß der Mensch hinaufragen mußte in die geistige Welt. Da konnte jemand nur dann tonangebend im Staate sein, wenn er in die Mysterien eingeweiht war und aus den Mysterien heraus über die soziale Struktur Weisungen bekommen hat. Im dritten, im vierten Zeitraum war es noch so. Die Leute kommen durch die äußere Forschung darauf, aber sie können nichts damit anfangen, trotzdem sie es in der Geschichte sogar lesen.

[ 37 ] Es ist ungeheuer tragisch, die letzte Seite des Buches von Kjellén «Der Staat als Lebensform» auf sich wirken zu lassen, wo man sieht, daß er nun irgend etwas konstruieren will, was Staatswissenschaft ist, aber doch ganz, ganz mutlos vor der Tatsache steht: Was fangen wir denn nun an mit der Zelle? Man könnte ja, wenn man die Idee von Kjellén verwirklichen wollte, eigentlich nur die Menschen köpfen, denn sie können nicht mit ihrem Kopfe solch einem Staate angehören, der so aufgebaut wäre, wie die Wissenschaft Kjelléns ihn aufbaut, da sie mit ihrem Geistigen hinausragen müssen über das Staatswesen.

[ 37 ] Es ist ungeheuer tragisch, die letzte Seite des Buches von Kjellén «Der Staat als Lebensform» auf sich wirken zu lassen, wo man sieht, daß er nun irgend etwas konstruieren will, was Staatswissenschaft ist, aber doch ganz, ganz mutlos vor der Tatsache steht: Was fangen wir denn nun an mit der Zelle? Man könnte ja, wenn man die Idee von Kjellén verwirklichen wollte, eigentlich nur die Menschen köpfen, denn sie können nicht mit ihrem Kopfe solch einem Staate angehören, der so aufgebaut wäre, wie die Wissenschaft Kjelléns ihn aufbaut, da sie mit ihrem Geistigen hinausragen müssen über das Staatswesen.

[ 38 ] Sehen Sie, da kommt man zu ganz merkwürdigen Dingen, wenn man das Leben tiefer betrachtet. Und daher ist es, daß alles das, was sich heute Staatswissenschaft noch nennt, überhaupt noch nicht weiß, was es will. Nirgends gibt es noch für heutige Verhältnisse eine wirkliche Staatswissenschaft. Das ist alles noch Gerede. Denn eine wirkliche Staatswissenschaft wird erst entstehen können, wenn man wiederum hinorientiert ist nach der Art und Weise, wie der Mensch mit der geistigen Welt zusammenhängt, wenn man wiederum wissen wird, wieviel man organisieren kann im irdischen Zusammenleben und wieviel über die Organisation frei hinausgehen muß. Diese Dinge müssen aus gewissen Tiefen geholt werden. Hier spüren Sie, meine lieben Freunde, wie die Dinge tragisch werden. Die Menschheit muß ihre Entwickelungsgesetze in sich tragen, muß etwas verspüren von diesen Entwickelungsgesetzen.

[ 38 ] Sehen Sie, da kommt man zu ganz merkwürdigen Dingen, wenn man das Leben tiefer betrachtet. Und daher ist es, daß alles das, was sich heute Staatswissenschaft noch nennt, überhaupt noch nicht weiß, was es will. Nirgends gibt es noch für heutige Verhältnisse eine wirkliche Staatswissenschaft. Das ist alles noch Gerede. Denn eine wirkliche Staatswissenschaft wird erst entstehen können, wenn man wiederum hinorientiert ist nach der Art und Weise, wie der Mensch mit der geistigen Welt zusammenhängt, wenn man wiederum wissen wird, wieviel man organisieren kann im irdischen Zusammenleben und wieviel über die Organisation frei hinausgehen muß. Diese Dinge müssen aus gewissen Tiefen geholt werden. Hier spüren Sie, meine lieben Freunde, wie die Dinge tragisch werden. Die Menschheit muß ihre Entwickelungsgesetze in sich tragen, muß etwas verspüren von diesen Entwickelungsgesetzen.

[ 39 ] Im einzelnen — verzeihen Sie, wenn ich jetzt am Schlusse auf einzelnes komme — stößt man gerade fürchterlich an, wenn man es als eine Notwendigkeit des Lebens empfindet, real zu denken. Real denken heißt auch geistig denken, denn wer den Geist nicht mitdenkt, denkt nicht das Reale, sondern er denkt ein wesenloses Abstraktum. Wenn man es als seine Gewohnheit entwickelt hat, real zu denken, dann stößt man heute vielfach an. Verzeihen Sie, wenn ich scheinbar trivial ein naheliegendes Beispiel wähle.

[ 39 ] Im einzelnen — verzeihen Sie, wenn ich jetzt am Schlusse auf einzelnes komme — stößt man gerade fürchterlich an, wenn man es als eine Notwendigkeit des Lebens empfindet, real zu denken. Real denken heißt auch geistig denken, denn wer den Geist nicht mitdenkt, denkt nicht das Reale, sondern er denkt ein wesenloses Abstraktum. Wenn man es als seine Gewohnheit entwickelt hat, real zu denken, dann stößt man heute vielfach an. Verzeihen Sie, wenn ich scheinbar trivial ein naheliegendes Beispiel wähle.

[ 40 ] Ich kann zum Beispiel sagen, daß mir nichts weniger imponiert, als wenn heute jemand kommt innerhalb des deutschen Sprachgebietes und sogenannte schöne Verse schreibt, tadellos schöne Verse, wie sie den meisten Menschen noch gefallen. Etwas, was solch eine Entwickelung hinter sich hat wie die deutsche Sprache, und solche Entwickelungsmöglichkeiten vor sich hat wie die deutsche Sprache, in dem bilden sich heute sogenannte schöne Verse wie von selbst, gerade in der unreifen Jugend bis zum achtundzwanzigsten Jahr. Löst man künstlerisch Versprobleme, dann kommt man nicht zu dem, was heute die Menschen vielfach für schöne Verse halten, denn die sind eigentlich zu dem gehörig, was man genießt, wenn man sich in frühere Zeiten versetzt. Daher treffen es heute sehr viele Leute auch ganz gut, schöne Verse zu machen, aber es handelt sich darum, weiterzukommen in der Entwickelung. Da muß es oftmals geschehen, daß jemand vielleicht weniger schöne Verse schreibt, aber versucht, von einem elementaren Standpunkte aus eine neue Kunstform zu gewinnen. Da kommen natürlich dann viele und finden es schrecklich, wenn jemand den Versuch macht, eine neue Kunstform zu gewinnen, die vielleicht mit Bezug auf dasjenige, was sie werden soll, noch sehr unvollkommen ist. Sehen Sie, ich möchte jetzt wiederum etwas Persönliches sagen. Ich will gar nicht von meinem Urteil sprechen über die Verse, in denen Herr von Bernus anthroposophische Gedanken vorgebracht hat im «Reich». Aber Sie können alle ganz sicher sein, wenn auch dem oder jenem die Verse noch so wenig gefallen haben: solche Verse, wie sie hätten gefallen können, die hätte Herr von Bernus aus dem Ärmel schütteln können, wenn er sie hätte machen wollen. Die Dinge sind doch nicht so einfach. Und heute, wo so vieles existiert, was böswillig herabzieht und dasjenige verleumdet, was bei uns gewollt wird, trat diese Zeitschrift «Das Reich» hervor mit dem besten Willen, und sie hätte sollen eben wegen dieses allerbesten Willens gefördert werden, gleichgültig wie man sich zu dem einzelnen gestellt hat. Daher war es mir selbst schwer, zu hören, daß Herr von Bernus Schocke von Briefen bekommen hat aus dem Kreise unserer Mitglieder, die dasjenige verlästert haben, was in der Zeitschrift stand. Man hätte viel mehr Gelegenheit gehabt, auf dasjenige hinzuschauen, was direkt darauf ausgeht, unsere Bewegung zu vernichten. Und so erlebt man es denn, daß jemand, der sich vorgenommen hat, über alle Dinge bei uns die Unwahrheit zu sagen, behaupten kann: «Das Reich», das im Zeichen Steiners steht.» Nun, ich habe mit dieser Zeitschrift keine andere Verbindung, als ich eventuell auch mit einer anderen haben könnte; ich habe sie nicht begründet, sie ist das eigene Werk des Herrn von Bernus, sie hängt nicht mit meiner Persönlichkeit zusammen. Ich schreibe für diese Zeitschrift Artikel und bin für nichts verantwortlich. Das kann aber derjenige auch wissen, der verletzend nach der einen oder anderen Seite hin den verleumderischen Ausdruck brauchte — in einem solchen Falle ist es ein verleumderischer Ausdruck — «diese Zeitschrift dient Steinerschen Zwekken». Man sollte sich im Gegenteil doch auch einmal freuen können, wenn auch etwas für, von ganz außenstehender Seite für uns auftritt. Bis jetzt aber haben wir es vielfach erfahren, daß gerade denjenigen Steine in den Weg geworfen worden sind von seiten unserer Mitglieder, welche sich für unsere Sache einsetzen wollten, daß aber abgeraten worden ist, sich für unsere Sache einzusetzen in gutem Wollen und in kühner Weise, während man sich nicht gekümmert hat um all das Schmähende, das geschehen ist im großen ganzen.

[ 40 ] Ich kann zum Beispiel sagen, daß mir nichts weniger imponiert, als wenn heute jemand kommt innerhalb des deutschen Sprachgebietes und sogenannte schöne Verse schreibt, tadellos schöne Verse, wie sie den meisten Menschen noch gefallen. Etwas, was solch eine Entwickelung hinter sich hat wie die deutsche Sprache, und solche Entwickelungsmöglichkeiten vor sich hat wie die deutsche Sprache, in dem bilden sich heute sogenannte schöne Verse wie von selbst, gerade in der unreifen Jugend bis zum achtundzwanzigsten Jahr. Löst man künstlerisch Versprobleme, dann kommt man nicht zu dem, was heute die Menschen vielfach für schöne Verse halten, denn die sind eigentlich zu dem gehörig, was man genießt, wenn man sich in frühere Zeiten versetzt. Daher treffen es heute sehr viele Leute auch ganz gut, schöne Verse zu machen, aber es handelt sich darum, weiterzukommen in der Entwickelung. Da muß es oftmals geschehen, daß jemand vielleicht weniger schöne Verse schreibt, aber versucht, von einem elementaren Standpunkte aus eine neue Kunstform zu gewinnen. Da kommen natürlich dann viele und finden es schrecklich, wenn jemand den Versuch macht, eine neue Kunstform zu gewinnen, die vielleicht mit Bezug auf dasjenige, was sie werden soll, noch sehr unvollkommen ist. Sehen Sie, ich möchte jetzt wiederum etwas Persönliches sagen. Ich will gar nicht von meinem Urteil sprechen über die Verse, in denen Herr von Bernus anthroposophische Gedanken vorgebracht hat im «Reich». Aber Sie können alle ganz sicher sein, wenn auch dem oder jenem die Verse noch so wenig gefallen haben: solche Verse, wie sie hätten gefallen können, die hätte Herr von Bernus aus dem Ärmel schütteln können, wenn er sie hätte machen wollen. Die Dinge sind doch nicht so einfach. Und heute, wo so vieles existiert, was böswillig herabzieht und dasjenige verleumdet, was bei uns gewollt wird, trat diese Zeitschrift «Das Reich» hervor mit dem besten Willen, und sie hätte sollen eben wegen dieses allerbesten Willens gefördert werden, gleichgültig wie man sich zu dem einzelnen gestellt hat. Daher war es mir selbst schwer, zu hören, daß Herr von Bernus Schocke von Briefen bekommen hat aus dem Kreise unserer Mitglieder, die dasjenige verlästert haben, was in der Zeitschrift stand. Man hätte viel mehr Gelegenheit gehabt, auf dasjenige hinzuschauen, was direkt darauf ausgeht, unsere Bewegung zu vernichten. Und so erlebt man es denn, daß jemand, der sich vorgenommen hat, über alle Dinge bei uns die Unwahrheit zu sagen, behaupten kann: «Das Reich», das im Zeichen Steiners steht.» Nun, ich habe mit dieser Zeitschrift keine andere Verbindung, als ich eventuell auch mit einer anderen haben könnte; ich habe sie nicht begründet, sie ist das eigene Werk des Herrn von Bernus, sie hängt nicht mit meiner Persönlichkeit zusammen. Ich schreibe für diese Zeitschrift Artikel und bin für nichts verantwortlich. Das kann aber derjenige auch wissen, der verletzend nach der einen oder anderen Seite hin den verleumderischen Ausdruck brauchte — in einem solchen Falle ist es ein verleumderischer Ausdruck — «diese Zeitschrift dient Steinerschen Zwekken». Man sollte sich im Gegenteil doch auch einmal freuen können, wenn auch etwas für, von ganz außenstehender Seite für uns auftritt. Bis jetzt aber haben wir es vielfach erfahren, daß gerade denjenigen Steine in den Weg geworfen worden sind von seiten unserer Mitglieder, welche sich für unsere Sache einsetzen wollten, daß aber abgeraten worden ist, sich für unsere Sache einzusetzen in gutem Wollen und in kühner Weise, während man sich nicht gekümmert hat um all das Schmähende, das geschehen ist im großen ganzen.

[ 41 ] Es wäre noch manches zu sagen. Ich wollte dies einmal anführen, weil ich wirklich betonen möchte, daß es mir gar nicht eingefallen ist, über dies oder jenes im «Reich» anders als diskutierend zu sprechen, das heißt, zu sehen, ob vielleicht gerade hinter dem scheinbar Unvollkommenen das Ringen nach einer Entwickelung steht, und es war mir wirklich nicht darum zu tun, auf dasjenige zu sehen, worauf viele gesehen haben, die sich berufen gefühlt haben zu dem, was ja ohnedies ein Unsinn wäre, wenn es auch nicht geschmacklos wäre, ihr Urteil in Briefen an den Dichter zu senden. Das ist der geschmackloseste und schädlichste Weg. Denn an den, der sich angestrengt hat, die Sache auszuschreiben, braucht man nicht persönlich mit einem schmähenden Brief heranzutreten. Selbst wenn der Brief berechtigt wäre, könnte er ihn nicht verstehen, er lebt in der Sache drinnen. Man sage seine Meinung allen anderen, nur sende man sie nicht dem Dichter ins Haus.

[ 41 ] Es wäre noch manches zu sagen. Ich wollte dies einmal anführen, weil ich wirklich betonen möchte, daß es mir gar nicht eingefallen ist, über dies oder jenes im «Reich» anders als diskutierend zu sprechen, das heißt, zu sehen, ob vielleicht gerade hinter dem scheinbar Unvollkommenen das Ringen nach einer Entwickelung steht, und es war mir wirklich nicht darum zu tun, auf dasjenige zu sehen, worauf viele gesehen haben, die sich berufen gefühlt haben zu dem, was ja ohnedies ein Unsinn wäre, wenn es auch nicht geschmacklos wäre, ihr Urteil in Briefen an den Dichter zu senden. Das ist der geschmackloseste und schädlichste Weg. Denn an den, der sich angestrengt hat, die Sache auszuschreiben, braucht man nicht persönlich mit einem schmähenden Brief heranzutreten. Selbst wenn der Brief berechtigt wäre, könnte er ihn nicht verstehen, er lebt in der Sache drinnen. Man sage seine Meinung allen anderen, nur sende man sie nicht dem Dichter ins Haus.

[ 42 ] Nun, meine lieben Freunde, alle die Dinge, die so gesagt werden, treffen natürlich nur immer nach der einen Seite, nach der Seite von wenigen. Aber es ist schon einmal so, daß durch die Gesellschaft der Unschuldige mit den Schuldigen gefangen ist und nun büßen muß für sie. Das ist das, was mir schmerzlicher ist als denen, die unter den heutigen Maßnahmen leiden.

[ 42 ] Nun, meine lieben Freunde, alle die Dinge, die so gesagt werden, treffen natürlich nur immer nach der einen Seite, nach der Seite von wenigen. Aber es ist schon einmal so, daß durch die Gesellschaft der Unschuldige mit den Schuldigen gefangen ist und nun büßen muß für sie. Das ist das, was mir schmerzlicher ist als denen, die unter den heutigen Maßnahmen leiden.

[ 43 ] Aber eines möchte ich noch hinzufügen: Derjenige, der im Kreise der Gesellschaft bloß die eine Maßregel etwa mitteilen wird, daß ich keine persönlichen Angelegenheiten in Privatgesprächen in Zukunft mehr besprechen werde, der würde nur Einseitiges sagen. Zum ganzen gehört dazu: Ich entbinde ausdrücklich jeden des Versprechens, soweit er es selber will, etwas, was in Privatgesprächen gesprochen wurde, geheim zu halten. — Das gehört dazu, und das ist das Wichtige. Bei jenem Verleumdungsfeldzug, glauben Sie es, sind diese Maßregeln so notwendig, daß Ausnahmen nicht gemacht werden können. Aber niemand soll etwas verlieren. Das, was esoterisch geleistet werden kann, wird auch geleistet werden können, wenn es in voller Öffentlichkeit sein muß. Und ich werde Mittel und Wege finden, trotzdem ich in Privatgesprächen keine Ausnahmen machen kann und machen darf, daß jeder die esoterischen Bedürfnisse, die er befriedigen will, auch in der Zukunft wird befriedigen können. Haben Sie nur eine kurze Zeit Geduld. Auch ohne Privatgespräche wird es Mittel und Wege geben, daß alles das, was in berechtigter Weise für das esoterische Leben wird gefordert werden können, befriedigt werde, ohne daß jene Schäden entstehen, die durch die Verleumdung des Privatgesprächwesens in unserer Gesellschaft entstanden sind.

[ 43 ] Aber eines möchte ich noch hinzufügen: Derjenige, der im Kreise der Gesellschaft bloß die eine Maßregel etwa mitteilen wird, daß ich keine persönlichen Angelegenheiten in Privatgesprächen in Zukunft mehr besprechen werde, der würde nur Einseitiges sagen. Zum ganzen gehört dazu: Ich entbinde ausdrücklich jeden des Versprechens, soweit er es selber will, etwas, was in Privatgesprächen gesprochen wurde, geheim zu halten. — Das gehört dazu, und das ist das Wichtige. Bei jenem Verleumdungsfeldzug, glauben Sie es, sind diese Maßregeln so notwendig, daß Ausnahmen nicht gemacht werden können. Aber niemand soll etwas verlieren. Das, was esoterisch geleistet werden kann, wird auch geleistet werden können, wenn es in voller Öffentlichkeit sein muß. Und ich werde Mittel und Wege finden, trotzdem ich in Privatgesprächen keine Ausnahmen machen kann und machen darf, daß jeder die esoterischen Bedürfnisse, die er befriedigen will, auch in der Zukunft wird befriedigen können. Haben Sie nur eine kurze Zeit Geduld. Auch ohne Privatgespräche wird es Mittel und Wege geben, daß alles das, was in berechtigter Weise für das esoterische Leben wird gefordert werden können, befriedigt werde, ohne daß jene Schäden entstehen, die durch die Verleumdung des Privatgesprächwesens in unserer Gesellschaft entstanden sind.

[ 44 ] Und nun will ich noch sagen, daß ich gerne etwas vorbringen möchte, was tief zusammenhängt mit dem, was uns zum Verständnis unserer schweren Gegenwart führen kann, daß ich aber wahrhaftig nicht fertig bin mit dem, was ich Ihnen während des diesmaligen Aufenthaltes habe sagen wollen. Für diejenigen, die kommen wollen, werde ich daher am Dienstagabend noch einmal hier sprechen.

[ 44 ] Und nun will ich noch sagen, daß ich gerne etwas vorbringen möchte, was tief zusammenhängt mit dem, was uns zum Verständnis unserer schweren Gegenwart führen kann, daß ich aber wahrhaftig nicht fertig bin mit dem, was ich Ihnen während des diesmaligen Aufenthaltes habe sagen wollen. Für diejenigen, die kommen wollen, werde ich daher am Dienstagabend noch einmal hier sprechen.