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The Spiritual Background of World War I
GA 174b

13 May 1917, Stuttgart

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The Spiritual Background of World War I, tr. SOL
  1. Zeitgeschichtliche Betrachtungen Band I

Zehnter Vortrag

Tenth Lecture

[ 1 ] Es ist gewiß nur zu verständlich, wenn in der Seele des gegenwärtigen Menschen, mehr als es vielleicht sonst der Fall ist, das Bedürfnis auftaucht, die Zeit in ihrer Eigentümlichkeit etwas zu verstehen. Wir leben ja in diesen Jahren innerhalb von Ereignissen, welche nicht nur die ungeheuerlichsten Opfer von vielen Menschen verlangen, sondern welche wahrhaftig dem menschlichen Denken schwere Rätsel aufgeben, Rätsel der mannigfaltigsten Art. Warum mußten denn diese Dinge sich in unserem Zeitalter gerade in einer so furchtbaren Katastrophe offenbaren, wie sie nun durch die Entwickelung der Menschheit zieht? Das ist gewiß eine Frage, die den heutigen Seelen nahegeht. Die äußeren Ereignisse sehen wir wohl; wir müssen nur versuchen, immer mehr und mehr uns bereit zu machen, nicht bloß die allernächsten Ursachen für so schwerwiegende Ereignisse zu suchen, sondern zu den tieferen Kräften der Zeit unsere Augen hinlenken, und darauf, wie diese tieferen Kräfte in der Gesamtentwickelung der Menschheit begründet sind. Dann können wir für unser Gefühl, für unsere Empfindung vielleicht auch manches verstehen, was uns sonst unverständlich bleibt, was wir gewissermaßen nur anstarren können.

[ 1 ] It is certainly only too understandable that, in the soul of modern man—perhaps more so than is usually the case—the need arises to understand time in its particular nature. After all, in these years we are living through events that not only demand the most immense sacrifices from many people, but which truly present human thought with profound enigmas—enigmas of the most varied kinds. Why, then, did these things have to manifest themselves in our age precisely in such a terrible catastrophe as the one now sweeping through the course of human development? This is certainly a question that touches the souls of people today. We can certainly see the outward events; we must simply try, more and more, to prepare ourselves not merely to seek the most immediate causes of such grave events, but to turn our eyes to the deeper forces of the times and to how these deeper forces are rooted in the overall development of humanity. Then, perhaps, we can understand—in our feelings and perceptions—many things that otherwise remain incomprehensible to us, things that we can, so to speak, only stare at in bewilderment.

[ 2 ] Fragen wir uns einmal: Welches ist denn im tiefsten Sinn ein schwerwiegendes Charakteristikon unserer Zeit? — Nun, wir können ja aus Auseinandersetzungen, die hier des öfteren gepflogen worden sind, gewiß uns nicht verhehlen, daß auf allen Gebieten in der neueren Zeit sich heraufgedrängt hat das, was wir den Materialismus, den Materialismus im weitesten Sinne des Wortes nennen. Materialismus! — fassen wir es wirklich gerade heute nicht so auf, daß wir nur unser Gefühl, unsere Sympathie und unsere Antipathie dem zuwenden, was wir mit dem Ausdruck Materialismus belegen; sondern versuchen wir zu empfinden, daß schon einmal ein Zeitalter kommen mußte, in dem der Materialismus gewissermaßen tonangebend ist in der Menschheitsentwickelung. Die Menschheit brauchte schon den Materialismus, das Durchgehen durch den Materialismus. Sie darf sich nur innerhalb des Materialismus nicht verlieren; sie darf sich nicht gewissermaßen diesem Materialismus so stark hingeben, daß sie den Zusammenhang mit der geistigen Welt nicht nur aus den Augen, sondern auch aus der Seele verliert. Daß dies nicht geschehe, dafür zu sorgen, daß der Zusammenhang mit der geistigen Welt erhalten bleibe, ist ja gerade die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Nun möchte ich heute versuchen, einiges vor Ihre Seele zu führen von Entwickelungsgesetzen des Menschengeschlechts, welches, wenn wir es in der richtigen Weise verstehen, beitragen kann zum’ Begreifen desjenigen, was rings um uns herum wirkt.

[ 2 ] Let us ask ourselves: What, in the deepest sense, is a defining characteristic of our time? — Well, based on the discussions that have frequently taken place here, we certainly cannot deny that in recent times, what we call materialism—materialism in the broadest sense of the word—has come to the fore in all areas. Materialism! — Let us not, especially today, simply direct our feelings, our sympathies, and our antipathies toward what we label “materialism”; rather, let us try to appreciate that an age was bound to come in which materialism, so to speak, sets the tone for human development. Humanity has indeed needed materialism—the process of passing through materialism. It must simply not lose itself within materialism; it must not, so to speak, surrender itself so completely to this materialism that it loses its connection with the spiritual world not only from sight but also from the soul. Ensuring that this does not happen—that the connection with the spiritual world is preserved—is precisely the task of spiritual science. Today I would like to attempt to bring to your attention some of the laws of human evolution which, if we understand them correctly, can contribute to our comprehension of what is at work all around us.

[ 3 ] Daß wir im Zeitalter des Materialismus leben, verdankt man ja keineswegs etwa bloß der Schlechtigkeit und Schändlichkeit der menschlichen Seele im großen, sondern eben gewissen Entwickelungsgesetzen. Allerdings, das Angesicht des Materialismus in unserem Zeitalter. ist kein schönes, namentlich dann erscheint es nicht schön, wenn man dieses materialistische Antlitz mit dem Kulturantlitz älterer Zeitperioden vergleichen kann. Es darf deshalb doch nicht jemand in die reaktionäre Gesinnung verfallen, daß er erwa glauben wollte, die alten Kulturentwickelungen müßten wiederum heraufgetragen werden. Ganz bedeutsam ist ja für uns diese Eigenschaft des Materialismus unserer Zeit, daß auch hervorragende, geistig bedeutendste Persönlichkeiten ihre Seelenimpulse gar nicht bis zu dem Verständnis der geistigen Welt bringen können. Sie können einfach nicht. Man muß sich das einmal ganz vorurteilslos gestehen. Nehmen wir einen charakteristischen Geist aus dem 19. Jahrhundert, von dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel im internationalen Geistesleben Europas gesprochen wurde, Ernest Renan, der sich bemühte, den Christus-Impuls so zu verstehen, wie es eben seinem Zeitalter möglich war. «Das Leben Jesu» von Ernest Renan hat ja in den weitesten Kreisen großes Aufsehen gemacht und großen Einfluß bekommen. Aber Ernest Renan ist auf der einen Seite schon ein Geist, dem es ernst war um geistige Angelegenheiten, der aber auf der anderen Seite gar nicht sich Vorstellungen darüber bilden konnte, daß der Mensch einen Weg finden könne zu einer Anschauung über geistige Welten. Nehmen wir einen Ausspruch, den Ernest Renan in ziemlicher Jugend getan hat; da sagte er: Der Mensch der Gegenwart ist sich bewußt, daß er niemals etwas über die höchsten Ursachen des Universums und über seine eigene Bestimmung wissen wird. — Das ist ein führender Geist der Gegenwart, der so spricht, der es geradezu als eine wichtige Erkenntnis hinstellt, wenn der Mensch sich bewußt wird, daß er niemals etwas über die Ursachen des Universums und über seine Bestimmung wissen kann. Und er war kein oberflächlicher Mann, dieser Ernest Renan. Er lebte ein Leben der Erkenntnis. Und charakteristisch ist es, daß der alte Renan, der Greis gewordene Renan, einen anderen charakteristischen Ausspruch getan hat. Dieser Mann, der sich sein ganzes Leben hindurch in den Glauben hineingelebt hat, der Mensch könne nicht den Weg in die geistige Welt hinein finden, ja er müsse sich das gerade als eine höhere Erkenntnis einprägen, er sagte am Schlusse seines Lebens: Ich wollte, ich wüßte gewiß, daß es eine Hölle gäbe, denn besser die Hypothese der Hölle als die des Nichts. — Da sehen Sie etwas aus dem gepreßten Herzen der Gegenwart heraus gesprochen. Das Nichts starrt den Menschen an, wenn er die Sehnsucht hat, das Verlangen hat, eine geistige Welt zu gewinnen, eine geistige Welt, in die der Mensch etwa eintreten könnte, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet. Und ein Mensch, der sich errungen zu haben glaubt, daß der Mensch darüber erhaben ist, daß er auf ein solches Wissen verzichtet, der sagt am Ende seines Lebens: Besser wäre es zu wissen, daß es eine Hölle gibt, als das Nichts anzuschauen. — Man muß solche Dinge nachfühlen, wenn man Charakteristisches für unsere Zeit empfinden will.

[ 3 ] The fact that we live in an age of materialism is by no means due merely to the wickedness and depravity of the human soul in general, but rather to certain laws of development. Admittedly, the face of materialism in our age is not a beautiful one; indeed, it appears particularly unattractive when one compares this materialistic face with the cultural face of earlier periods. Therefore, no one should succumb to the reactionary mindset of believing that the cultural developments of the past must be revived. Indeed, a particularly significant aspect of the materialism of our time is that even outstanding, intellectually significant personalities are unable to direct their soul impulses toward an understanding of the spiritual world. They simply cannot. We must admit this to ourselves without prejudice. Let us take a characteristic figure from the nineteenth century, one who was much discussed in the international intellectual life of Europe during the second half of the nineteenth century: Ernest Renan, who strove to understand the Christ impulse as best his age could. Ernest Renan’s *The Life of Jesus* caused a great stir in the widest circles and exerted a profound influence. But Ernest Renan was, on the one hand, a thinker who took spiritual matters seriously; on the other hand, however, he could not even conceive of the idea that human beings might find a path to a perception of spiritual worlds. Let us consider a statement Ernest Renan made in his early youth; there he said: “Modern man is aware that he will never know anything about the highest causes of the universe or about his own destiny.” — This is a leading thinker of our time speaking, one who presents it as a significant insight when a person realizes that he can never know anything about the causes of the universe or about his own destiny. And Ernest Renan was no superficial man. He lived a life of insight. And it is characteristic that the elderly Renan, Renan in his old age, made another characteristic statement. This man, who throughout his entire life had lived in the belief that human beings cannot find their way into the spiritual world—indeed, that they must take this very fact to heart as a higher insight—said at the end of his life: “I wish I knew for certain that there were a hell, for better the hypothesis of hell than that of nothingness.” — There you see something spoken from the very depths of the present moment. Nothingness stares at a person when they have the longing, the desire, to attain a spiritual world—a spiritual world into which a person might enter, for example, when they pass through the gate of death. And a person who believes they have attained the realization that humanity is above such things—that they have renounced such knowledge—says at the end of their life: It would be better to know that hell exists than to gaze upon nothingness. — One must empathize with such things if one wishes to grasp what is characteristic of our time.

[ 4 ] Nicht wahr, wir müssen ja doch uns klar sein: führende Geister braucht die Menschheit in jedem Zeitalter. Waren es in alten Zeiten die Mysterienpriester, so sind es für unser Zeitalter gewisse Philosophen, die immer mehr und mehr einen naturwissenschaftlichen Charakter annehmen. Ein Philosoph, den ich noch persönlich sehr gut gekannt habe, hat in seinem letzten Werk, «Die Tragikomödie der Weisheit», folgende Aussprüche getan. Er sagt: Wir haben nicht mehr Philosophie als ein Tier und unterscheiden uns nur von dem Tier durch die rasenden Versuche, zu einem Wissen kommen zu wollen, und durch die schließliche Ergebung in das Nichtwissen. — Der Betreffende, der also aus seinem Schürfen im Geistesleben zur Überzeugung gekommen ist, der Mensch könne nicht mehr Philosophie haben als ein Tier, ist ein Herr Professor der Philosophie und ein Universitätsprofessor geworden. Daher ist es nicht zu verwundern, daß wiederum tiefer angelegte Naturen doch irgendeinen Weg suchen wollen in die geistige Welt hinein, und daß sie sich gewissermaßen, weil sie sich nicht dazu aufraffen können aus den Impulsen, die ihnen die Zeit aus dem Materialismus heraus bietet, sich dem Nächstliegenden in die Arme werfen. Das sehen wir aus zahlreichen solchen Beispielen in unserer Gegenwart, wie etwa Maurice Barrès eines ist, der Franzose, der ja jetzt auch während der Kriegszeit unter den rasend gewordenen Deutschenhassern eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Vor dem Kriege war er charakteristisch als der Führer jener Jungfranzosen, welche, so viel es möglich ist, einen Weg zum Geistigen zu suchen, das eben versuchten. Maurice Barre&s suchte lange, und nachdem er lange gesucht hatte, da warf er sich dem landläufigen Katholizismus in die Arme, der katholischen Kirche, wie das ja viele Jungfranzosen getan haben. Es ist das schließlich nur ein besonderes Beispiel für einen weitgehenden Zug, wie er in unserer Zeit lebt und in seinem Katholischwerden zum Ausdruck gekommen ist. Aber versuchen wir nun einmal, in solche Seelen wie die des Maurice Barrès hineinzuschauen, wie sich der nun zu dem Suchen nach dem geistigen Leben stellt. Da muß ich sagen, ist schon ein charakteristischer Ausspruch dieses Maurice Barrès der folgende. Also einem Geistsucher der Gegenwart ist das folgende Wort entschlüpft: «Es ist vergebliche Mühe, das Jenseits zu suchen. Es existiert vielleicht nicht einmal!» Und dann sagt er weiter: «Und wie wir es auch anpacken, wir können nichts davon erfahren. Überlassen wir jedweden Okkultismus den Erleuchteten und den Gauklern. Welche Form der Mystizismus auch annehmen mag, er widerspricht der Vernunft. Aber geben wir uns dennoch der Kirche hin, erstens, weil sie untrennbar verbunden ist mit der Tradition Frankreichs, und dann, weil sie mit der Autorität der Jahrhunderte und großer praktischer Erfahrung das Wollen jener Ethik formuliert, die man die Völker und die Kirche lehren muß, und endlich, weil sie, weit davon entfernt, uns dem Mystizismus auszuliefern, uns direkt gegen ihn verteidigt, die Stimme der geheimnisvollen Haine» — mit den geheimnisvollen Hainen meint er alles das, was etwa aus den Mysterien heraus gekommen ist — «zum Schweigen bringt, die Evangelien auslegt und den großmütigen Anarchismus des Heilands den Bedürfnissen der modernen Gesellschaft opfert.»

[ 4 ] Isn’t it true that we must be clear about this: humanity needs leading minds in every age. Whereas in ancient times these were the priests of the mysteries, in our age they are certain philosophers who are increasingly taking on a scientific character. A philosopher whom I knew very well personally made the following remarks in his last work, *The Tragicomedy of Wisdom*. He says: We have no more philosophy than an animal, and we differ from the animal only in our frantic attempts to attain knowledge and in our ultimate resignation to ignorance. — The man in question, who thus came to the conviction—through his delving into intellectual life—that human beings cannot possess more philosophy than an animal, has become a professor of philosophy and a university professor. It is therefore not surprising that more deeply inclined natures nevertheless seek some path into the spiritual world, and that—since they cannot bring themselves to act on the impulses that the age offers them from materialism—they throw themselves, as it were, into the arms of what lies closest at hand. We see this in numerous such examples in our own time, such as Maurice Barrès, the Frenchman who has now attained a certain fame even during the war among those who have become frenzied in their hatred of the Germans. Before the war, he was known as the leader of those Young Frenchmen who, as far as possible, sought a path to the spiritual realm. Maurice Barrès searched for a long time, and after he had searched for a long time, he threw himself into the arms of mainstream Catholicism, the Catholic Church—just as many young Frenchmen have done. Ultimately, this is merely a specific example of a widespread trend that is alive in our time and has found expression in his conversion to Catholicism. But let us now try to look into souls such as that of Maurice Barrès, to see how he approaches the search for the spiritual life. Here I must say that the following is indeed a characteristic statement by Maurice Barrès. Thus, the following words slipped from the lips of a modern seeker of the spiritual: “It is a futile effort to seek the hereafter. It may not even exist!” And then he goes on to say: “And no matter how we go about it, we cannot learn anything about it. Let us leave all occultism to the enlightened and the charlatans. Whatever form mysticism may take, it contradicts reason. But let us nevertheless devote ourselves to the Church, first, because it is inseparably linked to the tradition of France, and second, because, with the authority of the centuries and great practical experience, it articulates the principles of that ethics which must be taught to the peoples and the Church, and finally, because, far from abandoning us to mysticism, it directly defends us against it, silencing the “voice of the mysterious groves”—by “mysterious groves” he means everything that has emerged from the mysteries—interpreting the Gospels and sacrificing the Savior’s magnanimous anarchism to the needs of modern society.

[ 5 ] Warum soll man sich der katholischen Kirche ergeben? Weil sie es verstanden hat, meint er, die großmütige Weltanschauung des Heilands dem lauwarmen Bedürfnis der modernen Menschheit zu opfern, das heißt: das Christentum recht gut denen anzupassen — nun ja, die eben mit dem Christentum dasjenige wollen, was heute etwa ein Durchschnittschrist mit seinem Christentum erlebt. Würde man nicht verstehen, daß zu einer solchen Anschauung zu kommen eine gewisse Notwendigkeit vorliegt, so würde man doch eine solche Anschauung im äußersten Sinne frivol nennen müssen, zynisch und frivol. Aber daß gerade tiefere Geister zu einer solchen Anschauung kommen, das sollte man empfinden, und das ist schon notwendig zu empfinden. Nur können wir uns eine Frage vorlegen: Was ist denn die tiefere Ursache? Was ist die tiefere Ursache, daß es den Menschen heute so schwer wird, den Weg in die geistige Welt hinein zu finden? — Da müssen wir schon einmal wiederum unseren Seelenblick hinlenken zu der Entwickelung der Menschheit, wenigstens in derjenigen: Zeit, die verflossen ist nach der großen atlantischen Katastrophe und in deren fünftem Zeitraum wir leben.

[ 5 ] Why should one submit to the Catholic Church? Because, he argues, it has understood how to sacrifice the Savior’s magnanimous worldview to the lukewarm needs of modern humanity—that is to say, to adapt Christianity quite well to those who, well, want from Christianity precisely what an average Christian today experiences with his or her Christianity. If one did not understand that there is a certain necessity for arriving at such a view, one would still have to call it, in the strongest sense, frivolous—cynical and frivolous. But the fact that it is precisely deeper minds who arrive at such a view is something one should sense, and it is indeed necessary to sense it. We can, however, ask ourselves a question: What, then, is the deeper cause? What is the deeper cause of the fact that it has become so difficult for people today to find their way into the spiritual world? — Here we must once again turn our inner gaze to the evolution of humanity, at least during the period that has elapsed since the great Atlantean catastrophe and within whose fifth epoch we now live.

[ 6 ] Wir haben ja bis jetzt diese Entwickelung der Menschheit eingeteilt in den ersten Zeitraum, den wir den uralt indischen genannt haben, den zweiten, den wir den urpersischen genannt haben, den dritten, den wir genannt haben den ägyptisch-chaldäisch-babylonischen, den vierten, den wir den griechisch-lateinischen nannten, und endlich haben wir unseren fünften Zeitraum; darin leben wir. In diesem fünften Zeitraum sind eben diejenigen Dinge heraufgezogen, über die wir wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus Andeutungen gemacht haben. Ich habe zu verschiedenen Zeiten versucht, Ihnen die Entwickelung der Menschheit zu charakterisieren, um gerade die Gegenwart in diese Entwickelung der Menschheit hineinzustellen. Ich will es heute noch von einem anderen Gesichtspunkte aus tun. Dieser andere Gesichtspunkt wird wiederum, wenn man ihn so das erstemal ins Auge faßt, recht paradox erscheinen können, wirklich paradox, aber fassen wir es doch zunächst wenigstens einmal vorurteilslos auf. Versuchen wir uns auszurüsten mit derjenigen Art, die Dinge anzusehen, die wir ja schon haben können, nachdem wir so viele Jahre Anthroposophie entwickelt haben.

[ 6 ] Up to now, we have divided the development of humanity into the first period, which we have called the ancient Indian; the second, which we have called the ancient Persian; the third, which we have called the Egyptian-Chaldean-Babylonian; the fourth, which we have called the Greek-Latin; and finally, we have our fifth period—the one in which we are living. It is precisely in this fifth period that the very things have come to the fore about which we have again made allusions from a certain point of view. I have attempted at various times to characterize the development of humanity for you, precisely in order to situate the present within this development of humanity. Today I would like to approach this from yet another perspective. This other perspective may, at first glance, seem quite paradoxical—truly paradoxical—but let us at least consider it without prejudice for the time being. Let us try to equip ourselves with the kind of outlook we can already possess, having developed anthroposophy for so many years.

[ 7 ] Aus dem, was wir bis jetzt schon in unsere Seelen aufgenommen haben, können wir wissen, daß nicht nur der einzelne Mensch zwischen Geburt und Tod in der physischen Welt eine Entwickelung durchmacht, sondern daß auch die Menschheit selber eine Entwickelung durchmacht. Wir fassen heute ins Auge jenes Stück Entwickelung, das in der eben charakterisierten Weise auf die atlantische Katastrophe folgt, in dessen fünftem Zeitraum wir stehen. Das Paradoxe wird sich einstellen wollen, wenn wir uns fragen: Können wir bei der Menschheit, bei einem Stück Menschheitsentwickelung in einer genaueren Weise sprechen von einer Entwickelung in der Zeit, so wie wir beim einzelnen Menschen von einer solchen Zeitentwickelung sprechen? — Wir sagen: Ein Mensch wird zunächst so sich entwickeln, daß er die ersten sieben Jahre durchlebt vom ersten bis siebenten Jahre. Dann durchlebt er den Zeitraum vom siebenten bis vierzehnten Jahre — approximativ genommen, Sie wissen, was damit gemeint ist —, dann vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Jahr und so weiter. Der Mensch entwickelt sich gewissermaßen etappenweise, indem er von der Geburt bis zum Tode immer ein Jahr zusetzt, wenn ein Jahr vergangen ist.

[ 7 ] From what we have already taken into our souls, we can know that not only does the individual human being undergo a process of development in the physical world between birth and death, but that humanity itself also undergoes a process of development. Today we will consider that phase of development which, in the manner just described, follows the Atlantean catastrophe—a phase in whose fifth period we now find ourselves. A paradox arises when we ask ourselves: Can we speak more precisely of a development over time in relation to humanity—to a phase of human development—in the same way that we speak of such a temporal development in relation to the individual human being? — We say: A human being first develops in such a way that he lives through the first seven years, from the first to the seventh year. Then he lives through the period from the seventh to the fourteenth year—roughly speaking; you know what is meant by this—then from the fourteenth to the twenty-first year, and so on. In a sense, a person develops in stages, adding one year from birth to death each time a year has passed.

[ 8 ] Wie können wir nun denken, wenn wir über das angedeutete Stück Menschheitsentwickelung einmal Betrachtungen anstellen wollen? Es wird nützlich sein, wenn wir uns auch fragen: Wie alt ist denn eigentlich die Menschheit, wenn wir ihr Alter mit unserem einzelnen menschlichen Alter vergleichen wollen? In welchem Lebensalter steht denn eigentlich die heutige Menschheit? Es wird nicht uninteressant sein, das einmal geisteswissenschaftlich ins Auge zu fassen. Und gerade dieses geisteswissenschaftliche Ins-Auge-Fassen, das wird uns auf manches bringen. — Vor Jahren habe ich schon dieselbe Sache charakterisiert. Es ist in der Geisteswissenschaft so, daß man manches wissen kann und erst nach Jahren es ordentlich formulieren kann oder wieder neu forrmulieren kann. Eine Neuformulierung möchte ich Ihnen heute von dem angedeuteten Rätsel geben.

[ 8 ] How, then, should we approach this if we wish to reflect on the phase of human development that has been alluded to? It will be helpful if we also ask ourselves: How old is humanity, actually, if we wish to compare its age to that of an individual human being? At what stage of life does humanity actually stand today? It will be interesting to examine this from a spiritual-scientific perspective. And it is precisely this spiritual-scientific examination that will reveal many things to us. — Years ago, I already characterized this very same matter. In spiritual science, it is often the case that one can know certain things but is only able to formulate them properly—or reformulate them—years later. Today I would like to offer you a reformulation of the riddle I have alluded to.

[ 9 ] Fassen wir zunächst schematisch ins Auge, wie die Entwickelung war:

[ 9 ] Let's first take a brief look at how things developed:

Erster Zeitraum, die urindische Entwickelung;
zweiter Zeitraum, die urpersische Entwickelung;
dritter Zeitraum, die ägyptisch-chaldäisch-babylonische Entwickelung;
vierter Zeitraum, die griechisch-lateinische Entwickelung;
der fünfte Zeitraum ist der unsrige; dann kommt der sechste.

First period: the Proto-Indian development;
second period: the Proto-Persian development;
third period: the Egyptian-Chaldean-Babylonian development;
fourth period: the Greek-Latin development;
the fifth period is our own; then comes the sixth.

[ 10 ] Wenn wir nun das Alter der Menschheit vergleichen mit den einzelnen Altern des Menschen, wie alt ist dann die Menschheit im ersten Zeitraum nach der atlantischen Katastrophe eigentlich gewesen? Wie alt war sie da? Sehen Sie, wenn wir wüßten, wie alt die ganze Menschheit war, dann könnten wir vergleichen, wie wir uns selbst ansehen müssen, wie wir uns hineinstellen in die Menschheitsentwickelung mit unseren Lebensaltern. Es war gar nicht so leicht, geisteswissenschaftlich diese Frage zu untersuchen. Man mußte zunächst auf die rein geisteswissenschaftliche Tatsache sehen, mußte einen Sinn verbinden mit dieser rein geisteswissenschaftlichen Tatsache des ersten Zeitraumes. Und wenn man eine Ansicht gewonnen hatte über die besondere geistige Konfiguration der Menschheit, wie sie damals war, dann mußte man fragen: Mit welchem individuellen, persönlichen Lebensalter wäre diese Konfiguration der damaligen Zeit zu vergleichen? Und da kriegt man heraus, daß die Menschheit als Menschheit — nicht der einzelne Mensch, von dem sprechen wir später —, daß die Menschheit in diesem ersten nachatlantischen Zeitraum ein Alter habe, das sich vergleichen läßt mit dem heutigen menschlichen Alter zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahr. Also denken Sie, wenn man die Geisteskonfiguration desjenigen nimmt, was damals Kulturleben ist, so kommt man darauf: die Menschheit hatte dazumal ein Lebensalter, das man vergleichen kann mit dem heutigen Mannesalter, selbstverständlich auch Frauenalter, von dem achtundvierzigsten bis zum sechsundfünfzigsten Jahr. Es war nicht sehr leicht, diese Sache herauszubekommen; aber hat man sie dann einmal, so ist sie eben ein tatsächliches Ergebnis der Geisteswissenschaft.

[ 10 ] If we now compare the age of humanity with the individual stages of human life, how old was humanity actually during the first period following the Atlantean catastrophe? How old was it then? You see, if we knew how old all of humanity was, then we could compare how we must view ourselves, how we position ourselves within the development of humanity in relation to our own ages. It was not at all easy to investigate this question from a spiritual-scientific perspective. First, one had to look at the purely spiritual-scientific fact and attach meaning to this purely spiritual-scientific fact of the first period. And once one had formed a view of the particular spiritual configuration of humanity as it was at that time, one had to ask: To what individual, personal age could this configuration of that time be compared? And then one discovers that humanity as a whole—not the individual human being, whom we will discuss later—that humanity in this first post-Atlantean period had an age comparable to today’s human age between forty-eight and fifty-six years. So consider this: if one takes the spiritual configuration of what constituted cultural life at that time, one arrives at the conclusion that humanity back then had an age comparable to today’s adult age—for men, of course, and for women as well—ranging from forty-eight to fifty-six years. It was not very easy to figure this out; but once you have it, it is indeed a genuine result of spiritual science.

[ 11 ] Nun ist die Frage: Wie steht es mit dem zweiten, dem urpersischen Zeitraum? Da mußte man wiederum dieselbe Betrachtung anstellen. Da stellt sich denn heraus: wenn man die Geistesbeschaffenheit desjenigen, was dazumal Kultur war, ins Auge faßt, so läßt sich das nur vergleichen mit dem Lebensalter von heute zwischen dem zweiundvierzigsten und dem achtundvierzigsten Jahr. Und geht man jetzt weiter zum ägyptisch-chaldäisch-babylonischen Zeitalter, das ja etwa im Jahre 747 endet, dann entspricht das dem menschlichen Lebensalter vom fünfunddreißigsten bis zum zweiundvierzigsten Lebensjahr. Kommt man nun zum griechisch-lateinischen Zeitraum, so entspricht das dem menschlichen Lebensalter vom achtundzwanzigsten bis zum fünfunddreißigsten Lebensjahr. Und kommt man zu unserem fünften nachatlantischen Zeitalter, so entspricht das dem einzelnen menschlichen Lebensalter zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr. Und im sechsten Zeitraum wird das so sein — das kann man gewissermaßen voraussehen —, daß das sechste Zeitalter entspricht dem Lebensalter zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Jahr; und im letzten Zeitraum, vor einer neuen großen Katastrophe, dem Lebensalter vom siebenten bis vierzehnten Jahr.

[ 11 ] Now the question is: What about the second, the proto-Persian period? There, one would have to apply the same line of reasoning. It turns out that if one considers the spiritual nature of what constituted culture at that time, it can only be compared to the age range today between forty-two and forty-eight. And if we now move on to the Egyptian-Chaldean-Babylonian era, which ended around the year 747, this corresponds to the human age range from thirty-five to forty-two. Moving on to the Greek-Latin period, this corresponds to the human age range from twenty-eight to thirty-five years. And when we come to our fifth post-Atlantean epoch, this corresponds to the individual human age range between twenty-one and twenty-eight years. And in the sixth period—as one can foresee to a certain extent—the sixth age will correspond to the age range between fourteen and twenty-one; and in the final period, before a new great catastrophe, it will correspond to the age range from seven to fourteen.

[ 12 ] Ich darf Ihnen wohl gestehen, meine lieben Freunde, daß mir das Ergebnis, das da herausgekommen ist, als es formuliert war, wirklich zu dem Überraschendsten gehörte, zu dem ich eigentlich gekommen bin, zu dem Überraschendsten. Denn, nicht wahr, es liegt ja eine merkwürdige Tatsache zugrunde: während der Mensch aufwärtsgeht in den Zahlen, geht die Menschheitsentwickelung zurück. Die Menschheit wird merkwürdigerweise immer jünger! So ist es: die Menschheit wird immer jünger.

[ 12 ] I must confess to you, my dear friends, that the result that emerged—as it was formulated—was truly one of the most surprising things I have ever come across, the most surprising of all. For, isn’t it true, there is a curious fact underlying this: while human beings progress upward in numbers, the development of humanity is regressing. Curiously enough, humanity is becoming younger and younger! That is how it is: humanity is becoming younger and younger.

[ 13 ] Nun, natürlich muß man sich fragen: Was bedeutet das ganze in einem weiteren Umfang? Mit dieser Sache sind ja sehr viele Entwickelungsrätsel verbunden. Ich habe mich zunächst gefragt: Was bedeutet es denn für den ersten Kulturzeitraum, daß die Menschheit zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre alt war? Da ergibt sich das Folgende: Selbstverständlich, die Menschen, die damals geboren worden sind und gelebt haben, die wurden zunächst ein, zwei, drei Jahre alt. Das ist ja klar. Dann wurden sie aber auch achtundvierzig Jahre alt. Für jeden kam der Zeitpunkt, wo er zwischen dem achtundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahr der einzelnen individuellen Entwickelung lebte. Und da konnten sich diese Menschen sagen: Jetzt rücken wir persönlich in ein Lebensalter ein, wo wir die persönlichen Alterseigenschaften haben, die ringsherum um uns im Gruppengeiste der ganzen Menschheit enthalten sind. Wir wachsen hinein in das, was in unserer Umgebung ist. Früher, vor dem achtundvierzigsten Lebensjahr, hatten wir gewissermaßen eine Entwickelung abgeschlossen, die uns angehörte, die für uns war; aber mit dem achtundvierzigsten Jahr wachsen wir hinein in das, was in unserer Umgebung ist. Wurde man dann älter als sechsundfünfzig Jahre, dann entwickelte man sich weiter, man lebte eben weiter und wuchs gewissermaßen zurück, hinein in das, was vor der atlantischen Katastrophe da war. Man machte dann etwas durch, was hinausging über das, was ringsherum in der Gruppenseele der Menschheit sich offenbarte. Man fand also mit dem achtundvierzigsten Jahr den Anschluß an die Gruppenseelenhaftigkeit der Menschheit.

[ 13 ] Well, of course one has to ask: What does all this mean in a broader sense? After all, there are many mysteries of human development associated with this issue. I first asked myself: What does it mean for the first cultural epoch that humanity was between forty-eight and fifty-six years old? The following conclusion arises: Of course, the people who were born and lived at that time first reached the ages of one, two, and three. That is obvious. But then they also reached the age of forty-eight. For each person, the time came when they lived between the forty-eighth and fifty-sixth years of their individual development. And then these people could say to themselves: Now we are personally entering an age in which we possess the personal characteristics of that age that are contained all around us in the group spirit of all humanity. We grow into what is in our surroundings. Earlier, before the age of forty-eight, we had, so to speak, completed a phase of development that belonged to us, that was for us; but at the age of forty-eight, we grow into what is in our surroundings. If one then lived past the age of fifty-six, one continued to develop; one simply lived on and, in a sense, grew back into what existed before the Atlantean catastrophe. One then went through an experience that extended beyond what was manifesting all around in the group soul of humanity. Thus, at the age of forty-eight, one found a connection to the group soul nature of humanity.

[ 14 ] Im nächsten, im zweiten Kulturzeitraum, da fand man diesen Anschluß schon früher. Da wurde man zweiundvierzig Jahre alt und wuchs hinein in das, was in der Umgebung war, wuchs hinein in das, was aurisch in der ganzen Menschheit war.

[ 14 ] In the next, the second cultural epoch, this connection was discovered earlier. People lived to be forty-two years old and grew into what was present in their surroundings, grew into what was aurically present in all of humanity.

[ 15 ] Und dann wuchs man da hinein mit dem fünfunddreißigsten Jahr, so daß man zwischen dem fünfunddreißigsten und zweiundvierzigsten Lebensjahr sich sagen konnte: Es stimmt jetzt das, was in mir ist, mit dem was um mich ist, überein. — Nach dem zweiundvierzigsten Lebensjahr, da konnte einem das, was um einen war, nichts mehr geben, da mußte man sozusagen aus sich heraus weiterleben, denn das Alter der Menschheit war um so viel jünger geworden. In der Zeit vom zweiundvierzigsten Jahr an war man nicht mehr in der Umgebung; da wuchs man darüber hinaus, da war man auf sich angewiesen.

[ 15 ] And then, around the age of thirty-five, one grew into that state, so that between the ages of thirty-five and forty-two, one could say to oneself: What is within me now is in harmony with what is around me. — After the age of forty-two, what was around you could no longer give you anything; you had to, so to speak, continue living from within yourself, for the age of humanity had become so much younger. From the age of forty-two onward, you were no longer part of your surroundings; you grew beyond them, and you were on your own.

[ 16 ] So war der alte Grieche, der alte Römer auf sich angewiesen, wenn er ein Lebensalter von fünfunddreißig Jahren erreicht hatte. Zwischen dem achtundzwanzigsten und dem fünfunddreißigsten Lebensjahr lebte er mit der Umgebung, dann hatte die Menschheit nichts mehr hinzuzugeben von ihrem Alter, denn das war abgelebt; die Menschheit konnte nicht mehr achtundvierzig Jahre alt werden, wenn sie beim fünfunddreißigsten angelangt war bei ihrem Rückwärtsgang.

[ 16 ] Thus, the ancient Greeks and Romans were left to their own devices once they reached the age of thirty-five. Between the ages of twenty-eight and thirty-five, they lived in harmony with their surroundings; after that, humanity had nothing more to offer in terms of age, for that phase had run its course; humanity could no longer reach the age of forty-eight once it had reached thirty-five on its path backward.

[ 17 ] Und wir im fünften Zeitraum: denken Sie einmal, wir leben uns hinein in den Gruppengeist der Menschheit, in das, was unsere Umgebung ist, zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr. Von da ab gibt die Umgebung nichts mehr her. Was des weiteren kommt, müssen wir durch unsere eigene Entwickelung erlangen, müssen wir aus unserem Inneren heraus schöpfen, denn von außen fließt uns nichts mehr zu. Die Menschheit hat die Jahre bis zum achtundzwanzigsten Jahr zurückgelegt, und wenn wir achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, dann, ja dann müssen wir einen Fond, dann müssen wir etwas in uns haben, was wir weitertragen können; sonst werden wir nie älter als achtundzwanzig Jahre. Und jetzt sogar ist schon so viel vom fünften Zeitraum vergangen, daß die Menschheit gerade zurückgekommen ist zum siebenundzwanzigsten Jahr. So daß, wenn nichts dafür getan wird, daß sie ihr Inneres energisch entwickeln und durch sich vorwärtskommen, die Menschen nur siebenundzwanzig Jahre alt werden. Das heißt viel, meine lieben Freunde! Das heißt: wenn alles gelassen wird, wie es ist, so erreicht die heutige Menschheit nicht eine intellektuelle oder eine sonstige seelische Entwickelung, als nur eine solche bis zum siebenundzwanzigsten Jahr. Und wird in ihre Seelen nicht etwas gegossen, daß sie sich weiter entwickeln, dann bleiben sie den ganzen Rest ihres Lebens siebenundzwanzig Jahre alt.

[ 17 ] And we, in the fifth period: just imagine, we immerse ourselves in the group spirit of humanity, in our surroundings, between the ages of twenty-one and twenty-eight. From that point on, our surroundings no longer provide anything. Whatever comes next, we must attain through our own development; we must draw it from within ourselves, for nothing more flows to us from the outside. Humanity has passed through the years up to the twenty-eighth year, and once we have reached the age of twenty-eight, then—yes, then—we must have a reserve, we must have something within us that we can carry forward; otherwise, we will never grow older than twenty-eight. And even now, so much of the fifth epoch has already passed that humanity has just returned to the twenty-seventh year. So that, if nothing is done to ensure that people vigorously develop their inner selves and advance through their own efforts, they will only reach the age of twenty-seven. That means a great deal, my dear friends! It means that if everything is left as it is, today’s humanity will not achieve any intellectual or other spiritual development beyond that of a twenty-seven-year-old. And unless something is instilled in their souls to enable them to develop further, they will remain twenty-seven years old for the rest of their lives.

[ 18 ] Sie bleiben den ganzen Rest ihres Lebens siebenundzwanzig Jahre alt: das ist ein großes Geheimnis der gegenwärtigen Menschheitsentwickelung. Im sechsten nachatlantischen Zeitraum werden die Menschen überhaupt nicht älter als einundzwanzig Jahre. Wird dann nichts getan, daß ihr Inneres sich erweitert, kräftig wird an Intellekt, an Initiative, an Wille, dann würde eine allgemeine Dementia praecox ausbrechen. Die Menschen müßten bei einer Lebensentwickelung bleiben, die mit dem einundzwanzigsten Jahre schließt: Das Spätere wäre lediglich eine wesenlose Draufgabe.

[ 18 ] They remain twenty-seven years old for the rest of their lives: this is a great mystery of humanity’s current development. In the sixth post-Atlantean epoch, people will not grow older than twenty-one years at all. If nothing were done to expand their inner lives and strengthen their intellect, initiative, and will, a general case of dementia praecox would break out. People would have to remain at a stage of development that ends at the age of twenty-one: anything beyond that would be merely a meaningless afterthought.

[ 19 ] Fassen wir das einmal im Zusammenhang mit dem Individuellen des Menschen. Denken Sie doch nur einmal, daß man ja nach seinen individuellen, nach seinen persönlichen Anlagen immer reifer und reifer wird. Das Kind ist eigentlich immer Materialist; der Jüngling wird dann Idealist, aber seine Ideale sind abstrakt, sie gehen ins Wesenlose. Erst in späteren Lebensjahren paßt man sich an, sich solche Ideale zu machen, welche in die Wirklichkeit untertauchen, mit der Wirklichkeit leben, die richtig wirklichkeitsgemäß sind. Nehmen Sie an, es ist nun ein Mensch heute ganz ein Kind seiner Zeit. Was wird er denn für eine Eigenschaft zeigen können, wenn ihm nicht in seiner Jugend die Möglichkeit geboten worden wäre, daß er etwas Spirituelles aufgenommen hat? Das allein bringt ja die Seele vorwärts. Wenn er dem überlassen bleibt, was heutiger Zeitgeist ist, dann ist eines solchen Menschen Schicksal: nicht weiterzukommen als bis zu einer Entwickelung von achtundzwanzig Jahren. Was später ist, bleibt stehen beim achtundzwanzigsten Jahr. Man kann ja, wenn man angeregt wird, schon hinauskommen über das achtundzwanzigste Jahr, aber das andere ist die Regel; was ich dargestellt habe, das ist das, was aus dem Gesetz der Entwickelung folgt. Ein Mensch, der nun nicht über das achtundzwanzigste Lebensjahr hinauskommt, der achtundzwanzig Jahre alt bleibt, trotzdem er fünfzig, sechsundfünfzig, sechzig Jahre alt wird, ein solcher Mensch wird unter Umständen große abstrakte Ideale entwickeln können, aber er wird nur sozusagen die Lehrjahre des Lebens mit ihren abstrakten Idealen durchgemacht haben, nicht die Prüfungsjahre, die ja im geistigen Sinne jene zu praktischen Menschen machen, die solche Ideen bergen, wie sie sich verwirklichen lassen, die nicht nur die Menschen blenden durch Jugendkraft, sondern die sich verwirklichen lassen.

[ 19 ] Let’s consider this in relation to the individual nature of human beings. Just think for a moment that, depending on one’s individual, personal dispositions, one becomes more and more mature. A child is, in fact, always a materialist; the young person then becomes an idealist, but their ideals are abstract—they drift into the realm of the insubstantial. Only in later years does one learn to adopt ideals that are rooted in reality, that live within reality, and that are truly in keeping with reality. Suppose there is a person today who is entirely a child of their time. What kind of character traits will he be able to display if he had not been given the opportunity in his youth to absorb something spiritual? That alone is what moves the soul forward. If he is left to the prevailing spirit of the times, then the fate of such a person is this: he will not progress beyond the level of development of a twenty-eight-year-old. Whatever comes later remains stagnant at the age of twenty-eight. Of course, if one is inspired, it is possible to go beyond the twenty-eighth year, but the other scenario is the rule; what I have described is what follows from the law of development. A person who does not progress beyond the twenty-eighth year of life—who remains twenty-eight years old even though he reaches the ages of fifty, fifty-six, or sixty—such a person may, under certain circumstances, be able to develop grand abstract ideals, but they will, so to speak, have gone through only the “apprenticeship years” of life with their abstract ideals, not the “years of trial,” which, in a spiritual sense, transform those who harbor such ideas into practical people—people who realize these ideas in a way that is not merely dazzling to others through the vigor of youth, but that can actually be put into practice.

[ 20 ] Da tritt natürlich die Frage nah: Könnte denn ein Beispiel angeführt werden eines so richtigen Kindes unserer Zeit, das alt geworden ist und doch nicht über das achtundzwanzigste Jahr hinausgekommen ist? Selbstverständlich, wenn man ein solches Beispiel draußen heute anführt, in der Welt, die nichts wissen will von geistigen Gesetzen, welche auch in der Entwickelung der Menschheit wirken, wird man als ein Narr verlacht. Aber hier unter uns, wo wir so vieles geisteswissenschaftlich entwickelt haben, darf vielleicht zum besseren Verständnis unserer Zeit doch auch ganz konkret gesprochen werden. Warum sollte denn der Geisteswissenschafter zu denjenigen, die seine Freunde sind und die etwas hören möchten über die Geheimnisse der Zeit, nicht im Konkreten sprechen dürfen?

[ 20 ] This naturally raises the question: Could one cite an example of such a “proper” child of our time who has grown old yet has not lived beyond the age of twenty-eight? Of course, if one were to cite such an example today in the world at large—a world that wants nothing to do with spiritual laws that also operate in the development of humanity—one would be laughed at as a fool. But here among us, where we have made such great progress in spiritual science, perhaps we may speak quite concretely for a better understanding of our time. Why should the spiritual scientist not be allowed to speak concretely to those who are his friends and who wish to hear about the mysteries of our time?

[ 21 ] Es ist mir nach wirklich reiflichen Untersuchungen unserer Zeit als ein ganz charakteristisches Beispiel eine Persönlichkeit aufgefallen, die ganz dazu verurteilt ist, so alt sie werden mag, nicht älter werden zu können als achtundzwanzig Jahre, und das ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Woodrow Wilson. Ja, Sie lachen, meine lieben Freunde, für mich ist das eine sehr bedeutsame Erkenntnis gewesen, die mir ungeheuer viele Rätsel unserer Zeit löst. Ich mußte mich immer fragen: Warum blenden denn die Ideale dieses Menschen, die er in verschiedenen Noten an die Menschheit gerichtet hat, so sehr, und warum verwandeln sie sich denn gerade zum Gegenteil von dem, was an Worten in ihnen steht? Weil es Jugendideale sind, die als solche stehenbleiben, trotzdem der Mensch, der sie ausspricht, älter wird. Weil sie abstrakte Jünglingsideale sind, die nicht eingehen wollen auf die Wirklichkeit, die sich nicht von Wirklichkeit sättigen wollen, und die daher nicht anwendbar sind auf das wirkliche praktische Leben, in dem nicht bloß das äußere Materielle, sondern auch das Geistige wirkt, insbesondere wenn es auf die Ordnung der sozialen Struktur der Menschheit ankommt. So viel man heute denken kann, ohne das, was nur im Inneren begründet werden kann, so viel kann er denken, Woodrow Wilson, mehr nicht!

[ 21 ] After truly thorough research into our times, I have come across a very characteristic example: a figure who, no matter how old he may grow, is doomed never to be older than twenty-eight—and that is the President of the United States, Woodrow Wilson. Yes, you’re laughing, my dear friends, but for me this has been a very significant insight that solves an immense number of the mysteries of our time. I have always had to ask myself: Why do this man’s ideals—which he has addressed to humanity in various writings—dazzle so much, and why do they turn out to be precisely the opposite of what is written in them? Because they are youthful ideals that remain as such, even though the person who expresses them grows older. Because they are abstract youthful ideals that refuse to engage with reality, that refuse to be satisfied by reality, and that are therefore inapplicable to real, practical life—a life in which not only the external material but also the spiritual is at work, especially when it comes to the order of humanity’s social structure. As much as one can think today without relying on what can only be grounded within—that is all Woodrow Wilson can think; no more!

[ 22 ] Ein Wilson des sechsten Zeitraumes würde gar nur einundzwanzig Jahre alt werden können, und wenn er auch hundert Jahre alt würde. Aber sehen Sie, immerhin liegt die Sache so: Wenn wir den vierten Zeitraum ins Auge fassen, begegnen sich sozusagen das individuelle, persönliche Lebensalter des Menschen im Mittelpunkt dieses fünfunddreißigsten Jahres mit dem herabsteigenden Lebensalter der Menschheit bis zum fünfunddreißigsten Jahr. Da trifft es in der Mitte zusammen. Daher auch das merkwürdig harmonische Leben noch bei den Griechen, daher dieses Zusammenstimmen des einzelnen Lebens des Griechen mit dem Leben der griechischen Menschheit. Aber nun ist die Menschheit zurückgegangen und macht nicht mehr die Jahre vom achtundzwanzigsten Lebensjahr an durch. Und der Mensch muß sie individuell durchmachen, richtig individuell durchmachen.

[ 22 ] A Wilson of the sixth period would be able to live to only twenty-one years of age, even if he were to live to be a hundred. But look, the fact remains: When we consider the fourth period, the individual, personal age of a human being at the midpoint of this thirty-fifth year, so to speak, converges with the descending age of humanity up to the thirty-fifth year. That is where they converge in the middle. Hence the remarkably harmonious life still found among the Greeks, hence this harmony between the individual life of the Greek and the life of Greek humanity. But now humanity has regressed and no longer goes through the years starting at the age of twenty-eight. And the individual must go through them individually—truly individually.

[ 23 ] Sehen Sie, das hängt allerdings zusammen mit Dingen, die hinter der sinnlich-physischen Welt stehen. Einiges von diesen Dingen, die hinter der physisch-sinnlichen Welt stehen, können Sie entnehmen aus meiner Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit». Von einem anderen Gesichtspunkt .aus will ich das heute darstellen.

[ 23 ] You see, this is, however, connected to things that lie beyond the physical, sensory world. You can learn about some of these things that lie beyond the physical and sensory world in my book *The Spiritual Guidance of the Individual and of Humanity*. Today I would like to present this from a different perspective.

[ 24 ] Der Mensch gelangte in der ersten nachatlantischen Zeitperiode durch seine. individuelle Entwickelung, wenn er im achtundvierzigsten Jahr war, dahin, den Anschluß zu finden an das Lebensalter der Menschheit. Das hing aber. damit zusammen, daß dazumal in diesem ersten Zeitraum ein inniger Kontakt noch war zwischen gewissen Wesenheiten der höheren Hierarchien und zwischen der Menschheit hier auf Erden. Die. Wesenheiten der höheren Hierarchien, die wir angehörig denken der Hierarchie der Archai oder Geister der Persönlichkeit, die stiegen dazumal gewissermaßen noch auf Erden herab und vereinigten sich mit der menschlichen Entwickelung; sie inspirierten, intuitierten eigentlich die Menschheit. Dadurch daß die Menschheit so weit sich entwickeln konnte, daß sie erst hineinwuchs in das Lebensalter der Menschheit in einem so späten individuellen Alter, dadurch wurde bewirkt, daß die Menschheit hier auf Erden mit den Archai in einer besonderen Verbindung stand. Im zweiten nachatlantischen Zeitraum war dieselbe Verbindung mit den Archangeloi, im dritten mit den Angeloi. Im vierten nachatlantischen Zeitraum aber, im griechisch-lateinischen, da war der Mensch auf sich angewiesen. Im dritten Zeitraum war es also noch so, daß die Engel, die Angeloi herabkamen und die Menschen inspirierten, intuitierten, ihnen Imaginationen verliehen. Dann kam der griechisch-lateinische Zeitraum: da kamen sie nicht mehr in derselben leichten Weise herab, die Geister der höheren Hierarchien, da mußte der Mensch gewissermaßen anfangen hinauf und hinab zu pendeln, in den Geist und wiederum ins Irdische herunter. Mit anderen Worten: da mußte der Mensch sich selbst finden. Jetzt aber, im fünften Zeitraum, sind wir in eine Epoche eingetreten, wo das Umgekehrte stattfinden muß. Jetzt müssen wir unser Inneres so stark machen, daß wir allmählich während dieses fünften Zeitraumes wiederum durch unsere eigene Kraft in die Nähe der Angeloi kommen, daß wir ihnen wieder begegnen, aber durch unsere eigene Kraft, und daß der Angelos in uns den Entwickelungsimpuls hineinsetzt; daß wir durch uns das finden können, was uns die Menschheit durch die höheren Hierarchien nicht mehr geben kann.

[ 24 ] During the first post-Atlantean epoch, through his individual development, a person reached the point—at the age of forty-eight—where he could attune himself to the age of humanity. This, however, was connected to the fact that at that time, during this first period, there was still a close connection between certain beings of the higher hierarchies and humanity here on Earth. The beings of the higher hierarchies—whom we consider to belong to the hierarchy of the Archai, or Spirits of Personality—would, so to speak, still descend to Earth at that time and unite with human development; they actually inspired and guided humanity through intuition. The fact that humanity was able to develop to the point where it only entered the Age of Humanity at such a late stage of individual development meant that humanity here on Earth stood in a special connection with the Archai. In the second post-Atlantean epoch, this same connection was with the Archangeloi; in the third, with the Angeloi. In the fourth post-Atlantean epoch, however—the Greco-Latin epoch—humanity was left to its own devices. In the third epoch, it was still the case that the angels, the Angeloi, descended and inspired people, gave them intuition, and bestowed imaginations upon them. Then came the Greco-Latin epoch: the spirits of the higher hierarchies no longer descended in the same easy manner; human beings had to begin, so to speak, to oscillate between the spiritual and the earthly, moving up and down. In other words: human beings had to find themselves. But now, in the fifth epoch, we have entered a phase where the opposite must take place. Now we must strengthen our inner being so that, gradually during this fifth period, we may once again draw near to the Angeloi through our own power, so that we may encounter them anew—but through our own power—and so that the Angelos may instill within us the impulse for development; so that we may find within ourselves what humanity, through the higher hierarchies, can no longer give us.

[ 25 ] Da sehen Sie, warum wir den Materialismus in unserer Zeit haben. Da sehen Sie, daß es Zeiten gegeben hat, in denen die Menschheit dadurch, daß sie älter.war, daß sie noch nicht so jung war wie jetzt, weiter hinaufreichte in die geistigen Welten, wo sie gleichsam von Ursprung an den geistigen Welten näher war als jetzt der Mensch, wenn er. dem Tode entgegengeht, den geistigen Welten nahe ist. Da sehen Sie, wo der tiefere Grund des Materialismus liegt, wo aber auch der notwendige Impuls liegt, nun wirklich etwas zu suchen, was den Menschen spirituell, im Inneren individuell anregen kann, was ihn über dasjenige hinausführen kann, das i man aus der Umgebung aufnehmen kann.

[ 25 ] There you can see why we have materialism in our time. There you can see that there have been times when humanity—because it was older, because it was not yet as young as it is now—reached further up into the spiritual worlds, where, as it were, from the very beginning it was closer to the spiritual worlds than human beings are now when they approach death and are close to the spiritual worlds. There you can see where the deeper root of materialism lies, but also where the necessary impulse lies to now truly seek something that can inspire people spiritually, individually within themselves—something that can lead them beyond what one can absorb from one’s surroundings.

[ 26 ] Auch die Erziehung, die gewissermaßen nur von selbst dem Menschen zufließt, kann unmöglich das geben, was heute dem Menschen mehr bringt als ein Lebensalter von achtundzwanzig Jahren. Daher müssen die geistigen Verhältnisse spiritualisiert werden. Wenn die Dinge so fortgehen würden, wenn also Geisteswissenschaft in Grund und Boden gebohrt würde, wenn die Dinge so fortgehen würden, wie alles von selber geht, dann würde ein allgemeines Stehenbleiben Platz greifen beim achtundzwanzigsten Lebensjahr. Wenn man nur in naturwissenschaftlichen Laboratorien und Kliniken forschen würde und das finden würde, was von außen gegeben werden kann, wenn nichts angeregt würde in den Seelen von innen heraus, wenn keine Wissenschaft vom Geistigen in die Seelen gesenkt würde, sondern nur das sich fortsetzen würde, was gerade die Größe der neueren Zeit, die Größe des Materialismus gebracht hat: dann würde endlich der Fortschritt so sein, daß die Menschen immer jung bleiben. Das wäre aber nur etwas, wenn sie nicht nur in ihrem Inneren jung blieben, sondern auch mit ihrem Körper. Aber mit dem Körper werden sie schon alt. Dadurch stimmt dann das, was in ihnen lebt, nicht mehr überein mit der äußerlichen Körperlichkeit.

[ 26 ] Even the education that, in a sense, simply flows to a person of its own accord cannot possibly provide what is more valuable to a person today than the experience of having lived to the age of twenty-eight. Therefore, spiritual conditions must be spiritualized. If things were to continue this way—that is, if spiritual science were to be completely suppressed, if things were to continue as they naturally do—then a general stagnation would set in at the age of twenty-eight. If research were conducted only in scientific laboratories and clinics, and if only what can be provided from the outside were discovered; if nothing were stimulated within the souls from within; if no science of the spiritual were instilled into the souls, but only what the very greatness of modern times—the greatness of materialism—has brought about were to continue: then progress would ultimately be such that people would remain young forever. But that would only be meaningful if they remained young not only inwardly but also in their bodies. Yet their bodies are already growing old. As a result, what lives within them no longer corresponds to their outward physicality.

[ 27 ] Heute ist es noch so, daß in vieler Beziehung gerade aus der Unangemessenheit desjenigen, was wir mit der Menschheit erleben, gewisse Kräfte angeregt werden in unserem Inneren. Wir können durch die Menschheit nur achtundzwanzig Jahre alt werden, aber wir müssen doch länger leben in der Welt in den verschiedenen Inkarnationen. Da ist es so, daß vorläufig, wo die Menschheit erst siebenundzwanzig Jahre alt ist, noch Kräfte sind, die dann in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt weiter entwickelt werden zum Angelos hin. Heute ist das noch so. Wenn aber der sechste Zeitraum beginnen wird, dann wird der Mensch auf der Erde durch das, was um ihn ist, nur noch einundzwanzig Jahre alt werden können. Bis zum einundzwanzigsten Jahr, was ist denn da entwickelt? Der physische Leib bis zum siebenten Jahr, der Bildekräfteleib bis zum vierzehnten Jahr, der Empfindungsleib bis zum einundzwanzigsten Jahr: das Leibliche nur ist entwickelt. Das Seelische, wenn der Mensch es nicht von innen entwickelt, die Empfindungsseele, die Verstandes- oder Gemütsseele, die Bewußtseinsseele: sie werden dann gar nicht entwickelt. Das Leibliche wird entwickelt bis zum einundzwanzigsten Jahr. Dann verlöre der Mensch aus den eigenen Kräften heraus zu vieles, um selbst nach dem Tode, zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nachholen zu können, was er hier etwa versäumt, wenn er keine spirituelle Anregung empfangen hat.

[ 27 ] Even today, in many respects, it is precisely the inadequacy of what we experience with humanity that stimulates certain forces within us. Through humanity, we can only reach the age of twenty-eight, but we must live longer in the world through various incarnations. For the time being, while humanity is only twenty-seven years old, there are still forces that are then further developed in the life between death and a new birth, leading toward the Angelos. That is still the case today. But when the sixth epoch begins, human beings on Earth will, due to their surroundings, be able to reach only twenty-one years of age. By the age of twenty-one, what has actually been developed? The physical body up to the seventh year, the body of formative forces up to the fourteenth year, the sensory body up to the twenty-first year: only the physical aspects are developed. The soul aspects—the sensory soul, the intellectual or emotional soul, and the conscious soul—will not be developed at all unless the human being develops them from within. The physical body develops until the age of twenty-one. After that, a person would lose too much through their own powers to be able to make up for what they may have neglected here—even after death, between death and a new birth—if they have not received spiritual inspiration.

[ 28 ] Sie sehen daraus, daß der Standpunkt, den die Menschheit erlangt, nicht einem Zufall entspricht, sondern daß er eine tiefe Norwendigkeit ist, daß er einem überraschenden Entwickelungsgesetz der Menschheit entspricht. Man kann im einzelnen das heute vielfach sehen. Es hat in der Tat noch keine Zeit gegeben in der Menschheitsentwickelung, in welcher die Menschen so abgeneigt waren, Erfahrungen als etwas anzuerkennen, Erfahrungen, die das Leben gibt. Jeder will heute schon möglichst früh gescheit sein. Warum? Weil er es im Verborgenen spürt: er muß mit achtundzwanzig Jahren ein Fertiger sein. Nach achtundzwanzig Jahren noch irgend etwas aufnehmen, das ist für viele Menschen heute eine absurde Idee, ein absurde Tatsache überhaupt. Dann wickelt man das Leben so ab, aber aufnehmen will man nur bis zum achtundzwanzigsten Jahr, sogar genau gefaßt — es stimmt mit den Tatsachen — bis zum siebenundzwanzigsten Jahr.

[ 28 ] You can see from this that the stage humanity has reached is not a matter of chance, but rather a profound necessity; it corresponds to a surprising law of human development. One can see this in many ways today. Indeed, there has never been a time in human development when people were so reluctant to acknowledge experiences—the very experiences that life offers. Today, everyone wants to be “wise” as early as possible. Why? Because they sense it deep down: they feel they must be “fully formed” by the age of twenty-eight. To take in anything new after the age of twenty-eight is, for many people today, an absurd idea—an absurd reality, in fact. So life unfolds in this way, but people are only willing to take things in up to the age of twenty-eight—or, to be precise—and this corresponds to the facts—up to the age of twenty-seven.

[ 29 ] Man wird aber auch, wenn man ein solches Geheimnis der Menschheitsentwickelung ins Auge faßt, das verständlich finden, daß man es nicht wie eine Willkür ansieht, wenn von der Notwendigkeit einer spirituellen Entwickelung gesprochen wird, sondern man faßt das so auf, daß diese Notwendigkeit wirklich vorhanden ist, daß gewissermaßen ein Mensch unvollkommen bleibt in unserer heutigen Zeit, wenn er nicht einen spirituellen Impuls aufnehmen würde. Man fühlt das überall und überall, wo man das Leben heute nicht so anschaut, daß man es auf seine Wirklichkeit hin anschaut. Gerade die merkwürdige Tatsache, daß viele Menschen so unfähig sind, in gewisse Gedankengänge überhaupt sich nur hineinzufinden, das beruht ja darauf, daß die Leute gar nicht das fünfunddreißigste Jahr erreichen, daß es so wenige gibt, die einem etwas sagen können, was mit der reiferen Erfahrung des späteren Lebens zusammenhängt.

[ 29 ] But when one considers such a mystery of human development, one will also find it understandable that speaking of the necessity of spiritual development is not viewed as arbitrary; rather, one understands that this necessity truly exists—that, in a sense, a person remains imperfect in our present time if they do not take in a spiritual impulse. One senses this everywhere—and especially wherever people do not view life today in a way that takes its reality into account. Precisely the remarkable fact that many people are so incapable of even entering into certain lines of thought at all is due to the fact that people do not even reach the age of thirty-five, that there are so few who can tell you anything connected with the more mature experience of later life.

[ 30 ] Diese Dinge muß man ganz unbefangen und vorurteilslos ins Auge fassen und daraus den Impuls empfangen, Spirituelles in sich aufzunehmen. Tut man das nicht, so schließt man sich denjenigen an, die eigentlich die Menschheit verurteilen wollen zu unreifer Jugendlichkeit.

[ 30 ] One must view these things with complete openness and without prejudice, and draw from them the impulse to absorb the spiritual within oneself. If one does not do this, one joins those who actually wish to condemn humanity to immature youthfulness.

[ 31 ] Ja, gewisse Gedanken, gewisse Erkenntnisse, die uns aus der Geisteswissenschaft kommen, die sind schon so, daß sie uns, wenn wir Vollmenschen sind, tief, tief einschneidend erscheinen, aber wir müssen wirklich nur jeden Augenblick geneigt sein, das Einschneidende zu empfinden. Weil sie aus dem Einschneidenden hervorwächst, die Geisteswissenschaft, brauchen wir uns nicht zu verwundern, wenn diese Geisteswissenschaft Widerstände findet. Sie findet sie ja nicht bloß aus dem Eigensinn der Menschen, sondern aus der Natur der Menschheitsentwickelung gehen die Widerstände hervor.

[ 31 ] Yes, certain thoughts, certain insights that come to us from spiritual science are indeed such that, if we are fully developed human beings, they appear deeply, deeply profound to us; but we really need only be open at every moment to perceiving what is profound. Because spiritual science grows out of what is profoundly impactful, we need not be surprised when it encounters resistance. This resistance arises not merely from human obstinacy, but from the very nature of human development.

[ 32 ] Ich habe Ihnen vielleicht manches Paradoxe jetzt gesagt. Paradox ist jedenfalls für die heutigen Menschen schon, daß wenn man einmal zurückgeht in den zweiten, dritten, vierten Kulturzeitraum, es so ist, als ob dazumal die Menschen, die also wirklich den Anschluß gefunden haben an die Menschheit, nun, trivial gesprochen, dazumal auf du und du mit den Engeln, den Erzengeln und Archai gewesen wären, Umgang mit ihnen gehabt hätten. Ja, für den, der heute nicht älter wird als achtundzwanzig Jahre, ist das natürlich ein verrückter Gedanke, zu behaupten: die Menschen haben einmal nicht nur unter sich Dinge verabredet, sondern sie haben sich mit Angeloi, mit Archangeloi und mit Archai verständigt, wie wir uns heute auf dem physischen Plan einer mit dem anderen verständigen. Daß diese Ansicht herrscht und die andere Ansicht eine Verrücktheit scheint, das ist aber nur, weil die Menschen alte Erkenntnisse vergessen haben. Bei Plato finden Sie eine merkwürdige, sehr wichtige Stelle, also noch während des Zeitraumes, in dem die Menschheit dem Menschen achtundzwanzig bis fünfunddreißig Jahre darbot. Da sagte Plato: Bevor der Geistesmensch in Sinnlichkeit versank und seine Schwingen verlor, lebte er unter den Göttern in der vernünftigen geistigen Welt, wo alles wahr und rein ist. — Und damit meint Plato nicht nur das Leben vor der Geburt, sondern das Leben in alten Zeiten, wo die Menschen noch aus dem Umgang mit den Göttern selber ihre Erkenntnisse hatten. — Ich habe das auch angedeutet in dem einen Mysterienspiel, wo ein alter Eingeweihter von den alten Lehrern spricht, die aus dem Umgang mit den Göttern, das heißt mit den Geistern der höheren Hierarchien, ihre Erkenntnis schöpfen.

[ 32 ] I may have mentioned a few paradoxes to you just now. In any case, it is certainly a paradox for people today that when one goes back to the second, third, or fourth cultural epoch, it is as if the people of that time—who truly found a connection to humanity—were, to put it simply, on a first-name basis with the angels, the archangels, and the Archai, and actually interacted with them. Yes, for someone today who doesn’t live past the age of twenty-eight, it is of course a crazy idea to claim that people once not only made agreements among themselves, but also communicated with Angeloi, Archangeloi, and Archai, just as we communicate with one another today on the physical plane. The fact that this view prevails and the other view seems like madness is only because people have forgotten ancient insights. In Plato you will find a remarkable, very important passage, dating from the period when humanity still regarded human life as lasting from twenty-eight to thirty-five years. There Plato said: Before the spiritual human being sank into sensuality and lost his wings, he lived among the gods in the rational spiritual world, where everything is true and pure. — And by this, Plato means not only life before birth, but life in ancient times, when people still derived their knowledge directly from their contact with the gods. — I also alluded to this in a certain mystery play, where an old initiate speaks of the ancient teachers who drew their knowledge from their contact with the gods—that is, with the spirits of the higher hierarchies.

[ 33 ] Aber gewisse Dinge sind mit der Menschheitsentwickelung verbunden, die eben, weil die Sache sich so verhält, ganz und gar nicht mehr verstanden werden. Man macht da sonderbare Erfahrungen.

[ 33 ] But there are certain things connected with human development that, precisely because this is the case, can no longer be understood at all. One has strange experiences in this regard.

[ 34 ] Lassen Sie mich eine erfreulich-unerfreuliche Erfahrung anführen. Ein sonderbares Wort, nicht wahr, aber es ist schon so. Erfreulich deshalb, weil ich den Namen eines Mannes erwähnen muß, der sehr freundlich meiner Schrift «Gedanken während der Zeit des Krieges» entgegengekommen ist, aus den nördlichen Ländern, ein Mensch, der gerne, soweit er kann, sich in die Welt hineinfindet, Kjellén, der Staatsforscher, der jetzt in Uppsala ist. Ich will nicht den Mann angreifen, nicht abkritisieren, sondern im Gegenteil, ich wähle dieses Beispiel, weil Kjellén einer unserer Freunde ist. Er hat nun ein interessantes Buch geschrieben in der letzten Zeit: «Der Staat als Lebensform.» Da will er darstellen, wie man eine gewisse tiefere Auffassung vom Staate haben könnte. Ja, da versucht nun Kjellén wiederum so eine Art Ansicht zu gewinnen, wie der Staat ein Organismus sein sollte. Für denjenigen, der nun diese Dinge durchschaut und der aus der geisteswissenschaftlichen Untersuchung heraus weiß, wie eine Staatswissenschaft, wenn es eine solche jetzt gäbe, aufgebaut werden müßte, damit sie fruchtbar werden könnte im praktischen Staatsleben, für den ist das Lesen des Kjellénschen Buches, wenn man auch den Verfasser sehr gerne hat, geradezu eine Qual, eine richtige Qual. Warum? Ja, sehen Sie, Kjellén bringt es auch nicht weiter, als zu fragen: Wenn man nun den Staat als einen ganzen Organismus auffaßt, dann lebt der Mensch innerhalb des Staates. Was ist denn dann der Mensch? — Es liegt nahe: eine Zelle! Also der Mensch ist eine Zelle des Staatsorganismus für Kjellén. Auf diesem Gedanken wird nun in dem Buche «Der Staat als Lebensform» viel von Kjellén aufgebaut. Der Mensch ist eine Zelle, wie wir die Zellen in uns haben, und der Staat ist der ganze Organismus, der durch seine verschiedenen Zellen sich organisiert.

[ 34 ] Let me recount a pleasant yet unpleasant experience. A strange phrase, isn’t it? But that’s just how it is. Pleasant because I must mention the name of a man from the northern countries who responded very kindly to my book *Thoughts During the War*—a man who, as far as he can, likes to find his way in the world: Kjellén, the political scientist who is now in Uppsala. I do not wish to attack the man or criticize him; on the contrary, I choose this example because Kjellén is one of our friends. He has recently written an interesting book: *The State as a Form of Life*. In it, he seeks to illustrate how one might arrive at a certain deeper understanding of the state. Indeed, Kjellén is once again attempting to develop a perspective on how the state should be conceived as an organism. For anyone who sees through these things and who, based on research in the humanities, knows how a science of the state—if such a thing existed today—would have to be structured in order to be fruitful in practical political life, reading Kjellén’s book—even if one is very fond of the author—is nothing short of torture, a real ordeal. Why? Well, you see, Kjellén doesn’t get any further than asking: If one conceives of the state as a whole organism, then the human being lives within the state. What, then, is the human being? — The answer is obvious: a cell! So, for Kjellén, the human being is a cell of the state organism. Much of Kjellén’s argument in the book *The State as a Form of Life* is built upon this idea. The human being is a cell, just as we have cells within us, and the state is the entire organism that organizes itself through its various cells.

[ 35 ] Sehen Sie, wenn man bloß auf Vergleiche ausgeht — mehr ist es ja nicht —, dann kann man eigentlich alles mit allem vergleichen. Man kann wirklich eigentlich jeden Gedanken logisch vertreten, denn wenn man keine Konsequenzen zieht, kann man einen Organismus auch mit einem Taschenmesser vergleichen. Es kommt aber überall darauf an, daß man den Sinn hat für das Eindringen in die Wirklichkeit. Da aber gelangt man gleich in sehr merkwürdige Sackgassen, wenn man gerade das Kjellénsche Buch ins Auge faßt, in merkwürdige Sackgassen. In einem Organismus sind die Zellen, die sind nebeneinander, eine grenzt an die andere, und dadurch daß sie aneinandergrenzen und die Wirksamkeit haben, die daher kommt, ist der Organismus ein Organismus. Das läßt sich schon auf das Zusammenwirken der Menschen im sogenannten Staatsorganismus nicht mehr anwenden. Kurz, man kommt überhaupt, wenn man abstrakt logisch bleiben will, mit jedem geistreichen Gedanken dazu, daß man ein ziemlich dickes Buch schreiben kann darüber, und dann sich der Idee hingeben kann, das sei auch praktisch. Aber hat man Wirklichkeitsgeist, dann muß der Gedanke weiter ausgebaut werden. Er muß wirklich in die Wirklichkeit hineinversenkt werden, das ist ja erst die Erkenntnis. Ich empfehle Ihnen, lesen Sie das Buch, es ist ein repräsentatives Buch der jetzigen Zeit. Kaufen Sie es und lesen Sie es und empfinden Sie diese Qual, von der ich gesprochen habe. Es kommt mit dazu, daß einem der Gedanke herausspringt: Was darf man denn nun dem Organismus vergleichen, wenn man den Gedanken vom Organismus auf das soziale Leben der Menschheit anwenden will? — Nur das Leben der Menschheit auf der ganzen Erde. Und die einzelnen Staaten darf man nur mit Zellen vergleichen.

[ 35 ] You see, if one relies solely on comparisons—which is all it amounts to—then one can actually compare anything to anything. One can really argue for any idea logically, because if one doesn’t draw any conclusions, one might as well compare an organism to a pocketknife. But what matters everywhere is having a sense of how to penetrate reality. Yet if you take Kjellén’s book as an example, you immediately end up in some very strange dead ends—strange dead ends indeed. In an organism, the cells are side by side; one borders on the other, and it is precisely because they border one another and possess the efficacy that arises from this that the organism is an organism. This can no longer be applied to the interaction of people within the so-called “state organism.” In short, if one wishes to remain abstractly logical, every ingenious thought leads one to the conclusion that one could write a rather thick book on the subject—and then indulge in the notion that this is also practical. But if one has a sense of reality, then the thought must be developed further. It must truly be immersed in reality; that, after all, is true understanding. I recommend that you read this book; it is a book representative of our time. Buy it, read it, and experience this anguish I have spoken of. It also leads to the thought that springs to mind: What, then, can one compare to the organism if one wants to apply the concept of the organism to the social life of humanity? — Only the life of humanity across the entire Earth. And individual states can only be compared to cells.

[ 36 ] Das Leben der Menschheit auf der ganzen Erde darf als ein Organismus bezeichnet werden, und die einzelnen Staaten dürfen als Zellen bezeichnet werden, nicht aber ein Staat als Organismus und der einzelne Mensch als Zelle. Damit aber wird das ganze überhaupt nur so, daß man es vergleichen kann, das staatliche Leben, mit einer Pflanze. Niemals mit etwas anderem als mit einem Pflanzenorganismus. Und will man nun den Begriff vom Organismus festhalten, so müßte man den Organismus nehmen und der Mensch müßte herausstehen. Denn es entwickelt sich der Mensch über alles Staatsleben hinaus, er kann nicht aufgehen wie die Zelle im einzelnen Organismus in diesem Staatsleben, sondern muß heraus. Das heißt, es muß Gebiete geben in der menschheitlichen Entwickelung, die nicht in den Staat fallen können. Man wird sehen, daß der Mensch hinausreichen muß in ein geistiges Gebiet, daß der Mensch nur in seiner unteren Verankerung in das Staatsleben hineinragen kann, aber nach oben in die geistige Welt. Und da ist es interessant, wie manche Forscher mit der Nase daraufgestoßen werden, daß die Menschen in den alten Zeiten, wo die Mysterien noch da waren, etwas davon gewußt haben. Und Kjellén weist selbst hin auf ein interessantes Buch, ein Buch, das vor fünfzig Jahren geschrieben worden ist von Fustel de Coulanges: «La Cit& antique». Und er kommt zu der merkwürdigen, sowohl dem Verfasser Fustel de Coulanges wie auch Kjellén unverständlichen Sache: Was war denn der alte Staat? Was war denn das? — Da kommt Coulanges dazu, sich zu sagen: Ja, die alten Staaten, die gründeten sich alle auf den Kultus. Warum? Es war der Staat ein Gottesdienst, weil man da noch fühlte, daß der Mensch hinaufragen mußte in die geistige Welt. Da konnte jemand nur dann tonangebend im Staate sein, wenn er in die Mysterien eingeweiht war und aus den Mysterien heraus über die soziale Struktur Weisungen bekommen hat. Im dritten, im vierten Zeitraum war es noch so. Die Leute kommen durch die äußere Forschung darauf, aber sie können nichts damit anfangen, trotzdem sie es in der Geschichte sogar lesen.

[ 36 ] Human life across the entire Earth may be described as an organism, and individual states may be described as cells; however, a single state cannot be described as an organism, nor can an individual human being be described as a cell. Thus, the only way to make the whole comparable at all is to compare the life of the state to that of a plant. Never with anything other than a plant organism. And if one wishes to retain the concept of an organism, one would have to take the organism as a whole, and the human being would have to stand apart from it. For the human being develops beyond all state life; he cannot be absorbed into this state life like a cell within an individual organism, but must stand apart. This means that there must be areas in human development that cannot fall within the scope of the state. We shall see that human beings must reach out into a spiritual realm; that while they are anchored in state life only at the lower level, they extend upward into the spiritual world. And it is interesting to note how some researchers are led to realize that people in ancient times, when the mysteries still existed, knew something of this. And Kjellén himself points to an interesting book, a book written fifty years ago by Fustel de Coulanges: *La Cité antique*. And he arrives at the curious question—one incomprehensible to both the author, Fustel de Coulanges, and Kjellén—What, then, was the ancient state? What was it? — This leads Coulanges to say to himself: Yes, the ancient states were all founded on religion. Why? The state was a form of worship, because people still felt that human beings had to reach up into the spiritual world. A person could only play a leading role in the state if he had been initiated into the mysteries and had received guidance regarding the social structure from within the mysteries. This was still the case in the third and fourth periods. People arrive at this conclusion through external research, but they don’t know what to make of it, even though they can actually read about it in history.

[ 37 ] Es ist ungeheuer tragisch, die letzte Seite des Buches von Kjellén «Der Staat als Lebensform» auf sich wirken zu lassen, wo man sieht, daß er nun irgend etwas konstruieren will, was Staatswissenschaft ist, aber doch ganz, ganz mutlos vor der Tatsache steht: Was fangen wir denn nun an mit der Zelle? Man könnte ja, wenn man die Idee von Kjellén verwirklichen wollte, eigentlich nur die Menschen köpfen, denn sie können nicht mit ihrem Kopfe solch einem Staate angehören, der so aufgebaut wäre, wie die Wissenschaft Kjelléns ihn aufbaut, da sie mit ihrem Geistigen hinausragen müssen über das Staatswesen.

[ 37 ] It is immensely tragic to let the final page of Kjellén’s book *The State as a Form of Life* sink in, where one sees that he now wants to construct something that constitutes political science, yet stands completely, utterly disheartened before the fact: What are we to do with the cell? If one wanted to put Kjellén’s idea into practice, one could really only behead people, for they cannot, with their minds, belong to a state structured as Kjellén’s science constructs it, since their spiritual nature must transcend the state.

[ 38 ] Sehen Sie, da kommt man zu ganz merkwürdigen Dingen, wenn man das Leben tiefer betrachtet. Und daher ist es, daß alles das, was sich heute Staatswissenschaft noch nennt, überhaupt noch nicht weiß, was es will. Nirgends gibt es noch für heutige Verhältnisse eine wirkliche Staatswissenschaft. Das ist alles noch Gerede. Denn eine wirkliche Staatswissenschaft wird erst entstehen können, wenn man wiederum hinorientiert ist nach der Art und Weise, wie der Mensch mit der geistigen Welt zusammenhängt, wenn man wiederum wissen wird, wieviel man organisieren kann im irdischen Zusammenleben und wieviel über die Organisation frei hinausgehen muß. Diese Dinge müssen aus gewissen Tiefen geholt werden. Hier spüren Sie, meine lieben Freunde, wie die Dinge tragisch werden. Die Menschheit muß ihre Entwickelungsgesetze in sich tragen, muß etwas verspüren von diesen Entwickelungsgesetzen.

[ 38 ] You see, when you look more deeply at life, you arrive at some very strange conclusions. And that is why everything that still calls itself political science today has no idea at all what it wants. Nowhere does a true political science exist under today’s conditions. It’s all just talk. For a true political science will only be able to emerge when we once again orient ourselves toward the way in which human beings are connected to the spiritual world, when we once again know how much of earthly coexistence can be organized and how much must go freely beyond organization. These things must be drawn from certain depths. Here, my dear friends, you sense how tragic things become. Humanity must carry within itself the laws of its own development; it must sense something of these laws of development.

[ 39 ] Im einzelnen — verzeihen Sie, wenn ich jetzt am Schlusse auf einzelnes komme — stößt man gerade fürchterlich an, wenn man es als eine Notwendigkeit des Lebens empfindet, real zu denken. Real denken heißt auch geistig denken, denn wer den Geist nicht mitdenkt, denkt nicht das Reale, sondern er denkt ein wesenloses Abstraktum. Wenn man es als seine Gewohnheit entwickelt hat, real zu denken, dann stößt man heute vielfach an. Verzeihen Sie, wenn ich scheinbar trivial ein naheliegendes Beispiel wähle.

[ 39 ] To be specific—please forgive me for getting into specifics now, at the end—one encounters tremendous resistance precisely when one feels that thinking realistically is a necessity of life. Thinking realistically also means thinking intellectually, for whoever does not engage the intellect is not thinking about reality, but rather about an insubstantial abstraction. If one has developed the habit of thinking realistically, one encounters many obstacles today. Please forgive me if I choose an obvious example that may seem trivial.

[ 40 ] Ich kann zum Beispiel sagen, daß mir nichts weniger imponiert, als wenn heute jemand kommt innerhalb des deutschen Sprachgebietes und sogenannte schöne Verse schreibt, tadellos schöne Verse, wie sie den meisten Menschen noch gefallen. Etwas, was solch eine Entwickelung hinter sich hat wie die deutsche Sprache, und solche Entwickelungsmöglichkeiten vor sich hat wie die deutsche Sprache, in dem bilden sich heute sogenannte schöne Verse wie von selbst, gerade in der unreifen Jugend bis zum achtundzwanzigsten Jahr. Löst man künstlerisch Versprobleme, dann kommt man nicht zu dem, was heute die Menschen vielfach für schöne Verse halten, denn die sind eigentlich zu dem gehörig, was man genießt, wenn man sich in frühere Zeiten versetzt. Daher treffen es heute sehr viele Leute auch ganz gut, schöne Verse zu machen, aber es handelt sich darum, weiterzukommen in der Entwickelung. Da muß es oftmals geschehen, daß jemand vielleicht weniger schöne Verse schreibt, aber versucht, von einem elementaren Standpunkte aus eine neue Kunstform zu gewinnen. Da kommen natürlich dann viele und finden es schrecklich, wenn jemand den Versuch macht, eine neue Kunstform zu gewinnen, die vielleicht mit Bezug auf dasjenige, was sie werden soll, noch sehr unvollkommen ist. Sehen Sie, ich möchte jetzt wiederum etwas Persönliches sagen. Ich will gar nicht von meinem Urteil sprechen über die Verse, in denen Herr von Bernus anthroposophische Gedanken vorgebracht hat im «Reich». Aber Sie können alle ganz sicher sein, wenn auch dem oder jenem die Verse noch so wenig gefallen haben: solche Verse, wie sie hätten gefallen können, die hätte Herr von Bernus aus dem Ärmel schütteln können, wenn er sie hätte machen wollen. Die Dinge sind doch nicht so einfach. Und heute, wo so vieles existiert, was böswillig herabzieht und dasjenige verleumdet, was bei uns gewollt wird, trat diese Zeitschrift «Das Reich» hervor mit dem besten Willen, und sie hätte sollen eben wegen dieses allerbesten Willens gefördert werden, gleichgültig wie man sich zu dem einzelnen gestellt hat. Daher war es mir selbst schwer, zu hören, daß Herr von Bernus Schocke von Briefen bekommen hat aus dem Kreise unserer Mitglieder, die dasjenige verlästert haben, was in der Zeitschrift stand. Man hätte viel mehr Gelegenheit gehabt, auf dasjenige hinzuschauen, was direkt darauf ausgeht, unsere Bewegung zu vernichten. Und so erlebt man es denn, daß jemand, der sich vorgenommen hat, über alle Dinge bei uns die Unwahrheit zu sagen, behaupten kann: «Das Reich», das im Zeichen Steiners steht.» Nun, ich habe mit dieser Zeitschrift keine andere Verbindung, als ich eventuell auch mit einer anderen haben könnte; ich habe sie nicht begründet, sie ist das eigene Werk des Herrn von Bernus, sie hängt nicht mit meiner Persönlichkeit zusammen. Ich schreibe für diese Zeitschrift Artikel und bin für nichts verantwortlich. Das kann aber derjenige auch wissen, der verletzend nach der einen oder anderen Seite hin den verleumderischen Ausdruck brauchte — in einem solchen Falle ist es ein verleumderischer Ausdruck — «diese Zeitschrift dient Steinerschen Zwekken». Man sollte sich im Gegenteil doch auch einmal freuen können, wenn auch etwas für, von ganz außenstehender Seite für uns auftritt. Bis jetzt aber haben wir es vielfach erfahren, daß gerade denjenigen Steine in den Weg geworfen worden sind von seiten unserer Mitglieder, welche sich für unsere Sache einsetzen wollten, daß aber abgeraten worden ist, sich für unsere Sache einzusetzen in gutem Wollen und in kühner Weise, während man sich nicht gekümmert hat um all das Schmähende, das geschehen ist im großen ganzen.

[ 40 ] For example, I can say that nothing impresses me less than when someone today, within the German-speaking world, writes so-called “beautiful verses”—impeccably beautiful verses of the kind that still appeal to most people. Something that has undergone such a development as the German language, and has such possibilities for development ahead of it as the German language, is a language in which so-called beautiful verses form almost of their own accord today, especially among the immature youth up to the age of twenty-eight. If one solves poetic problems artistically, one does not arrive at what people today often consider beautiful verse, for such verse actually belongs to the realm of what one enjoys when transporting oneself to earlier times. That is why so many people today are quite successful at writing beautiful verse, but the point is to move forward in one’s development. It often happens that someone writes verses that are perhaps less beautiful but attempts to develop a new art form from a fundamental standpoint. Naturally, many people then come along and find it dreadful when someone attempts to develop a new art form that is perhaps still very imperfect in relation to what it is meant to become. You see, I would now like to say something personal again. I do not wish to speak at all of my judgment regarding the verses in which Mr. von Bernus presented anthroposophical ideas in *Das Reich*. But you can all be quite certain that, even if one or the other did not care for the verses at all, Mr. von Bernus could have produced verses just as pleasing as those—if he had wanted to. Things aren’t that simple, after all. And today, when there is so much out there that maliciously disparages and slanders what we are striving for, this magazine *Das Reich* emerged with the best of intentions, and it should have been supported precisely because of those very best intentions—regardless of one’s stance on the individual verses. That is why it was difficult even for me to hear that Mr. von Bernus Schocke had received letters from among our members who slandered what was written in the magazine. There would have been far more opportunity to focus on what is directly aimed at destroying our movement. And so it happens that someone who has set out to spread falsehoods about everything concerning us can claim: “‘Das Reich,’ which bears Steiner’s name.” Well, I have no closer connection to this journal than I might have to any other; I did not found it—it is Mr. von Bernus’s own work—and it has no connection to my person. I write articles for this magazine and am not responsible for anything. But even the person who, in a hurtful manner toward one side or the other, felt the need to use the defamatory expression—and in such a case it is indeed a defamatory expression—“this magazine serves Steiner’s purposes” can know this. On the contrary, one should at least be able to rejoice when something comes our way from a completely outside source. So far, however, we have often experienced that it is precisely those members who wanted to champion our cause who have had obstacles thrown in their path; they have been discouraged from championing our cause with good will and boldness, while no one has taken any notice of all the slander that has occurred on the whole.

[ 41 ] Es wäre noch manches zu sagen. Ich wollte dies einmal anführen, weil ich wirklich betonen möchte, daß es mir gar nicht eingefallen ist, über dies oder jenes im «Reich» anders als diskutierend zu sprechen, das heißt, zu sehen, ob vielleicht gerade hinter dem scheinbar Unvollkommenen das Ringen nach einer Entwickelung steht, und es war mir wirklich nicht darum zu tun, auf dasjenige zu sehen, worauf viele gesehen haben, die sich berufen gefühlt haben zu dem, was ja ohnedies ein Unsinn wäre, wenn es auch nicht geschmacklos wäre, ihr Urteil in Briefen an den Dichter zu senden. Das ist der geschmackloseste und schädlichste Weg. Denn an den, der sich angestrengt hat, die Sache auszuschreiben, braucht man nicht persönlich mit einem schmähenden Brief heranzutreten. Selbst wenn der Brief berechtigt wäre, könnte er ihn nicht verstehen, er lebt in der Sache drinnen. Man sage seine Meinung allen anderen, nur sende man sie nicht dem Dichter ins Haus.

[ 41 ] There is still much to be said. I wanted to mention this because I really want to emphasize that it never even occurred to me to speak about this or that in *The Reich* in any way other than as a matter of discussion—that is, to see whether perhaps, precisely behind what appears to be imperfect, there lies a struggle for development, and I really had no intention of focusing on what many have focused on—those who felt called to do what would, in any case, be nonsense, even if it weren’t in poor taste, to send their judgment in letters to the poet. That is the most tasteless and harmful course of action. For one need not approach the person who has striven to put the matter into writing with a personally insulting letter. Even if the letter were justified, he could not understand it; he lives within the work itself. Let one express one’s opinion to everyone else, but let one not send it to the poet’s home.

[ 42 ] Nun, meine lieben Freunde, alle die Dinge, die so gesagt werden, treffen natürlich nur immer nach der einen Seite, nach der Seite von wenigen. Aber es ist schon einmal so, daß durch die Gesellschaft der Unschuldige mit den Schuldigen gefangen ist und nun büßen muß für sie. Das ist das, was mir schmerzlicher ist als denen, die unter den heutigen Maßnahmen leiden.

[ 42 ] Well, my dear friends, all these things that are said in this way naturally apply only to one side—the side of the few. But the fact remains that, through society, the innocent are caught up with the guilty and must now atone for them. That is what pains me more than those who suffer under today’s measures.

[ 43 ] Aber eines möchte ich noch hinzufügen: Derjenige, der im Kreise der Gesellschaft bloß die eine Maßregel etwa mitteilen wird, daß ich keine persönlichen Angelegenheiten in Privatgesprächen in Zukunft mehr besprechen werde, der würde nur Einseitiges sagen. Zum ganzen gehört dazu: Ich entbinde ausdrücklich jeden des Versprechens, soweit er es selber will, etwas, was in Privatgesprächen gesprochen wurde, geheim zu halten. — Das gehört dazu, und das ist das Wichtige. Bei jenem Verleumdungsfeldzug, glauben Sie es, sind diese Maßregeln so notwendig, daß Ausnahmen nicht gemacht werden können. Aber niemand soll etwas verlieren. Das, was esoterisch geleistet werden kann, wird auch geleistet werden können, wenn es in voller Öffentlichkeit sein muß. Und ich werde Mittel und Wege finden, trotzdem ich in Privatgesprächen keine Ausnahmen machen kann und machen darf, daß jeder die esoterischen Bedürfnisse, die er befriedigen will, auch in der Zukunft wird befriedigen können. Haben Sie nur eine kurze Zeit Geduld. Auch ohne Privatgespräche wird es Mittel und Wege geben, daß alles das, was in berechtigter Weise für das esoterische Leben wird gefordert werden können, befriedigt werde, ohne daß jene Schäden entstehen, die durch die Verleumdung des Privatgesprächwesens in unserer Gesellschaft entstanden sind.

[ 43 ] But I would like to add one more thing: Anyone who were to announce to the group, for example, that I will no longer discuss personal matters in private conversations in the future would be presenting only one side of the story. The whole picture includes this: I expressly release everyone from the promise—insofar as they themselves wish—to keep secret anything that was said in private conversations. — That is part of it, and that is what is important. In the face of that smear campaign—believe me—these measures are so necessary that no exceptions can be made. But no one should lose anything. What can be accomplished esoterically will also be able to be accomplished, even if it must take place in full public view. And I will find ways and means—even though I cannot and must not make any exceptions in private conversations—to ensure that everyone will still be able to satisfy the esoteric needs they wish to fulfill in the future. Please be patient for just a short while. Even without private conversations, there will be ways and means to ensure that everything that can justifiably be demanded for the sake of the esoteric life will be fulfilled, without causing the harm that has arisen in our society due to the slander directed at the practice of private conversations.

[ 44 ] Und nun will ich noch sagen, daß ich gerne etwas vorbringen möchte, was tief zusammenhängt mit dem, was uns zum Verständnis unserer schweren Gegenwart führen kann, daß ich aber wahrhaftig nicht fertig bin mit dem, was ich Ihnen während des diesmaligen Aufenthaltes habe sagen wollen. Für diejenigen, die kommen wollen, werde ich daher am Dienstagabend noch einmal hier sprechen.

[ 44 ] And now I would like to add that I would like to bring up something that is deeply connected to what can help us understand our difficult present situation, but that I am truly not yet finished with what I have wanted to say to you during this visit. For those who wish to attend, I will therefore speak here again on Tuesday evening.