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The Rudolf Steiner Archive

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Die geistigen Hinter des Ersten Weltkrieges
GA 174b

12 März 1916, Stuttgart

Siebenter Vortrag

[ 1 ] Ich möchte heute eine geisteswissenschaftlich-geschichtliche Betrachtung geben, die uns wichtig sein kann gerade mit Bezug auf die schwerwiegenden Ereignisse, innerhalb welcher wir stehen, innerhalb welcher die ganze europäische Menschheit steht, und am nächsten Mittwoch dann eine intimere Angelegenheit des geistigen Lebens des Menschen berühren. Wenn vielleicht manchem von uns dasjenige, was heute betrachtet werden soll, scheinbar ferne liegen könnte, so ist das doch nur scheinbar und sollte uns nicht fernliegen, denn gerade Geisteswissenschaft sollte unsere Seelen mit tiefster Aufmerksamkeit erfüllen für alles das, was beitragen kann zu dem Verständnisse unserer Zeit. Wie. gesagt, am Mittwoch werden wir dann wiederum zu einer rein menschlichen geisteswissenschaftlichen Angelegenheit kommen.

[ 2 ] Ausgehen möchte ich heute von einer Frage. Aber erschrecken Sie nicht, glauben Sie nicht, wenn ich diese Frage an die Spitze unserer Betrachtungen stelle, daß ich auch nur im allergeringsten alte Streitfragen unserer Bewegung irgendwie aufwerfen möchte. Es wird sich, wie Sie sehen werden, um etwas ganz, ganz anderes handeln, trotzdem ich einleitend von vielleicht zunächst leicht mißzuverstehenden Fragen ausgehen werde. Die Frage nämlich möchte ich aufwerfen: Warum verleumdet Mrs. Besant, gerade während dieser Zeit des Krieges, in ihren englischen Zeitschriften weiter unsere deutsche Bewegung? Warum hat sie gleich in den ersten Monaten des Krieges es für notwendig befunden, davon zu sprechen, daß unsere deutsche Bewegung nur die Absicht gehabt habe, eine Art Agentur zu sein für englandfeindliche politische Bestrebungen Deutschlands? Warum hat sie es für notwendig befunden, zu sagen, daß diese unsere deutsche Bewegung die Absicht gehabt habe, ihre eigene — Mrs. Besants — Absetzung als Präsidentin der Theosophischen Bewegung zu bewirken, um sich in Indien festzusetzen und von da aus eine Art von englandfeindlicher, pangermanistischer Bewegung gegen England zu organisieren? Warum setzt Mrs. Besant diese Verleumdungen, die sie gegen unsere deutsche Bewegung während der Zeit dieses Krieges in so häßlicher Weise anbringt, jetzt weiter fort und wird sie wahrscheinlich auch weiter fortsetzen?

[ 3 ] Innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung ist uns nichts notwendiger, als einen klaren, einsichtsvollen Blick zu haben für dasjenige, was in der Welt vorgeht. Dasjenige, was so leicht gerade dem gefallen kann, der oftmals glaubt, so recht innerhalb unserer Bewegung zu stehen, eine gewisse — verzeihen Sie den harten Ausdruck — geistige Schlafsucht gegenüber den Vorgängen der Welt, das ist gerade innerhalb einer solchen geistigen Bewegung von großem, großem Nachteil. Der klarste Blick auch in bezug auf die Angelegenheiten des äußeren Daseins muß angestrebt werden. Denn nichts ist leichter, als daß sich an eine solche Bewegung anhängen alle möglichen scharlatanhaften, schwindelhaften Bestrebungen innerhalb der Menschheitsentwickelung. Und da ja in den Grenzen, die wir oftmals betont haben, in dem gewiß kleinen Häuflein derer, die hier gewisse Dinge verstehen wollen, schon einmal ein gewisses Vertrauen nötig ist, so liegt es auch nahe, daß, verführt von einer gewissen Vertrauensseligkeit, gerade Persönlichkeiten unserer Bewegung gewissermaßen umnebelt werden von denjenigen, die ihnen doch nichts Rechtes sagen wollen, sondern die nur in ihre Seele allerlei hineinpfropfen wollen, um auf dem Umwege der theosophischen oder sonstigen geistigen Gläubigkeit gewissermaßen eine geistige Leibgarde zu züchten für allerlei Bestrebungen, die im richtigen Sinne doch nicht wahrhaft geistige Bestrebungen der Menschheit sind.

[ 4 ] Wir haben öfter darauf aufmerksam gemacht, welche Stellung das russische Volk hat innerhalb der Entwickelung der fünften nachatlantischen Kulturzeit, und ich will, da ich gerade in diesem Zweige hier in Stuttgart das Diesbezügliche oftmals auch schon während dieser Kriegszeit erörtert habe, auf das, was Sie ja in einzelnen Zyklen lesen können, heute nicht zurückkommen. Vielmehr möchte ich aber darauf aufmerksam machen, daß es gewisse Grundeigentümlichkeiten des russischen Volkes gibt, welches dieses russische Volk ganz besonders geeignet erscheinen lassen, gerade in der oftmals charakterisierten Weise sich in den Entwickelungsgang der fünften nachatlantischen oder auch sechsten nachatlantischen Kulturentwickelung hineinzustellen.

[ 5 ] Da haben wir zuerst eine Eigenschaft des russischen Volkes, welche man nennen könnte eine ganz besonders weitgehende Anpassungsfähigkeit der Seele an Geistiges, das dem russischen Menschen in irgendeiner Weise entgegentritt, eine gewisse Anpassungsfähigkeit der Seele. Es ist so, daß der russische Mensch weniger produktiv, weniger schöpferisch in der eigenen Seele ist als der mitteleuropäische oder westeuropäische Mensch, daß er gewissermaßen darauf angewiesen ist, entgegenzunehmen und das Entgegengenommene zwar intensiv zu durchleben, aber es nicht aus Eigenem heraus selbständig weiter zu gestalten. So können Sie ja sehen, wie der russische Mensch die byzantinische Religion entgegengenommen und auf dem Standpunkt gelassen hat, auf dem sie war, als er sie entgegengenommen hat. Und heute kann man noch immer aus den Zeremonien der russischen Kirche ersehen, wie altorientalisches Wesen durch diese Zeremonien hindurchleuchtet. Man kann, ich möchte sagen, durch die Form der russischen Kirche auf uralt heiliges Orientalisches schauen und dieses uralt heilige Orientalische empfinden.

[ 6 ] Vergleichen Sie damit dasjenige, was im Abendlande aufgetreten ist, wo in einer ja, wie Sie wissen, vielfach angefochtenen Dogmenentwickelung und Zeremonienentwickelung ein fortwährendes Umgestalten, Umwandeln, also ein schöpferisches Eingreifen in das stattgefunden hat, was einstmals jene Gemeinschaft übernommen hat, die dann zur römisch-katholischen Kirche, zum Protestantismus und so weiter geworden ist. Diese Anpassungsfähigkeit, diese Aufnahmefähigkeit, das ist gewissermaßen die erste Grundeigenschaft des russischen Volkstums.

[ 7 ] Eine zweite Grundeigenschaft ist eine gewisse Abneigung des russischen Menschen gegen das, was wir die Durchdringung des Lebens mit Intellektualität nennen. Der russische Mensch liebt es nicht, eingespannt zu sein im sozialen Leben in viele genau umschriebene Gesetze. Er verlangt gewissermaßen eine Art willkürlichen Dahinlebens des Ich. Daß der Verstand ein Netz von Gesetzlichkeit ausspannt und daß sich dann der einzelne streng an solche Verstandesformen im sozialen Leben hält, das will der russische Mensch, praktisch wenigstens, nicht begreifen, wenn er auch theoretisch zuweilen darauf eingeht, Er frägt mehr nach dem, was das Ich aus der Eingebung des Augenblicks heraus gerade will.

[ 8 ] Ein drittes im Charakter des russischen Menschen ist — Herder insbesondere hat in gründlicher Weise darauf hingewiesen; die Slawophilen haben dann diese Herdersche Anschauung, also eine deutsche Anschauung, aufgenommen und bis zu einer Art von Größenwahn entwickelt —, daß der russische Mensch bewahrt hat dasjenige, was man überhaupt im ganzen orientalischen Wesen findet, eine gewisse Friedfertigkeit. So sonderbar es klingt, es ist schon im Wesen des russischen Menschen, denn der russische Mensch hat diesen Krieg nicht als solcher gemacht: den haben seine Machthaber angezettelt. Er hat eine gewisse Friedfertigkeit. Er hat den tiefen Glauben, daß durch die Art und Weise, wie sich die westeuropäische Religion entwickelt, Streit und Zank entwickelt wird. Es liegt nicht im Charakter des orientalischen Menschen, wegen religiösen Dogmen seine Mitmenschen zu bekriegen. Das ist sogar etwas — sonderbar ist es ja, aber wahr ist es doch —, was jetzt den Leuten so unendlich stark auffällt bei den Türken, die ja auch dieses Orientalische haben, daß sie nicht aggressiv werden in bezug auf das religiöse Leben selber.

[ 9 ] Wie gesagt, das liegt in dem Glauben, im Bewußtsein des russischen Menschen. Diese drei Eigenschaften sind auf der anderen Seite ganz besonders geeignet, mißbraucht zu werden von denjenigen, die sie eben mißbrauchen wollen. Man kann eine Anpassungsfähigkeit, wie sie der russische Mensch hat, sehr leicht, so wie die Slawophilen das getan haben und jetzt wiederum die Panslawisten es in reichem Maße tun, dazu verwenden, dem russischen Volke einzureden, daß es berufen sei, die abgelebte, greisenhafte, dem Tod doch verfallende europäische Kultur abzulösen und das russische Leben an deren Stelle zu setzen.

[ 10 ] Man kann wiederum, wenn man mißbraucht die zweite Eigenschaft, die ich angeführt habe, dem russischen Menschen einreden, daß die ganze west- und mitteleuropäische Kultur greisenhaft geworden sei wegen ihrer besonderen Vorliebe zum Intellektualismus, zu einer gewissen Verstandesmäßigkeit, daß diese westeuropäische Kultur bar sei jedes wirklich wahren mystischen Zuges.

[ 11 ] Und man kann drittens, wenn man mißbrauchen will die dritte Eigenschaft des russischen Volkes, die angeführt worden ist, gerade die friedlichste Eigenschaft verkehren dahin, daß man die sonst friedliche Masse organisiert und zum blutigsten Kampfe aufruft. Denn wirklich, die Gegensätze berühren sich in der Welt, und insbesondere solche Gegensätze, von denen hier die Rede ist. Dasjenige aber, was das russische. Volk zu bedeuten hat im Entwickelungsgange der europäischen Kultur, das hängt nicht zusammen mit dem, was jetzt russische Machthaber aus diesem russischen Volke machen, sondern das hängt zusammen mit den genannten drei Eigenschaften.

[ 12 ] . Und diese genannten drei Eigenschaften bestimmen daher das russische Wesen, eine gewisse Verbindung einzugehen mit dem mitteleuropäischen, westeuropäischen Wesen. Weil das russische Volkswesen anpassungsfähig ist, ist es zunächst berufen, dasjenige, wovon wir oft gesprochen haben, was es zu leisten hat im sechsten nachatlantischen Kulturzeitraum, zunächst nicht durch Schöpferisches, sondern durch sein. Erleben zu leisten, indem es aufnimmt das, was ihm vom Westen kommt. Eine Art von geistiger Ehe habe ich es oftmals genannt, Jahre, ja ich darf sagen, Jahrzehnte vor dem Ausbruch dieses Krieges, eine Art Ehe, die notwendig ist zwischen dem mitteleuropäischen Wesen und zwischen dem russischen Wesen in bezug auf die seelische Entwickelung.

[ 13 ] Dadurch, daß das russische Volk eine gewisse Abneigung gegen den Intellektualismus hat, werden gewisse soziale Einrichtungen geschaffen werden können mit dem russischen Volke, die nur möglich sein werden, wenn die eben angedeutete Ehe wirklich stattfindet.

[ 14 ] Und in einer ähnlichen Weise wird sich das russische Volkswesen zu verhalten haben gegen das, was innerhalb Mitteleuropas überhaupt gegeben werden kann. Morgen werden wir im öffentlichen Vortrag wiederum von solchen Dingen zu sprechen haben, die aus dem mitteleuropäischen Wesen zu folgen haben, und die als etwas Großes, Gewaltiges, Unvergängliches einverleibt werden müssen dem ganzen Entwickelungsgange der Menschheit. Aber das russische Volk wird annehmen müssen dasjenige, was vom mitteleuropäischen Wesen geleistet wird. Selbstschöpferisch ist es zunächst nicht innerhalb dieser nachatlantischen Zeit.

[ 15 ] Nun aber besteht demgegenüber, was man so als das Wesen des russischen Volkstums charakterisieren ‚kann, .das mitteleuropäische Volkstum und das westeuropäische Volkstum, jenes westeuropäische Volkstum, das nach der Regierung der Königin Elisabeth von England im wesentlichen ja ein britisches Volkstum, ein angelsächsisches Volkstum geworden ist. Und unter den mancherlei Ergebnissen dieser gegenwärtigen bedeutsamen Ereignisse, die selbstverständlich irgendwie auszumalen nicht mein Beruf sein kann, wird aber ganz gewiß dieses sein, daß die anderen westeuropäischen Staaten, ganz gleich wie auch der Ausgang dieser Ereignisse sein wird, allmählich Vasallen, abhängige Völker Englands werden. Insbesondere werden die Franzosen die bittersten Enttäuschungen zu erleben haben. Aber: das sind nicht die Dinge, auf die es eigentlich ankommt, sondern das, worauf es uns heute ankommt, ist, hervorzuheben den großen Gegensatz, der besteht zwischen mitteleuropäischem Wesen und westeuropäischem, namentlich britannischem Wesen, angelsächsischem Wesen.

[ 16 ] Es hat vielleicht niemals — wenn es auch heute nicht bemerkt wird von denjenigen, die nicht denken wollen, die namentlich nicht beobachten wollen —, einen größeren Gegensatz gegeben in der :weltgeschichtlichen Entwickelung als diesen Gegensatz zwischen mitteleuropäischem und angelsächsischem Wesen. Nicht als ob der einzelne, die einzelne Persönlichkeit sich nicht darüber erheben könnte. Davon kann nicht die Rede sein; vom Volkstum ist die Rede. Gewiß, es ist niemals die Rede, wenn solche Dinge charakterisiert werden, von dem einzelnen Engländer, der sich selbstverständlich erheben kann über dasjenige, was dabei zu charakterisieren ist. Man braucht ja auch nicht gleich zu denken, daß man irgendwie in die Fehler unserer kriegerischen Gegner verfallen und das englische Wesen, weil es ein anderes ist, nun durchaus beschimpfen müsse, sondern darum muß es sich handeln, in scharfer Weise den Gegensatz zu charakterisieren. Freilich wäre vieles notwendig, wenn ich versuchen würde, Ihnen alle möglichen Bausteine zusammenzutragen, die eigentlich nötig wären, um den angedeuteten Gegensatz voll zu verstehen. Aber es kann uns dieser Gegensatz klar werden von dem Gesichtspunkte aus: wenn wir einmal auf der einen Seite das mitteleuropäische Wesen, in dessen Mittelpunkt eben das deutsche Wesen steht, im Verhältnis zum russischen Wesen des Ostens betrachten, und auf der anderen Seite das britannische, französische Wesen in seinem Verhältnisse zum russischen Osten betrachten. Da ist eben einer der größten Gegensätze in der Menschheitsentwickelung vorhanden. Ich muß Sie allerdings auf manches dabei heute nur hinweisen, was ich hier gerade im morgigen öffentlichen Vortrage auszuführen habe. Aber ich möchte, daß das kleine Häuflein derer, die der geisteswissenschaftlichen Bewegung angehören, solches, wie das, was morgen genauer gesagt werden wird, eben tiefer verstehen, als es zunächst verstanden werden kann, wenn man nicht tiefer in die Geisteswissenschaft eindringt.

[ 17 ] Sehen Sie, dieses mitteleuropäische Wesen ist ein solches, das in ganz anderer Art national ist als irgendein anderes Volkstum in der ganzen Menschheitsentwickelung. Nehmen Sie alle westeuropäischen Völker: Sie sind gewissermaßen national aus dem Blute heraus. Der Deutsche ist national aus der Seele heraus. Der Deutsche ist national, indem er sich unablässig bestrebt, gewisse Inhalte des Seelenlebens aus dem allgemeinen Seelenleben herauszuheben und in die eigene Seele hinein zu verpflanzen. Daher erleben wir innerhalb des deutschen Wesens etwas so Großes, wie die Goetheschen Kunstwerke, die Herdersche Geschichtsbetrachtung oder die Weltanschauungsbestrebungen Hegels, Schellings, Fichtes sind.

[ 18 ] Wenn diese Dinge auch heute noch weniger bekannt sind in weiteren Kreisen — sie werden schon bekannt werden. Denn entgegen allen Meinungen, die darüber geäußert werden, muß ich das sagen: Sie können populär werden, sie können so dargestellt werden — trotzdem man das heute nicht glaubt —, daß jedes Kind sie verstehen kann. Das wird schon geschehen. Alles dasjenige, was echte deutsche Weltanschauung ist, wächst hervor aus dem tiefsten Seelenwesen des deutschen Volkstums. Und es würde niemals eine geisteswissenschaftliche Bewegung innerhalb des deutschen Wesens entstehen können - wenn sie fruchtbar sein soll -, welche einen ähnlichen Charakter hätte, wie ihn die geisteswissenschaftlichen Bestrebungen des Westens haben. Wir dürfen diesen Unterschied schon einmal nicht verschlafen, wir müssen ihn klar ins Auge fassen. Innerhalb des deutschen Volkstums muß alles, was Inhalt der Geisteswissenschaft ist, in harmonischem Zusammenhang stehen mit dem, was das Volk als solches hervorbringt. Daher habe ich das letzte Mal bei meiner Anwesenheit hier in Stuttgart gesagt: Wenn man die Weltanschauung Schellings, Fichtes und Hegels betrachtet, so ist es, wie wenn das ganze Volk meditieren würde. Man fühlt sich immer hineingestellt in das Volkstum, aber in das Seelische des Volkstums, wenn man vom deutschen Volkstum spricht. Man kann von deutschem Volkstum nicht anders sprechen, als indem man auf die seelischen Eigenschaften dieses deutschen Volkstums Rücksicht nimmt, auf dasjenige, was erstrebt werden muß. Und es ist innerhalb des Deutschtums unmöglich, wie es in England möglich ist, daß die Wissenschaft auf der einen Seite existiert und auf der anderen Seite diese Wissenschaft den Glauben durchaus links liegen lassen will. Das ist innerhalb des deutschen Volkstums auf die Dauer nicht möglich. Der Deutsche will Einheit haben. Er will eine Geistigkeit haben, die voll auf dem Boden der Wissenschaftlichkeit stehen kann, und er will eine Wissenschaft haben, welche sich zu rechtfertigen weiß vor dem geistigen Leben.

[ 19 ] Am offensten tritt ja dieser Gegensatz zutage in der Goetheschen und in der Newtonschen Farbenlehre. Seit mehr als dreißig Jahren bemühe ich mich, die Goethesche Farbenlehre zur Geltung zu bringen gegenüber der Newtonschen. Während die Goethesche Farbenlehre ganz hervorgeht aus dem tiefen Verwachsensein der Seele mit der Welt, geht die Newtonsche von der mechanischen Betrachtung der Welt aus und erstrebt nichts anderes. Und die Physik ist heute so verengländert, daß sie gar nicht merkt, um was es sich auf diesem Gebiet handelt, daß sie selbstverständlich jeden für einen Dummkopf ansieht, der die Goethesche Farbenlehre ernst nimmt.

[ 20 ] Es ist innerhalb des deutschen Volkstums ein Streben zur Geistigkeit hin. Daher ist man auch verpflichtet innerhalb des deutschen Volkstums, zu rechnen mit demjenigen, was in heißem Seelenstreben von den Besten dieses Volkes, von denen, die wir schon genannt haben, und von denjenigen, die wir morgen wieder nennen werden, gerade als ein Weg zur Geisteswissenschaft hin gesucht worden ist. Aber es kann dann dieses deutsche Volkstum nicht anders als sachlich streben, der Sache selbst zugewendet sein. Das ist dasjenige, was englisches, französisches Wesen nicht so verstehen kann. Der Franzose will ein schönes Wort haben, in eine schöne Phrase alles geprägt haben, und ist dann zufrieden. Der Engländer will nachfragen, wo der Nutzen von einem Wissen oder dergleichen liegt. Daß aber erstrebtes Wissen etwas ist, was aus der Seele herauswachsen muß wie die Blüte aus der Pflanze, ohne das der Mensch sich nicht als ein ganzer Mensch fühlt, das verstehen weder die Franzosen — als Franzosen selbstverständlich, vom einzelnen ist nicht die Rede —, noch verstehen es die Angelsachsen.

[ 21 ] Dasjenige, was seit dem Griechentum, das ein Höchstes geleistet hat für die vierte nachatlantische Kulturperiode, zu leisten ist an Herausgestaltung des seelischen Erlebens in eine Ideenwelt hinein, das ist Aufgabe des deutschen Wesens. Und man braucht wirklich kein Nationaler im engherzigen Sinne zu sein, sondern ein ganz objektiver Betrachter des Entwickelungsganges der Menschheit, wenn man dieses. hervorhebt. Und Sie wissen ja auch: Ich hebe es nicht erst bei Gelegenheit dieses Krieges hervor, sondern diese Betrachtungen lagen in vielem darin, was seit Jahren, seit anderthalb Jahrzehnten unter uns von mir gesagt worden ist.

[ 22 ] Dadurch aber, daß dieses deutsche Wesen so ist, dadurch ist es aus seelisch-sachlichen Gründen berufen, die angedeutete seelische Ehe einzugehen mit dem russischen Osten. Und niemals wird die Kulturaufgabe der Zukunft anders erfüllt werden können, als indem die russische Anpassungsfähigkeit das annimmt, was aus dem deutschen Volkstum heraus kommen kann. Und alle Kulturentwickelung der Zukunft ist eine Frage dieser Verbindung Mitteleuropas mit Osteuropa.

[ 23 ] Anders liegt das mit Westeuropa. Westeuropa hat dasjenige, was die vierte nachatlantische Kulturperiode gebracht hat, übernommen und es selbständig entwickelt, aber in der Weise, wie ich das oftmals dargestellt habe: nur durch die drei Seelenkräfte: Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele. Es ist nicht produktiv, was diese vierte nachatlantische Kulturperiode im wesentlichen hinausschickt, und insbesondere die britannische Volksseele, die angelsächsische Volksseele hat die Aufgabe, die Bewußtseinsseele auszubilden, auszubilden dasjenige, was vor allen Dingen auf die Nützlichkeit in bezug auf den physischen Plan hingeordnet ist.

[ 24 ] Daher alle die Erscheinungen, die wir auftreten sehen innerhalb Westeuropas, besonders innerhalb des angelsächsischen Volkstums. Aber nun fühlt besonders dieses angelsächsische Volkstum instinktiv, daß das eigentlich Fruchtbare das Mitteleuropäische ist, im wesentlichen der deutsche Einschlag Mitteleuropas ist. Und diejenigen, welche die sogenannten okkultistischen Bewegungen Westeuropas, namentlich des angelsächsischen Volkes leiten, die wissen, um was es sich handelt. Von zwei Gedankengängen sind diejenigen zunächst erfüllt, die die okkultistischen Bewegungen im angelsächsischen Volkstum leiten: Der eine Gedankengang ist der, daß sie sich sagen: Das römisch-katholische Wesen ist abgetan, das gehört im wesentlichen der vierten nachatlantischen Zeit an. An die Stelle desjenigen, was im römischen Kultwesen war, muß das angelsächsische Wesen treten. — Und jeder Okkultist einer gewissen Sorte, das heißt jeder Okkultist, der in seinem Volkstum aufgeht, und das sind, mit Ausnahme weniger, alle im Angelsachsentum, der weiß — das heißt, er bildet sich das ein, ein richtiges Wissen zu haben —, daß die «angelsächsische Rasse», wie er sagt, an die Stelle des römischen Wesens treten müsse. Das wird in allen okkultistischen Schulen dort gelehrt. Das ist ein festes Dogma.

[ 25 ] Und ebenso wissen die Leute instinktiv, daß gewissermaßen die Rekruten für das Einführen in das Leben alles desjenigen, was die Kultur bringen muß, die Rekruten, die aufnehmen müssen passiv durch ihre Anpassung, die russischen Menschen sind.

[ 26 ] Diese zwei Dinge wissen gerade die angelsächsischen Okkultisten sehr genau, das heißt, sie sehen die Sache so an, das ist ihre Überzeugung. Ihre Überzeugung ist auf der einen Seite: Angelsachsentum hat abzulösen das römische Wesen; alles andere, Protestantismus, Calvinismus und so weiter, das sind nur Anhängsel. Das Angelsachsentum muß etwas erzeugen in der Welt — wie gesagt, ich spreche jetzt von den Okkultisten —, was für die fünfte nachatlantische Kultur so sich hinstellt, wie sich das römisch-katholische Wesen hereingestellt hat in die zweite Zeit der vierten nachatlantischen Kultur, selbst noch bis ins 14.,15.,16. Jahrhundert.

[ 27 ] Und nun ist jeder Okkultist auf dieser Seite davon überzeugt, daß vor allen Dingen die Brücke geschaffen werden muß zwischen demjenigen, was das Angelsachsentum sich so zuschreibt, und dem russischen Wesen. In die russische Seele hineingießen dasjenige, was angelsächsischer Okkultismus lehren will, das ist dasjenige, was aus dem zweiten, das ich angeführt habe, wie ein Ideal hervorgeht für jeden angelsächsischen Okkultisten: die russische Seele zu benützen als eine Art von Wachs, in das eingeprägt wird dasjenige, was der angelsächsische Okkultismus will. Dieses Ideal überwuchert in den Kreisen, von denen ich jetzt rede, weitaus alles dasjenige, was uns hier die Hauptsache ist.

[ 28 ] Uns ist die Hauptsache wirkliche Erkenntnis, wirkliches Dringen zur Wahrheit, und unsere ehrliche Grundüberzeugung ist die, daß, wenn wir die Wahrheit finden, diese Wahrheit den Menschen geben wird, was sie brauchen, und daß diese Wahrheit, wenn wir sie in der richtigen Weise erstreben und suchen, auch in der richtigen Weise die zukünftigen Kulturepochen befruchten wird, daß schon das geschehen wird, was geschehen muß mit den Völkern Europas, wenn in der richtigen Weise ehrlich die Wahrheit gesucht wird. Man braucht nichts anderes, als ehrlich die Wahrheit suchen; das ist der wahre Grundsatz der Geisteswissenschaft.

[ 29 ] Aber dem steht gegenüber ein solcher Grundsatz, wie ich ihn eben charakterisiert habe, eine besondere Rasse an die Spitze zu bringen, eine besondere Rasse mächtig zu machen, mächtig vor allen Dingen in bezug auf das Seelenleben. Nicht von Politischem sprechen wir jetzt, wir sprechen von dem, was als okkultistische Wege in den Tiefen wurzelt: mächtig zu machen das angelsächsische Seelentum und zu benützen das, was anpassungs- und aufnahmefähig ist, das osteuropäische Wesen, und in es hineinzugießen das, was man hineingießen will, damit eine Ehe.entstehen könne zwischen Angelsachsentum und Russentum. Die inneren Impulse der Menschheitsentwickelung sprechen von einer Ehe des deutschen Wesens mit dem Russentum. Der egoistische Wille des angelsächsischen Okkultismus redet davon, daß das Russentum durchdrungen werden muß mit Angelsachsentum in bezug auf seelische okkulte Entwickelung.

[ 30 ] Fassen Sie diese Dinge nur ganz klar ins Auge; sie sind außerordentlich wichtig. Sie werden von mir so angeführt, wie sie immer mehr und mehr gelehrt werden in allen möglichen okkultistischen Richtungen des Westens, namentlich in den angelsächsischen okkultistischen Schulen. Dasjenige, was aber doch im Grunde genommen nur die Bewußtseinsseele zu pflegen hat, kann zu einem wirklichen Inhalt nicht kommen. Wirklicher Okkultismus aber, der nicht Machtgelüste entfaltet, sondern nach der Wahrheit sucht, steht ganz im organischen, im lebensvollen Zusammenhange mit der deutschen Entwickelung und ist ganz innerhalb der deutschen Entwickelung verankert.

[ 31 ] Aber was hat sich zugetragen, meine lieben Freunde? Wäre die Entwickelung seit dem Mittelalter bis in unsere Zeit herauf nicht durch ahrimanische Kräfte gestört worden, hätte sich dasjenige, was in Europa für die Geisteswissenschaft geschehen ist — von einigem sehr späten Geschehen werden wir wiederum morgen zu reden haben —, organisch, ohne ahrimanische Einflüsse entwickelt, dann würde man heute leichter ersehen, daß alles das, was das Abendland an Geisteswissenschaft geleistet hat, aus deutschem Wesen hervorgegangen ist. Aber durchflutend Angelsächsisches, wurde deutsche Geisteswissenschaft in Masken ins Angelsachsentum und auch nach Frankreich hineingetragen. Nur die Terminologie, die Namengebung der einzelnen Tatsachen hat man angepaßt der französischen, der englischen Sprache. Wenn man aber auf den Grund geht, so ist all dasjenige, was im französischen Okkultismus und im englischen Okkultismus enthalten ist, nur maskiertes deutsches geisteswissenschaftliches Forschen, mitteleuropäischgeisteswissenschaftliches Forschen.

[ 32 ] Auf eine Weise, die ich gleich erörtern werde, hat auch dasjenige, was sich Theosophical Society genannt hat, nichts anderes enthalten, als mit indischen oder sonstigen Namen belegte Tatsachen, die innerhalb der deutschen Geisteswissenschaft gefunden worden sind. Und das Bestreben der Theosophical Society war, den Deutschen diese Tatsache möglichst zu verschleiern. Denn darauf geht das Angelsachsentum aus, die Wahrheit der mitteleuropäischen Entwickelung in bezug auf die Geisteswissenschaft überall auszulöschen und sich selbst an dessen Stelle zu setzen. Hier ist es das eminenteste Machtgelüste, das dem Okkultismus entspringt. Und es war eine einfache Notwendigkeit, daß jene Abschälung stattfand, die sich nun wirklich seit der — Jahrhundertwende vollzogen hat, daß wiederum zurückgeführt worden ist das, was ursprünglich deutsch war und was leider unsere Deutschen nur allzusehr mit Kußhand empfangen haben vom Engländertum, daß das wiederum hingestellt wurde in seiner ursprünglichen Reinheit. Eine Wahrheit ist festgestellt worden. Die mußte festgestellt werden. Daß diese Wahrheit festgestellt worden ist, das wird die englische Theosophische Gesellschaft unseren deutschen Bestrebungen, wie sie vom Anfange an waren, niemals verzeihen. Das läßt sich nur mit einem Nebel umhüllen durch Verleumdung.

[ 33 ] Aber sehr systematisch, sehr zielbewußt, gehen alle diejenigen vor, die innerhalb der okkultistischen Bestrebungen gerade Macht entfalten wollen. Deshalb ist es so notwendig, daß man diesen Bestrebungen gegenüber nicht schläft, sondern einige Klarheit entwickelt. Klarheit ist vor allen Dingen gerade den bedeutenden Erscheinungen gegenüber notwendig. Und Klarheit ist zum Beispiel ganz besonders notwendig gegenüber der für die Theosophical Society ja ausschlaggebenden Persönlichkeit von Helena Petrowna Blavatsky.

[ 34 ] Was der Klarheit auf diesem Gebiete zugrunde liegt, das läßt sich anknüpfen an zwei Tatsachen: Die erste Tatsache ist diese, daß Helena Petrowna Blavatsky eine Russin war, aus dem Russentum herausgewachsen ist. Die zweite Tatsache ist diese, daß sie hinterlassen hat in englischem Gewande eine Art Geheimwissenschaft, daß sie nach und nach vollständig, aber auf Umwegen verschiedener Art, hineingewachsen ist in das, was der angelsächsische Okkultismus anstrebt, zum Teil auf Umwegen, die bedingt waren durch die große Begabung dieser Frau. Helena Petrowna Blavatsky war eine, ich möchte sagen, in einem gewissen Sinne mediumistische Persönlichkeit, die in einer solchen Anpassungsfähigkeit auch der okkult-seelischen Eigenschaften eben nur aus dem russischen Volkstum heraus sich entwickeln konnte. Dasjenige, was der Russe sonst als allgemein menschliche Eigenschaften hat, hatte Helena Petrowna Blavatsky gerade mit Bezug auf okkulte Eigenschaften. Und daher kam es, daß sie in Westeuropa zuerst von dem französischen Okkultismus, dann von dem britischen Okkultismus einer gewissen Sorte geeignet befunden worden ist, gerade in ihre Seele hineinzugießen angelsächsisch-okkultes Wesen. Man glaubte der Welt etwas geben zu sollen, was gleichsam vorausgenommen darstellt angelsächsischen Okkultismus, sich offenbarend aus der russischen Seele heraus. An die Stelle desjenigen, was kommen soll und kommen muß, der Verbindung des mitteleuropäischen Wesens mit dem russischen Wesen, wurde bewußt, absichtlich gestellt die Durchdringung der russischen Natur — in Helena Petrowna Blavatsky als Repräsentantin des russischen Volkstums — mit angelsächsischem Machtokkultismus. Daran waren diejenigen Menschen nicht unbeteiligt, welche gewissermaßen die Fäden des Lebens, wie es sich außen nach dem physischen Plan entwickelt, in der Hand haben wollen. Um die arme Persönlichkeit der Helena Petrowna Blavatsky hat sich mancherlei Tragisches abgespielt, auf das ich heute nicht eingehen kann. Gerade wegen ihrer tiefgehenden und umfassenden Medialität, in die alles mögliche hineingegossen werden konnte, hat sich vieles, vieles abgespielt. Und es war ein langer Weg von dem Ausgangspunkt, wo zunächst versucht worden ist, Mitteleuropäisches direkt der armen Blavatsky zu übermitteln, was dann in einer allerdings kaleidoskopartigen, fast unbrauchbaren Weise in der «Entschleierten Isis» zutage getreten ist. Aber sehr bald kam sie, indem sich andere Persönlichkeiten ihrer bemächtigten, unter ganz andere Einflüsse, und an die Stelle desjenigen, der ihr Leiter war, und der sie zu mitteleuropäischem Wesen anleiten wollte, trat später, indem sie in der Maske des ursprünglichen Leiters auftrat, die sogenannte spätere Koot-Hoomi-Individualität, die aber nichts anderes war, nach der Aussage der wirklich wissenden Okkultisten, als ein Mensch, der im Solde des Russentums stand und in einer bewußten Weise zusammenschmieden wollte dasjenige, was hervorgehen konnte aus der seelischen Befähigung der Blavatsky und dem angelsächsischen Okkultismus. Man hat es direkt zu tun mit dem Zusammenstoßen, möchte ich sagen, einer ursprünglichen Individualität — manche nennen es Meister, man kann es nennen, wie man will — und einem späteren Wicht, einem Schwindler, der die Maske des ersten angenommen und von seiten Osteuropas aus die Aufgabe erhalten hatte, die ich eben angedeutet habe.

[ 35 ] Dann begann die Zeit, wo die Blavatsky sich verbinden sollte mit dem okkultistischen Franzosentum, wo sie rasch zu gewissen Zielen kommen wollte und deshalb einer Okkultistenloge in Paris solche Bedingungen stellte, die dann nicht erfüllt werden konnten, so daß sie bald wieder ausgeschlossen werden mußte, weil sie unter dem Einfluß der hinter ihr stehenden Individualitäten immer verquickte okkultistische Absichten mit politischen Machtimpulsen. Dann folgte die amerikanische Episode, die wiederum einen politischen Hintergrund hatte. Alle diese Dinge gingen darauf aus, vor Europa etwas hinzustellen, was Europa überzeugen sollte, daß aus der Verbindung des seelischen Russentums und des angelsächsischen okkultistischen Machtgelüstes eine Art neuer Weltenreligion für Europa hervorgehen könne. Das sollte vor Europa hingestellt werden. Und überrannt sollte werden dasjenige, was aus dem deutschen Wesen hervorgegangen ist.

[ 36 ] O meine lieben Freunde, ich erinnere mich wohl — und es könnte manchen unangenehm sein, wie deutlich solche Dinge vor meiner Seele stehen —, wie Mrs. Besant ihre allererste Versammlung innerhalb Deutschlands in Hamburg hielt, und wie ich sie innerhalb eines kleinen Kreises damals interpellierte, wie sie über die Entwickelung des Okkultismus im 19. Jahrhundert denke, und wie sie damals in Hamburg die Antwort gab: An der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert hat sich in Deutschland so etwas geltend gemacht wie ein okkultes Streben, aber die Deutschen sind steckengeblieben in reinen Abstraktionen, und es hat sich gezeigt, daß die große — wie sie sich ausdrückte, sie drückte sich ja immer groß aus —, daß die große Welle des spirituellen Lebens dem britischen Volke zuerteilt war. — Selbstverständlich sagte sie das englisch; aber es war im Englischen noch größer!

[ 37 ] Für Blavatsky kam dann die Zeit, wo es notwendig wurde, daß alle diejenigen, die es mit der Geisteswissenschaft ernst meinten und die sich nicht einlassen konnten auf angelsächsische Machtgelüste, etwas taten. Und dadurch wurde das herbeigeführt, was man später in okkulten Kreisen genannt hat die «okkulte Gefangenschaft» der Blavatsky. Man konnte es auf keine andere Weise bewirken. Und der Beschluß, die okkulte Gefangenschaft, wie man sagt, über die Blavatsky zu verhängen, wurde durch eine Versammlung ehrlicher Okkultisten, wenigstens zum größten Teil ehrlicher Okkultisten, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gefaßt.

[ 38 ] Die okkulte Gefangenschaft besteht darin, daß man — durch gewisse Vorgänge ist das möglich — das Streben eines Menschen wie einschließt in einer Sphäre, aus der er nicht hinaussehen kann, so daß sein Streben zurückgeworfen wird und er gewisse Schäden, die er anrichten würde, nicht anrichten kann.

[ 39 ] Der Vorgang, den ich jetzt erzähle, dieses Verhängen der okkulten Gefangenschaft, ist nicht einwandfrei; aber, wie gesagt, die Leute konnten sich auf eine andere Weise nicht helfen. Blavatsky war eine starke psychische Persönlichkeit und konnte stark wirken. Daher hat sie auch jene auf der einen Seite überwältigende, auf der anderen Seite übertölpelnde Kraft in ihren Schriften.

[ 40 ] Dann stellte sich ja das ein, was man so schildern kann, daß gewisse indische Okkultisten, die sich auf diese Weise ein wenig rächen wollten wegen der englischen Umklammerung, sich der Persönlichkeit der Blavatsky bemächtigten, und dadurch kam dann der indische Einschlag hinein. Ich habe an anderen Orten das genauer auseinandergesetzt, hier will ich das nur andeuten.

[ 41 ] Da kam dann also der indische Einschlag, und dadurch entstand jene bedenkliche okkulte Wissenschaft, die in der Theosophical Society lange Zeit gepflegt worden ist und von der gereinigt werden mußte dasjenige, was in Mitteleuropa als Geisteswissenschaft auftreten sollte. Denn dasjenige, was in Mitteleuropa als Geisteswissenschaft auftreten soll, das muß in dem Sinne, wie ich es angedeutet habe, grund-, grundehrlich sein, das heißt, die Wahrheit als solche anstreben und überzeugt davon sein, daß die Wahrheit, indem sie hinfließt durch unsere Seelen und durch die Entwickelung der Menschheit, das rechte innerhalb von Völkern und auch innerhalb des Daseins der Menschen, der sozialen Ordnung der Menschen, bewirken werde: reines, ehrliches Wahrheitssuchen! Und dieses reine, ehrliche Wahrheitssuchen ist ja zunächst noch unsere Hauptaufgabe.

[ 42 ] Ich wollte, man verstünde das gerade innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung hier genauer, dann würde man mir auch gewisse Nebenbedingungen, die ich schon einmal stellen muß, vergeben, würde sehen, daß diese Bedingungen genauer genommen werden müssen. Wie oft ermahne ich unsere Freunde, man soll, damit rein bleiben kann dasjenige, was als Geisteswissenschaft der Welt zu bringen ist, damit das von keiner Seite eine Anpassung erfahren kann, mir nicht kommen mit allerlei anderen Dingen, die man so leicht verquickt mit geisteswissenschaftlichen Bestrebungen. Selbstverständlich, man tut alles ganz gern, was Menschenwollen erfordern kann, und in freundschaftlicher Weise kann ja manches geschehen, aber jedenfalls muß zum Beispiel einmal begriffen werden, warum ich immer wieder und wiederum ermahne: Man soll nicht glauben, daß ich auch nur im entferntesten — ebensowenig wie in andere, nicht direkt geisteswissenschaftliche Gebiete — mich in die Arzneikunde hineinmische. Es wäre schon notwendig, daß sich unsere Mitglieder angewöhnten, das ernst zu nehmen, daß ich sage, im wesentlichen dürfte man mir eigentlich nicht mit ärztlichen Dingen kommen. Es ist wesentlich, daß man diese Dinge versteht, weil es wenigstens für heute noch notwendig ist, das geisteswissenschaftliche Bestreben, soweit ich es zu vertreten habe, fernzuhalten von den anderen Dingen. Es sind genug ärztliche Persönlichkeiten innerhalb unserer Bewegung, denen sich unsere Mitglieder anvertrauen können. Da ich das immer wieder und wieder betone, so sollte man wenigstens im Prinzip das wirklich ernst nehmen, wenn ich sage: Ich will mich in keiner Weise irgendwie aufs Kurieren einlassen; denn dadurch wird die Welt dasjenige, was zunächst die geisteswissenschaftliche Bewegung durch mich tun soll, nur verkennen, und das soll nicht verkannt werden.

[ 43 ] Wie wenig im Grunde genommen im Angelsachsentum richtiges Verständnis für das reine, objektive Wahrheitsstreben war, das konnten diejenigen wissen, die einmal einen merkwürdigen Vortrag von Mrs. Besant über «Theosophie und Imperialismus» gehört haben. Da konnte man durch diesen Vortrag durchfühlen vieles von dem, was ich heute aus den Tatsachen heraus sagen mußte: Niemals dürfte verquickt werden mit irgendwelchen Machtgelüsten, mit irgendwelcher unmittelbar politischen Bestrebung dasjenige, was Geisteswissenschaft ist, obwohl selbstverständlich derjenige, der ein guter Geisteswissenschafter ist, der beste Politiker sein kann. Aber darauf kommt es nicht an, sondern es darf Geisteswissenschaft nicht so werden, wie es im Angelsachsentum der Okkultismus ist, den ich zu charakterisieren versuchte; es darf Geisteswissenschaft nicht so etwas werden, was gerade durch die Blavatsky, und dann in vieler Beziehung auch durch Mrs. Besant angestrebt worden ist, durch Mrs. Besant nur mit weniger Talent und mit weniger Begabung als durch Helena Petrowna Blavatsky. Das Bestreben war ja doch von seiten des Angelsachsentums, in blendender Weise durch die Seelenerfahrungen einer solchen Persönlichkeit, wie die Blavatsky es war, eine Art okkultistischer Religion zu begründen, die das Angelsachsentum mit Überrennung des Deutschtums unmittelbar hineinträgt in das Russentum. In den Schulen, in denen jetzt nicht auf Blavatskys Weise, sondern überhaupt in der Weise des angelsächsischen Okkultismus die Dinge gelehrt werden, die ich ja auch schon angedeutet habe, wurde immer wieder und wieder von diesem Kriege, in dem wir jetzt drinnenstehen, als einem notwendigen gesprochen. Und immer wieder und wiederum wird in solchen Schulen sehr suggestiv von dem Ausgang dieses Krieges so gesprochen, daß man sagt: Das und das muß geschehen durch diesen Krieg. — Man sagt es nicht aus einer Prophetie heraus zunächst, sondern weil man es will, weil man möglichst Einfluß gewinnen will, weil man möglichst die Menschen präparieren will durch alle Kanäle, die gerade sich erreichen lassen. Denn wenn man den Menschen allerlei Okkultismus in Masken beibringt, will man die Menschen präparieren nach einer gewissen Richtung hin. Darum muß ich fragen — ich muß diese Dinge besprechen, weil sie schon öffentlich besprochen werden, und weil derjenige, der Geisteswissenschaft so zu vertreten hat wie ich, begreiflich machen muß, wie er zu diesen Dingen steht —: Warum ist denn eine okkultistische und den Okkultisten bekannte Persönlichkeit von Paris, unmittelbar nachdem der Krieg zwischen Deutschland, Rußland, England und Frankreich ausgebrochen war, immer wieder und noch im Oktober 1914 nach Rom gereist? Warum spielte sie in Rom eine Rolle, die später auf die Verhältnisse von Italien einen Einfluß hatte, eine ähnliche Rolle, wie sie gewisse Leute spielten, die angehörten dem «Grand Orient de France» oder in Verbindung stehen mit Freimaurern des Angelsachsentums, die einen tiefgehenden Einfluß hatten auf die ganze Gestaltung der gegenwärtigen Ereignisse, viel mehr als man glaubt?

[ 44 ] Aber noch anderes muß ich fragen: Warum steht denn in dem Jahrbuch, das dieselbe Persönlichkeit, die von gewissen Strömungen des Okkultismus gebraucht wird, man könnte auch sagen, mißbraucht wird für allerlei Zeug — wie gesagt, weil das schon in der Welt besprochen wird, so muß ich zeigen, auf welcher Seite ich in diesen Dingen stehe —, warum steht in dem Jahrbuch von 1913, das diese Persönlichkeit herausgab und das eigentlich schon 1912 erschienen ist: Derjenige, der glaubt Österreich zu regieren, wird nicht regieren, aber ein anderer, jüngerer wird regieren, der jetzt noch nicht zum Regieren bestimmt ist? — Warum steht das 1913 in einem Jahrbuch eines Mediums, das in einer gewissen okkulten Strömung drinnensteht? Warum ist 1914 dasselbe in dem Jahrbuch wiederholt — also bevor das Jahr 1914 kam, für 1914, aber schon 1913 erschienen: Die Tragik des Habsburger Hauses wird sich schneller, als man meint, erfüllen. — Warum steht das in diesen Jahrbüchern? Und noch mehr: Warum steht in einem Pariser Blatt, das man in deutscher Sprache «Paris-Mittag» nennen könnte, 1913 schon der Wunsch ausgedrückt, daß der österreichische 'Thronfolger Franz Ferdinand ermordet werden müsse? Es entspricht dieses Blatt ungefähr dem, was in Berlin «B. Z. am Mittag» ist: «Paris midi» ist das, viel gelesen. Warum steht in dem Almanach auf der einen Seite dasjenige, was ich angeführt habe: Derjenige,: der glaubt zu regieren, wird nicht regieren, aber’ ein jüngerer wird:regieren, und auf der anderen Seite geradezu der Wunsch, daß dieser Erzherzog ermordet wird? Warum steht in diesem selben Blatt, als gerade die Debatte über die drei Jahre Dienstzeit in Frankreich stattfand, mit zynischen Worten: Wenn es einmal in Frankreich zum Mobilisieren kommen sollte, so wird der erste, der ermordet werden wird, Jaures sein? — Halten Sie das, meine lieben Freunde, für Prophetie? Ich möchte Ihnen eben zeigen, daß ich nicht auf seiten derjenigen stehe, die das für Prophetie halten, sondern daß das alles hinweist auf tiefgehende, schauderhafte Untergründe im Mißbrauch des scharlatanhaften, aber geradezu menschheitsgefährdenden Okkultismus.

[ 45 ] Ich wollte Ihnen heute etwas vielleicht nicht Erhebendes sagen, aber etwas um so Ernsteres. Ich wollte Ihre Seele fragen, ob der Mensch nicht wirklich recht klaren Blick sich aneignen müsse, wenn er gerade in einer okkultistischen Strömung drinnenstehen will, und ob es da nicht schlimm stehen könnte, wenn man die wichtigsten Dinge verschlafen wollte. Meine lieben Freunde, wer auch die Verbindung der Theosophical Society — wie sie nach und nach immer mehr geworden ist — mit solchen Dingen studieren will, der braucht nur auf die Tätigkeit solcher Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Mrs. Catherine Tingley, einmal ein scharfes Auge zu werfen. Und auch das ist lehrreich, daß, als aus einer gewissermaßen noch mehr christlichen Anschauung, sogar auf einem stark medialen Wege etwas eingeführt werden sollte in dasjenige, was allein angelsächsisch sein sollte, in dem Büchelchen «Licht auf den Weg» von Mabel Collins, daß da die Verleumdung losging. Denn das meiste, was gegen das Medium vorgebracht wurde, durch welches «Licht auf den Weg» der Menschheit gegeben worden ist, ist Verleumdung.

[ 46 ] Mit etwas Ernst wollte ich heute zu Ihnen sprechen, damit aus diesem Ernst heraus recht viele unter uns einen Begriff davon bekommen, wie notwendig es ist, sich. bewußt zu werden der mitteleuropäischen Sendung in bezug auf Geisteswissenschaft, und daß unbedingt notwendig ist, daß diese mitteleuropäische Sendung Weltensendung werde. Diese mitteleuropäische Sendung muß vor allen Dingen reines, ehrliches Wahrheitsstreben sein. Aber dieses reine, ehrliche Wahrheitsstreben wurde in einer sonderbaren Weise aufgefaßt, und die Entstellungen gegenüber der Wahrheit wurden auch in einer sonderbaren Weise aufgefaßt. Sie wissen, daß die Beziehungen zwischen der deutschen geistigen Bewegung, der wir angehören, und der Theosophical Society lange vor dem Krieg gelöst worden sind. Das alles, was ich andeutete, wurde in einer sonderbaren Weise aufgefaßt. Bedenken Sie nur, daß zum Beispiel Mrs. Besant es zustande gebracht hat, zu sagen, daß ich angestrebt hätte, Präsident der Theosophical Society in Indien zu werden, um sie von diesem Präsidentenstuhl zu verdrängen, und um von dort aus pangermanische Strömungen auf dem Umwege durch Indien in englandfeindlicher Weise zugunsten des Deutschen Reiches wirksam zu machen! Das werden Sie wirklich glauben, daß das nicht wahr ist, daß das eine objektive Unwahrheit ist!

[ 47 ] Dem steht folgendes gegenüber: 1909 war es, da begründete sich gegen die Schreckenshertschaft des Herrn Leadbeater, und später auch gegen den Humbug des Alcyone eine Gesellschaft, die international alle Länder der Erde umfassen und gewissermaßen ein Gegengewicht gegen die von Mrs. Besant Irregeführten sein sollte. Und dazumal wurde ich von Indien her aufgefordert, Vorsitzender, Präsident dieser internationalen Gesellschaft zu werden, und ich habe nicht nur abgelehnt, sondern 1909 in Budapest vor Zeugen Mrs. Besant erzählt, daß ich niemals innerhalb der geistigen Bewegung der neueren Zeit etwas anderes sein will als derjenige, der innerhalb des deutschen Volkswesens diese Bewegung leite. Das sagte ich vor Zeugen 1909 in Budapest Mrs. Besant. Nun nimmt sie es mit der Wahrheit so, daß sie jetzt in ihrer englischen Zeitschrift schreibt, ich hätte angestrebt, nach Indien zu gehen und so weiter, um sie von dort aus zu verdrängen! Da kann man nicht mehr sprechen von objektiver Unwahrheit, da handelt es sich selbstverständlich um bewußte Lüge. Aber es ist schon notwendig, daß mit solchen Mitteln gearbeitet wird, wo das auf dem Spiele steht, daß man gegen den Gang der Wahrheit selber zu kämpfen hat; und das hat im Grunde genommen der angelsächsische Okkultismus. Denn die Wahrheit ist diese: Grundverbunden ist mit mitteleuropäischem Wesen dasjenige, was als Geisteswissenschaft die Menschenkultur zu durchdringen hat. Das aber muß verschleiert, das muß verhüllt, das muß maskiert werden in irgendeiner Weise von England aus. Und immer mehr und mehr ist auch Mrs. Besant im 20. Jahrhundert zum Instrument dieser Verschleierung geworden.

[ 48 ] Notwendigkeit zum Nachdenken über dasjenige, was in unserer Bewegung fließen soll, ist hinreichend vorhanden. Die geistig-irdische Aufgabe ist wirklich da. Dazu haben wir ja keine Veranlassung, ohne zu prüfen, dem einen oder dem anderen blinde Gefolgschaft zu leisten. Das aber ist heute noch nicht gerade etwas, was sehr verlockend sein kann: nichts anderes zu wollen als ehrlich bloß die Entwickelung der Wahrheit. Sie wissen, wie von allen Seiten innerhalb und außerhalb unserer Gesellschaft die Angriffe und auch der Spott und der Hohn nur so hereinhageln. Aber zu alldem kommt ja noch etwas anderes: Zu dem kommt, daß immer mehr und mehr dies aus unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung auch draußen in diese oder jene Seele hineinfließt — wer einen Blick dafür hat, der fühlt es schon, was von unseren Büchern oder unseren öffentlichen Vorträgen so hineinfließt in die Seele der Menschen. Aber wenn diese Menschen, die zuweilen recht gern das vertreten, was sie so einfließen lassen, sich rückhaltlos bekennen sollten zu dem, was in so ernster Weise sich gerade als unsere Bewegung hineinstellen soll in den Geistesgang der Menschheit, dann treten eigentümliche Erscheinungen zutage. Es ist manchmal wirklich so, daß die Menschen zwar manche Wahrheit gern auffassen, die gerade auf unserem Boden erzeugt wird, daß sie aber jedes ehrliche, vollkräftige Stehen zu uns so auffassen, als ob sie sich zum Beispiel durch eine wirkliche Berührung mit mir selber die Finger verbrennen würden. Es ist eine sehr häufige Erscheinung, häufiger als man meint! Unter denjenigen, die es ehrlich nicht mit irgendeiner Persönlichkeit, sondern mit dem meinen, was eben ehrliches geisteswissenschaftliches Wahrheitsstreben ist, von denen ist schon vorauszusetzen, daß sie auch in unbedingter Weise sich dazu bekennen. Denn, meine lieben Freunde, der Ernst ist groß, der Ernst ist ungeheuer.

[ 49 ] Die Dinge, die ich gesagt habe, sollten nicht aus irgendeinem nationalen Gefühle heraus gesprochen sein. Ich habe Ihnen ja im Grunde genommen nur Tatsachen erzählt; sie sollten charakterisieren das, was als okkultistische Gegensätze in Europa vorhanden ist und was für den, der sehen will, vieles von den Gegensätzen des physischen Planes schon auch erklären kann.

[ 50 ] Und immer wieder möchte ich es betonen: Ernst brauchen wir, Ernst, um in einer ernsten Zeit die rechte Richtung zu finden, damit das werde, was ich auch schon hier betont habe, was in den Worten liegt:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.