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The Spiritual Background of World War I
GA 174b

12 March 1916, Stuttgart

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The Spiritual Background of World War I, tr. SOL
  1. Zeitgeschichtliche Betrachtungen Band I

Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] Ich möchte heute eine geisteswissenschaftlich-geschichtliche Betrachtung geben, die uns wichtig sein kann gerade mit Bezug auf die schwerwiegenden Ereignisse, innerhalb welcher wir stehen, innerhalb welcher die ganze europäische Menschheit steht, und am nächsten Mittwoch dann eine intimere Angelegenheit des geistigen Lebens des Menschen berühren. Wenn vielleicht manchem von uns dasjenige, was heute betrachtet werden soll, scheinbar ferne liegen könnte, so ist das doch nur scheinbar und sollte uns nicht fernliegen, denn gerade Geisteswissenschaft sollte unsere Seelen mit tiefster Aufmerksamkeit erfüllen für alles das, was beitragen kann zu dem Verständnisse unserer Zeit. Wie. gesagt, am Mittwoch werden wir dann wiederum zu einer rein menschlichen geisteswissenschaftlichen Angelegenheit kommen.

[ 1 ] Today I would like to offer a spiritual-historical reflection that may be important to us, particularly in light of the grave events we are currently facing—events that affect all of Europe—and next Wednesday I will then touch on a more intimate aspect of human spiritual life. If what we are to consider today might seem distant to some of us, this is only an illusion, and it should not be distant to us, for spiritual science, in particular, should fill our souls with the deepest attention to everything that can contribute to an understanding of our time. As I said, on Wednesday we will then return to a purely human, spiritual-scientific topic.

[ 2 ] Ausgehen möchte ich heute von einer Frage. Aber erschrecken Sie nicht, glauben Sie nicht, wenn ich diese Frage an die Spitze unserer Betrachtungen stelle, daß ich auch nur im allergeringsten alte Streitfragen unserer Bewegung irgendwie aufwerfen möchte. Es wird sich, wie Sie sehen werden, um etwas ganz, ganz anderes handeln, trotzdem ich einleitend von vielleicht zunächst leicht mißzuverstehenden Fragen ausgehen werde. Die Frage nämlich möchte ich aufwerfen: Warum verleumdet Mrs. Besant, gerade während dieser Zeit des Krieges, in ihren englischen Zeitschriften weiter unsere deutsche Bewegung? Warum hat sie gleich in den ersten Monaten des Krieges es für notwendig befunden, davon zu sprechen, daß unsere deutsche Bewegung nur die Absicht gehabt habe, eine Art Agentur zu sein für englandfeindliche politische Bestrebungen Deutschlands? Warum hat sie es für notwendig befunden, zu sagen, daß diese unsere deutsche Bewegung die Absicht gehabt habe, ihre eigene — Mrs. Besants — Absetzung als Präsidentin der Theosophischen Bewegung zu bewirken, um sich in Indien festzusetzen und von da aus eine Art von englandfeindlicher, pangermanistischer Bewegung gegen England zu organisieren? Warum setzt Mrs. Besant diese Verleumdungen, die sie gegen unsere deutsche Bewegung während der Zeit dieses Krieges in so häßlicher Weise anbringt, jetzt weiter fort und wird sie wahrscheinlich auch weiter fortsetzen?

[ 2 ] I would like to begin today with a question. But do not be alarmed; do not think, just because I am placing this question at the forefront of our discussion, that I intend in the slightest to raise old points of contention within our movement. As you will see, the subject at hand will be something entirely, entirely different, even though I will begin by addressing questions that may at first be easily misunderstood. Namely, I would like to raise the following question: Why does Mrs. Besant continue to slander our German movement in her English journals, especially during this time of war? Why did she deem it necessary, right in the first months of the war, to claim that our German movement had intended only to serve as a kind of agency for Germany’s anti-British political aspirations? Why did she feel it necessary to say that our German movement had intended to bring about her own—Mrs. Besant’s—removal as president of the Theosophical Movement, in order to establish herself in India and, from there, organize a kind of anti-British, pan-Germanist movement against England? Why does Mrs. Besant continue to make these slanderous accusations—which she has leveled so viciously against our German movement during this war—and why is she likely to continue doing so?

[ 3 ] Innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung ist uns nichts notwendiger, als einen klaren, einsichtsvollen Blick zu haben für dasjenige, was in der Welt vorgeht. Dasjenige, was so leicht gerade dem gefallen kann, der oftmals glaubt, so recht innerhalb unserer Bewegung zu stehen, eine gewisse — verzeihen Sie den harten Ausdruck — geistige Schlafsucht gegenüber den Vorgängen der Welt, das ist gerade innerhalb einer solchen geistigen Bewegung von großem, großem Nachteil. Der klarste Blick auch in bezug auf die Angelegenheiten des äußeren Daseins muß angestrebt werden. Denn nichts ist leichter, als daß sich an eine solche Bewegung anhängen alle möglichen scharlatanhaften, schwindelhaften Bestrebungen innerhalb der Menschheitsentwickelung. Und da ja in den Grenzen, die wir oftmals betont haben, in dem gewiß kleinen Häuflein derer, die hier gewisse Dinge verstehen wollen, schon einmal ein gewisses Vertrauen nötig ist, so liegt es auch nahe, daß, verführt von einer gewissen Vertrauensseligkeit, gerade Persönlichkeiten unserer Bewegung gewissermaßen umnebelt werden von denjenigen, die ihnen doch nichts Rechtes sagen wollen, sondern die nur in ihre Seele allerlei hineinpfropfen wollen, um auf dem Umwege der theosophischen oder sonstigen geistigen Gläubigkeit gewissermaßen eine geistige Leibgarde zu züchten für allerlei Bestrebungen, die im richtigen Sinne doch nicht wahrhaft geistige Bestrebungen der Menschheit sind.

[ 3 ] Within our humanities movement, nothing is more essential to us than having a clear, discerning view of what is happening in the world. That which can so easily appeal to those who often believe they stand firmly within our movement—a certain—forgive the harsh expression—spiritual lethargy toward the events of the world—is, precisely within such a spiritual movement, a great, great disadvantage. We must strive for the clearest possible perspective, even with regard to the affairs of external existence. For nothing is easier than for all manner of charlatanish, deceptive endeavors within the course of human development to latch onto such a movement. And since, within the limits we have often emphasized—among the certainly small group of those who wish to understand certain things here—a certain degree of trust is already necessary, it stands to reason that, seduced by a certain credulity, it is precisely the leading figures of our movement who are, so to speak, clouded by those who do not really wish to tell them the truth, but who merely want to implant all sorts of things into their souls in order to cultivate, through the detour of theosophical or other spiritual beliefs, a sort of spiritual bodyguard for all manner of endeavors that, in the true sense, are not genuinely spiritual endeavors of humanity.

[ 4 ] Wir haben öfter darauf aufmerksam gemacht, welche Stellung das russische Volk hat innerhalb der Entwickelung der fünften nachatlantischen Kulturzeit, und ich will, da ich gerade in diesem Zweige hier in Stuttgart das Diesbezügliche oftmals auch schon während dieser Kriegszeit erörtert habe, auf das, was Sie ja in einzelnen Zyklen lesen können, heute nicht zurückkommen. Vielmehr möchte ich aber darauf aufmerksam machen, daß es gewisse Grundeigentümlichkeiten des russischen Volkes gibt, welches dieses russische Volk ganz besonders geeignet erscheinen lassen, gerade in der oftmals charakterisierten Weise sich in den Entwickelungsgang der fünften nachatlantischen oder auch sechsten nachatlantischen Kulturentwickelung hineinzustellen.

[ 4 ] We have often drawn attention to the role of the Russian people within the development of the fifth post-Atlantean cultural epoch, and since I have already discussed this topic frequently—even during the war—right here in Stuttgart in this very context, I do not wish to revisit it today, as you can read about it in the individual cycles. Rather, I would like to point out that there are certain fundamental characteristics of the Russian people that make them seem particularly well-suited to engaging with the course of development of the fifth post-Atlantean—or even the sixth post-Atlantean—cultural epoch in precisely the manner that has often been described.

[ 5 ] Da haben wir zuerst eine Eigenschaft des russischen Volkes, welche man nennen könnte eine ganz besonders weitgehende Anpassungsfähigkeit der Seele an Geistiges, das dem russischen Menschen in irgendeiner Weise entgegentritt, eine gewisse Anpassungsfähigkeit der Seele. Es ist so, daß der russische Mensch weniger produktiv, weniger schöpferisch in der eigenen Seele ist als der mitteleuropäische oder westeuropäische Mensch, daß er gewissermaßen darauf angewiesen ist, entgegenzunehmen und das Entgegengenommene zwar intensiv zu durchleben, aber es nicht aus Eigenem heraus selbständig weiter zu gestalten. So können Sie ja sehen, wie der russische Mensch die byzantinische Religion entgegengenommen und auf dem Standpunkt gelassen hat, auf dem sie war, als er sie entgegengenommen hat. Und heute kann man noch immer aus den Zeremonien der russischen Kirche ersehen, wie altorientalisches Wesen durch diese Zeremonien hindurchleuchtet. Man kann, ich möchte sagen, durch die Form der russischen Kirche auf uralt heiliges Orientalisches schauen und dieses uralt heilige Orientalische empfinden.

[ 5 ] First, there is a characteristic of the Russian people that one might call a particularly far-reaching adaptability of the soul to intellectual matters that confront the Russian person in any way—a certain adaptability of the soul. The fact is that the Russian person is less productive, less creative within their own soul than the Central European or Western European person; they are, so to speak, dependent on receiving and, while intensely experiencing what they have received, are unable to independently shape it further on their own. Thus you can see how the Russian people accepted the Byzantine religion and left it at the stage it was in when they received it. And even today, one can still see in the ceremonies of the Russian Church how an ancient Eastern essence shines through these ceremonies. One can, I would say, glimpse an ancient, sacred Eastern essence through the form of the Russian Church and sense this ancient, sacred Eastern essence.

[ 6 ] Vergleichen Sie damit dasjenige, was im Abendlande aufgetreten ist, wo in einer ja, wie Sie wissen, vielfach angefochtenen Dogmenentwickelung und Zeremonienentwickelung ein fortwährendes Umgestalten, Umwandeln, also ein schöpferisches Eingreifen in das stattgefunden hat, was einstmals jene Gemeinschaft übernommen hat, die dann zur römisch-katholischen Kirche, zum Protestantismus und so weiter geworden ist. Diese Anpassungsfähigkeit, diese Aufnahmefähigkeit, das ist gewissermaßen die erste Grundeigenschaft des russischen Volkstums.

[ 6 ] Compare this with what has occurred in the West, where—as as you know, the development of dogma and ceremony—which has been contested in many ways—has involved a continuous reshaping and transformation, that is, a creative intervention in what was once adopted by that community, which then became the Roman Catholic Church, Protestantism, and so on. This adaptability, this receptivity—that is, in a sense, the primary characteristic of the Russian national character.

[ 7 ] Eine zweite Grundeigenschaft ist eine gewisse Abneigung des russischen Menschen gegen das, was wir die Durchdringung des Lebens mit Intellektualität nennen. Der russische Mensch liebt es nicht, eingespannt zu sein im sozialen Leben in viele genau umschriebene Gesetze. Er verlangt gewissermaßen eine Art willkürlichen Dahinlebens des Ich. Daß der Verstand ein Netz von Gesetzlichkeit ausspannt und daß sich dann der einzelne streng an solche Verstandesformen im sozialen Leben hält, das will der russische Mensch, praktisch wenigstens, nicht begreifen, wenn er auch theoretisch zuweilen darauf eingeht, Er frägt mehr nach dem, was das Ich aus der Eingebung des Augenblicks heraus gerade will.

[ 7 ] A second fundamental characteristic is a certain aversion on the part of the Russian people to what we call the permeation of life with intellectuality. The Russian people do not like to be bound by many precisely defined rules in social life. They demand, so to speak, a kind of arbitrary drifting of the self. The Russian person—at least in practice—cannot bring himself to accept that reason weaves a web of laws and that the individual must then strictly adhere to such rational forms in social life, even if he occasionally acknowledges this in theory. He is more concerned with what the self wants at that very moment, based on the inspiration of the moment.

[ 8 ] Ein drittes im Charakter des russischen Menschen ist — Herder insbesondere hat in gründlicher Weise darauf hingewiesen; die Slawophilen haben dann diese Herdersche Anschauung, also eine deutsche Anschauung, aufgenommen und bis zu einer Art von Größenwahn entwickelt —, daß der russische Mensch bewahrt hat dasjenige, was man überhaupt im ganzen orientalischen Wesen findet, eine gewisse Friedfertigkeit. So sonderbar es klingt, es ist schon im Wesen des russischen Menschen, denn der russische Mensch hat diesen Krieg nicht als solcher gemacht: den haben seine Machthaber angezettelt. Er hat eine gewisse Friedfertigkeit. Er hat den tiefen Glauben, daß durch die Art und Weise, wie sich die westeuropäische Religion entwickelt, Streit und Zank entwickelt wird. Es liegt nicht im Charakter des orientalischen Menschen, wegen religiösen Dogmen seine Mitmenschen zu bekriegen. Das ist sogar etwas — sonderbar ist es ja, aber wahr ist es doch —, was jetzt den Leuten so unendlich stark auffällt bei den Türken, die ja auch dieses Orientalische haben, daß sie nicht aggressiv werden in bezug auf das religiöse Leben selber.

[ 8 ] A third aspect of the Russian character is—Herder in particular pointed this out in great detail; the Slavophiles then adopted this Herderian view, that is, a German view, and developed it into a kind of megalomania—that the Russian people have preserved what is found throughout the entire Eastern world: a certain peacefulness. As strange as it may sound, it is inherent in the nature of the Russian people, for the Russian people did not wage this war as such: it was instigated by their rulers. They possess a certain peacefulness. They hold a deep conviction that the way Western European religion has developed fosters strife and discord. It is not in the character of the Eastern person to wage war against his fellow human beings because of religious dogmas. This is even something—strange as it may be, but true nonetheless—that people now notice so strikingly in the Turks, who also possess this Eastern quality, namely that they do not become aggressive with regard to religious life itself.

[ 9 ] Wie gesagt, das liegt in dem Glauben, im Bewußtsein des russischen Menschen. Diese drei Eigenschaften sind auf der anderen Seite ganz besonders geeignet, mißbraucht zu werden von denjenigen, die sie eben mißbrauchen wollen. Man kann eine Anpassungsfähigkeit, wie sie der russische Mensch hat, sehr leicht, so wie die Slawophilen das getan haben und jetzt wiederum die Panslawisten es in reichem Maße tun, dazu verwenden, dem russischen Volke einzureden, daß es berufen sei, die abgelebte, greisenhafte, dem Tod doch verfallende europäische Kultur abzulösen und das russische Leben an deren Stelle zu setzen.

[ 9 ] As I said, this is rooted in the faith and consciousness of the Russian people. On the other hand, these three characteristics are particularly susceptible to being exploited by those who seek to do so. One can very easily exploit the adaptability of the Russian people—as the Slavophiles did and as the Pan-Slavists are now doing to a great extent—to convince the Russian people that they are called upon to replace the outdated, senile, and ultimately moribund European culture with Russian life in its place.

[ 10 ] Man kann wiederum, wenn man mißbraucht die zweite Eigenschaft, die ich angeführt habe, dem russischen Menschen einreden, daß die ganze west- und mitteleuropäische Kultur greisenhaft geworden sei wegen ihrer besonderen Vorliebe zum Intellektualismus, zu einer gewissen Verstandesmäßigkeit, daß diese westeuropäische Kultur bar sei jedes wirklich wahren mystischen Zuges.

[ 10 ] On the other hand, if one misuses the second characteristic I mentioned, one can convince the Russian people that the entire culture of Western and Central Europe has grown senile due to its particular penchant for intellectualism, for a certain rationalism, and that this Western European culture is devoid of any truly authentic mystical trait.

[ 11 ] Und man kann drittens, wenn man mißbrauchen will die dritte Eigenschaft des russischen Volkes, die angeführt worden ist, gerade die friedlichste Eigenschaft verkehren dahin, daß man die sonst friedliche Masse organisiert und zum blutigsten Kampfe aufruft. Denn wirklich, die Gegensätze berühren sich in der Welt, und insbesondere solche Gegensätze, von denen hier die Rede ist. Dasjenige aber, was das russische. Volk zu bedeuten hat im Entwickelungsgange der europäischen Kultur, das hängt nicht zusammen mit dem, was jetzt russische Machthaber aus diesem russischen Volke machen, sondern das hängt zusammen mit den genannten drei Eigenschaften.

[ 11 ] And thirdly, if one wishes to exploit the third characteristic of the Russian people that has been mentioned—precisely their most peaceful trait—one can turn it on its head by organizing the otherwise peaceful masses and calling them to the bloodiest of battles. For indeed, opposites clash in the world, and especially those opposites of which we are speaking here. But the role that the Russian people are meant to play in the course of European cultural development has nothing to do with what Russian rulers are currently making of this Russian people; rather, it is connected to the three characteristics mentioned.

[ 12 ] . Und diese genannten drei Eigenschaften bestimmen daher das russische Wesen, eine gewisse Verbindung einzugehen mit dem mitteleuropäischen, westeuropäischen Wesen. Weil das russische Volkswesen anpassungsfähig ist, ist es zunächst berufen, dasjenige, wovon wir oft gesprochen haben, was es zu leisten hat im sechsten nachatlantischen Kulturzeitraum, zunächst nicht durch Schöpferisches, sondern durch sein. Erleben zu leisten, indem es aufnimmt das, was ihm vom Westen kommt. Eine Art von geistiger Ehe habe ich es oftmals genannt, Jahre, ja ich darf sagen, Jahrzehnte vor dem Ausbruch dieses Krieges, eine Art Ehe, die notwendig ist zwischen dem mitteleuropäischen Wesen und zwischen dem russischen Wesen in bezug auf die seelische Entwickelung.

[ 12 ] . And these three characteristics therefore determine the Russian nature’s capacity to form a certain connection with the Central European and Western European natures. Because the Russian national character is adaptable, it is first and foremost called upon to accomplish what we have often spoken of—what it must achieve in the sixth post-Atlantean cultural epoch—not initially through creativity, but through its By absorbing what comes to it from the West. I have often called this a kind of spiritual marriage—years, indeed, I may say, decades before the outbreak of this war—a kind of marriage that is necessary between the Central European essence and the Russian essence with regard to spiritual development.

[ 13 ] Dadurch, daß das russische Volk eine gewisse Abneigung gegen den Intellektualismus hat, werden gewisse soziale Einrichtungen geschaffen werden können mit dem russischen Volke, die nur möglich sein werden, wenn die eben angedeutete Ehe wirklich stattfindet.

[ 13 ] Because the Russian people have a certain aversion to intellectualism, it will be possible to establish certain social institutions with the Russian people that will only be feasible if the union just mentioned actually takes place.

[ 14 ] Und in einer ähnlichen Weise wird sich das russische Volkswesen zu verhalten haben gegen das, was innerhalb Mitteleuropas überhaupt gegeben werden kann. Morgen werden wir im öffentlichen Vortrag wiederum von solchen Dingen zu sprechen haben, die aus dem mitteleuropäischen Wesen zu folgen haben, und die als etwas Großes, Gewaltiges, Unvergängliches einverleibt werden müssen dem ganzen Entwickelungsgange der Menschheit. Aber das russische Volk wird annehmen müssen dasjenige, was vom mitteleuropäischen Wesen geleistet wird. Selbstschöpferisch ist es zunächst nicht innerhalb dieser nachatlantischen Zeit.

[ 14 ] And in a similar way, the Russian people will have to respond to whatever may arise within Central Europe. Tomorrow, in our public lecture, we will once again speak of those things that must flow from the Central European essence and that must be incorporated—as something great, mighty, and imperishable—into the entire course of human development. But the Russian people will have to accept what is brought forth by the Central European essence. It is not, for the time being, self-creative within this post-Atlantean era.

[ 15 ] Nun aber besteht demgegenüber, was man so als das Wesen des russischen Volkstums charakterisieren ‚kann, .das mitteleuropäische Volkstum und das westeuropäische Volkstum, jenes westeuropäische Volkstum, das nach der Regierung der Königin Elisabeth von England im wesentlichen ja ein britisches Volkstum, ein angelsächsisches Volkstum geworden ist. Und unter den mancherlei Ergebnissen dieser gegenwärtigen bedeutsamen Ereignisse, die selbstverständlich irgendwie auszumalen nicht mein Beruf sein kann, wird aber ganz gewiß dieses sein, daß die anderen westeuropäischen Staaten, ganz gleich wie auch der Ausgang dieser Ereignisse sein wird, allmählich Vasallen, abhängige Völker Englands werden. Insbesondere werden die Franzosen die bittersten Enttäuschungen zu erleben haben. Aber: das sind nicht die Dinge, auf die es eigentlich ankommt, sondern das, worauf es uns heute ankommt, ist, hervorzuheben den großen Gegensatz, der besteht zwischen mitteleuropäischem Wesen und westeuropäischem, namentlich britannischem Wesen, angelsächsischem Wesen.

[ 15 ] Now, however, in contrast to what one might characterize as the essence of Russian national character, there is Central European national character and Western European national character—that Western European national character which, following the reign of Queen Elizabeth of England, has essentially become a British national character, an Anglo-Saxon national character. And among the various consequences of these current significant events—which, of course, it is not my place to elaborate on in any detail—one thing is certain: regardless of how these events turn out, the other Western European states will gradually become vassals, dependent peoples of England. The French, in particular, will have to endure the most bitter disappointments. But: these are not the things that really matter; rather, what matters to us today is to emphasize the great contrast that exists between the Central European character and the Western European—namely, the British and Anglo-Saxon—character.

[ 16 ] Es hat vielleicht niemals — wenn es auch heute nicht bemerkt wird von denjenigen, die nicht denken wollen, die namentlich nicht beobachten wollen —, einen größeren Gegensatz gegeben in der :weltgeschichtlichen Entwickelung als diesen Gegensatz zwischen mitteleuropäischem und angelsächsischem Wesen. Nicht als ob der einzelne, die einzelne Persönlichkeit sich nicht darüber erheben könnte. Davon kann nicht die Rede sein; vom Volkstum ist die Rede. Gewiß, es ist niemals die Rede, wenn solche Dinge charakterisiert werden, von dem einzelnen Engländer, der sich selbstverständlich erheben kann über dasjenige, was dabei zu charakterisieren ist. Man braucht ja auch nicht gleich zu denken, daß man irgendwie in die Fehler unserer kriegerischen Gegner verfallen und das englische Wesen, weil es ein anderes ist, nun durchaus beschimpfen müsse, sondern darum muß es sich handeln, in scharfer Weise den Gegensatz zu charakterisieren. Freilich wäre vieles notwendig, wenn ich versuchen würde, Ihnen alle möglichen Bausteine zusammenzutragen, die eigentlich nötig wären, um den angedeuteten Gegensatz voll zu verstehen. Aber es kann uns dieser Gegensatz klar werden von dem Gesichtspunkte aus: wenn wir einmal auf der einen Seite das mitteleuropäische Wesen, in dessen Mittelpunkt eben das deutsche Wesen steht, im Verhältnis zum russischen Wesen des Ostens betrachten, und auf der anderen Seite das britannische, französische Wesen in seinem Verhältnisse zum russischen Osten betrachten. Da ist eben einer der größten Gegensätze in der Menschheitsentwickelung vorhanden. Ich muß Sie allerdings auf manches dabei heute nur hinweisen, was ich hier gerade im morgigen öffentlichen Vortrage auszuführen habe. Aber ich möchte, daß das kleine Häuflein derer, die der geisteswissenschaftlichen Bewegung angehören, solches, wie das, was morgen genauer gesagt werden wird, eben tiefer verstehen, als es zunächst verstanden werden kann, wenn man nicht tiefer in die Geisteswissenschaft eindringt.

[ 16 ] There has perhaps never been—even if it goes unnoticed today by those who do not wish to think, and especially by those who do not wish to observe—a greater contrast in the course of world history than this contrast between the Central European and Anglo-Saxon natures. Not that the individual, the individual personality, could not rise above it. That is not the issue; the issue is national character. Certainly, when such things are characterized, the discussion is never about the individual Englishman, who can, of course, rise above what is being characterized here. Nor should one immediately assume that one must somehow fall into the errors of our wartime adversaries and, simply because the English character is different, feel compelled to denigrate it; rather, the aim must be to sharply characterize the contrast. Admittedly, much would be required if I were to attempt to gather for you all the possible building blocks that would actually be necessary to fully understand the contrast I have indicated. But this contrast can become clear to us from the following perspective: if we consider, on the one hand, the Central European nature—at the center of which stands the German nature—in relation to the Russian nature of the East, and, on the other hand, the British and French nature in its relationship to the Russian East. Therein lies one of the greatest contrasts in human development. I must, however, merely point out a few things to you today that I will be elaborating on in tomorrow’s public lecture. But I would like the small group of those who belong to the spiritual science movement to understand such matters—as will be explained in greater detail tomorrow—more deeply than is initially possible without delving more deeply into spiritual science.

[ 17 ] Sehen Sie, dieses mitteleuropäische Wesen ist ein solches, das in ganz anderer Art national ist als irgendein anderes Volkstum in der ganzen Menschheitsentwickelung. Nehmen Sie alle westeuropäischen Völker: Sie sind gewissermaßen national aus dem Blute heraus. Der Deutsche ist national aus der Seele heraus. Der Deutsche ist national, indem er sich unablässig bestrebt, gewisse Inhalte des Seelenlebens aus dem allgemeinen Seelenleben herauszuheben und in die eigene Seele hinein zu verpflanzen. Daher erleben wir innerhalb des deutschen Wesens etwas so Großes, wie die Goetheschen Kunstwerke, die Herdersche Geschichtsbetrachtung oder die Weltanschauungsbestrebungen Hegels, Schellings, Fichtes sind.

[ 17 ] You see, this Central European character is one that is national in a completely different way than any other people throughout the entire course of human development. Take all the Western European peoples: they are, so to speak, national by blood. The German is national by soul. The German is national in that he ceaselessly strives to extract certain elements of spiritual life from the general spiritual life and transplant them into his own soul. That is why we experience within the German spirit something as great as Goethe’s works of art, Herder’s view of history, or the philosophical endeavors of Hegel, Schelling, and Fichte.

[ 18 ] Wenn diese Dinge auch heute noch weniger bekannt sind in weiteren Kreisen — sie werden schon bekannt werden. Denn entgegen allen Meinungen, die darüber geäußert werden, muß ich das sagen: Sie können populär werden, sie können so dargestellt werden — trotzdem man das heute nicht glaubt —, daß jedes Kind sie verstehen kann. Das wird schon geschehen. Alles dasjenige, was echte deutsche Weltanschauung ist, wächst hervor aus dem tiefsten Seelenwesen des deutschen Volkstums. Und es würde niemals eine geisteswissenschaftliche Bewegung innerhalb des deutschen Wesens entstehen können - wenn sie fruchtbar sein soll -, welche einen ähnlichen Charakter hätte, wie ihn die geisteswissenschaftlichen Bestrebungen des Westens haben. Wir dürfen diesen Unterschied schon einmal nicht verschlafen, wir müssen ihn klar ins Auge fassen. Innerhalb des deutschen Volkstums muß alles, was Inhalt der Geisteswissenschaft ist, in harmonischem Zusammenhang stehen mit dem, was das Volk als solches hervorbringt. Daher habe ich das letzte Mal bei meiner Anwesenheit hier in Stuttgart gesagt: Wenn man die Weltanschauung Schellings, Fichtes und Hegels betrachtet, so ist es, wie wenn das ganze Volk meditieren würde. Man fühlt sich immer hineingestellt in das Volkstum, aber in das Seelische des Volkstums, wenn man vom deutschen Volkstum spricht. Man kann von deutschem Volkstum nicht anders sprechen, als indem man auf die seelischen Eigenschaften dieses deutschen Volkstums Rücksicht nimmt, auf dasjenige, was erstrebt werden muß. Und es ist innerhalb des Deutschtums unmöglich, wie es in England möglich ist, daß die Wissenschaft auf der einen Seite existiert und auf der anderen Seite diese Wissenschaft den Glauben durchaus links liegen lassen will. Das ist innerhalb des deutschen Volkstums auf die Dauer nicht möglich. Der Deutsche will Einheit haben. Er will eine Geistigkeit haben, die voll auf dem Boden der Wissenschaftlichkeit stehen kann, und er will eine Wissenschaft haben, welche sich zu rechtfertigen weiß vor dem geistigen Leben.

[ 18 ] Even if these things are still relatively unknown to wider circles today—they will become known. For contrary to all the opinions expressed on this matter, I must say this: They can become popular; they can be presented—even though people don’t believe it today—in such a way that every child can understand them. That will certainly happen. Everything that constitutes a genuine German worldview springs from the deepest essence of the German national character. And a spiritual scientific movement could never arise within the German spirit—if it is to be fruitful—that would have a character similar to that of the spiritual scientific endeavors of the West. We must not overlook this difference; we must face it squarely. Within the German national character, everything that constitutes the content of spiritual science must stand in harmonious connection with what the people as such bring forth. That is why I said the last time I was here in Stuttgart: When one considers the worldview of Schelling, Fichte, and Hegel, it is as if the entire people were meditating. When one speaks of German culture, one always feels placed within that culture—but within the spiritual essence of that culture. One cannot speak of German national character without taking into account the spiritual qualities of this German national character—that which must be strived for. And within German culture, it is impossible—unlike in England—for science to exist on the one hand, while on the other hand this science seeks to completely disregard faith. This is not possible within German national character in the long run. The German seeks unity. He seeks a spirituality that can stand firmly on the ground of scientific rigor, and he seeks a science that knows how to justify itself before spiritual life.

[ 19 ] Am offensten tritt ja dieser Gegensatz zutage in der Goetheschen und in der Newtonschen Farbenlehre. Seit mehr als dreißig Jahren bemühe ich mich, die Goethesche Farbenlehre zur Geltung zu bringen gegenüber der Newtonschen. Während die Goethesche Farbenlehre ganz hervorgeht aus dem tiefen Verwachsensein der Seele mit der Welt, geht die Newtonsche von der mechanischen Betrachtung der Welt aus und erstrebt nichts anderes. Und die Physik ist heute so verengländert, daß sie gar nicht merkt, um was es sich auf diesem Gebiet handelt, daß sie selbstverständlich jeden für einen Dummkopf ansieht, der die Goethesche Farbenlehre ernst nimmt.

[ 19 ] This contrast is most clearly evident in Goethe’s and Newton’s theories of color. For more than thirty years, I have been striving to highlight the merits of Goethe’s theory of color in contrast to Newton’s. While Goethe’s theory of color arises entirely from the soul’s deep interconnection with the world, Newton’s theory is based on a mechanical view of the world and strives for nothing else. And physics today has become so narrow-minded that it does not even realize what is at stake in this field; it naturally regards anyone who takes Goethe’s theory of color seriously as a fool.

[ 20 ] Es ist innerhalb des deutschen Volkstums ein Streben zur Geistigkeit hin. Daher ist man auch verpflichtet innerhalb des deutschen Volkstums, zu rechnen mit demjenigen, was in heißem Seelenstreben von den Besten dieses Volkes, von denen, die wir schon genannt haben, und von denjenigen, die wir morgen wieder nennen werden, gerade als ein Weg zur Geisteswissenschaft hin gesucht worden ist. Aber es kann dann dieses deutsche Volkstum nicht anders als sachlich streben, der Sache selbst zugewendet sein. Das ist dasjenige, was englisches, französisches Wesen nicht so verstehen kann. Der Franzose will ein schönes Wort haben, in eine schöne Phrase alles geprägt haben, und ist dann zufrieden. Der Engländer will nachfragen, wo der Nutzen von einem Wissen oder dergleichen liegt. Daß aber erstrebtes Wissen etwas ist, was aus der Seele herauswachsen muß wie die Blüte aus der Pflanze, ohne das der Mensch sich nicht als ein ganzer Mensch fühlt, das verstehen weder die Franzosen — als Franzosen selbstverständlich, vom einzelnen ist nicht die Rede —, noch verstehen es die Angelsachsen.

[ 20 ] There is a striving toward spirituality within German culture. Therefore, within German culture, one is also obliged to take into account that which, in a fervent striving of the soul, has been sought by the best of this people—by those we have already named and by those we will name again tomorrow—precisely as a path toward spiritual science. But this German national character can do nothing other than strive objectively, to be turned toward the matter itself. This is precisely what the English and French minds cannot understand. The Frenchman wants a beautiful word, to have everything cast into a beautiful phrase, and is then satisfied. The Englishman wants to ask where the benefit of such knowledge or the like lies. But the fact that the knowledge one strives for is something that must grow out of the soul like a flower from a plant—without which a person does not feel like a whole human being—is something neither the French—as French people, of course; we are not speaking of individuals—nor the Anglo-Saxons understand.

[ 21 ] Dasjenige, was seit dem Griechentum, das ein Höchstes geleistet hat für die vierte nachatlantische Kulturperiode, zu leisten ist an Herausgestaltung des seelischen Erlebens in eine Ideenwelt hinein, das ist Aufgabe des deutschen Wesens. Und man braucht wirklich kein Nationaler im engherzigen Sinne zu sein, sondern ein ganz objektiver Betrachter des Entwickelungsganges der Menschheit, wenn man dieses. hervorhebt. Und Sie wissen ja auch: Ich hebe es nicht erst bei Gelegenheit dieses Krieges hervor, sondern diese Betrachtungen lagen in vielem darin, was seit Jahren, seit anderthalb Jahrzehnten unter uns von mir gesagt worden ist.

[ 21 ] The task of the German spirit is to shape spiritual experience into a world of ideas—a task that has been required ever since the Greek era, which made the greatest contribution to the fourth post-Atlantean cultural epoch. And one need not be a nationalist in the narrow-minded sense, but rather a completely objective observer of the course of human development, to emphasize this. And as you well know: I am not emphasizing this only in connection with this war; rather, these observations have been present in much of what I have said among us for years, for a decade and a half.

[ 22 ] Dadurch aber, daß dieses deutsche Wesen so ist, dadurch ist es aus seelisch-sachlichen Gründen berufen, die angedeutete seelische Ehe einzugehen mit dem russischen Osten. Und niemals wird die Kulturaufgabe der Zukunft anders erfüllt werden können, als indem die russische Anpassungsfähigkeit das annimmt, was aus dem deutschen Volkstum heraus kommen kann. Und alle Kulturentwickelung der Zukunft ist eine Frage dieser Verbindung Mitteleuropas mit Osteuropa.

[ 22 ] But precisely because the German character is what it is, it is called upon—for spiritual and practical reasons—to enter into the spiritual union alluded to with the Russian East. And the cultural task of the future can never be fulfilled in any other way than by the Russian capacity for adaptation embracing what can emerge from German national character. And all cultural development in the future hinges on this union between Central Europe and Eastern Europe.

[ 23 ] Anders liegt das mit Westeuropa. Westeuropa hat dasjenige, was die vierte nachatlantische Kulturperiode gebracht hat, übernommen und es selbständig entwickelt, aber in der Weise, wie ich das oftmals dargestellt habe: nur durch die drei Seelenkräfte: Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele. Es ist nicht produktiv, was diese vierte nachatlantische Kulturperiode im wesentlichen hinausschickt, und insbesondere die britannische Volksseele, die angelsächsische Volksseele hat die Aufgabe, die Bewußtseinsseele auszubilden, auszubilden dasjenige, was vor allen Dingen auf die Nützlichkeit in bezug auf den physischen Plan hingeordnet ist.

[ 23 ] The situation is different in Western Europe. Western Europe has taken what the fourth post-Atlantic cultural epoch brought forth and developed it independently, but in the way I have often described: solely through the three soul forces—the feeling soul, the intellectual soul, and the conscious soul. What this fourth post-Atlantean cultural period essentially puts forth is not productive, and in particular, the British national soul—the Anglo-Saxon national soul—has the task of developing the consciousness soul, of developing that which is ordered above all toward usefulness in relation to the physical plane.

[ 24 ] Daher alle die Erscheinungen, die wir auftreten sehen innerhalb Westeuropas, besonders innerhalb des angelsächsischen Volkstums. Aber nun fühlt besonders dieses angelsächsische Volkstum instinktiv, daß das eigentlich Fruchtbare das Mitteleuropäische ist, im wesentlichen der deutsche Einschlag Mitteleuropas ist. Und diejenigen, welche die sogenannten okkultistischen Bewegungen Westeuropas, namentlich des angelsächsischen Volkes leiten, die wissen, um was es sich handelt. Von zwei Gedankengängen sind diejenigen zunächst erfüllt, die die okkultistischen Bewegungen im angelsächsischen Volkstum leiten: Der eine Gedankengang ist der, daß sie sich sagen: Das römisch-katholische Wesen ist abgetan, das gehört im wesentlichen der vierten nachatlantischen Zeit an. An die Stelle desjenigen, was im römischen Kultwesen war, muß das angelsächsische Wesen treten. — Und jeder Okkultist einer gewissen Sorte, das heißt jeder Okkultist, der in seinem Volkstum aufgeht, und das sind, mit Ausnahme weniger, alle im Angelsachsentum, der weiß — das heißt, er bildet sich das ein, ein richtiges Wissen zu haben —, daß die «angelsächsische Rasse», wie er sagt, an die Stelle des römischen Wesens treten müsse. Das wird in allen okkultistischen Schulen dort gelehrt. Das ist ein festes Dogma.

[ 24 ] Hence all the phenomena we see emerging within Western Europe, especially within Anglo-Saxon culture. But now this Anglo-Saxon culture in particular instinctively senses that what is truly fruitful is the Central European tradition—essentially the German influence within Central Europe. And those who lead the so-called occult movements in Western Europe, particularly among the Anglo-Saxon people, know exactly what is at stake. Those who lead the occult movements within the Anglo-Saxon culture are initially filled with two lines of thought: One line of thought is that they tell themselves: The Roman Catholic essence has been discarded; it essentially belongs to the fourth post-Atlantean epoch. The Anglo-Saxon essence must take the place of what was part of the Roman cultic system. — And every occultist of a certain sort—that is, every occultist who is immersed in his own folk tradition, and that includes, with few exceptions, all those in the Anglo-Saxon world—knows—that is, imagines that he possesses true knowledge—that the “Anglo-Saxon race,” as he calls it, must take the place of the Roman essence. This is taught in all occult schools there. It is a firm dogma.

[ 25 ] Und ebenso wissen die Leute instinktiv, daß gewissermaßen die Rekruten für das Einführen in das Leben alles desjenigen, was die Kultur bringen muß, die Rekruten, die aufnehmen müssen passiv durch ihre Anpassung, die russischen Menschen sind.

[ 25 ] And likewise, people instinctively know that, in a sense, the Russian people are the recruits who must be introduced to everything that culture has to offer—the recruits who must passively absorb it through their adaptation.

[ 26 ] Diese zwei Dinge wissen gerade die angelsächsischen Okkultisten sehr genau, das heißt, sie sehen die Sache so an, das ist ihre Überzeugung. Ihre Überzeugung ist auf der einen Seite: Angelsachsentum hat abzulösen das römische Wesen; alles andere, Protestantismus, Calvinismus und so weiter, das sind nur Anhängsel. Das Angelsachsentum muß etwas erzeugen in der Welt — wie gesagt, ich spreche jetzt von den Okkultisten —, was für die fünfte nachatlantische Kultur so sich hinstellt, wie sich das römisch-katholische Wesen hereingestellt hat in die zweite Zeit der vierten nachatlantischen Kultur, selbst noch bis ins 14.,15.,16. Jahrhundert.

[ 26 ] These are precisely the two things that Anglo-Saxon occultists know very well; that is to say, this is how they view the matter—this is their conviction. Their conviction is, on the one hand, that Anglo-Saxon culture is destined to replace the Roman essence; everything else—Protestantism, Calvinism, and so on—is merely an appendage. Anglo-Saxon culture must bring forth something in the world—as I said, I am speaking now of the occultists—that will stand for the fifth post-Atlantean culture just as the Roman-Catholic essence stood in the second period of the fourth post-Atlantean culture, even into the 14th, 15th, and 16th centuries.

[ 27 ] Und nun ist jeder Okkultist auf dieser Seite davon überzeugt, daß vor allen Dingen die Brücke geschaffen werden muß zwischen demjenigen, was das Angelsachsentum sich so zuschreibt, und dem russischen Wesen. In die russische Seele hineingießen dasjenige, was angelsächsischer Okkultismus lehren will, das ist dasjenige, was aus dem zweiten, das ich angeführt habe, wie ein Ideal hervorgeht für jeden angelsächsischen Okkultisten: die russische Seele zu benützen als eine Art von Wachs, in das eingeprägt wird dasjenige, was der angelsächsische Okkultismus will. Dieses Ideal überwuchert in den Kreisen, von denen ich jetzt rede, weitaus alles dasjenige, was uns hier die Hauptsache ist.

[ 27 ] And now every occultist on this site is convinced that, above all else, a bridge must be built between what Anglo-Saxon culture claims for itself and the Russian essence. To instill into the Russian soul what Anglo-Saxon occultism seeks to teach—that is what emerges from the second point I mentioned as an ideal for every Anglo-Saxon occultist: to use the Russian soul as a kind of wax into which is imprinted what Anglo-Saxon occultism desires. In the circles I am now speaking of, this ideal far overshadows everything that is of primary importance to us here.

[ 28 ] Uns ist die Hauptsache wirkliche Erkenntnis, wirkliches Dringen zur Wahrheit, und unsere ehrliche Grundüberzeugung ist die, daß, wenn wir die Wahrheit finden, diese Wahrheit den Menschen geben wird, was sie brauchen, und daß diese Wahrheit, wenn wir sie in der richtigen Weise erstreben und suchen, auch in der richtigen Weise die zukünftigen Kulturepochen befruchten wird, daß schon das geschehen wird, was geschehen muß mit den Völkern Europas, wenn in der richtigen Weise ehrlich die Wahrheit gesucht wird. Man braucht nichts anderes, als ehrlich die Wahrheit suchen; das ist der wahre Grundsatz der Geisteswissenschaft.

[ 28 ] For us, the main thing is genuine knowledge, a genuine striving for truth, and our sincere fundamental conviction is that, when we find the truth, this truth will give people what they need, and that this truth, if we strive for and seek it in the right way, will also enrich future cultural epochs in the right way; that what must happen to the peoples of Europe will indeed happen if the truth is sought honestly and in the right way. Nothing else is needed but to seek the truth honestly; that is the true principle of spiritual science.

[ 29 ] Aber dem steht gegenüber ein solcher Grundsatz, wie ich ihn eben charakterisiert habe, eine besondere Rasse an die Spitze zu bringen, eine besondere Rasse mächtig zu machen, mächtig vor allen Dingen in bezug auf das Seelenleben. Nicht von Politischem sprechen wir jetzt, wir sprechen von dem, was als okkultistische Wege in den Tiefen wurzelt: mächtig zu machen das angelsächsische Seelentum und zu benützen das, was anpassungs- und aufnahmefähig ist, das osteuropäische Wesen, und in es hineinzugießen das, was man hineingießen will, damit eine Ehe.entstehen könne zwischen Angelsachsentum und Russentum. Die inneren Impulse der Menschheitsentwickelung sprechen von einer Ehe des deutschen Wesens mit dem Russentum. Der egoistische Wille des angelsächsischen Okkultismus redet davon, daß das Russentum durchdrungen werden muß mit Angelsachsentum in bezug auf seelische okkulte Entwickelung.

[ 29 ] But set against this is a principle such as the one I have just described: to elevate a particular race to the top, to make a particular race powerful—powerful above all in terms of its spiritual life. We are not speaking now of politics; we are speaking of what is rooted in the depths as occult paths: to empower the Anglo-Saxon soul and to make use of that which is adaptable and receptive—the Eastern European nature—and to pour into it whatever one wishes to pour, so that a union may arise between Anglo-Saxonism and Russianness. The inner impulses of human development speak of a union between the German spirit and the Russian spirit. The egoistic will of Anglo-Saxon occultism asserts that the Russian spirit must be permeated by the Anglo-Saxon spirit in terms of occult spiritual development.

[ 30 ] Fassen Sie diese Dinge nur ganz klar ins Auge; sie sind außerordentlich wichtig. Sie werden von mir so angeführt, wie sie immer mehr und mehr gelehrt werden in allen möglichen okkultistischen Richtungen des Westens, namentlich in den angelsächsischen okkultistischen Schulen. Dasjenige, was aber doch im Grunde genommen nur die Bewußtseinsseele zu pflegen hat, kann zu einem wirklichen Inhalt nicht kommen. Wirklicher Okkultismus aber, der nicht Machtgelüste entfaltet, sondern nach der Wahrheit sucht, steht ganz im organischen, im lebensvollen Zusammenhange mit der deutschen Entwickelung und ist ganz innerhalb der deutschen Entwickelung verankert.

[ 30 ] Please keep these things clearly in mind; they are extremely important. I am presenting them as they are increasingly taught in all manner of occult traditions in the West, particularly in the Anglo-Saxon occult schools. However, that which is fundamentally concerned only with cultivating the consciousness soul cannot attain any real substance. True occultism, however—which does not foster a lust for power but seeks the truth—stands in an organic, vital connection with German development and is firmly anchored within it.

[ 31 ] Aber was hat sich zugetragen, meine lieben Freunde? Wäre die Entwickelung seit dem Mittelalter bis in unsere Zeit herauf nicht durch ahrimanische Kräfte gestört worden, hätte sich dasjenige, was in Europa für die Geisteswissenschaft geschehen ist — von einigem sehr späten Geschehen werden wir wiederum morgen zu reden haben —, organisch, ohne ahrimanische Einflüsse entwickelt, dann würde man heute leichter ersehen, daß alles das, was das Abendland an Geisteswissenschaft geleistet hat, aus deutschem Wesen hervorgegangen ist. Aber durchflutend Angelsächsisches, wurde deutsche Geisteswissenschaft in Masken ins Angelsachsentum und auch nach Frankreich hineingetragen. Nur die Terminologie, die Namengebung der einzelnen Tatsachen hat man angepaßt der französischen, der englischen Sprache. Wenn man aber auf den Grund geht, so ist all dasjenige, was im französischen Okkultismus und im englischen Okkultismus enthalten ist, nur maskiertes deutsches geisteswissenschaftliches Forschen, mitteleuropäischgeisteswissenschaftliches Forschen.

[ 31 ] But what has happened, my dear friends? If the development from the Middle Ages up to our own time had not been disrupted by Ahrimanic forces, what has taken place in Europe in the field of spiritual science—we will speak again tomorrow about some very recent events— developed organically, without Ahrimanic influences—then it would be easier to see today that everything the West has achieved in the field of spiritual science has sprung from the German spirit. But permeated by Anglo-Saxon influences, German spiritual science was carried, in disguised form, into the Anglo-Saxon world and also into France. Only the terminology—the naming of the individual phenomena—has been adapted to the French and English languages. But if one goes to the root of the matter, everything contained in French and English occultism is merely masked German spiritual scientific research, Central European spiritual scientific research.

[ 32 ] Auf eine Weise, die ich gleich erörtern werde, hat auch dasjenige, was sich Theosophical Society genannt hat, nichts anderes enthalten, als mit indischen oder sonstigen Namen belegte Tatsachen, die innerhalb der deutschen Geisteswissenschaft gefunden worden sind. Und das Bestreben der Theosophical Society war, den Deutschen diese Tatsache möglichst zu verschleiern. Denn darauf geht das Angelsachsentum aus, die Wahrheit der mitteleuropäischen Entwickelung in bezug auf die Geisteswissenschaft überall auszulöschen und sich selbst an dessen Stelle zu setzen. Hier ist es das eminenteste Machtgelüste, das dem Okkultismus entspringt. Und es war eine einfache Notwendigkeit, daß jene Abschälung stattfand, die sich nun wirklich seit der — Jahrhundertwende vollzogen hat, daß wiederum zurückgeführt worden ist das, was ursprünglich deutsch war und was leider unsere Deutschen nur allzusehr mit Kußhand empfangen haben vom Engländertum, daß das wiederum hingestellt wurde in seiner ursprünglichen Reinheit. Eine Wahrheit ist festgestellt worden. Die mußte festgestellt werden. Daß diese Wahrheit festgestellt worden ist, das wird die englische Theosophische Gesellschaft unseren deutschen Bestrebungen, wie sie vom Anfange an waren, niemals verzeihen. Das läßt sich nur mit einem Nebel umhüllen durch Verleumdung.

[ 32 ] In a way that I will discuss shortly, even what called itself the Theosophical Society contained nothing more than facts—labeled with Indian or other names—that had been discovered within German spiritual science. And the aim of the Theosophical Society was to conceal this fact from the Germans as much as possible. For the Anglo-Saxon world is bent on erasing everywhere the truth of Central European development with regard to spiritual science and substituting itself in its place. Here we see the most eminent lust for power, which springs from occultism. And it was a simple necessity that this process of purification take place—a process that has indeed been underway since the turn of the century—so that what was originally German, and which our Germans, unfortunately, welcomed all too readily from the English, might be restored to its original purity. A truth has been established. It had to be established. The fact that this truth has been established is something the English Theosophical Society will never forgive our German endeavors, as they were from the very beginning. This can only be shrouded in a fog of slander.

[ 33 ] Aber sehr systematisch, sehr zielbewußt, gehen alle diejenigen vor, die innerhalb der okkultistischen Bestrebungen gerade Macht entfalten wollen. Deshalb ist es so notwendig, daß man diesen Bestrebungen gegenüber nicht schläft, sondern einige Klarheit entwickelt. Klarheit ist vor allen Dingen gerade den bedeutenden Erscheinungen gegenüber notwendig. Und Klarheit ist zum Beispiel ganz besonders notwendig gegenüber der für die Theosophical Society ja ausschlaggebenden Persönlichkeit von Helena Petrowna Blavatsky.

[ 33 ] But all those who seek to wield power within occult endeavors proceed in a very systematic and determined manner. That is why it is so important not to remain oblivious to these endeavors, but rather to develop a certain clarity. Clarity is necessary above all when dealing with significant phenomena. And clarity is, for example, particularly necessary when dealing with Helena Petrovna Blavatsky, a figure who was, after all, pivotal to the Theosophical Society.

[ 34 ] Was der Klarheit auf diesem Gebiete zugrunde liegt, das läßt sich anknüpfen an zwei Tatsachen: Die erste Tatsache ist diese, daß Helena Petrowna Blavatsky eine Russin war, aus dem Russentum herausgewachsen ist. Die zweite Tatsache ist diese, daß sie hinterlassen hat in englischem Gewande eine Art Geheimwissenschaft, daß sie nach und nach vollständig, aber auf Umwegen verschiedener Art, hineingewachsen ist in das, was der angelsächsische Okkultismus anstrebt, zum Teil auf Umwegen, die bedingt waren durch die große Begabung dieser Frau. Helena Petrowna Blavatsky war eine, ich möchte sagen, in einem gewissen Sinne mediumistische Persönlichkeit, die in einer solchen Anpassungsfähigkeit auch der okkult-seelischen Eigenschaften eben nur aus dem russischen Volkstum heraus sich entwickeln konnte. Dasjenige, was der Russe sonst als allgemein menschliche Eigenschaften hat, hatte Helena Petrowna Blavatsky gerade mit Bezug auf okkulte Eigenschaften. Und daher kam es, daß sie in Westeuropa zuerst von dem französischen Okkultismus, dann von dem britischen Okkultismus einer gewissen Sorte geeignet befunden worden ist, gerade in ihre Seele hineinzugießen angelsächsisch-okkultes Wesen. Man glaubte der Welt etwas geben zu sollen, was gleichsam vorausgenommen darstellt angelsächsischen Okkultismus, sich offenbarend aus der russischen Seele heraus. An die Stelle desjenigen, was kommen soll und kommen muß, der Verbindung des mitteleuropäischen Wesens mit dem russischen Wesen, wurde bewußt, absichtlich gestellt die Durchdringung der russischen Natur — in Helena Petrowna Blavatsky als Repräsentantin des russischen Volkstums — mit angelsächsischem Machtokkultismus. Daran waren diejenigen Menschen nicht unbeteiligt, welche gewissermaßen die Fäden des Lebens, wie es sich außen nach dem physischen Plan entwickelt, in der Hand haben wollen. Um die arme Persönlichkeit der Helena Petrowna Blavatsky hat sich mancherlei Tragisches abgespielt, auf das ich heute nicht eingehen kann. Gerade wegen ihrer tiefgehenden und umfassenden Medialität, in die alles mögliche hineingegossen werden konnte, hat sich vieles, vieles abgespielt. Und es war ein langer Weg von dem Ausgangspunkt, wo zunächst versucht worden ist, Mitteleuropäisches direkt der armen Blavatsky zu übermitteln, was dann in einer allerdings kaleidoskopartigen, fast unbrauchbaren Weise in der «Entschleierten Isis» zutage getreten ist. Aber sehr bald kam sie, indem sich andere Persönlichkeiten ihrer bemächtigten, unter ganz andere Einflüsse, und an die Stelle desjenigen, der ihr Leiter war, und der sie zu mitteleuropäischem Wesen anleiten wollte, trat später, indem sie in der Maske des ursprünglichen Leiters auftrat, die sogenannte spätere Koot-Hoomi-Individualität, die aber nichts anderes war, nach der Aussage der wirklich wissenden Okkultisten, als ein Mensch, der im Solde des Russentums stand und in einer bewußten Weise zusammenschmieden wollte dasjenige, was hervorgehen konnte aus der seelischen Befähigung der Blavatsky und dem angelsächsischen Okkultismus. Man hat es direkt zu tun mit dem Zusammenstoßen, möchte ich sagen, einer ursprünglichen Individualität — manche nennen es Meister, man kann es nennen, wie man will — und einem späteren Wicht, einem Schwindler, der die Maske des ersten angenommen und von seiten Osteuropas aus die Aufgabe erhalten hatte, die ich eben angedeutet habe.

[ 34 ] The clarity in this field can be traced back to two facts: The first fact is that Helena Petrovna Blavatsky was a Russian who grew up within Russian culture. The second fact is that she left behind, in an English guise, a kind of esoteric science; that she gradually, though through various detours, became fully immersed in what Anglo-Saxon occultism strives for—in part through detours that were conditioned by this woman’s great talent. Helena Petrovna Blavatsky was, I would say, in a certain sense a mediumistic personality who, with such adaptability—even in her occult-spiritual qualities—could develop precisely out of Russian folk culture. The qualities that Russians otherwise possess as generally human traits, Helena Petrovna Blavatsky possessed specifically in relation to occult qualities. And that is why, in Western Europe, she was first deemed suitable by French occultism, and then by a certain strand of British occultism, to have Anglo-Saxon occult essence poured directly into her soul. It was believed that the world should be given something that, as it were, represented an anticipatory form of Anglo-Saxon occultism, manifesting itself from within the Russian soul. In place of what is to come and must come—the union of the Central European essence with the Russian essence—the permeation of the Russian nature—in Helena Petrovna Blavatsky as the representative of the Russian people—with Anglo-Saxon power occultism was consciously and deliberately substituted. Those people who, in a sense, wish to hold the reins of life—as it unfolds outwardly on the physical plane—were not uninvolved in this. All manner of tragic events unfolded around the poor figure of Helena Petrovna Blavatsky, which I cannot go into today. Precisely because of her profound and comprehensive mediumship, into which all manner of things could be poured, much, much has transpired. And it was a long journey from the starting point, where initial attempts were made to convey Central European ideas directly to poor Blavatsky, which then came to light in *Isis Unveiled* in a truly kaleidoscopic, almost unusable manner. But very soon, as other personalities took control of her, she came under entirely different influences; and in place of the one who had been her guide—and who had sought to lead her toward a Central European essence—the so-called later Koot Hoomi individuality later stepped in, appearing under the guise of the original guide; yet this individuality was nothing other than, according to the testimony of truly knowledgeable occultists, than a human being in the pay of Russian interests who deliberately sought to forge together what might emerge from Blavatsky’s spiritual endowment and Anglo-Saxon occultism. One is dealing directly with the clash, I would say, between an original individuality—some call it a Master; one can call it whatever one likes—and a later petty figure, a charlatan who had assumed the mask of the former and had been given the task from Eastern Europe that I have just alluded to.

[ 35 ] Dann begann die Zeit, wo die Blavatsky sich verbinden sollte mit dem okkultistischen Franzosentum, wo sie rasch zu gewissen Zielen kommen wollte und deshalb einer Okkultistenloge in Paris solche Bedingungen stellte, die dann nicht erfüllt werden konnten, so daß sie bald wieder ausgeschlossen werden mußte, weil sie unter dem Einfluß der hinter ihr stehenden Individualitäten immer verquickte okkultistische Absichten mit politischen Machtimpulsen. Dann folgte die amerikanische Episode, die wiederum einen politischen Hintergrund hatte. Alle diese Dinge gingen darauf aus, vor Europa etwas hinzustellen, was Europa überzeugen sollte, daß aus der Verbindung des seelischen Russentums und des angelsächsischen okkultistischen Machtgelüstes eine Art neuer Weltenreligion für Europa hervorgehen könne. Das sollte vor Europa hingestellt werden. Und überrannt sollte werden dasjenige, was aus dem deutschen Wesen hervorgegangen ist.

[ 35 ] Then began the period when Blavatsky was to become involved with French occult circles, during which she sought to achieve certain goals quickly and therefore imposed conditions on an occult lodge in Paris that could not be met, with the result that she soon had to be expelled again because, under the influence of the individualities behind her, she constantly intertwined occult intentions with political power ambitions. This was followed by the American episode, which in turn had a political background. All these events were aimed at presenting to Europe something that would convince it that a kind of new world religion for Europe could emerge from the union of spiritual Russianism and the Anglo-Saxon occult lust for power. This was to be presented to Europe. And what had emerged from the German essence was to be overwhelmed.

[ 36 ] O meine lieben Freunde, ich erinnere mich wohl — und es könnte manchen unangenehm sein, wie deutlich solche Dinge vor meiner Seele stehen —, wie Mrs. Besant ihre allererste Versammlung innerhalb Deutschlands in Hamburg hielt, und wie ich sie innerhalb eines kleinen Kreises damals interpellierte, wie sie über die Entwickelung des Okkultismus im 19. Jahrhundert denke, und wie sie damals in Hamburg die Antwort gab: An der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert hat sich in Deutschland so etwas geltend gemacht wie ein okkultes Streben, aber die Deutschen sind steckengeblieben in reinen Abstraktionen, und es hat sich gezeigt, daß die große — wie sie sich ausdrückte, sie drückte sich ja immer groß aus —, daß die große Welle des spirituellen Lebens dem britischen Volke zuerteilt war. — Selbstverständlich sagte sie das englisch; aber es war im Englischen noch größer!

[ 36 ] Oh, my dear friends, I remember well—and it might be unpleasant for some to realize how clearly such things stand before my soul—how Mrs. Besant held her very first meeting in Germany, in Hamburg, and how I asked her at the time, within a small circle, what she thought about the development of occultism in the 19th century, and how she gave her answer right there in Hamburg: At the turn of the 18th to the 19th century, something like an occult striving gained ground in Germany, but the Germans got stuck in pure abstractions, and it became apparent that the great—as she put it, for she always expressed herself in grand terms—that the great wave of spiritual life was destined for the British people. — Of course, she said this in English; but it sounded even grander in English!

[ 37 ] Für Blavatsky kam dann die Zeit, wo es notwendig wurde, daß alle diejenigen, die es mit der Geisteswissenschaft ernst meinten und die sich nicht einlassen konnten auf angelsächsische Machtgelüste, etwas taten. Und dadurch wurde das herbeigeführt, was man später in okkulten Kreisen genannt hat die «okkulte Gefangenschaft» der Blavatsky. Man konnte es auf keine andere Weise bewirken. Und der Beschluß, die okkulte Gefangenschaft, wie man sagt, über die Blavatsky zu verhängen, wurde durch eine Versammlung ehrlicher Okkultisten, wenigstens zum größten Teil ehrlicher Okkultisten, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gefaßt.

[ 37 ] For Blavatsky, the time had come when it became necessary for all those who were serious about spiritual science—and who could not go along with Anglo-Saxon ambitions for power—to take action. And this led to what was later referred to in occult circles as Blavatsky’s “occult imprisonment.” There was no other way to bring it about. And the decision to impose what is known as the “occult imprisonment” on Blavatsky was made by an assembly of honest occultists—or at least, for the most part, honest occultists—in the last third of the 19th century.

[ 38 ] Die okkulte Gefangenschaft besteht darin, daß man — durch gewisse Vorgänge ist das möglich — das Streben eines Menschen wie einschließt in einer Sphäre, aus der er nicht hinaussehen kann, so daß sein Streben zurückgeworfen wird und er gewisse Schäden, die er anrichten würde, nicht anrichten kann.

[ 38 ] Occult imprisonment consists in—through certain processes that make this possible—enclosing a person’s aspirations within a sphere from which they cannot see beyond, so that their aspirations are thwarted and they are unable to cause certain harms they might otherwise inflict.

[ 39 ] Der Vorgang, den ich jetzt erzähle, dieses Verhängen der okkulten Gefangenschaft, ist nicht einwandfrei; aber, wie gesagt, die Leute konnten sich auf eine andere Weise nicht helfen. Blavatsky war eine starke psychische Persönlichkeit und konnte stark wirken. Daher hat sie auch jene auf der einen Seite überwältigende, auf der anderen Seite übertölpelnde Kraft in ihren Schriften.

[ 39 ] The process I am now describing—this imposition of occult imprisonment—is not without fault; but, as I said, the people had no other way to help themselves. Blavatsky was a powerful psychic personality and could exert a strong influence. That is why her writings possess a power that is, on the one hand, overwhelming and, on the other, bewildering.

[ 40 ] Dann stellte sich ja das ein, was man so schildern kann, daß gewisse indische Okkultisten, die sich auf diese Weise ein wenig rächen wollten wegen der englischen Umklammerung, sich der Persönlichkeit der Blavatsky bemächtigten, und dadurch kam dann der indische Einschlag hinein. Ich habe an anderen Orten das genauer auseinandergesetzt, hier will ich das nur andeuten.

[ 40 ] Then what happened—and this is how one might describe it—was that certain Indian occultists, who wanted to take a little revenge in this way for the English stranglehold, took control of Blavatsky’s persona, and that is how the Indian influence came into play. I have discussed this in greater detail elsewhere; here I merely wish to hint at it.

[ 41 ] Da kam dann also der indische Einschlag, und dadurch entstand jene bedenkliche okkulte Wissenschaft, die in der Theosophical Society lange Zeit gepflegt worden ist und von der gereinigt werden mußte dasjenige, was in Mitteleuropa als Geisteswissenschaft auftreten sollte. Denn dasjenige, was in Mitteleuropa als Geisteswissenschaft auftreten soll, das muß in dem Sinne, wie ich es angedeutet habe, grund-, grundehrlich sein, das heißt, die Wahrheit als solche anstreben und überzeugt davon sein, daß die Wahrheit, indem sie hinfließt durch unsere Seelen und durch die Entwickelung der Menschheit, das rechte innerhalb von Völkern und auch innerhalb des Daseins der Menschen, der sozialen Ordnung der Menschen, bewirken werde: reines, ehrliches Wahrheitssuchen! Und dieses reine, ehrliche Wahrheitssuchen ist ja zunächst noch unsere Hauptaufgabe.

[ 41 ] Then came the Indian influence, and this gave rise to that questionable occult science that had long been cultivated within the Theosophical Society and from which that which was to emerge in Central Europe as spiritual science had to be purified. For what is to emerge in Central Europe as spiritual science must, in the sense I have indicated, be fundamentally, thoroughly honest, that is, it must strive for truth as such and be convinced that truth, as it flows through our souls and through the evolution of humanity, will bring about what is right within peoples and also within human existence and the social order of humanity: a pure, honest search for truth! And this pure, honest search for truth is, after all, still our primary task.

[ 42 ] Ich wollte, man verstünde das gerade innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung hier genauer, dann würde man mir auch gewisse Nebenbedingungen, die ich schon einmal stellen muß, vergeben, würde sehen, daß diese Bedingungen genauer genommen werden müssen. Wie oft ermahne ich unsere Freunde, man soll, damit rein bleiben kann dasjenige, was als Geisteswissenschaft der Welt zu bringen ist, damit das von keiner Seite eine Anpassung erfahren kann, mir nicht kommen mit allerlei anderen Dingen, die man so leicht verquickt mit geisteswissenschaftlichen Bestrebungen. Selbstverständlich, man tut alles ganz gern, was Menschenwollen erfordern kann, und in freundschaftlicher Weise kann ja manches geschehen, aber jedenfalls muß zum Beispiel einmal begriffen werden, warum ich immer wieder und wiederum ermahne: Man soll nicht glauben, daß ich auch nur im entferntesten — ebensowenig wie in andere, nicht direkt geisteswissenschaftliche Gebiete — mich in die Arzneikunde hineinmische. Es wäre schon notwendig, daß sich unsere Mitglieder angewöhnten, das ernst zu nehmen, daß ich sage, im wesentlichen dürfte man mir eigentlich nicht mit ärztlichen Dingen kommen. Es ist wesentlich, daß man diese Dinge versteht, weil es wenigstens für heute noch notwendig ist, das geisteswissenschaftliche Bestreben, soweit ich es zu vertreten habe, fernzuhalten von den anderen Dingen. Es sind genug ärztliche Persönlichkeiten innerhalb unserer Bewegung, denen sich unsere Mitglieder anvertrauen können. Da ich das immer wieder und wieder betone, so sollte man wenigstens im Prinzip das wirklich ernst nehmen, wenn ich sage: Ich will mich in keiner Weise irgendwie aufs Kurieren einlassen; denn dadurch wird die Welt dasjenige, was zunächst die geisteswissenschaftliche Bewegung durch mich tun soll, nur verkennen, und das soll nicht verkannt werden.

[ 42 ] I wish people here within our spiritual science movement would understand this more clearly; then they would also forgive me for certain preconditions that I must set from the outset, and would see that these conditions must be taken more seriously. How often do I admonish our friends: in order to keep what is to be brought to the world as spiritual science pure—so that it cannot be compromised from any side—do not come to me with all sorts of other things that are so easily conflated with spiritual scientific endeavors. Of course, we are quite happy to do whatever human needs may require, and in a spirit of friendship, many things can happen; but in any case, it must be understood, for example, why I repeatedly urge: One should not believe that I interfere in the field of medicine—not even in the remotest sense—any more than I do in other areas not directly related to spiritual science. It is indeed necessary for our members to get into the habit of taking this seriously: that I am saying, essentially, one should not approach me with medical matters. It is essential to understand these things because, at least for now, it is still necessary to keep spiritual scientific endeavors—as far as I am concerned with them—separate from other matters. There are enough medical professionals within our movement whom our members can trust. Since I emphasize this again and again, people should at least in principle take it seriously when I say: I do not wish to become involved in healing in any way whatsoever; for this would cause the world to misunderstand what the spiritual science movement is initially meant to accomplish through me, and that must not be misunderstood.

[ 43 ] Wie wenig im Grunde genommen im Angelsachsentum richtiges Verständnis für das reine, objektive Wahrheitsstreben war, das konnten diejenigen wissen, die einmal einen merkwürdigen Vortrag von Mrs. Besant über «Theosophie und Imperialismus» gehört haben. Da konnte man durch diesen Vortrag durchfühlen vieles von dem, was ich heute aus den Tatsachen heraus sagen mußte: Niemals dürfte verquickt werden mit irgendwelchen Machtgelüsten, mit irgendwelcher unmittelbar politischen Bestrebung dasjenige, was Geisteswissenschaft ist, obwohl selbstverständlich derjenige, der ein guter Geisteswissenschafter ist, der beste Politiker sein kann. Aber darauf kommt es nicht an, sondern es darf Geisteswissenschaft nicht so werden, wie es im Angelsachsentum der Okkultismus ist, den ich zu charakterisieren versuchte; es darf Geisteswissenschaft nicht so etwas werden, was gerade durch die Blavatsky, und dann in vieler Beziehung auch durch Mrs. Besant angestrebt worden ist, durch Mrs. Besant nur mit weniger Talent und mit weniger Begabung als durch Helena Petrowna Blavatsky. Das Bestreben war ja doch von seiten des Angelsachsentums, in blendender Weise durch die Seelenerfahrungen einer solchen Persönlichkeit, wie die Blavatsky es war, eine Art okkultistischer Religion zu begründen, die das Angelsachsentum mit Überrennung des Deutschtums unmittelbar hineinträgt in das Russentum. In den Schulen, in denen jetzt nicht auf Blavatskys Weise, sondern überhaupt in der Weise des angelsächsischen Okkultismus die Dinge gelehrt werden, die ich ja auch schon angedeutet habe, wurde immer wieder und wieder von diesem Kriege, in dem wir jetzt drinnenstehen, als einem notwendigen gesprochen. Und immer wieder und wiederum wird in solchen Schulen sehr suggestiv von dem Ausgang dieses Krieges so gesprochen, daß man sagt: Das und das muß geschehen durch diesen Krieg. — Man sagt es nicht aus einer Prophetie heraus zunächst, sondern weil man es will, weil man möglichst Einfluß gewinnen will, weil man möglichst die Menschen präparieren will durch alle Kanäle, die gerade sich erreichen lassen. Denn wenn man den Menschen allerlei Okkultismus in Masken beibringt, will man die Menschen präparieren nach einer gewissen Richtung hin. Darum muß ich fragen — ich muß diese Dinge besprechen, weil sie schon öffentlich besprochen werden, und weil derjenige, der Geisteswissenschaft so zu vertreten hat wie ich, begreiflich machen muß, wie er zu diesen Dingen steht —: Warum ist denn eine okkultistische und den Okkultisten bekannte Persönlichkeit von Paris, unmittelbar nachdem der Krieg zwischen Deutschland, Rußland, England und Frankreich ausgebrochen war, immer wieder und noch im Oktober 1914 nach Rom gereist? Warum spielte sie in Rom eine Rolle, die später auf die Verhältnisse von Italien einen Einfluß hatte, eine ähnliche Rolle, wie sie gewisse Leute spielten, die angehörten dem «Grand Orient de France» oder in Verbindung stehen mit Freimaurern des Angelsachsentums, die einen tiefgehenden Einfluß hatten auf die ganze Gestaltung der gegenwärtigen Ereignisse, viel mehr als man glaubt?

[ 43 ] Just how little, in essence, the Anglo-Saxon world truly understood the pure, objective pursuit of truth was something that anyone who had ever heard a remarkable lecture by Mrs. Besant on “Theosophy and Imperialism” could appreciate. Through that lecture, one could sense much of what I had to say today based on the facts: What spiritual science is must never be conflated with any lust for power or any directly political ambition, although, of course, someone who is a good spiritual scientist can also be the best politician. But that is not the point; rather, spiritual science must not become what occultism is in the Anglo-Saxon world—which I have attempted to characterize; spiritual science must not become the kind of thing that was sought after specifically by Blavatsky, and then in many respects also by Mrs. Besant—though Mrs. Besant did so with less talent and less gift than Helena Petrovna Blavatsky. After all, the aim on the part of the Anglo-Saxon world was to establish, in a dazzling manner through the spiritual experiences of a personality such as Blavatsky, a kind of occultist religion that the Anglo-Saxon world would carry directly into the Russian world, thereby overwhelming German culture. In the schools where things are now taught—not in Blavatsky’s manner, but in the manner of Anglo-Saxon occultism in general, as I have already indicated—this war in which we now find ourselves has been spoken of time and again as a necessary one. And time and again in such schools, the outcome of this war is discussed in a highly suggestive manner, with people saying: “This and that must happen as a result of this war.”—They do not say this primarily on the basis of prophecy, but because they want it to happen, because they want to gain as much influence as possible, because they want to condition people as much as possible through every channel currently available to them. For when people are taught all manner of occultism in disguised forms, the aim is to condition them in a certain direction. That is why I must ask—I must discuss these matters, because they are already being discussed publicly, and because anyone who represents spiritual science as I do must make clear where he stands on these issues—: Why, then, did a figure from Paris—well-known to occultists—travel to Rome repeatedly, even as late as October 1914, immediately after the war between Germany, Russia, England, and France had broken out? Why did this figure play a role in Rome that later influenced the situation in Italy—a role similar to that played by certain individuals who belonged to the “Grand Orient de France” or were connected to Anglo-Saxon Freemasons, who exerted a profound influence on the entire course of current events, far more than is generally believed?

[ 44 ] Aber noch anderes muß ich fragen: Warum steht denn in dem Jahrbuch, das dieselbe Persönlichkeit, die von gewissen Strömungen des Okkultismus gebraucht wird, man könnte auch sagen, mißbraucht wird für allerlei Zeug — wie gesagt, weil das schon in der Welt besprochen wird, so muß ich zeigen, auf welcher Seite ich in diesen Dingen stehe —, warum steht in dem Jahrbuch von 1913, das diese Persönlichkeit herausgab und das eigentlich schon 1912 erschienen ist: Derjenige, der glaubt Österreich zu regieren, wird nicht regieren, aber ein anderer, jüngerer wird regieren, der jetzt noch nicht zum Regieren bestimmt ist? — Warum steht das 1913 in einem Jahrbuch eines Mediums, das in einer gewissen okkulten Strömung drinnensteht? Warum ist 1914 dasselbe in dem Jahrbuch wiederholt — also bevor das Jahr 1914 kam, für 1914, aber schon 1913 erschienen: Die Tragik des Habsburger Hauses wird sich schneller, als man meint, erfüllen. — Warum steht das in diesen Jahrbüchern? Und noch mehr: Warum steht in einem Pariser Blatt, das man in deutscher Sprache «Paris-Mittag» nennen könnte, 1913 schon der Wunsch ausgedrückt, daß der österreichische 'Thronfolger Franz Ferdinand ermordet werden müsse? Es entspricht dieses Blatt ungefähr dem, was in Berlin «B. Z. am Mittag» ist: «Paris midi» ist das, viel gelesen. Warum steht in dem Almanach auf der einen Seite dasjenige, was ich angeführt habe: Derjenige,: der glaubt zu regieren, wird nicht regieren, aber’ ein jüngerer wird:regieren, und auf der anderen Seite geradezu der Wunsch, daß dieser Erzherzog ermordet wird? Warum steht in diesem selben Blatt, als gerade die Debatte über die drei Jahre Dienstzeit in Frankreich stattfand, mit zynischen Worten: Wenn es einmal in Frankreich zum Mobilisieren kommen sollte, so wird der erste, der ermordet werden wird, Jaures sein? — Halten Sie das, meine lieben Freunde, für Prophetie? Ich möchte Ihnen eben zeigen, daß ich nicht auf seiten derjenigen stehe, die das für Prophetie halten, sondern daß das alles hinweist auf tiefgehende, schauderhafte Untergründe im Mißbrauch des scharlatanhaften, aber geradezu menschheitsgefährdenden Okkultismus.

[ 44 ] But there is something else I must ask: Why does the yearbook state that the same figure, who is used by certain currents of occultism, one might also say is being misused for all sorts of things—as I said, since this is already being discussed in the world, I must make clear where I stand on these matters—why does the 1913 yearbook, which this figure published and which actually appeared as early as 1912, state: “The one who believes he will rule Austria will not rule, but another, younger one will rule, who is not yet destined to rule”? — Why is this written in 1913 in a yearbook by a medium who is deeply involved in a certain occult movement? Why is the same statement repeated in the 1914 yearbook—that is, before the year 1914 arrived, referring to 1914, but already published in 1913: “The tragedy of the House of Habsburg will come to pass more quickly than one might think.” — Why is this written in these yearbooks? And even more: Why does a Parisian newspaper—which in German might be called “Paris-Mittag”—already express in 1913 the wish that the Austrian heir to the throne, Franz Ferdinand, must be assassinated? This paper is roughly the equivalent of what the “B. Z. am Mittag” is in Berlin: “Paris midi” is that—widely read. Why does the almanac contain, on the one hand, what I have quoted—“He who believes he will reign will not reign, but a younger one will reign”—and, on the other hand, the outright wish that this Archduke be assassinated? Why does this very same paper, just as the debate over the three-year military service term was taking place in France, state in cynical terms: “If mobilization should ever occur in France, the first to be assassinated will be Jaurès”? — Do you, my dear friends, consider this a prophecy? I simply wish to show you that I do not stand on the side of those who regard this as a prophecy, but that all of this points to deep-seated, horrifying undercurrents in the abuse of charlatanism—and occultism that is downright dangerous to humanity.

[ 45 ] Ich wollte Ihnen heute etwas vielleicht nicht Erhebendes sagen, aber etwas um so Ernsteres. Ich wollte Ihre Seele fragen, ob der Mensch nicht wirklich recht klaren Blick sich aneignen müsse, wenn er gerade in einer okkultistischen Strömung drinnenstehen will, und ob es da nicht schlimm stehen könnte, wenn man die wichtigsten Dinge verschlafen wollte. Meine lieben Freunde, wer auch die Verbindung der Theosophical Society — wie sie nach und nach immer mehr geworden ist — mit solchen Dingen studieren will, der braucht nur auf die Tätigkeit solcher Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Mrs. Catherine Tingley, einmal ein scharfes Auge zu werfen. Und auch das ist lehrreich, daß, als aus einer gewissermaßen noch mehr christlichen Anschauung, sogar auf einem stark medialen Wege etwas eingeführt werden sollte in dasjenige, was allein angelsächsisch sein sollte, in dem Büchelchen «Licht auf den Weg» von Mabel Collins, daß da die Verleumdung losging. Denn das meiste, was gegen das Medium vorgebracht wurde, durch welches «Licht auf den Weg» der Menschheit gegeben worden ist, ist Verleumdung.

[ 45 ] Today I wanted to say something to you that may not be uplifting, but is all the more serious for that. I wanted to ask your soul whether a person must not truly cultivate a clear perspective if they wish to be fully immersed in an occult movement, and whether things might not turn out badly if one were to overlook the most important matters. My dear friends, anyone who wishes to study the connection between the Theosophical Society—which has gradually grown ever stronger—and such matters need only take a close look at the activities of figures such as Mrs. Catherine Tingley. And it is also instructive that when, from a perspective that was, in a sense, even more Christian—and even through strongly mediumistic channels—an attempt was made to introduce something into what was supposed to be exclusively Anglo-Saxon in Mabel Collins’ little book *Light on the Path*, a campaign of slander was launched. For most of what was brought up against the medium through whom “Light on the Path” was given to humanity is slander.

[ 46 ] Mit etwas Ernst wollte ich heute zu Ihnen sprechen, damit aus diesem Ernst heraus recht viele unter uns einen Begriff davon bekommen, wie notwendig es ist, sich. bewußt zu werden der mitteleuropäischen Sendung in bezug auf Geisteswissenschaft, und daß unbedingt notwendig ist, daß diese mitteleuropäische Sendung Weltensendung werde. Diese mitteleuropäische Sendung muß vor allen Dingen reines, ehrliches Wahrheitsstreben sein. Aber dieses reine, ehrliche Wahrheitsstreben wurde in einer sonderbaren Weise aufgefaßt, und die Entstellungen gegenüber der Wahrheit wurden auch in einer sonderbaren Weise aufgefaßt. Sie wissen, daß die Beziehungen zwischen der deutschen geistigen Bewegung, der wir angehören, und der Theosophical Society lange vor dem Krieg gelöst worden sind. Das alles, was ich andeutete, wurde in einer sonderbaren Weise aufgefaßt. Bedenken Sie nur, daß zum Beispiel Mrs. Besant es zustande gebracht hat, zu sagen, daß ich angestrebt hätte, Präsident der Theosophical Society in Indien zu werden, um sie von diesem Präsidentenstuhl zu verdrängen, und um von dort aus pangermanische Strömungen auf dem Umwege durch Indien in englandfeindlicher Weise zugunsten des Deutschen Reiches wirksam zu machen! Das werden Sie wirklich glauben, daß das nicht wahr ist, daß das eine objektive Unwahrheit ist!

[ 46 ] I wanted to speak to you today with a certain seriousness, so that, through this seriousness, many among us might come to understand how necessary it is to become aware of the Central European mission with regard to spiritual science, and that it is absolutely essential for this Central European mission to become a mission for the whole world. Above all, this Central European mission must be a pure, honest quest for truth. But this pure, honest quest for truth has been interpreted in a peculiar way, and the distortions of the truth have also been interpreted in a peculiar way. You know that the ties between the German spiritual movement, to which we belong, and the Theosophical Society were severed long before the war. Everything I alluded to has been interpreted in a peculiar way. Just consider, for example, that Mrs. Besant went so far as to say that I had sought to become president of the Theosophical Society in India in order to oust her from that presidency, and from that position to channel pan-German currents indirectly through India in an anti-British manner to benefit the German Empire! Surely you will believe that this is not true, that it is an objective falsehood!

[ 47 ] Dem steht folgendes gegenüber: 1909 war es, da begründete sich gegen die Schreckenshertschaft des Herrn Leadbeater, und später auch gegen den Humbug des Alcyone eine Gesellschaft, die international alle Länder der Erde umfassen und gewissermaßen ein Gegengewicht gegen die von Mrs. Besant Irregeführten sein sollte. Und dazumal wurde ich von Indien her aufgefordert, Vorsitzender, Präsident dieser internationalen Gesellschaft zu werden, und ich habe nicht nur abgelehnt, sondern 1909 in Budapest vor Zeugen Mrs. Besant erzählt, daß ich niemals innerhalb der geistigen Bewegung der neueren Zeit etwas anderes sein will als derjenige, der innerhalb des deutschen Volkswesens diese Bewegung leite. Das sagte ich vor Zeugen 1909 in Budapest Mrs. Besant. Nun nimmt sie es mit der Wahrheit so, daß sie jetzt in ihrer englischen Zeitschrift schreibt, ich hätte angestrebt, nach Indien zu gehen und so weiter, um sie von dort aus zu verdrängen! Da kann man nicht mehr sprechen von objektiver Unwahrheit, da handelt es sich selbstverständlich um bewußte Lüge. Aber es ist schon notwendig, daß mit solchen Mitteln gearbeitet wird, wo das auf dem Spiele steht, daß man gegen den Gang der Wahrheit selber zu kämpfen hat; und das hat im Grunde genommen der angelsächsische Okkultismus. Denn die Wahrheit ist diese: Grundverbunden ist mit mitteleuropäischem Wesen dasjenige, was als Geisteswissenschaft die Menschenkultur zu durchdringen hat. Das aber muß verschleiert, das muß verhüllt, das muß maskiert werden in irgendeiner Weise von England aus. Und immer mehr und mehr ist auch Mrs. Besant im 20. Jahrhundert zum Instrument dieser Verschleierung geworden.

[ 47 ] In contrast to this, in 1909 a society was founded to oppose the reign of terror of Mr. Leadbeater, and later also the humbug of Alcyone; this society was to encompass all countries of the world and, in a sense, serve as a counterweight to those misled by Mrs. Besant. And at that time, I was asked from India to become chairman or president of this international society, and I not only refused but also told Mrs. Besant in Budapest in 1909, in the presence of witnesses, that within the spiritual movement of modern times I would never wish to be anything other than the one who leads this movement within the German national consciousness. I said this to Mrs. Besant in Budapest in 1909, in the presence of witnesses. Now she has such a view of the truth that she is now writing in her English journal that I had sought to go to India and so on, in order to oust her from there! One can no longer speak of an objective untruth here; this is, of course, a deliberate lie. But it is indeed necessary to resort to such means when what is at stake is having to fight against the very course of truth itself; and this is essentially the case with Anglo-Saxon occultism. For the truth is this: that which, as spiritual science, is to permeate human culture is fundamentally connected to the Central European spirit. But this must be veiled, concealed, and masked in some way from England. And in the 20th century, Mrs. Besant, too, has increasingly become an instrument of this veiling.

[ 48 ] Notwendigkeit zum Nachdenken über dasjenige, was in unserer Bewegung fließen soll, ist hinreichend vorhanden. Die geistig-irdische Aufgabe ist wirklich da. Dazu haben wir ja keine Veranlassung, ohne zu prüfen, dem einen oder dem anderen blinde Gefolgschaft zu leisten. Das aber ist heute noch nicht gerade etwas, was sehr verlockend sein kann: nichts anderes zu wollen als ehrlich bloß die Entwickelung der Wahrheit. Sie wissen, wie von allen Seiten innerhalb und außerhalb unserer Gesellschaft die Angriffe und auch der Spott und der Hohn nur so hereinhageln. Aber zu alldem kommt ja noch etwas anderes: Zu dem kommt, daß immer mehr und mehr dies aus unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung auch draußen in diese oder jene Seele hineinfließt — wer einen Blick dafür hat, der fühlt es schon, was von unseren Büchern oder unseren öffentlichen Vorträgen so hineinfließt in die Seele der Menschen. Aber wenn diese Menschen, die zuweilen recht gern das vertreten, was sie so einfließen lassen, sich rückhaltlos bekennen sollten zu dem, was in so ernster Weise sich gerade als unsere Bewegung hineinstellen soll in den Geistesgang der Menschheit, dann treten eigentümliche Erscheinungen zutage. Es ist manchmal wirklich so, daß die Menschen zwar manche Wahrheit gern auffassen, die gerade auf unserem Boden erzeugt wird, daß sie aber jedes ehrliche, vollkräftige Stehen zu uns so auffassen, als ob sie sich zum Beispiel durch eine wirkliche Berührung mit mir selber die Finger verbrennen würden. Es ist eine sehr häufige Erscheinung, häufiger als man meint! Unter denjenigen, die es ehrlich nicht mit irgendeiner Persönlichkeit, sondern mit dem meinen, was eben ehrliches geisteswissenschaftliches Wahrheitsstreben ist, von denen ist schon vorauszusetzen, daß sie auch in unbedingter Weise sich dazu bekennen. Denn, meine lieben Freunde, der Ernst ist groß, der Ernst ist ungeheuer.

[ 48 ] There is ample reason to reflect on what should be the guiding principle of our movement. The spiritual-earthly task is truly before us. We have no reason to follow one person or another blindly without first examining the matter. Yet today, this is not exactly something that can be very tempting: to desire nothing other than the honest pursuit of truth. You know how attacks, as well as ridicule and scorn, are pouring in from all sides, both within and outside our Society. But on top of all this comes something else: on top of that, more and more of what comes from our spiritual scientific movement is flowing out into this or that soul—anyone with an eye for it can already sense what flows from our books or our public lectures into people’s souls. But when these people—who at times are quite happy to advocate what they allow to flow in—were to unreservedly profess their commitment to what, in such a serious way, our movement is meant to establish within the spiritual life of humanity, then peculiar phenomena come to light. It is sometimes truly the case that, while people are happy to embrace certain truths that are generated right here on our own ground, they regard any honest, wholehearted commitment to us as if, for example, they were burning their fingers by actually coming into contact with me myself. This is a very common phenomenon—more common than one might think! Among those who are honestly concerned not with any particular personality but with what is, in fact, an honest spiritual-scientific quest for truth—it must be assumed that they also profess their commitment to it unconditionally. For, my dear friends, the gravity of the matter is great; the gravity is immense.

[ 49 ] Die Dinge, die ich gesagt habe, sollten nicht aus irgendeinem nationalen Gefühle heraus gesprochen sein. Ich habe Ihnen ja im Grunde genommen nur Tatsachen erzählt; sie sollten charakterisieren das, was als okkultistische Gegensätze in Europa vorhanden ist und was für den, der sehen will, vieles von den Gegensätzen des physischen Planes schon auch erklären kann.

[ 49 ] The things I have said should not be interpreted as stemming from any kind of national sentiment. After all, I have essentially only presented facts; they are intended to characterize the occult opposites that exist in Europe and which, for those who are willing to see, can already explain much of the contrasts on the physical plane.

[ 50 ] Und immer wieder möchte ich es betonen: Ernst brauchen wir, Ernst, um in einer ernsten Zeit die rechte Richtung zu finden, damit das werde, was ich auch schon hier betont habe, was in den Worten liegt:

[ 50 ] And I want to emphasize this again and again: We need seriousness—seriousness—to find the right direction in these serious times, so that what I have already emphasized here may come to pass, as expressed in these words:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls, spiritually aware,
Direct their minds toward the spirit realm.