Building Stones for an Understanding
of the Mystery of Golgotha
GA 175
20 February 1917, Berlin
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Building Stones for an Understanding of the Mystery of Golgotha, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] So recht praktisch gestalten im edelsten Sinne, was wir als Frucht der Geisteswissenschaft haben können, das kann dazu führen, zu empfinden, wie der Mensch in seinem gewöhnlichen äußeren Menschen den inneren Menschen, für die gewöhnliche Vorstellung einen durchaus zweiten Menschen, trägt. In dieser Beziehung bestehen wir wirklich alle als Menschen aus zwei Wesenheiten, wovon die eine Wesenheit, welche sich zusammensetzt mehr aus unserem physischen Leib und aus unserem ätherischen Leib, demjenigen angehört, was Außenwelt ist; Außenwelt in dem Sinne, daß dieser physische Leib und in gewissem Sinne auch der ätherische Leib Ausgestaltungen und Abbilder, Offenbarungen sind der uns immer umgebenden göttlich-geistigen Wesenheiten. Unser physischer Leib und unser Ätherleib in ihrer wahren Wesenheit, nicht wie wir sie als Menschen zunächst kennen, sind Bilder, nicht von uns, nicht von unserer Wirklichkeit, sondern Bilder, können wir sagen, der Götter, die sich ausleben, indem sie so, wie wir Menschen unsere Handlungen hervorbringen, hervorbringen unseren physischen Leib und unseren Ätherleib und diese beiden zur Entwickelung bringen. Der innere Mensch ist so, daß ihm näherliegt der astralische Leib und das Ich. Dieses Ich und der Astralleib sind für das Weltenall jünger als der physische Leib und Ätherleib. Das wissen wir ja aus den Mitteilungen, die auch in der «Geheimwissenschaft» verzeichnet sind. Dieses Ich und der Astralleib, sie sind dasjenige, was gleichsam ruht in dem Bette, das uns zubereitet wird von den göttlich-geistigen Wesenheiten, die das äußere Universum durchdringen und offenbaren. Und dieses Ich und der Astralleib sollen durch die Erfahrungen, durch die Erlebnisse, durch die Prüfungen, durch die Schicksalswendungen, die sie durchmachen durch den physischen und ätherischen Leib, allmählich aufsteigen zu den Entwickelungsstufen, die wir ja auch schon kennengelernt haben.
[ 1 ] To put into practice in the noblest sense what we can gain from spiritual science can lead us to perceive how the human being, within his ordinary outer self, carries within him the inner self—which, to the ordinary mind, is a completely separate person. In this respect, we all truly consist, as human beings, of two entities, one of which—composed primarily of our physical body and our etheric body—belongs to what is the external world; the external world in the sense that this physical body—and, in a certain sense, the etheric body as well—are manifestations, images, and revelations of the divine-spiritual beings that constantly surround us. Our physical body and our etheric body, in their true essence—not as we humans initially perceive them—are images, not of ourselves, not of our reality, but, we might say, images of the gods, who express themselves by bringing forth our physical body and our etheric body—just as we humans bring forth our actions—and by fostering the development of these two. The inner human being is such that the astral body and the “I” are closer to it. This “I” and the astral body are younger in the context of the universe than the physical body and the etheric body. We know this, of course, from the teachings recorded in *The Secret Science*. This “I” and the astral body are, so to speak, what rests in the bed prepared for us by the divine-spiritual beings who permeate and reveal the outer universe. And this “I” and the astral body are to gradually ascend, through the experiences, the trials, and the twists of fate they undergo through the physical and etheric bodies, to the stages of development that we have already come to know.
[ 2 ] Nun stehen wir, wie ich Ihnen schon angedeutet habe das letzte Mal, in innigsten Beziehungen zu dem ganzen Universum, zu dem ganzen Kosmos; in solchen Beziehungen, die, wie wir aus einer flüchtigen Rechnungsskizze das letzte Mal gesehen haben, sogar berechnet werden können, in Zahlen ausgedrückt werden können; die sich natürlich in vielem, vielem anderen noch äußern, aber, ich möchte sagen, zu unserer Überraschung in solchen Zahlen sich ausdrücken lassen, wie diese ist, daß die Zahl der Atemzüge, die der Mensch in einem Tage macht, gleichkommt der Zahl, welche der Frühlingspunkt der Sonne braucht an Jahren, um wiederum an seine alte Stelle zurückzukommen. Solche zahlenmäßigen Entdeckungen, wenn wir sie gefühlsmäßig durchdringen, können uns erfüllen mit einem Schauer, mit einem heiligen Schauer über unsere Zusammengehörigkeit mit dem göttlich-geistigen Universum, wie es sich in allen äußeren Erscheinungen offenbart.
[ 2 ] Now, as I already hinted at last time, we are in the most intimate relationship with the entire universe, with the entire cosmos; in such a relationship that, as we saw from a brief calculation last time, it can even be calculated and expressed in numbers; which, of course, manifest themselves in many, many other ways, but—I would say—to our surprise, can be expressed in numbers such as this: the number of breaths a person takes in a day is equal to the number of years it takes for the vernal equinox of the sun to return to its original position. Such numerical discoveries, when we penetrate them intuitively, can fill us with a shudder—a sacred shudder—at our oneness with the divine-spiritual universe, as it reveals itself in all external phenomena.
[ 3 ] Viel tiefer aber zeigt sich aus dieser Tatsache, daß wir der Mikrokosmos, die kleine Welt sind, die herausgestaltet, herausgeoffenbart ist aus dem Makrokosmos, aus der großen Welt, wenn wir solche Tatsachen ins Auge fassen, wie wir sie heute vor unsere Seele rücken wollen, solche Tatsachen, die ich nennen möchte die drei Begegnungen der Menschenseele mit den Wesen des Universums. Also sprechen möchte ich Ihnen heute von den drei Begegnungen der Menschenseele mit den Wesen des Universums.
[ 3 ] But this fact reveals something much deeper: that we are the microcosm, the small world, which has been formed and revealed from the macrocosm, the great world—when we contemplate such facts as we wish to bring before our souls today, facts that I would like to call the three encounters of the human soul with the beings of the universe. So today I would like to speak to you about the three encounters of the human soul with the beings of the universe.
[ 4 ] Wir wissen ja alle, daß wir zunächst, so wie wir als Erdenmenschen wandeln, an uns tragen den physischen Leib und den Ätherleib, den Astralleib und das Ich. Jede von diesen zwei Wesenheiten, die wir angeführt haben, trägt wiederum, ich möchte sagen, zwei Unterwesenheiten in sich: der mehr äußere Mensch den physischen Leib und Ätherleib, der mehr innere Mensch das Ich und den Astralleib. Nun wissen wir aber, daß der Mensch sich weiterentwickeln wird. Die Erde wird einen Abschluß erlangen. Die Erde wird sich weiterentwickeln durch eine Jupiter-, Venus-, durch eine Vulkan-Planetenentwickelung. Da wird der Mensch von Stufe zu Stufe aufsteigen. Zu seinem Ich, wissen wir, wird sich hinzuentwickeln eine höhere Wesenheit, die sich in ihm offenbaren wird: das Geistselbst, das so recht sich offenbaren wird während der Jupiterentwickelung, die auf unsere Erdenentwickelung folgen wird. Der Lebensgeist wird sich voll offenbaren im Menschen während der Venuszeit, und der eigentliche Geistesmensch wird sich offenbaren während der Vulkanzeit. Wir sehen also, indem wir der großen kosmischen Menschenzukunft entgegenblicken, auf diese dreistufige Entwickelung des Geistselbst, des Lebensgeistes, des Geistesmenschen. Aber diese drei, die uns gewissermaßen erwarten in unserer Zukunftsentwickelung, sie stehen heute schon in einer gewissen Beziehung zu uns, wenn sie auch noch gar nicht entwickelt sind; denn sie liegen beschlossen im Schoße der göttlich-geistigen Wesenheiten, die wir als höhere Hierarchien kennen gelernt haben. Sie werden uns herausgespendet aus diesen höheren Hierarchien. Und heute schon stehen wir in Beziehung zu diesen höheren Hierarchien, die uns in der Zukunft das Geistselbst, den Lebensgeist, den Geistesmenschen bescheren werden. So daß wir einfach sagen können, statt daß wir den komplizierten Ausdruck gebrauchen «Wir stehen in Beziehung zur Hierarchie der Angeloi»: «Wir stehen in Beziehung zu dem, was da kommen soll in der Zukunft, zu unserem Geistselbst.» Und statt daß wir sagen: «Wir stehen in Beziehung zu den Archangeloi», sagen wir: «Wir stehen in Beziehung zu dem in der Zukunft kommenden Lebensgeist» und so weiter.
[ 4 ] We all know, of course, that as we go about our lives as earthly human beings, we carry within us the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I.” Each of these two entities we have mentioned, in turn, contains—I would say—two sub-entities within itself: the more outer human being contains the physical body and the etheric body, while the more inner human being contains the I and the astral body. Now, however, we know that human beings will continue to evolve. The Earth will reach a conclusion. The Earth will continue to evolve through a Jupiteran, Venusian, and Vulcan planetary phase. There, the human being will ascend from stage to stage. We know that a higher being will develop into the human being’s “I” and reveal itself within him: the Spirit-Self, which will truly reveal itself during the Jupiteran phase that will follow our Earth’s evolution. The life spirit will fully reveal itself in human beings during the Venus period, and the true spiritual human being will reveal itself during the Vulcan period. Thus, as we look toward the great cosmic future of humanity, we see this three-stage development of the spiritual self, the life spirit, and the spiritual human being. But these three, which in a sense await us in our future development, already stand in a certain relationship to us today, even though they are not yet developed at all; for they lie enclosed within the bosom of the divine-spiritual beings whom we have come to know as the higher hierarchies. They will be bestowed upon us from these higher hierarchies. And even today we stand in relationship to these higher hierarchies, which will bestow upon us in the future the spiritual self, the life spirit, and the spiritual human being. So that instead of using the complicated expression “We stand in relationship to the hierarchy of the Angeloi,” we can simply say: “We stand in relationship to what is to come in the future, to our spiritual self.” And instead of saying, “We are in relationship with the Archangels,” we say, “We are in relationship with the Spirit of Life that is to come in the future,” and so on.
[ 5 ] Und in der Tat, wir Menschen sind in einer gewissen Beziehung mehr, jetzt schon der Anlage nach mehr — und in der geistigen Welt bedeuten Anlagen etwas weit Höheres als in der physischen Welt —, als bloß dieser viergliedrige Mensch: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Wir tragen als Keim schon das Geistselbst in uns, auch den Lebensgeist, auch den Geistesmenschen. Entwickeln aus uns werden sie sich später, aber wir tragen sie als Keim in uns. Und nicht nur so abstrakt, daß wir sie als Keim in uns tragen, ist das zu sagen, sondern dieses In-uns-Tragen ist ganz konkret gemeint, denn wir haben mit diesen höheren Gliedern unserer Wesenheit Begegnungen, wirkliche Begegnungen. Und diese Begegnungen, die liegen in der folgenden Weise: Wir würden als Menschen immer mehr und mehr dahin kommen, eine gewisse für die gegenwärtige Entwickelung des Menschen schwer erträgliche Entfremdung von allem Geistigen zu fühlen, wenn wir nicht von Zeit zu Zeit begegnen könnten unserem Geistselbst. Unser Ich muß jenem Höheren, jenem Geistselbst begegnen, das wir erst entwikkeln werden und das in einer gewissen Beziehung gleichartig ist mit Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi. So daß man in der populären Sprache auch sagen kann, wenn wir christlich sprechen: Wir müssen von Zeit zu Zeit begegnen einem Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, das uns besonders nahesteht, weil dieses Wesen, indem es uns begegnet, an uns geistig dasjenige vornimmt, was uns in die Lage versetzt, einstmals ein Geistselbst aufzunehmen. Und wir müssen eine Begegnung haben mit einem Wesen aus der Hierarchie der Archangeloi, weil dieses Wesen dann mit uns etwas vornimmt, was dazu führt, daß der Lebensgeist einstmals entwickelt wird und so weiter.
[ 5 ] And indeed, we human beings are, in a certain sense, more—already by nature more—and in the spiritual world, natural dispositions signify something far higher than in the physical world—than merely this fourfold human being: physical body, etheric body, astral body, and I. We already carry within us, as a seed, the spiritual self, the life spirit, and the spiritual human being. They will develop from within us later, but we carry them within us as a seed. And this is not to be understood merely in the abstract sense that we carry them as seeds within us; rather, this “carrying within us” is meant quite concretely, for we have encounters—real encounters—with these higher aspects of our being. And these encounters take place in the following way: As human beings, we would increasingly come to feel a certain alienation from all that is spiritual—one that is difficult to bear given the current stage of human development—if we were not able to encounter our spiritual self from time to time. Our “I” must encounter that higher being, that spiritual self, which we are yet to develop and which, in a certain sense, is akin to beings from the hierarchy of the Angeloi. So, to put it in popular terms—or, to speak in Christian terms—we must from time to time encounter a being from the hierarchy of the Angeloi who is particularly close to us, because this being, by encountering us, performs a spiritual act upon us that enables us to one day receive a spiritual self. And we must have an encounter with a being from the hierarchy of the Archangels, because this being then performs an action upon us that leads to the eventual development of the life spirit, and so on.
[ 6 ] Ob wir im christlichen Sinne dieses Wesen versetzen in die Hierarchie der Angeloi, oder ob wir mehr im antiken Sinne sprechen von dem, was die älteren Völker gemeint haben, wenn sie von dem Genius, von dem führenden Genius des Menschen sprachen, das ist im Grunde genommen ganz gleich. Wir wissen, wir leben in einer Zeit, wo es nicht vielen, sondern nur wenigen Menschen gestattet ist — aber diese Zeit wird bald anders werden —, hineinzuschauen in die geistige Welt, die Dinge und Wesenheiten der geistigen Welt zu schauen. Die Zeit ist vorbei, aber sie war da, wo man in einem viel umfänglicheren Sinne allgemein die Wesenheiten der geistigen Welt und auch die verschiedenen Entwickelungsvorgänge der geistigen Welt geschaut hat. Und in der Zeit, in der man gesprochen hat von dem Genius eines jeden Menschen, da hat man auch ein unmittelbar konkretes Anschauen von diesem Genius gehabt. Dieses konkrete Anschauen war in einer nicht so fern zurückliegenden Vergangenheit so stark noch, daß die Menschen es beschreiben konnten in aller Konkretheit, in aller Sachlichkeit; in einer Sachlichkeit, die die gegenwärtige Menschheit für Dichtung hält, die aber nicht als Dichtung gemeint ist. So schildert Plutarch — und ich möchte die Stelle wörtlich mitteilen — das Verhältnis des Menschen zu seinem Genius in der folgenden Art [Siehe Hinweise]. Plutarch, der griechische Schriftsteller, sagt, daß außer dem in den irdischen Leib versenkten Teil der Seele ein anderer, reiner Teil derselben außerhalb, über dem Haupte des Menschen schwebend bleibt, als ein Stern sich darstellend, der mit Recht sein Dämon, sein Genius, genannt wird, welcher ihn leitet, und dem der Weise willig folgt. — Also so konkret schildert Plutarch das, was er nicht als eine Dichtung, sondern als eine konkrete äußere Wirklichkeit meint, daß er ausdrücklich darauf hinweist: Für das übrige ist der geistige Teil des Menschen gewissermaßen mit dem physischen Leibe zugleich zu schauen, so daß der geistige Teil den physischen in demselben Raume normalerweise ausfüllt; aber, was den Genius betrifft, den leitenden, führenden Geist des Menschen, der ist noch als etwas Besonderes außerhalb des Hauptes für jeden Menschen zu sehen. — Und Paracelsus, einer der letzten, die ohne besondere Anleitung oder ohne besondere Veranlagung kräftige Kunde von diesen Dingen hatten, sagte aus sich heraus ungefähr das gleiche über diese Erscheinung. Und viele andere. Dieser Genius ist nichts anderes als das werdende Geistselbst, getragen allerdings von einem Wesen aus der Hierarchie der Angeloi.
[ 6 ] Whether we place this being within the hierarchy of the angels in the Christian sense, or whether we speak more in the ancient sense of what the peoples of old meant when they spoke of the genius, of the guiding genius of the human being—it makes no difference at all, really. We know that we live in a time when not many, but only a few people are permitted—though this will soon change—to look into the spiritual world and perceive the things and beings of that world. That time has passed, but there was a time when, in a much broader sense, people generally perceived the beings of the spiritual world as well as the various processes of development within it. And in the time when people spoke of the genius of every human being, they also had a direct, concrete perception of this genius. This concrete perception was still so strong in the not-too-distant past that people could describe it in all its concreteness, in all its objectivity—an objectivity that present-day humanity regards as fiction, but which is not intended as such. Thus Plutarch—and I would like to quote the passage verbatim—describes the relationship between the human being and his genius in the following way [See Notes]. Plutarch, the Greek writer, says that apart from the part of the soul immersed in the earthly body, another, purer part of it remains outside, hovering above the person’s head, appearing as a star that is rightly called his daemon, his genius, which guides him and which the wise person willingly follows. — Plutarch describes this so concretely—not as a work of fiction, but as a concrete external reality—that he explicitly points out: For the rest, the spiritual part of the human being is, so to speak, to be viewed simultaneously with the physical body, so that the spiritual part normally fills the physical body within the same space; but as for the genius—the guiding, leading spirit of the human being—it is still to be seen as something distinct, outside the head, for every person. — And Paracelsus, one of the last to possess profound knowledge of these matters without special instruction or a particular predisposition, spoke of this phenomenon in much the same way of his own accord. And many others as well. This genius is nothing other than the spirit self in the making, though it is borne by a being from the hierarchy of the Angeloi.
[ 7 ] Es ist sehr bedeutsam, sich ein wenig in diese Dinge zu vertiefen; denn mit dem Sichtbarwerden dieses Genius hat es seine besondere Bewandtnis, und die lernt man verstehen, wenn man unter anderem — es könnte auch von einem ganz anderen Gesichtspunkte zu der Sache geführt werden, aber nehmen wir den einen Gesichtspunkt — das Verhältnis der Menschen in ihrem gegenseitigen Verkehr untereinander auffaßt. Dieses Verhältnis der Menschen in ihrem gegenseitigen Verkehr untereinander, das lehrt uns etwas. Es lehrt uns etwas keineswegs Unbedeutsames im Hinblick auf die geistigen Glieder der menschlichen Wesenheit. Wenn zwei Menschen sich begegnen, und der Mensch nur imstande ist, mit seinem physisch-sinnlichen Auge diese Begegnung zu beobachten — nun, da merkt er, daß sie aufeinander loskommen, daß sie sich vielleicht begrüßen und dergleichen. Wenn der Mensch aber in der Lage ist, den Vorgang geistig zu beobachten, so findet er, daß mit jeder menschlichen Begegnung wirklich verknüpft ist ein geistiger Vorgang, der sich unter anderem darin äußert, daß der Teil des Ätherleibes, der den Kopf bildet, so lange als zwei Menschen nebeneinander stehen, ein Ausdruck wird für die auch feinste Sympathie und Antipathie, welche diese zwei Menschen, die zusammenkommen, einander entgegenbringen. Nehmen wir an, zwei Menschen begegnen einander, die einander nicht ausstehen können. Nehmen wir den extremen Fall, aber er kommt ja vor im Leben: Zwei Menschen begegnen einander, die sich nicht ausstehen können, und zwar sei dieses Gefühl der hervorragenden Antipathie gegenseitig. Da tritt das ein, daß der Teil des Ätherleibes, der den Kopf bildet, bei beiden Menschen sich aus dem Kopf herausneigt, und die Ätherleiber des Kopfes sich zusammenneigen. Gleichsam wie ein fortdauerndes Kopfneigen mit Bezug auf den ätherischen Menschen, so stellt sich die Antipathie heraus, wenn zwei Menschen sich begegnen, die sich eben nicht ausstehen können. — Wenn zwei Menschen zusammenkommen, die sich lieben, so merkt man einen ähnlichen Vorgang. Dann tritt nur der Ätherkopf zurück, beugt sich ab nach rückwärts. Und auf diese Weise entsteht in beiden Fällen — ob sich dann, wenn man sich nicht ausstehen kann, der Ätherleib gleichsam grußartig nach vorne neigt, oder ob er sich nach rückwärts neigt, wenn man sich liebt —, in beiden Fällen entsteht gewissermaßen das, daß durch das Herausneigen des Ätherleibes des Kopfes der physische Kopf freier wird, als er sonst ist. Es ist immer nur relativ; es geht der Ätherleib nicht ganz heraus, aber er verlagert sich und geht zurück, so daß man eine Fortsetzung erblickt. Aber dadurch füllt jetzt ein dünnerer Ätherleib das Haupt aus, als wenn man allein steht. Das hat zur Folge, daß durch diesen dünneren Ätherleib, der den Kopf ausfüllt, im Haupte der Astralleib, der dableibt, deutlicher sichtbar wird für das hellsichtige Anschauen. So daß nicht nur diese Bewegung des Ätherleibes eintritt, sondern daß tatsächlich mit dem Haupte des Menschen eine astralische Lichtveränderung vor sich geht. Darauf, wiederum nicht auf einer Dichtung, sondern auf einer tatsächlichen Wahrheit, beruht das, daß man, wo man von den Dingen etwas versteht, Menschen, die in der Lage sind, vieles selbstlos zu lieben, abbilden muß mit einer Kopfaura, was man einen Heiligenschein nennt. Denn wenn zwei Menschen einander einfach begegnen, wobei in der Liebe immer ein starker Einschlag von Egoismus ist, so ist die Erscheinung nicht so auffällig. Wenn aber ein Mensch der Menschheit sich gegenüberstellt in Augenblicken, wo er es nicht mit sich und seiner persönlichen Beziehung zu einem anderen Menschen zu tun hat, sondern mit etwas allgemein Menschlichem, mit etwas, das mit ällgemeiner Menschenliebe zusammenhängt, so treten auch die Dinge ein. Dann aber wird der Astralleib in der Hauptesgegend mächtig sichtbar. Und sind Leute da, die imstande sind, selbstlose Liebe an einem Menschen hellsichtig zu schauen, dann sehen sie den Heiligenschein und sind gedrängt, den Heiligenschein als eine Realität zu malen, oder wie man es eben dann macht. Diese Dinge hängen durchaus mit objektiven Tatsachen der geistigen Welt zusammen. Was da objektiv vorhanden ist, was als fortdauernde Wirklichkeit der Menschheitsentwickelung vorhanden ist, das ist aber noch mit etwas anderem verbunden.
[ 7 ] It is very important to delve a little deeper into these matters; for there is a special significance to the manifestation of this genius, and one comes to understand it when, among other things—though one could approach the matter from an entirely different perspective, but let us take this one perspective—one considers the relationship between people in their interactions with one another. This relationship between people in their mutual interactions teaches us something. It teaches us something by no means insignificant with regard to the spiritual aspects of the human being. When two people meet, and a person is only able to observe this encounter with their physical, sensory eye—well, then they notice that the two approach one another, that they may greet each other, and so on. But if a person is able to observe the process spiritually, they will find that every human encounter is in fact linked to a spiritual process that manifests itself, among other things, in the fact that the part of the etheric body that forms the head, as long as two people stand side by side, becomes an expression of even the most subtle sympathies and antipathies that these two people, coming together, feel toward one another. Let us suppose that two people meet who cannot stand each other. Let us take the extreme case—though it does occur in life: Two people meet who cannot stand each other, and let this feeling of intense antipathy be mutual. What happens then is that the part of the etheric body that forms the head tilts outward from the head in both people, and the etheric bodies of the head lean toward one another. It is as if there were a continuous tilting of the head with regard to the etheric human being; this is how antipathy manifests when two people meet who simply cannot stand each other. — When two people who love each other come together, a similar process can be observed. In that case, however, the etheric head recedes, tilting backward. And in this way, in both cases—whether, when people cannot stand one another, the etheric body leans forward as if in greeting, or whether it leans backward when they love one another—in both cases, what arises, so to speak, is that through the leaning out of the etheric body of the head, the physical head becomes freer than it otherwise is. It is always only relative; the etheric body does not withdraw completely, but it shifts and recedes, so that one perceives a continuation. But as a result, a thinner etheric body now fills the head than when one is standing alone. The result is that, through this thinner etheric body filling the head, the astral body that remains there becomes more clearly visible to clairvoyant observation. So that not only does this movement of the etheric body occur, but an astral change in luminosity actually takes place in the human head. This—again, not based on a myth but on an actual truth—is the reason why, where one understands these things, people who are capable of loving selflessly must be depicted with a head aura, what is called a halo. For when two people simply meet—and there is always a strong element of selfishness in love—the phenomenon is not so conspicuous. But when a person stands before humanity in moments when they are not concerned with themselves and their personal relationship to another person, but with something universally human, with something connected to universal love for humanity, then these things also come to pass. Then, however, the astral body becomes powerfully visible in the region of the head. And if there are people who are capable of clairvoyantly perceiving selfless love in a person, they see the halo and feel compelled to paint the halo as a reality—or however one chooses to express it at that moment. These things are certainly connected to objective facts of the spiritual world. What is objectively present there—what exists as a continuing reality of human development—is, however, connected to something else as well.
[ 8 ] Der Mensch muß wirklich von Zeit zu Zeit eine innigere Gemeinschaft mit seinem Geistselbst eingehen, mit dem Geistselbst, das nun auch in der astralischen Aura, die so sichtbar wird in dem, was ich Ihnen angedeutet habe, veranlagt, nicht entwickelt ist, die gleichsam von oben, von dem Zukünftigen überstrahlt wird, der Mensch muß mit seinem Geistselbst von Zeit zu Zeit zusammentreffen. Und wann geschieht dieses?
[ 8 ] span>From time to time, a person must truly enter into a deeper communion with their spiritual self—the spiritual self that is now also present in the astral aura, which becomes so visible in what I have indicated to you, though it is still latent, not yet developed, and is, as it were, outshone from above by the future. A person must meet with their spiritual self from time to time. And when does this happen?
[ 9 ] Da kommen wir auf die erste Begegnung, von der wir zu sprechen haben. Wann geschieht dies? Es geschieht einfach jedesmal ungefähr beim normalen Schlafe in der Mitte zwischen Einschlafen und Aufwachen. Bei den Menschen, die dem Naturleben näherstehen, bei den einfachen Landleuten, die mit der sinkenden Sonne schlafen gehen und entsprechend mit der aufgehenden Sonne aufstehen, fällt diese Mitte der Schlafenszeit auch wiederum mit der Mitte der Nacht mehr oder weniger zusammen. Bei dem Menschen, der sich herausreißt aus den Naturzusammenhängen, ist das weniger der Fall. Aber darauf beruht ja die menschliche Freiheit, daß dies möglich ist. Der Mensch der modernen Kultur kann sich sein Leben einrichten, wie er will; zwar nicht, ohne daß das von einem gewissen Einfluß ist auf dieses Leben, aber er kann es sich in gewissen Grenzen einrichten, wie er will. Dann kann er doch in der Mitte einer längeren Schlafenszeit das erleben, was man nennt ein innigeres Zusammensein mit dem Geistselbst, also mit den geistigen Qualitäten, aus denen das Geistselbst genommen sein wird, eine Begegnung mit dem Genius. Diese Begegnung mit dem Genius findet also beim Menschen, cum grano salis gesprochen, jede Nacht, das heißt jede Schlafenszeit, statt. Und dies ist wichtig für den Menschen. Denn was wir auch haben können an einem die Seele befriedigenden Gefühl über den Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt, es beruht darauf, daß diese Begegnung während der Schlafenszeit mit dem Genius nachwirkt. Das Gefühl, das wir im wachen Zustand bekommen können von unserem Zusammenhang mit der geistigen Welt, ist eine Nachwirkung dieser Begegnung mit dem Genius. Das ist die erste Begegnung mit der höheren Welt, von der man als zunächst etwas Unbewußtem für die meisten Menschen heute sprechen kann, das aber immer bewußter und bewußter werden wird, je mehr die Menschen die Nachwirkung gewahr werden dadurch, daß sie ihr waches Bewußtseinsleben in den Empfindungen durch Aufnahme der Ideen und Vorstellungen der Geisteswissenschaft so verfeinern, daß die Seele eben nicht zu grob ist, um die Nachwirkung aufmerksam zu betrachten. Denn nur darauf kommt es an, daß die Seele fein genug ist, in ihrem inneren Leben intim genug ist, um diese Nachwirkungen zu betrachten. In irgendeiner Form kommt diese Begegnung mit dem Genius bei jedem Menschen oftmals zum Bewußtsein, nur ist die heutige materialistische Umgebung, das Erfülltsein mit den Begriffen, die aus der materialistischen Weltanschauung kommen, namentlich das von der materialistischen Gesinnung durchzogene Leben, nicht geeignet, die Seele aufmerksam sein zu lassen auf dasjenige, was durch diese Begegnung mit dem Genius hergestellt wird. Es wird einfach dadurch, daß die Menschen sich mit geistigeren Begriffen, als der Materialismus ihnen liefern kann, vertiefen, die Anschauung von dieser Begegnung mit dem Genius in jeder Nacht etwas mehr und mehr Selbstverständliches für den Menschen.
[ 9 ] This brings us to the first encounter we need to discuss. When does this happen? It simply occurs every time, roughly during normal sleep, halfway between falling asleep and waking up. For people who live closer to nature—simple country folk who go to sleep as the sun sets and rise with the rising sun—this midpoint of sleep more or less coincides with the middle of the night. For people who have broken away from the rhythms of nature, this is less often the case. But human freedom is based precisely on the fact that this is possible. People in modern culture can organize their lives as they wish; not without this being subject to a certain influence, but within certain limits, they can arrange their lives as they please. Then, in the middle of a longer period of sleep, they can experience what is called a deeper communion with the spiritual self—that is, with the spiritual qualities from which the spiritual self is drawn—an encounter with the genius. This encounter with the genius thus takes place in human beings, cum grano salis, every night—that is, during every period of sleep. And this is important for human beings. For whatever sense of satisfaction the soul may derive from our connection to the spiritual world is based on the aftereffects of this encounter with the genius that occurs during sleep. The feeling we can experience while awake regarding our connection to the spiritual world is an aftereffect of this encounter with the Genius. This is the first encounter with the higher world, which for most people today can be described as something initially unconscious, but which will become more and more conscious the more people become aware of the aftereffects by refining their waking consciousness through the absorption of the ideas and concepts of spiritual science, so that the soul is not too coarse to observe these aftereffects attentively. For what matters above all is that the soul be fine enough and intimate enough in its inner life to observe these aftereffects. In one form or another, this encounter with the genius often comes to consciousness in every human being; however, today’s materialistic environment—the saturation with concepts derived from the materialistic worldview, particularly a life permeated by a materialistic mindset—is not conducive to allowing the soul to remain attentive to what is brought about by this encounter with the genius. Simply by immersing themselves in more spiritual concepts than materialism can provide, the perception of this encounter with the genius will become, night by night, something more and more self-evident to human beings.
[ 10 ] Eine höhere Begegnung ist die zweite, von der wir nun zu sprechen haben.
[ 10 ] The second encounter—a more profound one—is the one we will now discuss.
[ 11 ] Sehen Sie, schon aus der Andeutung, die ich gegeben habe, können Sie entnehmen, daß diese erste Begegnung mit dem Genius zusammenhängt mit dem Tageslauf. Sie würde, wenn wir unser äußeres Leben ganz anpassen würden als mehr unfreie Menschen, als wie wir sie sind während der modernen Kultur, zusammenfallen mit der Mitternachtsstunde. In jeder Mitternachtsstunde würde der Mensch diese Begegnung mit dem Genius haben. Aber darauf beruht die Freiheit des Menschen, daß sich das verschiebt. Also das, wo das Ich sich mit dem Genius begegnet, das verschiebt sich. Dagegen kann sich viel weniger verschieben die zweite Begegnung. Denn dasjenige, was mehr an den astralischen Leib und Ätherleib gebunden ist, das verschiebt sich weniger gegenüber der makrokosmischen Ordnung. Was mit dem Ich und physischen Leib verbunden ist, das verschiebt sich für den heutigen Menschen sehr stark. Die zweite Begegnung ist daher schon mehr an die große makrokosmische Ordnung gebunden. Diese zweite Begegnung ist nun ebenso an den Jahreslauf gebunden, wie die erste an den Tageslauf gebunden ist. Und da muß ich aufmerksam machen auf manches, was ich ja über diese Sache schon von anderen Gesichtspunkten aus angedeutet habe.
[ 11 ] You see, even from the hint I have given, you can deduce that this first encounter with the genius is connected to the course of the day. If we were to adapt our external lives completely—as people who are less free than we are in modern culture—it would coincide with midnight. At every midnight, a person would have this encounter with the genius. But human freedom is based on the fact that this shifts. So the moment when the “I” encounters the genius shifts. In contrast, the second encounter is much less subject to such shifts. For that which is more closely bound to the astral body and the etheric body shifts less in relation to the macrocosmic order. What is connected to the “I” and the physical body shifts very significantly for people today. The second encounter is therefore already more closely bound to the great macrocosmic order. This second encounter is now just as closely bound to the course of the year as the first is to the course of the day. And here I must draw attention to certain points that I have already alluded to regarding this matter from other perspectives.
[ 12 ] Das Leben des Menschen in seiner Ganzheit verläuft tatsächlich nicht im ganzen Jahreslauf in gleichmäßiger Art, sondern der Mensch macht Veränderungen durch während des Jahreslaufes.
[ 12 ] A person’s life, taken as a whole, does not in fact proceed in a uniform manner throughout the year; rather, a person undergoes changes as the year progresses.
[ 13 ] In der Sommerzeit, wenn die Sonne ihre höchste Wärmeentfaltung hat, da ist der Mensch viel mehr seinem physischen Leben anheimgegeben, und damit auch dem physischen Leben der Umgebung, als wäh rend der Winterzeit, wo der Mensch gewissermaßen kämpfen muß gegen die äußeren elementarischen Erscheinungen, wo er mehr auf sich angewiesen ist. Da reißt sich auch mehr sein Geistiges los — von sich und auch von der Erde —, und er ist mit der geistigen Welt, mit der ganzen geistigen Umgebung verbunden.
[ 13 ] During the summer, when the sun is at its hottest, human beings are much more at the mercy of their physical lives—and thus also of the physical life of their surroundings—than during the winter, when they must, in a sense, struggle against the external elemental forces and are more reliant on themselves. This is also when their spiritual nature breaks free—from themselves and also from the earth—and they are connected to the spiritual world, to the entire spiritual environment.
[ 14 ] Daher ist die eigentümliche Empfindung, die wir mit dem Weihnachtsmysterium und dem Weihnachtsfest verbinden, keineswegs etwas "Willkürliches, sondern sie hängt zusammen mit der Festsetzung des Weihnachtsfestes. In jenen Wintertagen, an denen das Fest angesetzt ist, da ist der Mensch in der Tat, wie die ganze Erde, dem Geiste hingegeben. Da durchlebt der Mensch gewissermaßen ein Reich, wo der Geist ihm nahesteht. Und die Folge davon ist eben das, daß um die Weihnachtszeit, so bis zu unserem heutigen Neujahr hin, der Mensch ebenso eine Begegnung seines Astralleibes mit dem Lebensgeist durchmacht, wie er für die erste Begegnung die Begegnung des Ich mit dem Geistselbst durchmacht. Und auf dieser Begegnung mit dem Lebensgeist beruht das Nahesein dem Christus Jesus. Denn durch den Lebensgeist offenbart sich der Christus Jesus. Er offenbart sich durch ein Wesen aus dem Reiche der Archangeloi. Selbstverständlich ist er ein unendlich viel höheres Wesen, aber nicht darauf kommt es jetzt an, sondern darauf, daß er sich offenbart durch ein Wesen aus dem Reiche der Archangeloi. So daß wir durch diese Begegnung für die heutige Entwickelung, für die Entwickelung seit dem Mysterium von Golgatha, eben dem Christus Jesus besonders nahestehen, und daß wir die Begegnung mit dem Lebensgeist in gewisser Beziehung auch die in den tiefen Untergründen der Seele vor sich gehende Begegnung mit dem Christus Jesus nennen können. Wenn nun der Mensch — sei es durch die Entwickelung des Geistesbewußtseins im Bereiche der religiösen Vertiefung und der religiösen Übung, oder sei es, diese religiöse Übung und religiöse Empfindung ergänzend, auch noch durch Aufnahme von Vorstellungen der Geisteswissenschaft —, wenn nun der Mensch sein Empfindungsleben vertieft, vergeistigt auf die geschilderte Weise, dann wird er ebenso, wie er im wachen Leben die Nachwirkung der Begegnung mit dem Genius erleben kann, erleben die Nachwirkung der Begegnung mit dem Lebensgeist, beziehungsweise mit dem Christus. Und es ist tatsächlich so, daß in der Zeit, die nun auf die angedeutete Weihnachtszeit folgt, bis zur Osterzeit hin, die Verhältnisse ganz besonders günstig liegen, um sich zum Bewußtsein zu bringen die Begegnung des Menschen mit dem Christus Jesus.
[ 14 ] Therefore, the unique feeling we associate with the mystery of Christmas and the Christmas celebration is by no means something “arbitrary,” but is connected to the establishment of the Christmas celebration. During those winter days on which the festival is set, human beings—like the entire earth—are indeed devoted to the spirit. During this time, human beings experience, as it were, a realm where the spirit is close to them. And the consequence of this is precisely that, during the Christmas season—right up to our modern New Year’s Day—human beings undergo an encounter of their astral body with the Spirit of Life, just as they undergo, in the first encounter, the encounter of the “I” with the Spiritual Self. And this encounter with the Spirit of Life is the basis for our closeness to Christ Jesus. For it is through the Spirit of Life that Christ Jesus reveals Himself. He reveals Himself through a being from the realm of the Archangels. Of course, He is an infinitely higher being, but that is not the point here; rather, the point is that He reveals Himself through a being from the realm of the Archangels. Thus, through this encounter, we stand particularly close to Christ Jesus in relation to today’s development—that is, the development since the Mystery of Golgotha—and we can, in a certain sense, also call the encounter with the Spirit of Life the encounter with Christ Jesus that takes place in the deepest recesses of the soul. Now, when a person—whether through the development of spiritual consciousness in the realm of religious deepening and religious practice, or, as a complement to this religious practice and religious feeling, by also taking in ideas from spiritual science—if a person deepens and spiritualizes their emotional life in the manner described, then just as they can experience the aftereffects of the encounter with the Genius in waking life, they will also experience the aftereffects of the encounter with the Spirit of Life, or with Christ. And it is indeed the case that in the period following the Christmas season—as indicated—and leading up to Easter, conditions are particularly favorable for bringing to consciousness the encounter of the human being with Christ Jesus.
[ 15 ] In tiefsinniger Weise — und man sollte das nicht durch eine abstrakte materialistische Kultur heute verwischen — ist die Weihnachtszeit gebunden an Vorgänge der Erde, weil der Mensch mit der Erde die Weihnachtsveränderung der Erde durchmacht. Die Osterzeit ist bestimmt nach den Vorgängen am Himmel. Der Ostersonntag soll festgesetzt werden auf den ersten Sonntag, der folgt auf den ersten Vollmond nach der Frühlingstagundnachtgleiche-Zeit. Während also die Weihnachtszeit durch Verhältnisse der Erde festgesetzt ist, ist von oben herunter bestimmt die Festsetzung der Osterzeit. Denn ebenso wahr, wie wir durch all dasjenige, was wir geschildert haben, mit den Erdenverhältnissen zusammenhängen, ebenso wahr hängen wir zusammen durch dasjenige, was ich jetzt zu schildern habe, mit den Himmelsverhältnissen, mit den großen, kosmisch-geistigen Verhältnissen. Denn die Osterzeit, das ist diejenige Zeit im konkreten Jahresablauf, in der alles dasjenige, was durch die Begegnung mit dem Christus in der Weihnachtszeit in uns veranlaßt worden ist, wiederum sich mit unserem physischen Erdenmenschen so recht verbindet. Und das große Mysterium, das Karfreitagsmysterium, das dem Menschen das Mysterium von Golgatha zur Osterzeit vergegenwärtigt, hat neben allem anderen auch noch diese Bedeutung, daß der Christus, der gleichsam neben uns einherwandelt, in der Zeit, die ich beschrieben habe, sich nun uns am meisten nähert, gewissermaßen, grob gesprochen, in uns selber verschwindet, uns durchdringt, so daß er bei uns bleiben kann für die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha, in der Zeit, die jetzt kommt als Sommerzeit, in der sich in alten Mysterien zu Johanni die Menschen mit dem Makrokosmos haben verbinden wollen auf eine andere Weise, als das nach dem Mysterium von Golgatha sein muß.
[ 15 ] In a profound way—and this should not be obscured by today’s abstract materialistic culture—the Christmas season is linked to events on Earth, because human beings experience the Christmas transformation of the Earth together with the Earth itself. The Easter season is determined by events in the heavens. Easter Sunday is to be set on the first Sunday following the first full moon after the spring equinox. So while the Christmas season is determined by earthly conditions, the date of Easter is determined from above. For just as truly as we are connected to earthly conditions through all that we have described, so too are we connected—through what I am now about to describe—to celestial conditions, to the great, cosmic-spiritual conditions. For the Easter season is that time in the concrete course of the year when everything that was set in motion within us through the encounter with Christ during the Christmas season once again truly unites with our physical, earthly human being. And the great Mystery—the Mystery of Good Friday—which brings the Mystery of Golgotha to life for us at Easter, has, among other things, this significance: that Christ, who walks alongside us, as it were, draws closest to us during the time I have described; in a sense, roughly speaking, disappears into us, permeates us, so that he can remain with us for the time following the Mystery of Golgotha—the time that is now coming as summer, during which, in the ancient mysteries of St. John’s Day, people sought to connect with the macrocosm in a different way than is necessary after the Mystery of Golgotha.
[ 16 ] Sie sehen, wir sind in dieser Beziehung der Mikrokosmos, der eingegliedert ist in den Makrokosmos in einer tief bedeutsamen Weise. Und es ist jedesmal ein Zusammengehen mit dem Makrokosmos im Jahreslebenslauf da, das aber gebunden ist, weil es mehr innerlich ist im Menschen, an den Jahreslebenslauf. So versucht uns nach und nach die Geisteswissenschaft zu enthüllen, was der Mensch an Vorstellungen, an geisteswissenschaftlichen Vorstellungen sich aneignen kann über den seit dem Mysterium von Golgatha unser Erdenleben durchsetzenden und durchdringenden Christus.
[ 16 ] You see, in this respect we are the microcosm, integrated into the macrocosm in a profoundly significant way. And there is always a convergence with the macrocosm in the course of the year, but this convergence is bound—because it is more internal to the human being—to the course of the year. Thus, spiritual science seeks to reveal to us, step by step, what human beings can grasp in terms of concepts—specifically, spiritual-scientific concepts—regarding the Christ who has permeated and infused our earthly life since the Mystery of Golgotha.
[ 17 ] Und ich glaube an dieser Stelle eine Einschaltung machen zu sollen, die wichtig ist, und die gerade von den Freunden unserer Geisteswissenschaft recht gut verstanden werden sollte.
[ 17 ] And I believe I should make a point here that is important and that should be particularly well understood by the friends of our spiritual science.
[ 18 ] Man sollte nicht die Sache so darstellen, als ob geisteswissenschaftliche Bestrebungen ein Ersatz sein sollten für die religiöse Übung und das religiöse Leben. Geisteswissenschaft kann im höchsten Maße und insbesondere auch mit Bezug auf das Christus-Mysterium eine Stütze, eine Unterbauung des religiösen Lebens und der religiösen Übung sein; aber man sollte Geisteswissenschaft nicht geradezu zur Religion machen, sondern man sollte sich klar sein darüber, daß Religion in ihrem lebendigen Leben, in ihrem lebendigen Geübtwerden innerhalb der menschlichen Gemeinschaft das Geistbewußtsein der Seele entfacht. Soll dieses Geistbewußtsein im Menschen lebendig werden, so kann der Mensch nicht bei abstrakten Vorstellungen von Gott oder Christus stehen bleiben, sondern er muß immer erneut in der religiösen Übung, in der religiösen Betätigung, die ja für die verschiedenen Menschen die verschiedensten Formen annehmen kann, darinnenstehen als in etwas, was ihn als ein religiöses Milieu umgibt, was als ein religiöses Milieu zu ihm spricht. Und ist dieses religiöse Milieu tief genug, findet dieses religiöse Milieu die Mittel, die Seele genügend anzuregen, so wird diese Seele schon Sehnsucht empfinden, gerade dann Sehnsucht empfinden auch zu jenen Vorstellungen hin, welche in der Geisteswissenschaft entwickelt werden. Ist in objektiver Beziehung Geisteswissenschaft ganz sicherlich eine Stütze der religiösen Erbauung, so ist in subjektiver Beziehung heute die Zeit gekommen, von der wir sagen müssen, daß ein recht religiös empfindender Mensch gerade durch das religiöse Empfinden hingetrieben wird, auch zu erkennen. Denn im religiösen Empfinden wird das Geistbewußtsein, in der Geisteswissenschaft die Geist-Erkenntnis, so wie in der Naturwissenschaft die Naturerkenntnis, errungen; und das Geistbewußtsein führt zu dem Drange, GeistErkenntnis sich zu erwerben. Subjektiv kann man sagen, daß gerade ein inniges religiöses Leben den heutigen Menschen zur Geisteswissenschaft treiben kann.
[ 18 ] One should not present the matter as though spiritual scientific endeavors were meant to be a substitute for religious practice and religious life. Spiritual science can, to the highest degree—and especially in relation to the Mystery of Christ—serve as a support and foundation for religious life and religious practice; but one should not turn spiritual science into a religion per se. Rather, one should be clear that religion, in its living reality and in its active practice within the human community, kindles the soul’s spiritual consciousness. If this spiritual consciousness is to come alive within a person, that person cannot remain at the level of abstract concepts of God or Christ; rather, they must continually immerse themselves anew in religious practice and religious activity—which, of course, can take the most varied forms for different people—as something that surrounds them as a religious milieu, something that speaks to them as a religious milieu. And if this religious environment is deep enough, if it finds the means to sufficiently stimulate the soul, then that soul will already feel a longing—and at that very moment, a longing even for those concepts that are developed in spiritual science. While, objectively speaking, spiritual science is most certainly a pillar of religious edification, subjectively speaking, the time has now come when we must say that a truly religiously sensitive person is driven precisely by that religious sensibility to recognize this as well. For in religious feeling, spiritual consciousness is attained; in spiritual science, spiritual knowledge is attained, just as in the natural sciences, knowledge of nature is attained; and spiritual consciousness leads to the urge to acquire spiritual knowledge. Subjectively speaking, one can say that it is precisely a deep religious life that can drive people today toward spiritual science.
[ 19 ] Eine dritte Begegnung ist diejenige, in welcher der Mensch herankommt, nahekommt dem ganz spät in der Zukunft zu entwickelnden eigentlichen Geistesmenschen, vermittelt durch ein Wesen der Hierarchie der Archai. Wir können sagen: Die Alten, und auch noch die Menschen der Gegenwart — nur daß die Menschen der Gegenwart meist, wenn sie von diesen Dingen sprechen, nicht mehr ein Bewußtsein von der tieferen Wahrheit der Sache haben —, sie empfanden und empfinden diese Begegnung als die Begegnung mit dem, was die Welt durchdringt, was wir kaum mehr unterscheiden können in uns selbst und in der Welt, sondern wo wir aufgehen mit unserem Selbst in der Welt als in einer Einheit. Und so wie man bei der zweiten Begegnung zugleich sprechen kann von einer Begegnung mit dem Christus Jesus, so kann man bei der dritten Begegnung sprechen von der Begegnung mit dem Vater-Prinzip, mit dem «Vater» als dem der Welt zugrunde Liegenden; mit dem, was man empfindet, wenn man richtig empfindet, als das, was in den Religionen mit dem «Vater» gemeint ist. Diese Begegnung, die ist nun wiederum so, daß sie unser intimes Verhältnis zum Makrokosmos, zum göttlich-geistigen Universum offenbart. Der tägliche Verlauf der universellen Vorgänge, der Weltenvorgänge, schließt ein für uns die Begegnung mit dem Genius. Der jährliche Verlauf schließt ein für uns die Begegnung mit dem Christus Jesus. Und der Verlauf des ganzen Menschenlebens, dieses Menschenlebens, das normalerweise eben als das Patriarchenleben von 70 Jahren bezeichnet werden kann, schließt sich zusammen mit der Begegnung mit dem Vater-Prinzip. Wir werden eine gewisse Zeit unseres physischen Erdenlebens, mit Recht durch die Erziehung heute vielfach unbewußt, aber doch eben darauf vorbereitet und erleben dann — zumeist für die Menschen zwischen dem 28. und 42. Jahre unbewußt, aber in den intimen Tiefen der Seele vollwertig — die Begegnung mit diesem Vater-Prinzip. Dann kann die Nachwirkung .in das spätere Leben hineinragen, wenn wir feine Empfindungen genug entwickeln, um auf das zu achten, was so in unser Leben aus uns selber "kommend als Nachwirkung der Begegnung mit dem Vater-Prinzip hereinspielt.
[ 19 ] A third encounter is the one in which human beings approach and draw near to the true spiritual human being—who is to be developed very far into the future—mediated by a being from the Hierarchy of the Archai. We can say: The ancients, and even people of the present day—though people of the present day, for the most part, when they speak of these things, no longer have an awareness of the deeper truth of the matter— they perceived and continue to perceive this encounter as an encounter with that which permeates the world—something we can scarcely distinguish anymore within ourselves and in the world, but in which we merge with our self in the world as a single unity. And just as one can speak of the second encounter as an encounter with Christ Jesus, so too can one speak of the third encounter as an encounter with the Father-principle, with the “Father” as the foundation of the world; with that which, when one perceives correctly, is what is meant by “Father” in the religions. This encounter, in turn, reveals our intimate relationship to the macrocosm, to the divine-spiritual universe. The daily course of universal processes, of world events, involves for us an encounter with the Genius. The annual course involves for us an encounter with Christ Jesus. And the course of the entire human life—this human life that can normally be described as the patriarchal life of 70 years—culminates in an encounter with the Father-principle. We spend a certain period of our physical earthly life—rightly prepared for this, though often unconsciously so due to today’s upbringing—and then experience—mostly unconsciously for people between the ages of 28 and 42, yet fully in the intimate depths of the soul—the encounter with this Father-principle. The aftereffects of this encounter can then extend into later life if we develop sufficient sensitivity to pay attention to what “emerges” into our lives from within ourselves as an aftereffect of the encounter with the Father Principle.
[ 20 ] Eine gewisse Zeit unseres Lebens, wo wir vorbereitet werden, sollte daher die Erziehung dahin wirken — durch die mannigfaltigsten Mittel kann das geschehen —, dem Menschen recht tief möglich zu machen diese Begegnung mit dem Vater-Prinzip. Es kann dadurch geschehen, wenn der Mensch während seiner Erziehungszeit angetrieben wird, so recht das Gefühl zu entwickeln von der Herrlichkeit der Welt, der Größe der Welt, der Erhabenheit der Weltvorgänge. Wir entziehen dem heranwachsenden Menschen viel, wenn wir ihn zu wenig merken lassen, so daß es auf ihn übergeht, daß wir für all das, was sich offenbart an Schönheit und Größe in der Welt, die hingebungsvollste Ehrfurcht und Ehrerbietung haben. Und indem wir so recht den Gefühlszusammenhang des menschlichen Herzens mit der Schönheit, mit der Größe der Welt den heranwachsenden Menschen fühlen lassen, bereiten wir ihn vor für eine rechte Begegnung mit dem Vater-Prinzip. Denn diese Begegnung mit dem Vater-Prinzip bedeutet viel für das Leben, das zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verläuft. Dieses Begegnen mit dem Vater-Prinzip, das in den angedeuteten Jahren normalerweise eintritt, bedeutet, daß der Mensch eine starke Kraft und Stütze hat, wenn er, wie wir wissen, zurückzuleben hat, nachdem er durch die Todespforte geschritten ist, im Rücklauf seelisch seinen Lebensgang, sein Erdenleben, indem er durch die Seelenwelt geht. Und stark und kräftig, wie es eigentlich der Mensch soll, kann er diese Rückwanderung — die, wie wir wissen, einen dritten Teil der Zeit bedeutet, die wir zubringen zwischen der Geburt und dem Tode erleben, wenn er immer wieder schaut: Da, an dieser Stelle bist du begegnet demjenigen Wesen, das der Mensch stammelnd, ahnend ausdrückt, wenn er von dem Vater der Weltenordnung spricht. Das ist eine wichtige Vorstellung, die neben der Vorstellung des Todes selber der Mensch, nachdem er durch die Todespforte geschritten ist, immer haben soll.
[ 20 ] Education during a certain period of our lives—when we are being prepared—should therefore aim—through a wide variety of means—to enable people to experience this encounter with the Father Principle as deeply as possible. This can be achieved if, during their formative years, people are encouraged to truly develop a sense of the world’s splendor, its grandeur, and the sublimity of world events. We deprive the growing individual of much if we fail to make them sufficiently aware of this, so that they come to share our most devoted reverence and respect for all the beauty and grandeur that is revealed in the world. And by allowing the growing individual to truly feel the emotional connection of the human heart to the beauty and grandeur of the world, we prepare them for a proper encounter with the Father Principle. For this encounter with the Father Principle means a great deal for the life that unfolds between death and a new birth. This encounter with the Father Principle, which normally occurs during the years indicated, means that the human being has a strong source of strength and support when—as we know—he must relive his life after passing through the gate of death, retracing his life’s journey, his earthly existence, as he travels through the soul world. And strong and vigorous—as a human being ought to be—he can undertake this return journey—which, as we know, accounts for one-third of the time we spend between birth and death—if he looks back again and again: “There, at that point, you encountered the being whom human beings express, stammeringly and intuitively, when they speak of the Father of the world order.” This is an important concept that, alongside the concept of death itself, a person should always hold in mind after passing through the gate of death.
[ 21 ] Natürlich entsteht in Anbetracht dessen, was wir gerade besprochen haben, eine wichtige Frage. Es gibt Menschen, welche, bevor sie des Lebens Mitte, wo normalerweise die Begegnung mit dem Vater-Prinzip geschieht, durchlaufen haben, sterben. Wir müssen den Fall ins Auge fassen, daß der Mensch eben dann durch Veranlassung von außen, durch Krankheit — die ja auch eine Veranlassung von außen ist —, durch Schwäche stirbt. Wenn durch dieses frühe Sterben die Begegnung mit dem Vater-Prinzip in den tiefen unterbewußten Seelengründen noch nicht hat stattfinden können, dann findet sie in der Todesstunde statt. Mit dem Tode wird diese Begegnung zugleich erlebt. Und hier ist es, wo wir anders ausdrücken können etwas, was ja, eben wieder anders, im entsprechenden Zusammenhang schon ausgedrückt ist zum Beispiel in meiner «Theosophie», wo von der ja immer im höchsten Grade betrüblichen Erscheinung gesprochen ist, daß Menschen durch ihren eigenen Willen ihrem Leben ein Ende machen. Das würde keiner tun, der die Bedeutung einer solchen Tat einsieht. Und wenn einmal Geisteswissenschaft wirklich in die Empfindungen der Menschen übergegangen sein wird, wird es keinen Selbstmord mehr geben. Denn daß der Mensch in der Todesstunde, wenn dieser Tod vor der Lebensmitte eintritt, zugleich wahrnehmen kann das Vater-Prinzip, das hängt davon ab, daß eben der Tod von außen an ihn herankommt, nicht daß er ihn sich selbst gibt. Und die Schwierigkeit, die die Menschenseele hat, die von einem anderen Gesichtspunkt in meiner «Theosophie» geschildert wird, könnte nun von dem Gesichtspunkt, von dem wir heute sprechen, auch so geschildert werden, daß wir sagen könnten: Der Mensch entzieht sich durch den eigenwilligen Tod eventuell der Begegnung mit dem VaterPrinzip in der entsprechenden Inkarnation.
[ 21 ] Of course, in light of what we have just discussed, an important question arises. There are people who die before they have reached the midpoint of life, where the encounter with the Father Principle normally takes place. We must consider the possibility that a person dies precisely then due to external causes—such as illness (which is, after all, also an external cause) or weakness. If, because of this early death, the encounter with the Father Principle has not yet been able to take place in the deep, subconscious recesses of the soul, then it takes place at the hour of death. This encounter is experienced simultaneously with death. And this is where we can express something differently—something that has, in a different way, already been expressed in the appropriate context, for example in my *Theosophy*, where I speak of the phenomenon—which is always deeply distressing—that people bring their lives to an end through their own will. No one who understands the significance of such an act would do this. And once spiritual science has truly become part of people’s innermost feelings, there will be no more suicide. For the fact that a person, at the hour of death—when that death occurs before the middle of life—can simultaneously perceive the Father-principle depends precisely on death coming to them from without, not on their bringing it upon themselves. And the difficulty faced by the human soul—which is described from a different perspective in my *Theosophy*—could now also be described from the perspective we are discussing today in such a way that we could say: Through self-inflicted death, a person may deprive themselves of the encounter with the Father-Principle in the corresponding incarnation.
[ 22 ] Deshalb, weil sie so intim in das Leben eingreifen, sind die Wahrheiten, welche uns die Geisteswissenschaft über das Menschenleben selbst zu sagen hat, so unendlich ernst in besonders wichtigen Fällen. Sie klären uns in ernster Weise über das Leben auf, und dieses ernste Aufklären über das Leben, das braucht der Mensch in der Zeit, in der er sich wiederum wird herauswinden müssen aus dem Materialismus, der die heutige Weltordnung und Weltanschauung, insofern sie von Menschen abhängt, beherrscht. Es wird starker Kräfte bedürfen, um die starke Verbindung mit den bloß materiellen Mächten, die in der Gegenwart die Menschen ergriffen hat, zu überwinden, um dem Menschen wieder die Möglichkeit zu geben, aus der unmittelbaren Lebenserfahrung heraus seinen Zusammenhang mit der geistigen Welt zu erkennen.
[ 22 ] Precisely because they touch so intimately on life, the truths that spiritual science has to tell us about human life itself are so infinitely serious, especially in particularly important cases. They provide us with a profound understanding of life, and this profound understanding of life is what humanity needs at a time when it must once again extricate itself from the materialism that dominates today’s world order and worldview, insofar as they depend on human beings. It will require powerful forces to overcome the strong bond with purely material powers that has gripped people in the present, in order to give human beings the opportunity once again to recognize their connection to the spiritual world through their immediate life experience.
[ 23 ] Und wenn man in mehr abstrakter Weise von den Wesen der höheren Hierarchien spricht, so kann man in konkreterer Weise sprechen davon, daß der Mensch selber, in zunächst unbewußten, aber zum Bewußtsein zu bringenden Erlebnissen schon während seines Lebens zwischen Geburt und Tod aufsteigen, drei Stufen hinaufschreiten kann: durch die Begegnung mit dem Genius, durch die Begegnung mit dem Christus Jesus, durch die Begegnung mit dem Vater. Natürlich hängt sehr viel davon ab, daß wir möglichst viele zur Empfindung drängende Vorstellungen gewinnen, die unser Leben, unser inneres Seelenleben so verfeinern, daß wir nicht achtlos und unaufmerksam an diesen Dingen vorbeigehen, die einfach als Realität, wenn wir aufmerksam sind, in unser Leben hereinspielen. In dieser Beziehung wird insbesondere die Erziehung viel, viel, gerade in der nächsten Zeit zu tun haben.
[ 23 ] And when speaking in a more abstract way about the beings of the higher hierarchies, one can speak more concretely about how human beings themselves—through experiences that are initially unconscious but can be brought into consciousness—can ascend three levels even during their lifetime between birth and death: through the encounter with the Genius, through the encounter with Christ Jesus, and through the encounter with the Father. Of course, a great deal depends on our acquiring as many vivid, evocative ideas as possible—ideas that refine our lives and our inner spiritual life to such an extent that we do not pass by these things carelessly and inattentively; for when we are attentive, they simply enter our lives as reality. In this regard, education in particular will have much, much to do, especially in the near future.
[ 24 ] Eine Vorstellung möchte ich noch erwähnen. Denken Sie, wie unendlich das Leben vertieft wird, wenn man zu dem allgemeinen Wissen über das Karma solche Einzelheiten hinzufügen kann wie diese, daß bei einem verhältnismäßig frühen Lebensende der Mensch im Tode die Begegnung mit dem Vater-Prinzip hat. Denn dann zeigt sich, daß eben im Karma des Menschen es notwendig gewesen ist, den frühen Tod herbeizuführen, damit eine abnorme Begegnung mit dem Vater-Prinzip stattfindet. Denn was findet denn eigentlich statt, wenn eine solche anormale Begegnung mit dem Vater-Prinzip stattfindet? Der Mensch wird ja dann von außen zerstört; sein physisches Wesen wird von außen untergraben. Auch bei einer Krankheit ist das in Wahrheit der Fall. Dann ist der Schauplatz, auf dem sich die Begegnung mit dem Vater-Prinzip abspielt, hier noch die physische Welt. Dadurch, daß diese äußere physische Erdenwelt den Menschen zerstört hat, dadurch offenbart sich an der Zerstörungsstätte selbst, im Rückblick natürlich später immer wieder sichtbar, die Begegnung mit dem Vater-Prinzip. Dadurch aber auch gewinnt der Mensch die Möglichkeit, durch sein ganzes Leben, das er durchschreitet, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen ist, festzuhalten den Gedanken an die Stätte hin, das heißt an die Erde, von Himmelshöhen herunter, wo die Begegnung mit dem Vater-Prinzip stattgefunden hat. Das aber bringt den Menschen dazu, von der geistigen Welt viel hereinzuwirken in die physische Erdenwelt.
[ 24 ] There is one more idea I would like to mention. Consider how infinitely life is deepened when one can add details such as this to the general knowledge of karma: that when a person’s life ends relatively early, they encounter the Father Principle at the moment of death. For then it becomes clear that it was precisely necessary, within the person’s karma, to bring about an early death so that an abnormal encounter with the Father Principle could take place. For what actually happens when such an abnormal encounter with the Father Principle occurs? The person is then destroyed from the outside; their physical being is undermined from the outside. This is also true in the case of illness. In that case, the physical world is still the setting in which the encounter with the Father Principle takes place. Because this external physical world has destroyed the person, the encounter with the Father Principle is revealed at the very site of destruction—a revelation that, in retrospect, naturally becomes visible again and again later on. Through this, however, human beings also gain the ability, throughout the entire life they traverse after passing through the gate of death, to hold fast to the thought of that place—that is, of the Earth—from the heights of heaven, where the encounter with the Father-Principle took place. This, in turn, leads human beings to bring much of the spiritual world to bear upon the physical world of the Earth.
[ 25 ] Betrachten wir von diesem Gesichtspunkte einmal unsere heutige Zeit und versuchen wir, eine solch wichtige Empfindung, wie wir sie heute auch wieder in der Erwähnung der Begegnung mit dem VaterPrinzip entwickelt haben, als Empfindung zu erleben, nicht bloß als abstrakte Vorstellung, versuchen wir mit dieser Empfindung auf die zahlreichen frühzeitigen Tode hinzublicken, dann müssen wir sagen: In ihnen liegt die Prädestination, die Vorbereitung dazu, daß in der kommenden Zeit viel gewirkt werden kann von der geistigen Welt herunter in die physische Erdenwelt. Und da haben Sie von einem anderen Gesichtspunkte dasjenige, was ich jetzt unter den Eindrücken der traurigen Ereignisse schon seit Jahren gesagt habe, daß diejenigen Menschen, die frühzeitig heute durch die Pforte des Todes gehen, ganz besondere Helfer werden sollen für die künftige Entwickelung der Menschheit, die starke Kräfte braucht, um sich aus dem Materialismus herauszuwinden. Aber das alles muß uns zum Bewußtsein gebracht werden; das alles soll ja nicht im Unbewußten oder Unterbewußten vor sich gehen. Und es ist deshalb schon notwendig, daß hier auf der Erde die Seelen sich dafür empfänglich machen — ich habe es schon einmal angedeutet —, sonst gehen die Kräfte, die entwickelt werden aus der geistigen Welt, nach anderen Seiten hin. Damit der Erde fruchtbar werden können diese Kräfte, die prädestiniert sind, die da sein können, dazu ist notwendig, daß auf der Erde Seelen sind, welche sich mit Erkenntnis der geistigen Welt durchdringen. Und immer mehr und mehr müssen Seelen sein, die sich mit der Erkenntnis der geistigen Welt durchdringen. Versuchen wir deshalb fruchtbar zu machen dasjenige, was ja schon einmal durch Worte gesagt werden muß, nämlich den Inhalt der Geisteswissenschaft. Und versuchen wir mit Hilfe der Sprache — ich habe das Wort im vorletzten Vortrage hier gebraucht —, die wir durch die Geisteswissenschaft lernen, wieder zu beleben solche alten Vorstellungen, die nicht umsonst hereinverwoben werden in unser gegenwärtiges Leben — versuchen wir zu beleben, was wir hören von so einem Plutarch: daß der Mensch, sonst eben als physischer Mensch, durchdrungen ist von dem geistigen Menschen, daß aber noch im besonderen normalerweise ein höheres Glied außerhalb des Hauptes zum Menschen dazugehört geistig, das seinen Genius darstellt, dem der Weise willig folgt. Versuchen wir zu, ich möchte sagen, Hilfsempfindungen zu kommen, um nicht in Unaufmerksamkeit diesen Erscheinungen des Lebens gegenüberzustehen.
[ 25 ] Let us consider our present time from this perspective and try to experience such an important feeling—as we have once again developed today in our discussion of the encounter with the Father Principle—as a feeling rather than merely an abstract concept. Let us try to look at the numerous premature deaths through the lens of this feeling; then we must say: In them lies the predestination, the preparation for the fact that in the time to come, much can be accomplished from the spiritual world down into the physical world of the Earth. And there, from a different perspective, you have what I have been saying for years now in the wake of these sad events: that those people who pass through the gate of death prematurely today are to become very special helpers for the future development of humanity, which needs strong forces to extricate itself from materialism. But we must become consciously aware of all this; after all, none of it should take place in the unconscious or subconscious. And that is why it is necessary for souls here on Earth to make themselves receptive to this—as I have already hinted at—otherwise the forces being developed from the spiritual world will flow in other directions. For these predestined forces, which are meant to be here, to bear fruit on Earth, it is necessary that there be souls on Earth who imbue themselves with knowledge of the spiritual world. And there must be more and more souls who imbue themselves with knowledge of the spiritual world. Let us therefore strive to make fruitful that which must first be expressed in words—namely, the content of spiritual science. And let us try, with the help of language—I used this word in my penultimate lecture here—which we learn through spiritual science, to revive those ancient concepts that are woven into our present life for a reason—let us try to bring to life what we hear from someone like Plutarch: that the human being—otherwise merely a physical being—is permeated by the spiritual human being, but that, in particular, a higher spiritual element outside the head normally belongs to the human being, representing his genius, which the wise person willingly follows. Let us try to arrive at what I would call “aiding perceptions,” so as not to face these phenomena of life with inattention.
[ 26 ] Und zum Schlusse lassen Sie uns heute eine Hilfsvorstellung, eine Hilfsempfindung unserer Seele besonders nahegelegt sein: Es ist leider schwierig für viele Menschen heute in unserem modernen materialistischen Leben, etwas zu empfinden, das ja die traurige Prüfungszeit mildert, aber die nicht nur gemildert bleiben sollte — was ja kaum zu hoffen ist, wenn der Materialismus in der Stärke andauern sollte, in der er da ist, das sehr, sehr erhöht und mehr und mehr erhöht werden sollte —, es ist für viele Menschen in unserer materialistischen Zeit sehr, sehr . schwierig, dasjenige zu empfinden, was ich nennen möchte: die Heiligkeit des Schlafes. Wenn erlebt wird, daß geradezu die in der Menschheit geltende Intelligenz allen Respektes entbehrt für die Heiligkeit des Schlafes, so ist das eine weittragende Kulturerscheinung. Solche Dinge sollen ja nicht getadelt werden, sie sollen auch nicht in dem Sinne hier aufgezählt werden, daß sie zu einer nun einmal nicht durchzuführenden Asketik führen. Wir müssen mit der Welt leben, aber wir müssen sehend mit der Welt leben. Denn nur dadurch reißen wir unsere Körperlichkeit... [Lücke im Stenogramm]. Man denke nur, wieviele Menschen, die mit rein dem Materiellen Zugewendeten die Abendstunden verbringen, sich dann dem Schlafe übergeben, ohne die Empfindung zu entwickeln — sie wird ja nicht recht lebendig aus der materialistischen Gesinnung heraus —, ohne die Empfindung zu entwickeln: Der Schlaf vereinigt uns mit der geistigen Welt, der Schlaf schickt uns hinüber in die geistige Welt. — Und wenigstens sollten die Menschen nach und nach dasjenige entwickeln, was sie sich mit den Worten sagen können: Ich schlafe ein. Bis zum Aufwachen wird meine Seele in der geistigen Welt sein. Da wird sie der führenden Wesensmacht meines Erdenlebens begegnen, die in der geistigen Welt vorhanden ist, die mein Haupt umschwebt, da wird sie dem Genius begegnen. Und wenn ich aufwachen werde, werde ich die Begegnung mit dem Genius gehabt haben. Die Flügel meines Genius werden herangeschlagen haben an meine Seele.
[ 26 ] And finally, let us today allow a certain thought, a certain feeling, to take a special place in our hearts: Unfortunately, it is difficult for many people today, in our modern materialistic life, to feel something that would indeed alleviate this sad time of trial—but which should not merely remain alleviated—which is hardly to be hoped for if materialism were to persist with the intensity it currently possesses, were to be greatly, greatly heightened and increasingly heightened— it is very, very difficult for many people in our materialistic age to feel what I would like to call: the sanctity of sleep. When we observe that the prevailing intelligence among humanity lacks all respect for the sanctity of sleep, this is a far-reaching cultural phenomenon. Such things are not to be condemned, nor are they to be listed here in the sense that they lead to an asceticism that is simply impossible to practice. We must live with the world, but we must live with the world with open eyes. For only in this way do we transcend our physicality... [gap in the stenographic record]. Just think how many people, who spend their evenings devoted purely to material pursuits, then surrender to sleep without developing the sense—which, after all, does not truly come alive out of a materialistic mindset—without developing the sense that sleep unites us with the spiritual world, that sleep sends us over into the spiritual world. — And at the very least, people should gradually develop the ability to say to themselves: “I am falling asleep.” Until I wake up, my soul will be in the spiritual world. There it will encounter the guiding spiritual force of my earthly life, which is present in the spiritual world and hovers around my head; there it will encounter the genius. And when I wake up, I will have had this encounter with the genius. The wings of my genius will have fluttered against my soul.
[ 27 ] Ob man eine solche Empfindung lebendig macht, wenn man an sein Verhältnis zum Schlafe denkt, oder ob man es nicht tut, davon hängt sehr, sehr viel ab in bezug auf die Überwindung des materialistischen Lebens. Diese Überwindung des materialistischen Lebens kann nur durch die Erregung intimer, aber auch der geistigen Welt entsprechender Empfindungen geschehen. Nur wenn wir recht rege machen solche Empfindungen, dann wird das Leben im Schlafe so intensiv sein, daß anderseits die Berührung mit der geistigen Welt so stark ist, daß nach und nach auch unser waches Leben sich erkraften kann, und wir da nicht bloß die sinnliche Welt, sondern die geistige Welt um uns haben, die doch die wirkliche, die wahrhaft wirkliche Welt ist. Denn diese Welt, die wir gewöhnlich die wirkliche nennen, ist ja, wie ich selbst in dem letzten öffentlichen Vortrage ausgeführt habe, nur ein Abbild der wirklichen Welt. Die wirkliche Welt ist die des Geistes. Und die kleine Gemeinde, die sich heute der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft widmet, die wird die ernsten Symptome unserer Zeit, die schweren Leiden unserer Zeit dann unter dem besten Eindruck empfangen, wenn sie zu allem übrigen, mit dem der Mensch heute geprüft werden kann, noch das hinzutut, daß sie diese Zeit als eine Prüfung empfindet, ob man mit genügender Seelenstärke und mit wahrem Herzensmut, mit seinem ganzen Menschen vereinigen kann dasjenige, was wir aufnehmen müssen durch unseren Verstand, durch unsere Vernunft, als Geisteswissenschaft.
[ 27 ] Whether or not one brings such a feeling to life when thinking about one’s relationship to sleep depends very, very much on overcoming a materialistic way of life. This overcoming of materialistic life can only take place through the arousal of feelings that are intimate yet also in harmony with the spiritual world. Only when we truly awaken such feelings will life during sleep be so intense that, in turn, our connection with the spiritual world will be so strong that, little by little, our waking life can also draw strength from it—and we will have not only the sensory world but also the spiritual world around us, which is, after all, the real, the truly real world. For this world, which we usually call the real world, is, as I myself explained in my last public lecture, merely a reflection of the real world. The real world is that of the spirit. And the small community that today devotes itself to anthroposophically oriented spiritual science will receive the serious symptoms of our time, the grave sufferings of our time, under the best possible impression if, in addition to everything else with which human beings are tested today, it also perceives this era as a test of whether one can, with sufficient strength of soul and true courage of heart, unite with one’s whole being that which we must take in through our intellect and reason as spiritual science.
[ 28 ] Mit diesen Worten wollte ich heute noch einmal bekräftigen, was ich schon öfter hier gesagt habe: Geisteswissenschaft findet erst ihre rechte Stelle im Menschenherzen, wenn sie nicht bloß Theorie, nicht bloß Wissen ist, sondern wenn sie — symbolisch gesprochen — wie das Herzblut der Seele unser ganzes Wesen so innig durchdringt und lebendig macht, wie unser physisches Blut unser leibliches Wesen innig durchdringen und lebendig machen muß.
[ 28 ] With these words, I wanted to reaffirm today what I have said here many times before: Spiritual science finds its rightful place in the human heart only when it is not merely theory, not merely knowledge, but when—symbolically speaking—it permeates and enlivens our entire being as intimately as the lifeblood of the soul, just as our physical blood must intimately permeate and enliven our physical being.
