Truths Regarding Humans Development
The Karma of Materialism
GA 176
14 August 1917, Berlin
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Menschliche und menschheitliche Entwicklungswahrheiten
Das Karma des Materialismus III
Das Karma des Materialismus III
[ 1 ] Ich habe das letzte Mal darauf hingewiesen, wie der Mensch, so wie er als Erdenmensch lebt, im Grunde abgeirrt ist von seiner im normalen Verlauf der Entwickelung liegenden, ich möchte sagen, kosmischen Weltenlage. Daß dies so ist, das ist uns ja hinlänglich bekannt, und ausgedrückt wird es in den verschiedenen Religionen sinnbildlich, imaginativ, in dem Symbolum, das als Erbsünde oder dergleichen herrscht. Für uns, geisteswissenschaftlich betrachtet, hängt das damit zusammen, daß im Grunde genommen des Menschen Urwesen, wenn wir so sagen dürfen, als Erdenmenschen, die Atmungsverrichtungen sind. Deshalb habe ich das letzte Mal darauf hingewiesen, daß der Atmungsrhythmus eigentlich so angesehen werden kann, daß der Mensch während seiner Erdenlaufbahn dazu bestimmt war, das wichtigste Erlebnis — und damit auch zugleich das Erkenntniserlebnis — im Atmungsrhythmus zu haben. Ich habe früher darauf hingewiesen und das letzte Mal die Sache summarisch wiederholt, daß gerade der Atmungsrhythmus in einer wunderbaren Harmonie mit dem ganzen Kosmos steht. Wie in einem normalen Menschenleben unsere Lebenstage in ihrer Zahl den Atemzügen an einem Tage gleichen, darauf und auch auf andere Zahlenverhältnisse habe ich hingewiesen, welche gewissermaßen das harmonische Zusammenstimmen unseres mikrokosmischen Atmungsprozesses mit den großen kosmischen Vorgängen zeigen können, in die unser Leben hineingestellt ist.
[ 1 ] Ich habe das letzte Mal darauf hingewiesen, wie der Mensch, so wie er als Erdenmensch lebt, im Grunde abgeirrt ist von seiner im normalen Verlauf der Entwickelung liegenden, ich möchte sagen, kosmischen Weltenlage. Daß dies so ist, das ist uns ja hinlänglich bekannt, und ausgedrückt wird es in den verschiedenen Religionen sinnbildlich, imaginativ, in dem Symbolum, das als Erbsünde oder dergleichen herrscht. Für uns, geisteswissenschaftlich betrachtet, hängt das damit zusammen, daß im Grunde genommen des Menschen Urwesen, wenn wir so sagen dürfen, als Erdenmenschen, die Atmungsverrichtungen sind. Deshalb habe ich das letzte Mal darauf hingewiesen, daß der Atmungsrhythmus eigentlich so angesehen werden kann, daß der Mensch während seiner Erdenlaufbahn dazu bestimmt war, das wichtigste Erlebnis — und damit auch zugleich das Erkenntniserlebnis — im Atmungsrhythmus zu haben. Ich habe früher darauf hingewiesen und das letzte Mal die Sache summarisch wiederholt, daß gerade der Atmungsrhythmus in einer wunderbaren Harmonie mit dem ganzen Kosmos steht. Wie in einem normalen Menschenleben unsere Lebenstage in ihrer Zahl den Atemzügen an einem Tage gleichen, darauf und auch auf andere Zahlenverhältnisse habe ich hingewiesen, welche gewissermaßen das harmonische Zusammenstimmen unseres mikrokosmischen Atmungsprozesses mit den großen kosmischen Vorgängen zeigen können, in die unser Leben hineingestellt ist.
[ 2 ] Außer den geisteswissenschaftlich erschaubaren Resultaten kann nun schon äußerlich darauf hingewiesen werden, wie eigentlich im menschlichen Atmungsrhythmus etwas ist, wodurch der Mensch noch mehr als durch alles andere ein Mikrokosmos, eine kleine Welt ist. Gerade im Atmen ahmt der Mensch die Vorgänge der großen Welt nach, auch das, was die große Welt mit uns vor hat. Und durchaus wahr ist es: Bei Vorgängen, die kleine Unterschiede haben, beachtet man die Verschiedenheiten nicht sehr genau, man individualisiert nicht; aber in Wahrheit gibt es nicht zwei Menschen, bei denen der Atmungsprozeß völlig gleich verliefe. Alle Menschen sind in bezug auf ihren Atmungsprozeß verschieden, weil jeder Mensch eine anders abgestimmte Saite des Weltenalls ist. Aber was da im Atmungsrhythmus vorgeht, bleibt für den Menschen in seinem jetzigen Erdenzustande unbewußt; oder es wird wenigstens nur in abnormen Zuständen bewußt und nimmt dann die verschiedensten seelisch-krankhaften Erscheinungsformen an. Unser normales Bewußtsein verläuft ja, wie wir wissen, gleichsam oberhalb des Atmungsprozesses; es ist mehr herausgehoben aus dem Makrokosmos. Würden wir statt unseres Gehirnprozesses den Atmungsvorgang zu unserem Erkenntnisprozesse haben, so würden wir in unserem Erkenntnisprozesse ganz anders im Weltenall drinnenstehen. Daß unser Erkenntnisprozeß an das Gehirn gebunden ist, preßt uns gewissermaßen aus dem Zusammenhange heraus, in dem wir sonst normalerweise im Makrokosmos drinnenstehen würden. Wie das Atmungsgeheimnis für den Menschen ein solches ist, darauf haben die religiösen Urkunden, wie ich auch schon angedeutet habe, dadurch hingewiesen, daß sie, wie zum Beispiel die Urkunde des Alten Testaments, aussprechen: Diejenige geistig-göttliche Wesenheit, welche mit der Führung, mit der Leitung des Menschen zu tun habe, habe dem Menschen den Atem eingeblasen, und er sei eine lebendige Seele geworden. Diese Aussage des Alten Testaments ist im Sinne des alten, atavistischen Hellsehens durchaus die Wiedergabe einer wahren Tatsache. Dadurch, daß nun nicht unser Atmungsprozeß die körperliche Grundlage unseres Erkennens darstellt, sondern unser Gehirnprozeß, dadurch war der Mensch mit Bezug auf seinen Intellekt in aller Zeit, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen ist, anders zur Welt gestellt, als er gestellt ist, nachdem das Mysterium von Golgatha geschehen ist. Ich möchte sagen: neben den anderen Pforten, welche sich uns zum Verständnisse des Mysteriums von Golgatha schon aufgetan haben, soll heute eine andere noch betrachtet werden.
[ 2 ] Außer den geisteswissenschaftlich erschaubaren Resultaten kann nun schon äußerlich darauf hingewiesen werden, wie eigentlich im menschlichen Atmungsrhythmus etwas ist, wodurch der Mensch noch mehr als durch alles andere ein Mikrokosmos, eine kleine Welt ist. Gerade im Atmen ahmt der Mensch die Vorgänge der großen Welt nach, auch das, was die große Welt mit uns vor hat. Und durchaus wahr ist es: Bei Vorgängen, die kleine Unterschiede haben, beachtet man die Verschiedenheiten nicht sehr genau, man individualisiert nicht; aber in Wahrheit gibt es nicht zwei Menschen, bei denen der Atmungsprozeß völlig gleich verliefe. Alle Menschen sind in bezug auf ihren Atmungsprozeß verschieden, weil jeder Mensch eine anders abgestimmte Saite des Weltenalls ist. Aber was da im Atmungsrhythmus vorgeht, bleibt für den Menschen in seinem jetzigen Erdenzustande unbewußt; oder es wird wenigstens nur in abnormen Zuständen bewußt und nimmt dann die verschiedensten seelisch-krankhaften Erscheinungsformen an. Unser normales Bewußtsein verläuft ja, wie wir wissen, gleichsam oberhalb des Atmungsprozesses; es ist mehr herausgehoben aus dem Makrokosmos. Würden wir statt unseres Gehirnprozesses den Atmungsvorgang zu unserem Erkenntnisprozesse haben, so würden wir in unserem Erkenntnisprozesse ganz anders im Weltenall drinnenstehen. Daß unser Erkenntnisprozeß an das Gehirn gebunden ist, preßt uns gewissermaßen aus dem Zusammenhange heraus, in dem wir sonst normalerweise im Makrokosmos drinnenstehen würden. Wie das Atmungsgeheimnis für den Menschen ein solches ist, darauf haben die religiösen Urkunden, wie ich auch schon angedeutet habe, dadurch hingewiesen, daß sie, wie zum Beispiel die Urkunde des Alten Testaments, aussprechen: Diejenige geistig-göttliche Wesenheit, welche mit der Führung, mit der Leitung des Menschen zu tun habe, habe dem Menschen den Atem eingeblasen, und er sei eine lebendige Seele geworden. Diese Aussage des Alten Testaments ist im Sinne des alten, atavistischen Hellsehens durchaus die Wiedergabe einer wahren Tatsache. Dadurch, daß nun nicht unser Atmungsprozeß die körperliche Grundlage unseres Erkennens darstellt, sondern unser Gehirnprozeß, dadurch war der Mensch mit Bezug auf seinen Intellekt in aller Zeit, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen ist, anders zur Welt gestellt, als er gestellt ist, nachdem das Mysterium von Golgatha geschehen ist. Ich möchte sagen: neben den anderen Pforten, welche sich uns zum Verständnisse des Mysteriums von Golgatha schon aufgetan haben, soll heute eine andere noch betrachtet werden.
[ 3 ] Wir können sagen: Eigentlich ist der Erkenntnisprozeß des Menschen, die ganze Stellung des Menschen zur Welt nicht die, welche ihm vor dem luziferischen Einfluß zugedacht war. Denn zugedacht war ihm ein Erkenntnisprozeß, dem der Atmungsrhythmus zugrunde liegt. Dadurch entwickelte sich — nehmen wir die Sache jetzt rein körperlich, aber das Körperliche hat dabei eine tiefere Bedeutung — beim Menschen vor dem Mysterium von Golgatha gewissermaßen das Erkennen anstatt an Brust und Atmung gebunden, höher herauf in seinem Organismus, an den Kopf und an die Sinne gebunden.
[ 3 ] Wir können sagen: Eigentlich ist der Erkenntnisprozeß des Menschen, die ganze Stellung des Menschen zur Welt nicht die, welche ihm vor dem luziferischen Einfluß zugedacht war. Denn zugedacht war ihm ein Erkenntnisprozeß, dem der Atmungsrhythmus zugrunde liegt. Dadurch entwickelte sich — nehmen wir die Sache jetzt rein körperlich, aber das Körperliche hat dabei eine tiefere Bedeutung — beim Menschen vor dem Mysterium von Golgatha gewissermaßen das Erkennen anstatt an Brust und Atmung gebunden, höher herauf in seinem Organismus, an den Kopf und an die Sinne gebunden.
[ 4 ] So äußerlich betrachtet wird die äußere Naturwissenschaft den Unterschied zwischen dem Menschen vor dem Mysterium von Golgatha und nach demselben nicht so ohne weiteres einsehen und anerkennen. Aber dieser Unterschied ist, wenn er auch mit feineren Mitteln nur erkannt werden kann, ein außerordentlich großer.
[ 4 ] So äußerlich betrachtet wird die äußere Naturwissenschaft den Unterschied zwischen dem Menschen vor dem Mysterium von Golgatha und nach demselben nicht so ohne weiteres einsehen und anerkennen. Aber dieser Unterschied ist, wenn er auch mit feineren Mitteln nur erkannt werden kann, ein außerordentlich großer.
[ 5 ] In der Zeit vor dem Mysterium von Golgatha stand der Mensch — wie das aus den verschiedenen Betrachtungen unserer Anthroposophie begreiflich sein kann — selbstverständlich zu geistigen Wesenheiten des Weltenalls, zu den Wesen der höheren Hierarchien in Beziehung. Aber wie? Unter den Wesen der höheren Hierarchien unterscheiden wir zunächst, unmittelbar angrenzend an das Reich der Menschen, die Angeloi, die Archangeloi und so weiter. Die nächsten Wesen also, zu denen wir aufschauen, wenn wir in die geistige Welt aufblicken, sind die Angeloi. Wir stehen als Menschen in Beziehung zu den Angeloi, und die Angeloi wieder fühlen ihre Beziehung zu uns Menschen. Auch für sie ist es nicht gleichgültig, welche Beziehung sie zu dem Menschen haben. Und den Unterschied zwischen dem Menschen vor dem Mysterium von Golgatha und nach demselben, können wir uns vor die Seele führen, wenn wir gerade die Beziehung des Menschen zu der Wesenheit der Angeloi ins Auge fassen.
[ 5 ] In der Zeit vor dem Mysterium von Golgatha stand der Mensch — wie das aus den verschiedenen Betrachtungen unserer Anthroposophie begreiflich sein kann — selbstverständlich zu geistigen Wesenheiten des Weltenalls, zu den Wesen der höheren Hierarchien in Beziehung. Aber wie? Unter den Wesen der höheren Hierarchien unterscheiden wir zunächst, unmittelbar angrenzend an das Reich der Menschen, die Angeloi, die Archangeloi und so weiter. Die nächsten Wesen also, zu denen wir aufschauen, wenn wir in die geistige Welt aufblicken, sind die Angeloi. Wir stehen als Menschen in Beziehung zu den Angeloi, und die Angeloi wieder fühlen ihre Beziehung zu uns Menschen. Auch für sie ist es nicht gleichgültig, welche Beziehung sie zu dem Menschen haben. Und den Unterschied zwischen dem Menschen vor dem Mysterium von Golgatha und nach demselben, können wir uns vor die Seele führen, wenn wir gerade die Beziehung des Menschen zu der Wesenheit der Angeloi ins Auge fassen.
[ 6 ] Da ist es sehr merkwürdig, daß vor dem Mysterium von Golgatha eine intime Beziehung bestand zwischen den Angeloi in ihrer ganzen Tätigkeit, in ihrem ganzen Wesen und dem menschlichen Intellekt. Man könnte förmlich sagen: der Hauptwohnsitz der Angeloi war für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha der menschliche Intellekt. Die Menschen wußten nichts davon, daß die Angeloi in ihrem Intellekt wohnten; aber die Folge davon, daß sie dort wohnten, war, daß diese Menschen, in abnehmender Stärke allerdings, aber dennoch eines hatten: atavistisches, imaginatives Hellsehen. Was ich eben sagte: die Angeloi wohnten in dem Intellekt der Menschen vor dem Mysterium von Golgatha, gilt für das Leben der Menschen zwischen Geburt und Tod. Anders war es in dem Leben der Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da wohnten die Angeloi, und auch der einzelne der Angeloi, der einzelne Engel, der einem Menschen zugeteilt war, in den Erinnerungen an die Sinnesempfindungen; sie wohnten in den Bildern von dem, was den Menschen auf der Erde sinnlich umgab. Daher war bei den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt ein lebendiges Wissen von den Vorgängen auf der Erde vorhanden. Gewissermaßen könnte man sagen: Die Angeloi trugen das, was auf der Erde geschah, zu den Menschen hinauf. Ein recht anschauliches Wissen von dem Geschehen auf der Erde entwickelten die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 6 ] Da ist es sehr merkwürdig, daß vor dem Mysterium von Golgatha eine intime Beziehung bestand zwischen den Angeloi in ihrer ganzen Tätigkeit, in ihrem ganzen Wesen und dem menschlichen Intellekt. Man könnte förmlich sagen: der Hauptwohnsitz der Angeloi war für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha der menschliche Intellekt. Die Menschen wußten nichts davon, daß die Angeloi in ihrem Intellekt wohnten; aber die Folge davon, daß sie dort wohnten, war, daß diese Menschen, in abnehmender Stärke allerdings, aber dennoch eines hatten: atavistisches, imaginatives Hellsehen. Was ich eben sagte: die Angeloi wohnten in dem Intellekt der Menschen vor dem Mysterium von Golgatha, gilt für das Leben der Menschen zwischen Geburt und Tod. Anders war es in dem Leben der Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da wohnten die Angeloi, und auch der einzelne der Angeloi, der einzelne Engel, der einem Menschen zugeteilt war, in den Erinnerungen an die Sinnesempfindungen; sie wohnten in den Bildern von dem, was den Menschen auf der Erde sinnlich umgab. Daher war bei den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt ein lebendiges Wissen von den Vorgängen auf der Erde vorhanden. Gewissermaßen könnte man sagen: Die Angeloi trugen das, was auf der Erde geschah, zu den Menschen hinauf. Ein recht anschauliches Wissen von dem Geschehen auf der Erde entwickelten die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 7 ] Da sehen wir hinein in die Beziehung zwischen den Angeloi und dem Menschenwesen in der Zeit vor dem Mysterium von Golgatha. Nach dem Mysterium von Golgatha wurde das anders; anders, indem natürlich dieses Anderswerden in Entwickelung begriffen ist. Wie ist es nun bei uns, den Menschen, nach dem Mysterium von Golgatha? Wie ist da die Beziehung des Menschen zu den Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi?
[ 7 ] Da sehen wir hinein in die Beziehung zwischen den Angeloi und dem Menschenwesen in der Zeit vor dem Mysterium von Golgatha. Nach dem Mysterium von Golgatha wurde das anders; anders, indem natürlich dieses Anderswerden in Entwickelung begriffen ist. Wie ist es nun bei uns, den Menschen, nach dem Mysterium von Golgatha? Wie ist da die Beziehung des Menschen zu den Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi?
[ 8 ] Bei uns ist es jetzt so, daß — allerdings unbewußt — in unseren sinnlichen Wahrnehmungen im Leben zwischen Geburt und Tod die Angeloi wohnen. Ja, wenn wir unsere Augen aufmachen und hinausschauen in die Welt, die uns umgibt und auf unsere Sinne wirkt, so wissen wir zwar nicht, daß, während der Sonnenstrahl in unser Auge dringt und die Dinge sichtbar werden, auf dem Sonnenstrahl der Ort zu finden ist, auf dem unser Engel wohnt. Aber es ist so: In den Schwingungen des Tones, in den Strahlungen des Lichtes und der Farben, in den anderen Sinneswahrnehmungen lebt die Wesenheit der Angeloi. Nur indem der Mensch die Sinneswahrnehmungen verwandeln muß in Vorstellungen, dringen die Angeloi nicht in das Vorstellungswesen mit ein, und der Mensch weiß nicht, wie er umgeben ist von der Wesenheit der Angeloi. Im allgemeinen sagt man in geisteswissenschaftlichen Vorträgen oftmals, man solle sich die geistige Welt nicht in einem Wolkenkuckucksheim vorstellen, sondern man soll sich vorstellen, daß uns die geistige Welt überall umgibt. Sie umgibt uns tatsächlich überall. Man kann auch konkret hinweisen, wie sie uns umgibt. Hier haben wir den Fall für die Angeloi; doch in unseren Intellekt kommt in der Zeit des Lebens zwischen Geburt und Tod das Bewußtsein nicht von dem Angeloi. Dagegen entwickelt der jetzige Mensch ein starkes Bewußtsein von seinem Zusammenhange mit den Wesen der Angeloi in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt; denn da wohnen gewissermaßen die Angeloi in seinem Intellekt.,
[ 8 ] Bei uns ist es jetzt so, daß — allerdings unbewußt — in unseren sinnlichen Wahrnehmungen im Leben zwischen Geburt und Tod die Angeloi wohnen. Ja, wenn wir unsere Augen aufmachen und hinausschauen in die Welt, die uns umgibt und auf unsere Sinne wirkt, so wissen wir zwar nicht, daß, während der Sonnenstrahl in unser Auge dringt und die Dinge sichtbar werden, auf dem Sonnenstrahl der Ort zu finden ist, auf dem unser Engel wohnt. Aber es ist so: In den Schwingungen des Tones, in den Strahlungen des Lichtes und der Farben, in den anderen Sinneswahrnehmungen lebt die Wesenheit der Angeloi. Nur indem der Mensch die Sinneswahrnehmungen verwandeln muß in Vorstellungen, dringen die Angeloi nicht in das Vorstellungswesen mit ein, und der Mensch weiß nicht, wie er umgeben ist von der Wesenheit der Angeloi. Im allgemeinen sagt man in geisteswissenschaftlichen Vorträgen oftmals, man solle sich die geistige Welt nicht in einem Wolkenkuckucksheim vorstellen, sondern man soll sich vorstellen, daß uns die geistige Welt überall umgibt. Sie umgibt uns tatsächlich überall. Man kann auch konkret hinweisen, wie sie uns umgibt. Hier haben wir den Fall für die Angeloi; doch in unseren Intellekt kommt in der Zeit des Lebens zwischen Geburt und Tod das Bewußtsein nicht von dem Angeloi. Dagegen entwickelt der jetzige Mensch ein starkes Bewußtsein von seinem Zusammenhange mit den Wesen der Angeloi in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt; denn da wohnen gewissermaßen die Angeloi in seinem Intellekt.,
[ 9 ] Was ich eben auseinandergesetzt habe, hat für das menschliche Leben eine bedeutsame Folge. Nehmen wir noch einmal den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha; in seinem Intellekt wohnten die Angeloi, der seine besonders. Dadurch war sein Sinnesleben ganz besonders zugänglich den luziferischen Gewalten. Das ganze Bewußtseinsleben des Menschen überhaupt war in der alten Zeit den luziferischen Gewalten zugänglich. Das ist anders geworden seit dem Mysterium von Golgatha. In unseren Intellekt dringen nicht ein, wie ich geschildert habe, die auf den Schwingen des Lichtes und der Farben, auf den Flügeln der Tonschwingungen und so weiter schreitenden Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi. Dadurch sind wir in der Zeit zwischen Geburt und Tod in unserem Intellekt durchsetzt von den Angriffen der ahrimanischen Mächte. Während sich der Mensch von diesem Gesichtspunkte aus vor dem Mysterium von Golgatha im wesentlichen den Attacken Luzifers ausgesetzt sah, ist der Intellekt ganz besonders seit dem Mysterium von Golgatha den Einflüssen der ahrimanischen Mächte ausgesetzt. Diese haben vor allem das Bestreben, in dem Menschen das Bewußtsein von seinem Zusammenhange mit der geistigen Welt zu erdrücken. Alle die Neigungen, welche der Mensch zum Materialismus entwickelt, in seinen Gedanken entwickelt, kommen in dieser direkten Beziehung auf den Intellekt von den Attacken der ahrimanischen Mächte her. Und wenn die in diesen Betrachtungen genugsam geschilderten materialistischen Zeittendenzen heute die Oberhand haben, so dürfen wir nicht vergessen, daß diese materialistischen Zeittendenzen von den Verwirrungen herrühren, welche Ahriman in dem menschlichen Intellekt anzurichten sich bestrebt.
[ 9 ] Was ich eben auseinandergesetzt habe, hat für das menschliche Leben eine bedeutsame Folge. Nehmen wir noch einmal den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha; in seinem Intellekt wohnten die Angeloi, der seine besonders. Dadurch war sein Sinnesleben ganz besonders zugänglich den luziferischen Gewalten. Das ganze Bewußtseinsleben des Menschen überhaupt war in der alten Zeit den luziferischen Gewalten zugänglich. Das ist anders geworden seit dem Mysterium von Golgatha. In unseren Intellekt dringen nicht ein, wie ich geschildert habe, die auf den Schwingen des Lichtes und der Farben, auf den Flügeln der Tonschwingungen und so weiter schreitenden Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi. Dadurch sind wir in der Zeit zwischen Geburt und Tod in unserem Intellekt durchsetzt von den Angriffen der ahrimanischen Mächte. Während sich der Mensch von diesem Gesichtspunkte aus vor dem Mysterium von Golgatha im wesentlichen den Attacken Luzifers ausgesetzt sah, ist der Intellekt ganz besonders seit dem Mysterium von Golgatha den Einflüssen der ahrimanischen Mächte ausgesetzt. Diese haben vor allem das Bestreben, in dem Menschen das Bewußtsein von seinem Zusammenhange mit der geistigen Welt zu erdrücken. Alle die Neigungen, welche der Mensch zum Materialismus entwickelt, in seinen Gedanken entwickelt, kommen in dieser direkten Beziehung auf den Intellekt von den Attacken der ahrimanischen Mächte her. Und wenn die in diesen Betrachtungen genugsam geschilderten materialistischen Zeittendenzen heute die Oberhand haben, so dürfen wir nicht vergessen, daß diese materialistischen Zeittendenzen von den Verwirrungen herrühren, welche Ahriman in dem menschlichen Intellekt anzurichten sich bestrebt.
[ 10 ] Die Dinge, von denen ich jetzt spreche, was sind sie? Wir haben vorhin gesagt: der Atmungsprozeß ist unterbewußt. Aber das, was ich jetzt meine, dieser Zusammenhang des Menschen mit der Wesenheit der Angeloi, ist auch nicht im Bewußtsein; er liegt über das Bewußtsein hinaus. Was in unserem Atmen vorgeht, liegt unterhalb des Bewußtseins; was durch dieses Zusammenwirken der Geistwelten, des nächststufigen Zusammenwirkens der Geistwelten in uns vorgeht in der Weise, wie ich das jetzt geschildert habe, ist überbewußt. In diesem überbewußten Prozesse wirkt und arbeitet geradeso die Kraft, welche durch das Mysterium von Golgatha in die Welt eingezogen ist, wie vor demselben die Jehova-Kraft in dem Menschen gewirkt hat. Wenn wir uns in den Geist — aber eben in den Geist — einer Schrift vertiefen, wie es zum Beispiel das Buch Hiob ist, und da gewahr werden, wie das Walten der Jehova-Kraft in den menschlichen Entwickelungen dargestellt werden soll — etwas was ja gerade im Buch Hiob ganz besonders stark zutage tritt —, so bekommen wir eine Vorstellung davon, wie diese Jehova-Kraft wirkte, die, wie gesagt, durch den Atmungsprozeß dem Menschen das Leben gegeben hat. Sie wirkte im Vererbungsprozef, wirkte darin so, wie es geschildert wird, bis ins dritte und vierte Glied hinunter. Wollen wir ein Analogon haben für die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha, so müssen wir die Christus-Kraft nehmen. So, wie die Jehova-Kraft ihre Beziehung hat zu dem menschlichen Atmungsprozeß, so hat die ChristusKraft, überhaupt das ganze Mysterium von Golgatha, eine Beziehung zu dem, was ich eben geschildert habe, als zu einem überbewußten Vorgang.
[ 10 ] Die Dinge, von denen ich jetzt spreche, was sind sie? Wir haben vorhin gesagt: der Atmungsprozeß ist unterbewußt. Aber das, was ich jetzt meine, dieser Zusammenhang des Menschen mit der Wesenheit der Angeloi, ist auch nicht im Bewußtsein; er liegt über das Bewußtsein hinaus. Was in unserem Atmen vorgeht, liegt unterhalb des Bewußtseins; was durch dieses Zusammenwirken der Geistwelten, des nächststufigen Zusammenwirkens der Geistwelten in uns vorgeht in der Weise, wie ich das jetzt geschildert habe, ist überbewußt. In diesem überbewußten Prozesse wirkt und arbeitet geradeso die Kraft, welche durch das Mysterium von Golgatha in die Welt eingezogen ist, wie vor demselben die Jehova-Kraft in dem Menschen gewirkt hat. Wenn wir uns in den Geist — aber eben in den Geist — einer Schrift vertiefen, wie es zum Beispiel das Buch Hiob ist, und da gewahr werden, wie das Walten der Jehova-Kraft in den menschlichen Entwickelungen dargestellt werden soll — etwas was ja gerade im Buch Hiob ganz besonders stark zutage tritt —, so bekommen wir eine Vorstellung davon, wie diese Jehova-Kraft wirkte, die, wie gesagt, durch den Atmungsprozeß dem Menschen das Leben gegeben hat. Sie wirkte im Vererbungsprozef, wirkte darin so, wie es geschildert wird, bis ins dritte und vierte Glied hinunter. Wollen wir ein Analogon haben für die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha, so müssen wir die Christus-Kraft nehmen. So, wie die Jehova-Kraft ihre Beziehung hat zu dem menschlichen Atmungsprozeß, so hat die ChristusKraft, überhaupt das ganze Mysterium von Golgatha, eine Beziehung zu dem, was ich eben geschildert habe, als zu einem überbewußten Vorgang.
[ 11 ] Wollen wir gewissermaßen eine Definition über die Sache haben, die wir da mit Bezug auf das Atmen besprochen haben, so könnten wir sagen: Der Atmungsprozeß ist für den Erdenmenschen entkleidet worden der Bewußtheit; die Bewußtheit ist für den Erdenmenschen durch den luziferischen Einfluß ausgelöscht worden. Dafür soll ihm die Möglichkeit eines Hineinlebens in das Überbewußte gegeben werden, in jenes Überbewußte, das ich eben andeutete: des Zusammenseins durch Sinnlichkeit oder Intellekt mit den Wesenheiten der Angeloi. Gewissermaßen als Ausgleich für das, was dem Menschen genommen worden ist: der Erkenntnisprozeß des Atmens, soll ihm gegeben werden der Erkenntnisprozeß des Überbewußten durch den Impuls des Mysteriums von Golgatha. Kraftvolle religiöse Naturen des Orients haben in ihren Gegenden vor dem Mysterium von Golgatha in das Atmen das Bewußtsein hereinbekommen wollen. Dies kann heute nicht nachgemacht werden, denn es würde zum Unheil führen. Aber alles, was wir in orientalischen Schriften der älteren Zeiten finden, um Atemübungen zu machen, läuft darauf hinaus, daß der Atmungsprozeß vom Bewußtsein durchstrahlt werde. Aber für gewisse höchste Dinge ist ja das Bewußtsein des Erdenmenschen doch zur Ohnmacht verurteilt, und wenn heute gewisse Gebräuche alter Zeiten nachgemacht werden, so tun dies die Menschen, weil sie nicht damit rechnen, daß durch Luzifer dem Menschen die völlige Durchleuchtung des Atmungsprozesses mit der Erkenntnis genommen ist. Dafür soll er aber seit dem Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr den überbewußten Prozeß des Zusammenhanges mit der geistigen Welt bekommen. Würden wir atmend erkennen, würden wir im Atmen den Erkenntnisprozeß haben, so würde uns bei jedem Einatmen immer bewußt sein, nicht daß wir Luft einatmen, sondern daß wir die Jahve-Kraft in uns hereinnehmen; und bei jedem Ausatmen würden wir wissen, daß wir Jahve ausatmen. In ähnlicher Weise soll dem Menschen bewußt werden, daß die Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi gewissermaßen rhythmisch zu ihm auf- und absteigen, daß gewissermaßen die geistige Welt auf und ab flutet. Das kann nur sein, wenn der Impuls des Mysteriums von Golgatha sich immer mehr und mehr unter den Menschen auswirken kann.
[ 11 ] Wollen wir gewissermaßen eine Definition über die Sache haben, die wir da mit Bezug auf das Atmen besprochen haben, so könnten wir sagen: Der Atmungsprozeß ist für den Erdenmenschen entkleidet worden der Bewußtheit; die Bewußtheit ist für den Erdenmenschen durch den luziferischen Einfluß ausgelöscht worden. Dafür soll ihm die Möglichkeit eines Hineinlebens in das Überbewußte gegeben werden, in jenes Überbewußte, das ich eben andeutete: des Zusammenseins durch Sinnlichkeit oder Intellekt mit den Wesenheiten der Angeloi. Gewissermaßen als Ausgleich für das, was dem Menschen genommen worden ist: der Erkenntnisprozeß des Atmens, soll ihm gegeben werden der Erkenntnisprozeß des Überbewußten durch den Impuls des Mysteriums von Golgatha. Kraftvolle religiöse Naturen des Orients haben in ihren Gegenden vor dem Mysterium von Golgatha in das Atmen das Bewußtsein hereinbekommen wollen. Dies kann heute nicht nachgemacht werden, denn es würde zum Unheil führen. Aber alles, was wir in orientalischen Schriften der älteren Zeiten finden, um Atemübungen zu machen, läuft darauf hinaus, daß der Atmungsprozeß vom Bewußtsein durchstrahlt werde. Aber für gewisse höchste Dinge ist ja das Bewußtsein des Erdenmenschen doch zur Ohnmacht verurteilt, und wenn heute gewisse Gebräuche alter Zeiten nachgemacht werden, so tun dies die Menschen, weil sie nicht damit rechnen, daß durch Luzifer dem Menschen die völlige Durchleuchtung des Atmungsprozesses mit der Erkenntnis genommen ist. Dafür soll er aber seit dem Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr den überbewußten Prozeß des Zusammenhanges mit der geistigen Welt bekommen. Würden wir atmend erkennen, würden wir im Atmen den Erkenntnisprozeß haben, so würde uns bei jedem Einatmen immer bewußt sein, nicht daß wir Luft einatmen, sondern daß wir die Jahve-Kraft in uns hereinnehmen; und bei jedem Ausatmen würden wir wissen, daß wir Jahve ausatmen. In ähnlicher Weise soll dem Menschen bewußt werden, daß die Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi gewissermaßen rhythmisch zu ihm auf- und absteigen, daß gewissermaßen die geistige Welt auf und ab flutet. Das kann nur sein, wenn der Impuls des Mysteriums von Golgatha sich immer mehr und mehr unter den Menschen auswirken kann.
[ 12 ] Man muß oft merkwürdige Worte gebrauchen, wenn man so recht charakterisieren will, was den Dingen der Welt zugrunde liegt. Wenn man davor zurückschrecken wollte, an entsprechender Stelle das rechte Wort zu gebrauchen, so könnte man doch nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Durch Luzifer ist das eingetreten, was ich eben als Abstumpfung für das Atmen geschildert habe. Gewiß, es ist bildlich gemeint; aber man kann die Objekte hereinstrahlen fühlen in die Vorstellungen, wenn man das Bild richtig deutet. Es bedeutet: Jahve wollte bewußt in einem jeden Atemzug leben, der in des Menschen Leib eindringt, und er wollte sich für den Menschen bewußt zurückziehen bei jedem Ausatmen. Das ging. Luzifer aber wurde sein Gegner. Und das Bewußtsein, welches in der Jahve-Kraft liegt, wurde ausgeschlossen vor dem menschlichen Bewußtsein. Und hier kommt nun das schwere Wort, vor dem man nicht zurückschrecken darf es auszusprechen, wenn man im Sinne einer richtigen Erkenntnis charakterisieren will. Jahve mußte die Menschen vergessen, insofern sie auf der Erde leben; denn in das Bewußtsein, welches sie haben, konnte er nicht hineinschlagen. Es ist wirklich so etwas vorgegangen, daß allmählich die der JahveKraft zugrunde liegende Wesenheit und, bis in die geistige Welt hinauf, die geistigen Wesenheiten so die Menschen vergessen haben, wie wir etwas aus der Seele vergessen. Vergessen, aus dem Bewußtsein verloren haben sie die Menschen! Durch das Mysterium von Golgatha wurde das Bewußtsein wieder entzündet. Und hat man für die Menschen von der Urzeit bis zum Mysterium von Golgatha das tragische Wort zu sprechen: Und die Götter vergaßen der Menschen, — so muß man für die Zeit seit dem Mysterium von Golgatha sagen: Und die Götter wollen sich nach und nach der Menschheit wieder erinnern. — Sie wollen nach und nach mit ihren Kräften gerade in das, wovon der Erdenmensch sonst nicht das Geistige erfassen würde, sie wollen in die Gehirnweisheit, in das menschliche Vorstellungsleben, das an das Nervensystem gebunden ist, auch für den Erdenmenschen hereindringen. Der Himmel will die Erde betrachten, und das Fenster, das er nötig hat, um von oben das Untere zu betrachten, wurde ausgebrochen in der Zeit, als die Christus-Wesenheit bei der Johannestaufe im Jordan in die Jesus-Persönlichkeit eintrat. Und die Worte: «Dieser ist mein vielgeliebter Sohn, ihn habe ich heute gezeugt», deuten darauf hin, daß das Obere das Untere wieder schauen will, daß das Obere in das Untere, jetzt nicht mit den Atemzügen, sondern mit den Gedanken und Vorstellungen — aus- und einströmen kann. Dazu ist im Grunde genommen die Zeit, welche bisher seit dem Mysterium von Golgatha verflossen ist, eine Art von Vorbereitung gewesen, und wir stehen nunmehr an der Wende, wo etwas anderes kommen muß, als bisher in der Wirkungsweise des Mysteriums von Golgatha war. Das ist wichtig, daß wir uns dieses gerade zum Bewußtsein bringen.
[ 12 ] Man muß oft merkwürdige Worte gebrauchen, wenn man so recht charakterisieren will, was den Dingen der Welt zugrunde liegt. Wenn man davor zurückschrecken wollte, an entsprechender Stelle das rechte Wort zu gebrauchen, so könnte man doch nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Durch Luzifer ist das eingetreten, was ich eben als Abstumpfung für das Atmen geschildert habe. Gewiß, es ist bildlich gemeint; aber man kann die Objekte hereinstrahlen fühlen in die Vorstellungen, wenn man das Bild richtig deutet. Es bedeutet: Jahve wollte bewußt in einem jeden Atemzug leben, der in des Menschen Leib eindringt, und er wollte sich für den Menschen bewußt zurückziehen bei jedem Ausatmen. Das ging. Luzifer aber wurde sein Gegner. Und das Bewußtsein, welches in der Jahve-Kraft liegt, wurde ausgeschlossen vor dem menschlichen Bewußtsein. Und hier kommt nun das schwere Wort, vor dem man nicht zurückschrecken darf es auszusprechen, wenn man im Sinne einer richtigen Erkenntnis charakterisieren will. Jahve mußte die Menschen vergessen, insofern sie auf der Erde leben; denn in das Bewußtsein, welches sie haben, konnte er nicht hineinschlagen. Es ist wirklich so etwas vorgegangen, daß allmählich die der JahveKraft zugrunde liegende Wesenheit und, bis in die geistige Welt hinauf, die geistigen Wesenheiten so die Menschen vergessen haben, wie wir etwas aus der Seele vergessen. Vergessen, aus dem Bewußtsein verloren haben sie die Menschen! Durch das Mysterium von Golgatha wurde das Bewußtsein wieder entzündet. Und hat man für die Menschen von der Urzeit bis zum Mysterium von Golgatha das tragische Wort zu sprechen: Und die Götter vergaßen der Menschen, — so muß man für die Zeit seit dem Mysterium von Golgatha sagen: Und die Götter wollen sich nach und nach der Menschheit wieder erinnern. — Sie wollen nach und nach mit ihren Kräften gerade in das, wovon der Erdenmensch sonst nicht das Geistige erfassen würde, sie wollen in die Gehirnweisheit, in das menschliche Vorstellungsleben, das an das Nervensystem gebunden ist, auch für den Erdenmenschen hereindringen. Der Himmel will die Erde betrachten, und das Fenster, das er nötig hat, um von oben das Untere zu betrachten, wurde ausgebrochen in der Zeit, als die Christus-Wesenheit bei der Johannestaufe im Jordan in die Jesus-Persönlichkeit eintrat. Und die Worte: «Dieser ist mein vielgeliebter Sohn, ihn habe ich heute gezeugt», deuten darauf hin, daß das Obere das Untere wieder schauen will, daß das Obere in das Untere, jetzt nicht mit den Atemzügen, sondern mit den Gedanken und Vorstellungen — aus- und einströmen kann. Dazu ist im Grunde genommen die Zeit, welche bisher seit dem Mysterium von Golgatha verflossen ist, eine Art von Vorbereitung gewesen, und wir stehen nunmehr an der Wende, wo etwas anderes kommen muß, als bisher in der Wirkungsweise des Mysteriums von Golgatha war. Das ist wichtig, daß wir uns dieses gerade zum Bewußtsein bringen.
[ 13 ] Vorbereitung war es, was bisher war. Denn bis dahin haben höchstens einzelne Ausnahmenaturen sich durch Geisteswissenschaft dem Mysterium von Golgatha nähern können. Jetzt aber muß die Zeit eintreten, in welcher für einen größeren Teil der Menschheit insbesondere auch das Mysterium von Golgatha durch die Geisteswissenschaft aufgefaßt werden soll. Warum?
[ 13 ] Vorbereitung war es, was bisher war. Denn bis dahin haben höchstens einzelne Ausnahmenaturen sich durch Geisteswissenschaft dem Mysterium von Golgatha nähern können. Jetzt aber muß die Zeit eintreten, in welcher für einen größeren Teil der Menschheit insbesondere auch das Mysterium von Golgatha durch die Geisteswissenschaft aufgefaßt werden soll. Warum?
[ 14 ] Mit diesem Mysterium von Golgatha und seinem Verständnisse ist manches Geheimnis verbunden. Wie oft kommen die Menschen und fragen: Wie finde ich meine Beziehung zu dem Christus? — Eine gewiß berechtigte Frage. Aber ebenso verständlich ist es demjenigen, der in diese Dinge eingeweiht ist, daß diese Frage nicht so ohne weiteres beantwortet werden kann. Ich möchte dazu etwas als einen Vergleich sagen: Wir sehen die Dinge mit den Augen, aber wir sehen die Augen nicht. Damit die Augen sehen können, können sich die Augen selber nicht sehen; Spiegelbilder nur sehen sie, nicht die Augen selbst. Das, was sieht, wodurch man sieht, das kann nicht selbst gesehen werden. Der Mensch in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha aber muß die geistigen Welten sehen durch den Christus-Impuls, wie wir die äußeren Farben und so weiter durch das Auge sehen. Wie wir aber das Auge nicht selber sehen, so sehen wir auch den Christus-Impuls nicht, weil wir durch ihn die geistige Welt sehen.
[ 14 ] Mit diesem Mysterium von Golgatha und seinem Verständnisse ist manches Geheimnis verbunden. Wie oft kommen die Menschen und fragen: Wie finde ich meine Beziehung zu dem Christus? — Eine gewiß berechtigte Frage. Aber ebenso verständlich ist es demjenigen, der in diese Dinge eingeweiht ist, daß diese Frage nicht so ohne weiteres beantwortet werden kann. Ich möchte dazu etwas als einen Vergleich sagen: Wir sehen die Dinge mit den Augen, aber wir sehen die Augen nicht. Damit die Augen sehen können, können sich die Augen selber nicht sehen; Spiegelbilder nur sehen sie, nicht die Augen selbst. Das, was sieht, wodurch man sieht, das kann nicht selbst gesehen werden. Der Mensch in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha aber muß die geistigen Welten sehen durch den Christus-Impuls, wie wir die äußeren Farben und so weiter durch das Auge sehen. Wie wir aber das Auge nicht selber sehen, so sehen wir auch den Christus-Impuls nicht, weil wir durch ihn die geistige Welt sehen.
[ 15 ] Damit hängt es zusammen, daß das Mysterium von Golgatha in Geheimnis gehüllt ist, auch historisch in Geheimnis gehüllt. Es sollte dasjenige historische Ereignis für die Nachwelt des Mysteriums von Golgatha werden, das nicht mit historischen Mitteln gefunden werden kann. Das Christus-Leben so in der Geschichte zu suchen, wie man ein anderes historisches Ereignis sucht, das käme ganz dem Triebe gleich, das Auge zu veranlassen, daß es das Auge selbst sähe. Es liegt in der Wesenheit des Mysteriums von Golgatha, daß der Christus Jesus nicht, wie Sokrates, Plato oder eine andere historische Persönlichkeit durch Dokumente gefunden werden kann, wie sonst historische Dokumente sind. Es liegt in der Wesenheit des Mysteriums von Golgatha, daß die Aufzeichnungen über dasselbe nicht historische sind, sondern daß es Aufzeichnungen inspirierter Menschen sind, von denen man immer mit historischen Mitteln den Beweis erbringen kann, sie seien keine eigentlichen historischen Dokumente. Wir würden in der menschheitlichen Entwickelung in dem Augenblicke geistig krank werden, wo das Mysterium von Golgatha in die Reihe der gewöhnlichen historischen Ereignisse eingereiht werden könnte. Wir würden es dann zwar auch noch nicht in der richtigen Weise sehen, aber wir würden es gleichsam so historisch wahrnehmen, wie wir das Auge wahrnehmen, wenn wir es verletzt haben. Das gesunde Auge sieht die Dinge, sieht nicht sich selbst. Hat das Auge einen Splitter in sich, der da bleibend ist, so sieht es einen schwarzen Raum vor sich und fängt an, sich selbst wahrzunehmen; aber das ist ein krankhaftes Wahrnehmen. So würde ein krankhaftes Wahrnehmen des Mysteriums von Golgatha eintreten, wenn der Mensch nicht in diesem Mysterium von Golgatha etwas hätte, was nicht wahrgenommen werden kann; wodurch man wahrnimmt, das hängt zusammen mit dem Geheimnis von Golgatha. Und das Merkwürdige ist das Folgende: Diese eigentümliche Lage wurde für den Menschen erst durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha gebracht. Im alten atavistischen Hellsehen haben die Menschen, solange der Christus oben in der geistigen Welt war, solange er nicht heruntergestiegen war, gewußt: Er ist da, und Er wird kommen. Daher finden wir merkwürdigerweise ein Bewußtsein von dem kommenden Christus aus unmittelbarer, eigener Erfahrung, wie jede andere Erfahrung ist, in der Prophetie. So lange konnten die Menschen von dem Christus wissen, als er, paradox ausgedrückt, noch nicht gekommen war. In dem Augenblicke aber, als er gekommen war, konnten sie nicht mehr auf dieselbe Weise von ihm wissen. Wie man das Auge erlebt, indem man sieht, so mußte unmittelbar in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha das Christus-Ereignis erlebt werden, nicht historisch gewußt werden.
[ 15 ] Damit hängt es zusammen, daß das Mysterium von Golgatha in Geheimnis gehüllt ist, auch historisch in Geheimnis gehüllt. Es sollte dasjenige historische Ereignis für die Nachwelt des Mysteriums von Golgatha werden, das nicht mit historischen Mitteln gefunden werden kann. Das Christus-Leben so in der Geschichte zu suchen, wie man ein anderes historisches Ereignis sucht, das käme ganz dem Triebe gleich, das Auge zu veranlassen, daß es das Auge selbst sähe. Es liegt in der Wesenheit des Mysteriums von Golgatha, daß der Christus Jesus nicht, wie Sokrates, Plato oder eine andere historische Persönlichkeit durch Dokumente gefunden werden kann, wie sonst historische Dokumente sind. Es liegt in der Wesenheit des Mysteriums von Golgatha, daß die Aufzeichnungen über dasselbe nicht historische sind, sondern daß es Aufzeichnungen inspirierter Menschen sind, von denen man immer mit historischen Mitteln den Beweis erbringen kann, sie seien keine eigentlichen historischen Dokumente. Wir würden in der menschheitlichen Entwickelung in dem Augenblicke geistig krank werden, wo das Mysterium von Golgatha in die Reihe der gewöhnlichen historischen Ereignisse eingereiht werden könnte. Wir würden es dann zwar auch noch nicht in der richtigen Weise sehen, aber wir würden es gleichsam so historisch wahrnehmen, wie wir das Auge wahrnehmen, wenn wir es verletzt haben. Das gesunde Auge sieht die Dinge, sieht nicht sich selbst. Hat das Auge einen Splitter in sich, der da bleibend ist, so sieht es einen schwarzen Raum vor sich und fängt an, sich selbst wahrzunehmen; aber das ist ein krankhaftes Wahrnehmen. So würde ein krankhaftes Wahrnehmen des Mysteriums von Golgatha eintreten, wenn der Mensch nicht in diesem Mysterium von Golgatha etwas hätte, was nicht wahrgenommen werden kann; wodurch man wahrnimmt, das hängt zusammen mit dem Geheimnis von Golgatha. Und das Merkwürdige ist das Folgende: Diese eigentümliche Lage wurde für den Menschen erst durch den Eintritt des Mysteriums von Golgatha gebracht. Im alten atavistischen Hellsehen haben die Menschen, solange der Christus oben in der geistigen Welt war, solange er nicht heruntergestiegen war, gewußt: Er ist da, und Er wird kommen. Daher finden wir merkwürdigerweise ein Bewußtsein von dem kommenden Christus aus unmittelbarer, eigener Erfahrung, wie jede andere Erfahrung ist, in der Prophetie. So lange konnten die Menschen von dem Christus wissen, als er, paradox ausgedrückt, noch nicht gekommen war. In dem Augenblicke aber, als er gekommen war, konnten sie nicht mehr auf dieselbe Weise von ihm wissen. Wie man das Auge erlebt, indem man sieht, so mußte unmittelbar in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha das Christus-Ereignis erlebt werden, nicht historisch gewußt werden.
[ 16 ] Es ist interessant, auch einmal die Evangelien daraufhin zu prüfen, wie sie die Dinge, die ich jetzt aus der Geisteswissenschaft heraus klarlege, betrachten. Darüber ein anderes Mal.
[ 16 ] Es ist interessant, auch einmal die Evangelien daraufhin zu prüfen, wie sie die Dinge, die ich jetzt aus der Geisteswissenschaft heraus klarlege, betrachten. Darüber ein anderes Mal.
[ 17 ] So wurde es notwendig, daß die christliche Entwickelung, die das Christentum in sich schließen wollte, zunächst sich daraufhin organisierte, den Glauben zu setzen an die Stelle des Wissens, des erlebten Schauens, und zu verlangen, daß man nicht Wissen fordern solle über das Mysterium von Golgatha, sondern Glaubenserlebnisse haben solle. Aber nun denken wir: in unsere Vorstellungswelt herein — denn auch die Glaubensvorstellungen sind als Vorstellungen da — soll das Mysterium von Golgatha leuchten. Da kommt es zusammen mit allen Attacken Ahrimans. Unser Intellekt ist das Feld, auf welchem der Christus-Impuls mit den ahrimanischen Impulsen kämpfend zusammentrifft, und die Entwickelung, die rein äußere Entwickelung des Erdenmenschen wird so verlaufen, daß Ahriman nicht immer so gebunden sein wird. Die tausend Jahre werden ablaufen, und der Mensch muß anderes haben als die naive Kraft, mit der er bisher den ChristusImpuls aufrichtete in seinem Bewußtsein, sagen wir: in seinem Erdenbewußtsein. Der Mensch muß anderes haben. Was ist dieses andere?
[ 17 ] So wurde es notwendig, daß die christliche Entwickelung, die das Christentum in sich schließen wollte, zunächst sich daraufhin organisierte, den Glauben zu setzen an die Stelle des Wissens, des erlebten Schauens, und zu verlangen, daß man nicht Wissen fordern solle über das Mysterium von Golgatha, sondern Glaubenserlebnisse haben solle. Aber nun denken wir: in unsere Vorstellungswelt herein — denn auch die Glaubensvorstellungen sind als Vorstellungen da — soll das Mysterium von Golgatha leuchten. Da kommt es zusammen mit allen Attacken Ahrimans. Unser Intellekt ist das Feld, auf welchem der Christus-Impuls mit den ahrimanischen Impulsen kämpfend zusammentrifft, und die Entwickelung, die rein äußere Entwickelung des Erdenmenschen wird so verlaufen, daß Ahriman nicht immer so gebunden sein wird. Die tausend Jahre werden ablaufen, und der Mensch muß anderes haben als die naive Kraft, mit der er bisher den ChristusImpuls aufrichtete in seinem Bewußtsein, sagen wir: in seinem Erdenbewußtsein. Der Mensch muß anderes haben. Was ist dieses andere?
[ 18 ] Dieses andere ist die Geisteswissenschaft, durch die der Mensch sich spirituell aneignen soll, was wir den Christus-Impuls nennen, damit er in ihm die starke Kraft finde, in seinem Bewußtsein den ChristusImpuls zu schützen gegen die ahrimanischen Attacken. Denn was strebt Ahriman an? Er kann, nachdem nun der Christus-Impuls einmal in der Welt ist, ihn natürlich nicht wegschaffen. So stark ist er nicht. Denn der Christus ist in die Welt hereingetreten durch den Leib des Jesus von Nazareth. Wegschaffen kann er ihn nicht; was er aber kann, das ist, die menschlichen Vorstellungen in dem Intellekt so umzugestalten, daß sie nicht den Christus-Impuls erleben, sondern Masken für den Christus-Impuls, das heißt, daß sich die Menschen falsche Gestaltungen über den Christus aufstellen. Der Gefahr sind die Menschen ausgesetzt, daß sie zwar von dem Christus reden, aber jenes Bild sich von ihm entwerfen, welches Ahriman ihnen in ihrem Intellekt zubereitet. Wer heute die wahren Gestaltungen der menschlichen Geisteskultur-Entwickelung betrachten kann, der findet nicht immer wahre Gestalten da, wo die Gestalten des Christus in Bildern in die menschlichen Bewußtseine aufgenommen werden, sondern er findet heute die von Ahriman verzerrten Bilder des Christus in den menschlichen Vorstellungen. Das ist nicht immer der Christus, was diese oder jene Christus-Anhänger den Christus nennen. Und damit Ahriman seine Ziele erreicht, verdüstert, verwirrt er in vieler Beziehung den menschlichen Intellekt. Er verwirrt ihn auch an denjenigen Stellen, bei denen sich die Menschen oftmals Rat holen. Da kann man dann sehr merkwürdige Erfahrungen machen. Machen Sie die Erfahrungen, die zu machen sind, zum Beispiel wenn man einen katholischen Theologen nach seiner wahren Meinung über die Jungfrau Maria fragt. Gewiß, die meisten werden überhaupt nichts wissen, als was ihnen eingetrichtert ist; aber darauf kommt es nicht an. Einige aber gibt es, die über das Eingetrichterte sich theologische Kenntnisse erworben haben. Bei denen wird man überall einen merkwürdigen Zusammenklang finden zwischen dem Bilde des irdischen Weibes der Maria und dem kosmischen Bilde der himmlischen Kirche, denn für den wirklichen katholischen Theologen ist die Jungfrau Maria eins mit dem Weibe aus dem Symbol der Apokalypse, das den Mond unter den Füßen, die Sonne auf der Brust und über dem Haupt die sieben Sterne hat. Die kosmische Bedeutung ist nicht zu denken, ohne sich auszuleben in einer irdischen Realität. Ich könnte Ihnen aus der katholischen Literatur Schriften bringen, die beweisen, daß jetzt noch katholische Theologen schreiben: Die Jungfrau Maria ist gleich dem Sonnenweibe, das den Mond unter den Füßen und die Sterne über dem Haupte hat. — Also hier besteht durchaus noch der Zusammenhang des Irdischen mit dem Geistigen, mit dem KosmischGeistigen. Aber immer mehr und mehr schwindet das Kosmische durch Ahrimans Gewalt. Und wie schwindet es aus den Christus-VorstelJungen! Wie wenig ist heute Neigung vorhanden, den Christus als den großen kosmischen Geist zu erkennen, der aus kosmischen Höhen heruntergestiegen ist in den irdischen Menschenleib des Jesus von Nazareth, um darinnen zu wohnen! Der Anerkennung dessen sind heute viele Menschen abgeneigt, welche glauben, daß es gerade recht christlich ist, in den Christus-Begriff recht wenig Kosmisches hineinzubringen. Das wäre für einen Theologen des vierzehnten Jahrhunderts noch ganz unmöglich gewesen. Daß die Geschichte dieses nicht darstellt, das beruht nur darauf, daß die Geschichte selbst in vieler Beziehung eine Fälschung ist.
[ 18 ] Dieses andere ist die Geisteswissenschaft, durch die der Mensch sich spirituell aneignen soll, was wir den Christus-Impuls nennen, damit er in ihm die starke Kraft finde, in seinem Bewußtsein den ChristusImpuls zu schützen gegen die ahrimanischen Attacken. Denn was strebt Ahriman an? Er kann, nachdem nun der Christus-Impuls einmal in der Welt ist, ihn natürlich nicht wegschaffen. So stark ist er nicht. Denn der Christus ist in die Welt hereingetreten durch den Leib des Jesus von Nazareth. Wegschaffen kann er ihn nicht; was er aber kann, das ist, die menschlichen Vorstellungen in dem Intellekt so umzugestalten, daß sie nicht den Christus-Impuls erleben, sondern Masken für den Christus-Impuls, das heißt, daß sich die Menschen falsche Gestaltungen über den Christus aufstellen. Der Gefahr sind die Menschen ausgesetzt, daß sie zwar von dem Christus reden, aber jenes Bild sich von ihm entwerfen, welches Ahriman ihnen in ihrem Intellekt zubereitet. Wer heute die wahren Gestaltungen der menschlichen Geisteskultur-Entwickelung betrachten kann, der findet nicht immer wahre Gestalten da, wo die Gestalten des Christus in Bildern in die menschlichen Bewußtseine aufgenommen werden, sondern er findet heute die von Ahriman verzerrten Bilder des Christus in den menschlichen Vorstellungen. Das ist nicht immer der Christus, was diese oder jene Christus-Anhänger den Christus nennen. Und damit Ahriman seine Ziele erreicht, verdüstert, verwirrt er in vieler Beziehung den menschlichen Intellekt. Er verwirrt ihn auch an denjenigen Stellen, bei denen sich die Menschen oftmals Rat holen. Da kann man dann sehr merkwürdige Erfahrungen machen. Machen Sie die Erfahrungen, die zu machen sind, zum Beispiel wenn man einen katholischen Theologen nach seiner wahren Meinung über die Jungfrau Maria fragt. Gewiß, die meisten werden überhaupt nichts wissen, als was ihnen eingetrichtert ist; aber darauf kommt es nicht an. Einige aber gibt es, die über das Eingetrichterte sich theologische Kenntnisse erworben haben. Bei denen wird man überall einen merkwürdigen Zusammenklang finden zwischen dem Bilde des irdischen Weibes der Maria und dem kosmischen Bilde der himmlischen Kirche, denn für den wirklichen katholischen Theologen ist die Jungfrau Maria eins mit dem Weibe aus dem Symbol der Apokalypse, das den Mond unter den Füßen, die Sonne auf der Brust und über dem Haupt die sieben Sterne hat. Die kosmische Bedeutung ist nicht zu denken, ohne sich auszuleben in einer irdischen Realität. Ich könnte Ihnen aus der katholischen Literatur Schriften bringen, die beweisen, daß jetzt noch katholische Theologen schreiben: Die Jungfrau Maria ist gleich dem Sonnenweibe, das den Mond unter den Füßen und die Sterne über dem Haupte hat. — Also hier besteht durchaus noch der Zusammenhang des Irdischen mit dem Geistigen, mit dem KosmischGeistigen. Aber immer mehr und mehr schwindet das Kosmische durch Ahrimans Gewalt. Und wie schwindet es aus den Christus-VorstelJungen! Wie wenig ist heute Neigung vorhanden, den Christus als den großen kosmischen Geist zu erkennen, der aus kosmischen Höhen heruntergestiegen ist in den irdischen Menschenleib des Jesus von Nazareth, um darinnen zu wohnen! Der Anerkennung dessen sind heute viele Menschen abgeneigt, welche glauben, daß es gerade recht christlich ist, in den Christus-Begriff recht wenig Kosmisches hineinzubringen. Das wäre für einen Theologen des vierzehnten Jahrhunderts noch ganz unmöglich gewesen. Daß die Geschichte dieses nicht darstellt, das beruht nur darauf, daß die Geschichte selbst in vieler Beziehung eine Fälschung ist.
[ 19 ] Alles Interesse Ahrimans ist darauf gerichtet, die Menschen von dem Geistigen abzulenken und hinzulenken auf das Materielle, das zwar auch ein Geistiges ist, aber ein in der Erde verborgenes. Und gar mancherlei Finten und Listen gebraucht Ahriman, um die Menschen möglichst davon abzubringen, irgend etwas Kosmisches in die ChristusPersönlichkeit hineinzubringen. Man kann ja heute sogar schon — besonders in sozialdemokratischen Schriften ist das gar nicht selten — ein merkwürdiges ahrimanisches Christus-Bild finden, welches alles Überirdisch-Geistigen entkleidet ist, das nur rein menschlich sein soll, gar nicht zu reden von den Malern, die alles Mögliche getan haben, um das Kosmische aus der Christus-Gestalt herauszuexpedieren. Ich habe vor vielen Jahren hier in Berlin einmal eine Ausstellung von ChristusBildern gesehen, eines neben dem anderen. Ich habe den Katalog heute noch, worin ich mir meine Anmerkungen machte: ein ahrimanisches Christus-Bild neben dem anderen! Und wieviele Wanderapostel, welche heute in dieser oder jener Weise sektierend offiziell oder inoffiziell von dem Christus sprechen, wissen nicht, wie Ahriman ihnen im Nacken sitzt und sie verleitet, sein Bild von dem Christus-Impuls zu zeichnen, und nicht dasjenige, welches im Christus-Impuls selbst wirkt. Aber dieses Bild, das im Christus-Impuls selbst wirkt, kann im Sinne unserer Zeit durch nichts anderes dargestellt werden als durch die Mittel der Geisteswissenschaft. Indem die Geisteswissenschaft von denjenigen Schauungen handelt, welche man hat, wenn man außerhalb des Leibes ist, hat sie wieder die Möglichkeit, das Christus-Bild in seiner wahren Gestalt zu schauen. Solange man im Leibe ist, muß man sagen: Das Auge kann zwar die Farben sehen, aber nicht sich selbst. Wenn Sie sich in der Geistesschau aus dem Leib herausbegeben — wenn Sie sich selbst sehen, sehen Sie das Auge —, so sehen Sie den Christus-Impuls durch den Christus-Impuls. Denn die Geisteswissenschaft kann das ersetzen, was keine Historie geben kann: eine Schilderung des Christus-Begriffes kann sie geben. Wie die Geisteswissenschaft den Menschen dahin bringen kann, über das Auge zu schauen, so kann sie es dahin bringen, über den Christus-Impuls, durch den sonst die geistige Welt gesehen wird, zu sprechen. Dadurch wird es zwar erreicht, daß über den Christus-Impuls Vorstellungen gewonnen werden können, aber die Attacken Ahrimans werden deshalb nicht weggeschafft; ihnen muß man sich vielmehr tapfer und mutig gegenüberstellen. Und daß die Menschen den Christus-Begriff nicht durch Geisteswissenschaft ins Auge fassen wollen, das rührt davon her, daß sie eine unterbewußte Furcht davor haben, daß der Christus-Impuls, sobald er durch Geisteswissenschaft gesehen wird, an den Widerstand Ahrimans stößt. Wie kommt das jetzt, in unserer Zeit, zum Vorschein?
[ 19 ] Alles Interesse Ahrimans ist darauf gerichtet, die Menschen von dem Geistigen abzulenken und hinzulenken auf das Materielle, das zwar auch ein Geistiges ist, aber ein in der Erde verborgenes. Und gar mancherlei Finten und Listen gebraucht Ahriman, um die Menschen möglichst davon abzubringen, irgend etwas Kosmisches in die ChristusPersönlichkeit hineinzubringen. Man kann ja heute sogar schon — besonders in sozialdemokratischen Schriften ist das gar nicht selten — ein merkwürdiges ahrimanisches Christus-Bild finden, welches alles Überirdisch-Geistigen entkleidet ist, das nur rein menschlich sein soll, gar nicht zu reden von den Malern, die alles Mögliche getan haben, um das Kosmische aus der Christus-Gestalt herauszuexpedieren. Ich habe vor vielen Jahren hier in Berlin einmal eine Ausstellung von ChristusBildern gesehen, eines neben dem anderen. Ich habe den Katalog heute noch, worin ich mir meine Anmerkungen machte: ein ahrimanisches Christus-Bild neben dem anderen! Und wieviele Wanderapostel, welche heute in dieser oder jener Weise sektierend offiziell oder inoffiziell von dem Christus sprechen, wissen nicht, wie Ahriman ihnen im Nacken sitzt und sie verleitet, sein Bild von dem Christus-Impuls zu zeichnen, und nicht dasjenige, welches im Christus-Impuls selbst wirkt. Aber dieses Bild, das im Christus-Impuls selbst wirkt, kann im Sinne unserer Zeit durch nichts anderes dargestellt werden als durch die Mittel der Geisteswissenschaft. Indem die Geisteswissenschaft von denjenigen Schauungen handelt, welche man hat, wenn man außerhalb des Leibes ist, hat sie wieder die Möglichkeit, das Christus-Bild in seiner wahren Gestalt zu schauen. Solange man im Leibe ist, muß man sagen: Das Auge kann zwar die Farben sehen, aber nicht sich selbst. Wenn Sie sich in der Geistesschau aus dem Leib herausbegeben — wenn Sie sich selbst sehen, sehen Sie das Auge —, so sehen Sie den Christus-Impuls durch den Christus-Impuls. Denn die Geisteswissenschaft kann das ersetzen, was keine Historie geben kann: eine Schilderung des Christus-Begriffes kann sie geben. Wie die Geisteswissenschaft den Menschen dahin bringen kann, über das Auge zu schauen, so kann sie es dahin bringen, über den Christus-Impuls, durch den sonst die geistige Welt gesehen wird, zu sprechen. Dadurch wird es zwar erreicht, daß über den Christus-Impuls Vorstellungen gewonnen werden können, aber die Attacken Ahrimans werden deshalb nicht weggeschafft; ihnen muß man sich vielmehr tapfer und mutig gegenüberstellen. Und daß die Menschen den Christus-Begriff nicht durch Geisteswissenschaft ins Auge fassen wollen, das rührt davon her, daß sie eine unterbewußte Furcht davor haben, daß der Christus-Impuls, sobald er durch Geisteswissenschaft gesehen wird, an den Widerstand Ahrimans stößt. Wie kommt das jetzt, in unserer Zeit, zum Vorschein?
[ 20 ] Es wird in vielen Formen noch zum Vorschein kommen. Für unsere Zeit kommt es dadurch zum Vorschein, daß wir auf der einen Seite die ahrimanische Naturwissenschaft und die ahrimanische Geschichte haben, die den Gang der Kulturentwickelung und die Geschichte in ihrer Art darstellen, und daß diese anderseits mit ihren Begriffen — das aber sind diejenigen Begriffe, in denen Ahriman wirken muß, weil in uns Ahriman eben wirkt — den Christus-Impuls ausschließen. Es kann eine Philosophie, wie ich das schon einmal erwähnte, zwar zu einem allgemeinen Gottes-Begriff kommen, aber nie zu einem Christus-Begriff; den kann man aufnehmen, weil er einmal da ist, aber man kann nicht zu ihm kommen. Selbst bei einem Philosophen wie Lotze finden Sie ihn nicht. Und Harnack dürfte gar nicht von dem Christus sprechen, weil innerhalb seines Denkens der Christus-Begriff gar nicht auftritt; er spricht nur deshalb davon, weil er ihn in den Urkunden, in der Bibel und so weiter findet. Und in ähnlicher Weise dürften andere Theologen nicht von Christus sprechen. Daher ist auch das, was Harnack als den Christus schildert, mit keinen anderen Eigenschaften ausgestattet, als mit denen der allgemeinen Gottheit, oder, wenn er wieder nach der anderen Seite schwankt, finden wir bei ihm nur den bloßen Menschen Jesus.
[ 20 ] Es wird in vielen Formen noch zum Vorschein kommen. Für unsere Zeit kommt es dadurch zum Vorschein, daß wir auf der einen Seite die ahrimanische Naturwissenschaft und die ahrimanische Geschichte haben, die den Gang der Kulturentwickelung und die Geschichte in ihrer Art darstellen, und daß diese anderseits mit ihren Begriffen — das aber sind diejenigen Begriffe, in denen Ahriman wirken muß, weil in uns Ahriman eben wirkt — den Christus-Impuls ausschließen. Es kann eine Philosophie, wie ich das schon einmal erwähnte, zwar zu einem allgemeinen Gottes-Begriff kommen, aber nie zu einem Christus-Begriff; den kann man aufnehmen, weil er einmal da ist, aber man kann nicht zu ihm kommen. Selbst bei einem Philosophen wie Lotze finden Sie ihn nicht. Und Harnack dürfte gar nicht von dem Christus sprechen, weil innerhalb seines Denkens der Christus-Begriff gar nicht auftritt; er spricht nur deshalb davon, weil er ihn in den Urkunden, in der Bibel und so weiter findet. Und in ähnlicher Weise dürften andere Theologen nicht von Christus sprechen. Daher ist auch das, was Harnack als den Christus schildert, mit keinen anderen Eigenschaften ausgestattet, als mit denen der allgemeinen Gottheit, oder, wenn er wieder nach der anderen Seite schwankt, finden wir bei ihm nur den bloßen Menschen Jesus.
[ 21 ] Was man aufnehmen muß, wenn man durch Geisteswissenschaft den Christus erfassen will, ist das geisteswissenschaftliche Bild des Christus mit dem vollen Bewußtsein, daß die äußere Wissenschaft — weder die Naturwissenschaft noch die Geschichte — zum Christus-Begriff nicht kommen kann, sondern daß sie Widerstand leisten wird, den Widerstand, den heute der antichristliche Mensch, der nur naturwissenschaftlich oder historisch denken will, gegenüber dem Christus-Begriff hat, im Gegensatz zu dem Gläubigen. Und wir müssen uns klar sein: da muß ein innerer Widerstand vorhanden sein, weil da zwei Welten zusammenwirken. Wir müssen mutig in diesen Widerstreit hinein; denn es ist der Widerstreit, der in der richtigen Theologie genugsam geschildert wird als der Widerstreit zwischen Christus und Ahriman. Eine lebendige Weltanschauung muß den Widerspruch in sich aufnehmen; denn der Widerspruch lebt in dem Kampfe zum Beispiel zwischen dem Christus und dem Ahriman.
[ 21 ] Was man aufnehmen muß, wenn man durch Geisteswissenschaft den Christus erfassen will, ist das geisteswissenschaftliche Bild des Christus mit dem vollen Bewußtsein, daß die äußere Wissenschaft — weder die Naturwissenschaft noch die Geschichte — zum Christus-Begriff nicht kommen kann, sondern daß sie Widerstand leisten wird, den Widerstand, den heute der antichristliche Mensch, der nur naturwissenschaftlich oder historisch denken will, gegenüber dem Christus-Begriff hat, im Gegensatz zu dem Gläubigen. Und wir müssen uns klar sein: da muß ein innerer Widerstand vorhanden sein, weil da zwei Welten zusammenwirken. Wir müssen mutig in diesen Widerstreit hinein; denn es ist der Widerstreit, der in der richtigen Theologie genugsam geschildert wird als der Widerstreit zwischen Christus und Ahriman. Eine lebendige Weltanschauung muß den Widerspruch in sich aufnehmen; denn der Widerspruch lebt in dem Kampfe zum Beispiel zwischen dem Christus und dem Ahriman.
[ 22 ] Ich habe oftmals schon gesagt: Luzifer wirkt als Genosse des Ahriman. Sie wirken zusammen. Sie haben alles Interesse, den Menschen darüber zu täuschen, daß er den inneren Widerstreit haben soll, und sie haben darum alles Interesse, ihr Gegenreich wegzuschaffen. Daher erfinden sie im menschlichen Gemüt derartige Gedankenkombinationen wie die: In Einklang, in Harmonie mit dem Unendlichen. Warum entstehen solche Vorstellungsgebilde? Sie entstehen, weil die Menschen in ihrer Seele zu feige sind, sich dem Widerstreit gegenüberzustellen, und sich von Luzifer-Ahriman eine Harmonie mit dem Unendlichen erfinden lassen wollen. Es ist Befriedigungsuchen in solch einer Weltanschauung, wie sie in: «In Harmonie mit dem Unendlichen» zum Ausdruck kommt. Befriedigungsuchen in einer solchen Weltanschauung ist aber gleichbedeutend mit einem Sichlegen einer Binde vor die Augen. Heute scheut es der Mensch, nach der Mannigfaltigkeit des Kampfes auf geistigem Gebiete hinzuschauen. Weil stets Gegenkräfte auftreten müssen, wenn etwas an seiner richtigen Stelle außer acht gelassen wird, so treten natürlich auch hier Gegenkräfte auf. Weil sich der Mensch in den letzten Jahrhunderten so vorbereitet hat, daß er den inneren Kampf zwischen Mächten, die kämpfen müssen, sehr scheut, so tritt ihm dieser Kampf heute in einer furchtbaren Weise vor das äußere Auge. Eine solche Folge mußte mit derselben Notwendigkeit eintreten, wie auf die luziferische Verführung die Vertreibung aus dem Paradies eingetreten ist. Überall, auf allen Gebieten sehen wir, wie der heutige Mensch sehr geneigt ist, sich nur eine Scheinruhe zu verschaffen, denn sie hat nur eine Bedeutung zwischen Geburt und Tod. Darum halst er sich den einen Teil des Widerspruches ab. Natürlich ist das dann immer derjenige Teil, der aus dem Christus-Impuls kommt. Der naturgemäße Widerspruch kann so gerade Gegnerschaft finden. Und wenn Sie die verschiedenen Blechdarstellungen der sogenannten Widersprüche in meinen Schriften von so vielen Seiten heute geschildert finden, so haben Sie jetzt auch die Möglichkeit, selbst dieses in einer tieferen Weise zu beleuchten und den ahrimanischen Impuls darin zu sehen.
[ 22 ] Ich habe oftmals schon gesagt: Luzifer wirkt als Genosse des Ahriman. Sie wirken zusammen. Sie haben alles Interesse, den Menschen darüber zu täuschen, daß er den inneren Widerstreit haben soll, und sie haben darum alles Interesse, ihr Gegenreich wegzuschaffen. Daher erfinden sie im menschlichen Gemüt derartige Gedankenkombinationen wie die: In Einklang, in Harmonie mit dem Unendlichen. Warum entstehen solche Vorstellungsgebilde? Sie entstehen, weil die Menschen in ihrer Seele zu feige sind, sich dem Widerstreit gegenüberzustellen, und sich von Luzifer-Ahriman eine Harmonie mit dem Unendlichen erfinden lassen wollen. Es ist Befriedigungsuchen in solch einer Weltanschauung, wie sie in: «In Harmonie mit dem Unendlichen» zum Ausdruck kommt. Befriedigungsuchen in einer solchen Weltanschauung ist aber gleichbedeutend mit einem Sichlegen einer Binde vor die Augen. Heute scheut es der Mensch, nach der Mannigfaltigkeit des Kampfes auf geistigem Gebiete hinzuschauen. Weil stets Gegenkräfte auftreten müssen, wenn etwas an seiner richtigen Stelle außer acht gelassen wird, so treten natürlich auch hier Gegenkräfte auf. Weil sich der Mensch in den letzten Jahrhunderten so vorbereitet hat, daß er den inneren Kampf zwischen Mächten, die kämpfen müssen, sehr scheut, so tritt ihm dieser Kampf heute in einer furchtbaren Weise vor das äußere Auge. Eine solche Folge mußte mit derselben Notwendigkeit eintreten, wie auf die luziferische Verführung die Vertreibung aus dem Paradies eingetreten ist. Überall, auf allen Gebieten sehen wir, wie der heutige Mensch sehr geneigt ist, sich nur eine Scheinruhe zu verschaffen, denn sie hat nur eine Bedeutung zwischen Geburt und Tod. Darum halst er sich den einen Teil des Widerspruches ab. Natürlich ist das dann immer derjenige Teil, der aus dem Christus-Impuls kommt. Der naturgemäße Widerspruch kann so gerade Gegnerschaft finden. Und wenn Sie die verschiedenen Blechdarstellungen der sogenannten Widersprüche in meinen Schriften von so vielen Seiten heute geschildert finden, so haben Sie jetzt auch die Möglichkeit, selbst dieses in einer tieferen Weise zu beleuchten und den ahrimanischen Impuls darin zu sehen.
[ 23 ] Die Menschen wollen nicht fertig werden durch ein reales Sichgegenüberstellen mit den Kräften, mit denen man fertig werden muß; sie wollen den Widerstreit aus der Welt schaffen. Dadurch entstehen alle möglichen Dinge. Will man einen solchen Widerstreit aus der Welt schaffen, so muß er auf eine andere Weise zum Vorschein kommen. Das, was angerichtet wird von denjenigen, die den Widerstreit aus der Welt schaffen wollen, ist nicht schön. Es ist fast so, wie es ist — auf geisteswissenschaftlichem Gebiete tätig sein, gibt einem ja immer Gelegenheit, solche Erfahrungen zu machen —, wenn immer wieder und wieder Menschen kommen, die aus tiefstem Bedürfnis heraus die Frage stellen: Warum ist das Übel, ist der Schmerz in der Welt? — Solche Fragen sind leichter zu stellen, als man glaubt; denn die Menschen stellen oft diese Frage, um zu begreifen, wie es mit der guten Gottheit zusammenhängt, daß sie das Übel in der Welt zulasse. Was man zur Beantwortung solcher Fragen tun kann, das ist, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, daß sie doch jedenfalls nicht leugnen werden, daß das Gute in der Welt, das Vortreffliche, das Weisheitsvolle ein Göttliches ist. Wollen sie überhaupt die Güte Gottes rechtfertigen, so stehen sie schon auf dem Boden, daß sie das Weisheitsvolle dem guten Gotte zuschreiben. Warum läßt er aber das Übel zu? Ich kann nur immer so sagen: Fangen Sie bei einem atomistischen, bei einem kleinen Schmerz an; Sie ritzen sich und empfinden dadurch einen Schmerz. Jeder Schmerz beruht darauf, daß irgend etwas einer Zerstörung ausgesetzt ist. Es ist nur nicht immer durchsichtig, auf welche Weise der Schmerz entsteht, aber es ist so. Stellen wir uns aber nun vor, daß nicht mit dem Messer geritzt würde, sondern daß wir irgendwo eine besonders empfindliche Stelle hätten und sehr heiße Sonnenstrahlen darauf fielen. So könnte an etwas, wo noch nicht eine Blase ist, aber anfängt eine zu werden, eine Änderung des Gewebes entstehen, und es könnte dort ein kleiner Schmerz sich bemerkbar machen. Könnte stärker, durch eine größere Empfindlichkeit, die Sonnenwärme wirken, so könnte eine größere Verletzung geschehen. Und stellen Sie sich nun vor: an einer Stelle unseres Hauptes waren vor Äonen von Jahren zwei Stellen von besonderer Empfindlichkeit für dieSonnenstrahlen vorhanden. Sehen konnte der Mensch damals noch nicht, aber an jenen zwei Stellen mußten die Sonnenstrahlen jedesmal, wenn die Sonne aufging, ihm wehe tun. Da konnte ihm das Gewebe verletzt werden, und ein Schmerz mußte entstehen. Durch lange Zeiträume mußte dieser Vorgang sich abspielen, und die Ausheilung bestand darin, daß an jenen Stellen aus der Ausheilung die Augen entstanden. Auf dem Grunde der Verletzung entstanden die Augen. Und so wahr wie es ist, daß uns die Augen die Schönheit der Farbenwelt vergegenwärtigen, so wahr ist es, daß die Augen nur auf Grundlage der Verletzungen von besonders lichtempfindlichen Stellen durch die Sonnenwärme entstanden.
[ 23 ] Die Menschen wollen nicht fertig werden durch ein reales Sichgegenüberstellen mit den Kräften, mit denen man fertig werden muß; sie wollen den Widerstreit aus der Welt schaffen. Dadurch entstehen alle möglichen Dinge. Will man einen solchen Widerstreit aus der Welt schaffen, so muß er auf eine andere Weise zum Vorschein kommen. Das, was angerichtet wird von denjenigen, die den Widerstreit aus der Welt schaffen wollen, ist nicht schön. Es ist fast so, wie es ist — auf geisteswissenschaftlichem Gebiete tätig sein, gibt einem ja immer Gelegenheit, solche Erfahrungen zu machen —, wenn immer wieder und wieder Menschen kommen, die aus tiefstem Bedürfnis heraus die Frage stellen: Warum ist das Übel, ist der Schmerz in der Welt? — Solche Fragen sind leichter zu stellen, als man glaubt; denn die Menschen stellen oft diese Frage, um zu begreifen, wie es mit der guten Gottheit zusammenhängt, daß sie das Übel in der Welt zulasse. Was man zur Beantwortung solcher Fragen tun kann, das ist, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, daß sie doch jedenfalls nicht leugnen werden, daß das Gute in der Welt, das Vortreffliche, das Weisheitsvolle ein Göttliches ist. Wollen sie überhaupt die Güte Gottes rechtfertigen, so stehen sie schon auf dem Boden, daß sie das Weisheitsvolle dem guten Gotte zuschreiben. Warum läßt er aber das Übel zu? Ich kann nur immer so sagen: Fangen Sie bei einem atomistischen, bei einem kleinen Schmerz an; Sie ritzen sich und empfinden dadurch einen Schmerz. Jeder Schmerz beruht darauf, daß irgend etwas einer Zerstörung ausgesetzt ist. Es ist nur nicht immer durchsichtig, auf welche Weise der Schmerz entsteht, aber es ist so. Stellen wir uns aber nun vor, daß nicht mit dem Messer geritzt würde, sondern daß wir irgendwo eine besonders empfindliche Stelle hätten und sehr heiße Sonnenstrahlen darauf fielen. So könnte an etwas, wo noch nicht eine Blase ist, aber anfängt eine zu werden, eine Änderung des Gewebes entstehen, und es könnte dort ein kleiner Schmerz sich bemerkbar machen. Könnte stärker, durch eine größere Empfindlichkeit, die Sonnenwärme wirken, so könnte eine größere Verletzung geschehen. Und stellen Sie sich nun vor: an einer Stelle unseres Hauptes waren vor Äonen von Jahren zwei Stellen von besonderer Empfindlichkeit für dieSonnenstrahlen vorhanden. Sehen konnte der Mensch damals noch nicht, aber an jenen zwei Stellen mußten die Sonnenstrahlen jedesmal, wenn die Sonne aufging, ihm wehe tun. Da konnte ihm das Gewebe verletzt werden, und ein Schmerz mußte entstehen. Durch lange Zeiträume mußte dieser Vorgang sich abspielen, und die Ausheilung bestand darin, daß an jenen Stellen aus der Ausheilung die Augen entstanden. Auf dem Grunde der Verletzung entstanden die Augen. Und so wahr wie es ist, daß uns die Augen die Schönheit der Farbenwelt vergegenwärtigen, so wahr ist es, daß die Augen nur auf Grundlage der Verletzungen von besonders lichtempfindlichen Stellen durch die Sonnenwärme entstanden.
[ 24 ] Es gibt nichts, was zum Glück, zur Freude, zur Seligkeit entstanden ist, ohne daß es hat entstehen können auf Grundlage des Schmerzes. Und den Schmerz, das Widerstreitende nicht haben wollen, heißt das Schöne, das Große, das Beseligende, das Gute nicht haben wollen. Da dringt man in ein Gebiet ein, wo man nicht mehr denken kann, wie man will, sondern wo man dem unterworfen ist, was in den Mysterien die eherne Notwendigkeit genannt worden ist. So wahr große Harmonie in der Welt ist, so wahr diese jetzige Harmonie auf Grundlage des Schmerzes entstehen mußte, so wahr ist es, daß man nicht aus einer schmerzlosen seelischen Wollust heraus, wie man sie in den Vorstellungskomplexen von «In Harmonie mit dem Unendlichen» empfinden will, den Christus-Impuls erreichen kann, sondern nur indem man sich mutig dem Widerstreit aussetzt, der sich auf dem Boden unseres Intellektes oder unseres Bewußtseins überhaupt zwischen dem Christus-Impuls und den ahrimanischen Impulsen abspielt, über den wir uns nicht leichtsinnig hinwegheben dürfen, indem wir sagen: wenn wir nicht Harmonie haben, sind wir unbefriedigt, müssen wir uns über diesen Widerstreit hinweg nach der Erreichung des Christus-Impulses hin entwickeln. Das tritt in den mannigfaltigen Gebieten ganz im Konkreten auf. Wenn der Mensch heute auf naturwissenschaftliche Weise die Welt begreifen will und dabei nicht den Christus-Impuls finden kann, und wenn er auf der anderen Seite auf geisteswissenschaftliche Weise die Welt begreifen lernt und dabei den Christus-Impuls finden kann, so muß er sich klar sein: widerstreitend ist es, aber gerade in seinem Widerstreit zusammenstimmend. Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft sollen nicht eines sein, wie viele glauben, wo es nur auf Naturwissenschaft und nur auf Geisteswissenschaft ankommt. Sie sollen auch nicht so sein, daß man eines über das andere legen kann; sondern sie sollen, wenn man sie übereinanderlegen will, so sein, wie das linke und das rechte Ohr, die auch nicht vollständig zur Deckung gebracht werden können. Nicht darauf, ob zwei Dinge in Übereinstimmung miteinander gebracht werden können, kommt es an, sondern auf die Art des Zusammenstimmens.
[ 24 ] Es gibt nichts, was zum Glück, zur Freude, zur Seligkeit entstanden ist, ohne daß es hat entstehen können auf Grundlage des Schmerzes. Und den Schmerz, das Widerstreitende nicht haben wollen, heißt das Schöne, das Große, das Beseligende, das Gute nicht haben wollen. Da dringt man in ein Gebiet ein, wo man nicht mehr denken kann, wie man will, sondern wo man dem unterworfen ist, was in den Mysterien die eherne Notwendigkeit genannt worden ist. So wahr große Harmonie in der Welt ist, so wahr diese jetzige Harmonie auf Grundlage des Schmerzes entstehen mußte, so wahr ist es, daß man nicht aus einer schmerzlosen seelischen Wollust heraus, wie man sie in den Vorstellungskomplexen von «In Harmonie mit dem Unendlichen» empfinden will, den Christus-Impuls erreichen kann, sondern nur indem man sich mutig dem Widerstreit aussetzt, der sich auf dem Boden unseres Intellektes oder unseres Bewußtseins überhaupt zwischen dem Christus-Impuls und den ahrimanischen Impulsen abspielt, über den wir uns nicht leichtsinnig hinwegheben dürfen, indem wir sagen: wenn wir nicht Harmonie haben, sind wir unbefriedigt, müssen wir uns über diesen Widerstreit hinweg nach der Erreichung des Christus-Impulses hin entwickeln. Das tritt in den mannigfaltigen Gebieten ganz im Konkreten auf. Wenn der Mensch heute auf naturwissenschaftliche Weise die Welt begreifen will und dabei nicht den Christus-Impuls finden kann, und wenn er auf der anderen Seite auf geisteswissenschaftliche Weise die Welt begreifen lernt und dabei den Christus-Impuls finden kann, so muß er sich klar sein: widerstreitend ist es, aber gerade in seinem Widerstreit zusammenstimmend. Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft sollen nicht eines sein, wie viele glauben, wo es nur auf Naturwissenschaft und nur auf Geisteswissenschaft ankommt. Sie sollen auch nicht so sein, daß man eines über das andere legen kann; sondern sie sollen, wenn man sie übereinanderlegen will, so sein, wie das linke und das rechte Ohr, die auch nicht vollständig zur Deckung gebracht werden können. Nicht darauf, ob zwei Dinge in Übereinstimmung miteinander gebracht werden können, kommt es an, sondern auf die Art des Zusammenstimmens.
