The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 177
27 October 1917, Dornach
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Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt
Dreizehnter Vortrag
Dreizehnter Vortrag
[ 1 ] Meine lieben Freunde! Ich möchte noch einmal, damit kein Mißverständnis entsteht, darauf hinweisen, daß die Vorträge, die für Zürich beabsichtigt sind, nunmehr festgesetzt sind: die öffentlichen Vorträge Montag und Mittwoch, den 5. und 7. November, und an den beiden gleichlautenden Wochentagen der nächsten Woche darauf, das ist also am 12. und 14. November; an den dazwischenliegenden Tagen immer ein Zweigvortrag. Die Themen sind diesmal so gewählt, daß noch einmal der Versuch gemacht wird, die Fäden hinüberzuziehen zu den verschiedenen Wissenschaften:
[ 1 ] Meine lieben Freunde! Ich möchte noch einmal, damit kein Mißverständnis entsteht, darauf hinweisen, daß die Vorträge, die für Zürich beabsichtigt sind, nunmehr festgesetzt sind: die öffentlichen Vorträge Montag und Mittwoch, den 5. und 7. November, und an den beiden gleichlautenden Wochentagen der nächsten Woche darauf, das ist also am 12. und 14. November; an den dazwischenliegenden Tagen immer ein Zweigvortrag. Die Themen sind diesmal so gewählt, daß noch einmal der Versuch gemacht wird, die Fäden hinüberzuziehen zu den verschiedenen Wissenschaften:
Montag, den 5. November 1917
Anthroposophie und Seelenwissenschaft (Psychologie).
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die menschlichen Seelenfragen.Mittwoch, den 7. November
Anthroposophie und Geschichtswissenschaft.
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheit und ihreKulturformen.Montag, den 12. November
Anthroposophie und Naturwissenschaft.
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen.Mittwoch, den 14. November
Anthroposophie und Sozialwissenschaft.
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensform.
Montag, den 5. November 1917
Anthroposophie und Seelenwissenschaft (Psychologie).
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die menschlichen Seelenfragen.Mittwoch, den 7. November
Anthroposophie und Geschichtswissenschaft.
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheit und ihreKulturformen.Montag, den 12. November
Anthroposophie und Naturwissenschaft.
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen.Mittwoch, den 14. November
Anthroposophie und Sozialwissenschaft.
Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensform.
[ 2 ] Die Betrachtungen, die wir in dieser Zeit angestellt haben, wollen wir nunmehr in diesen Tagen fortsetzen und dadurch gewissermaßen einen Hintergrund liefern zur Beurteilung der bedeutungsvollen Ereignisse, die jetzt vor dem Menschengemüte vorbeiziehen, in die der Mensch hineingestellt ist und die bedeutungsvoller sind, als heute noch mancher ahnt. Ich habe versucht, begreiflich zu machen, wie der Hintergrund dieser Ereignisse zusammenhängt mit tief einschneidenden Vorgängen der geistigen Welt. Und ich habe darauf hingewiesen, daß vom Beginne der vierziger Jahre bis in den Herbst 1879 ein bedeutungsvoller, tief einschneidender Kampf stattgefunden hat in den geistigen Regionen der Welt, einer jener Kämpfe, die sich in der Evolution der Welt und der Menschheit wiederholt ereignen und die man gewohnt worden ist darzustellen unter dem Bilde des gegen den Drachen kämpfenden Michael oder Sankt Georg. Ein solcher Sieg Michaels über den Drachen für die geistigen Welten ist 1879 ausgefochten gewesen. Die den Impulsen des Michael entgegenstrebenden Geister der Finsternis sind dazumal aus dem geistigen Reiche in die Reiche der Menschen herabgestürzt worden und walten seit jener Zeit, wie ich gesagt habe, in den Empfindungs-, Willens-, Gemütsimpulsen der Menschen, so daß man die Ereignisse der Gegenwart nur versteht, wenn man auf diese gewissermaßen unter uns wandelnden geistigen Mächte den Seelenblick lenken kann.
[ 2 ] Die Betrachtungen, die wir in dieser Zeit angestellt haben, wollen wir nunmehr in diesen Tagen fortsetzen und dadurch gewissermaßen einen Hintergrund liefern zur Beurteilung der bedeutungsvollen Ereignisse, die jetzt vor dem Menschengemüte vorbeiziehen, in die der Mensch hineingestellt ist und die bedeutungsvoller sind, als heute noch mancher ahnt. Ich habe versucht, begreiflich zu machen, wie der Hintergrund dieser Ereignisse zusammenhängt mit tief einschneidenden Vorgängen der geistigen Welt. Und ich habe darauf hingewiesen, daß vom Beginne der vierziger Jahre bis in den Herbst 1879 ein bedeutungsvoller, tief einschneidender Kampf stattgefunden hat in den geistigen Regionen der Welt, einer jener Kämpfe, die sich in der Evolution der Welt und der Menschheit wiederholt ereignen und die man gewohnt worden ist darzustellen unter dem Bilde des gegen den Drachen kämpfenden Michael oder Sankt Georg. Ein solcher Sieg Michaels über den Drachen für die geistigen Welten ist 1879 ausgefochten gewesen. Die den Impulsen des Michael entgegenstrebenden Geister der Finsternis sind dazumal aus dem geistigen Reiche in die Reiche der Menschen herabgestürzt worden und walten seit jener Zeit, wie ich gesagt habe, in den Empfindungs-, Willens-, Gemütsimpulsen der Menschen, so daß man die Ereignisse der Gegenwart nur versteht, wenn man auf diese gewissermaßen unter uns wandelnden geistigen Mächte den Seelenblick lenken kann.
[ 3 ] Für uns muß naturgemäß die Frage entstehen: Worin bestand in erster Linie jener Kampf, der in den geistigen Regionen von den vierziger Jahren bis in die siebziger Jahre stattgefunden hat, und worin besteht dann der andere Kampf beziehungsweise worin besteht die Tätigkeit der herabgestoßenen Geisteswesen der Finsternis unter der Menschheit seit dem November 1879?
[ 3 ] Für uns muß naturgemäß die Frage entstehen: Worin bestand in erster Linie jener Kampf, der in den geistigen Regionen von den vierziger Jahren bis in die siebziger Jahre stattgefunden hat, und worin besteht dann der andere Kampf beziehungsweise worin besteht die Tätigkeit der herabgestoßenen Geisteswesen der Finsternis unter der Menschheit seit dem November 1879?
[ 4 ] Nun kann man nur in langsamer und allmählicher Schilderung zusammenfassen, was diesem bedeutungsvollen Kampfe, man könnte sagen, hinter den Kulissen der Weltgeschichte von den vierziger Jahren bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts zugrundelag. Heute wollen wir zunächst auf einiges aufmerksam machen, was diesen Kampf gewissermaßen aus den geistigen Regionen in die irdischen, in die menschlichen Regionen herunterspiegelt. Ich habe ja oftmals darauf hingewiesen, wie im Beginne der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts ein entscheidender Wendepunkt in der Entwickelung der modernen Kulturgebiete war, wie dazumal gewissermaßen der entscheidende Wendepunkt war, der die volle, impulsive materialistische Entwickelung gebracht hat. Daß diese materialistische Entwickelung hat kommen können, dazu waren zunächst einschneidende Vorgänge in der geistigen Welt notwendig, die sich dann herunter fortsetzten und das allmähliche Einträufeln der materialistischen Impulse in die Menschheit bewirkten. Wir können, wenn wir hier auf dem Erdengebiete verfolgen, was sich aus den geistigen Regionen spiegelte, vor allen Dingen auf zweierlei hinweisen: Zuerst darauf, wie viel mehr, als die gegenwärtige Menschheit es noch ahnt — denn erst zukünftige Betrachter werden einen klaren Blick dafür haben —, in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren ein ungeheurer Aufschwung des rein materiellen Verstandes, der rein materiellen Verstandeskultur, Platz griff. Man kann schon sagen: Wer die Entwickelung der Menschheit verfolgt und einen Blick hat für die intimeren Vorgänge im Menschenleben, der kann bemerken, daß in bezug auf Feinheit der Begriffsbildung, in bezug auf Scharfsinn, auf Kritik zum Beispiel, in keiner Zeit ein solcher Aufschwung in der Menschheit vorhanden war wie in diesen Jahrzehnten, wo man ein Anhänger des Materialismus ist. — Denn all dieses Denken, das ich charakterisiert habe, das sich auslebt in den technischen Erfindungen, das sich auslebt in der Kritik, in der Bildung scharfsinniger Begriffe, all das ist materielles Denken, ist an das Gehirn gebundenes Denken. Wenn man als Materialist die Entwikkelung der Menschheit schildern will, so kann man mit gutem Gewissen sagen: Die Menschheit war niemals so gescheit wie in diesen Jahrzehnten. Gescheit war sie wirklich. Wer die Literatur verfolgt ich meine jetzt nicht bloß die sogenannte schönwissenschaftliche Literatur —, der wird schon finden, daß so fein abgezirkelte Begriffe, so kritisches Denken in der ganzen Menschheitsentwickelung nicht zutagegetreten ist wie in jener Zeit, und zwar auf allen möglichen Gebieten. Das aber, was sich entwickelt hat in den Menschenseelen, das ist nur das Spiegelbild desjenigen, was immer mit der Hoffnung auf Sieg gewisse Geister der Finsternis, auf die wir hingedeutet haben, in den geistigen Regionen in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren angestrebt haben.
[ 4 ] Nun kann man nur in langsamer und allmählicher Schilderung zusammenfassen, was diesem bedeutungsvollen Kampfe, man könnte sagen, hinter den Kulissen der Weltgeschichte von den vierziger Jahren bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts zugrundelag. Heute wollen wir zunächst auf einiges aufmerksam machen, was diesen Kampf gewissermaßen aus den geistigen Regionen in die irdischen, in die menschlichen Regionen herunterspiegelt. Ich habe ja oftmals darauf hingewiesen, wie im Beginne der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts ein entscheidender Wendepunkt in der Entwickelung der modernen Kulturgebiete war, wie dazumal gewissermaßen der entscheidende Wendepunkt war, der die volle, impulsive materialistische Entwickelung gebracht hat. Daß diese materialistische Entwickelung hat kommen können, dazu waren zunächst einschneidende Vorgänge in der geistigen Welt notwendig, die sich dann herunter fortsetzten und das allmähliche Einträufeln der materialistischen Impulse in die Menschheit bewirkten. Wir können, wenn wir hier auf dem Erdengebiete verfolgen, was sich aus den geistigen Regionen spiegelte, vor allen Dingen auf zweierlei hinweisen: Zuerst darauf, wie viel mehr, als die gegenwärtige Menschheit es noch ahnt — denn erst zukünftige Betrachter werden einen klaren Blick dafür haben —, in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren ein ungeheurer Aufschwung des rein materiellen Verstandes, der rein materiellen Verstandeskultur, Platz griff. Man kann schon sagen: Wer die Entwickelung der Menschheit verfolgt und einen Blick hat für die intimeren Vorgänge im Menschenleben, der kann bemerken, daß in bezug auf Feinheit der Begriffsbildung, in bezug auf Scharfsinn, auf Kritik zum Beispiel, in keiner Zeit ein solcher Aufschwung in der Menschheit vorhanden war wie in diesen Jahrzehnten, wo man ein Anhänger des Materialismus ist. — Denn all dieses Denken, das ich charakterisiert habe, das sich auslebt in den technischen Erfindungen, das sich auslebt in der Kritik, in der Bildung scharfsinniger Begriffe, all das ist materielles Denken, ist an das Gehirn gebundenes Denken. Wenn man als Materialist die Entwikkelung der Menschheit schildern will, so kann man mit gutem Gewissen sagen: Die Menschheit war niemals so gescheit wie in diesen Jahrzehnten. Gescheit war sie wirklich. Wer die Literatur verfolgt ich meine jetzt nicht bloß die sogenannte schönwissenschaftliche Literatur —, der wird schon finden, daß so fein abgezirkelte Begriffe, so kritisches Denken in der ganzen Menschheitsentwickelung nicht zutagegetreten ist wie in jener Zeit, und zwar auf allen möglichen Gebieten. Das aber, was sich entwickelt hat in den Menschenseelen, das ist nur das Spiegelbild desjenigen, was immer mit der Hoffnung auf Sieg gewisse Geister der Finsternis, auf die wir hingedeutet haben, in den geistigen Regionen in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren angestrebt haben.
[ 5 ] Sie haben angestrebt, ein uraltes Erbgut der Menschheit in ihre Hände zu bekommen, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf. Worin bestand nun dieses uralte Erbgut? Wir haben gestern darauf hingewiesen: Durch Jahrtausende hindurch haben die fortschreitenden Geister des Lichtes die Menschheit so geleitet, daß sie zum Mittel ihrer Leitung die Blutsbande benützt haben, daß sie die Menschen zusammengeführt haben in Familien, Stämmen, Nationen, Rassen, so daß sich diejenigen zusammengefunden haben, die aus ururaltem Menschheits- und Weltenkarma zusammengehörten. So daß die Menschen auch, indem sie die Blutsbande fühlten, in diesem Gefühl alte, ururalte Aufgaben der Welt hatten, die zugleich so gefaßt waren, daß dasjenige, was die Erde geben konnte — und von der Erde kommen ja die Blutsbande —, in das allgemeine Menschheitskarma eingefügt war. Richtet man den Blick in den dreißiger, zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts, wo die Seelen, die dann heruntergekommen sind in Menschenleiber, noch in der geistigen Welt waren, richtet man den Blick auf die geistige Welt in dieser Zeit, die dem materialistischen Zeitalter voranging, so findet man, daß diese Seelen, die da herunterkommen wollten, in sich gewisse Impulse hatten, die unter anderem auch davon herrührten, daß sie durch Jahrtausende, so oft sie auf der Erde waren, durch Blutsbande an diese Familien, an diese Stämme, an diese Nationen, an diese Rassen gebunden waren. Nach diesen Bindungen sollten sich diese Seelen dazu entschließen, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und von den vierziger Jahren an in diese oder jene Leiber einzuziehen. Denn die entsprechenden Geister des Lichtes lenken natürlich, indem sie ihre Impulse in die Seelen der Menschen hineinsenden, das Fortschreiten der Menschheitsentwickelung so, wie sie es nach den alten Blutsbanden veranlagt haben. Es waren also in den Menschenseelen, die in den geistigen Welten waren, gewisse Impulse, so oder so nach dem alten Menschheitskarma unterzutauchen in die Leiber derjenigen Menschen, die also die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, den Anfang des 20. Jahrhunderts bevölkern sollten. Es hatten also gewissermaßen die Geister des Lichtes in der Hand, diese Seelen nach ihren alten Maßnahmen zu leiten und zu lenken.
[ 5 ] Sie haben angestrebt, ein uraltes Erbgut der Menschheit in ihre Hände zu bekommen, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf. Worin bestand nun dieses uralte Erbgut? Wir haben gestern darauf hingewiesen: Durch Jahrtausende hindurch haben die fortschreitenden Geister des Lichtes die Menschheit so geleitet, daß sie zum Mittel ihrer Leitung die Blutsbande benützt haben, daß sie die Menschen zusammengeführt haben in Familien, Stämmen, Nationen, Rassen, so daß sich diejenigen zusammengefunden haben, die aus ururaltem Menschheits- und Weltenkarma zusammengehörten. So daß die Menschen auch, indem sie die Blutsbande fühlten, in diesem Gefühl alte, ururalte Aufgaben der Welt hatten, die zugleich so gefaßt waren, daß dasjenige, was die Erde geben konnte — und von der Erde kommen ja die Blutsbande —, in das allgemeine Menschheitskarma eingefügt war. Richtet man den Blick in den dreißiger, zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts, wo die Seelen, die dann heruntergekommen sind in Menschenleiber, noch in der geistigen Welt waren, richtet man den Blick auf die geistige Welt in dieser Zeit, die dem materialistischen Zeitalter voranging, so findet man, daß diese Seelen, die da herunterkommen wollten, in sich gewisse Impulse hatten, die unter anderem auch davon herrührten, daß sie durch Jahrtausende, so oft sie auf der Erde waren, durch Blutsbande an diese Familien, an diese Stämme, an diese Nationen, an diese Rassen gebunden waren. Nach diesen Bindungen sollten sich diese Seelen dazu entschließen, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und von den vierziger Jahren an in diese oder jene Leiber einzuziehen. Denn die entsprechenden Geister des Lichtes lenken natürlich, indem sie ihre Impulse in die Seelen der Menschen hineinsenden, das Fortschreiten der Menschheitsentwickelung so, wie sie es nach den alten Blutsbanden veranlagt haben. Es waren also in den Menschenseelen, die in den geistigen Welten waren, gewisse Impulse, so oder so nach dem alten Menschheitskarma unterzutauchen in die Leiber derjenigen Menschen, die also die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, den Anfang des 20. Jahrhunderts bevölkern sollten. Es hatten also gewissermaßen die Geister des Lichtes in der Hand, diese Seelen nach ihren alten Maßnahmen zu leiten und zu lenken.
[ 6 ] Das wollten die Geister der Finsternis, von denen ich gesprochen habe, in die Hand bekommen. Sie wollten die Impulse der Geister des Lichtes aus den Seelen vertreiben, sie wollten ihre Impulse in die Menschenseelen hineinbringen. Wäre der Sieg der Geister der Finsternis 1879 geglückt, dann wäre ein ganz anderer Zusammenhang herausgekommen zwischen den Menschenleibern und den Menschenseelen, als er bei den nach 1879 Geborenen nunmehr herausgekommen ist. Die Seelen wären in andern Leibern geboren worden, und der Plan der irdischen Menschheitsordnung wäre nach dem Ideal der Geister der Finsternis ausgeführt worden. Das ist er nicht. Daß er das nicht konnte, das ist verdankt dem Sieg des Michael über den Drachen im Herbste 1879.
[ 6 ] Das wollten die Geister der Finsternis, von denen ich gesprochen habe, in die Hand bekommen. Sie wollten die Impulse der Geister des Lichtes aus den Seelen vertreiben, sie wollten ihre Impulse in die Menschenseelen hineinbringen. Wäre der Sieg der Geister der Finsternis 1879 geglückt, dann wäre ein ganz anderer Zusammenhang herausgekommen zwischen den Menschenleibern und den Menschenseelen, als er bei den nach 1879 Geborenen nunmehr herausgekommen ist. Die Seelen wären in andern Leibern geboren worden, und der Plan der irdischen Menschheitsordnung wäre nach dem Ideal der Geister der Finsternis ausgeführt worden. Das ist er nicht. Daß er das nicht konnte, das ist verdankt dem Sieg des Michael über den Drachen im Herbste 1879.
[ 7 ] Dieses Kämpfen, das spiegelte sich in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren auf der Erde in dem, was ich geschildert habe als besonders ausgeprägter Scharfsinn, Kritik und so weiter. Ich habe öfter darauf hingewiesen: Durch bloße Spekulation kommt man nicht hinter die Dinge, sondern nur durch wirkliche spirituelle Beobachtung. Durch Spekulation könnte niemand darauf kommen, daß just diejenigen Eigenschaften, die ich von dem materiellen Verstande erwähnt habe, hier auf der Erde das Spiegelbild sind eines Kampfes in den geistigen Welten um die Fortpflanzung, um die Generationenfolge. Diese Dinge müssen eben beobachtet werden, denn wenn man glaubt, man könne mit dem materiellen Verstande selber die richtigen Zusammenhänge zwischen physischer Welt und geistiger Welt finden, so irrt man sich sehr. Da trifft man in der Regel ganz Falsches, weil man schematisch vorgeht nach äußeren logischen Regeln, die nach dem Muster der Naturwissenschaft gewonnen sind. Die gelten aber nur für die physische Welt, die gelten nicht für den Zusammenhang der physischen mit der geistigen Welt. Das war also die eine Spiegelung dieses Kampfes um das Blut.
[ 7 ] Dieses Kämpfen, das spiegelte sich in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren auf der Erde in dem, was ich geschildert habe als besonders ausgeprägter Scharfsinn, Kritik und so weiter. Ich habe öfter darauf hingewiesen: Durch bloße Spekulation kommt man nicht hinter die Dinge, sondern nur durch wirkliche spirituelle Beobachtung. Durch Spekulation könnte niemand darauf kommen, daß just diejenigen Eigenschaften, die ich von dem materiellen Verstande erwähnt habe, hier auf der Erde das Spiegelbild sind eines Kampfes in den geistigen Welten um die Fortpflanzung, um die Generationenfolge. Diese Dinge müssen eben beobachtet werden, denn wenn man glaubt, man könne mit dem materiellen Verstande selber die richtigen Zusammenhänge zwischen physischer Welt und geistiger Welt finden, so irrt man sich sehr. Da trifft man in der Regel ganz Falsches, weil man schematisch vorgeht nach äußeren logischen Regeln, die nach dem Muster der Naturwissenschaft gewonnen sind. Die gelten aber nur für die physische Welt, die gelten nicht für den Zusammenhang der physischen mit der geistigen Welt. Das war also die eine Spiegelung dieses Kampfes um das Blut.
[ 8 ] Die andere Spiegelung — ich habe auch schon öfter auf sie hingewiesen — bestand in dem Aufkommen des Spiritismus in den vierziger Jahren und dann weiter. Gewisse Kreise, und gar nicht so enge Kreise, versuchten in dieser Zeit die Zusammenhänge mit der geistigen Welt auf medialem Wege zu erforschen, also im Grunde genommen auf materielle Art. Wäre dies geglückt, wäre die Schar der Geister der Finsternis genügend stark gewesen, um 1879 den Sieg über die Anhänger des Michael zu gewinnen, dann hätte der Spiritismus eine ungeheure Ausbreitung gewonnen. Denn der Spiritismus kann nicht bloß von der Erde aus impulsiert werden, sondern er hat seine Einflüsse von der andern Welt; er wird von der andern Welt dirigiert. Man muß sich durchaus klar darüber sein, daß hier auch nicht bloß ein Entweder-Oder Geltung haben darf, das heute den Menschen so bequem ist, die sich immer sagen: Entweder erkennen wir so etwas an, oder weisen wir so etwas ab. So ist die Sache nicht, so liegt sie ganz und gar nicht. Was sich auf spiritistischem Boden abgespielt hat, das war zum Teil ein bedeutungsvolles Hereinragen der geistigen Welt, war durchaus herausfließend aus Impulsen der geistigen Welt, hatte oftmals das Intensivste mit den Schicksalen der Menschen zu tun, aber ein Spiegelbild war es jenes Kampfes, der eben in der geistigen Region verloren worden ist. Daher auch das eigentümliche Zurückgehen und Korrumpiertwerden des Spiritismus nach dem genannten Zeitpunkte. Er wäre das Mittel geworden, die Menschen auf die geistige Welt hinzuweisen, und zwar das einzige Mittel, wenn die Geister der Finsternis 1879 den Sieg erlangt hätten. Wäre dieser Sieg dazumal zustandegekommen, so lebten wir heute in einer Welt eines ganz unsagbaren Scharfsinnes, eines Scharfsinnes, der sich auf die verschiedensten Gebiete des menschlichen Lebens erstreckt hätte. Börsenspekulationen und ähnliche Dinge, die manchmal heute recht dumm gemacht werden, würden mit ungeheurem Scharfsinn gemacht werden. Das auf der einen Seite. Aber auf der andern Seite würde man in den weitesten Kreisen sein spirituelles Bedürfnis auf medialem Wege zu befriedigen suchen. Materieller Verstand also auf der einen Seite, jene auf herabgestimmtem Bewußtsein beruhende Art, sich zur geistigen Welt in ein Verhältnis zu setzen, auf der andern Seite: das war die Absicht der Geister der Finsternis. Diese Geister der Finsternis wollten vor allen Dingen eines verhindern, was bei ihrem Sturz nach dem Jahre 1879 allmählich eintreten mußte: das wirkliche Herabkommen von geistigen Erfahrungen, von geistigen Erlebnissen in die Menschenseelen hinein. Solche geistigen Erlebnisse, wie sie verwertet werden von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft, die wären unmöglich geworden, wenn die genannten Geister der Finsternis ihren Sieg errungen hätten. Dieses Geistesleben und Geistesweben würde oben behalten worden sein von den Geistern der Finsternis in den geistigen Regionen. Nur durch den Sturz der charakterisierten Geister ist es gekommen, daß anstelle des bloß kritischen, materiellen Verstandes und des medialen Weges die unmittelbare geistige Erfahrung hat treten können und immer mehr und mehr treten wird. Nicht umsonst habe ich in den letzten Zeiten hier erwähnt: Viel mehr, als man denkt, ist die heutige Zeit von spirituellen Einflüssen abhängig. So materialistisch unsere Zeit ist und eigentlich mehr noch sein will, als sie es ist: an viel mehr Stellen, als man denkt, offenbaren sich die geistigen Welten den Menschen. Wenn auch heute noch oftmals nicht in gutem Sinne, aber geistige Einflüsse sind überall zu spüren. Und manches, was von Menschen, die heute gegenüber spirituellen Einflüssen ein gewisses Schamgefühl haben — sie schämen sich, spirituelle Einflüsse andern gegenüber zu gestehen —, manches, was von Menschen gemacht wird, diese oder jene Gründung, sie wird deshalb gemacht, weil den Menschen im Traum dies oder jenes erschienen ist, was ein wirklicher spiritueller Einfluß ist. Sie können heute Dichter fragen, warum sie Dichter geworden sind. Das ursprüngliche Erlebnis, das sie Ihnen erzählen werden, wird sein: Dieses oder jenes Spirituelle haben sie wie traumhaft erlebt, und dieses traumhafte Erlebnis hat eigentlich den Impuls zu ihrem Schaffen in sie gelegt. — Leute, die Journale gegründet haben, Sie können sie fragen, warum sie sie gegründet haben — ich erzähle Ihnen Tatsachen —, sie führen Ihnen diese Journalgründungen auf Träume zurück, auf sogenannte Träume, was aber nichts anderes ist als die Übertragung gewisser spiritueller Impulse aus den geistigen Welten in die sinnliche Welt hinein. Und vieles andere auf andern Gebieten ist vorhanden, viel mehr, als man denkt, nur sagen es die Leute heute nicht, weil jeder glaubt, wenn er dem andern sagte: Ich habe dies oder jenes getan, weil mir der oder jener Geist erschienen ist im Traume —, der andere nenne ihn dann einen Trottel. Das ist ja natürlich eine unangenehme Sache. Deshalb weil man so wenig von dem, was eigentlich heute unter Menschen geschieht. Das, was so sporadisch da oder dort geschieht, das ist aber nur, ich möchte sagen, der Vortrab zu dem, was immer mehr und mehr geschehen wird: Das Spirituelle wird die Menschheit ergreifen, weil eben jener Sieg Michaels über den Drachen 1879 sich zugetragen hat. Und daß eine Geisteswissenschaft möglich ist, das ist auch nur auf diesen Umstand zurückzuführen, sonst wären die entsprechenden Wahrheiten in den geistigen Welten verblieben, könnten nicht Wohnung nehmen in menschlichen Gehirnen, wären für die physische Welt nicht vorhanden.
[ 8 ] Die andere Spiegelung — ich habe auch schon öfter auf sie hingewiesen — bestand in dem Aufkommen des Spiritismus in den vierziger Jahren und dann weiter. Gewisse Kreise, und gar nicht so enge Kreise, versuchten in dieser Zeit die Zusammenhänge mit der geistigen Welt auf medialem Wege zu erforschen, also im Grunde genommen auf materielle Art. Wäre dies geglückt, wäre die Schar der Geister der Finsternis genügend stark gewesen, um 1879 den Sieg über die Anhänger des Michael zu gewinnen, dann hätte der Spiritismus eine ungeheure Ausbreitung gewonnen. Denn der Spiritismus kann nicht bloß von der Erde aus impulsiert werden, sondern er hat seine Einflüsse von der andern Welt; er wird von der andern Welt dirigiert. Man muß sich durchaus klar darüber sein, daß hier auch nicht bloß ein Entweder-Oder Geltung haben darf, das heute den Menschen so bequem ist, die sich immer sagen: Entweder erkennen wir so etwas an, oder weisen wir so etwas ab. So ist die Sache nicht, so liegt sie ganz und gar nicht. Was sich auf spiritistischem Boden abgespielt hat, das war zum Teil ein bedeutungsvolles Hereinragen der geistigen Welt, war durchaus herausfließend aus Impulsen der geistigen Welt, hatte oftmals das Intensivste mit den Schicksalen der Menschen zu tun, aber ein Spiegelbild war es jenes Kampfes, der eben in der geistigen Region verloren worden ist. Daher auch das eigentümliche Zurückgehen und Korrumpiertwerden des Spiritismus nach dem genannten Zeitpunkte. Er wäre das Mittel geworden, die Menschen auf die geistige Welt hinzuweisen, und zwar das einzige Mittel, wenn die Geister der Finsternis 1879 den Sieg erlangt hätten. Wäre dieser Sieg dazumal zustandegekommen, so lebten wir heute in einer Welt eines ganz unsagbaren Scharfsinnes, eines Scharfsinnes, der sich auf die verschiedensten Gebiete des menschlichen Lebens erstreckt hätte. Börsenspekulationen und ähnliche Dinge, die manchmal heute recht dumm gemacht werden, würden mit ungeheurem Scharfsinn gemacht werden. Das auf der einen Seite. Aber auf der andern Seite würde man in den weitesten Kreisen sein spirituelles Bedürfnis auf medialem Wege zu befriedigen suchen. Materieller Verstand also auf der einen Seite, jene auf herabgestimmtem Bewußtsein beruhende Art, sich zur geistigen Welt in ein Verhältnis zu setzen, auf der andern Seite: das war die Absicht der Geister der Finsternis. Diese Geister der Finsternis wollten vor allen Dingen eines verhindern, was bei ihrem Sturz nach dem Jahre 1879 allmählich eintreten mußte: das wirkliche Herabkommen von geistigen Erfahrungen, von geistigen Erlebnissen in die Menschenseelen hinein. Solche geistigen Erlebnisse, wie sie verwertet werden von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft, die wären unmöglich geworden, wenn die genannten Geister der Finsternis ihren Sieg errungen hätten. Dieses Geistesleben und Geistesweben würde oben behalten worden sein von den Geistern der Finsternis in den geistigen Regionen. Nur durch den Sturz der charakterisierten Geister ist es gekommen, daß anstelle des bloß kritischen, materiellen Verstandes und des medialen Weges die unmittelbare geistige Erfahrung hat treten können und immer mehr und mehr treten wird. Nicht umsonst habe ich in den letzten Zeiten hier erwähnt: Viel mehr, als man denkt, ist die heutige Zeit von spirituellen Einflüssen abhängig. So materialistisch unsere Zeit ist und eigentlich mehr noch sein will, als sie es ist: an viel mehr Stellen, als man denkt, offenbaren sich die geistigen Welten den Menschen. Wenn auch heute noch oftmals nicht in gutem Sinne, aber geistige Einflüsse sind überall zu spüren. Und manches, was von Menschen, die heute gegenüber spirituellen Einflüssen ein gewisses Schamgefühl haben — sie schämen sich, spirituelle Einflüsse andern gegenüber zu gestehen —, manches, was von Menschen gemacht wird, diese oder jene Gründung, sie wird deshalb gemacht, weil den Menschen im Traum dies oder jenes erschienen ist, was ein wirklicher spiritueller Einfluß ist. Sie können heute Dichter fragen, warum sie Dichter geworden sind. Das ursprüngliche Erlebnis, das sie Ihnen erzählen werden, wird sein: Dieses oder jenes Spirituelle haben sie wie traumhaft erlebt, und dieses traumhafte Erlebnis hat eigentlich den Impuls zu ihrem Schaffen in sie gelegt. — Leute, die Journale gegründet haben, Sie können sie fragen, warum sie sie gegründet haben — ich erzähle Ihnen Tatsachen —, sie führen Ihnen diese Journalgründungen auf Träume zurück, auf sogenannte Träume, was aber nichts anderes ist als die Übertragung gewisser spiritueller Impulse aus den geistigen Welten in die sinnliche Welt hinein. Und vieles andere auf andern Gebieten ist vorhanden, viel mehr, als man denkt, nur sagen es die Leute heute nicht, weil jeder glaubt, wenn er dem andern sagte: Ich habe dies oder jenes getan, weil mir der oder jener Geist erschienen ist im Traume —, der andere nenne ihn dann einen Trottel. Das ist ja natürlich eine unangenehme Sache. Deshalb weil man so wenig von dem, was eigentlich heute unter Menschen geschieht. Das, was so sporadisch da oder dort geschieht, das ist aber nur, ich möchte sagen, der Vortrab zu dem, was immer mehr und mehr geschehen wird: Das Spirituelle wird die Menschheit ergreifen, weil eben jener Sieg Michaels über den Drachen 1879 sich zugetragen hat. Und daß eine Geisteswissenschaft möglich ist, das ist auch nur auf diesen Umstand zurückzuführen, sonst wären die entsprechenden Wahrheiten in den geistigen Welten verblieben, könnten nicht Wohnung nehmen in menschlichen Gehirnen, wären für die physische Welt nicht vorhanden.
[ 9 ] Da haben Sie solche Bilder, die Ihnen klarmachen können, welches die Absichten waren der Geister der Finsternis in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren in den geistigen Regionen bei ihrem Kampf, den sie gegen die Anhänger des Michael geführt haben. Nun sind sie seit dem Herbste 1879 hier unten, unter den Menschen. Das alles haben sie nicht erreicht, was sie angestrebt haben: Der Spiritismus wird nicht allgemeine Menschheitsüberzeugung werden; die Menschen werden nicht, vom materialistischen Standpunkte aus gesprochen, so gescheit werden, daß sie vor lauter Gescheitheit selber sich überschlagen. Die spirituellen Wahrheiten werden unter den Menschen Wurzel fassen.
[ 9 ] Da haben Sie solche Bilder, die Ihnen klarmachen können, welches die Absichten waren der Geister der Finsternis in den vierziger, fünfziger, sechziger und siebziger Jahren in den geistigen Regionen bei ihrem Kampf, den sie gegen die Anhänger des Michael geführt haben. Nun sind sie seit dem Herbste 1879 hier unten, unter den Menschen. Das alles haben sie nicht erreicht, was sie angestrebt haben: Der Spiritismus wird nicht allgemeine Menschheitsüberzeugung werden; die Menschen werden nicht, vom materialistischen Standpunkte aus gesprochen, so gescheit werden, daß sie vor lauter Gescheitheit selber sich überschlagen. Die spirituellen Wahrheiten werden unter den Menschen Wurzel fassen.
[ 10 ] Aber die Geister der Finsternis sind dafür unter uns, sie sind da. Wir müssen Wache halten, damit wir merken, wo sie uns begegnen, damit wir Anschauungen darüber gewinnen, wo sie vorhanden sind. Denn das Gefährlichste in der nächsten Zukunft wird sein, sich unbewußt den Einflüssen auszuliefern, die ja doch da sind. Denn ob sie der Mensch kennt oder nicht kennt, das macht keinen Unterschied für ihre Realität.
[ 10 ] Aber die Geister der Finsternis sind dafür unter uns, sie sind da. Wir müssen Wache halten, damit wir merken, wo sie uns begegnen, damit wir Anschauungen darüber gewinnen, wo sie vorhanden sind. Denn das Gefährlichste in der nächsten Zukunft wird sein, sich unbewußt den Einflüssen auszuliefern, die ja doch da sind. Denn ob sie der Mensch kennt oder nicht kennt, das macht keinen Unterschied für ihre Realität.
[ 11 ] Vor allen Dingen aber wird es sich für diese Geister der Finsternis darum handeln, dasjenige, was nun auf der Erde sich verbreitet und in dem die Geister des Lichtes in ihrer richtigen Richtung fortwirken können, das in Verwirrung zu bringen, das in falsche Richtungen zu bringen. Ich habe auf eine solche falsche Richtung, die zu den paradoxesten gehört, schon hingewiesen. Ich habe Sie darauf hingewiesen, daß ja freilich die Menschenleiber sich so entwickeln werden, daß in ihnen eine gewisse Spiritualität Platz finden kann, daß aber der materialistische Sinn, der sich immer mehr ausbreiten wird durch die Anweisungen der Geister der Finsternis, dagegen arbeiten und mit materiellen Mitteln dagegen kämpfen wird. Ich habe Ihnen gesagt, daß die Geister der Finsternis ihre Kostgeber, die Menschen, in denen sie wohnen werden, dazu inspirieren werden, sogar ein Impfmittel zu finden, um den Seelen schon in frühester Jugend auf dem Umwege durch die Leiblichkeit die Hinneigung zur Spiritualität auszutreiben. Wie man heute die Leiber impft gegen dies und jenes, so wird man zukünftig die Kinder mit einem Stoff impfen, der durchaus hergestellt werden kann, so daß durch diese Impfung die Menschen gefeit sein werden, die «Narrheiten» des spirituellen Lebens nicht aus sich heraus zu entwickeln, Narrheiten selbstverständlich im materialistischen Sinne gesprochen.
[ 11 ] Vor allen Dingen aber wird es sich für diese Geister der Finsternis darum handeln, dasjenige, was nun auf der Erde sich verbreitet und in dem die Geister des Lichtes in ihrer richtigen Richtung fortwirken können, das in Verwirrung zu bringen, das in falsche Richtungen zu bringen. Ich habe auf eine solche falsche Richtung, die zu den paradoxesten gehört, schon hingewiesen. Ich habe Sie darauf hingewiesen, daß ja freilich die Menschenleiber sich so entwickeln werden, daß in ihnen eine gewisse Spiritualität Platz finden kann, daß aber der materialistische Sinn, der sich immer mehr ausbreiten wird durch die Anweisungen der Geister der Finsternis, dagegen arbeiten und mit materiellen Mitteln dagegen kämpfen wird. Ich habe Ihnen gesagt, daß die Geister der Finsternis ihre Kostgeber, die Menschen, in denen sie wohnen werden, dazu inspirieren werden, sogar ein Impfmittel zu finden, um den Seelen schon in frühester Jugend auf dem Umwege durch die Leiblichkeit die Hinneigung zur Spiritualität auszutreiben. Wie man heute die Leiber impft gegen dies und jenes, so wird man zukünftig die Kinder mit einem Stoff impfen, der durchaus hergestellt werden kann, so daß durch diese Impfung die Menschen gefeit sein werden, die «Narrheiten» des spirituellen Lebens nicht aus sich heraus zu entwickeln, Narrheiten selbstverständlich im materialistischen Sinne gesprochen.
[ 12 ] Begonnen — mehr auf literarischem Gebiete, wo es aber unschädlicher ist — hat ja die Sache schon. Ich habe Sie darauf hingewiesen, daß Schriften sehr gelehrter Mediziner erschienen sind über die Pathologie verschiedener Genies. Sie wissen: Conrad Ferdinand Meyer, Viktor Scheffel, Nietzsche, Schopenhauer, Goethe, alle hat man dadurch als Genies zu begreifen versucht, daß man dieses oder jenes Pathologische in ihnen nachgewiesen hat. Und was das Aufregendste, möchte ich sagen, auf diesem Gebiete ist, das ist, daß man auch den Christus Jesus vom pathologischen Standpunkte aus, die Evangelien vom pathologischen Standpunkte aus zu begreifen versucht hat. Es gibt zwei Schriften heute schon, welche die Entstehung des Christentums zurückführen darauf, daß einmal im Beginn der neuzeitlichen Zeitrechnung ein seelisch und geistig unnormaler Mensch gelebt hat, der in Palästina als Jesus herumgegangen ist und aus seinen Seelenkrankheitserscheinungen die Menschen mit dem Christentum angesteckt hat. Zwei Schriften gibt es auch über die Pathologie des Christus Jesus.
[ 12 ] Begonnen — mehr auf literarischem Gebiete, wo es aber unschädlicher ist — hat ja die Sache schon. Ich habe Sie darauf hingewiesen, daß Schriften sehr gelehrter Mediziner erschienen sind über die Pathologie verschiedener Genies. Sie wissen: Conrad Ferdinand Meyer, Viktor Scheffel, Nietzsche, Schopenhauer, Goethe, alle hat man dadurch als Genies zu begreifen versucht, daß man dieses oder jenes Pathologische in ihnen nachgewiesen hat. Und was das Aufregendste, möchte ich sagen, auf diesem Gebiete ist, das ist, daß man auch den Christus Jesus vom pathologischen Standpunkte aus, die Evangelien vom pathologischen Standpunkte aus zu begreifen versucht hat. Es gibt zwei Schriften heute schon, welche die Entstehung des Christentums zurückführen darauf, daß einmal im Beginn der neuzeitlichen Zeitrechnung ein seelisch und geistig unnormaler Mensch gelebt hat, der in Palästina als Jesus herumgegangen ist und aus seinen Seelenkrankheitserscheinungen die Menschen mit dem Christentum angesteckt hat. Zwei Schriften gibt es auch über die Pathologie des Christus Jesus.
[ 13 ] Das, wie gesagt, sind die unschuldigen, literarischen Anfänge. Das alles tendiert aber dahin, zuletzt das Mittel zu finden, durch das man die Leiber impfen kann, damit sie nicht Neigungen zu spirituellen Ideen aufkommen lassen, sondern ihr ganzes Leben hindurch nur an die sinnenfällige Materie glauben. So, wie man aus den Impulsen, welche die Medizin aus der Schwindelsucht — pardon, verzeihen Sie —, aus der eigenen Schwindsucht heraus gewonnen hat, gegen die Schwindsucht heute impft, so wird man impfen gegen die Anlage zur Spiritualität. Das soll nur hinweisen auf ein besonders paradox Hervorragendes unter vielem andern, was auf diesem Gebiet im Laufe der nächsten und ferneren Zukunft auftreten wird, damit das, was durch den Sieg der Geister des Lichtes aus den geistigen Welten auf die Erde herniederströmen will, in Verwirrung komme.
[ 13 ] Das, wie gesagt, sind die unschuldigen, literarischen Anfänge. Das alles tendiert aber dahin, zuletzt das Mittel zu finden, durch das man die Leiber impfen kann, damit sie nicht Neigungen zu spirituellen Ideen aufkommen lassen, sondern ihr ganzes Leben hindurch nur an die sinnenfällige Materie glauben. So, wie man aus den Impulsen, welche die Medizin aus der Schwindelsucht — pardon, verzeihen Sie —, aus der eigenen Schwindsucht heraus gewonnen hat, gegen die Schwindsucht heute impft, so wird man impfen gegen die Anlage zur Spiritualität. Das soll nur hinweisen auf ein besonders paradox Hervorragendes unter vielem andern, was auf diesem Gebiet im Laufe der nächsten und ferneren Zukunft auftreten wird, damit das, was durch den Sieg der Geister des Lichtes aus den geistigen Welten auf die Erde herniederströmen will, in Verwirrung komme.
[ 14 ] Dazu müssen natürlich zuerst die Weltanschauungen, die Auffassungen der Menschen verworren gemacht werden, die Begriffe, die Vorstellungen müssen zunächst verkehrt werden. Und hier ist ein ernstes Gebiet, auf das man sehr wachsam hinschauen soll, denn dieses Gebiet gehört zu den wichtigsten Hintergründen der Ereignisse, die sich gegenwärtig vorbereiten.
[ 14 ] Dazu müssen natürlich zuerst die Weltanschauungen, die Auffassungen der Menschen verworren gemacht werden, die Begriffe, die Vorstellungen müssen zunächst verkehrt werden. Und hier ist ein ernstes Gebiet, auf das man sehr wachsam hinschauen soll, denn dieses Gebiet gehört zu den wichtigsten Hintergründen der Ereignisse, die sich gegenwärtig vorbereiten.
[ 15 ] Ich wähle meine Ausdrücke vorsätzlich exakt. Ich sage «vorbereiten» und bin mir wohl bewußt, daß, wenn jemand von vorbereiten spricht, nachdem dasjenige stattgefunden hat, was in den letzten drei Jahren stattgefunden hat, er schon Bedeutungsvolles sagt, denn wer tiefer in die Dinge hineinsieht, weiß, daß es sich um Vorbereitungen handelt. Nur der Oberflächliche kann glauben, daß morgen oder übermorgen dasjenige, was nicht im alten Sinne ein Krieg ist, durch einen Frieden im alten Sinne abgeschlossen werden kann. Nur wer die Ereignisse recht oberflächlich beurteilt, kann solches glauben. Wohl werden es viele glauben, wenn äußerlich dies oder jenes eintritt, was solchen Vorstellungen ähnlich sieht, wie mancher sie sich macht; dann wird man aber nicht bedenken, was unter der Oberfläche schlummern wird.
[ 15 ] Ich wähle meine Ausdrücke vorsätzlich exakt. Ich sage «vorbereiten» und bin mir wohl bewußt, daß, wenn jemand von vorbereiten spricht, nachdem dasjenige stattgefunden hat, was in den letzten drei Jahren stattgefunden hat, er schon Bedeutungsvolles sagt, denn wer tiefer in die Dinge hineinsieht, weiß, daß es sich um Vorbereitungen handelt. Nur der Oberflächliche kann glauben, daß morgen oder übermorgen dasjenige, was nicht im alten Sinne ein Krieg ist, durch einen Frieden im alten Sinne abgeschlossen werden kann. Nur wer die Ereignisse recht oberflächlich beurteilt, kann solches glauben. Wohl werden es viele glauben, wenn äußerlich dies oder jenes eintritt, was solchen Vorstellungen ähnlich sieht, wie mancher sie sich macht; dann wird man aber nicht bedenken, was unter der Oberfläche schlummern wird.
[ 16 ] Es ist im großen und es ist auch im einzelnen interessant, hinzublicken auf die Jahrzehnte seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Eine Charakteristik im allgemeinen haben wir ja in diesen Wochen hier empfangen, und ich habe sie ja auch heute bis zu einem gewissen Grade wiederum zu geben versucht. Gerade wenn man repräsentative Persönlichkeiten ins Auge faßt — und in Persönlichkeiten repräsentiert sich ja dasjenige, was an geistigen Impulsen in der Entwickelung kraftet —, dann findet man auch im einzelnen, daß sich das bewahrheitet, was als allgemeine Erkenntnisse einem aufleuchtet. Ich möchte ein klein scheinendes Beispiel anführen. Ich habe schon im vorigen Jahre auf diese Sache hingewiesen.
[ 16 ] Es ist im großen und es ist auch im einzelnen interessant, hinzublicken auf die Jahrzehnte seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Eine Charakteristik im allgemeinen haben wir ja in diesen Wochen hier empfangen, und ich habe sie ja auch heute bis zu einem gewissen Grade wiederum zu geben versucht. Gerade wenn man repräsentative Persönlichkeiten ins Auge faßt — und in Persönlichkeiten repräsentiert sich ja dasjenige, was an geistigen Impulsen in der Entwickelung kraftet —, dann findet man auch im einzelnen, daß sich das bewahrheitet, was als allgemeine Erkenntnisse einem aufleuchtet. Ich möchte ein klein scheinendes Beispiel anführen. Ich habe schon im vorigen Jahre auf diese Sache hingewiesen.
[ 17 ] Goethes «Faust» ist von vielen Leuten kommentiert worden. Viele Leute haben Goethes «Faust» erklärt. Einer derjenigen, die ihn nicht untief, sondern in einem gewissen Sinne tief erklärt haben, ist Oswald Marbach. Man kann schon sagen, am wenigsten tief in der «Faust»-Erklärung waren eigentlich die Literaturhistoriker, weil es deren akademischer Beruf ist, die Sache zu verstehen, was ja vielfach ein Hindernis ist, sie wirklich zu verstehen. Oswald Marbach hat deshalb gute Worte über den «Faust» gesprochen in seinem Buche, «Goethes Faust Teil I und II, erklärt von Oswald Marbach», weil er nicht eigentlich Literaturhistoriker war. Er hat an der Universität Leipzig über Goethes «Faust» vorgetragen, über Mathematik, Mechanik, Technologie. Und in der gegenwärtigen Zeit ist eigentlich die Vertiefung in Marbachs Mechanik und Technologie ein besseres Mittel, an die Weltengeheimnisse heranzukommen als das, was die Historiker oder Literaturhistoriker in ihrem Sinne als heutige Wissenschaft verzeichnen. Aber gerade bei Oswald Marbach tritt uns etwas sehr Merkwürdiges entgegen. In den vierziger Jahren hat er über Goethes «Faust» gesprochen, dann nicht mehr, nicht mehr am Ende der vierziger Jahre, nicht in den fünfziger, sechziger, siebziger Jahren. Erst am Ende der siebziger Jahre und in den achtziger Jahren hat er die Vorträge über Goethes «Faust» wieder aufgenommen. In der Zwischenzeit hat er nur über Mathematik, Mechanik und Technologie gesprochen, das heißt sich denjenigen Wissenschaften gewidmet, bei denen man am meisten Gelegenheit gerade in der damaligen Zeit hatte, den menschlichen Scharfsinn, die menschliche Kritik zu pflegen. Sehr interessant ist es, wie er in der Vorrede sich darüber ausspricht:
[ 17 ] Goethes «Faust» ist von vielen Leuten kommentiert worden. Viele Leute haben Goethes «Faust» erklärt. Einer derjenigen, die ihn nicht untief, sondern in einem gewissen Sinne tief erklärt haben, ist Oswald Marbach. Man kann schon sagen, am wenigsten tief in der «Faust»-Erklärung waren eigentlich die Literaturhistoriker, weil es deren akademischer Beruf ist, die Sache zu verstehen, was ja vielfach ein Hindernis ist, sie wirklich zu verstehen. Oswald Marbach hat deshalb gute Worte über den «Faust» gesprochen in seinem Buche, «Goethes Faust Teil I und II, erklärt von Oswald Marbach», weil er nicht eigentlich Literaturhistoriker war. Er hat an der Universität Leipzig über Goethes «Faust» vorgetragen, über Mathematik, Mechanik, Technologie. Und in der gegenwärtigen Zeit ist eigentlich die Vertiefung in Marbachs Mechanik und Technologie ein besseres Mittel, an die Weltengeheimnisse heranzukommen als das, was die Historiker oder Literaturhistoriker in ihrem Sinne als heutige Wissenschaft verzeichnen. Aber gerade bei Oswald Marbach tritt uns etwas sehr Merkwürdiges entgegen. In den vierziger Jahren hat er über Goethes «Faust» gesprochen, dann nicht mehr, nicht mehr am Ende der vierziger Jahre, nicht in den fünfziger, sechziger, siebziger Jahren. Erst am Ende der siebziger Jahre und in den achtziger Jahren hat er die Vorträge über Goethes «Faust» wieder aufgenommen. In der Zwischenzeit hat er nur über Mathematik, Mechanik und Technologie gesprochen, das heißt sich denjenigen Wissenschaften gewidmet, bei denen man am meisten Gelegenheit gerade in der damaligen Zeit hatte, den menschlichen Scharfsinn, die menschliche Kritik zu pflegen. Sehr interessant ist es, wie er in der Vorrede sich darüber ausspricht:
[ 18 ] «Schon vor 30-40 Jahren habe ich an der Universität Leipzig Vorlesungen über Goethes «Faust gehalten» — das Buch ist 1881 erschienen — «und erst in neuester Zeit (1875) habe ich diese Vorlesungen wieder aufgenommen und fortgesetzt. Woher diese lange Pause? Da wirkte vieles zusammen, Äußeres und Inneres, Objektives und Subjektives. Ich wurde älter und alt und die akademische Jugend auch: jedes neue Semester brachte ein grämlicheres Geschlecht;» — gescheiter wurden die Leute, aber für den, der tiefer beobachtete, grämlicher! — «es schwand das freie Interesse des Geistes an ihm selber immer mehr zusammen, es kam über uns eine Zeit, wo das Nützliche mehr galt als das Schöne. Seit 30 Jahren habe ich mehr der «Not gehorchend als dem eignen Triebe in meiner akademischen Tätigkeit Philosophie und Poesie beiseite geschoben und dafür die exakten Wissenschaften doziert: Mathematik, Physik, Technologie.»
[ 18 ] «Schon vor 30-40 Jahren habe ich an der Universität Leipzig Vorlesungen über Goethes «Faust gehalten» — das Buch ist 1881 erschienen — «und erst in neuester Zeit (1875) habe ich diese Vorlesungen wieder aufgenommen und fortgesetzt. Woher diese lange Pause? Da wirkte vieles zusammen, Äußeres und Inneres, Objektives und Subjektives. Ich wurde älter und alt und die akademische Jugend auch: jedes neue Semester brachte ein grämlicheres Geschlecht;» — gescheiter wurden die Leute, aber für den, der tiefer beobachtete, grämlicher! — «es schwand das freie Interesse des Geistes an ihm selber immer mehr zusammen, es kam über uns eine Zeit, wo das Nützliche mehr galt als das Schöne. Seit 30 Jahren habe ich mehr der «Not gehorchend als dem eignen Triebe in meiner akademischen Tätigkeit Philosophie und Poesie beiseite geschoben und dafür die exakten Wissenschaften doziert: Mathematik, Physik, Technologie.»
[ 19 ] Es war in der Zeit des materialistischen Scharfsinns. Sehr interessant ist ein Satz dieser Vorrede, sehr, sehr interessant! Denn dieser Satz deutet klar auf dasjenige hin, worauf es für diese Zeit ankommt. Dieser Satz besagt, daß Oswald Marbach in seinem Bewußtsein der Meinung war, er habe immer, ob er nun den «Faust» in alten Zeiten interpretierte, ob er Technologie vortrug, das gemacht, was er wollte. Jetzt aber, als er wieder zum «Faust» zurückkehrt und ihn neuerdings interpretiert, gesteht er sich, er sei mit dieser Meinung einer Illusion verfallen, er hätte nur dem Geiste der Zeit gehorcht. Wenn nur recht viele Menschen zu der Erkenntnis kommen würden, wie sehr sie in Illusionen leben. Denn Illusionen über die Menschen hinzuweben und durch die menschlichen Gehirne hindurchzuweben, durch die menschlichen Herzen hindurchfließen zu lassen, das war schon das Ideal der Geister der Finsternis vor 1879 und ist es besonders nach 1879 geworden, wo diese Geister im Reiche der Menschen unter uns wandeln.
[ 19 ] Es war in der Zeit des materialistischen Scharfsinns. Sehr interessant ist ein Satz dieser Vorrede, sehr, sehr interessant! Denn dieser Satz deutet klar auf dasjenige hin, worauf es für diese Zeit ankommt. Dieser Satz besagt, daß Oswald Marbach in seinem Bewußtsein der Meinung war, er habe immer, ob er nun den «Faust» in alten Zeiten interpretierte, ob er Technologie vortrug, das gemacht, was er wollte. Jetzt aber, als er wieder zum «Faust» zurückkehrt und ihn neuerdings interpretiert, gesteht er sich, er sei mit dieser Meinung einer Illusion verfallen, er hätte nur dem Geiste der Zeit gehorcht. Wenn nur recht viele Menschen zu der Erkenntnis kommen würden, wie sehr sie in Illusionen leben. Denn Illusionen über die Menschen hinzuweben und durch die menschlichen Gehirne hindurchzuweben, durch die menschlichen Herzen hindurchfließen zu lassen, das war schon das Ideal der Geister der Finsternis vor 1879 und ist es besonders nach 1879 geworden, wo diese Geister im Reiche der Menschen unter uns wandeln.
[ 20 ] Aber noch eins ist interessant, wenn man solch einen Menschen betrachtet, der gewissermaßen repräsentiert dasjenige, was da vom Himmel auf die Erde heruntergewirkt hat. Er sagt — und das entspricht auch der Geschichte —, daß er, als er in den vierziger Jahren den «Faust» an der Universität erklärt hat, vorzugsweise über den ersten Teil gesprochen hat, für den zweiten Teil gab es da kein Interesse. Als er dann begonnen hat, wir können sagen, nach dem Siege Michaels über den Drachen, wiederum über den «Faust» Vorlesungen zu halten, da hat er vorzugsweise den zweiten Teil zu erklären versucht. Es war in der Tat die Zeit des Scharfsinns, die Zeit der Kritik nicht geeignet, den zweiten Teil von Goethes «Faust» zu verstehen. Wird doch dieser zweite Teil von Goethes «Faust», der eines der bedeutendsten Testamente des Goetheanismus ist, heute noch immer in vieler Beziehung recht, recht wenig verstanden. Es ist ja auch höchst unbequem, ihn zu verstehen. Denn die Menschen leben heute in einem Milieu drinnen, das eigentlich nirgends so humoristisch, nirgends mit solcher Ironie behandelt wird wie im zweiten Teil von Goethes «Faust». Die Menschen leben heute in einem Milieu, das sich nach und nach heraufentwickelt hat seit dem 16. Jahrhundert, die Menschen preisen das, was sich seit dem 16. Jahrhundert heraufentwickelt hat, als die großen, hervorragenden Errungenschaften unserer Zeit, sind ganz wollüstig in diesen Ergebnissen seit dem 16. Jahrhundert. Goethe, der mit seiner Seele nicht nur in seiner Zeit gelebt hat, sondern der sich auch mit seiner Seele versetzen konnte in das 20. Jahrhundert, hat den zweiten Teil seines «Faust» für das 20. Jahrhundert, für das 21. Jahrhundert, für die folgenden Jahrhunderte geschrieben. Das wird man erst verstehen. Aber er mußte dazu hineingeheimnissen eine ironisch-humoristische Behandlung großen Stiles der Entwickelung seit dem 16. Jahrhundert. Sehen wir doch, wie jene Entwickelung, die so bewundert wird, die sich seit dem 16. Jahrhundert gebildet hat, von der heute die Kulturvölker leben, von Goethe im «Faust» als eine Machination des Mephisto behandelt wird. Denn noch viel mehr als das Papiergespenst der Gulden, das ja auch eine Schöpfung des Mephisto ist, ist all das, was sich als so Glorioses seit dem 16. Jahrhundert entwickelt hat, als Schöpfung des Mephisto von Goethe hingestellt. Die Menschheit wird einmal die Schöpfungen seit dem 16. Jahrhundert großartig ironisch behandelt finden in denjenigen Teilen des zweiten Teiles des «Faust», wo gegen den spirituell strebenden Faust der die Geister der Finsternis repräsentierende Mephisto alles das im Grunde genommen erfindet, woran die Menschheit der neueren Zeit hängt und immer mehr noch hängen wird, besonders im 20. Jahrhundert.
[ 20 ] Aber noch eins ist interessant, wenn man solch einen Menschen betrachtet, der gewissermaßen repräsentiert dasjenige, was da vom Himmel auf die Erde heruntergewirkt hat. Er sagt — und das entspricht auch der Geschichte —, daß er, als er in den vierziger Jahren den «Faust» an der Universität erklärt hat, vorzugsweise über den ersten Teil gesprochen hat, für den zweiten Teil gab es da kein Interesse. Als er dann begonnen hat, wir können sagen, nach dem Siege Michaels über den Drachen, wiederum über den «Faust» Vorlesungen zu halten, da hat er vorzugsweise den zweiten Teil zu erklären versucht. Es war in der Tat die Zeit des Scharfsinns, die Zeit der Kritik nicht geeignet, den zweiten Teil von Goethes «Faust» zu verstehen. Wird doch dieser zweite Teil von Goethes «Faust», der eines der bedeutendsten Testamente des Goetheanismus ist, heute noch immer in vieler Beziehung recht, recht wenig verstanden. Es ist ja auch höchst unbequem, ihn zu verstehen. Denn die Menschen leben heute in einem Milieu drinnen, das eigentlich nirgends so humoristisch, nirgends mit solcher Ironie behandelt wird wie im zweiten Teil von Goethes «Faust». Die Menschen leben heute in einem Milieu, das sich nach und nach heraufentwickelt hat seit dem 16. Jahrhundert, die Menschen preisen das, was sich seit dem 16. Jahrhundert heraufentwickelt hat, als die großen, hervorragenden Errungenschaften unserer Zeit, sind ganz wollüstig in diesen Ergebnissen seit dem 16. Jahrhundert. Goethe, der mit seiner Seele nicht nur in seiner Zeit gelebt hat, sondern der sich auch mit seiner Seele versetzen konnte in das 20. Jahrhundert, hat den zweiten Teil seines «Faust» für das 20. Jahrhundert, für das 21. Jahrhundert, für die folgenden Jahrhunderte geschrieben. Das wird man erst verstehen. Aber er mußte dazu hineingeheimnissen eine ironisch-humoristische Behandlung großen Stiles der Entwickelung seit dem 16. Jahrhundert. Sehen wir doch, wie jene Entwickelung, die so bewundert wird, die sich seit dem 16. Jahrhundert gebildet hat, von der heute die Kulturvölker leben, von Goethe im «Faust» als eine Machination des Mephisto behandelt wird. Denn noch viel mehr als das Papiergespenst der Gulden, das ja auch eine Schöpfung des Mephisto ist, ist all das, was sich als so Glorioses seit dem 16. Jahrhundert entwickelt hat, als Schöpfung des Mephisto von Goethe hingestellt. Die Menschheit wird einmal die Schöpfungen seit dem 16. Jahrhundert großartig ironisch behandelt finden in denjenigen Teilen des zweiten Teiles des «Faust», wo gegen den spirituell strebenden Faust der die Geister der Finsternis repräsentierende Mephisto alles das im Grunde genommen erfindet, woran die Menschheit der neueren Zeit hängt und immer mehr noch hängen wird, besonders im 20. Jahrhundert.
[ 21 ] Viel von dem, was einem helfen kann, wachsam zu sein, ist schon in diesen zweiten Teil des «Faust» hineingeheimnißt. Und daß ein Mensch, der an der Hand der Physik, der Mechanik, der Mathematik, der Technologie der Zeit ihr Geheimnis abgelauscht hat, sich gerade nach dem Sieg Michaels über den Drachen hingezogen fühlt, nunmehr vom zweiten Teile zu sprechen, nachdem er vor Jahrzehnten nur vom ersten Teile gesprochen hat, der dazumal allein verstanden werden konnte, das ist schon ein tief bedeutsames Symptom.
[ 21 ] Viel von dem, was einem helfen kann, wachsam zu sein, ist schon in diesen zweiten Teil des «Faust» hineingeheimnißt. Und daß ein Mensch, der an der Hand der Physik, der Mechanik, der Mathematik, der Technologie der Zeit ihr Geheimnis abgelauscht hat, sich gerade nach dem Sieg Michaels über den Drachen hingezogen fühlt, nunmehr vom zweiten Teile zu sprechen, nachdem er vor Jahrzehnten nur vom ersten Teile gesprochen hat, der dazumal allein verstanden werden konnte, das ist schon ein tief bedeutsames Symptom.
[ 22 ] Wir haben ja besonders im Laufe des vorigen Jahres gesehen, wie die Geisteswissenschaft Schritt für Schritt einen führt, um dasjenige, was Goethe erst in Bildern ausdrücken konnte, zu beleben, um dessen tieferen Sinn zu finden im zweiten Teile des «Faust». Selbstverständlich kann nicht aus dem «Faust» die Geisteswissenschaft abgeleitet werden, aber wenn man die Geisteswissenschaft hat, so sind die grandiosen Bilder Goethes im zweiten Teil des «Faust» und auch die großartigen Ausführungen in «Wilhelm Meisters Wanderjahre», erst recht mit Licht zu durchsetzen.
[ 22 ] Wir haben ja besonders im Laufe des vorigen Jahres gesehen, wie die Geisteswissenschaft Schritt für Schritt einen führt, um dasjenige, was Goethe erst in Bildern ausdrücken konnte, zu beleben, um dessen tieferen Sinn zu finden im zweiten Teile des «Faust». Selbstverständlich kann nicht aus dem «Faust» die Geisteswissenschaft abgeleitet werden, aber wenn man die Geisteswissenschaft hat, so sind die grandiosen Bilder Goethes im zweiten Teil des «Faust» und auch die großartigen Ausführungen in «Wilhelm Meisters Wanderjahre», erst recht mit Licht zu durchsetzen.
[ 23 ] Damit berühren wir die eine Strömung, die unter dem Einfluß der fortschreitenden Geister des Lichtes immer mehr und mehr an Boden gewinnen muß gegenüber den Bestrebungen der Geister der Finsternis und die an Boden gewinnen wird, wenn ihnen die Menschen wachsam gegenübertreten. Diese drei Jahre, sie sind wie eine Aufforderung zum Wachsamwerden, wenn auch noch nicht eine annähernd genügend große Anzahl von Seelen in der Lage ist, den Ruf in der rechten Weise zu vernehmen, denn man hat ja das Walten der entgegengesetzten Strömung allüberall beobachten können. Gerade, ich möchte sagen, am Beginne der Möglichkeit eines spirituellen Lebens sind die Geister der Hindernisse ganz besonders am Platze. Charakteristische Dinge haben wir erlebt, werden wir weiter erleben. Solche Dinge heute auch nur andeutungsweise auszusprechen, ruft immer nur Mißverständnis über Mißverständnis hervor. Heute ist die geistige Atmosphäre, in der die Menschheit lebt, so sehr mit dem Willen zum Mißverständnis imprägniert, daß einem die Worte gleich auf etwas anderes gedeutet werden, als auf das sie gemünzt sind, wenn man sie ausspricht. Man muß sich der Menschenworte bedienen, die nach dem oder jenem anklingen. Heute urteilen so viele aus nationalen Leidenschaften heraus, daß, wenn man einen Angehörigen dieses oder jenes Volkes in der oder jener Weise eben einfach als Mensch charakterisieren muß, der auf der Erde lebt, einem das übelgenommen wird von den Angehörigen des Volkes, dem dieser Mensch angehört, obwohl diese Dinge gar nichts miteinander zu tun haben. Urteile über irgendein Volk und Urteile über die Menschen, die zum Beispiel an den heutigen Ereignissen beteiligt sind, haben nichts miteinander zu tun. Denn der Glaube, daß das Unwetter der gegenwärtigen Zeit auf den Dingen beruht, von denen heute allgemein geredet wird, dieser Glaube ist ein besonders schädlicher, weil er ein besonders unsinniger ist. Die Gründe liegen viel tiefer und haben zunächst eigentlich überhaupt nach gewissen Seiten hin — ich betone das — , nach gewissen Seiten hin mit nationalen Aspirationen nicht viel zu tun. Die nationalen Aspirationen werden nur benützt von gewissen Mächten, von denen aber die Mehrheit der Menschheit nichts wissen will, aus Oberflächlichkeit nichts wissen will. Man wird schon noch eine Zeitlang warten müssen, bis Objektivität auf diesem Gebiete einzieht. Heute ist es der Menschheit zum großen Teil bequem, groß und umfassend diejenigen Ideen zu finden, die geprägt sind in dem Kopfe, der nicht mehr umfaßt als ein Schulmeister, welcher eben das Lehramtsexamen durchgemacht hat und nun losgelassen wird sonst nur auf die Schüler, in diesem Falle aber auf die Menschheit. Ich habe schon öfter darauf hingewiesen, daß es dieser furchtbaren Zeit, dieses Hereingebrochenseins dieser furchtbaren Zeit nicht bedurft hat, um von einem geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte aus ein objektives Urteil über Woodrow Wilson zu gewinnen. Denn ich habe schon 1913 in meinen Helsingforser Vorträgen — Sie können das nachlesen in jenem Vortragszyklus «Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita» — auf die Weltschulmeisterei des Woodrow Wilson hinlänglich hingewiesen, habe gezeigt, aus welchen seichten Oberflächengebieten heraus stammt, was von diesem Menschen ausgeht. Es war wirklich nicht notwendig für mich, erst durch die letzten Jahre gezwungen zu werden, ein Urteil über Woodrow Wilson zu gewinnen. Aber dazumal war man eben ein unzeitgemäßer Geist, wenn man so über Woodrow Wilson urteilte, denn dazumal war noch die Zeit, wo die Gymnasiastenabhandlungen des Woodrow Wilson über Freiheit und über Kultur und Literatur in die europäischen Sprachen übersetzt worden sind. Und noch lange wird die Zeit nicht gekommen sein, wo man sich schämen wird, die Gymnasiastenlehrerpolitik des Woodrow Wilson als etwas Ernsthaftes hinzunehmen.
[ 23 ] Damit berühren wir die eine Strömung, die unter dem Einfluß der fortschreitenden Geister des Lichtes immer mehr und mehr an Boden gewinnen muß gegenüber den Bestrebungen der Geister der Finsternis und die an Boden gewinnen wird, wenn ihnen die Menschen wachsam gegenübertreten. Diese drei Jahre, sie sind wie eine Aufforderung zum Wachsamwerden, wenn auch noch nicht eine annähernd genügend große Anzahl von Seelen in der Lage ist, den Ruf in der rechten Weise zu vernehmen, denn man hat ja das Walten der entgegengesetzten Strömung allüberall beobachten können. Gerade, ich möchte sagen, am Beginne der Möglichkeit eines spirituellen Lebens sind die Geister der Hindernisse ganz besonders am Platze. Charakteristische Dinge haben wir erlebt, werden wir weiter erleben. Solche Dinge heute auch nur andeutungsweise auszusprechen, ruft immer nur Mißverständnis über Mißverständnis hervor. Heute ist die geistige Atmosphäre, in der die Menschheit lebt, so sehr mit dem Willen zum Mißverständnis imprägniert, daß einem die Worte gleich auf etwas anderes gedeutet werden, als auf das sie gemünzt sind, wenn man sie ausspricht. Man muß sich der Menschenworte bedienen, die nach dem oder jenem anklingen. Heute urteilen so viele aus nationalen Leidenschaften heraus, daß, wenn man einen Angehörigen dieses oder jenes Volkes in der oder jener Weise eben einfach als Mensch charakterisieren muß, der auf der Erde lebt, einem das übelgenommen wird von den Angehörigen des Volkes, dem dieser Mensch angehört, obwohl diese Dinge gar nichts miteinander zu tun haben. Urteile über irgendein Volk und Urteile über die Menschen, die zum Beispiel an den heutigen Ereignissen beteiligt sind, haben nichts miteinander zu tun. Denn der Glaube, daß das Unwetter der gegenwärtigen Zeit auf den Dingen beruht, von denen heute allgemein geredet wird, dieser Glaube ist ein besonders schädlicher, weil er ein besonders unsinniger ist. Die Gründe liegen viel tiefer und haben zunächst eigentlich überhaupt nach gewissen Seiten hin — ich betone das — , nach gewissen Seiten hin mit nationalen Aspirationen nicht viel zu tun. Die nationalen Aspirationen werden nur benützt von gewissen Mächten, von denen aber die Mehrheit der Menschheit nichts wissen will, aus Oberflächlichkeit nichts wissen will. Man wird schon noch eine Zeitlang warten müssen, bis Objektivität auf diesem Gebiete einzieht. Heute ist es der Menschheit zum großen Teil bequem, groß und umfassend diejenigen Ideen zu finden, die geprägt sind in dem Kopfe, der nicht mehr umfaßt als ein Schulmeister, welcher eben das Lehramtsexamen durchgemacht hat und nun losgelassen wird sonst nur auf die Schüler, in diesem Falle aber auf die Menschheit. Ich habe schon öfter darauf hingewiesen, daß es dieser furchtbaren Zeit, dieses Hereingebrochenseins dieser furchtbaren Zeit nicht bedurft hat, um von einem geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte aus ein objektives Urteil über Woodrow Wilson zu gewinnen. Denn ich habe schon 1913 in meinen Helsingforser Vorträgen — Sie können das nachlesen in jenem Vortragszyklus «Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita» — auf die Weltschulmeisterei des Woodrow Wilson hinlänglich hingewiesen, habe gezeigt, aus welchen seichten Oberflächengebieten heraus stammt, was von diesem Menschen ausgeht. Es war wirklich nicht notwendig für mich, erst durch die letzten Jahre gezwungen zu werden, ein Urteil über Woodrow Wilson zu gewinnen. Aber dazumal war man eben ein unzeitgemäßer Geist, wenn man so über Woodrow Wilson urteilte, denn dazumal war noch die Zeit, wo die Gymnasiastenabhandlungen des Woodrow Wilson über Freiheit und über Kultur und Literatur in die europäischen Sprachen übersetzt worden sind. Und noch lange wird die Zeit nicht gekommen sein, wo man sich schämen wird, die Gymnasiastenlehrerpolitik des Woodrow Wilson als etwas Ernsthaftes hinzunehmen.
[ 24 ] Überall sind diejenigen Mächte am Werke, die als Geister der Finsternis die menschliche Seele umnebeln. Und wenn die Menschheit einmal aufwachen wird aus der Dunstsphäre, in der sie gegenwärtig schläft, wird sie nicht begreifen können, wie es möglich war, daß man es nicht als eine Schande empfand für den Beginn des 20. Jahrhunderts, sich von einem Woodrow Wilson und seiner Weisheit gängeln zu lassen! Erst wenn man beginnen wird, Schamgefühl zu empfinden über das, was heute möglich ist, wird ein Moment des Aufwachens kommen.
[ 24 ] Überall sind diejenigen Mächte am Werke, die als Geister der Finsternis die menschliche Seele umnebeln. Und wenn die Menschheit einmal aufwachen wird aus der Dunstsphäre, in der sie gegenwärtig schläft, wird sie nicht begreifen können, wie es möglich war, daß man es nicht als eine Schande empfand für den Beginn des 20. Jahrhunderts, sich von einem Woodrow Wilson und seiner Weisheit gängeln zu lassen! Erst wenn man beginnen wird, Schamgefühl zu empfinden über das, was heute möglich ist, wird ein Moment des Aufwachens kommen.
[ 25 ] Es ist eben schwer in der heutigen Zeit, das zu sagen, was aus der Wahrheit eingegeben ist, weil es gar zu sehr gegen dasjenige klingt, was sich die Leute heute einimpfen lassen. Und es ist schwer, sich ein freies, unabhängiges Urteil zu bilden in dieser Atmosphäre, die nicht nur durch die drei letzten Jahre, sondern durch alles das gebildet worden ist, was ich in meinen Wiener Vorträgen das soziale Karzinom, die soziale Krebskrankheit genannt habe. Gegenüber diesen Dingen ist es notwendig, mit Ernst sich zu erfüllen und nicht mit denjenigen Begriffen und Ideen sie aufzunehmen, die man bis in das 20. Jahrhundert herein gewohnt war, als Beurteilungskriterien zu gebrauchen. Man wird dahin kommen müssen einzusehen, daß die Gegenwart die Unzulänglichkeit, ja die Unmöglichkeit der Vorstellungen beweist, in die sich die Menschheit eingelebt hat, und daß es eine weltgeschichtliche Ungehörigkeit ist, wenn immer wieder die Menschen aus dem heraus urteilen, was ja die heutige Zeit heraufgeführt hat und was ja widerlegt ist dadurch, daß diese Zeit eben gekommen ist. Glaubt man, daß man diese Zeit korrigieren wird mit denselben Grundsätzen, die sie herbeigeführt haben? Darin wird man wahrhaftig sich täuschen.
[ 25 ] Es ist eben schwer in der heutigen Zeit, das zu sagen, was aus der Wahrheit eingegeben ist, weil es gar zu sehr gegen dasjenige klingt, was sich die Leute heute einimpfen lassen. Und es ist schwer, sich ein freies, unabhängiges Urteil zu bilden in dieser Atmosphäre, die nicht nur durch die drei letzten Jahre, sondern durch alles das gebildet worden ist, was ich in meinen Wiener Vorträgen das soziale Karzinom, die soziale Krebskrankheit genannt habe. Gegenüber diesen Dingen ist es notwendig, mit Ernst sich zu erfüllen und nicht mit denjenigen Begriffen und Ideen sie aufzunehmen, die man bis in das 20. Jahrhundert herein gewohnt war, als Beurteilungskriterien zu gebrauchen. Man wird dahin kommen müssen einzusehen, daß die Gegenwart die Unzulänglichkeit, ja die Unmöglichkeit der Vorstellungen beweist, in die sich die Menschheit eingelebt hat, und daß es eine weltgeschichtliche Ungehörigkeit ist, wenn immer wieder die Menschen aus dem heraus urteilen, was ja die heutige Zeit heraufgeführt hat und was ja widerlegt ist dadurch, daß diese Zeit eben gekommen ist. Glaubt man, daß man diese Zeit korrigieren wird mit denselben Grundsätzen, die sie herbeigeführt haben? Darin wird man wahrhaftig sich täuschen.
[ 26 ] Die Menschheit hat eine gewisse Summe von Kulturerrungenschaften heraufgebracht aus den vergangenen Zeiten: Die werden jetzt aufgebraucht werden. Man kann täglich sehen, wie sie aufgebraucht werden, ohne daß nachgeschafft wird. Wie wenig ist heute noch der Sinn dafür verbreitet, derlei Dinge in ihrer ganzen Schwere zu verstehen und zu durchschauen. Viele Menschen denken heute noch in ganz derselben Weise, wie sie im Jahre 1913 gedacht haben. Der Verstand, den sie dazumal angewendet haben, von dem denken sie, daß er ausreichen wird auch für das Jahr 1917, ohne so viel Wirklichkeitssinn zu haben, daß dieser Verstand innig zusammenhängt damit, daß er das Jahr 1917 hervorgebracht hat und daß er das nicht zugleich heilen kann.
[ 26 ] Die Menschheit hat eine gewisse Summe von Kulturerrungenschaften heraufgebracht aus den vergangenen Zeiten: Die werden jetzt aufgebraucht werden. Man kann täglich sehen, wie sie aufgebraucht werden, ohne daß nachgeschafft wird. Wie wenig ist heute noch der Sinn dafür verbreitet, derlei Dinge in ihrer ganzen Schwere zu verstehen und zu durchschauen. Viele Menschen denken heute noch in ganz derselben Weise, wie sie im Jahre 1913 gedacht haben. Der Verstand, den sie dazumal angewendet haben, von dem denken sie, daß er ausreichen wird auch für das Jahr 1917, ohne so viel Wirklichkeitssinn zu haben, daß dieser Verstand innig zusammenhängt damit, daß er das Jahr 1917 hervorgebracht hat und daß er das nicht zugleich heilen kann.
[ 27 ] Sich recht sehr zu vertiefen in das, was seit dem Sturz der Geister der Finsternis geschehen ist, seit der Zeit, da die Geister der Finsternis unter uns wandeln, möglichst viel zu verstehen von dem, was in den achtziger, neunziger Jahren und in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts der Menschheit heraufgezogen ist, das ist gut für die Gegenwart. Denn über diese Dinge haben die Menschen die allerkonfusesten Urteile.
[ 27 ] Sich recht sehr zu vertiefen in das, was seit dem Sturz der Geister der Finsternis geschehen ist, seit der Zeit, da die Geister der Finsternis unter uns wandeln, möglichst viel zu verstehen von dem, was in den achtziger, neunziger Jahren und in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts der Menschheit heraufgezogen ist, das ist gut für die Gegenwart. Denn über diese Dinge haben die Menschen die allerkonfusesten Urteile.
[ 28 ] Dann herrscht vor allen Dingen keine rechte Vorstellung über den radikalen Unterschied im ganzen Fühlen und Empfinden der Menschen nach dem Jahre 1879 gegenüber dem vorherigen Fühlen und Empfinden der Menschen. Und auch da kann die Vertiefung in so etwas wie den zweiten Teil von Goethes «Faust» weiterhelfen, der ja zu Goethes Zeit nicht verstanden werden konnte, weil er eine Kritik desjenigen ist, was Goethe eigentlich als Inhalt des 20. Jahrhunderts erlebt hat. Da kann das Verständnis des zweiten Teiles des «Faust» sehr gut weiterhelfen. Es ist ein charakteristisches Symptom, daß ein solcher Mensch, wie Oswald Marbach, zum zweiten Teil des «Faust» erst nach dem Sturze der Geister der Finsternis geführt wird.
[ 28 ] Dann herrscht vor allen Dingen keine rechte Vorstellung über den radikalen Unterschied im ganzen Fühlen und Empfinden der Menschen nach dem Jahre 1879 gegenüber dem vorherigen Fühlen und Empfinden der Menschen. Und auch da kann die Vertiefung in so etwas wie den zweiten Teil von Goethes «Faust» weiterhelfen, der ja zu Goethes Zeit nicht verstanden werden konnte, weil er eine Kritik desjenigen ist, was Goethe eigentlich als Inhalt des 20. Jahrhunderts erlebt hat. Da kann das Verständnis des zweiten Teiles des «Faust» sehr gut weiterhelfen. Es ist ein charakteristisches Symptom, daß ein solcher Mensch, wie Oswald Marbach, zum zweiten Teil des «Faust» erst nach dem Sturze der Geister der Finsternis geführt wird.
[ 29 ] An so gearteten Erkenntnissen und Impulsen muß man sich hinaufranken zu dem, was für die Gegenwart notwendig ist. Denn vieles von dem, was veranlagt war vor dem Jahre 1879, ist nicht erreicht worden. Und dies alles hängt zusammen mit einer bedeutungsvollen Frage, die heute eigentlich auf jede Seele ihre Schatten werfen müßte, die ich heute nur als Frage hinstellen möchte:
[ 29 ] An so gearteten Erkenntnissen und Impulsen muß man sich hinaufranken zu dem, was für die Gegenwart notwendig ist. Denn vieles von dem, was veranlagt war vor dem Jahre 1879, ist nicht erreicht worden. Und dies alles hängt zusammen mit einer bedeutungsvollen Frage, die heute eigentlich auf jede Seele ihre Schatten werfen müßte, die ich heute nur als Frage hinstellen möchte:
[ 30 ] Zu den Ereignissen, unter denen wir gegenwärtig leben, haben es die Menschen zu bringen vermocht. Aber es handelt sich nicht darum, diese Ereignisse bloß zu verstehen, sondern es handelt sich darum, wie aus ihnen herauszukommen ist. Solange aber so wenig Wille ist, die wirklichen tieferen Impulse, die zum heutigen Zeitalter geführt haben, zu durchschauen, so lange wird das praktische Verständnis nicht so weit kommen können, diese Dinge zu verstehen. Man darf nicht glauben, daß es nicht Menschen geben könnte, die die heutige Zeitlage genügend verstehen könnten. Allein man will auf sie nicht hören, wie man nicht hören will auf so etwas wie den Goetheanismus, der schon wie eine Stimme des 20. Jahrhunderts herübertönt. Aber man wird diese Stimme nur recht verstehen, wenn man sich zum Beispiel ein ernstes und würdiges Verständnis erwirbt für das Bedeutsame, das durch den Sturz der Geister der Finsternis im Herbste 1879 geschehen ist. Man wird eben den spirituellen Gang der Menschheit verstehen müssen, wenn man die Gegenwart verstehen will. Deshalb führte ich Oswald Marbach an, dessen Rückschau und vorschauende Gesinnung ich Ihnen schon im vorigen Jahre hier anführte, indem ich Ihnen ein Gedicht mitteilte, das er der Seele Goethes gewidmet hat am Jahrestage, als diese Seele Goethes sich hineinfand in jenen Zusammenhang, der dazumal noch etwas anderes bedeutete, als er heute bedeutet — am Jahrestag, als Goethe sich hineinfand in den Zusammenhang jener Gemeinschaften, die man als freimaurerische oder dergleichen bezeichnete, die dazumal im 18. Jahrhundert noch etwas anderes bedeuteten als heute. Goethe hat von seinem Gesichtspunkte aus so manches durchschauen können von dem, was als solche geheimnisvolle Impulse durch die Welt geht und die die Menschen in ihrer Oberflächlichkeit nur nicht sehen wollen. Oswald Marbach erinnerte, als sich der gekennzeichnete Jahrestag ergab, mit seinen Versen an Goethes Sich-Finden in die geistige Welt:
[ 30 ] Zu den Ereignissen, unter denen wir gegenwärtig leben, haben es die Menschen zu bringen vermocht. Aber es handelt sich nicht darum, diese Ereignisse bloß zu verstehen, sondern es handelt sich darum, wie aus ihnen herauszukommen ist. Solange aber so wenig Wille ist, die wirklichen tieferen Impulse, die zum heutigen Zeitalter geführt haben, zu durchschauen, so lange wird das praktische Verständnis nicht so weit kommen können, diese Dinge zu verstehen. Man darf nicht glauben, daß es nicht Menschen geben könnte, die die heutige Zeitlage genügend verstehen könnten. Allein man will auf sie nicht hören, wie man nicht hören will auf so etwas wie den Goetheanismus, der schon wie eine Stimme des 20. Jahrhunderts herübertönt. Aber man wird diese Stimme nur recht verstehen, wenn man sich zum Beispiel ein ernstes und würdiges Verständnis erwirbt für das Bedeutsame, das durch den Sturz der Geister der Finsternis im Herbste 1879 geschehen ist. Man wird eben den spirituellen Gang der Menschheit verstehen müssen, wenn man die Gegenwart verstehen will. Deshalb führte ich Oswald Marbach an, dessen Rückschau und vorschauende Gesinnung ich Ihnen schon im vorigen Jahre hier anführte, indem ich Ihnen ein Gedicht mitteilte, das er der Seele Goethes gewidmet hat am Jahrestage, als diese Seele Goethes sich hineinfand in jenen Zusammenhang, der dazumal noch etwas anderes bedeutete, als er heute bedeutet — am Jahrestag, als Goethe sich hineinfand in den Zusammenhang jener Gemeinschaften, die man als freimaurerische oder dergleichen bezeichnete, die dazumal im 18. Jahrhundert noch etwas anderes bedeuteten als heute. Goethe hat von seinem Gesichtspunkte aus so manches durchschauen können von dem, was als solche geheimnisvolle Impulse durch die Welt geht und die die Menschen in ihrer Oberflächlichkeit nur nicht sehen wollen. Oswald Marbach erinnerte, als sich der gekennzeichnete Jahrestag ergab, mit seinen Versen an Goethes Sich-Finden in die geistige Welt:
Dir, Bruder, Vater, hoch erhabner Meister!
Dem über ein Jahrhundert heut als Zeichen
Der treusten Lieb’ im Bunde freier Geister
Wir unsre fest verschlungnen Hände reichen;
Der Geister größter und der Freien freister!
Zu dem empor wir streben, ihm zu gleichen;
Dir weih’n wir uns! Dir weih’n wir unsre Söhne,
Daß unsern Bau dereinst Vollendung kröne!Du hast gestrebt wie wir; doch dein Bestreben
Nach Selbsterkenntnis, die zur Weisheit leitet,
War stets beseelt von urgesundem Leben,
Von Schöpfer-Stärke, die zu Taten schreitet,
Zu Werken, die zum Licht empor sich heben,
Um die der Schönheit Glanz sich ewig breitet:
Du hast wie Israel mit Gott gerungen,
Bis du als Sieger selber dich bezwungen!Was uns geheimnisvoll mit dir verbündet,
Wird Ungeweihten durch kein Wort verraten;
Doch sei es laut vor allem Volk verkündet
Durch reinster Liebe nimmermüde Taten,
Durch klares Licht, das Geist im Geist entzündet,
Durch ewigen Lebens immergrüne Saaten. —
Voran, o Meister! Wo du hingegangen,
Zieht uns dir nach sehnsüchtigstes Verlangen.
Dir, Bruder, Vater, hoch erhabner Meister!
Dem über ein Jahrhundert heut als Zeichen
Der treusten Lieb’ im Bunde freier Geister
Wir unsre fest verschlungnen Hände reichen;
Der Geister größter und der Freien freister!
Zu dem empor wir streben, ihm zu gleichen;
Dir weih’n wir uns! Dir weih’n wir unsre Söhne,
Daß unsern Bau dereinst Vollendung kröne!Du hast gestrebt wie wir; doch dein Bestreben
Nach Selbsterkenntnis, die zur Weisheit leitet,
War stets beseelt von urgesundem Leben,
Von Schöpfer-Stärke, die zu Taten schreitet,
Zu Werken, die zum Licht empor sich heben,
Um die der Schönheit Glanz sich ewig breitet:
Du hast wie Israel mit Gott gerungen,
Bis du als Sieger selber dich bezwungen!Was uns geheimnisvoll mit dir verbündet,
Wird Ungeweihten durch kein Wort verraten;
Doch sei es laut vor allem Volk verkündet
Durch reinster Liebe nimmermüde Taten,
Durch klares Licht, das Geist im Geist entzündet,
Durch ewigen Lebens immergrüne Saaten. —
Voran, o Meister! Wo du hingegangen,
Zieht uns dir nach sehnsüchtigstes Verlangen.
[ 31 ] Solche Gesinnung muß «Erfüllungspforten» entriegeln!
[ 31 ] Solche Gesinnung muß «Erfüllungspforten» entriegeln!
