Historical Necessity and Freedom
The Influence of Fate from the World of the Dead
GA 179
9 December 1917, Dornach
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Geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit
Zweiter Vortrag
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Wie ich schon bemerkt habe, werden wir in diesen Tagen Betrachtungen anstellen, die dann morgen oder übermorgen gipfeln werden in einer Auseinandersetzung über geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit, gipfeln werden darinnen, daß gezeigt werden soll, in welchem Sinne ein geschichtliches Ereignis notwendig ist, und in welchem Sinne ein geschichtliches Ereignis, überhaupt irgend etwas, das in das Menschenleben seelisch hereingreift, auch anders sein könnte. Es ist’ dieses ein Problem, das in der Gegenwart, wo so bedeutungsvolle Ereignisse hereingreifen in das Menschenleben, von ganz besonders tiefgehender Bedeutung ist. Denn angesichts der traurigen, katastrophalen Ereignisse der Gegenwart muß sich jeder Mensch die Frage stellen: Inwiefern sind solche Ereignisse und ist gerade dieses Ereignis abhängig von einer gewissen Notwendigkeit, und inwiefern hätte es auch ganz anders ausfallen können, hätte es sich ganz anders gestalten können?
[ 1 ] Wie ich schon bemerkt habe, werden wir in diesen Tagen Betrachtungen anstellen, die dann morgen oder übermorgen gipfeln werden in einer Auseinandersetzung über geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit, gipfeln werden darinnen, daß gezeigt werden soll, in welchem Sinne ein geschichtliches Ereignis notwendig ist, und in welchem Sinne ein geschichtliches Ereignis, überhaupt irgend etwas, das in das Menschenleben seelisch hereingreift, auch anders sein könnte. Es ist’ dieses ein Problem, das in der Gegenwart, wo so bedeutungsvolle Ereignisse hereingreifen in das Menschenleben, von ganz besonders tiefgehender Bedeutung ist. Denn angesichts der traurigen, katastrophalen Ereignisse der Gegenwart muß sich jeder Mensch die Frage stellen: Inwiefern sind solche Ereignisse und ist gerade dieses Ereignis abhängig von einer gewissen Notwendigkeit, und inwiefern hätte es auch ganz anders ausfallen können, hätte es sich ganz anders gestalten können?
[ 2 ] Wie gesagt, wir werden in diesen Tagen darauf hinzielen, uns diese große, umfassende Frage zu beantworten mit den Mitteln, die man gegenwärtig in den öffentlich zu besprechenden okkulten Grundlagen haben kann. Aber wir müssen ausgehen von einer umfassenderen Betrachtung des menschlichen Lebens. Wir müssen uns etwas vertiefen von einer gewissen Seite her in die menschliche Natur selbst. Das müssen wir vorausgehen lassen. Denn, wie Sie vielleicht gerade aus den in der letzten Zeit gehaltenen öffentlichen Vorträgen entnehmen können, in das menschliche Leben spielen fortwährend die Kräfte jener Welt herein, in welcher der Mensch sich befindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Viel intensiver, als man denkt, spielen die Kräfte, in die der Mensch als sogenannter Toter eingebettet ist, in das Leben herein. Wir sind — ich habe das letzte Mal, ich möchte sagen, mehr physisch darauf aufmerksam gemacht — als Menschen so geartet, daß im Grunde genommen die Schwelle zwischen der gewöhnlichen physischen Welt und der geistigen Welt mitten durch uns geht. Wenn wir unser gewöhnliches Leben ins Auge fassen und das, was wir das letzte Mal mehr physisch betrachtet haben, heute mehr seelisch betrachten, so können wir sagen: unser menschliches Leben, wenn wir hier im physischen Leibe verkörpert sind, verläuft so, daß wir erstens alles das in uns wirksam haben, was durch unsere Sinne während unseres Lebens erfahren werden kann, alles das, was sich gewissermaßen als der Sinnesteppich um uns herum ausbreitet und wovon wir durch unsere Sinne Kunde erhalten. Auf diese Welt baut sich dann alles das auf, was wir aus dieser Sinneswelt herausarbeiten, was wir aber auch unabhängig von dieser Sinneswelt durchdringen können in unserem Vorstellungsleben. Wenn wir aber Sinnesleben und Vorstellungsleben zusammenfassen, so haben wir im Grunde schon alles dasjenige, worin wir mit unserem gewöhnlichen wachen Bewußtsein leben.
[ 2 ] Wie gesagt, wir werden in diesen Tagen darauf hinzielen, uns diese große, umfassende Frage zu beantworten mit den Mitteln, die man gegenwärtig in den öffentlich zu besprechenden okkulten Grundlagen haben kann. Aber wir müssen ausgehen von einer umfassenderen Betrachtung des menschlichen Lebens. Wir müssen uns etwas vertiefen von einer gewissen Seite her in die menschliche Natur selbst. Das müssen wir vorausgehen lassen. Denn, wie Sie vielleicht gerade aus den in der letzten Zeit gehaltenen öffentlichen Vorträgen entnehmen können, in das menschliche Leben spielen fortwährend die Kräfte jener Welt herein, in welcher der Mensch sich befindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Viel intensiver, als man denkt, spielen die Kräfte, in die der Mensch als sogenannter Toter eingebettet ist, in das Leben herein. Wir sind — ich habe das letzte Mal, ich möchte sagen, mehr physisch darauf aufmerksam gemacht — als Menschen so geartet, daß im Grunde genommen die Schwelle zwischen der gewöhnlichen physischen Welt und der geistigen Welt mitten durch uns geht. Wenn wir unser gewöhnliches Leben ins Auge fassen und das, was wir das letzte Mal mehr physisch betrachtet haben, heute mehr seelisch betrachten, so können wir sagen: unser menschliches Leben, wenn wir hier im physischen Leibe verkörpert sind, verläuft so, daß wir erstens alles das in uns wirksam haben, was durch unsere Sinne während unseres Lebens erfahren werden kann, alles das, was sich gewissermaßen als der Sinnesteppich um uns herum ausbreitet und wovon wir durch unsere Sinne Kunde erhalten. Auf diese Welt baut sich dann alles das auf, was wir aus dieser Sinneswelt herausarbeiten, was wir aber auch unabhängig von dieser Sinneswelt durchdringen können in unserem Vorstellungsleben. Wenn wir aber Sinnesleben und Vorstellungsleben zusammenfassen, so haben wir im Grunde schon alles dasjenige, worin wir mit unserem gewöhnlichen wachen Bewußtsein leben.
[ 3 ] Von dem Augenblicke an, wo wir morgens aufwachen, bis zu dem Augenblicke, wo wir einschlafen, wachen wir in Wirklichkeit nur vollständig in unseren Sinneseindrücken und in unseren Vorstellungen. In unseren Gefühlen, in unserem Gefühlsleben wachen wir eigentlich nicht im vollen Sinne des Wortes. Und zwischen dem Vorstellungsleben und dem Gefühlsleben liegt für das gewöhnliche Bewußtsein ziemlich unvermerkt die Schwelle. Denn das, was unser Gefühlsleben als tiefere Realität durchdringt, das kommt eigentlich dem Menschen in Wirklichkeit gar nicht zum Bewußtsein. Die Gefühle selbst kommen ihm zum Bewußtsein. Die Gefühle wogen herauf aus einer unterbewußten Welt, aber das Bewußtsein hat mit den Gefühlen wirklich nicht mehr zu tun, als wir im Schlafe mit unseren Träumen zu tun haben. Deshalb konnte auch in den öffentlichen Vorträgen hier in der Schweiz jetzt gesagt werden: Indem der Mensch in seinem Gefühlsleben lebt, schläft er eigentlich träumend. Das Traumleben dehnt sich herein in unser Wachleben. Wir sind vom Einschlafen bis zum Aufwachen eigentlich immer in Träumen; aber nur die am allerstärksten mit unserem physischen Dasein zusammenhängenden Träume kommen zum Bewußtsein oder zur Erinnerung. Das Träumen geht durch das ganze Schlafleben weiter, und nur in den tieferen Schichten unseres Bewußtseins schlafen wir gewissermaßen traumlos. Aber dieses träumende und traumlos schlafende Leben geht auch in unser Wachleben herein. Das Traumleben geht in unser Gefühlsleben herein, in das Affektleben. Und wir wissen von der Wirklichkeit, von dem wirklichen Inhalte im gewöhnlichen Bewußtsein, im nichthellseherischen Bewußtsein nicht mehr von unserem Gefühlsleben, als wir von dem wissen, was eigentlich geschieht, wenn die Bilder des Traumlebens vor uns ablaufen. Daher konnte auch gesagt werden, daß der Mensch den Inhalt dessen, was man «Geschichte» nennt, nicht mit wachem Bewußtsein erlebt, sondern durchträumt. Was Geschichte ist, ist ein Weltentraum des Menschen. Denn die Impulse, die in der Geschichte leben, leben eigentlich in den Gefühls-, in den Affektimpulsen; der Mensch träumt, indem er Geschichte erlebt. Also das Gefühlsleben liegt schon unterhalb der Schwelle des eigentlich wachen Bewußtseins. Auch in dieser seelischen Beziehung geht die Grenze zwischen bewußtem und unterbewußtem Leben mitten durch den Menschen.
[ 3 ] Von dem Augenblicke an, wo wir morgens aufwachen, bis zu dem Augenblicke, wo wir einschlafen, wachen wir in Wirklichkeit nur vollständig in unseren Sinneseindrücken und in unseren Vorstellungen. In unseren Gefühlen, in unserem Gefühlsleben wachen wir eigentlich nicht im vollen Sinne des Wortes. Und zwischen dem Vorstellungsleben und dem Gefühlsleben liegt für das gewöhnliche Bewußtsein ziemlich unvermerkt die Schwelle. Denn das, was unser Gefühlsleben als tiefere Realität durchdringt, das kommt eigentlich dem Menschen in Wirklichkeit gar nicht zum Bewußtsein. Die Gefühle selbst kommen ihm zum Bewußtsein. Die Gefühle wogen herauf aus einer unterbewußten Welt, aber das Bewußtsein hat mit den Gefühlen wirklich nicht mehr zu tun, als wir im Schlafe mit unseren Träumen zu tun haben. Deshalb konnte auch in den öffentlichen Vorträgen hier in der Schweiz jetzt gesagt werden: Indem der Mensch in seinem Gefühlsleben lebt, schläft er eigentlich träumend. Das Traumleben dehnt sich herein in unser Wachleben. Wir sind vom Einschlafen bis zum Aufwachen eigentlich immer in Träumen; aber nur die am allerstärksten mit unserem physischen Dasein zusammenhängenden Träume kommen zum Bewußtsein oder zur Erinnerung. Das Träumen geht durch das ganze Schlafleben weiter, und nur in den tieferen Schichten unseres Bewußtseins schlafen wir gewissermaßen traumlos. Aber dieses träumende und traumlos schlafende Leben geht auch in unser Wachleben herein. Das Traumleben geht in unser Gefühlsleben herein, in das Affektleben. Und wir wissen von der Wirklichkeit, von dem wirklichen Inhalte im gewöhnlichen Bewußtsein, im nichthellseherischen Bewußtsein nicht mehr von unserem Gefühlsleben, als wir von dem wissen, was eigentlich geschieht, wenn die Bilder des Traumlebens vor uns ablaufen. Daher konnte auch gesagt werden, daß der Mensch den Inhalt dessen, was man «Geschichte» nennt, nicht mit wachem Bewußtsein erlebt, sondern durchträumt. Was Geschichte ist, ist ein Weltentraum des Menschen. Denn die Impulse, die in der Geschichte leben, leben eigentlich in den Gefühls-, in den Affektimpulsen; der Mensch träumt, indem er Geschichte erlebt. Also das Gefühlsleben liegt schon unterhalb der Schwelle des eigentlich wachen Bewußtseins. Auch in dieser seelischen Beziehung geht die Grenze zwischen bewußtem und unterbewußtem Leben mitten durch den Menschen.
[ 4 ] Und im Willensleben schläft der Mensch vollständig. Denn was eigentlich im Willen lebt, davon weiß der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nichts. Sein gewöhnliches Bewußtsein lebt in der Realität, die sich im Willen ausspricht, genau so, wie es lebt im tiefen Schlafe. Bewußt verfolgt der Mensch eigentlich nur dasjenige, was schon aus dem Willen heraus und in die Handlung übergegangen ist; darinnen wacht er, im Vollziehen des Willens kann er nicht wachen. Daher stritten sich die Philosophen immer über die Freiheit und Unfreiheit des Willens, weil sie nicht eindringen konnten in das Gebiet das nur mit hellseherischem Bewußtsein durchschaut werden kann —, aus dem der Wille eigentlich seine Impulse holt. So liegt also, ich betone es noch einmal, auch in seelischer Beziehung für diesen Menschen die Schwelle zwischen der eigentlichen physischen wachen Welt und der dem Menschen unterbewußt bleibenden Welt mitten im Menschen drinnen.
[ 4 ] Und im Willensleben schläft der Mensch vollständig. Denn was eigentlich im Willen lebt, davon weiß der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nichts. Sein gewöhnliches Bewußtsein lebt in der Realität, die sich im Willen ausspricht, genau so, wie es lebt im tiefen Schlafe. Bewußt verfolgt der Mensch eigentlich nur dasjenige, was schon aus dem Willen heraus und in die Handlung übergegangen ist; darinnen wacht er, im Vollziehen des Willens kann er nicht wachen. Daher stritten sich die Philosophen immer über die Freiheit und Unfreiheit des Willens, weil sie nicht eindringen konnten in das Gebiet das nur mit hellseherischem Bewußtsein durchschaut werden kann —, aus dem der Wille eigentlich seine Impulse holt. So liegt also, ich betone es noch einmal, auch in seelischer Beziehung für diesen Menschen die Schwelle zwischen der eigentlichen physischen wachen Welt und der dem Menschen unterbewußt bleibenden Welt mitten im Menschen drinnen.
[ 5 ] Nun spielt in unser Leben herein, insofern es Gefühls- und Willensleben ist, also verträumt und verschlafen wird, alles dasjenige, was der Mensch miterlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Die Erlebnisse der Toten sind eigentlich in der Welt, in der wir lebend auch sind, indem wir fühlen und wollen. Nur kennen wir mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die Realitäten, die im Fühlen und Willen leben, nicht. Würden wir das dem Gefühlsleben zugrunde liegende Reale, würden wir namentlich das dem Willensleben zugrunde liegende Wirkliche so durchleben, wie wir das Wirkliche der Sinneswahrnehmungen und des Vorstellens — des Vorstellens schon weniger, aber doch bis zu einem gewissen Grade — wachend durchleben, dann wäre der Tote, der Mensch, der durch die Todespforte gegangen ist, genau ebenso neben uns, mit uns in fortwährender Verbindung, wie derjenige, der mit uns noch auf dem physischen Plane so herumwandelt, daß wir von ihm Eindrücke empfangen können im wachen Bewußtsein durch unsere Sinne und durch unser Vorstellungsleben. Dasjenige, was in den Impulsen der Toten lebt, das ragt fortwährend herein in unser Gefühlsleben, in das Leben unserer Willensimpulse. Und nur weil wir dies verträumen und verschlafen, fühlen wir uns von den Toten, mit denen wir verbunden waren, getrennt.
[ 5 ] Nun spielt in unser Leben herein, insofern es Gefühls- und Willensleben ist, also verträumt und verschlafen wird, alles dasjenige, was der Mensch miterlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Die Erlebnisse der Toten sind eigentlich in der Welt, in der wir lebend auch sind, indem wir fühlen und wollen. Nur kennen wir mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die Realitäten, die im Fühlen und Willen leben, nicht. Würden wir das dem Gefühlsleben zugrunde liegende Reale, würden wir namentlich das dem Willensleben zugrunde liegende Wirkliche so durchleben, wie wir das Wirkliche der Sinneswahrnehmungen und des Vorstellens — des Vorstellens schon weniger, aber doch bis zu einem gewissen Grade — wachend durchleben, dann wäre der Tote, der Mensch, der durch die Todespforte gegangen ist, genau ebenso neben uns, mit uns in fortwährender Verbindung, wie derjenige, der mit uns noch auf dem physischen Plane so herumwandelt, daß wir von ihm Eindrücke empfangen können im wachen Bewußtsein durch unsere Sinne und durch unser Vorstellungsleben. Dasjenige, was in den Impulsen der Toten lebt, das ragt fortwährend herein in unser Gefühlsleben, in das Leben unserer Willensimpulse. Und nur weil wir dies verträumen und verschlafen, fühlen wir uns von den Toten, mit denen wir verbunden waren, getrennt.
[ 6 ] Aber im Grunde ist die Welt, in der die sogenannten Toten leben, auch recht verschieden von der Welt, in der wir leben, wenn wir im physischen Leibe verkörpert sind. Denn fragen Sie sich mit voller Besonnenheit: Was liegt denn eigentlich vor für das wache Bewußtsein, für das nicht hellseherisch gewordene Bewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen? Es liegt nur dasjenige vor, was erlebt werden kann in der Welt, die sich als Sinnenteppich ausbreitet, und in der Welt, die wir uns durch unsere Vorstellungen aus dieser Sinneswelt machen. Von dieser Welt ist zunächst alles das, was dem sogenannten mineralischen Reiche angehört, wozu man Sinnesorgane braucht, um es wahrzunehmen, für den Toten unmittelbar nicht vorhanden. Zu dieser mineralischen Welt gehören zum Beispiel auch die Sterne, gehören Sonne und Mond, gehört überhaupt alles das, was mit den Sinnen wahrgenommen wird, und es gehört ein großes Gebiet der Pflanzenwelt dazu. Das sind zunächst Gebiete, die nicht aufgeschlossen liegen vor dem Geistes- und Seelenauge des Toten.
[ 6 ] Aber im Grunde ist die Welt, in der die sogenannten Toten leben, auch recht verschieden von der Welt, in der wir leben, wenn wir im physischen Leibe verkörpert sind. Denn fragen Sie sich mit voller Besonnenheit: Was liegt denn eigentlich vor für das wache Bewußtsein, für das nicht hellseherisch gewordene Bewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen? Es liegt nur dasjenige vor, was erlebt werden kann in der Welt, die sich als Sinnenteppich ausbreitet, und in der Welt, die wir uns durch unsere Vorstellungen aus dieser Sinneswelt machen. Von dieser Welt ist zunächst alles das, was dem sogenannten mineralischen Reiche angehört, wozu man Sinnesorgane braucht, um es wahrzunehmen, für den Toten unmittelbar nicht vorhanden. Zu dieser mineralischen Welt gehören zum Beispiel auch die Sterne, gehören Sonne und Mond, gehört überhaupt alles das, was mit den Sinnen wahrgenommen wird, und es gehört ein großes Gebiet der Pflanzenwelt dazu. Das sind zunächst Gebiete, die nicht aufgeschlossen liegen vor dem Geistes- und Seelenauge des Toten.
[ 7 ] Dagegen beginnt aufgeschlossen zu sein für das Seelenauge des Toten bereits die Welt, die auch mehr oder weniger unbewußt vor uns liegt, indem wir den Blick lenken — hier allerdings den durch die Sinneswelt verschleierten Blick — auf die tierische Welt. Die tierische Welt, das heißt die Welt der Impulse, der Kräfte, die in den Tieren leben, die ist für den Toten genauso die unterste Welt, wie für uns im physischen Leibe die mineralische Welt die unterste Welt ist. Wie sich für uns aufbaut die pflanzliche Welt, die hervorsprießt aus der mineralischen Welt, so baut sich für den Toten aus der Grundlage, die in der tierischen Welt lebt, die menschliche Welt auf, die menschliche Welt als seelische Welt. Und wie für uns das Tierreich erst die dritte Kategorie bildet, die sich aufbaut auf mineralischer, auf pflanzlicher Welt, so für den Toten als das weiter hinaufliegende Reich das Reich der Angeloi, Archangeloi und so weiter.
[ 7 ] Dagegen beginnt aufgeschlossen zu sein für das Seelenauge des Toten bereits die Welt, die auch mehr oder weniger unbewußt vor uns liegt, indem wir den Blick lenken — hier allerdings den durch die Sinneswelt verschleierten Blick — auf die tierische Welt. Die tierische Welt, das heißt die Welt der Impulse, der Kräfte, die in den Tieren leben, die ist für den Toten genauso die unterste Welt, wie für uns im physischen Leibe die mineralische Welt die unterste Welt ist. Wie sich für uns aufbaut die pflanzliche Welt, die hervorsprießt aus der mineralischen Welt, so baut sich für den Toten aus der Grundlage, die in der tierischen Welt lebt, die menschliche Welt auf, die menschliche Welt als seelische Welt. Und wie für uns das Tierreich erst die dritte Kategorie bildet, die sich aufbaut auf mineralischer, auf pflanzlicher Welt, so für den Toten als das weiter hinaufliegende Reich das Reich der Angeloi, Archangeloi und so weiter.
[ 8 ] Die ganze Umgebung, in die der Tote hineinversetzt ist, ist damit eine andere als die Umgebung, in der wir selbst im physischen Leibe leben. Denn stellen Sie sich einmal vor: aus der Welt, die Sie wahrnehmen in Ihrem physischen Leibe, über die Sie sich Vorstellungen machen in Ihrem physischen Leibe, wäre alles dasjenige weg, was Sie durch die Sinne wahrnehmen: es bliebe überhaupt zunächst für das nichthellseherische Bewußtsein etwas übrig, was sich nur wie eine ’Traumeswelt ausnehmen könnte, was nur erträumt werden könnte, was nicht stärker im Bewußtsein leben könnte als ein Traum.
[ 8 ] Die ganze Umgebung, in die der Tote hineinversetzt ist, ist damit eine andere als die Umgebung, in der wir selbst im physischen Leibe leben. Denn stellen Sie sich einmal vor: aus der Welt, die Sie wahrnehmen in Ihrem physischen Leibe, über die Sie sich Vorstellungen machen in Ihrem physischen Leibe, wäre alles dasjenige weg, was Sie durch die Sinne wahrnehmen: es bliebe überhaupt zunächst für das nichthellseherische Bewußtsein etwas übrig, was sich nur wie eine ’Traumeswelt ausnehmen könnte, was nur erträumt werden könnte, was nicht stärker im Bewußtsein leben könnte als ein Traum.
[ 9 ] Deutlicher aber wird der Unterschied, wenn wir ihn in einer andern Weise noch ins Auge fassen. Das wesentlichste Charakteristikum unseres Lebens in der Umwelt, so lange wir im physischen Leibe verkörpert sind, ist — obwohl innerlich die Sache anders ist, das wissen Sie aus andern Vorträgen —, daß wir, indem wir zu den mineralischen und pflanzlichen Wesen in eine Beziehung treten, das Bewußtsein haben können: diesen Wesen bleibt es verhältnismäßig gleichgültig, was wir mit ihnen anstellen. Wir handeln ja auch unter dem Einflusse dieses eben ausgesprochenen Gedankens. Wir zerschlagen ruhig Steine und haben zunächst das Bewußtsein, daß wir dem Stein nicht weh tun oder auch keine Lust bereiten. Sie wissen, innerlich ist die Sache etwas anders. Aber insofern wir Menschen mit der mineralischen Umwelt in Berührung stehen, denken wir mit einem gewissen Rechte: Lust und Leid wird nicht gleich aufgerührt, wenn wir einen Stein zerschlagen oder dergleichen.
[ 9 ] Deutlicher aber wird der Unterschied, wenn wir ihn in einer andern Weise noch ins Auge fassen. Das wesentlichste Charakteristikum unseres Lebens in der Umwelt, so lange wir im physischen Leibe verkörpert sind, ist — obwohl innerlich die Sache anders ist, das wissen Sie aus andern Vorträgen —, daß wir, indem wir zu den mineralischen und pflanzlichen Wesen in eine Beziehung treten, das Bewußtsein haben können: diesen Wesen bleibt es verhältnismäßig gleichgültig, was wir mit ihnen anstellen. Wir handeln ja auch unter dem Einflusse dieses eben ausgesprochenen Gedankens. Wir zerschlagen ruhig Steine und haben zunächst das Bewußtsein, daß wir dem Stein nicht weh tun oder auch keine Lust bereiten. Sie wissen, innerlich ist die Sache etwas anders. Aber insofern wir Menschen mit der mineralischen Umwelt in Berührung stehen, denken wir mit einem gewissen Rechte: Lust und Leid wird nicht gleich aufgerührt, wenn wir einen Stein zerschlagen oder dergleichen.
[ 10 ] In ähnlicher Weise verhalten wir uns gegenüber der Pflanzenwelt. Und diejenigen Menschen sind schon sehr selten, welche zum Beispiel eine Art Schmerz, eine Art Mitgefühl empfinden, wenn eine Blume gepflückt wird. Die Menschen, welche in einem gewissen Sinne doch lieber die Rosen am Rosenstrauch haben als im Rosenbouquet im Zimmer, die sind nicht gar so häufig. Erst bei der tierischen Welt fangen wir an, unser Menschliches unmittelbar mit der Umwelt in Beziehung zu bringen. Und noch einmal sei es gesagt, die Menschen, die mit einem auch nur entfernt ähnlichen Gefühle Rosen vom Rosenstrauch pflücken, wie sie Köpfe von Tieren abreißen würden, um sie zu Sträußchen zusammenzufügen, dieseMenschen sind eben doch unter den Gegenwartsmenschen selten. Selbst unter Anthroposophen habe ich gefunden, daß nicht alle immer die Rosen am Rosenstrauch am allerliebsten haben, obwohl das Gefühl schon so weit fortgeschritten ist, daß noch niemals in einem Saale mir zum Beispiel ein Bouquet mit Nachtigallenköpfen überreicht worden ist! Da fangen wir an zu fühlen, wie das Leben, das sich in uns selbst ausdehnt, sich in unsere Umwelt hinein fortsetzt.
[ 10 ] In ähnlicher Weise verhalten wir uns gegenüber der Pflanzenwelt. Und diejenigen Menschen sind schon sehr selten, welche zum Beispiel eine Art Schmerz, eine Art Mitgefühl empfinden, wenn eine Blume gepflückt wird. Die Menschen, welche in einem gewissen Sinne doch lieber die Rosen am Rosenstrauch haben als im Rosenbouquet im Zimmer, die sind nicht gar so häufig. Erst bei der tierischen Welt fangen wir an, unser Menschliches unmittelbar mit der Umwelt in Beziehung zu bringen. Und noch einmal sei es gesagt, die Menschen, die mit einem auch nur entfernt ähnlichen Gefühle Rosen vom Rosenstrauch pflücken, wie sie Köpfe von Tieren abreißen würden, um sie zu Sträußchen zusammenzufügen, dieseMenschen sind eben doch unter den Gegenwartsmenschen selten. Selbst unter Anthroposophen habe ich gefunden, daß nicht alle immer die Rosen am Rosenstrauch am allerliebsten haben, obwohl das Gefühl schon so weit fortgeschritten ist, daß noch niemals in einem Saale mir zum Beispiel ein Bouquet mit Nachtigallenköpfen überreicht worden ist! Da fangen wir an zu fühlen, wie das Leben, das sich in uns selbst ausdehnt, sich in unsere Umwelt hinein fortsetzt.
[ 11 ] Der Tote hat es nicht so. Für den Toten gibt es gar nichts in der Umgebung, für das er nicht das Gefühl haben könnte, wenn er nur einen Finger ausstreckt — es ist jetzt ganz symbolisch, bildlich gesprochen —, durch das, was sich durch das Ausstrecken des Fingers, also durch irgendeine Aktion vollzieht, ja durch alles, was der Tote tut, löst sich Lust und Leid in der Umgebung aus. Er kommt gar nicht anders mit seiner Umwelt in Beziehung, als daß er Lust und Leid erweckt, daß überall ein Echo von Lust und Leid ist. Tun Sie etwas, nachdem Sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, so geschieht immer durch das, was Sie tun, irgendwo Schmerz oder Freude, Entspannung oder Anspannung von so etwas, was dem Gefühlsleben ähnlich ist. Wenn wir an einen Tisch klopfen, haben wir eben das Gefühl, dem Tisch tut es nicht weh. Der Tote kann nie eine Aktion ausführen, ohne daß er weiß, er lebt und webt nicht nur in Lebendigem, sondern in gefühlsmäßig Lebendigem. Gefühlsmäßiger Reiz ist ausgebreitet über seine ganze Umgebung.
[ 11 ] Der Tote hat es nicht so. Für den Toten gibt es gar nichts in der Umgebung, für das er nicht das Gefühl haben könnte, wenn er nur einen Finger ausstreckt — es ist jetzt ganz symbolisch, bildlich gesprochen —, durch das, was sich durch das Ausstrecken des Fingers, also durch irgendeine Aktion vollzieht, ja durch alles, was der Tote tut, löst sich Lust und Leid in der Umgebung aus. Er kommt gar nicht anders mit seiner Umwelt in Beziehung, als daß er Lust und Leid erweckt, daß überall ein Echo von Lust und Leid ist. Tun Sie etwas, nachdem Sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, so geschieht immer durch das, was Sie tun, irgendwo Schmerz oder Freude, Entspannung oder Anspannung von so etwas, was dem Gefühlsleben ähnlich ist. Wenn wir an einen Tisch klopfen, haben wir eben das Gefühl, dem Tisch tut es nicht weh. Der Tote kann nie eine Aktion ausführen, ohne daß er weiß, er lebt und webt nicht nur in Lebendigem, sondern in gefühlsmäßig Lebendigem. Gefühlsmäßiger Reiz ist ausgebreitet über seine ganze Umgebung.
[ 12 ] Von einer andern Seite finden Sie das ja selbst geschildert in den entsprechenden Kapiteln meiner «Theosophie». Diese gefühlsmäßige Reizwelt lebt also oben im tierischen Reich auf einer untersten Stufe. Und so bekannt wir sind mit einer gewissen Außenseite des mineralischen Reiches durch unsere Sinneswahrnehmungen, so bekannt ist der Tote mit der Innenseite — nicht mit der Außenform, aber mit der Innenseite — des tierischen Lebens über seine ganze Welt hin. Das ist die unterste Grundlage, auf der er lebt, auf der er sich aufbaut, auf der er sein Dasein aufbaut. Und ein großes Stück Arbeit für den Toten besteht darinnen, sich in unmittelbare Beziehung zu der Welt des TierischLebendigen zu setzen.
[ 12 ] Von einer andern Seite finden Sie das ja selbst geschildert in den entsprechenden Kapiteln meiner «Theosophie». Diese gefühlsmäßige Reizwelt lebt also oben im tierischen Reich auf einer untersten Stufe. Und so bekannt wir sind mit einer gewissen Außenseite des mineralischen Reiches durch unsere Sinneswahrnehmungen, so bekannt ist der Tote mit der Innenseite — nicht mit der Außenform, aber mit der Innenseite — des tierischen Lebens über seine ganze Welt hin. Das ist die unterste Grundlage, auf der er lebt, auf der er sich aufbaut, auf der er sein Dasein aufbaut. Und ein großes Stück Arbeit für den Toten besteht darinnen, sich in unmittelbare Beziehung zu der Welt des TierischLebendigen zu setzen.
[ 13 ] Wie wir uns hier von Kindheit auf in Beziehung setzen zu der Welt des Mineralisch-Toten, so leben wir uns nach dem Tode ein in eine allmählich immer mehr an Breite und an Ausdehnung wachsende Beziehung zu der Welt des Tierisch-Lebendigen Die lernt der Tote nach allen Seiten kennen. Die lernt der Tote kennen, indem er stufenweise alle die Geheimnisse zu durchdringen hat, welche ihm hier so verborgen sind, wie seelisch dasjenige, was unter seinem Gefühlsleben schlummert; denn es ist dasselbe.
[ 13 ] Wie wir uns hier von Kindheit auf in Beziehung setzen zu der Welt des Mineralisch-Toten, so leben wir uns nach dem Tode ein in eine allmählich immer mehr an Breite und an Ausdehnung wachsende Beziehung zu der Welt des Tierisch-Lebendigen Die lernt der Tote nach allen Seiten kennen. Die lernt der Tote kennen, indem er stufenweise alle die Geheimnisse zu durchdringen hat, welche ihm hier so verborgen sind, wie seelisch dasjenige, was unter seinem Gefühlsleben schlummert; denn es ist dasselbe.
[ 14 ] Es kann selbstverständlich eine solche Frage wie diejenige, die ich jetzt aufwerfen will, nicht als eine ordentlich wissenschaftliche Frage gelten. Allein sie kann doch hinweisen auf irgend etwas, hinter dem reale Beziehungen sind. Gefragt werden kann, warum denn eigentlich dem Menschen hier in der physischen Welt manches verborgen ist beim Walten der alles durchdringenden Weltenweisheit. Man kann fragen, warum das verborgen ist, in das der Tote eingeweiht werden muß: in die Geheimnisse des Aufbaues der gesamten tierischen Welt.
[ 14 ] Es kann selbstverständlich eine solche Frage wie diejenige, die ich jetzt aufwerfen will, nicht als eine ordentlich wissenschaftliche Frage gelten. Allein sie kann doch hinweisen auf irgend etwas, hinter dem reale Beziehungen sind. Gefragt werden kann, warum denn eigentlich dem Menschen hier in der physischen Welt manches verborgen ist beim Walten der alles durchdringenden Weltenweisheit. Man kann fragen, warum das verborgen ist, in das der Tote eingeweiht werden muß: in die Geheimnisse des Aufbaues der gesamten tierischen Welt.
[ 15 ] Gerade wenn man solch eine Frage zu beantworten versucht, greift man hinein in die tiefsten Geheimnisse des Daseins überhaupt. Und auch mit dieser Frage werden wir uns noch etwas zu befassen haben in diesen Betrachtungen. Zunächst aber haben wir den Blick darauf zu lenken, wie denn dieses Erfassen der Innenseite des tierischen Lebens eigentlich ist.
[ 15 ] Gerade wenn man solch eine Frage zu beantworten versucht, greift man hinein in die tiefsten Geheimnisse des Daseins überhaupt. Und auch mit dieser Frage werden wir uns noch etwas zu befassen haben in diesen Betrachtungen. Zunächst aber haben wir den Blick darauf zu lenken, wie denn dieses Erfassen der Innenseite des tierischen Lebens eigentlich ist.
[ 16 ] Da könnte ich zunächst, um nicht theoretisch zu werden, vielleicht ausgehen von einer zeitgeschichtlichen Tatsache. Sie wissen, daß in einer gewissen äußerlichen Weise das menschliche historische Bewußtsein in der neueren Zeit eine Umänderung erfahren hat durch den Darwinismus. Man hat versucht, die Kräfte zu finden, durch die sich die Organismen von sogenannten unvollkommenen zu vollkommenen Zuständen entwickeln. Die Darwinisten haben ja mancherlei genannt: zunächst das Prinzip der zweckmäßigen Auslese, der Anpassung an die Verhältnisse und so weiter. Ich will Ihnen mit diesen Dingen, die Sie in jedem Handbuch des Darwinismus nachlesen können, sogar in jedem Lexikon, nicht kommen. Aber hinweisen will ich darauf, daß das äußerliche, abstrakte Prinzipien sind; daß für den, der tiefer blickt, gar nichts damit gesagt ist. Was eigentlich geschieht, ist nicht gezeigt, wenn man sagt: die Vervollkommnung geschieht dadurch, daß die Passendsten ausgewählt werden und die andern allmählich absterben, während die Passendsten die Überlebenden sind. Damit ist natürlich nichts gesagt über die Kräfte, über die Impulse, die eigentlich im tierischen Reiche leben, damit die Tiere erst sich vervollkommnen, aber auch in der gewöhnlichen gegenwärtigen Welt ihr Leben entsprechend zimmern können.
[ 16 ] Da könnte ich zunächst, um nicht theoretisch zu werden, vielleicht ausgehen von einer zeitgeschichtlichen Tatsache. Sie wissen, daß in einer gewissen äußerlichen Weise das menschliche historische Bewußtsein in der neueren Zeit eine Umänderung erfahren hat durch den Darwinismus. Man hat versucht, die Kräfte zu finden, durch die sich die Organismen von sogenannten unvollkommenen zu vollkommenen Zuständen entwickeln. Die Darwinisten haben ja mancherlei genannt: zunächst das Prinzip der zweckmäßigen Auslese, der Anpassung an die Verhältnisse und so weiter. Ich will Ihnen mit diesen Dingen, die Sie in jedem Handbuch des Darwinismus nachlesen können, sogar in jedem Lexikon, nicht kommen. Aber hinweisen will ich darauf, daß das äußerliche, abstrakte Prinzipien sind; daß für den, der tiefer blickt, gar nichts damit gesagt ist. Was eigentlich geschieht, ist nicht gezeigt, wenn man sagt: die Vervollkommnung geschieht dadurch, daß die Passendsten ausgewählt werden und die andern allmählich absterben, während die Passendsten die Überlebenden sind. Damit ist natürlich nichts gesagt über die Kräfte, über die Impulse, die eigentlich im tierischen Reiche leben, damit die Tiere erst sich vervollkommnen, aber auch in der gewöhnlichen gegenwärtigen Welt ihr Leben entsprechend zimmern können.
[ 17 ] Was wirkt denn wirklich in den Kräften, die vom Darwinismus als Selektionskräfte, als Kräfte einer reinen mechanischen Zweckmäßigkeit und so weiter angesprochen werden? Darinnen wirken die Toten. Es gehört zu den überraschendsten, eindringlichsten Erfahrungen, die im Kreise der Toten gemacht werden können, wenn man darauf kommt, wie — ebenso wie es hier Schmiede und Tischler und andere Leute gibt, welche in der mechanischen Welt handwerksmäßig arbeiten und dadurch die physisch-sinnliche Grundlage des Lebens hier schaffen — in der geistigen Welt, vom Tierreich angefangen nach aufwärts, die Toten arbeiten. Während das tierische Reich hier in vieler Beziehung ein solches ist, das der Mensch als ein niedriges empfindet, aber das mineralische liegt noch niedriger, ist die Grundlage der Arbeit der Toten die Fortführung des tierischen Reiches. Daher lebt sich der Tote gewissermaßen ein in alle die Geschicklichkeiten, die ihm hier für das Leben zwischen der Geburt und dem Tode verborgen sind.
[ 17 ] Was wirkt denn wirklich in den Kräften, die vom Darwinismus als Selektionskräfte, als Kräfte einer reinen mechanischen Zweckmäßigkeit und so weiter angesprochen werden? Darinnen wirken die Toten. Es gehört zu den überraschendsten, eindringlichsten Erfahrungen, die im Kreise der Toten gemacht werden können, wenn man darauf kommt, wie — ebenso wie es hier Schmiede und Tischler und andere Leute gibt, welche in der mechanischen Welt handwerksmäßig arbeiten und dadurch die physisch-sinnliche Grundlage des Lebens hier schaffen — in der geistigen Welt, vom Tierreich angefangen nach aufwärts, die Toten arbeiten. Während das tierische Reich hier in vieler Beziehung ein solches ist, das der Mensch als ein niedriges empfindet, aber das mineralische liegt noch niedriger, ist die Grundlage der Arbeit der Toten die Fortführung des tierischen Reiches. Daher lebt sich der Tote gewissermaßen ein in alle die Geschicklichkeiten, die ihm hier für das Leben zwischen der Geburt und dem Tode verborgen sind.
[ 18 ] Hier kommen wir dann an den Punkt, der vielfach geheimgehalten wurde bis in unsere Zeit von den Brüderschaften, welche zum Teil mit Recht, zum Teil mit Unrecht glauben, daß die andern Menschen für solche Dinge nicht reif sind. Lernt man erkennen, was sich auf die tierische Natur bezieht in der Welt der Toten, hält man da Umschau, so ist das alles Gefühlsmäßig-Lebendiges. Der Mensch hat auch in seiner Seele Gefühlsmäßig-Lebendiges. Aber wie? Zwischen der Geburt und dem Tod hat er es so, daß, wäre es nicht eingeschlossen in seine Unbewußtheit, der Mensch jederzeit dieses Gefühlsmäßig-Lebendige, das zwischen Geburt und Tod liegt, zum Verderb des übrigen Gefühlsmäßig-Lebendigen in der Welt verwenden könnte. Also bedenken Sie, was das eigentlich heißt! Sie leben selbst in Ihrem persönlichen Leben ein Gefühlsmäßig-Lebendiges, das aber eingeschlossen ist in die Grenzen, die eben dem physischen Menschen gezogen sind. Hätten die Menschen im allgemeinen das frei zur Verfügung — Anthroposophen werden in dieser Beziehung schon kultivierter sein —, so könnte der Mensch jederzeit die Kräfte, die da gerade verborgen sind, verwenden, um das um ihn liegende Gefühlsmäßig-Lebendige zu zerstören. Die tierische Natur im Menschen ist zunächst sogar im vorzüglichen Sinne eine zerstörerische, und sie ist sogar angelegt, zu zerstören. Und wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, so ist es vor allen Dingen seine Aufgabe, alle die Impulse aus seiner Seele herauszureißen, welche dann in der Weise frei geworden sind, daß eigentlich sehr viel vorliegt von dem Bedürfnis, Lebendiges zu zerstören, Lebendiges zu töten. Und man kann sagen, zu dem, was der Tote lernen muß, gehört vor allen Dingen Achtung, Heiligachtung vor allem Lebendigen.
[ 18 ] Hier kommen wir dann an den Punkt, der vielfach geheimgehalten wurde bis in unsere Zeit von den Brüderschaften, welche zum Teil mit Recht, zum Teil mit Unrecht glauben, daß die andern Menschen für solche Dinge nicht reif sind. Lernt man erkennen, was sich auf die tierische Natur bezieht in der Welt der Toten, hält man da Umschau, so ist das alles Gefühlsmäßig-Lebendiges. Der Mensch hat auch in seiner Seele Gefühlsmäßig-Lebendiges. Aber wie? Zwischen der Geburt und dem Tod hat er es so, daß, wäre es nicht eingeschlossen in seine Unbewußtheit, der Mensch jederzeit dieses Gefühlsmäßig-Lebendige, das zwischen Geburt und Tod liegt, zum Verderb des übrigen Gefühlsmäßig-Lebendigen in der Welt verwenden könnte. Also bedenken Sie, was das eigentlich heißt! Sie leben selbst in Ihrem persönlichen Leben ein Gefühlsmäßig-Lebendiges, das aber eingeschlossen ist in die Grenzen, die eben dem physischen Menschen gezogen sind. Hätten die Menschen im allgemeinen das frei zur Verfügung — Anthroposophen werden in dieser Beziehung schon kultivierter sein —, so könnte der Mensch jederzeit die Kräfte, die da gerade verborgen sind, verwenden, um das um ihn liegende Gefühlsmäßig-Lebendige zu zerstören. Die tierische Natur im Menschen ist zunächst sogar im vorzüglichen Sinne eine zerstörerische, und sie ist sogar angelegt, zu zerstören. Und wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, so ist es vor allen Dingen seine Aufgabe, alle die Impulse aus seiner Seele herauszureißen, welche dann in der Weise frei geworden sind, daß eigentlich sehr viel vorliegt von dem Bedürfnis, Lebendiges zu zerstören, Lebendiges zu töten. Und man kann sagen, zu dem, was der Tote lernen muß, gehört vor allen Dingen Achtung, Heiligachtung vor allem Lebendigen.
[ 19 ] Diese Heiligachtung vor allem Lebendigen ist etwas, was man beobachten kann als die selbstverständliche Entwickelung des Toten. So wie wir hier mit innigem Anteil ein Kind verfolgen, das sich von klein auf, allmählich, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche selbstverständlich entwickelt, wie wir bei diesem Kinde verfolgen, wie das Seelische ergreift das Fleischlich-Leibliche, wie wir innige Freude haben an dem, was da geschieht, ohne daß der sogenannte freie Wille mitwirkt, was da rein durch seelisch-organische Kräfte geschieht: so hat man, wenn man den Toten von seinem Todestage an weiterhin durch sein Leben verfolgt, eben wiederum die Anschauung eines dem freien Willen zunächst entzogenen Einlebens in die Heilighaltung alles in der Umgebung befindlichen Lebendigen. Das ist gewissermaßen etwas, was wie eine Außenseite im Toten geschieht, so wie im Kinde es als Außenseite geschieht, daß es wächst, daß seine Züge ausdrucksvoller werden. Was so äußerlich am Kinde zu unserer Freude heranwächst, das wächst am Toten heran, indem wir von ihm immer mehr und mehr ausstrahlend finden das so erhebende Heilighalten alles Lebendigen.
[ 19 ] Diese Heiligachtung vor allem Lebendigen ist etwas, was man beobachten kann als die selbstverständliche Entwickelung des Toten. So wie wir hier mit innigem Anteil ein Kind verfolgen, das sich von klein auf, allmählich, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche selbstverständlich entwickelt, wie wir bei diesem Kinde verfolgen, wie das Seelische ergreift das Fleischlich-Leibliche, wie wir innige Freude haben an dem, was da geschieht, ohne daß der sogenannte freie Wille mitwirkt, was da rein durch seelisch-organische Kräfte geschieht: so hat man, wenn man den Toten von seinem Todestage an weiterhin durch sein Leben verfolgt, eben wiederum die Anschauung eines dem freien Willen zunächst entzogenen Einlebens in die Heilighaltung alles in der Umgebung befindlichen Lebendigen. Das ist gewissermaßen etwas, was wie eine Außenseite im Toten geschieht, so wie im Kinde es als Außenseite geschieht, daß es wächst, daß seine Züge ausdrucksvoller werden. Was so äußerlich am Kinde zu unserer Freude heranwächst, das wächst am Toten heran, indem wir von ihm immer mehr und mehr ausstrahlend finden das so erhebende Heilighalten alles Lebendigen.
[ 20 ] Und in dieser Beziehung unterscheidet sich gewichtig das Leben nach dem Tode von dem Leben hier. Das Leben hier hat gerade dasjenige durch einen Schleier verdeckt, in das sich der Tote vertiefen muß. Wir nehmen die Welt durch unsere Sinne wahr und bilden uns gewisse Gesetze, die wir Naturgesetze nennen, nach denen wir dann unsere mechanischen Werkzeuge, unsere Geräte ringsherum bilden. Das, was wir nach dem Gesetze der Natur um uns herum als eine Welt aufbauen, ist im wesentlichen eine Welt des Todes. Selbst die Pflanze, selbst den Baum müssen wir töten, wenn wir sein Holz in den Dienst unserer mechanischen Künste stellen wollen. Und es gehört wiederum zu den erschütterndsten Erkenntnissen, daß im Grunde genommen alles dasjenige, was uns unsere Sinne lehren, wenn wir es anwenden durch unseren Willen, ein Zerstörendes ist und gar nicht anders sein kann als ein Zerstörendes.
[ 20 ] Und in dieser Beziehung unterscheidet sich gewichtig das Leben nach dem Tode von dem Leben hier. Das Leben hier hat gerade dasjenige durch einen Schleier verdeckt, in das sich der Tote vertiefen muß. Wir nehmen die Welt durch unsere Sinne wahr und bilden uns gewisse Gesetze, die wir Naturgesetze nennen, nach denen wir dann unsere mechanischen Werkzeuge, unsere Geräte ringsherum bilden. Das, was wir nach dem Gesetze der Natur um uns herum als eine Welt aufbauen, ist im wesentlichen eine Welt des Todes. Selbst die Pflanze, selbst den Baum müssen wir töten, wenn wir sein Holz in den Dienst unserer mechanischen Künste stellen wollen. Und es gehört wiederum zu den erschütterndsten Erkenntnissen, daß im Grunde genommen alles dasjenige, was uns unsere Sinne lehren, wenn wir es anwenden durch unseren Willen, ein Zerstörendes ist und gar nicht anders sein kann als ein Zerstörendes.
[ 21 ] Ja, selbst wenn wir Künstlerisches schaffen, müssen wir uns beteiligen an der Welt des Zerstörens. Was wir da aufbauen, geht erst aus der Zerstörung hervor. Eine gütige Weltenweisheit hat nur bewirkt, daß wir in der Regel zunächst noch als Menschen zurückscheuen, von der tierischen Natur nach aufwärts dasjenige in den Dienst der mechanischen Kunst zu stellen, was da lebt. In einem gewissen höheren Sinne lebt aber in der Welt eigentlich alles. Das können Sie aus den verschiedenen Darstellungen, die im Laufe der Jahre gegeben worden sind, schon erkennen. Was tun wir aber eigentlich, indem wir das in den Dienst der mechanischen Kunst stellen, was wir durch unsere Sinne wahrnehmen und durch unseren Verstand kombinieren? Wir tragen fortwährend den Tod in das Leben hinein. Ein Raffaelisches Gemälde selbst kann nicht zustande kommen, ohne daß der Tod in das Leben hineingetragen wird. Bevor ein Raffaelisches Gemälde entsteht, lebt mehr, als da lebt, nachdem ein Raffaelisches Gemälde entstanden ist. Die Abschlagszahlung im Universum besteht nur darin, daß Seelen kommen, die dieses Raffaelische Gemälde genießen, die von diesem Raffaelischen Gemälde einen Impuls, einen Eindruck bekommen. Der Impuls, der Eindruck, den die schaffende oder die genießende Seele bekommt, das ist dasjenige, was einzig und allein hinweghelfen kann über das Wirken des Todes — selbst in dem Fall, wenn die höchsten Güter, die sogenannten höchsten Güter der Menschheit hier auf dem physischen Plan geschaffen werden. Die Erde wird im wesentlichen dadurch zerstört werden, daß die Menschen den Tod mit ihren mechanischen Künsten in die Erde in einem so starken Maß hineintragen. Sie wird nicht mehr leben können, weil der Tod dasjenige überwiegt, was hinübergerettet werden kann über den Untergang der physischen Erde in die Jupiterwelt. Aber aus dem, was Menschen geschaffen haben, indem sie den Tod mit dem Leben verwoben haben, werden sie seelischen Inhalt wiederum erhalten haben, den sie nun hinübertragen in die Jupiterwelt.
[ 21 ] Ja, selbst wenn wir Künstlerisches schaffen, müssen wir uns beteiligen an der Welt des Zerstörens. Was wir da aufbauen, geht erst aus der Zerstörung hervor. Eine gütige Weltenweisheit hat nur bewirkt, daß wir in der Regel zunächst noch als Menschen zurückscheuen, von der tierischen Natur nach aufwärts dasjenige in den Dienst der mechanischen Kunst zu stellen, was da lebt. In einem gewissen höheren Sinne lebt aber in der Welt eigentlich alles. Das können Sie aus den verschiedenen Darstellungen, die im Laufe der Jahre gegeben worden sind, schon erkennen. Was tun wir aber eigentlich, indem wir das in den Dienst der mechanischen Kunst stellen, was wir durch unsere Sinne wahrnehmen und durch unseren Verstand kombinieren? Wir tragen fortwährend den Tod in das Leben hinein. Ein Raffaelisches Gemälde selbst kann nicht zustande kommen, ohne daß der Tod in das Leben hineingetragen wird. Bevor ein Raffaelisches Gemälde entsteht, lebt mehr, als da lebt, nachdem ein Raffaelisches Gemälde entstanden ist. Die Abschlagszahlung im Universum besteht nur darin, daß Seelen kommen, die dieses Raffaelische Gemälde genießen, die von diesem Raffaelischen Gemälde einen Impuls, einen Eindruck bekommen. Der Impuls, der Eindruck, den die schaffende oder die genießende Seele bekommt, das ist dasjenige, was einzig und allein hinweghelfen kann über das Wirken des Todes — selbst in dem Fall, wenn die höchsten Güter, die sogenannten höchsten Güter der Menschheit hier auf dem physischen Plan geschaffen werden. Die Erde wird im wesentlichen dadurch zerstört werden, daß die Menschen den Tod mit ihren mechanischen Künsten in die Erde in einem so starken Maß hineintragen. Sie wird nicht mehr leben können, weil der Tod dasjenige überwiegt, was hinübergerettet werden kann über den Untergang der physischen Erde in die Jupiterwelt. Aber aus dem, was Menschen geschaffen haben, indem sie den Tod mit dem Leben verwoben haben, werden sie seelischen Inhalt wiederum erhalten haben, den sie nun hinübertragen in die Jupiterwelt.
[ 22 ] Mehr als man sagen kann, webt sich durch menschliches Tun selber, dadurch daß dieses menschliche Tun zwischen Geburt und Tod innig verwoben ist mit dem Sinnessein, mehr als man sagen kann, webt sich fortwährend der Tod, webt sich fortwährend die Vernichtung des Lebendigen in das Leben ein. Allerdings beruht darauf, daß sich der Tod in das Leben einverwebt, die Entstehung des Bewußtseins überhaupt, und der Mensch würde gar nicht seine Erdenaufgabe in bezug auf das Bewußtsein absolvieren können, wenn er nicht dazu berufen wäre, den Tod in das Leben einzuweben. Selbst in unserem Innern töten wir in dem Augenblicke das Leben der Nerven, in welchem wir vorstellen wollen. Denn ein richtig lebender Nerv kann nicht vorstellen. In unser Nervenleben hinein ersterben wir fortwährend, habe ich in öffentlichen Vorträgen in der letzten Zeit gesagt.
[ 22 ] Mehr als man sagen kann, webt sich durch menschliches Tun selber, dadurch daß dieses menschliche Tun zwischen Geburt und Tod innig verwoben ist mit dem Sinnessein, mehr als man sagen kann, webt sich fortwährend der Tod, webt sich fortwährend die Vernichtung des Lebendigen in das Leben ein. Allerdings beruht darauf, daß sich der Tod in das Leben einverwebt, die Entstehung des Bewußtseins überhaupt, und der Mensch würde gar nicht seine Erdenaufgabe in bezug auf das Bewußtsein absolvieren können, wenn er nicht dazu berufen wäre, den Tod in das Leben einzuweben. Selbst in unserem Innern töten wir in dem Augenblicke das Leben der Nerven, in welchem wir vorstellen wollen. Denn ein richtig lebender Nerv kann nicht vorstellen. In unser Nervenleben hinein ersterben wir fortwährend, habe ich in öffentlichen Vorträgen in der letzten Zeit gesagt.
[ 23 ] In dieser Beziehung ist das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ein völlig entgegengesetztes. Da handelt es sich darum, daß die Menschenseele vollständig sich einlebt in die Heilighaltung des Lebendigen, in die Durchdringung des Lebendigen mit immer mehr und mehr Leben. So hängt das Leben zwischen der Geburt und dem Tode zusammen mit dem Tode, und es hängt das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zusammen mit dem Leben des Ganzen. Denn nur dadurch, daß der Mensch stirbt und von der geistigen Welt heraus seine Impulse in das Leben der Tiere sendet, lebt über die Erde hin eine tierische Welt.
[ 23 ] In dieser Beziehung ist das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ein völlig entgegengesetztes. Da handelt es sich darum, daß die Menschenseele vollständig sich einlebt in die Heilighaltung des Lebendigen, in die Durchdringung des Lebendigen mit immer mehr und mehr Leben. So hängt das Leben zwischen der Geburt und dem Tode zusammen mit dem Tode, und es hängt das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zusammen mit dem Leben des Ganzen. Denn nur dadurch, daß der Mensch stirbt und von der geistigen Welt heraus seine Impulse in das Leben der Tiere sendet, lebt über die Erde hin eine tierische Welt.
[ 24 ] Das zweite, in das sich der Mensch nach dem Tode einlebt, ist das Reich der Menschenseelen selbst, gleichgültig, ob diese Menschenseelen hier im physischen Leibe verkörpert sind, oder ob sie selbst schon durch die Pforte des Todes gegangen sind. Der tierischen Welt gegenüber hat der Mensch nach dem Tode das Gefühl, wenn er eine Aktion ausführt: etwas hat Freude, oder etwas tut weh einem Wesen oder wenigstens einem Wesenhaften. Er weiß: Stößt du nur mit deiner Geisteskraft, so stößt du an Lebendiges.
[ 24 ] Das zweite, in das sich der Mensch nach dem Tode einlebt, ist das Reich der Menschenseelen selbst, gleichgültig, ob diese Menschenseelen hier im physischen Leibe verkörpert sind, oder ob sie selbst schon durch die Pforte des Todes gegangen sind. Der tierischen Welt gegenüber hat der Mensch nach dem Tode das Gefühl, wenn er eine Aktion ausführt: etwas hat Freude, oder etwas tut weh einem Wesen oder wenigstens einem Wesenhaften. Er weiß: Stößt du nur mit deiner Geisteskraft, so stößt du an Lebendiges.
[ 25 ] Hier ist es mehr ein allgemeines Leben und Weben im Lebendigen. Gegenüber der Bekanntschaft mit dem, was in unsere Sphäre, die menschliche Sphäre tritt, wenn wir tot sind, ist es so, daß, wenn eine andere Seele in Beziehung zu uns tritt, nachdem wir selbst durch die Pforte des Todes gegangen sind, wir dann fühlen, durch die Art, wie wir zu dieser Seele in Beziehung treten, wird unser eigenes Lebensgefühl entweder verstärkt oder abgeschwächt. Zu der einen Seele, gleichgültig ob sie hier auf Erden weilt oder drüben in den geistigen Welten, treten wir so in Beziehung, daß wir fühlen, wir werden stärker innerlich, nach einer gewissen Beziehung stärkt uns das Zusammensein mit der Seele, unsere inneren Kräfte werden stärker gemacht, wir leben gleichsam mehr auf. Wir begegnen einer Seele und fühlen, wir wachen an ihr mehr auf, als wir ohne sie aufgewacht wären. Lebensinnigkeit fließt uns in einer gewissen Stärke zu durch die Bekanntschaft mit der einen Seele. Durch die Bekanntschaft mit einer andern Seele werden wir schwächer nach einer gewissen Kraftrichtung hin; sie dämpft unser Leben gewissermaßen ab. Und darin besteht das Zusammenleben mit Seelen, daß wir unser eigenes Leben lebendig wogen fühlen in der Verbindung mit andern Seelen.
[ 25 ] Hier ist es mehr ein allgemeines Leben und Weben im Lebendigen. Gegenüber der Bekanntschaft mit dem, was in unsere Sphäre, die menschliche Sphäre tritt, wenn wir tot sind, ist es so, daß, wenn eine andere Seele in Beziehung zu uns tritt, nachdem wir selbst durch die Pforte des Todes gegangen sind, wir dann fühlen, durch die Art, wie wir zu dieser Seele in Beziehung treten, wird unser eigenes Lebensgefühl entweder verstärkt oder abgeschwächt. Zu der einen Seele, gleichgültig ob sie hier auf Erden weilt oder drüben in den geistigen Welten, treten wir so in Beziehung, daß wir fühlen, wir werden stärker innerlich, nach einer gewissen Beziehung stärkt uns das Zusammensein mit der Seele, unsere inneren Kräfte werden stärker gemacht, wir leben gleichsam mehr auf. Wir begegnen einer Seele und fühlen, wir wachen an ihr mehr auf, als wir ohne sie aufgewacht wären. Lebensinnigkeit fließt uns in einer gewissen Stärke zu durch die Bekanntschaft mit der einen Seele. Durch die Bekanntschaft mit einer andern Seele werden wir schwächer nach einer gewissen Kraftrichtung hin; sie dämpft unser Leben gewissermaßen ab. Und darin besteht das Zusammenleben mit Seelen, daß wir unser eigenes Leben lebendig wogen fühlen in der Verbindung mit andern Seelen.
[ 26 ] Wir leben als Menschen zwischen Geburt und Tod unser Gefühls- und Willensleben hin und wissen gar nicht, daß durch die Wogen unseres Gefühls- und Willenslebens, die wir verschlafen und verträumen, die Totenseelen leben. Sie sind immer da; sie leben in unseren eigenen Gefühls- und Willenswogen, und sie leben so, daß sie mitleben dieses Leben. Während wir mit unseren Sinnen die Umwelt gewissermaßen doch als etwas Äußerliches erleben, leben in unseren Gefühlen und in unseren Willensimpulsen die Toten intimer mit uns verbunden, als wir mit unserer Umwelt hier, insofern wir physisch verkörpert sind, innig verbunden leben.
[ 26 ] Wir leben als Menschen zwischen Geburt und Tod unser Gefühls- und Willensleben hin und wissen gar nicht, daß durch die Wogen unseres Gefühls- und Willenslebens, die wir verschlafen und verträumen, die Totenseelen leben. Sie sind immer da; sie leben in unseren eigenen Gefühls- und Willenswogen, und sie leben so, daß sie mitleben dieses Leben. Während wir mit unseren Sinnen die Umwelt gewissermaßen doch als etwas Äußerliches erleben, leben in unseren Gefühlen und in unseren Willensimpulsen die Toten intimer mit uns verbunden, als wir mit unserer Umwelt hier, insofern wir physisch verkörpert sind, innig verbunden leben.
[ 27 ] Aber das ist so, daß dieses Leben, dieses Erleben, besser gesagt, dieses Leben-Innesein der Toten langsam und allmählich sich entwickelt, und zwar nach Maßgabe derjenigen Verhältnisse, die angesponnen sind hier im Leben. Gewiß, wir sind nach dem Tode mit allen Seelen zusammen, das ist schon wahr, aber wir wissen nichts davon. Langsam und allmählich stellen sich Beziehungen her, und zwar zu denjenigen Seelen, mit denen wir Beziehungen angeknüpft haben in dem Leben zwischen Geburt und Tod. Neue Beziehungen, ursprüngliche Beziehungen kann der Mensch zum Menschen nicht anknüpfen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ursprünglich, unmittelbar kann er nicht anknüpfen. Wenn wir hier jemand lieb gehabt haben, oder einen gehaßt haben, also mit ihm in irgendeiner positiven oder negativen Verbindung waren, so tritt das wiederum aus einer grauen Geistestiefe im allmählichen Heraufleben des Lebens nach dem Tode auf, in der Art, wie ich es eben angedeutet habe, daß wir drinnen leben in diesen Seelen.
[ 27 ] Aber das ist so, daß dieses Leben, dieses Erleben, besser gesagt, dieses Leben-Innesein der Toten langsam und allmählich sich entwickelt, und zwar nach Maßgabe derjenigen Verhältnisse, die angesponnen sind hier im Leben. Gewiß, wir sind nach dem Tode mit allen Seelen zusammen, das ist schon wahr, aber wir wissen nichts davon. Langsam und allmählich stellen sich Beziehungen her, und zwar zu denjenigen Seelen, mit denen wir Beziehungen angeknüpft haben in dem Leben zwischen Geburt und Tod. Neue Beziehungen, ursprüngliche Beziehungen kann der Mensch zum Menschen nicht anknüpfen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ursprünglich, unmittelbar kann er nicht anknüpfen. Wenn wir hier jemand lieb gehabt haben, oder einen gehaßt haben, also mit ihm in irgendeiner positiven oder negativen Verbindung waren, so tritt das wiederum aus einer grauen Geistestiefe im allmählichen Heraufleben des Lebens nach dem Tode auf, in der Art, wie ich es eben angedeutet habe, daß wir drinnen leben in diesen Seelen.
[ 28 ] Und so besteht ein großer Teil dieses Erlebens, dieses Leben-Inneseins der Toten darinnen, daß allmählich auftaucht eben aus grauer Geistestiefe alles dasjenige, was an Banden da war aus dem letzten oder vorletzten oder früheren Leben, an Verhältnissen mit andern Seelen. Das kann sich weiter ausdehnen, dehnt sich für manchen Toten verhältnismäßig sehr früh, sehr bald nach dem Tode aus, doch mittelbar.
[ 28 ] Und so besteht ein großer Teil dieses Erlebens, dieses Leben-Inneseins der Toten darinnen, daß allmählich auftaucht eben aus grauer Geistestiefe alles dasjenige, was an Banden da war aus dem letzten oder vorletzten oder früheren Leben, an Verhältnissen mit andern Seelen. Das kann sich weiter ausdehnen, dehnt sich für manchen Toten verhältnismäßig sehr früh, sehr bald nach dem Tode aus, doch mittelbar.
[ 29 ] Es kann so sein, daß jemand stirbt; er hat mit einer Seele, die entweder noch auf Erden weilt, oder in der geistigen Welt weilt, in Beziehung gestanden, in irgendeiner Beziehung. Diese Beziehung tritt in ihrer Wirklichkeit nach dem Tode ihm wiederum in der angedeuteten Weise entgegen. Aber diese Seele, mit der er in Beziehung gestanden hat, hat Beziehungen zu andern Seelen, mit denen er vielleicht nicht in Beziehung gestanden hat in irgendeinem Leben zwischen Geburt und Tod. Da, indirekt, mittelbar können dann auch solche Seelen an den sogenannten Toten herantreten, mit ihm in eine Beziehung treten. Nur allerdings sind das niemals unmittelbare Beziehungen, wie ich schon sagte, sondern sie sind immer vermittelt durch diejenigen Seelen, mit denen man durch das physische Leben karmisch verbunden ist. Die Verbindung mit solchen Seelen, mit denen man die Verbindung nicht im physischen Leben begründet hat, ist doch immer eine ganz andere, und sie wird vermittelt durch die Seelen, mit denen man im physischen Leben in Beziehung gestanden hat.
[ 29 ] Es kann so sein, daß jemand stirbt; er hat mit einer Seele, die entweder noch auf Erden weilt, oder in der geistigen Welt weilt, in Beziehung gestanden, in irgendeiner Beziehung. Diese Beziehung tritt in ihrer Wirklichkeit nach dem Tode ihm wiederum in der angedeuteten Weise entgegen. Aber diese Seele, mit der er in Beziehung gestanden hat, hat Beziehungen zu andern Seelen, mit denen er vielleicht nicht in Beziehung gestanden hat in irgendeinem Leben zwischen Geburt und Tod. Da, indirekt, mittelbar können dann auch solche Seelen an den sogenannten Toten herantreten, mit ihm in eine Beziehung treten. Nur allerdings sind das niemals unmittelbare Beziehungen, wie ich schon sagte, sondern sie sind immer vermittelt durch diejenigen Seelen, mit denen man durch das physische Leben karmisch verbunden ist. Die Verbindung mit solchen Seelen, mit denen man die Verbindung nicht im physischen Leben begründet hat, ist doch immer eine ganz andere, und sie wird vermittelt durch die Seelen, mit denen man im physischen Leben in Beziehung gestanden hat.
[ 30 ] Sie können sich auch jetzt leicht vorstellen, daß zunächst die unmittelbaren Beziehungen vorliegen, dann die mittelbaren Beziehungen. Dadurch aber, daß über die Erde hin doch die Seelen alle mehr oder weniger miteinander verbunden sind, der Mensch in dem langen Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wenigstens indirekt in viele Beziehungen hineingerät, lebt sich der Mensch in der Tat, wenn man die mittelbaren Beziehungen mitrechnet, in ein weites Miterleben mit andern Seelen hinein. Dieses Hineinleben in andere Seelen haben wir immer in uns, auch wenn wir hier auf der Erde stehen. Wir haben mit unzähligen Seelen immer wieder und wiederum gelebt in der geistigen Welt. Dieses Sich-Einsfühlen mit allen Seelen, das eine abstrakte Philosophie eben auch nur abstrakt behandelt und als abstraktes Einssein bespricht, das hat seine sehr konkrete Seite: es gibt eigentlich über die Erde hin kaum Seelen, mit denen nicht wenigstens eine entfernte, indirekte Verbindung doch besteht.
[ 30 ] Sie können sich auch jetzt leicht vorstellen, daß zunächst die unmittelbaren Beziehungen vorliegen, dann die mittelbaren Beziehungen. Dadurch aber, daß über die Erde hin doch die Seelen alle mehr oder weniger miteinander verbunden sind, der Mensch in dem langen Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wenigstens indirekt in viele Beziehungen hineingerät, lebt sich der Mensch in der Tat, wenn man die mittelbaren Beziehungen mitrechnet, in ein weites Miterleben mit andern Seelen hinein. Dieses Hineinleben in andere Seelen haben wir immer in uns, auch wenn wir hier auf der Erde stehen. Wir haben mit unzähligen Seelen immer wieder und wiederum gelebt in der geistigen Welt. Dieses Sich-Einsfühlen mit allen Seelen, das eine abstrakte Philosophie eben auch nur abstrakt behandelt und als abstraktes Einssein bespricht, das hat seine sehr konkrete Seite: es gibt eigentlich über die Erde hin kaum Seelen, mit denen nicht wenigstens eine entfernte, indirekte Verbindung doch besteht.
[ 31 ] Diese Sache muß man so konkret fassen wie möglich, dann kommt man mit ihr zum Realen. Das, was der Tote so erlebt, ist also ein allmähliches Hineinwachen, Hineinaufwachen in eine Welt, die aber zur Grundlage sein Karma im weiteren Sinne hat. Über diese Welt hin wird es gleichsam immer mehr innerlich licht und lichter, indem wir immer Reicheres und Reicheres erleben in diesem zweiten Reiche, das sich auf dem Reich des Tierischen aufbaut, wie unser Erleben mit dem Pflanzenreich auf dem Reich des Mineralischen. Reicheres und Reicheres erlebt man immer mehr.
[ 31 ] Diese Sache muß man so konkret fassen wie möglich, dann kommt man mit ihr zum Realen. Das, was der Tote so erlebt, ist also ein allmähliches Hineinwachen, Hineinaufwachen in eine Welt, die aber zur Grundlage sein Karma im weiteren Sinne hat. Über diese Welt hin wird es gleichsam immer mehr innerlich licht und lichter, indem wir immer Reicheres und Reicheres erleben in diesem zweiten Reiche, das sich auf dem Reich des Tierischen aufbaut, wie unser Erleben mit dem Pflanzenreich auf dem Reich des Mineralischen. Reicheres und Reicheres erlebt man immer mehr.
[ 32 ] Dieses Erleben denken Sie sich in all den konkreten Beziehungen ausgestaltet, dann haben Sie vieles von dem, was die Seele der Toten zwischen Tod und neuer Geburt durchdringt. Denn verbunden mit diesem Erleben sind ja alle Gedanken, die uns karmisch irgendwie verbinden mit den andern Seelen. Eine unendlich reiche Welt liegt darinnen. Und es ist im wesentlichen — das können Sie schon aus dem Zyklus über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt entnehmen — in der ersten Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß die Entwickelung eine mehr weisheitsvolle ist. Der Mensch lebt sich weisheitsvoll ein in die Verbindungen, die er sich allmählich wiederum herausholt aus grauer Geistestiefe; weisheitsvoll lebt er sich da hinein.
[ 32 ] Dieses Erleben denken Sie sich in all den konkreten Beziehungen ausgestaltet, dann haben Sie vieles von dem, was die Seele der Toten zwischen Tod und neuer Geburt durchdringt. Denn verbunden mit diesem Erleben sind ja alle Gedanken, die uns karmisch irgendwie verbinden mit den andern Seelen. Eine unendlich reiche Welt liegt darinnen. Und es ist im wesentlichen — das können Sie schon aus dem Zyklus über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt entnehmen — in der ersten Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß die Entwickelung eine mehr weisheitsvolle ist. Der Mensch lebt sich weisheitsvoll ein in die Verbindungen, die er sich allmählich wiederum herausholt aus grauer Geistestiefe; weisheitsvoll lebt er sich da hinein.
[ 33 ] Vor dem, was ich in den Mysterien «Mitternachtsstunde des Daseins» genannt habe, sind im wesentlichen die Fäden gezogen zu all den karmischen direkten und indirekten Verbindungen hin, zu denen sie zu ziehen sind. Dann kommt das Verarbeiten. Dann tritt in das menschliche Seelenleben ein mehr dem Willen ähnliches Kraftelement ein, aber nur ein ähnliches, nicht ein gleiches. Dieses dem Willen ähnliche Kraftelement macht den Menschen immer stärker und stärker. Es verstärkt vor allen Dingen die Impulse in ihm, welche zu dem weisheitsvollen Überblicken der Welt als willensmäßige Elemente, willensmäßige Impulse, als Kraftimpülse dazukommen.
[ 33 ] Vor dem, was ich in den Mysterien «Mitternachtsstunde des Daseins» genannt habe, sind im wesentlichen die Fäden gezogen zu all den karmischen direkten und indirekten Verbindungen hin, zu denen sie zu ziehen sind. Dann kommt das Verarbeiten. Dann tritt in das menschliche Seelenleben ein mehr dem Willen ähnliches Kraftelement ein, aber nur ein ähnliches, nicht ein gleiches. Dieses dem Willen ähnliche Kraftelement macht den Menschen immer stärker und stärker. Es verstärkt vor allen Dingen die Impulse in ihm, welche zu dem weisheitsvollen Überblicken der Welt als willensmäßige Elemente, willensmäßige Impulse, als Kraftimpülse dazukommen.
[ 34 ] Nun tritt etwas Merkwürdiges ein. Im Menschen lebt ein gewisser Wille in der zweiten Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auf. Wenn man diesen Willen beobachtet — man kann das insbesondere bei denjenigen Menschen, welche durch irgendwelche Verhältnisse ein gewissermaßen kurzes Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ein abgekürztes Leben, haben —, da tritt eine merkwürdige Willensrichtung ein, die man etwa charakterisieren kann dadurch, daß man sagt: Es tritt der Wille ein, die Spuren des Lebens, die Spuren des Karma in einer gewissen Weise zu verwischen.
[ 34 ] Nun tritt etwas Merkwürdiges ein. Im Menschen lebt ein gewisser Wille in der zweiten Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auf. Wenn man diesen Willen beobachtet — man kann das insbesondere bei denjenigen Menschen, welche durch irgendwelche Verhältnisse ein gewissermaßen kurzes Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ein abgekürztes Leben, haben —, da tritt eine merkwürdige Willensrichtung ein, die man etwa charakterisieren kann dadurch, daß man sagt: Es tritt der Wille ein, die Spuren des Lebens, die Spuren des Karma in einer gewissen Weise zu verwischen.
[ 35 ] Ich bitte Sie, das recht deutlich aufzufassen. Solch ein Wille: die Spuren des Karma zu verwischen, tritt im Menschen immer mehr und mehr auf. Dieses Verwischen der Spuren des Karma, das hängt mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenlebens zusammen. Und würde der Mensch immerfort den vollen Überblick über die Weisheit haben, den er nach seinem Tode verhältnismäßig bald haben kann, so würden unzählig viele Menschen lieber die Spuren ihres Daseins verwischen, als in neue Erdenleben eintreten. Die Verarbeitung der früheren Erdenleben im karmischen Zusammenhang, die wir ja vollziehen, kann sich im wesentlichen nur dadurch entwickeln, daß wir durch gewisse Wesen der höheren Hierarchien in der zweiten Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit Bezug auf das Weisheitslicht abgetrübt werden, abgelähmt werden, so daß wir unsere Tätigkeit, unsere Willensimpulse immer mehr und mehr einschränken. Und man kann nur sagen: das Ziel geht dann dahin, sie so einzuschränken, daß wir eben dasjenige schaffen, was sich dann in der Vererbungsströmung mit einem physischen Menschenleib verbinden und in diesem physischen Menschenleib sein Erdenschicksal ausleben kann.
[ 35 ] Ich bitte Sie, das recht deutlich aufzufassen. Solch ein Wille: die Spuren des Karma zu verwischen, tritt im Menschen immer mehr und mehr auf. Dieses Verwischen der Spuren des Karma, das hängt mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenlebens zusammen. Und würde der Mensch immerfort den vollen Überblick über die Weisheit haben, den er nach seinem Tode verhältnismäßig bald haben kann, so würden unzählig viele Menschen lieber die Spuren ihres Daseins verwischen, als in neue Erdenleben eintreten. Die Verarbeitung der früheren Erdenleben im karmischen Zusammenhang, die wir ja vollziehen, kann sich im wesentlichen nur dadurch entwickeln, daß wir durch gewisse Wesen der höheren Hierarchien in der zweiten Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit Bezug auf das Weisheitslicht abgetrübt werden, abgelähmt werden, so daß wir unsere Tätigkeit, unsere Willensimpulse immer mehr und mehr einschränken. Und man kann nur sagen: das Ziel geht dann dahin, sie so einzuschränken, daß wir eben dasjenige schaffen, was sich dann in der Vererbungsströmung mit einem physischen Menschenleib verbinden und in diesem physischen Menschenleib sein Erdenschicksal ausleben kann.
[ 36 ] Vollständig versteht man diesen Gedanken allerdings nur dann, wenn man dieses Erdenschicksal selbst ins Auge faßt. Wie ist doch dieses Erdenschicksal selbst etwas Traumhaftes für den Erdenmenschen! Er lebt sich ein als Kind in die Verhältnisse des Erdenlebens. Dasjenige, was man Schicksal nennt, tritt in Form von einzelnen Lebenserfahrungen an ihn heran. Aus dem Gewebe, das diese Lebenserfahrungen bilden, gestaltet sich etwas, was eigentlich wir selbst sind. Denn bedenken Sie alle, was Sie wären bis zu Ihrem heutigen Tage, wenn Sie nicht gerade das Schicksalsleben erlebt hätten, das Sie eben erlebt haben. Sie können schon sagen: Das, was ich als Schicksal erlebt habe, bin ich selber. — Denn ein ganz anderer wären Sie, wenn Sie eben etwas anderes als Schicksal erlebt hätten.
[ 36 ] Vollständig versteht man diesen Gedanken allerdings nur dann, wenn man dieses Erdenschicksal selbst ins Auge faßt. Wie ist doch dieses Erdenschicksal selbst etwas Traumhaftes für den Erdenmenschen! Er lebt sich ein als Kind in die Verhältnisse des Erdenlebens. Dasjenige, was man Schicksal nennt, tritt in Form von einzelnen Lebenserfahrungen an ihn heran. Aus dem Gewebe, das diese Lebenserfahrungen bilden, gestaltet sich etwas, was eigentlich wir selbst sind. Denn bedenken Sie alle, was Sie wären bis zu Ihrem heutigen Tage, wenn Sie nicht gerade das Schicksalsleben erlebt hätten, das Sie eben erlebt haben. Sie können schon sagen: Das, was ich als Schicksal erlebt habe, bin ich selber. — Denn ein ganz anderer wären Sie, wenn Sie eben etwas anderes als Schicksal erlebt hätten.
[ 37 ] Und dennoch, wie fremd fühlt der Mensch eigentlich sein Schicksal, wie wenig fühlt er es mit dem verwoben, was er sein Ich nennt. In wie unzähligen Fällen fühlt sich das Ich eben getroffen vom Schicksal. Warum? Weil das, was wir selbst aus uns heraus arbeiten an der Zimmerung unseres Schicksals, eben im Unterbewußten bleibt. Das, was wir erleben, das stellt sich hinein in die Welt der Sinneserfahrung und in die Welt der Vorstellungen. Es schlägt ja nur an unser Gefühlsleben an. Unser Gefühlsleben verhält sich dazu passiv. Aber aktiv aus diesem Gefühlsleben und aus diesem Leben der Willensimpulse kraftet dasjenige heraus, was wir nun auch mit dem Reich der Toten gemeinschaftlich haben. Was da aber herauskraftet und was wir selber tun ohne unser Bewußtsein, was wir wiederum verschlafen und verträumen, das bildet unser Schicksal, das sind wir selbst. Was wir an unserem Schicksal tun, verschlafen und verträumen wir. Was wir an unserem Schicksal erleben, das leben wir allerdings wachend durch, aber eben nur, weil es unterbewußt bleibt. Was bleibt da eigentlich unterbewußt? Dasjenige, was als Impulse herüberschlägt aus den früheren Erdenverkörperungen und aus dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auf eine rein geistige Weise aus dem Reiche, in dem die Toten auch sind, aus dem Reiche, das wir verträumen und verschlafen. Das sind zugleich Kräfte, die auch von uns selbst kommen. Es sind die Kräfte, mit denen wir unser Schicksal zimmern. Wir weben unser Schicksal aus demselben Reiche heraus, das mit uns gemeinschaftlich die Toten beleben.
[ 37 ] Und dennoch, wie fremd fühlt der Mensch eigentlich sein Schicksal, wie wenig fühlt er es mit dem verwoben, was er sein Ich nennt. In wie unzähligen Fällen fühlt sich das Ich eben getroffen vom Schicksal. Warum? Weil das, was wir selbst aus uns heraus arbeiten an der Zimmerung unseres Schicksals, eben im Unterbewußten bleibt. Das, was wir erleben, das stellt sich hinein in die Welt der Sinneserfahrung und in die Welt der Vorstellungen. Es schlägt ja nur an unser Gefühlsleben an. Unser Gefühlsleben verhält sich dazu passiv. Aber aktiv aus diesem Gefühlsleben und aus diesem Leben der Willensimpulse kraftet dasjenige heraus, was wir nun auch mit dem Reich der Toten gemeinschaftlich haben. Was da aber herauskraftet und was wir selber tun ohne unser Bewußtsein, was wir wiederum verschlafen und verträumen, das bildet unser Schicksal, das sind wir selbst. Was wir an unserem Schicksal tun, verschlafen und verträumen wir. Was wir an unserem Schicksal erleben, das leben wir allerdings wachend durch, aber eben nur, weil es unterbewußt bleibt. Was bleibt da eigentlich unterbewußt? Dasjenige, was als Impulse herüberschlägt aus den früheren Erdenverkörperungen und aus dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auf eine rein geistige Weise aus dem Reiche, in dem die Toten auch sind, aus dem Reiche, das wir verträumen und verschlafen. Das sind zugleich Kräfte, die auch von uns selbst kommen. Es sind die Kräfte, mit denen wir unser Schicksal zimmern. Wir weben unser Schicksal aus demselben Reiche heraus, das mit uns gemeinschaftlich die Toten beleben.
[ 38 ] Denken Sie sich, wie wir da zusammenwachsen mit dem Reiche, von dem wir bis zu einem gewissen Grade jetzt wissen, wie es verschlafen wird: Wie wir es erleben! — obwohl wir noch nicht haben besprechen können, wie nun das Erleben gegenüber den Wesen der höheren Hierarchien ist; das wird auch noch dazukommen. Aber was man hervorrufen möchte durch eine solche Auseinandersetzung, wie ich sie eben gegeben habe, das ist, daß wir das Reich der sogenannten Toten hereinrücken in das Reich, in dem wir selber leben. Und bewußt werden wir uns, wie wir uns nur durch den Umstand von den Toten getrennt fühlen — aber nicht von ihnen getrennt sind —, daß wir unser Gefühlsleben, in dem die Toten auch sind, und unser Willensleben, in dem die Toten auch sind, verträumen und verschlafen.
[ 38 ] Denken Sie sich, wie wir da zusammenwachsen mit dem Reiche, von dem wir bis zu einem gewissen Grade jetzt wissen, wie es verschlafen wird: Wie wir es erleben! — obwohl wir noch nicht haben besprechen können, wie nun das Erleben gegenüber den Wesen der höheren Hierarchien ist; das wird auch noch dazukommen. Aber was man hervorrufen möchte durch eine solche Auseinandersetzung, wie ich sie eben gegeben habe, das ist, daß wir das Reich der sogenannten Toten hereinrücken in das Reich, in dem wir selber leben. Und bewußt werden wir uns, wie wir uns nur durch den Umstand von den Toten getrennt fühlen — aber nicht von ihnen getrennt sind —, daß wir unser Gefühlsleben, in dem die Toten auch sind, und unser Willensleben, in dem die Toten auch sind, verträumen und verschlafen.
[ 39 ] In dieser Welt, die wir verträumen und verschlafen, liegt aber noch etwas anderes, etwas, was der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein im Grunde gar nicht verfolgt. Er wird manchmal darauf aufmerksam, wenn es ihm in besonders eklatanten Fällen entgegentritt; aber das sind sensationelle einzelne Fälle, die nur auf dasjenige hinweisen, was das Leben fortwährend durchdringt und durchzieht. Wieviel werden Sie selbst von solchen Fällen gehört haben, wie der folgende ist!
[ 39 ] In dieser Welt, die wir verträumen und verschlafen, liegt aber noch etwas anderes, etwas, was der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein im Grunde gar nicht verfolgt. Er wird manchmal darauf aufmerksam, wenn es ihm in besonders eklatanten Fällen entgegentritt; aber das sind sensationelle einzelne Fälle, die nur auf dasjenige hinweisen, was das Leben fortwährend durchdringt und durchzieht. Wieviel werden Sie selbst von solchen Fällen gehört haben, wie der folgende ist!
[ 40 ] Ein Mensch ist gewöhnt, täglich einen Spaziergang zu machen; er führt ihn auf einen Berghang. Da geht er täglich hin, das ist seine Lust. Eines Tages geht er wiederum hin. Plötzlich, während er geht, hört er etwas wie eine Stimme, die aber nicht physisch da ist, die ihm sagt: Warum gehst du eigentlich diesen Weg? Kannst du diese Lust nicht auch entbehren? — So ungefähr sagt sie zu ihm. Da wird er stutzig. Er tritt etwas zur Seite und denkt nach über das, was ihm geschehen ist. In dem Augenblicke rollt ein Felsstück in die Tiefe, das ihn ganz sicher erschlagen hätte, wenn er nicht beiseite getreten wäre.
[ 40 ] Ein Mensch ist gewöhnt, täglich einen Spaziergang zu machen; er führt ihn auf einen Berghang. Da geht er täglich hin, das ist seine Lust. Eines Tages geht er wiederum hin. Plötzlich, während er geht, hört er etwas wie eine Stimme, die aber nicht physisch da ist, die ihm sagt: Warum gehst du eigentlich diesen Weg? Kannst du diese Lust nicht auch entbehren? — So ungefähr sagt sie zu ihm. Da wird er stutzig. Er tritt etwas zur Seite und denkt nach über das, was ihm geschehen ist. In dem Augenblicke rollt ein Felsstück in die Tiefe, das ihn ganz sicher erschlagen hätte, wenn er nicht beiseite getreten wäre.
[ 41 ] Das ist eine wahre Geschichte, aber eine von denjenigen Geschichten, die eben nur sensationell, möchte ich sagen, auf etwas hinweisen, was fortwährend in unserem Leben da ist. Wie oft kommt es vor, daß Sie sich vornehmen, dies oder jenes zu tun. Sie werden durch dies oder jenes abgehalten. Malen Sie sich einmal aus, wie vieles manchmal anders geworden wäre im kleinen Erleben des Tages, wenn Sie einen Ausgang zu einer festgesetzten Stunde unternommen hätten, den Sie dann eine halbe Stunde später unternommen haben, weil Sie durch irgend etwas abgehalten worden sind, malen Sie sich aus, was da als Veränderung in Ihr Leben hineingekommen ist, was sogar als Veränderung in das Leben vieler anderer Menschen hineingekommen ist! Leicht kann man sich so etwas ausmalen. Nehmen wir einmal an: Sie haben sich vorgenommen, an einem Tage um viertel Vier Uhr nachmittags einen gewissen Gang zu machen, da wären Sie mit einem andern Menschen zusammengetroffen; dem hätten Sie eine Mitteilung gemacht, der wiederum diese Mitteilung einem andern gemacht hätte. Sie machen, weil Sie zu spät kommen, diese Mitteilung dem andern Menschen nicht und sehen: es wird hintangehalten, gewisse recht wichtige Dinge geschehen nicht.
[ 41 ] Das ist eine wahre Geschichte, aber eine von denjenigen Geschichten, die eben nur sensationell, möchte ich sagen, auf etwas hinweisen, was fortwährend in unserem Leben da ist. Wie oft kommt es vor, daß Sie sich vornehmen, dies oder jenes zu tun. Sie werden durch dies oder jenes abgehalten. Malen Sie sich einmal aus, wie vieles manchmal anders geworden wäre im kleinen Erleben des Tages, wenn Sie einen Ausgang zu einer festgesetzten Stunde unternommen hätten, den Sie dann eine halbe Stunde später unternommen haben, weil Sie durch irgend etwas abgehalten worden sind, malen Sie sich aus, was da als Veränderung in Ihr Leben hineingekommen ist, was sogar als Veränderung in das Leben vieler anderer Menschen hineingekommen ist! Leicht kann man sich so etwas ausmalen. Nehmen wir einmal an: Sie haben sich vorgenommen, an einem Tage um viertel Vier Uhr nachmittags einen gewissen Gang zu machen, da wären Sie mit einem andern Menschen zusammengetroffen; dem hätten Sie eine Mitteilung gemacht, der wiederum diese Mitteilung einem andern gemacht hätte. Sie machen, weil Sie zu spät kommen, diese Mitteilung dem andern Menschen nicht und sehen: es wird hintangehalten, gewisse recht wichtige Dinge geschehen nicht.
[ 42 ] Da sieht man eine Weltenordnung, die anderer Art ist als die Weltenordnung, die wir als natürliche Notwendigkeit bezeichnen. Darin, daß jemand von dem Weiterschreiten auf einem Spazierwege abgehalten wird, weil er eine Stimme hört, durch die er beiseite tritt, was verhindert, daß er von einem Felsblock erschlagen wird, darin fühlen wir eine andere Weltenordnung hereinragen. Aber diese andere Weltenordnung ragt ja in jedem Augenblick unseres Daseins herein, nur nicht durch so sensationelle Ereignisse. Der Mensch ist nur gewöhnt, den Blick aufs Sensationelle zu richten auch in diesen Dingen. Wir beachten jene Welt nur nicht. Warum? Weil wir den Blick richten auf das, was geschieht in unserem Leben und in unserer Umwelt, und nicht richten den Blick auf dasjenige, was nicht geschieht, was immerfort abgehalten wird, was immerfort zurückgehalten wird.
[ 42 ] Da sieht man eine Weltenordnung, die anderer Art ist als die Weltenordnung, die wir als natürliche Notwendigkeit bezeichnen. Darin, daß jemand von dem Weiterschreiten auf einem Spazierwege abgehalten wird, weil er eine Stimme hört, durch die er beiseite tritt, was verhindert, daß er von einem Felsblock erschlagen wird, darin fühlen wir eine andere Weltenordnung hereinragen. Aber diese andere Weltenordnung ragt ja in jedem Augenblick unseres Daseins herein, nur nicht durch so sensationelle Ereignisse. Der Mensch ist nur gewöhnt, den Blick aufs Sensationelle zu richten auch in diesen Dingen. Wir beachten jene Welt nur nicht. Warum? Weil wir den Blick richten auf das, was geschieht in unserem Leben und in unserer Umwelt, und nicht richten den Blick auf dasjenige, was nicht geschieht, was immerfort abgehalten wird, was immerfort zurückgehalten wird.
[ 43 ] Von einem gewissen Momente des geistigen Erlebens an kann dasjenige, was nicht geschieht, wovor wir gewissermaßen bewahrt oder zurückgehalten worden sind, uns ebenso zum Bewußtsein kommen wie dasjenige, was geschehen ist. Nur kommt es uns zum Bewußtsein als eine andere Weltenordnung. Versuchen Sie, jene Weltenordnung sich einmal recht zur Seele zu bringen, indem Sie sich sagen: Der Mensch ist gewöhnt, nur auf dasjenige zu sehen, was geschieht, und nicht auf dasjenige, was vom Geschehen abgehalten wurde. — Was er da nicht beachtet, das hängt innig zusammen mit dem Reiche, in dem die Toten sind, in dem wir selbst sind mit unserem träumenden Fühlen, mit unserem schlafenden Willen. Wir trennen uns in uns selber von einer ganz andern Welt dadurch ab, daß auch in das wache Leben der Traum, der Schlaf hereinspielen. Und was da alles brodelt und lebt und webt unter der Grenze, die unser Vorstellen von unserem Fühlen trennt, das ist zugleich dasjenige, was einschließt die Geheimnisse, welche die Brückebilden zwischen den sogenannten Lebendigen und den sogenannten Toten, aber auch die Brücke bilden zwischen dem Reich der Notwendigkeit und dem Reich der Freiheit und dem sogenannten Zufall.
[ 43 ] Von einem gewissen Momente des geistigen Erlebens an kann dasjenige, was nicht geschieht, wovor wir gewissermaßen bewahrt oder zurückgehalten worden sind, uns ebenso zum Bewußtsein kommen wie dasjenige, was geschehen ist. Nur kommt es uns zum Bewußtsein als eine andere Weltenordnung. Versuchen Sie, jene Weltenordnung sich einmal recht zur Seele zu bringen, indem Sie sich sagen: Der Mensch ist gewöhnt, nur auf dasjenige zu sehen, was geschieht, und nicht auf dasjenige, was vom Geschehen abgehalten wurde. — Was er da nicht beachtet, das hängt innig zusammen mit dem Reiche, in dem die Toten sind, in dem wir selbst sind mit unserem träumenden Fühlen, mit unserem schlafenden Willen. Wir trennen uns in uns selber von einer ganz andern Welt dadurch ab, daß auch in das wache Leben der Traum, der Schlaf hereinspielen. Und was da alles brodelt und lebt und webt unter der Grenze, die unser Vorstellen von unserem Fühlen trennt, das ist zugleich dasjenige, was einschließt die Geheimnisse, welche die Brückebilden zwischen den sogenannten Lebendigen und den sogenannten Toten, aber auch die Brücke bilden zwischen dem Reich der Notwendigkeit und dem Reich der Freiheit und dem sogenannten Zufall.
