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Historical Necessity and Freedom
The Influence of Fate from the World of the Dead
GA 179

22 December 1917, Dornach

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Geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit
  1. Historical Necessity and Freedom, tr. SOL

Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Es scheint, daß es gut sein könnte gerade in der Gegenwart, im gegenwärtigen Zeitpunkt unserer Betrachtung etwas zurückzublicken auf Verschiedenes, das im Laufe dieser Auseinandersetzungen durch unsere Seelen gegangen ist, zurückzublicken allerdings nicht in wiederholender Weise, sondern in orientierender Weise, wiederum von einem gewissen Gesichtspunkt aus die Dinge beleuchtend. Denn die Betrachtungen, die wir in dieser Zeit angestellt haben, und die sich in einer gewissen Art angeschlossen haben an das, was wir durch die Vorjahre vor unsere Seele haben treten lassen, sie sollen vor allen Dingen neben den positiven Mitteilungen, die sie enthalten, dazu geeignet sein, in dieser ernsten Zeit unsere Seele mit solchen Gedanken zu erfüllen, wie sie eben von der menschlichen Seele gebraucht werden in dieser Zeit, einer Zeit, von der man sagen muß, daß sie zu dem Ernstesten der weltgeschichtlichen Entwickelung gehört. Wir stehen, trotzdem wir mancherlei im Laufe der letzten Jahre mitgemacht haben, vor wahrhaftig ernsten Dingen. Und den Ernst der Zeit sollte eigentlich niemand verkennen, der nicht durch dieses Verkennen seine Seele ablenken will von vielem, das im eminentesten Sinne eben notwendig, der Menschenseele dringend notwendig ist, wenn sie einigermaßen würdig miterleben will diese gegenwärtige Zeit.

[ 1 ] Es scheint, daß es gut sein könnte gerade in der Gegenwart, im gegenwärtigen Zeitpunkt unserer Betrachtung etwas zurückzublicken auf Verschiedenes, das im Laufe dieser Auseinandersetzungen durch unsere Seelen gegangen ist, zurückzublicken allerdings nicht in wiederholender Weise, sondern in orientierender Weise, wiederum von einem gewissen Gesichtspunkt aus die Dinge beleuchtend. Denn die Betrachtungen, die wir in dieser Zeit angestellt haben, und die sich in einer gewissen Art angeschlossen haben an das, was wir durch die Vorjahre vor unsere Seele haben treten lassen, sie sollen vor allen Dingen neben den positiven Mitteilungen, die sie enthalten, dazu geeignet sein, in dieser ernsten Zeit unsere Seele mit solchen Gedanken zu erfüllen, wie sie eben von der menschlichen Seele gebraucht werden in dieser Zeit, einer Zeit, von der man sagen muß, daß sie zu dem Ernstesten der weltgeschichtlichen Entwickelung gehört. Wir stehen, trotzdem wir mancherlei im Laufe der letzten Jahre mitgemacht haben, vor wahrhaftig ernsten Dingen. Und den Ernst der Zeit sollte eigentlich niemand verkennen, der nicht durch dieses Verkennen seine Seele ablenken will von vielem, das im eminentesten Sinne eben notwendig, der Menschenseele dringend notwendig ist, wenn sie einigermaßen würdig miterleben will diese gegenwärtige Zeit.

[ 2 ] Wir haben das 19. Jahrhundert und den Beginn des 20. Jahrhunderts mit den Mitteln zu charakterisieren versucht, die sich ergeben, wenn man die wichtigen, einschneidenden Ereignisse betrachtet, mit denen die Entwickelung der Menschen in diesem 19. und 20. Jahrhundert zusammenhängt. Sie werden erkannt haben, daß man vor allen Dingen, wenn man verstehen will, was das bedeutsamste Charakteristikon dieser neuesten Zeit ist, den Blick zu richten hat darauf, daß diese unsere Zeit an einer Überfülle von Intellektualität geradezu leidet. Nicht als ob damit gesagt sein sollte, daß die Menschheit in unserer Gegenwart, verglichen mit früheren Zeitaltern, ganz besonders gescheit wäre. Das ist damit nicht gemeint, sondern gemeint ist, daß die verschiedenen Seelenkräfte des Menschen in unserer Zeit alle nach der Intellektualität hinneigen. Und da wir im materialistischen Zeitalter leben, so wird die Intellektualität ausschließlich dazu verwendet, das materielle Dasein mit der Menschenseele zu durchspinnen, und umgekehrt die Menschenseele zu durchspinnen mit dem materiellen Dasein.

[ 2 ] Wir haben das 19. Jahrhundert und den Beginn des 20. Jahrhunderts mit den Mitteln zu charakterisieren versucht, die sich ergeben, wenn man die wichtigen, einschneidenden Ereignisse betrachtet, mit denen die Entwickelung der Menschen in diesem 19. und 20. Jahrhundert zusammenhängt. Sie werden erkannt haben, daß man vor allen Dingen, wenn man verstehen will, was das bedeutsamste Charakteristikon dieser neuesten Zeit ist, den Blick zu richten hat darauf, daß diese unsere Zeit an einer Überfülle von Intellektualität geradezu leidet. Nicht als ob damit gesagt sein sollte, daß die Menschheit in unserer Gegenwart, verglichen mit früheren Zeitaltern, ganz besonders gescheit wäre. Das ist damit nicht gemeint, sondern gemeint ist, daß die verschiedenen Seelenkräfte des Menschen in unserer Zeit alle nach der Intellektualität hinneigen. Und da wir im materialistischen Zeitalter leben, so wird die Intellektualität ausschließlich dazu verwendet, das materielle Dasein mit der Menschenseele zu durchspinnen, und umgekehrt die Menschenseele zu durchspinnen mit dem materiellen Dasein.

[ 3 ] Hoch ist unsere Intellektualität im gegenwärtigen Zeitalter nicht, weil sie sich fast ausschließlich richtet auf die Zusammenstellung und Zusammenfassung, wenn ich mich pedantisch ausdrücken will, auf die Systematisierung der materiellen Dinge und materiellen Erscheinungen. Aber in einem gewissen Sinne ist diese Intellektualität alleinherrschend innerhalb der menschlichen Seele.

[ 3 ] Hoch ist unsere Intellektualität im gegenwärtigen Zeitalter nicht, weil sie sich fast ausschließlich richtet auf die Zusammenstellung und Zusammenfassung, wenn ich mich pedantisch ausdrücken will, auf die Systematisierung der materiellen Dinge und materiellen Erscheinungen. Aber in einem gewissen Sinne ist diese Intellektualität alleinherrschend innerhalb der menschlichen Seele.

[ 4 ] Was ist das Notwendige an Seelenkraft, das in dem nächsten Zeitalter, an dessen Beginn wir stehen, zu der Intellektualität dazukommen muß? Mit Intellektuellem ist heute alles durchdrungen, wenn auch mit Intellektuellem, das ausschließlich auf den physischen Plan sich bezieht. Mit Intellektuellem ist die Wissenschaft, mit Intellektuellem ist die Kunst, mit Intellektuellem ist das menschliche soziale Denken durchdrungen. Was dazukommen muß, das ist etwas, was, wirklich verstanden, gar nicht intellektuell sein kann. Und was gar nicht intellektuell sein kann, wenn es wirklich verstanden wird, wenn es in das menschliche Bewußtsein aufgenommen wird, das ist der menschliche Wille, der so von der Liebe durchdrungene menschliche Wille, wie ich versucht habe, den menschlichen Willen im Zusammenhange mit dem Impuls der Liebe zu charakterisieren in meiner «Philosophie der Freiheit». Der menschliche Wille äußert sich entweder in den unterbewußten Realitäten der Triebe, der Begierden, seien sie egoistische einzelne Begierden, seien sie soziale Begierden, seien sie politische Aspirationen, all dieses bleibt unbewußt oder unterbewußt. Wird aber der Wille wirklich heraufgehoben in das Bewußtsein, wird dasjenige, was sonst von den Willensimpulsen verschlafen wird, oder höchstens verträumt wird, wie die letzten Betrachtungen gezeigt haben, wird das heraufgehoben in die Sphäre des Bewußtseins, dann kann diese Anschauung des Willens nicht mehr materialistisch sein. Wir finden in unserer Zeit für jeden wirklich spirituell die Welt durchschauenden Menschen ein beweisendes Symptom dafür, daß, was Wille ist, in unserer Zeit nicht erfaßt wird. Und dieses Symptom ist, daß überhaupt in einer solchen Weise, wie es der Fall ist, die Frage aufgeworfen werden kann von denjenigen Geistern, die sich selber als die bedeutendsten in unserer Zeit gelten: ob es überhaupt eine menschliche Freiheit gäbe oder nicht.

[ 4 ] Was ist das Notwendige an Seelenkraft, das in dem nächsten Zeitalter, an dessen Beginn wir stehen, zu der Intellektualität dazukommen muß? Mit Intellektuellem ist heute alles durchdrungen, wenn auch mit Intellektuellem, das ausschließlich auf den physischen Plan sich bezieht. Mit Intellektuellem ist die Wissenschaft, mit Intellektuellem ist die Kunst, mit Intellektuellem ist das menschliche soziale Denken durchdrungen. Was dazukommen muß, das ist etwas, was, wirklich verstanden, gar nicht intellektuell sein kann. Und was gar nicht intellektuell sein kann, wenn es wirklich verstanden wird, wenn es in das menschliche Bewußtsein aufgenommen wird, das ist der menschliche Wille, der so von der Liebe durchdrungene menschliche Wille, wie ich versucht habe, den menschlichen Willen im Zusammenhange mit dem Impuls der Liebe zu charakterisieren in meiner «Philosophie der Freiheit». Der menschliche Wille äußert sich entweder in den unterbewußten Realitäten der Triebe, der Begierden, seien sie egoistische einzelne Begierden, seien sie soziale Begierden, seien sie politische Aspirationen, all dieses bleibt unbewußt oder unterbewußt. Wird aber der Wille wirklich heraufgehoben in das Bewußtsein, wird dasjenige, was sonst von den Willensimpulsen verschlafen wird, oder höchstens verträumt wird, wie die letzten Betrachtungen gezeigt haben, wird das heraufgehoben in die Sphäre des Bewußtseins, dann kann diese Anschauung des Willens nicht mehr materialistisch sein. Wir finden in unserer Zeit für jeden wirklich spirituell die Welt durchschauenden Menschen ein beweisendes Symptom dafür, daß, was Wille ist, in unserer Zeit nicht erfaßt wird. Und dieses Symptom ist, daß überhaupt in einer solchen Weise, wie es der Fall ist, die Frage aufgeworfen werden kann von denjenigen Geistern, die sich selber als die bedeutendsten in unserer Zeit gelten: ob es überhaupt eine menschliche Freiheit gäbe oder nicht.

[ 5 ] Diese Frage, ob es überhaupt eine menschliche Freiheit gibt oder nicht, beweist, wenn sie aufgeworfen wird, eine unspirituelle Denkungsart. Vom spirituellen Gesichtspunkt aus muß man sich zu der Frage der Freiheit in ganz anderer Weise verhalten. Da muß man sich so dazu verhalten, daß man weiß: Derjenige, der überhaupt zweifeln kann an der Tatsache der menschlichen Freiheit, versteht den menschlichen Willen nicht. Wo immer Zweifel auftreten an der menschlichen Freiheit, da ist dieses Vorhandensein des Zweifels ein Beweis dafür, daß der Betreffende keine Ahnung hat von der wirklichen Realität des menschlichen Willens. Denn sobald man den Willen erkennt, erkennt man auch das selbstverständliche Korrelat des Willens, erkennt man den Impuls der menschlichen Freiheit.

[ 5 ] Diese Frage, ob es überhaupt eine menschliche Freiheit gibt oder nicht, beweist, wenn sie aufgeworfen wird, eine unspirituelle Denkungsart. Vom spirituellen Gesichtspunkt aus muß man sich zu der Frage der Freiheit in ganz anderer Weise verhalten. Da muß man sich so dazu verhalten, daß man weiß: Derjenige, der überhaupt zweifeln kann an der Tatsache der menschlichen Freiheit, versteht den menschlichen Willen nicht. Wo immer Zweifel auftreten an der menschlichen Freiheit, da ist dieses Vorhandensein des Zweifels ein Beweis dafür, daß der Betreffende keine Ahnung hat von der wirklichen Realität des menschlichen Willens. Denn sobald man den Willen erkennt, erkennt man auch das selbstverständliche Korrelat des Willens, erkennt man den Impuls der menschlichen Freiheit.

[ 6 ] Allerdings, in unserer Zeit wird über Freiheit und Notwendigkeit so gesprochen, daß in dem Sprechen deutlich erkennbar ist dasjenige, was ich Ihnen das letzte Mal dargelegt habe in dem trivialen Vergleich mit dem Kürbis und der Flasche. Ich sagte, wenn man aus einem Kürbis eine Flasche macht, so kann einer sagen: Das ist ein Kürbis — und der andere kann sagen: Das ist eine Flasche. — So streiten sich die Menschen heute über Freiheit und Notwendigkeit des menschlichen Handelns, und das, was sie vorzubringen wissen, ist in der Regel so viel wert, als wenn der eine steif und fest behauptet, das sei ein Kürbis, und der andere steif und fest behauptet, das sei eine Flasche. Es ist eben ein Kürbis, der eine Flasche geworden ist!

[ 6 ] Allerdings, in unserer Zeit wird über Freiheit und Notwendigkeit so gesprochen, daß in dem Sprechen deutlich erkennbar ist dasjenige, was ich Ihnen das letzte Mal dargelegt habe in dem trivialen Vergleich mit dem Kürbis und der Flasche. Ich sagte, wenn man aus einem Kürbis eine Flasche macht, so kann einer sagen: Das ist ein Kürbis — und der andere kann sagen: Das ist eine Flasche. — So streiten sich die Menschen heute über Freiheit und Notwendigkeit des menschlichen Handelns, und das, was sie vorzubringen wissen, ist in der Regel so viel wert, als wenn der eine steif und fest behauptet, das sei ein Kürbis, und der andere steif und fest behauptet, das sei eine Flasche. Es ist eben ein Kürbis, der eine Flasche geworden ist!

[ 7 ] Dies ist das Wichtige und Wesentliche, daß die Menschen in ihr Bewußtsein wiederum aufnehmen die Kraft des Willens. Sobald man von Weltenwille redet, redet man auch von dem, was real waltet in dem Weltenwillen: von der Weltenliebe. Von ihr allerdings braucht wenig geredet zu werden, denn sie waltet dann, wenn der Wille wirklich vorhanden ist. Und viel bedeutungsvoller ist es, von den einzelnen konkreten Impulsen des Willens, die notwendig sind in unserer Zeit, zu reden, als sich in sentimentalen Allgemeinheiten zu ergehen über Liebe und Liebe und Liebe.

[ 7 ] Dies ist das Wichtige und Wesentliche, daß die Menschen in ihr Bewußtsein wiederum aufnehmen die Kraft des Willens. Sobald man von Weltenwille redet, redet man auch von dem, was real waltet in dem Weltenwillen: von der Weltenliebe. Von ihr allerdings braucht wenig geredet zu werden, denn sie waltet dann, wenn der Wille wirklich vorhanden ist. Und viel bedeutungsvoller ist es, von den einzelnen konkreten Impulsen des Willens, die notwendig sind in unserer Zeit, zu reden, als sich in sentimentalen Allgemeinheiten zu ergehen über Liebe und Liebe und Liebe.

[ 8 ] Aber die Dinge müssen so angeschaut werden, daß im Anschauen wirklicher Mut zur Erkenntnis liegt und auch wirkliche Tatkraft zur Erkenntnis. Denn Erkenntnis der völligen, ganzen Menschennatur ist unserer Zeit notwendig. Und unsere Zeit muß beginnen, die Frage aufzuwerfen als eine Menschenschicksalsfrage: Wie muß sich die Anschauung gegenüber dem Menschenwesen gestalten, wenn man in Frage zieht, daß so, wie wir es in diesen Betrachtungen vor unsere Seele hingeführt haben, die Sphäre der sogenannten Lebendigen und die Sphäre der sogenannten Toten eine ist, daß wir im Grunde genommen unter Lebendigen nur leben mit unserer Sinneswahrnehmung und unserem Intellekt, daß wir aber, insoferne wir fühlende und wollende Wesen sind, in derselben Welt leben, in der die Toten auch leben. Und anschließen muß sich an das, was an inneren Seelenimpulsen bei dieser Erkenntnisfrage mitwirkt, ein wirklicher Wille, das Leben des Menschen konkret zu verstehen, auch wie es verläuft zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn ohne das Verständnis für dieses leiblose Leben des Menschen ist auch ein wirkliches Verständnis nicht möglich für das Dasein des Menschen innerhalb des physischen Leibes, namentlich nicht möglich ein Verständnis für die Aufgabe des Menschen innerhalb des physischen Leibes.

[ 8 ] Aber die Dinge müssen so angeschaut werden, daß im Anschauen wirklicher Mut zur Erkenntnis liegt und auch wirkliche Tatkraft zur Erkenntnis. Denn Erkenntnis der völligen, ganzen Menschennatur ist unserer Zeit notwendig. Und unsere Zeit muß beginnen, die Frage aufzuwerfen als eine Menschenschicksalsfrage: Wie muß sich die Anschauung gegenüber dem Menschenwesen gestalten, wenn man in Frage zieht, daß so, wie wir es in diesen Betrachtungen vor unsere Seele hingeführt haben, die Sphäre der sogenannten Lebendigen und die Sphäre der sogenannten Toten eine ist, daß wir im Grunde genommen unter Lebendigen nur leben mit unserer Sinneswahrnehmung und unserem Intellekt, daß wir aber, insoferne wir fühlende und wollende Wesen sind, in derselben Welt leben, in der die Toten auch leben. Und anschließen muß sich an das, was an inneren Seelenimpulsen bei dieser Erkenntnisfrage mitwirkt, ein wirklicher Wille, das Leben des Menschen konkret zu verstehen, auch wie es verläuft zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn ohne das Verständnis für dieses leiblose Leben des Menschen ist auch ein wirkliches Verständnis nicht möglich für das Dasein des Menschen innerhalb des physischen Leibes, namentlich nicht möglich ein Verständnis für die Aufgabe des Menschen innerhalb des physischen Leibes.

[ 9 ] Gewissermaßen abstrakt gesprochen: Es ist der gegenwärtigen Menschheit notwendig, die inneren Impulse des Zeitgeistes, jenes Zeitgeistes, der im engeren Sinne seit dem Jahre 1879 waltet, im weiteren Sinne schon waltet seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, wirklich in sich aufzunehmen, mit den Impulsen dieses Zeitgeistes sich bekanntzumachen. Davon haben viele Menschen — wenigstens von dem, was eigentlich mit dem eben ausgesprochenen Worte gemeint ist —, haben die meisten Menschen der Gegenwart kaum die allerspärlichste Ahnung. Ich habe es oft in diesen Betrachtungen gesagt: Das, was unserer Jugend — unserer jüngeren Jugend und unserer älteren Jugend — als sogenannte Geschichte mitgeteilt wird, ist zumeist auf der einen Seite Fable convenue, auf der andern Seite vielfach wertloses Zeug. Soll wirkliche Geschichte entstehen, dann muß erst durchschaut werden das, was die Impulse der letzten Jahrhunderte waren und was in diesen Impulsen sich gerade in unserem Zeitalter ändern muß. Man hat heute kaum eine Ahnung davon, welcher gewaltige Umschwung im menschlichen Denken und Fühlen eingetreten ist mit dem Beginne des fünften nachatlantischen Zeitraums, mit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Das unsinnigste Wort in bezug auf die Entwickelung gilt ja vielen Leuten heute als ein Geleitwort. Dieses unsinnige Wort ist: Die Natur macht keine Sprünge. — So wie die Natur ihren gewaltigen Sprung macht von dem grünen Laubblatt zu dem farbigen Blumenblatt, so macht die Natur ihre Sprünge überall. Und es ist nicht ein allgemeiner Übergang gewesen aus dem vierten nachatlantischen Zeitraum zu der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, zu dem fünften nachatlantischen Zeitraum, angefangen von der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sondern es ist ein gewaltiger Umschwung dagewesen. Orientieren kann man sich nur, wenn man wenigstens einigermaßen vergleichen kann das, was die paar Jahrhunderte des fünften nachatlantischen Zeitraums bisher gebracht haben, mit dem, was vorangegangen ist; denn beide Dinge sind voneinander grundverschieden. Von einem gewissen Gesichtspunkte aus möchte ich Ihren Geistesblick heute auf diese Angelegenheit lenken.

[ 9 ] Gewissermaßen abstrakt gesprochen: Es ist der gegenwärtigen Menschheit notwendig, die inneren Impulse des Zeitgeistes, jenes Zeitgeistes, der im engeren Sinne seit dem Jahre 1879 waltet, im weiteren Sinne schon waltet seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, wirklich in sich aufzunehmen, mit den Impulsen dieses Zeitgeistes sich bekanntzumachen. Davon haben viele Menschen — wenigstens von dem, was eigentlich mit dem eben ausgesprochenen Worte gemeint ist —, haben die meisten Menschen der Gegenwart kaum die allerspärlichste Ahnung. Ich habe es oft in diesen Betrachtungen gesagt: Das, was unserer Jugend — unserer jüngeren Jugend und unserer älteren Jugend — als sogenannte Geschichte mitgeteilt wird, ist zumeist auf der einen Seite Fable convenue, auf der andern Seite vielfach wertloses Zeug. Soll wirkliche Geschichte entstehen, dann muß erst durchschaut werden das, was die Impulse der letzten Jahrhunderte waren und was in diesen Impulsen sich gerade in unserem Zeitalter ändern muß. Man hat heute kaum eine Ahnung davon, welcher gewaltige Umschwung im menschlichen Denken und Fühlen eingetreten ist mit dem Beginne des fünften nachatlantischen Zeitraums, mit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Das unsinnigste Wort in bezug auf die Entwickelung gilt ja vielen Leuten heute als ein Geleitwort. Dieses unsinnige Wort ist: Die Natur macht keine Sprünge. — So wie die Natur ihren gewaltigen Sprung macht von dem grünen Laubblatt zu dem farbigen Blumenblatt, so macht die Natur ihre Sprünge überall. Und es ist nicht ein allgemeiner Übergang gewesen aus dem vierten nachatlantischen Zeitraum zu der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, zu dem fünften nachatlantischen Zeitraum, angefangen von der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sondern es ist ein gewaltiger Umschwung dagewesen. Orientieren kann man sich nur, wenn man wenigstens einigermaßen vergleichen kann das, was die paar Jahrhunderte des fünften nachatlantischen Zeitraums bisher gebracht haben, mit dem, was vorangegangen ist; denn beide Dinge sind voneinander grundverschieden. Von einem gewissen Gesichtspunkte aus möchte ich Ihren Geistesblick heute auf diese Angelegenheit lenken.

[ 10 ] Hat man sich bekanntgemacht mit dem, was man lernen kann aus dem heutigen Inhalt der Wissenschaft, dem heutigen Inhalt der Menschenbildung — falls man das törichte Wort «Bildung» gebrauchen darf —, hat man sich aus dem heraus heute vorbereitet und nimmt dann Schriften noch aus dem 15. Jahrhundert in die Hand, so versteht man sie gerade dann nicht, wenn man ein besonders gelehrter Kopf der heutigen Zeit ist.

[ 10 ] Hat man sich bekanntgemacht mit dem, was man lernen kann aus dem heutigen Inhalt der Wissenschaft, dem heutigen Inhalt der Menschenbildung — falls man das törichte Wort «Bildung» gebrauchen darf —, hat man sich aus dem heraus heute vorbereitet und nimmt dann Schriften noch aus dem 15. Jahrhundert in die Hand, so versteht man sie gerade dann nicht, wenn man ein besonders gelehrter Kopf der heutigen Zeit ist.

[ 11 ] Nun müssen Sie mich nicht mißverstehen. Ich kann nach allen Voraussetzungen unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft keineswegs dafür sein, daß alte Dinge aufgewärmt werden. Jenes Gerede, das so vielfach durch die Welt heute geht von der Notwendigkeit der Aufwärmung aller möglichen alten Schmöker und aller möglichen alten Anschauungen, das kann nicht etwa auch auf dem Felde unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft getrieben werden, weil diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft aus dem unmittelbaren Geistesleben selbst heraus dasjenige zu schöpfen hat, was sich gerade für die Gegenwart zu offenbaren hat, und weil sich in unserer Zeit für den Empfangenden Bedeutsames offenbart. Aber klarmachen kann man sich manches, wenn man den Blick hinrichtet auf die Art, wie heute gerade ein recht gelehrter Kopf sich verhalten kann zu den Dingen, die als Weisheitsgut erhalten sind — wir brauchen gar nicht weiter zurückzugehen, sagen wir als ins 14., 15. Jahrhundert. Wenn heute ein recht gelehrter Kopf zum Beispiel in die Hand nimmt die Werke des sogenannten Basilius Valentinus, des berühmten Adepten aus dem 15. Jahrhundert, so weiß er gar nichts mit ihnen anzufangen. Was man heute gewöhnlich erfährt, wenn Leute so etwas wie den Basilius Valentinus in die Hand nehmen — es könnten auch andere sein, aber ich führe ihn an, weil er der berühmteste Adept des 15. Jahrhunderts ist —, das ist so, daß sie entweder Unsinn reden, dilettantisches Zeug, indem sie sich vollpfropfen mit dem, was doch nicht verstanden werden kann, aber an das Unverstandene glauben, oder aber daß sie als gelehrte Knöpfe allerlei Unsinn reden, impotentes Zeug reden über das, was ihnen aus Basilius Valentinus entgegenströmt.

[ 11 ] Nun müssen Sie mich nicht mißverstehen. Ich kann nach allen Voraussetzungen unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft keineswegs dafür sein, daß alte Dinge aufgewärmt werden. Jenes Gerede, das so vielfach durch die Welt heute geht von der Notwendigkeit der Aufwärmung aller möglichen alten Schmöker und aller möglichen alten Anschauungen, das kann nicht etwa auch auf dem Felde unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft getrieben werden, weil diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft aus dem unmittelbaren Geistesleben selbst heraus dasjenige zu schöpfen hat, was sich gerade für die Gegenwart zu offenbaren hat, und weil sich in unserer Zeit für den Empfangenden Bedeutsames offenbart. Aber klarmachen kann man sich manches, wenn man den Blick hinrichtet auf die Art, wie heute gerade ein recht gelehrter Kopf sich verhalten kann zu den Dingen, die als Weisheitsgut erhalten sind — wir brauchen gar nicht weiter zurückzugehen, sagen wir als ins 14., 15. Jahrhundert. Wenn heute ein recht gelehrter Kopf zum Beispiel in die Hand nimmt die Werke des sogenannten Basilius Valentinus, des berühmten Adepten aus dem 15. Jahrhundert, so weiß er gar nichts mit ihnen anzufangen. Was man heute gewöhnlich erfährt, wenn Leute so etwas wie den Basilius Valentinus in die Hand nehmen — es könnten auch andere sein, aber ich führe ihn an, weil er der berühmteste Adept des 15. Jahrhunderts ist —, das ist so, daß sie entweder Unsinn reden, dilettantisches Zeug, indem sie sich vollpfropfen mit dem, was doch nicht verstanden werden kann, aber an das Unverstandene glauben, oder aber daß sie als gelehrte Knöpfe allerlei Unsinn reden, impotentes Zeug reden über das, was ihnen aus Basilius Valentinus entgegenströmt.

[ 12 ] Liest man mit Kennerblick, mit wirklichem spirituellem Kennerblick so etwas wie den Basilius Valentinus, dann kommt man sehr bald darauf, daß in diesem Basilius Valentinus eine Weisheit enthalten ist, die allerdings unbrauchbar ist für die Menschen der Gegenwart, welche eben die landläufigen Interessen der Gegenwart haben, daß aber in diesem Basilius Valentinus um so mehr Weisheit von der Art ist, wie sie auftritt, wenn man sich in Verbindung bringen kann mit den Seelen, welche ihr Dasein haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Man kann sagen, was den Menschen gegenwärtig unnötig erscheint, diese Weisheit, wie sie in Basilius Valentinus steht, die haben um so mehr diejenigen Menschen nötig, welche zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben. Auch diese brauchen nicht den Basilius Valentinus zu studieren, denn wir haben in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft etwas, was die Sprache spricht, die gemeinsam für die sogenannten Lebenden und für die sogenannten Toten ist. Es genügt das, was die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gibt, um in der uns bekannten Weise auch mit den Toten zu reden. Aber gewissermaßen als eine historische Tatsache führe ich es an, daß die Art, wie der Tote aufnimmt das, was Weltenwissen ist, eine gewisse Verwandtschaft hat mit dem, was solche Schriften wie die des Basilius Valentinus bringen. Denn Basilius Valentinus redet von allerlei chemischen Verrichtungen, redet scheinbar von demjenigen, was man mit Metall und andern Stoffen in Retorten und Schmelztiegeln unternimmt. In Wirklichkeit redet er von demjenigen Wissen, das sich die Toten aneignen müssen, wenn sie ihre Verrichtungen pflegen wollen in jenem untersten Reiche, von dem ich gesprochen habe, das also das unterste Reich eben für sie ist, in dem tierischen Reiche. Er redet von dem, was man zu kennen hat von jenen Impulsen, die aus der geistigen Welt heraus kommen, um den Mikrokosmos selbst aus dem Makrokosmos heraus zu begreifen. Dies ist ja die Erkenntnistätigkeit der Seele zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die aber heute nur richtig verrichtet werden kann, wenn sie vorbereitet wird zwischen der Geburt und dem Tode. Das war als ein atavistisches Erbgut, als ein uraltes Weisheitserbe noch bis ins 15. Jahrhundert vorhanden. Und Basilius Valentinus redet von diesem uralten Weisheitserbe, redet von den Geheimnissen, wie der Mensch zusammenhängt mit dem Makrokosmos, redet wirkliche, göttliche Weisheit — in Imaginationen, wie wir heute sagen würden.

[ 12 ] Liest man mit Kennerblick, mit wirklichem spirituellem Kennerblick so etwas wie den Basilius Valentinus, dann kommt man sehr bald darauf, daß in diesem Basilius Valentinus eine Weisheit enthalten ist, die allerdings unbrauchbar ist für die Menschen der Gegenwart, welche eben die landläufigen Interessen der Gegenwart haben, daß aber in diesem Basilius Valentinus um so mehr Weisheit von der Art ist, wie sie auftritt, wenn man sich in Verbindung bringen kann mit den Seelen, welche ihr Dasein haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Man kann sagen, was den Menschen gegenwärtig unnötig erscheint, diese Weisheit, wie sie in Basilius Valentinus steht, die haben um so mehr diejenigen Menschen nötig, welche zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben. Auch diese brauchen nicht den Basilius Valentinus zu studieren, denn wir haben in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft etwas, was die Sprache spricht, die gemeinsam für die sogenannten Lebenden und für die sogenannten Toten ist. Es genügt das, was die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gibt, um in der uns bekannten Weise auch mit den Toten zu reden. Aber gewissermaßen als eine historische Tatsache führe ich es an, daß die Art, wie der Tote aufnimmt das, was Weltenwissen ist, eine gewisse Verwandtschaft hat mit dem, was solche Schriften wie die des Basilius Valentinus bringen. Denn Basilius Valentinus redet von allerlei chemischen Verrichtungen, redet scheinbar von demjenigen, was man mit Metall und andern Stoffen in Retorten und Schmelztiegeln unternimmt. In Wirklichkeit redet er von demjenigen Wissen, das sich die Toten aneignen müssen, wenn sie ihre Verrichtungen pflegen wollen in jenem untersten Reiche, von dem ich gesprochen habe, das also das unterste Reich eben für sie ist, in dem tierischen Reiche. Er redet von dem, was man zu kennen hat von jenen Impulsen, die aus der geistigen Welt heraus kommen, um den Mikrokosmos selbst aus dem Makrokosmos heraus zu begreifen. Dies ist ja die Erkenntnistätigkeit der Seele zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die aber heute nur richtig verrichtet werden kann, wenn sie vorbereitet wird zwischen der Geburt und dem Tode. Das war als ein atavistisches Erbgut, als ein uraltes Weisheitserbe noch bis ins 15. Jahrhundert vorhanden. Und Basilius Valentinus redet von diesem uralten Weisheitserbe, redet von den Geheimnissen, wie der Mensch zusammenhängt mit dem Makrokosmos, redet wirkliche, göttliche Weisheit — in Imaginationen, wie wir heute sagen würden.

[ 13 ] Diese Art sich zu dem Kosmos zu verhalten im Erkennen, ist im Laufe der letzten Jahrhunderte verschwunden. Sie muß wieder erworben werden — auf eine geistigere Weise, als sie vor dem 15. Jahrhundert vorhanden war, muß sie wiederum erworben werden. Denn sie muß geübt werden sowohl in der Wissenschaft wie auch in dem sozialpolitischen Leben. Ein Heil ist der Menschheit nur möglich, wenn solche Ziele verfolgt werden. Und das muß erkannt werden, daß der Menschheit ein Heil nur unter dem Einfluß solcher Ziele möglich ist.

[ 13 ] Diese Art sich zu dem Kosmos zu verhalten im Erkennen, ist im Laufe der letzten Jahrhunderte verschwunden. Sie muß wieder erworben werden — auf eine geistigere Weise, als sie vor dem 15. Jahrhundert vorhanden war, muß sie wiederum erworben werden. Denn sie muß geübt werden sowohl in der Wissenschaft wie auch in dem sozialpolitischen Leben. Ein Heil ist der Menschheit nur möglich, wenn solche Ziele verfolgt werden. Und das muß erkannt werden, daß der Menschheit ein Heil nur unter dem Einfluß solcher Ziele möglich ist.

[ 14 ] Ein gewissermaßen Uroffenbarung zu nennendes, uraltes Erbgut ging durch die Jahrhunderte herunter. Im materialistischen fünften nachatlantischen Zeitalter verlor sie sich. Erworben muß sie wiederum in neuer Weise werden. Erworben kann sie nur werden, wenn der Mensch sie erwirbt, wie wir oft und oft auseinandergesetzt haben, indem er sich durchdringt, aber tätig, willentlich durchdringt mit dem Paulinischen «Nicht ich, sondern der Christus in mir», wenn er aufruft diejenigen Kräfte, die ausgehen von dem Mysterium von Golgatha, um nach der Aufnahme der Mysterienkräfte von Golgatha in seine eigene Seele, mit diesen Kräften nunmehr im Weltenall zu forschen. Und so nur können wir uns zusammenfinden mit den Toten, die unter uns walten. Sonst werden wir getrennt sein von ihnen, aus dem einfachen Grunde, weil nimmermehr derjenige Plan der Welt, den wir nur begreifen mit der Vorstellung und der Sinnesempfindung, uns mit den Toten in irgendeine Beziehung bringen kann.

[ 14 ] Ein gewissermaßen Uroffenbarung zu nennendes, uraltes Erbgut ging durch die Jahrhunderte herunter. Im materialistischen fünften nachatlantischen Zeitalter verlor sie sich. Erworben muß sie wiederum in neuer Weise werden. Erworben kann sie nur werden, wenn der Mensch sie erwirbt, wie wir oft und oft auseinandergesetzt haben, indem er sich durchdringt, aber tätig, willentlich durchdringt mit dem Paulinischen «Nicht ich, sondern der Christus in mir», wenn er aufruft diejenigen Kräfte, die ausgehen von dem Mysterium von Golgatha, um nach der Aufnahme der Mysterienkräfte von Golgatha in seine eigene Seele, mit diesen Kräften nunmehr im Weltenall zu forschen. Und so nur können wir uns zusammenfinden mit den Toten, die unter uns walten. Sonst werden wir getrennt sein von ihnen, aus dem einfachen Grunde, weil nimmermehr derjenige Plan der Welt, den wir nur begreifen mit der Vorstellung und der Sinnesempfindung, uns mit den Toten in irgendeine Beziehung bringen kann.

[ 15 ] Aber wie gesagt, gerade der gelehrte Kopf der Gegenwart, wie steht er vor dieser alten Weisheit? So etwa, wie jener Gelehrte, der die Worte gesprochen hat: «Die letzte und wichtigste Operation» von Basilius Valentinus «ist die zehn Monate hindurch allmählich gesteigerte Erhitzung des philosophischen Quecksilbers und Goldes im «philosophischen Ofen», wodurch der «schwarze Rabe den «Pfaw und dieser den weißen Schwan» gebärt, der wieder den «Vogel Phönix mit seinen Jungem erzeugt. Dieser aber (eine rote Substanz) ist der Stein der Weisen, der sich bis zur Unendlichkeit vermehren kann. Man vermag leider nicht» — sagt der moderne wissenschaftliche Kopf —, «man vermag leider nicht zu begreifen, wie jemand, und wäre es der geschickteste und begeistertste Adept (so wurden die Männer genannt, die das Geheimnis des Steines der Weisen besaßen) solchen Vorschriften folgen könnte.»

[ 15 ] Aber wie gesagt, gerade der gelehrte Kopf der Gegenwart, wie steht er vor dieser alten Weisheit? So etwa, wie jener Gelehrte, der die Worte gesprochen hat: «Die letzte und wichtigste Operation» von Basilius Valentinus «ist die zehn Monate hindurch allmählich gesteigerte Erhitzung des philosophischen Quecksilbers und Goldes im «philosophischen Ofen», wodurch der «schwarze Rabe den «Pfaw und dieser den weißen Schwan» gebärt, der wieder den «Vogel Phönix mit seinen Jungem erzeugt. Dieser aber (eine rote Substanz) ist der Stein der Weisen, der sich bis zur Unendlichkeit vermehren kann. Man vermag leider nicht» — sagt der moderne wissenschaftliche Kopf —, «man vermag leider nicht zu begreifen, wie jemand, und wäre es der geschickteste und begeistertste Adept (so wurden die Männer genannt, die das Geheimnis des Steines der Weisen besaßen) solchen Vorschriften folgen könnte.»

[ 16 ] So Theodor Svedberg in Uppsala, der ein Buch über diese Dinge von dem wissenschaftlichen Standpunkt der Gegenwart geschrieben hat und der in dieser Beziehung nur der Repräsentant all der gelehrten Köpfe ist, die eben sagen müssen: Man vermag leider nicht zu begreifen. — Es ist noch das beste, wenn sie das sagen: Man vermag leider nicht zu begreifen. — Für sie alle hat Basilius Valentinus schon die nötigen abfertigenden Worte selbst hingeschrieben, indem er in seinen «Zwölf Schlüsseln zum Weltenall und dessen Verständnis» schreibt: «Verstehest du jetzt», was ich rede, so hast du mit dem Schlüssel das erste Schloß eröffnet und den Riegel des Anlaufs zurückgetrieben. Kannst du aber noch kein Licht drinnen ergründen, so wird dich auch kein gläsern Gesichte befördern, noch natürliche Augen vermögen zu helfen, das Letzte zu finden, das du im Anfange gemangelt hast. Dann will ich nicht ferner reden von diesem Schlüssel, wie mich Lucius Papirius gelehret hat.»

[ 16 ] So Theodor Svedberg in Uppsala, der ein Buch über diese Dinge von dem wissenschaftlichen Standpunkt der Gegenwart geschrieben hat und der in dieser Beziehung nur der Repräsentant all der gelehrten Köpfe ist, die eben sagen müssen: Man vermag leider nicht zu begreifen. — Es ist noch das beste, wenn sie das sagen: Man vermag leider nicht zu begreifen. — Für sie alle hat Basilius Valentinus schon die nötigen abfertigenden Worte selbst hingeschrieben, indem er in seinen «Zwölf Schlüsseln zum Weltenall und dessen Verständnis» schreibt: «Verstehest du jetzt», was ich rede, so hast du mit dem Schlüssel das erste Schloß eröffnet und den Riegel des Anlaufs zurückgetrieben. Kannst du aber noch kein Licht drinnen ergründen, so wird dich auch kein gläsern Gesichte befördern, noch natürliche Augen vermögen zu helfen, das Letzte zu finden, das du im Anfange gemangelt hast. Dann will ich nicht ferner reden von diesem Schlüssel, wie mich Lucius Papirius gelehret hat.»

[ 17 ] So spricht Basilius Valentinus schon zu all den Nachfahren, die dem alten Weisheitsgut gegenüber höchstens die Worte haben: Man vermag leider nicht zu begreifen. — Aber diese Menschen der Gegenwart haben ja auch etwas anderes zu tun, als das Geistige zu begreifen! Diese Menschen der Gegenwart müssen sich mit allerlei andern Dingen befassen; und wenn vom Geiste irgendwie die Rede ist, so müssen sie sich vor allen Dingen damit befassen, dieses Reden vom Geiste zu verleumden. Und ungeheuer viel Zeit wird heute aufgebraucht dazu, das Reden vom Geiste zu verleumden.

[ 17 ] So spricht Basilius Valentinus schon zu all den Nachfahren, die dem alten Weisheitsgut gegenüber höchstens die Worte haben: Man vermag leider nicht zu begreifen. — Aber diese Menschen der Gegenwart haben ja auch etwas anderes zu tun, als das Geistige zu begreifen! Diese Menschen der Gegenwart müssen sich mit allerlei andern Dingen befassen; und wenn vom Geiste irgendwie die Rede ist, so müssen sie sich vor allen Dingen damit befassen, dieses Reden vom Geiste zu verleumden. Und ungeheuer viel Zeit wird heute aufgebraucht dazu, das Reden vom Geiste zu verleumden.

[ 18 ] Zu dem Berliner Unsinn des Max Dessoir kann noch hinzugefügt werden — ich habe das Geschreibsel noch nicht selbst lesen können, aber es ist mir einiges erzählt worden — das holländische Konterfei des Philosophen Bolland, der sich ja einige Verdienste für die philosophische Entwickelung dadurch erworben hat, daß er durch sein Nachreden Hartmannscher und Hegelscher Brocken die philosophische Jugend Hollands in Begeisterung versetzt hat, aber auch, wie es scheint, nicht umhin konnte, in der letzten Zeit seine philosophische Unproduktivität dazu zu verwenden, unsere Geisteswissenschaft durch allerlei unwahres Zeug zu verleumden.

[ 18 ] Zu dem Berliner Unsinn des Max Dessoir kann noch hinzugefügt werden — ich habe das Geschreibsel noch nicht selbst lesen können, aber es ist mir einiges erzählt worden — das holländische Konterfei des Philosophen Bolland, der sich ja einige Verdienste für die philosophische Entwickelung dadurch erworben hat, daß er durch sein Nachreden Hartmannscher und Hegelscher Brocken die philosophische Jugend Hollands in Begeisterung versetzt hat, aber auch, wie es scheint, nicht umhin konnte, in der letzten Zeit seine philosophische Unproduktivität dazu zu verwenden, unsere Geisteswissenschaft durch allerlei unwahres Zeug zu verleumden.

[ 19 ] Das muß immer wieder und wiederum hervorgehoben werden, denn es gehört schon zum wirklichen Aufnehmen der Geisteswissenschaft in unsere Seele auch die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise, wie die Gegenwart in ihrer geisteswissenschaftlichen Impotenz sich verhält zu dem, was der Menschheit notwendig ist.

[ 19 ] Das muß immer wieder und wiederum hervorgehoben werden, denn es gehört schon zum wirklichen Aufnehmen der Geisteswissenschaft in unsere Seele auch die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise, wie die Gegenwart in ihrer geisteswissenschaftlichen Impotenz sich verhält zu dem, was der Menschheit notwendig ist.

[ 20 ] Diese gegenwärtige Wissenschaft — ich spreche da nicht von der äußeren Wissenschaft, die ich, wie Sie wissen, voll anerkenne, wenn ich auch nicht jedem Naturforscher nachlaufe —, aber das, was vielfach sich Philosophie und dergleichen nennt, ist in der Gegenwart nicht viel mehr als abstraktes Gerede, welches in der völligen Verwirrung über die Begriffe von Kürbis und Flasche geführt wird. Leider geschieht es bei uns auch noch viel zu häufig, daß wir immer wieder und wieder auf das unsinnige Gerede namentlich der gegenwärtigen Philosophen hineinfallen und sogar zuweilen froh sind, wenn da oder dort irgendein philosophischer Knopf dies oder jenes, sagen wir, nicht zu tadeln findet an dem, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft will. Als ob das nicht, wenn er es nicht zu tadeln findet, mindestens seine Pflicht und Schuldigkeit wäre! Wir brauchen uns gar nicht zu freuen, so wie es viele unter uns tun, wenn von dieser oder jener Seite einmal auch ein lobendes Wörtchen abfällt. Auch diese lobenden Wörtchen sind ja zumeist nicht gerade von einem großen Verständnisse getragen. Aber wir müssen uns gefaßt machen darauf, daß solche Verleumder von der Sorte Dessoirs oder Bollands immer wieder und wieder auftreten werden, und daß sie sich in der nächsten Zeit gar sich vermehren werden. Denn sie müssen sich doch mit etwas beschäftigen, diese Leute! Und da sie viel zu bequem sind, einzugehen auf das, was aus der geistigen Welt zum Heile der Menschheit im gegenwärtigen Zeitalter geholt werden muß, so müssen sie sich damit beschäftigen, das, was geholt wird, zu verleumden.

[ 20 ] Diese gegenwärtige Wissenschaft — ich spreche da nicht von der äußeren Wissenschaft, die ich, wie Sie wissen, voll anerkenne, wenn ich auch nicht jedem Naturforscher nachlaufe —, aber das, was vielfach sich Philosophie und dergleichen nennt, ist in der Gegenwart nicht viel mehr als abstraktes Gerede, welches in der völligen Verwirrung über die Begriffe von Kürbis und Flasche geführt wird. Leider geschieht es bei uns auch noch viel zu häufig, daß wir immer wieder und wieder auf das unsinnige Gerede namentlich der gegenwärtigen Philosophen hineinfallen und sogar zuweilen froh sind, wenn da oder dort irgendein philosophischer Knopf dies oder jenes, sagen wir, nicht zu tadeln findet an dem, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft will. Als ob das nicht, wenn er es nicht zu tadeln findet, mindestens seine Pflicht und Schuldigkeit wäre! Wir brauchen uns gar nicht zu freuen, so wie es viele unter uns tun, wenn von dieser oder jener Seite einmal auch ein lobendes Wörtchen abfällt. Auch diese lobenden Wörtchen sind ja zumeist nicht gerade von einem großen Verständnisse getragen. Aber wir müssen uns gefaßt machen darauf, daß solche Verleumder von der Sorte Dessoirs oder Bollands immer wieder und wieder auftreten werden, und daß sie sich in der nächsten Zeit gar sich vermehren werden. Denn sie müssen sich doch mit etwas beschäftigen, diese Leute! Und da sie viel zu bequem sind, einzugehen auf das, was aus der geistigen Welt zum Heile der Menschheit im gegenwärtigen Zeitalter geholt werden muß, so müssen sie sich damit beschäftigen, das, was geholt wird, zu verleumden.

[ 21 ] Basilius Valentinus, sagte ich, bot noch ein uraltes, atavistisch überkommenes Erbgut, eine Wissenschaft von der Art, wie der Mensch herausgeschaffen wird aus dem kosmischen All, wie sie vor allen Dingen die Wissenschaft der vom Leibe befreiten Seele ist, wie aber auch sein muß die Wissenschaft, die mitwirken will bei allem, was nicht bloß äußere Natur ist. Gefördert kann diese Wissenschaft nur werden, wenn zu dem reinen, und zwar materialistisch orientierten intellektuellen Elemente der Neuzeit die Erkenntnis des Willens aufgenommen wird, des Willens, der, wenn er als Wille wirklich erkannt wird, nur in seiner spirituellen Natur erkannt werden kann, weil er nur spirituell sich äußert in dem gegenwärtigen Entwickelungsstadium der Menschheit. Ein nicht feiges Heraufholen der Lebensimpulse aus der Sphäre des Willens, das ist das, was der Gegenwart so sehr mangelt. Die Gegenwart will vor allen Dingen reden, reden! Das ist gut, aber nur auf Grundlage eines wirklichen Erkennens. Nicht das letztere will die Gegenwart — reden will jeder, reden will jeder, auch auf nichtige Voraussetzungen hin. Und wir haben ja gesehen, daß in diesem Unberücksichtigtlassen des spirituellen Elementes in der Welt gerade das Unglück unseres Zeitalters liegt. Man meint es in der Gegenwart nur dann ehrlich mit der Entwickelung der Menschheit, wenn man sich wirklich einlassen will auf die Ergründung derjenigen Willensimpulse, die notwendig sind, um die Wogen der Menschheitsentwickelung weiterzutreiben.

[ 21 ] Basilius Valentinus, sagte ich, bot noch ein uraltes, atavistisch überkommenes Erbgut, eine Wissenschaft von der Art, wie der Mensch herausgeschaffen wird aus dem kosmischen All, wie sie vor allen Dingen die Wissenschaft der vom Leibe befreiten Seele ist, wie aber auch sein muß die Wissenschaft, die mitwirken will bei allem, was nicht bloß äußere Natur ist. Gefördert kann diese Wissenschaft nur werden, wenn zu dem reinen, und zwar materialistisch orientierten intellektuellen Elemente der Neuzeit die Erkenntnis des Willens aufgenommen wird, des Willens, der, wenn er als Wille wirklich erkannt wird, nur in seiner spirituellen Natur erkannt werden kann, weil er nur spirituell sich äußert in dem gegenwärtigen Entwickelungsstadium der Menschheit. Ein nicht feiges Heraufholen der Lebensimpulse aus der Sphäre des Willens, das ist das, was der Gegenwart so sehr mangelt. Die Gegenwart will vor allen Dingen reden, reden! Das ist gut, aber nur auf Grundlage eines wirklichen Erkennens. Nicht das letztere will die Gegenwart — reden will jeder, reden will jeder, auch auf nichtige Voraussetzungen hin. Und wir haben ja gesehen, daß in diesem Unberücksichtigtlassen des spirituellen Elementes in der Welt gerade das Unglück unseres Zeitalters liegt. Man meint es in der Gegenwart nur dann ehrlich mit der Entwickelung der Menschheit, wenn man sich wirklich einlassen will auf die Ergründung derjenigen Willensimpulse, die notwendig sind, um die Wogen der Menschheitsentwickelung weiterzutreiben.

[ 22 ] Selbstverständlich müssen diese Dinge nicht persönlich genommen werden. An diesem oder jenem Platz des Lebens kann selbstverständlich jeder sagen: Ja, was soll ich tun? — Ganz gewiß, das kann auch niemals die Anforderung sein, daß wir heute begreifen, was wir tun sollen, um morgen irgendwie die ersten Schritte zu tun, um irgend etwas Weltepochemachendes zu unternehmen. Was wir zu unternehmen haben, wird uns das Karma schon bringen. Was wir aber zu tun haben, das ist: die Augen — ich meine die Augen der Seele — aufzumachen, um wirklich zu erkennen, um wirklich die Zeit zu durchschauen. Das, was wir zu tun haben, ist: diese Zeit nicht zu verschlafen, sondern hineinzuschauen in das, was geschieht! Was der Materialismus des fünften nachatlantischen Zeitraumes den Menschen genommen hat, notwendig nehmen mußte, weil sich die Menschen zunächst rein persönlich orientieren mußten, das sind umfassende Ideen, wie sie gerade die Ausflüsse des Zeitgeistes sind, das sind umfassende Ideen, die wir gemeinsam haben können mit den sogenannten Toten. Das intellektualistische Zeug, das in unserer Zeit so groß geworden ist, hat nicht nur die Menschenseelen ergriffen, das hat deshalb auch ergriffen die soziale und geschichtliche Entwickelung des Zeitalters selbst. Der Mensch hat vor der Notwendigkeit der Geschichte — mit einem gewissen Recht, denn an diesen Dingen soll nicht Kritik geübt werden, sondern sie sollen charakterisiert werden —, der Mensch hat mit einem gewissen Recht manches von dem, was er früher aus seiner Menschheitsinitiative heraus, ich meine auch aus der organischen Menschheitsinitiative heraus verrichtet hat, an die Maschine abgegeben. Das materialistische Zeitalter ist ja zu gleicher Zeit das Maschinenzeitalter. Und dieses Maschinenzeitalter formt mit den Maschinen nicht nur dasjenige, was es zum gewöhnlichen Leben braucht, sondern der Krieg selbst ist zur Pflege einer großen Maschinerie geworden. Es konnte nicht anders kommen, denn die Menschheit hat im Laufe der letzten Jahrhunderte nicht nur eine gewisse Menschheitsschicht ausgebildet, sondern innerhalb dieser Menschheitsschicht auch Anschauungen kultiviert, die vor allen Dingen darauf bedacht sind, nur das als wissenschaftlich gelten zu lassen, was sich realisieren kann innerhalb der äußeren sozialen Ordnung im Werden von Maschinen: entweder im Werden von mechanischen Maschinen — wenn ich diese Tautologie, den Pleonasmus gebrauchen darf — oder aber im Werden von sozialen Maschinen. Denn eine große Maschinerie ist zum Beispiel bis vor dem Kriege die Finanzgebarung gewesen, die internationale Finanzgebarung der Welt. Alles ist maschinenmäßig gewesen. An das Maschinenmäßige hat der Mensch viel abgegeben. Zurückbehalten wollte eine gewisse Schicht der Menschheit von diesem Maschinenmäßigen im Grunde genommen nur das, was die trivialeLebensnotwendigkeit vergnüglich macht. Man könnte sagen: Im Winter schuften, im Sommer ins Bad gehen und nur so viel denken, als notwendig ist, damit die Weltenmaschinerie für einen schuftet, das wurde Signatur des Zeitalters.

[ 22 ] Selbstverständlich müssen diese Dinge nicht persönlich genommen werden. An diesem oder jenem Platz des Lebens kann selbstverständlich jeder sagen: Ja, was soll ich tun? — Ganz gewiß, das kann auch niemals die Anforderung sein, daß wir heute begreifen, was wir tun sollen, um morgen irgendwie die ersten Schritte zu tun, um irgend etwas Weltepochemachendes zu unternehmen. Was wir zu unternehmen haben, wird uns das Karma schon bringen. Was wir aber zu tun haben, das ist: die Augen — ich meine die Augen der Seele — aufzumachen, um wirklich zu erkennen, um wirklich die Zeit zu durchschauen. Das, was wir zu tun haben, ist: diese Zeit nicht zu verschlafen, sondern hineinzuschauen in das, was geschieht! Was der Materialismus des fünften nachatlantischen Zeitraumes den Menschen genommen hat, notwendig nehmen mußte, weil sich die Menschen zunächst rein persönlich orientieren mußten, das sind umfassende Ideen, wie sie gerade die Ausflüsse des Zeitgeistes sind, das sind umfassende Ideen, die wir gemeinsam haben können mit den sogenannten Toten. Das intellektualistische Zeug, das in unserer Zeit so groß geworden ist, hat nicht nur die Menschenseelen ergriffen, das hat deshalb auch ergriffen die soziale und geschichtliche Entwickelung des Zeitalters selbst. Der Mensch hat vor der Notwendigkeit der Geschichte — mit einem gewissen Recht, denn an diesen Dingen soll nicht Kritik geübt werden, sondern sie sollen charakterisiert werden —, der Mensch hat mit einem gewissen Recht manches von dem, was er früher aus seiner Menschheitsinitiative heraus, ich meine auch aus der organischen Menschheitsinitiative heraus verrichtet hat, an die Maschine abgegeben. Das materialistische Zeitalter ist ja zu gleicher Zeit das Maschinenzeitalter. Und dieses Maschinenzeitalter formt mit den Maschinen nicht nur dasjenige, was es zum gewöhnlichen Leben braucht, sondern der Krieg selbst ist zur Pflege einer großen Maschinerie geworden. Es konnte nicht anders kommen, denn die Menschheit hat im Laufe der letzten Jahrhunderte nicht nur eine gewisse Menschheitsschicht ausgebildet, sondern innerhalb dieser Menschheitsschicht auch Anschauungen kultiviert, die vor allen Dingen darauf bedacht sind, nur das als wissenschaftlich gelten zu lassen, was sich realisieren kann innerhalb der äußeren sozialen Ordnung im Werden von Maschinen: entweder im Werden von mechanischen Maschinen — wenn ich diese Tautologie, den Pleonasmus gebrauchen darf — oder aber im Werden von sozialen Maschinen. Denn eine große Maschinerie ist zum Beispiel bis vor dem Kriege die Finanzgebarung gewesen, die internationale Finanzgebarung der Welt. Alles ist maschinenmäßig gewesen. An das Maschinenmäßige hat der Mensch viel abgegeben. Zurückbehalten wollte eine gewisse Schicht der Menschheit von diesem Maschinenmäßigen im Grunde genommen nur das, was die trivialeLebensnotwendigkeit vergnüglich macht. Man könnte sagen: Im Winter schuften, im Sommer ins Bad gehen und nur so viel denken, als notwendig ist, damit die Weltenmaschinerie für einen schuftet, das wurde Signatur des Zeitalters.

[ 23 ] Nicht als ob das hätte unterbleiben können. Diese Weltenmaschinerie mußte heraufkommen, das ist ganz selbstverständlich. An dem Geschehenen Kritik zu üben, ist ein Dilettantismus, an dem sich Geisteswissenschaft nicht beteiligen kann. Aber durchschaut, und in der Eigenart, die es hat, erkannt werden muß die Sache, denn nur dann wird man demgegenüber die richtigen Willensimpulse entwickeln können.

[ 23 ] Nicht als ob das hätte unterbleiben können. Diese Weltenmaschinerie mußte heraufkommen, das ist ganz selbstverständlich. An dem Geschehenen Kritik zu üben, ist ein Dilettantismus, an dem sich Geisteswissenschaft nicht beteiligen kann. Aber durchschaut, und in der Eigenart, die es hat, erkannt werden muß die Sache, denn nur dann wird man demgegenüber die richtigen Willensimpulse entwickeln können.

[ 24 ] Immer wiederum sind die Menschen gekommen, welche die angemessenen Ideen schon ausgesprochen haben für dieses Zeitalter. Aber diese Aussprecher der angemessenen Ideen wurden gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im Beginne des 20. Jahrhunderts eigentlich als unmögliche menschliche Persönlichkeiten betrachtet. Über solche Köpfe, die klar sahen, wie die soziale Struktur der Menschheit über die Erde hin sein muß unter dem Einfluß des Maschinenzeitalters, über solche Köpfe wie Bright oder Cobden ist die nachfolgende Menschheit zur Tagesordnung übergegangen — diese nachfolgende Menschheit, die allerdings etwas Geisteskraft hätte aufwenden müssen, um gerade das Angemessene der Brightschen und Cobdenschen Ideen für das Maschinenzeitalter herauszufinden! Aber den Willen in den Intellekt hineinzudrängen, um die Wirklichkeit zu durchschauen, das ist eben eine Kraftanstrengung, vor der die Menschen der Gegenwart zurückschrecken. Sie wollen nicht ihre Gedanken von Willen durchtränken. Sie wollen ihre Gedanken sentimental hinzielen lassen über dasjenige, was ihnen, wie sie sagen, wohlig ums Herz macht, wenn sie sich erheben wollen. Und unter dem Einflusse eines solchen willensentblößten Denkens, dem es aber so warm und wohl wird beim Schwätzen in Sentimentalitäten, gewöhnt man sich daran, auch die wichtigsten Fragen mit einem willenlosen, feigen Denken zu ergreifen. Man gewöhnt sich vor allen Dingen daran, von der weltgeschichtlichen Entwickelung nichts zu lernen. Ist denn die Menschheit gegenwärtig bereit zu lernen? Auch das soll nicht als eine Kritik ausgesprochen werden, sondern nur als eine Charakteristik.

[ 24 ] Immer wiederum sind die Menschen gekommen, welche die angemessenen Ideen schon ausgesprochen haben für dieses Zeitalter. Aber diese Aussprecher der angemessenen Ideen wurden gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im Beginne des 20. Jahrhunderts eigentlich als unmögliche menschliche Persönlichkeiten betrachtet. Über solche Köpfe, die klar sahen, wie die soziale Struktur der Menschheit über die Erde hin sein muß unter dem Einfluß des Maschinenzeitalters, über solche Köpfe wie Bright oder Cobden ist die nachfolgende Menschheit zur Tagesordnung übergegangen — diese nachfolgende Menschheit, die allerdings etwas Geisteskraft hätte aufwenden müssen, um gerade das Angemessene der Brightschen und Cobdenschen Ideen für das Maschinenzeitalter herauszufinden! Aber den Willen in den Intellekt hineinzudrängen, um die Wirklichkeit zu durchschauen, das ist eben eine Kraftanstrengung, vor der die Menschen der Gegenwart zurückschrecken. Sie wollen nicht ihre Gedanken von Willen durchtränken. Sie wollen ihre Gedanken sentimental hinzielen lassen über dasjenige, was ihnen, wie sie sagen, wohlig ums Herz macht, wenn sie sich erheben wollen. Und unter dem Einflusse eines solchen willensentblößten Denkens, dem es aber so warm und wohl wird beim Schwätzen in Sentimentalitäten, gewöhnt man sich daran, auch die wichtigsten Fragen mit einem willenlosen, feigen Denken zu ergreifen. Man gewöhnt sich vor allen Dingen daran, von der weltgeschichtlichen Entwickelung nichts zu lernen. Ist denn die Menschheit gegenwärtig bereit zu lernen? Auch das soll nicht als eine Kritik ausgesprochen werden, sondern nur als eine Charakteristik.

[ 25 ] All dasjenige, was ich sage, ist nicht eingegeben von dem Gesichtspunkt der Kritik, sondern ist eingegeben von dem Gesichtspunkt der Anregung des Willens. Klarstellen muß man, wie man in seine Gedanken den Willensimpuls hineinleitet, der zum Heile der Menschheit dienen kann. Leider sind die Menschen der Gegenwart zu wenig geneigt, zu lernen. Sie lassen die Dinge an sich vorübergehen und bereden sie und glauben, mit dem Bereden auch das Willenselement zu meistern. Wieviel ist geschwätzt, wesenlos geschwätzt worden in der Zeit, in der sich die unheilvollen Ursachen dieser Weltenkatastrophe vorbereitet haben! Wieviel ist geschwätzt worden auf die Anregung der Friedensmanifest-Firlefanzereien des Zaren hin! Das konnte geschehen, denn man kann sagen, daß eben erst gelernt werden mußte, daß es sich um Friedensmanifest-Firlefanzereien handelte, und daß all dieses Geschwätz, das daran geknüpft worden ist, Millionen und Millionen Meilen weit entfernt war von der Möglichkeit, Willensimpulse anzuregen in der Menschheit. Aber gelernt sollte werden. Wird gelernt? Nein, es wird vorläufig nicht gelernt — und nicht darum handelt es sich, das Nichtlernen zu bemängeln, sondern darum handelt es sich, dieses Nichtlernen zu durchschauen, damit man lerne. Was ist an die Stelle getreten, an die Stelle des Schwätzens über allerlei Weltenziele in Anknüpfung an die Friedensmanifest-Firlefanzereien des nunmehr abgetanen Zaren? Der andere Unsinn von den Friedensmanifest-Firlefanzereien des Schwätzers Woodrow Wilson! Genau dieselbe Sache anstelle derselben Sache! Das ist zu lernen, daß die Menschheit nicht lernen will. Und in der Erkenntnis von diesem Nichtlernenwollen wird sich anfachen in unserer Seele der heilige Wille zum rechten Wollen, das hervorgehen muß aus dem rechten Durchschauen desjenigen, was wirkt und webt in unserer Zeit.

[ 25 ] All dasjenige, was ich sage, ist nicht eingegeben von dem Gesichtspunkt der Kritik, sondern ist eingegeben von dem Gesichtspunkt der Anregung des Willens. Klarstellen muß man, wie man in seine Gedanken den Willensimpuls hineinleitet, der zum Heile der Menschheit dienen kann. Leider sind die Menschen der Gegenwart zu wenig geneigt, zu lernen. Sie lassen die Dinge an sich vorübergehen und bereden sie und glauben, mit dem Bereden auch das Willenselement zu meistern. Wieviel ist geschwätzt, wesenlos geschwätzt worden in der Zeit, in der sich die unheilvollen Ursachen dieser Weltenkatastrophe vorbereitet haben! Wieviel ist geschwätzt worden auf die Anregung der Friedensmanifest-Firlefanzereien des Zaren hin! Das konnte geschehen, denn man kann sagen, daß eben erst gelernt werden mußte, daß es sich um Friedensmanifest-Firlefanzereien handelte, und daß all dieses Geschwätz, das daran geknüpft worden ist, Millionen und Millionen Meilen weit entfernt war von der Möglichkeit, Willensimpulse anzuregen in der Menschheit. Aber gelernt sollte werden. Wird gelernt? Nein, es wird vorläufig nicht gelernt — und nicht darum handelt es sich, das Nichtlernen zu bemängeln, sondern darum handelt es sich, dieses Nichtlernen zu durchschauen, damit man lerne. Was ist an die Stelle getreten, an die Stelle des Schwätzens über allerlei Weltenziele in Anknüpfung an die Friedensmanifest-Firlefanzereien des nunmehr abgetanen Zaren? Der andere Unsinn von den Friedensmanifest-Firlefanzereien des Schwätzers Woodrow Wilson! Genau dieselbe Sache anstelle derselben Sache! Das ist zu lernen, daß die Menschheit nicht lernen will. Und in der Erkenntnis von diesem Nichtlernenwollen wird sich anfachen in unserer Seele der heilige Wille zum rechten Wollen, das hervorgehen muß aus dem rechten Durchschauen desjenigen, was wirkt und webt in unserer Zeit.

[ 26 ] Ich habe in den öffentlichen Vorträgen gesagt, daß im Grunde genommen das, was sich im Lauf der letzten vier Jahrhunderte im geschichtlichen Traum der Menschheit heraufentwickelt hat, wie ein Weltenprogramm ausgesprochen worden ist im Lauf des 19. Jahrhunderts von solchen Leuten wie Karl Marx und ähnlichen Leuten. Die Impulse sind schon vergangen gewesen, als es ausgesprochen worden ist; aber es war damit das ausgesprochen, was im Grunde genommen die Unterlage war für das geschichtliche Werden der letzten vier Jahrhunderte.

[ 26 ] Ich habe in den öffentlichen Vorträgen gesagt, daß im Grunde genommen das, was sich im Lauf der letzten vier Jahrhunderte im geschichtlichen Traum der Menschheit heraufentwickelt hat, wie ein Weltenprogramm ausgesprochen worden ist im Lauf des 19. Jahrhunderts von solchen Leuten wie Karl Marx und ähnlichen Leuten. Die Impulse sind schon vergangen gewesen, als es ausgesprochen worden ist; aber es war damit das ausgesprochen, was im Grunde genommen die Unterlage war für das geschichtliche Werden der letzten vier Jahrhunderte.

[ 27 ] Wie liegt die Sache? Die Sache liegt heute so, daß die breiteren menschlichen Schichten alles Denken über soziale Zusammenhänge aufgegeben haben. Man überläßt es den Professoren der Nationalökonomie, die ja im Verlauf der letzten Jahrhunderte, namentlich Jahrzehnte genug Unsinn geschwätzt haben. Wirkliches soziales Denken, das hervorzugehen hat aus der Erkenntnis der aus der Geisteswelt kommenden Impulse, ist in den sogenannten führenden Schichten abhanden gekommen. Einzig und allein eine Schicht hat weltgeschichtliche Ideen in der letzten Zeit in die Welt gesetzt: diejenige Schicht, die in okkulter Auffassung Brüder des Schattens sind gegenüber den Brüdern der bürgerlichen Parteien der letzten Jahrhunderte. Weltgeschichtliche Ideen, wenn auch Schattenideen, hat die Sozialdemokratie gebracht, graue Schattenideen von besonders gefährlicher Art, da sie ganz imprägniert sind von dem Geiste der letzten Jahrhunderte. Aber weltgeschichtliche Ideen sind es, die den andern Schichten der Menschheit völlig gemangelt haben. Denn die andern Schichten der Menschheit, sie hätten sie entlehnen müssen aus der geistigen Welt; sie hätten nötig gehabt, nicht im allgemeinen in salbungsvoller Weise ihre religiösen, ihre sozialen, ihre geschichtlichen Ideen zu entwickeln, sondern auf fester Erkenntnisgrundlage das soziale Werden zu durchschauen. Niemand wird das soziale Werden in Wirklichkeit durchschauen, der sich nicht in die Lage versetzen will, dies von Ausgangspunkten zu tun, die diesen unseren Betrachtungen in den letzten Wochen hier zugrunde gelegen haben.

[ 27 ] Wie liegt die Sache? Die Sache liegt heute so, daß die breiteren menschlichen Schichten alles Denken über soziale Zusammenhänge aufgegeben haben. Man überläßt es den Professoren der Nationalökonomie, die ja im Verlauf der letzten Jahrhunderte, namentlich Jahrzehnte genug Unsinn geschwätzt haben. Wirkliches soziales Denken, das hervorzugehen hat aus der Erkenntnis der aus der Geisteswelt kommenden Impulse, ist in den sogenannten führenden Schichten abhanden gekommen. Einzig und allein eine Schicht hat weltgeschichtliche Ideen in der letzten Zeit in die Welt gesetzt: diejenige Schicht, die in okkulter Auffassung Brüder des Schattens sind gegenüber den Brüdern der bürgerlichen Parteien der letzten Jahrhunderte. Weltgeschichtliche Ideen, wenn auch Schattenideen, hat die Sozialdemokratie gebracht, graue Schattenideen von besonders gefährlicher Art, da sie ganz imprägniert sind von dem Geiste der letzten Jahrhunderte. Aber weltgeschichtliche Ideen sind es, die den andern Schichten der Menschheit völlig gemangelt haben. Denn die andern Schichten der Menschheit, sie hätten sie entlehnen müssen aus der geistigen Welt; sie hätten nötig gehabt, nicht im allgemeinen in salbungsvoller Weise ihre religiösen, ihre sozialen, ihre geschichtlichen Ideen zu entwickeln, sondern auf fester Erkenntnisgrundlage das soziale Werden zu durchschauen. Niemand wird das soziale Werden in Wirklichkeit durchschauen, der sich nicht in die Lage versetzen will, dies von Ausgangspunkten zu tun, die diesen unseren Betrachtungen in den letzten Wochen hier zugrunde gelegen haben.

[ 28 ] Dafür spricht das Beste, was die sogenannten Lebenden heute aus der geistigen Welt empfangen können, dafür spricht das Beste, was die Toten uns offenbaren aus ihrem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Dafür spricht jene neue Auffassung des Mysteriums von Golgatha, der wir durch die Vertiefung der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft entgegengehen müssen. Dafür spricht alles das, was wir in dieser ernsten Zeit als ernste Weihnachtsgedanken uns durch die Seele ziehen lassen sollen. Denn zum Heil der Menschheit ist das Wesen in die Erdenentwickelung eingetreten, dessen Geburt im Weihnachtsfeste gefeiert wird, nicht zum behaglichen Zur-Seele-Reden bloß, sondern dazu, daß diese Menschenseele sich durchdringt mit — wenn ich das paradoxe Wort gebrauchen darf — dem Willen zum Willen, dem Willen zum Wollen. Durchdringt dieser Wille zum Wollen die Menschenseelen, dann wird dies den Impuls bedeuten zu einer Sehnsucht nach wirklich neuen Ideen, denn die alten sind abgebraucht. Manchmal können wir nicht einmal die Worte mehr gebrauchen.

[ 28 ] Dafür spricht das Beste, was die sogenannten Lebenden heute aus der geistigen Welt empfangen können, dafür spricht das Beste, was die Toten uns offenbaren aus ihrem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Dafür spricht jene neue Auffassung des Mysteriums von Golgatha, der wir durch die Vertiefung der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft entgegengehen müssen. Dafür spricht alles das, was wir in dieser ernsten Zeit als ernste Weihnachtsgedanken uns durch die Seele ziehen lassen sollen. Denn zum Heil der Menschheit ist das Wesen in die Erdenentwickelung eingetreten, dessen Geburt im Weihnachtsfeste gefeiert wird, nicht zum behaglichen Zur-Seele-Reden bloß, sondern dazu, daß diese Menschenseele sich durchdringt mit — wenn ich das paradoxe Wort gebrauchen darf — dem Willen zum Willen, dem Willen zum Wollen. Durchdringt dieser Wille zum Wollen die Menschenseelen, dann wird dies den Impuls bedeuten zu einer Sehnsucht nach wirklich neuen Ideen, denn die alten sind abgebraucht. Manchmal können wir nicht einmal die Worte mehr gebrauchen.

[ 29 ] Wir leben in einer katastrophalen Zeit. Das, was geschieht, Krieg zu nennen, ist fast schon anachronistisch, ist nur aus der alten Gewohnheit entstanden, die Flasche noch Kürbis zu nennen. Ebensowenig aber, wie das, was geschieht, Krieg zu nennen ist, ebensowenig sollte in leichtfertiger Weise die wohlbehäbige Hoffnung in der alten Weise von Frieden sprechen! Gewaltige Zeichen kündigen sich in unserer Zeit an, und der Menschheit obliegt es, zu versuchen, diese Zeichen zu verstehen. In den Ereignissen selber wandeln sich die Ereignisse um. 1914 hat ein Weltenereignis begonnen, das man vielleicht im Anfange nennen konnte einen Krieg zwischen der Entente und den europäischen Mittelmächten. Unter dem aber, was so genannt wird, waltet etwas wesentlich anderes, stehen einander ganz andere Feinde gegenüber! Und in unseren Tagen kündigt sich uns an ein ernstes Symptom von dem, was glimmend waltet unter dem, was wir recht uneigentlich noch einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten nennen, kündigt sich uns an ein Symptom, das da besteht in dem traurigen Aufeinanderprallen der Bevölkerung Nord- und Südrußlands, ein bedeutungsvolles Symptom, wenn es auch vielleicht noch verlöschen kann zunächst, ein bedeutungsvolles Symptom für das, was unter den Ereignissen glimmt. Die Menschen lieben es nicht, daß die Dinge heute beim rechten Namen genannt werden, weil sie das Wollen nicht wollen, weil sie sich lieber über den Ernst der Zeit hinwegsetzen, solange es nur irgend geht, solange der Magen nicht allzustark knurrt. Dasjenige, um was es sich handelt, das ist, daß wir wirklich den Willen entwickeln, die tieferen Grundlagen der Ereignisse zu schauen, daß wir endlich einmal den Willen entwickeln, alle Oberflächlichkeit abzutun, um mit den Seelenaugen den Dingen ins Antlitz zu schauen.

[ 29 ] Wir leben in einer katastrophalen Zeit. Das, was geschieht, Krieg zu nennen, ist fast schon anachronistisch, ist nur aus der alten Gewohnheit entstanden, die Flasche noch Kürbis zu nennen. Ebensowenig aber, wie das, was geschieht, Krieg zu nennen ist, ebensowenig sollte in leichtfertiger Weise die wohlbehäbige Hoffnung in der alten Weise von Frieden sprechen! Gewaltige Zeichen kündigen sich in unserer Zeit an, und der Menschheit obliegt es, zu versuchen, diese Zeichen zu verstehen. In den Ereignissen selber wandeln sich die Ereignisse um. 1914 hat ein Weltenereignis begonnen, das man vielleicht im Anfange nennen konnte einen Krieg zwischen der Entente und den europäischen Mittelmächten. Unter dem aber, was so genannt wird, waltet etwas wesentlich anderes, stehen einander ganz andere Feinde gegenüber! Und in unseren Tagen kündigt sich uns an ein ernstes Symptom von dem, was glimmend waltet unter dem, was wir recht uneigentlich noch einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten nennen, kündigt sich uns an ein Symptom, das da besteht in dem traurigen Aufeinanderprallen der Bevölkerung Nord- und Südrußlands, ein bedeutungsvolles Symptom, wenn es auch vielleicht noch verlöschen kann zunächst, ein bedeutungsvolles Symptom für das, was unter den Ereignissen glimmt. Die Menschen lieben es nicht, daß die Dinge heute beim rechten Namen genannt werden, weil sie das Wollen nicht wollen, weil sie sich lieber über den Ernst der Zeit hinwegsetzen, solange es nur irgend geht, solange der Magen nicht allzustark knurrt. Dasjenige, um was es sich handelt, das ist, daß wir wirklich den Willen entwickeln, die tieferen Grundlagen der Ereignisse zu schauen, daß wir endlich einmal den Willen entwickeln, alle Oberflächlichkeit abzutun, um mit den Seelenaugen den Dingen ins Antlitz zu schauen.

[ 30 ] Wir werden, indem wir das, was wir jetzt in einer Art von Überschau durch unsere Seele haben ziehen lassen, in den nächsten Vorträgen ergänzend auf mancherlei noch hinzuweisen haben, was zusammenhängt mit den tieferen Impulsen, denen wir uns in diesen Betrachtungen hingegeben haben. Aber ich glaube, in dieser Zeit ehrt man die geheimnisvolle dreifache Notwendigkeit, welche durch das Weltenwerden geht und die der Bruder ist von der Menschenfreiheit und der Freiheit der andern Geschöpfe, am meisten, wenn man sich keinen Schleier vor das Auge weben will. Hier auf dieser Erde müssen wir Freiheit begreifen. Auch in dieser Beziehung lernt der Blick des Gegenwartsmenschen sehr viel, wenn er sich zu den Toten hinrichtet; denn der Tote weiß, daß ihm Freiheit in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durch das wird, was er sich mitbringt aus dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode. Eingebettet sein in die Intelligenzen der höheren Hierarchien, das ist etwas, was uns wie eine Naturnotwendigkeit wird, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, wenn wir drüben leben eingebettet sein in den Intelligenzen der höheren Hierarchien und deren Impulsen folgen, wie hier ein Naturereignis mit Notwendigkeit den Naturimpulsen folgt. Dann sind wir noch, nachdem wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, frei, wenn wir in unserer Seele mit hinübertragen in die geistige Welt dasjenige, was wir uns hier als Wissen vom geistigen Werden und geistigen Wesen erwerben können.

[ 30 ] Wir werden, indem wir das, was wir jetzt in einer Art von Überschau durch unsere Seele haben ziehen lassen, in den nächsten Vorträgen ergänzend auf mancherlei noch hinzuweisen haben, was zusammenhängt mit den tieferen Impulsen, denen wir uns in diesen Betrachtungen hingegeben haben. Aber ich glaube, in dieser Zeit ehrt man die geheimnisvolle dreifache Notwendigkeit, welche durch das Weltenwerden geht und die der Bruder ist von der Menschenfreiheit und der Freiheit der andern Geschöpfe, am meisten, wenn man sich keinen Schleier vor das Auge weben will. Hier auf dieser Erde müssen wir Freiheit begreifen. Auch in dieser Beziehung lernt der Blick des Gegenwartsmenschen sehr viel, wenn er sich zu den Toten hinrichtet; denn der Tote weiß, daß ihm Freiheit in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durch das wird, was er sich mitbringt aus dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode. Eingebettet sein in die Intelligenzen der höheren Hierarchien, das ist etwas, was uns wie eine Naturnotwendigkeit wird, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, wenn wir drüben leben eingebettet sein in den Intelligenzen der höheren Hierarchien und deren Impulsen folgen, wie hier ein Naturereignis mit Notwendigkeit den Naturimpulsen folgt. Dann sind wir noch, nachdem wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, frei, wenn wir in unserer Seele mit hinübertragen in die geistige Welt dasjenige, was wir uns hier als Wissen vom geistigen Werden und geistigen Wesen erwerben können.

[ 31 ] Dies ist etwas, was nun auch im tiefsten Sinne mit dem Mysterium von Golgatha zusammenhängt. Und weil dies so ist, glaube ich, daß auch Weihnachtsbetrachtungen in dieser Zeit nicht sentimentale sein dürfen, sondern solche sein müssen, welche an den Willen zum Wollen appellieren.

[ 31 ] Dies ist etwas, was nun auch im tiefsten Sinne mit dem Mysterium von Golgatha zusammenhängt. Und weil dies so ist, glaube ich, daß auch Weihnachtsbetrachtungen in dieser Zeit nicht sentimentale sein dürfen, sondern solche sein müssen, welche an den Willen zum Wollen appellieren.

[ 32 ] Denn man nehme die Evangelien: wieviel ist in den Evangelien gerade an Appell zum Willen zum Wollen! Die Evangelien sind keine sentimentalen Schriften, die Evangelien sind Schriften, die allerdings zu dem Allerbescheidensten der Menschennatur sprechen, aber sie sind auch Schriften, welche das, was der Mensch an Stärke des Willens aufbringen kann, in den Menschen erwecken wollen. Nicht nur dazu sollen die Weihnachtskerzen brennen, daß wir uns in einer gewissen Weise wollüstigen Betrachtungen hingeben, sondern auch dazu sollen sie brennen, daß sie Symbole seien für die Anfachung des der Welt zum Heile dienenden Willenslichtes.

[ 32 ] Denn man nehme die Evangelien: wieviel ist in den Evangelien gerade an Appell zum Willen zum Wollen! Die Evangelien sind keine sentimentalen Schriften, die Evangelien sind Schriften, die allerdings zu dem Allerbescheidensten der Menschennatur sprechen, aber sie sind auch Schriften, welche das, was der Mensch an Stärke des Willens aufbringen kann, in den Menschen erwecken wollen. Nicht nur dazu sollen die Weihnachtskerzen brennen, daß wir uns in einer gewissen Weise wollüstigen Betrachtungen hingeben, sondern auch dazu sollen sie brennen, daß sie Symbole seien für die Anfachung des der Welt zum Heile dienenden Willenslichtes.

[ 33 ] Die Menschheit hat viel nachzuholen; und es ist nachzuholen! Denn indem sie die Kraft entwickeln wird, welche in diesem Nachholen liegt, wird sie rechte heilsame Kräfte entwickeln, um aus der gegenwärtigen katastrophalen Zeit herauszukommen. Das ist der Menschheit nicht zur Aufgabe gesetzt worden, bloß hineinzukommen in diese Zeiten; viel wichtiger ist die Aufgabe, aus ihnen herauszukommen. Diese Aufgabe steht als ein heiliges Zeichen, wie ich glaube, mit Flammenschrift geschrieben hinter all den Weihnachtskerzen, die nun schon seit vier Jahren in anderer Weise vor unserer Seele brennen als manches frühere Jahr!

[ 33 ] Die Menschheit hat viel nachzuholen; und es ist nachzuholen! Denn indem sie die Kraft entwickeln wird, welche in diesem Nachholen liegt, wird sie rechte heilsame Kräfte entwickeln, um aus der gegenwärtigen katastrophalen Zeit herauszukommen. Das ist der Menschheit nicht zur Aufgabe gesetzt worden, bloß hineinzukommen in diese Zeiten; viel wichtiger ist die Aufgabe, aus ihnen herauszukommen. Diese Aufgabe steht als ein heiliges Zeichen, wie ich glaube, mit Flammenschrift geschrieben hinter all den Weihnachtskerzen, die nun schon seit vier Jahren in anderer Weise vor unserer Seele brennen als manches frühere Jahr!

[ 34 ] Morgen treffen wir uns um vier Uhr im Basler Zweig zu einer Weihnachtsfeier. Montag um viereinhalb werden wir uns hier versammeln zur ersten Aufführung des «Paradeis-Spieles», und ich werde dann daranschließen eine Weihnachtsbetrachtung für diejenigen unserer Freunde, die nicht durch irgend etwas zu Hause abgehalten sind, sondern die gerade jetzt da sind, sich den Arbeiten und dergleichen widmend, und die an diesem Tage vielleicht ihr Weihnachten am liebsten hier verbringen mögen.

[ 34 ] Morgen treffen wir uns um vier Uhr im Basler Zweig zu einer Weihnachtsfeier. Montag um viereinhalb werden wir uns hier versammeln zur ersten Aufführung des «Paradeis-Spieles», und ich werde dann daranschließen eine Weihnachtsbetrachtung für diejenigen unserer Freunde, die nicht durch irgend etwas zu Hause abgehalten sind, sondern die gerade jetzt da sind, sich den Arbeiten und dergleichen widmend, und die an diesem Tage vielleicht ihr Weihnachten am liebsten hier verbringen mögen.