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Mystery Truths and Christmas Impulses
Ancient Myths and Their Significance
GA 180

30 December 1917, Dornach

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Mysterienwahrheiten und Weihnachtsimpulse
  1. Mystery Truths and Christmas Impulses, tr. SOL

Sechster Vortrag

Sechster Vortrag

[ 1 ] Heute möchte ich noch von einer gewissen andern Seite her die Zusammenhänge betrachten, die da bestehen zwischen dem Menschen als einem mikrokosmischen Wesen und dem ganzen Makrokosmos der Welt, zu der der Mensch gehört, von der er gewissermaßen ein Glied, ein Organ ist. Man kann diese Dinge von den allerverschiedensten Gesichtspunkten aus betrachten, und dabei werden die mannigfaltigsten Verhältnisse zur Anschauung kommen, die sich manchmal scheinbar widersprechen; allein die Widersprüche bestehen darinnen, daß eben die Sache immer von verschiedenen Seiten angesehen werden muß.

[ 1 ] Heute möchte ich noch von einer gewissen andern Seite her die Zusammenhänge betrachten, die da bestehen zwischen dem Menschen als einem mikrokosmischen Wesen und dem ganzen Makrokosmos der Welt, zu der der Mensch gehört, von der er gewissermaßen ein Glied, ein Organ ist. Man kann diese Dinge von den allerverschiedensten Gesichtspunkten aus betrachten, und dabei werden die mannigfaltigsten Verhältnisse zur Anschauung kommen, die sich manchmal scheinbar widersprechen; allein die Widersprüche bestehen darinnen, daß eben die Sache immer von verschiedenen Seiten angesehen werden muß.

[ 2 ] Sie haben aus bestimmten Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, ersehen, daß eigentlich der Mensch, so wie er sich zur Welt ringsherum stellt, in die Weltbetrachtung etwas von sich einmischt, daß er die Sinneswelt eigentlich nicht so nimmt, wie sie ist; daß er, wie ich es versuchte drastisch zum Ausdruck zu bringen, in seine Weltbetrachtung etwas einmischt, was von innen aufsteigt, was von innen heraus gebildet ist und was eigentlich eine Art Umwandlung des Geruchssinnes ist. Es ist dasjenige, was der Mensch sich über die Welt in der mannigfaltigsten Weise kombiniert, was herauskommt, wenn er seinen gewöhnlichen, durch seinen Leib ihm zukommenden Scharfsinn, wie man das nennt, anwendet; Spürsinn könnte man es ja auch nennen. Was anderes wäre dann dem Menschen gegeben, wenn er überhaupt leicht den Versuch machen könnte — er kann es gar nicht einmal leicht, denn er kann seinen Spürsinn nicht leicht ausschalten —, wenn der Mensch die Sinneswelt einfach so nehmen würde, wie sie sich ihm darbietet, ohne seinen Verstand, seinen kombinierenden Verstand in alles mögliche gleich einzumischen.

[ 2 ] Sie haben aus bestimmten Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, ersehen, daß eigentlich der Mensch, so wie er sich zur Welt ringsherum stellt, in die Weltbetrachtung etwas von sich einmischt, daß er die Sinneswelt eigentlich nicht so nimmt, wie sie ist; daß er, wie ich es versuchte drastisch zum Ausdruck zu bringen, in seine Weltbetrachtung etwas einmischt, was von innen aufsteigt, was von innen heraus gebildet ist und was eigentlich eine Art Umwandlung des Geruchssinnes ist. Es ist dasjenige, was der Mensch sich über die Welt in der mannigfaltigsten Weise kombiniert, was herauskommt, wenn er seinen gewöhnlichen, durch seinen Leib ihm zukommenden Scharfsinn, wie man das nennt, anwendet; Spürsinn könnte man es ja auch nennen. Was anderes wäre dann dem Menschen gegeben, wenn er überhaupt leicht den Versuch machen könnte — er kann es gar nicht einmal leicht, denn er kann seinen Spürsinn nicht leicht ausschalten —, wenn der Mensch die Sinneswelt einfach so nehmen würde, wie sie sich ihm darbietet, ohne seinen Verstand, seinen kombinierenden Verstand in alles mögliche gleich einzumischen.

[ 3 ] Hier berührt man ein Thema, das ja vielleicht dem Verständnis einige Schwierigkeiten macht. Allein, Sie können sich eine Vorstellung machen von dem, was eigentlich gemeint ist, wenn Sie bedenken, wie Ihnen die Natur, die Wesenheit namentlich eines Sinnes entgegentritt. Bei den andern Sinnen ist es zwar ebenso, aber die Sache tritt für die äußere Beobachtung nicht mit derselben Schärfe zutage, nicht so scharf, wie wenn man das, was eigentlich hier gemeint ist, für den Sinn des Gesichts, für das Auge in Betracht zieht. Bedenken Sie, dieses Auge als ein physikalischer Apparat liegt ja eigentlich als ein ziemlich selbständiges Organ im menschlichen Schädel drinnen und ist eigentlich nur durch die Anhänge, die Anhänge der Blutadern, die Anhänge der Nerven, nach rückwärts in den menschlichen Leib hinein verlängert. Man kann sagen: Dieses ist das menschliche Auge, hier ist die Verlängerung (siehe Zeichnung); aber als Auge liegt es hier in der knöcherigen Schädelhöhle mit einer großen Selbständigkeit drinnen, insoweit es physikalischer Apparat ist, hier die Linse, der Einfall der Lichtstrahlen, der Glaskörper, also alles das, was physikalischer Apparat ist, ist eigentlich sehr selbständig. Nur durch den Sehnerv, die Aderhaut, die sich hinein nach dem Leibe verlängert, verlängert sich eben das Auge selbst nach dem Leibe, so daß man sagen kann, dieses Auge als physikalischer Apparat, also insofern es aufnimmt die äußere Sinneswelt in ihrer Sichtbarkeit, ist ein selbständiger Organismus, bis zu einem gewissen Grade wenigstens.

[ 3 ] Hier berührt man ein Thema, das ja vielleicht dem Verständnis einige Schwierigkeiten macht. Allein, Sie können sich eine Vorstellung machen von dem, was eigentlich gemeint ist, wenn Sie bedenken, wie Ihnen die Natur, die Wesenheit namentlich eines Sinnes entgegentritt. Bei den andern Sinnen ist es zwar ebenso, aber die Sache tritt für die äußere Beobachtung nicht mit derselben Schärfe zutage, nicht so scharf, wie wenn man das, was eigentlich hier gemeint ist, für den Sinn des Gesichts, für das Auge in Betracht zieht. Bedenken Sie, dieses Auge als ein physikalischer Apparat liegt ja eigentlich als ein ziemlich selbständiges Organ im menschlichen Schädel drinnen und ist eigentlich nur durch die Anhänge, die Anhänge der Blutadern, die Anhänge der Nerven, nach rückwärts in den menschlichen Leib hinein verlängert. Man kann sagen: Dieses ist das menschliche Auge, hier ist die Verlängerung (siehe Zeichnung); aber als Auge liegt es hier in der knöcherigen Schädelhöhle mit einer großen Selbständigkeit drinnen, insoweit es physikalischer Apparat ist, hier die Linse, der Einfall der Lichtstrahlen, der Glaskörper, also alles das, was physikalischer Apparat ist, ist eigentlich sehr selbständig. Nur durch den Sehnerv, die Aderhaut, die sich hinein nach dem Leibe verlängert, verlängert sich eben das Auge selbst nach dem Leibe, so daß man sagen kann, dieses Auge als physikalischer Apparat, also insofern es aufnimmt die äußere Sinneswelt in ihrer Sichtbarkeit, ist ein selbständiger Organismus, bis zu einem gewissen Grade wenigstens.

Diagram 1Diagram 1

[ 4 ] So ist es eigentlich für jeden Sinn, nur für die andern Sinne ist die Sache nicht so scharf ins Auge fallend. Jeder Sinn als Sinn ist im Grunde genommen etwas Selbständiges, so daß man schon sprechen kann von einer Sinneszone. Man wundert sich eigentlich, daß das Studium der Sinne nicht hinreicht, um die betreffenden Gelehrten zu einiger Spiritualität zu treiben. Denn gerade diese Selbständigkeit der Sinne könnte die Gelehrten zu einiger Spiritualität treiben. Warum? Sehen Sie, dasjenige, was miterlebt wird durch den Sehnerv, durch die Aderhaut, das würde — und man könnte das schon mit der gewöhnlichen Wissenschaft leicht nachweisen —, das würde nicht hinreichen, um dem Menschen zum Bewußtsein zu bringen dasjenige, was er in seinen Sinnen erlebt. Das Merkwürdige bei den Sinnen ist nämlich das, daß in diesen rein physikalischen Apparat, und er ist ein rein physikalischer Apparat, hineinragt der Ätherleib. Wir haben es bei allen Sinnen zu tun mit etwas, das vom Organismus ausgespart ist, und das nur durchlebt wird vom Ätherleib. Sie würden nicht das, was in Ihrem Auge durch das Hereinfallen des Lichtes bewirkt wird, mit Ihrem Bewußtsein vereinigen können, wenn Sie nicht den Sinn des Auges, und so auch die andern Sinne, durchziehen würden mit Ihrem Ätherleib.

[ 4 ] So ist es eigentlich für jeden Sinn, nur für die andern Sinne ist die Sache nicht so scharf ins Auge fallend. Jeder Sinn als Sinn ist im Grunde genommen etwas Selbständiges, so daß man schon sprechen kann von einer Sinneszone. Man wundert sich eigentlich, daß das Studium der Sinne nicht hinreicht, um die betreffenden Gelehrten zu einiger Spiritualität zu treiben. Denn gerade diese Selbständigkeit der Sinne könnte die Gelehrten zu einiger Spiritualität treiben. Warum? Sehen Sie, dasjenige, was miterlebt wird durch den Sehnerv, durch die Aderhaut, das würde — und man könnte das schon mit der gewöhnlichen Wissenschaft leicht nachweisen —, das würde nicht hinreichen, um dem Menschen zum Bewußtsein zu bringen dasjenige, was er in seinen Sinnen erlebt. Das Merkwürdige bei den Sinnen ist nämlich das, daß in diesen rein physikalischen Apparat, und er ist ein rein physikalischer Apparat, hineinragt der Ätherleib. Wir haben es bei allen Sinnen zu tun mit etwas, das vom Organismus ausgespart ist, und das nur durchlebt wird vom Ätherleib. Sie würden nicht das, was in Ihrem Auge durch das Hereinfallen des Lichtes bewirkt wird, mit Ihrem Bewußtsein vereinigen können, wenn Sie nicht den Sinn des Auges, und so auch die andern Sinne, durchziehen würden mit Ihrem Ätherleib.

[ 5 ] Ein Lichtstrahl fällt in das Auge. Dieser Lichtstrahl wirkt im Auge genau ebenso physikalisch, wie der Lichtstrahl wirkt in einer Camera obscura, in einem photographischen Apparat. Und nur dadurch kommt Ihnen das zum Bewußtsein, was da vorgeht in dieser Naturkamera des Auges, daß Ihr Ätherleib auskleidet das Auge und auffängt das, was im bloßen physikalischen Apparat nicht aufgefangen wird durch einen Ätherleib. Im bloßen physikalischen Apparat, im bloßen photographischen Apparat geht eben nur der physische Vorgang vor sich; so daß der Mensch in der Gesamtheit seiner Sinne wirklich eine Art Fortsetzung hat der Außenwelt. Als physikalische Apparate sind die aufnehmenden Sinne, wenigstens die größte Zahl der aufnehmenden Sinne, mehr zur Außenwelt gehörig als zum Menschen. Ihr Auge gehört viel mehr der Außenwelt an als Ihrem eigenen Leibe.

[ 5 ] Ein Lichtstrahl fällt in das Auge. Dieser Lichtstrahl wirkt im Auge genau ebenso physikalisch, wie der Lichtstrahl wirkt in einer Camera obscura, in einem photographischen Apparat. Und nur dadurch kommt Ihnen das zum Bewußtsein, was da vorgeht in dieser Naturkamera des Auges, daß Ihr Ätherleib auskleidet das Auge und auffängt das, was im bloßen physikalischen Apparat nicht aufgefangen wird durch einen Ätherleib. Im bloßen physikalischen Apparat, im bloßen photographischen Apparat geht eben nur der physische Vorgang vor sich; so daß der Mensch in der Gesamtheit seiner Sinne wirklich eine Art Fortsetzung hat der Außenwelt. Als physikalische Apparate sind die aufnehmenden Sinne, wenigstens die größte Zahl der aufnehmenden Sinne, mehr zur Außenwelt gehörig als zum Menschen. Ihr Auge gehört viel mehr der Außenwelt an als Ihrem eigenen Leibe.

[ 6 ] Beim Tiere gehört das Auge viel mehr dem Leibe an als beim Menschen. Dadurch ist der Mensch über das Tier als Sinneswesen erhaben, daß er Sinne hat, die weniger mit dem Leibe in Verbindung stehen als die Sinne der Tiere. Bei gewissen niederen Tieren kann das schon anatomisch nachgewiesen werden. Da finden sich allerlei organische Fortsätze; zum Beispiel der Fächer ist dadrinnen bei niederen Tieren. Das sind sehr komplizierte Ausgestaltungen zum Teil des Nervs, zum Teil der Blutkörper, die die niederen Tiere vollkommener haben als die höheren Tiere und vor allem als der Mensch.

[ 6 ] Beim Tiere gehört das Auge viel mehr dem Leibe an als beim Menschen. Dadurch ist der Mensch über das Tier als Sinneswesen erhaben, daß er Sinne hat, die weniger mit dem Leibe in Verbindung stehen als die Sinne der Tiere. Bei gewissen niederen Tieren kann das schon anatomisch nachgewiesen werden. Da finden sich allerlei organische Fortsätze; zum Beispiel der Fächer ist dadrinnen bei niederen Tieren. Das sind sehr komplizierte Ausgestaltungen zum Teil des Nervs, zum Teil der Blutkörper, die die niederen Tiere vollkommener haben als die höheren Tiere und vor allem als der Mensch.

[ 7 ] Daß beim Menschen der physische Leib so wenig Anteil nimmt an seinen Sinnen und den Anteil sehr stark dem Ätherleib überläßt, das ist dasjenige, was beim Menschen macht, daß er ein verhältnismäßig so vollkommenes Wesen ist. So daß wir sagen können: Der Mensch ist erstens dieser innere leibliche Mensch, physisch betrachtet, und ihm sind überall die Sinne eingefügt, die aber eigentlich — wie ich einmal in einem öffentlichen Vortrage in Zürich gesagt habe — wie Golfe sind, die von der Außenwelt hereinragen. Man würde viel richtiger schematisch so zeichnen. Statt daß man zeichnete: Da ist ein Sinn, und da ist ein Sinn, und da ist ein Sinn (siehe Zeichnung), würde man viel richtiger so zeichnen: Da ist der menschliche Leib, und da baut sich die menschliche Welt, zum Beispiel das Auge oder das Geruchsorgan, ihre Fortsetzung in die Außenwelt hinein, baut sich ihre Golfe durch die Sinnesorgane. Die Außenwelt ragt durch Sinne, Auge und so weiter herein, und von innen kommen wir nur mit dem Ätherleib entgegen und durchziehen das, was uns die Außenwelt hineinschickt, mit unserem Ätherleib. Er nimmt dadurch Teil an der Außenwelt. Dadurch sind wir darauf angewiesen, dasjenige, was die Außenwelt uns hereinschickt, mit unserem Ätherleib innerlich gewissermaßen zu übergreifen.

[ 7 ] Daß beim Menschen der physische Leib so wenig Anteil nimmt an seinen Sinnen und den Anteil sehr stark dem Ätherleib überläßt, das ist dasjenige, was beim Menschen macht, daß er ein verhältnismäßig so vollkommenes Wesen ist. So daß wir sagen können: Der Mensch ist erstens dieser innere leibliche Mensch, physisch betrachtet, und ihm sind überall die Sinne eingefügt, die aber eigentlich — wie ich einmal in einem öffentlichen Vortrage in Zürich gesagt habe — wie Golfe sind, die von der Außenwelt hereinragen. Man würde viel richtiger schematisch so zeichnen. Statt daß man zeichnete: Da ist ein Sinn, und da ist ein Sinn, und da ist ein Sinn (siehe Zeichnung), würde man viel richtiger so zeichnen: Da ist der menschliche Leib, und da baut sich die menschliche Welt, zum Beispiel das Auge oder das Geruchsorgan, ihre Fortsetzung in die Außenwelt hinein, baut sich ihre Golfe durch die Sinnesorgane. Die Außenwelt ragt durch Sinne, Auge und so weiter herein, und von innen kommen wir nur mit dem Ätherleib entgegen und durchziehen das, was uns die Außenwelt hineinschickt, mit unserem Ätherleib. Er nimmt dadurch Teil an der Außenwelt. Dadurch sind wir darauf angewiesen, dasjenige, was die Außenwelt uns hereinschickt, mit unserem Ätherleib innerlich gewissermaßen zu übergreifen.

Diagram 2Diagram 2

[ 8 ] Daß man das nicht weiß, was ich jetzt gesagt habe, das hat bewirkt, daß die Philosophie seit mehr als hundert Jahren über nichts tolleres Zeug redet als über die Art und Weise, wie der Mensch durch seine Sinne die Außenwelt wahrnimmt. Sie können sich einen Überblick verschaffen über all das im Grunde genommen tolle Zeug, wenn Sie das Kapitel «Die Welt als Illusion» in meinen «Rätseln der Philosophie» lesen. Weil der Glaube besteht, daß die Sinne eigentlich nur von innen heraus zu begreifen sind, vom Leibe aus, so kommen die Menschen nicht dahinter, wie der Mensch eigentlich durch seine Sinne etwas von der Welt wissen kann. Sie reden immer so davon: Die Welt macht Eindruck auf die Sinne, dann aber muß das, was in den Sinnen bewirkt wird, die Seele auffassen. — Die Wahrheit ist, daß die Außenwelt selber in uns hineinbaut, daß wir also richtig die Außenwelt am Zipfel anfassen, mit unserem Ätherleib die Außenwelt am Zipfel anfassen, wenn wir als Menschen mit unseren Sinnen die Außenwelt wahrnehmen. Alles das, was Locke, Hume, Kant, die Neukantianer des 19. Jahrhunderts, Schopenhauer, Helmholtz, Wundt und wie sie alle heißen, alles das, was die Leute geredet haben über die Sinneswahrnehmung, das ist mit Ausschluß der Erkenntnis der wahren Verhältnisse gesprochen. Wie gesagt, Sie können in dem Kapitel «Die Welt als Illusion» in meinem Buche «Rätsel der Philosophie » die Sache nachlesen. Da werden Sie, philosophisch ausgesprochen, sehen, welche Kalamität das bewirkt hat, daß, mit Ausschluß der spirituellen Erkenntnis der Sache, eigentlich ein Riesenkohl als SinnesPhysiologie im 19. Jahrhundert Platz gegriffen hat.

[ 8 ] Daß man das nicht weiß, was ich jetzt gesagt habe, das hat bewirkt, daß die Philosophie seit mehr als hundert Jahren über nichts tolleres Zeug redet als über die Art und Weise, wie der Mensch durch seine Sinne die Außenwelt wahrnimmt. Sie können sich einen Überblick verschaffen über all das im Grunde genommen tolle Zeug, wenn Sie das Kapitel «Die Welt als Illusion» in meinen «Rätseln der Philosophie» lesen. Weil der Glaube besteht, daß die Sinne eigentlich nur von innen heraus zu begreifen sind, vom Leibe aus, so kommen die Menschen nicht dahinter, wie der Mensch eigentlich durch seine Sinne etwas von der Welt wissen kann. Sie reden immer so davon: Die Welt macht Eindruck auf die Sinne, dann aber muß das, was in den Sinnen bewirkt wird, die Seele auffassen. — Die Wahrheit ist, daß die Außenwelt selber in uns hineinbaut, daß wir also richtig die Außenwelt am Zipfel anfassen, mit unserem Ätherleib die Außenwelt am Zipfel anfassen, wenn wir als Menschen mit unseren Sinnen die Außenwelt wahrnehmen. Alles das, was Locke, Hume, Kant, die Neukantianer des 19. Jahrhunderts, Schopenhauer, Helmholtz, Wundt und wie sie alle heißen, alles das, was die Leute geredet haben über die Sinneswahrnehmung, das ist mit Ausschluß der Erkenntnis der wahren Verhältnisse gesprochen. Wie gesagt, Sie können in dem Kapitel «Die Welt als Illusion» in meinem Buche «Rätsel der Philosophie » die Sache nachlesen. Da werden Sie, philosophisch ausgesprochen, sehen, welche Kalamität das bewirkt hat, daß, mit Ausschluß der spirituellen Erkenntnis der Sache, eigentlich ein Riesenkohl als SinnesPhysiologie im 19. Jahrhundert Platz gegriffen hat.

[ 9 ] Nun handelt es sich darum, wirklich ganz gut zu verstehen, was ich eben sagte. Wenn Sie das, was ich eben einen Riesenkohl genannt habe, einigermaßen auf seine Wahrheit prüfen wollen, so ist es interessant, daß in einem gewissen Sinne doch gilt, was Locke, Hume, Kant, Helmholtz, Wundt und so weiter über die Sinne gesagt haben; aber kurioserweise gilt es für die Tiere. Der Mensch des 19. Jahrhunderts kommt durch seine Wissenschaft, indem er den Menschen begreifen will, nicht über das Begreifen der Verhältnisse in der Tierwelt hinaus. Gar kein Wunder, daß er auch bei der Abstammung des Menschen bei der Tierwelt stehenbleibt! Das aber hängt zusammen mit viel komplizierteren Verhältnissen. Denn der Ätherleib, sagte ich, faßt das, was man sinnliche Außenwelt nennt, bei einem Zipfel an. Aber was ist der Ätherleib zuletzt? Der Ätherleib ist zuletzt dasjenige, was der Mensch nun hereinbekommt aus dem Kosmos, aus dem Makrokosmos. So daß, indem der Mensch seinen Ätherleib aus dem makrokosmischen Verhältnisse abschnürt, der Makrokosmos in dem Menschen durch die Sinne sich selbst ergreift. Wir können uns fühlen als Sohn des Makrokosmos, indem wir ein Ätherleib sind, und ergreifen die irdische Sinneswelt mit unserem makrokosmischen Teil.

[ 9 ] Nun handelt es sich darum, wirklich ganz gut zu verstehen, was ich eben sagte. Wenn Sie das, was ich eben einen Riesenkohl genannt habe, einigermaßen auf seine Wahrheit prüfen wollen, so ist es interessant, daß in einem gewissen Sinne doch gilt, was Locke, Hume, Kant, Helmholtz, Wundt und so weiter über die Sinne gesagt haben; aber kurioserweise gilt es für die Tiere. Der Mensch des 19. Jahrhunderts kommt durch seine Wissenschaft, indem er den Menschen begreifen will, nicht über das Begreifen der Verhältnisse in der Tierwelt hinaus. Gar kein Wunder, daß er auch bei der Abstammung des Menschen bei der Tierwelt stehenbleibt! Das aber hängt zusammen mit viel komplizierteren Verhältnissen. Denn der Ätherleib, sagte ich, faßt das, was man sinnliche Außenwelt nennt, bei einem Zipfel an. Aber was ist der Ätherleib zuletzt? Der Ätherleib ist zuletzt dasjenige, was der Mensch nun hereinbekommt aus dem Kosmos, aus dem Makrokosmos. So daß, indem der Mensch seinen Ätherleib aus dem makrokosmischen Verhältnisse abschnürt, der Makrokosmos in dem Menschen durch die Sinne sich selbst ergreift. Wir können uns fühlen als Sohn des Makrokosmos, indem wir ein Ätherleib sind, und ergreifen die irdische Sinneswelt mit unserem makrokosmischen Teil.

[ 10 ] Daß dieses erst verhältnismäßig spät so geworden ist, das kann wiederum mit äußerer Wissenschaft, ich möchte sagen, haarscharf nachgewiesen werden, nur daß diese äußere Wissenschaft die wirklichen Verhältnisse nicht sehen kann, wenn sie nicht orientiert wird durch Geisteswissenschaft. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß die griechische Sprache eigentlich gar nicht den Ausdruck dafür hat, den wir haben, wenn wir sagen: Ich sehe einen Mann kommen, der uns entgegentritt. — Wir sagen so: Ich sehe einen Mann kommen. — Der entsprechende griechische Ausdruck würde heißen: Ich sehe einen kommenden Mann. — Man versetzt sich da viel mehr in die Tätigkeit hinein, weil im griechisch-lateinischen Zeitalter noch viel mehr das Gefühl dafür vorhanden war, daß man schon etwas tut, wenn man sieht oder hört, daß man da mit seinem Ätherleib etwas erfaßt, wenn man in der Sinneswelt ist. Dieses tätige Element, das hat die schläfrige Menschheit der neueren Zeit nicht. Die schläfrige Menschheit der neueren Zeit will eigentlich die Weltvorgänge am liebsten ganz verschlafen, das heißt, sie als Träume an sich herankommen lassen, will nicht das Bewußtsein entwickeln, mitzutun, wenn die Sinneswahrnehmungen zustande kommen. Deshalb versteht man das griechische Wesen heute schon recht schwer, denn der Grieche hatte einen viel aktiveren Begriff vom Menschen. Er fühlte sich viel mehr tätig selbst bei dem, was man heute die Passivität der Sinneswahrnehmungen nennt. Der Grieche würde daher auch nicht die unvollkommene, einseitige Theorie erfunden haben, daß der Mensch schläft, weil er müde ist; sondern er wußte, daß der Mensch müde wird, wenn er schlafen will, daß das Schlafen von wesentlich andern Impulsen herbeigeführt wird und daß dann nur die Müdigkeit eintritt aus dem Impuls des Schlafenwollens.

[ 10 ] Daß dieses erst verhältnismäßig spät so geworden ist, das kann wiederum mit äußerer Wissenschaft, ich möchte sagen, haarscharf nachgewiesen werden, nur daß diese äußere Wissenschaft die wirklichen Verhältnisse nicht sehen kann, wenn sie nicht orientiert wird durch Geisteswissenschaft. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß die griechische Sprache eigentlich gar nicht den Ausdruck dafür hat, den wir haben, wenn wir sagen: Ich sehe einen Mann kommen, der uns entgegentritt. — Wir sagen so: Ich sehe einen Mann kommen. — Der entsprechende griechische Ausdruck würde heißen: Ich sehe einen kommenden Mann. — Man versetzt sich da viel mehr in die Tätigkeit hinein, weil im griechisch-lateinischen Zeitalter noch viel mehr das Gefühl dafür vorhanden war, daß man schon etwas tut, wenn man sieht oder hört, daß man da mit seinem Ätherleib etwas erfaßt, wenn man in der Sinneswelt ist. Dieses tätige Element, das hat die schläfrige Menschheit der neueren Zeit nicht. Die schläfrige Menschheit der neueren Zeit will eigentlich die Weltvorgänge am liebsten ganz verschlafen, das heißt, sie als Träume an sich herankommen lassen, will nicht das Bewußtsein entwickeln, mitzutun, wenn die Sinneswahrnehmungen zustande kommen. Deshalb versteht man das griechische Wesen heute schon recht schwer, denn der Grieche hatte einen viel aktiveren Begriff vom Menschen. Er fühlte sich viel mehr tätig selbst bei dem, was man heute die Passivität der Sinneswahrnehmungen nennt. Der Grieche würde daher auch nicht die unvollkommene, einseitige Theorie erfunden haben, daß der Mensch schläft, weil er müde ist; sondern er wußte, daß der Mensch müde wird, wenn er schlafen will, daß das Schlafen von wesentlich andern Impulsen herbeigeführt wird und daß dann nur die Müdigkeit eintritt aus dem Impuls des Schlafenwollens.

[ 11 ] Aber nicht diese Schlafenstheorie allein ist es, welche eigentlich erfunden ist aus der Bequemlichkeit des modernen Menschen heraus. Der moderne Mensch will möglichst passiv sein, möglichst wenig ein aktives Wesen sein. Er kann das machen, und in einem gewissen Sinne hat sich die neuere Menschheit dazu erzogen, ein passives Wesen zu sein. Und mit dieser Passivität hängt das zusammen, was ich gestern vielleicht etwas abrupt als den Aberglauben, den Götzendienst der modernen Zeit vorgeführt habe.

[ 11 ] Aber nicht diese Schlafenstheorie allein ist es, welche eigentlich erfunden ist aus der Bequemlichkeit des modernen Menschen heraus. Der moderne Mensch will möglichst passiv sein, möglichst wenig ein aktives Wesen sein. Er kann das machen, und in einem gewissen Sinne hat sich die neuere Menschheit dazu erzogen, ein passives Wesen zu sein. Und mit dieser Passivität hängt das zusammen, was ich gestern vielleicht etwas abrupt als den Aberglauben, den Götzendienst der modernen Zeit vorgeführt habe.

[ 12 ] So ragt also aus der Außenwelt in uns, ich möchte sagen, der vorderste Posten dieser Außenwelt herein. Zeichnen wir das noch einmal schematisch. Nehmen wir einmal an, hier würden wir den menschlichen Leib zeichnen (siehe Zeichnung), so ragt der vorderste Posten der Außenwelt in unseren Leib herein; wir übergreifen das mit unserem Ätherleib (rot und blau).

[ 12 ] So ragt also aus der Außenwelt in uns, ich möchte sagen, der vorderste Posten dieser Außenwelt herein. Zeichnen wir das noch einmal schematisch. Nehmen wir einmal an, hier würden wir den menschlichen Leib zeichnen (siehe Zeichnung), so ragt der vorderste Posten der Außenwelt in unseren Leib herein; wir übergreifen das mit unserem Ätherleib (rot und blau).

[ 13 ] Sie wissen, wir haben in Wirklichkeit zwölf Sinne; diese zwölf Sinne sind also zwölf verschiedene Arten des Hereinragens der Außenwelt in unseren Leib. Was ragt da eigentlich herein? Das ist die große Frage. Was ragt in unseren Leib eigentlich herein?

[ 13 ] Sie wissen, wir haben in Wirklichkeit zwölf Sinne; diese zwölf Sinne sind also zwölf verschiedene Arten des Hereinragens der Außenwelt in unseren Leib. Was ragt da eigentlich herein? Das ist die große Frage. Was ragt in unseren Leib eigentlich herein?

[ 14 ] Wir sehen eigentlich von dem, was hereinragt, nur die eine Seite; wir können uns ohne Hellsehen nicht wenden und von der andern Seite schauen. Der Mensch empfängt mit seinem Ätherleib den hereinfallenden Lichtstrahl oder die hereinfallende Tonschwingung. Aber er läuft nicht von außen dem T one nach ins Ohr hinein; er läuft nicht dem Lichtstrahle nach von außen ins Auge hinein. Würde er das tun, würde der Mensch mit der Tonwelle, mit dem Lichtstrahl, mit der Wärmeevolution von außen in seine Sinnesapparate hineinlaufen, so weit, als die Sinne von außen hineinragen, so würde der Mensch bei diesem Laufen in einem bestimmten Gebiete sein. Und dieses Gebiet ist das Gebiet der Exusiai, der Geister der Form.

[ 14 ] Wir sehen eigentlich von dem, was hereinragt, nur die eine Seite; wir können uns ohne Hellsehen nicht wenden und von der andern Seite schauen. Der Mensch empfängt mit seinem Ätherleib den hereinfallenden Lichtstrahl oder die hereinfallende Tonschwingung. Aber er läuft nicht von außen dem T one nach ins Ohr hinein; er läuft nicht dem Lichtstrahle nach von außen ins Auge hinein. Würde er das tun, würde der Mensch mit der Tonwelle, mit dem Lichtstrahl, mit der Wärmeevolution von außen in seine Sinnesapparate hineinlaufen, so weit, als die Sinne von außen hineinragen, so würde der Mensch bei diesem Laufen in einem bestimmten Gebiete sein. Und dieses Gebiet ist das Gebiet der Exusiai, der Geister der Form.

Diagram 3Diagram 3

[ 15 ] Also wenn Sie sich so wenden könnten, daß Sie mit dem, was hier hineinragt in den Sinnen, mitlaufen könnten (Pfeile), so würden Sie im Gebiete der Exusiai, der Geister der Form sein. Sie sehen das innige Ineinandergreifen der Weltenwesen. Wir schreiten hin als Menschen durch die Welt, öffnen unsere Sinne und tragen eigentlich in uns die Exusiai, die Geister der Form, die sich uns offenbaren, indem wir unsere Sinne der Außenwelt erschließen. Diese Welt der Exusiai, die geistige Welt, verbirgt sich also hinter dem Schleier der Sinneswelt. Aber diese Welt der Exusiai, die sich hinter dem Schleier der Sinneswelt verbirgt, die sich in den Menschen hineinoffenbarende Welt, sie hat, indem sie den Kosmos durchdringt, auch ihre universelle kosmische Seite. Dasjenige, was in unsere Sinne eindringt, das vibriert, das wellt in dem ganzen Kosmos. So daß wir sagen können, dieses Gebiet, das da in unsere Sinne hineinragt, das ist nicht nur da bei den Sinnen, sondern das hat auch seine Ausgestaltung draußen in der Welt. Was ist es denn da? Da sind es die Planeten, die zu unserem Sonnensystem gehören.

[ 15 ] Also wenn Sie sich so wenden könnten, daß Sie mit dem, was hier hineinragt in den Sinnen, mitlaufen könnten (Pfeile), so würden Sie im Gebiete der Exusiai, der Geister der Form sein. Sie sehen das innige Ineinandergreifen der Weltenwesen. Wir schreiten hin als Menschen durch die Welt, öffnen unsere Sinne und tragen eigentlich in uns die Exusiai, die Geister der Form, die sich uns offenbaren, indem wir unsere Sinne der Außenwelt erschließen. Diese Welt der Exusiai, die geistige Welt, verbirgt sich also hinter dem Schleier der Sinneswelt. Aber diese Welt der Exusiai, die sich hinter dem Schleier der Sinneswelt verbirgt, die sich in den Menschen hineinoffenbarende Welt, sie hat, indem sie den Kosmos durchdringt, auch ihre universelle kosmische Seite. Dasjenige, was in unsere Sinne eindringt, das vibriert, das wellt in dem ganzen Kosmos. So daß wir sagen können, dieses Gebiet, das da in unsere Sinne hineinragt, das ist nicht nur da bei den Sinnen, sondern das hat auch seine Ausgestaltung draußen in der Welt. Was ist es denn da? Da sind es die Planeten, die zu unserem Sonnensystem gehören.

[ 16 ] Wahrhaftig, der Zusammenhang der Planeten unseres Sonnensystems bildet einen Körper, der zu einem Geistwesen gehört, und dieses Geistwesen schließt die Exusiai ein, die sich eben in den Oflenbarungen unserer Sinne kundgeben und die ihre objektive Seite draußen im Universum haben, in den Planeten. Und eingebettet in alles das, was so nun ist, eingebettet also gleichsam in diesen ganzen Strom des Exusiai-Wirkens sindandere Wesen. Die liegen hinter diesen Exusiai. Ich möchte sagen, nicht so weit, wie die Exusiai vordringen, dringen andere Wesen vor. Die sind da draußen in demselben Gebiete, aber sie kommen nicht an uns heran (siehe Zeichnung): das sind die Wesen der Hierarchie der Archai, der Archangeloi, der Angeloi.

[ 16 ] Wahrhaftig, der Zusammenhang der Planeten unseres Sonnensystems bildet einen Körper, der zu einem Geistwesen gehört, und dieses Geistwesen schließt die Exusiai ein, die sich eben in den Oflenbarungen unserer Sinne kundgeben und die ihre objektive Seite draußen im Universum haben, in den Planeten. Und eingebettet in alles das, was so nun ist, eingebettet also gleichsam in diesen ganzen Strom des Exusiai-Wirkens sindandere Wesen. Die liegen hinter diesen Exusiai. Ich möchte sagen, nicht so weit, wie die Exusiai vordringen, dringen andere Wesen vor. Die sind da draußen in demselben Gebiete, aber sie kommen nicht an uns heran (siehe Zeichnung): das sind die Wesen der Hierarchie der Archai, der Archangeloi, der Angeloi.

Diagram 3Diagram 3

[ 17 ] Die sind schon alle auch in dem drinnen, was sich in unseren Sinnen offenbart, aber der Mensch kann das nicht in sein Bewußtsein aufnehmen. Es wirkt auf ihn, aber er kann es nicht in sein Bewußtsein aufnehmen. So daß Sie sagen können: Wir stoßen durch unsere Sinne an eine Welt — das Gebiet der Exusiai mit dem Planetensystem (rot, blau, orange, siehe Zeichnung S. 97), und in dieses ganze Gebiet ist auch eingebettet die Hierarchie der Archai, der Archangeloi, der Angeloi. Diese sind gewissermaßen die Diener der Exusiai. Aber der Mensch nimmt von alledem nur die Außenseite wahr; er nimmt eben nur den vor ihm ausgebreiteten Sinnesteppich wahr.

[ 17 ] Die sind schon alle auch in dem drinnen, was sich in unseren Sinnen offenbart, aber der Mensch kann das nicht in sein Bewußtsein aufnehmen. Es wirkt auf ihn, aber er kann es nicht in sein Bewußtsein aufnehmen. So daß Sie sagen können: Wir stoßen durch unsere Sinne an eine Welt — das Gebiet der Exusiai mit dem Planetensystem (rot, blau, orange, siehe Zeichnung S. 97), und in dieses ganze Gebiet ist auch eingebettet die Hierarchie der Archai, der Archangeloi, der Angeloi. Diese sind gewissermaßen die Diener der Exusiai. Aber der Mensch nimmt von alledem nur die Außenseite wahr; er nimmt eben nur den vor ihm ausgebreiteten Sinnesteppich wahr.

[ 18 ] So ist es mit dem, was außer uns ist. Wiederum anders ist es mit dem, was in uns ist, jetzt auch leiblich in uns ist. Sie können ja, nachdem Sie jetzt gehört haben, was da angrenzt an unsere Sinne, hingehen und können fragen: Was ist unmittelbar hinter unseren Sinnen nach innen zu gelegen? — Wir haben gesehen: Es setzt sich fort das Auge im Sehnerv nach innen. Alle Sinne setzen sich fort in ihrem entsprechenden Nerv nach innen. Wenn sich so die Sinne nach innen fortsetzen, so bekommen Sie von den zwölf Sinnen nach innen einen wunderbaren Bau. Es ist sehr kompliziert. Man könnte es sich vereinfachen, indem man sagte: zwölferlei Stränge nach dem Innern, zwölferlei Sinnessphären; also außen die Sinneszone, daran anschließend dasjenige, was die Sinne nun nach innen schicken.

[ 18 ] So ist es mit dem, was außer uns ist. Wiederum anders ist es mit dem, was in uns ist, jetzt auch leiblich in uns ist. Sie können ja, nachdem Sie jetzt gehört haben, was da angrenzt an unsere Sinne, hingehen und können fragen: Was ist unmittelbar hinter unseren Sinnen nach innen zu gelegen? — Wir haben gesehen: Es setzt sich fort das Auge im Sehnerv nach innen. Alle Sinne setzen sich fort in ihrem entsprechenden Nerv nach innen. Wenn sich so die Sinne nach innen fortsetzen, so bekommen Sie von den zwölf Sinnen nach innen einen wunderbaren Bau. Es ist sehr kompliziert. Man könnte es sich vereinfachen, indem man sagte: zwölferlei Stränge nach dem Innern, zwölferlei Sinnessphären; also außen die Sinneszone, daran anschließend dasjenige, was die Sinne nun nach innen schicken.

[ 19 ] Das ist ein sehr komplizierter Bau. Woher rührt der, wenn wir den Menschen als makrokosmisches Wesen betrachten? Das, was da hinter den Sinnen nach innen liegt, das kommt von den Dynamis, von den Geistern der Bewegung. So daß weiter nach innen gehend hier sich an die Sinne anschließen die Taten der Dynamis, der Geister der Bewegung (siehe Zeichnung S. 97). Sie könnten nicht denken, wenn die Geister der Bewegung nicht an den Denkapparaten, welche die Fortsetzung der Sinnesapparate sind, arbeiten würden. Wenn Sie nach außen sehen, sehen Sie die Exusiai die Naturordnung machen. Sie sehen diese Exusiai an den Menschen herankommen mit ihren Dienern, den Archai, den Archangeloi, den Angeloi. Aber wenn Sie an Ihr Inneres denken, dann müssen Sie denken, daß Sie dieses Innere verdanken den Geistern der Bewegung, die Ihnen den Denkapparat als Fortsetzung Ihres Sinnesapparates nach innen zubereiten; nicht den Kombinierungsapparat, der ein bloß umgestalteter Geruchsapparat ist, sondern den Denkapparat, den der Mensch im gewöhnlichen physischen Leben gar nicht gebraucht. Denn der Mensch gebraucht den Geruchsapparat, den bloß umgewandelten Geruchsapparat. Er hat sich schon abgewöhnt, die Sinnessphäre zu benützen; er würde ganz anders denken, wenn er die zwölf nach innen gehenden Fortsetzungen der Sinnessphäre wirklich benützen könnte.

[ 19 ] Das ist ein sehr komplizierter Bau. Woher rührt der, wenn wir den Menschen als makrokosmisches Wesen betrachten? Das, was da hinter den Sinnen nach innen liegt, das kommt von den Dynamis, von den Geistern der Bewegung. So daß weiter nach innen gehend hier sich an die Sinne anschließen die Taten der Dynamis, der Geister der Bewegung (siehe Zeichnung S. 97). Sie könnten nicht denken, wenn die Geister der Bewegung nicht an den Denkapparaten, welche die Fortsetzung der Sinnesapparate sind, arbeiten würden. Wenn Sie nach außen sehen, sehen Sie die Exusiai die Naturordnung machen. Sie sehen diese Exusiai an den Menschen herankommen mit ihren Dienern, den Archai, den Archangeloi, den Angeloi. Aber wenn Sie an Ihr Inneres denken, dann müssen Sie denken, daß Sie dieses Innere verdanken den Geistern der Bewegung, die Ihnen den Denkapparat als Fortsetzung Ihres Sinnesapparates nach innen zubereiten; nicht den Kombinierungsapparat, der ein bloß umgestalteter Geruchsapparat ist, sondern den Denkapparat, den der Mensch im gewöhnlichen physischen Leben gar nicht gebraucht. Denn der Mensch gebraucht den Geruchsapparat, den bloß umgewandelten Geruchsapparat. Er hat sich schon abgewöhnt, die Sinnessphäre zu benützen; er würde ganz anders denken, wenn er die zwölf nach innen gehenden Fortsetzungen der Sinnessphäre wirklich benützen könnte.

[ 20 ] Im Gehirn liegt zum Beispiel hinter der Vorderhirnsphäre, die im wesentlichen umgearbeitetes Geruchsorgan ist, die Sehsphäre. Die benützt der Mensch kaum, denkt nur gewöhnlich durch die Geruchssphäre. Umgearbeitet benützt er sie, indem er kombiniert. Würde er sie unmittelbar benützen, würde er sein Vorderhirn ausschalten, dieses nur für die äußere sinnliche Welt zubereitete Vorderhirn ausschalten und denken mit der unmittelbaren, mit der Vierhügelpartie, mit der Sehpartie, da wo sie einmündet in das Gehirn, dann würde er Imaginationen haben.

[ 20 ] Im Gehirn liegt zum Beispiel hinter der Vorderhirnsphäre, die im wesentlichen umgearbeitetes Geruchsorgan ist, die Sehsphäre. Die benützt der Mensch kaum, denkt nur gewöhnlich durch die Geruchssphäre. Umgearbeitet benützt er sie, indem er kombiniert. Würde er sie unmittelbar benützen, würde er sein Vorderhirn ausschalten, dieses nur für die äußere sinnliche Welt zubereitete Vorderhirn ausschalten und denken mit der unmittelbaren, mit der Vierhügelpartie, mit der Sehpartie, da wo sie einmündet in das Gehirn, dann würde er Imaginationen haben.

[ 21 ] So ist es auch mit den andern Sinnen. Der Mensch hat schon Imaginationen auch in der physischen Welt, weil immer eine Welt in die andere hineinragt. Aber diese Imaginationen, die der Mensch in der physischen Welt hat, die erkennt er nicht als wirkliche Imaginationen an: es sind nämlich die Geruchsimaginationen. Was der Mensch riecht, das ist eigentlich für das gewöhnliche sinnliche Leben das einzige imaginative Gebiet. Aber ein viel edleres imaginatives Gebiet würde zum Beispiel aus der Sehsphäre stammen können und aus andern Sinnessphären.

[ 21 ] So ist es auch mit den andern Sinnen. Der Mensch hat schon Imaginationen auch in der physischen Welt, weil immer eine Welt in die andere hineinragt. Aber diese Imaginationen, die der Mensch in der physischen Welt hat, die erkennt er nicht als wirkliche Imaginationen an: es sind nämlich die Geruchsimaginationen. Was der Mensch riecht, das ist eigentlich für das gewöhnliche sinnliche Leben das einzige imaginative Gebiet. Aber ein viel edleres imaginatives Gebiet würde zum Beispiel aus der Sehsphäre stammen können und aus andern Sinnessphären.

[ 22 ] Nach innen zu gesehen sind die Geister der Bewegung da. Und weiter nach innen zu kommen wir zu den Gebieten, die nun nicht das Denken beherrschen, sondern das Fühlen nach innen zu beherrschen, die Organe des Fühlens, was zumeist drüsige Organe sind in Wirklichkeit. Diese Organe sind die Taten der Geister, die wir nennen die Kyriotetes, die Geister der Weisheit. Fühlende Wesen sind wir als Menschen dadurch, daß die Geister der Weisheit an uns arbeiten. Wollende Wesen sind wir dadurch, daß die Geister des Willens, die Throne an uns arbeiten. Noch weiter nach innen gelegen, arbeiten die Throne, die Geister des Willens an den Organen unseres Wollens (siehe Zeichnung S. 97).

[ 22 ] Nach innen zu gesehen sind die Geister der Bewegung da. Und weiter nach innen zu kommen wir zu den Gebieten, die nun nicht das Denken beherrschen, sondern das Fühlen nach innen zu beherrschen, die Organe des Fühlens, was zumeist drüsige Organe sind in Wirklichkeit. Diese Organe sind die Taten der Geister, die wir nennen die Kyriotetes, die Geister der Weisheit. Fühlende Wesen sind wir als Menschen dadurch, daß die Geister der Weisheit an uns arbeiten. Wollende Wesen sind wir dadurch, daß die Geister des Willens, die Throne an uns arbeiten. Noch weiter nach innen gelegen, arbeiten die Throne, die Geister des Willens an den Organen unseres Wollens (siehe Zeichnung S. 97).

[ 23 ] So wie nun makrokosmisch die Exusiai, die Geister der Form, in den Planeten ihren Leib haben, der gewissermaßen die äußere sichtbare Seite uns zuwendet für das gewöhnliche Bewußtsein, so haben die Geister der Bewegung — sonderbarerweise, aber es ist so — ihre Außenseite in den Fixsternen. Ihre Innenseite sieht nur der Tote zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist die geistige Seite, von der andern Seite gesehen. Dagegen die Geister der Weisheit und die Throne haben äußere Sichtbarkeit überhaupt nicht mehr; sie sind geistiger Natur. Man kann vergleichsweise sagen, sie liegen hinter den Planeten und hinter den Fixsternen. Und indem der Tote herunterschaut auf dasjenige, was am Menschen wirkt im menschlichen Fühlen und im menschlichen Wollen, schaut der Tote fortwährend hin auf die Kyriotetes, auf die Throne. Was ich Ihnen gesagt habe, daß der Tote mit den Menschen, mit denen er karmisch verbunden ist, einen Zusammenhang hat, das wird ihm vermittelt durch die Kyriotetes und durch die Throne. Der Tote schaut herein in die Sphäre, die auf unsichtbare Weise draußen in der objektiven Welt wirkt und eigentlich sichtbar nur wird in ihrem Geschöpf, in dem menschlichen Fühlen und in dem menschlichen Wollen. Zu dem Toten glänzt hinauf dasjenige, was hier die Menschen fühlen und wollen, und der Tote sagt: Im Leibe der Dynamis, im Leibe der Kyriotetes, im Leibe der Throne erglänzt Denken, Fühlen und Wollen der Menschen. — Wie wir hinaufsehen zu den Sternen, sieht der Tote in die Erdensphäre herunter, in die Menschensphäre. Nur, wir blicken das Mineralische an den Sternen an, das äußere Physische; der Tote sieht nicht das äußere Physische der Drüsen, der Bewegungsorgane, also auch des Blutes, sondern der Tote sieht dafür die geistige Seite, die Kyriotetes, die Throne. Wie wir zum Himmel aufblicken, seinen sichtbaren Sinn von außen schauen, schaut der Tote nieder, um das Firmament der Menschheit zu schauen. Das Geistige dieses Firmaments erscheint ihm hinauf. Das ist des Toten Geheimnis.

[ 23 ] So wie nun makrokosmisch die Exusiai, die Geister der Form, in den Planeten ihren Leib haben, der gewissermaßen die äußere sichtbare Seite uns zuwendet für das gewöhnliche Bewußtsein, so haben die Geister der Bewegung — sonderbarerweise, aber es ist so — ihre Außenseite in den Fixsternen. Ihre Innenseite sieht nur der Tote zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist die geistige Seite, von der andern Seite gesehen. Dagegen die Geister der Weisheit und die Throne haben äußere Sichtbarkeit überhaupt nicht mehr; sie sind geistiger Natur. Man kann vergleichsweise sagen, sie liegen hinter den Planeten und hinter den Fixsternen. Und indem der Tote herunterschaut auf dasjenige, was am Menschen wirkt im menschlichen Fühlen und im menschlichen Wollen, schaut der Tote fortwährend hin auf die Kyriotetes, auf die Throne. Was ich Ihnen gesagt habe, daß der Tote mit den Menschen, mit denen er karmisch verbunden ist, einen Zusammenhang hat, das wird ihm vermittelt durch die Kyriotetes und durch die Throne. Der Tote schaut herein in die Sphäre, die auf unsichtbare Weise draußen in der objektiven Welt wirkt und eigentlich sichtbar nur wird in ihrem Geschöpf, in dem menschlichen Fühlen und in dem menschlichen Wollen. Zu dem Toten glänzt hinauf dasjenige, was hier die Menschen fühlen und wollen, und der Tote sagt: Im Leibe der Dynamis, im Leibe der Kyriotetes, im Leibe der Throne erglänzt Denken, Fühlen und Wollen der Menschen. — Wie wir hinaufsehen zu den Sternen, sieht der Tote in die Erdensphäre herunter, in die Menschensphäre. Nur, wir blicken das Mineralische an den Sternen an, das äußere Physische; der Tote sieht nicht das äußere Physische der Drüsen, der Bewegungsorgane, also auch des Blutes, sondern der Tote sieht dafür die geistige Seite, die Kyriotetes, die Throne. Wie wir zum Himmel aufblicken, seinen sichtbaren Sinn von außen schauen, schaut der Tote nieder, um das Firmament der Menschheit zu schauen. Das Geistige dieses Firmaments erscheint ihm hinauf. Das ist des Toten Geheimnis.

[ 24 ] Sie sehen, welche Gegenseitigkeit da herrscht im Weltenall. Erkennt man diese Gegenseitigkeit, dann gewinnt die menschliche Wesenheit ein merkwürdiges Antlitz! Kurioserweise gewinnt sie das Antlitz, daß man sich sagt: Wir blicken hinauf zu den Sternen, suchen die Geister der Form in ihrer Außenseite in den Planeten, die Geister der Bewegung in den Fixsternen; dann entschwindet uns das in den fernen Perspektiven in den Geist hinein. Aus dieser Sphäre schaut der Tote hinunter, blickt auf dasjenige, was der Mensch hier verträumt, verschläft. In dem aber sieht er sein Jenseits; da glänzen ihm die Geiststerne hinauf in seine Welt hinein. Und der Mensch ist eingebettet in dieses Wesen.

[ 24 ] Sie sehen, welche Gegenseitigkeit da herrscht im Weltenall. Erkennt man diese Gegenseitigkeit, dann gewinnt die menschliche Wesenheit ein merkwürdiges Antlitz! Kurioserweise gewinnt sie das Antlitz, daß man sich sagt: Wir blicken hinauf zu den Sternen, suchen die Geister der Form in ihrer Außenseite in den Planeten, die Geister der Bewegung in den Fixsternen; dann entschwindet uns das in den fernen Perspektiven in den Geist hinein. Aus dieser Sphäre schaut der Tote hinunter, blickt auf dasjenige, was der Mensch hier verträumt, verschläft. In dem aber sieht er sein Jenseits; da glänzen ihm die Geiststerne hinauf in seine Welt hinein. Und der Mensch ist eingebettet in dieses Wesen.

[ 25 ] Da bekommt dasjenige, was in den ersten Szenen des Mysteriums «Die Prüfung der Seele» gesagt ist, eine eigentümliche Beleuchtung. Lesen Sie sich diese ersten Szenen der «Prüfung der Seele» durch, die Worte des Capesius, und Sie werden sehen, daß von der ethischen Seite aus dort alles gesagt ist, was jetzt gewissermaßen von seiten der Himmelskunde aus gesagt wird. Die Art und Weise, wie sie im Bewußtsein der Menschen wirken kann, diese Himmelskunde, auf das ist aufmerksam gemacht in den ersten Szenen in der «Prüfung der Seele».

[ 25 ] Da bekommt dasjenige, was in den ersten Szenen des Mysteriums «Die Prüfung der Seele» gesagt ist, eine eigentümliche Beleuchtung. Lesen Sie sich diese ersten Szenen der «Prüfung der Seele» durch, die Worte des Capesius, und Sie werden sehen, daß von der ethischen Seite aus dort alles gesagt ist, was jetzt gewissermaßen von seiten der Himmelskunde aus gesagt wird. Die Art und Weise, wie sie im Bewußtsein der Menschen wirken kann, diese Himmelskunde, auf das ist aufmerksam gemacht in den ersten Szenen in der «Prüfung der Seele».

[ 26 ] Und dann kommen die höheren Welten, wenn man das Wort «höheren» anwenden will, dasjenige, was über dem Menschen und diesem Weltenall draußen liegt. Ich werde versuchen, schematisch das ein wenig darzustellen; aber ich muß dabei ein bißchen an Ihren guten Willen des Begreifens appellieren. Wir können sagen, wenn hier eine Art Grenze ist (siehe dazu auch die Zeichnung auf S. 97, gelb), so verliert sich die Welt der Planeten, die Welt der Fixsterne hier ins Geistige hinein — von der andern Seite kommt es wiederum. So daß wir hier die Wollenssphäre der Menschen haben, die Gefühlssphäre, da erscheinen die Geister der Weisheit. Da haben wir diese Ordnung.

[ 26 ] Und dann kommen die höheren Welten, wenn man das Wort «höheren» anwenden will, dasjenige, was über dem Menschen und diesem Weltenall draußen liegt. Ich werde versuchen, schematisch das ein wenig darzustellen; aber ich muß dabei ein bißchen an Ihren guten Willen des Begreifens appellieren. Wir können sagen, wenn hier eine Art Grenze ist (siehe dazu auch die Zeichnung auf S. 97, gelb), so verliert sich die Welt der Planeten, die Welt der Fixsterne hier ins Geistige hinein — von der andern Seite kommt es wiederum. So daß wir hier die Wollenssphäre der Menschen haben, die Gefühlssphäre, da erscheinen die Geister der Weisheit. Da haben wir diese Ordnung.

Diagram 5Diagram 5

[ 27 ] Nun können Sie sich aber eine Ordnung, die beiden gemeinschaftlich ist, denken, wo Mensch und Weltenall drinnen ist, wo wir so eingebettet sind, daß auf der einen Seite wir, die wir hinaufglänzen zu den Toten, und auf der andern Seite der Sternenhimmel, der hinunterglänzt zu uns, darin eingebettet sind. Da kommen wir schon zu den Hierarchien, die, wenn man das Wort gebrauchen will, höher stehen als die Throne: zu den Cherubim und Seraphim. Sie können sich denken, daß von diesem Gesichtspunkte aus, der jetzt angeführt worden ist, man nicht von physischen Außenseiten der Cherubim und Seraphim sprechen kann, weil sie natürlich noch höhere Geister sind; aber sie sind schon so geistig — hier muß ich eben wirklich an Ihren sehr guten Willen zum Verständnis appellieren —, sie sind schon so geistig, diese Cherubim und Seraphim, daß ihr Auswirken von einer andern, ganz unbekannten Seite wiederum heraufkommt.

[ 27 ] Nun können Sie sich aber eine Ordnung, die beiden gemeinschaftlich ist, denken, wo Mensch und Weltenall drinnen ist, wo wir so eingebettet sind, daß auf der einen Seite wir, die wir hinaufglänzen zu den Toten, und auf der andern Seite der Sternenhimmel, der hinunterglänzt zu uns, darin eingebettet sind. Da kommen wir schon zu den Hierarchien, die, wenn man das Wort gebrauchen will, höher stehen als die Throne: zu den Cherubim und Seraphim. Sie können sich denken, daß von diesem Gesichtspunkte aus, der jetzt angeführt worden ist, man nicht von physischen Außenseiten der Cherubim und Seraphim sprechen kann, weil sie natürlich noch höhere Geister sind; aber sie sind schon so geistig — hier muß ich eben wirklich an Ihren sehr guten Willen zum Verständnis appellieren —, sie sind schon so geistig, diese Cherubim und Seraphim, daß ihr Auswirken von einer andern, ganz unbekannten Seite wiederum heraufkommt.

[ 28 ] Nicht wahr, die Exusiai, die Geister der Form, sind direkt sinnlich wahrzunehmen in den Planeten; das ist einfach ihre Seite, die sie uns zuwenden. Die Geister der Bewegung sind direkt wahrzunehmen in den Fixsternen; das ist die Seite, die sie uns zuwenden. Aber die Cherubim und Seraphim, die sind so nicht sinnlich wahrnehmbar, daß sie uns gewissermaßen ihre andere Seite zuwenden. Aber sie sind so stark unwahrnehmbar — ich bitte, das eben hinzunehmen und etwas darüber nachzudenken —, daß die Unwahrnehmbarkeit schon wiederum wahrnehmbar wird. Also dasjenige, was in der Welt lebt durch Cherubim und Seraphim, das ist in so hohem Grade unwahrnehmbar, daß die Unwahrnehmbarkeit schon wiederum wahrgenommen wird. Es entzieht sich das so stark dem menschlichen Bewußtsein, daß der Mensch dieses Dem-Bewußtsein-Entziehen merkt.

[ 28 ] Nicht wahr, die Exusiai, die Geister der Form, sind direkt sinnlich wahrzunehmen in den Planeten; das ist einfach ihre Seite, die sie uns zuwenden. Die Geister der Bewegung sind direkt wahrzunehmen in den Fixsternen; das ist die Seite, die sie uns zuwenden. Aber die Cherubim und Seraphim, die sind so nicht sinnlich wahrnehmbar, daß sie uns gewissermaßen ihre andere Seite zuwenden. Aber sie sind so stark unwahrnehmbar — ich bitte, das eben hinzunehmen und etwas darüber nachzudenken —, daß die Unwahrnehmbarkeit schon wiederum wahrnehmbar wird. Also dasjenige, was in der Welt lebt durch Cherubim und Seraphim, das ist in so hohem Grade unwahrnehmbar, daß die Unwahrnehmbarkeit schon wiederum wahrgenommen wird. Es entzieht sich das so stark dem menschlichen Bewußtsein, daß der Mensch dieses Dem-Bewußtsein-Entziehen merkt.

[ 29 ] So kann man sagen: Die Cherubim, die kommen schon wiederum zum Vorschein, wenn auch eben sich das gerade auf die Weise dokumentiert, daß sie so tief verborgen sind, daß man ihre Verborgenheit merkt. Die Cherubim erscheinen nicht nur symbolisch, sondern ganz objektiv in dem, was sich in der Gewitterwolke zuträgt, in dem, was sich zuträgt, wenn ein Planet beherrscht wird von vulkanischen Kräften. Und die Seraphim kommen in dem, was als Blitz aus der Wolke zuckt, oder in dem, was als Feuer in den vulkanischen Wirkungen zutage tritt, wirklich so zum Vorschein, daß eben ihre Unwahrnehmbarkeit in diesen gigantischen Wirkungen der Natur wahrnehmbar wird.

[ 29 ] So kann man sagen: Die Cherubim, die kommen schon wiederum zum Vorschein, wenn auch eben sich das gerade auf die Weise dokumentiert, daß sie so tief verborgen sind, daß man ihre Verborgenheit merkt. Die Cherubim erscheinen nicht nur symbolisch, sondern ganz objektiv in dem, was sich in der Gewitterwolke zuträgt, in dem, was sich zuträgt, wenn ein Planet beherrscht wird von vulkanischen Kräften. Und die Seraphim kommen in dem, was als Blitz aus der Wolke zuckt, oder in dem, was als Feuer in den vulkanischen Wirkungen zutage tritt, wirklich so zum Vorschein, daß eben ihre Unwahrnehmbarkeit in diesen gigantischen Wirkungen der Natur wahrnehmbar wird.

[ 30 ] Daher haben in alten Zeiten, wo man solche Dinge durchschaut hat, die Menschen auf der einen Seite hingeblickt zum Sternenhimmel, der ihnen das Mannigfaltigste geoffenbart hat: die Geheimnisse der Exusiai, die Geheimnisse der Dynamis. Dann haben sie die höheren Geheimnisse zu enthüllen versucht in dem, worüber sich der Mensch heute lustig macht: aus dem Inneren der menschlichen Leiber — wie man trivial sagt —, aus den Eingeweiden. Dann aber waren sie sich dessen bewußt, daß die größten Wirkungen, die wirklich dem Sonnensystem gemeinschaftlich sind, von einer ganz umgekehrten Seite her sich in den Feuer- und Gewitterwirkungen, in den Erdbeben und vulkanischen Wirkungen ankündigen. Das Schöpferischste, das in den Seraphim und Cherubim liegt, kündigt sich an durch seine zerstörerischste Seite, kurioserweise. Es ist eben die Kehrseite, es ist das absolut Negative, aber das Geistige ist so geistig stark da, daß eben schon seine Unwahrnehmbarkeit, sein Nichtdasein, wahrgenommen wird von den Sinnen.

[ 30 ] Daher haben in alten Zeiten, wo man solche Dinge durchschaut hat, die Menschen auf der einen Seite hingeblickt zum Sternenhimmel, der ihnen das Mannigfaltigste geoffenbart hat: die Geheimnisse der Exusiai, die Geheimnisse der Dynamis. Dann haben sie die höheren Geheimnisse zu enthüllen versucht in dem, worüber sich der Mensch heute lustig macht: aus dem Inneren der menschlichen Leiber — wie man trivial sagt —, aus den Eingeweiden. Dann aber waren sie sich dessen bewußt, daß die größten Wirkungen, die wirklich dem Sonnensystem gemeinschaftlich sind, von einer ganz umgekehrten Seite her sich in den Feuer- und Gewitterwirkungen, in den Erdbeben und vulkanischen Wirkungen ankündigen. Das Schöpferischste, das in den Seraphim und Cherubim liegt, kündigt sich an durch seine zerstörerischste Seite, kurioserweise. Es ist eben die Kehrseite, es ist das absolut Negative, aber das Geistige ist so geistig stark da, daß eben schon seine Unwahrnehmbarkeit, sein Nichtdasein, wahrgenommen wird von den Sinnen.

[ 31 ] Da haben Sie den Menschen wieder hineingestellt in den Makrokosmos. Und gleichzeitig können Sie einsehen, daß in diesem ganzen Makrokosmos etwas ist, was bei den Cherubim beginnt und nach oben zu ihnen selber hingeht, und das sich nur, ich möchte sagen, abspiegelt, abschattet in den gigantischen Wirkungen, die wir zuletzt angeführt haben. Das gibt Ihnen die Perspektive auf eine Naturwissenschaft, die zu gleicher Zeit Geisteswissenschaft ist; es gibt Ihnen die Perspektive auf eine Wissenschaft, welche das ganze Weltenall wirklich als Geistall schaut, welche sich nicht begnügt bei dem verschwommenen Pantheismus und bei andern «Panen», sondern welche auf dasjenige wirklich eingeht, was als Geistiges dem Weltenall zugrunde liegt.

[ 31 ] Da haben Sie den Menschen wieder hineingestellt in den Makrokosmos. Und gleichzeitig können Sie einsehen, daß in diesem ganzen Makrokosmos etwas ist, was bei den Cherubim beginnt und nach oben zu ihnen selber hingeht, und das sich nur, ich möchte sagen, abspiegelt, abschattet in den gigantischen Wirkungen, die wir zuletzt angeführt haben. Das gibt Ihnen die Perspektive auf eine Naturwissenschaft, die zu gleicher Zeit Geisteswissenschaft ist; es gibt Ihnen die Perspektive auf eine Wissenschaft, welche das ganze Weltenall wirklich als Geistall schaut, welche sich nicht begnügt bei dem verschwommenen Pantheismus und bei andern «Panen», sondern welche auf dasjenige wirklich eingeht, was als Geistiges dem Weltenall zugrunde liegt.

[ 32 ] Diese Dinge werden Ihnen auch verständlich machen, daß der Mensch nach einer gewissen Seite hin eine Zwienatur haben muß. Nehmen wir den Menschen, wie er lebt vom Aufwachen bis zum Einschlafen; er lebt in seinen Sinnen darinnen, in der sinnlichen Umgebung, wenn man die Außenseite so wahrnimmt, wie ich das angedeutet habe. Aber von dem Menschen lebt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen der andere Teil. Der ist nur im gegenwärtigen Menschheitszyklus so unvollkommen, daß der Mensch sich nicht bewußt wird dessen, was er während des Schlafens erlebt. Aber während des Schlafens, da erlebt der Mensch sein Zusammensein mit dem Kosmos, mit dem außerirdischen Kosmos, ebenso wie er während des Wachens sein Zusammenleben mit dem irdischen Kosmos mit den Sinnen erlebt. Nur bleibt das andere, das Zusammenleben mit dem außerirdischen Kosmos, ihm unbewußt. In dem Augenblicke, wo Sie einschlafen, machen Sie die Bewegungen des Kosmos geistig mit, gehen Sie in eine ganz andere Sphäre hinein. Sie machen sich fix, wenn Sie aufwachen; Sie machen sich beweglich gegenüber dem Kosmos, indem Sie einschlafen. Sie leben das Leben des Kosmos mit, indem Sie einschlafen; Sie reißen sich heraus aus dem Kosmos, indem Sie aufwachen. So daß Sie sagen können: Der Mensch kann anerkennen in seiner eigenen Natur, in seiner eigenen Wesenheit einen Teil, der im Kosmos schwimmt, der im Kosmos mitlebt. Wenn daher der alte Astrologe in dem Sinne, wie das in den letzten Betrachtungen gemeint war, den Kosmos mit seinen Geheimnissen erforschte, so erforschte er das, worinnen der Mensch mitschwimmt mit dem Teil seines Wesens, der schläft. Da schwimmt der Mensch mit dem mit, was der Astrologe zu erforschen versucht, der wirkliche Astrologe, nicht der bloß rechnende, mathematische der neueren Zeit.

[ 32 ] Diese Dinge werden Ihnen auch verständlich machen, daß der Mensch nach einer gewissen Seite hin eine Zwienatur haben muß. Nehmen wir den Menschen, wie er lebt vom Aufwachen bis zum Einschlafen; er lebt in seinen Sinnen darinnen, in der sinnlichen Umgebung, wenn man die Außenseite so wahrnimmt, wie ich das angedeutet habe. Aber von dem Menschen lebt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen der andere Teil. Der ist nur im gegenwärtigen Menschheitszyklus so unvollkommen, daß der Mensch sich nicht bewußt wird dessen, was er während des Schlafens erlebt. Aber während des Schlafens, da erlebt der Mensch sein Zusammensein mit dem Kosmos, mit dem außerirdischen Kosmos, ebenso wie er während des Wachens sein Zusammenleben mit dem irdischen Kosmos mit den Sinnen erlebt. Nur bleibt das andere, das Zusammenleben mit dem außerirdischen Kosmos, ihm unbewußt. In dem Augenblicke, wo Sie einschlafen, machen Sie die Bewegungen des Kosmos geistig mit, gehen Sie in eine ganz andere Sphäre hinein. Sie machen sich fix, wenn Sie aufwachen; Sie machen sich beweglich gegenüber dem Kosmos, indem Sie einschlafen. Sie leben das Leben des Kosmos mit, indem Sie einschlafen; Sie reißen sich heraus aus dem Kosmos, indem Sie aufwachen. So daß Sie sagen können: Der Mensch kann anerkennen in seiner eigenen Natur, in seiner eigenen Wesenheit einen Teil, der im Kosmos schwimmt, der im Kosmos mitlebt. Wenn daher der alte Astrologe in dem Sinne, wie das in den letzten Betrachtungen gemeint war, den Kosmos mit seinen Geheimnissen erforschte, so erforschte er das, worinnen der Mensch mitschwimmt mit dem Teil seines Wesens, der schläft. Da schwimmt der Mensch mit dem mit, was der Astrologe zu erforschen versucht, der wirkliche Astrologe, nicht der bloß rechnende, mathematische der neueren Zeit.

[ 33 ] In dem Augenblicke, wo der Mensch das sieht, was er mit dem Teil seines Wesens erlebt, der schläft, in dem Augenblicke steht er vor dem, was man ungefähr bis in das 15. Jahrhundert herein in Wirklichkeit die Natur genannt hat. Das hat man die Natur genannt, was da der Mensch erlebt. Die Griechen nannten dasselbe, was man im Mittelalter die Natur nannte, Proserpina, Persephone. Natürlich beschrieb man die Mysterien der Persephone anders in Griechenland, anders im Mittelalter. Aber Sie können sich überzeugen, daß das Mittelalter diese Dinge kannte, wenn Sie solche Beschreibungen der Natur und ihrer Geheimnisse lesen, wie Sie sie bei Bernardus Silvestris finden. Da beginnt, in dem Werke «De mundi universitate» von Bernardus Silvestris, die Schilderung der Erlebnisse, die der Mensch hat, wenn er für den Teil erwacht, der den Kosmos mitmacht, der sonst verschlafen wird.

[ 33 ] In dem Augenblicke, wo der Mensch das sieht, was er mit dem Teil seines Wesens erlebt, der schläft, in dem Augenblicke steht er vor dem, was man ungefähr bis in das 15. Jahrhundert herein in Wirklichkeit die Natur genannt hat. Das hat man die Natur genannt, was da der Mensch erlebt. Die Griechen nannten dasselbe, was man im Mittelalter die Natur nannte, Proserpina, Persephone. Natürlich beschrieb man die Mysterien der Persephone anders in Griechenland, anders im Mittelalter. Aber Sie können sich überzeugen, daß das Mittelalter diese Dinge kannte, wenn Sie solche Beschreibungen der Natur und ihrer Geheimnisse lesen, wie Sie sie bei Bernardus Silvestris finden. Da beginnt, in dem Werke «De mundi universitate» von Bernardus Silvestris, die Schilderung der Erlebnisse, die der Mensch hat, wenn er für den Teil erwacht, der den Kosmos mitmacht, der sonst verschlafen wird.

[ 34 ] Insbesondere großartig sind diese Dinge geschildert bei Alanus ab Insulis, aus dem Gebiete heraus, das wir öfter erwähnten; denn mit der «Insel» ist bei Alanus ab Insulis Irland gemeint, Hybernia. Sie finden in seinem Werke «De planctu naturae» und in seinem « Anticlaudianus» parallelisiert den Proserpinamythus und dasjenige, was er über die Natur zu sagen hat. Und Sie finden, daß alles wiederum aufersteht bei dem großen Lehrer des Dante, den ich einmal hier angeführt habe, bei Brunetto Latini. Sie finden die Lehren des Brunetto Latini übergegangen in Dantes eigene Anschauungen. Lesen Sie die Partien der «Göttlichen Komödie», in denen Dante schildert die Matelda, die Partie, die wirklich wie ein Ei dem andern dem Proserpinamythus gleicht, was auch schon die äußere Wissenschaft bemerkt hat, so werden Sie sich ein Bewußtsein davon aneignen — aus Bernardus Silvestris, aus Alanus ab Insulis, aus Brunetto Latini und aus Dante können Sie sich ein Bewußtsein aneignen, aus vielem andern auch —, wie bis in die Zeiten, wo die neue Epoche aufgegangen ist, bei den Menschen ein Bewußtsein vorhanden war von jener andern Welt des Zusammenlebens des Menschen als Mikrokosmos mit dem Makrokosmos.

[ 34 ] Insbesondere großartig sind diese Dinge geschildert bei Alanus ab Insulis, aus dem Gebiete heraus, das wir öfter erwähnten; denn mit der «Insel» ist bei Alanus ab Insulis Irland gemeint, Hybernia. Sie finden in seinem Werke «De planctu naturae» und in seinem « Anticlaudianus» parallelisiert den Proserpinamythus und dasjenige, was er über die Natur zu sagen hat. Und Sie finden, daß alles wiederum aufersteht bei dem großen Lehrer des Dante, den ich einmal hier angeführt habe, bei Brunetto Latini. Sie finden die Lehren des Brunetto Latini übergegangen in Dantes eigene Anschauungen. Lesen Sie die Partien der «Göttlichen Komödie», in denen Dante schildert die Matelda, die Partie, die wirklich wie ein Ei dem andern dem Proserpinamythus gleicht, was auch schon die äußere Wissenschaft bemerkt hat, so werden Sie sich ein Bewußtsein davon aneignen — aus Bernardus Silvestris, aus Alanus ab Insulis, aus Brunetto Latini und aus Dante können Sie sich ein Bewußtsein aneignen, aus vielem andern auch —, wie bis in die Zeiten, wo die neue Epoche aufgegangen ist, bei den Menschen ein Bewußtsein vorhanden war von jener andern Welt des Zusammenlebens des Menschen als Mikrokosmos mit dem Makrokosmos.

[ 35 ] Man unterschied auf der einen Seite die Natur, das Miterleben des Menschen mit dem Kosmos, was das Mittelalter Natura nannte, was das Altertum Proserpina nannte. Man personifizierte, unterschied dieses wiederum von der Urania, welche ebenso die Himmelssphäre beherrscht, wie die Natur dasjenige beherrscht, was der Mensch miterlebt vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Und ein tiefes Geheimnis glaubten diese mittelalterlichen Menschen zu sehen, wenn sie sprachen von der Vermählung der Natur im Menschen mit dem Nus, mit dem Verstande, mit dem Intellekt im Menschen. Und in richtiger und unrichtiger Weise wurde von diesen Menschen versucht, zu erleben im Menschen die Vermählung der Natur mit dem Nus, mit dem Verstande oder Intellekt, als mystische Hochzeit, der gegenüberstand die alchimistische Hochzeit, so wie ich das in dem Aufsatze beschrieben habe, der der erste ist über den Christian Rosenkreutz.

[ 35 ] Man unterschied auf der einen Seite die Natur, das Miterleben des Menschen mit dem Kosmos, was das Mittelalter Natura nannte, was das Altertum Proserpina nannte. Man personifizierte, unterschied dieses wiederum von der Urania, welche ebenso die Himmelssphäre beherrscht, wie die Natur dasjenige beherrscht, was der Mensch miterlebt vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Und ein tiefes Geheimnis glaubten diese mittelalterlichen Menschen zu sehen, wenn sie sprachen von der Vermählung der Natur im Menschen mit dem Nus, mit dem Verstande, mit dem Intellekt im Menschen. Und in richtiger und unrichtiger Weise wurde von diesen Menschen versucht, zu erleben im Menschen die Vermählung der Natur mit dem Nus, mit dem Verstande oder Intellekt, als mystische Hochzeit, der gegenüberstand die alchimistische Hochzeit, so wie ich das in dem Aufsatze beschrieben habe, der der erste ist über den Christian Rosenkreutz.

[ 36 ] Das sind Dinge, welche gar nicht so unendlich weit hinter uns liegen. Und Dantes eindringliches Werk — das auf der einen Seite mit ebensoviel Erhabenheit, wie auf der andern Seite mit Humor die Welt und den Menschen, die menschlichen Geheimnisse schildert —, es ist wie das Werk, welches aufbewahren wollte dasjenige, was man durch Jahrhunderte und Jahrtausende über den Zusammenhang des Menschen mit dem Makrokosmos gewußt hat. Bei Brunetto Latini findet sich dasselbe, was Dante in seiner Art dichterisch schildert, vom Standpunkte der Initiation, vom Standpunkte der Einweihung geschildert, auch an ein äußeres Ereignis angegliedert.

[ 36 ] Das sind Dinge, welche gar nicht so unendlich weit hinter uns liegen. Und Dantes eindringliches Werk — das auf der einen Seite mit ebensoviel Erhabenheit, wie auf der andern Seite mit Humor die Welt und den Menschen, die menschlichen Geheimnisse schildert —, es ist wie das Werk, welches aufbewahren wollte dasjenige, was man durch Jahrhunderte und Jahrtausende über den Zusammenhang des Menschen mit dem Makrokosmos gewußt hat. Bei Brunetto Latini findet sich dasselbe, was Dante in seiner Art dichterisch schildert, vom Standpunkte der Initiation, vom Standpunkte der Einweihung geschildert, auch an ein äußeres Ereignis angegliedert.

[ 37 ] Das Bewußtsein vom Zusammenhang des Menschen mit diesen geistigen Geheimnissen mußte eine Zeitlang gewissermaßen verborgen werden, damit sich entzündete in dem Menschen dasjenige, was der Mensch erleben kann herausgegliedert aus dem Weltenall, gewissermaßen auf sich angewiesen. Wir leben ja jetzt in dem Zeitalter, in welchem auf der einen Seite der Mensch ausgesetzt ist den Strahlungen, die ihn durchdringen von denFischen her, auf derandern Seite jedoch ausgesetzt den Strahlungen des anders wirkenden, des entgegengesetzten Sternbildes der Jungfrau. Dieses Zeitalter muß aber den Weg finden, aus der geistigen Unfruchtbarkeit herauszutreten. Gewiß, wir können nicht mehr einfach herübernehmen dasjenige, was einmal die Menschheit gewußt hat, denn das war Wissen in einer Form, wie es für die alte Menschheit brauchbar war. Dantes «Göttliche Komödie » ist, wenn auch eine große Offenbarung, so doch mehr ein Testament einer verflossenen Zeit. Eine neue Zeit braucht die Offenbarungen des geistigen Weltenalls von anderer Seite her.

[ 37 ] Das Bewußtsein vom Zusammenhang des Menschen mit diesen geistigen Geheimnissen mußte eine Zeitlang gewissermaßen verborgen werden, damit sich entzündete in dem Menschen dasjenige, was der Mensch erleben kann herausgegliedert aus dem Weltenall, gewissermaßen auf sich angewiesen. Wir leben ja jetzt in dem Zeitalter, in welchem auf der einen Seite der Mensch ausgesetzt ist den Strahlungen, die ihn durchdringen von denFischen her, auf derandern Seite jedoch ausgesetzt den Strahlungen des anders wirkenden, des entgegengesetzten Sternbildes der Jungfrau. Dieses Zeitalter muß aber den Weg finden, aus der geistigen Unfruchtbarkeit herauszutreten. Gewiß, wir können nicht mehr einfach herübernehmen dasjenige, was einmal die Menschheit gewußt hat, denn das war Wissen in einer Form, wie es für die alte Menschheit brauchbar war. Dantes «Göttliche Komödie » ist, wenn auch eine große Offenbarung, so doch mehr ein Testament einer verflossenen Zeit. Eine neue Zeit braucht die Offenbarungen des geistigen Weltenalls von anderer Seite her.

[ 38 ] Aber es ist eines möglich. Wenn man es, ich möchte sagen, eigentlich so handgreiflich hat, daß die Menschen geistige Geheimnisse bis vor wenigen Jahrhunderten gewußt haben, ist das auf das Gemüt des Menschen so wirkend, daß es ihn anfeuern kann, in der neuen Art wiederum den Weg zu suchen zu diesen Geheimnissen. Deshalb können wir schon auch aus der geschichtlichen Betrachtung Impulse holen; nur müssen wir diese geschichtliche Betrachtung so nehmen, daß wir auf das wirklich Geschichtliche zurückgehen. Denken Sie, was sind alle die äußeren Ereignisse, die in der Geschichte erzählt werden — in dieser Geschichte, womit jammervollerweise unsere Schuljugend bis zu den Ältesten hinauf aufgepäppelt wird —, was sind diese Geschichten, die als Geschichte verzeichnet werden, gegenüber den Tatsachen, daß solche Leute, wie Bernardus Silvestris, Alanus ab Insulis, Brunetto Latini, Dante und so weiter, Pico de Mirandola, Fludd, auch noch Jakob Böhme, Paracelsus, wenn wir eine gewisse Sphäre der Weisheit nehmen, ja selbst bis zum 18. Jahrhundert herein könnten wir den Schüler Jakob Böhmes anführen, den Saint-Martin — was ist es, was sind die gewöhnlichen in der Geschichte notifizierten Ereignisse gegenüber den Tatsachen, daß es Menschen gegeben hat, die solches kosmisches Wissen in sich trugen und mit solchem kosmischen Wissen immerhin wirkten! Ja, die Gegenwart ist vielfach stolz auf dasjenige, was sie errungen hat. Diese Intelligenz der Gegenwart ich habe es ja anläßlich der Weihnachtsspiele heute angeführt —, gegen den Geistgehalt hat sie sich immer ziemlich ablehnend verhalten; sogar als diese Intelligenz, wie in Oberufer, wo die Weihnachtsspiele bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts aufgeführt wurden, in einer einzigen Persönlichkeit bestand, dem Schulmeister, der zugleich Dorfnotar, also die juristische Persönlichkeit und zu gleicher Zeit Bürgermeister war. Er war die Intelligenz, er war der einzige Feind für all die Weihnachtsspiele. Die waren nach seiner Ansicht dumm, blödsinnig. Das hat Schröer noch erfahren, daß diese Intelligenz von Oberufer sich ablehnend verhalten hat gegen dasjenige, was in den Weihnachtsspielen war. Die Intelligenz ist es sehr häufig, die sich gegen das eigentlich Fruchtbare in der Menschheitsevolution ablehnend verhält.

[ 38 ] Aber es ist eines möglich. Wenn man es, ich möchte sagen, eigentlich so handgreiflich hat, daß die Menschen geistige Geheimnisse bis vor wenigen Jahrhunderten gewußt haben, ist das auf das Gemüt des Menschen so wirkend, daß es ihn anfeuern kann, in der neuen Art wiederum den Weg zu suchen zu diesen Geheimnissen. Deshalb können wir schon auch aus der geschichtlichen Betrachtung Impulse holen; nur müssen wir diese geschichtliche Betrachtung so nehmen, daß wir auf das wirklich Geschichtliche zurückgehen. Denken Sie, was sind alle die äußeren Ereignisse, die in der Geschichte erzählt werden — in dieser Geschichte, womit jammervollerweise unsere Schuljugend bis zu den Ältesten hinauf aufgepäppelt wird —, was sind diese Geschichten, die als Geschichte verzeichnet werden, gegenüber den Tatsachen, daß solche Leute, wie Bernardus Silvestris, Alanus ab Insulis, Brunetto Latini, Dante und so weiter, Pico de Mirandola, Fludd, auch noch Jakob Böhme, Paracelsus, wenn wir eine gewisse Sphäre der Weisheit nehmen, ja selbst bis zum 18. Jahrhundert herein könnten wir den Schüler Jakob Böhmes anführen, den Saint-Martin — was ist es, was sind die gewöhnlichen in der Geschichte notifizierten Ereignisse gegenüber den Tatsachen, daß es Menschen gegeben hat, die solches kosmisches Wissen in sich trugen und mit solchem kosmischen Wissen immerhin wirkten! Ja, die Gegenwart ist vielfach stolz auf dasjenige, was sie errungen hat. Diese Intelligenz der Gegenwart ich habe es ja anläßlich der Weihnachtsspiele heute angeführt —, gegen den Geistgehalt hat sie sich immer ziemlich ablehnend verhalten; sogar als diese Intelligenz, wie in Oberufer, wo die Weihnachtsspiele bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts aufgeführt wurden, in einer einzigen Persönlichkeit bestand, dem Schulmeister, der zugleich Dorfnotar, also die juristische Persönlichkeit und zu gleicher Zeit Bürgermeister war. Er war die Intelligenz, er war der einzige Feind für all die Weihnachtsspiele. Die waren nach seiner Ansicht dumm, blödsinnig. Das hat Schröer noch erfahren, daß diese Intelligenz von Oberufer sich ablehnend verhalten hat gegen dasjenige, was in den Weihnachtsspielen war. Die Intelligenz ist es sehr häufig, die sich gegen das eigentlich Fruchtbare in der Menschheitsevolution ablehnend verhält.

[ 39 ] Es handelt sich darum, dasjenige, was man den Enthusiasmus der Geschichte nennen kann, anzufeuern dadurch, daß man wirkliche Geschichte betrachtet, wirklich sich in das einlebt, was Geschichte ist. Zu der Geschichte gehört eben der geistige Teil des Geschehens, und der verläuft anders als der äußere physisch-materielle Teil.

[ 39 ] Es handelt sich darum, dasjenige, was man den Enthusiasmus der Geschichte nennen kann, anzufeuern dadurch, daß man wirkliche Geschichte betrachtet, wirklich sich in das einlebt, was Geschichte ist. Zu der Geschichte gehört eben der geistige Teil des Geschehens, und der verläuft anders als der äußere physisch-materielle Teil.

[ 40 ] Man muß immer wieder und wiederum versuchen, gerade in dieser harten Gegenwart die geistigen Impulse etwas anzuregen dadurch, daß man sich selber aufmerksam macht, wie Geist gewaltet hat in dem geschichtlichen Werden der Menschheit. Ob Sie nun in den Einzelheiten an den Fingern herzählen können: So wirken die Dynamis, so wirken die Exusiai —, darauf kommt es viel weniger an, als dieses Gesamtbewußtsein zu erwecken, wie es den einzelnen Menschen mit dem Geiste der Menschheit zusammenbringen will. Denn in der Erweckung dieses Bewußtseins liegt schon dasjenige, was Heil in die Menschheitsentwickelung hineinbringen soll. Manchmal ist es gut, sich klarzumachen, wie weit ab das steht, was heute als über die Welt gehende Meinung die menschlichen Seelen, ich kann nicht sagen, bewegt, aber zu bewegen scheint. Dadurch ist oftmals gar kein Gefühl vorhanden für das Gewicht der einzelnen Tatsachen. Der Geist wiegt uns die Tatsachen richtig ab.

[ 40 ] Man muß immer wieder und wiederum versuchen, gerade in dieser harten Gegenwart die geistigen Impulse etwas anzuregen dadurch, daß man sich selber aufmerksam macht, wie Geist gewaltet hat in dem geschichtlichen Werden der Menschheit. Ob Sie nun in den Einzelheiten an den Fingern herzählen können: So wirken die Dynamis, so wirken die Exusiai —, darauf kommt es viel weniger an, als dieses Gesamtbewußtsein zu erwecken, wie es den einzelnen Menschen mit dem Geiste der Menschheit zusammenbringen will. Denn in der Erweckung dieses Bewußtseins liegt schon dasjenige, was Heil in die Menschheitsentwickelung hineinbringen soll. Manchmal ist es gut, sich klarzumachen, wie weit ab das steht, was heute als über die Welt gehende Meinung die menschlichen Seelen, ich kann nicht sagen, bewegt, aber zu bewegen scheint. Dadurch ist oftmals gar kein Gefühl vorhanden für das Gewicht der einzelnen Tatsachen. Der Geist wiegt uns die Tatsachen richtig ab.

[ 41 ] Wichtiger als vieles andere für die Beurteilung der Gegenwart — denken Sie nur darüber nach mit Hilfe von dem, was Sie hier gehört haben —, wichtiger als manches andere ist eine Nachricht, die in den letzten Tagen kam, daß die amerikanische Staatsverwaltung die Eisenbahnen in Selbstverwaltung genommen hat. Denn das liegt in einer gewissen Richtung von Symptomen, die deutlich hinweisen auf die Dinge, die man versucht vorzubereiten, um die Menschheit möglichst von dem Fahrwasser abzubringen, in dem sie nur erhalten werden kann, wenn sie voll bewußt wird, daß ohne Geist die Wirklichkeit nur eine ersterbende Wirklichkeit sein kann. Man kann ja das Sterben wählen; dann muß sich das Leben aus den Gebieten, für die man das Sterben wählt, eben in andere Gebiete flüchten. Das Gebiet der Wahrheit trägt schon den Sieg davon. Aber man blickt auf ein Gebiet, wo gewissermaßen der, der tiefer in die Welt hineinsieht, auch solchen Mächten eines Links und Rechts gegenübergestellt wird, wie Dante beim Ausgangspunkte seiner Schilderung seiner «Göttlichen Komödie», oder wie Brunetto Latini im Beginne seiner Initiation.

[ 41 ] Wichtiger als vieles andere für die Beurteilung der Gegenwart — denken Sie nur darüber nach mit Hilfe von dem, was Sie hier gehört haben —, wichtiger als manches andere ist eine Nachricht, die in den letzten Tagen kam, daß die amerikanische Staatsverwaltung die Eisenbahnen in Selbstverwaltung genommen hat. Denn das liegt in einer gewissen Richtung von Symptomen, die deutlich hinweisen auf die Dinge, die man versucht vorzubereiten, um die Menschheit möglichst von dem Fahrwasser abzubringen, in dem sie nur erhalten werden kann, wenn sie voll bewußt wird, daß ohne Geist die Wirklichkeit nur eine ersterbende Wirklichkeit sein kann. Man kann ja das Sterben wählen; dann muß sich das Leben aus den Gebieten, für die man das Sterben wählt, eben in andere Gebiete flüchten. Das Gebiet der Wahrheit trägt schon den Sieg davon. Aber man blickt auf ein Gebiet, wo gewissermaßen der, der tiefer in die Welt hineinsieht, auch solchen Mächten eines Links und Rechts gegenübergestellt wird, wie Dante beim Ausgangspunkte seiner Schilderung seiner «Göttlichen Komödie», oder wie Brunetto Latini im Beginne seiner Initiation.

[ 42 ] Ach, es wäre der Welt so notwendig, im weitesten Umfange Gedanken der Geistigkeit zu fassen! Statt dessen, es ist schon wahr, stehen wir nur vor der Notwendigkeit, immer wieder betonen zu müssen, daß zum Geiste hingeblickt werden muß. Immer wieder und wiederum steht man vor der Sehnsucht, den Ernst der Sache genügend betonen zu können. Die Menschen wollen ja nicht dorthin sehen, wo Keime liegen, sondern sie wollen passiv sein, möglichst die Dinge an sich herankommen lassen, möglichst den Weltenlauf verschlafen. Würden nicht viele Menschen so schlafen, wie die Gegenwart gewohnt ist die Ereignisse zu verschlafen, dann würde man schon sehen, daß hinter dem, was jetzt in so unwahrer Weise durch die Welt schwirrt, eine merkwürdige Tendenz liegt. Es darf ja wohl nachgesagt werden, da sich der Universalgötze der neueren Zeit, der jetzigen Zeit, der Gegenwart, Woodrow Wilson, selbst solcher Dinge gerühmt hat, daß vier Fünftel der Menschheit einem Fünftel gegenüberstehen. Dieser auf den Altar gehobene Götze der modernen Menschheit, der viel mehr auf den Altar gehoben ist, als man denkt, hat sich ja dessen selbst gerühmt.

[ 42 ] Ach, es wäre der Welt so notwendig, im weitesten Umfange Gedanken der Geistigkeit zu fassen! Statt dessen, es ist schon wahr, stehen wir nur vor der Notwendigkeit, immer wieder betonen zu müssen, daß zum Geiste hingeblickt werden muß. Immer wieder und wiederum steht man vor der Sehnsucht, den Ernst der Sache genügend betonen zu können. Die Menschen wollen ja nicht dorthin sehen, wo Keime liegen, sondern sie wollen passiv sein, möglichst die Dinge an sich herankommen lassen, möglichst den Weltenlauf verschlafen. Würden nicht viele Menschen so schlafen, wie die Gegenwart gewohnt ist die Ereignisse zu verschlafen, dann würde man schon sehen, daß hinter dem, was jetzt in so unwahrer Weise durch die Welt schwirrt, eine merkwürdige Tendenz liegt. Es darf ja wohl nachgesagt werden, da sich der Universalgötze der neueren Zeit, der jetzigen Zeit, der Gegenwart, Woodrow Wilson, selbst solcher Dinge gerühmt hat, daß vier Fünftel der Menschheit einem Fünftel gegenüberstehen. Dieser auf den Altar gehobene Götze der modernen Menschheit, der viel mehr auf den Altar gehoben ist, als man denkt, hat sich ja dessen selbst gerühmt.

[ 43 ] Man wird schon sagen müssen, es wäre schade, wenn die Menschheit verschlafen wollte das, was in solchem Ideale wie dem Ideale dieses Götzen liegt, dessen Schlagworte, auch diejenigen, die nicht wie seine letzte Manifestation von dem braven Don Pedro von 1864 abgeschrieben sind, sondern in dem eigenen Hohlraum — pardon, ich will sagen Kopf gewachsen sind, zurückgehen auf dasjenige, was eigentlich als Tendenz drinnen liegt. Was ist es dann? Man strebt an, daß einmal auf der Erde werde gesagt werden können: Vor Jahrhunderten hat es eine sagenhafte Menschheit inmitten von Europa gegeben; es ist gelungen, sie auszurotten. Man mußte sie ausrotten, weil sie furchtbar hochmütig war. Sie leitete sich von den Göttern ab und nannte sogar den Hauptdichter Goethe, um anzudeuten, daß sie direkt von den Göttern einen Geist gesendet bekommen hat. — Man wird sich zwar nicht in so spiritueller Weise ausdrücken; aber es wird in dem, was als Keim, als Tendenz hinter dem Wilsonianismus liegt, dieses schon zu bemerken sein. Es wird sich nur darum handeln, ob dies der Weg der Menschheit sein kann, ob dies der zukünftige Erdenweg sein kann, oder ob man nicht doch darüber nachdenken muß, wie die Erde errettet werden kann vor den sogenannten Idealen des Wilsonianismus und ähnlichen Dingen. Man braucht mit solchen Dingen nur nicht irgendwie in Nationalismus oder Antinationalismus zu verfallen. Die Phrasen von Völkern und Völkerfreiheiten, die kann man ja auch in der neueren Zeit dem Wilsonianismus überlassen. Aber man kann nicht ernst genug auf dasjenige hinweisen, was hinter dem Götzen, der da gemeint ist, eigentlich steckt.

[ 43 ] Man wird schon sagen müssen, es wäre schade, wenn die Menschheit verschlafen wollte das, was in solchem Ideale wie dem Ideale dieses Götzen liegt, dessen Schlagworte, auch diejenigen, die nicht wie seine letzte Manifestation von dem braven Don Pedro von 1864 abgeschrieben sind, sondern in dem eigenen Hohlraum — pardon, ich will sagen Kopf gewachsen sind, zurückgehen auf dasjenige, was eigentlich als Tendenz drinnen liegt. Was ist es dann? Man strebt an, daß einmal auf der Erde werde gesagt werden können: Vor Jahrhunderten hat es eine sagenhafte Menschheit inmitten von Europa gegeben; es ist gelungen, sie auszurotten. Man mußte sie ausrotten, weil sie furchtbar hochmütig war. Sie leitete sich von den Göttern ab und nannte sogar den Hauptdichter Goethe, um anzudeuten, daß sie direkt von den Göttern einen Geist gesendet bekommen hat. — Man wird sich zwar nicht in so spiritueller Weise ausdrücken; aber es wird in dem, was als Keim, als Tendenz hinter dem Wilsonianismus liegt, dieses schon zu bemerken sein. Es wird sich nur darum handeln, ob dies der Weg der Menschheit sein kann, ob dies der zukünftige Erdenweg sein kann, oder ob man nicht doch darüber nachdenken muß, wie die Erde errettet werden kann vor den sogenannten Idealen des Wilsonianismus und ähnlichen Dingen. Man braucht mit solchen Dingen nur nicht irgendwie in Nationalismus oder Antinationalismus zu verfallen. Die Phrasen von Völkern und Völkerfreiheiten, die kann man ja auch in der neueren Zeit dem Wilsonianismus überlassen. Aber man kann nicht ernst genug auf dasjenige hinweisen, was hinter dem Götzen, der da gemeint ist, eigentlich steckt.

[ 44 ] Ich weiß schon, daß die Menschheit der Gegenwart solchen Dingen nicht viel Glauben entgegenbringen wird, aber ich weiß auch, daß manche Stimme in der Zukunft mit dem übereinstimmen wird, was hier gesagt worden ist. Möge nur auch dann immer in der Zukunft zu solchen Stimmen die andere hinzugefügt werden können: Die Menschheit ließ sich durch einen sonderbaren Götzen auf allerlei Wege führen; es sei den Weltengeistern gedankt, daß die Ziele dieses sonderbaren Menschheitsführers sich nicht erfüllten, der das Groteske seines Seins ja auch dadurch so ein bißchen vor die Welt hinstellt, daß er theoretisch mit großen Worten die Republik als das Alleinseligmachende verkündet und von dem brasilianischen Kaiser von 1864 seine eigenen republikanischen Manifeste abschreibt. — Daß man hier eigentlich vor einer grotesken Erscheinung steht, das ist ja etwas, was wohl innerhalb geschlossener Wände gesagt werden kann. Draußen ist ja heute nicht die Wahrheit das Höchste, sondern sie wird an der politischen Waage gewogen. Man darf nicht sagen, was wahr ist oder nicht wahr ist, sondern dasjenige, was Vorschrift ist. Bis zum 15. März durfte man in den verschiedenen Ländern nur ja nichts gegen den Zarismus sagen; seit dem 15. März darf man selbstverständlich alles dagegen sagen.

[ 44 ] Ich weiß schon, daß die Menschheit der Gegenwart solchen Dingen nicht viel Glauben entgegenbringen wird, aber ich weiß auch, daß manche Stimme in der Zukunft mit dem übereinstimmen wird, was hier gesagt worden ist. Möge nur auch dann immer in der Zukunft zu solchen Stimmen die andere hinzugefügt werden können: Die Menschheit ließ sich durch einen sonderbaren Götzen auf allerlei Wege führen; es sei den Weltengeistern gedankt, daß die Ziele dieses sonderbaren Menschheitsführers sich nicht erfüllten, der das Groteske seines Seins ja auch dadurch so ein bißchen vor die Welt hinstellt, daß er theoretisch mit großen Worten die Republik als das Alleinseligmachende verkündet und von dem brasilianischen Kaiser von 1864 seine eigenen republikanischen Manifeste abschreibt. — Daß man hier eigentlich vor einer grotesken Erscheinung steht, das ist ja etwas, was wohl innerhalb geschlossener Wände gesagt werden kann. Draußen ist ja heute nicht die Wahrheit das Höchste, sondern sie wird an der politischen Waage gewogen. Man darf nicht sagen, was wahr ist oder nicht wahr ist, sondern dasjenige, was Vorschrift ist. Bis zum 15. März durfte man in den verschiedenen Ländern nur ja nichts gegen den Zarismus sagen; seit dem 15. März darf man selbstverständlich alles dagegen sagen.

[ 45 ] Die Wahrheit ist leider nicht der höchste Maßstab. Doch damit berührt man eben diejenigen Verhältnisse, die sich heute in die Seele hineinzuschreiben schon einmal notwendig ist. Es liegt nahe, großen Ausblicken in den Kosmos dasjenige anzufügen, was an recht kleinen Gedanken — die aber leider große Tatwirkungen haben — die passive Menschheit, die schläfrige Menschheit heute aufbringt. Denn die Menschheit muß erwachen, und der Geist muß Wecker sein.

[ 45 ] Die Wahrheit ist leider nicht der höchste Maßstab. Doch damit berührt man eben diejenigen Verhältnisse, die sich heute in die Seele hineinzuschreiben schon einmal notwendig ist. Es liegt nahe, großen Ausblicken in den Kosmos dasjenige anzufügen, was an recht kleinen Gedanken — die aber leider große Tatwirkungen haben — die passive Menschheit, die schläfrige Menschheit heute aufbringt. Denn die Menschheit muß erwachen, und der Geist muß Wecker sein.