Mystery Truths and Christmas Impulses
Ancient Myths and Their Significance
GA 180
29 December 1917, Dornach
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Mysterienwahrheiten und Weihnachtsimpulse
Fünfter Vortrag
Fünfter Vortrag
[ 1 ] Im christlichen Bewußtsein der Gegenwart sind noch — oder könnten wenigstens noch angesehen werden — zwei Pole, welche gewissermaßen die äußersten Enden der Weltanschauung darstellen: das Weihnachtsgeheimnis und das Ostergeheimnis. Wenn Sie nur äußerlich zunächst vergleichend anschauen das Weihnachtsgeheimnis und das Ostergeheimnis, so kann Ihnen auffallen, daß das Weihnachtsgeheimnis eigentlich das Geburtsgeheimnis ist. Es stellt dar die Geburt des Christus Jesus. Damit knüpft es an das Geburtsgeheimnis überhaupt an. Das Ostermysterium knüpft in ebensolcher Weise an das Todesgeheimnis an, indem es festlich sich anlehnt an den Tod des Christus Jesus. Geburt und Tod aber begrenzen ja das menschliche Leben, insofern es verläuft im physischen Leib. Und man kann in der Tat sagen, gegenüber dem, was dem Menschen vorliegt als Sichtbares seines Wesens, verschleiern ihm Geburt und Tod das Unsichtbare seines Wesens. Gewissermaßen sind auch Geburt und Tod die beiden Tore zur unsichtbaren Welt.
[ 1 ] Im christlichen Bewußtsein der Gegenwart sind noch — oder könnten wenigstens noch angesehen werden — zwei Pole, welche gewissermaßen die äußersten Enden der Weltanschauung darstellen: das Weihnachtsgeheimnis und das Ostergeheimnis. Wenn Sie nur äußerlich zunächst vergleichend anschauen das Weihnachtsgeheimnis und das Ostergeheimnis, so kann Ihnen auffallen, daß das Weihnachtsgeheimnis eigentlich das Geburtsgeheimnis ist. Es stellt dar die Geburt des Christus Jesus. Damit knüpft es an das Geburtsgeheimnis überhaupt an. Das Ostermysterium knüpft in ebensolcher Weise an das Todesgeheimnis an, indem es festlich sich anlehnt an den Tod des Christus Jesus. Geburt und Tod aber begrenzen ja das menschliche Leben, insofern es verläuft im physischen Leib. Und man kann in der Tat sagen, gegenüber dem, was dem Menschen vorliegt als Sichtbares seines Wesens, verschleiern ihm Geburt und Tod das Unsichtbare seines Wesens. Gewissermaßen sind auch Geburt und Tod die beiden Tore zur unsichtbaren Welt.
[ 2 ] Dadurch, daß diese beiden Tore zur unsichtbaren Welt zur Grundlage des christlichen Jahres gemacht worden sind, indem in dieses christliche Jahr eben das Weihnachts- und das Osterfest hineingestellt werden, dadurch knüpft in der Tat die christliche Weltanschauung an das Mysterienwesen der ganzen Welt an. Denn, wo wir Umschau halten nach den Mysterien, unter den verschiedensten Völkern, auf den verschiedensten Gebieten der Erde, wir finden überall, daß die Mysterien entweder anknüpfen an das Geheimnis der Geburt oder anknüpfen an das Geheimnis des Todes. Allerdings, so offen, daß die Anknüpfungen immer gleich sichtbar werden, liegt die Sache nicht vor, denn in mehr mittelbarer, indirekter Weise knüpften gewisse Mysterien — ich spreche jetzt natürlich nur von der nachatlantischen Zeit — an das Geburtsgeheimnis an. Es waren insbesondere diejenigen Mysterien, welche in den Mittelpunkt ihres Mysterienwesens das stellten, was die profane Welt das Heilige Feuer nennt. Aber dieses Heilige Feuer ist eben durchaus etwas anderes, als was die profane Welt verstehen kann.
[ 2 ] Dadurch, daß diese beiden Tore zur unsichtbaren Welt zur Grundlage des christlichen Jahres gemacht worden sind, indem in dieses christliche Jahr eben das Weihnachts- und das Osterfest hineingestellt werden, dadurch knüpft in der Tat die christliche Weltanschauung an das Mysterienwesen der ganzen Welt an. Denn, wo wir Umschau halten nach den Mysterien, unter den verschiedensten Völkern, auf den verschiedensten Gebieten der Erde, wir finden überall, daß die Mysterien entweder anknüpfen an das Geheimnis der Geburt oder anknüpfen an das Geheimnis des Todes. Allerdings, so offen, daß die Anknüpfungen immer gleich sichtbar werden, liegt die Sache nicht vor, denn in mehr mittelbarer, indirekter Weise knüpften gewisse Mysterien — ich spreche jetzt natürlich nur von der nachatlantischen Zeit — an das Geburtsgeheimnis an. Es waren insbesondere diejenigen Mysterien, welche in den Mittelpunkt ihres Mysterienwesens das stellten, was die profane Welt das Heilige Feuer nennt. Aber dieses Heilige Feuer ist eben durchaus etwas anderes, als was die profane Welt verstehen kann.
[ 3 ] Dieses Heilige Feuer ist eigentlich der Mensch, wie er als übersinnlicher Mensch dem sinnlichen Menschen zugrunde liegt. Das, was durch die Geburt heruntersteigt aus den geistigen Höhen, um sich auszugestalten in einem physischen Leibe, dieser unsichtbare Mensch, aber für das alte atavistische Hellsehen eben wahrnehmbare übersinnliche Mensch, ist eigentlich dasjenige, was die profane Welt unter dem Heiligen Feuer, man könnte auch sagen, unter der Heiligen Wärme versteht, wenn sie das Symbolum dieses Menschen, das Feuer verehrt. Das ist dasjenige Mysterienwesen, welches also ausgeht von dem übersinnlichen Menschen, der dem sinnlichen Menschen zugrunde liegt, so daß er durch die Geburt sich mit der sinnlichen Hülle umkleidet. Das ist das Mysterium, welches dann übergegangen ist in das Weihnachtsgeheimnis, das Mysterium, das also eigentlich das Mysterium der Geburt ist.
[ 3 ] Dieses Heilige Feuer ist eigentlich der Mensch, wie er als übersinnlicher Mensch dem sinnlichen Menschen zugrunde liegt. Das, was durch die Geburt heruntersteigt aus den geistigen Höhen, um sich auszugestalten in einem physischen Leibe, dieser unsichtbare Mensch, aber für das alte atavistische Hellsehen eben wahrnehmbare übersinnliche Mensch, ist eigentlich dasjenige, was die profane Welt unter dem Heiligen Feuer, man könnte auch sagen, unter der Heiligen Wärme versteht, wenn sie das Symbolum dieses Menschen, das Feuer verehrt. Das ist dasjenige Mysterienwesen, welches also ausgeht von dem übersinnlichen Menschen, der dem sinnlichen Menschen zugrunde liegt, so daß er durch die Geburt sich mit der sinnlichen Hülle umkleidet. Das ist das Mysterium, welches dann übergegangen ist in das Weihnachtsgeheimnis, das Mysterium, das also eigentlich das Mysterium der Geburt ist.
[ 4 ] Noch verhüllter ist das andere Mysterienwesen, welches mit dem Geheimnis des Todes zusammenhängt. Denn dieses Mysterienwesen knüpft an das Licht an, so wie das andere an das Feuer anknüpft. Aber mit diesem Lichte ist etwas anderes gemeint, geradeso wie mit dem Feuer. Mit dem Licht ist gemeint das, was zu den Menschen spricht, wenn der nächtliche Sternenhimmel seine Lichtsprache zu den Menschen sendet. Die Mysterien des Lichtes in alten Zeiten, in den Zeiten, bevor das Mysterium von Golgatha gekommen ist, waren eigentlich im Grunde alle astrologische Mysterien. Nur müssen wir uns wiederum klarmachen, daß diese alte Astrologie nicht mit der abstrakten Mathematik betrieben worden ist, wie das heute geschieht, sondern mit atavistischer Hellseherkraft, daß der Mensch nicht bloß die mineralisch-physikalische Sternenwelt über sich beobachtete, sondern daß er in diesen ältesten Zeiten ein Organ hatte, die Geheimnisse der Sternenkonstellationen zu erschauen.
[ 4 ] Noch verhüllter ist das andere Mysterienwesen, welches mit dem Geheimnis des Todes zusammenhängt. Denn dieses Mysterienwesen knüpft an das Licht an, so wie das andere an das Feuer anknüpft. Aber mit diesem Lichte ist etwas anderes gemeint, geradeso wie mit dem Feuer. Mit dem Licht ist gemeint das, was zu den Menschen spricht, wenn der nächtliche Sternenhimmel seine Lichtsprache zu den Menschen sendet. Die Mysterien des Lichtes in alten Zeiten, in den Zeiten, bevor das Mysterium von Golgatha gekommen ist, waren eigentlich im Grunde alle astrologische Mysterien. Nur müssen wir uns wiederum klarmachen, daß diese alte Astrologie nicht mit der abstrakten Mathematik betrieben worden ist, wie das heute geschieht, sondern mit atavistischer Hellseherkraft, daß der Mensch nicht bloß die mineralisch-physikalische Sternenwelt über sich beobachtete, sondern daß er in diesen ältesten Zeiten ein Organ hatte, die Geheimnisse der Sternenkonstellationen zu erschauen.
[ 5 ] Insbesondere war es in diesen alten Zeiten eine gebräuchliche Kunst gewisser Mysterien, den Mond zu beobachten, wie er durch die verschiedenen Sternbilder des Tierkreises hindurch sich seine Stellungen schafft. Man wußte, wenn der Mond aus der Gegend her scheint, in der die Plejaden stehen, wenn der Mond aus der Stiergegend her scheint, so bedeutet das etwas anderes, als wenn der Mond aus einer andern Himmelsgegend her scheint. Und so brachte man auch die andern Planeten in ihren Konstellationen in das Bewußtsein des Menschen herein, aber in ein anderes Bewußtsein als dasjenige, das für das materialistische Zeitalter noch geblieben ist, und man war sich klar darüber, daß mit dem, was sich da ausspricht durch die Sternenkonstellationen, zusammenhängt das Mysterium des menschlichen Todes.
[ 5 ] Insbesondere war es in diesen alten Zeiten eine gebräuchliche Kunst gewisser Mysterien, den Mond zu beobachten, wie er durch die verschiedenen Sternbilder des Tierkreises hindurch sich seine Stellungen schafft. Man wußte, wenn der Mond aus der Gegend her scheint, in der die Plejaden stehen, wenn der Mond aus der Stiergegend her scheint, so bedeutet das etwas anderes, als wenn der Mond aus einer andern Himmelsgegend her scheint. Und so brachte man auch die andern Planeten in ihren Konstellationen in das Bewußtsein des Menschen herein, aber in ein anderes Bewußtsein als dasjenige, das für das materialistische Zeitalter noch geblieben ist, und man war sich klar darüber, daß mit dem, was sich da ausspricht durch die Sternenkonstellationen, zusammenhängt das Mysterium des menschlichen Todes.
[ 6 ] In dem ganzen wechselnden Zusammensein der Fixsterne mit den Planeten sah man gewissermaßen den Ausdruck einer Sprache, welche sich der im Leibe Lebende von der Erde aus anhört, und welche der Tote von der andern Seite her vernimmt. Und so hatte man ein deutliches Bewußtsein davon: Wenn man sich der Sternensprache hingibt, so lebt man in demjenigen Elemente, das den Menschen aufnimmt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Die Geburt hat man in alten Zeiten gewissermaßen angesehen wie eine Art von Frage, und die alte Mystik, das Erleben des unsichtbaren, des übersinnlichen Menschen, sollte die Antwort auf diese Frage sein. Was die Sterne sprechen durch ihre Konstellationen, das hat man nicht als eine Tatsache angesehen, nicht als irgend etwas, das man so zusammenfaßt, wie man es heute zusammenfaßt, sondern die Sternenkonstellationen hat man eigentlich in älteren Zeiten, in den Zeiten der alten Mysterien, der Sternenmysterien, der Lichtmysterien, als Frage angesehen und den menschlichen Tod als die Antwort auf diese Frage. So, wie die Geburt zusammengebracht wurde mit dem übersinnlichen Menschen, so wurde der Tod zusammengebracht mit den Sternenkonstellationen. Daher kann man auch die Mysterien des Feuers die Mysterien der Geburt, die Weihnachtsmysterien nennen; man kann die Mysterien des Lichtes oder die Sternenmysterien auch nennen die Ostermysterien, die Mysterien des Todes. Man kann sagen: Die Mysterien, die dann in das Weihnachtsgeheimnis übergegangen sind, liegen hauptsächlich zugrunde alldem, was die Menschheit in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha in Indien, in Ägypten als Mysteriengeheimnisse gehabt hat. Dagegen in Chaldäa und Vorderasien war mehr der Boden für die Ostermysterien, war mehr der Boden für die Sternenwissenschaft.
[ 6 ] In dem ganzen wechselnden Zusammensein der Fixsterne mit den Planeten sah man gewissermaßen den Ausdruck einer Sprache, welche sich der im Leibe Lebende von der Erde aus anhört, und welche der Tote von der andern Seite her vernimmt. Und so hatte man ein deutliches Bewußtsein davon: Wenn man sich der Sternensprache hingibt, so lebt man in demjenigen Elemente, das den Menschen aufnimmt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Die Geburt hat man in alten Zeiten gewissermaßen angesehen wie eine Art von Frage, und die alte Mystik, das Erleben des unsichtbaren, des übersinnlichen Menschen, sollte die Antwort auf diese Frage sein. Was die Sterne sprechen durch ihre Konstellationen, das hat man nicht als eine Tatsache angesehen, nicht als irgend etwas, das man so zusammenfaßt, wie man es heute zusammenfaßt, sondern die Sternenkonstellationen hat man eigentlich in älteren Zeiten, in den Zeiten der alten Mysterien, der Sternenmysterien, der Lichtmysterien, als Frage angesehen und den menschlichen Tod als die Antwort auf diese Frage. So, wie die Geburt zusammengebracht wurde mit dem übersinnlichen Menschen, so wurde der Tod zusammengebracht mit den Sternenkonstellationen. Daher kann man auch die Mysterien des Feuers die Mysterien der Geburt, die Weihnachtsmysterien nennen; man kann die Mysterien des Lichtes oder die Sternenmysterien auch nennen die Ostermysterien, die Mysterien des Todes. Man kann sagen: Die Mysterien, die dann in das Weihnachtsgeheimnis übergegangen sind, liegen hauptsächlich zugrunde alldem, was die Menschheit in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha in Indien, in Ägypten als Mysteriengeheimnisse gehabt hat. Dagegen in Chaldäa und Vorderasien war mehr der Boden für die Ostermysterien, war mehr der Boden für die Sternenwissenschaft.
[ 7 ] Diese Sternenwissenschaft hat gerade in Vorderasien bei den sogenannten iranischen Völkern der dritten nachatlantischen Periode vorzugsweise ihre ganz besondere Ausbildung erfahren. Nur muß man sich eben vorstellen, daß in ältesten Zeiten ebenso auf der einen Seite eine genaue übersinnliche Anschauung vorhanden war von dem, was sich bei der Geburt mit dem physischen Leib umhüllt, wie auf der anderen Seite eine anschauliche Erkenntnis der Sternensprache vorhanden war. Wenn alte Sternkarten allerlei Wesen auf den Himmel zeichnen, um die Sterne zu verbinden, so sind das — und ich habe das schon öfter gesagt — nicht Ausflüsse der menschlichen Phantasie, sondern es sind Abbildungen desjenigen, was das alte atavistische Bewußtsein tatsächlich am Himmel gesehen hat. Denn dieses alte atavistische Bewußtsein hat wirklich den Menschen im ganzen Zusammenhang gesehen mit dem Weltenall. Es hat dieses alte Bewußtsein tatsächlich das in sich aufgenommen, daß der Kosmos ein Organismus ist, und daß man in diesem Organismus drinnen webt und lebt als Mensch.
[ 7 ] Diese Sternenwissenschaft hat gerade in Vorderasien bei den sogenannten iranischen Völkern der dritten nachatlantischen Periode vorzugsweise ihre ganz besondere Ausbildung erfahren. Nur muß man sich eben vorstellen, daß in ältesten Zeiten ebenso auf der einen Seite eine genaue übersinnliche Anschauung vorhanden war von dem, was sich bei der Geburt mit dem physischen Leib umhüllt, wie auf der anderen Seite eine anschauliche Erkenntnis der Sternensprache vorhanden war. Wenn alte Sternkarten allerlei Wesen auf den Himmel zeichnen, um die Sterne zu verbinden, so sind das — und ich habe das schon öfter gesagt — nicht Ausflüsse der menschlichen Phantasie, sondern es sind Abbildungen desjenigen, was das alte atavistische Bewußtsein tatsächlich am Himmel gesehen hat. Denn dieses alte atavistische Bewußtsein hat wirklich den Menschen im ganzen Zusammenhang gesehen mit dem Weltenall. Es hat dieses alte Bewußtsein tatsächlich das in sich aufgenommen, daß der Kosmos ein Organismus ist, und daß man in diesem Organismus drinnen webt und lebt als Mensch.
[ 8 ] Dieses Bewußtsein ist natürlich verlorengegangen. Es muß im Laufe des fünften nachatlantischen Zeitraumes von der Menschheit wiederum erworben werden, und zwar im wesentlichen dadurch, daß die beiden getrennten Strömungen der Sternenweisheit und der Mystik sich wiederum finden. In alten Zeiten konnten sie gewissermaßen getrennt als zwei verschiedene Pole auftreten. In dieser unserer Zeit muß das Weihnachtsmysterium mit dem Ostermysterium verbunden werden können, die beiden müssen als die zwei Seiten eines Wesens gesehen werden können. Wenn wir uns zurückversetzen in Zeiten früherer menschlicher Erkenntnis, so finden wir ein deutliches Bewußtsein davon, daß nicht nur da droben am Himmel der Tierkreis zu finden ist, sondern daß auch der Mensch dieselbe Gesetzmäßigkeit in sich trägt, die zum Beispiel der Tierkreis, also im weitesten Umfange die Fixsternwelt darstellt. Sie wissen ja, daß in älteren Zeiten nicht nur gewisse Orte am Himmel: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe und so weiter genannt worden sind, sondern daß auch die menschliche Wesenheit gegliedert worden ist nach: Kopf als Widder, Hals als Stier, die beiden seitlichen symmetrischen Teile als Zwillinge, der Brustkorb als Krebs, das Herz als Löwe und so weiter, so daß der Mensch in der Tat mikrokosmisch die verschiedenen Orte in sich trägt, welche auch die Grundorte des Himmels sind. Diesen Zusammenhang des Makrokosmos und Mikrokosmos betrachtete man als etwas Wichtiges und Wesentliches in alten Zeiten. Und wie der Mensch gewissermaßen den Fixsternhimmel in sich trug durch seinen Repräsentanten im Tierkreis, wurde er zum Beispiel auch so angesehen, daß man sagte: Wenn der Mensch sich seines Kehlkopfes bedient zur Sprache, so tönt aus ihm derselbe Weltenstrom, welcher herabfließt aus dem Kosmos, wenn der Mond aus den Plejaden scheint. — Man fühlte die Verwandtschaft des Lichtes und desjenigen, was das Licht herabträgt, wenn der Mond aus der Plejadengegend her scheint, die Verwandtschaft dieses makrokosmischen Stromes mit dem, was aus dem Menschen kommt, wenn er sich seines Kehlkopfes bedient.
[ 8 ] Dieses Bewußtsein ist natürlich verlorengegangen. Es muß im Laufe des fünften nachatlantischen Zeitraumes von der Menschheit wiederum erworben werden, und zwar im wesentlichen dadurch, daß die beiden getrennten Strömungen der Sternenweisheit und der Mystik sich wiederum finden. In alten Zeiten konnten sie gewissermaßen getrennt als zwei verschiedene Pole auftreten. In dieser unserer Zeit muß das Weihnachtsmysterium mit dem Ostermysterium verbunden werden können, die beiden müssen als die zwei Seiten eines Wesens gesehen werden können. Wenn wir uns zurückversetzen in Zeiten früherer menschlicher Erkenntnis, so finden wir ein deutliches Bewußtsein davon, daß nicht nur da droben am Himmel der Tierkreis zu finden ist, sondern daß auch der Mensch dieselbe Gesetzmäßigkeit in sich trägt, die zum Beispiel der Tierkreis, also im weitesten Umfange die Fixsternwelt darstellt. Sie wissen ja, daß in älteren Zeiten nicht nur gewisse Orte am Himmel: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe und so weiter genannt worden sind, sondern daß auch die menschliche Wesenheit gegliedert worden ist nach: Kopf als Widder, Hals als Stier, die beiden seitlichen symmetrischen Teile als Zwillinge, der Brustkorb als Krebs, das Herz als Löwe und so weiter, so daß der Mensch in der Tat mikrokosmisch die verschiedenen Orte in sich trägt, welche auch die Grundorte des Himmels sind. Diesen Zusammenhang des Makrokosmos und Mikrokosmos betrachtete man als etwas Wichtiges und Wesentliches in alten Zeiten. Und wie der Mensch gewissermaßen den Fixsternhimmel in sich trug durch seinen Repräsentanten im Tierkreis, wurde er zum Beispiel auch so angesehen, daß man sagte: Wenn der Mensch sich seines Kehlkopfes bedient zur Sprache, so tönt aus ihm derselbe Weltenstrom, welcher herabfließt aus dem Kosmos, wenn der Mond aus den Plejaden scheint. — Man fühlte die Verwandtschaft des Lichtes und desjenigen, was das Licht herabträgt, wenn der Mond aus der Plejadengegend her scheint, die Verwandtschaft dieses makrokosmischen Stromes mit dem, was aus dem Menschen kommt, wenn er sich seines Kehlkopfes bedient.
[ 9 ] Ähnlich mit der Sonne. Ebenso fühlte man innerlich den Menschen durchdrungen von derselben Gesetzmäßigkeit, welche im Planetensystem wirkt. Nur war man sich bewußt, daß, während das Fixsternsystem im Menschen entspricht fixen Stätten: der Widder dem Kopf, der Hals dem Stier und so weiter, während man also fixe Teile der menschlichen Wesenheit mit dem Fixsternhimmel zusammenbrachte, brachte man diejenigen Organe, welche im Menschen gewissermaßen das bewegliche Element darstellen, dasjenige, welches die Säfte durch den ganzen Organismus schickt, mit dem Planetensystem in einen richtigen Zusammenhang. So wie der Mensch gewissermaßen ein Fixsternhimmel ist, so trägt er auch ein Planetensystem in sich. Damit war für die ältesten Mysterien in der Tat eine enge Beziehung gedacht zwischen dem Menschen und dem ganzen Kosmos.
[ 9 ] Ähnlich mit der Sonne. Ebenso fühlte man innerlich den Menschen durchdrungen von derselben Gesetzmäßigkeit, welche im Planetensystem wirkt. Nur war man sich bewußt, daß, während das Fixsternsystem im Menschen entspricht fixen Stätten: der Widder dem Kopf, der Hals dem Stier und so weiter, während man also fixe Teile der menschlichen Wesenheit mit dem Fixsternhimmel zusammenbrachte, brachte man diejenigen Organe, welche im Menschen gewissermaßen das bewegliche Element darstellen, dasjenige, welches die Säfte durch den ganzen Organismus schickt, mit dem Planetensystem in einen richtigen Zusammenhang. So wie der Mensch gewissermaßen ein Fixsternhimmel ist, so trägt er auch ein Planetensystem in sich. Damit war für die ältesten Mysterien in der Tat eine enge Beziehung gedacht zwischen dem Menschen und dem ganzen Kosmos.
[ 10 ] Nun müssen wir das Folgende bedenken, wenn wir die ganze Tragweite ins Auge fassen wollen. Im Menschen haben wir doch gewissermaßen die Sternbilder als fixe Orte: Widder als Kopf, Stier als Hals und so weiter. Dadurch steht der Mensch in einer gewissen Beziehung, in einer individuellen, in einer ganz besonderen Beziehung zum Sternenhimmel. Denn nehmen Sie einmal an, ein Mensch ist heute in der Frühlingszeit geboren, wo die Sonne aufgeht in den Fischen, dann wirkt dasjenige, was ganz besonders bestimmt ist durch seine inneren Fixsterne: Fische. Das ist, Fische werden in Zusammenhang gebracht mit den Füßen, das heißt aber mit alledem, was der Mensch durch seine Füße erlebt. Es wird also der Mensch dadurch, daß er zur Frühlingszeit geboren ist, wenn die Sonne in den Fischen aufgeht am Morgen, gewissermaßen mit demjenigen Teil seines Wesens geboren, das gerade dieser Sonnenkonstellation entspricht. Wird er zu einer andern Jahreszeit geboren, so stimmt seine Konstellation mit der kosmischen Frühlingskonstellation weniger zusammen.
[ 10 ] Nun müssen wir das Folgende bedenken, wenn wir die ganze Tragweite ins Auge fassen wollen. Im Menschen haben wir doch gewissermaßen die Sternbilder als fixe Orte: Widder als Kopf, Stier als Hals und so weiter. Dadurch steht der Mensch in einer gewissen Beziehung, in einer individuellen, in einer ganz besonderen Beziehung zum Sternenhimmel. Denn nehmen Sie einmal an, ein Mensch ist heute in der Frühlingszeit geboren, wo die Sonne aufgeht in den Fischen, dann wirkt dasjenige, was ganz besonders bestimmt ist durch seine inneren Fixsterne: Fische. Das ist, Fische werden in Zusammenhang gebracht mit den Füßen, das heißt aber mit alledem, was der Mensch durch seine Füße erlebt. Es wird also der Mensch dadurch, daß er zur Frühlingszeit geboren ist, wenn die Sonne in den Fischen aufgeht am Morgen, gewissermaßen mit demjenigen Teil seines Wesens geboren, das gerade dieser Sonnenkonstellation entspricht. Wird er zu einer andern Jahreszeit geboren, so stimmt seine Konstellation mit der kosmischen Frühlingskonstellation weniger zusammen.
[ 11 ] Heute wird dieses Zusammenstimmen oder Nichtzusammenstimmen des Menschen nach gewissen Schemen bestimmt. In den alten Mysterien empfand man eine solche Sache sehr lebendig. Man empfand das eigentümliche Zusammentönen der menschlichen Konstellation nach der Geburt mit der Himmelskonstellation. Aber nun bedenken Sie, daß eine besondere Konstellation im Widderzeitalter gerade im Mysterium von Golgatha vorhanden war. Da war gewissermaßen die ganze Menschheit mit dem Teil ihres Wesens, das gerade dem Kopf entspricht, zusammenstimmend mit der Widderkonstellation des Frühlings. Das war aber ein weiterer Grund, daß die Kenner der Mysterien in diesem eigentümlichen Zusammenstimmen der menschlichen Konstellation des Kopfes mit der Konstellation des Kosmos etwas ganz Besonderes empfanden. Durch den Kopf steht der Mensch nicht mit der Erde, sondern mit dem Kosmos in Beziehung; da ist er besonders geeignet, die Kräfte des Kosmos zu empfangen. Er streckt seinen Kopf, das heißt seinen Widder, in den Kosmos hinaus. Welche Konstellation muß also die günstigste sein von denen, die sein können in dem Zyklus von 25920 Jahren, in dem wir jetzt leben? Diejenige, in der die Widderkonstellation ist bei der aufgehenden Sonne im Frühling. — Kurz, ich will damit nur andeuten: man studierte die Art und Weise, wie der Mensch in seinem Wesen zusammenklang mit dem Makrokosmos. Und man studierte dieses insbesondere, weil man ein Bewußtsein davon hatte, was abhängig ist für das Erdengeschehen selber von diesem Zusammenklingen des Menschen mit dem Makrokosmos.
[ 11 ] Heute wird dieses Zusammenstimmen oder Nichtzusammenstimmen des Menschen nach gewissen Schemen bestimmt. In den alten Mysterien empfand man eine solche Sache sehr lebendig. Man empfand das eigentümliche Zusammentönen der menschlichen Konstellation nach der Geburt mit der Himmelskonstellation. Aber nun bedenken Sie, daß eine besondere Konstellation im Widderzeitalter gerade im Mysterium von Golgatha vorhanden war. Da war gewissermaßen die ganze Menschheit mit dem Teil ihres Wesens, das gerade dem Kopf entspricht, zusammenstimmend mit der Widderkonstellation des Frühlings. Das war aber ein weiterer Grund, daß die Kenner der Mysterien in diesem eigentümlichen Zusammenstimmen der menschlichen Konstellation des Kopfes mit der Konstellation des Kosmos etwas ganz Besonderes empfanden. Durch den Kopf steht der Mensch nicht mit der Erde, sondern mit dem Kosmos in Beziehung; da ist er besonders geeignet, die Kräfte des Kosmos zu empfangen. Er streckt seinen Kopf, das heißt seinen Widder, in den Kosmos hinaus. Welche Konstellation muß also die günstigste sein von denen, die sein können in dem Zyklus von 25920 Jahren, in dem wir jetzt leben? Diejenige, in der die Widderkonstellation ist bei der aufgehenden Sonne im Frühling. — Kurz, ich will damit nur andeuten: man studierte die Art und Weise, wie der Mensch in seinem Wesen zusammenklang mit dem Makrokosmos. Und man studierte dieses insbesondere, weil man ein Bewußtsein davon hatte, was abhängig ist für das Erdengeschehen selber von diesem Zusammenklingen des Menschen mit dem Makrokosmos.
[ 12 ] Die Menschen kamen hinter die verschiedensten Geheimnisse dieser Sternenkonstellation und wußten immer, daß mit jedem Geheimnis einer Sternenkonstellation auch ein menschliches Geheimnis zusammenhängt. Sie haben gewissermaßen gesucht immer mehr auszudrücken, wie ein Sternengeheimnis mit einem inneren menschlichen Geheimnis zusammenhängt. Es ist merkwürdig, wie weit die Menschen durch eine alte Wissenschaft in dieser Richtung gekommen sind. Das zeigt ja, was die Pyramiden lehren. Ganz roh die Pyramiden betrachtet, zeigt schon, daß in diesen Pyramidenbauten allerlei Geheimnisse stecken. Wenn man die Länge der vier Grundlinien, welche die Grundfläche der Pyramiden bilden, bei gewissen Pyramiden nimmt, sie mit der Höhe vergleicht, so entspricht das genau der Länge des Durchmessers eines Kreises zu dem Umfange, auf eine große Anzahl von Dezimalen.
[ 12 ] Die Menschen kamen hinter die verschiedensten Geheimnisse dieser Sternenkonstellation und wußten immer, daß mit jedem Geheimnis einer Sternenkonstellation auch ein menschliches Geheimnis zusammenhängt. Sie haben gewissermaßen gesucht immer mehr auszudrücken, wie ein Sternengeheimnis mit einem inneren menschlichen Geheimnis zusammenhängt. Es ist merkwürdig, wie weit die Menschen durch eine alte Wissenschaft in dieser Richtung gekommen sind. Das zeigt ja, was die Pyramiden lehren. Ganz roh die Pyramiden betrachtet, zeigt schon, daß in diesen Pyramidenbauten allerlei Geheimnisse stecken. Wenn man die Länge der vier Grundlinien, welche die Grundfläche der Pyramiden bilden, bei gewissen Pyramiden nimmt, sie mit der Höhe vergleicht, so entspricht das genau der Länge des Durchmessers eines Kreises zu dem Umfange, auf eine große Anzahl von Dezimalen.
[ 13 ] Aber nicht nur so etwas, sondern es gibt gewisse Einteilungen in den Pyramiden, die den Einteilungen des Makrokosmos in bezug auf den Tierkreis entsprechen. Das Gewicht der Pyramiden — es ist ja nur annähernd berechnet worden — ist ein gewisser Teil des Erdengewichtes. Gewisse Abmessungen an den Pyramiden, wenn man sie multipliziert mit einer Potenz von achtzehn, geben die Entfernung der Erde von der Sonne. Kurz, die Abmessungen der Pyramiden sind solche, daß sie nur stammen können aus einer intimen, wunderbaren Erkenntnis der Verhältnisse des Sternenhimmels. Diese Pyramidenbauten haben nicht eigentlich die Ägypter gemacht, sondern immer, wenn Eroberer aus iranischen Gegenden, aus Vorderasien nach Ägypten gekommen sind, haben diese die Pyramidenbauten aufgeführt. Die Ägypter haben die Pyramiden erst bauen gelernt von solchen Völkern, welche Sternenmysterien gehabt haben, während die Ägypter selber nicht Sternenmysterien, sondern eine Art Weihnachtsmysterien gehabt haben.
[ 13 ] Aber nicht nur so etwas, sondern es gibt gewisse Einteilungen in den Pyramiden, die den Einteilungen des Makrokosmos in bezug auf den Tierkreis entsprechen. Das Gewicht der Pyramiden — es ist ja nur annähernd berechnet worden — ist ein gewisser Teil des Erdengewichtes. Gewisse Abmessungen an den Pyramiden, wenn man sie multipliziert mit einer Potenz von achtzehn, geben die Entfernung der Erde von der Sonne. Kurz, die Abmessungen der Pyramiden sind solche, daß sie nur stammen können aus einer intimen, wunderbaren Erkenntnis der Verhältnisse des Sternenhimmels. Diese Pyramidenbauten haben nicht eigentlich die Ägypter gemacht, sondern immer, wenn Eroberer aus iranischen Gegenden, aus Vorderasien nach Ägypten gekommen sind, haben diese die Pyramidenbauten aufgeführt. Die Ägypter haben die Pyramiden erst bauen gelernt von solchen Völkern, welche Sternenmysterien gehabt haben, während die Ägypter selber nicht Sternenmysterien, sondern eine Art Weihnachtsmysterien gehabt haben.
[ 14 ] Diese Betrachtung der Pyramiden hat im Laufe des 19. Jahrhunderts immerhin doch dazu geführt, daß einzelne Menschen, wie zum Beispiel Carus, gesagt haben: Einfach die Betrachtung der Pyramiden weist darauf hin, daß es in Urzeiten eine Wissenschaft gegeben hat, die verlorengegangen ist und deren Betrachtung geeignet ist, die Menschheit der Gegenwart schamrot werden zu lassen. — Das sind nicht meine Worte, sondern es sind Carus’ Worte! Das glaubt der heutige Mensch ja wirklich recht wenig, daß es in Urzeiten der Menschheit eine auf etwas andere Art erworbene Wissenschaft gegeben hat, aber eben eine Wissenschaft, welche in tiefe Geheimnisse des Weltenalls hineinleuchten konnte. Und das Bedeutende ist nicht einmal bloß das, daß diese Mysterienweisen so weite Abmessungen des Weltenalls kannten, daß sie das Geheimnis in den Bau der Pyramiden hineingelegt haben, sondern das Bemerkenswerte ist eben doch etwas ganz anderes noch. Es war nicht ein abstraktes Wissen, das man von der Beziehung des Menschen zu dem Sternenkosmos hatte, sondern es war wirklich ein ganz konkretes Wissen, ein Wissen, durch das sich der Mensch drinnenstehend erfühlte im Kosmos. Der Mensch wußte: er steht mit seinem Haupte, das er frei hinausrichtet in den Kosmos, in unmittelbarer Beziehung zum Fixsternhimmel. Alles dasjenige also, was der Mensch als die Geheimnisse seines Hauptes betrachtete, betrachteten diese Mysterienweisen als Geheimnisse des Fixsternhimmels. Das Haupt des Menschen wird in der Tat ausgebildet vom Fixsternhimmel. Es ist ja nur ein heutiges materialistisches Vorurteil, daß alles von den Vorfahren geerbt wird, daß alles aus dem Keime stamme. Der Keim selbst wird, insofern er Haupteskeim ist, in der menschlichen Mutter vom Fixsternhimmel ausgekraftet.
[ 14 ] Diese Betrachtung der Pyramiden hat im Laufe des 19. Jahrhunderts immerhin doch dazu geführt, daß einzelne Menschen, wie zum Beispiel Carus, gesagt haben: Einfach die Betrachtung der Pyramiden weist darauf hin, daß es in Urzeiten eine Wissenschaft gegeben hat, die verlorengegangen ist und deren Betrachtung geeignet ist, die Menschheit der Gegenwart schamrot werden zu lassen. — Das sind nicht meine Worte, sondern es sind Carus’ Worte! Das glaubt der heutige Mensch ja wirklich recht wenig, daß es in Urzeiten der Menschheit eine auf etwas andere Art erworbene Wissenschaft gegeben hat, aber eben eine Wissenschaft, welche in tiefe Geheimnisse des Weltenalls hineinleuchten konnte. Und das Bedeutende ist nicht einmal bloß das, daß diese Mysterienweisen so weite Abmessungen des Weltenalls kannten, daß sie das Geheimnis in den Bau der Pyramiden hineingelegt haben, sondern das Bemerkenswerte ist eben doch etwas ganz anderes noch. Es war nicht ein abstraktes Wissen, das man von der Beziehung des Menschen zu dem Sternenkosmos hatte, sondern es war wirklich ein ganz konkretes Wissen, ein Wissen, durch das sich der Mensch drinnenstehend erfühlte im Kosmos. Der Mensch wußte: er steht mit seinem Haupte, das er frei hinausrichtet in den Kosmos, in unmittelbarer Beziehung zum Fixsternhimmel. Alles dasjenige also, was der Mensch als die Geheimnisse seines Hauptes betrachtete, betrachteten diese Mysterienweisen als Geheimnisse des Fixsternhimmels. Das Haupt des Menschen wird in der Tat ausgebildet vom Fixsternhimmel. Es ist ja nur ein heutiges materialistisches Vorurteil, daß alles von den Vorfahren geerbt wird, daß alles aus dem Keime stamme. Der Keim selbst wird, insofern er Haupteskeim ist, in der menschlichen Mutter vom Fixsternhimmel ausgekraftet.
[ 15 ] Wie der Mensch mit dem Fixsternhimmel nach seinem Haupte zusammenhängt, wie das Haupt ein Abbild des Fixsternhimmels ist — von einem andern Gesichtspunkte können Sie darüber nachlesen in meiner kleinen Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», wo ich die Sache auch berührt habe —, so ist auf der andern Seite der übrige menschliche Organismus zugeteilt alldem, was mit dem Geheimnisse der Sonne zusammenhängt. So daß der Mensch eigentlich — das wußten die alten Mysterienweisen, welche Sternenmysterien, Ostermysterien pflegten — zwiefacher Natur nach dieser Richtung schon ist: sein Haupt ist dem Fixsternhimmel zugeteilt, der übrige Organismus mit dem Herzen als Mittelpunkte ist der Sonne zugeteilt.
[ 15 ] Wie der Mensch mit dem Fixsternhimmel nach seinem Haupte zusammenhängt, wie das Haupt ein Abbild des Fixsternhimmels ist — von einem andern Gesichtspunkte können Sie darüber nachlesen in meiner kleinen Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», wo ich die Sache auch berührt habe —, so ist auf der andern Seite der übrige menschliche Organismus zugeteilt alldem, was mit dem Geheimnisse der Sonne zusammenhängt. So daß der Mensch eigentlich — das wußten die alten Mysterienweisen, welche Sternenmysterien, Ostermysterien pflegten — zwiefacher Natur nach dieser Richtung schon ist: sein Haupt ist dem Fixsternhimmel zugeteilt, der übrige Organismus mit dem Herzen als Mittelpunkte ist der Sonne zugeteilt.
[ 16 ] Nun wußten diese alten Astronomen — oder nennen Sie sie meinetwillen Astrologen — auch noch etwas anderes. Sie wußten: Wenn man die Sterne beobachtet in ihrem Verhältnis zur Sonne, so bleibt die Sonne gegenüber den Fixsternbewegungen nach und nach immer etwas zurück; dadurch erscheint ja der Frühlingspunkt immer an einem andern Punkt, die Sonne bleibt immer etwas zurück. Scheinbar gehen die Sterne schneller als die Sonne in der Jahresbewegung. Das Merkwürdige — was aber für die alten Astronomen nicht etwas Merkwürdiges, sondern ein bedeutsames Mysterium war — ist, daß nach zweiundsiebzig Jahren die Fixsterne der Sonne in ihren Bewegungen gerade um einen Tag vorangeeilt sind, um einen Tag in zweiundsiebzig Jahren. Dieses, auf den Menschen übertragen — für die alten ‚Astronomen hatte es Sinn, für die gescheiten Leute der Gegenwart ist es selbstverständlich Unsinn —, bedeutet, daß wir unter mancherlei anderem in uns selbst auch diese zwiespältige Fixstern- und Sonnennatur haben, daß wir mit unserem Haupte voraneilen unserem übrigen Organismus. Und wenn wir zweiundsiebzig Jahre gelebt haben, natürlich sind die Dinge approximativ zu betrachten, dann ist unser Haupt um einen Sternentag unserem übrigen Organismus vorangegangen, und daher ist das menschliche Leben durchschnittlich, ich habe es von andern Gesichtspunkten aus auch schon erörtert, ein zweiundsiebzigjähriges. Es kann natürlich viel länger sein, auch viel kürzer sein, aber durchschnittlich ein zweiundsiebzigjähriges. Das hängt zusammen mit der Zwiespältigkeit des Lebensverlaufes im menschlichen Haupte und im menschlichen übrigen Organismus, die genau entspricht der Zwiespältigkeit der Bewegungen am Fixsternhimmel und der Sonne. So steht der Mensch drinnen als ein Mikrokosmos im Makrokosmos. In jenen alten Zeiten war man eben in der Lage, sich selber so im Makrokosmos drinnen zu fühlen, wie jetzt der kleine Finger sich am ganzen Organismus fühlt, also als ein Glied des Ganzen sich zu fühlen.
[ 16 ] Nun wußten diese alten Astronomen — oder nennen Sie sie meinetwillen Astrologen — auch noch etwas anderes. Sie wußten: Wenn man die Sterne beobachtet in ihrem Verhältnis zur Sonne, so bleibt die Sonne gegenüber den Fixsternbewegungen nach und nach immer etwas zurück; dadurch erscheint ja der Frühlingspunkt immer an einem andern Punkt, die Sonne bleibt immer etwas zurück. Scheinbar gehen die Sterne schneller als die Sonne in der Jahresbewegung. Das Merkwürdige — was aber für die alten Astronomen nicht etwas Merkwürdiges, sondern ein bedeutsames Mysterium war — ist, daß nach zweiundsiebzig Jahren die Fixsterne der Sonne in ihren Bewegungen gerade um einen Tag vorangeeilt sind, um einen Tag in zweiundsiebzig Jahren. Dieses, auf den Menschen übertragen — für die alten ‚Astronomen hatte es Sinn, für die gescheiten Leute der Gegenwart ist es selbstverständlich Unsinn —, bedeutet, daß wir unter mancherlei anderem in uns selbst auch diese zwiespältige Fixstern- und Sonnennatur haben, daß wir mit unserem Haupte voraneilen unserem übrigen Organismus. Und wenn wir zweiundsiebzig Jahre gelebt haben, natürlich sind die Dinge approximativ zu betrachten, dann ist unser Haupt um einen Sternentag unserem übrigen Organismus vorangegangen, und daher ist das menschliche Leben durchschnittlich, ich habe es von andern Gesichtspunkten aus auch schon erörtert, ein zweiundsiebzigjähriges. Es kann natürlich viel länger sein, auch viel kürzer sein, aber durchschnittlich ein zweiundsiebzigjähriges. Das hängt zusammen mit der Zwiespältigkeit des Lebensverlaufes im menschlichen Haupte und im menschlichen übrigen Organismus, die genau entspricht der Zwiespältigkeit der Bewegungen am Fixsternhimmel und der Sonne. So steht der Mensch drinnen als ein Mikrokosmos im Makrokosmos. In jenen alten Zeiten war man eben in der Lage, sich selber so im Makrokosmos drinnen zu fühlen, wie jetzt der kleine Finger sich am ganzen Organismus fühlt, also als ein Glied des Ganzen sich zu fühlen.
[ 17 ] Und weil man dieses als das Wichtigste betrachtete, daraufzukommen, wie das menschliche Leben zusammenhängt mit dem Geheimnis der Sterne, so kam insbesondere zusammen das Mysterium des Todes, das Ostermysterium, mit dem Sternenmysterium. Die christliche Weltanschauung hatte die Aufgabe, die beiden miteinander zu verknüpfen. Und in der Ausbildung der christlichen Weltanschauungen nach der konkreten Seite hin muß gewissermaßen das liegen, daß das Geburtsmysterium, das Weihnachtsmysterium, das Mysterium vom übersinnlichen Menschen nach der Geburtsseite hin, wiederum verknüpft wird mit dem Todes-, mit dem Ostermysterium, mit dem Mysterium des übersinnlichen Menschen nach der Todesseite hin.
[ 17 ] Und weil man dieses als das Wichtigste betrachtete, daraufzukommen, wie das menschliche Leben zusammenhängt mit dem Geheimnis der Sterne, so kam insbesondere zusammen das Mysterium des Todes, das Ostermysterium, mit dem Sternenmysterium. Die christliche Weltanschauung hatte die Aufgabe, die beiden miteinander zu verknüpfen. Und in der Ausbildung der christlichen Weltanschauungen nach der konkreten Seite hin muß gewissermaßen das liegen, daß das Geburtsmysterium, das Weihnachtsmysterium, das Mysterium vom übersinnlichen Menschen nach der Geburtsseite hin, wiederum verknüpft wird mit dem Todes-, mit dem Ostermysterium, mit dem Mysterium des übersinnlichen Menschen nach der Todesseite hin.
[ 18 ] Mit der Geburt befaßt sich dasjenige, was man heute vorzugsweise Wissenschaft nennt, mit dem Tode dasjenige, was man vorzugsweise Religion nennt. Der Religion von heute fehlt die Hinneigung zum übersinnlichen Menschen. Sonderbar gesagt, nicht wahr! Aber daß die Religion auch vom übersinnlichen Menschen spricht, ist kein Beweis, daß sie eine besondere Neigung hat, sich irgendwie mit dem übersinnlichen Menschen auch zu befassen. Mit dem übersinnlichen Menschen kann man sich nur befassen, wenn man anknüpft an dasjenige, was insbesondere empfunden worden ist in den Weihnachtsmysterien, wenn man anknüpft an die Geburt und durch die Geburt zur Präexistenz kommt. Daher haben die Geburtsmysterien auch vorzugsweise die Präexistenz, das Vor-der-Geburt-Existieren des übersinnlichen Menschen betont. Die andern Mysterien, die dann im Ostermysterium gipfelten, haben insbesondere die Postexistenz, die Existenz des Menschen über den Tod hinaus betont. Die Religionen haben sich dieser letzteren Seite mehr zugewendet. Aber sie haben die Wissenschaft, die damit in Verbindung steht, die Sternenweisheit, abgelehnt, so wie die Wissenschaft der heutigen Zeit selber, die sich ja mit der Abstammung befaßt, mit alledem, was zur Geburt gehört, abgelehnt hat dasjenige, was zum übersinnlichen Menschen, zum Erleben des übersinnlichen Menschen, zur Mystik führt.
[ 18 ] Mit der Geburt befaßt sich dasjenige, was man heute vorzugsweise Wissenschaft nennt, mit dem Tode dasjenige, was man vorzugsweise Religion nennt. Der Religion von heute fehlt die Hinneigung zum übersinnlichen Menschen. Sonderbar gesagt, nicht wahr! Aber daß die Religion auch vom übersinnlichen Menschen spricht, ist kein Beweis, daß sie eine besondere Neigung hat, sich irgendwie mit dem übersinnlichen Menschen auch zu befassen. Mit dem übersinnlichen Menschen kann man sich nur befassen, wenn man anknüpft an dasjenige, was insbesondere empfunden worden ist in den Weihnachtsmysterien, wenn man anknüpft an die Geburt und durch die Geburt zur Präexistenz kommt. Daher haben die Geburtsmysterien auch vorzugsweise die Präexistenz, das Vor-der-Geburt-Existieren des übersinnlichen Menschen betont. Die andern Mysterien, die dann im Ostermysterium gipfelten, haben insbesondere die Postexistenz, die Existenz des Menschen über den Tod hinaus betont. Die Religionen haben sich dieser letzteren Seite mehr zugewendet. Aber sie haben die Wissenschaft, die damit in Verbindung steht, die Sternenweisheit, abgelehnt, so wie die Wissenschaft der heutigen Zeit selber, die sich ja mit der Abstammung befaßt, mit alledem, was zur Geburt gehört, abgelehnt hat dasjenige, was zum übersinnlichen Menschen, zum Erleben des übersinnlichen Menschen, zur Mystik führt.
[ 19 ] Und so ist die Wissenschaft, indem sie abgelehnt hat den übersinnlichen Menschen, auf der einen Seite materialistisch geworden, und die Religion, indem sie es abgelehnt hat, den übersinnlichen Menschen zu betrachten, ist wissenschaftslos geworden. Beide stehen ohne Brücke nebeneinander in der Gegenwart. Und über nichts werden Menschen mehr aufgeregt — welche scheinbar die Religion vertreten, in Wahrheit aber nur mehr oder weniger ihre Pfründe verwalten wollen, die Menschen, die sich offizielle Vertreter der Religionsgemeinschaften nennen —, als wenn man von der Präexistenz der Seele, das heißt von dem übersinnlichen Menschen in Wirklichkeit redet.
[ 19 ] Und so ist die Wissenschaft, indem sie abgelehnt hat den übersinnlichen Menschen, auf der einen Seite materialistisch geworden, und die Religion, indem sie es abgelehnt hat, den übersinnlichen Menschen zu betrachten, ist wissenschaftslos geworden. Beide stehen ohne Brücke nebeneinander in der Gegenwart. Und über nichts werden Menschen mehr aufgeregt — welche scheinbar die Religion vertreten, in Wahrheit aber nur mehr oder weniger ihre Pfründe verwalten wollen, die Menschen, die sich offizielle Vertreter der Religionsgemeinschaften nennen —, als wenn man von der Präexistenz der Seele, das heißt von dem übersinnlichen Menschen in Wirklichkeit redet.
[ 20 ] Das alles, was ich sagte, war ja natürlich aphoristisch gemeint, aber es sollte hinweisen darauf, daß wieder gesucht werden muß eine Erweiterung des menschlichen Blickes über das unmittelbar in der physischen Welt Vorhandene hinaus. Und indem wir auf die beiden Mysterienrichtungen hingewiesen haben, eröffnen sich ja auch Ausblicke auf die Richtungen, in denen die Sinnenwelt überschritten werden muß: Auf der einen Seite, indem wieder gesucht werden muß der innere Mensch, welcher in uns gefunden werden kann auf dem Wege, der beschrieben ist in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist diese, in der neuen Form zu suchen, was uns die Sterne sagen können. Das werden wir allerdings in der neuen Form nur finden, wenn wir dasjenige, was im Menschen selbst ist, wiederum in unmittelbare Beziehung zu bringen vermögen zu dem Makrokosmos. Nach diesem ist solch ein Buch wie meine «Geheimwissenschaft im Umriß » konstruiert. Da ist wiederum gesucht, die Brücke zu schlagen zwischen dem Menschen und dem Makrokosmos, indem dasjenige, was im Menschen gefunden werden kann, die Evolution des Menschen, angeknüpft ist an dasjenige im Makrokosmos, wozu diese Evolution gehört, indem bestimmte Entwickelungsstadien des Menschen geknüpft sind an gewisse Vorgänge im Makrokosmos. Damit ist in unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft ein Anfang genommen nach den beiden Richtungen hin: zu suchen sowohl wiederum nach dem übersinnlichen Menschen wie nach den Geheimnissen des Makrokosmos.
[ 20 ] Das alles, was ich sagte, war ja natürlich aphoristisch gemeint, aber es sollte hinweisen darauf, daß wieder gesucht werden muß eine Erweiterung des menschlichen Blickes über das unmittelbar in der physischen Welt Vorhandene hinaus. Und indem wir auf die beiden Mysterienrichtungen hingewiesen haben, eröffnen sich ja auch Ausblicke auf die Richtungen, in denen die Sinnenwelt überschritten werden muß: Auf der einen Seite, indem wieder gesucht werden muß der innere Mensch, welcher in uns gefunden werden kann auf dem Wege, der beschrieben ist in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist diese, in der neuen Form zu suchen, was uns die Sterne sagen können. Das werden wir allerdings in der neuen Form nur finden, wenn wir dasjenige, was im Menschen selbst ist, wiederum in unmittelbare Beziehung zu bringen vermögen zu dem Makrokosmos. Nach diesem ist solch ein Buch wie meine «Geheimwissenschaft im Umriß » konstruiert. Da ist wiederum gesucht, die Brücke zu schlagen zwischen dem Menschen und dem Makrokosmos, indem dasjenige, was im Menschen gefunden werden kann, die Evolution des Menschen, angeknüpft ist an dasjenige im Makrokosmos, wozu diese Evolution gehört, indem bestimmte Entwickelungsstadien des Menschen geknüpft sind an gewisse Vorgänge im Makrokosmos. Damit ist in unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft ein Anfang genommen nach den beiden Richtungen hin: zu suchen sowohl wiederum nach dem übersinnlichen Menschen wie nach den Geheimnissen des Makrokosmos.
[ 21 ] Damit aber wird auch wiederum eine Brücke geschlagen zwischen Religion und Wissenschaft. Die Religion ist wissenschaftslos geworden. Das kann ja jeder, der es will, bemerken. Noch mehr kann man bemerken, daß die Wissenschaft der Gegenwart religionslos geworden ist, daß beide ganz unvermittelt nebeneinander stehen in der sogenannten Kultur unserer Zeit. Nur aus diesem Grunde konnten jene eigenartigen Irrtümer entstehen, die ich Ihnen durch diese Betrachtungen versuchte zu charakterisieren; jene Irrtümer, von denen ein besonderes Beispiel die scharfsinnigen Unternehmungen von Dupuis sind, der geglaubt hat, daß in den alten Mysterien, die er überhaupt für Betrug und Irrtum hält, nur um das Volk zu täuschen, gewisse Erzählungen erfunden worden sind, während man eigentlich nichts in Aussicht gehabt hätte als nur Bewegungen der Sterne. Dupuis macht eben nur den Fehler, daß er glaubt, dasselbe, was ein heutiger Astronom am Sternenhimmel sieht, habe auch der alte bloß gesehen. Aber der heutige Astronom sieht ja am Sternenhimmel dasselbe, was ein heutiger Anatom vom Menschen sieht; und so wenig der Leichnam der Mensch ist, so wenig ist der Inhalt der heutigen Astronomie der Sternenhimmel.
[ 21 ] Damit aber wird auch wiederum eine Brücke geschlagen zwischen Religion und Wissenschaft. Die Religion ist wissenschaftslos geworden. Das kann ja jeder, der es will, bemerken. Noch mehr kann man bemerken, daß die Wissenschaft der Gegenwart religionslos geworden ist, daß beide ganz unvermittelt nebeneinander stehen in der sogenannten Kultur unserer Zeit. Nur aus diesem Grunde konnten jene eigenartigen Irrtümer entstehen, die ich Ihnen durch diese Betrachtungen versuchte zu charakterisieren; jene Irrtümer, von denen ein besonderes Beispiel die scharfsinnigen Unternehmungen von Dupuis sind, der geglaubt hat, daß in den alten Mysterien, die er überhaupt für Betrug und Irrtum hält, nur um das Volk zu täuschen, gewisse Erzählungen erfunden worden sind, während man eigentlich nichts in Aussicht gehabt hätte als nur Bewegungen der Sterne. Dupuis macht eben nur den Fehler, daß er glaubt, dasselbe, was ein heutiger Astronom am Sternenhimmel sieht, habe auch der alte bloß gesehen. Aber der heutige Astronom sieht ja am Sternenhimmel dasselbe, was ein heutiger Anatom vom Menschen sieht; und so wenig der Leichnam der Mensch ist, so wenig ist der Inhalt der heutigen Astronomie der Sternenhimmel.
[ 22 ] Die naturwissenschaftliche Astronomie steht im Anfange. Sie hat es heute zu nicht weiteren Ergebnissen gebracht, als rein mechanisch-mathematisch zusammenzufassen dasjenige, was da draußen im Weltenall vor sich geht. Studieren Sie heute dasjenige, was Ihnen die Astronomie gibt: Sie können nur mathematisch-mechanische Verhältnisse finden, nur den Ausdruck einer großen Himmelsmaschinerie. Dagegen sucht der Naturforscher alles dasjenige, was hier auf der Erde vorgeht, mit Ausnahme der gröbsten physikalischen Vorgänge, auf der Erde selbst. Wenn irgendeine Pflanze entsteht, ein Tier geboren wird, ein Mensch geboren wird, so soll das alles auf Vererbung beruhen, weil selbstverständlich aus dem, was der heutige Astronom in den Sternen findet, man nicht irgendeine Anwendung auf den Menschen machen kann. Aber die Tatsache liegt vor, daß fortwährend ein Wechselverhältnis besteht zwischen dem Sternenhimmel und der Erde, daß kein Keim, weder ein Pflanzen-, noch ein Tier-, noch ein Menschenkeim auf der Erde entsteht, ohne daß dieser Keim von dem ganzen Makrokosmos angelegt wird. Man muß schon festhalten: Was tut der heutige Naturforscher? Er hat hier die Henne und in dieser das Ei. Selbstverständlich stammt von diesem Ei eine neue Henne, wiederum ein Ei, daraus eine neue Henne. So geht er von Henne zu Henne hinauf. Während die Sache in Wahrheit so ist: Hier ist der Sternenhimmel, hier ist die Henne, und der ganze Sternenhimmel sendet seine Kräfte aus den verschiedenen Konstellationen in die Henne hinein, und der Keim in der Henne ist der Ausdruck des gesamten Sternenhimmels.
[ 22 ] Die naturwissenschaftliche Astronomie steht im Anfange. Sie hat es heute zu nicht weiteren Ergebnissen gebracht, als rein mechanisch-mathematisch zusammenzufassen dasjenige, was da draußen im Weltenall vor sich geht. Studieren Sie heute dasjenige, was Ihnen die Astronomie gibt: Sie können nur mathematisch-mechanische Verhältnisse finden, nur den Ausdruck einer großen Himmelsmaschinerie. Dagegen sucht der Naturforscher alles dasjenige, was hier auf der Erde vorgeht, mit Ausnahme der gröbsten physikalischen Vorgänge, auf der Erde selbst. Wenn irgendeine Pflanze entsteht, ein Tier geboren wird, ein Mensch geboren wird, so soll das alles auf Vererbung beruhen, weil selbstverständlich aus dem, was der heutige Astronom in den Sternen findet, man nicht irgendeine Anwendung auf den Menschen machen kann. Aber die Tatsache liegt vor, daß fortwährend ein Wechselverhältnis besteht zwischen dem Sternenhimmel und der Erde, daß kein Keim, weder ein Pflanzen-, noch ein Tier-, noch ein Menschenkeim auf der Erde entsteht, ohne daß dieser Keim von dem ganzen Makrokosmos angelegt wird. Man muß schon festhalten: Was tut der heutige Naturforscher? Er hat hier die Henne und in dieser das Ei. Selbstverständlich stammt von diesem Ei eine neue Henne, wiederum ein Ei, daraus eine neue Henne. So geht er von Henne zu Henne hinauf. Während die Sache in Wahrheit so ist: Hier ist der Sternenhimmel, hier ist die Henne, und der ganze Sternenhimmel sendet seine Kräfte aus den verschiedenen Konstellationen in die Henne hinein, und der Keim in der Henne ist der Ausdruck des gesamten Sternenhimmels.
[ 23 ] Auf diese Weise sieht man, daß dasjenige, was heute Wissenschaft vom Himmel ist, was ja in einer gewissen großartigen Weise mit Kopernikus, Kepler, Galilei einen Anfang genommen hat, eben nur ein Anfang ist, und daß von da aus wiederum gewonnen werden muß ein Wissen, das jetzt nicht nur mechanischer Natur ist, das nicht nur von einer großen Himmelsmaschinerie handelt, sondern das gesamte Weltenall als Organismus, aber auch als Seele und Geist zu fassen imstande ist.
[ 23 ] Auf diese Weise sieht man, daß dasjenige, was heute Wissenschaft vom Himmel ist, was ja in einer gewissen großartigen Weise mit Kopernikus, Kepler, Galilei einen Anfang genommen hat, eben nur ein Anfang ist, und daß von da aus wiederum gewonnen werden muß ein Wissen, das jetzt nicht nur mechanischer Natur ist, das nicht nur von einer großen Himmelsmaschinerie handelt, sondern das gesamte Weltenall als Organismus, aber auch als Seele und Geist zu fassen imstande ist.
[ 24 ] Man blickt da in einer merkwürdigen Weise in den Gang der Entwickelung zurück. Eine alte Wissenschaft, die schon da war — schamrot könnte sie die Menschen machen —, ist zugrunde gegangen. Man muß sich bewußt sein: Man lebt noch immer im Zeitalter der zugrunde gegangenen Wissenschaft. Die ersten Wissenschaften sind in einer neuen Form angelegt; sie müssen ausgebildet werden. Dasjenige, was so bewundert wird von dem Fortschritt der Wissenschaft in den letzten vier Jahrhunderten, darf nur dann bewundert werden, wenn es als ein Anfang angesehen wird. Erst wenn die Brücke geschlagen sein wird von diesem Anfang zum Weihnachts- und Ostermysterium, wenigstens für die menschliche Empfindung, wird einiges getan sein.
[ 24 ] Man blickt da in einer merkwürdigen Weise in den Gang der Entwickelung zurück. Eine alte Wissenschaft, die schon da war — schamrot könnte sie die Menschen machen —, ist zugrunde gegangen. Man muß sich bewußt sein: Man lebt noch immer im Zeitalter der zugrunde gegangenen Wissenschaft. Die ersten Wissenschaften sind in einer neuen Form angelegt; sie müssen ausgebildet werden. Dasjenige, was so bewundert wird von dem Fortschritt der Wissenschaft in den letzten vier Jahrhunderten, darf nur dann bewundert werden, wenn es als ein Anfang angesehen wird. Erst wenn die Brücke geschlagen sein wird von diesem Anfang zum Weihnachts- und Ostermysterium, wenigstens für die menschliche Empfindung, wird einiges getan sein.
[ 25 ] Diesen Gedanken sollte man in seiner Seele so recht lebendig machen, denn er ist der Gedanke, der gewissermaßen allein dazu geeignet ist, seelisch den gegenwärtigen Menschen an das Weltenall anzuknüpfen: Jeglicher Keim ist an den Makrokosmos gebunden, auch die Geistkeime sind an den Makrokosmos gebunden. Und so bindet sich der Mensch an den Makrokosmos, wenn er versucht, eine makrokosmische Wissenschaft wenigstens in der Idee zunächst, in der Intention in seine Seele aufzunehmen. Es müßte in alle Zweige des Lebens hineingetragen werden dieses Bewußtsein von makrokosmischen Zusammenhängen des Menschen mit der Erde. Weit, weit entfernt ist im Grunde genommen die Gegenwart von einem solchen Bewußtsein. In dieser Beziehung ist ja die Gegenwart auch gewissermaßen in einer umgekehrten Lage als eine gewisse Zeit der Vergangenheit. Man kann fragen: Wie konnte denn eigentlich ein Urwissen der Menschheit von so weittragender Art, daß die Gegenwart schamrot werden könnte, verlorengehen?
[ 25 ] Diesen Gedanken sollte man in seiner Seele so recht lebendig machen, denn er ist der Gedanke, der gewissermaßen allein dazu geeignet ist, seelisch den gegenwärtigen Menschen an das Weltenall anzuknüpfen: Jeglicher Keim ist an den Makrokosmos gebunden, auch die Geistkeime sind an den Makrokosmos gebunden. Und so bindet sich der Mensch an den Makrokosmos, wenn er versucht, eine makrokosmische Wissenschaft wenigstens in der Idee zunächst, in der Intention in seine Seele aufzunehmen. Es müßte in alle Zweige des Lebens hineingetragen werden dieses Bewußtsein von makrokosmischen Zusammenhängen des Menschen mit der Erde. Weit, weit entfernt ist im Grunde genommen die Gegenwart von einem solchen Bewußtsein. In dieser Beziehung ist ja die Gegenwart auch gewissermaßen in einer umgekehrten Lage als eine gewisse Zeit der Vergangenheit. Man kann fragen: Wie konnte denn eigentlich ein Urwissen der Menschheit von so weittragender Art, daß die Gegenwart schamrot werden könnte, verlorengehen?
[ 26 ] Nun, man braucht sich nicht sehr zu verwundern, daß es verlorengegangen ist. Man denke nur einmal daran, daß in der Menschheitsentwickelung ganz sicher das Positive mit dem Negativen zusammenhängt. Wir haben ja oft gesprochen von dem Fortschritt, den die Menschheit gemacht hat durch das Verbreiten des Christentums. Aber vergessen wir nicht, daß die Ausbreitung des Christentums geknüpft ist als das Positive an die negative Seite, die Zertrümmerung einer alten Kultur. Man vergesse nicht, daß Zehntausende und aber Zehntausende von Werken der alten Kultur vernichtet wurden, während das Christentum ausgebreitet worden ist, daß Tausende und aber Tausende Symbole, welche alte Weisheit fortgepflanzt hatten, vernichtet worden sind. Von jenem Zerstörungswerk, das seinen Abschluß gefunden hat im 3., 4. Jahrhundert der Zeitrechnung, davon macht man sich ja gegenwärtig nur wenig einen Begriff. Julian der Apostat wollte — es war nicht an der Zeit — noch ein wenig abhalten dieses Zerstörungswerk. Er konnte es nicht.
[ 26 ] Nun, man braucht sich nicht sehr zu verwundern, daß es verlorengegangen ist. Man denke nur einmal daran, daß in der Menschheitsentwickelung ganz sicher das Positive mit dem Negativen zusammenhängt. Wir haben ja oft gesprochen von dem Fortschritt, den die Menschheit gemacht hat durch das Verbreiten des Christentums. Aber vergessen wir nicht, daß die Ausbreitung des Christentums geknüpft ist als das Positive an die negative Seite, die Zertrümmerung einer alten Kultur. Man vergesse nicht, daß Zehntausende und aber Zehntausende von Werken der alten Kultur vernichtet wurden, während das Christentum ausgebreitet worden ist, daß Tausende und aber Tausende Symbole, welche alte Weisheit fortgepflanzt hatten, vernichtet worden sind. Von jenem Zerstörungswerk, das seinen Abschluß gefunden hat im 3., 4. Jahrhundert der Zeitrechnung, davon macht man sich ja gegenwärtig nur wenig einen Begriff. Julian der Apostat wollte — es war nicht an der Zeit — noch ein wenig abhalten dieses Zerstörungswerk. Er konnte es nicht.
[ 27 ] Was alles zugrunde gegangen ist in diesen Jahrhunderten, sollte schon auch von der Menschheit gewußt werden. Aber gerade an solchen Dingen kann man lernen, daß die sogenannte Evolution eben nichts Einfaches ist. Denken Sie einmal, es wäre das Christentum nicht als ein furchtbarer Vernichter und Zertrümmerer durch die Welt gezogen — die Menschheit hätte in ihrer alten Unfreiheit bleiben müssen. Denn die Erwerbung der Freiheit ist doch nur möglich durch jenen Impuls, der auch der Impuls des Mysteriums von Golgatha ist. Aber auf der anderen Seite darf die negative Seite nicht überhandnehmen. Es gibt eine gewisse Gesinnung, welche sich mehr die negative Seite des Christentums bewahrt hat. Heute tritt diese Gesinnung in der Form auf, daß sie alles dasjenige, was zur Wiedereroberung der alten Weisheit auftritt, nun seelisch zerstören will. Dies dürfte nicht geschehen. Wenn heute immer wieder und wiederum vorgebracht wird, wo man nur kann, von sogenannten offiziellen Vertretern des Christentums: Ja, zu Christi Zeiten, zu der Apostel Zeiten, da gab es eben Offenbarungen; heute darf es das nicht geben, heute ist das Sünde, heute ist das Schwindel, heute ist das Betrug dann ist dieses anti-, ist dieses widerchristlich. Und auf diesem Gebiete klar zu sehen, gehört auch für den Menschen, der nach Wahrheit strebt, in gewissem Sinne schon zu den Aufgaben der Gegenwart. Zu den Aufgaben der Gegenwart gehört die Sehnsucht nach Klarheit. Und mit Bezug auf alles übrige ist nach und nach die Klarheit zugedeckt durch alle möglichen Mitempfindungen, die man mit der bloBen Phrase verbindet so, daß Empfindung für die Wahrheit wohl nur auf dem Wege des Geistes noch gesucht und gefunden werden kann.
[ 27 ] Was alles zugrunde gegangen ist in diesen Jahrhunderten, sollte schon auch von der Menschheit gewußt werden. Aber gerade an solchen Dingen kann man lernen, daß die sogenannte Evolution eben nichts Einfaches ist. Denken Sie einmal, es wäre das Christentum nicht als ein furchtbarer Vernichter und Zertrümmerer durch die Welt gezogen — die Menschheit hätte in ihrer alten Unfreiheit bleiben müssen. Denn die Erwerbung der Freiheit ist doch nur möglich durch jenen Impuls, der auch der Impuls des Mysteriums von Golgatha ist. Aber auf der anderen Seite darf die negative Seite nicht überhandnehmen. Es gibt eine gewisse Gesinnung, welche sich mehr die negative Seite des Christentums bewahrt hat. Heute tritt diese Gesinnung in der Form auf, daß sie alles dasjenige, was zur Wiedereroberung der alten Weisheit auftritt, nun seelisch zerstören will. Dies dürfte nicht geschehen. Wenn heute immer wieder und wiederum vorgebracht wird, wo man nur kann, von sogenannten offiziellen Vertretern des Christentums: Ja, zu Christi Zeiten, zu der Apostel Zeiten, da gab es eben Offenbarungen; heute darf es das nicht geben, heute ist das Sünde, heute ist das Schwindel, heute ist das Betrug dann ist dieses anti-, ist dieses widerchristlich. Und auf diesem Gebiete klar zu sehen, gehört auch für den Menschen, der nach Wahrheit strebt, in gewissem Sinne schon zu den Aufgaben der Gegenwart. Zu den Aufgaben der Gegenwart gehört die Sehnsucht nach Klarheit. Und mit Bezug auf alles übrige ist nach und nach die Klarheit zugedeckt durch alle möglichen Mitempfindungen, die man mit der bloBen Phrase verbindet so, daß Empfindung für die Wahrheit wohl nur auf dem Wege des Geistes noch gesucht und gefunden werden kann.
[ 28 ] Die Worte werden ja heute in der furchtbarsten Weise mißbraucht. Was tönt alles durch die Welt, und was wird namentlich durch die Welt tönend vernommen, als ob etwas in den Worten enthalten wäre! Auf diesem Boden ist Geisteswissenschaft als Erzieherin ebenso wichtig als durch ihren unmittelbaren Inhalt. Sie kann nicht, wenn sie wirkliche Geisteswissenschaft sein will, mit bloßen Worten die Menschen abfertigen. Warum nicht? Nun, aus dem sehr einfachen Grunde, weil man heute über alles reden kann, wenn man bei Worten stehenbleibt. Sie können reden über Naturwissenschaft, wenn Sie bei Worten stehenbleiben. Sehen Sie an, wie Fritz Mauthner in seinem «Wörterbuch» Ihnen beweist, wie die Naturwissenschaft da, wo sie zur Wissenschaft werden will, wo sie nicht bloße Tatsachen notifiziert, eine Wortwissenschaft ist. In der Geschichtswissenschaft redet man überhaupt nur mit Worten, denn das andere wird ja verträumt, wie ich Ihnen erzählt habe. Und so auf andern Gebieten. In der Politik, da würde man wahrscheinlich überhaupt, wenn man aufrichtig und ehrlich zu Werke ginge, noch weniger hinter den Worten finden als auf den übrigen Gebieten des Lebens. Wenn man sich an Worte hält, kann man heute über die Natur reden, kann über Geschichte, über Politik, über Nationalökonomie reden. Nur kann man nicht, wenn man sich an Worte hält, über den Geist reden; denn der Geist liegt heute nirgends in den Worten. Das ist ganz ernsthaft gemeint. Dafür ist aber auch umgekehrt Geisteswissenschaft eine Erziehung, um über das heutige Hängen an Worten hinauszukommen.
[ 28 ] Die Worte werden ja heute in der furchtbarsten Weise mißbraucht. Was tönt alles durch die Welt, und was wird namentlich durch die Welt tönend vernommen, als ob etwas in den Worten enthalten wäre! Auf diesem Boden ist Geisteswissenschaft als Erzieherin ebenso wichtig als durch ihren unmittelbaren Inhalt. Sie kann nicht, wenn sie wirkliche Geisteswissenschaft sein will, mit bloßen Worten die Menschen abfertigen. Warum nicht? Nun, aus dem sehr einfachen Grunde, weil man heute über alles reden kann, wenn man bei Worten stehenbleibt. Sie können reden über Naturwissenschaft, wenn Sie bei Worten stehenbleiben. Sehen Sie an, wie Fritz Mauthner in seinem «Wörterbuch» Ihnen beweist, wie die Naturwissenschaft da, wo sie zur Wissenschaft werden will, wo sie nicht bloße Tatsachen notifiziert, eine Wortwissenschaft ist. In der Geschichtswissenschaft redet man überhaupt nur mit Worten, denn das andere wird ja verträumt, wie ich Ihnen erzählt habe. Und so auf andern Gebieten. In der Politik, da würde man wahrscheinlich überhaupt, wenn man aufrichtig und ehrlich zu Werke ginge, noch weniger hinter den Worten finden als auf den übrigen Gebieten des Lebens. Wenn man sich an Worte hält, kann man heute über die Natur reden, kann über Geschichte, über Politik, über Nationalökonomie reden. Nur kann man nicht, wenn man sich an Worte hält, über den Geist reden; denn der Geist liegt heute nirgends in den Worten. Das ist ganz ernsthaft gemeint. Dafür ist aber auch umgekehrt Geisteswissenschaft eine Erziehung, um über das heutige Hängen an Worten hinauszukommen.
[ 29 ] Es ist die vorzüglichste Aufgabe des heutigen Bekenners der Anthroposophie, von den Worten überzugehen zu den Sachen, und da die Sache der Geisteswissenschaft der Geist ist, zum Geiste. Das wird Frucht bringen, es wird neue Ziele geben auf allen Gebieten des Lebens. Vor allen Dingen eine Frucht wird es bringen: Die Menschen, die es wollen, freizumachen vom Autoritätsglauben, freizumachen von jenem Aberglauben, der in der heutigen Menschheit so verbreitet ist und den die heutige Menschheit gar nicht einmal bemerkt. Es wird allerdings noch mancherlei notwendig sein an Erfahrungen für diese arme Menschheit der Gegenwart, um einigermaßen sich auf den Weg zu begeben, der hier gemeint ist. Denn diese arme Menschheit der Gegenwart ist stolz auf dasjenige, was sie am allerwenigsten hat, ist stolz auf ihre Freiheit vom Autoritätsglauben, ihre Freiheit vom Götzendienst.
[ 29 ] Es ist die vorzüglichste Aufgabe des heutigen Bekenners der Anthroposophie, von den Worten überzugehen zu den Sachen, und da die Sache der Geisteswissenschaft der Geist ist, zum Geiste. Das wird Frucht bringen, es wird neue Ziele geben auf allen Gebieten des Lebens. Vor allen Dingen eine Frucht wird es bringen: Die Menschen, die es wollen, freizumachen vom Autoritätsglauben, freizumachen von jenem Aberglauben, der in der heutigen Menschheit so verbreitet ist und den die heutige Menschheit gar nicht einmal bemerkt. Es wird allerdings noch mancherlei notwendig sein an Erfahrungen für diese arme Menschheit der Gegenwart, um einigermaßen sich auf den Weg zu begeben, der hier gemeint ist. Denn diese arme Menschheit der Gegenwart ist stolz auf dasjenige, was sie am allerwenigsten hat, ist stolz auf ihre Freiheit vom Autoritätsglauben, ihre Freiheit vom Götzendienst.
[ 30 ] Mancher Götze der Vergangenheit ist mehr wert in den Augen des Geistkenners als die Götzen der Gegenwart. Die Götzen der Gegenwart: Der bewußte Mensch hat sich die Gebete abgewöhnt, der unbewußte betet diese Götzen der Gegenwart um so inbrünstiger an. Alle diese Woodrow Wilsons sind in den Augen dessen, der die Weltenentwickelung durchschaut, weit gefährlichere Götzen des Aberglaubens, als die verachteten Götzen der Vorzeit waren. Die Menschheit der Gegenwart hängt viel mehr an diesen Götzen und an diesem Aberglauben, als eine Vormenschheit gehangen hat. Selbst die deutlichsten Zeichen werden der Menschheit der Gegenwart kaum viel nützen, weil sie außerordentlich schwer gerade in solchen Sachen auf die Bahn der Wahrheit zu bringen ist.
[ 30 ] Mancher Götze der Vergangenheit ist mehr wert in den Augen des Geistkenners als die Götzen der Gegenwart. Die Götzen der Gegenwart: Der bewußte Mensch hat sich die Gebete abgewöhnt, der unbewußte betet diese Götzen der Gegenwart um so inbrünstiger an. Alle diese Woodrow Wilsons sind in den Augen dessen, der die Weltenentwickelung durchschaut, weit gefährlichere Götzen des Aberglaubens, als die verachteten Götzen der Vorzeit waren. Die Menschheit der Gegenwart hängt viel mehr an diesen Götzen und an diesem Aberglauben, als eine Vormenschheit gehangen hat. Selbst die deutlichsten Zeichen werden der Menschheit der Gegenwart kaum viel nützen, weil sie außerordentlich schwer gerade in solchen Sachen auf die Bahn der Wahrheit zu bringen ist.
[ 31 ] Es fordert schon der Ernst der Gegenwart, daß man auch in weite Perspektiven blickende Dinge immer wieder und wiederum in solche Bemerkungen auslaufen läßt. Denn Geisteswissenschaft soll eben auch durchaus dem Leben dienen. Dasjenige aber, was heute dem Leben dienen will, dient am allerwenigsten dem Leben.
[ 31 ] Es fordert schon der Ernst der Gegenwart, daß man auch in weite Perspektiven blickende Dinge immer wieder und wiederum in solche Bemerkungen auslaufen läßt. Denn Geisteswissenschaft soll eben auch durchaus dem Leben dienen. Dasjenige aber, was heute dem Leben dienen will, dient am allerwenigsten dem Leben.
