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Mystery Truths and Christmas Impulses
Ancient Myths and Their Significance
GA 180

8 January 1918, Dornach

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Elfter Vortrag

Elfter Vortrag

[ 1 ] Bevor ich von hier wegzugehen habe, werden wir versuchen, gerade die Dinge gründlicher zu betrachten, die mit der neulich angeregten Frage zusammenhängen: Welche Impulse des menschlichen Lebens müssen insbesondere in der Gegenwart in das Bewußtsein der Menschen eintreten, damit ein Gegengewicht geschaffen sei gegen das fast ausschließlich sowohl in der Wissenschaft wie im Leben herrschende Vererbungsprinzip? — Allein, der damit gemeinten außerordentlich wichtigen Frage können wir uns nur langsam und allmählich nähern. Es ist ja im Grunde diese Frage im Tiefsten zusammenhängend mit dem Gegensatz, den ich Ihnen vor Augen, vor das Geistesauge führen wollte, indem ich darauf aufmerksam machte, wie man hinsehen kann nach dem alten ägyptischen Inschriftspruch der ägyptischen Isis: Ich bin das All, ich bin die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft; meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gelüftet —, und wie man auf der andern Seite in sein Bewußtsein aufnehmen kann dasjenige, was von der Gegenwart an und in die Zukunft hinein gewissermaßen der andere, der ergänzende Spruch sein muß: Ich bin der Mensch. Ich bin die Vergangenheit, ich bin die Gegenwart, ich bin die Zukunft. Meinen Schleier sollte jeder Sterbliche lüften.

[ 1 ] Bevor ich von hier wegzugehen habe, werden wir versuchen, gerade die Dinge gründlicher zu betrachten, die mit der neulich angeregten Frage zusammenhängen: Welche Impulse des menschlichen Lebens müssen insbesondere in der Gegenwart in das Bewußtsein der Menschen eintreten, damit ein Gegengewicht geschaffen sei gegen das fast ausschließlich sowohl in der Wissenschaft wie im Leben herrschende Vererbungsprinzip? — Allein, der damit gemeinten außerordentlich wichtigen Frage können wir uns nur langsam und allmählich nähern. Es ist ja im Grunde diese Frage im Tiefsten zusammenhängend mit dem Gegensatz, den ich Ihnen vor Augen, vor das Geistesauge führen wollte, indem ich darauf aufmerksam machte, wie man hinsehen kann nach dem alten ägyptischen Inschriftspruch der ägyptischen Isis: Ich bin das All, ich bin die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft; meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gelüftet —, und wie man auf der andern Seite in sein Bewußtsein aufnehmen kann dasjenige, was von der Gegenwart an und in die Zukunft hinein gewissermaßen der andere, der ergänzende Spruch sein muß: Ich bin der Mensch. Ich bin die Vergangenheit, ich bin die Gegenwart, ich bin die Zukunft. Meinen Schleier sollte jeder Sterbliche lüften.

[ 2 ] Nun muß man vor allen Dingen sich klar sein, daß in der Zeit, in der jener Spruch entstanden ist innerhalb der ägyptischen Kultur, es noch klar war, deutlich war, daß man ja eigentlich den Menschen selbst anspricht, wenn man vom «Unsterblichen» spricht. Allein innerhalb dieser ägyptischen Kultur war das Mysterium als Mysterienprinzip ein tief eingewurzeltes Prinzip. Der Ägypter, der mit seiner Kultur bekannt war, wußte, daß dasjenige, was in der Seele als Unsterbliches lebt, geweckt werden sollte. Ja, entgegen dem Gebrauche, den wir heute haben müssen, betrachtete der Ägypter eigentlich, so wie ja der Grieche auch, wenigstens der in Platos Sinne denkende Grieche, nur denjenigen als wahrhaft der Unsterblichkeit teilhaftig, welcher mit seinem Bewußtsein die spirituelle Welt ergriffen hat. Sie können den Beweis dafür nachlesen in meiner Schrift «Das Christentum als mystische Tatsache», wo ich Ihnen die oftmals hart klingenden Aussprüche Platos angeführt habe für den Unterschied zwischen denjenigen Menschen, welche versuchen, die Impulse des Unsterblichen, die spirituellen Impulse in der Seele zu ergreifen, und denjenigen Menschen, die das verschmähen, die das nicht tun.

[ 2 ] Nun muß man vor allen Dingen sich klar sein, daß in der Zeit, in der jener Spruch entstanden ist innerhalb der ägyptischen Kultur, es noch klar war, deutlich war, daß man ja eigentlich den Menschen selbst anspricht, wenn man vom «Unsterblichen» spricht. Allein innerhalb dieser ägyptischen Kultur war das Mysterium als Mysterienprinzip ein tief eingewurzeltes Prinzip. Der Ägypter, der mit seiner Kultur bekannt war, wußte, daß dasjenige, was in der Seele als Unsterbliches lebt, geweckt werden sollte. Ja, entgegen dem Gebrauche, den wir heute haben müssen, betrachtete der Ägypter eigentlich, so wie ja der Grieche auch, wenigstens der in Platos Sinne denkende Grieche, nur denjenigen als wahrhaft der Unsterblichkeit teilhaftig, welcher mit seinem Bewußtsein die spirituelle Welt ergriffen hat. Sie können den Beweis dafür nachlesen in meiner Schrift «Das Christentum als mystische Tatsache», wo ich Ihnen die oftmals hart klingenden Aussprüche Platos angeführt habe für den Unterschied zwischen denjenigen Menschen, welche versuchen, die Impulse des Unsterblichen, die spirituellen Impulse in der Seele zu ergreifen, und denjenigen Menschen, die das verschmähen, die das nicht tun.

[ 3 ] Indem Sie das bedenken, werden Sie aber leicht einsehen, daß der Ausspruch am Bildnis zu Sais eigentlich heißen sollte: Derjenige, der niemals versuchen will, das spirituelle Leben in der Seele zu ergreifen, der kann den Schleier der Isis nicht lüften; wohl aber der kann ihn lüften, der dieses spirituelle Leben ergreift, der — man würde im Sinne der alten Ägypter eben sprechen, heute klingt es etwas anders —, der sich also als «Sterblicher» zum «Unsterblichen » macht. Es sollte nicht gesagt werden, daß der Mensch überhaupt nicht den Schleier der Isis heben könne, sondern nur: Derjenige Mensch kann nicht den Schleier der Isis heben, der sich mit dem Sterblichen ausschließlich verbinden will, der nicht an das Unsterbliche heran will. Das bewirkte ja natürlich auch, daß später, als die ägyptische Kultur mehr in Verfall kam, der Spruch, möchte ich sagen, auch in eine unfugartige Ausdeutung hineintrieb. Die Priester, als sie das Mysterienprinzip zum Machtprinzip umgestalteten, haben eigentlich der profanen, nicht der priesterlichen, Menge beizubringen versucht, daß sie, die Priester, die Unsterblichen seien, und daß diejenigen, die nicht die Priester sind, die Sterblichen sind, daß also alle diejenigen, die außerhalb der Priesterschaft stehen, den Schleier der Isis nicht heben können. Man könnte sagen, in der Verfallszeit der ägyptischen Kultur gab es schon diese Deutung: Ich bin das All, ich bin die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft; meinen Schleier kann nur ein Priester lüften. — Und die Priester nannten sich in jener Verfallszeit auch «die Unsterblichen ».

[ 3 ] Indem Sie das bedenken, werden Sie aber leicht einsehen, daß der Ausspruch am Bildnis zu Sais eigentlich heißen sollte: Derjenige, der niemals versuchen will, das spirituelle Leben in der Seele zu ergreifen, der kann den Schleier der Isis nicht lüften; wohl aber der kann ihn lüften, der dieses spirituelle Leben ergreift, der — man würde im Sinne der alten Ägypter eben sprechen, heute klingt es etwas anders —, der sich also als «Sterblicher» zum «Unsterblichen » macht. Es sollte nicht gesagt werden, daß der Mensch überhaupt nicht den Schleier der Isis heben könne, sondern nur: Derjenige Mensch kann nicht den Schleier der Isis heben, der sich mit dem Sterblichen ausschließlich verbinden will, der nicht an das Unsterbliche heran will. Das bewirkte ja natürlich auch, daß später, als die ägyptische Kultur mehr in Verfall kam, der Spruch, möchte ich sagen, auch in eine unfugartige Ausdeutung hineintrieb. Die Priester, als sie das Mysterienprinzip zum Machtprinzip umgestalteten, haben eigentlich der profanen, nicht der priesterlichen, Menge beizubringen versucht, daß sie, die Priester, die Unsterblichen seien, und daß diejenigen, die nicht die Priester sind, die Sterblichen sind, daß also alle diejenigen, die außerhalb der Priesterschaft stehen, den Schleier der Isis nicht heben können. Man könnte sagen, in der Verfallszeit der ägyptischen Kultur gab es schon diese Deutung: Ich bin das All, ich bin die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft; meinen Schleier kann nur ein Priester lüften. — Und die Priester nannten sich in jener Verfallszeit auch «die Unsterblichen ».

[ 4 ] Dieser Ausdruck in seinem Gebrauche ist ja dann mehr für die auf dem physischen Plane lebenden Menschen zurückgegangen. Nur in der französischen Akademie braucht man ihn noch für die Mitglieder, indem man in Fortsetzung des ägyptischen Priesterprinzips besonders bedeutsame Menschen da zu «Unsterblichen» macht. Man wird in diesen Tagen daran erinnert, weil ja der Schelling- und SchopenhauerPlagiator Bergson gerade jetzt von der Französischen Akademie in die Unsterblichenwürde erhoben werden soll. Solche Dinge bleiben aus Zeiten zurück, in denen man sie verstanden hat, und münden in die Zeiten hinein, wo die Worte und Begriffe und Ideen weitab von ihrer Ursprungsstätte liegen.

[ 4 ] Dieser Ausdruck in seinem Gebrauche ist ja dann mehr für die auf dem physischen Plane lebenden Menschen zurückgegangen. Nur in der französischen Akademie braucht man ihn noch für die Mitglieder, indem man in Fortsetzung des ägyptischen Priesterprinzips besonders bedeutsame Menschen da zu «Unsterblichen» macht. Man wird in diesen Tagen daran erinnert, weil ja der Schelling- und SchopenhauerPlagiator Bergson gerade jetzt von der Französischen Akademie in die Unsterblichenwürde erhoben werden soll. Solche Dinge bleiben aus Zeiten zurück, in denen man sie verstanden hat, und münden in die Zeiten hinein, wo die Worte und Begriffe und Ideen weitab von ihrer Ursprungsstätte liegen.

[ 5 ] Man könnte leicht meinen, wenn man genötigt ist, so manches von dem zu sagen, was eben auch im Laufe dieser Betrachtungen gesagt werden muß, daß diese Betrachtungen dazu dienen sollten, unsere Zeit nur anzuklagen. Ich habe oftmals betont, das ist nicht der Fall. Dasjenige, was hier gesagt ist, ist zur Charakteristik der Zeit, nicht zu einer Kritik der Zeit gesagt. Es kann aber nicht verlangt werden, daß da, wo Wahrheit geredet werden soll, nicht auch auf dasjenige hingedeutet werde, was eben durchschaut werden muß, sei es in seiner Haltlosigkeit, sei es in seiner Schädlichkeit. Dabei darf man ja durchaus sagen: Sollte es denn ganz tadelnswert sein, wenn man ein gewisses Beispiel — selbstverständlich in entsprechend großer Entfernung befolgt, ein Beispiel, das aber eben nicht genug befolgt werden kann. Im Evangelium wird ja nicht erzählt, daß der Christus Jesus in den Tempel gegangen ist und die Händler gestreichelt hat, sondern es wird einem etwas anderes erzählt, daß er ihnen die Stühle umgeworfen hat und dergleichen! Um dasjenige, was geltend gemacht werden soll, wirklich geltend zu machen, dazu ist eben notwendig, daß man wirklichkeitsgemäß auf dasjenige hinweist, was getadelt werden muß, wenn die Zeit vorwärtsgehen soll. Da darf nicht das Sentimentale einer ganz falschen allgemeinen Schönfärberei in der menschlichen Seele Platz greifen und etwa gar als allgemeine Menschenliebe ausposaunt werden.

[ 5 ] Man könnte leicht meinen, wenn man genötigt ist, so manches von dem zu sagen, was eben auch im Laufe dieser Betrachtungen gesagt werden muß, daß diese Betrachtungen dazu dienen sollten, unsere Zeit nur anzuklagen. Ich habe oftmals betont, das ist nicht der Fall. Dasjenige, was hier gesagt ist, ist zur Charakteristik der Zeit, nicht zu einer Kritik der Zeit gesagt. Es kann aber nicht verlangt werden, daß da, wo Wahrheit geredet werden soll, nicht auch auf dasjenige hingedeutet werde, was eben durchschaut werden muß, sei es in seiner Haltlosigkeit, sei es in seiner Schädlichkeit. Dabei darf man ja durchaus sagen: Sollte es denn ganz tadelnswert sein, wenn man ein gewisses Beispiel — selbstverständlich in entsprechend großer Entfernung befolgt, ein Beispiel, das aber eben nicht genug befolgt werden kann. Im Evangelium wird ja nicht erzählt, daß der Christus Jesus in den Tempel gegangen ist und die Händler gestreichelt hat, sondern es wird einem etwas anderes erzählt, daß er ihnen die Stühle umgeworfen hat und dergleichen! Um dasjenige, was geltend gemacht werden soll, wirklich geltend zu machen, dazu ist eben notwendig, daß man wirklichkeitsgemäß auf dasjenige hinweist, was getadelt werden muß, wenn die Zeit vorwärtsgehen soll. Da darf nicht das Sentimentale einer ganz falschen allgemeinen Schönfärberei in der menschlichen Seele Platz greifen und etwa gar als allgemeine Menschenliebe ausposaunt werden.

[ 6 ] Wenn man dies gebührend berücksichtigt, dann kann auf der einen Seite gesagt werden, daß wir nun eben einmal im materialistischen Zeitalter leben, in diesem materialistischen Zeitalter, das zum Materialismus notwendig hinzufügt die Abstraktion in dem Sinne, wie wir es kennengelernt haben: die Wirklichkeitsfremdheit, und daß alles dasjenige, was katastrophal hereinbrechen mußte über unsere Zeit, zusammenhängt mit dieser Wirklichkeitsfremdheit. Auf der andern Seite darf aber auch gesagt werden, daß, verglichen mit den verschiedenen Perioden, namentlich — wenn wir dabei stehenbleiben — der nachatlantischen Zeit, unsere fünfte nachatlantische Zeit in gewisser Beziehung, von gewissen Gesichtspunkten aus die größte Zeit ist, diejenige, die der Menschheit am allermeisten bringt, diejenige, die ungeheure Entwickelungs- und Daseinsmöglichkeiten für den Menschen in sich beherbergt. Und gerade durch das, was der Mensch in diesem Zeitalter ganz besonders, ich möchte sagen, als Schattenseite des spirituellen Daseins ausbildet, nimmt er den Weg und kann er, wenn er sich richtig verhält, den Weg hineinfinden in die spirituelle Welt. Namentlich kann er den Weg finden zu seinem wahren, höchsten Menschenziel. Die Entwickelungsmöglichkeiten sind in unserer Zeit so groß, wie sie in den abgelaufenen Phasen der nachatlantischen Entwickelung von einem gewissen Gesichtspunkte aus nicht waren.

[ 6 ] Wenn man dies gebührend berücksichtigt, dann kann auf der einen Seite gesagt werden, daß wir nun eben einmal im materialistischen Zeitalter leben, in diesem materialistischen Zeitalter, das zum Materialismus notwendig hinzufügt die Abstraktion in dem Sinne, wie wir es kennengelernt haben: die Wirklichkeitsfremdheit, und daß alles dasjenige, was katastrophal hereinbrechen mußte über unsere Zeit, zusammenhängt mit dieser Wirklichkeitsfremdheit. Auf der andern Seite darf aber auch gesagt werden, daß, verglichen mit den verschiedenen Perioden, namentlich — wenn wir dabei stehenbleiben — der nachatlantischen Zeit, unsere fünfte nachatlantische Zeit in gewisser Beziehung, von gewissen Gesichtspunkten aus die größte Zeit ist, diejenige, die der Menschheit am allermeisten bringt, diejenige, die ungeheure Entwickelungs- und Daseinsmöglichkeiten für den Menschen in sich beherbergt. Und gerade durch das, was der Mensch in diesem Zeitalter ganz besonders, ich möchte sagen, als Schattenseite des spirituellen Daseins ausbildet, nimmt er den Weg und kann er, wenn er sich richtig verhält, den Weg hineinfinden in die spirituelle Welt. Namentlich kann er den Weg finden zu seinem wahren, höchsten Menschenziel. Die Entwickelungsmöglichkeiten sind in unserer Zeit so groß, wie sie in den abgelaufenen Phasen der nachatlantischen Entwickelung von einem gewissen Gesichtspunkte aus nicht waren.

[ 7 ] Es ist ja eigentlich etwas ungeheuer Bedeutungsvolles geschehen mit dem Eintritt dieses fünften nachatlantischen Zeitalters. Man muß schon sich in neuer Weise wiederum hineinversetzen in den Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen Weltenall, wenn man dem, was wir ja von verschiedenen Gesichtspunkten öfter hervorgehoben haben, die rechte Färbung, die rechte Gemütsnuance geben will. Gewiß, die Gescheitlinge im Philisterium, die nennen es Aberglaube, wenn gesprochen wird von einem gewissen Zusammenhang des Menschen mit konkreten Konstellationen des Weltenalls. Man muß nur diesen Zusammenhang richtig verstehen. Aberglaube — was ist Aberglaube? Der Glaube, daß sich der physische Mensch nach dem Weltenall in einer gewissen Beziehung richten muß? Wir richten uns nach der Uhr, die wir nach dem Sonnenstand regeln; wir treiben, so oft wir nach der Uhr schauen, Astrologie. Wir haben unterbewußte Glieder der Menschennatur, die richten sich nach andern Konstellationen als nach denen, nach denen wir im physischen Leben die Uhr richten. Wenn jemand die Dinge im richtigen Sinne versteht, so hat das Reden von Aberglauben nicht den geringsten Sinn. Deshalb darf wohl zur Illustrierung zunächst ein Stück dieser Weltenuhr jetzt vor Ihre Seele hingestellt werden. Wir werden es brauchen, um das vorerst angeschlagene Rätsel weiter betrachten zu können.

[ 7 ] Es ist ja eigentlich etwas ungeheuer Bedeutungsvolles geschehen mit dem Eintritt dieses fünften nachatlantischen Zeitalters. Man muß schon sich in neuer Weise wiederum hineinversetzen in den Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen Weltenall, wenn man dem, was wir ja von verschiedenen Gesichtspunkten öfter hervorgehoben haben, die rechte Färbung, die rechte Gemütsnuance geben will. Gewiß, die Gescheitlinge im Philisterium, die nennen es Aberglaube, wenn gesprochen wird von einem gewissen Zusammenhang des Menschen mit konkreten Konstellationen des Weltenalls. Man muß nur diesen Zusammenhang richtig verstehen. Aberglaube — was ist Aberglaube? Der Glaube, daß sich der physische Mensch nach dem Weltenall in einer gewissen Beziehung richten muß? Wir richten uns nach der Uhr, die wir nach dem Sonnenstand regeln; wir treiben, so oft wir nach der Uhr schauen, Astrologie. Wir haben unterbewußte Glieder der Menschennatur, die richten sich nach andern Konstellationen als nach denen, nach denen wir im physischen Leben die Uhr richten. Wenn jemand die Dinge im richtigen Sinne versteht, so hat das Reden von Aberglauben nicht den geringsten Sinn. Deshalb darf wohl zur Illustrierung zunächst ein Stück dieser Weltenuhr jetzt vor Ihre Seele hingestellt werden. Wir werden es brauchen, um das vorerst angeschlagene Rätsel weiter betrachten zu können.

[ 8 ] Als jene Zeit abgelaufen war, welche als die atlantische ÜberAlutung, als Untergang der Atlantis, unsere nachatlantische Kultur von der atlantischen Kultur trennt, da war als erste nachatlantische Zeit, als erste nachatlantische Kulturepoche diejenige, welche ihre makrokosmischen Einflüsse dadurch empfing, daß die Kraft, die das Erdenleben durchflutete, diejenige war, welche entspricht dem Aufgang der Sonne im Frühlingspunkte im Zeichen des Krebses. Wir können also sagen, als die Sonne mit ihrem Frühlingspunkte in das Zeichen des Krebses eintrat, da begann die erste nachatlantische Kultur. Wir können sie geradezu — wenn der Ausdruck selbstverständlich nicht mißverstanden wird — die «Krebskultur» nennen. Wenn wir die Dinge in ihrem wirklichen Lichte begreifen, so können wir sagen, die Sonne stand mit ihrem Frühlingsaufgang im Zeichen des Krebses.

[ 8 ] Als jene Zeit abgelaufen war, welche als die atlantische ÜberAlutung, als Untergang der Atlantis, unsere nachatlantische Kultur von der atlantischen Kultur trennt, da war als erste nachatlantische Zeit, als erste nachatlantische Kulturepoche diejenige, welche ihre makrokosmischen Einflüsse dadurch empfing, daß die Kraft, die das Erdenleben durchflutete, diejenige war, welche entspricht dem Aufgang der Sonne im Frühlingspunkte im Zeichen des Krebses. Wir können also sagen, als die Sonne mit ihrem Frühlingspunkte in das Zeichen des Krebses eintrat, da begann die erste nachatlantische Kultur. Wir können sie geradezu — wenn der Ausdruck selbstverständlich nicht mißverstanden wird — die «Krebskultur» nennen. Wenn wir die Dinge in ihrem wirklichen Lichte begreifen, so können wir sagen, die Sonne stand mit ihrem Frühlingsaufgang im Zeichen des Krebses.

[ 9 ] Wir haben davon gesprochen in diesen Betrachtungen, daß im Menschen immer etwas entspricht demjenigen, was da draußen im Makrokosmos ist. Der Krebs entspricht beim Menschen dem Brustkorb. So daß man, makrokosmisch gesprochen, diese erste, die urindische Kultur, dadurch charakterisieren kann, daß man sagt, sie verlief, während der Frühlingspunkt der Sonne im Krebs war. Wenn man sie mikrokosmisch charakterisieren will, kann man sagen, sie verlief damals, als der Mensch für seine Weltenerkenntnis, für seine Weltenwahrnehmung, für seine Weltenanschauung unter dem Einfluß jener Kräfte stand, die zusammenhängen mit dem, was sich in der Umhüllung seiner Brust, im Brustpanzer im Krebs zum Ausdrucke bringt.

[ 9 ] Wir haben davon gesprochen in diesen Betrachtungen, daß im Menschen immer etwas entspricht demjenigen, was da draußen im Makrokosmos ist. Der Krebs entspricht beim Menschen dem Brustkorb. So daß man, makrokosmisch gesprochen, diese erste, die urindische Kultur, dadurch charakterisieren kann, daß man sagt, sie verlief, während der Frühlingspunkt der Sonne im Krebs war. Wenn man sie mikrokosmisch charakterisieren will, kann man sagen, sie verlief damals, als der Mensch für seine Weltenerkenntnis, für seine Weltenwahrnehmung, für seine Weltenanschauung unter dem Einfluß jener Kräfte stand, die zusammenhängen mit dem, was sich in der Umhüllung seiner Brust, im Brustpanzer im Krebs zum Ausdrucke bringt.

[ 10 ] Wir haben heute als physische Menschen keine Möglichkeit, durch diejenigen Kräfte, die in unserem Krebs sind, mit der Welt in erkennende Beziehungen zu treten. Wir haben keine Möglichkeiten dazu heute. Wenn der Mensch diejenigen Kräfte entwickeln kann, die eine intime Verwandtschaft zu seinem Brustkorb haben, wenn er, ich möchte sagen, mit Bezug auf die Kräfte seines Brustkorbes sensitiv ist für alles dasjenige, was in der Natur und im Menschenleben geschieht, dann ist es so, wie wenn der Mensch in einer unmittelbaren Berührung mit der äußeren Welt wäre, mit alledem, was als elementarische Welt an ihn herantritt. Wenn wir nur nehmen — wir treffen damit dasjenige, was der urindischen Kultur zugrunde lag —, wenn wir nur nehmen das Verhältnis von Mensch zu Mensch, so war es so, daß in dieser alten Zeit der Mensch, indem er dem Menschen entgegentrat, gewissermaßen an der Sensitivität seines Brustkorbes fühlte, wie der andere Mensch war. Er fühlte, wie ihm der andere Mensch sympathisch oder mehr oder weniger antipathisch sein konnte. Er trat dem andern Menschen entgegen und lernte ihn erkennen. Indem er in seiner Nähe die Luft atmete, lernte er ihn erkennen. Gewiß, in mancher Beziehung weiß davon zu dem Heil der Menschheit die moderne Menschheit nichts. Aber in jedes Menschen Nähe atmet natürlich der Mensch anders, denn in jedes Menschen Nähe teilt der Mensch die von dem andern ausgeatmete Luft. Für diese Dinge ist der moderne Mensch sehr unempfindlich geworden. Während der ersten nachatlantischen Kultur, während der Krebskultur, war diese Unempfindlichkeit nicht vorhanden. Ein Mensch konnte durch seinen Atem sympathisch, antipathisch sein; der Brustkorb bewegte sich anders, wenn der Mensch sympathisch oder antipathisch war. Und der Brustkorb war sensitiv genug, diese seine eigenen Bewegungen wahrzunehmen.

[ 10 ] Wir haben heute als physische Menschen keine Möglichkeit, durch diejenigen Kräfte, die in unserem Krebs sind, mit der Welt in erkennende Beziehungen zu treten. Wir haben keine Möglichkeiten dazu heute. Wenn der Mensch diejenigen Kräfte entwickeln kann, die eine intime Verwandtschaft zu seinem Brustkorb haben, wenn er, ich möchte sagen, mit Bezug auf die Kräfte seines Brustkorbes sensitiv ist für alles dasjenige, was in der Natur und im Menschenleben geschieht, dann ist es so, wie wenn der Mensch in einer unmittelbaren Berührung mit der äußeren Welt wäre, mit alledem, was als elementarische Welt an ihn herantritt. Wenn wir nur nehmen — wir treffen damit dasjenige, was der urindischen Kultur zugrunde lag —, wenn wir nur nehmen das Verhältnis von Mensch zu Mensch, so war es so, daß in dieser alten Zeit der Mensch, indem er dem Menschen entgegentrat, gewissermaßen an der Sensitivität seines Brustkorbes fühlte, wie der andere Mensch war. Er fühlte, wie ihm der andere Mensch sympathisch oder mehr oder weniger antipathisch sein konnte. Er trat dem andern Menschen entgegen und lernte ihn erkennen. Indem er in seiner Nähe die Luft atmete, lernte er ihn erkennen. Gewiß, in mancher Beziehung weiß davon zu dem Heil der Menschheit die moderne Menschheit nichts. Aber in jedes Menschen Nähe atmet natürlich der Mensch anders, denn in jedes Menschen Nähe teilt der Mensch die von dem andern ausgeatmete Luft. Für diese Dinge ist der moderne Mensch sehr unempfindlich geworden. Während der ersten nachatlantischen Kultur, während der Krebskultur, war diese Unempfindlichkeit nicht vorhanden. Ein Mensch konnte durch seinen Atem sympathisch, antipathisch sein; der Brustkorb bewegte sich anders, wenn der Mensch sympathisch oder antipathisch war. Und der Brustkorb war sensitiv genug, diese seine eigenen Bewegungen wahrzunehmen.

[ 11 ] Denken Sie, was man da eigentlich dann wahrnimmt! Man nimmt den andern wahr, aber man nimmt den andern wahr durch etwas, was in einem selber vorgeht. Das Innere des andern nimmt man in einem Vorgang wahr, den man als Inneres erlebt, als körperlich Inneres erlebt. Das war während der Krebskultur. Ich habe Ihnen das illustriert an dem Beispiel der Begegnung mit einem andern Menschen. Aber so wurde die ganze Welt betrachtet. So entstand die Weltanschauung, die diese erste nachatlantische Kultur hatte. Der Mensch atmete anders, wenn er die Sonne betrachtete, wenn er die Morgenröte betrachtete, wenn er den Frühling betrachtete, wenn er den Herbst betrachtete; und danach bildete er sich seine Begriffe. Und wie die heutige Menschheit ihre abstrakten, ihre so strohern-abstrakten, nicht einmal mehr strohern-abstrakten, sondern papieren-abstrakten Begriffe bildet über Sonne, Mond und Sterne, über Wachsen und Gedeihen, über alles mögliche, so bildete die Menschheit in der ersten nachatlantischen Zeit, in der Krebskultur, Begriffe, die in dieser unmittelbaren Weise gefühlt wurden wie ein Mitvibrieren des eigenen Krebses, des eigenen Brustkorbes.

[ 11 ] Denken Sie, was man da eigentlich dann wahrnimmt! Man nimmt den andern wahr, aber man nimmt den andern wahr durch etwas, was in einem selber vorgeht. Das Innere des andern nimmt man in einem Vorgang wahr, den man als Inneres erlebt, als körperlich Inneres erlebt. Das war während der Krebskultur. Ich habe Ihnen das illustriert an dem Beispiel der Begegnung mit einem andern Menschen. Aber so wurde die ganze Welt betrachtet. So entstand die Weltanschauung, die diese erste nachatlantische Kultur hatte. Der Mensch atmete anders, wenn er die Sonne betrachtete, wenn er die Morgenröte betrachtete, wenn er den Frühling betrachtete, wenn er den Herbst betrachtete; und danach bildete er sich seine Begriffe. Und wie die heutige Menschheit ihre abstrakten, ihre so strohern-abstrakten, nicht einmal mehr strohern-abstrakten, sondern papieren-abstrakten Begriffe bildet über Sonne, Mond und Sterne, über Wachsen und Gedeihen, über alles mögliche, so bildete die Menschheit in der ersten nachatlantischen Zeit, in der Krebskultur, Begriffe, die in dieser unmittelbaren Weise gefühlt wurden wie ein Mitvibrieren des eigenen Krebses, des eigenen Brustkorbes.

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[ 12 ] Man kann also sagen: Wenn das etwa den Sonnenweg vorstellt und hier die Sonne im Frühling im Krebs steht, dann ist das die Zeit, in der auch der Mensch in der Krebskultur ist. In besonderer Weise ist ja immer ein solches Tierkreisbild — aus Gründen, die wir vielleicht auch nächstens erwähnen können, aber die ja den meisten von Ihnen bekannt sind — verwandt, als besonders einem Planeten zugehörig anzusehen. Der Krebs ist besonders dem Mond als zugehörig anzusehen. Man sagt, weil die Kräfte des Mondes eben ganz besonders wirken, wenn der Mond im Krebs steht: der Mond habe seine Heimat, sein Haus im Krebs; dort sind seine Kräfte, ganz besonders kommen sie dort zur Entwickelung.

[ 12 ] Man kann also sagen: Wenn das etwa den Sonnenweg vorstellt und hier die Sonne im Frühling im Krebs steht, dann ist das die Zeit, in der auch der Mensch in der Krebskultur ist. In besonderer Weise ist ja immer ein solches Tierkreisbild — aus Gründen, die wir vielleicht auch nächstens erwähnen können, aber die ja den meisten von Ihnen bekannt sind — verwandt, als besonders einem Planeten zugehörig anzusehen. Der Krebs ist besonders dem Mond als zugehörig anzusehen. Man sagt, weil die Kräfte des Mondes eben ganz besonders wirken, wenn der Mond im Krebs steht: der Mond habe seine Heimat, sein Haus im Krebs; dort sind seine Kräfte, ganz besonders kommen sie dort zur Entwickelung.

[ 13 ] So wie nun dem Krebs der Brustkorb am Menschen entspricht, so entspricht dem planetarischen Mond am Menschen die Sexualsphäre. Und in der Tat, man kann sagen, während auf der einen Seite der Mensch so empfänglich und empfindlich, so sensitiv war in der ersten nachatlantischen Zeit, hing gerade in dieser ersten nachatlantischen Zeit alles dasjenige, was an intimen Begriffen der nachatlantischen Weltanschauung zutage gefördert worden ist, mit der Sexualsphäre zusammen — damals mit Recht, denn es war jene Naivität vorhanden, die in späteren, verdorbenen Zeiten nicht mehr vorhanden war.

[ 13 ] So wie nun dem Krebs der Brustkorb am Menschen entspricht, so entspricht dem planetarischen Mond am Menschen die Sexualsphäre. Und in der Tat, man kann sagen, während auf der einen Seite der Mensch so empfänglich und empfindlich, so sensitiv war in der ersten nachatlantischen Zeit, hing gerade in dieser ersten nachatlantischen Zeit alles dasjenige, was an intimen Begriffen der nachatlantischen Weltanschauung zutage gefördert worden ist, mit der Sexualsphäre zusammen — damals mit Recht, denn es war jene Naivität vorhanden, die in späteren, verdorbenen Zeiten nicht mehr vorhanden war.

[ 14 ] Dann trat ja die Sonne mit ihrem Frühlingspunkte in das Zeichen der Zwillinge. Und wir haben es dann zu tun mit der zweiten nachatlantischen Kultur, mit der urpersischen Kultur, während der Frühlingspunkt in den Zwillingen verläuft. Mit den Zwillingen im Makrokosmischen ist mikrokosmisch verwandt alles dasjenige, was sich beim Menschen auf sein Symmetrischsein bezieht, insbesondere auf das Symmetrischsein, das sich in der Beziehung der rechten Hand zur linken Hand symmetrisch ausdrückt. Wir haben natürlich auch andere Dinge, in denen sich das Symmetrischsein zum Ausdruck bringt: wir sehen mit zwei Augen die Dinge nur einfach und so weiter. Dieses Symmetrischsein, dieses Zusammenwirken des Links und Rechts beim Menschen, das sich also besonders in den beiden Armen und Händen zum Ausdruck bringt, das ist dasjenige, was im Makrokosmos den Zwillingen entspricht.

[ 14 ] Dann trat ja die Sonne mit ihrem Frühlingspunkte in das Zeichen der Zwillinge. Und wir haben es dann zu tun mit der zweiten nachatlantischen Kultur, mit der urpersischen Kultur, während der Frühlingspunkt in den Zwillingen verläuft. Mit den Zwillingen im Makrokosmischen ist mikrokosmisch verwandt alles dasjenige, was sich beim Menschen auf sein Symmetrischsein bezieht, insbesondere auf das Symmetrischsein, das sich in der Beziehung der rechten Hand zur linken Hand symmetrisch ausdrückt. Wir haben natürlich auch andere Dinge, in denen sich das Symmetrischsein zum Ausdruck bringt: wir sehen mit zwei Augen die Dinge nur einfach und so weiter. Dieses Symmetrischsein, dieses Zusammenwirken des Links und Rechts beim Menschen, das sich also besonders in den beiden Armen und Händen zum Ausdruck bringt, das ist dasjenige, was im Makrokosmos den Zwillingen entspricht.

[ 15 ] Dasjenige, was nun durch die Kräfte der Zwillingssphäre, durch die Kräfte des Symmetrischseins vom Menschen so für seine Weltanschauung lebensartig in sich aufgenommen wird — wie durch den Brustkorb in der ersten nachatlantischen Zeit das, was ich vorher charakterisiert habe —, das ist nun schon weniger intim mit der unmittelbarsten Umgebung verbunden, sondern das Symmetrischsein verbindet den Menschen schon mehr mit dem, was von der Erde abliegt, mit dem, was nicht irdisch, sondern himmlisch, kosmisch ist. Daher tritt in dieser zweiten nachatlantischen Zeit zurück das intime Verknüpftsein mit der unmittelbar elementaren Erdenumgebung, und es tritt auf die Zarathustrakultur, das Hinauswenden zu dem Zwillingshaftsein in der Welt — auf der einen Seite der Lichtnatur, auf der andern Seite der Finsternisnatur —, die Zwillingsnatur, die zusammenhängt mit den Kräften, die der Mensch durch seine Symmetrie, durch sein Symmetriewesen ausdrückt, auslebt.

[ 15 ] Dasjenige, was nun durch die Kräfte der Zwillingssphäre, durch die Kräfte des Symmetrischseins vom Menschen so für seine Weltanschauung lebensartig in sich aufgenommen wird — wie durch den Brustkorb in der ersten nachatlantischen Zeit das, was ich vorher charakterisiert habe —, das ist nun schon weniger intim mit der unmittelbarsten Umgebung verbunden, sondern das Symmetrischsein verbindet den Menschen schon mehr mit dem, was von der Erde abliegt, mit dem, was nicht irdisch, sondern himmlisch, kosmisch ist. Daher tritt in dieser zweiten nachatlantischen Zeit zurück das intime Verknüpftsein mit der unmittelbar elementaren Erdenumgebung, und es tritt auf die Zarathustrakultur, das Hinauswenden zu dem Zwillingshaftsein in der Welt — auf der einen Seite der Lichtnatur, auf der andern Seite der Finsternisnatur —, die Zwillingsnatur, die zusammenhängt mit den Kräften, die der Mensch durch seine Symmetrie, durch sein Symmetriewesen ausdrückt, auslebt.

[ 16 ] So wie der Mond sein Haus in dem Krebs hat, so hat Merkur sein Haus in den Zwillingen (siehe Zeichnung Seite 201). Und gerade so, wie gewissermaßen dem Menschen in der ersten nachatlantischen Zeit die Kraft der Sexualsphäre geholfen hat, um diese intime Beziehung zur Umwelt zu bekommen, von der wir gesprochen haben, so hilft nun wiederum die Merkursphäre, die eigentlich mit den Kräften des Unterleibes zusammenhängende Sphäre, in diesem zweiten nachatlantischen Zeitraum. Auf der einen Seite gehen die Kräfte des Menschen aus der Erde weg in das Weltenall hinaus, in das außerirdische Weltenall; aber dabei hilft dem Menschen gewissermaßen dasjenige, was noch sehr an atavistische Kräfte gemahnt, was zusammenhängt mit den Kräften seines Gefäßsystems, seines Verdauungssystems. Der Mensch hat ja wirklich sein Verdauungssystem nicht bloß, um zu verdauen, sondern es ist zu gleicher Zeit ein Erkenntnisapparat. Diese Dinge sind nur vergessen worden. Und die wirkliche Scharfsinnigkeit — nicht der Spürsinn, von dem ich in diesen Tagen gesprochen habe —, die wirkliche Scharfsinnigkeit, die wirkliche tiefere Kombinationsgabe, welche mit den Dingen in Beziehung steht, die kommt ja nicht aus dem Kopfe, die kommt aus dem Unterleib, die diente dieser zweiten nachatlantischen Zeit.

[ 16 ] So wie der Mond sein Haus in dem Krebs hat, so hat Merkur sein Haus in den Zwillingen (siehe Zeichnung Seite 201). Und gerade so, wie gewissermaßen dem Menschen in der ersten nachatlantischen Zeit die Kraft der Sexualsphäre geholfen hat, um diese intime Beziehung zur Umwelt zu bekommen, von der wir gesprochen haben, so hilft nun wiederum die Merkursphäre, die eigentlich mit den Kräften des Unterleibes zusammenhängende Sphäre, in diesem zweiten nachatlantischen Zeitraum. Auf der einen Seite gehen die Kräfte des Menschen aus der Erde weg in das Weltenall hinaus, in das außerirdische Weltenall; aber dabei hilft dem Menschen gewissermaßen dasjenige, was noch sehr an atavistische Kräfte gemahnt, was zusammenhängt mit den Kräften seines Gefäßsystems, seines Verdauungssystems. Der Mensch hat ja wirklich sein Verdauungssystem nicht bloß, um zu verdauen, sondern es ist zu gleicher Zeit ein Erkenntnisapparat. Diese Dinge sind nur vergessen worden. Und die wirkliche Scharfsinnigkeit — nicht der Spürsinn, von dem ich in diesen Tagen gesprochen habe —, die wirkliche Scharfsinnigkeit, die wirkliche tiefere Kombinationsgabe, welche mit den Dingen in Beziehung steht, die kommt ja nicht aus dem Kopfe, die kommt aus dem Unterleib, die diente dieser zweiten nachatlantischen Zeit.

[ 17 ] Dann kam die dritte Zeit, in der der Frühlingspunkt der Sonne eintrat in den Stier. Dasjenige, was von den Kräften herunterkommt vom Weltenall, wenn die Sonne den Frühlingspunkt im Stier hat, das hängt mikrokosmisch beim Menschen zusammen mit alldem, was die Kehlkopfgegend, die Kehlkopfkräfte betrifft. Daher hat der Mensch in dieser dritten nachatlantischen Zeit, in der ägyptisch-chaldäischen Zeit, ich möchte sagen, als sein besonderes Erkenntnisorgan entwickelt alles das, was mit seinen Kehlkopfkräften zusammenhängt. Die Verwandtschaftsempfindung zwischen dem Wort und der Sache, namentlich den Dingen draußen im Weltenall, war in dieser dritten nachatlantischen Zeit ganz besonders groß. Von der intimen Verwandtschaft desjenigen, was der Mensch vom Weltenall erkannte durch seinen Kehlkopf, kann man sich heute im Zeitalter der Abstraktionen nicht viel Vorstellungen machen.

[ 17 ] Dann kam die dritte Zeit, in der der Frühlingspunkt der Sonne eintrat in den Stier. Dasjenige, was von den Kräften herunterkommt vom Weltenall, wenn die Sonne den Frühlingspunkt im Stier hat, das hängt mikrokosmisch beim Menschen zusammen mit alldem, was die Kehlkopfgegend, die Kehlkopfkräfte betrifft. Daher hat der Mensch in dieser dritten nachatlantischen Zeit, in der ägyptisch-chaldäischen Zeit, ich möchte sagen, als sein besonderes Erkenntnisorgan entwickelt alles das, was mit seinen Kehlkopfkräften zusammenhängt. Die Verwandtschaftsempfindung zwischen dem Wort und der Sache, namentlich den Dingen draußen im Weltenall, war in dieser dritten nachatlantischen Zeit ganz besonders groß. Von der intimen Verwandtschaft desjenigen, was der Mensch vom Weltenall erkannte durch seinen Kehlkopf, kann man sich heute im Zeitalter der Abstraktionen nicht viel Vorstellungen machen.

[ 18 ] Unterstützt wurde wiederum die Kraft, die dem Stier entspricht, durch Venus, die ihr Haus im Stier hat (siehe Zeichnung Seite 201). Im Mikrokosmos, im Menschen, entspricht das Kräften, welche zwischen der Herzgegend und der Magengegend liegen. Dadurch wurde aber dasjenige, was in dieser dritten nachatlantischen Zeit als das Weltenwort erkannt wurde, intim mit dem Menschen verbunden, indem er es verstand durch die Venuskräfte, die in ihm selber waren.

[ 18 ] Unterstützt wurde wiederum die Kraft, die dem Stier entspricht, durch Venus, die ihr Haus im Stier hat (siehe Zeichnung Seite 201). Im Mikrokosmos, im Menschen, entspricht das Kräften, welche zwischen der Herzgegend und der Magengegend liegen. Dadurch wurde aber dasjenige, was in dieser dritten nachatlantischen Zeit als das Weltenwort erkannt wurde, intim mit dem Menschen verbunden, indem er es verstand durch die Venuskräfte, die in ihm selber waren.

[ 19 ] Dann kam die griechisch-lateinische Zeit, das vierte nachatlantische Zeitalter. Die Sonne trat mit ihrem Frühlingspunkte ein in den Widder. Das entspricht der Kopfgegend des Menschen, der Stirngegend, der Oberkopf-, der eigentlichen Kopfgegend des Menschen. Es begann diejenige Zeit, in der der Mensch vorzugsweise sich so in ein erkennendes Verhältnis zur Welt setzte, daß dieses erkennende Verhältnis zur Welt ihm Gedanken brachte. Das Kopferkennen ist ganz verschieden von den früheren Arten des Erkennens. Das Kopferkennen trat ja in diesem Zeitalter besonders ein. Aber der Kopf des Menschen ist, trotzdem er fast eine getreue Nachbildung des Makrokosmos ist, gerade weil er in physischem Sinne eine getreue Nachbildung des Makrokosmos ist, im spirituellen Sinne eigentlich nicht gar viel wert. Verzeihen Sie den Ausdruck: als physischer Kopf ist der Kopf des Menschen nicht gar viel wert. Und wenn der Mensch auf seinen Kopf angewiesen ist, so kann er zu nichts anderem kommen als eigentlich zu einer Gedankenkultur.

[ 19 ] Dann kam die griechisch-lateinische Zeit, das vierte nachatlantische Zeitalter. Die Sonne trat mit ihrem Frühlingspunkte ein in den Widder. Das entspricht der Kopfgegend des Menschen, der Stirngegend, der Oberkopf-, der eigentlichen Kopfgegend des Menschen. Es begann diejenige Zeit, in der der Mensch vorzugsweise sich so in ein erkennendes Verhältnis zur Welt setzte, daß dieses erkennende Verhältnis zur Welt ihm Gedanken brachte. Das Kopferkennen ist ganz verschieden von den früheren Arten des Erkennens. Das Kopferkennen trat ja in diesem Zeitalter besonders ein. Aber der Kopf des Menschen ist, trotzdem er fast eine getreue Nachbildung des Makrokosmos ist, gerade weil er in physischem Sinne eine getreue Nachbildung des Makrokosmos ist, im spirituellen Sinne eigentlich nicht gar viel wert. Verzeihen Sie den Ausdruck: als physischer Kopf ist der Kopf des Menschen nicht gar viel wert. Und wenn der Mensch auf seinen Kopf angewiesen ist, so kann er zu nichts anderem kommen als eigentlich zu einer Gedankenkultur.

[ 20 ] Nach und nach hat auch die griechisch-lateinische Zeit, die ja, wie wir von andern Gesichtspunkten aus gesehen haben, die Kopfkultur bis zu ihrer Höhe brachte und dadurch gewissermaßen den Menschen in einer besonderen Weise heranbrachte an die Welt, in einer nach und nach sich entwickelnden Weise es zu der eigentlichen Kopfkultur gebracht, zu der Gedankenkultur, die dann abgelaufen ist. So daß man, wie ich gestern aufmerksam gemacht habe, vom 15. Jahrhundert ab nicht mehr wußte, wie man mit dem Denken noch mit der Wirklichkeit zusammenhing. Diese Kopfkultur, diese Widderkultur, sie war aber noch immer so, daß man gewissermaßen in den Menschen hereinnahm die Anschauung des Weltenalls. Und mit Bezug auf die physische Welt war diese Kopfkultur, diese Widderkultur, die allervollkommenste. Materialistisch ist erst dasjenige geworden, was sich dann als Entartung daraus entwickelt hat. Der Mensch trat durch seinen Kopf eben doch gerade in dieser Widderkultur in ein besonderes Verhältnis zur Umwelt. Und man versteht heute insbesondere die griechische Kultur schwer — die römische hat es ja dann ins mehr Philiströse verzerrt —, wenn man das nicht berücksichtigt, daß der Grieche eben zum Beispiel Begriffe und Ideen anders wahrnahm. Ich habe das in meinen «Rätseln der Philosophie» besonders ausgeführt.

[ 20 ] Nach und nach hat auch die griechisch-lateinische Zeit, die ja, wie wir von andern Gesichtspunkten aus gesehen haben, die Kopfkultur bis zu ihrer Höhe brachte und dadurch gewissermaßen den Menschen in einer besonderen Weise heranbrachte an die Welt, in einer nach und nach sich entwickelnden Weise es zu der eigentlichen Kopfkultur gebracht, zu der Gedankenkultur, die dann abgelaufen ist. So daß man, wie ich gestern aufmerksam gemacht habe, vom 15. Jahrhundert ab nicht mehr wußte, wie man mit dem Denken noch mit der Wirklichkeit zusammenhing. Diese Kopfkultur, diese Widderkultur, sie war aber noch immer so, daß man gewissermaßen in den Menschen hereinnahm die Anschauung des Weltenalls. Und mit Bezug auf die physische Welt war diese Kopfkultur, diese Widderkultur, die allervollkommenste. Materialistisch ist erst dasjenige geworden, was sich dann als Entartung daraus entwickelt hat. Der Mensch trat durch seinen Kopf eben doch gerade in dieser Widderkultur in ein besonderes Verhältnis zur Umwelt. Und man versteht heute insbesondere die griechische Kultur schwer — die römische hat es ja dann ins mehr Philiströse verzerrt —, wenn man das nicht berücksichtigt, daß der Grieche eben zum Beispiel Begriffe und Ideen anders wahrnahm. Ich habe das in meinen «Rätseln der Philosophie» besonders ausgeführt.

[ 21 ] Bedeutungsvoll war nun für diese Zeit, daß der Mars sein Haus im Widder hat. Die Kräfte des Mars, das sind diejenigen Kräfte, die nun wiederum, aber in anderer Art, zusammenhängen mit dem menschlichen Kehlkopfwesen, so daß der Mars, der zu gleicher Zeit dem Menschen die aggressiven Kräfte gibt, im wesentlichsten die Unterstützung bot für alles dasjenige, was an Beziehung zur Umwelt von seiten des Menschen entwickelt wurde durch seinen Kopf. Und für die vierte nachatlantische Zeit, die also im 8. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung beginnt, im 15. Jahrhundert schließt, da haben sich auch jene Verhältnisse herausgebildet, die man schon als eine Marskultur bezeichnen kann. Die Konfiguration der einzelnen sozialen Gebilde über die Erde hin ist ja in dieser Zeit im wesentlichen durch eine Marskultur, durch eine kriegerische Kultur entstanden. Jetzt sind Kriege Nachzügler. Wenn sie auch schrecklicher sind als einst, sie sind Nachzügler. Wir werden gleich noch darauf zu sprechen kommen.

[ 21 ] Bedeutungsvoll war nun für diese Zeit, daß der Mars sein Haus im Widder hat. Die Kräfte des Mars, das sind diejenigen Kräfte, die nun wiederum, aber in anderer Art, zusammenhängen mit dem menschlichen Kehlkopfwesen, so daß der Mars, der zu gleicher Zeit dem Menschen die aggressiven Kräfte gibt, im wesentlichsten die Unterstützung bot für alles dasjenige, was an Beziehung zur Umwelt von seiten des Menschen entwickelt wurde durch seinen Kopf. Und für die vierte nachatlantische Zeit, die also im 8. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung beginnt, im 15. Jahrhundert schließt, da haben sich auch jene Verhältnisse herausgebildet, die man schon als eine Marskultur bezeichnen kann. Die Konfiguration der einzelnen sozialen Gebilde über die Erde hin ist ja in dieser Zeit im wesentlichen durch eine Marskultur, durch eine kriegerische Kultur entstanden. Jetzt sind Kriege Nachzügler. Wenn sie auch schrecklicher sind als einst, sie sind Nachzügler. Wir werden gleich noch darauf zu sprechen kommen.

[ 22 ] Nun ist der Kopf des Menschen mit allen seinen Kräften gerade als physisches Denkwerkzeug, als Werkzeug für die physischen Gedanken, eine Nachbildung des Sternenhimmels. Daher hat auch diese vierte nachatlantische Zeit in den Gedanken noch etwas Makrokosmisches. Es kommt in die Gedanken noch viel Makrokosmisches herein, die Gedanken sind noch nicht an die Erde gebunden. Aber bedenken Sie den großen Umschwung, der nun kommt mit dem 15. Jahrhundert, indem die Widderkultur übergeht in die Kultur der Fische. Das, was jene Kräfte geworden sind im Makrokosmos, sind im Menschen die Kräfte, die mit den Füßen zusammenhängen. Vom Kopf geht es hinunter zu den Füßen. Der Umschwung ist ein ungeheurer. Daher konnte ich Ihnen erzählen, daß, wenn Sie zurückgehen würden, aber mit Verständnis zurückgehen würden in die Zeit vor dem 14. Jahrhundert und die heute viel verachteten alchimistischen und sonstigen Schriften lesen würden, Sie dann sehen würden, was da für tiefe, für ungeheure Einblicke in Weltengeheimnisse vorhanden sind. Aber es dreht sich ja die ganze menschliche Kultur — auch die Menschenkräfte — vollständig mit um. Was der Mensch vorher vom Himmel empfangen hat, empfängt er nun von der Erde aus. Das ist dasjenige, was uns aus den Himmelszeichen heraus illustriert den großen Umschwung, der sich mit dem Menschen vollzogen hatte. Und das hängt zusammen mit dem Aufgange der materiellen, der materialistischen Zeit. Die Gedanken verlieren ihre Kraft, die Gedanken können leicht zur Phrase werden in diesen Zeiten.

[ 22 ] Nun ist der Kopf des Menschen mit allen seinen Kräften gerade als physisches Denkwerkzeug, als Werkzeug für die physischen Gedanken, eine Nachbildung des Sternenhimmels. Daher hat auch diese vierte nachatlantische Zeit in den Gedanken noch etwas Makrokosmisches. Es kommt in die Gedanken noch viel Makrokosmisches herein, die Gedanken sind noch nicht an die Erde gebunden. Aber bedenken Sie den großen Umschwung, der nun kommt mit dem 15. Jahrhundert, indem die Widderkultur übergeht in die Kultur der Fische. Das, was jene Kräfte geworden sind im Makrokosmos, sind im Menschen die Kräfte, die mit den Füßen zusammenhängen. Vom Kopf geht es hinunter zu den Füßen. Der Umschwung ist ein ungeheurer. Daher konnte ich Ihnen erzählen, daß, wenn Sie zurückgehen würden, aber mit Verständnis zurückgehen würden in die Zeit vor dem 14. Jahrhundert und die heute viel verachteten alchimistischen und sonstigen Schriften lesen würden, Sie dann sehen würden, was da für tiefe, für ungeheure Einblicke in Weltengeheimnisse vorhanden sind. Aber es dreht sich ja die ganze menschliche Kultur — auch die Menschenkräfte — vollständig mit um. Was der Mensch vorher vom Himmel empfangen hat, empfängt er nun von der Erde aus. Das ist dasjenige, was uns aus den Himmelszeichen heraus illustriert den großen Umschwung, der sich mit dem Menschen vollzogen hatte. Und das hängt zusammen mit dem Aufgange der materiellen, der materialistischen Zeit. Die Gedanken verlieren ihre Kraft, die Gedanken können leicht zur Phrase werden in diesen Zeiten.

[ 23 ] Aber nun denken Sie an ein merkwürdiges anderes. Wie Venus ihr Haus im Stier, Mars sein Haus im Widder hat, so hat in den Fischen Jupiter sein Haus. Und Jupiter hängt zusammen mit der menschlichen Stirnesentwickelung, mit der menschlichen Vorderhirnentwickelung. Groß kann der Mensch mit dieser Erdenkultur werden in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, weil er gerade in selbständiger menschlicher Weise, durch die Kräfte seines Hauptes veredeln und fassen kann dasjenige, was ihm von der entgegengesetzten Seite zugeführt wird gegenüber der früheren nachatlantischen Periode. Daher hat dieselbe Leistung beim Menschen, die Mars für das vierte nachatlantische Zeitalter zu leisten hatte, Jupiter für das fünfte zu leisten. Und man könnte sagen: Mars war in gewisser Beziehung der rechtmäßige König dieser Welt in der vierten nachatlantischen Zeit. In der fünften nachatlantischen Zeit ist er nicht der rechtmäßige König dieser Welt, weil nichts in der fünften nachatlantischen Zeit durch seine Kräfte wirklich — im Sinne dieser fünften nachatlantischen Zeit — erreicht werden kann; sondern was groß machen kann diese Epoche, das muß durch die Kräfte des geistigen Lebens, der Welterkenntnis, der Weltanschauung geltend gemacht werden. Der Mensch ist abgeschlossen von den himmlischen Kräften; er ist in das materialistische Zeitalter gebannt. Aber er hat in diesem fünften nachatlantischen Zeitalter die größte Möglichkeit, sich zu vergeistigen. Keines war der Geistigkeit so günstig, wie dieses fünfte nachatlantische Zeitalter. Es muß nur den Mut finden, die Händler aus dem Tempel zu jagen. Es muß den Mut finden, gegenüber den Abstraktionen, gegenüber den wirklichkeitsfremden Dingen die Wirklichkeit, die volle Wirklichkeit und damit die geistige Wirklichkeit zu stellen.

[ 23 ] Aber nun denken Sie an ein merkwürdiges anderes. Wie Venus ihr Haus im Stier, Mars sein Haus im Widder hat, so hat in den Fischen Jupiter sein Haus. Und Jupiter hängt zusammen mit der menschlichen Stirnesentwickelung, mit der menschlichen Vorderhirnentwickelung. Groß kann der Mensch mit dieser Erdenkultur werden in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, weil er gerade in selbständiger menschlicher Weise, durch die Kräfte seines Hauptes veredeln und fassen kann dasjenige, was ihm von der entgegengesetzten Seite zugeführt wird gegenüber der früheren nachatlantischen Periode. Daher hat dieselbe Leistung beim Menschen, die Mars für das vierte nachatlantische Zeitalter zu leisten hatte, Jupiter für das fünfte zu leisten. Und man könnte sagen: Mars war in gewisser Beziehung der rechtmäßige König dieser Welt in der vierten nachatlantischen Zeit. In der fünften nachatlantischen Zeit ist er nicht der rechtmäßige König dieser Welt, weil nichts in der fünften nachatlantischen Zeit durch seine Kräfte wirklich — im Sinne dieser fünften nachatlantischen Zeit — erreicht werden kann; sondern was groß machen kann diese Epoche, das muß durch die Kräfte des geistigen Lebens, der Welterkenntnis, der Weltanschauung geltend gemacht werden. Der Mensch ist abgeschlossen von den himmlischen Kräften; er ist in das materialistische Zeitalter gebannt. Aber er hat in diesem fünften nachatlantischen Zeitalter die größte Möglichkeit, sich zu vergeistigen. Keines war der Geistigkeit so günstig, wie dieses fünfte nachatlantische Zeitalter. Es muß nur den Mut finden, die Händler aus dem Tempel zu jagen. Es muß den Mut finden, gegenüber den Abstraktionen, gegenüber den wirklichkeitsfremden Dingen die Wirklichkeit, die volle Wirklichkeit und damit die geistige Wirklichkeit zu stellen.

[ 24 ] Diejenigen, welche die Konstellationen der Sterne durchschaut haben, sie haben auch immer gewußt, daß besondere Hilfen wiederum kommen von den besonderen Planeten für die einzelnen Abschnitte im Gang der Sonne. Man hat mit einem gewissen Recht jeder von diesen Konstellationen: Mond-Krebs, Merkur-Zwillinge, Venus-Stier, Mars-Widder, Jupiter-Fische, man hat ihnen drei, wie man sagte, Dekane zugeteilt, drei Dekane. Diese drei Dekane stellen diejenigen Planeten dar, welche den Beruf haben, während der betreffenden Konstellationen ganz besonders einzugreifen in das Geschick, während die andern unwirksamer sind. So sind die Dekane der ersten nachatlantischen Zeit, der Krebszeit: Venus, Merkur, Mond; die Dekane während der Zwillingszeit: Jupiter, Mars, Sonne; die Dekane während der Stierzeit: Merkur, Mond, Saturn; die Dekane während der Widderzeit: Mars, Sonne, Venus. Und die Dekane während unserer Zeit, während des Zeitalters der Fische, sehr charakteristisch, also diejenigen Kräfte, die uns gewissermaßen nach der Himmelsuhr wiederum besonders dienen können: Saturn, Jupiter, Mars. Mars hier nicht in demselben Dienst, den er hatte, als er in seinem Haus war, wenn er durch den Widder durchgeht, sondern Mars jetzt als repräsentative Kraft für die menschliche Stärke. Aber Sie sehen in den äußeren Planeten: Saturn, Jupiter, Mars dasjenige, was zusammenhängt mit dem menschlichen Haupte, mit dem menschlichen Antlitz, mit dem menschlichen Wortbilden.

[ 24 ] Diejenigen, welche die Konstellationen der Sterne durchschaut haben, sie haben auch immer gewußt, daß besondere Hilfen wiederum kommen von den besonderen Planeten für die einzelnen Abschnitte im Gang der Sonne. Man hat mit einem gewissen Recht jeder von diesen Konstellationen: Mond-Krebs, Merkur-Zwillinge, Venus-Stier, Mars-Widder, Jupiter-Fische, man hat ihnen drei, wie man sagte, Dekane zugeteilt, drei Dekane. Diese drei Dekane stellen diejenigen Planeten dar, welche den Beruf haben, während der betreffenden Konstellationen ganz besonders einzugreifen in das Geschick, während die andern unwirksamer sind. So sind die Dekane der ersten nachatlantischen Zeit, der Krebszeit: Venus, Merkur, Mond; die Dekane während der Zwillingszeit: Jupiter, Mars, Sonne; die Dekane während der Stierzeit: Merkur, Mond, Saturn; die Dekane während der Widderzeit: Mars, Sonne, Venus. Und die Dekane während unserer Zeit, während des Zeitalters der Fische, sehr charakteristisch, also diejenigen Kräfte, die uns gewissermaßen nach der Himmelsuhr wiederum besonders dienen können: Saturn, Jupiter, Mars. Mars hier nicht in demselben Dienst, den er hatte, als er in seinem Haus war, wenn er durch den Widder durchgeht, sondern Mars jetzt als repräsentative Kraft für die menschliche Stärke. Aber Sie sehen in den äußeren Planeten: Saturn, Jupiter, Mars dasjenige, was zusammenhängt mit dem menschlichen Haupte, mit dem menschlichen Antlitz, mit dem menschlichen Wortbilden.

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[ 25 ] Also alles, was zunächst für dieses irdische Leben zwischen Geburt und Tod — über das andere zwischen Tod und neuer Geburt werden wir das nächste Mal reden — zusammenhängt in bezug auf die Geistigkeit, das ist wiederum besonders dienstbar in diesem Zeitalter. So ist dieses Zeitalter dasjenige, welches die unendlichst größten spirituellen Möglichkeiten in sich enthält. In keinem Zeitalter war es den Menschen vergönnt, so viel Unfug zu treiben wie in diesem, weil man sich in keinem gegen die innere Mission des Zeitalters stärker versündigen konnte als in diesem Zeitalter. Denn, lebt man mit dem Zeitalter, so wandelt man die von der Erde kommende Kraft durch die Jupiterkraft um in spirituellfreies Menschentum, und es stehen einem zur Verfügung die besten, schönsten Kräfte des Menschen, die der Mensch entwickelt zwischen der Geburt und dem Tode: Saturn-, Jupiter- und Marskräfte.

[ 25 ] Also alles, was zunächst für dieses irdische Leben zwischen Geburt und Tod — über das andere zwischen Tod und neuer Geburt werden wir das nächste Mal reden — zusammenhängt in bezug auf die Geistigkeit, das ist wiederum besonders dienstbar in diesem Zeitalter. So ist dieses Zeitalter dasjenige, welches die unendlichst größten spirituellen Möglichkeiten in sich enthält. In keinem Zeitalter war es den Menschen vergönnt, so viel Unfug zu treiben wie in diesem, weil man sich in keinem gegen die innere Mission des Zeitalters stärker versündigen konnte als in diesem Zeitalter. Denn, lebt man mit dem Zeitalter, so wandelt man die von der Erde kommende Kraft durch die Jupiterkraft um in spirituellfreies Menschentum, und es stehen einem zur Verfügung die besten, schönsten Kräfte des Menschen, die der Mensch entwickelt zwischen der Geburt und dem Tode: Saturn-, Jupiter- und Marskräfte.

[ 26 ] Die Weltenuhr steht günstig für dieses Zeitalter. Das darf keinen Fatalismus begründen. Das darf nicht begründen, daß man sagt: Also überlassen wir uns dem Weltengeschick, es wird schon alles gut werden —, sondern das soll begründen, daß, wenn der Mensch will — aber er muß wollen —, er gerade in unserer Zeit unendliche Möglichkeiten findet. Nur wollen die Menschen vorläufig noch nicht.

[ 26 ] Die Weltenuhr steht günstig für dieses Zeitalter. Das darf keinen Fatalismus begründen. Das darf nicht begründen, daß man sagt: Also überlassen wir uns dem Weltengeschick, es wird schon alles gut werden —, sondern das soll begründen, daß, wenn der Mensch will — aber er muß wollen —, er gerade in unserer Zeit unendliche Möglichkeiten findet. Nur wollen die Menschen vorläufig noch nicht.

[ 27 ] Aber unbegründet ist es immer, zu sagen: Ja, was vermag ich selber? Die Welt geht ihren Gang! — Gewiß, so wie wir hier sind — die Welt hört heute nicht viel auf uns. Aber auf etwas anderes kommt es an. Es kommt darauf an, daß wir nicht so sagen sollen, wie die Menschen vor dreiunddreißig Jahren gesagt haben, als sie sich zunächst bei sich selbst um nichts gekümmert haben! Dadurch sind die Dinge so geworden, wie sie jetzt sind. Für unsere Zeit kommt es darauf an, daß jeder bei sich selbst damit anfängt, aus der Abstraktion heraustreten zu wollen, die Wirklichkeitsfremdheit abzulegen und so weiter; und daß jeder bei sich selbst versucht, an das Wirkliche heranzukommen, über Abstraktionen hinwegzugelangen.

[ 27 ] Aber unbegründet ist es immer, zu sagen: Ja, was vermag ich selber? Die Welt geht ihren Gang! — Gewiß, so wie wir hier sind — die Welt hört heute nicht viel auf uns. Aber auf etwas anderes kommt es an. Es kommt darauf an, daß wir nicht so sagen sollen, wie die Menschen vor dreiunddreißig Jahren gesagt haben, als sie sich zunächst bei sich selbst um nichts gekümmert haben! Dadurch sind die Dinge so geworden, wie sie jetzt sind. Für unsere Zeit kommt es darauf an, daß jeder bei sich selbst damit anfängt, aus der Abstraktion heraustreten zu wollen, die Wirklichkeitsfremdheit abzulegen und so weiter; und daß jeder bei sich selbst versucht, an das Wirkliche heranzukommen, über Abstraktionen hinwegzugelangen.

[ 28 ] Man muß von so weitliegenden Begriffen herkommen, wenn man das Wichtige entwickeln will, was uns eben jetzt in diesen Tagen dann beschäftigen wird: Auseinandersetzungen über, ich möchte sagen, das Älterwerden des Menschen, das ebenso Dem-Tode-Entgegengehen wie Aus-der-Geburt-Stammen, Aus-der-Geburt-Kommen. Während heute die Pädagogik, die Erziehung, die praktische Kindererziehung ganz darauf ausgeht, nur zu betrachten, daß das Kind geboren ist und sich als Kind entwickelt, muß die Zeit kommen, in der schon das Kind lernt, was es heißt: älter werden. Aber diese Dinge können nicht so einfach entwickelt werden. Da muß man die Begriffe weither holen. Denn man kann schon sagen, um jene Wirklichkeitsfremdheit zu überwinden, die heute die Signatur der Zeit ist, dazu ist notwendig, daß die Menschen vor allen Dingen den Willen zur Aufmerksamkeit entwickeln, den Willen entwickeln, den Jupiter in Bewegung zu setzen. Jupiter ist ja gerade diejenige Kraft, die den Appell, den fortwährenden Appell an unsere Aufmerksamkeit richtet. Die Menschen sind heute so froh, wenn sie nicht aufmerksam zu sein brauchen, wenn sie gleichen können der schlafenden Isis — ich habe wohlüberlegt von der schlafenden Isis gesprochen! Der größte Teil der Menschheit verschläft diese heutige Zeit und fühlt sich dabei sehr, sehr wohl; denn er zimmert sich Begriffe und bleibt bei diesen Begriffen stehen, will nicht Aufmerksamkeit entwickeln. Hinschauen auf die Zusammenhänge des Lebens, das ist es, worauf es ankommt. Und die schweren Jahre, in denen wir leben, die sollen uns vor allen Dingen das beibringen, daß wir wegkommen von dem, was so lange Zeit hindurch die menschliche Kultur so verweichlicht hat: die Aufmerksamlosigkeit, das Nichtvorhandensein des Willens — und auf die Verhältnisse der Welt hinschauen. Es genügt nicht, bloß so hinzuhusehen über die Dinge.

[ 28 ] Man muß von so weitliegenden Begriffen herkommen, wenn man das Wichtige entwickeln will, was uns eben jetzt in diesen Tagen dann beschäftigen wird: Auseinandersetzungen über, ich möchte sagen, das Älterwerden des Menschen, das ebenso Dem-Tode-Entgegengehen wie Aus-der-Geburt-Stammen, Aus-der-Geburt-Kommen. Während heute die Pädagogik, die Erziehung, die praktische Kindererziehung ganz darauf ausgeht, nur zu betrachten, daß das Kind geboren ist und sich als Kind entwickelt, muß die Zeit kommen, in der schon das Kind lernt, was es heißt: älter werden. Aber diese Dinge können nicht so einfach entwickelt werden. Da muß man die Begriffe weither holen. Denn man kann schon sagen, um jene Wirklichkeitsfremdheit zu überwinden, die heute die Signatur der Zeit ist, dazu ist notwendig, daß die Menschen vor allen Dingen den Willen zur Aufmerksamkeit entwickeln, den Willen entwickeln, den Jupiter in Bewegung zu setzen. Jupiter ist ja gerade diejenige Kraft, die den Appell, den fortwährenden Appell an unsere Aufmerksamkeit richtet. Die Menschen sind heute so froh, wenn sie nicht aufmerksam zu sein brauchen, wenn sie gleichen können der schlafenden Isis — ich habe wohlüberlegt von der schlafenden Isis gesprochen! Der größte Teil der Menschheit verschläft diese heutige Zeit und fühlt sich dabei sehr, sehr wohl; denn er zimmert sich Begriffe und bleibt bei diesen Begriffen stehen, will nicht Aufmerksamkeit entwickeln. Hinschauen auf die Zusammenhänge des Lebens, das ist es, worauf es ankommt. Und die schweren Jahre, in denen wir leben, die sollen uns vor allen Dingen das beibringen, daß wir wegkommen von dem, was so lange Zeit hindurch die menschliche Kultur so verweichlicht hat: die Aufmerksamlosigkeit, das Nichtvorhandensein des Willens — und auf die Verhältnisse der Welt hinschauen. Es genügt nicht, bloß so hinzuhusehen über die Dinge.

[ 29 ] Es könnte ja zum Beispiel leicht so ausschauen, als ob ich von der Schädlichkeit des Wilsonianismus, einem subjektiven Drange entsprechend, immer wieder und wiederum von allen möglichen Seiten her gesprochen hätte. Das ist nicht einem subjektiven Drang entsprechend, sondern es ist wirklich notwendig, weil es heute notwendig ist, von zahlreichen täuschenden Begriffen, von zahlreichen Illusionen immer wieder und wiederum hinzuweisen in die Richtung, in der die Aufmerksamkeit entwickelt werden muß. Wir lernen an den Zeitereignissen; wenn wir unsere Aufmerksamkeit schärfen, lernen wir gerade heute an den Zeitereignissen ungeheuer viel von dem, was wir brauchen, um die großen Impulse zu verstehen, welche die Menschheit einzig und allein hinausführen können aus den Kalamitäten, in die sich diese Menschheit gebracht hat. Man muß sich gewisse Fragen vorlegen, um auf die Dinge aufmerksam zu sein. Nicht darauf kommt es an, daß man überhaupt etwas sieht, sondern wie man es sieht, wie man Fragen gegenüber der äußeren Welt zu stellen vermag. Geisteswissenschaft hat auch diese praktische Bedeutung, daß sie uns den Impuls gibt, zu fragen, Fragen zu stellen.

[ 29 ] Es könnte ja zum Beispiel leicht so ausschauen, als ob ich von der Schädlichkeit des Wilsonianismus, einem subjektiven Drange entsprechend, immer wieder und wiederum von allen möglichen Seiten her gesprochen hätte. Das ist nicht einem subjektiven Drang entsprechend, sondern es ist wirklich notwendig, weil es heute notwendig ist, von zahlreichen täuschenden Begriffen, von zahlreichen Illusionen immer wieder und wiederum hinzuweisen in die Richtung, in der die Aufmerksamkeit entwickelt werden muß. Wir lernen an den Zeitereignissen; wenn wir unsere Aufmerksamkeit schärfen, lernen wir gerade heute an den Zeitereignissen ungeheuer viel von dem, was wir brauchen, um die großen Impulse zu verstehen, welche die Menschheit einzig und allein hinausführen können aus den Kalamitäten, in die sich diese Menschheit gebracht hat. Man muß sich gewisse Fragen vorlegen, um auf die Dinge aufmerksam zu sein. Nicht darauf kommt es an, daß man überhaupt etwas sieht, sondern wie man es sieht, wie man Fragen gegenüber der äußeren Welt zu stellen vermag. Geisteswissenschaft hat auch diese praktische Bedeutung, daß sie uns den Impuls gibt, zu fragen, Fragen zu stellen.

[ 30 ] Man liest jetzt von den sogenannten Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk. Sie wissen, daß verschiedene Leute daran beteiligt sind. Als hauptsächlichste Leute von Rußland sind beteiligt, um das herauszugreifen: Lenin, Trotzkij, ein gewisser Herr Joffe und ein gewisser Herr Kamenew, der eigentlich Rosenfeld heißt. Trotzkij heißt Bronstein; Joffe ist ein reicher Händler aus Cherson. Das sind die hauptsächlichsten Unterhändler. Nicht uninteressant ist es, sondern vielleicht sogar wichtig, doch auch die Aufmerksamkeit darauf hinzuwenden, daß bei Herrn Rosenfeld-Kamenew es eigentlich nur das ist, was die äußere Welt, die exoterische Welt den reinen Zufall nennt, daß sein Kopf noch immer auf seinen Schultern darauf sitzt; denn der Kopf könnte längst von den Schultern hinuntergefallen sein. Denn sehen Sie, im November 1914 wurden in Rußland allerlei Abgeordnete verhaftet. Man las es dazumal, erfuhr auch sonst davon. Diese Abgeordneten wurden namentlich deshalb verhaftet, weil sie angeklagt waren, Freundschaft zu halten mit dem im Auslande, nicht weit von hier, im Auslande befindlichen Lenin. Namentlich war ja die Auffassung im damaligen Rußland, daß Lenin gesagt hat: Von allen Übeln, die Rußland passieren können in diesem Kriege, ist der Sturz des Zarentums das allergeringste Übel. — Da hat man eine Anzahl von Abgeordneten angeklagt, von denen man wußte, sie haben durch Briefe und dergleichen Beziehungen mit Lenin. Aber dazumal konnte man ihnen noch nicht beikommen. Man hat zwar allerlei patriotische, russisch-patriotische Worte gesprochen; Worte sind gefallen wie die: Über die Köpfe und die zerstückten Leiber unserer Krieger hinweg haben sich solche Verräter gefunden, die mit dem schändlichen Lenin in der Schweiz in irgendeinem Zusammenhange stehen — und dergleichen.

[ 30 ] Man liest jetzt von den sogenannten Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk. Sie wissen, daß verschiedene Leute daran beteiligt sind. Als hauptsächlichste Leute von Rußland sind beteiligt, um das herauszugreifen: Lenin, Trotzkij, ein gewisser Herr Joffe und ein gewisser Herr Kamenew, der eigentlich Rosenfeld heißt. Trotzkij heißt Bronstein; Joffe ist ein reicher Händler aus Cherson. Das sind die hauptsächlichsten Unterhändler. Nicht uninteressant ist es, sondern vielleicht sogar wichtig, doch auch die Aufmerksamkeit darauf hinzuwenden, daß bei Herrn Rosenfeld-Kamenew es eigentlich nur das ist, was die äußere Welt, die exoterische Welt den reinen Zufall nennt, daß sein Kopf noch immer auf seinen Schultern darauf sitzt; denn der Kopf könnte längst von den Schultern hinuntergefallen sein. Denn sehen Sie, im November 1914 wurden in Rußland allerlei Abgeordnete verhaftet. Man las es dazumal, erfuhr auch sonst davon. Diese Abgeordneten wurden namentlich deshalb verhaftet, weil sie angeklagt waren, Freundschaft zu halten mit dem im Auslande, nicht weit von hier, im Auslande befindlichen Lenin. Namentlich war ja die Auffassung im damaligen Rußland, daß Lenin gesagt hat: Von allen Übeln, die Rußland passieren können in diesem Kriege, ist der Sturz des Zarentums das allergeringste Übel. — Da hat man eine Anzahl von Abgeordneten angeklagt, von denen man wußte, sie haben durch Briefe und dergleichen Beziehungen mit Lenin. Aber dazumal konnte man ihnen noch nicht beikommen. Man hat zwar allerlei patriotische, russisch-patriotische Worte gesprochen; Worte sind gefallen wie die: Über die Köpfe und die zerstückten Leiber unserer Krieger hinweg haben sich solche Verräter gefunden, die mit dem schändlichen Lenin in der Schweiz in irgendeinem Zusammenhange stehen — und dergleichen.

[ 31 ] Einen weiteren Prozeß gab es dann im Februar 1915. Da war wiederum eine Anzahl von Leuten angeklagt, und zu den Angeklagten gehörte ein gewisser Petrowski, zu den Angeklagten gehörte aber auch ein gewisser Kamenew alias Rosenfeld. Insbesondere Kamenew galt dazumal unter jenen Angeklagten als der eigentliche russische Verrätertypus, als ein ganz besonders abscheulicher Bursche. Und als der Prozeß losging, da glaubte man eigentlich allgemein, daß es nun nicht lange dauern würde, bis der Kopf — eben von den Schultern weg sein würde. Aber Kamenew-Rosenfeld, der konnte dazumal nachweisen, den Beweis liefern, daß er sich stets in allen Kriegsfragen anders verhalten habe als Lenin; ebenso Petrowski, daß sie keine wirklich ernsthaft gemeinte Gemeinschaft mit Lenin haben. Insbesondere konnte dazumal Kamenew-Rosenfeld beweisen, daß er niemals den Sieg Deutschlands gewünscht habe, daß den Sieg Deutschlands nur unrussische, nach dem Ausland verschlagene Genossen wie Lenin wünschen können, die — weil sie selbst zu schwach oder zu faul sich fühlen — den Sieg der Freiheit von dem Schwert deutscher Generale erwarten.

[ 31 ] Einen weiteren Prozeß gab es dann im Februar 1915. Da war wiederum eine Anzahl von Leuten angeklagt, und zu den Angeklagten gehörte ein gewisser Petrowski, zu den Angeklagten gehörte aber auch ein gewisser Kamenew alias Rosenfeld. Insbesondere Kamenew galt dazumal unter jenen Angeklagten als der eigentliche russische Verrätertypus, als ein ganz besonders abscheulicher Bursche. Und als der Prozeß losging, da glaubte man eigentlich allgemein, daß es nun nicht lange dauern würde, bis der Kopf — eben von den Schultern weg sein würde. Aber Kamenew-Rosenfeld, der konnte dazumal nachweisen, den Beweis liefern, daß er sich stets in allen Kriegsfragen anders verhalten habe als Lenin; ebenso Petrowski, daß sie keine wirklich ernsthaft gemeinte Gemeinschaft mit Lenin haben. Insbesondere konnte dazumal Kamenew-Rosenfeld beweisen, daß er niemals den Sieg Deutschlands gewünscht habe, daß den Sieg Deutschlands nur unrussische, nach dem Ausland verschlagene Genossen wie Lenin wünschen können, die — weil sie selbst zu schwach oder zu faul sich fühlen — den Sieg der Freiheit von dem Schwert deutscher Generale erwarten.

[ 32 ] Das sind die Worte, die dazumal bei jenem Prozesse gesprochen worden sind. Und als Rechtsanwalt, als Advokat, war diesen Herren Petrowski und Kamenew noch beigegeben ein gewisser Kerenskij, der später eine noch andere Rolle gespielt hat; er war der Verteidiger von Kamenew in dem damaligen Prozeß. Und er redete ihn heraus. Die Anklage lautete ja auf Hoch- und Landesverrat dazumal sowohl für Petrowski wie auch für Kamenew-Rosenfeld. Aber Kerenskij konnte sie herausreden, und in seiner Rede befinden sich die schönen Worte: Die Angeklagten wären sehr fern von dem Plan, denen, die zum Tod fürs Vaterland bereit sind, den Dolch in den Rücken zu stoßen; sie sträubten sich gegen keine andere Anzettelung so sehr, wie gegen diejenige, die von dem Leninschen Geheimbunde ausging. Dadurch, daß Kerenskijs Beredsamkeit und die andern Dinge, die vorgebracht werden konnten, den Beweis lieferten, daß Petrowski und Kamenew nichts gemeinschaftlich haben mit den Ideen von Lenin, dadurch kamen sie mit so ziemlich heiler Haut dazumal davon. — Petrowski ist ja jetzt der Minister des Innern in der Regierung des Lenin, und Kamenew ist neben Herrn Joffe der wichtigste Unterhändler von Brest-Litowsk.

[ 32 ] Das sind die Worte, die dazumal bei jenem Prozesse gesprochen worden sind. Und als Rechtsanwalt, als Advokat, war diesen Herren Petrowski und Kamenew noch beigegeben ein gewisser Kerenskij, der später eine noch andere Rolle gespielt hat; er war der Verteidiger von Kamenew in dem damaligen Prozeß. Und er redete ihn heraus. Die Anklage lautete ja auf Hoch- und Landesverrat dazumal sowohl für Petrowski wie auch für Kamenew-Rosenfeld. Aber Kerenskij konnte sie herausreden, und in seiner Rede befinden sich die schönen Worte: Die Angeklagten wären sehr fern von dem Plan, denen, die zum Tod fürs Vaterland bereit sind, den Dolch in den Rücken zu stoßen; sie sträubten sich gegen keine andere Anzettelung so sehr, wie gegen diejenige, die von dem Leninschen Geheimbunde ausging. Dadurch, daß Kerenskijs Beredsamkeit und die andern Dinge, die vorgebracht werden konnten, den Beweis lieferten, daß Petrowski und Kamenew nichts gemeinschaftlich haben mit den Ideen von Lenin, dadurch kamen sie mit so ziemlich heiler Haut dazumal davon. — Petrowski ist ja jetzt der Minister des Innern in der Regierung des Lenin, und Kamenew ist neben Herrn Joffe der wichtigste Unterhändler von Brest-Litowsk.

[ 33 ] Ich sage, ich erwähne diese ausgefallene Geschichte; ich könnte ja heute Hunderte und Hunderte ähnliche erzählen. Aber es ist sehr wichtig, auf die Wirklichkeiten hinzuschauen; das ist dasjenige, was ich sagen wollte. Und um die Wirklichkeiten kennenzulernen, muß man die Menschen anschauen, die mit den Wirklichkeiten zu tun haben, wenn es solche Wirklichkeiten sind, in welche die Menschen hineinspielen. Es ist etwas ungeheuer Bequemes, wenn man dabei stehenbleibt, zu sagen: Na, zwischen Rußland und den Mittelmächten wird verhandelt in Brest-Litowsk! — Das sind Abstraktionen, das sind keine Wirklichkeiten. An die Wirklichkeit kommt man nur heran, wenn man den Willen zur Aufmerksamkeit hat, in das Konkrete wirklich hineinzuschauen. Ich wollte die Sache wirklich nur als ein Beispiel anführen, um zu zeigen, daß man schon auch nötig hat, Gegenwartsgeschichte zu studieren. Mitreden tut heute jeder über die Ereignisse der Gegenwart; aber wie wenig eigentlich gekannt wird von den Ereignissen der Gegenwart, wie wenig eigentlich die Leute wissen, was vorgeht, wie wenig die Leute eine Ahnung haben von dem, was sich abspielt, das ist eigentlich geradezu erstaunlich und kann nur begriffen werden dadurch, daß unsere Intelligenz in einer unglaublichen Weise erzogen ist. Unsere Intelligenz ist eben so erzogen, daß sie auf jeder Seite der Wissenschaft dazu verführt wird, so zu urteilen, wie ich es charakterisiert habe: Habe ich einen Taler, so habe ich einen Taler; habe ich zwei Taler, so habe ich keinen, so habe ich nichts! Gibt es nur einen Grabstein von Till Eulenspiegel, kann er gelebt haben; gibt es aber zwei Grabsteine, worauf eine Eule mit einem Spiegel ist, so hat der Till Eulenspiegel nicht gelebt! — Will ich im physikalischen Lehrsaal ein elektrisches Experiment machen, so muß ich sorgfältig alle Maschinen mit gewärmten Tüchern abtrocknen, damit ja nichts feucht ist, denn sonst wird mir weder die gewöhnliche Elektrisiermaschine parieren noch die Influenzmaschine oder irgend etwas. Aber dann erzähle ich flugs hinterdrein: Aus der Wolke — die doch jedenfalls recht naß ist, und die kaum irgendein Professor da draußen mit trockenen Tüchern abgewischt haben wird — da, da geht der Blitz so heraus. — Und so könnte man fortfahren.

[ 33 ] Ich sage, ich erwähne diese ausgefallene Geschichte; ich könnte ja heute Hunderte und Hunderte ähnliche erzählen. Aber es ist sehr wichtig, auf die Wirklichkeiten hinzuschauen; das ist dasjenige, was ich sagen wollte. Und um die Wirklichkeiten kennenzulernen, muß man die Menschen anschauen, die mit den Wirklichkeiten zu tun haben, wenn es solche Wirklichkeiten sind, in welche die Menschen hineinspielen. Es ist etwas ungeheuer Bequemes, wenn man dabei stehenbleibt, zu sagen: Na, zwischen Rußland und den Mittelmächten wird verhandelt in Brest-Litowsk! — Das sind Abstraktionen, das sind keine Wirklichkeiten. An die Wirklichkeit kommt man nur heran, wenn man den Willen zur Aufmerksamkeit hat, in das Konkrete wirklich hineinzuschauen. Ich wollte die Sache wirklich nur als ein Beispiel anführen, um zu zeigen, daß man schon auch nötig hat, Gegenwartsgeschichte zu studieren. Mitreden tut heute jeder über die Ereignisse der Gegenwart; aber wie wenig eigentlich gekannt wird von den Ereignissen der Gegenwart, wie wenig eigentlich die Leute wissen, was vorgeht, wie wenig die Leute eine Ahnung haben von dem, was sich abspielt, das ist eigentlich geradezu erstaunlich und kann nur begriffen werden dadurch, daß unsere Intelligenz in einer unglaublichen Weise erzogen ist. Unsere Intelligenz ist eben so erzogen, daß sie auf jeder Seite der Wissenschaft dazu verführt wird, so zu urteilen, wie ich es charakterisiert habe: Habe ich einen Taler, so habe ich einen Taler; habe ich zwei Taler, so habe ich keinen, so habe ich nichts! Gibt es nur einen Grabstein von Till Eulenspiegel, kann er gelebt haben; gibt es aber zwei Grabsteine, worauf eine Eule mit einem Spiegel ist, so hat der Till Eulenspiegel nicht gelebt! — Will ich im physikalischen Lehrsaal ein elektrisches Experiment machen, so muß ich sorgfältig alle Maschinen mit gewärmten Tüchern abtrocknen, damit ja nichts feucht ist, denn sonst wird mir weder die gewöhnliche Elektrisiermaschine parieren noch die Influenzmaschine oder irgend etwas. Aber dann erzähle ich flugs hinterdrein: Aus der Wolke — die doch jedenfalls recht naß ist, und die kaum irgendein Professor da draußen mit trockenen Tüchern abgewischt haben wird — da, da geht der Blitz so heraus. — Und so könnte man fortfahren.

[ 34 ] Nicht wahr, ich habe ja immer wieder und wiederum Beispiele dafür angeführt: Einer sagt es dem andern nach; keiner schaut nach. So kann man zum Beispiel niedlich hören, das Grundprinzip der modernen Physik sei die Erhaltung der Energie, die Erhaltung der Kraft. Das führt auf Julius Robert Mayer zurück. Julius Robert Mayer — obwohl Physiker und Naturforscher und sonstige Gelehrte ihn gegenwärtig zu dem großen Heros erklären —, er wurde ja, während er gelebt hat, ins Irrenhaus gesperrt, weil er «törichtes Zeug» veröffentlicht hat, Anspruch darauf gemacht hat, ein neues Prinzip gefunden zu haben. Er wurde wirklich ins Irrenhaus gesperrt! Dieses große Verdienst, das hat bei diesem Julius Robert Mayer insbesondere ein Universitätsrektor und so weiter. Aber das will ich gar nicht weiter hervorheben, denn das kommt ja öfter vor. Was ich hervorheben will, ist, daß immer wieder und wieder steht, die Erhaltung der Kraft Julius Robert Mayer habe sie gefunden. Keiner liest nach, sondern einer sagt es dem andern nach. Bei Julius Robert Mayer findet sich in den Formen, in der unbestimmten Form, wie heute das Energieprinzip vertreten wird, gar nichts davon, sondern da ist es in ganz anderer Formulierung, und zwar in einer vernünftigen Formulierung!

[ 34 ] Nicht wahr, ich habe ja immer wieder und wiederum Beispiele dafür angeführt: Einer sagt es dem andern nach; keiner schaut nach. So kann man zum Beispiel niedlich hören, das Grundprinzip der modernen Physik sei die Erhaltung der Energie, die Erhaltung der Kraft. Das führt auf Julius Robert Mayer zurück. Julius Robert Mayer — obwohl Physiker und Naturforscher und sonstige Gelehrte ihn gegenwärtig zu dem großen Heros erklären —, er wurde ja, während er gelebt hat, ins Irrenhaus gesperrt, weil er «törichtes Zeug» veröffentlicht hat, Anspruch darauf gemacht hat, ein neues Prinzip gefunden zu haben. Er wurde wirklich ins Irrenhaus gesperrt! Dieses große Verdienst, das hat bei diesem Julius Robert Mayer insbesondere ein Universitätsrektor und so weiter. Aber das will ich gar nicht weiter hervorheben, denn das kommt ja öfter vor. Was ich hervorheben will, ist, daß immer wieder und wieder steht, die Erhaltung der Kraft Julius Robert Mayer habe sie gefunden. Keiner liest nach, sondern einer sagt es dem andern nach. Bei Julius Robert Mayer findet sich in den Formen, in der unbestimmten Form, wie heute das Energieprinzip vertreten wird, gar nichts davon, sondern da ist es in ganz anderer Formulierung, und zwar in einer vernünftigen Formulierung!

[ 35 ] Das, was uns naheliegt, nicht wahr — Dr. Schmiedel hat mir ein Heft gegeben, worinnen für Goethes «Farbenlehre» eingetreten wird—, ein Beispiel kann hier auch betrachtet werden: Zwei gelehrte Herren behaupten, Goethe habe nichts von den Fraunhoferschen Linien gewußt. Dr. Schmiedel hat vier Spalten zusammengestellt von lauter goetheschen Stellen, worinnen Goethe von den Fraunhoferschen Linien spricht! Aber die gelehrten Herren reden, urteilen über Goethes Umfang seiner optischen Erkenntnisse, lassen in solche Urteile einfließen, er habe nichts gewußt von den Fraunhoferschen Linien. Sie lügen die Leute an; denn selbstverständlich, heute in dieser «autoritätslosen» Zeit ist ja dasjenige, was ein «Gelehrter» sagt, für eine große Anzahl von Menschen ebenso ein Evangelium, wie für viele, nicht wahr, für viele Politiker dasjenige, was Herr Woodrow Wilson sagt, ein Evangelium ist. Also in unserer heutigen Zeit bedeutet das schon etwas, wenn einer so einfach spricht: Goethe habe die Fraunhoferschen Linien nicht gekannt! Viel hilft es auch nicht, wenn man es den Leuten beweist. Nächstens sagt es doch ein Dritter und dann ein Vierter, denn die Unaufmerksamkeit, die Gedankenlosigkeit, mit der heute gelebt wird, ist groß, weil nicht der Wille vorhanden ist, auf die konkreten Wirklichkeiten hinzuschauen. Dazu hat die Menschheit eben viel zu sehr die Neigung, an Abstraktionen sich zu erwärmen, durch Abstraktionen sich zu begeistern.

[ 35 ] Das, was uns naheliegt, nicht wahr — Dr. Schmiedel hat mir ein Heft gegeben, worinnen für Goethes «Farbenlehre» eingetreten wird—, ein Beispiel kann hier auch betrachtet werden: Zwei gelehrte Herren behaupten, Goethe habe nichts von den Fraunhoferschen Linien gewußt. Dr. Schmiedel hat vier Spalten zusammengestellt von lauter goetheschen Stellen, worinnen Goethe von den Fraunhoferschen Linien spricht! Aber die gelehrten Herren reden, urteilen über Goethes Umfang seiner optischen Erkenntnisse, lassen in solche Urteile einfließen, er habe nichts gewußt von den Fraunhoferschen Linien. Sie lügen die Leute an; denn selbstverständlich, heute in dieser «autoritätslosen» Zeit ist ja dasjenige, was ein «Gelehrter» sagt, für eine große Anzahl von Menschen ebenso ein Evangelium, wie für viele, nicht wahr, für viele Politiker dasjenige, was Herr Woodrow Wilson sagt, ein Evangelium ist. Also in unserer heutigen Zeit bedeutet das schon etwas, wenn einer so einfach spricht: Goethe habe die Fraunhoferschen Linien nicht gekannt! Viel hilft es auch nicht, wenn man es den Leuten beweist. Nächstens sagt es doch ein Dritter und dann ein Vierter, denn die Unaufmerksamkeit, die Gedankenlosigkeit, mit der heute gelebt wird, ist groß, weil nicht der Wille vorhanden ist, auf die konkreten Wirklichkeiten hinzuschauen. Dazu hat die Menschheit eben viel zu sehr die Neigung, an Abstraktionen sich zu erwärmen, durch Abstraktionen sich zu begeistern.

[ 36 ] Damit habe ich nur eingeleitet dasjenige, was uns noch zu beschäftigen hat: das wichtige Prinzip, das in unsere Zeitkultur und unsere Pädagogik eintreten muß, das Prinzip des Altwerdens des Menschen, des Altwerdens seines physischen Leibes, das verbunden ist mit dem Verjüngen seines Ätherleibes. Das wollen wir dann in aller Ausführlichkeit nächstens besprechen.

[ 36 ] Damit habe ich nur eingeleitet dasjenige, was uns noch zu beschäftigen hat: das wichtige Prinzip, das in unsere Zeitkultur und unsere Pädagogik eintreten muß, das Prinzip des Altwerdens des Menschen, des Altwerdens seines physischen Leibes, das verbunden ist mit dem Verjüngen seines Ätherleibes. Das wollen wir dann in aller Ausführlichkeit nächstens besprechen.