Earth-Death and Universal-Life
Anthroposophical Life-Gifts
Essential Aspects of Consciousness for the Present and the Future
GA 181
25 June 1918, Berlin
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Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft I
Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft I
[ 1 ] Ich möchte heute zusammenfassend auf Verschiedenes zurückkommen und es erweitern, was hier im Laufe der Zeit besprochen worden ist, weil ich dadurch eine Grundlage schaffen möchte zu einigen weiteren ganz prinzipiellen Ausführungen, die wir in der nächsten Zeit hier absolvieren wollen.
[ 1 ] Ich möchte heute zusammenfassend auf Verschiedenes zurückkommen und es erweitern, was hier im Laufe der Zeit besprochen worden ist, weil ich dadurch eine Grundlage schaffen möchte zu einigen weiteren ganz prinzipiellen Ausführungen, die wir in der nächsten Zeit hier absolvieren wollen.
[ 2 ] Im geisteswissenschaftlichen Forschen tritt zu den zwei Bewußtseinsformen, die jeder Mensch kennt — das Traumbewußtsein und das gewöhnliche Tagesbewußtsein, in dem wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen leben —, eine dritte hinzu, diejenige, die wir das schauende Bewußtsein nennen. Das Traumbewußtsein kennen wir allerdings im gewöhnlichen Leben nur wie eine Art Unterbrechung des fortwährenden Bewußtseins. Allein, das ist nur aus dem Grunde, weil der Mensch sich nur zum geringen Teil seiner Träume erinnert. Er träumt eigentlich fortwährend vom Einschlafen bis zum Aufwachen, und was wir gewöhnlich als den Inhalt unseres Traumbewußtseins bezeichnen, das sind ja nur diejenigen Teile unserer gesamten Traumerlebnisse, an die sich der Mensch im wachen Tagesleben erinnert. Vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus müssen wir also sagen: Wir kennen drei Stufen oder auch drei Arten unseres Bewußtseins: das Traumbewußtsein, das gewöhnliche tagwachende Bewußtsein und das schauende Bewußtsein, dem die übersinnliche Welt offen ist. |
[ 2 ] Im geisteswissenschaftlichen Forschen tritt zu den zwei Bewußtseinsformen, die jeder Mensch kennt — das Traumbewußtsein und das gewöhnliche Tagesbewußtsein, in dem wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen leben —, eine dritte hinzu, diejenige, die wir das schauende Bewußtsein nennen. Das Traumbewußtsein kennen wir allerdings im gewöhnlichen Leben nur wie eine Art Unterbrechung des fortwährenden Bewußtseins. Allein, das ist nur aus dem Grunde, weil der Mensch sich nur zum geringen Teil seiner Träume erinnert. Er träumt eigentlich fortwährend vom Einschlafen bis zum Aufwachen, und was wir gewöhnlich als den Inhalt unseres Traumbewußtseins bezeichnen, das sind ja nur diejenigen Teile unserer gesamten Traumerlebnisse, an die sich der Mensch im wachen Tagesleben erinnert. Vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus müssen wir also sagen: Wir kennen drei Stufen oder auch drei Arten unseres Bewußtseins: das Traumbewußtsein, das gewöhnliche tagwachende Bewußtsein und das schauende Bewußtsein, dem die übersinnliche Welt offen ist. |
[ 3 ] Nun wird es Ihnen ein leichtes sein, mit einer Eigenschaft eines jeden folgenden Bewußtseins mit Bezug auf das vorhergehende wenn wir von oben, vom schauenden Bewußtsein anfangen — sich vertraut zu machen. Denken Sie nur an das Traumbewußtsein: Es gibt uns Bilder. Wir wissen, daß die Traumerlebnisse Bilder sind. Sie können, wenn Sie besonnen sind, diese Traumerlebnisse nicht ohne weiteres einreihen in den Ursachenzusammenhang des Tageslebens. Würden Sie das wollen, würden Sie Traumleben und Tagesleben vermischen, Sie würden zu Phantasten werden. Also mit Bildern haben wir es in den Traumerlebnissen zu tun, im Gegensatz zur Wirklichkeit. Wirklichkeiten nennen wir dabei die Tageserlebnisse.
[ 3 ] Nun wird es Ihnen ein leichtes sein, mit einer Eigenschaft eines jeden folgenden Bewußtseins mit Bezug auf das vorhergehende wenn wir von oben, vom schauenden Bewußtsein anfangen — sich vertraut zu machen. Denken Sie nur an das Traumbewußtsein: Es gibt uns Bilder. Wir wissen, daß die Traumerlebnisse Bilder sind. Sie können, wenn Sie besonnen sind, diese Traumerlebnisse nicht ohne weiteres einreihen in den Ursachenzusammenhang des Tageslebens. Würden Sie das wollen, würden Sie Traumleben und Tagesleben vermischen, Sie würden zu Phantasten werden. Also mit Bildern haben wir es in den Traumerlebnissen zu tun, im Gegensatz zur Wirklichkeit. Wirklichkeiten nennen wir dabei die Tageserlebnisse.
[ 4 ] Wenn wir aber nun das Verhältnis aufsuchen zwischen den gewöhnlichen Tageserlebnissen und dem Inhalt des schauenden Bewußtseins, dann haben wir ein ganz Ähnliches. Denn für das, was das schauende Bewußtsein als geistige, übersinnliche Wirklichkeit erlebt, ist das, was wir im gewöhnlichen Tagesleben vom Aufwachen bis zum Einschlafen erleben, Bild. Also insofern der Mensch im schauenden Bewußtsein, das heißt in einem erweckten Zustande sich befindet, kann er durchaus sagen, er muß es nur mit Besonnenheit tun: Ich erlebe in diesem schauenden Bewußtsein eine wahre Wirklichkeit, und dieser Wirklichkeit gegenüber ist das, was man sonst Wirklichkeit nennt, nur eine Summe von Bildern.
[ 4 ] Wenn wir aber nun das Verhältnis aufsuchen zwischen den gewöhnlichen Tageserlebnissen und dem Inhalt des schauenden Bewußtseins, dann haben wir ein ganz Ähnliches. Denn für das, was das schauende Bewußtsein als geistige, übersinnliche Wirklichkeit erlebt, ist das, was wir im gewöhnlichen Tagesleben vom Aufwachen bis zum Einschlafen erleben, Bild. Also insofern der Mensch im schauenden Bewußtsein, das heißt in einem erweckten Zustande sich befindet, kann er durchaus sagen, er muß es nur mit Besonnenheit tun: Ich erlebe in diesem schauenden Bewußtsein eine wahre Wirklichkeit, und dieser Wirklichkeit gegenüber ist das, was man sonst Wirklichkeit nennt, nur eine Summe von Bildern.
[ 5 ] So abstrakt die Sache ausgesprochen, hat sie nicht viel Wert. Gewiß, viele Menschen sind schon recht zufrieden, wenn sie solche Sachen abstrakt aussprechen. Sie glauben, mit einem solchen abstrakten Aussprechen Weltenrätsel zu lösen. Das tut man aber nicht. Einen Wert hat eine solche Sache nur, wenn man auf das ganz Konkrete, auf das Unmittelbare der Lebenspraxis eingeht. Das kann man aber immer nur auf bestimmten Gebieten.
[ 5 ] So abstrakt die Sache ausgesprochen, hat sie nicht viel Wert. Gewiß, viele Menschen sind schon recht zufrieden, wenn sie solche Sachen abstrakt aussprechen. Sie glauben, mit einem solchen abstrakten Aussprechen Weltenrätsel zu lösen. Das tut man aber nicht. Einen Wert hat eine solche Sache nur, wenn man auf das ganz Konkrete, auf das Unmittelbare der Lebenspraxis eingeht. Das kann man aber immer nur auf bestimmten Gebieten.
[ 6 ] Nun habe ich Sie schon im Laufe der Zeit auf ein Gebiet aufmerksam gemacht, das wir immer wieder und wieder betrachten müssen, wenn wir im Geisteswissenschaftlichen weiterkommen wollen. Es ist dies Gebiet — das uns nächstliegende, unserer Erkenntnis oftmals so fernliegende — der Mensch selber. Man glaubt gewöhnlich, den physischen Menschen kenne man; man kenne nur nicht den übersinnlichen Menschen. Aber auch das ist nur bis zu einem gewissen Grade der Fall. Was man im gewöhnlichen Leben Anatomie, Physiologie nennt, das webt ja in unzähligen Illusionen. Wir wollen heute zunächst einmal ausgehen, aber nur scheinbar, von der äußeren Gestalt des Menschen: von dem physischen Menschen. Wir wollen uns dabei auf jene Dreigliederung des physischen Menschen beziehen, die ich schon öfter angeführt habe.
[ 6 ] Nun habe ich Sie schon im Laufe der Zeit auf ein Gebiet aufmerksam gemacht, das wir immer wieder und wieder betrachten müssen, wenn wir im Geisteswissenschaftlichen weiterkommen wollen. Es ist dies Gebiet — das uns nächstliegende, unserer Erkenntnis oftmals so fernliegende — der Mensch selber. Man glaubt gewöhnlich, den physischen Menschen kenne man; man kenne nur nicht den übersinnlichen Menschen. Aber auch das ist nur bis zu einem gewissen Grade der Fall. Was man im gewöhnlichen Leben Anatomie, Physiologie nennt, das webt ja in unzähligen Illusionen. Wir wollen heute zunächst einmal ausgehen, aber nur scheinbar, von der äußeren Gestalt des Menschen: von dem physischen Menschen. Wir wollen uns dabei auf jene Dreigliederung des physischen Menschen beziehen, die ich schon öfter angeführt habe.
[ 7 ] Betrachtet man den Menschen in seinem Verhältnis zur übersinnlichen Welt, also so, wie er Bild ist, nicht wie er eine Wirklichkeit ist im Sinne der landläufigen Anatomie und Physiologie, so zerfällt er in drei streng voneinander verschiedene Teile auch mit Bezug auf seine äußere physische Gestalt: in den Hauptesmenschen, den Menschen, der vorzugsweise im Haupt konzentriert ist, in den Rumpfesmenschen und in den Extremitäten- oder Gliedmaßenmenschen, nur müssen wir uns dabei vorstellen, daß dieser dritte Mensch nicht nur aus Armen und Beinen besteht, sondern daß diese Gliedmaßen ihre «Einläufer» im Gegensatz zu den «Ausläufern» — fortsetzen, und daß dies der ganze Mensch ist. Diese drei wollen wir einmal ins Auge fassen. Man könnte eigentlich gar nicht, ohne gegen die Wirklichkeit des Übersinnlichen zu sündigen, von drei Menschen wirklich sprechen; denn mit Bezug auf das Übersinnliche des Menschen haben diese drei eben angeführten Glieder eine ganz erhebliche Kluft zwischen einander. Die verschiedenen Kräfte, oder, sagen wir, Kraftströmungen, welche an der Bildung dieser Gestaltenglieder teilnehmen, gehen nach ganz verschiedenen Seiten hin. Wenn man mit übersinnlicher Erkenntnis die menschliche Gestalt untersucht, so ist das Haupt wirklich so gebildet, daß man seine Bildungskräfte eigentlich vor der Geburt oder Empfängnis suchen muß. Man muß rückwärts in die geistige Welt gehen, nicht in die physische Vererbungsströmung. So wie des Menschen Haupt gebildet ist — man muß dann allerdings auf die feinere Bildung eingehen —, so hat an dieser Bildung vorzugsweise alles das Anteil, was in der geistigen Welt an Kräften des Menschen Seele durchsetzt, bevor sie dutch die Geburt oder Empfängnis sich mit der physischen Vererbungsströmung vereinigt hat. Und einen hauptsächlichen Anteil gerade an der Bildung des Hauptes hat nicht einmal so sehr das, was der Mensch in seinem vorherigen Erdenleben durchlebt hat, nicht seiner Gestalt nach, sondern seinem Aufführen, seinen Taten, auch zum Teil seinen Gefühlen nach. Wenn übersinnliche Erkenntnis so weit gekommen ist, daß sie in sich den Sinn für eine solche Gestalt erweckt hat, so schaut sie von der Gestaltung des Hauptes hinüber in das, was man die vorherige Inkarnation nennt. Man berührt da außerordentlich bedeutsame Geheimnisse der menschlichen Entwickelung. Und mehr, als gewöhnlich von Eingeweihten niederer Sorte vorausgesetzt wird, hängt die menschliche Hauptesgestalt mit dem Karma zusammen, wie es sich aus der vorherigen Inkarnation herüberentwickelt.
[ 7 ] Betrachtet man den Menschen in seinem Verhältnis zur übersinnlichen Welt, also so, wie er Bild ist, nicht wie er eine Wirklichkeit ist im Sinne der landläufigen Anatomie und Physiologie, so zerfällt er in drei streng voneinander verschiedene Teile auch mit Bezug auf seine äußere physische Gestalt: in den Hauptesmenschen, den Menschen, der vorzugsweise im Haupt konzentriert ist, in den Rumpfesmenschen und in den Extremitäten- oder Gliedmaßenmenschen, nur müssen wir uns dabei vorstellen, daß dieser dritte Mensch nicht nur aus Armen und Beinen besteht, sondern daß diese Gliedmaßen ihre «Einläufer» im Gegensatz zu den «Ausläufern» — fortsetzen, und daß dies der ganze Mensch ist. Diese drei wollen wir einmal ins Auge fassen. Man könnte eigentlich gar nicht, ohne gegen die Wirklichkeit des Übersinnlichen zu sündigen, von drei Menschen wirklich sprechen; denn mit Bezug auf das Übersinnliche des Menschen haben diese drei eben angeführten Glieder eine ganz erhebliche Kluft zwischen einander. Die verschiedenen Kräfte, oder, sagen wir, Kraftströmungen, welche an der Bildung dieser Gestaltenglieder teilnehmen, gehen nach ganz verschiedenen Seiten hin. Wenn man mit übersinnlicher Erkenntnis die menschliche Gestalt untersucht, so ist das Haupt wirklich so gebildet, daß man seine Bildungskräfte eigentlich vor der Geburt oder Empfängnis suchen muß. Man muß rückwärts in die geistige Welt gehen, nicht in die physische Vererbungsströmung. So wie des Menschen Haupt gebildet ist — man muß dann allerdings auf die feinere Bildung eingehen —, so hat an dieser Bildung vorzugsweise alles das Anteil, was in der geistigen Welt an Kräften des Menschen Seele durchsetzt, bevor sie dutch die Geburt oder Empfängnis sich mit der physischen Vererbungsströmung vereinigt hat. Und einen hauptsächlichen Anteil gerade an der Bildung des Hauptes hat nicht einmal so sehr das, was der Mensch in seinem vorherigen Erdenleben durchlebt hat, nicht seiner Gestalt nach, sondern seinem Aufführen, seinen Taten, auch zum Teil seinen Gefühlen nach. Wenn übersinnliche Erkenntnis so weit gekommen ist, daß sie in sich den Sinn für eine solche Gestalt erweckt hat, so schaut sie von der Gestaltung des Hauptes hinüber in das, was man die vorherige Inkarnation nennt. Man berührt da außerordentlich bedeutsame Geheimnisse der menschlichen Entwickelung. Und mehr, als gewöhnlich von Eingeweihten niederer Sorte vorausgesetzt wird, hängt die menschliche Hauptesgestalt mit dem Karma zusammen, wie es sich aus der vorherigen Inkarnation herüberentwickelt.
[ 8 ] _Fassen wir jetzt, indem wir den Rumpfesmenschen auslassen, den Extremitätenmenschen ins Auge, aber mit seinen Fortsetzungen nach innen. In diesem Extremitätenmenschen haben wir etwas, was uns keineswegs in einer so ausgesprochenen, so individuellen Gestaltung entgegentritt wie im menschlichen Haupte. Jeder Mensch hat sein individuell ausgebildetes Haupt, weil das Haupt zurück weist auf frühere Erdenleben. Mit Bezug auf die Extremitätenorganisation, mit der die Sexualorganisation wesentlich zusammenhängt, weist der Mensch hin auf seine folgenden Erdenleben. Da ist noch alles undifferenziert. Das seelische Korrelat für diesen Organismus weist auf die folgenden Erdenleben hin. Ganz besonders wichtig ist auch, daß man die Rumpforganisation ins Auge faßt. Sie ist ein Zusammenwirken aus Kräften, welche im menschlichen Geistesleben spielen vor der Geburt oder Empfängnis und nach dem Tode, also zwischen dem Tode und der nächsten Geburt. Was also die Seele zwischen dem letzten Tode und dieser Empfängnis oder dieser Geburt umgeben hat, das wirkt zusammen mit dem, was sie umgeben wird zwischen diesem Tode und der nächsten Geburt oder Empfängnis. Das webt sich ineinander. Und dieses Ineinanderweben der Kräfte wirkt im menschlichen Rumpfesorganismus, und zwar so, daß es hauptsächlich anschaulich wird in demjenigen, was ja auch das Hervorragendste in der Betätigung der Rumpfesorganisation ist: im Atmungsprozeß, so daß das Ausatmen vorzugsweise ein Bild — jetzt komme ich auch hier zu dem Ausdrucke «Bild» — dessen ist, was sich mit der Seele abgespielt hat seit dem letzten Tode bis zu dieser Empfängnis; und die Einatmung ist ein Bild desjenigen, was sich an Kräften um und in der Seele abspielen wird zwischen dem Tode, der uns nach dieser Verkörperung treffen wird, und der nächsten Empfängnis oder Geburt.
[ 8 ] _Fassen wir jetzt, indem wir den Rumpfesmenschen auslassen, den Extremitätenmenschen ins Auge, aber mit seinen Fortsetzungen nach innen. In diesem Extremitätenmenschen haben wir etwas, was uns keineswegs in einer so ausgesprochenen, so individuellen Gestaltung entgegentritt wie im menschlichen Haupte. Jeder Mensch hat sein individuell ausgebildetes Haupt, weil das Haupt zurück weist auf frühere Erdenleben. Mit Bezug auf die Extremitätenorganisation, mit der die Sexualorganisation wesentlich zusammenhängt, weist der Mensch hin auf seine folgenden Erdenleben. Da ist noch alles undifferenziert. Das seelische Korrelat für diesen Organismus weist auf die folgenden Erdenleben hin. Ganz besonders wichtig ist auch, daß man die Rumpforganisation ins Auge faßt. Sie ist ein Zusammenwirken aus Kräften, welche im menschlichen Geistesleben spielen vor der Geburt oder Empfängnis und nach dem Tode, also zwischen dem Tode und der nächsten Geburt. Was also die Seele zwischen dem letzten Tode und dieser Empfängnis oder dieser Geburt umgeben hat, das wirkt zusammen mit dem, was sie umgeben wird zwischen diesem Tode und der nächsten Geburt oder Empfängnis. Das webt sich ineinander. Und dieses Ineinanderweben der Kräfte wirkt im menschlichen Rumpfesorganismus, und zwar so, daß es hauptsächlich anschaulich wird in demjenigen, was ja auch das Hervorragendste in der Betätigung der Rumpfesorganisation ist: im Atmungsprozeß, so daß das Ausatmen vorzugsweise ein Bild — jetzt komme ich auch hier zu dem Ausdrucke «Bild» — dessen ist, was sich mit der Seele abgespielt hat seit dem letzten Tode bis zu dieser Empfängnis; und die Einatmung ist ein Bild desjenigen, was sich an Kräften um und in der Seele abspielen wird zwischen dem Tode, der uns nach dieser Verkörperung treffen wird, und der nächsten Empfängnis oder Geburt.
[ 9 ] Hier haben Sie ein Konkretes auf diesem Gebiete. Was die gewöhnliche Anatomie und Physiologie an der menschlichen Gestalt betrachtet, das betrachtet sie so, daß sie die Dinge nebeneinander hinstellt: Hier sind Kopf und Rumpf und Gliedmaßen in gleicher Weise eine Summe von Nerven und Blutgefäßen. Die übersinnliche Erkenntnis muß die Dinge auseinanderhalten; ihr sind die verschiedenen Gestaltenglieder verschiedenwertig. So sieht die gewöhnliche Anatomie und Physiologie unmittelbare Wirklichkeiten. Unsere Geisteswissenschaft sieht in der Hauptesgestalt das Bild von den Taten und Fühlungen der vorigen Inkarnation; sie sieht in der Ausatmung, wie sie sich bei jedem Menschen doch individuell gestaltet — denn jeder hat in dem Grade, wie sein Haupt differenziert ist, auch den Atmungsprozeß differenziert — ein Bild der Kräfte, welche die Seele zwischen dem letzten Tode und der nächsten Geburt umspielten, und der Einatmungsprozeß ist ja ein Bild dessen, was die Seele umspielen wird an Kräften zwischen dem jetzigen Tode und der nächsten Geburt. Und in dem Extremitätenprozeß haben wir schon ein Bild vom nächsten Erdenleben. So wird in der Tat, wie im Traume das Tagesleben von Bildern durchwoben wird, das großartig ausgedehnte übersinnliche Leben, das sich dem schauenden Bewußtsein öffnet, von Bildern durchwoben. Aber diese Bilder sind unsere gegebene, im Tagwachen gegebene Wirklichkeit. Wir kommen also dazu, daß wir jede folgende Erscheinungswelt, angefangen vom schauenden Bewußtsein, auffinden als Bilder der nächsten Erscheinungen. Unsere prosaische Wirklichkeit ist Bild der übersinnlichen Wirklichkeit, und unsere Traumeswirklichkeit ist Bild der gewöhnlichen, im Alltagsleben erfaßten Wirklichkeit.
[ 9 ] Hier haben Sie ein Konkretes auf diesem Gebiete. Was die gewöhnliche Anatomie und Physiologie an der menschlichen Gestalt betrachtet, das betrachtet sie so, daß sie die Dinge nebeneinander hinstellt: Hier sind Kopf und Rumpf und Gliedmaßen in gleicher Weise eine Summe von Nerven und Blutgefäßen. Die übersinnliche Erkenntnis muß die Dinge auseinanderhalten; ihr sind die verschiedenen Gestaltenglieder verschiedenwertig. So sieht die gewöhnliche Anatomie und Physiologie unmittelbare Wirklichkeiten. Unsere Geisteswissenschaft sieht in der Hauptesgestalt das Bild von den Taten und Fühlungen der vorigen Inkarnation; sie sieht in der Ausatmung, wie sie sich bei jedem Menschen doch individuell gestaltet — denn jeder hat in dem Grade, wie sein Haupt differenziert ist, auch den Atmungsprozeß differenziert — ein Bild der Kräfte, welche die Seele zwischen dem letzten Tode und der nächsten Geburt umspielten, und der Einatmungsprozeß ist ja ein Bild dessen, was die Seele umspielen wird an Kräften zwischen dem jetzigen Tode und der nächsten Geburt. Und in dem Extremitätenprozeß haben wir schon ein Bild vom nächsten Erdenleben. So wird in der Tat, wie im Traume das Tagesleben von Bildern durchwoben wird, das großartig ausgedehnte übersinnliche Leben, das sich dem schauenden Bewußtsein öffnet, von Bildern durchwoben. Aber diese Bilder sind unsere gegebene, im Tagwachen gegebene Wirklichkeit. Wir kommen also dazu, daß wir jede folgende Erscheinungswelt, angefangen vom schauenden Bewußtsein, auffinden als Bilder der nächsten Erscheinungen. Unsere prosaische Wirklichkeit ist Bild der übersinnlichen Wirklichkeit, und unsere Traumeswirklichkeit ist Bild der gewöhnlichen, im Alltagsleben erfaßten Wirklichkeit.
[ 10 ] Was ich hier sage, wird eigentlich erst so recht dem schauenden Bewußtsein klar, aus dem einfachen Grunde, weil in der äußeren Gestalt allein man nicht recht aufsuchen kann, was ich jetzt angeführt habe. Nehmen Sie einmal an, es hätte jemand einen niederen Grad von Hellsichtigkeit, gerade von dem Hellsehen, in dem mehr geahnt wird, als in voller Besonnenheit erfaßt, so könnte er noch aus der Erfassung des Hauptes, des Rumpfes und der Gliedmaßen erahnend auf das kommen, was ich jetzt gesagt habe. Auch einem niederen Grade des Hellsehens wäre das nicht besonders schwierig. Aber man würde keine Sicherheit haben; man würde sich kaum davon überzeugt halten, wenn man es nicht kritisch prüfen könnte durch jenes Hellsehen, das nun auch die entsprechenden Bewußtseinszustände erfaßt für das, was ich jetzt als Glieder der menschlichen Gestalt angeführt habe. Denn dieses Haupt ist nicht nur in seiner äußeren Gestalt so, daß es auf vorige Leben hinweist, sondern es ist schon so, daß es auch in bezug auf sein Seelisches erstens sich gut abdifferenziert von den andern Teilen des Menschenwesens, aber auch in sich selbst sich merkwürdig differenziert. Die Sache verbirgt sich nur dem gewöhnlichen Bewußtsein. Denn dieses träumt entweder, oder es hat während des Inhalts der alltäglichen Wirklichkeit — aber es merkt dies nicht — für den Kopf des Menschen etwas anderes, wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf: unterlegt. Ich meine folgendes damit: Wir gehen im wachenden Bewußtsein durch unsere Alltagserfahrungen; wir erfüllen uns durch das Bewußtsein, das uns unser Kopf vermittelt, mit den äußeren Wahrnehmungen, mit den Bildern, die uns von den Sinnen kommen, und mit dem, was wir uns als Vorstellungen über diese Sinnesbilder machen. Das alles ist für das gewöhnliche wache Bewußtsein so lebhaft, so intensiv, daß ein feineres Bewußtsein, das fortwährend darunter rieselt — ich sagte deshalb, daß es unterlegt ist —, ein hintergründliches Bewußtsein, das nicht so sehr tönt wie das Tagesbewußtsein, übersehen wird.
[ 10 ] Was ich hier sage, wird eigentlich erst so recht dem schauenden Bewußtsein klar, aus dem einfachen Grunde, weil in der äußeren Gestalt allein man nicht recht aufsuchen kann, was ich jetzt angeführt habe. Nehmen Sie einmal an, es hätte jemand einen niederen Grad von Hellsichtigkeit, gerade von dem Hellsehen, in dem mehr geahnt wird, als in voller Besonnenheit erfaßt, so könnte er noch aus der Erfassung des Hauptes, des Rumpfes und der Gliedmaßen erahnend auf das kommen, was ich jetzt gesagt habe. Auch einem niederen Grade des Hellsehens wäre das nicht besonders schwierig. Aber man würde keine Sicherheit haben; man würde sich kaum davon überzeugt halten, wenn man es nicht kritisch prüfen könnte durch jenes Hellsehen, das nun auch die entsprechenden Bewußtseinszustände erfaßt für das, was ich jetzt als Glieder der menschlichen Gestalt angeführt habe. Denn dieses Haupt ist nicht nur in seiner äußeren Gestalt so, daß es auf vorige Leben hinweist, sondern es ist schon so, daß es auch in bezug auf sein Seelisches erstens sich gut abdifferenziert von den andern Teilen des Menschenwesens, aber auch in sich selbst sich merkwürdig differenziert. Die Sache verbirgt sich nur dem gewöhnlichen Bewußtsein. Denn dieses träumt entweder, oder es hat während des Inhalts der alltäglichen Wirklichkeit — aber es merkt dies nicht — für den Kopf des Menschen etwas anderes, wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf: unterlegt. Ich meine folgendes damit: Wir gehen im wachenden Bewußtsein durch unsere Alltagserfahrungen; wir erfüllen uns durch das Bewußtsein, das uns unser Kopf vermittelt, mit den äußeren Wahrnehmungen, mit den Bildern, die uns von den Sinnen kommen, und mit dem, was wir uns als Vorstellungen über diese Sinnesbilder machen. Das alles ist für das gewöhnliche wache Bewußtsein so lebhaft, so intensiv, daß ein feineres Bewußtsein, das fortwährend darunter rieselt — ich sagte deshalb, daß es unterlegt ist —, ein hintergründliches Bewußtsein, das nicht so sehr tönt wie das Tagesbewußtsein, übersehen wird.
[ 11 ] Unser Kopf träumt nämlich fortwährend, wenn wir wachen. Das ist das Bedeutsame, daß unser Haupt hinter dem Tagesbewußtsein ein fortwährendes Fortträumen hat. Sie können auf dieses Fortträumen schon kommen; man braucht dazu nicht sehr weitgehende Übungen zu machen. Man braucht dazu eigentlich nur zu versuchen, in jenen Zustand des seelischen Lebens einzutreten, in welchem man leeres Bewußtsein hat, wo das Bewußtsein zwar wach ist, aber keine Wahrnehmungen und auch keine Gedanken hat. Im gewöhnlichen Leben gehen ja die Dinge so, daß man entweder irgendwie auf die äußere Wahrnehmungswelt gerichtet ist, oder Erinnerungsbilder von diesen Wahrnehmungen hat, oder aufsteigende Gedanken, die auch mit diesen Erinnerungen zusammenhängen. Man gibt sich öfter, als man glaubt, dem bloßen wachenden Bewußtsein hin, aber man bemerkt es nicht. Es ist dumpf. Wenn Sie aber versuchen, in Ihrer Seelenverfassung das zu haben, was ich nennen möchte: «nichts weiter als wachen», nichts, was herstammt weder von äußeren Wahrnehmungen noch Erinnerungen daran, noch Erinnerungsgedanken, wenn Sie bloß versuchen zu wachen, so werden Ihnen alsbald nicht so ganz ordentlich in Vorstellungen gekleidete Wahrnehmungen aufsteigen. So etwas dumpf Gefühlsmäßiges haben diese Vorstellungen, die da auftauchen. Sie können sagen: Sie nehmen sich aus wie Bilder, aber sie nehmen sich so aus, daß sie nicht die Vollgewichtigkeit von Bildern haben. Man trifft oft Menschen, welche diesen Zustand haben. Die sagen: Es gibt in mir eine Seelenverfassung, da nehme ich etwas wahr, was ich aber nicht beschreiben kann; es ist wahrgenommen, aber es ist nicht in der Weise ein Wahrnehmen, wie man die äußere Welt wahrnimmt. — Es ist nicht unzutreffend, wenn die Menschen so sprechen, und es gibt viel mehr Menschen, als man glaubt, die, sobald man mit ihnen vertraut wird, über solche Dinge Mitteilungen machen können.
[ 11 ] Unser Kopf träumt nämlich fortwährend, wenn wir wachen. Das ist das Bedeutsame, daß unser Haupt hinter dem Tagesbewußtsein ein fortwährendes Fortträumen hat. Sie können auf dieses Fortträumen schon kommen; man braucht dazu nicht sehr weitgehende Übungen zu machen. Man braucht dazu eigentlich nur zu versuchen, in jenen Zustand des seelischen Lebens einzutreten, in welchem man leeres Bewußtsein hat, wo das Bewußtsein zwar wach ist, aber keine Wahrnehmungen und auch keine Gedanken hat. Im gewöhnlichen Leben gehen ja die Dinge so, daß man entweder irgendwie auf die äußere Wahrnehmungswelt gerichtet ist, oder Erinnerungsbilder von diesen Wahrnehmungen hat, oder aufsteigende Gedanken, die auch mit diesen Erinnerungen zusammenhängen. Man gibt sich öfter, als man glaubt, dem bloßen wachenden Bewußtsein hin, aber man bemerkt es nicht. Es ist dumpf. Wenn Sie aber versuchen, in Ihrer Seelenverfassung das zu haben, was ich nennen möchte: «nichts weiter als wachen», nichts, was herstammt weder von äußeren Wahrnehmungen noch Erinnerungen daran, noch Erinnerungsgedanken, wenn Sie bloß versuchen zu wachen, so werden Ihnen alsbald nicht so ganz ordentlich in Vorstellungen gekleidete Wahrnehmungen aufsteigen. So etwas dumpf Gefühlsmäßiges haben diese Vorstellungen, die da auftauchen. Sie können sagen: Sie nehmen sich aus wie Bilder, aber sie nehmen sich so aus, daß sie nicht die Vollgewichtigkeit von Bildern haben. Man trifft oft Menschen, welche diesen Zustand haben. Die sagen: Es gibt in mir eine Seelenverfassung, da nehme ich etwas wahr, was ich aber nicht beschreiben kann; es ist wahrgenommen, aber es ist nicht in der Weise ein Wahrnehmen, wie man die äußere Welt wahrnimmt. — Es ist nicht unzutreffend, wenn die Menschen so sprechen, und es gibt viel mehr Menschen, als man glaubt, die, sobald man mit ihnen vertraut wird, über solche Dinge Mitteilungen machen können.
[ 12 ] Was da aufsteigt, ist das Weben dieses unterlegten Bewußtseins, von dem ich gesprochen habe. Und dieses unterlegte Bewußtsein ist eine Art Träumen. Aber was wird geträumt? Es wird geträumt, tatsächlich geträumt, von der vorigen Inkarnation, von dem vorigen Erdenleben. Nur ist die Deutung dann schwierig. Aber was so im Bewußtsein, im Hauptesbewußtsein sitzt, ist Traum des vorigen Erdenlebens. Auf diese subjektive Art, die ich geschildert habe, kann man schon den Traum des vorigen Erdenlebens finden, wenn auch die Deutung schwierig ist. Davon wollen wir noch später reden.
[ 12 ] Was da aufsteigt, ist das Weben dieses unterlegten Bewußtseins, von dem ich gesprochen habe. Und dieses unterlegte Bewußtsein ist eine Art Träumen. Aber was wird geträumt? Es wird geträumt, tatsächlich geträumt, von der vorigen Inkarnation, von dem vorigen Erdenleben. Nur ist die Deutung dann schwierig. Aber was so im Bewußtsein, im Hauptesbewußtsein sitzt, ist Traum des vorigen Erdenlebens. Auf diese subjektive Art, die ich geschildert habe, kann man schon den Traum des vorigen Erdenlebens finden, wenn auch die Deutung schwierig ist. Davon wollen wir noch später reden.
[ 13 ] So ist das, was ich als menschliches Haupt schilderte, auch seelisch etwas Kompliziertes, indem eigentlich zwei Bewußtseine ineinanderlaufen: das gewöhnliche tagwachende Bewußtsein und das unterlegte Traumbewußtsein, das eine Art Spiegelung aus der vorigen Inkarnation ist.
[ 13 ] So ist das, was ich als menschliches Haupt schilderte, auch seelisch etwas Kompliziertes, indem eigentlich zwei Bewußtseine ineinanderlaufen: das gewöhnliche tagwachende Bewußtsein und das unterlegte Traumbewußtsein, das eine Art Spiegelung aus der vorigen Inkarnation ist.
[ 14 ] Eine andere interessante Seelencharakteristik können wir geben, wenn wir einen andern Pol des Menschen ins Auge fassen: den Extremitäten-, den Gliedmaßenmenschen. Auch dieser Gliedmaßenmensch ist seelisch — das heißt in seinem seelischen Korrelat, was ihm seelisch entspricht — eigentlich wiederum kompliziert. Ich habe öfter darauf aufmerksam gemacht, daß wir mit Bezug auf diesen Gliedmaßenmenschen schlafen, während wir mit Bezug auf unser Haupt wachen. Und unser Wille wirkt wirklich wie schlafend. Wir haben ja nur die Vorstellung dessen, was unser Wille ausführt. Niemand hat, wenn er die Vorstellung ausführt: Ich bewege die Hand —, ein Bewußtsein davon, wie dies mit alldem organischen Apparat zusammenhängt. Das ist so unterbewußt, wie die Vorgänge des Schlafes. Schlaf durchzieht fortwährend das Tagesbewußtsein dieses Gliedmaßen-, dieses Extremitätenmenschen, und zwar indem das Wollen des Menschen in einen Schlafzustand eingetaucht ist.
[ 14 ] Eine andere interessante Seelencharakteristik können wir geben, wenn wir einen andern Pol des Menschen ins Auge fassen: den Extremitäten-, den Gliedmaßenmenschen. Auch dieser Gliedmaßenmensch ist seelisch — das heißt in seinem seelischen Korrelat, was ihm seelisch entspricht — eigentlich wiederum kompliziert. Ich habe öfter darauf aufmerksam gemacht, daß wir mit Bezug auf diesen Gliedmaßenmenschen schlafen, während wir mit Bezug auf unser Haupt wachen. Und unser Wille wirkt wirklich wie schlafend. Wir haben ja nur die Vorstellung dessen, was unser Wille ausführt. Niemand hat, wenn er die Vorstellung ausführt: Ich bewege die Hand —, ein Bewußtsein davon, wie dies mit alldem organischen Apparat zusammenhängt. Das ist so unterbewußt, wie die Vorgänge des Schlafes. Schlaf durchzieht fortwährend das Tagesbewußtsein dieses Gliedmaßen-, dieses Extremitätenmenschen, und zwar indem das Wollen des Menschen in einen Schlafzustand eingetaucht ist.
[ 15 ] Nun aber ist das Merkwürdige: Wenn nachts, im Schlafe, der Mensch aus seinem physischen Leibe heraus ist, das heißt, wenn das Ich und der astralische Leib den physischen Leib und den ätherischen Leib verlassen haben, wenn also Bewußtsein und Selbstbewußtsein nicht oder nur dumpf funktionieren, dann wacht in einer gewissen Weise gerade dieser Extremitätenmensch. Nur hat der Mensch, wie er jetzt in seiner Entwickelung ist, keine Möglichkeit, mit dem gewöhnlichen Bewußtsein dahinterzukommen. Weil er schlafend sein Bewußtsein nur dumpf betätigen kann, so kann er nicht mit dem Bewußtsein verfolgen, was der bei Tag schlafende Gliedmaßenmensch in der Nacht, wenn das Selbstbewußtsein nicht im physischen Leibe drinnen ist, eigentlich vollführt. Es ist auch eine Art Träumen. Es träumt dieser Gliedmaßenmensch eigentlich in der Nacht. So wie der Kopf bei Tage unter dem hellen Tagesbewußtsein träumt, so träumt der Gliedmaßenmensch schlafend unter dem dumpfen Schlafbewußtsein, man könnte sagen, parallel neben dem dumpfen Schlafbewußtsein. Und was träumt er? Er träumt von der nächsten Erdeninkarnation. Wir tragen als Mensch in der Tat in bezug auf unsere äußere physische Gestalt nicht nur Vergangenheit und Zukunft in uns, sondern wir tragen in uns, in unserem Seelenleben, in Form von gewöhnlich nicht wahrnehmbaren Träumen, in Form von allerlei unterlegtem Bewußtsein, vorige Erdenleben und künftige Erdenleben.
[ 15 ] Nun aber ist das Merkwürdige: Wenn nachts, im Schlafe, der Mensch aus seinem physischen Leibe heraus ist, das heißt, wenn das Ich und der astralische Leib den physischen Leib und den ätherischen Leib verlassen haben, wenn also Bewußtsein und Selbstbewußtsein nicht oder nur dumpf funktionieren, dann wacht in einer gewissen Weise gerade dieser Extremitätenmensch. Nur hat der Mensch, wie er jetzt in seiner Entwickelung ist, keine Möglichkeit, mit dem gewöhnlichen Bewußtsein dahinterzukommen. Weil er schlafend sein Bewußtsein nur dumpf betätigen kann, so kann er nicht mit dem Bewußtsein verfolgen, was der bei Tag schlafende Gliedmaßenmensch in der Nacht, wenn das Selbstbewußtsein nicht im physischen Leibe drinnen ist, eigentlich vollführt. Es ist auch eine Art Träumen. Es träumt dieser Gliedmaßenmensch eigentlich in der Nacht. So wie der Kopf bei Tage unter dem hellen Tagesbewußtsein träumt, so träumt der Gliedmaßenmensch schlafend unter dem dumpfen Schlafbewußtsein, man könnte sagen, parallel neben dem dumpfen Schlafbewußtsein. Und was träumt er? Er träumt von der nächsten Erdeninkarnation. Wir tragen als Mensch in der Tat in bezug auf unsere äußere physische Gestalt nicht nur Vergangenheit und Zukunft in uns, sondern wir tragen in uns, in unserem Seelenleben, in Form von gewöhnlich nicht wahrnehmbaren Träumen, in Form von allerlei unterlegtem Bewußtsein, vorige Erdenleben und künftige Erdenleben.
[ 16 ] Und der Rumpfesmensch. Die Vorgänge des Aus- und Einatmens werden ja vom gewöhnlichen Bewußtsein nicht mit Deutlichkeit verfolgt, aber die organischen Funktionen sind doch enger daran geknüpft. Gerade diese Aus- und Einatmungsprozesse werden ja von den Orientalen — was uns nicht mehr angemessen ist, wir müssen auf andere Weise in das schauende Bewußtsein eintreten — gerade so verfolgt, daß sie ins Bewußtsein heraufgehoben werden. Der Orientale, als Geistsucher, versucht das Kopfbewußtsein dumpf zu machen, zu unterdrücken, und dagegen das Rumpfbewußtsein anzuregen, zu erhellen. Er versucht wirklich den Atmungsprozeß so auszuführen, daß im Atmen Bewußtsein auftaucht. Das ist ein anderes Bewußtsein. Indem er die eingeatmete Luft verfolgt, wie sie sich im Organismus ausbreitet, und indem er verfolgt die ausgeatmete Luft, wie sie herausströmt und den Leib verläßt, hebt er ins Bewußtsein herauf, was sonst recht unbewußt bleibt. Dadurch kommt bei ihm das zustande, daß er ein sehr deutliches Bewußtsein von dem hat, wovon der Atmungsprozeß Bild ist: von dem Leben in der geistigen Welt zwischen dem Tode und der Geburt. Das deutliche Wissen, von dem sich der Okzidentale eigentlich gar keinen Begriff macht, das heute im Orient noch immer sehr viel mehr ausgebreitet ist, als man denkt — deshalb verstehen sich auch der Orientale und der Okzidentale oft so schwer —, das deutliche Bewußtsein davon, daß vor der Geburt ein geistig-seelisches Leben liegt, nach dem Tode ein geistig-seelisches Leben folgt, das ist dort keine Theorie, sondern das ist dort so Gewißheit, wie es für Sie eine Gewißheit ist, wenn Sie irgendwo einen Weg gegangen sind, stehenbleiben, zurückschauen und das, was Sie als Weg durchgemacht haben, anschauen und dann rückwärtsblicken. Wie das für Sie eine Gewißheit ist, die neben Ihnen ist, daß der Weg vorher und der Weg nachher dieses und jenes enthält, so ist es für den Orientalen keine Theorie, nicht etwas, worauf er durch Vorstellungsverbindung kommt, sondern was er anschaut, aber anschaut durch seinen ins Bewußtsein heraufgehobenen Atmungsprozeß: was vor der Geburt oder Empfängnis und was nach dem Tode liegt.
[ 16 ] Und der Rumpfesmensch. Die Vorgänge des Aus- und Einatmens werden ja vom gewöhnlichen Bewußtsein nicht mit Deutlichkeit verfolgt, aber die organischen Funktionen sind doch enger daran geknüpft. Gerade diese Aus- und Einatmungsprozesse werden ja von den Orientalen — was uns nicht mehr angemessen ist, wir müssen auf andere Weise in das schauende Bewußtsein eintreten — gerade so verfolgt, daß sie ins Bewußtsein heraufgehoben werden. Der Orientale, als Geistsucher, versucht das Kopfbewußtsein dumpf zu machen, zu unterdrücken, und dagegen das Rumpfbewußtsein anzuregen, zu erhellen. Er versucht wirklich den Atmungsprozeß so auszuführen, daß im Atmen Bewußtsein auftaucht. Das ist ein anderes Bewußtsein. Indem er die eingeatmete Luft verfolgt, wie sie sich im Organismus ausbreitet, und indem er verfolgt die ausgeatmete Luft, wie sie herausströmt und den Leib verläßt, hebt er ins Bewußtsein herauf, was sonst recht unbewußt bleibt. Dadurch kommt bei ihm das zustande, daß er ein sehr deutliches Bewußtsein von dem hat, wovon der Atmungsprozeß Bild ist: von dem Leben in der geistigen Welt zwischen dem Tode und der Geburt. Das deutliche Wissen, von dem sich der Okzidentale eigentlich gar keinen Begriff macht, das heute im Orient noch immer sehr viel mehr ausgebreitet ist, als man denkt — deshalb verstehen sich auch der Orientale und der Okzidentale oft so schwer —, das deutliche Bewußtsein davon, daß vor der Geburt ein geistig-seelisches Leben liegt, nach dem Tode ein geistig-seelisches Leben folgt, das ist dort keine Theorie, sondern das ist dort so Gewißheit, wie es für Sie eine Gewißheit ist, wenn Sie irgendwo einen Weg gegangen sind, stehenbleiben, zurückschauen und das, was Sie als Weg durchgemacht haben, anschauen und dann rückwärtsblicken. Wie das für Sie eine Gewißheit ist, die neben Ihnen ist, daß der Weg vorher und der Weg nachher dieses und jenes enthält, so ist es für den Orientalen keine Theorie, nicht etwas, worauf er durch Vorstellungsverbindung kommt, sondern was er anschaut, aber anschaut durch seinen ins Bewußtsein heraufgehobenen Atmungsprozeß: was vor der Geburt oder Empfängnis und was nach dem Tode liegt.
[ 17 ] Dieser Teil des Menschen, der Rumpfesmensch können wir sagen, träumt fortwährend. Der wacht nicht ganz auf, wenn wir wachen, der schläft auch nicht ganz ein, wenn wir schlafen. Ein Unterschied zwischen diesen beiden Zeiten ist ja doch. Das Bewußtsein, das Traumesbewußtsein dieses Rumpfesmenschen bei Tage ist dumpfer als sein Traumesbewußtsein im schlafenden Zustande, dies ist etwas heller; der Unterschied ist zwar nicht so sehr groß, aber es ist doch eine Abschattierung da.
[ 17 ] Dieser Teil des Menschen, der Rumpfesmensch können wir sagen, träumt fortwährend. Der wacht nicht ganz auf, wenn wir wachen, der schläft auch nicht ganz ein, wenn wir schlafen. Ein Unterschied zwischen diesen beiden Zeiten ist ja doch. Das Bewußtsein, das Traumesbewußtsein dieses Rumpfesmenschen bei Tage ist dumpfer als sein Traumesbewußtsein im schlafenden Zustande, dies ist etwas heller; der Unterschied ist zwar nicht so sehr groß, aber es ist doch eine Abschattierung da.
[ 18 ] So sehen wir, daß wir nicht nur der äußeren Gestalt nach einen dreigliedrigen Menschen, sondern auch komplizierte Bewußtseinszustände in uns tragen. Darin besteht aber unser Seelenleben. Diese Bewußtseinszustände wirken ineinander, spiegeln sich ineinander. Durch das tagwachende Bewußtsein unseres Hauptes kommt vorzugsweise das zustande, was wir unser Vorstellungs- und Denkleben nennen; durch das fortwährende Traumesbewußtsein unseres Rumpfesmenschen kommt das zustande, was wir unser Gefühlsleben nennen, und durch das bei Tag schlafende, bei der Nacht wachende Traumesbewußtsein des Gliedmaßenmenschen kommt das zustande, was wir unser Wollen nennen.
[ 18 ] So sehen wir, daß wir nicht nur der äußeren Gestalt nach einen dreigliedrigen Menschen, sondern auch komplizierte Bewußtseinszustände in uns tragen. Darin besteht aber unser Seelenleben. Diese Bewußtseinszustände wirken ineinander, spiegeln sich ineinander. Durch das tagwachende Bewußtsein unseres Hauptes kommt vorzugsweise das zustande, was wir unser Vorstellungs- und Denkleben nennen; durch das fortwährende Traumesbewußtsein unseres Rumpfesmenschen kommt das zustande, was wir unser Gefühlsleben nennen, und durch das bei Tag schlafende, bei der Nacht wachende Traumesbewußtsein des Gliedmaßenmenschen kommt das zustande, was wir unser Wollen nennen.
[ 19 ] Nun bleibt noch eines übrig. Wir haben, wenn wir bloß die Außenseite des Menschen ins Auge fassen, es nicht nur mit dem sichtbaren physischen Organismus des Menschen zu tun, sondern wir tragen auch einen feinen, ätherischen, übersinnlichen Organismus in uns, den ich, damit keine Mißverständnisse entstehen, in den neueren Ausführungen in der Zeitschrift «Das Reich» den Bildekräfteleib genannt habe. Dieser übersinnliche Organismus ist im Verhältnis zum äußeren physischen Organismus weniger differenziert, er ist eigentlich mehr eine Einheit; und nur durch eine grobe Beobachtung schreiben wir der äußeren Gestalt des Menschen eine Einheit zu. Die eigentliche Einheit des Menschen ruht in seinem ätherischen Leibe. Dieser ätherische Leib ist nun geradeso zu gliedern wie der physische Leib, aber eben nicht so, daß die Glieder nebeneinanderliegen; sondern beim ätherischen Leibe muß man so die Gliederung vornehmen, wie ich es zuletzt getan habe mit Bezug auf die Bewußtseinszustände. Dieser ätherische Leib ist auch in immer abwechselndem Bewußtsein, und zwar so, daß er im Tagesleben vom Aufwachen bis zum Einschlafen ein anderes Bewußtsein hat als vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Da tragen wir wieder mit diesem übersinnlichen Leibe etwas sehr Bedeutungsvolles in uns. Wenn manche theosophische Theoretiker glauben, schon etwas besonderes damit getan zu haben, daß sie den Menschen gliedern in physischen Leib, ätherischen Leib, astralischen Leib und so weiter, so ist das eigentlich eine Art von Selbsttäuschung. Es ist eine Art von Systematik, und Systematiken sind nie eigentlich etwas wert. Einsichten bekommt man erst, wenn man näher untersucht, was eigentlich in diesem ätherischen Leibe vorgeht. Denn wenn man nur sagt: In uns lebt der ätherische Leib —, so hat der Mensch zunächst nur ein Wort, täuscht sich hinweg, glaubt eine Sache zu haben, indem er sich einen möglichst dünnen Nebel und so weiter vorstellt. Das ist aber Selbsttäuschung. Worauf es ankommt, das ist, daß wir in diesem Ätherleibe etwas sehr Wesentliches haben, nur kann es der Mensch im gewöhnlichen Leben nicht wahrnehmen. Aber was in diesem Ätherleibe im Tagesleben vom Aufwachen bis zum Einschlafen immer webt und lebt, das ist das Karma von früheren Erdenleben, das schaut er an. In der Tat, in unserem Unterbewußtsein webt dieser Ätherleib, und sein Weben ist Anschauung unseres Karma aus früheren Verkörperungen. Daß der Hellseher etwas vom Karma weiß, beruht darauf, daß er den Ätherleib so gebrauchen lernt wie sonst den physischen Leib. Lernt man ihn gebrauchen, so kann man gar nicht da herumkommen, im Karma eine Wirklichkeit zu sehen. Denn vom Aufwachen bis zum Einschlafen ist der Ätherleib konkret, als Wirklichkeit gefaßt, dies, daß er das Karma anschaut, und zwar vom Aufwachen bis zum Einschlafen das Karma aus früheren Erdenleben, und vom Einschlafen bis zum Aufwachen das werdende Karma. Es ist dies wieder vom hellsichtigen Gesichtspunkte aus geschildert.
[ 19 ] Nun bleibt noch eines übrig. Wir haben, wenn wir bloß die Außenseite des Menschen ins Auge fassen, es nicht nur mit dem sichtbaren physischen Organismus des Menschen zu tun, sondern wir tragen auch einen feinen, ätherischen, übersinnlichen Organismus in uns, den ich, damit keine Mißverständnisse entstehen, in den neueren Ausführungen in der Zeitschrift «Das Reich» den Bildekräfteleib genannt habe. Dieser übersinnliche Organismus ist im Verhältnis zum äußeren physischen Organismus weniger differenziert, er ist eigentlich mehr eine Einheit; und nur durch eine grobe Beobachtung schreiben wir der äußeren Gestalt des Menschen eine Einheit zu. Die eigentliche Einheit des Menschen ruht in seinem ätherischen Leibe. Dieser ätherische Leib ist nun geradeso zu gliedern wie der physische Leib, aber eben nicht so, daß die Glieder nebeneinanderliegen; sondern beim ätherischen Leibe muß man so die Gliederung vornehmen, wie ich es zuletzt getan habe mit Bezug auf die Bewußtseinszustände. Dieser ätherische Leib ist auch in immer abwechselndem Bewußtsein, und zwar so, daß er im Tagesleben vom Aufwachen bis zum Einschlafen ein anderes Bewußtsein hat als vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Da tragen wir wieder mit diesem übersinnlichen Leibe etwas sehr Bedeutungsvolles in uns. Wenn manche theosophische Theoretiker glauben, schon etwas besonderes damit getan zu haben, daß sie den Menschen gliedern in physischen Leib, ätherischen Leib, astralischen Leib und so weiter, so ist das eigentlich eine Art von Selbsttäuschung. Es ist eine Art von Systematik, und Systematiken sind nie eigentlich etwas wert. Einsichten bekommt man erst, wenn man näher untersucht, was eigentlich in diesem ätherischen Leibe vorgeht. Denn wenn man nur sagt: In uns lebt der ätherische Leib —, so hat der Mensch zunächst nur ein Wort, täuscht sich hinweg, glaubt eine Sache zu haben, indem er sich einen möglichst dünnen Nebel und so weiter vorstellt. Das ist aber Selbsttäuschung. Worauf es ankommt, das ist, daß wir in diesem Ätherleibe etwas sehr Wesentliches haben, nur kann es der Mensch im gewöhnlichen Leben nicht wahrnehmen. Aber was in diesem Ätherleibe im Tagesleben vom Aufwachen bis zum Einschlafen immer webt und lebt, das ist das Karma von früheren Erdenleben, das schaut er an. In der Tat, in unserem Unterbewußtsein webt dieser Ätherleib, und sein Weben ist Anschauung unseres Karma aus früheren Verkörperungen. Daß der Hellseher etwas vom Karma weiß, beruht darauf, daß er den Ätherleib so gebrauchen lernt wie sonst den physischen Leib. Lernt man ihn gebrauchen, so kann man gar nicht da herumkommen, im Karma eine Wirklichkeit zu sehen. Denn vom Aufwachen bis zum Einschlafen ist der Ätherleib konkret, als Wirklichkeit gefaßt, dies, daß er das Karma anschaut, und zwar vom Aufwachen bis zum Einschlafen das Karma aus früheren Erdenleben, und vom Einschlafen bis zum Aufwachen das werdende Karma. Es ist dies wieder vom hellsichtigen Gesichtspunkte aus geschildert.
[ 20 ] Also wir träumen in unserer Brust nicht nur von dem, was wir zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt durchgemacht haben, wir schauen nicht nur in dieser Weise die Vergangenheit an, wir schauen auch auf das, was sie uns als Karma auferlegt, das unter unserem gewöhnlichen Bewußtsein durch die Funktion des Unterleibes von dem Ätherleibe wie vor einem geistigen Auge als vergangenes Karma geschaut wird. Und wir schauen nicht nur durch unser Extremitätenbewußtsein durch das Einatmen das, was verknüpft ist mit einer folgenden Inkarnation, sondern unser Ätherleib wird das Geistesauge, durch das wir auf eine für das gewöhnliche Leben unbewußte Art das werdende Karma anschauen. Es ist für den Menschen der Gegenwart nicht leicht, die Übungen seiner Seele so weit zu treiben, obwohl es durchaus für jeden Menschen nötig ist, daß er alles das wirklich anschaut, was ich jetzt geschildert habe. Es bietet gewisse Schwierigkeiten, über die Näheres in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gesagt ist. Viel leichter ging das in der Zeit, die abgelaufenem Lebensalter der Erdenmenschheit entspricht. Denn auch das geschichtliche Leben ist differenzierter, als man denkt, und ein besonders wichtiger Punkt im geschichtlichen Leben der Menschheit, der auch in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» und in andern Schriften charakterisiert ist, ist der, als der vierte nachatlantische Kulturzeitraum den dritten ablöste, als das begann, was wir die griechisch-lateinische Kultur nennen. Dieser Zeitraum ist der, in welchem es für die Kulturmenschheit so schwierig geworden ist, in diese Welten einzudringen, die ich jetzt geschildert habe. Vorher war es verhältnismäßig leichter, und die Orientalen haben sich etwas von dieser leichteren Natur zurückbehalten. Der Okzidentale hat es nicht, darum kann er auch nicht die Übungen machen, welche von den Orientalen geschildert werden, sondern nur diejenigen machen, die zum Beispiel in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben sind. Das Zeitalter, das mit dem 7., 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha eingetreten ist, ist schon dasjenige, in dem der Mensch mehr in die physische Welt herausgeworfen wurde. Es wird ein anderes Zeitalter wieder kommen — ungefähr das 3. Jahrtausend wird der deutliche Beginn dieses Zeitalters sein —, und das muß vorbereitet sein. Da wird etwas Unbestimmtes aus der Menschennatur in jeder Seele auftreten; man wird es nicht deuten können, wenn man es nicht mit der Geheimwissenschaft kann, wenn man ihm nicht mit Geisteswissenschaft entgegenkommt. Es ist wirklich nicht bloß ein subjektives Ideal oder eine subjektive Tendenz, was die Geisteswissenschaft für das nächste Jahrtausend vorbereiten und begründen muß, sondern es entspricht einer Notwendigkeit in der Menschheitsentwickelung. Die Mitte des 3. Jahrtausends wird ein bedeutungsvoller Einschnitt in der Kulturentwickelung sein, weil dann der Zeitpunkt kommt, wo die Menschennatur so weit sein wird, daß sie ungesund reagieren wird, wenn die Menschen bis dahin nicht die Anschauung von den wiederholten Erdenleben und vom Karma in sich aufnehmen, die in der Zeit seit dem 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert verlorengegangen ist. Vorher hat die Menschennatur gesund reagiert, da ging das Wissen selbst aus ihr hervor. Nachher wird sie krankhaft erscheinen, wenn die Menschen ihr nicht die Lehre entgegenbrächten. Wir verstehen unser Zeitalter nur, wenn wir dies ins Auge fassen, daß wir zwischen zwei Polen eingeschlossen sind. Der eine liegt zurück hinter dem 7., 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha. Das war die Zeit, wo die Menschennatur selbst das Wissen von den übersinnlichen Erlebnissen der Menschenseele hergab. Der andere Pol wird das 3. Jahrtausend sein, wo die Menschenseele aus sich heraus auf eben die Art, wie es in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben ist, das übersinnliche Wissen sich auf geistige Art erwerben muß, damit der Körper, in den dann die Gesundheit hineinstrahlen muß, nicht mit der Krankheit reagiert. Man versteht unser Zeitalter in seinen äußeren und inneren Erscheinungen nur, wenn man dies ins Auge fassen kann. Das entwickelt sich natürlich langsam und allmählich. Und für denjenigen Menschen, der nicht dumpf, wie schlafend die wichtigsten Dinge seines Zeitalters verträumen will, sondern der selbstbewußt, wachend leben will, für ihn geziemt es sich, in unserer Zeit schon darauf aufzumerken, was ins Leben herein will. In voller Art wird dies erst in der Mitte des 3. Jahrtausends hereinkommen. Aber nach und nach will es herein, und die Menschheit muß jetzt alles bewußt machen, muß bewußt vorbereiten, was da herein will. Man muß das Leben beobachten lernen; dann zeigt sich auch in den äußeren Erscheinungen — zunächst in den Erscheinungen des Menschenlebens — eine oberflächliche Anschauung, daß es wahr ist, was“ich jetzt gesagt habe. In der groben Gehirnentwickelung, die heute zumeist das Normale der Menschheit ist, geht ja nicht leicht dasjenige auf, was sinngemäß erworben werden muß, so wie wir es in der Geisteswissenschaft schildern. Aber ich möchte sagen: Auf tragische Weise sieht man gewissermaßen, was unbekannte Mächte — von denen ich im nächsten Vortrage sprechen werde — von der Menschheit eigentlich wollen. Es gibt in der Gegenwart gewisse krankhafte Naturen, deshalb sagte ich, auf tragische Weise; sie sind krankhaft für die Gegenwart; trotzdem kündigt sich an ihnen mancherlei an, was den Menschen in gesunden Tagen der Zukunft treffen wird.
[ 20 ] Also wir träumen in unserer Brust nicht nur von dem, was wir zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt durchgemacht haben, wir schauen nicht nur in dieser Weise die Vergangenheit an, wir schauen auch auf das, was sie uns als Karma auferlegt, das unter unserem gewöhnlichen Bewußtsein durch die Funktion des Unterleibes von dem Ätherleibe wie vor einem geistigen Auge als vergangenes Karma geschaut wird. Und wir schauen nicht nur durch unser Extremitätenbewußtsein durch das Einatmen das, was verknüpft ist mit einer folgenden Inkarnation, sondern unser Ätherleib wird das Geistesauge, durch das wir auf eine für das gewöhnliche Leben unbewußte Art das werdende Karma anschauen. Es ist für den Menschen der Gegenwart nicht leicht, die Übungen seiner Seele so weit zu treiben, obwohl es durchaus für jeden Menschen nötig ist, daß er alles das wirklich anschaut, was ich jetzt geschildert habe. Es bietet gewisse Schwierigkeiten, über die Näheres in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gesagt ist. Viel leichter ging das in der Zeit, die abgelaufenem Lebensalter der Erdenmenschheit entspricht. Denn auch das geschichtliche Leben ist differenzierter, als man denkt, und ein besonders wichtiger Punkt im geschichtlichen Leben der Menschheit, der auch in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» und in andern Schriften charakterisiert ist, ist der, als der vierte nachatlantische Kulturzeitraum den dritten ablöste, als das begann, was wir die griechisch-lateinische Kultur nennen. Dieser Zeitraum ist der, in welchem es für die Kulturmenschheit so schwierig geworden ist, in diese Welten einzudringen, die ich jetzt geschildert habe. Vorher war es verhältnismäßig leichter, und die Orientalen haben sich etwas von dieser leichteren Natur zurückbehalten. Der Okzidentale hat es nicht, darum kann er auch nicht die Übungen machen, welche von den Orientalen geschildert werden, sondern nur diejenigen machen, die zum Beispiel in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben sind. Das Zeitalter, das mit dem 7., 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha eingetreten ist, ist schon dasjenige, in dem der Mensch mehr in die physische Welt herausgeworfen wurde. Es wird ein anderes Zeitalter wieder kommen — ungefähr das 3. Jahrtausend wird der deutliche Beginn dieses Zeitalters sein —, und das muß vorbereitet sein. Da wird etwas Unbestimmtes aus der Menschennatur in jeder Seele auftreten; man wird es nicht deuten können, wenn man es nicht mit der Geheimwissenschaft kann, wenn man ihm nicht mit Geisteswissenschaft entgegenkommt. Es ist wirklich nicht bloß ein subjektives Ideal oder eine subjektive Tendenz, was die Geisteswissenschaft für das nächste Jahrtausend vorbereiten und begründen muß, sondern es entspricht einer Notwendigkeit in der Menschheitsentwickelung. Die Mitte des 3. Jahrtausends wird ein bedeutungsvoller Einschnitt in der Kulturentwickelung sein, weil dann der Zeitpunkt kommt, wo die Menschennatur so weit sein wird, daß sie ungesund reagieren wird, wenn die Menschen bis dahin nicht die Anschauung von den wiederholten Erdenleben und vom Karma in sich aufnehmen, die in der Zeit seit dem 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert verlorengegangen ist. Vorher hat die Menschennatur gesund reagiert, da ging das Wissen selbst aus ihr hervor. Nachher wird sie krankhaft erscheinen, wenn die Menschen ihr nicht die Lehre entgegenbrächten. Wir verstehen unser Zeitalter nur, wenn wir dies ins Auge fassen, daß wir zwischen zwei Polen eingeschlossen sind. Der eine liegt zurück hinter dem 7., 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha. Das war die Zeit, wo die Menschennatur selbst das Wissen von den übersinnlichen Erlebnissen der Menschenseele hergab. Der andere Pol wird das 3. Jahrtausend sein, wo die Menschenseele aus sich heraus auf eben die Art, wie es in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben ist, das übersinnliche Wissen sich auf geistige Art erwerben muß, damit der Körper, in den dann die Gesundheit hineinstrahlen muß, nicht mit der Krankheit reagiert. Man versteht unser Zeitalter in seinen äußeren und inneren Erscheinungen nur, wenn man dies ins Auge fassen kann. Das entwickelt sich natürlich langsam und allmählich. Und für denjenigen Menschen, der nicht dumpf, wie schlafend die wichtigsten Dinge seines Zeitalters verträumen will, sondern der selbstbewußt, wachend leben will, für ihn geziemt es sich, in unserer Zeit schon darauf aufzumerken, was ins Leben herein will. In voller Art wird dies erst in der Mitte des 3. Jahrtausends hereinkommen. Aber nach und nach will es herein, und die Menschheit muß jetzt alles bewußt machen, muß bewußt vorbereiten, was da herein will. Man muß das Leben beobachten lernen; dann zeigt sich auch in den äußeren Erscheinungen — zunächst in den Erscheinungen des Menschenlebens — eine oberflächliche Anschauung, daß es wahr ist, was“ich jetzt gesagt habe. In der groben Gehirnentwickelung, die heute zumeist das Normale der Menschheit ist, geht ja nicht leicht dasjenige auf, was sinngemäß erworben werden muß, so wie wir es in der Geisteswissenschaft schildern. Aber ich möchte sagen: Auf tragische Weise sieht man gewissermaßen, was unbekannte Mächte — von denen ich im nächsten Vortrage sprechen werde — von der Menschheit eigentlich wollen. Es gibt in der Gegenwart gewisse krankhafte Naturen, deshalb sagte ich, auf tragische Weise; sie sind krankhaft für die Gegenwart; trotzdem kündigt sich an ihnen mancherlei an, was den Menschen in gesunden Tagen der Zukunft treffen wird.
[ 21 ] Ich habe öfter den Namen eines sehr merkwürdigen Menschen der Gegenwart ausgesprochen, der wirklich in seinem Leben zwischen Gesundheit und Krankheit hin und her pendelte: Orzo Weininger, der das merkwürdige Buch «Geschlecht und Charakter» geschrieben hat. Es ist ja der ganze Weininger ein höchst merkwürdiger Mensch. Stellen Sie sich einen Menschen vor, der aus dem ersten Kapitel dieses genannten Buches im Anfang seiner Zwanzigerjahre seine Dissertation macht, dieses Buches, über das einzelne ebenso in Begeisterung gekommen sind, wie andere sich an ihm geärgert haben — beides nicht begründet, sondern etwas anderes, Objektives wäre vonnöten gewesen. Dann immer mehr und mehr ein ganz merkwürdiges SichHineinleben in die in «Geschlecht und Charakter» angeschlagenen Probleme. Er macht dann eine Reise nach Italien, notiert seine Erlebnisse auf, und sieht ganz andere Dinge, als andere Menschen in Italien sehen. Ich muß bei vielem in diesem Italienischen Tagebuche Weiningers ganz Merkwürdiges sehen. Sie wissen, ich schildere manches, was man nur in Imaginationen schildern kann: aus der atlantischen Zeit, aus der lemurischen Zeit, und wie es ausgesehen hat in Zeiten, die heute nicht mehr mit dem äußeren, auch nicht mit dem historischen Bewußtsein zu verfolgen sind. Dabei muß man gewisse Vorstellungen und Begriffe gebrauchen, um das, was man so in Begriffen schildert, vor das menschliche Bewußtsein hinzustellen. Wenn ich nun die Notizen Weiningers lese, kommt mir manches vor wie eine gelungene, künstlerische Karikatur der Wahrheit. Es ist überhaupt dieses Weininger-Leben ein merkwürdiges. Dreiundzwanzig Jahre war er alt, da trifft ihn ein Gedanke, der ihn furchtbar hypnotisiert: daß er sich selbst morden müsse, weil er sonst einen andern morden müsse, derGedanke, daß ein Mörder, ein Verbrecher in seiner Seele ruht. Eine Erscheinung, die man okkult sehr gut erklären kann. Dabei mischt sich in diesem Leben ein Großes, Exaktes gleich mit Koketterie. Er verläßt sein Elternhaus, nimmt sich ein Zimmer im Beethoven-Haus in Wien, bewohnt es eine Nacht, und am Morgen erschießt er sich.
[ 21 ] Ich habe öfter den Namen eines sehr merkwürdigen Menschen der Gegenwart ausgesprochen, der wirklich in seinem Leben zwischen Gesundheit und Krankheit hin und her pendelte: Orzo Weininger, der das merkwürdige Buch «Geschlecht und Charakter» geschrieben hat. Es ist ja der ganze Weininger ein höchst merkwürdiger Mensch. Stellen Sie sich einen Menschen vor, der aus dem ersten Kapitel dieses genannten Buches im Anfang seiner Zwanzigerjahre seine Dissertation macht, dieses Buches, über das einzelne ebenso in Begeisterung gekommen sind, wie andere sich an ihm geärgert haben — beides nicht begründet, sondern etwas anderes, Objektives wäre vonnöten gewesen. Dann immer mehr und mehr ein ganz merkwürdiges SichHineinleben in die in «Geschlecht und Charakter» angeschlagenen Probleme. Er macht dann eine Reise nach Italien, notiert seine Erlebnisse auf, und sieht ganz andere Dinge, als andere Menschen in Italien sehen. Ich muß bei vielem in diesem Italienischen Tagebuche Weiningers ganz Merkwürdiges sehen. Sie wissen, ich schildere manches, was man nur in Imaginationen schildern kann: aus der atlantischen Zeit, aus der lemurischen Zeit, und wie es ausgesehen hat in Zeiten, die heute nicht mehr mit dem äußeren, auch nicht mit dem historischen Bewußtsein zu verfolgen sind. Dabei muß man gewisse Vorstellungen und Begriffe gebrauchen, um das, was man so in Begriffen schildert, vor das menschliche Bewußtsein hinzustellen. Wenn ich nun die Notizen Weiningers lese, kommt mir manches vor wie eine gelungene, künstlerische Karikatur der Wahrheit. Es ist überhaupt dieses Weininger-Leben ein merkwürdiges. Dreiundzwanzig Jahre war er alt, da trifft ihn ein Gedanke, der ihn furchtbar hypnotisiert: daß er sich selbst morden müsse, weil er sonst einen andern morden müsse, derGedanke, daß ein Mörder, ein Verbrecher in seiner Seele ruht. Eine Erscheinung, die man okkult sehr gut erklären kann. Dabei mischt sich in diesem Leben ein Großes, Exaktes gleich mit Koketterie. Er verläßt sein Elternhaus, nimmt sich ein Zimmer im Beethoven-Haus in Wien, bewohnt es eine Nacht, und am Morgen erschießt er sich.
[ 22 ] Diese Seele hat das Eigentümliche, daß sie nie ganz mit dem Leibe verbunden war. Für den äußeren Psychiater war Weininger Hysteriker; für den, der die Sachen durchschaut, war es so, daß ein unregelmäßiger Zusammenhang zwischen seinem Geistig-Seelischen und seinem Physisch-Leiblichen vorhanden war. Was sonst normal ist, daß das Geistig-Seelische mit dem Einschlafen aus dem Physisch-Leiblichen herausgeht und mit dem Aufwachen wieder mit ihm zusammenkommt, das war bei Weininger anders. Ich könnte Ihnen die Stellen anführen, aus denen hervorgeht, wie zuzeiten das Geistig-Seelische aus dem Physisch-Leiblichen ein bißchen heraus ist, dann wieder rasch untertaucht, und im Untertauchen leuchtet ihm ein Gedanke auf, den er dann aufschreibt, oft in einer trockenen Weise; aber im Untertauchen wird er eben imaginativ und sehr merkwürdig. So erscheint dem, der die Sache durchschaut, was unregelmäßiger Zusammenhang ist des Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Leiblichen, und in diesen unregelmäßigen Zusammenhang tritt auf merkwürdige Weise, aber in ganz besonderer Art, ein Wissen ein, das die Menschheit in der Zukunft wird haben müssen. Denken Sie sich: In einem Menschen, der ja für einen ganz grobklotzigen Psychiater Hysteriker ist, tritt ein Wissen auf, das die Menschheit in der Zukunft wird haben müssen, aber nun auch karikiert. Sie können sich nach dem, was ich heute gesagt habe, leicht vorstellen, daß durch irgendwelche Abnormitäten etwas wie Vorzügler einer Zukunft — wie es Nachzügler der Vergangenheit gibt — unter uns erscheinen, einer Zukunft, wo die Menschen werden wissen müssen von wiederholten Erdenleben, von Karma und vom Träumen des Karma. Und weil solche Menschen als Vorzügler solcher künftigen Zeiten auftreten, deshalb heilt das Wissen den Organismus nicht, sondern macht ihn krankhaft. Dann wird in einer etwas karikierten Weise mit Hilfe des krankhaften Organismus das herauskommen, was einstmals ein Wissen der Menschheit werden wird. Nehmen Sie zum Beispiel eine Stelle wie die folgende aus dem Buche «Über die letzten Dinge» von Weininger, herausgegeben von seinem Freund Rappaport: «Aus unserem Zustand vor der Geburt ist vielleicht darum keine Erinnerung möglich, weil wir so tief gesunken sind durch die Geburt: wir haben das Bewußtsein verloren, und gänzlich triebartig geboren zu werden verlangt, ohne vernünftigen Entschluß und ohne Wissen, und darum wissen wir gar nichts von dieser Vergangenheit.»
[ 22 ] Diese Seele hat das Eigentümliche, daß sie nie ganz mit dem Leibe verbunden war. Für den äußeren Psychiater war Weininger Hysteriker; für den, der die Sachen durchschaut, war es so, daß ein unregelmäßiger Zusammenhang zwischen seinem Geistig-Seelischen und seinem Physisch-Leiblichen vorhanden war. Was sonst normal ist, daß das Geistig-Seelische mit dem Einschlafen aus dem Physisch-Leiblichen herausgeht und mit dem Aufwachen wieder mit ihm zusammenkommt, das war bei Weininger anders. Ich könnte Ihnen die Stellen anführen, aus denen hervorgeht, wie zuzeiten das Geistig-Seelische aus dem Physisch-Leiblichen ein bißchen heraus ist, dann wieder rasch untertaucht, und im Untertauchen leuchtet ihm ein Gedanke auf, den er dann aufschreibt, oft in einer trockenen Weise; aber im Untertauchen wird er eben imaginativ und sehr merkwürdig. So erscheint dem, der die Sache durchschaut, was unregelmäßiger Zusammenhang ist des Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Leiblichen, und in diesen unregelmäßigen Zusammenhang tritt auf merkwürdige Weise, aber in ganz besonderer Art, ein Wissen ein, das die Menschheit in der Zukunft wird haben müssen. Denken Sie sich: In einem Menschen, der ja für einen ganz grobklotzigen Psychiater Hysteriker ist, tritt ein Wissen auf, das die Menschheit in der Zukunft wird haben müssen, aber nun auch karikiert. Sie können sich nach dem, was ich heute gesagt habe, leicht vorstellen, daß durch irgendwelche Abnormitäten etwas wie Vorzügler einer Zukunft — wie es Nachzügler der Vergangenheit gibt — unter uns erscheinen, einer Zukunft, wo die Menschen werden wissen müssen von wiederholten Erdenleben, von Karma und vom Träumen des Karma. Und weil solche Menschen als Vorzügler solcher künftigen Zeiten auftreten, deshalb heilt das Wissen den Organismus nicht, sondern macht ihn krankhaft. Dann wird in einer etwas karikierten Weise mit Hilfe des krankhaften Organismus das herauskommen, was einstmals ein Wissen der Menschheit werden wird. Nehmen Sie zum Beispiel eine Stelle wie die folgende aus dem Buche «Über die letzten Dinge» von Weininger, herausgegeben von seinem Freund Rappaport: «Aus unserem Zustand vor der Geburt ist vielleicht darum keine Erinnerung möglich, weil wir so tief gesunken sind durch die Geburt: wir haben das Bewußtsein verloren, und gänzlich triebartig geboren zu werden verlangt, ohne vernünftigen Entschluß und ohne Wissen, und darum wissen wir gar nichts von dieser Vergangenheit.»
[ 23 ] Das eine ist da klar, wenn auch das Wissen, das da aufgeleuchtet ist, karikiert ist, daß jemand dieses Wissen wieder hinschreibt, wo es ihm eine absolute Gewißheit wurde: Da bin ich durch meine Geburt durchgegangen aus einem Zustande eines geistigen Lebens, den ich vorher verbracht habe. — Wenn das jemand hingeschrieben hätte, im 10. oder 12. Jahrhundert vor Christi Geburt oder noch im Zeitalter des Origenes, so brauchte man sich nicht zu verwundern; aber in unserer Zeit schreibt einer das in seiner von Gefühlen durchtränkten Art nieder; da ist es etwas, was unmittelbar im Bewußtsein aufleuchtet, nicht etwas Theoretisiertes.
[ 23 ] Das eine ist da klar, wenn auch das Wissen, das da aufgeleuchtet ist, karikiert ist, daß jemand dieses Wissen wieder hinschreibt, wo es ihm eine absolute Gewißheit wurde: Da bin ich durch meine Geburt durchgegangen aus einem Zustande eines geistigen Lebens, den ich vorher verbracht habe. — Wenn das jemand hingeschrieben hätte, im 10. oder 12. Jahrhundert vor Christi Geburt oder noch im Zeitalter des Origenes, so brauchte man sich nicht zu verwundern; aber in unserer Zeit schreibt einer das in seiner von Gefühlen durchtränkten Art nieder; da ist es etwas, was unmittelbar im Bewußtsein aufleuchtet, nicht etwas Theoretisiertes.
[ 24 ] Ich könnte viele solcher Erscheinungen anführen. Was zeigen diese Erscheinungen? Nichts anderes, als daß sich dieses übersinnliche Wissen, das jetzt in die Menschennatur herein will, ankündigt; und weil es auf dem Wege anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft noch nicht gesucht wird, kommt es in Kataklysmen herein, kommt so herein, daß es die menschliche Natur erschüttert, sie krankhaft macht in dem Grade, wie es die Person Weiningers krank machte. Ich sage krank, wobei ich nichts Philiströses verstehe, sondern eben nur das äußerlich Tatsächliche, daß es in der Tat etwas Krankhaftes hat, wenn sich ein Mensch mit dreiundzwanzig Jahren erschießt, weil er in sich einen verborgenen Mörder findet und sich durch den Selbstmord retten will vor dem Mord.
[ 24 ] Ich könnte viele solcher Erscheinungen anführen. Was zeigen diese Erscheinungen? Nichts anderes, als daß sich dieses übersinnliche Wissen, das jetzt in die Menschennatur herein will, ankündigt; und weil es auf dem Wege anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft noch nicht gesucht wird, kommt es in Kataklysmen herein, kommt so herein, daß es die menschliche Natur erschüttert, sie krankhaft macht in dem Grade, wie es die Person Weiningers krank machte. Ich sage krank, wobei ich nichts Philiströses verstehe, sondern eben nur das äußerlich Tatsächliche, daß es in der Tat etwas Krankhaftes hat, wenn sich ein Mensch mit dreiundzwanzig Jahren erschießt, weil er in sich einen verborgenen Mörder findet und sich durch den Selbstmord retten will vor dem Mord.
[ 25 ] Man könnte es an hundert, an tausend Beispielen zeigen: Dieses Wissen will herein! Und es wäre gut, wenn möglichst viele Menschen darauf kommen würden, daß es so ist. In den Unterbewußtseinen der Menschen ist ungeheuer weit verbreitet die Sehnsucht nach solchem Wissen vorhanden. Äußere Mächte, die ich öfter schon charakterisiert habe, halten das Wissen zurück. Wir müssen gar sehr berücksichtigen, was aus der Bemerkung hervorgeht, die ich am Schlusse meines Aufsatzes über Christian Rosenkrentz in der Zeitschrift «Das Reich» gemacht habe. Wir sollten berücksichtigen, was sich im 17. Jahrhundert, eigentlich schon seit dem 15. Jahrhundert, ankündigte, wenn es auch immer lauter und lauter wird. Jetzt aber muß man auf dem Wege des gewöhnlichen wissenschaftlichen Formulierens zu den Zeitgenossen darüber sprechen. Damals jedoch kam es auf die Weise, die ich im letzten «Reich» charakterisiert habe, wo ich zeigte, daß dieser Johann Valentin Andreae die «Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreutz» niedergeschrieben hat. Nun hat das den Philologen viel Kopfzerbrechen gemacht: dieser Johann Valentin Andreae schreibt die «Chymische Hochzeit» nieder, in der eigentlich ein tiefes, okkultes Wissen verborgen ist, und nachher benimmt er sich eigentlich sehr merkwürdig. Er kommt nicht nur darauf, an gewissen Worten zu deuteln, die er gesprochen hat in bezug auf Schriften, die in der Zeit von ihm geschrieben wurden, als er die «Chymische Hochzeit» niedergeschrieben hatte, sondern er zeigt sich, trotzdem er dieses Große niedergeschrieben hat, als ein Mensch, von dem man genau angeben kann: Er versteht nichts von dem, was er geschrieben hat. Der pietistische Pastor, der nachher allerlei anderes geschrieben hat, versteht nichts von der «Chymischen Hochzeit» und auch nichts von den andern Schriften, die er gleichzeitig verfaßt hat. Er war erst siebzehn Jahre alt, als er die «Chymische Hochzeit» schrieb. Nun ist er nicht anders geworden, er ist immer gleich geblieben, nur eine ganz andere Macht hat in ihn hineingesprochen. Die Philologen zerbrechen sich die Köpfe und vergleichen allerlei Briefstellen. Seine Hand hat es niedergeschrieben, sein Körper ist dabeigesessen, aber durch seinen Menschen hat eben eine geistige Macht, die damals nicht auf der Erde inkarniert war, dies der Menschheit verkündigen wollen, in der Art, wie es damals verkündigt worden ist.
[ 25 ] Man könnte es an hundert, an tausend Beispielen zeigen: Dieses Wissen will herein! Und es wäre gut, wenn möglichst viele Menschen darauf kommen würden, daß es so ist. In den Unterbewußtseinen der Menschen ist ungeheuer weit verbreitet die Sehnsucht nach solchem Wissen vorhanden. Äußere Mächte, die ich öfter schon charakterisiert habe, halten das Wissen zurück. Wir müssen gar sehr berücksichtigen, was aus der Bemerkung hervorgeht, die ich am Schlusse meines Aufsatzes über Christian Rosenkrentz in der Zeitschrift «Das Reich» gemacht habe. Wir sollten berücksichtigen, was sich im 17. Jahrhundert, eigentlich schon seit dem 15. Jahrhundert, ankündigte, wenn es auch immer lauter und lauter wird. Jetzt aber muß man auf dem Wege des gewöhnlichen wissenschaftlichen Formulierens zu den Zeitgenossen darüber sprechen. Damals jedoch kam es auf die Weise, die ich im letzten «Reich» charakterisiert habe, wo ich zeigte, daß dieser Johann Valentin Andreae die «Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreutz» niedergeschrieben hat. Nun hat das den Philologen viel Kopfzerbrechen gemacht: dieser Johann Valentin Andreae schreibt die «Chymische Hochzeit» nieder, in der eigentlich ein tiefes, okkultes Wissen verborgen ist, und nachher benimmt er sich eigentlich sehr merkwürdig. Er kommt nicht nur darauf, an gewissen Worten zu deuteln, die er gesprochen hat in bezug auf Schriften, die in der Zeit von ihm geschrieben wurden, als er die «Chymische Hochzeit» niedergeschrieben hatte, sondern er zeigt sich, trotzdem er dieses Große niedergeschrieben hat, als ein Mensch, von dem man genau angeben kann: Er versteht nichts von dem, was er geschrieben hat. Der pietistische Pastor, der nachher allerlei anderes geschrieben hat, versteht nichts von der «Chymischen Hochzeit» und auch nichts von den andern Schriften, die er gleichzeitig verfaßt hat. Er war erst siebzehn Jahre alt, als er die «Chymische Hochzeit» schrieb. Nun ist er nicht anders geworden, er ist immer gleich geblieben, nur eine ganz andere Macht hat in ihn hineingesprochen. Die Philologen zerbrechen sich die Köpfe und vergleichen allerlei Briefstellen. Seine Hand hat es niedergeschrieben, sein Körper ist dabeigesessen, aber durch seinen Menschen hat eben eine geistige Macht, die damals nicht auf der Erde inkarniert war, dies der Menschheit verkündigen wollen, in der Art, wie es damals verkündigt worden ist.
[ 26 ] Dann kam der Dreißigjährige Krieg, der vieles von dem begraben hat, was damals in die Menschheit hereinkommen sollte. Man hätte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verstehen sollen, was man nicht verstanden hat, was man gerade begraben hat. Hingeschrieben war die «Chymische Hochzeit» schon von dem, der sich äußerlich Johann Valentin Andreae geschrieben hat, 1603 war sie nachweisbar schon niedergeschrieben; man ist darauf nicht eingegangen, denn 1618 begann der Dreißigjährige Krieg. Bevor Kriege beginnen, geschehen manchmal solche Dinge. Dann ist es das Richtige, in den Zeichen der Zeit zu lesen, daß man weiß: Es muß das, was als Keim gelegt, auch Blüten und Früchte tragen!
[ 26 ] Dann kam der Dreißigjährige Krieg, der vieles von dem begraben hat, was damals in die Menschheit hereinkommen sollte. Man hätte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verstehen sollen, was man nicht verstanden hat, was man gerade begraben hat. Hingeschrieben war die «Chymische Hochzeit» schon von dem, der sich äußerlich Johann Valentin Andreae geschrieben hat, 1603 war sie nachweisbar schon niedergeschrieben; man ist darauf nicht eingegangen, denn 1618 begann der Dreißigjährige Krieg. Bevor Kriege beginnen, geschehen manchmal solche Dinge. Dann ist es das Richtige, in den Zeichen der Zeit zu lesen, daß man weiß: Es muß das, was als Keim gelegt, auch Blüten und Früchte tragen!
[ 27 ] Das gehört zu dem, was ich jetzt andeutete, was aus den Zeichen der Zeit unseres so katastrophalen Zeitalters gelesen werden muß. Davon nächste Woche weiter.
[ 27 ] Das gehört zu dem, was ich jetzt andeutete, was aus den Zeichen der Zeit unseres so katastrophalen Zeitalters gelesen werden muß. Davon nächste Woche weiter.
