Death as a Transformation of Life
GA 182
10 February 1918, Nuremberg
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Der Tod als Lebenswandlung
2. Der Tod als Lebenswandlung
2. Der Tod als Lebenswandlung
[ 1 ] In den Betrachtungen, die wir anstellen auf dem Gebiete unserer Geisteswissenschaft, liegt manches, das wir im alltäglichen Leben vielleicht nicht ganz unmittelbar anwenden können, von dem wir uns vielleicht sagen, daß es dem alltäglichen Leben ferne liegt. Aber das ist nur scheinbar. Dasjenige, was wir über die Geheimnisse der geistigen Welt in unser Wissen aufnehmen, das hat immer, zu jeder Stunde, in jedem Augenblicke, eine starke und tiefe Bedeutung für unsere Seele. Und was uns persönlich ferner zu liegen scheint, das ist manchmal gerade sehr nahe dem, was unsere Seele in ihrem Innersten braucht. Bei der physisch-sinnlichen Welt, da kommt es darauf an, daß wir uns mit ihr bekannt machen, um ihren Inhalt kennenzulernen. Bei der geistigen Welt kommt es im wesentlichen darauf an, dafS wir dasjenige, was sie uns an Gedanken, an Vorstellungen gibt, selber durchdenken, selber vorstellen; dann arbeiten in unserer Seele manchmal ganz unbewußt diese Gedanken. Und dasjenige, woran die Seele dann arbeitet, kann uns scheinbar recht ferne liegen; es wird gerade dem Höheren in unserer Seele in Wirklichkeit recht naheliegen können.
[ 1 ] In den Betrachtungen, die wir anstellen auf dem Gebiete unserer Geisteswissenschaft, liegt manches, das wir im alltäglichen Leben vielleicht nicht ganz unmittelbar anwenden können, von dem wir uns vielleicht sagen, daß es dem alltäglichen Leben ferne liegt. Aber das ist nur scheinbar. Dasjenige, was wir über die Geheimnisse der geistigen Welt in unser Wissen aufnehmen, das hat immer, zu jeder Stunde, in jedem Augenblicke, eine starke und tiefe Bedeutung für unsere Seele. Und was uns persönlich ferner zu liegen scheint, das ist manchmal gerade sehr nahe dem, was unsere Seele in ihrem Innersten braucht. Bei der physisch-sinnlichen Welt, da kommt es darauf an, daß wir uns mit ihr bekannt machen, um ihren Inhalt kennenzulernen. Bei der geistigen Welt kommt es im wesentlichen darauf an, dafS wir dasjenige, was sie uns an Gedanken, an Vorstellungen gibt, selber durchdenken, selber vorstellen; dann arbeiten in unserer Seele manchmal ganz unbewußt diese Gedanken. Und dasjenige, woran die Seele dann arbeitet, kann uns scheinbar recht ferne liegen; es wird gerade dem Höheren in unserer Seele in Wirklichkeit recht naheliegen können.
[ 2 ] Und so wollen wir denn heute uns beschäftigen mit einer Betrachtung, die wir von gewissen Gesichtspunkten aus öfter schon angestellt haben, die wir aber heute wiederum von einem anderen Gesichtspunkte aus anstellen werden. Wir wollen uns beschäftigen mit dem, was uns, was dem Menschen überhaupt im physischen Leben scheinbar so ferne steht, mit dem Leben, das da verfließt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und ich möchte gerade heute einiges, das wir ja, nachdem wir durch mancherlei gut vorbereitet sind, in richtiger Weise verstehen können, in schlichter Weise einfach erzählen, so wie es sich der Geistesforschung ergibt. Einsehen, verstehen kann man die Dinge, wenn man sie immer wieder und wiederum von neuem durchdenkt; durch ihre eigene Kraft machen sie sich in der Seele verständlich. Und derjenige, der sie nicht versteht, der sollte eigentlich zunächst überzeugt sein davon, daß er sie noch nicht oft genug in seiner Seele durchdacht hat. Erforscht werden müssen sie durch Geisteswissenschaft, verstanden werden sie, wenn man sie oft und oft wiederum in der Seele durchnimmt. Sie werden sich dann namentlich bekräftigen an den Tatsachen, die uns im Leben entgegentreten, wenn wir dieses Leben nur genau betrachten, sie werden sich an den Tatsachen des Lebens erhärten.
[ 2 ] Und so wollen wir denn heute uns beschäftigen mit einer Betrachtung, die wir von gewissen Gesichtspunkten aus öfter schon angestellt haben, die wir aber heute wiederum von einem anderen Gesichtspunkte aus anstellen werden. Wir wollen uns beschäftigen mit dem, was uns, was dem Menschen überhaupt im physischen Leben scheinbar so ferne steht, mit dem Leben, das da verfließt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und ich möchte gerade heute einiges, das wir ja, nachdem wir durch mancherlei gut vorbereitet sind, in richtiger Weise verstehen können, in schlichter Weise einfach erzählen, so wie es sich der Geistesforschung ergibt. Einsehen, verstehen kann man die Dinge, wenn man sie immer wieder und wiederum von neuem durchdenkt; durch ihre eigene Kraft machen sie sich in der Seele verständlich. Und derjenige, der sie nicht versteht, der sollte eigentlich zunächst überzeugt sein davon, daß er sie noch nicht oft genug in seiner Seele durchdacht hat. Erforscht werden müssen sie durch Geisteswissenschaft, verstanden werden sie, wenn man sie oft und oft wiederum in der Seele durchnimmt. Sie werden sich dann namentlich bekräftigen an den Tatsachen, die uns im Leben entgegentreten, wenn wir dieses Leben nur genau betrachten, sie werden sich an den Tatsachen des Lebens erhärten.
[ 3 ] Zunächst möchte ich sagen — was ja aus verschiedenen unserer Zyklen und aus sonstigen Betrachtungen hervorgeht —, daß eine Schwierigkeit vorliegt, wenn wir das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt betrachten, eine Schwierigkeit, die darin besteht, daß dieses Leben ganz, ganz anders ist als dasjenige, was man sich hier innerhalb der physischen Welt durch die Organe des physischen Leibes vorstellen kann. Man muß sich bekanntmachen mit ganz, ganz anderen Vorstellungen.
[ 3 ] Zunächst möchte ich sagen — was ja aus verschiedenen unserer Zyklen und aus sonstigen Betrachtungen hervorgeht —, daß eine Schwierigkeit vorliegt, wenn wir das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt betrachten, eine Schwierigkeit, die darin besteht, daß dieses Leben ganz, ganz anders ist als dasjenige, was man sich hier innerhalb der physischen Welt durch die Organe des physischen Leibes vorstellen kann. Man muß sich bekanntmachen mit ganz, ganz anderen Vorstellungen.
[ 4 ] Wenn wir hier auf dem physischen Plan in ein Verhältnis kommen zu den Dingen, die in unserer Umgebung sind, so wissen wir, daß nur ein kleiner Teil dieser Wesen, die uns in der physischen Welt umgeben, zu unserem eigenen Handeln, zu unseren eigenen Willensäußerungen sich so verhält, daß wir sagen können: Unsere eigenen Willensäußerungen machen dem, was in unserer Umgebung ist, Lust oder Leid. — Wir können das bezüglich desjenigen Teiles unserer physischen Umgebung sagen, den wir zum Reiche der Tiere, zum Reiche der Menschen zählen. Dagegen sind wir zunächst wir wissen, daß das etwas anderes ist, wenn wir die Sache geistig betrachten, aber darauf kommt es jetzt nicht an — mit vollem Rechte davon überzeugt, daß die ganze mineralische Natur einschließlich alles dessen, was in Luft und Wasser ist, und auch im wesentlichen die pflanzliche Natur, unempfänglich sind für dasjenige, was wir Lust und Leid nennen, wenn Handlungen von uns selber ausgehen.
[ 4 ] Wenn wir hier auf dem physischen Plan in ein Verhältnis kommen zu den Dingen, die in unserer Umgebung sind, so wissen wir, daß nur ein kleiner Teil dieser Wesen, die uns in der physischen Welt umgeben, zu unserem eigenen Handeln, zu unseren eigenen Willensäußerungen sich so verhält, daß wir sagen können: Unsere eigenen Willensäußerungen machen dem, was in unserer Umgebung ist, Lust oder Leid. — Wir können das bezüglich desjenigen Teiles unserer physischen Umgebung sagen, den wir zum Reiche der Tiere, zum Reiche der Menschen zählen. Dagegen sind wir zunächst wir wissen, daß das etwas anderes ist, wenn wir die Sache geistig betrachten, aber darauf kommt es jetzt nicht an — mit vollem Rechte davon überzeugt, daß die ganze mineralische Natur einschließlich alles dessen, was in Luft und Wasser ist, und auch im wesentlichen die pflanzliche Natur, unempfänglich sind für dasjenige, was wir Lust und Leid nennen, wenn Handlungen von uns selber ausgehen.
[ 5 ] In der Umgebung, in welcher der sogenannte Tote ist, ist das nicht so. In dieser Umgebung, in der der sogenannte Tote ist, da ist alles, was zu dieser Umgebung gehört, so, daß, was auch der Tote tut, es in der Umgebung entweder Lust oder Leid erweckt. Der Tote kann überhaupt gar nichts tun, er kann gar nicht, wenn ich mich bildlich ausdrücken will, seine Glieder rühren, ohne daß in dieser Umgebung Lust oder Leid durch das, was er tut, erweckt wird.
[ 5 ] In der Umgebung, in welcher der sogenannte Tote ist, ist das nicht so. In dieser Umgebung, in der der sogenannte Tote ist, da ist alles, was zu dieser Umgebung gehört, so, daß, was auch der Tote tut, es in der Umgebung entweder Lust oder Leid erweckt. Der Tote kann überhaupt gar nichts tun, er kann gar nicht, wenn ich mich bildlich ausdrücken will, seine Glieder rühren, ohne daß in dieser Umgebung Lust oder Leid durch das, was er tut, erweckt wird.
[ 6 ] Da muß man sich nur richtig hineinversetzen. Man muß aufnehmen diesen Gedanken, daß das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt eben so beschaffen ist, daß alles in der Umgebung dieses Echo hervorruft, alles, was wir tun; daß wir in der ganzen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt immer davor stehen, daß wir nichts tun können, daß wir, wie gesagt, bildlich gesprochen, nicht einmal uns rühren können, ohne Lust oder Leid in unserer Umgebung hervorzurufen. Denn dasjenige, was wir hier auf dem physischen Plane als Mineralreich in unserer Umgebung haben, das gibt es nicht für den Toten. Ebenso gibt es nicht unser gewöhnliches Pflanzenreich. Diese Reiche sind, wie Sie aus meiner «Theosophie» entnehmen können, in ganz anderer Form da vorhanden. So, wie sie hier sind, gewissermaßen als fühllose Reiche, sind sie nicht in der geistigen Welt vorhanden. Das erste Reich von denjenigen, die hier auf dem physischen Plane sind, das für den Toten eine gewisse Bedeutung hat dadurch, daß man es vergleichen kann mit dem, was der Tote in seiner Umgebung hat, ist das Tierreich. Nur natürlich nicht die einzelnen Tiere, die hier auf dem physischen Plane sind, sondern die ganze Umgebung ist so, daß sie wirkt, wie die Tiere wirken. Die ganze Umgebung reagiert so, daß Lust oder Leid von dem ausgeht, was man tut. Nun, wir hier auf dem physischen Plane, wir stehen auf mineralischem Boden; der Tote steht auf einem Boden, lebt in einer Umgebung, die wir in diesem Sinne tierisch nennen können. Er lebt also von vorneherein um zwei Reiche höher. Das ganze Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt besteht in bezug auf seine alleräußerste Betätigung in dem Kennenlernen [des Tierreichs]; nicht so, wie wir hier das Tierreich kennenlernen — wir lernen es ja nur außen, von der Außenseite kennen —; das ganze Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt besteht darin, daß man die tierische Welt als solche genauer und immer genauer kennenlernt. Denn in diesem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt muß man vorbereiten alle diejenigen Kräfte, die aus dem Kosmos herein unseren eigenen Leib durchorganisieren, wovon wir hier in der physischen Welt gar nichts wissen. Wie unser Leib bis in seine kleinsten Teile aus dem Kosmos heraus gebildet wird, das weiß man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Denn man bereitet gewissermaßen als die Summe alles Tierischen diesen physischen Leib vor. Man baut ihn selber auf.
[ 6 ] Da muß man sich nur richtig hineinversetzen. Man muß aufnehmen diesen Gedanken, daß das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt eben so beschaffen ist, daß alles in der Umgebung dieses Echo hervorruft, alles, was wir tun; daß wir in der ganzen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt immer davor stehen, daß wir nichts tun können, daß wir, wie gesagt, bildlich gesprochen, nicht einmal uns rühren können, ohne Lust oder Leid in unserer Umgebung hervorzurufen. Denn dasjenige, was wir hier auf dem physischen Plane als Mineralreich in unserer Umgebung haben, das gibt es nicht für den Toten. Ebenso gibt es nicht unser gewöhnliches Pflanzenreich. Diese Reiche sind, wie Sie aus meiner «Theosophie» entnehmen können, in ganz anderer Form da vorhanden. So, wie sie hier sind, gewissermaßen als fühllose Reiche, sind sie nicht in der geistigen Welt vorhanden. Das erste Reich von denjenigen, die hier auf dem physischen Plane sind, das für den Toten eine gewisse Bedeutung hat dadurch, daß man es vergleichen kann mit dem, was der Tote in seiner Umgebung hat, ist das Tierreich. Nur natürlich nicht die einzelnen Tiere, die hier auf dem physischen Plane sind, sondern die ganze Umgebung ist so, daß sie wirkt, wie die Tiere wirken. Die ganze Umgebung reagiert so, daß Lust oder Leid von dem ausgeht, was man tut. Nun, wir hier auf dem physischen Plane, wir stehen auf mineralischem Boden; der Tote steht auf einem Boden, lebt in einer Umgebung, die wir in diesem Sinne tierisch nennen können. Er lebt also von vorneherein um zwei Reiche höher. Das ganze Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt besteht in bezug auf seine alleräußerste Betätigung in dem Kennenlernen [des Tierreichs]; nicht so, wie wir hier das Tierreich kennenlernen — wir lernen es ja nur außen, von der Außenseite kennen —; das ganze Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt besteht darin, daß man die tierische Welt als solche genauer und immer genauer kennenlernt. Denn in diesem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt muß man vorbereiten alle diejenigen Kräfte, die aus dem Kosmos herein unseren eigenen Leib durchorganisieren, wovon wir hier in der physischen Welt gar nichts wissen. Wie unser Leib bis in seine kleinsten Teile aus dem Kosmos heraus gebildet wird, das weiß man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Denn man bereitet gewissermaßen als die Summe alles Tierischen diesen physischen Leib vor. Man baut ihn selber auf.
[ 7 ] Um diese Vorstellung genauer zu haben, muß man sich allerdings bekanntmachen mit einem Begriff, mit einer Idee, die der heutigen Menschheit ziemlich ferne liegt. Die heutige Menschheit ist zwar davon überzeugt, daß, wenn eine Magnetnadel die Nord-Südrichtung zeigt, also mit dem einen Ende nach Norden, mit dem anderen nach Süden zeigt, dies nicht aus der Magnetnadel selber heraus kommt, sondern daß die Erde als Ganzes ein kosmischer Magnet ist, dessen eine Spitze nach dem Süden, die andere nach dem Norden zielt, und man würde es als Torheit betrachten, wenn jemand behaupten wollte, nur durch Kräfte, die in der Magnetnadel selber liegen, würde diese Richtung hervorgebracht. Bei dem aber, was sich als Keim im tierischen oder menschlichen Wesen entwickelt, lehnt heute die ganze Wissenschaft und alles Denken die kosmische Einwirkung ab. Was man bei der Magnetnadel als Torheit bezeichnen würde, nimmt man dann an, wenn sich, sagen wir, im Huhn das Ei bildet. Aber wenn sich im Huhn das Ei bildet, ist tatsächlich der ganze Kosmos daran beteiligt; hier auf der Erde geschehen nur die Anregungen dazu. Alles das, was sich im Ei bildet, ist ein Abdruck der kosmischen Kräfte, und das Huhn selber — so ist es auch beim Menschen — ist nur eine Stätte, in der der Kosmos, das ganze Weltensystem das ausbildet. Damit muß man sich bekanntmachen. Und an diesem ganzen Kräftesystem, das da den Kosmos durchzieht, arbeitet der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in Gemeinschaft mit höheren Wesenheiten, mit Wesenheiten höherer Hierarchien, eben mit. Man arbeitet immer zwischen dem Tode und einer neuen Geburt; man ist nicht unbeschäftigt, da arbeitet man im Geistigen.
[ 7 ] Um diese Vorstellung genauer zu haben, muß man sich allerdings bekanntmachen mit einem Begriff, mit einer Idee, die der heutigen Menschheit ziemlich ferne liegt. Die heutige Menschheit ist zwar davon überzeugt, daß, wenn eine Magnetnadel die Nord-Südrichtung zeigt, also mit dem einen Ende nach Norden, mit dem anderen nach Süden zeigt, dies nicht aus der Magnetnadel selber heraus kommt, sondern daß die Erde als Ganzes ein kosmischer Magnet ist, dessen eine Spitze nach dem Süden, die andere nach dem Norden zielt, und man würde es als Torheit betrachten, wenn jemand behaupten wollte, nur durch Kräfte, die in der Magnetnadel selber liegen, würde diese Richtung hervorgebracht. Bei dem aber, was sich als Keim im tierischen oder menschlichen Wesen entwickelt, lehnt heute die ganze Wissenschaft und alles Denken die kosmische Einwirkung ab. Was man bei der Magnetnadel als Torheit bezeichnen würde, nimmt man dann an, wenn sich, sagen wir, im Huhn das Ei bildet. Aber wenn sich im Huhn das Ei bildet, ist tatsächlich der ganze Kosmos daran beteiligt; hier auf der Erde geschehen nur die Anregungen dazu. Alles das, was sich im Ei bildet, ist ein Abdruck der kosmischen Kräfte, und das Huhn selber — so ist es auch beim Menschen — ist nur eine Stätte, in der der Kosmos, das ganze Weltensystem das ausbildet. Damit muß man sich bekanntmachen. Und an diesem ganzen Kräftesystem, das da den Kosmos durchzieht, arbeitet der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in Gemeinschaft mit höheren Wesenheiten, mit Wesenheiten höherer Hierarchien, eben mit. Man arbeitet immer zwischen dem Tode und einer neuen Geburt; man ist nicht unbeschäftigt, da arbeitet man im Geistigen.
[ 8 ] Das erste Reich, mit dem man sich bekanntmacht, ist das tierische. Und daß man es richtig macht, das hängt im wesentlichen mit folgendem zusammen: Versucht man etwas falsch zu machen, so muß man gleich wahrnehmen den Schmerz, das Leid der Umgebung; macht man etwas richtig, nimmt man wahr Lust der Umgebung, Freude der Umgebung. Auf diese Weise arbeitet man sich durch, indem man Lust und Freude erzeugt; arbeitet sich so durch, daß man zuletzt das Seelische in solcher Art hat, daß es herabsteigen kann und zusammenstimmt mit dem, was auf der Erde als physischer Leib leben wird. Nie könnte das Seelische heruntersteigen, wenn es nicht selber gearbeitet hätte an der physischen Form. Das tierische Reich also ist dasjenige, mit dem man zuerst Bekanntschaft macht. Das nächste Reich ist das, was man hier als Menschenreich hat. Mineralisches und pflanzliches Reich bleiben zunächst weg. Beim Menschenreich ist es allerdings so, daß der Tote in einer gewissen Weise — man könnte sagen: mit Bezug auf die gewohnten Begriffe, die man hier hat — beschränkt ist in seiner Menschenbekanntschaft. Er kann nämlich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt — gleich nach dem Tode beginnt das oder bald nachher — eigentlich nur Beziehungen, Verhältnisse anknüpfen mit denjenigen Menschenseelen, gleichgültig, ob sie hier auf der Erde, oder ob sie auch schon drüben sind, mit denen er schon irgendwie auf der Erde in der letzten oder in früheren Inkarnationen karmisch verbunden war. Die anderen Seelen gehen an ihm vorüber, die nimmt er nicht wahr.
[ 8 ] Das erste Reich, mit dem man sich bekanntmacht, ist das tierische. Und daß man es richtig macht, das hängt im wesentlichen mit folgendem zusammen: Versucht man etwas falsch zu machen, so muß man gleich wahrnehmen den Schmerz, das Leid der Umgebung; macht man etwas richtig, nimmt man wahr Lust der Umgebung, Freude der Umgebung. Auf diese Weise arbeitet man sich durch, indem man Lust und Freude erzeugt; arbeitet sich so durch, daß man zuletzt das Seelische in solcher Art hat, daß es herabsteigen kann und zusammenstimmt mit dem, was auf der Erde als physischer Leib leben wird. Nie könnte das Seelische heruntersteigen, wenn es nicht selber gearbeitet hätte an der physischen Form. Das tierische Reich also ist dasjenige, mit dem man zuerst Bekanntschaft macht. Das nächste Reich ist das, was man hier als Menschenreich hat. Mineralisches und pflanzliches Reich bleiben zunächst weg. Beim Menschenreich ist es allerdings so, daß der Tote in einer gewissen Weise — man könnte sagen: mit Bezug auf die gewohnten Begriffe, die man hier hat — beschränkt ist in seiner Menschenbekanntschaft. Er kann nämlich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt — gleich nach dem Tode beginnt das oder bald nachher — eigentlich nur Beziehungen, Verhältnisse anknüpfen mit denjenigen Menschenseelen, gleichgültig, ob sie hier auf der Erde, oder ob sie auch schon drüben sind, mit denen er schon irgendwie auf der Erde in der letzten oder in früheren Inkarnationen karmisch verbunden war. Die anderen Seelen gehen an ihm vorüber, die nimmt er nicht wahr.
[ 9 ] Das Tierische nimmt er als ein Ganzes wahr; von den Menschenseelen nur diejenigen — immer genauer und genauer wird man mit ihnen bekannt —, mit denen er in karmische Beziehung getreten ist hier auf der Erde. Das ist nicht eine sehr kleine Anzahl von Menschen, das dürfen Sie nicht glauben, denn es sind viele Erdenleben für die einzelnen Menschen schon verflossen. Man hat in jedem Erdenleben eine ganze Menge karmischer Beziehungen angeknüpft; aus denen ist das Netz gesponnen, das dann drüben sich ausbreitet über unsere Bekanntschaft. Außer dem Kreise bleiben nur die Menschen, mit denen man nie Bekanntschaft gemacht hat. Daraus sehen Sie ein, was wichtig ist ins Auge zu fassen: Daß das Erdenleben im ganzen Weltenall für den Menschen seine allerintensivste Bedeutung hat. Würde das Erdenleben nicht durchlebt werden, so würden wir zu den Menschenseelen auch in der geistigen Welt keine Beziehungen anknüpfen können. Die Beziehungen werden hier auf der Erde karmisch angeknüpft, setzen sich dann fort zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Man kann sehen, wenn man in der Lage ist, in diese Welt hineinzuschauen, wie nach und nach der sogenannte Tote immer mehr und mehr Verbindungen anknüpft, die alle Verbindungen sind, die sich ergeben aus dem, was er karmisch hier auf der Erde angeknüpft hat.
[ 9 ] Das Tierische nimmt er als ein Ganzes wahr; von den Menschenseelen nur diejenigen — immer genauer und genauer wird man mit ihnen bekannt —, mit denen er in karmische Beziehung getreten ist hier auf der Erde. Das ist nicht eine sehr kleine Anzahl von Menschen, das dürfen Sie nicht glauben, denn es sind viele Erdenleben für die einzelnen Menschen schon verflossen. Man hat in jedem Erdenleben eine ganze Menge karmischer Beziehungen angeknüpft; aus denen ist das Netz gesponnen, das dann drüben sich ausbreitet über unsere Bekanntschaft. Außer dem Kreise bleiben nur die Menschen, mit denen man nie Bekanntschaft gemacht hat. Daraus sehen Sie ein, was wichtig ist ins Auge zu fassen: Daß das Erdenleben im ganzen Weltenall für den Menschen seine allerintensivste Bedeutung hat. Würde das Erdenleben nicht durchlebt werden, so würden wir zu den Menschenseelen auch in der geistigen Welt keine Beziehungen anknüpfen können. Die Beziehungen werden hier auf der Erde karmisch angeknüpft, setzen sich dann fort zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Man kann sehen, wenn man in der Lage ist, in diese Welt hineinzuschauen, wie nach und nach der sogenannte Tote immer mehr und mehr Verbindungen anknüpft, die alle Verbindungen sind, die sich ergeben aus dem, was er karmisch hier auf der Erde angeknüpft hat.
[ 10 ] Wenn man sagen kann, daß mit dem ersten Reiche, mit dem der sogenannte Tote in Berührung kommt, mit dem tierischen Reiche, es so ist, daß er alles, was er tut, wenn er sich nur rührt, in Lust oder Leid umsetzt in seiner Umgebung, so kann man in bezug auf alles das, was im menschlichen Reiche erlebt wird, sagen, daß der Tote noch viel inniger in Zusammenhang steht mit den Menschen im Seelenhaften. Da ist er selber drinnen. Eine Seele, mit der der Tote bekannt wird, lernt der Tote eben so kennen, als ob er selber in dieser Seele drinnen wäre. Nach dem Tode wird man mit einer Seele so bekannt, wie hier mit dem eigenen Finger oder mit dem Kopfe oder mit dem Ohr: man fühlt sich darinnen. Es ist ein viel intimerer Zusammenhang, als er hier auf der Erde sein kann. Und dieses sind die beiden Grunderlebnisse für das Zusammensein mit Menschenseelen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: daß man entweder drinnen ist in den Seelen oder draußen. Man ist auch bei denen, die man kennt, abwechselnd drinnen oder draußen. Das IhnenBegegnen, diesen Seelen, das besteht immer darinnen, daß man sich mit ihnen eins fühlt, daß man in ihnen drinnen ist. Das Draußensein bedeutet, daß man sie nicht beachtet. So wie man hier etwas anschaut: da nimmt man es wahr; wenn man wegschaut, da nimmt man es nicht mehr wahr. Dort ist man mit Bezug auf die Menschenseelen drinnen, wenn man imstande ist, die Aufmerksamkeit darauf zu wenden; man ist draußen, wenn man das nicht kann.
[ 10 ] Wenn man sagen kann, daß mit dem ersten Reiche, mit dem der sogenannte Tote in Berührung kommt, mit dem tierischen Reiche, es so ist, daß er alles, was er tut, wenn er sich nur rührt, in Lust oder Leid umsetzt in seiner Umgebung, so kann man in bezug auf alles das, was im menschlichen Reiche erlebt wird, sagen, daß der Tote noch viel inniger in Zusammenhang steht mit den Menschen im Seelenhaften. Da ist er selber drinnen. Eine Seele, mit der der Tote bekannt wird, lernt der Tote eben so kennen, als ob er selber in dieser Seele drinnen wäre. Nach dem Tode wird man mit einer Seele so bekannt, wie hier mit dem eigenen Finger oder mit dem Kopfe oder mit dem Ohr: man fühlt sich darinnen. Es ist ein viel intimerer Zusammenhang, als er hier auf der Erde sein kann. Und dieses sind die beiden Grunderlebnisse für das Zusammensein mit Menschenseelen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: daß man entweder drinnen ist in den Seelen oder draußen. Man ist auch bei denen, die man kennt, abwechselnd drinnen oder draußen. Das IhnenBegegnen, diesen Seelen, das besteht immer darinnen, daß man sich mit ihnen eins fühlt, daß man in ihnen drinnen ist. Das Draußensein bedeutet, daß man sie nicht beachtet. So wie man hier etwas anschaut: da nimmt man es wahr; wenn man wegschaut, da nimmt man es nicht mehr wahr. Dort ist man mit Bezug auf die Menschenseelen drinnen, wenn man imstande ist, die Aufmerksamkeit darauf zu wenden; man ist draußen, wenn man das nicht kann.
[ 11 ] In dem, was ich Ihnen jetzt auseinandersetzte, haben Sie, ich möchte sagen, die Grundstruktur für das Zusammensein der Seele mit anderen Seelen für die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. In einerähnlichen Weise drinnen oder draußen ist dann der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit Bezug auf die Wesen der anderen Hierarchien, Angeloi, Archangeloi und so weiter. Nur, je höher ein Reich ist, desto mehr fühlt sich nach dem Tode der Mensch mit diesem Reiche verbunden, fühlt sich davon getragen; er fühlt es mächtig ihn tragend. Also die Archangeloi tragen den Menschen mächtiger als die Angeloi, die Archai wieder mächtiger als die Archangeloi und so weiter.
[ 11 ] In dem, was ich Ihnen jetzt auseinandersetzte, haben Sie, ich möchte sagen, die Grundstruktur für das Zusammensein der Seele mit anderen Seelen für die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. In einerähnlichen Weise drinnen oder draußen ist dann der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit Bezug auf die Wesen der anderen Hierarchien, Angeloi, Archangeloi und so weiter. Nur, je höher ein Reich ist, desto mehr fühlt sich nach dem Tode der Mensch mit diesem Reiche verbunden, fühlt sich davon getragen; er fühlt es mächtig ihn tragend. Also die Archangeloi tragen den Menschen mächtiger als die Angeloi, die Archai wieder mächtiger als die Archangeloi und so weiter.
[ 12 ] Nun, im Erkennen der geistigen Welt als solcher sehen ja heute noch die Menschen gewisse Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten, die werden sich verhältnismäßig lösen, wenn die Menschen sich nur ein bißchen mehr bekanntmachen werden mit den Geheimnissen der geistigen Welt. Aber es ist ja ein Zweifaches, das man nennen kann das Sich-Bekanntmachen mit der geistigen Welt. Das eine ist ein solches Bekanntmachen, daß man die völlig hinreichende Sicherheit gewinnt von dem Ewigen in der eigenen Menschennatur. Dieses Wissen, daß in der menschlichen Natur ein Wesenskern liegt, der ewig ist, der durch Tode und Geburten geht, dieses Wissen, so fremd es der heutigen Menschheit ist, das ist verhältnismäßig leicht zu erlangen, und es wird wirklich, wenn jemand nur Geduld genug hat, erlangt auf dem Wege, der da in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in anderen beschrieben ist. Es wird auf diesem Wege erlangt. Das ist das eine Erkennen.
[ 12 ] Nun, im Erkennen der geistigen Welt als solcher sehen ja heute noch die Menschen gewisse Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten, die werden sich verhältnismäßig lösen, wenn die Menschen sich nur ein bißchen mehr bekanntmachen werden mit den Geheimnissen der geistigen Welt. Aber es ist ja ein Zweifaches, das man nennen kann das Sich-Bekanntmachen mit der geistigen Welt. Das eine ist ein solches Bekanntmachen, daß man die völlig hinreichende Sicherheit gewinnt von dem Ewigen in der eigenen Menschennatur. Dieses Wissen, daß in der menschlichen Natur ein Wesenskern liegt, der ewig ist, der durch Tode und Geburten geht, dieses Wissen, so fremd es der heutigen Menschheit ist, das ist verhältnismäßig leicht zu erlangen, und es wird wirklich, wenn jemand nur Geduld genug hat, erlangt auf dem Wege, der da in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in anderen beschrieben ist. Es wird auf diesem Wege erlangt. Das ist das eine Erkennen.
[ 13 ] Das andere ist das, was man nennen kann unmittelbarer Verkehr mit den Wesen der geistigen Welt, konkreter unmittelbarer Verkehr, aus dem wir heute herausgreifen wollen den Verkehr, den man haben kann von hier aus zu den sogenannten Toten hinüber. Das ist etwas, was durchaus möglich ist, was aber eben größere Schwierigkeiten bietet als das zuerst Charakterisierte. Das Erstcharakterisierte ist etwas, was leicht zu erringen ist; das andere, wirklich mit einzelnen Toten zu verkehren, das ist zwar durchaus möglich, es ist aber schwierig zu erringen, weil es Achtsamkeit erfordert von dem, der diesen Verkehr sucht. Es ist notwendig zu diesem besonderen Verkehr, daß der Mensch sich wirklich in eine gewisse Zucht nehmen kann. Denn es gibt ein sehr bedeutsames Gesetz für den Verkehr mit der geistigen Welt. Das kann man so aussprechen, daß man sagt: Dasjenige, was gerade für den Menschen hier mehr niedrige Triebe sind, das ist von der anderen Seite, von der geistigen Seite angesehen, höheres Leben, und es kann daher sehr leicht sein, wenn der Mensch sich nicht ordentlich in der Zucht hat, daß er durch den unmittelbaren Verkehr mit den sogenannten Toten niedere Triebe erregt fühlt. Wenn wir nur mit der geistigen Welt im allgemeinen zusammenkommen, wenn wir uns Erkenntnisse verschaffen über unsere eigene Unsterblichkeit und es da zu tun haben mit dem Seelisch-Geistigen, da kann nicht die Rede davon sein, daß da irgendwie etwas Unlauteres hineinkommen kann. Wenn wir es aber zu tun haben mit einzelnen konkreten Toten, dann ist immer eine Beziehung des einzelnen Toten — so sonderbar es klingt — zu unserem Blut- und Nervensystem. In die Triebe, die im Blut- und Nervensystem sich ausleben, lebt sich der Tote hinein; das kann niedere Triebe anregen. Gefahrvoll kann es natürlich nur für den sein, der nicht seine Natur durch Zucht geläutert hat. Das muß einmal betont werden, denn das ist der Grund, warum das Alte Testament geradezu den Menschen verbietet, mit den Toten zu verkehren; nicht weil es sündhaft wäre, wenn es in der richtigen Weise geschieht. Man muß von den Methoden des modernen Spiritismus natürlich absehen. Wenn es geistig geschieht, ist es nicht sündhaft, aber wenn der Mensch nicht diesen Verkehr mit reinen, durchseelten Gedanken pflegt, führt es sehr leicht dazu, daß der Mensch, wie gesagt, niedere Leidenschaften aufstacheln kann. Nicht die Toten stacheln sie auf, aber das Element, in dem die Toten leben. Bedenken Sie: Was wir hier als tierisch empfinden, ist das Grundelement, in dem die Toten leben. Das Reich, in dem die Toten leben, das kann sehr leicht, indem es in uns hereinschlägt, umschlagen; es kann in uns niedrig werden, was dort eigentlich ein Höheres ist. Das ist sehr wichtig, daß wir das ins Auge fassen. Das kann man durchaus sagen, wenn über den Verkehr der sogenannten Lebenden mit den sogenannten Toten gesprochen wird, weil es eine okkulte Tatsache ist.
[ 13 ] Das andere ist das, was man nennen kann unmittelbarer Verkehr mit den Wesen der geistigen Welt, konkreter unmittelbarer Verkehr, aus dem wir heute herausgreifen wollen den Verkehr, den man haben kann von hier aus zu den sogenannten Toten hinüber. Das ist etwas, was durchaus möglich ist, was aber eben größere Schwierigkeiten bietet als das zuerst Charakterisierte. Das Erstcharakterisierte ist etwas, was leicht zu erringen ist; das andere, wirklich mit einzelnen Toten zu verkehren, das ist zwar durchaus möglich, es ist aber schwierig zu erringen, weil es Achtsamkeit erfordert von dem, der diesen Verkehr sucht. Es ist notwendig zu diesem besonderen Verkehr, daß der Mensch sich wirklich in eine gewisse Zucht nehmen kann. Denn es gibt ein sehr bedeutsames Gesetz für den Verkehr mit der geistigen Welt. Das kann man so aussprechen, daß man sagt: Dasjenige, was gerade für den Menschen hier mehr niedrige Triebe sind, das ist von der anderen Seite, von der geistigen Seite angesehen, höheres Leben, und es kann daher sehr leicht sein, wenn der Mensch sich nicht ordentlich in der Zucht hat, daß er durch den unmittelbaren Verkehr mit den sogenannten Toten niedere Triebe erregt fühlt. Wenn wir nur mit der geistigen Welt im allgemeinen zusammenkommen, wenn wir uns Erkenntnisse verschaffen über unsere eigene Unsterblichkeit und es da zu tun haben mit dem Seelisch-Geistigen, da kann nicht die Rede davon sein, daß da irgendwie etwas Unlauteres hineinkommen kann. Wenn wir es aber zu tun haben mit einzelnen konkreten Toten, dann ist immer eine Beziehung des einzelnen Toten — so sonderbar es klingt — zu unserem Blut- und Nervensystem. In die Triebe, die im Blut- und Nervensystem sich ausleben, lebt sich der Tote hinein; das kann niedere Triebe anregen. Gefahrvoll kann es natürlich nur für den sein, der nicht seine Natur durch Zucht geläutert hat. Das muß einmal betont werden, denn das ist der Grund, warum das Alte Testament geradezu den Menschen verbietet, mit den Toten zu verkehren; nicht weil es sündhaft wäre, wenn es in der richtigen Weise geschieht. Man muß von den Methoden des modernen Spiritismus natürlich absehen. Wenn es geistig geschieht, ist es nicht sündhaft, aber wenn der Mensch nicht diesen Verkehr mit reinen, durchseelten Gedanken pflegt, führt es sehr leicht dazu, daß der Mensch, wie gesagt, niedere Leidenschaften aufstacheln kann. Nicht die Toten stacheln sie auf, aber das Element, in dem die Toten leben. Bedenken Sie: Was wir hier als tierisch empfinden, ist das Grundelement, in dem die Toten leben. Das Reich, in dem die Toten leben, das kann sehr leicht, indem es in uns hereinschlägt, umschlagen; es kann in uns niedrig werden, was dort eigentlich ein Höheres ist. Das ist sehr wichtig, daß wir das ins Auge fassen. Das kann man durchaus sagen, wenn über den Verkehr der sogenannten Lebenden mit den sogenannten Toten gesprochen wird, weil es eine okkulte Tatsache ist.
[ 14 ] Aber gerade wenn man über diesen Verkehr spricht, da kann man die geistige Welt so recht charakterisieren, wie sie ist. Denn gerade bei dem, was da erlebt wird, zeigt sich, wie ganz anders die geistige Welt ist als hier die physische Welt.
[ 14 ] Aber gerade wenn man über diesen Verkehr spricht, da kann man die geistige Welt so recht charakterisieren, wie sie ist. Denn gerade bei dem, was da erlebt wird, zeigt sich, wie ganz anders die geistige Welt ist als hier die physische Welt.
[ 15 ] Nun will ich Ihnen zuerst etwas sagen, was vielleicht für den Menschen, solange er nicht vollständig seine Hellsichtigkeit ausgebildet hat, scheinbar bedeutungslos ist, aber es liegt uns nahe, wenn wir es durchdenken, da es übergeht zu Dingen, die dem Leben näherstehen. Wenn der, dessen Hellsichtigkeit durchgebildet ist, mit Toten verkehrt, dann muß er in einer solchen Weise mit ihnen verkehren, daß man aus diesem Verkehr sieht, warum es den Menschen so ferne liegt, von den Toten etwas zu wissen, ich meine, durch unmittelbare Wahrnehmung etwas zu wissen. So sonderbar, so grotesk es klingt: die ganze Art des Verkehrs, an die wir gewöhnt sind hier in der physischen Welt, die muß sich geradezu umkehren, wenn ein Verkehr angeknüpft wird zwischen hier und dem Toten. Hier, wenn wir mit einem Menschen sprechen, wenn wir von physischem Leibe zu physischem Leibe sprechen, da reden wir; wenn wir reden, wissen wir: Wir reden, die Worte kommen aus uns. Wenn er uns antwortet, oder Menschen zu uns reden, so wissen wir: Von ihnen kommen die Worte. Dieses ganze Verhältnis dreht sich vollständig um, wenn wir mit einem Toten verkehren, reden — man kann schon sagen: reden, denn es kann ein Reden sein —. Die Sache dreht sich um, so daß, wenn wir einen Toten fragen oder zu ihm etwas sagen, wir dann das, was wir sagen, aus ihm heraus vernehmen; so nimmt man es wahr. Also er inspiriert zu unserer Seele herüber das, was wir ihn fragen, was wir ihm sagen. Und wenn er uns antwortet oder zu uns etwas sagt, dann kommt das aus unserer eigenen Seele heraus. Das ist etwas, was für den Menschen ganz ungewohnt ist hier in der physischen Welt. Er ist gewohnt, daß, was er sagt, aus seinem Wesen heraus kommt. Für den Verkehr mit den Toten muß man sich angewöhnen, von ihnen das zu hören, was man selber sagt, und aus der eigenen Seele heraus zu vernehmen, was sie antworten.
[ 15 ] Nun will ich Ihnen zuerst etwas sagen, was vielleicht für den Menschen, solange er nicht vollständig seine Hellsichtigkeit ausgebildet hat, scheinbar bedeutungslos ist, aber es liegt uns nahe, wenn wir es durchdenken, da es übergeht zu Dingen, die dem Leben näherstehen. Wenn der, dessen Hellsichtigkeit durchgebildet ist, mit Toten verkehrt, dann muß er in einer solchen Weise mit ihnen verkehren, daß man aus diesem Verkehr sieht, warum es den Menschen so ferne liegt, von den Toten etwas zu wissen, ich meine, durch unmittelbare Wahrnehmung etwas zu wissen. So sonderbar, so grotesk es klingt: die ganze Art des Verkehrs, an die wir gewöhnt sind hier in der physischen Welt, die muß sich geradezu umkehren, wenn ein Verkehr angeknüpft wird zwischen hier und dem Toten. Hier, wenn wir mit einem Menschen sprechen, wenn wir von physischem Leibe zu physischem Leibe sprechen, da reden wir; wenn wir reden, wissen wir: Wir reden, die Worte kommen aus uns. Wenn er uns antwortet, oder Menschen zu uns reden, so wissen wir: Von ihnen kommen die Worte. Dieses ganze Verhältnis dreht sich vollständig um, wenn wir mit einem Toten verkehren, reden — man kann schon sagen: reden, denn es kann ein Reden sein —. Die Sache dreht sich um, so daß, wenn wir einen Toten fragen oder zu ihm etwas sagen, wir dann das, was wir sagen, aus ihm heraus vernehmen; so nimmt man es wahr. Also er inspiriert zu unserer Seele herüber das, was wir ihn fragen, was wir ihm sagen. Und wenn er uns antwortet oder zu uns etwas sagt, dann kommt das aus unserer eigenen Seele heraus. Das ist etwas, was für den Menschen ganz ungewohnt ist hier in der physischen Welt. Er ist gewohnt, daß, was er sagt, aus seinem Wesen heraus kommt. Für den Verkehr mit den Toten muß man sich angewöhnen, von ihnen das zu hören, was man selber sagt, und aus der eigenen Seele heraus zu vernehmen, was sie antworten.
[ 16 ] Wenn man die Sache erzählt, so ist sie in dieser Abstraktheit, in der man sie erzählt, natürlich leicht zu fassen; aber wirklich sich daran gewöhnen, ganz umgekehrt den Verkehr eingerichtet zu haben, als man es hier auf dem physischen Plane gewohnt ist, das ist trotzdem ungeheuer schwierig. Und wirklich, so sonderbar es klingt: darauf, daß der Mensch ganz ungewohnt ist, diese Umkehrung zu machen, beruht es vielfach, daß man die Toten, die immer da sind, die immer in unserer Umgebung sind, nicht wahrnimmt. Man denkt: Wenn etwas aus unserer Seele dringt, so kommt es von uns. Und irgendwie intim darauf zu achten, ob uns aus der Geistumgebung etwas inspiriert, wovon wir sagen könnten, das kommt von uns selber, das liegt uns ganz ferne. Man will es gerne anknüpfen an das, was man eben gewohnt ist vom physischen Plane. Kommt einem etwas aus der Umgebung, so schreibt man es einem Fremden zu. Das ist der größte Irrtum, dem man sich hingeben kann.
[ 16 ] Wenn man die Sache erzählt, so ist sie in dieser Abstraktheit, in der man sie erzählt, natürlich leicht zu fassen; aber wirklich sich daran gewöhnen, ganz umgekehrt den Verkehr eingerichtet zu haben, als man es hier auf dem physischen Plane gewohnt ist, das ist trotzdem ungeheuer schwierig. Und wirklich, so sonderbar es klingt: darauf, daß der Mensch ganz ungewohnt ist, diese Umkehrung zu machen, beruht es vielfach, daß man die Toten, die immer da sind, die immer in unserer Umgebung sind, nicht wahrnimmt. Man denkt: Wenn etwas aus unserer Seele dringt, so kommt es von uns. Und irgendwie intim darauf zu achten, ob uns aus der Geistumgebung etwas inspiriert, wovon wir sagen könnten, das kommt von uns selber, das liegt uns ganz ferne. Man will es gerne anknüpfen an das, was man eben gewohnt ist vom physischen Plane. Kommt einem etwas aus der Umgebung, so schreibt man es einem Fremden zu. Das ist der größte Irrtum, dem man sich hingeben kann.
[ 17 ] Nun, damit habe ich Ihnen über den Verkehr der sogenannten Lebenden mit den sogenannten Toten eine der Eigentümlichkeiten hervorgehoben. Wenn Sie sich aus diesem Beispiel nur das eine klarmachen wollten, daß die Dinge geradezu umgekehrt sind in der geistigen Welt, daß man sich vollständig wenden muß, so haben Sie einen wichtigen Begriff, den man fortwährend braucht, wenn man eindringen will in die geistige Welt, einen Begriff, den einzeln, im Konkreten anzuwenden, außerordentlich schwierig ist. Es ist zum Beispiel notwendig, auch um hier die physische Welt gut zu verstehen, welche im Grunde genommen überall durchdrungen ist von dem Geistigen, daß man diesen Begriff von einer vollständigen Umkehrung hat. Und weil ihn die heutige Wissenschaft gar nicht hat, und weil ihn das populäre Bewußtsein gar nicht hat, deshalb versteht man auch die physische Welt nicht geistig. Man erfährt dieses gerade dann, wenn sich Menschen recht viele Mühe geben, die Welt zu verstehen. Man muß manchmal von solchen Dingen geradezu absehen. Ich habe vor Jahren, anknüpfend an gewisse Goethesche Vorstellungen, über den äußeren menschlichen physischen Organismus gesprochen vor einer großen Anzahl von unseren Freunden bei einer Generalversammlung in Berlin, wo ich versuchte, einmal klarzumachen, wie der Kopf in seiner physischen Form nur verstanden werden kann, wenn man ihn als völlige Umdrehung des übrigen Organismus versteht. Davon hat niemand etwas verstanden: daß ein Knochen, den wir im Arm haben, wie ein Handschuh gewendet werden müßte, um einen Kopfknochen daraus zu bekommen. Das ist schwierig, aber man kann nicht Anatomie kennen, ohne sich diese Vorstellungen zu bilden. Das habe ich nur nebenbei erwähnt. Man versteht leichter das andere, was ich Ihnen heute gesagt habe über den Verkehr mit den Toten.
[ 17 ] Nun, damit habe ich Ihnen über den Verkehr der sogenannten Lebenden mit den sogenannten Toten eine der Eigentümlichkeiten hervorgehoben. Wenn Sie sich aus diesem Beispiel nur das eine klarmachen wollten, daß die Dinge geradezu umgekehrt sind in der geistigen Welt, daß man sich vollständig wenden muß, so haben Sie einen wichtigen Begriff, den man fortwährend braucht, wenn man eindringen will in die geistige Welt, einen Begriff, den einzeln, im Konkreten anzuwenden, außerordentlich schwierig ist. Es ist zum Beispiel notwendig, auch um hier die physische Welt gut zu verstehen, welche im Grunde genommen überall durchdrungen ist von dem Geistigen, daß man diesen Begriff von einer vollständigen Umkehrung hat. Und weil ihn die heutige Wissenschaft gar nicht hat, und weil ihn das populäre Bewußtsein gar nicht hat, deshalb versteht man auch die physische Welt nicht geistig. Man erfährt dieses gerade dann, wenn sich Menschen recht viele Mühe geben, die Welt zu verstehen. Man muß manchmal von solchen Dingen geradezu absehen. Ich habe vor Jahren, anknüpfend an gewisse Goethesche Vorstellungen, über den äußeren menschlichen physischen Organismus gesprochen vor einer großen Anzahl von unseren Freunden bei einer Generalversammlung in Berlin, wo ich versuchte, einmal klarzumachen, wie der Kopf in seiner physischen Form nur verstanden werden kann, wenn man ihn als völlige Umdrehung des übrigen Organismus versteht. Davon hat niemand etwas verstanden: daß ein Knochen, den wir im Arm haben, wie ein Handschuh gewendet werden müßte, um einen Kopfknochen daraus zu bekommen. Das ist schwierig, aber man kann nicht Anatomie kennen, ohne sich diese Vorstellungen zu bilden. Das habe ich nur nebenbei erwähnt. Man versteht leichter das andere, was ich Ihnen heute gesagt habe über den Verkehr mit den Toten.
[ 18 ] Sehen Sie, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, das findet fortwährend statt. Sie alle, wie Sie hier sitzen, Sie verkehren fortwährend mit Toten, nur wissen es die Menschen im gewöhnlichen Leben nicht, weil es sich im Unterbewußten vollzieht. Das hellsichtige Bewußtsein, das zaubert nichts Neues hervor; es hebt nur dasjenige, was vorhanden ist in der geistigen Welt, eben zum Bewußtsein herauf. Sie alle verkehren fortwährend mit Toten.
[ 18 ] Sehen Sie, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, das findet fortwährend statt. Sie alle, wie Sie hier sitzen, Sie verkehren fortwährend mit Toten, nur wissen es die Menschen im gewöhnlichen Leben nicht, weil es sich im Unterbewußten vollzieht. Das hellsichtige Bewußtsein, das zaubert nichts Neues hervor; es hebt nur dasjenige, was vorhanden ist in der geistigen Welt, eben zum Bewußtsein herauf. Sie alle verkehren fortwährend mit Toten.
[ 19 ] Nun wollen wir ein wenig kennenlernen, wie sich im einzelnen der gewöhnliche Verkehr mit den Toten abspielt. Sie können fragen, wenn irgendein Toter hingegangen ist, wenn man selber zurückgeblieben ist: Wie komme ich dem Toten nahe, so daß er mich in sich erlebt? — Das ist ja das, was ich vorhin erörtert habe. Wie kommt mir der Tote wieder nahe, daß ich in ihm leben kann? Diese Frage können Sie aufwerfen. Richtig beantworten kann man diese Frage nicht, wenn man die bloßen, hier auf dem physischen Plan gewohnten Begriffe ins Auge faßt. Hier auf dem physischen Plan entwickeln wir unser gewöhnliches Bewußtsein nur vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Aber für den gesamten Menschen ist der andere Teil des Bewußtseins, der dumpf bleibt, abgelähmt bleibt im gewöhnlichen Leben zwischen Einschlafen und Aufwachen, ebenso wichtig wie der zwischen Aufwachen und Einschlafen. Der Mensch ist eigentlich nicht im wirklichen Sinne unbewußt, wenn er schläft, sondern das Bewußtsein ist nur so dumpf, daß er gewöhnlich nichts davon wahrnimmt. Es ist dumpf, aber man muß diesen ganzen Menschen nehmen, den wachenden und den schlafenden, wenn man die Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt ins Auge faßt.
[ 19 ] Nun wollen wir ein wenig kennenlernen, wie sich im einzelnen der gewöhnliche Verkehr mit den Toten abspielt. Sie können fragen, wenn irgendein Toter hingegangen ist, wenn man selber zurückgeblieben ist: Wie komme ich dem Toten nahe, so daß er mich in sich erlebt? — Das ist ja das, was ich vorhin erörtert habe. Wie kommt mir der Tote wieder nahe, daß ich in ihm leben kann? Diese Frage können Sie aufwerfen. Richtig beantworten kann man diese Frage nicht, wenn man die bloßen, hier auf dem physischen Plan gewohnten Begriffe ins Auge faßt. Hier auf dem physischen Plan entwickeln wir unser gewöhnliches Bewußtsein nur vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Aber für den gesamten Menschen ist der andere Teil des Bewußtseins, der dumpf bleibt, abgelähmt bleibt im gewöhnlichen Leben zwischen Einschlafen und Aufwachen, ebenso wichtig wie der zwischen Aufwachen und Einschlafen. Der Mensch ist eigentlich nicht im wirklichen Sinne unbewußt, wenn er schläft, sondern das Bewußtsein ist nur so dumpf, daß er gewöhnlich nichts davon wahrnimmt. Es ist dumpf, aber man muß diesen ganzen Menschen nehmen, den wachenden und den schlafenden, wenn man die Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt ins Auge faßt.
[ 20 ] Denken Sie an Ihre eigene Biographie. Sie betrachten ja den Lebenslauf immer mit den entsprechenden Unterbrechungen. Sie beschreiben nur das, was vom Aufwachen bis zum Einschlafen vorgeht; dann ist das Leben unterbrochen: Wachen — schlafen; wachen schlafen. Aber während Sie schlafen, sind Sie auch da, und wenn man den ganzen Menschen betrachtet, so muß man den Wachzustand und den Schlafzustand ins Auge fassen. Und man muß nun, wenn man den Verkehr des Menschen mit der geistigen Welt ins Auge faßt, wirklich noch ein Drittes ins Auge fassen. Denn außer Wachen und Schlafen gibt es ein Drittes, das für den Verkehr mit der geistigen Welt wichtiger ist als das bloße Wachen und Schlafen, nämlich das Aufwachen und das Einschlafen. Dieses Aufwachen und Einschlafen, es dauert immer nur einen Augenblick und gleich kommt man in einen anderen Zustand. Aber wenn ein Mensch sich Empfindsamkeit entwickelt für diesen Moment des Aufwachens und Einschlafens, dann geben gerade diese Augenblicke des Aufwachens und Einschlafens die größten Aufschlüsse über die geistige Welt.
[ 20 ] Denken Sie an Ihre eigene Biographie. Sie betrachten ja den Lebenslauf immer mit den entsprechenden Unterbrechungen. Sie beschreiben nur das, was vom Aufwachen bis zum Einschlafen vorgeht; dann ist das Leben unterbrochen: Wachen — schlafen; wachen schlafen. Aber während Sie schlafen, sind Sie auch da, und wenn man den ganzen Menschen betrachtet, so muß man den Wachzustand und den Schlafzustand ins Auge fassen. Und man muß nun, wenn man den Verkehr des Menschen mit der geistigen Welt ins Auge faßt, wirklich noch ein Drittes ins Auge fassen. Denn außer Wachen und Schlafen gibt es ein Drittes, das für den Verkehr mit der geistigen Welt wichtiger ist als das bloße Wachen und Schlafen, nämlich das Aufwachen und das Einschlafen. Dieses Aufwachen und Einschlafen, es dauert immer nur einen Augenblick und gleich kommt man in einen anderen Zustand. Aber wenn ein Mensch sich Empfindsamkeit entwickelt für diesen Moment des Aufwachens und Einschlafens, dann geben gerade diese Augenblicke des Aufwachens und Einschlafens die größten Aufschlüsse über die geistige Welt.
[ 21 ] Beim Aufwachen ist es ja so: Sie wissen, auf dem Lande draußen jetzt verschwinden diese Dinge auch auf dem Lande allmählich —, aber als wir älteren Leute jung waren, da haben die Leute auf dem Lande gesagt: Wenn man aufwacht, dann soll man nicht gleich zum beleuchteten Fenster schauen, sondern noch ein wenig im Dunkeln zubringen. — Die Leute auf dem Lande wußten vom Verkehre mit der geistigen Welt. Sie wußten noch davon, und sie wollten nicht diesen Moment des Aufwachens so haben, daß sie nun gleich ins volle Tageslicht kommen, sondern sie wollten gesammelt bleiben, um etwas zu behalten von dem, was so kolossal durch die menschliche Seele zieht im Augenblicke des Aufwachens. Das stört uns, daß wir gleich ins volle Tagesleben hineinkommen. In der Stadt ist es ja überhaupt kaum zu machen; da stört uns nicht nur das volle Tagesleben, wenn wir aufwachen, sondern schon der Lärm der Straße, das Schellen der Trambahn und so weiter. Das ganze Kulturleben geht darauf hinaus, dem Menschen womöglich den Verkehr mit der geistigen Welt zu verleiden. Damit ist nichts gesagt gegen das äußere materielle Kulturleben, aber die Tatsache muß man sich vor Augen halten.
[ 21 ] Beim Aufwachen ist es ja so: Sie wissen, auf dem Lande draußen jetzt verschwinden diese Dinge auch auf dem Lande allmählich —, aber als wir älteren Leute jung waren, da haben die Leute auf dem Lande gesagt: Wenn man aufwacht, dann soll man nicht gleich zum beleuchteten Fenster schauen, sondern noch ein wenig im Dunkeln zubringen. — Die Leute auf dem Lande wußten vom Verkehre mit der geistigen Welt. Sie wußten noch davon, und sie wollten nicht diesen Moment des Aufwachens so haben, daß sie nun gleich ins volle Tageslicht kommen, sondern sie wollten gesammelt bleiben, um etwas zu behalten von dem, was so kolossal durch die menschliche Seele zieht im Augenblicke des Aufwachens. Das stört uns, daß wir gleich ins volle Tagesleben hineinkommen. In der Stadt ist es ja überhaupt kaum zu machen; da stört uns nicht nur das volle Tagesleben, wenn wir aufwachen, sondern schon der Lärm der Straße, das Schellen der Trambahn und so weiter. Das ganze Kulturleben geht darauf hinaus, dem Menschen womöglich den Verkehr mit der geistigen Welt zu verleiden. Damit ist nichts gesagt gegen das äußere materielle Kulturleben, aber die Tatsache muß man sich vor Augen halten.
[ 22 ] Bei dem Einschlafen ist es so, daß wieder im Moment des Einschlafens in kolossaler Weise die geistige Welt an uns herantritt, aber wir schlafen gleich ein, wir verlieren das Bewußtsein von dem, was uns durch die Seele gezogen ist. In gewissen Fällen können aber Ausnahmen eintreten. Nun sind eben die Momente des Aufwachens und des Einschlafens die bedeutsamsten für den Verkehr mit den sogenannten Toten, auch sonst mit den geistigen Wesen der höheren Welt. — Um das zu verstehen, was ich in bezug darauf zu sagen habe, ist es allerdings notwendig, daß Sie eine Vorstellung sich aneignen, die man hier auf den physischen Plan nicht recht anwenden kann und daher eigentlich nicht hat. Es ist die Vorstellung: Was zeitlich vorübergegangen ist, ist eigentlich geistig nicht vorübergegangen, sondern ist noch da. Das ist eine Vorstellung, die man im physischen Leben nur in bezug auf den Raum hat. Wenn Sie vor einem Baume stehen und dann weggehen, später zurückschauen, so verschwindet er nicht; er ist noch da. So ist es mit der Zeit in der geistigen Welt. Wenn Sie jetzt etwas erleben, so ist es weg für das physische Bewußtsein; geistig angesehen ist es nicht weg. Sie können darauf zurückschauen wie zum Baume. Es ist sehr merkwürdig, daß Richard Wagner, wie seine Worte zeigen: Zum Raum wird hier die Zeit — von dieser Sache gewußt hat. Das ist ein Geheimnis, daß eigentlich im Geistigen es Entfernungen gibt, die hier auf dem physischen Plan nicht zum Ausdruck kommen. Vorübersein eines Ereignisses bedeutet nur: Es ist weiter von uns. Das bitte ich Sie für den Fall, den wir jetzt betrachten, besonders ins Auge zu fassen. Denn für den Erdenbewohner im physischen Leibe ist es so, daß im Moment des Aufwachens der Moment des Einschlafens vorbei ist; wenn wir in der geistigen Welt sind, stehen wir, wenn wir aufwachen, nur ein bißchen weiter weg vom Moment des Einschlafens. Nun, das muß man ins Auge fassen. Wir stehen einem Toten gegenüber — wie gesagt, wir tun es fortwährend, es bleibt nur gewöhnlich im Unterbewußten —, wenn wir einschlafen; wenn wir aufwachen, stehen wir einem Toten gegenüber. Das sind für das physische Bewußtsein zwei verschiedene Momente. Für das geistige Bewußtsein ist nur das eine etwas weiter weg von dem anderen als das unmittelbar Daranstoßende. Das bitte ich Sie bei dem, was ich jetzt erörtern werde, ins Auge zu fassen, sonst werden Sie es vielleicht nicht so ohne weiteres durchdringen können.
[ 22 ] Bei dem Einschlafen ist es so, daß wieder im Moment des Einschlafens in kolossaler Weise die geistige Welt an uns herantritt, aber wir schlafen gleich ein, wir verlieren das Bewußtsein von dem, was uns durch die Seele gezogen ist. In gewissen Fällen können aber Ausnahmen eintreten. Nun sind eben die Momente des Aufwachens und des Einschlafens die bedeutsamsten für den Verkehr mit den sogenannten Toten, auch sonst mit den geistigen Wesen der höheren Welt. — Um das zu verstehen, was ich in bezug darauf zu sagen habe, ist es allerdings notwendig, daß Sie eine Vorstellung sich aneignen, die man hier auf den physischen Plan nicht recht anwenden kann und daher eigentlich nicht hat. Es ist die Vorstellung: Was zeitlich vorübergegangen ist, ist eigentlich geistig nicht vorübergegangen, sondern ist noch da. Das ist eine Vorstellung, die man im physischen Leben nur in bezug auf den Raum hat. Wenn Sie vor einem Baume stehen und dann weggehen, später zurückschauen, so verschwindet er nicht; er ist noch da. So ist es mit der Zeit in der geistigen Welt. Wenn Sie jetzt etwas erleben, so ist es weg für das physische Bewußtsein; geistig angesehen ist es nicht weg. Sie können darauf zurückschauen wie zum Baume. Es ist sehr merkwürdig, daß Richard Wagner, wie seine Worte zeigen: Zum Raum wird hier die Zeit — von dieser Sache gewußt hat. Das ist ein Geheimnis, daß eigentlich im Geistigen es Entfernungen gibt, die hier auf dem physischen Plan nicht zum Ausdruck kommen. Vorübersein eines Ereignisses bedeutet nur: Es ist weiter von uns. Das bitte ich Sie für den Fall, den wir jetzt betrachten, besonders ins Auge zu fassen. Denn für den Erdenbewohner im physischen Leibe ist es so, daß im Moment des Aufwachens der Moment des Einschlafens vorbei ist; wenn wir in der geistigen Welt sind, stehen wir, wenn wir aufwachen, nur ein bißchen weiter weg vom Moment des Einschlafens. Nun, das muß man ins Auge fassen. Wir stehen einem Toten gegenüber — wie gesagt, wir tun es fortwährend, es bleibt nur gewöhnlich im Unterbewußten —, wenn wir einschlafen; wenn wir aufwachen, stehen wir einem Toten gegenüber. Das sind für das physische Bewußtsein zwei verschiedene Momente. Für das geistige Bewußtsein ist nur das eine etwas weiter weg von dem anderen als das unmittelbar Daranstoßende. Das bitte ich Sie bei dem, was ich jetzt erörtern werde, ins Auge zu fassen, sonst werden Sie es vielleicht nicht so ohne weiteres durchdringen können.
[ 23 ] Aufwachen und Einschlafen, sagte ich, sind für den Verkehr mit den Toten ganz besonders wichtig. Es gibt gar nicht im Menschenleben Augenblicke des Einschlafens und Aufwachens, ohne daß man mit den Toten in Beziehung tritt. Nun ist der Moment des Einschlafens in bezug auf den Verkehr mit den Toten besonders günstig dafür, daß wir uns an den Toten wenden. Wenn wir den Toten etwas fragen wollen, und wir können die Frage in unserer Seele hegen und sie erhalten bis zum Moment des Einschlafens, so daß wir unsere Fragen, unsere Anrede, oder das, was wir mitteilen wollen, bis zum Moment des Einschlafens halten: da ist das der günstigste Moment, da bringen wir unsere Fragen am besten an den Toten heran, da ist dieses am leichtesten. Es ist sonst auch vorhanden, aber hier ist es am leichtesten. Wenn wir also den Toten vorlesen, so kommen wir schon an die Toten heran, aber ich meine: Unmittelbarer Verkehr ist am günstigsten mit Bezug auf das, was wir an den Toten richten, wenn wir das, was wir zu sagen haben, im Momente des Einschlafens sagen. Dagegen für das, was der Tote uns mitzuteilen hat, ist der Moment des Aufwachens das Günstigste. Und wiederum ist es so, daß es für niemanden so ist, daß er nicht vom Moment des Aufwachens, wenn er es wissen könnte, zahlreiche Botschaften von Toten hereinbringt. Wir reden eigentlich fortwährend mit den Toten in dem Unbewußten unserer Seele. Beim Einschlafen stellen wir Fragen an die Toten. Wir sagen ihnen das, was wir ihnen zu sagen haben in den Tiefen unserer Seele. Beim Aufwachen reden die Toten mit uns. Da geben sie uns die Antworten. Nur müssen wir eben diese Vorstellung haben, daß das nur zwei verschiedene Punkte sind, und daß im höheren Sinne, was nacheinander ist, eigentlich gleichzeitig ist, wie zwei Orte im physischen Plan gleichzeitig sind. Nun ist für den Verkehr mit den Toten das eine günstiger, das andere ungünstiger.
[ 23 ] Aufwachen und Einschlafen, sagte ich, sind für den Verkehr mit den Toten ganz besonders wichtig. Es gibt gar nicht im Menschenleben Augenblicke des Einschlafens und Aufwachens, ohne daß man mit den Toten in Beziehung tritt. Nun ist der Moment des Einschlafens in bezug auf den Verkehr mit den Toten besonders günstig dafür, daß wir uns an den Toten wenden. Wenn wir den Toten etwas fragen wollen, und wir können die Frage in unserer Seele hegen und sie erhalten bis zum Moment des Einschlafens, so daß wir unsere Fragen, unsere Anrede, oder das, was wir mitteilen wollen, bis zum Moment des Einschlafens halten: da ist das der günstigste Moment, da bringen wir unsere Fragen am besten an den Toten heran, da ist dieses am leichtesten. Es ist sonst auch vorhanden, aber hier ist es am leichtesten. Wenn wir also den Toten vorlesen, so kommen wir schon an die Toten heran, aber ich meine: Unmittelbarer Verkehr ist am günstigsten mit Bezug auf das, was wir an den Toten richten, wenn wir das, was wir zu sagen haben, im Momente des Einschlafens sagen. Dagegen für das, was der Tote uns mitzuteilen hat, ist der Moment des Aufwachens das Günstigste. Und wiederum ist es so, daß es für niemanden so ist, daß er nicht vom Moment des Aufwachens, wenn er es wissen könnte, zahlreiche Botschaften von Toten hereinbringt. Wir reden eigentlich fortwährend mit den Toten in dem Unbewußten unserer Seele. Beim Einschlafen stellen wir Fragen an die Toten. Wir sagen ihnen das, was wir ihnen zu sagen haben in den Tiefen unserer Seele. Beim Aufwachen reden die Toten mit uns. Da geben sie uns die Antworten. Nur müssen wir eben diese Vorstellung haben, daß das nur zwei verschiedene Punkte sind, und daß im höheren Sinne, was nacheinander ist, eigentlich gleichzeitig ist, wie zwei Orte im physischen Plan gleichzeitig sind. Nun ist für den Verkehr mit den Toten das eine günstiger, das andere ungünstiger.
[ 24 ] Man kann sich schon die Frage vorhalten: Was begünstigt unseren Verkehr mit den Toten? Nun, meine lieben Freunde, aus denselben Motiven heraus, aus denen man zumeist mit den Lebenden redet, kann man mit den Toten nicht gut verkehren. Das hören sie nicht, das vernehmen sie nicht. Also, wenn man aus derselben Stimmung heraus, wie man bei Five o’clock-Teas oder bei Kaffeegesellschaften miteinander redet, auch mit den Toten plaudern wollte, so würde man das nicht können. Das, was möglich macht, daß wir Fragen an die Toten stellen, daß wir den Toten etwas mitteilen, das ist das Verbinden des Gefühlslebens mit den Vorstellungen. Nehmen Sie an, irgend jemand ist durch die Pforte des Todes gegangen. Sie wollen, daß Ihr Unterbewußtes am Abend dem Toten etwas mitteilt. Sie brauchen es nicht im Bewußtsein mitzuteilen. Sie können das am ganzen Tage vorbereiten. Wenn Sie um die zwölfte Stunde mittags es vorbereiten und am Abend um zehn Uhr schlafen gehen, es geht zum Toten hinüber beim Einschlafen. Aber die Frage muß in einer bestimmten Weise gestellt sein; nicht bloß gedankenmäßig, vorstellungsgemäß, sondern im Gefühl und im Willen müssen Sie die Fragen richten an den Toten. So müssen Sie sie richten, daß Sie ein herzliches, ein seelisches Interesseverhältnis zum Toten entwickeln. Sie müssen sich erinnern, wo Sie sich besonders zu dem Toten hier in Liebe gewendet haben, und in einer solch lieben Stimmung an den Toten sich wenden. Nicht also abstrakt, sondern mit Anteil, mit Wärme müssen Sie sich an den Toten wenden. Dann kann sich das so in der Seele fortsetzen, daß es am Abend bis zum Einschlafen, ohne daß Sie es wissen, zur Frage an den Toten wird. Oder Sie versuchen, rege zu machen in Ihrer Seele, was das besondere Interesse für den Toten war. Oder namentlich gut ist das Folgende: Sie denken darüber nach, wie Sie mit dem Toten hier gelebt haben. Sie vergegenwärtigen sich konkrete Momente, wo Sie mit ihm zusammen gelebt haben, und fragen sich dann: Was hat mich von dem Toten besonders interessiert? Was hat mich gefangengenommen? Wo habe ich wirklich einen Eindruck gehabt, wo habe ich damals gesagt: Es ist mir lieb, daß er es sagt, er hat mich gefördert, es war mir wert; ich habe tiefes Interesse genommen an dem, was er gesagt hat. — Wenn Sie sich solche Momente vergegenwärtigen, wo Sie stark verbunden waren mit dem Toten, wo Sie namentlich starkes Interesse genommen haben, und wenn Sie das so wenden, als ob Sie mit dem Toten reden wollten, als ob Sie ihm etwas sagen wollten wenn Sie das Gefühl rein entwickeln, und aus dem Interesse, das Sie genommen haben, diese Frage entwickeln, so bleibt diese Frage in der Seele, und abends beim Einschlafen wandert die Frage oder die Mitteilung hinüber an den Toten. Da kann dann das gewöhnliche Bewußtsein in der Regel nicht viel davon wissen, weil man hinterher einschläft, aber es bleibt doch sehr häufig in den Träumen das vorhanden, was da hinübergegangen ist. Und weitaus die meisten Träume, wenn sie auch inhaltlich nicht zutreffend sind, die meisten Träume, die wir gerade von Toten haben, die deuten wir nur falsch. Wir deuten sie wie Botschaften von Toten, aber sie sind nichts anderes als das Nachklingen der Fragen oder Mitteilungen, die wir zu den Toten hin gerichtet haben. Wir sollen nicht glauben, die Toten sagen uns etwas, wenn wir träumen, sondern wir sollen in den Träumen etwas sehen, was von unserer eigenen Seele weggeht, und was also hin zu den Toten geht. Der Traum ist der Nachklang dessen. Würden wir soweit entwickelt sein, daß wir unsere Frage oder Mitteilung an den Toten im Moment des Einschlafens wahrnehmen könnten, dann würde es uns so erscheinen, als ob der Tote sprechen würde. Daher erscheint uns auch der Nachklang im Traum, als ob es eine Botschaft von ihm wäre; es ist aber aus uns heraus. Man versteht das nur, wenn man das hellseherische Verhältnis zum Toten versteht. Gerade wenn der Tote scheinbar zu uns spricht, ist es das, was wir zu ihm sagen; das kann man nicht wissen, wenn man nicht lernt zu vergleichen.
[ 24 ] Man kann sich schon die Frage vorhalten: Was begünstigt unseren Verkehr mit den Toten? Nun, meine lieben Freunde, aus denselben Motiven heraus, aus denen man zumeist mit den Lebenden redet, kann man mit den Toten nicht gut verkehren. Das hören sie nicht, das vernehmen sie nicht. Also, wenn man aus derselben Stimmung heraus, wie man bei Five o’clock-Teas oder bei Kaffeegesellschaften miteinander redet, auch mit den Toten plaudern wollte, so würde man das nicht können. Das, was möglich macht, daß wir Fragen an die Toten stellen, daß wir den Toten etwas mitteilen, das ist das Verbinden des Gefühlslebens mit den Vorstellungen. Nehmen Sie an, irgend jemand ist durch die Pforte des Todes gegangen. Sie wollen, daß Ihr Unterbewußtes am Abend dem Toten etwas mitteilt. Sie brauchen es nicht im Bewußtsein mitzuteilen. Sie können das am ganzen Tage vorbereiten. Wenn Sie um die zwölfte Stunde mittags es vorbereiten und am Abend um zehn Uhr schlafen gehen, es geht zum Toten hinüber beim Einschlafen. Aber die Frage muß in einer bestimmten Weise gestellt sein; nicht bloß gedankenmäßig, vorstellungsgemäß, sondern im Gefühl und im Willen müssen Sie die Fragen richten an den Toten. So müssen Sie sie richten, daß Sie ein herzliches, ein seelisches Interesseverhältnis zum Toten entwickeln. Sie müssen sich erinnern, wo Sie sich besonders zu dem Toten hier in Liebe gewendet haben, und in einer solch lieben Stimmung an den Toten sich wenden. Nicht also abstrakt, sondern mit Anteil, mit Wärme müssen Sie sich an den Toten wenden. Dann kann sich das so in der Seele fortsetzen, daß es am Abend bis zum Einschlafen, ohne daß Sie es wissen, zur Frage an den Toten wird. Oder Sie versuchen, rege zu machen in Ihrer Seele, was das besondere Interesse für den Toten war. Oder namentlich gut ist das Folgende: Sie denken darüber nach, wie Sie mit dem Toten hier gelebt haben. Sie vergegenwärtigen sich konkrete Momente, wo Sie mit ihm zusammen gelebt haben, und fragen sich dann: Was hat mich von dem Toten besonders interessiert? Was hat mich gefangengenommen? Wo habe ich wirklich einen Eindruck gehabt, wo habe ich damals gesagt: Es ist mir lieb, daß er es sagt, er hat mich gefördert, es war mir wert; ich habe tiefes Interesse genommen an dem, was er gesagt hat. — Wenn Sie sich solche Momente vergegenwärtigen, wo Sie stark verbunden waren mit dem Toten, wo Sie namentlich starkes Interesse genommen haben, und wenn Sie das so wenden, als ob Sie mit dem Toten reden wollten, als ob Sie ihm etwas sagen wollten wenn Sie das Gefühl rein entwickeln, und aus dem Interesse, das Sie genommen haben, diese Frage entwickeln, so bleibt diese Frage in der Seele, und abends beim Einschlafen wandert die Frage oder die Mitteilung hinüber an den Toten. Da kann dann das gewöhnliche Bewußtsein in der Regel nicht viel davon wissen, weil man hinterher einschläft, aber es bleibt doch sehr häufig in den Träumen das vorhanden, was da hinübergegangen ist. Und weitaus die meisten Träume, wenn sie auch inhaltlich nicht zutreffend sind, die meisten Träume, die wir gerade von Toten haben, die deuten wir nur falsch. Wir deuten sie wie Botschaften von Toten, aber sie sind nichts anderes als das Nachklingen der Fragen oder Mitteilungen, die wir zu den Toten hin gerichtet haben. Wir sollen nicht glauben, die Toten sagen uns etwas, wenn wir träumen, sondern wir sollen in den Träumen etwas sehen, was von unserer eigenen Seele weggeht, und was also hin zu den Toten geht. Der Traum ist der Nachklang dessen. Würden wir soweit entwickelt sein, daß wir unsere Frage oder Mitteilung an den Toten im Moment des Einschlafens wahrnehmen könnten, dann würde es uns so erscheinen, als ob der Tote sprechen würde. Daher erscheint uns auch der Nachklang im Traum, als ob es eine Botschaft von ihm wäre; es ist aber aus uns heraus. Man versteht das nur, wenn man das hellseherische Verhältnis zum Toten versteht. Gerade wenn der Tote scheinbar zu uns spricht, ist es das, was wir zu ihm sagen; das kann man nicht wissen, wenn man nicht lernt zu vergleichen.
[ 25 ] Also der Moment des Aufwachens ist so, daß der Tote besonders gut an uns herankommt. Es kommt sehr viel an jeden Menschen von Toten heran im Moment des Aufwachens. Nicht wahr, es ist überhaupt vieles von dem, was wir im Leben unternehmen, eigentlich von den Toten oder auch von Wesenheiten der höheren Hierarchien inspiriert; wir schreiben es nur uns zu als aus unserer eigenen Seele herauskommend. Was die Toten sagen, kommt aus unserer Seele heraus. Das Tagesleben kommt heran, der Moment des Aufwachens geht vorüber, und wir sind selten geneigt, die intimen Dinge, die aus unserer Seele aufsteigen, zu beobachten. Und wenn wir sie beobachten, sind wir eitel genug dazu, alles, was aus unserer Seele herauskommt, uns selbst zuzuschreiben. Aber in alledem lebt — viel mehr, als was aus unserer Seele kommt — dasjenige, was unsere hingegangenen Toten zu sagen haben. Denn das, was die Toten zu uns sagen, steigt scheinbar aus unserer eigenen Seele herauf. Würden die Menschen überhaupt wissen, wie das Leben wirklich ist, dann würde sich aus diesem Wissen ein ganz besonderes pietätvolles Empfinden entwickeln gegenüber der geistigen Welt, in der wir fortwährend sind und in der unsere Toten sind. Und wir würden wissen bei vielem, was wir tun, daß eigentlich die Toten in uns wirken. Das muß sich in der Geisteswissenschaft nicht als äußerlich theoretisches Wissen entwickeln, sondern als etwas, was als innerliches Leben die Seele immer mehr durchziehen wird. Das muß sich entwickeln, dieses Wissen, daß rings um uns herum wie die Luft, die wir atmen, eine geistige Welt ist, und daß die Toten um uns sind, daß wir nur nicht geeignet sind, sie wahrzunehmen. Diese Toten sprechen zu unserem Inneren, aber unser Inneres, das deuten wir unrichtig aus. Würden wir es richtig deuten, so würden wir gerade durch die Wahrnehmung unseres Inneren uns verbunden wissen mit den Seelen, die die sogenannten Toten sind.
[ 25 ] Also der Moment des Aufwachens ist so, daß der Tote besonders gut an uns herankommt. Es kommt sehr viel an jeden Menschen von Toten heran im Moment des Aufwachens. Nicht wahr, es ist überhaupt vieles von dem, was wir im Leben unternehmen, eigentlich von den Toten oder auch von Wesenheiten der höheren Hierarchien inspiriert; wir schreiben es nur uns zu als aus unserer eigenen Seele herauskommend. Was die Toten sagen, kommt aus unserer Seele heraus. Das Tagesleben kommt heran, der Moment des Aufwachens geht vorüber, und wir sind selten geneigt, die intimen Dinge, die aus unserer Seele aufsteigen, zu beobachten. Und wenn wir sie beobachten, sind wir eitel genug dazu, alles, was aus unserer Seele herauskommt, uns selbst zuzuschreiben. Aber in alledem lebt — viel mehr, als was aus unserer Seele kommt — dasjenige, was unsere hingegangenen Toten zu sagen haben. Denn das, was die Toten zu uns sagen, steigt scheinbar aus unserer eigenen Seele herauf. Würden die Menschen überhaupt wissen, wie das Leben wirklich ist, dann würde sich aus diesem Wissen ein ganz besonderes pietätvolles Empfinden entwickeln gegenüber der geistigen Welt, in der wir fortwährend sind und in der unsere Toten sind. Und wir würden wissen bei vielem, was wir tun, daß eigentlich die Toten in uns wirken. Das muß sich in der Geisteswissenschaft nicht als äußerlich theoretisches Wissen entwickeln, sondern als etwas, was als innerliches Leben die Seele immer mehr durchziehen wird. Das muß sich entwickeln, dieses Wissen, daß rings um uns herum wie die Luft, die wir atmen, eine geistige Welt ist, und daß die Toten um uns sind, daß wir nur nicht geeignet sind, sie wahrzunehmen. Diese Toten sprechen zu unserem Inneren, aber unser Inneres, das deuten wir unrichtig aus. Würden wir es richtig deuten, so würden wir gerade durch die Wahrnehmung unseres Inneren uns verbunden wissen mit den Seelen, die die sogenannten Toten sind.
[ 26 ] Nun ist ein großer Unterschied zwischen den Toten, je nachdem eine Seele durch die Pforte des Todes verhältnismäßig früh geht oder in späteren Jahren. Ob junge Kinder dahinsterben, die uns gerne gehabt haben, oder ob uns als jüngeren Leuten ältere dahinsterben, ist ein großer Unterschied. Wenn man nach den Erfahrungen mit der geistigen Welt diesen Unterschied charakterisieren will, so könnte man es etwa in der folgenden Weise tun. Wenn junge Kinder dahinsterben, so ist das Geheimnis des Zusammenseins mit den Kindern, die gestorben sind, dadurch auszusprechen, daß? man sagt: Geistig betrachtet verliert man eigentlich diese Kinder nicht. Sie bleiben geistig da. Kinder, die früh im Leben sterben, sind eigentlich wirklich in hohem Grade immer geistig unmittelbar da. — Wir werden gleich näher auf die Sache noch eingehen. Ich möchte als Meditationssatz vor Ihre Seelen hinstellen, den man weiter durchdenken kann, daß Kinder, wenn sie uns hinsterben, für uns nicht verloren sind; wir verlieren sie nicht, sie bleiben geistig immer da. Und bei älteren Leuten, die hinsterben, kann man das Umgekehrte sagen. Da kann man sagen: Sie verlieren uns nicht. Kinder verlieren wir nicht und ältere Leute verlieren uns nicht. Ältere Leute, wenn sie hinsterben, haben nämlich eine große Anziehungskraft zu der geistigen Welt, aber sie haben dadurch auch die Macht, so hineinzuwirken in die physische Welt, daß sie an uns leichter herankommen. Sie entfernen sich zwar viel mehr als die Kinder, die bei uns bleiben, von der physischen Welt, aber sie sind mit höheren Wahrnehmungsfähigkeiten ausgestattet als die Leute, die jünger sterben. Sie behalten uns. Wenn man mit verschiedenen Seelen in der geistigen Welt bekannt wird, ob sie jung oder alt gestorben sind: die älter Gestorbenen, die leben dadurch, daß sie die Kraft haben, in Erdenseelen leichter einzudringen, die verlieren die Erdenseelen nicht; und die Kinder, die verlieren wir nicht, die bleiben mehr oder weniger in der Sphäre des Erdenmenschen.
[ 26 ] Nun ist ein großer Unterschied zwischen den Toten, je nachdem eine Seele durch die Pforte des Todes verhältnismäßig früh geht oder in späteren Jahren. Ob junge Kinder dahinsterben, die uns gerne gehabt haben, oder ob uns als jüngeren Leuten ältere dahinsterben, ist ein großer Unterschied. Wenn man nach den Erfahrungen mit der geistigen Welt diesen Unterschied charakterisieren will, so könnte man es etwa in der folgenden Weise tun. Wenn junge Kinder dahinsterben, so ist das Geheimnis des Zusammenseins mit den Kindern, die gestorben sind, dadurch auszusprechen, daß? man sagt: Geistig betrachtet verliert man eigentlich diese Kinder nicht. Sie bleiben geistig da. Kinder, die früh im Leben sterben, sind eigentlich wirklich in hohem Grade immer geistig unmittelbar da. — Wir werden gleich näher auf die Sache noch eingehen. Ich möchte als Meditationssatz vor Ihre Seelen hinstellen, den man weiter durchdenken kann, daß Kinder, wenn sie uns hinsterben, für uns nicht verloren sind; wir verlieren sie nicht, sie bleiben geistig immer da. Und bei älteren Leuten, die hinsterben, kann man das Umgekehrte sagen. Da kann man sagen: Sie verlieren uns nicht. Kinder verlieren wir nicht und ältere Leute verlieren uns nicht. Ältere Leute, wenn sie hinsterben, haben nämlich eine große Anziehungskraft zu der geistigen Welt, aber sie haben dadurch auch die Macht, so hineinzuwirken in die physische Welt, daß sie an uns leichter herankommen. Sie entfernen sich zwar viel mehr als die Kinder, die bei uns bleiben, von der physischen Welt, aber sie sind mit höheren Wahrnehmungsfähigkeiten ausgestattet als die Leute, die jünger sterben. Sie behalten uns. Wenn man mit verschiedenen Seelen in der geistigen Welt bekannt wird, ob sie jung oder alt gestorben sind: die älter Gestorbenen, die leben dadurch, daß sie die Kraft haben, in Erdenseelen leichter einzudringen, die verlieren die Erdenseelen nicht; und die Kinder, die verlieren wir nicht, die bleiben mehr oder weniger in der Sphäre des Erdenmenschen.
[ 27 ] Das kann man auch noch an etwas anderem charakterisieren. Sehen Sie, auch für das, was der Mensch so mit seiner Seele auf dem gewöhnlichen physischen Plane erlebt, hat er ja nicht eigentlich immer die ganz tiefen Empfindungen. Wenn uns Menschen hinsterben, so haben wir Trauer; Schmerz empfinden wir darüber. Ich habe oftmals gesagt, gerade wenn uns selber gute Freunde aus der Gesellschaft gestorben sind: Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft hat nicht die Aufgabe, in schaler Weise die Leute über den Schmerz zu trösten, ihnen den Schmerz auszureden. Schmerz ist berechtigt, man soll stark werden, ihn zu tragen, aber man soll ihn sich nicht ausreden lassen. Aber man unterscheidet mit Bezug auf den Schmerz nicht danach, ob man diesen Schmerz über den Hingang Jung Verstorbener oder den Hingang älterer Menschen hat. Und dennoch, geistig angesehen ist da ein großer, großer Unterschied. Man kann sagen: Derjenige, der hier als Hinterbliebener ist, hat mit Bezug auf Kinder, die ihm hinweggestorben sind, seien es seine eigenen oder solche, die er sonst geliebt hat, er hat, wenn ich es technisch sozusagen ausdrücken darf, einen gewissen Mitgefühlsschmerz. — Kinder bleiben eigentlich bei uns, und dadurch, daß wir mit ihnen verbunden waren, bleiben sie uns so nahe, übertragen sie ihren Schmerz auf unsere Seelen, und wir fühlen ihren Schmerz, daß sie noch gerne da wären. Dadurch wird ihnen der Schmerz leichter, daß wir ihn mittragen. Eigentlich fühlt das Kind in uns. Es ist gut, wenn es mit uns fühlen kann, dadurch wird ihm sein Schmerz erleichtert. Dagegen kann man den Schmerz, den wir empfinden, wenn ältere Menschen dahinsterben, seien es die Eltern oder auch Freunde, einen egoistischen Schmerz nennen. Der älter Gestorbene, der verliert uns nicht, er hat daher auch nicht das Gefühl, das der jung Verstorbene hat. Er behält uns, er verliert uns nicht. Wir hier im Leibe, wir haben das Gefühl, daß wir ihn verloren haben; daher geht der Schmerz nur uns an. Es ist ein egoistischer Schmerz. Wir fühlen nicht sein Gefühl wie bei den Kindern, sondern fühlen den Schmerz für uns.
[ 27 ] Das kann man auch noch an etwas anderem charakterisieren. Sehen Sie, auch für das, was der Mensch so mit seiner Seele auf dem gewöhnlichen physischen Plane erlebt, hat er ja nicht eigentlich immer die ganz tiefen Empfindungen. Wenn uns Menschen hinsterben, so haben wir Trauer; Schmerz empfinden wir darüber. Ich habe oftmals gesagt, gerade wenn uns selber gute Freunde aus der Gesellschaft gestorben sind: Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft hat nicht die Aufgabe, in schaler Weise die Leute über den Schmerz zu trösten, ihnen den Schmerz auszureden. Schmerz ist berechtigt, man soll stark werden, ihn zu tragen, aber man soll ihn sich nicht ausreden lassen. Aber man unterscheidet mit Bezug auf den Schmerz nicht danach, ob man diesen Schmerz über den Hingang Jung Verstorbener oder den Hingang älterer Menschen hat. Und dennoch, geistig angesehen ist da ein großer, großer Unterschied. Man kann sagen: Derjenige, der hier als Hinterbliebener ist, hat mit Bezug auf Kinder, die ihm hinweggestorben sind, seien es seine eigenen oder solche, die er sonst geliebt hat, er hat, wenn ich es technisch sozusagen ausdrücken darf, einen gewissen Mitgefühlsschmerz. — Kinder bleiben eigentlich bei uns, und dadurch, daß wir mit ihnen verbunden waren, bleiben sie uns so nahe, übertragen sie ihren Schmerz auf unsere Seelen, und wir fühlen ihren Schmerz, daß sie noch gerne da wären. Dadurch wird ihnen der Schmerz leichter, daß wir ihn mittragen. Eigentlich fühlt das Kind in uns. Es ist gut, wenn es mit uns fühlen kann, dadurch wird ihm sein Schmerz erleichtert. Dagegen kann man den Schmerz, den wir empfinden, wenn ältere Menschen dahinsterben, seien es die Eltern oder auch Freunde, einen egoistischen Schmerz nennen. Der älter Gestorbene, der verliert uns nicht, er hat daher auch nicht das Gefühl, das der jung Verstorbene hat. Er behält uns, er verliert uns nicht. Wir hier im Leibe, wir haben das Gefühl, daß wir ihn verloren haben; daher geht der Schmerz nur uns an. Es ist ein egoistischer Schmerz. Wir fühlen nicht sein Gefühl wie bei den Kindern, sondern fühlen den Schmerz für uns.
[ 28 ] Man kann wirklich diese zwei Arten des Schmerzes sehr genau unterscheiden: Egoistischer Schmerz älteren Leuten gegenüber, Mitgefühlsschmerz für jüngere Leute. Das Kind lebt in uns weiter, und wir fühlen eigentlich, was das Kind fühlt. So richtig mit unserer eigenen Seele traurig sind wir nur den älteren Dahingestorbenen gegenüber. Dies ist nicht bedeutungslos.
[ 28 ] Man kann wirklich diese zwei Arten des Schmerzes sehr genau unterscheiden: Egoistischer Schmerz älteren Leuten gegenüber, Mitgefühlsschmerz für jüngere Leute. Das Kind lebt in uns weiter, und wir fühlen eigentlich, was das Kind fühlt. So richtig mit unserer eigenen Seele traurig sind wir nur den älteren Dahingestorbenen gegenüber. Dies ist nicht bedeutungslos.
[ 29 ] Nun, gerade an solch einer Sache kann man so recht sehen, daß das Wissen von der geistigen Welt doch eine große Bedeutung hat. Denn sehen Sie: Nach diesem kann sich in gewissem Sinne der Totenkultus schon einrichten. Dem Kinde gegenüber, das uns hingestorben ist, wird das ganz Individuelle im Totenkultus nicht ganz angebracht sein, sondern dem Kinde gegenüber, weil das ja ohnedies in uns weiterlebt und bei uns bleibt, ist es gut, wenn man das Andenken so belebt, daß es mehr ins Allgemeine geht, daß man dem mit uns lebenden Kinde etwas Allgemeines gibt. Daher ist zum Beispiel bei dem Totenkultus für Kinder das Zeremoniell bei der Leichenfeier vorzuziehen gegenüber einer besonderen Leichenrede. Ich möchte sagen, auf die beiden Konfessionen, katholische und protestantische, verteilt sich da je nachdem das Bessere. Der Katholizismus hat nicht die eigentliche Leichenrede, sondern ein Trauerzeremoniell, einen Ritus. Das ist etwas Allgemeines, das ist für alle gleich. Dasjenige nun, was für alle gleich sein kann, ist besonders für Kinder gut; wenn wir das Andenken überhaupt so einrichten können, daß es für alle gleich sein kann. Für den älter Gestorbenen ist das Individuelle bedeutsamer. Bei den älter Gestorbenen wird das beste Trauerzeremoniell das sein, wenn wir geradezu sein Leben betrachten. Das Protestantische, die besondere Leichenrede, die sich auf das Leben des Toten bezieht, wird große Bedeutung haben für den Hingestorbenen; da würde der katholische Ritus weniger Bedeutung haben. Aber auch sonst im Andenken an den Toten: Für das Kind ist es am besten, man versetzt sich in eine Stimmung, wo man verbunden ist mit dem Kinde; dann versucht man Gedanken an das Kind zu richten, die dann zu ihm hinziehen werden beim Einschlafen. Diese Gedanken können mehr allgemein gehalten sein, also zum Beispiel Dinge, die mehr oder weniger an alle Toten gerichtet werden können. Bei Älteren, da ist es schon notwendig, daß man im Andenken an diesen speziellen Menschen sich richtet, daß man also individuell an diesen speziellen Menschen sich richtet und nachdenkt über dasjenige, was ihm nahegelegen hat, was man mit ihm gemeinschaftlich durchlebt hat. Namentlich ist es von großer Bedeutung bei einem älteren Menschen, um mit ihm in den richtigen Verkehr zu kommen, sich sein Wesen zu vergegenwärtigen, sein Wesen in einem selbst lebendig zu machen. Also nicht bloß, daß man sich erinnert an das, was er einem gesagt hat und wofür man besonderes Gefühl hatte, sondern was er als Individualität war, was er wert war für die Welt: das in sich rege zu machen, das wird einen befähigen, zu einem älteren Verstorbenen in Beziehung zu kommen und das richtige Andenken zu haben. Sie sehen also: Für die Pietät, die wir entwickeln, hat es Bedeutung, zu wissen, wie man sich verhalten muß zu jüngeren und älteren Verstorbenen.
[ 29 ] Nun, gerade an solch einer Sache kann man so recht sehen, daß das Wissen von der geistigen Welt doch eine große Bedeutung hat. Denn sehen Sie: Nach diesem kann sich in gewissem Sinne der Totenkultus schon einrichten. Dem Kinde gegenüber, das uns hingestorben ist, wird das ganz Individuelle im Totenkultus nicht ganz angebracht sein, sondern dem Kinde gegenüber, weil das ja ohnedies in uns weiterlebt und bei uns bleibt, ist es gut, wenn man das Andenken so belebt, daß es mehr ins Allgemeine geht, daß man dem mit uns lebenden Kinde etwas Allgemeines gibt. Daher ist zum Beispiel bei dem Totenkultus für Kinder das Zeremoniell bei der Leichenfeier vorzuziehen gegenüber einer besonderen Leichenrede. Ich möchte sagen, auf die beiden Konfessionen, katholische und protestantische, verteilt sich da je nachdem das Bessere. Der Katholizismus hat nicht die eigentliche Leichenrede, sondern ein Trauerzeremoniell, einen Ritus. Das ist etwas Allgemeines, das ist für alle gleich. Dasjenige nun, was für alle gleich sein kann, ist besonders für Kinder gut; wenn wir das Andenken überhaupt so einrichten können, daß es für alle gleich sein kann. Für den älter Gestorbenen ist das Individuelle bedeutsamer. Bei den älter Gestorbenen wird das beste Trauerzeremoniell das sein, wenn wir geradezu sein Leben betrachten. Das Protestantische, die besondere Leichenrede, die sich auf das Leben des Toten bezieht, wird große Bedeutung haben für den Hingestorbenen; da würde der katholische Ritus weniger Bedeutung haben. Aber auch sonst im Andenken an den Toten: Für das Kind ist es am besten, man versetzt sich in eine Stimmung, wo man verbunden ist mit dem Kinde; dann versucht man Gedanken an das Kind zu richten, die dann zu ihm hinziehen werden beim Einschlafen. Diese Gedanken können mehr allgemein gehalten sein, also zum Beispiel Dinge, die mehr oder weniger an alle Toten gerichtet werden können. Bei Älteren, da ist es schon notwendig, daß man im Andenken an diesen speziellen Menschen sich richtet, daß man also individuell an diesen speziellen Menschen sich richtet und nachdenkt über dasjenige, was ihm nahegelegen hat, was man mit ihm gemeinschaftlich durchlebt hat. Namentlich ist es von großer Bedeutung bei einem älteren Menschen, um mit ihm in den richtigen Verkehr zu kommen, sich sein Wesen zu vergegenwärtigen, sein Wesen in einem selbst lebendig zu machen. Also nicht bloß, daß man sich erinnert an das, was er einem gesagt hat und wofür man besonderes Gefühl hatte, sondern was er als Individualität war, was er wert war für die Welt: das in sich rege zu machen, das wird einen befähigen, zu einem älteren Verstorbenen in Beziehung zu kommen und das richtige Andenken zu haben. Sie sehen also: Für die Pietät, die wir entwickeln, hat es Bedeutung, zu wissen, wie man sich verhalten muß zu jüngeren und älteren Verstorbenen.
[ 30 ] Bedenken Sie, wie sehr es für die Gegenwart immerhin in Betracht kommt, wo so viele Leute in jüngeren Jahren sterben, sich sagen zu können: Sie sind eigentlich in einem hohen Grade immer da, sie sind nicht verloren für die Welt. — Ich habe das zu Ihnen auch hier schon von anderen Gesichtspunkten aus gesagt, aber man muß im Geistigen die Dinge von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachten. Und bringt man es zuwege, Bewußtsein zu haben von der geistigen Welt, dann wird aus dieser unendlichen Traurigkeit der Gegenwart wohl das eine in geistiger Beziehung sich entwickeln können, daß, weil die Toten dageblieben sind, sofern es junge Leute sind, durch diese Gemeinschaft mit den Toten ein reges geistiges Leben entstehen kann. Das wird entstehen, wenn der Materialismus nicht so stark seine Kraft entfalten kann, daß Ahriman die Fänge ausstrecken und über alle Menschenkraft siegen kann.
[ 30 ] Bedenken Sie, wie sehr es für die Gegenwart immerhin in Betracht kommt, wo so viele Leute in jüngeren Jahren sterben, sich sagen zu können: Sie sind eigentlich in einem hohen Grade immer da, sie sind nicht verloren für die Welt. — Ich habe das zu Ihnen auch hier schon von anderen Gesichtspunkten aus gesagt, aber man muß im Geistigen die Dinge von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachten. Und bringt man es zuwege, Bewußtsein zu haben von der geistigen Welt, dann wird aus dieser unendlichen Traurigkeit der Gegenwart wohl das eine in geistiger Beziehung sich entwickeln können, daß, weil die Toten dageblieben sind, sofern es junge Leute sind, durch diese Gemeinschaft mit den Toten ein reges geistiges Leben entstehen kann. Das wird entstehen, wenn der Materialismus nicht so stark seine Kraft entfalten kann, daß Ahriman die Fänge ausstrecken und über alle Menschenkraft siegen kann.
[ 31 ] Das, was ich Ihnen heute gesagt habe, ist eben von der Art, daß gewiß mancher hier sich sagen kann auf dem physischen Plan: Ja, es liegt mir fern; ich möchte lieber etwas haben, was man morgens und abends machen kann, um in das richtige Verhältnis zur geistigen Welt zu kommen. — Man denkt dann aber nicht ganz richtig. Der geistigen Welt gegenüber kommt es wirklich darauf an, daß man überhaupt über sie Gedanken entwickelt. Und wenn einem auch scheinbar die Toten fern stehen und einem das eigene Leben nahe liegt: daß wir gerade solche Gedanken, wie sie heute entwickelt worden sind, durch unsere Seelen ziehen lassen, daß wir etwas, was dem unmittelbaren äußeren Leben scheinbar fremd gegenübersteht, durchdenken, das ist etwas, was unsere Seelen höher bringt, was unseren Seelen geistige Kraft und geistige Nahrung gibt. Denn nicht das, was einem scheinbar naheliegt, bringt einen in die geistige Welt hinein, sondern das, was aus der geistigen Welt zuerst herauskommt. Daher scheuen Sie es nicht, solche Gedanken gerade immer durchzudenken, diese Gedanken in der Seele öfter leben zu lassen. Denn es gibt nichts Wichtigeres für das Leben, auch sogar für das materielle Leben, als durchgreifende Überzeugungen von dem Zusammensein mit dem Geistigen haben zu können. Hätten die Menschen der neueren Zeit den Zusammenhang mit dem Geistigen nicht so sehr verloren, so wären diese schwierigen Zeiten in der Gegenwart nicht gekommen. Diesen tieferen Zusammenhang sehen nur die wenigsten Menschen heute ein; in der Zukunft wird er schon eingesehen werden. Heute glaubt man: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, hört seine Tätigkeit in bezug auf die physische Welt auf. Nein, sie hört nicht auf. Ein fortwährender reger Verkehr findet statt zwischen den sogenannten Toten und den sogenannten Lebenden. Und wir können sagen: Diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, sie haben nicht aufgehört, da zu sein, nur unsere Augen haben aufgehört, sie zu sehen; sie aber sind da. Unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Willensimpulse, sie stehen mit ihnen in Verbindung. Denn gerade auch für die Toten gilt das Evangelienwort: «Suchet sie nicht in äußeren Gebärden, das Reich des Geistes ist mitten unter euch.»
[ 31 ] Das, was ich Ihnen heute gesagt habe, ist eben von der Art, daß gewiß mancher hier sich sagen kann auf dem physischen Plan: Ja, es liegt mir fern; ich möchte lieber etwas haben, was man morgens und abends machen kann, um in das richtige Verhältnis zur geistigen Welt zu kommen. — Man denkt dann aber nicht ganz richtig. Der geistigen Welt gegenüber kommt es wirklich darauf an, daß man überhaupt über sie Gedanken entwickelt. Und wenn einem auch scheinbar die Toten fern stehen und einem das eigene Leben nahe liegt: daß wir gerade solche Gedanken, wie sie heute entwickelt worden sind, durch unsere Seelen ziehen lassen, daß wir etwas, was dem unmittelbaren äußeren Leben scheinbar fremd gegenübersteht, durchdenken, das ist etwas, was unsere Seelen höher bringt, was unseren Seelen geistige Kraft und geistige Nahrung gibt. Denn nicht das, was einem scheinbar naheliegt, bringt einen in die geistige Welt hinein, sondern das, was aus der geistigen Welt zuerst herauskommt. Daher scheuen Sie es nicht, solche Gedanken gerade immer durchzudenken, diese Gedanken in der Seele öfter leben zu lassen. Denn es gibt nichts Wichtigeres für das Leben, auch sogar für das materielle Leben, als durchgreifende Überzeugungen von dem Zusammensein mit dem Geistigen haben zu können. Hätten die Menschen der neueren Zeit den Zusammenhang mit dem Geistigen nicht so sehr verloren, so wären diese schwierigen Zeiten in der Gegenwart nicht gekommen. Diesen tieferen Zusammenhang sehen nur die wenigsten Menschen heute ein; in der Zukunft wird er schon eingesehen werden. Heute glaubt man: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, hört seine Tätigkeit in bezug auf die physische Welt auf. Nein, sie hört nicht auf. Ein fortwährender reger Verkehr findet statt zwischen den sogenannten Toten und den sogenannten Lebenden. Und wir können sagen: Diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind, sie haben nicht aufgehört, da zu sein, nur unsere Augen haben aufgehört, sie zu sehen; sie aber sind da. Unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Willensimpulse, sie stehen mit ihnen in Verbindung. Denn gerade auch für die Toten gilt das Evangelienwort: «Suchet sie nicht in äußeren Gebärden, das Reich des Geistes ist mitten unter euch.»
[ 32 ] So soll man auch nicht die Toten suchen durch irgendwelche Äußerlichkeiten, sondern man soll nur sich recht bewußt werden, daß sie fortwährend da sind. Alles geschichtliche, alles soziale, alles ethische Leben geht durch das Zusammenwirken der sogenannten Lebenden mit den sogenannten Toten vor sich, und der Mensch kann eine besondere Stärkung seines ganzen Wesens dadurch erleben, daß er sich immer mehr und mehr durchdringt nicht nur mit dem Bewußtsein, das ihm kommt, wenn er einen sicheren Stand hier in der physischen Welt hat, sondern auch sich durchdringt mit dem Bewußtsein, das ihm kommt, wenn er sich aus rechtem innerem Sinne heraus gegenüber den lieben Dahingegangenen zu sagen vermag: Die Toten, sie sind mitten unter uns. — Denn dieses gehört auch zu einem rechten Wissen, zu einer rechten Erkenntnis von der geistigen Welt, die sich aus verschiedenen Stücken zusammensetzt. Man kann sagen: von der geistigen Welt wissen wir im rechten Sinne, wenn die Art, wie wir denken, wie wir sprechen über diese geistige Welt, aus dieser geistigen Welt selbst heraus ist.
[ 32 ] So soll man auch nicht die Toten suchen durch irgendwelche Äußerlichkeiten, sondern man soll nur sich recht bewußt werden, daß sie fortwährend da sind. Alles geschichtliche, alles soziale, alles ethische Leben geht durch das Zusammenwirken der sogenannten Lebenden mit den sogenannten Toten vor sich, und der Mensch kann eine besondere Stärkung seines ganzen Wesens dadurch erleben, daß er sich immer mehr und mehr durchdringt nicht nur mit dem Bewußtsein, das ihm kommt, wenn er einen sicheren Stand hier in der physischen Welt hat, sondern auch sich durchdringt mit dem Bewußtsein, das ihm kommt, wenn er sich aus rechtem innerem Sinne heraus gegenüber den lieben Dahingegangenen zu sagen vermag: Die Toten, sie sind mitten unter uns. — Denn dieses gehört auch zu einem rechten Wissen, zu einer rechten Erkenntnis von der geistigen Welt, die sich aus verschiedenen Stücken zusammensetzt. Man kann sagen: von der geistigen Welt wissen wir im rechten Sinne, wenn die Art, wie wir denken, wie wir sprechen über diese geistige Welt, aus dieser geistigen Welt selbst heraus ist.
[ 33 ] Der Satz: Die Toten sind mitten unter uns — er ist selbst eine Bekräftigung der geistigen Welt, und nur die geistige Welt kann uns ein wahres Bewußtsein davon hervorrufen, daß die Toten mitten unter uns sind.
[ 33 ] Der Satz: Die Toten sind mitten unter uns — er ist selbst eine Bekräftigung der geistigen Welt, und nur die geistige Welt kann uns ein wahres Bewußtsein davon hervorrufen, daß die Toten mitten unter uns sind.
