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The Fundamental Social Demand of Our Time
In a Different Context
GA 186

1 December 1918, Dornach

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Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Es war mir bei diesen Betrachtungen daran gelegen, einige Streiflichter zu werfen auf die Gestalt, die das soziale Denken in der Gegenwart annehmen sollte. Ich möchte heute zu dem Betrachteten einiges hinzufügen, das Ihnen Gelegenheit geben kann, diese Dinge auf ein höheres Niveau zu rücken, was wirklich eben nach den besonderen Anforderungen des Geistes unseres Zeitalters sehr notwendig ist. Alle die Dinge, die ich vorgebracht habe, und die ich noch vorbringen werde — ich möchte dies noch einmal wiederholen —, bitte ich Sie, so zu betrachten, daß damit nicht eine Kritik der Zeit, der Verhältnisse gemeint ist, sondern daß lediglich Materialien geliefert werden sollen zur Richtung des Urteiles, Materialien, die eine Grundlage geben können, um einsichtsvoll die Verhältnisse überschauen zu können. Der geisteswissenschaftliche Gesichtspunkt kann nicht der sein, etwa eine soziale Kritik zu geben, sondern lediglich der, ohne Pessimismus und ohne Optimismus auf das hinzuweisen, was ist. Deshalb ist man ja natürlich doch immer genötigt, Worte zu gebrauchen, die von dem einen oder dem andern so aufgefaßt werden, als ob man die eine oder die andere Gesellschaftsklasse kritisieren wollte. Das ist nicht der Fall. Wenn hier von Bourgeoisie gesprochen wird, so wird so gesprochen wie eben von einer historisch notwendigen Erscheinung, nicht, daß irgendein Vorwurf gegen das erhoben werden soll, was ja von einem gewissen geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte aus eben einfach notwendig war. Und so bitte ich auch die Dinge aufzufassen, die ich heute vorbringen werde.

[ 1 ] In these reflections, I sought to shed some light on the form that social thought should take in the present day. Today I would like to add a few things to what has been discussed, which may give you the opportunity to elevate these matters to a higher level—something that is truly necessary in light of the specific demands of the spirit of our age. All the points I have raised—and those I will yet raise—I ask you, please—and I would like to repeat this once more—to view them not as a critique of the times or of current conditions, but merely as material intended to guide your judgment—material that can provide a foundation for gaining an insightful overview of the situation. The spiritual-scientific perspective cannot be to offer social criticism, but merely to point out, without pessimism or optimism, what is. That is why one is, of course, always compelled to use words that are interpreted by some as if one were intending to criticize one social class or another. That is not the case. When we speak here of the bourgeoisie, we do so as a historically necessary phenomenon, not to level any accusation against it—for from a certain humanistic perspective, it was simply a necessity. And so I ask that you understand the points I will present today in the same light.

[ 2 ] Zunächst gehen wir von dem umfassenden Impuls aus, der, wie allen oder einer großen Anzahl von menschlichen Bewegungen, so der heutigen proletarischen sozialen Forderung, mehr oder weniger ausgesprochen und auch mehr oder weniger instinktiv und unbewußt, konfus und unklar, aber doch stark zugrunde liegt. Das ist der, daß ein gewisses Ideal besteht, eine soziale Ordnung herzustellen, welche nach allen Seiten hin befriedigend ist. Man hat ja, wenn man das, was da zugrunde liegt, radikal — und deshalb eben falsch — charakterisieren will, Gelegenheit, zu sagen: Es wird versucht, eine soziale Ordnung auszudenken und zu verwirklichen, welche das Paradies auf Erden oder wenigstens allen Menschen jenen menschenwürdigen Glückszustand bringen soll, der eben in unserer Zeit von der proletarischen Bevölkerung als ein wünschenswerter angesehen wird. — «Lösung der sozialen Frage» nennt man das, und das, was ich eben gesagt habe, steckt instinktiv hinter dem, was man Lösung der sozialen Frage nennt.

[ 2 ] To begin with, we start from the overarching impulse that underlies—more or less explicitly, and also more or less instinctively and unconsciously, confusingly and unclearly, yet strongly—not only all human movements or a large number of them, but also today’s proletarian social demand. This impulse is the existence of a certain ideal: to establish a social order that is satisfactory in every respect. Indeed, if one wishes to characterize what lies at the root of this in a radical—and therefore mistaken—way, one might say: An attempt is being made to conceive and realize a social order that is intended to bring about paradise on earth, or at least to bring all people that dignified state of happiness which, in our time, is regarded by the proletarian population as desirable. — This is called the “solution to the social question,” and what I have just said instinctively underlies what is called the solution to the social question.

[ 3 ] Nun, mit Bezug auf diese Lösung der sozialen Frage ist es notwendig, daß der Geisteswissenschafter, der auf keinem Gebiete sich Illusionen hingeben, sondern die Wirklichkeit betrachten soll, sich auch da keinen Illusionen hingibt. Denn das ist gerade auf diesem Gebiete das Wesentliche, daß die Menschen, die diese Dinge anstreben, nicht von illusionsfreiem Standpunkte ausgehen, sondern von einem Gesichtspunkte aus, vor den sich eine große Summe von Illusionen stellt, vor allem die eine Grundillusion, daß es möglich sei, die soziale Frage zu «lösen».

[ 3 ] Now, with regard to this solution to the social question, it is necessary that the scholar of the humanities—who should not indulge in illusions in any field but rather observe reality—not indulge in illusions here either. For this is precisely what is essential in this field: that the people who strive for these things do not proceed from a standpoint free of illusions, but from a perspective confronted by a great multitude of illusions—above all, the fundamental illusion that it is possible to “solve” the social question.

[ 4 ] Es hängt in einer gewissen Weise damit zusammen, daß unsere Zeit kein Bewußtsein hat von der Differenz zwischen dem physischen Plan und den geistigen Welten; daß diese unsere Zeit gewissermaßen instinktiv den physischen Plan für die einzige Welt ansieht und auf diesen physischen Plan das Paradies zaubern möchte. Dadurch ist sie genötigt, zu glauben, daß der Mensch entweder verurteilt ist, nirgends Gerechtigkeit, nirgends Harmonisierung seiner Triebe und Bedürfnisse zu finden, oder sie eben innerhalb des physischen Erdendaseins zu finden. Der physische Plan aber zeigt sich für denjenigen, der die Welt imaginativ betrachtet, der also auf die wahre Wirklichkeit geht, so, daß man sagen muß: Auf ihm gibt es keine Vollkommenheit, sondern nur Unvollkommenheit. — Daher ist es unmöglich, von einer restlosen Lösung der sozialen Frage überhaupt zu sprechen. Sie können, wie Sie wollen, aus allen Tiefen des Erkennens heraus die soziale Frage zu lösen versuchen, sie ist niemals in dem Sinne zu lösen, wie heute sehr viele Menschen glauben. Das aber darf nicht dazu führen, daß man sagt: Nun, wenn die soziale Frage eben nicht zu lösen ist, dann lassen wir es stehen, dann lassen wir den ganzen alten Kohl weitergehen. — Die Sache ist nämlich wie bei einem Pendel: die Kraft zum Hinaufschwung wird beim Herunterschwingen als Fallkraft gewonnen. Wie also gerade die entgegengesetzte Kraft angesammelt wird beim Herunterschwung, die dann verbraucht wird beim Hinaufschwung, so ist es in rhythmischer Folge im geschichtlichen Leben der Menschheit. Was Sie für ein gewisses Zeitalter finden können als die vollkommenste soziale Ordnung, überhaupt als irgendeine Ordnung: Wenn Sie es realisieren, so verbraucht es sich und führt nach einiger Zeit wiederum in die Unordnung hinein. Das Evolutionsleben ist nicht ein solches, daß es gleichmäßig aufsteigend ist, sondern das Evolutionsleben verläuft in Ebbe und Flut, verläuft in einer Wellenschwingung. Und durch das Beste, was Sie einrichten, wenn Sie es realisieren auf dem physischen Plan, rufen Sie Zustände hervor, welche nach der entsprechenden Zeit die Vernichtung desjenigen bewirken, was Sie eingerichtet haben. Es würde ganz anders um die Menschheit stehen, wenn man dieses unerbittliche Gesetz der Notwendigkeit im geschichtlichen Geschehen gehörig erkennen würde. Man würde dann nicht glauben, daß man im absoluten Sinne ein Paradies auf Erden begründen kann, aber man würde genötigt sein, hinzuschauen auf das zyklische Gesetz der Menschheitsevolution. Und indem man eine absolute Beantwortung der Frage: Wie soll das soziale Leben sich gestalten? — ausschließt, wird man das Richtige tun, wenn man fragt: Was muß für unser Zeitalter getan werden? Was erfordern gerade die Impulse unseres fünften nachatlantischen Zeitalters? Was will sich in Wirklichkeit umsetzen? — Indem man sich bewußt ist, daß dasjenige, was man realisiert, sich im zyklischen Umschwunge notwendigerweise wieder vernichten wird, muß man sich klar sein, daß man nur in dieser relativen Weise, indem man die Entwickelungsimpulse eines bestimmten Zeitalters erkennt, auch sozial denken kann. Man muß mit der Wirklichkeit arbeiten. Man arbeitet gegen die Wirklichkeit, wenn man glaubt, mit abstrakt-absoluten Idealen irgend etwas einrichten zu können. Für den Geisteswissenschafter, der die Realität, nicht die Illusion, ins Auge fassen will, beschränkt sich eben die Frage so: Was will sich unmittelbar in der gegenwärtigen Wirklichkeit realisieren?

[ 4 ] This is related, in a certain sense, to the fact that our age has no awareness of the difference between the physical plane and the spiritual worlds; that our age, as it were, instinctively regards the physical plane as the only world and wishes to conjure up paradise on this physical plane. Consequently, it is compelled to believe that human beings are either doomed to find no justice anywhere, no harmonization of their instincts and needs, or to find them precisely within physical earthly existence. But to those who view the world imaginatively—that is, who delve into true reality—the physical plane reveals itself in such a way that one must say: There is no perfection on it, only imperfection. — Therefore, it is impossible to speak of a complete solution to the social question at all. You can try, as much as you like, to solve the social question from the deepest depths of knowledge, but it can never be solved in the sense that so many people believe today. But that must not lead us to say: “Well, if the social question simply cannot be solved, then let’s leave it be; let’s let the whole old mess continue.” — The matter is, in fact, like a pendulum: the force for the upward swing is gained as gravitational force during the downward swing. Just as the opposite force is accumulated during the downward swing—which is then expended during the upward swing—so it is in a rhythmic sequence in the historical life of humanity. Whatever you may consider the most perfect social order—or indeed any kind of order—for a given era: once you put it into practice, it exhausts itself and, after some time, leads back into disorder. The course of evolution is not one of steady ascent, but rather proceeds in ebbs and flows, in a wave-like oscillation. And even the best system you establish—once you realize it on the physical plane—brings about conditions that, after a certain time, lead to the destruction of what you have established. The situation of humanity would be quite different if people properly recognized this inexorable law of necessity in historical events. People would then not believe that one can establish a paradise on earth in the absolute sense, but they would be compelled to look at the cyclical law of human evolution. And by ruling out an absolute answer to the question: “How should social life be shaped?”—one will be doing the right thing by asking: “What must be done for our age?” What, specifically, do the impulses of our fifth post-Atlantean epoch require? What is actually seeking to be realized? — By being aware that what one realizes will necessarily be destroyed again in the cyclical turn of events, one must be clear that it is only in this relative way—by recognizing the developmental impulses of a particular epoch—that one can think socially. One must work with reality. One works against reality if one believes that one can bring about anything through abstract, absolute ideals. For the scholar of the spiritual sciences who wishes to look at reality—not illusion—the question is simply this: What is seeking to be realized directly in the present reality?

[ 5 ] Von diesem Gesichtspunkt waren auch die gestrigen Auseinandersetzungen gemeint, und Sie interpretieren mich ganz falsch, wenn Sie glauben, daß ich meine, daß ein absolutes Paradies dadurch hervorgerufen wird, daß etwa das Arbeitserträgnis von der Arbeit getrennt wird. Vielmehr betrachte ich das aus den tieferen Gesetzen der Menschheitsentwickelung heraus nur als eine Notwendigkeit, die jetzt geschehen muß. Denn hinter dem, was die Menschen im Bewußtsein haben, wonach namentlich die proletarische Lebensauffassung drängt, wenn sie auch die Dinge zuweilen in so radikale Forderungen drängt wie die, welche ich Ihnen gestern als die bolschewistischen aufgezählt habe, liegt ja dasjenige, was sie instinktiv verwirklichen wollen. Und wer auf die Wirklichkeit geht, läßt sich nicht Programme vorlegen, auch nicht das der russischen Räte-Republik, sondern er geht darauf, dasjenige anzuschauen, was heute noch instinktiv hinter diesen Dingen ist, die man äußerlich, stammelnd ausdrückt. Darauf kommt es an; sonst wird man niemals mit diesen Dingen zurechtkommen, wenn man das nicht so ansieht. Dasjenige, wonach instinktiv gestrebt wird, ist eben ganz und gar gelegen in dem Grundcharakter unseres fünften nachatlantischen Zeitraums, der sich wesentlich unterscheidet zum Beispiel von dem vorhergehenden vierten, dem griechisch-lateinischen, oder wieder von dem vorhergehenden dritten, dem ägyptisch-chaldäischen. Die Menschen müssen heute in sozialer Beziehung nicht als einzelne individuelle Wesen, sondern in sozialer Beziehung da, wo sie gruppenhaft auftreten, etwas ganz Bestimmtes wollen. Und das wollen sie auch instinktiv. Sie wollen heute, was im vierten nachatlantischen Zeitraum, was bis ins fünfzehnte Jahrhundert unserer christlichen Zeitrechnung noch nicht gewollt werden konnte, ein menschenwürdiges Dasein, das heißt, in der sozialen Ordnung widergespiegelt, eine Erfüllung desjenigen, was diesem Zeitraum als Menschheitsideal vorschwebt. Die Menschen wollen heute instinktiv, daß sich widerspiegle das, was der Mensch ist, in der sozialen Struktur.

[ 5 ] That was also the point of view from which I was referring to yesterday’s debates, and you are completely misinterpreting me if you believe that I mean an absolute paradise will be brought about by, for example, separating the fruits of labor from the labor itself. Rather, based on the deeper laws of human development, I regard this merely as a necessity that must now come to pass. For behind what people are conscious of—and toward which the proletarian worldview in particular is driving them, even if it sometimes pushes things toward such radical demands as those I listed for you yesterday as Bolshevik—lies what they instinctively want to bring about. And anyone who approaches reality does not allow themselves to be presented with programs—not even that of the Russian Soviet Republic—but rather sets out to observe what still lies instinctively behind these things, which are expressed outwardly and haltingly. That is what matters; otherwise, one will never come to terms with these things if one does not view them in this way. That which is instinctively strived for is entirely rooted in the fundamental character of our fifth post-Atlantean epoch, which differs significantly, for example, from the preceding fourth—the Greco-Latin—or again from the preceding third—the Egyptian-Chaldean. In social terms, people today must not act as isolated individuals, but rather, when they come together in groups, they must strive for something very specific. And they desire this instinctively. What they desire today—something that could not yet be desired during the fourth post-Atlantean epoch, which lasted until the fifteenth century of our Christian era—is a life worthy of human dignity; that is, reflected in the social order, a fulfillment of what this epoch envisions as the ideal of humanity. People today instinctively want the social structure to reflect what it means to be human.

[ 6 ] Das war im dritten nachatlantischen, im ägyptisch-chaldäischen Zeitraum anders. Und noch anders war es vorher im zweiten. Dieser zweite Zeitraum, also der urpersische, der hatte den Menschen noch ganz in seiner Innerlichkeit; da war der Mensch noch ganz innerlich. Da forderte der Mensch instinktiv, nicht äußerlich in der Welt das wiederzuerkennen, was er innerlich als Bedürfnisse hatte; da forderte der Mensch keine soziale Struktur, die im Äußerlichen das erkennen ließ, was er innerlich als Trieb, Instinkt, als Bedürfnisse hatte. Dann kam der dritte nachatlantische Zeitraum, der ägyptisch-chaldäische. Da forderte der Mensch, daß ein Teil seines Wesens ihm im Spiegel der äußeren sozialen Wirklichkeit erscheine, nämlich dasjenige, was an das Haupt gebunden ist. Daher sehen wir, daß vom dritten nachatlantischen, vom ägyptisch-chaldäischen Zeitraum an gesucht wird theokratische soziale Einrichtung, alles dasjenige, was sich auf theokratische, auf gewissermaßen religiös durchdrungene soziale Einrichtungen bezieht. Das andere blieb noch instinktiv; dasjenige, was sich auf den zweiten Menschen, auf den Brustmenschen bezieht, auf den Atmungsmenschen, und dasjenige, was sich auf den Stoffwechselmenschen bezieht, das blieb instinktiv. Da dachte der Mensch noch nicht daran, das irgendwie im Spiegelbilde der äußeren Ordnung zu sehen. Im urpersischen Zeitraum gab es auch nur eine instinktive Religion, die von den Eingeweihten des Zarathustrismus geleitet wurde. Aber alles dasjenige, was der Mensch entwickelte, war noch innerlich instinktiv. Er hatte noch nicht das Bedürfnis, die Dinge äußerlich im Spiegelbild, in der sozialen Struktur zu sehen. Er fing an, in der Zeit, die ungefähr mit der Begründung des alten Römischen Reiches endete — 747 ist die wahre Jahreszahl vor der christlichen Zeitrechnung —, in dem Zeitraume, der dieser Jahreszahl voranging, zu fordern, daß in der sozialen Ordnung das wiedergefunden werde, was als Gedanke in seinem Kopfe leben kann.

[ 6 ] This was different in the third post-Atlantean, the Egyptian-Chaldean period. And it was different still in the second period. In this second period—that is, the proto-Persian period—humanity was still entirely within its inner self; at that time, human beings were still entirely inward-looking. At that time, human beings instinctively sought to recognize in the external world what they experienced internally as needs; they did not demand a social structure that would reflect externally what they experienced internally as drives, instincts, or needs. Then came the third post-Atlantean period, the Egyptian-Chaldean period. At that time, human beings demanded that a part of their being appear to them in the mirror of external social reality—namely, that which is connected to the head. Hence we see that, beginning with the third post-Atlantean, the Egyptian-Chaldean period, there was a search for theocratic social institutions—everything related to theocratic, or, in a sense, religiously imbued social institutions. The rest remained instinctive: that which relates to the second human being—the breast-human, the breathing-human—and that which relates to the metabolic-human; these remained instinctive. At that time, human beings did not yet think to see these in any way reflected in the external order. In the proto-Persian period, there was also only an instinctive religion, led by the initiates of Zoroastrianism. But everything that humanity developed was still inwardly instinctive. Humanity did not yet feel the need to see these things outwardly as a reflection in the social structure. It was during the period ending roughly with the founding of the ancient Roman Empire—747 being the true year before the Christian era—and in the period preceding that year, that people began to demand that what could live as a thought in their minds be reflected in the social order.

[ 7 ] Nun kam der Zeitraum, welcher im achten Jahrhundert, seit dem Jahr 747 in der vorchristlichen Zeit, begann und mit dem fünfzehnten nachchristlichen Jahrhundert endete, der griechisch-lateinische Zeitraum. Da forderte der Mensch, daß sich zwei Glieder seines Wesens äußerlich in der sozialen Struktur widerspiegeln: der Kopfmensch und der rhythmische oder der Atmungsmensch, der Brustmensch. Spiegeln sollte sich dasjenige, was alte theokratische Ordnung war, aber jetzt schon im Nachklang. Tatsächlich haben die eigentlich theokratischen Einrichtungen sehr große Ähnlichkeit mit dem dritten nachatlantischen Zeitraum, selbst die Einrichtungen der katholischen Kirche. Das setzt sich also fort, und neu kommt dazu das, was speziell dem griechisch-lateinischen Zeitraum entstammt: die äußeren Einrichtungen der res publica, diejenigen Einrichtungen, die sich auf die Verwaltung des äußeren Lebens beziehen, insofern Recht und Unrecht und dergleichen in Betracht kommt. Von zwei Gliedern seines Wesens fordert der Mensch, daß er sie nicht nur in sich trägt, sondern daß er sie im Spiegel äußerlich betrachten kann. Sie verstehen zum Beispiel die griechische Kultur nicht, wenn Sie nicht wissen, daß die Sache so ist, daß noch instinktiv, innerlich, bleibt, ohne daß ein äußeres Spiegelbild gefordert wird, das reine Stoffwechselleben, das sich äußerlich in der ökonomischen Struktur ausdrückt. Dafür wird noch kein äußerliches Spiegelbild verlangt. Die Tendenz, dafür ein äußeres Spiegelbild zu verlangen, tritt erst auf mit dem fünfzehnten nachchristlichen Jahrhundert. Studieren Sie die Geschichte, wie sie wirklich ist, nicht wie die Legenden sind, die fabriziert worden sind innerhalb unserer sogenannten Geschichtswissenschaft, so werden Sie das auch äußerlich bewahrheitet finden, was ich Ihnen aus okkulten Gründen mitgeteilt habe über das Sklaventum in Griechenland, ohne dessen Dasein die griechische Kultur, die wir so bewundern, undenkbar ist. Es ist als in der sozialen Struktur befindlich nur zu denken, wenn man weiß: Diesen ganzen vierten nachatlantischen Zeitraum beherrscht das Streben, außen eine Gesetzes- und religiöse Einrichtung zu haben, aber noch keine andere als eine instinktive ökonomische Ordnung.

[ 7 ] Now came the period that began in the eighth century—in the pre-Christian era, starting in the year 747—and ended in the fifteenth century A.D.: the Greco-Latin period. During this time, humanity demanded that two aspects of its nature be reflected externally in the social structure: the head-human and the rhythmic or breathing-human, the chest-human. What was to be reflected was the old theocratic order, though now only as an echo. In fact, the truly theocratic institutions bear a very strong resemblance to the third post-Atlantean epoch—even the institutions of the Catholic Church. This tradition thus continues, and added to it is what specifically stems from the Greco-Latin epoch: the external institutions of the res publica—those institutions relating to the administration of external life, insofar as right and wrong and the like are concerned. Human beings demand that two aspects of their nature not only be carried within them but also be visible externally in a mirror image. For example, you cannot understand Greek culture unless you realize that the pure metabolic life—which remains instinctive and inner, without requiring an external reflection—is expressed externally in the economic structure. No external reflection is yet required for this. The tendency to demand an external reflection for this only emerges in the fifteenth century A.D. If you study history as it truly is—not as the legends that have been fabricated within our so-called historical science—you will find that what I have told you, for occult reasons, about slavery in Greece is also confirmed externally; without its existence, the Greek culture that we so admire would be unthinkable. It can only be conceived as part of the social structure if one understands that this entire fourth post-Atlantean epoch is dominated by the striving to have an external legal and religious institution, but as yet no other order than an instinctive economic one.

[ 8 ] Und erst unser Zeitraum, die Zeit, die aber erst mit dem fünfzehnten nachchristlichen Jahrhundert beginnt, fordert, den ganzen dreigliedrigen Menschen im Bilde auch in der sozialen äußeren Struktur zu sehen, in der er sich drinnen befindet.

[ 8 ] And it is only our era—the era that began in the fifteenth century A.D.—that calls for us to see the whole threefold human being reflected in the external social structure in which he lives.

[ 9 ] So müssen wir heute studieren den dreigliedrigen Menschen, weil er den dreigliedrigen Instinkt entwickelt, in der äußeren Struktur, in der gesellschaftlichen Struktur das zu haben, was ich Ihnen gesagt habe: erstens ein geistiges Gebiet, das Selbstverwaltung, Selbststruktur hat; zweitens ein Verwaltungsgebiet, ein Sicherheits- und Ordnungsgebiet, ein politisches Gebiet also, das wiederum in sich selbständig ist, und drittens ein ökonomisches Gebiet; und dieses ökonomische Gebiet in äußerlicher Organisation fordert erstmals unser Zeitalter. Den Menschen verwirklicht zu sehen im Bilde der sozialen Struktur, das tritt als ein Instinkt erst in unserem Zeitalter auf. Das ist der tiefere Grund, warum nicht mehr ein bloßer ökonomischer Instinkt wirkt, sondern warum diejenige ökonomische Klasse, die erst geschaffen worden ist, das Proletariat, dahin strebt, so bewußt äußerlich die ökonomische Struktur einzurichten, wie der vierte nachatlantische Zeitraum die Verwaltungsstruktur des Gesetzeswesens, und der dritte nachatlantische Zeitraum, der ägyptisch-chaldäische, die theokratische Struktur eingerichtet hat.

[ 9 ] So today we must study the threefold human being, because he develops the threefold instinct to have within the outer structure—within the social structure—what I have told you: first, a spiritual realm that has self-government and self-structure; second, an administrative sphere—a sphere of security and order, that is, a political sphere—which in turn is autonomous in itself; and third, an economic sphere; and it is our age that, for the first time, demands this economic sphere in its external organization. To see human beings realized in the image of the social structure—this emerges as an instinct only in our age. This is the deeper reason why it is no longer a mere economic instinct at work, but rather why the economic class that has only just been created—the proletariat— strives to establish the economic structure externally just as consciously as the fourth post-Atlantean epoch established the administrative structure of the legal system, and the third post-Atlantean epoch—the Egyptian-Chaldean—established the theocratic structure.

[ 10 ] Dies ist der innere Grund, meine lieben Freunde. Nur wenn Sie auf diesen inneren Grund hinschauen, können Sie die Verhältnisse in der Gegenwart richtig beurteilen. Dann werden Sie auch verstehen, warum ich Ihnen heute vor acht Tagen diese dreigliedrige soziale Ordnung vorlegen mußte. Sie ist wahrhaftig nicht erfunden, wie eben heute von unzähligen Gesellschaften Programme erfunden werden, sondern sie ist aus den Kräften heraus gesprochen, die man beobachten kann, wenn man auf die Wirklichkeit der Evolution geht. Das muß erreicht werden, daß man wirklich konkret und objektiv die Evolutionsimpulse, die in der Entwickelung der Menschheit sind, versteht. Die Zeit drängt dazu. Die Menschen sträuben sich noch dagegen. Es ist merkwürdig, wenn man selbst diejenigen betrachtet, die am weitesten gehen. Da sind erschienen vor kurzer Zeit «Briefe einer Frau an Walther Rathenau; zur Transzendenz der kommenden Dinge». In diesem Buche wird von verschiedenen Dingen schon gesprochen. So zum Beispiel: «Mit vorliegendem Heft ist die Veröffentlichung eines wesentlichen Anschauungsgehaltes brieflicher Niederschriften beabsichtigt. Die persönliche Mitteilung ward soweit ausgeschaltet, als sie . nicht damit in einem unmittelbaren Zusammenhang steht. Es ergibt sich daraus von selbst fragmentarische Briefform, darin auch die stete Wiederkehr üblicher Anrede und Abschlüsse vermieden ist. Eine seherisch veranlagte Frau spricht darin ihr ungewöhnliches Erleben und Wissen über die neue Zeitseele und das neue Weltwerden gegen den Verfasser des Buches

[ 10 ] This is the inner reason, my dear friends. Only by looking at this inner reason can you correctly assess the circumstances of the present. Then you will also understand why I had to present this threefold social order to you eight days ago. It is truly not an invention, as countless organizations invent programs today, but rather it is derived from the forces that can be observed when one looks at the reality of evolution. We must achieve a concrete and objective understanding of the evolutionary impulses at work in the development of humanity. The times are urging us to do so. People are still resisting it. It is curious to observe even those who go the furthest. A book titled *Letters from a Woman to Walther Rathenau: On the Transcendence of Things to Come* was published recently. This book already addresses various topics. For example: “The purpose of this volume is to publish the essential content of a collection of letters. Personal communication has been omitted to the extent that it is not directly related to the subject matter. This naturally results in a fragmentary epistolary form, in which even the customary salutations and closings are avoided. In it, a woman with clairvoyant abilities expresses her extraordinary experiences and knowledge regarding the new spirit of the age and the new world order to the author of the book *Von kommenden Dingen*. The forces of the future, which today are striving for a higher way of life, reveal themselves here in the individual human destiny as the lived reality of the new spiritual powers.”

[ 11 ] Nun ist es merkwürdig, daß hier schon von sehr vielen Dingen gesprochen wird, aber etwas Kurioses liegt vor: Diese Frau kommt darauf, daß der Mensch höhere geistige Fähigkeiten entwickeln und daß man durch diese erst die wahre Wirklichkeit schauen kann. Damit schließt im Grunde das Buch, dessen letztes Kapitel heißt: «Kosmische Schlußbetrachtungen über Weltenseele und Menschenseele. » Aber es kommt nicht weiter als bis zur Einsicht, daß der Mensch gewisse höhere Fähigkeiten haben kann; aber ja nicht bis dahin, was man nun sieht mit diesen höheren Fähigkeiten. Es ist so, wie wenn man dem Menschen dozieren würde: Du hast Augen, — aber ihn nicht dazu kommen ließe, irgend etwas von der Wirklichkeit mit diesen Augen zu sehen. Es ist merkwürdig, wie von gewissen Leuten die Stellung zur Geisteswissenschaft heute genommen wird. Sie schrecken geradezu davor zurück, wenn man beginnt, davon zu sprechen, was nun gesehen werden kann. Man möchte solch einer Verfasserin sagen: Du gibst zu, höhere Fähigkeiten können sich im Menschen entwickeln. Geisteswissenschaft ist dazu da, um zu sagen, was man dann gerade in wichtigen Dingen sieht, wenn diese höheren Fähigkeiten entwickelt werden. — Aber davor zucken die Leute zurück, das mögen sie noch nicht hören.

[ 11 ] It is strange that so many things are already being discussed here, but there is something curious about it: This woman comes to the conclusion that human beings can develop higher spiritual abilities and that it is only through these that one can perceive true reality. This essentially concludes the book, whose final chapter is titled: “Cosmic Concluding Reflections on the World Soul and the Human Soul.” But it goes no further than the insight that human beings can possess certain higher faculties; it does not, however, go so far as to reveal what one actually sees with these higher faculties. It is as if one were lecturing a person: “You have eyes”—but not allowing them to actually see anything of reality with those eyes. It is remarkable how certain people view spiritual science today. They practically recoil when one begins to speak of what can actually be seen. One would like to say to such an author: You admit that higher faculties can develop in human beings. Spiritual science is there to describe what one actually sees in important matters when these higher faculties are developed. — But people shy away from that; they are not yet ready to hear it.

[ 12 ] Sie sehen, wie sehr die Zeit danach drängt, gerade dahin zu kommen, wo Geisteswissenschaft hinwill, und wie gleichzeitig im Menschen sich zusammenschoppen die Dinge, von denen ich im letzten Aufsatz des Bernus’schen «Reiches » gesprochen habe in meinem Aufsatz: «Luziferisches und Ahrimanisches in ihrem Verhältnis zum Menschen.» Das schoppt sich so zusammen in der Menschenseele, daß selbst diejenigen, die zugeben, man könne eine geistige Wirklichkeit schauen, denjenigen heute noch für einen Phantasten anschauen, der nun von dieser geistigen Wirklichkeit spricht, von der sie selber zugeben, daß sie die wahre Wirklichkeit ist, daß man sie schauen kann.

[ 12 ] You can see how urgently the times are pushing us to arrive precisely where spiritual science is heading, and how, at the same time, the things I spoke of in the last essay of Bernus’s *Reich* are coalescing within the human being—in my essay, “The Luciferic and the Ahrimanic in Their Relationship to the Human Being.” These elements are coalescing in the human soul to such an extent that even those who admit that one can perceive a spiritual reality still regard as a fantasist anyone who speaks today of this spiritual reality—which they themselves admit is the true reality, one that can be perceived.

[ 13 ] Ich habe diese Dame erwähnt, weil sie nicht eine einzelne Erscheinung ist, sondern weil das, was in ihr auftritt, in vielen Fällen auftritt, weil gerade das charakteristisch ist, daß die Menschen dazu gedrängt werden, hinauszuschauen über die gewöhnliche äußere Wirklichkeit, aber es doch nicht wollen, es nicht tun. Es wird da hingewiesen zum Beispiel in diesem Buche, wie der Mensch eine gewisse Verwandtschaft hat mit kosmischen Kräften. Aber man soll nur ja nicht etwa kommen und den Inhalt meiner «Geheimwissenschaft», in dem diese Beziehungen entwickelt werden, den Leuten vortragen! Da zucken sie davor zurück. Man kommt aber nicht zu einer Einsicht gerade in die sozialen Dinge, die so betrachtet werden müssen, wie ich es Ihnen gesagt habe, wenn man nur sich darauf einläßt, daß geschaut werden kann, und nicht darauf sich einläßt, was geschaut werden kann. Das ist von einer ungeheuren Wichtigkeit, dieses wirklich einzusehen. Sonst wird man immer in den Fehler verfallen, der schon angedeutet wurde bei dem allerersten heute gesprochenen Satze, daß man dasjenige, was konkret für das individuelle einzelne gilt, verabsolutiert, daß man frägt zum Beispiel mit Bezug auf die soziale Frage: Wie sollen die menschlichen Einrichtungen über die ganze Erde hin getroffen werden? — Aber diese Frage ist gar nicht gegeben. Die Menschen sind über die Erde hin verschieden. Und gerade gegen die Zukunft hin wird sich diese Verschiedenheit trotz allem Internationalismus immer mehr und mehr zeigen. Und die Folge wird sein, daß derjenige einen ganz unwirklichen Gedanken ausspricht, der da glaubt, man könne in Rußland geradeso wie in China, geradeso wie in Südamerika, in Deutschland oder wie in Frankreich sozialisieren, der also absolute Gedanken da ausspricht, wo individuelle, relative Gedanken allein der Wirklichkeit entsprechen. Das ist außerordentlich wichtig, daß man dieses ins Auge faßt.

[ 13 ] I mentioned this lady not because she is an isolated case, but because what occurs in her occurs in many cases; for it is precisely characteristic that people are urged to look beyond ordinary external reality, yet do not want to, and do not do so. For example, this book points out how human beings have a certain kinship with cosmic forces. But one must certainly not go around presenting the content of my *Secret Science*—in which these relationships are explored—to people! They recoil from it. However, one cannot gain insight into social matters—which must be viewed as I have told you—if one merely accepts that such insight is possible without actually engaging with what can be perceived. It is of immense importance to truly grasp this. Otherwise, one will always fall into the error already hinted at in the very first sentence spoken today—namely, that one absolutizes what applies concretely to the individual, so that one asks, for example, with regard to the social question: How should human institutions be established across the entire Earth? — But this question does not even arise. People are different across the globe. And especially as we look to the future, this diversity will become increasingly apparent, despite all internationalism. And the result will be that anyone who believes one can implement socialism in Russia just as in China, just as in South America, in Germany, or in France—that is, anyone who expresses absolute ideas where only individual, relative ideas correspond to reality—is voicing a completely unrealistic notion. It is extraordinarily important to keep this in mind.

[ 14 ] Es war mein großer Schmerz in den letzten Jahren, wo es so notwendig gewesen wäre, daß diese Dinge an den geeigneten Orten verstanden worden wären, daß diese Dinge eben nicht verstanden worden sind. Sie erinnern sich, ich habe vor zwei Jahren hier eine Karte aufgezeichnet, die sich jetzt realisiert. Und diese Karte habe ich nicht nur Ihnen aufgezeichnet. Ich habe diese Karte dazumal angeben wollen, um auszusprechen, wie die Impulse von einer gewissen Seite her gehen, weil es ein Gesetz ist, daß, wenn man diese Impulse kennt, wenn man sich einläßt darauf, wenn man sie ins Bewußtsein aufnimmt, sie in einer gewissen Weise korrigiert, sie in anderes gelenkt werden können. Das ist sehr wichtig, daß man dies erfaßt. Aber es hat sich eben niemand gefunden, auf den es angekommen wäre, der sich auf diese Dinge eingelassen hätte, der diese Dinge in wirklichem Sinne ernst genommen hätte. Daß sie ernst zu nehmen waren, das zeigen ja die heutigen Geschehnisse.

[ 14 ] It has been a great source of pain for me in recent years—at a time when it would have been so necessary for these things to be understood in the appropriate places—that they have not been understood. You may recall that two years ago I drew a map here that is now coming to pass. And I did not draw this map just for you. At the time, I wanted to present this map to explain how the impulses come from a certain direction, because it is a law that if one knows these impulses, if one engages with them, if one takes them into one’s consciousness, they can be corrected in a certain way and redirected. It is very important to grasp this. But no one came forward who would have made a difference, who would have engaged with these matters, who would have taken them seriously in the truest sense. That they were to be taken seriously is demonstrated by today’s events.

[ 15 ] Die Tatsache, die dabei berücksichtigt werden muß, ist die, daß von gewissen Grundgesetzen der Weltevolution heute tatsächlich in größerem Umfange und so, daß dieses Wissen auch äußerlich betätigt wird, nur etwas gewußt wird innerhalb gewisser geheimer Gesellschaften der britisch sprechenden Bevölkerung. Dies ist etwas, was wichtig ist zu berücksichtigen. Geheime Gesellschaften bei den andern Bevölkerungen sind im Grunde genommen nur Phrasengeklingel. Geheime Gesellschaften dagegen innerhalb der britisch sprechenden Bevölkerung sind Quellen, von welchen aus durch gewisse Methoden, über die ich ja vielleicht auch einmal sprechen werde, was aber heute zu weit führen würde, Wahrheiten gewonnen werden, nach denen man die Dinge politisch lenken kann. So daß man sagen kann: Jene Kräfte, welche einfließen von diesen geheimen Gesellschaften in die Politik des Westens, gehen mit der Geschichte in sachgemäßem Sinne. Sie rechnen mit den Gesetzen der historischen Entwickelung. Es braucht nicht im Äußeren immer bis aufs i-Tüpfelchen alles zu stimmen, es handelt sich darum, ob man mit den Gesetzen der historischen Entwickelung in sachgemäßem Sinne geht, oder ob man dilettantisch vorgeht, bloß nach willkürlichen Einfällen.

[ 15 ] The fact that must be taken into account here is that, regarding certain fundamental laws of world evolution, only a limited amount is actually known today—and to such an extent that this knowledge is also put into practice externally—within certain secret societies of the English-speaking population. This is something that is important to bear in mind. Secret societies among other populations are, in essence, nothing more than empty rhetoric. Secret societies within the English-speaking population, on the other hand, are sources from which—through certain methods, which I may speak about at some point but which would take us too far afield today—truths are gleaned that can be used to steer political affairs. So one can say: Those forces that flow from these secret societies into Western politics move in step with history in a proper sense. They take into account the laws of historical development. It is not always necessary for everything to be perfectly in order on the surface; what matters is whether one proceeds in accordance with the laws of historical development, or whether one acts in an amateurish manner, merely following arbitrary whims.

[ 16 ] Im eminentesten Sinne eine dilettantische Politik, die gottverlassen von allen historischen Gesetzen ist, war zum Beispiel die mitteleuropäische Politik. Eine nicht dilettantische, eine sachgemäße oder, wenn ich mich des Spießerausdrucks bedienen darf, eine fachliche Politik war die Politik der britisch sprechenden Bevölkerung, des britischen Reiches und seines Anhanges Amerika. Das ist der große Unterschied, das ist das Bedeutsame, das ins Auge gefaßt werden muß. Es ist aus dem Grunde bedeutsam, weil das, was in jenen Kreisen gewußt wird, schon in die Wirklichkeit hineinfließt. Es fließt auch in die Instinkte derjenigen Menschen hinein, die dann äußerlich auf ihrem Platze stehen und die Repräsentativpolitiker sind, wenn sie auch nur aus politischen Instinkten heraus handeln. Hinter ihnen stehen die Kräfte, von denen ich eben Andeutung mache. Sie brauchen daher nicht zu fragen, ob Northcliffe oder selbst Lloyd George in diesem oder jenem Grade in die Kräfte, um die es sich handelt, eingeweiht sind. Darauf kommt es gar nicht an, sondern darauf, ob es eine Möglichkeit gibt, daß sie im Sinne dieser Kräfte sich verhalten. Sie brauchen das, was in der Richtung ihrer Kräfte liegt, nur in ihre Instinkte aufzunehmen. Das gibt es aber; das geschieht. Und diese Kräfte wirken in der Richtung der Weltgeschichte. Das ist das Wesentliche. Und man kann günstig im weltgeschichtlichen Zusammenhange nur wirken, wenn man wirklich wissentlich aufnimmt, was in dieser Weise in der Welt vorgeht. Sonst hat der andere, der wissentlich im Sinne der Weltgeschichte wirkt oder wirken läßt, immer die Macht, und derjenige, der nichts weiß, die Ohnmacht. Solcherweise kann die Macht über die Ohnmacht siegen. Das ist ein äußeres Geschehnis. Aber der Sieg der Macht über die Ohnmacht geht letzten Endes in diesen Dingen auf den Unterschied von Wissen und Nichtwissen zurück. Das ist es, was ins Auge gefaßt werden muß.

[ 16 ] Central European politics, for example, was, in the truest sense of the word, an amateurish form of politics, utterly divorced from all historical laws. A non-amateurish, proper, or—if I may use this bourgeois term—professional form of politics was that of the English-speaking population, the British Empire, and its appendage, America. That is the great difference; that is the significant point that must be taken into account. It is significant for this reason: because what is known in those circles is already flowing into reality. It also flows into the instincts of those people who outwardly occupy their positions and serve as representative politicians, even if they act solely on political instincts. Behind them stand the forces to which I have just alluded. You therefore need not ask whether Northcliffe or even Lloyd George are, to one degree or another, initiated into the forces in question. That is not at all the point; rather, the question is whether there is a possibility that they might act in accordance with these forces. They need only absorb into their instincts what lies in the direction of these forces. But this does exist; it does happen. And these forces are at work in the course of world history. That is the essential point. And one can only act favorably within the context of world history if one truly and consciously takes in what is happening in the world in this way. Otherwise, the other party—who acts or causes things to happen consciously in accordance with world history—always holds the power, while the one who knows nothing is powerless. In this way, power can triumph over powerlessness. This is an external event. But the triumph of power over powerlessness ultimately stems, in these matters, from the difference between knowledge and ignorance. This is what must be taken into account.

[ 17 ] Und wichtig ist es, daß jenes Chaos, das sich im Osten und in Mitteleuropa jetzt vorbereitet, auf der einen Seite ja zeigt, wie schrecklich alles das war, was vorgab, in dieses Chaos staatliche Ordnung hineinzubringen, und was jetzt hinweggefegt ist; aber auf der anderen Seite zeigt dasjenige, was in Mittel- und Osteuropa geschieht, daß eben Dilettantismus auf diesem Gebiete das öffentliche Leben durchsetzt. Im Westen, in der englisch sprechenden Bevölkerung der Erde, herrscht gar nicht Dilettantismus, herrscht überall — wie gesagt, wenn ich mich des Spießerausdrucks bedienen darf — fachmännische Betrachtung dieser Dinge.

[ 17 ] And it is important to note that the chaos now brewing in Eastern and Central Europe demonstrates, on the one hand, just how terrible were all those efforts that purported to bring state order to this chaos—and which have now been swept away; but on the other hand, what is happening in Central and Eastern Europe shows that amateurism in this area pervades public life. In the West, among the English-speaking population of the world, amateurism does not prevail at all; instead, everywhere—as I said, if I may use this bourgeois expression—there is a professional approach to these matters.

[ 18 ] Das ist es aber, was der Geschichte der nächsten Jahrzehnte seine Gestalt geben wird. Man mag noch so hehre Ideale aufstellen in Mittel- und Osteuropa, man mag noch so guten Willen haben in diesen oder jenen Programmen, mit alledem ist nichts getan, solange man nicht von Impulsen auszugehen vermag, die ebenso oder besser von jenseits der Schwelle des Bewußtseins hergenommen sind, wie letzten Endes die Impulse des Westens, der britisch sprechenden Bevölkerung von jenseits der Schwelle des Bewußtseins hergenommen werden.

[ 18 ] But that is precisely what will shape the course of history in the coming decades. No matter how noble the ideals put forward in Central and Eastern Europe may be, and no matter how much goodwill there may be in this or that program, none of this will amount to anything as long as one is unable to draw on impulses that originate just as much—or even more so—from beyond the threshold of consciousness as, ultimately, the impulses of the West, drawn from the English-speaking population, originate from beyond the threshold of consciousness.

[ 19 ] Die Freunde, die wenigstens auf die Dinge gehört haben, wie ich sie seit Jahren, ebenso wie heute vor Ihnen, vorgebracht habe, haben immer bei diesen Dingen einen Fehler gemacht, von dem in der Regel auch unsere besten Freunde schwer abzubringen sind, den Fehler, der etwa von dem Gedanken ausgeht: Ja, was nützt es denn, wenn man den Leuten auch sagt, aus gewissen geheimen Zentren des Westens gehen diese oder jene Dinge aus; man muß ihnen doch erst den Glauben beibringen können, daß es solche Geheimgesellschaften gibt! Das wurde vielfach als das Fundamentale betrachtet, diesen Glauben zu erwecken, daß es solche geheime Gesellschaften gibt. Das ist aber nicht das, worauf man in erster Linie sehen sollte. Sie werden wenig Entgegenkommen finden, wenn Sie etwa einem Staatsmann vom Kaliber eines Kühlmann beibringen wollen, daß es Geheimgesellschaften gibt, die solche Impulse haben. Aber darauf kommt es gar nicht an. Man macht sogar einen Fehler, wenn man das als das Fundamentale ansieht. Daß man davon als von einem Fundamentalen ausgeht, rührt nur her von der ja auch bei Anthroposophen vorhandenen, noch aus den Unsitten der alten Theosophischen Gesellschaft heraufgetragenen Geheimniskrämerei. Man meint, wenn man das Wort geheim oder okkult ausspricht und auf irgend etwas Geheimes oder Okkultes hinweisen kann, da gibt man sich schon ein ganz besonderes Ansehen dadurch. Das ist es aber nicht, was irgendwie günstig wirkt, wenn es sich um die äußere Wirklichkeit handelt. Darum handelt es sich, daß man aufzeigt, wie die Dinge geschehen, daß man einfach auf das, was jeder mit seinem gesunden Menschenverstand verstehen kann, hinweist.

[ 19 ] Those friends who have at least listened to the things I have been presenting for years—just as I am doing before you today—have always made a mistake regarding these matters, one from which even our best friends are generally difficult to dissuade: the mistake that stems, for example, from the idea: “Yes, but what good does it do to tell people that this or that is emanating from certain secret centers in the West? You must first be able to instill in them the belief that such secret societies exist!” This was often regarded as the fundamental step: to awaken the belief that such secret societies exist. But that is not what one should focus on in the first place. You will find little receptiveness if, for example, you try to convince a statesman of the caliber of Kühlmann that there are secret societies with such impulses. But that is not the point at all. One even makes a mistake if one regards that as the fundamental issue. The tendency to regard this as a fundamental point stems solely from a secretive attitude—one that is present even among anthroposophists and has been carried over from the bad habits of the old Theosophical Society. People think that if they use the words “secret” or “occult” and can point to something secret or occult, they thereby confer upon themselves a very special prestige. But that is not what has a beneficial effect when it comes to external reality. What matters is showing how things happen, simply pointing to what anyone can understand with their common sense.

[ 20 ] Innerhalb jener Gesellschaften, die solche okkulten Wahrheiten, die auf die Wirklichkeit gehen, pflegten, wurde zum Beispiel der Satz ausgesprochen: Man muß eine solche Politik befolgen, daß, nachdem das russische Zarenreich zum Heile des russischen Volkes gestürzt sein wird, in Rußland die Möglichkeit geboten wird, sozialistische Experimente zu unternehmen, die man in westlichen Ländern nicht unternehmen will, weil sie sich da nicht als vorteilhaft, nicht als wünschenswert herausstellen würden. — Solange ich sagen, daß das in geheimen Gesellschaften gesagt worden ist, kann man es ja bezweifeln. Aber wenn man dann darauf hinweist, daß die ganze politische Leitung so verläuft, daß dieser Satz zugrunde liegt, dann steht man mit dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstand in der Wirklichkeit drinnen, und darum handelt es sich, daß man Wirklichkeitssinn erwecke.

[ 20 ] Within those societies that cultivated such occult truths, which pertain to reality, the following statement was made, for example: One must pursue a policy such that, after the Russian Tsarist Empire has been overthrown for the good of the Russian people, Russia will be given the opportunity to undertake socialist experiments that Western countries are unwilling to undertake because they would not prove advantageous or desirable there. — As long as I say that this was said in secret societies, one may of course doubt it. But when one then points out that the entire political leadership is guided by this statement as its foundation, then one is dealing with reality based on ordinary common sense, and that is precisely the point: to awaken a sense of reality.

[ 21 ] Was sich da in Rußland entwickelt hat, ist im Grunde genommen nur eine Realisierung desjenigen, was im Westen gewollt ist. Daß heute noch ungeschickte sozialistische Experimente von Nichtengländern gemacht werden, daß sich die Dinge in allerlei Windungen realisieren, das wissen diese Gesellschaften so gut, daß ihnen das nicht besonderen Kopfschmerz macht; denn sie wissen eben, es handelt sich darum, daß man diese Länder zunächst so weit bringt, daß sozialistische Experimente notwendig sind. — Erhält man sie dann bei dem Nichtwissen über eine soziale Ordnung, dann macht man die soziale Ordnung bei ihnen, dann macht man sich zum Regierer der sozialistischen Experimente.

[ 21 ] What has developed in Russia is, in essence, merely the realization of what is desired in the West. These societies are well aware that clumsy socialist experiments are still being carried out by non-Western countries today, and that things are unfolding in all sorts of twists and turns; this does not cause them any particular headache, for they know full well that the goal is to first bring these countries to a point where socialist experiments become necessary. — If one then keeps them in the dark about a social order, one can establish that social order for them, and thus become the ruler of the socialist experiments.

[ 22 ] Sie sehen, in dem Vorenthalten einer gewissen Art von okkultem Wissen, das sehr sorgfältig gerade in diesen Zentren gepflegt wird, liegt eine ungeheure Macht. Und keine Rettung gibt es gegen diese Macht, als indem das Wissen von der anderen Seite erworben wird und entgegengehalten werden kann. Auf diesem Gebiete redet man nicht von Schuld oder Unschuld, auf diesem Gebiete redet man eben einfach von Notwendigkeiten, von den Dingen, die da kommen müssen, weil sie jetzt schon in den Untergründen, in der Region der Kräfte, die noch nicht Phänomene sind, aber die schon Kräfte sind und zu Phänomenen werden, wirksam sind.

[ 22 ] You see, there lies immense power in the withholding of a certain kind of occult knowledge, which is very carefully cultivated in these very centers. And there is no salvation from this power except by acquiring knowledge from the other side and being able to counter it. In this realm, one does not speak of guilt or innocence; in this realm, one simply speaks of necessities—of the things that must come to pass because they are already at work in the depths, in the realm of forces that are not yet phenomena but are already forces and will become phenomena.

[ 23 ] Ich brauche wohl kaum zu betonen, daß ich das festhalte, was ich immer ausgesprochen habe: daß das eigentliche Wesen des deutschen Volkstums nicht untergehen kann. Dieses eigentliche Wesen des deutschen Volkstumes muß sich seinen Weg suchen. Aber eben darum handelt es sich, daß es den Weg finden kann, daß es nicht auf falschen Wegen sucht, nicht auf unwissenden Wegen sucht. Also deuten Sie das, was ich jetzt sagen werde, nicht etwa in dem Sinne, daß es irgendwie widersprechen würde dem, was ich im Laufe der Jahre gesagt habe; denn die Dinge haben alle zwei Seiten, und das, was ich angedeutet habe, ist in vieler Beziehung ein Wollen. Es kann ja paralysiert werden, wenn von der anderen Seite auch Kräfte spielen; die aber müssen auf Wissen beruhen, nicht auf dilettantischer Unwissenheit.

[ 23 ] I hardly need to emphasize that I stand by what I have always said: that the true essence of German culture cannot perish. This true essence of German culture must find its own path. But that is precisely the point: that it can find its way, that it does not seek it on the wrong paths, nor on paths born of ignorance. So please do not interpret what I am about to say as somehow contradicting what I have said over the years; for there are two sides to every matter, and what I have hinted at is, in many respects, a matter of will. It can, of course, be paralyzed if forces from the other side are also at play; but those forces must be based on knowledge, not on dilettantish ignorance.

[ 24 ] Sehen Sie, worauf es ankommt, das ist dieses: Wenn vom Osten aus — und mit dem Osten meine ich alles dasjenige, was vom Rhein nach Osten liegt bis nach Asien hinüber — kein Widerstand erhoben wird, so wird eben die britische Weltherrschaft sich mit dem Untergange des romanisch-lateinischen Franzosenelementes so entwickeln, wie es in den Intentionen jener Kräfte liegt, die ich heute wiederum und schon öfter als hinter den Instinkten gelegen bezeichnet habe. Hinter den Instinkten liegen sie. Es ist daher wichtig, nicht bloß mit dem heute vielfach den Menschen anerzogenen Denken sich an das zu machen, was Woodrow Wilson sagt, sondern es ist wichtig, daß man mit einem tieferen Wissen erfaßt, was selbst in solchen Menschen wie Woodrow Wilson nur an Instinkten zutage tritt, was dann in allerlei Sätzen formuliert die Menschen berückt, was aber doch nur dadurch aus der betreffenden Seele kommt, daß diese Seele in einer gewissen Weise von unterbewußten Kräften besessen ist.

[ 24 ] You see, the point is this: If no resistance is mounted from the East—and by the East I mean everything that lies east of the Rhine all the way to Asia—then British world domination will develop, with the decline of the Romance-Latin French element, in accordance with the intentions of those forces that I have described today, and on many previous occasions, as lying beyond the instincts. They lie behind the instincts. It is therefore important not merely to approach what Woodrow Wilson says with the way of thinking that is so often instilled in people today, but rather to grasp, with a deeper understanding, what in people like Woodrow Wilson himself comes to the surface only as instinct—which, when formulated in all sorts of statements, captivates people, but which nevertheless arises from the soul in question only because that soul is, in a certain sense, possessed by subconscious forces.

[ 25 ] Um was es sich handelt, ist doch, daß in den ihr Wissen geheimhaltenden Zirkeln des Westens sehr darauf gesehen wird, daß gewisse Dinge sich so herausbilden, daß dieser Westen unter allen Umständen über den Osten die Herrschaft erwirbt. Mögen die Leute heute in ihrem Bewußtsein sagen, was sie wollen, dasjenige, was angestrebt wird, ist, eine Herrenkaste des Westens zu begründen und eine wirtschaftliche Sklavenkaste des Ostens, die beim Rhein beginnt und weiter nach Osten bis nach Asien hinein geht. Nicht eine Sklavenkaste im alten griechischen Sinne, aber eine ökonomische Sklavenkaste, eine Sklavenkaste, welche sozialistisch organisiert werden soll, welche alle Unmöglichkeiten einer sozialen Struktur aufnehmen soll, die aber dann nicht angewendet werden soll auf die englisch sprechende Bevölkerung. Darum handelt es sich, die englisch sprechende Bevölkerung zu einer Herrenbevölkerung der Erde zu machen.

[ 25 ] The point is that in the Western circles that keep their knowledge secret, great care is taken to ensure that certain things develop in such a way that the West gains dominion over the East under all circumstances. No matter what people may say in their conscious minds today, the goal is to establish a ruling caste in the West and an economic slave caste in the East, extending from the Rhine and continuing eastward into Asia. Not a slave caste in the ancient Greek sense, but an economic slave caste—a slave caste that is to be organized along socialist lines, one that is to absorb all the impossibilities of a social structure, but which is then not to be applied to the English-speaking population. That is what this is all about: making the English-speaking population the ruling population of the earth.

[ 26 ] Nun, richtig gedacht ist dieses von jener Seite in allerumfänglichstem Sinne. Und ich komme dazu, jetzt etwas auseinanderzusetzen, was ich Sie bitte, wirklich so aufzunehmen, daß Sie sich bewußt sind: Wenn solche Dinge heute ausgesprochen werden, so werden sie eben unter dem Druck und Drang der Zeitereignisse ausgesprochen und dürfen wahrhaftig nicht in unernstem Sinne genommen werden. Was ich da ausspreche, wird von den Zentren im Westen, die ich öfter angedeutet habe, sorgfältigst geheim gehalten. Und es gilt im Westen als selbstverständlich, daß man die Menschen des Ostens nichts wissen läßt von diesen Dingen, die man selbst, wie ich vorhin sagte, durch Methoden, über die ich vielleicht auch noch sprechen werde, als Wissen besitzt, und zwar so als Wissen besitzt, daß man, weil die anderen diese Dinge nicht wissen sollen — und das ist die einzige Art, auf die es sein kann —, mit ihrer Hilfe die Weltherrschaft begründen will.

[ 26 ] Well, that is indeed the correct way to think about it from that perspective, in the broadest sense. And I’d like to take this opportunity to discuss something that I ask you to take to heart, so that you are aware: When such things are spoken of today, they are spoken of under the pressure and urgency of current events and truly must not be taken lightly. What I am saying here is kept most carefully secret by the centers in the West, which I have often alluded to. And in the West, it is taken for granted that the people of the East are not allowed to know anything about these matters, which the West itself—as I said earlier—possesses as knowledge through methods I may yet discuss, and possesses this knowledge in such a way that, precisely because others are not supposed to know these things—and this is the only way it can be—it intends to use this knowledge to establish world domination.

[ 27 ] Sehen Sie, von diesem fünften nachatlantischen Zeitraum ab werden sich in der Evolution der Menschheit ganz bestimmte Kräfte erheben. Die Menschheit entwickelt sich ja vorwärts. Man kann niemals von dem kleinen Zeitraum, den man anthropologisch oder historisch in der äußeren materialistischen Wissenschaft überschaut, ein Urteil gewinnen über die Kräfte, die sich in der Menschheitsevolution ergeben. Denn in diesem kleinen Zeitraum, den man anthropologisch oder historisch in dem äußeren Werden überschaut, hat sich eben nur sehr wenig geändert. Mit dieser Wissenschaft weiß man nicht, wie es zum Beispiel ganz anders ausgesehen hat schon im zweiten oder geschweige denn im ersten Zeitraum oder noch weiter zurück. Das kann man nur mit Geisteswissenschaft wissen. Und so kann man auch nur mit Geisteswissenschaft hindeuten auf diejenigen Kräfte, welche sich in Zukunft aus der Menschennatur selbst auf ganz elementare Weise herausentwickeln. Daß solche Kräfte, die das Leben der Erde umgestalten werden, sich entwickeln werden aus dem Menschen heraus, das weiß man in jenen geheimen Zentren. Das ist dasjenige, was man dem Osten verschweigen will, was man als ein Wissen für sich behalten will. Und man weiß auch, daß von dreifacher Art diese Fähigkeiten sein werden, die der Mensch heute erst in den allerersten Anfängen hat. Sie werden sich so aus der Menschennatur herausentwickeln, wie sich im Laufe der Menschheitsevolution andere Fähigkeiten ergeben haben.

[ 27 ] You see, beginning with this fifth post-Atlantean epoch, very specific forces will arise in the evolution of humanity. Humanity is, after all, evolving forward. One can never form a judgment about the forces that arise in human evolution based on the brief period that is surveyed anthropologically or historically in external, materialistic science. For in this brief period, which is surveyed anthropologically or historically within external development, very little has actually changed. With this science, one does not know, for example, how things looked quite differently as early as the second period, let alone the first, or even further back. This can only be known through spiritual science. And so it is only through spiritual science that one can point to those forces that will develop in the future from human nature itself in a very elementary way. That such forces—which will transform life on Earth—will develop from within the human being is known in those secret centers. This is precisely what they wish to conceal from the East, what they wish to keep as knowledge for themselves. And it is also known that these abilities—which humanity is only just beginning to develop today—will be of a threefold nature. They will develop from human nature in the same way that other abilities have emerged in the course of human evolution.

[ 28 ] Ich muß Ihnen diese dreifache Fähigkeit, von der jeder Wissende innerhalb dieser geheimen Zirkel spricht und die sich in der Menschennatur entwickeln werden, in folgender Weise plausibel machen. Erstens sind es die Fähigkeiten zum sogenannten materiellen Okkultismus. Durch diese Fähigkeit — und das ist gerade das Ideal der britischen Geheimgesellschaften — sollen gewisse, heute der Industrialisierung zugrunde liegende soziale Formen auf eine ganz andere Grundlage gestellt werden. Es weiß jedes wissende Mitglied dieser geheimen Zirkel, daß man einfach durch gewisse Fähigkeiten, die heute noch beim Menschen latent sind, die sich aber entwickeln, mit Hilfe des Gesetzes der zusammenklingenden Schwingungen in großem Umfange Maschinen und maschinelle Einrichtungen und anderes in Bewegung setzen kann. Eine kleine Andeutung finden Sie in dem, was ich in meinen Mysteriendramen an die Person des Strader geknüpft habe.

[ 28 ] I must explain to you this threefold ability—which every initiate within these secret circles speaks of and which will develop within human nature—in the following way. First, there are the abilities related to what is known as “material occultism.” Through this ability—and this is precisely the ideal of the British secret societies—certain social forms that today underlie industrialization are to be placed on an entirely different foundation. Every knowledgeable member of these secret circles knows that simply through certain abilities—which are still latent in human beings today but are developing—it is possible, with the help of the law of resonant vibrations, to set machines, mechanical devices, and other things in motion on a large scale. You will find a small hint of this in what I have linked to the character of Strader in my Mystery Dramas.

[ 29 ] Diese Dinge sind heute im Werden. Diese Dinge werden innerhalb jener geheimen Zirkel auf dem Gebiete des materiellen Okkultismus als ein Geheimnis gehütet. Motoren gibt es, welche dadurch, daß man die betreffende Schwingungskurve kennt, durch sehr geringfügige menschliche Beeinflussung in Tätigkeit, in Betrieb gesetzt werden können. Dadurch wird es möglich sein, vieles, wozu man heute Menschenkräfte braucht, durch rein mechanische Kräfte zu ersetzen. Heute ist es schon so, daß die Menschen auf der Erde vierzehnhundert Millionen sind; aber es wird nicht bloß Arbeit geleistet von diesen vierzehnhundert Millionen — ich habe das einmal hier ausgeführt —, sondern es wird so viel Arbeit geleistet auf rein mechanische Weise, daß man sagen kann, die Erde ist heute eigentlich von zweitausend Millionen Menschen bevölkert; die anderen sind eben einfach Maschinen; das heißt, würde die Arbeit, welche von Maschinen geleistet wird, durch Menschen geleistet werden müssen ohne Maschinen, so müßten sechshundert Millionen mehr Menschen auf der Erde leben. Aber man wird, wenn das, was ich jetzt vor Ihnen mechanischen Okkultismus nenne, in das Gebiet der praktischen Wirksamkeit tritt, was ein Ideal jener geheimen Zentren ist, man wird nicht nur für fünf- oder sechshundert Millionen Menschen Arbeit leisten können, sondern man wird für tausend und mehr Millionen Menschen Arbeit leisten können.

[ 29 ] These things are currently in the making. Within those secret circles in the field of material occultism, these things are kept as a closely guarded secret. There are motors that, once the relevant vibration curve is known, can be set in motion with very minimal human intervention. This will make it possible to replace much of what currently requires human labor with purely mechanical forces. Today, there are already fourteen hundred million people on Earth; but it is not merely these fourteen hundred million who perform work—as I have explained here before—but so much work is performed by purely mechanical means that one can say the Earth is actually populated by two thousand million people today; the others are simply machines; that is to say, if the work performed by machines had to be done by human beings without machines, there would have to be six hundred million more people living on Earth. But when what I now call “mechanical occultism” before you enters the realm of practical effectiveness—which is an ideal of those secret centers—we will not only be able to provide work for five or six hundred million people, but we will be able to provide work for a thousand million or more people.

[ 30 ] Dadurch wird die Möglichkeit gegeben sein, daß innerhalb des Gebietes der englisch sprechenden Bevölkerung neun Zehntel der Menschenarbeit unnötig wird. Aber der mechanische Okkultismus macht möglich nicht nur, daß man neun Zehntel der Arbeit, die heute noch von Menschenhänden geleistet wird, entbehren kann, sondern er macht es auch möglich, daß man jede aufständische Bewegung der dann unbefriedigten Menschenmasse paralysieren kann. Die Fähigkeit, nach dem Gesetze der ineinanderklingenden Schwingungen Motoren in Bewegung zu setzen, diese Fähigkeit wird sich gerade in ausgiebigem Maße bei der britisch sprechenden Bevölkerung entwickeln. Das weiß man in jenen geheimen Zirkeln. Damit rechnet man als mit demjenigen, was einem noch im Laufe des fünften nachatlantischen Zeitraums die Übermacht über die übrige Erdenbevölkerung geben wird.

[ 30 ] This will make it possible for nine-tenths of human labor to become unnecessary within the English-speaking world. But mechanical occultism makes it possible not only to dispense with nine-tenths of the work still performed by human hands today, but also to paralyze any insurrectionary movement by the then-dissatisfied masses. The ability to set motors in motion according to the law of resonating vibrations—this ability will develop to a particularly extensive degree among the English-speaking population. This is known in those secret circles. It is counted on as the very factor that will grant them supremacy over the rest of the Earth’s population during the course of the fifth post-Atlantean epoch.

[ 31 ] Aber man weiß in jenen Kreisen noch etwas anderes. Man weiß, daß es zwei andere Fähigkeiten gibt, die sich auch entwickeln werden. Und eine Fähigkeit wird sich entwickeln, die ich nennen möchte die eugenetische Fähigkeit. Und diese eugenetische Fähigkeit wird sich vorzüglich entwickeln bei den Menschen des Ostens, bei den Menschen Rußlands und des asiatischen Hinterlandes. Und auch das weiß man in jenen geheimen Zirkeln des Westens, daß dieser eugenetische Okkultismus sich nicht aus den angeborenen Anlagen der britisch sprechenden Bevölkerung heraus entwickeln wird, sondern aus den angeborenen Anlagen gerade der asiatischen und russischen Bevölketung. Man kennt diese Tatsachen in den geheimen Zirkeln des Westens, und man rechnet damit. Man zählt mit ihnen als mit gewissen Impulsen, welche in der Entwickelung der Zukunft tätig sein müssen. Eugenetische Fähigkeit nenne ich die Heraushebung der Menschenfortpflanzung aus der bloßen Willkür und dem Zufall. Innerhalb der Bevölkerung des Ostens wird sich nämlich ein instinktiv helles Wissen entwickeln, welches Kenntnis davon haben wird, wie mit gewissen kosmischen Erscheinungen parallel laufen müssen die Gesetze der Population, die Gesetze der Bevölkerung; wie man, wenn man im Einklange mit gewissen Sternkonstellationen die Empfängnis einrichtet, dadurch Veranlassung gibt, gut gearteten oder übel gearteten Seelen den Zugang zur Erdenverkörperung zu verschaffen. Nur diejenigen Menschen, welche die Rassenfortsetzung, die Blutsfortsetzung der asiatischen Bevölkerung bilden, werden die Fähigkeit erlangen können, einfach im einzelnen zu schauen, wie das, was heute chaotisch, nach Willkür, über die Erde hin wirkt — Konzeption, Geburt —, im Einklange mit den großen Gesetzen des Kosmos im einzelnen, konkreten Falle zu machen ist. Da nützen nämlich abstrakte Gesetze nichts, sondern was da erworben wird, ist eine konkrete Fähigkeit, die im einzelnen Falle wissen wird: jetzt darf eine Konzeption sein oder jetzt darf keine Konzeption sein.

[ 31 ] But there is something else that is known in those circles. They know that there are two other abilities that will also develop. And one ability will develop that I would like to call the eugenic ability. And this eugenic ability will develop particularly well among the peoples of the East, among the peoples of Russia and the Asian hinterland. And it is also known in those secret circles of the West that this eugenic occultism will not develop from the innate predispositions of the English-speaking population, but rather from the innate predispositions of the Asian and Russian populations in particular. These facts are known in the secret circles of the West, and they are factored into their calculations. They are regarded as certain impulses that must play an active role in future development. By “eugenic capacity,” I mean the elevation of human reproduction above mere arbitrariness and chance. For within the populations of the East, an instinctively clear understanding will develop—an understanding of how the laws of population must run parallel to certain cosmic phenomena; and how, by timing conception in harmony with certain star constellations, one thereby facilitates the access of souls—whether of good or evil nature—to earthly incarnation. Only those people who constitute the racial continuity, the bloodline continuity of the Asian population, will be able to acquire the ability to see, in each individual case, how that which today acts chaotically and arbitrarily across the Earth—conception, birth—can be brought into harmony with the great laws of the cosmos in each specific, concrete instance. For abstract laws are of no use here; rather, what is acquired is a concrete ability that will know, in each individual case: now conception may take place, or now it may not.

[ 32 ] Dieses Wissen, welches in der Lage sein wird, vom Himmel herunter die Impulse zu holen für Moralisierung oder Demoralisierung der Erde durch die Natur des Menschen selbst, diese besondere Fähigkeit entwickelt sich als eine Fortsetzung der Blutsfähigkeit bei den Rassen des Ostens, und ich nenne das, was da als Fähigkeit sich entwickelt, eugenetischen Okkultismus. Das ist die zweite Fähigkeit, welche verhindern wird, daß die Evolution der Menschheit mit Bezug auf Konzeption und Geburt bloß nach Willkür, mehr oder weniger durch Zufall in der Welt verläuft. Und jetzt sehen Sie auf die ungeheuere soziale Folge, auf den ungeheueren sozialen Impuls, der damit hereinkommt! Diese Fähigkeiten sind latent. Man weiß gut in jenen geheimen Zirkeln der britisch sprechenden Bevölkerung, daß diese Fähigkeiten sich bei der Bevölkerung des Ostens entwickeln werden. Man weiß, daß man sie selber in seinen durch die Geburt vermittelten Anlagen nicht haben wird. Man weiß, daß die Erde ihr Ziel nicht erreichen könnte, nicht von der Erde zum Jupiter hinüberkommen könnte, ja daß sogar schon verhältnismäßig bald die Erde von ihrem Ziele sich abwenden würde, wenn nur mit den Kräften des Westens gearbeitet würde. Wenn nur mit den mechanischen okkulten Fähigkeiten des Westens gearbeitet würde, dann würde allmählich eine seelenlose Bevölkerung im Westen sich allein entwickeln können, eine Bevölkerung, welche so seelenlos wie möglich werden würde. Das weiß man. Daher strebt man an, innerhalb des eigenen Kreises dasjenige, was man entwickeln kann durch seine Fähigkeiten, zu entwickeln: den mechanischen Okkultismus; und man strebt an, zu beherrschen diejenige Bevölkerung, welche den eugenetischen Okkultismus entwickelt. Jeder Wissende in den Zirkeln des Westens sagt: Es ist notwendig, daß wir zum Beispiel Indien beherrschen, aus dem Grunde, weil nur in der Fortsetzung desjenigen, was aus indischen Leibern kommt — wenn es sich mit dem verbindet, was im Westen nach ganz anderer Richtung hin, nach der Richtung des nur mechanischen Okkultismus geht —, Körper entstehen, in denen sich zukünftig Seelen verkörpern können, die die Erde zu ihren künftigen Entwickelungsstadien hinübertragen. Die englisch sprechenden Okkultisten wissen, daß sie verzichten müssen auf die Leiber, welche aus ihrer eigenen Volksgrundlage heraus kommen, und sie streben danach, die Herrschaft über eine Bevölkerung zu haben, welche Leiber liefern wird, mit Hilfe welcher die Entwickelung der Erde in die Zukunft hinausgetragen werden kann.

[ 32 ] This knowledge, which will be capable of drawing impulses from the heavens to moralize or demoralize the Earth through human nature itself, is a special ability that develops as an extension of the “blood ability” among the races of the East, and I call what develops there as an ability “eugenic occultism.” This is the second ability that will prevent the evolution of humanity—with regard to conception and birth—from proceeding merely at random, more or less by chance, in the world. And now consider the immense social consequence, the immense social impulse that this brings with it! These abilities are latent. It is well known in those secret circles of the English-speaking population that these abilities will develop among the peoples of the East. It is known that they themselves will not possess these abilities in their innate dispositions. It is known that the Earth could not reach its goal, could not make the transition from Earth to Jupiter—indeed, that even relatively soon the Earth would turn away from its goal—if only the forces of the West were employed. If one were to rely solely on the mechanical occult abilities of the West, then a soulless population would gradually develop in the West—a population that would become as soulless as possible. This is well known. Therefore, the aim is to develop within one’s own circle whatever can be developed through one’s abilities: mechanical occultism; and the aim is to dominate the population that develops eugenic occultism. Every initiate in the circles of the West says: It is necessary for us to dominate India, for example, because only through the continuation of what comes from Indian bodies—when it combines with what in the West is moving in a completely different direction, toward purely mechanical occultism—will bodies arise in which souls can incarnate in the future to carry the Earth into its future stages of development. English-speaking occultists know that they must forgo the bodies that arise from their own ethnic base, and they strive to gain dominion over a population that will supply bodies through which the Earth’s evolution can be carried forward into the future.

[ 33 ] Die amerikanischen Okkultisten wissen, daß sie nur, wenn sie von sich aus dasjenige pflegen, was innerhalb der russischen Bevölkerung sich an Leibern der Zukunft durch die eugenetisch okkulte Anlage entwickelt, wenn sie das beherrschen, so daß allmählich eine soziale Verbindung zwischen ihren absterbenden Rasseeigentümlichkeiten und den aufkeimenden psychischen Rasseeigentümlichkeiten des europäischen Rußland zustande kommt, daß sie nur dann in die Zukunft hinübertragen können, was sie hinübertragen wollen.

[ 33 ] American occultists know that only if they actively cultivate what is developing within the Russian population—in the bodies of the future through eugenic-occult predispositions—and if they master this, so that a social connection gradually emerges between their fading racial characteristics and the burgeoning psychic racial characteristics of European Russia—only then can they carry over into the future what they wish to carry over.

[ 34 ] Von einer dritten Fähigkeit, die heute latent ist und die sich entwickeln wird, muß ich Ihnen sprechen. Es ist diejenige, die ich nennen möchte die hygienische okkulte Fähigkeit. Nun haben wir alle drei: die materielle okkulte Fähigkeit, die eugenetische okkulte Fähigkeit und die hygienische okkulte Fähigkeit. Diese hygienische okkulte Fähigkeit ist auf dem guten Wege und wird verhältnismäßig nicht lange auf sich warten lassen. Diese Fähigkeit wird einfach durch die Einsicht reifen, daß das menschliche Leben, indem es von der Geburt bis zum Tode verläuft, nach einem Prozeß verläuft, der ganz identisch ist mit einem Krankheitsprozeß. Krankheitsprozesse sind nämlich nur spezielle und radikale Umbildungen des ganz gewöhnlichen, normalen Lebensprozesses, der zwischen Geburt und Tod verläuft, nur daß wir in uns nicht nur die krankmachenden Kräfte tragen, sondern auch die gesundmachenden Kräfte. Und diese gesundmachenden Kräfte, das weiß jeder Okkultist, sind ganz genau dieselben wie diejenigen, welche man dann anwendet, wenn man sich okkulte Fähigkeiten erwirbt, indem man diese Kräfte in Erkenntnisse umwandelt. Die dem menschlichen Organismus innewohnende Heilkraft in Erkenntnis umgewandelt gibt eben okkulte Erkenntnisse.

[ 34 ] I must speak to you about a third ability that is latent today and will develop. It is the one I would like to call the hygienic occult ability. Now we have all three: the material occult ability, the eugenic occult ability, and the hygienic occult ability. This hygienic occult ability is well on its way and will not be long in coming. This ability will simply mature through the realization that human life, as it unfolds from birth to death, follows a process that is entirely identical to a disease process. For disease processes are, in fact, merely specific and radical transformations of the entirely ordinary, normal life process that unfolds between birth and death—except that we carry within us not only the forces that cause illness but also the forces that restore health. And these healing forces—as every occultist knows—are exactly the same as those one employs when acquiring occult abilities by transforming these forces into knowledge. The healing power inherent in the human organism, when transformed into knowledge, yields occult knowledge.

[ 35 ] Es weiß nun wiederum jeder Wissende in den westlichen Zirkeln, daß in Zukunft die materialistische Medizin keinen Boden haben wird. Denn in dem Augenblicke, wo sich die hygienisch-okkulten Fähigkeiten entwickeln, wird man nicht eine äußere materielle Medizin brauchen, sondern es wird die Möglichkeit da sein, jene Krankheiten, die nicht durch karmische Ursachen entstehen und deshalb unbeeinflußbar sind, auf psychischem Wege prophylaktisch zu behandeln, zu verhüten. Es wird sich alles in dieser Beziehung ändern. Das erscheint heute noch wie eine bloße Phantasie, aber das ist etwas, was sogar sehr bald kommen wird.

[ 35 ] Every knowledgeable person in Western circles knows, however, that materialistic medicine will have no place in the future. For the moment that hygienic-occult abilities develop, external, material medicine will no longer be needed; instead, it will be possible to treat and prevent—through psychically-based methods—those illnesses that do not arise from karmic causes and are therefore beyond influence. Everything will change in this regard. Today this still seems like mere fantasy, but it is something that will come to pass very soon.

[ 36 ] Nur liegt die Sache so, daß diese drei Fähigkeiten nicht etwa gleichmäßig über alle Bevölkerung der Erde kommen. Sie haben ja schon die Differenzierung gesehen. Diese Differenzierung hat natürlich nur etwas zu tun mit den Leibern, nicht mit den Seelen, die ja immer von Rasse zu Rasse und von Volk zu Volk gehen; aber mit den Leibern hat sie sehr viel zu tun, diese Differenzierung. Aus den Leibern der englisch sprechenden Bevölkerung kann niemals herauskommen die Fähigkeit, durch Geburt eugenetisch-okkulte Fähigkeiten in Zukunft zu entwickeln. Sie werden angewendet werden gerade im Westen, aber dadurch angewendet werden, daß man Östländer beherrschen wird und Ehen herbeiführen wird zwischen den Menschen des Westens und den Menschen des Ostens; daß man benützen wird dasjenige, was man nur von den Menschen des Ostens erfahren kann.

[ 36 ] The fact is, however, that these three abilities are not distributed evenly among the entire population of the Earth. You have already seen the differentiation. This differentiation, of course, has to do only with the bodies, not with the souls, which, after all, pass from race to race and from people to people; but this differentiation has a great deal to do with the bodies. The bodies of the English-speaking population can never give rise to the ability to develop eugenic-occult abilities through birth in the future. These abilities will be applied specifically in the West, but they will be applied by dominating people from the East and arranging marriages between people from the West and people from the East; by making use of that which can only be learned from the people of the East.

[ 37 ] Für die hygienisch-okkulten Fähigkeiten sind besonders veranlagt die Menschen der Mittelländer. Und die Sache liegt so, daß die englischsprechende Bevölkerung nicht durch die Geburtsanlage die hygienisch-okkulten Fähigkeiten erlangen kann, daß sie aber im Laufe der Zeit in der Entwickelung zwischen Geburt und Tod sich diese Fähigkeiten erwerben kann. Da können sie erworbene Eigenschaften werden. Und bei der Bevölkerung ungefähr östlich vom Rhein bis nach Asien hinein werden sie durch die Geburt vorhanden sein. Und wiederum ist es so, daß die Bevölkerung der Mittelländer die eugenetischokkulte Anlage nicht unmittelbar erwerben kann durch Geburt, aber sie im Laufe des Lebens sich aneignen kann, wenn sie in die Lehre geht bei den Menschen des Ostens. So werden diese Fähigkeiten verteilt sein. Die Menschen des Ostens werden gar keine Fähigkeit haben zum materiellen Okkultismus; sie werden ihn nur empfangen können, wenn man ihn ihnen gibt, wenn man ihn nicht vor ihnen geheim hält. Und man kann immer die Mittel finden, ihn geheim zu halten, besonders wenn die andern so töricht sind, an die Dinge nicht zu glauben, die jemand sagt, der einmal in der Lage ist, in diese Dinge ungefähr hineinzuschauen. Die Menschen also des Ostens und die Menschen der Mittelländer werden den materiellen Okkultismus vom Westen erhalten müssen. Sie werden die Segnungen eben erhalten — die Produkte. Der hygienische Okkultismus, er wird sich vorzugsweise in den Mittelländern entwickeln, der eugenetische in den Ostländern. Aber eine Kommunikation wird zwischen den Menschen stattfinden müssen. Das ist etwas, was in die sozialen Impulse der Zukunft aufgenommen werden muß; das ist etwas, was notwendig macht, daß die Menschen einsehen: Sie können über die ganze Erde hin in der Zukunft nur noch als Gesamtmenschheit leben. Denn wollte der Amerikaner nur als Amerikaner leben, so würde er zwar den höchsten materiellen Effekt erreichen können, aber er würde sich dazu verdammen, niemals über die Erdenentwickelung hinauskommen zu können. Er würde sich dazu verdammen, wenn er nicht die sozialen Beziehungen zum Osten suchte, als Seele nach irgendeiner Inkarnation in das Erdengebiet gebannt zu werden und nur innerhalb des Erdengebietes zu spuken. Die Erde würde herausgehoben werden aus ihrem kosmischen Zusammenhange, und es würden alle diese Seelen spuken müssen. Der Mensch des Ostens hingegen würde, wenn er nicht aufnehmen würde mit seinen eugenetisch-okkulten Fähigkeiten das, was zur Erde niederzieht, den Materialismus des Westens, die Erde verlieren. Er würde bloß in irgendeine psychisch-spirituelle Entwickelung hineingezogen werden, und er würde die Erdenentwickelung verlieren; die Erde würde gleichsam unter ihm versinken, er würde die Früchte der Erdenentwickelung nicht haben können.

[ 37 ] People from the Central European regions are particularly predisposed to hygienic-occult abilities. The fact is that the English-speaking population cannot acquire these abilities through innate predisposition at birth, but can acquire them over time as part of their development between birth and death. There, they can become acquired qualities. And among the population roughly from the Rhine eastward into Asia, these abilities will be present from birth. And again, it is the case that the people of the Central Lands cannot directly acquire the eugenic-occult predisposition at birth, but they can acquire it over the course of their lives if they study under the people of the East. Thus, these abilities will be distributed. The people of the East will have no ability whatsoever for material occultism; they will be able to receive it only if it is given to them, if it is not kept secret from them. And one can always find ways to keep it secret, especially when the others are so foolish as not to believe the things said by someone who is once in a position to glimpse into these matters. Thus, the people of the East and the people of the Central Lands will have to receive material occultism from the West. They will simply receive the blessings—the products. Hygienic occultism will develop primarily in the Central Lands, while eugenic occultism will develop in the Eastern lands. But communication will have to take place between people. This is something that must be incorporated into the social impulses of the future; it is something that makes it necessary for people to realize: In the future, they can live across the entire Earth only as a unified humanity. For if the American were to live only as an American, he would indeed be able to achieve the greatest material success, but he would condemn himself to never being able to transcend Earth’s development. He would condemn himself—if he did not seek social ties with the East—to be bound as a soul to the Earth realm after any incarnation and to wander only within that realm. The Earth would be severed from its cosmic context, and all these souls would be forced to wander. The people of the East, on the other hand, would lose the Earth if they did not use their eugenic-occult abilities to absorb that which draws down upon the Earth—the materialism of the West. They would merely be drawn into some form of psychic-spiritual development and would lose Earth’s evolution; the Earth would, as it were, sink beneath them, and they would be unable to reap the fruits of Earth’s evolution.

[ 38 ] Vertrauen unter den Menschen im tief innersten Sinn muß eintreten. Das zeigt gerade diese merkwürdige Menschenentwickelung der Zukunft. Es liegt durchaus im vernünftigen Sinn der Zentren des Westens, die Dinge nur so zu pflegen, wie sie sie pflegen können. Es ist nicht an den Menschen des Westens, auf dasjenige besonders zu sehen, was sich im Osten entwickelt von dem Gesichtspunkte der Menschen des Ostens aus; was sich bei andern entwickelt, das muß den andern überlassen bleiben. Das ist es, was man sich recht, recht tief in die Seelen schreiben soll, daß hier ein Punkt erreicht ist, wo Schuld oder Unschuld oder dergleichen Begriffe überhaupt ihre Bedeutung verlieren, wo es sich darum handelt, die Dinge im allertiefsten Sinne voll ernst zu nehmen, weil sie ein Wissen enthalten, das allein geeignet ist, in die Lenkung der Menschheit in der Zukunft überzugehen.

[ 38 ] Trust among people, in the deepest sense, must take hold. This is precisely what this remarkable human development of the future demonstrates. It is entirely in keeping with the rational approach of the centers of the West to manage matters only as they are able to. It is not for the people of the West to focus specifically on what is developing in the East from the perspective of the people of the East; what develops among others must be left to them. This is what one should engrave very, very deeply into one’s soul: that a point has been reached here where concepts such as guilt or innocence lose their meaning entirely, where the task is to take things with the utmost seriousness in the deepest sense, because they contain a knowledge that alone is capable of guiding humanity into the future.

[ 39 ] Es ist sehr wichtig, diese Dinge in einer gewissen Art zu betrachten. Denn bedenken Sie, daß über die Erde hin, differenziert nach den verschiedenen Menschen, nach den Menschen des Westens, der Mittelländer und des Ostens, sich dreierlei okkulte Fähigkeiten entwickeln, die sich gewissermaßen verschlingen, und zwar so sich ineinanderschlingen, daß der Mensch des Westens Anlage hat zum materiellen Okkultismus von der Geburt, aber sich erwerben kann hygienischen Okkultismus; daß der Mensch der Mittelländer vorzugsweise durch die Geburt Anlage hat für den hygienischen Okkultismus, daß er sich aber erwerben kann, wenn man sie ihm gibt, vom Westen her den materiellen, vom Osten her den eugenetischen Okkultismus; daß der Mensch des Ostens von der Geburt Anlage hat für den eugenetischen Okkultismus, daß er sich aber erwerben kann, von den Mittelländern aus, den hygienischen Okkultismus. Diese Fähigkeiten treten differenziert über die Menschheit der Erde verteilt auf, aber zu gleicher Zeit so, daß sie sich verschlingen. Und durch die Verschlingungen wird eben das zukünftige soziale Gemeinschaftsband über die ganze Erde bedingt sein.

[ 39 ] It is very important to view these things in a certain way. For consider that across the Earth—differentiated according to the various peoples, namely the peoples of the West, the Central Lands, and the East—three kinds of occult abilities develop, which, in a sense, intertwine with one another in such a way that the people of the West have a natural predisposition to material occultism from birth, but can acquire hygienic occultism; that people of the Central Lands have, primarily by birth, a predisposition for hygienic occultism, but can acquire—if it is given to them—material occultism from the West and eugenic occultism from the East; that people of the East have, by birth, a predisposition for eugenic occultism, but can acquire, from the Central Lands, hygienic occultism. These abilities are distributed throughout humanity in a differentiated manner, yet at the same time in such a way that they intertwine. And it is precisely through these intertwining connections that the future social bond of community across the entire Earth will be determined.

[ 40 ] Nun gibt es aber Hindernisse für die Entwickelung dieser Fähigkeiten; und die sind mannigfaltiger Art, und ihre Wirksamkeit ist eigentlich eine recht komplizierte. So ist zum Beispiel gerade für den Menschen der Mittelländer und der Ostländer ein bedeutsames Hindernis, die Fähigkeiten, die da kommen sollen, namentlich wissentlich zu entwickeln, wenn starke Antipathien gegen die Menschen der Westländer in ihnen spielen, wenn diese Dinge nicht objektiv betrachtet werden können. Das ist ein Hindernis für die Entwickelung dieser Fähigkeiten. Dagegen wird in einer gewissen Weise sogar die Anlage zu einer späteren okkulten Fähigkeit unterstützt, wenn sie aus gewissen Instinkten des Hasses heraus entwickelt wird. Das ist eine sehr eigentümliche Erscheinung. Denn man fragt sich doch so oft — hier liegt nämlich etwas, was recht objektiv betrachtet werden sollte —: Warum ist denn eigentlich auf dem Gebiete der Westländer so unsinnig geschimpft worden? — Das zielt auch aus dem Instinkte schon nach diesen Fähigkeiten hin. Denn nichts wird das, was in den tiefsten Impulsen des westlichen Okkultismus liegt, mehr fördern, als wenn sich unwahre, aber gewissermaßen als heilig empfundene Gefühle entwickeln, welche die Menschen des Ostens, namentlich die Menschen der Mittelländer als «Barbaren » hinstellen können. Gefördert werden die materiellen okkulten Anlagen gerade zum Beispiel durch jene Stimmung, welche in Amerika die sogenannte «Kreuzzugstimmung » ist. Diese besteht darin, daß Amerika berufen sei, Freiheit und Recht, und ich weiß schon nicht, was die schönen Dinge alle sind, über die ganze Erde zu bringen. Die Leute glauben das selbstverständlich. Hier ist nicht die Rede von irgendwelcher Anschuldigung. Die Leute glauben, daß sie einen Kreuzzug machen. Aber gerade darin, daß man das Unrichtige glaubt, darinnen liegt die Unterstützung nach einer gewissen Richtung hin. Würde man bewußt das Unrichtige sagen, dann würde man diese Unterstützung nicht haben. So ist auf der einen Seite dasjenige, was jetzt geschieht, unendlich förderlich, auf der andern Seite hinderlich gerade der Entwickelung derjenigen Fähigkeiten, von denen man sagen muß, daß sie heute bei den meisten Menschen noch latent sind, daß sie sich aber gegen die Zukunft hin entwickeln wollen, und daß sie tief eingreifen werden in die soziale Struktur der Menschen der Zukunft.

[ 40 ] However, there are obstacles to the development of these abilities; these obstacles are of many kinds, and their effects are actually quite complex. For example, a significant obstacle—particularly for people from Central and Eastern Europe—to consciously developing the abilities that are meant to emerge is when strong antipathies toward people from Western countries are at play within them, preventing these matters from being viewed objectively. This is an obstacle to the development of these abilities. On the other hand, in a certain sense, even the predisposition toward a later occult ability is supported when it is developed out of certain instincts of hatred. This is a very peculiar phenomenon. For one so often asks oneself—and here lies something that ought to be viewed quite objectively—: Why, in fact, has there been such senseless railing in the Western world? — This, too, is already directed toward these abilities by instinct. For nothing will promote what lies in the deepest impulses of Western occultism more than the development of false feelings—which are, however, perceived as sacred in a certain sense—that allow people in the East, particularly those in the Central European countries, to be portrayed as “barbarians.” Material occult predispositions are fostered precisely, for example, by that sentiment which in America is the so-called “crusade mentality.” This consists in the belief that America is called upon to bring freedom and justice—and I don’t even know what all those fine things are—to the entire world. People believe this, of course. This is not meant as any kind of accusation. People believe they are waging a crusade. But it is precisely in believing what is false that the support for a certain direction lies. If one were to consciously state what is false, then one would not have this support. Thus, on the one hand, what is happening now is infinitely beneficial; on the other hand, it hinders precisely the development of those abilities which, it must be said, are still latent in most people today, but which will develop as we move toward the future and will profoundly influence the social structure of the people of the future.

[ 41 ] Denken Sie einmal, wie sich Ihnen durchglüht und durchsättigt mit Verständnis und Einsicht alles das, was in der Gegenwart geschieht, wenn Sie diese Hintergründe ins Auge fassen, wenn Sie erkennen, daß hinter all dem, was bewußt heute vielfach gesagt wird, die diesen Ausführungen entsprechenden unterbewußten Instinkte liegen! Die wichtigste Tatsache dabei ist aber diese, daß durch ganz besondere Evolutionsvorgänge eben die britisch sprechende Bevölkerung solche geheimen okkulten Zentren hat, die diese Dinge kennen, die wissen, welche Fähigkeiten sie in der Zukunft haben werden als Angehörige der britisch sprechenden Bevölkerung und welche Fähigkeiten ihnen mangeln werden, die daher auch wissen, wie sie die soziale Struktur einrichten müssen, damit sie das, was ihnen mangelt, auch in ihren Dienst stellen können. In der Richtung solcher Dinge wirken aber die Instinkte, und diese Instinkte haben auch schon gewirkt, sie haben ungeheuer gewirkt, sie haben bedeutungsvoll gewirkt.

[ 41 ] Just imagine how everything that is happening in the present will become crystal clear to you—saturated with understanding and insight—when you consider these underlying factors, when you realize that behind much of what is consciously said today lie the subconscious instincts that correspond to these explanations! The most important fact here, however, is that, through very special evolutionary processes, the English-speaking population in particular possesses such secret occult centers that are aware of these things—centers that know what abilities they will possess in the future as members of the English-speaking population and what abilities they will lack, and that therefore also know how to organize the social structure so that they can put what they lack to work for them. Instincts, however, are at work in this direction, and these instincts have already been at work; they have had an immense effect; they have had a significant effect.

[ 42 ] Ein besonders brauchbares Mittel, wenn man ins unrichtige Fahrwasser lenken will, was durch das westliche okkulte Wissen impulsiert werden kann, ist, den Osten so zu bearbeiten, daß er seinen alten Hang, bloße Religion ohne Wissenschaft zu entwickeln, auch in der Zukunft beibehält. Die Führer der westlichen Geheimzirkel werden dafür sorgen, daß es etwas, was weder bloße Religion noch bloße Wissenschaft ist, sondern die Synthese von beiden, das Zusammenwirken von Wissen und Glauben, dort nicht gibt. Aber sie werden auch dafür sorgen, daß jene Wissenschaft, die sonst auch auf den Inhalt der Religion übergeht, eben bloß im Geheimen wirkt, daß sie bloß die wichtigeren Angelegenheiten der Menschheit und die politische Führung der Erde beim Erringen der britischen Weltherrschaft durchdringt. Ungeheuer helfen wird es bei der Ausbreitung dieser Weltherrschaft, wenn der Osten möglichst die religiösen Vorstellungen nicht mit Wissenschaft durchdringt.

[ 42 ] A particularly effective means of steering people onto the wrong path—a path that can be driven by Western occult knowledge—is to influence the East in such a way that it continues to maintain, even in the future, its long-standing tendency to develop mere religion without science. The leaders of Western secret societies will ensure that there is nothing there that is neither mere religion nor mere science, but rather the synthesis of both—the interplay of knowledge and faith. But they will also ensure that the science which otherwise permeates the content of religion operates solely in secret, that it permeates only the more important affairs of humanity and the political leadership of the Earth in the pursuit of British world domination. It will be of immense help in the expansion of this world domination if the East, as far as possible, does not interweave religious concepts with science.

[ 43 ] Nun denken Sie, wie gerade alles Russische diesem westlichen Streben entgegenkommt. Da ist auf der einen Seite in Rußland heute noch das Streben, fromm zu sein, aber nicht zu durchdringen den Inhalt der Frömmigkeit mit spiritueller Wissenschaft, gewissermaßen in einer unklaren Mystik zu bleiben. Diese unklare Mystik, die würde ein gutes Förderungsmittel sein für das, was der Westen als Oberherrschaft über den Osten will.

[ 43 ] Now consider how everything Russian is currently aligned with this Western aspiration. On the one hand, there is still a desire in Russia today to be pious, but without penetrating the essence of piety through spiritual science—remaining, so to speak, in a vague mysticism. This vague mysticism would be a useful tool for what the West seeks: supremacy over the East.

[ 44 ] Auf der andern Seite handelt es sich darum, die Wissenschaft, die für die Erde ist, womöglich atheistisch zu machen. Und darin hat gerade die Kultur der britisch sprechenden Bevölkerung in der neueren Zeit ungeheuer Fruchtbares geleistet. Diese britisch sprechende Bevölkerung kann sich wahrhaftig nicht beklagen. Sie hat Ungeheueres erreicht, denn sie hat ihre wissenschaftliche Richtung, die religionslose Wissenschaft, die atheistische Wissenschaft im Grunde über die ganze Erde verbreitet. Die ist Herrscherin geworden über die ganze Erde. Der Goetheanismus, der ganz bewußt das Gegenteil davon ist, konnte ja selbst im Lande Goethes nicht aufkommen, ist selbst im Lande Goethes eine ziemlich unbekannte Sache! Dasjenige, was als Intellekt heute die Wissenschaft beherrscht, das ist durchaus im Sinne desjenigen gehalten, was offenbar werden soll als äußerlicher Ausdruck der von den Zirkeln im Geheimen gepflegten, aber dort wohl als Synthese zwischen Wissenschaft und Religion gepflegten Wissenschaft. Für die Außenwelt soll es nur die atheistische Wissenschaft geben; für die inneren Zirkel, welche den Gang der Weltereignisse leiten sollen, eine Wissenschaft, welche zu gleicher Zeit Religion, eine Religion, welche zu gleicher Zeit Wissenschaft ist.

[ 44 ] On the other hand, the aim is to make science—which is for the Earth—as atheistic as possible. And in this regard, the culture of the English-speaking population has achieved tremendous results in recent times. This English-speaking population truly has no cause for complaint. It has achieved tremendous things, for it has essentially spread its scientific orientation—religionless science, atheistic science—across the entire Earth. It has become the ruler of the entire Earth. Goetheanism, which is quite deliberately the opposite of this, could not even take root in Goethe’s own country; even in Goethe’s own country, it remains a largely unknown phenomenon! That which today dominates science as intellect is entirely in keeping with what is to be revealed as the outward expression of the science cultivated in secret by these circles—a science they regard there as a synthesis between science and religion. For the outside world, there is to be only atheistic science; for the inner circles, which are to guide the course of world events, a science that is at the same time religion, and a religion that is at the same time science.

[ 45 ] Am besten in der Hand haben wird man den Osten, wenn man ihm eine wissenschaftslose Religion erhält. Am besten in der Hand haben wird man die Mittelländer, wenn man ihnen aufpfropft, weil sie sich eine Religion nicht aufpfropfen lassen, eine religionslose Wissenschaft. Diese Dinge werden von denjenigen, die als Wissende in den genannten Zirkeln stehen, ganz bewußt, von den andern instinktiv gefördert. Und nachdem die aus überlebter Zeit herstammenden Herrschaftsmächte der Mittelländer weggefegt sind, ist ja in den Mittelländern zunächst nichts da, was an die Stelle gesetzt werden kann. Das macht es ja auch so schwierig, die ganze welthistorische Sachlage der Gegenwart richtig zu beurteilen. Alle Welt hat sich befaßt mit der Frage der Schuld oder der Ursache dieser kriegerischen Katastrophe. Aber alle diese Dinge finden nur ihre Beleuchtung, wenn man sie auf dem Hintergrunde desjenigen betrachtet, was als wirksame Kräfte nicht in den äußeren Phänomenen zutage tritt. Es läßt sich über diese Dinge nicht urteilen nach den Kategorien, nach den Denkkategorien, nach denen man gewöhnlich urteilt, wenn man die Schuld- oder Unschuld-Frage aufwirft — gerade aus den heute Ihnen dargelegten Gründen nicht.

[ 45 ] The best way to keep the East under control is to preserve a religion devoid of science there. The best way to keep the Central European nations under control is to impose upon them—since they will not allow a religion to be imposed on them—a science devoid of religion. These things are promoted quite consciously by those who are regarded as experts in the aforementioned circles, and instinctively by others. And now that the ruling powers of the Central European countries—which stemmed from a bygone era—have been swept away, there is, for the time being, nothing in the Central European countries that can take their place. That is precisely what makes it so difficult to correctly assess the entire world-historical situation of the present. The whole world has grappled with the question of guilt or the cause of this war-torn catastrophe. But all these matters can only be properly understood when viewed against the backdrop of those active forces that do not manifest themselves in external phenomena. These matters cannot be judged according to the categories—the categories of thought—by which one usually judges when raising the question of guilt or innocence—precisely for the reasons I have outlined to you today.

[ 46 ] Ich weiß sehr gut, daß heute, wo man sogar schon Wilson den Papst des zwanzigsten Jahrhunderts nennt, aber nicht im abträglichen, sondern im zustimmenden Sinne, weil er berechtigterweise der Laienpapst des zwanzigsten Jahrhunderts ist, selbst in den Mittelländern sich nach und nach ein getrübtes Urteil über den Hergang dieses Weltkrieges, wie man ihn nennt, entwickeln wird, weil man die eigentlichen Fragestellungen nicht berücksichtigen wird. Jedes Dokument wird das beweisen, was ich sage. Aber man muß die Dokumente auf dem richtigen Untergrunde sehen. Man muß vor allem die Möglichkeit haben, ein Urteil zu gewinnen. Dieses Urteil ergibt sich in diesem Falle nur demjenigen, der etwas Licht von jenseits der Schwelle auf die Dinge bringen kann. Denn sehen Sie, ich fürchte, daß sich durch die Dinge, die ja jetzt, man könnte sagen, Tag für Tag zutage treten, immer falschere und falschere Urteilswege geltend machen werden, daß immer weniger Menschen geneigt sein werden, auf die Frage so einzugehen, daß dieses Eingehen fruchtbar sein kann. Ich glaube, die Leute werden sich sonderbare Gedanken machen, wenn sie jetzt zum Beispiel durch die Zeitungen erfahren — mag es wahr sein oder nicht wahr sein, es könnte aber wahr sein —, daß der abgedankte deutsche Kaiser sagt: Ich bin ja gar nicht dabei gewesen, als der Krieg gemacht worden ist — Sie werden es in den letzten Blättern gelesen haben —, das haben Bethmann und Jagow gemacht!

[ 46 ] I am well aware that today, when even Wilson is called the “Pope of the Twentieth Century,” not in a derogatory sense, but in an approving one, because he is rightly considered the “lay pope” of the twentieth century, even in the Central European countries a clouded judgment regarding the course of this so-called World War will gradually develop, because people will fail to take the actual issues into account. Every document will prove what I am saying. But one must view the documents against the proper background. Above all, one must have the opportunity to form a judgment. In this case, such a judgment can only be reached by those who can shed some light on these matters from beyond the threshold. For you see, I fear that as events—which, one might say, are now coming to light day by day—unfold, increasingly erroneous lines of reasoning will gain ground, and that fewer and fewer people will be inclined to engage with the issue in a way that could yield fruitful results. I believe people will have strange thoughts when they now learn, for example, from the newspapers—whether it is true or not, though it could be true—that the abdicated German Emperor says: “I wasn’t even there when the war was started”—you will have read this in recent issues—“Bethmann and Jagow did that!”

[ 47 ] Es ist natürlich unerhört, wenn so etwas von diesem Munde ausgesprochen wird, selbstverständlich unerhört! Aber es gibt überall im geheimen beeinflußte Urteile, die dann in falsche Wege geraten durch solche Dinge. Sehen Sie, um was es sich da handelt, das ist, daß man wirklich ganz genau die Tatsachen berücksichtigen muß, um die richtigen Fragen stellen zu können. Dann wird man schon sehen, daß man wahrhaftig die tiefe, tragische Notwendigkeit, die dieser Katastrophe zugrunde liegt, nicht so oberflächlich wird ins Auge fassen dürfen, wie das so häufig geschieht. Auch die oberflächlichen Ereignisse dürfen nicht oberflächlich ins Auge gefaßt werden.

[ 47 ] It is, of course, outrageous for something like that to come out of his mouth—absolutely outrageous! But there are judgments everywhere that have been secretly influenced and then go astray because of such things. You see, the point here is that one really must take the facts into account very carefully in order to be able to ask the right questions. Then one will see that one truly must not view the deep, tragic necessity underlying this catastrophe as superficially as is so often the case. Nor should superficial events be viewed superficially.

[ 48 ] Ich will Sie auf einen Fall aufmerksam machen; Sie werden gleich nachher sehen, warum ich solch eine Einzelheit herausgreife. Ich habe schon vor einiger Zeit hier auseinandergesetzt, daß ja eigentlich gewiß viele Ereignisreihen, Tatsachenreihen in Deutschland vorhanden gewesen sind, die zum Kriege hätten führen können, die aber dann abgerissen sind, die nicht zu ihm geführt haben, während tatsächlich dasjenige, was zum Kriege geführt hat, im Grunde genommen aus gewissen Voraussetzungen erst sehr spät eingesetzt hat und in gar keinem Zusammenhang steht mit den anderen Dingen. Ich will heute nicht wiederholen, was ich Ihnen nach dieser Richtung schon gesagt habe, aber ich möchte Ihnen eines heute zu bedenken geben, damit Sie sehen, wie in der Weltgeschichte die Dinge, ich möchte sagen, zusammenklappen, die als äußere Symptome wirken, während dem die großen Dinge hinter ihnen stehen, von denen ich Ihnen heute gesprochen habe.

[ 48 ] I would like to draw your attention to a particular case; you will see shortly why I am singling out this specific detail. I explained here some time ago that there were indeed certainly many sequences of events and facts in Germany that could have led to war, but which then came to an abrupt end and did not lead to it, whereas what actually led to the war, strictly speaking, did not begin until very late—based on certain preconditions—and bears no connection whatsoever to the other events. I do not wish to repeat today what I have already told you along these lines, but I would like to offer you one point for reflection today, so that you may see how, in world history, things—I might say—collapse into one another, appearing as external symptoms, while the great forces behind them, of which I have spoken to you today, remain hidden.

[ 49 ] Sehen Sie, man kann die Frage aufwerfen: Hätte die ganze kriegerische Katastrophe, wie sie vom Juli 1914 oder August 1914 an eingetreten ist, unter Umständen auch einen anderen Verlauf nehmen können als den, den sie genommen hat? Ich will jetzt nicht darauf eingehen, ob diese Katastrophe als solche hätte vermieden werden können oder nicht, das steht auf einem andern Blatte, aber ich will die Frage aufwerfen: Hätte diese Katastrophe einen anderen Verlauf nehmen können? Nun, sie hätte einen anderen Verlauf nehmen können; das wäre durchaus denkbar, obwohl diese Dinge hinterher zu sagen, ich möchte sagen, nur einen methodischen Wert hat. Aber denkbar wäre es nach den Ereignissen und auch nach den okkulten Hintergründen, daß die ganze Katastrophe einen anderen Verlauf genommen hätte. Man muß schichtenweise urteilen. Dasjenige, was ich jetzt sage, gilt natürlich wiederum nur für eine gewisse Schicht der Tatsachen. Und innerhalb dieser Schichte der Tatsachen kann man etwa folgendes urteilen. Man kann sagen: Es wäre auch denkbar gewesen, daß der Krieg 1914 so begonnen worden wäre, daß das deutsche Heer nach Osten gezogen wäre, und man abgewartet hätte, ob dadurch, daß im Osten der Krieg entsteht, im Westen dann auch ein Krieg folgen werde. Es wäre denkbar gewesen, daß man mit der Hauptmasse des deutschen Heeres gegen Rußland gezogen wäre, daß man gegen den Westen eine bloße Defensive eingehalten und abgewartet hätte, ob die Franzosen, die ja in diesem Falle keine Bündnispflicht gehabt hätten, angreifen. Sie hätten keine Bündnispflicht in dem Augenblicke gehabt, wenn man nicht den Krieg nach Osten erklärt haben würde, sondern abgewartet hätte, bis die russischen Armeen wirklich einfallen. Sie wären nämlich eingefallen; das ist ohne Frage, daß sie eingefallen wären. Ich behaupte jetzt nicht, daß es nicht fünf Jahre früher eine andere Hypothese gegeben hätte, die in anderer Richtung hätte gehen können, aber 1914 war es nicht mehr möglich. Innerhalb dieser Schichte der Tatsachen könnte man sich denken, daß der Krieg eine Grundwendung nach Osten hin genommen hätte. Das wäre möglich gewesen. Und dennoch war es unmöglich. Es war eigentlich dennoch tatsächlich unmöglich aus dem Grunde, weil nach Osten hinüber kein deutscher Feldzugsplan vorlag. Man hat niemals daran gedacht, daß der Kriegsfall anders eintreten könnte, als daß Deutschland provoziert würde zu einem Angriff auf Rußland, daß dadurch für Frankreich der Bündnisfall für Rußland-Frankreich gegeben sei, und daß Deutschland dann einen Zweifrontenkrieg zu führen hat.

[ 49 ] You see, one might ask: Could the entire military catastrophe, as it unfolded beginning in July or August 1914, possibly have taken a different course than the one it actually took? I do not wish to go into whether this catastrophe as such could have been avoided or not—that is a separate matter—but I do want to raise the question: Could this catastrophe have taken a different course? Well, it could have taken a different course; that would certainly be conceivable, although saying such things in hindsight, I would say, has only methodological value. But it would be conceivable, given the events and also the occult background, that the entire catastrophe could have taken a different course. One must judge layer by layer. What I am saying now, of course, applies only to a certain layer of facts. And within this layer of facts, one can make the following assessment. One could say: It would also have been conceivable that the war in 1914 might have begun in such a way that the German army would have marched eastward, and one would have waited to see whether, as a result of war breaking out in the east, a war would then follow in the west as well. It would have been conceivable to march the bulk of the German army against Russia, to maintain a purely defensive posture toward the West, and to wait and see whether the French—who, in this case, would have had no obligation under the alliance—would attack. They would not have had any alliance obligation at that moment if war had not been declared against the East, but instead one had waited until the Russian armies actually invaded. For they would have invaded; there is no question that they would have invaded. I am not claiming now that there would not have been a different scenario five years earlier that could have taken a different course, but by 1914 it was no longer possible. Given this set of facts, one could imagine that the war might have taken a fundamental turn toward the East. That would have been possible. And yet it was impossible. In fact, it was actually impossible for the simple reason that there was no German campaign plan for the East. No one ever considered that war might break out in any way other than Germany being provoked into attacking Russia, that this would trigger France’s obligation to come to Russia’s aid under the alliance, and that Germany would then have to fight a war on two fronts.

[ 50 ] Nun ging man unter dem Axiom, das sich innerhalb der deutschen Strategie vom Beginne des zwanzigsten Jahrhunderts an gebildet hat, davon aus, daß dieser Zweifrontenkrieg nicht anders als oflensiv geführt werden kann. Nur der Feldzugsplan war da, mit einem Einmarsch durch Belgien rasch nach Westen hin Frankreich zu einem Sonderfrieden zu zwingen — das war gewiß eine Illusion, aber es waren diese Illusionen vorliegend —, und dann die Heeresmassen nach Osten zu werfen. Nun bitte ich Sie zu bedenken, was ein solcher strategischer Plan ist. Er ist für jede Einzelheit, für jeden Tag berechnet. Er rechnet genau, wie lange es dauern darf von dem Tage, an dem die russische Gesamtmobilisation eintritt, bis der erste Befehl gegeben wird für die deutsche Mobilisation, die dann nicht warten kann, sondern weitergeht, weil der erste Anstoß die russische Gesamtmobilisation ist. Am Tage danach, am zweiten Tage danach, am dritten Tage danach muß das und das geschehen. Wartet man nur einen Tag nach der russischen Generalmobilisation, so ist der ganze Plan umgeworfen und kann nicht mehr ausgeführt werden. Das ist es, was ich Sie bitte zu bedenken, daß so etwas tatsächlich entscheidend war in dem Augenblicke, wo gar keine mitteleuropäische Politik vorhanden war. Das ist natürlich das Wesentliche, daß keine mitteleuropäische Politik vorhanden war. Denn Bethmann redet heute noch immer Unsinn. Man war verzweifelt, wenn Bethmann im deutschen Reichstage seine unglaublichsten, seine unmöglichsten Dinge redete; aber er redet sie noch heute. Es war gar keine Politik vorhanden, sondern nur Strategie, aber eine Strategie, welche auf einen ganz bestimmten Fall aufgebaut war. Da konnte man nichts ändern, da konnte man nicht einmal in der Stunde etwas ändern.

[ 50 ] Now, based on the axiom that had taken shape within German strategy from the beginning of the twentieth century onward, it was assumed that this war on two fronts could not be waged other than offensively. The only plan in place was to march through Belgium, rapidly advance westward to force France into a separate peace—which was certainly an illusion, but such illusions did exist—and then throw the bulk of the army eastward. Now I ask you to consider what such a strategic plan entails. It is calculated down to every detail, for every single day. It calculates precisely how long it may take from the day Russian general mobilization begins until the first order is given for German mobilization, which cannot then wait but must proceed, because the initial impetus is Russian general mobilization. On the day after that, on the second day after that, on the third day after that, this and that must happen. If one waits even a single day after the Russian general mobilization, the entire plan is thrown into disarray and can no longer be carried out. This is what I ask you to consider: that such a factor was indeed decisive at a time when there was no Central European policy whatsoever. That, of course, is the crux of the matter—that there was no Central European policy. For Bethmann is still spouting nonsense today. People were at their wits’ end when Bethmann spoke of the most unbelievable, the most impossible things in the German Reichstag; but he still speaks of them today. There was no policy at all, only strategy—but a strategy based on a very specific scenario. Nothing could be changed there; not even in the heat of the moment could anything be changed.

[ 51 ] Ich bitte Sie also zu bedenken, daß nach der äußeren Veranlassung niemand in Deutschland den Krieg zu wollen brauchte, er mußte doch entstehen. Man brauchte ihn gar nicht zu wollen. Das bitte ich Sie zu berücksichtigen. Er mußte entstehen, einfach aus dem Grunde, weil ganz automatisch — selbstverständlich indem Augenblicke, wo Rußland Befehle zur Gesamtmobilisation erläßt, wie wenn der Zeiger einer Uhr auf Zwölf rückt — in dem deutschen Heerführer der Gedanke entsteht: Jetzt muß ich mobilisieren. — Und von da ab geht alles automatisch. Das entsteht gar nicht durch den Willen, das entsteht dadurch, daß es jahrelang vorbereitet ist. Ganz automatisch folgt auf die russische Gesamtmobilisation der Einfall durch Belgien nach Frankreich, weil man das als das einzig Vernünftige ansieht. Dem Kaiser konnte man es nicht sagen, weil man — ich habe es Ihnen ja schon erzählt — wußte: der ist so indiskret, wenn man es ihm heute sagte, so weiß es morgen die ganze Welt. Daß durch Belgien eingefallen wurde, hat er erst erfahren in der Stunde, als mobilisiert wurde. Ähnliche Dinge sind massenhaft vorgekommen. Diese Dinge bitte ich Sie zu berücksichtigen, dann werden Sie sich sagen: Man brauchte natürlich überhaupt nicht zu wollen innerhalb Deutschlands — der Krieg mußte entstehen. Ich sage: Wenn man innerhalb dieser Tatsachenschichte bleibt. Natürlich können Sie übergehen zu einer anderen Tatsachenschichte; aber da kommen Sie zu ganz verwickelten Fragen.

[ 51 ] I therefore ask you to consider that, given the external circumstances, no one in Germany needed to want the war—it was bound to happen anyway. There was no need to want it at all. I ask you to take this into account. It was bound to happen, simply because—automatically, of course, at the very moment Russia issues orders for general mobilization, just as the hand of a clock moves to twelve—the thought arises in the German military commander’s mind: Now I must mobilize. — And from that point on, everything proceeds automatically. This does not arise from any conscious will; it arises because it has been prepared for years. The Russian general mobilization is automatically followed by the advance through Belgium into France, because that is seen as the only reasonable course of action. They couldn’t tell the Kaiser because—as I’ve already told you—they knew he was so indiscreet that if they told him today, the whole world would know about it tomorrow. He didn’t find out that the invasion through Belgium had taken place until the very moment mobilization began. Similar incidents occurred in great numbers. I ask you to take these things into account, and then you will say to yourselves: Of course, there was no need whatsoever for anyone within Germany to want it—the war was bound to happen. I say: provided one remains within this account of the facts. Of course, you can move on to a different account of the facts; but then you will encounter very complicated questions.

[ 52 ] Es ist wirklich so, daß einen da einmal etwas Großes, etwas, was zur Menschheitskatastrophe wird, erinnert an die Geschichte von dem braven Rektor Kaltenbrunner, die ich Ihnen erzählt habe mit Bezug auf Hamerling. Sie erinnern sich, daß ich Ihnen erzählt habe: Wenn man sich Robert Hamerlings Dichterpersönlichkeit vor die Seele führt und sie versteht, so sagt man sich: Was in dieser Persönlichkeit wirkt, rührt zum großen Teil davon her, daß er in einem bestimmten Zeitpunkte als Gymnasiallehrer nach Triest kam und von da seine Urlaube nach Venedig antreten konnte, daß er also an die Gestade der Adria kam. Die ganze innere Seelenstruktur dieses Hamerling hängt davon ab, daß er zehn Jahre als Gymnasiallehrer — denn nur das hat er sein können nach den Antezedenzien seiner Entwickelung — in Triest an der Adria verleben konnte. Aber wodurch ist er dahin gekommen? Ich habe es Ihnen erzählt: Er hat ein Gesuch geschrieben, als er Supplent in Graz war, um eine erledigte Stelle in Budapest. Nun denke man sich: Da hat er ein Gesuch geschrieben; wenn die Behörde das bekommen und genehmigt hätte, wäre Hamerling die ganzen zehn Jahre nach Budapest gekommen. Die ganze Dichterpersönlichkeit wäre aufgehoben, die wäre nicht da; wer sie kennt, der weiß das. Wodurch ist das bewirkt, daß er nicht nach Budapest kam, sondern nach Triest? Der brave Rektor Kaltenbrunner, dem das Gesuch zunächst übergeben werden mußte, verbummelte es, ließ es in seiner Schublade so lange liegen, bis die Stelle in Budapest besetzt war. Und als die Stelle besetzt war und Hamerling sagte: Um Gotteswillen, ich wäre so gerne auf die Stelle in Budapest gekommen! — da wurde der brave Rektor Kaltenbrunner rot und sagte: Ach Gott, jetzt hab’ ich das ganz vergessen, das liegt noch in meiner Schublade! — Und Hamerling wurde davor gerettet, nach Budapest zu kommen. Das nächste Mal, als sich Hamerling nach Triest meldete, da vergaß nach diesem Vorgange der brave Rektor Kaltenbrunner nicht, es weiterzugeben, Hamerling kam nach Triest und wurde dadurch «der Hamerling». Nun frage ich Sie: Hat der brave Rektor Kaltenbrunner den Hamerling als Dichter in die Welt gestellt? — Dennoch gibt es keinen anderen Urheber unter den äußeren Phänomenen, als daß Hamerling «der Hamerling» geworden ist durch die Bummelei des braven Kaltenbrunner, Rektor in Graz in der Steiermark. Es ist eben nur möglich, hinter die Dinge zu kommen, wenn man Symptomatologie treibt; denn diese Symptomatologie, die leitet einen dazu an, die äußeren Erscheinungen in der richtigen Weise zu taxieren und dasjenige zu sehen, was hinter den Symptomen steht. Das ist das Wichtige. Das ist es, was ich immer mehr erreichen möchte.

[ 52 ] It is truly the case that something great—something that becomes a catastrophe for humanity—brings to mind the story of the good principal Kaltenbrunner, which I told you in connection with Hamerling. You recall that I told you: When one brings Robert Hamerling’s poetic personality to mind and understands it, one says to oneself: What is at work in this personality stems largely from the fact that, at a certain point in time, he came to Trieste as a high school teacher and was able to spend his vacations in Venice from there—that is, that he came to the shores of the Adriatic. Hamerling’s entire inner psychological structure depends on the fact that he was able to spend ten years as a high school teacher—for that was the only role he could have held, given the circumstances of his development—in Trieste on the Adriatic. But how did he end up there? I’ve told you: While he was a substitute teacher in Graz, he wrote an application for a vacant position in Budapest. Now just imagine: He wrote that application; if the authorities had received and approved it, Hamerling would have gone to Budapest for the entire ten years. His entire poetic persona would have been lost—it wouldn’t exist; anyone familiar with his work knows that. What caused him to end up in Trieste instead of Budapest? The good principal Kaltenbrunner, to whom the application had to be submitted first, faffed about with it, leaving it in his drawer until the position in Budapest had been filled. And when the position was filled and Hamerling said, “For heaven’s sake, I would have loved to take that position in Budapest!”—then the good principal Kaltenbrunner blushed and said: “Oh dear, I’d completely forgotten about that—it’s still in my drawer!”—And Hamerling was spared from having to go to Budapest. The next time Hamerling applied to go to Trieste, after that incident, the good principal Kaltenbrunner didn’t forget to pass it on; Hamerling went to Trieste and thus became “Hamerling.” Now I ask you: Did the good principal Kaltenbrunner launch Hamerling into the world as a poet? — Yet there is no other cause behind these outward phenomena than that Hamerling became “the Hamerling” through the dawdling of the good Kaltenbrunner, principal in Graz, Styria. It is only possible to get to the bottom of things by practicing symptomatology; for this symptomatology guides one to assess external appearances correctly and to see what lies behind the symptoms. That is what matters. That is what I would like to achieve more and more.

[ 53 ] Wenn man diese Katastrophe der Gegenwart anschaut, dann findet man eben durchaus nicht eine leichte Möglichkeit, aus den Wirrnissen herauszukommen. Betrachten Sie nur die große Schwierigkeit, die vorliegt. Nehmen wir an, Mr. Grey ginge darauf aus, bloß aus den äußeren Dokumenten zu beweisen, daß er ganz schuldlos ist an dem Ausbruch des Krieges. Das kann man selbstverständlich beweisen, so leicht wie möglich. Man kann aus den äußeren Dokumenten ganz strikte den Beweis führen, daß die britische Regierung unschuldig ist an dem Ausbruch dieses Krieges. Aber überall handelt es sich darum, was die Beweise für ein Gewicht haben. Sie können nur dahinterkommen, wenn Sie die Frage so stellen, wie ich sie seit Jahren auch vor Ihnen hier gestellt habe: Wäre zum Beispiel die britische Regierung in der Lage gewesen, den Einfall in Belgien zu verhindern? — Darauf müssen Sie sagen: Ja, sie wäre in der Lage gewesen. — Denn das ist es gerade, was ich wiederum forderte in meiner Denkschrift, daß vor der Welt schlicht Tatsachen hingestellt worden wären. Die hätten natürlich auf der einen Seite dazu geführt, daß jener Herr, der jetzt nach Holland desertiert ist, dazumal schon irgendwie hätte verduften müssen. Vielleicht hängt das zusammen damit, daß meine Denkschrift ja so wenig Anklang gefunden hat, auch bei denen, die sie haben beurteilen können. Aber ich habe verlangt, daß die Ereignisse vor allen Dingen von Minute zu Minute erzählt werden, schlicht, ohne Färbung, so wie sie sich abgespielt haben zu gleicher Zeit in Berlin und in London zwischen halb fünf Uhr Sonnabend — Sie wissen, Sonnabend ist die Mobilisation um halb fünf Uhrin Berlin unterschrieben worden — und halb elfUhr nachts. Diese entscheidenden Ereignisse, in die nichts hineinspielt von alledem, wovon die Welt geredet hat, schlicht erzählt, liefern den Beweis, daß es möglich gewesen wäre, daß der Einfall in Belgien von der britischen Regierung hätte verhindert werden können. Er ist nicht verhindert worden. Daher wurde am Sonnabend um halb elf Uhr der einzige Befehl, zu dem sich die Majestät gegen den Willen der deutschen Strategie aufgerafft hatte, das Heer zurückzuhalten, nicht nach Westen marschieren zu lassen, sondern im Westen nur Defensive zu machen — dieser einzige Befehl wurde Sonnabend um halb elf Uhr rückgängig gemacht, und es blieb bei der alten Strategie. Da müssen aber dann die Ereignisse von Minute zu Minute, möchte ich sagen, zwischen Sonnabend um halb fünf und um halb elf Uhr nachts wirklich erzählt werden, bloß die Tatsachen schlicht erzählt werden. Da stellt sich dann natürlich ein ganz anderes Bild heraus, vor allen Dingen ein Bild, welches dahin führt, die Fragestellungen richtig zu machen.

[ 53 ] When one looks at this current catastrophe, one certainly does not find an easy way out of the turmoil. Just consider the great difficulty that lies before us. Let’s suppose Mr. Grey set out to prove, based solely on external documents, that he is entirely blameless for the outbreak of the war. Of course, this can be proven—as easily as possible. One can strictly demonstrate from the external documents that the British government is innocent of the outbreak of this war. But the crux of the matter is always the weight of the evidence. You can only get to the bottom of this if you frame the question as I have been posing it here before you for years: For example, would the British government have been in a position to prevent the invasion of Belgium? — To that you must answer: Yes, it would have been in a position to do so. — For that is precisely what I again demanded in my memorandum: that the facts be simply presented to the world. Of course, on the one hand, that would have meant that the gentleman who has now defected to the Netherlands would have had to have disappeared somehow back then. Perhaps this is related to the fact that my memorandum met with so little response, even among those who were in a position to evaluate it. But I demanded that, above all, the events be recounted minute by minute, simply, without embellishment, just as they unfolded simultaneously in Berlin and London between half past four on Saturday—you know, Saturday is when the mobilization order was signed at half past four in Berlin—and half past ten at night. These decisive events, told plainly without any of the factors the world has been discussing, provide proof that it would have been possible for the British government to prevent the invasion of Belgium. It was not prevented. Consequently, at half past ten on Saturday, the sole order that His Majesty had mustered the will to issue—against the wishes of German strategy—to hold back the army, not to let it march westward, but to adopt a purely defensive posture in the west—this sole order was rescinded at half past ten on Saturday, and the old strategy remained in place. But then the events must be recounted minute by minute, I would say, between half past four and half past ten on Saturday night—simply stating the facts. Then, of course, a completely different picture emerges—above all, a picture that leads to asking the right questions.

[ 54 ] Nun steht ja zu fürchten, daß das Weltenpublikum sich von dem beeinflussen läßt, was man in den Archiven findet; aber die Tatsachen, die die entscheidenden sind, die sich Sonnabend von halb fünf Uhr bis halb elf Uhr nachts zugetragen haben, die werden wahrscheinlich niemals aus Archiven an die Welt kommen, denn sie sind wahrscheinlich gar nicht aufgeschrieben worden, das heißt, sie sind aufgeschrieben worden, aber sie sind nicht so aufgeschrieben worden, daß man die Niederschriften in Archiven finden wird.

[ 54 ] Now, of course, there is reason to fear that the global public will be influenced by what is found in the archives; but the facts—the decisive ones—that took place on Saturday from half past four to half past ten at night will probably never come to light from the archives, because they were likely never written down at all; that is to say, they were written down, but not in such a way that the records will be found in the archives.

[ 55 ] Sehen Sie, Vorsicht im Urteilen, das ist es, was man auch gewinnen muß. Wenn man diese Vorsicht im Urteilen gewinnen kann, so ist das eine große Hilfe für die Entwickelung jener latenten Fähigkeiten, von denen ich Ihnen eben heute gesprochen habe, die sich in der Menschheitszukunft entwickeln müssen, dreigliederig differenziert über die Erde hin. Und dann werden Sie schon darauf kommen, daß wahrhaftig nicht aus irgendeinem intellektuellen Gedanken heraus als ein abstraktes Programm heute vor acht Tagen dasjenige entwickelt worden ist, was ich als die einzige berechtigte Lösung der sozialen Frage, soweit man heute im angegebenen Sinne von einer solchen Lösung sprechen kann, bezeichnete.

[ 55 ] You see, caution in judgment—that is what one must also acquire. If one can acquire this caution in judgment, it is a great help in the development of those latent abilities I have just spoken to you about today—abilities that must develop in humanity’s future, differentiated into three parts across the Earth. And then you will come to realize that what I described eight days ago as the only legitimate solution to the social question—insofar as one can speak of such a solution today in the sense I have indicated—was truly not developed from some intellectual thought as an abstract program.