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The Rudolf Steiner Archive

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The Fundamental Social Demand of Our Time
In a Different Context
GA 186

30 November 1918, Dornach

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Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] Wenn Sie die Grundlage unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft im Verhältnis zu anderen jetzt auftretenden — es sind ja ihrer sehr zahlreiche — sogenannten Weltanschauungen betrachten, so werden Sie unter anderem eines charakteristisch finden müssen, das ist, daß sich diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft als Welt- und Lebensanschauung bemüht, dasjenige, was sie aus der Erforschung der geistigen Welten heraus zu ergründen sucht, auf das Gesamtleben, auf alles das, was dem Menschen im Leben begegnen kann, anzuwenden. Und wer einen Sinn hat für das Wesentliche, worauf es gerade in den drängenden und brennenden Fragen und Impulsen unserer Gegenwart ankommt, der wird sich vielleicht auch ein Verständnis dafür erringen können, daß gerade auf dem Felde der Verbindung der großen Weltanschauungsideen mit dem unmittelbaren Leben dasjenige liegt, was der Gegenwart und der nächsten Zukunft so ungeheuer nottut. Denn unter den Gründen, welche die heutige katastrophale Lage der Menschheit herbeigeführt haben, ist ja einer der nicht geringsten der, daß die Weltanschauungen der Menschen — sei es, daß sie im Religiösen, sei es, daß sie im Wissenschaftlichen oder im Ästhetischen wurzeln — alle im Laufe der Zeiten allmählich den Zusammenhang mit dem Leben verloren haben. Es war gewissermaßen ein Trieb, man möchte sagen ein perverser Trieb vorhanden, welcher trennen wollte das sogenannte alltägliche praktische Leben in seinem weitesten Umfange von dem, was man zur Befriedigung seiner Bedürfnisse auf religiösen, auf Weltanschauungsgebieten suchte. Bedenken Sie nur einmal, wie das Leben in den letzten Jahrhunderten allmählich die Gestalt angenommen hat, daß die Menschen im Äußerlichen sich gehen ließen, sozusagen «praktische» Menschen waren, das Leben nach «praktischen» Grundsätzen einrichteten, und dann jeden Tag etwa eine halbe Stunde, mehr oder weniger, oder gar nicht, oder den Sonntag dazu verwendeten, um die Bedürfnisse des Herzens, der Seele zu befriedigen, die dahin gingen, mit dem die Welt durchdringenden Göttlich-Geistigen einen Zusammenhang zu finden.

[ 1 ] If you consider the foundation of our anthroposophically oriented spiritual science in relation to other — and there are indeed a great many of them — so-called worldviews, you will find, among other things, one characteristic feature: namely, that this anthroposophically oriented spiritual science, as a worldview and philosophy of life, strives to apply what it seeks to fathom through its exploration of the spiritual worlds to life as a whole, to everything that a person may encounter in life. And anyone with a sense for what is essential—what really matters, especially in the pressing and burning questions and impulses of our present—may also be able to gain an understanding that it is precisely in the realm of connecting the great ideas of worldviews with immediate life that what is so desperately needed by the present and the near future lies. For among the reasons that have brought about humanity’s current catastrophic situation, one of the most significant is that people’s worldviews—whether rooted in religion, science, or aesthetics—have all gradually lost their connection to life over the course of time. There was, so to speak, an impulse—one might even call it a perverse impulse—that sought to separate so-called everyday practical life, in its broadest sense, from what people sought in the realms of religion and worldview to satisfy their needs. Just consider for a moment how life has gradually taken shape over the past few centuries, with people letting themselves go in outward matters—being, so to speak, “practical” people—organizing their lives according to “practical” principles, and then spent about half an hour each day—more or less, or not at all—or used Sunday for this purpose, to satisfy the needs of the heart and soul, which were directed toward finding a connection with the divine-spiritual that permeates the world.

[ 2 ] Das wird, wenn anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft von den Gemütern der Menschen Besitz ergreifen kann, durchaus anders werden. Das wird so werden, daß aus dieser Weltanschauung Gedanken quellen, welche anwendbar sind im unmittelbarsten Leben, welche uns in die Lage versetzen werden, das Leben auf allen Gebieten einsichtsvoll zu beurteilen. Das Prinzip der Sonntagnachmittagspredigt soll ja durchaus nicht das unserer anthroposophisch orientierten Weltanschauung sein, sondern das ganze Leben an allen Wochentagen und auch am Sonntagvormittag soll durchdrungen sein von dem, was anthroposophische Weltauffassung dem Menschen geben kann. Weil es nicht so war bis in unsere Tage herein, ist ja die Welt nach und nach in ein Chaos hineingesegelt. Man hat außer acht gelassen, den Blick hinzuwenden auf das, was in der unmittelbaren Umgebung wirklich geschieht, und ist heute überrascht, daß die Folgen dieses Übersehens sich deutlich zeigen. Man wird in der Zukunft noch mehr überrascht sein, weil sich diese Folgen noch deutlicher zeigen werden.

[ 2 ] This will be quite different if anthroposophically oriented spiritual science is able to take hold of people’s minds. It will be such that thoughts will spring from this worldview that are applicable to our most immediate daily lives, thoughts that will enable us to assess life in all areas with insight. The principle of the Sunday afternoon sermon is certainly not meant to be that of our anthroposophically oriented worldview; rather, the whole of life on all days of the week—and also on Sunday morning—should be permeated by what the anthroposophical worldview can offer human beings. Because this has not been the case up to the present day, the world has gradually drifted into chaos. People have neglected to turn their attention to what is actually happening in their immediate surroundings, and today they are surprised that the consequences of this neglect are clearly evident. They will be even more surprised in the future, because these consequences will become even more apparent.

[ 3 ] Man sollte eben heute auf keinen Fall den Blick hinwegwenden von dem, was sich da über die ganze Erde hin in der Menschheit vorbereitet. Man sollte mit den Urteilen, die uns in die Lage versetzen, zu durchschauen die großen Impulse, welche durch das Weltengeschehen gehen, versuchen, in das einzudringen, was heute zum Teil so rätselhaft vor den Menschengemütern steht, und was die soziale Struktur in ein Chaos zu verwandeln droht. Man sollte nicht weiter in der Weise fortfahren, daß man alles kommen läßt, wie es eben kommen will, ohne daß man mit seinem gesunden Urteil die Dinge zu durchdringen versucht.

[ 3 ] We should certainly not turn our gaze away today from what is unfolding among humanity across the entire Earth. We should use the insights that enable us to see through the great impulses coursing through world events to try to penetrate what today stands, in part, as such a mystery before the human mind—and what threatens to plunge the social structure into chaos. We should not continue to let things happen however they may, without trying to penetrate them with our sound judgment.

[ 4 ] Der Grundsatz muß aufhören, der da sagt: Das ist alltäglich, das ist profan, das gehört dem äußeren Leben an, von dem wendet man sich ab und wendet den Blick hin zum Göttlich-Geistigen. — Das muß aufhören! Anfangen muß die Zeit, in welcher auch das Alleralltäglichste in Zusammenhang gebracht wird mit dem Göttlich-Geistigen, und in welcher nicht nur vom allerabstraktesten Standpunkte aus die Dinge ins Auge gefaßt werden, die aus dem geistigen Leben heraus geholt werden.

[ 4 ] We must put an end to the principle that says: “This is mundane, this is profane, this belongs to external life; from this one turns away and turns one’s gaze toward the divine-spiritual.” — That must stop! A new era must begin in which even the most mundane things are brought into connection with the divine-spiritual, and in which things drawn from spiritual life are not viewed solely from the most abstract standpoint.

[ 5 ] Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt, daß eine günstige Wendung in der sozialen Bewegung doch nur dadurch eintreten kann, daß das Interesse wächst, das der einzelne Mensch an dem andern Menschen hat. Soziale Struktur ist ja eben die Struktur, die die Menschen gesellschaftlich verbindet. Sie kann nur dadurch gesunden, daß der Mensch sich wirklich drinnen weiß, mit Besinnung drinnen ist in der sozialen Struktur. Und das ist das Ungesunde der Gegenwart und hat die Katastrophe herbeigeführt, daß die Menschen außer acht gelassen haben, irgendeine Gesinnung sich zu erwerben über das Wie des Drinnenstehns in der sozialen Gemeinschaft. Das Interesse, das uns als Mensch mit andern Menschen verbindet, hat aufgehört, trotzdem die Menschen oftmals glauben, ein solches Interesse zu haben. Der billige theosophische Grundsatz: Ich liebe alle Menschen, ich habe schon Interesse an allen Menschen, — der tut es nicht, denn der ist abstrakt und greift nicht ein in das reale Leben. Und um dieses Eingreifen in das reale Leben handelt es sich; das muß eben tiefer verstanden werden. Nichtverständnis des realen Lebens war ja ein Charakteristikon der letzten Jahrhunderte. Nun haben diese letzten Jahrhunderte, ohne daß die Menschen den Prozeß verfolgt haben, die heutige Lage herbeigeführt und werden die zukünftige Lage herbeiführen. Es geht nicht anders im geschichtlichen Leben der Menschheit, als daß die Menschen das, was geschieht, was unter ihnen im sozialen Leben geschieht, auch denkend begleiten. Aber die Ereignisse, die sich seit einer verhältnismäßig längeren Zeit schon abspielen, lassen sich nicht anders begleiten, als wenn man für gewisse Erscheinungen sich einen gesunden Sinn erwirbt. Dem objektiven Beobachter kündigte sich ja nur zu deutlich an, daß fast über die ganze Welt hin nach Grundsätzen verwaltet, regiert und so weiter wurde und wird, die eigentlich schon vor Jahrhunderten veraltet waren, während das Leben in den letzten Jahrhunderten natürlich fortgeschritten ist. Und ein Wesentliches, was eingetreten ist in die Entwickelung der Menschheit, ist der moderne Industrialismus, der das ganze moderne Proletariat geschaffen hat. Aber diese Entstehung des modernen Proletariats — sie wurde nicht mit Gedanken begleitet. Die führenden Stände haben fortgelebt in der alten Weise, haben ihre Führerposten so versehen, wie sie sie seit Jahrhunderten zu versehen gewöhnt waren, und ohne daß sie irgend etwas getan haben, ohne daß sie nur den Prozeß der Weltgeschichte mit Gedanken begleitet hätten, hat sich aus den Tatsachen, aus dem Tatsachengeschehen heraus, aus der Entstehung des modernen Industrialismus, der im wesentlichen begonnen hat mit dem mechanischen Webstuhl und der Spinnmaschine im achtzehnten Jahrhundert, das moderne Proletariat entwickelt. Und von dem, was durch die Welt in den Köpfen des modernen Proletariats — meinetwillen nennen Sie es «spukt», hängt das welthistorische Schicksal von heute und der nächsten Zukunft ab. Denn dieses Proletariat strebt nach der Macht, nach der Mehrheit, und es wird zu betrachten sein in seinen Taten wie die Ergebnisse von Naturnotwendigkeiten, wie Elementarereignisse, nicht wie etwas, was man kritisieren kann, was einem gefällt oder nicht gefällt, was man bespricht, je nachdem das oder jenes den einen oder den anderen Eindruck macht; sondern es muß beurteilt werden wie etwa ein Erdbeben oder eine Springflut des Meeres oder dergleichen.

[ 5 ] In the course of these reflections, I have said that a favorable turn in the social movement can only come about through a growing interest that each individual has in other people. Social structure is, after all, the very structure that connects people socially. It can only become healthy when people truly feel at home within it—when they are consciously present within the social structure. And this is what is unhealthy about the present and has led to the catastrophe: that people have neglected to cultivate any sense of how to be truly present within the social community. The interest that connects us as human beings to other human beings has ceased to exist, even though people often believe they have such an interest. The trite theosophical principle—“I love all people; I already have an interest in all people”—does not suffice, for it is abstract and does not intervene in real life. And it is precisely this intervention in real life that is at stake; this must be understood more deeply. A lack of understanding of real life has, after all, been a defining characteristic of the past few centuries. Now, without people having followed the process, these past centuries have brought about the present situation and will bring about the future situation. In the historical life of humanity, there is no other way but for people to accompany what is happening—what is taking place among them in social life—with thoughtful reflection. But the events that have been unfolding for a relatively long time now cannot be accompanied in any other way than by acquiring a sound understanding of certain phenomena. To the objective observer, it became all too clear that, across almost the entire world, society was—and continues to be—administered, governed, and so on, according to principles that had actually become obsolete centuries ago, while life has naturally progressed over the past few centuries. And a key factor in the development of humanity has been modern industrialism, which has created the entire modern proletariat. But this emergence of the modern proletariat—it was not accompanied by thought. The ruling classes continued to live in the old way, filling their leadership positions just as they had been accustomed to doing for centuries, and without their having done anything at all—without even having reflected on the course of world history—the modern proletariat developed out of the facts, out of the course of events, out of the emergence of modern industrialism, which essentially began with the mechanical loom and the spinning machine in the eighteenth century. And the world-historical fate of today and the near future depends on what is “haunting”—if you will—the minds of the modern proletariat. For this proletariat strives for power, for the majority, and its actions must be regarded as the results of natural necessities, as elemental events—not as something that can be criticized, that one likes or dislikes, that is discussed depending on whether this or that makes one impression or another; but it must be judged like, say, an earthquake or a tidal wave or the like.

[ 6 ] Nun sehen wir zunächst sich vorbereiten dasjenige, was aus dem modernen Proletariat, oder vielleicht besser gesagt, was aus den Tendenzen und Empfindungen des modernen Proletariats hervorgeht; wie ein Vorpostengefecht, möchte ich sagen, sehen wir das, was Ihnen ja von einer gewissen Seite her entgegentritt im russischen Bolschewismus. Dieser russische Bolschewismus — ich habe das öfter schon gesagt — paßt auf die Ureigentümlichkeit des russischen Volkes natürlich nicht. Er ist von außen hineingetragen. Aber darauf kommt es ja auch nicht an, wenn man die Tatsachen ins Auge fassen will; denn er ist einmal innerhalb des Gebietes, das das frühere Zarenreich war, in einem großen Umfange da, und er muß eben wie eine Naturerscheinung beobachtet werden, wie eine Naturerscheinung, die in sich den Trieb hat, sich immer weiter und weiter auszudehnen. Man muß vor allen Dingen, wenn man so etwas betrachtet wie den russischen Bolschewismus, absehen von den Begleiterscheinungen. Man muß auf die Hauptsache sehen. Daß er gerade 1917 seinen Anfang genommen hat, daß er diese oder jene äußere Erscheinung zeigt, dazu sind vielleicht naheliegende Gründe maßgebend gewesen. Ich habe Ihnen gesagt, daß nicht unbeteiligt an dem unmittelbaren Ausbruch des Bolschewismus sogar die Ludendorftsche Hilflosigkeit war und verschiedenes andere noch. Allein, das alles muß man abstreifen, wenn man die Dinge fruchtbar betrachten will, und muß auf die Impulse sehen, die in diesem russischen Bolschewismus leben. Man muß sich einmal ganz trokken fragen: Was will dieser russische Bolschewismus und wie stellt er sich hinein in die ganze Entwickelung der Menschheit? — Denn das ist ja zweifellos, er ist eine nicht etwa ephemerisch vorübergehende, er ist eine tiefgehende, welthistorische Erscheinung. Und es ist außerordentlich wichtig, die soziale Grundstruktur, wie sie sich als Bild dieser russische Bolschewismus macht, einmal vor sich hinzustellen, um ihn gewissermaßen in seinem Hervorgehen aus den tieferen Weltimpulsen dann betrachten zu können.

[ 6 ] Now, first of all, we see taking shape that which emerges from the modern proletariat—or perhaps, to put it better, that which arises from the tendencies and sentiments of the modern proletariat; like a skirmish, I might say, we see what confronts you from a certain angle in Russian Bolshevism. This Russian Bolshevism—as I have said many times before—naturally does not fit the fundamental character of the Russian people. It has been imported from outside. But that is not the point, after all, if one wishes to face the facts; for once it is within the territory that was formerly the Tsarist Empire, it is present on a large scale, and it must simply be observed as a natural phenomenon—a natural phenomenon that has an inherent drive to expand farther and farther. Above all, when considering something like Russian Bolshevism, one must look beyond the accompanying phenomena. One must focus on the main issue. The fact that it began precisely in 1917, or that it exhibits this or that external manifestation—perhaps obvious reasons were decisive in that regard. I have told you that even Ludendorff’s helplessness—and various other factors—played a part in the immediate outbreak of Bolshevism. However, one must set all that aside if one wishes to view things constructively, and must look at the impulses that live within this Russian Bolshevism. One must ask oneself quite soberly: What does this Russian Bolshevism want, and how does it fit into the overall development of humanity? — For there is no doubt that it is not merely an ephemeral, passing phenomenon; it is a profound, world-historical phenomenon. And it is extraordinarily important to lay out before us the basic social structure as reflected in this Russian Bolshevism, so that we may then, as it were, observe how it emerges from the deeper world impulses.

[ 7 ] Nun, wenn man die Grundeigenschaften dieses russischen Bolschewismus betrachtet, so muß man sagen, sein erstes Bestreben geht dahin, dasjenige, was wir im Sinne des Marxismus charakterisiert haben als die Bourgeoisie, zu vernichten, aus der Welt zu schaffen. Das ist sozusagen Grundmaxime. Alles, was als Bourgeoistum, als Bourgeoisie heraufgekommen ist im Laufe der geschichtlichen Entwickelung, mit Stumpf und Stiel als der Menschheitsentwickelung nach seiner Ansicht schädlich auszurotten. Dazu sollen ihn verschiedene Wege führen. Erstens die Überwindung aller Klassenunterschiede beim Menschen. Auf solche sachliche Überwindung der Klassen- und Ständeunterschiede, wie ich sie Ihnen gestern wieder vorgeführt habe, läßt sich der Bolschewismus nicht ein. Er denkt ja durchaus selber bürgerlich. Und das, was ich Ihnen gestern vorgeführt habe, ist nicht bürgerlich gedacht, sondern ist menschlich gedacht. Er will in seiner Art die Klassenunterschiede, die Ständeunterschiede überwinden. Nun sagt er sich: Die gegenwärtigen Staaten sind aufgebaut in ihrer Struktur von der bürgerlichen Lebensauffassung. Daher müssen die Formen der gegenwärtigen Staaten verschwinden. Es muß alles das, was in den gegenwärtigen Staaten Anhängsel des Bürgertums ist, wie die Polizeiordnung, die Militärordnung, die Justizordnung, alles das muß verschwinden. Was also das Bürgertum zu seiner Sicherheit, zu seiner Rechtsprechung geschaffen hat, das muß verschwinden, mit dem Bürgertum selbst verschwinden. Übergehen muß die gesamte Verwaltung, die gesamte Organisation der sozialen Struktur in die Hände des Proletariats. Dadurch wird der Staat, wie er bis jetzt bestanden hat, absterben, und das Proletariat wird die gesamte menschliche Struktur, das gesamte gesellschaftliche Zusammenleben verwalten. Das kann nicht erreicht werden durch die alten Einrichtungen, die eben das Bürgertum sich geschaffen hat, das kann nicht erreicht werden etwa dadurch, daß man Reichstage oder sonstige Volksvertretungen nach diesem oder jenem Wahlrecht wählt, wie das in der bürgerlichen Lebensauffassung gemacht worden ist; denn würde man solche Vertretungskörper weiter wählen, so würde nur das Bürgertum sich darinnen fortsetzen. Also mit allen solchen Vertretungskörpern, seien sie mit diesem oder jenem Wahlrecht, kommt man nicht zu den Zielen, welche da angestrebt werden. Daher handelt es sich darum, daß zunächst wirklich diejenigen Maßregeln Platz greifen, welche aus dem Proletariat selber herauskommen, welche in keinem Bürgerkopfe wachsen können, weil der Bürgerkopf notwendigerweise nur solche Maßregeln treffen kann, die überwunden werden sollen, sondern die nur aus einem Proletarierkopf kommen können. Daher kann nicht von irgendeiner National- oder Staatsversammlung irgend etwas verwaltet werden, sondern einzig und allein von der Diktatur des Proletariats; das heißt, es muß übergeführt werden die gesamte soziale Struktur in die Diktatur des Proletariats. Nur das Proletariat wird einen Sinn dafür haben, wirklich das Bürgertum aus der Welt zu schaffen. Denn das Bürgertum, wenn es in Vertretungskörpern sitzen würde, würde ja keinen Sinn dafür haben, sich selber aus der Welt zu schaffen, während es doch darauf ankommt, daß das Bürgertum, daß die Bourgeoisie entrechtet werde. Daher können Einfluß auf die soziale Struktur nur diejenigen Menschen haben, welche im echten Sinne Proletarier sind, das heißt nur diejenigen, welche Arbeit verrichten, die der Allgemeinheit nützen. Kein Recht zu wählen hat daher derjenige im Sinne dieser proletarischen Weltanschauung, welcher in irgendeiner Form sich von anderen Menschen, die er dafür bezahlt, Dienste leisten läßt. Also, wer immer Leute anstellt, Leute für sich verdingt, die er für ihre Dienste bezahlt, hat kein Recht, irgendwie teilzunehmen an der sozialen Struktur, hat also auch kein Wahlrecht. Ebensowenig hat ein Wahlrecht derjenige, welcher von den Zinsen etwa seines Vermögens lebt, der also Zinsgenießer ist. Ebensowenig hat ein Recht zu wählen derjenige, der ein Händler ist, der also nicht werktätige Arbeit verrichtet, oder der ein Zwischenhändler ist. Alle diese Menschen also, die von Zinsen leben, die andere Leute anstellen und sie bezahlen, die Händler sind oder Zwischenhändler, können auch nicht Regierungsorgane sein, während die Diktatur des Proletariats waltet. Während dieser Diktatur des Proletariats gibt es keine allgemeine Redefreiheit, keine Versammlungsfreiheit, keine Organisationsfreiheit; sondern Versammlungen abhalten, sich organisieren können allein diejenigen, die werktätige Arbeit verrichten. Allen anderen ist die freie Rede, ist das Versammlungsrecht, ist das Recht, sich in Gesellschaften oder Vereinen zu organisieren, verboten. Ebenso genießen nur diejenigen Menschen Pressefreiheit, welche werktätige Arbeit verrichten. Die Presse der Bourgeoisie wird unterdrückt, wird nicht geduldet. — Dies sind ungefähr solche Maximen, welche leiten sollen, ich möchte sagen, die Übergangszeit. Denn wenn diese Maximen eine Zeitlang — das verspricht sich die proletarische Weltanschauung von ihrem Vorgehen — gewaltet haben werden, wird eben nur noch werktätige Menschheit da sein. Es wird nur noch Proletariat da sein. Das Bürgertum wird ausgerottet sein.

[ 7 ] Now, when one considers the fundamental characteristics of this Russian Bolshevism, one must say that its primary aim is to destroy and eliminate what we, in the Marxist sense, have characterized as the bourgeoisie. That is, so to speak, its fundamental maxim. Everything that has emerged as bourgeois culture or the bourgeoisie in the course of historical development is to be eradicated root and branch, as it is, in its view, harmful to human progress. Various paths are supposed to lead to this end. First, the overcoming of all class distinctions among people. Bolshevism does not engage in such an objective overcoming of class and social distinctions, as I demonstrated to you again yesterday. It, after all, thinks in entirely bourgeois terms. And what I demonstrated to you yesterday is not conceived in bourgeois terms, but in human terms. It seeks, in its own way, to overcome class and social distinctions. Now it tells itself: The structures of present-day states are built upon the bourgeois conception of life. Therefore, the forms of present-day states must disappear. Everything in present-day states that is an appendage of the bourgeoisie—such as the police system, the military system, and the judicial system—must all disappear. Thus, whatever the bourgeoisie has created for its own security and for the administration of justice must disappear, along with the bourgeoisie itself. The entire administration, the entire organization of the social structure, must pass into the hands of the proletariat. As a result, the state, as it has existed until now, will wither away, and the proletariat will administer the entire human structure, the entire social order. This cannot be achieved through the old institutions that the bourgeoisie has created for itself; it cannot be achieved, for example, by electing national assemblies or other representative bodies according to this or that electoral system, as has been done in the bourgeois conception of life; for if such representative bodies were to continue to be elected, only the bourgeoisie would perpetuate itself within them. Thus, with all such representative bodies—whether based on this or that electoral system—one cannot achieve the goals that are being sought. Therefore, the task at hand is to ensure that, first and foremost, those measures actually take hold which arise from the proletariat itself—measures that cannot take root in the mind of a bourgeois, because the bourgeois mind can necessarily devise only those measures that are to be overcome, whereas such measures can come only from the mind of a proletarian. Therefore, nothing can be administered by any national or state assembly, but solely by the dictatorship of the proletariat; that is to say, the entire social structure must be transformed into the dictatorship of the proletariat. Only the proletariat will have the will to truly do away with the bourgeoisie. For if the bourgeoisie were to sit in representative bodies, it would have no sense of the need to do away with itself, whereas what matters is that the bourgeoisie be stripped of its rights. Therefore, only those people who are proletarians in the true sense—that is, only those who perform work that benefits the general public—can exert influence on the social structure. According to this proletarian worldview, therefore, anyone who, in any form, receives services from other people whom they pay for such services has no right to vote. Thus, whoever employs people—hires people to work for them and pays them for their services—has no right to participate in any way in the social structure and therefore has no right to vote. Nor does anyone who lives off the interest on their wealth—that is, a rentier—have the right to vote. Nor does anyone who is a merchant—and thus does not perform manual labor—or who is a middleman have the right to vote. All these people—those who live off interest, who employ others and pay them, who are merchants or middlemen—cannot serve in government bodies while the dictatorship of the proletariat is in force. During this dictatorship of the proletariat, there is no general freedom of speech, no freedom of assembly, and no freedom of association; rather, only those who perform manual labor may hold assemblies and organize themselves. All others are prohibited from free speech, the right to assemble, and the right to organize themselves into societies or associations. Likewise, only those who perform manual labor enjoy freedom of the press. The bourgeois press is suppressed and not tolerated. — These are, roughly speaking, the maxims that are to guide—I might say—the transitional period. For once these maxims have prevailed for a time—as the proletarian worldview expects from its course of action—only the working class will remain. Only the proletariat will remain. The bourgeoisie will have been eradicated.

[ 8 ] Zu diesen Dingen, die vor allem für die Übergangszeit Bedeutung haben, kommen dann diejenigen Dinge, die dauernde Bedeutung haben. Zu denen gehört zum Beispiel die allgemeine Arbeitspflicht. Jeder Mensch ist verpflichtet, irgend etwas zu arbeiten, das der Allgemeinheit nützt. Ein einschneidender Grundsatz, der ebenfalls dauernd gilt, ist die Aufhebung des Privateigentums an Grund und Boden. Größere Güter werden landwirtschaftlichen Kommunen übergeben. Privateigentum an Grund und Boden soll es nach dieser proletarischen Weltanschauung in der Zukunft nicht geben. Industrielle Betriebe, Unternehmerbetriebe werden enteignet, gehen über in die Verwaltung der Gesellschaft, werden von der zentralisierten Arbeiterverwaltung verwaltet; an deren Spitze steht dann der oberste Rat für Volkswirtschaft; das ist eben gerade der Bolschewismus in Rußland. Banken werden verstaatlicht, eine allgemeine, das ganze Gemeinwesen umfassende Buchhalterei wird eingerichtet, welche alle Produktion zu umfassen hat. Aller Außenhandel eines Gemeinwesens wird gemeinschaftlich; die Betriebe werden also verstaatlicht.

[ 8 ] In addition to these matters, which are primarily significant during the transitional period, there are those that have lasting significance. These include, for example, the general obligation to work. Every person is obligated to perform some kind of work that benefits the community. A far-reaching principle that also applies permanently is the abolition of private ownership of land. Larger estates are transferred to agricultural communes. According to this proletarian worldview, private ownership of land is not to exist in the future. Industrial enterprises and private businesses are expropriated, transferred to societal administration, and managed by a centralized workers’ administration; at the head of which stands the Supreme Council for the National Economy; this is precisely what Bolshevism in Russia is all about. Banks are nationalized, and a general accounting system encompassing the entire community is established, which must cover all production. All foreign trade of a community becomes collective; the enterprises are thus nationalized.

[ 9 ] Das sind ungefähr die Grundsätze, welche das Ideal von Trotzki und Lenin bilden, und aus denen Sie hervorspringen sehen, ich möchte sagen, die Angelpunkte dessen, was vom modernen Proletariat gewollt wird.

[ 9 ] These are, roughly speaking, the principles that form the ideal of Trotsky and Lenin, and from which you can see emerging—I would say—the cornerstones of what is demanded of the modern proletariat.

[ 10 ] Damit ist es natürlich nicht getan, daß man sich täglich von seiner Zeitung erzählen läßt, daß soundso viel Bluttaten getan werden durch den Bolschewismus. Wenn man vergleicht die Bluttaten durch den Bolschewismus mit der ungeheuren Anzahl der Bluttaten, die durch diesen Krieg getan worden sind, dann sind die Bluttaten des Bolschewismus selbstverständlich eine Kleinigkeit. Es kommt darauf an, zu sehen, was übersehen worden ist, was versäumt worden ist, damit in der Zukunft die Entwickelung der Menschheit denkend verfolgt werde. Man muß doch zuerst seelisch und dann geistig diese Sache, die so innig zusammenhängt mit der ganzen Fortentwickelung der Menschheit, ins Auge fassen. Das soll ja gerade die Aufgabe der Geisteswissenschaft sein, auch diese Dinge wirklich geistig und seelisch ins Auge zu fassen. Die Zeit muß aufhören, wo faule Pastoren- und Pfarrerwirtschaft den Leuten von den Kanzeln theoretisches, mit dem Leben nicht zusammenhängendes Zeug zur sogenannten Erwärmung der Seelen an jedem Sonntag vorgeredet haben. Das dagegen muß beginnen, daß jeder, der an dem geistigen Leben teilnehmen will, verpflichtet ist, in das Leben auch hineinzuschauen, mit dem Leben in unmittelbarer Verbindung zu stehen. Das ist nicht zum geringen Teil an dem Unglücke der Gegenwart schuld, daß seit langer Zeit gerade diejenigen, die die religiösen Gefühle der Menschheit verwaltet haben, von ihrem Orte, von ihren Kanzeln herunter Dinge geredet haben, die eigentlich mit gar keinem Leben in irgendeinem Zusammenhange standen, Reden gehalten haben, die nur gehalten worden sind, um den Leuten für ihre Herzen oder ihre Seelen lahmes Zeug zu bieten, das sie doch nur angenehm berührt hat, das aber nicht eingegriffen hat in das Leben. Daher ist das Leben gottlos, daher ist es geistlos geblieben und ist endlich in das Chaos gekommen. Suchen Sie die Ursache vieler Schulden, die heute bezahlt werden müssen, gerade in der törichten Rederei derjenigen, die zum Beispiel die religiösen Gefühle zu verwalten hatten und die mit dem Leben in gar keinem Zusammenhang standen. Was haben sie erreicht von dem, was zu geschehen hat in dem Zeitalter, in dem eine ganz neue Menschheit in Form des Proletariats sich heraufentwickelt hat, was haben sie erreicht, diese Leute, die unnötiges Zeug von den Kanzeln verkündet haben, solches Zeug, das die Leute nur begehrt haben, weil sie sich hinwegtäuschen wollten durch allerlei Illusionen über die wahren Realitäten des Lebens? Die Zeiten sind ernst, und die Dinge müssen ernst betrachtet werden.

[ 10 ] Of course, it is not enough simply to let one’s newspaper tell you every day that Bolshevism is responsible for so many acts of bloodshed. If one compares the atrocities committed by Bolshevism with the immense number of atrocities committed during this war, then the atrocities of Bolshevism are, of course, a mere trifle. What matters is to see what has been overlooked, what has been neglected, so that in the future the development of humanity may be followed with thoughtful consideration. One must first grasp this matter—which is so intimately connected with the entire further development of humanity—emotionally and then spiritually. That is precisely the task of spiritual science: to truly grasp these things both spiritually and emotionally. The time must come to an end when lazy pastors and ministers have been preaching theoretical nonsense from the pulpit every Sunday—nonsense unrelated to life—purportedly to “warm the souls” of the people. Instead, a new era must begin in which everyone who wishes to participate in spiritual life is obligated to look into life itself and to be in direct connection with it. This is in no small part to blame for the misfortune of the present day: for a long time now, precisely those who have administered humanity’s religious sentiments have spoken from their positions, from their pulpits, about things that actually had no connection whatsoever to real life, They have delivered sermons that were given solely to offer people trite nonsense for their hearts or souls—nonsense that merely touched them pleasantly but did not make a real impact on their lives. That is why life has become godless; that is why it has remained spiritless and has ultimately descended into chaos. Look for the cause of the many debts that must be paid today precisely in the foolish rhetoric of those who, for example, were entrusted with managing religious sentiments and who had absolutely no connection to life. What have they accomplished of what must happen in an age in which a wholly new humanity has emerged in the form of the proletariat? What have they accomplished, these people who preached useless drivel from the pulpits—drivel that people craved only because they wanted to delude themselves with all manner of illusions about the true realities of life? These are serious times, and matters must be viewed seriously.

[ 11 ] Wenn gesagt wird, daß die Menschen Interesse gewinnen müssen, der einzelne für den andern, so darf das nicht nur im Sinne der Gesinnung betrachtet werden, wie es in den Sonntagnachmittagspredigten angegeben wird, sondern das muß so betrachtet werden, wie es tief hineinweist in die soziale Struktur der Gegenwart. Nehmen Sie einen konkreten Fall. Wie viele Menschen gibt es heute, die eine ganz abstrakte, konfuse Vorstellung von dem Leben, von ihrem eigenen, persönlichen Leben haben! Wenn sie sich zum Beispiel fragen: Wie lebe ich? — sie tun es ja meistens nicht, aber wenn sie es schon einmal täten —, dann sagen sie sich: Nun, von meinem Gelde. — Unter denen, die sich sagen: Von meinem Gelde — sind sehr viele, die haben dieses Geld zum Beispiel ererbt von ihren Eltern und glauben nun, sie leben von ihrem Gelde, das sie ererbt von ihren Vätern haben. Aber, meine lieben Freunde, von Geld kann man nicht leben! Geld ist nicht irgend etwas, wovon man leben kann. Da muß erst angefangen werden, nachzudenken. Und diese Frage hängt innig zusammen mit dem wirklichen Interesse, das man von Mensch zu Mensch hat. Wer da glaubt, daß er von dem Gelde lebt, das er ererbt oder das er aufirgendeine andere Weise bekommen hat, außer, wie es heute normalerweise der Fall ist, daß man Geld durch Arbeit bekommt, wer so lebt und glaubt, daß er vom Gelde leben kann, der hat kein Interesse für seine Mitmenschen, weil vom Gelde niemand leben kann. Der Mensch muß essen, und was gegessen wird, das muß von irgendwelchen Menschen erarbeitet werden. Der Mensch muß sich kleiden. Dasjenige, was er anzieht, müssen Leute erarbeiten. Damit ich einen Rock anziehen kann oder ein Beinkleid, müssen Menschen stundenlang ihre Arbeitskraft verwenden, um das zustandezubringen. Die arbeiten für mich. Davon lebe ich, nicht von meinem Gelde. Mein Geld hat keinen andern Wert, als daß es mir die Macht gibt, das andern Arbeit zu benützen. Und so wie die sozialen Verhältnisse heute liegen, fängt man erst an, Interesse für seine Mitmenschen zu haben, wenn man sich diese Frage in der entsprechenden Weise beantwortet, wenn man im Geiste sieht: Soundso viele Menschen müssen soundso viele Stunden arbeiten, damit ich in der sozialen Struktur drinnen leben kann, Nicht darum handelt es sich, daß man sich selber wohltut, indem man sich sagt: Ich liebe die Menschen. Man liebt nicht die Menschen, wenn man glaubt, man lebe von seinem Gelde, und sich nicht im geringsten vorstellt, wie die Menschen für einen arbeiten, damit man nur des Lebens Minimum überhaupt hat.

[ 11 ] When it is said that people must take an interest in one another—each individual in the other—this must not be viewed merely in terms of attitude, as is often suggested in Sunday afternoon sermons, but must be understood in a way that delves deeply into the social structure of the present. Take a concrete example. How many people today have a completely abstract, confused idea of life—of their own, personal life! When they ask themselves, for example: “How do I live?”—they usually don’t, but if they ever did—they tell themselves: “Well, off my money.” — Among those who say to themselves, “From my money”—there are very many who, for example, have inherited this money from their parents and now believe they are living off the money they inherited from their fathers. But, my dear friends, one cannot live off money! Money is not something one can live off. That is where one must begin to think. And this question is intimately connected with the genuine interest one has in other people. Anyone who believes that they live off the money they have inherited or obtained in some other way—as opposed to how it is normally the case today, that one earns money through work—anyone who lives this way and believes they can live off money has no interest in their fellow human beings, because no one can live off money. People must eat, and what is eaten must be produced by other people. People must clothe themselves. The clothes they wear must be made by others. In order for me to wear a skirt or a pair of pants, people must devote hours of their labor to produce them. They work for me. That is what I live on, not my money. My money has no other value than that it gives me the power to make use of the labor of others. And given the way social conditions are today, one only begins to take an interest in one’s fellow human beings when one answers this question appropriately, when one realizes in one’s mind: So many people have to work so many hours so that I can live within the social structure. It is not a matter of doing oneself a favor by saying, “I love people.” One does not love people if one believes one lives off one’s money and cannot in the least imagine how people work for one so that one might have even the bare minimum necessary for life.

[ 12 ] Aber dieser Gedanke: Soundso viel Leute arbeiten, damit man des Lebens Minimum hat —, der ist ja untrennbar von dem anderen Gedanken, daß man das wiederum der Sozietät zurückgeben muß, nicht durch Geld, sondern wiederum durch Arbeit, was für einen gearbeitet wird. Und erst, wenn man sich verpflichtet fühlt, das Quantum von Arbeit, das für einen geleistet wird, auch wiederum zurückzuarbeiten in irgendeiner Form, erst dann hat man Interesse für seine Mitmenschen. Daß man seinen Mitmenschen sein Geld gibt, das bedeutet “nur, daß man die Mitmenschen am Gängelbande, am Sklavenbande führen kann, sie zwingen kann, daß sie für einen arbeiten. Können Sie sich aus Ihrer Erfahrung nicht selbst die Antwort geben auf die Frage: Wie viele Menschen bedenken, daß Geld nur eine Anweisung auf menschliche Arbeitskraft, daß Geld nur ein Machtmittel ist? Wie viele Menschen sehen im Geiste, daß sie gar nicht da sein könnten in dieser physischen Welt, ohne daß sie der Arbeit der anderen Menschen das, was sie selbst beanspruchen für ihr Leben, verdanken? — Sich verschuldet fühlen der Gesellschaft, in der man drinnen lebt, das ist der Beginn jenes Interesses, das verlangt werden muß für eine gesunde soziale Gestaltung.

[ 12 ] But this idea—that so many people work so that one can have the bare minimum to live on—is, after all, inseparable from the other idea that one must in turn give back to society, not through money, but through work done on one’s behalf. And only when one feels obligated to repay, in some form, the amount of work done for one—only then does one take an interest in one’s fellow human beings. Giving one’s money to fellow human beings means “only that one can lead them by the leash, by the slave’s chain, and force them to work for one.” Can’t you, based on your own experience, answer the question yourself: How many people realize that money is merely an instruction for human labor, that money is merely a means of power? How many people realize in their hearts that they could not even exist in this physical world without owing to the work of others what they themselves claim for their own lives? — Feeling indebted to the society in which one lives—that is the beginning of the kind of interest that must be fostered for a healthy social order.

[ 13 ] Diese Dinge muß man sich schon einmal überlegen, sonst steigt man in ungesunder Weise in spirituelle Abstraktionen auf und nicht in einer gesunden Weise von der physischen Wirklichkeit zur geistigen Wirklichkeit. Der Mangel an Interesse für die soziale Struktur, der charakterisiert gerade die letzten Jahrhunderte. Denn in den letzten Jahrhunderten hat sich allmählich als menschliche Gewohnheit herausgebildet, daß die Menschen eigentlich nur für ihre eigene werte Persönlichkeit in bezug auf soziale Impulse Interesse entwickeln. Mehr oder weniger war alles auf Umwegen nur für ihre eigene Persönlichkeit. Gesundes soziales Leben ist nur möglich, wenn dieses Interesse für die eigene werte Persönlichkeit erweitert wird zum wirklichen sozialen Interesse. Und in dieser Beziehung darf schon die Bourgeoisie sich fragen: Was haben wir versäumt? — Man bedenke einmal folgendes: Es gibt eine geistige Kultur, es gibt Kulturwerke; ich will eine Sache herausgreifen: Fragen Sie sich: Wie vielen Menschen sind diese Kunstwerke zugänglich? — Oder fragen Sie sich besser: Wie vielen Menschen sind diese Kunstwerke ganz und gar nicht zugänglich? Für wie viele Menschen sind sie gar nicht da, diese Kunstwerke? — Aber rechnen Sie sich nun aus, wie viele Menschen arbeiten müssen, damit diese Kunstwerke da sein können. Irgendein Kunstwerk ist in Rom. Irgendein Bourgeois kann nach Rom fahren. Zählen Sie sich bloß zusammen, wieviel gearbeitet werden muß von Schaffenden etc., etc., etc. — das «etc.» hört gar nicht auf —, damit dieser Bourgeois nach Rom fahren und etwas ansehen kann, was für ihn da ist, weil er Bourgeois ist, was für alle diejenigen Leute nicht da ist, die jetzt anfangen, ihre proletarische Lebensauffassung geltend zu machen. Das hat sich gerade innerhalb der Bourgeoisie herausgebildet, daß der Genuß als etwas Selbstverständliches angesehen wird. Aber der Genuß sollte eigentlich gar niemals wie etwas Selbstverständliches angesehen werden. Man sollte es geradezu als eine soziale Sünde ansehen, irgend etwas zu genießen, ohne das Äquivalent dafür der Allgemeinheit zurückzugeben in der Form, in der man es kann, aber in irgendeiner Form. Nichts sollte ungenützt bleiben für die Allgemeinheit. In der Natur- und Geistesordnung liegt es nicht, daß irgend etwas der Allgemeinheit vorenthalten werden soll. Zeit und Raum sind nur künstliche Hindernisse, sind nicht wirkliche Hindernisse. Diejenigen Dinge, die an den Ort gebunden sind, die können überall nachgemacht werden, die können allen Menschen zugänglich sein. Und diejenigen Dinge, die vervielfältigt werden können, sind nicht an den Ort gebunden, sie können — das ist ganz allgemeines Gesetz — überallhin gebracht werden. Das ist doch nur ein Anhängsel der Bourgeois-Weltanschauung, daß die Sixtinische Madonna immer unausgesetzt in Dresden hängt und nur von denjenigen Leuten gesehen werden kann, die nach Dresden kommen können; denn sie ist beweglich, sie kann in der ganzen Welt herumgebracht werden. Und gesorgt werden kann dafür — ich greife nur eines als Beispiel heraus —, daß dasjenige, was der eine genießt, auch der andere genießen kann.

[ 13 ] These are things one must consider from time to time; otherwise, one becomes absorbed in spiritual abstractions in an unhealthy way, rather than progressing in a healthy manner from physical reality to spiritual reality. The lack of interest in social structure is precisely what has characterized the last few centuries. For in recent centuries, it has gradually become a human habit for people to develop interest only in their own valuable personality in relation to social impulses. More or less, everything was, in a roundabout way, focused solely on their own personality. A healthy social life is only possible if this interest in one’s own valuable personality is expanded into genuine social interest. And in this regard, the bourgeoisie itself must ask: What have we failed to do? — Consider the following: There is a spiritual culture; there are works of art. Let me single out one thing: Ask yourself: How many people have access to these works of art? — Or better yet, ask yourself: To how many people are these works of art completely inaccessible? For how many people do these works of art not exist at all? — But now calculate how many people have to work so that these works of art can exist. Some work of art is in Rome. Some bourgeois can travel to Rome. Just add it all up: how much work must be done by creators, etc., etc., etc.—the “etc.” never ends—so that this bourgeois can travel to Rome and view something that is there for him because he is a bourgeois, something that is not there for all those people who are now beginning to assert their proletarian outlook on life. It is precisely within the bourgeoisie that the notion has taken hold that enjoyment is taken for granted. But enjoyment should never, in fact, be taken for granted. One should regard it as nothing short of a social sin to enjoy anything without giving back its equivalent to the community—in whatever form one is able, but in some form. Nothing should remain unused for the community. It is not in the order of nature or the spirit that anything should be withheld from the community. Time and space are merely artificial barriers; they are not real barriers. Those things that are tied to a specific location can be replicated anywhere; they can be accessible to all people. And those things that can be reproduced are not tied to a specific location; they can—and this is a universal law—be brought anywhere. It is merely an anachronism of the bourgeois worldview that the Sistine Madonna hangs permanently in Dresden and can be seen only by those who are able to travel to Dresden; for it is portable—it can be transported all over the world. And arrangements can be made—to cite just one example—to ensure that what one person enjoys, another may also enjoy.

[ 14 ] Ich greife ein Beispiel heraus, aber ich wähle immer solche Beispiele, die für alles andere eben Beispiele sind, das heißt, die die andern Dinge auch durchaus erklären. Sie sehen, man braucht nur solche Töne anzuschlagen, dann rührt man an eine ganze Fülle von Dingen, über die die Leute eigentlich gar nicht weiter nachgedacht haben, sondern die sie als etwas Selbstverständliches hingenommen haben. Selbst in unserem Kreise, wo die Dinge so nahe liegen, wird nicht immer bedacht, daß jedes, was man aufnimmt, bedingt, daß man ein Äquivalent an die Sozietät dafür abgibt, daß man nicht bloß genießt.

[ 14 ] I’m singling out one example, but I always choose examples that serve as illustrations for everything else—that is, examples that can also fully explain other things. You see, one need only strike such a note, and then one touches upon a whole host of things that people haven’t really given much thought to, but have simply taken for granted. Even in our circle, where things are so obvious, it is not always considered that everything one takes in requires that one give an equivalent back to society in return—that one does not merely enjoy it.

[ 15 ] Nun werden Sie eine Frage herausspringen sehen aus alledem, was ich jetzt aus einzelnen Beispielen, die nicht verhundertfacht, sondern vertausendfacht werden könnten, angeführt habe, die Frage: Ja, wie kann denn das anders werden, wenn das Geld eigentlich nur ein Machtmittel ist? — Das liegt schon beantwortet in jenem sozialen Ur-Grundsatz, über den ich letzte Woche hier gesprochen habe; denn das ist das Eigentümliche desjenigen, was ich Ihnen als eine Art Sozialwissenschaft, die aus der geistigen Welt heraus geschöpft ist, angeführt habe, daß sie so sicher ist wie die Mathematik. Bei diesen Dingen handelt es sich nicht darum, daß irgend jemand nun ins praktische Leben hineinschauen und sagen kann: Na, wir müssen erst nachsehen, ob die Dinge so richtig sind. — Nein, die Dinge, die ich Ihnen als eine soziale Wissenschaft aus der Geisteswissenschaft heraus angeführt habe, die sind ungefähr so wie der pythagoräische Lehrsatz. Wenn. Sie den pythagoräischen Lehrsatz nehmen, wenn Sie wissen, daß der Inhalt des Quadrats der Hypotenuse gleich ist der Summe der Quadrate der beiden Katheten, so kann es keine Erfahrung geben, die dem widerspricht, sondern Sie müssen überall diesen Grundsatz anwenden. So ist es mit dem Grundsatz, den ich Ihnen als den Grundsatz der sozialen Wissenschaft und des sozialen Lebens angeführt habe. Alles, was der Mensch so erwirbt, daß er es für seine Arbeit im sozialen Zusammenhange erhält, das wird zum Unheil. Heilsamkeit ergibt sich im sozialen Zusammenhange nur, wenn der Mensch nicht von seiner Arbeit, sondern aus anderen Quellen der Sozietät sein Leben zu fristen hat. Scheinbar widerspricht das dem, was ich soeben gesagt habe, aber eben nur scheinbar. Das gerade wird die Arbeit wertvoll machen, daß sie nicht mehr entlohnt wird. Denn worauf hingearbeitet werden muß, selbstverständlich vernünftig, nicht bolschewistisch, das ist: die Arbeit zu trennen von der Beschaffung der Existenzmittel. Das habe ich ja neulich ausgeführt. Wenn jemand nicht mehr für seine Arbeit entlohnt wird, dann verliert das Geld als Machtmittel für die Arbeit seinen Wert. Es gibt kein anderes Mittel für jenen Mißbrauch, der getrieben wird mit dem bloßen Gelde, als wenn überhaupt die soziale Struktur so geschaffen wird, daß niemand für seine Arbeit entlohnt werden kann, daß die Beschaffung der Existenzmittel von ganz anderer Seite her bewirkt wird. Dann können Sie natürlich nirgends erreichen, daß jemand durch das Geld in die Arbeit gezwungen werden kann.

[ 15 ] Now you will see a question emerge from all that I have just cited from individual examples—examples that could be multiplied not a hundredfold, but a thousandfold—the question: Yes, how can things be any different if money is, in fact, merely a means of power? — The answer to that lies in the fundamental social principle I spoke about here last week; for that is the distinctive feature of what I have presented to you as a kind of social science drawn from the spiritual world—that it is as certain as mathematics. With these matters, it is not a question of anyone looking into practical life and saying: Well, we first have to check whether these things are actually true. — No, the things I have presented to you as a social science derived from spiritual science are roughly like the Pythagorean theorem. If you take the Pythagorean theorem—if you know that the square of the hypotenuse is equal to the sum of the squares of the two legs—then no experience can contradict it; rather, you must apply this principle everywhere. So it is with the principle I have presented to you as the principle of social science and social life. Everything that a person acquires in such a way that they receive it in return for their work within the social context becomes a source of harm. Well-being in the social context arises only when a person must sustain their life not from their work, but from other sources within society. This seems to contradict what I have just said, but only seemingly so. It is precisely this—that work is no longer remunerated—that will make it valuable. For what we must strive toward—in a reasonable, not Bolshevik, way, of course—is to separate work from the procurement of the means of subsistence. I explained this recently. If a person is no longer remunerated for their work, then money loses its value as a means of power over labor. There is no other way to prevent the abuse perpetrated through money itself than to structure society in such a way that no one can be paid for their work, and that the means of subsistence are provided from an entirely different source. Then, of course, it will be impossible anywhere to force anyone into work through the use of money.

[ 16 ] Die meisten von den Fragen, die jetzt auftauchen, tauchen eben so auf, daß sie konfus angefaßt werden. Sollen sie in die Klarheit gehoben werden, so kann das nur durch die Geisteswissenschaft geschehen. Geld darf in der Zukunft kein Äquivalent sein für menschliche Arbeitskraft, sondern nur für tote Ware. Nur tote Ware wird man in Zukunft bekommen für Geld, nicht menschliche Arbeitskraft. Das ist von ungeheurer Wichtigkeit, meine lieben Freunde. Und jetzt bedenken Sie einmal, daß gerade aus der proletarischen Weltanschauung das in der verschiedensten Gestalt herausspringt, daß Arbeitskraft im modernen Industrialismus in erster Linie eine Ware ist. Das ist ja einer der Grundsätze des Marxismus, einer derjenigen Grundsätze, mit denen er am meisten Proselyten gemacht hat unter den Proletariern. Da sehen Sie, daß von einer ganz anderen Ecke konfus und verworren eine Forderung auftaucht, die allerdings von ganz anderer Seite her erfüllt werden muß. Und das ist das Eigentümliche bei den sozialen Forderungen der Gegenwart, daß sie, insoferne sie instinktiv auftreten, aus durchaus richtigen und gesunden Instinkten hervorgehen, nur daß sie auftauchen aus einer chaotischen sozialen Struktur und daher konfus auftauchen und daher auch zu Konfusionen führen. So ist es auf vielen Gebieten. Deshalb ist es so notwendig, wirklich eine geisteswissenschaftliche soziale Weltanschauung zu erfassen, weil die allein das wirkliche Heil bringen kann.

[ 16 ] Most of the questions that are now arising are approached in such a way that they are handled in a confused manner. If they are to be brought into the light, this can only be achieved through spiritual science. In the future, money must not be an equivalent for human labor, but only for dead commodities. In the future, one will only be able to obtain dead commodities for money, not human labor. This is of immense importance, my dear friends. And now consider that it is precisely from the proletarian worldview that the idea emerges in various forms that labor, in modern industrialism, is first and foremost a commodity. This is, after all, one of the principles of Marxism—one of the principles with which it has won the most followers among the proletariat. Here you see that, from a completely different angle, a demand emerges—confused and muddled—which, however, must be fulfilled from an entirely different direction. And that is what is peculiar about the social demands of the present day: insofar as they arise instinctively, they stem from entirely correct and sound instincts—only they emerge from a chaotic social structure and therefore appear confused and consequently lead to confusion as well. This is the case in many areas. That is why it is so necessary to truly grasp a social worldview grounded in the humanities, because that alone can bring true salvation.

[ 17 ] Nun werden Sie fragen: Ja, aber wird denn das eine Änderung hervorrufen? Wenn zum Beispiel einer ein bloßer Erbe ist, dann wird er ja auch sich weiter Ware kaufen für das Geld, das er hat oder ererbte, und in den Waren steckt ja schon die Arbeitskraft der andern Leute. Also das ändert sich nicht, werden Sie sagen. Ja, wenn Sie abstrakt denken, so ändert sich nichts. Aber wenn Sie hineinschauen würden in die ganze Wirkung dessen, was da geschieht, wenn abgesondert wird die Beschaffung der Existenzmittel von der Arbeit, so werden Sie anders urteilen. Denn in der Wirklichkeit ist es nicht so, daß man bloß abstrakte Konsequenzen zieht, sondern da haben die Dinge auch ihre realen Wirkungen. Wenn es wirklich so sein wird, daß die Existenzmittelbeschaffung abgetrennt wird von der Arbeitsleistung, dann gibt es nämlich keine Erbschaften mehr. Das bewirkt eine solche Änderung der Struktur, daß man kein Geld hat anders als zur Warenbeschaffung. Denn wenn eine Sache real gedacht wird, so hat sie nämlich allerlei Wirkungen. Unter anderem hat diese Trennung der Beschaffung der Existenzmittel von der Arbeit eine sehr eigentümliche Wirkung. Wenn man von Realitäten spricht, so kann man nicht so sprechen, daß Sie dann vielleicht sagen: Das sehe ich nicht ein. — Da könnten Sie auch sagen: Ich sehe nicht ein, warum Morphium schlaferzeugend ist. — Das folgt ja auch nicht aus einem bloßen Begriffszusammenhange, das zeigt sich Ihnen nur, wenn Sie die Wirkungen verfolgen.

[ 17 ] Now you will ask: Yes, but will that really bring about any change? If, for example, someone is merely an heir, then he will continue to buy goods with the money he has or has inherited, and those goods already embody other people’s labor. So nothing changes, you will say. Yes, if you think abstractly, nothing changes. But if you were to look closely at the full impact of what is happening—when the means of subsistence are separated from labor—you would judge the matter differently. For in reality, it is not merely a matter of drawing abstract conclusions; things also have real-world effects. If it really turns out that the means of subsistence are separated from the performance of labor, then there will be no more inheritances. This brings about such a change in the structure that one has no money other than for the purchase of goods. For when a matter is considered in real terms, it has all sorts of effects. Among other things, this separation of the means of subsistence from labor has a very peculiar effect. When speaking of realities, one cannot speak in such a way that you might then say: “I don’t see that.”—You might as well say: “I don’t see why morphine induces sleep.”—After all, that does not follow from a mere conceptual connection; it only becomes apparent to you when you observe the effects.

[ 18 ] Es gibt heute etwas höchst Unnatürliches in der sozialen Ordnung, das besteht darin, daß das Geld sich vermehrt, wenn man es bloß hat. Man legt es auf eine Bank und bekommt Zinsen. Das ist das Unnatürlichste, was es geben kann. Es ist eigentlich ein bloßer Unsinn. Man tut gar nichts; man legt sein Geld, das man vielleicht auch nicht erarbeitet, sondern ererbt hat, auf die Bank und bekommt Zinsen dafür. Das ist ein völliger Unsinn. Die Notwendigkeit wird aber eintreten, wenn die Existenzmittelbeschaffung getrennt wird von der Arbeit, daß Geld verwendet wird, wenn es da ist, wenn es erzeugt wird als Äguivalent der Waren, die da sind. Es muß verwendet werden, es muß zirkulieren. Denn die reale Wirkung wird eintreten, daß Geld sich nicht vermehrt, sondern daß es sich vermindert. Wenn heute einer eine bestimmte Summe Vermögen hat, so hat er in ungefähr vierzehn Jahren bei einer normalen Verzinsung fast das Doppelte, er hat nichts getan, hat nur gewartet. Wenn Sie sich so denken die Umänderung der sozialen Struktur, wie sie unter dem Einfluß dieses einen Grundsatzes, den ich Ihnen angeführt habe, geschehen muß, so vermehrt sich das Geld nicht, sondern vermindert sich, und nach einer bestimmten Anzahl von Jahren hat der Geldschein, den ich eben vor diesen Jahren erworben habe, keinen Wert mehr; er ist entwertet, er hört auf, einen Wert zu haben.

[ 18 ] There is something highly unnatural about the social order today, namely that money multiplies simply by having it. You deposit it in a bank and receive interest. That is the most unnatural thing imaginable. It is, in fact, utter nonsense. You do absolutely nothing; you put your money—which you may not even have earned but inherited—in the bank and receive interest on it. That is complete nonsense. However, when the means of subsistence are separated from labor, the necessity will arise that money be used when it is available, when it is produced as an equivalent for the goods that are available. It must be used; it must circulate. For the real effect will be that money does not increase, but rather that it decreases. If someone today has a certain amount of wealth, in about fourteen years—at a normal rate of interest—they will have nearly double that amount; they have done nothing, they have merely waited. If you consider the transformation of the social structure that must occur under the influence of this one principle I have outlined to you, money does not increase but rather decreases, and after a certain number of years, the banknote I acquired just a few years ago will no longer have any value; it will be devalued—it will cease to have any value.

[ 19 ] Dadurch wird die Bewegung eine natürliche in der sozialen Struktur, daß solche Verhältnisse eintreten, daß das bloße Geld, das ja nichts weiter ist als ein Schein, eine Anweisung, daß man eine gewisse Macht hat über die Arbeitskräfte der Menschen, nach einer bestimmten Zeit entwertet ist, wenn es nicht in die Zirkulation geführt wird. Also nicht vermehren wird es sich, sondern es wird sich progressiv vermindern und wird nach vierzehn Jahren oder vielleicht nach einer etwas längeren Zeit absolut gleich Null sein. Sie werden, wenn Sie heute Millionär sind, nach vierzehn Jahren nicht ein doppelter Millionär sein, sondern Sie werden ein armer Schlucker sein, wenn Sie in der Zeit nichts Neues erworben haben.

[ 19 ] As a result, a natural process takes place within the social structure whereby conditions arise in which money—which is, after all, nothing more than a token, an indication that one has a certain power over people’s labor—loses its value after a certain period of time if it is not put into circulation. So it will not increase, but will progressively decrease and, after fourteen years—or perhaps a slightly longer period—will be absolutely zero. If you are a millionaire today, you will not be a double millionaire in fourteen years; rather, you will be a pauper if you have not acquired anything new during that time.

[ 20 ] Wenn man das in der Gegenwart ausspricht, so wird das zuweilen noch so empfunden, als ob einen gewisse Tiere juckten, wenn ich den Vergleich gebrauchen darf. Ich weiß das, ich würde den Vergleich nicht gebraucht haben, wenn ich nicht die merkwürdigen Bewegungen im Auditorium wahrgenommen hätte. Aber weil das so ist heute, daß man die Sache so empfindet, als wenn einen gewisse Tiere juckten, daher der Bolschewismus. Suchen Sie nur die richtigen Gründe. Da liegen die richtigen Gründe! Und Sie schaffen das, was da heraufkommt, gar nicht anders aus der Welt, als daß Sie auf die Wahrheit wirklich eingehen wollen. Da nützt es nichts, daß die Wahrheit unangenehm ist. Und das wird zur Erziehung der Menschheit der Gegenwart und der nächsten Zukunft im wesentlichen gehören, daß man nicht mehr glauben wird, daß Wahrheiten nach subjektivem Ermessen, nach subjektiven Sympathien und Antipathien sich regen dürfen. Dafür kann aber Geisteswissenschaft schon sorgen, wenn sie mit dem gesunden Menschenverstand aufgefaßt wird. Denn die Sache läßt sich auch geistig betrachten. Mit der vagen Redensart, die ich auch schon gehört habe, selbst von Anthroposophen, die Geld in die Hand nehmen und sagen: Das ist Ahriman! — mit dieser vagen Redensart ist nichts getan. Geld bedeutet ein Äquivalent für Ware und Arbeitskraft heute. Es ist eine Anweisung auf etwas, was geschieht. Geht man über von der bloßen Abstraktion zur Wirklichkeit, überlegt man sich, wenn man hier zehn Hundertmarkscheine hat und man bezahlt sie jemandem, daß man mit diesen zehn Hundertmarkscheinen soundso vieler Leute Arbeit als Äquivalent von Hand zu Hand gehen läßt, daß in diesen Scheinen die Macht liegt, daß soundso viele Leute arbeiten müssen, dann steht man schon im Leben drinnen. Dann steht man im Leben mit allen seinen Verzweigungen und Impulsen drinnen, und dann wird man nicht mehr an der bloßen Abstraktion, an der gedankenlosen Abstraktion des Geldzahlens haltmachen, sondern man wird sich fragen: Was bedeutet das, daß ich zehn Hundertmarkscheine von Hand zu Hand gehen lasse, die aufrufen, daß soundso viele Menschen, die Kopf und Herz und Sinn haben, arbeiten müssen? Was bedeutet das?

[ 20 ] When you say that today, it is sometimes still perceived as if certain animals were biting you—if I may use that comparison. I know this; I wouldn’t have used the comparison if I hadn’t noticed the strange movements in the auditorium. But because that is how it is today—that people perceive the matter as if certain animals were tickling them—hence Bolshevism. Just look for the real reasons. There they are! And you cannot get rid of what is coming up there in any other way than by truly engaging with the truth. It does no good that the truth is unpleasant. And an essential part of the education of humanity in the present and the near future will be that people will no longer believe that truths should be determined by subjective judgment, by subjective sympathies and antipathies. But spiritual science can already ensure this, if it is understood with common sense. For the matter can also be viewed from a spiritual perspective. The vague way of speaking—which I have even heard from anthroposophists—where people take money in their hands and say, “That is Ahriman!”—this vague way of speaking accomplishes nothing. Money today is an equivalent for goods and labor. It is an indication of something that is happening. If one moves from mere abstraction to reality—if one considers that when one has ten hundred-mark bills here and pays them to someone, one is passing on from hand to hand, as an equivalent, the labor of so many people through these ten hundred-mark bills; that in these bills lies the power to compel so many people to work—then one is already immersed in life. Then you are immersed in life with all its ramifications and impulses, and then you will no longer dwell on the mere abstraction—the thoughtless abstraction of paying with money—but you will ask yourself: What does it mean that I am passing ten hundred-mark bills from hand to hand, which demand that so many people—who have minds, hearts, and senses—must work? What does that mean?

[ 21 ] Antwort auf eine solche Frage gibt letzten Endes nur eine geistige Betrachtung der Sache. Nehmen wir den extremsten Fall, meine lieben Freunde. Nehmen wir an, jemand hat, ohne daß er selbst sich für die Menschheit anstrengt, Geld. Es gibt ja den Fall. Ich will diesen extremen Fall betrachten. Also jemand hat, ohne daß er sich für die Menschheit anstrengt, Geld. Er kauft sich für das Geld etwas. Er ist sogar in der Lage, sich ein ganz angenehmes Leben zu zimmern dadurch, daß er dieses Geld hat, welches Anweisung auf menschliche Arbeitskraft ist. Schön. Dieser Mensch braucht ja kein schlechter Mensch zu sein, kann ein ganz guter Mensch sein, kann sogar ein sehr strebsamer Mensch sein. Die soziale Struktur durchschaut man ja oftmals nicht. Man hat nicht das Interesse an seinen Mitmenschen, das heißt, an der wirklichen sozialen Struktur. Man denkt, man liebe schon die Menschen, wenn 'man sich für sein ererbtes Geld zum Beispiel irgend etwas kauft, oder wenn man es selbst schenkt. Wenn man es schenkt, tut man ja auch gar nichts anderes, als daß man für denjenigen, dem man das Geld schenkt, soundso viele Leute arbeiten läßt. Es ist nur ein Machtmittel. Dadurch, daß es Anweisung auf Arbeitskraft ist, ist es ein Machtmittel.

[ 21 ] Ultimately, only an intellectual examination of the matter can provide an answer to such a question. Let’s take the most extreme case, my dear friends. Let’s assume that someone has money without having made any effort for the sake of humanity. Such a case does exist. I want to consider this extreme case. So someone has money without having made any effort for the sake of humanity. He buys something with that money. He is even able to carve out a quite comfortable life for himself by virtue of having this money, which represents human labor. Fine. This person doesn’t have to be a bad person; they can be a very good person, or even a very ambitious one. Often, people don’t really understand the social structure. They aren’t interested in their fellow human beings—that is, in the actual social structure. People think they already love others when, for example, they use their inherited money to buy something for themselves, or when they give it away as a gift. When you give it away, you’re really doing nothing more than making so many people work for the person to whom you’re giving the money. It’s merely a means of power. Because it represents a claim on labor, it is a means of power.

[ 22 ] Aber, meine lieben Freunde, das ist ja so geworden, das hat sich so herausgebildet, und das ist das Spiegelbild von etwas anderem. Das ist das Spiegelbild von dem, was ich im vorigen Vortrag erwähnt habe. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß der Jahve-Gott die Welt dadurch für eine gewisse Zeit beherrscht hat, daß er die anderen Elohim aus dem Felde geschlagen hat, und daß er sich nun nicht mehr retten kann vor den Geistern, die er dadurch wachgerufen hat. Er hat seine Genossen, seine anderen sechs Elohim aus dem Felde geschlagen. Dadurch ist nur dasjenige, was der Mensch schon im embryonalen Zustand erlebt, im menschlichen Bewußtsein herrschend geworden. Die sechs anderen Kräfte, die der Mensch als Embryo nicht erlebt, sind dadurch unwirksam geworden, sind dadurch unter den Einfluß niederer geistiger Wesen gekommen. Und in den vierziger Jahren, sagte ich Ihnen, konnte Jahve sich nicht mehr retten. Da brach, weil mit der Jahve-Weisheit, die im Embryonalen erworben wird, nur die Vorsehung der äußeren Natur begriffen werden kann, und die Vorsehung aufhörte, begriffen zu werden, die bloße atheistische Naturwissenschaft herein. Das Spiegelbild davon ist die Zirkulation des Geldes, ohne daß mit dem Gelde Ware zirkuliert, daß das Geld einfach von einem Menschen auf den andern übergeht, ohne daß Ware zirkuliert. Denn mag der Mensch noch so sehr sich bestreben auf irgendeinem Gebiete: in dem, was Geld als Geld scheinbar produziert, lebt die ahrimanische Kraft. Sie können nicht erben, ohne daß soundso viel ahrimanische Kraft mit dem Gelde übergeht. Es gibt keine andere Möglichkeit, Geld in heilsamer Weise innerhalb der sozialen Struktur zu haben, als es christlich zu haben, das heißt, zu erwerben so, daß man mit dem, was man zwischen Geburt und Tod entwickelt, das Geld erwirbt. Also nicht darf die Art, wie man das Geld bekommt, ein Spiegelbild sein desjenigen, was jahvistisch ist. Jahvistisch ist, daß wir geboren werden, das heißt aus einem Embryo ins äußere Leben übergehen. Davon ist das Spiegelbild, daß wir Geld ererben. Die Eigenschaften, die wir mit dem Blute erben, sind durch die Natur ererbt. Das Geld, das wir ererben und nicht erwerben, wäre das Spiegelbild davon.

[ 22 ] But, my dear friends, that is how it turned out; that is how things developed, and it is a reflection of something else. It is a reflection of what I mentioned in the previous lecture. I pointed out to you that the God Yahweh ruled the world for a certain time by driving the other Elohim from the field, and that he can no longer save himself from the spirits he thereby awakened. He has driven his companions—his other six Elohim—from the field. As a result, only that which the human being already experiences in the embryonic state has come to dominate human consciousness. The six other forces, which the human being does not experience as an embryo, have thereby become ineffective and have fallen under the influence of lower spiritual beings. And in the 1940s, as I told you, Yahweh could no longer save himself. Since the wisdom of Yahweh—acquired in the embryonic stage—allows one to comprehend only the providence of external nature, and since this providence ceased to be understood, mere atheistic natural science took hold. The reflection of this is the circulation of money without any goods circulating along with it—that is, money simply passes from one person to another without any goods circulating. For no matter how hard a person may strive in any field, the Ahrimanic force lives in what money, as money, seemingly produces. You cannot inherit without a certain amount of Ahrimanic force passing along with the money. There is no other way to have money in a wholesome manner within the social structure than to have it in a Christian way—that is, to acquire it in such a way that one earns the money through what one develops between birth and death. Thus, the way one obtains money must not be a reflection of what is Yahwist. What is Yahwistic is that we are born—that is, we pass from an embryo into outer life. The mirror image of this is that we inherit money. The qualities we inherit through our blood are inherited through nature. The money we inherit rather than earn would be the mirror image of this.

[ 23 ] Dadurch, daß das christliche Bewußtsein noch nicht Platz gegriffen hat, daß eigentlich noch immer mit der alten Jahve-Weisheit oder mit ihrem Gespenst, dem romanischen Staatsdenken, die soziale Struktur bewirkt wird, dadurch sind alle die Dinge hereingekommen, welche das heutige Unheil von der einen Seite her bewirkt haben. Ich sagte: Man darf die Sache nicht so abstrakt betrachten, wenn Geld Geld hervorbringt, sondern man muß sie in ihrer Wirklichkeit betrachten. Jedesmal, wenn Geld Geld hervorbringt, ist dies etwas, was nur auf dem physischen Plan hier vorgeht, während dasjenige, was der Mensch ist, immer zusammenhängt mit der geistigen Welt. Was tun Sie also, wenn Sie selbst nicht arbeiten, aber Geld haben und dieses Geld hingeben und der andere Mensch dafür arbeiten muß? Dann muß der Mensch das zu Markte tragen, was sein himmlischer Anteil ist, und Sie geben ihm nur Irdisches, Sie bezahlen mit nur Irdischem, mit rein Ahrimanischem. Sehen Sie, das ist die geistige Seite der Sache. Und wo Ahriman im Spiel ist, kann nur Untergang entstehen.

[ 23 ] Because Christian consciousness has not yet taken root, and because the social structure is still essentially shaped by the old wisdom of Yahweh—or by its specter, Romanic statism—this is how all the factors that have contributed to today’s calamity from one side have come about. I said: One must not view the matter so abstractly—that money begets money—but must consider it in its reality. Every time money begets money, this is something that takes place only on the physical plane here, whereas what a human being is is always connected to the spiritual world. So what are you doing when you yourself do not work but have money, and you give this money away so that another person must work for it? Then that person must bring to market what is his heavenly share, and you give him only earthly things; you pay him with only earthly things, with purely Ahrimanic things. You see, that is the spiritual side of the matter. And where Ahriman is at work, only ruin can result.

[ 24 ] Auch das ist wieder eine unangenehme Wahrheit; aber es hilft nichts, wenn sich etwa jemand sagt: Na, ich bin ja sonst ein anständiger Kerl oder eine anständige Kerlin, also tu’ ich doch nichts Unrechtes, wenn ich von meiner Rente dies oder jenes bezahle. — Sie tun tatsächlich doch das, daß Sie Ahriman für Gott geben. Dazu ist man gewiß in der gegenwärtigen sozialen Struktur vielfach gezwungen. Aber man soll nicht Vogel-Strauß-Politik spielen und die Sache sich verdecken, sondern man soll der Wahrheit ins Auge schauen. Denn davon hängt es gerade ab, was die Zukunft bringen soll, daß man der Wahrheit ins Auge schaut. Vieles von dem, was so katastrophal über die Menschheit hereingebrochen ist, ist eben dadurch hereingebrochen, daß die Leute die Augen und die Seelenaugen zugedrückt haben vor der Wahrheit, daß sie sich abstrakte Begriffe für Recht und Unrecht gezimmert haben und nicht auf das Wirkliche, Konkrete eingehen wollten. Und davon wollen wir dann morgen weitersprechen und die Sache dann morgen zu geistigen Höhen hinaufheben.

[ 24 ] This, too, is another unpleasant truth; but it doesn’t help if, for example, someone tells themselves: “Well, I’m a decent guy or girl otherwise, so I’m not doing anything wrong by using this or that portion of my pension to pay for things.” — In fact, you are doing exactly that: you are passing off Ahriman as God. Certainly, in the current social structure, people are often forced to do so. But one should not bury one’s head in the sand and try to hide the truth; rather, one should face the truth head-on. For the future depends precisely on our ability to face the truth head-on. Much of what has befallen humanity so catastrophically has come about precisely because people have closed their eyes—and the eyes of their souls—to the truth, because they have constructed abstract concepts of right and wrong for themselves and have refused to engage with what is real and concrete. And we will continue to speak about this tomorrow and then elevate the matter to spiritual heights.