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The Social Question as a
Question of Consciousness
GA 191

9 November 1919, Dornach

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Dreizehnter Vortrag

Lecture V

[ 1 ] Ein Vortrag, wie ich ihn morgen in Basel halten werde, soll natürlich aus sich selbst für alle verständlich sein. Allein es kann doch immer noch, ich möchte sagen, ein besonderes Verständnis hinzutreten bei denjenigen, die in der anthroposophischen Bewegung mit der Sache verbunden sind. Und so will ich denn heute einiges auseinandersetzen, das dazu dienen kann, nicht etwa eine notwendige Grundlage zu geben, sondern sich zu vertiefen gerade innerhalb des Kreises derjenigen Wahrheiten, die jetzt von anthroposophischer Seite zur Menschheit gesprochen werden müssen. Ich erinnere Sie daran, daß wir ja des Öfteren auseinandergesetzt haben, wie im Menschen nach zwei Polen hin gewissermaßen die Kräfte organisiert sind. Man versteht den Menschen am besten, man kommt am besten zu einer Art Selbsterkenntnis des Menschen, wenn man diese beiden Pole, den Willenspol und den Pol der Intelligenz, ins Seelenauge faßt.

[ 1 ] I want to speak to-day of something that will help to deepen our understanding of truths that must now be given to mankind by Anthroposophy. We have often spoken of the two poles of forces in man: the pole of will and the pole of intelligence. To understand the nature of man we must be constantly mindful of these two poles.

[ 2 ] Der Mensch ist ein Willenswesen und ein intelligentes Wesen. Zwischen beiden liegt ja allerdings für die Zeit zwischen Geburt und Tod das Gemüts- und Gefühlselement. Dieses Gemüts- und Gefühlselement ist die verbindende Brücke zwischen der Intelligenz und dem Willen. Sie wissen ja auch, wie sich die Kräfte mehr oder weniger auseinanderteilen dann, wenn der Mensch ankommt bei dem, was man die Schwelle in die geistige Welt hinein nennt.

[ 2 ] Man is a being of will and a being of intelligence. Between them—at any rate from birth until death—lies the element of feeling, constituting the bridge between the intelligence and the will. You know that these forces separate from each other in a certain sense when man reaches what is called the Threshold of the Spiritual World.

[ 3 ] Was wir aber heute besonders betrachten wollen, das ist das Verhältnis, in dem der Mensch auf der einen Seite als intelligentes Wesen steht zu der umliegenden Welt, zu der Welt überhaupt, und dann das andere Verhältnis, das der Mensch hat zur Welt dadurch, daß er ein Willenswesen ist. Gehen wir zunächst auf das letztere ein. Sie wissen, der Mensch entwickelt in seinem Leben zwischen Geburt und Tod als impulsierende Kraft seiner Handlungen, seines ganzen Tuns, die Willenskraft. Diese Willenskraft ist natürlich in ihren Äußerungen durch den menschlichen Organismus etwas sehr Kompliziertes. Allein alles dasjenige, was im Menschen willensartig ist, hat in einer gewissen Beziehung eine Ähnlichkeit, eine starke Ähnlichkeit, die bis zur Gleichheit geht, mit ganz bestimmten Naturkräften. So daß man schon sprechen kann von einem innigen Verhältnis der menschlichen Willenskräfte zu den Naturkräften.

[ 3 ] Our study to-day will be concerned more particularly with the relationship in which man stands to the surrounding world, on the one side as a being of intelligence and on the other as a being of will. We shall deal with the latter first. In his life between birth and death, man unfolds the force of will as the impulse of his actions and activity. As it comes to expression through the human organism, this force of will is a very intricate, complicated matter. Nevertheless in one aspect, everything of the nature of will in man bears a great likeness, amounting almost to identity, with certain forces of nature. It is therefore quite correct to speak of an inner relation between the forces of will in the human being and the forces of nature.

[ 4 ] Nun wissen Sie aber auch aus früheren Betrachtungen, daß der Mensch in bezug auf alles dasjenige, was seinen Willen angeht, auch während er wacht, in einer Art von Schlafzustand ist. Der Mensch hat zwar in seinem Bewußtsein die Vorstellungen für das, was er will. Allein, wie das zustande kommt, daß eine bestimmte Vorstellung willensmäßig sich ausdrückt, davon weiß ja der Mensch nichts. Er weiß nicht, wie der Zusammenhang ist zwischen der Vorstellung: Ich bewege meinen Arm — und dem ganzen Vorgang, der dann zur Armbewegung führt. Das geht durchaus im Unterbewußten vor sich, und wir können sagen: Der eigentliche Willensvorgang ist für den Menschen nicht bewußter als alles dasjenige, was während des Schlafes abläuft. Aber indem wir die Frage aufwerfen nach dem Zusammenhang des menschlichen Willens mit der uns umgebenden Welt, müssen wir sogleich auf etwas eingehen, was für das Bewußtsein der Gegenwart, das sich nach und nach im Laufe der letzten drei, vier, fünf Jahrhunderte herausgebildet hat, eigentlich etwas Paradoxes ist. Die Menschen denken zumeist — ich habe das schon einmal hier erwähnt —, der Erdenlauf wäre derselbe auch dann, wenn die Menschen gar nicht dabei wären. So ein richtiger Naturforscher der Gegenwart beschreibt, sagen wir, aus der Geologie, aus physikalischen Vorgängen heraus den Erdenlauf; und er hat, wenn er es auch nicht ausspricht, doch eigentlich im Sinn, daß vom Anbeginne des Erdendaseins bis zum hypothetischen Ende des Erdendaseins alles so verlaufen könnte, wie es verlaufen würde auch dann, wenn die Erde nicht von Menschen bevölkert wäre. Warum denken das die Menschen, die heute im Sinne der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart denken? Sie denken es, weil sie glauben, wenn also zum Beispiel etwas vor sich geht, sagen wir im Reiche des Mineralischen oder des Pflanzlichen auf der Erde am 9. November 1919, es sei das ursächlich bedingt durch dasjenige, was diesem 9. November 1919 vorangegangen ist im mineralischen Reiche. Die Menschen denken: Da ist das mineralische Reich, das läuft ab (siehe Zeichnung), und das, was also hier im mineralischen Reich geschieht, das sei die Wirkung desjenigen, was irgendwie vorangegangen ist. Aus der mineralischen Ursache entsteht die mineralische Wirkung.

[ 4 ] You know from earlier studies that even while man is awake, he is in a condition resembling sleep wherever his will is involved. True, he has in his consciousness the ideas lying behind what he wills, but how a particular idea takes effect in the form of will—of that he knows nothing. He does not know how the idea, “I move my arm”, is connected with the process leading to the actual movement of the arm. This process lies entirely in the subconsciousness and it may truly be said that man is no more conscious of the real process of will than he is of what takes place during sleep. But when the question arises as to the connection of man's will with the surrounding world, we come to something that will strike the kind of consciousness that has developed in the course of the last three to five centuries as highly paradoxical. It is generally thought that the evolution of the earth would be the same even if human beings had no part in it at all. A typical natural scientist describes the evolution of the earth as a series, let us say, of geological, purely physical processes. And even if he does not expressly say so, he has in mind that from the earth's beginning until its hypothetical end, everything would go on just the same even if it were uninhabited by human beings. Why is this view held by natural science to-day? The reason is that when anything takes place, for example in the mineral kingdom, or the plant kingdom, let us say on November 9th, 1919, people believe that its cause lies in what has happened in the mineral kingdom prior to this particular point of time. Men think: the mineral kingdom takes its course and what happens at any point is the effect of what went before; the mineral effect is due to a mineral cause.

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[ 5 ] So denken ja die Menschen. Sie bemerken, daß die Menschen so denken, wenn Sie irgendein Geologiebuch aufschlagen. Da wird Ihnen beschrieben, sagen wir, dasjenige, was nun in unserer Gegenwart vor sich geht so, daß es dargestellt wird als die Wirkung der Eiszeit oder irgendeiner vorangegangenen Epoche. Aber man faßt unter den Ursachen nur das zusammen, was auch wiederum im Mineralischen vor sich gegangen ist. Man sieht ab davon, daß der Mensch die Erde bevölkert. Man denkt sich, auch wenn der Mensch nicht da wäre, dann wäre alles ebenso verlaufen außerhalb des Menschen, wie es eben sich darstellt in der äußeren Wirklichkeit, bei der aber der Mensch allerdings immer dabei war. Sehen Sie, hier ist etwas zugrunde liegend, was nun wirklich hinweist auf die Erde als eine Ganzheit, das heißt als eine solche Ganzheit, daß nichts im Erdenlaufe geschehen kann, ohne daß der Mensch selbst mit unter den wirkenden Ursachen ist. Ich will Ihnen ein Beispiel anführen.

[ 5 ] This is the way men think and you will find evidence of it in any text-book of geology. Conditions obtaining at the present time are said to be the effects of the Ice Age, or of some preceding epoch—but the causes are attributed entirely to what once took place in the mineral kingdom as such; the fact that man inhabits the earth is ignored. The belief is that even were man not present, everything would run a similar course, that the external reality would be the same—although, in fact, man has always been part of this external reality. The truth is that the earth is one whole, man himself being one of the active factors in the earth's evolution.—I will give you an example.

[ 6 ] Sie wissen alle, unserer gegenwärtigen Zeit — wenn wir diese Gegenwart so fassen, daß sie alles dasjenige in sich schließt, was sich seit der großen atlantischen Katastrophe zugetragen hat — ging voran ein Zeitalter, das wir das atlantische nennen. Die Kontinente Europa und Afrika in ihrer gegenwärtigen Form waren damals nicht vorhanden, ebenso nicht das heutige Amerika in seiner gegenwärtigen Form. Es war ein Hauptkontinent damals auf der Erde, die sogenannte Atlantis, ein Gebiet, das sich da ausdehnte, wo heute der Atlantische Ozean ist. Sie wissen auch, daß in einem bestimmten Zeitpunkte dieser atlantischen Entwickelung eine bestimmte Art von über die ganze damalige zivilisierte Welt sich ausbreitender Unmotalität ein Tafel 12 trat. Die Menschen konnten die Naturkräfte der damaligen Zeit in ausgiebigerem Maße benützen, als das später der Fall war. Und sie benützten sie über weite Gebiete hin in einem unmoralischen Sinne. So daß wir zurückblicken können auf ein Zeitalter der Unmoral. Dann trat die atlantische Katastrophe ein. Der richtige Geologe, der wird ganz selbstverständlich diese atlantische Katastrophe zurückführen auf mineralische Vorgänge: Es hat sich eben ein Teil des Erdbodens gesenkt, der andere gehoben. Es wird dem Menschen, der im Sinne der heutigen Naturwissenschaft denkt, nicht einfallen zu sagen, dasjenige, was die Menschen getan haben, das habe mitgewirkt unter den Ursachen, die in Betracht kommen. — Und es af mitgewirkt. Es hat so mitgewirkt, daß in der Tat die atlantische Katastrophe die Wirkung desjenigen war, was die Menschen auf dem Erdenball getan haben.

[ 6 ] You know that our present epoch—thinking of it for the moment in the wider sense, as comprising the period since the great Atlantean catastrophe—was preceded by the Atlantean epoch itself, when the continents of Europe, Africa and America in their present form were not in existence. At that time there was one main continent on the earth—Atlantis as it is called—extending over the area that is now the Atlantic Ocean. You know too that at a certain period in this Atlantean evolution, immorality of a particular kind was rampant throughout the then civilised world. Human beings had far greater power over the forces of nature than they later possessed and employed these forces for evil purposes. Thus we can look back to an age of widespread immorality. And then came the great Atlantean catastrophe. The orthodox geologist will naturally trace this catastrophe to processes in the mineral kingdom; indeed it is a fact that one part of the earth subsided and another arose. But it will not occur to those who base their thinking on the principles of modern natural science to say to themselves that the deeds and activities of men were among the contributory causes.—Yet so it is.—In very truth the Atlantean catastrophe was the outcome of the deeds of men on the earth.

[ 7 ] Man findet nicht bloß äußere, mineralisch-natürliche Ursachen, sondern man muß für solche großen Ereignisse, die katastrophenähnlich hereinbrechen über das Erdendasein, Ursachen dazu suchen, die innerhalb des menschlichen Tuns und Treibens selber liegen. Der Mensch gehört eben durchaus zu den Kräften, die innerhalb der Ursachenreihe des irdischen Daseins aufzuzählen sind. Das ist aber nicht nur in bezug auf solche großen Ereignisse der Fall, sondern das ist der Fall auch für alles dasjenige, was fortwährend geschieht. Nur bleibt eben der eigentliche Zusammenhang zwischen den Ereignissen des Kosmos, die sich auf der Erde auswirken, also den tellurischen, den irdischen Ereignissen, und dem, was in dem Menschen vorgeht, zunächst verborgen. Und mit Bezug darauf ist im Grunde genommen unsere ganze Naturwissenschaft nichts anderes als eine große, umfassende Illusion. Denn Sie können nicht, wenn Sie auf die wahren Ursachen zurückgehen wollen, dasjenige studieren, was zum Beispiel außen in der mineralischen, in der pflanzlichen, in der tierischen Welt vor sich geht, wenn Sie bloß stehenbleiben beim Auffinden der Ursachen in der mineralischen, in der pflanzlichen, in der tierischen Welt.

[ 7 ] Outer, mineral causes are not alone responsible for these great catastrophic events that break in upon earth-existence. We must look for causes lying within the sphere of human actions and impulses. Man himself belongs to the chain of causative forces in earth-existence. Nor does this apply only to events of such magnitude but to what is happening all the time. Only the connection between what goes on within man and cosmic happenings which take effect in tellurian events, remains hidden, to begin with. In this respect the whole of our natural science amounts to a great, all-embracing illusion. For if you want to get at the real causes you will not discover them by studying the mineral, plant and animal kingdoms alone.

[ 8 ] Ich möchte Ihnen, was da in Betracht kommt, in der folgenden Weise darstellen. Gehen wir gewissermaßen von entgegengesetzter Seite an das heran, was wir heute betrachten wollen. Wenn im Erdenumkreise, den ich schematisch aufzeichnen will (siehe Zeichnung) — hier wäre der Erdenmittelpunkt —, etwas geschieht im mineralischen, im pflanzlichen, im tierischen Reiche, so kann man die Ursache suchen. Die Ursache möchte ich andeuten, indem ich sage: Für dasjenige, was vorgeht, sind da Punkte, in denen die Ursachen sich befinden. — Das seien überall Punkte, in denen die Ursachen sich befinden (siehe Zeichnung). Sie können sich versinnlichen das, was ich meine, wenn Sie etwa an das Folgende denken. Wenn Sie nach Italien kommen in die Gegend um Neapel herum, da finden Sie über weite Strecken hin die Möglichkeit, daß der Boden, wenn Sie ein Stück Papier anzünden, anfängt zu rauchen. Es werden Dämpfe aus der Erde herausgetrieben, bloß dadurch, daß Sie ein Stück Papier anzünden. Es fängt unter Ihnen der Boden an zu rauchen. Da müssen Sie sich sagen: In dem physikalischen Vorgang, der sich abspielt durch das angezündete Papier, liegt dasjenige, was die Dämpfe herauftreibt. — Der physikalische Vorgang ist ja in diesem Falle der, daß Sie, indem Sie das Papier anzünden, die Luft verdünnen. Dadurch, daß eine dünnere Luftmasse entsteht, drängen die in der Erde befindlichen Dämpfe nach oben. Sie werden nur niedergedrückt durch den gewöhnlichen normalen Luftdruck, der verringert wird dadurch, daß man das Papier anzündet. Wenn ich nur solche Wirkungen darstellen wollte — solche aus der Erde aufsteigende Dämpfe —, die also rein mineralischer Wesenheit sind, könnte ich daher sagen: Hier wurde ein Papier angezündet, hier und hier und so weiter (siehe die Punkte); das will ich Ihnen nur zur Versinnbildlichung sagen. Das zeigt Ihnen, daß die Ursache für das Aufsteigen der Dämpfe nicht unterhalb des Erdbodens, sondern oben liegt. Nun sollen diese Punkte a, b, c, d, e, f nicht solche angezündeten Papiere darstellen, sondern sie sollen in unserem heutigen Falle etwas anderes darstellen. Zunächst stellen Sie sich vor, daß die Punkte an und für sich keine Bedeutung haben, daß aber das ganze System der Punkte eine Bedeutung habe. Stellen Sie sich nicht angezündete Papiere vor, sondern etwas anderes, was ich augenblicklich noch nicht bezeichnen will; ich werde es gleich nachher bezeichnen. Etwas anderes sei da als wirkende Ursache oberhalb des Erdbodens. Und diese verschieden wirkenden Ursachen wirken nicht jede für sich, sondern sie wirken zusammen. Und nun denken Sie sich, es seien nicht bloß sechs Punkte da, sondern es seien da, ich will sagen, eintausendfünfhundert Millionen Punkte, die alle zusammenwirken. Ich hätte also da gezeichnet eintausendfünfhundert Millionen Punkte, die da alle zusammenwirken, . die eine Gesamtwirkung ergeben. Diese eintausendfünfhundert Millionen Punkte sind wirklich da. Denn Sie haben alle in sich dasjenige, was man den Schwerpunkt Ihrer eigenen physischen Person nennen kann. Dieser Schwerpunkt ist beim wachenden Menschen etwas höher gelegen, er liegt unterhalb des Zwerchfelles, beim schlafenden Menschen ist er etwas tiefer gelegen, aber er ist da. Es seien also eintausendfünfhundert Millionen solcher Schwerpunkte da über die Erde hin. Diese geben eine Gesamtwirkung. Und was von dieser Gesamtwirkung ausgeht, das gibt die wirkliche Ursache für das, was zum großen Teil im mineralischen, im pflanzlichen und tierischen Reiche auf der Erde vor sich geht. Was Sie also um sich sehen an Luftwirkungen, an Wasserwirkungen, was Sie sehen an anderen mineralischen Vorkommnissen, das wird nur dann, wenn man eine falsche Wissenschaft zugrunde legt, auf mineralische Ursachen zurückgeführt; das liegt in Wirklichkeit seiner wahren Ursache nach im Inneren der Menschen.

[ 8 ] Let me give you the following illustration of what comes into consideration here. We will approach it, so to speak, from the opposite side.—Here (X) is the centre of the earth.—When something takes place in the mineral kingdom, the plant kingdom or the animal kingdom, it is a matter of seeking the causes. The causes lie at certain points which are to be found everywhere. You can picture what I mean by thinking of the following.—In the region around Naples in Italy, you will find that the earth over a wide area will emit vapour if you take a piece of paper and set it alight. Vapours begin to rise from the ground beneath you. You will say: the force which drives up the vapours lies in the physical process generated by the lighting of the paper. In this case, the physical process is that by lighting the paper you rarify the air and because of the rarification of the air the vapours inside the earth press upwards. They are kept down by the normal air-pressure and this is diminished by setting light to the paper. If I merely want to give an example of effects of a purely mineral nature—such as these vapours arising out of the earth—I could say for the sake of illustration that here, and here (points in the diagram), a piece of paper is set alight. This shows you that the causes of the rising of the vapour do not lie below the soil, but above it. Now these points in the diagram—a, b, c, d, e, f do not represent pieces of paper that have been set alight; in this instance they represent something different. Imagine, to begin with, that each point on its own has no significance but that the significance lies in the system of points as a whole.—Do not think now of the pieces of lighted paper, but of something else which at the moment I will not specify. Something else is there as an active cause, above the surface of the earth; and these different causes do not work singly, but together. And now imagine that there are not six points only, but, let us say 1,500 million points (approximating the earth's population) all working together, producing a combined effect. These 1,500 million points are actually there. Each of you has within you what may be called the centre of gravity of your own physical structure. When man is awake, this centre of gravity lies just below the diaphragm; when he is asleep it lies a little lower. There are therefore some 1,500 million of these centres of gravity spread over the earth, producing a combined effect. And what issues from this combined effect is the actual cause of a great deal of what takes place in the mineral, plant and animal kingdoms on the earth. It is a scientific fallacy to trace back to mineral causes the forces manifesting in air and water and in the mineral realm; in reality the causes are to be found within man.

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[ 9 ] Sehen Sie, das ist eine Wahrheit, von der heute noch die wenigsten Menschen überhaupt etwas ahnen. Die wenigsten Menschen wissen, daß im Mineral-, im tierischen, im pflanzlichen Reiche Vorgänge vor sich gehen, weil in Wahrheit im Inneren der Menschenorganismen die Ursachen für diese Vorgänge liegen, nicht für das gesamte Wirken im mineralischen, tierischen und pflanzlichen Reiche, sondern für einen großen Teil der Wirkungen. Die auf der Erde herumwandelnde Menschheit trägt in sich eigentlich die Ursache für dasjenige, was geschieht. So daß eigentlich Mineralogie, Botanik, Zoologie nicht getrieben werden können ohne Anthropologie, ohne beim Menschen anzufragen. Die Wissenschaft spricht Ihnen von chemischen, von physikalischen, mechanischen Kräften. Innig verwandt sind diese physischen, chemischen, mechanischen Kräfte mit der menschlichen Willenskraft, mit derjenigen menschlichen Willenskraft, die eigentlich im Schwerpunkt des Menschen konzentriert ist. Wenn man von der Erde redet und will die Wahrheit treffen, muß man nicht von irgendeiner abstrakten Erde sprechen, wie es die Geologen tun, sondern man muß von der Erde so sprechen, daß man die Menschheit zu der Erde hinzurechnet. Das sind die Wahrheiten, die sich enthüllen jenseits der Schwelle. Alles dasjenige, was diesseits der Schwelle gewußt werden kann, gehört eigentlich in das Reich der Erkenntnisillusionen, gehört nicht in das Reich der Erkenntniswahrheiten.

[ 9 ] This is a truth of which there is scarcely an inkling to-day. It is known to very, very few that the causes of processes active in the mineral, plant and animal kingdoms lie within the organism of man. (This does not apply to all the forces working in these kingdoms of nature, but to a large proportion of them.) Within mankind lie the causes for what happens on earth. Therefore mineralogy, botany, zoology, cannot be cultivated truly without anthropology—without the study of man. Science tells us of physical, chemical and mechanical forces. These forces are intimately connected with the human will, with the force of human will that is concentrated in man's centre of gravity. If we speak of the earth with an eye to the truth of these matters, we must not follow the geologists in speaking of an earth in the abstract, but humanity must be accounted an integral part of the earth. These are the truths that reveal themselves on yonder side of the Threshold. Everything that can be known on this side of the Threshold belongs to the realm of the illusions of knowledge, not to the realm of truth.

[ 10 ] Nun entsteht die Frage: Welcher Zusammenhang ist denn nun eigentlich für die heutige Menschheit — und von ihr reden wir ja zunächst — zwischen den Willenskräften des Menschen, die in seinem Schwerpunkt konzentriert sind, und zwischen den äußerlichen physikalischen und chemischen Kräften? — Bei dem normalen Leben äußert sich diese Beziehung nur in den menschlichen Stoffwechselvorgängen. Wenn der Mensch in sich aufnimmt die Stoffe der Außenwelt, so ist es eigentlich sein Wille, der diese Stoffe verdaut, verarbeitet. Und wenn nichts anderes wirken würde als dieser Wille, dann würde dasjenige, was von außen aufgenommen wird in den Menschen, bloß zersetzt werden. Der menschliche Wille hat die Kraft, alle übrigen Stoffe und Kräfte zu zersetzen, aufzulösen, und der Zusammenhang zwischen dem Menschen und der übrigen mineralischen, pflanzlichen und tierischen Natur ist heute ein solcher, daß sein Wille zusammenhängt mit den auflösenden Kräften unseres Planeten, mit den zerstörenden Kräften unseres Planeten.

[ 10 ] At this point the question arises: What relation is there between the forces of will that are concentrated in man's centre of gravity, and the external, physical and chemical forces?—We are speaking, remember, of present-day humanity.—In normal life, this relation takes effect in the metabolic processes. When man takes into himself the substances of the outer world, it is his will that actually digests and works upon these substances. And if nothing else were in operation, then what is taken into the organism from outside would simply be destroyed. The human will has the power to dissolve and destroy all extraneous substances and forces; and the relation between man and the mineral, plant and animal kingdoms of nature to-day is such that his will is connected with the forces of dissolution and destruction inherent in our planet.

[ 11 ] Wir leben allerdings von dieser Zerstörung; aber eine Zerstörung ist es! Wir könnten nicht leben, wenn wir diese Zerstörung nicht bewirken würden. Das ist durchaus festzuhalten. Und was Ihnen von mancher Seite geschildert wird als unberechtigte magische Wirkungen, beruht im wesentlichen darauf, daß gewisse Menschen eben auch lernen, ihren Willen unrechtmäßigerweise so zu gebrauchen, daß sie mit den Zerstörungen normalerweise nicht bloß innerhalb der menschlichen Natur bleiben, sondern sie über den Menschen hinaus unnormalerweise ausdehnen und bewußt die im Willen verankerten Zerstörungskräfte anwenden. Das ist selbstverständlich etwas, was eigentlich niemals gelehrt werden dürfte!

[ 11 ] We could not live were this destruction not to take place—but for all that it is destruction. This must never be forgotten. And what are often described as unlawful magical practices are based essentially on the fact that certain human beings learn to employ their will wrongfully, in such a way that they do not confine the destructive forces to their normal operations within the organism but extend them over other human beings, deliberately and consciously applying the forces of destruction that are anchored in their will. That, quite obviously, is a practice that is never, under any circumstances, permissible.

[ 12 ] Wir hängen durch unseren Willen eben durchaus mit den Untergangskräften unseres Erdenplaneten zusammen. Und würden wir als Menschen der Gegenwart nichts anderes haben als Willenskräfte, dann würde unsere Erde durch uns Menschen, durch die Menschheit dazu verurteilt sein, bloß zerstört zu werden. Wir müßten dann einer Erdenzukunft entgegensehen, die wahrhaftig kein sehr erhebendes Bild ergeben würde und die darin bestehen würde, daß die Erde sich allmählich auflöste und in den Weltenraum zerstreut würde. So sind wir mit Bezug auf den einen Pol beschaffen.

[ 12 ] Through our will we are connected with the earth's forces of decline. And if as human beings had only our forces of will, the earth would be condemned through us, through mankind, to sheer destruction. The prospect of the future would then be far from inspiring; it would be a vista of the gradual dissolution of the earth and its ultimate dispersal in cosmic space.—So much for the one pole in man's constitution.

[ 13 ] Der Mensch ist ein Doppelwesen. Das eine Glied seines Wesens hängt zusammen mit den zerstörenden Kräften des Planeten; das andere Glied seines Wesens ist ja, wie wir erwähnt haben, sein intelligenter Teil, der durch die Brücke des Gemüts verbunden ist mit dem Willen. Aber diese Intelligenz des Menschen kommt mit Bezug auf unseren Erdenplaneten sehr wenig in Betracht, insofern wir im Wachzustande sind. Wir vermögen ein rechtes Verhältnis zum Erdendasein durch unsere Intelligenz während unseres Wachens nicht eigentlich herzustellen. Was ich Ihnen hier für den Willen gezeigt habe, das ist durchaus etwas, was, wenn es auch den Menschen nicht bewußt ist, durch die Menschheit geschieht, während die Menschen wachen. Wenn Sie hinausgehen und irgendwo einen verwitterten Fels anschauen und sich nach den wahren Ursachen der Felsenverwitterung fragen, dann müssen Sie in das Innere, in das organische Innere der Menschen selber schauen. So paradox das für die heutige Menschheit klingt, es ist so! Aber die Erde würde, wie ich schon gesagt habe, eine traurige Zukunft haben, wenn nicht der andere Pol der Menschen da wäre, der aufbauende. Geradeso wie die Ursachen für alles Zerstörende im menschlichen Willen liegen, der im Schwerpunkt des Menschen konzentriert ist, so liegen die aufbauenden Kräfte in derjenigen Sphäre, die die Menschen betreten während ihres Schlafes. Vom Einschlafen bis zum Aufwachen ist der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leib in einem Zustande, den wir gewöhnlich dadurch bezeichnen, daß wir figürlich sagen: Das Ich und der astralische Leib sind außerhalb des physischen Leibes. Aber da ist der Mensch eben durchaus ein geistig-seelisches Wesen, und da entwickelt er die Kräfte, die gerade wirksam werden zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Und während dieser Zeit steht er durch diese Kräfte in Beziehung zu alldem, was den Erdenplaneten aufbaut, was zu den zerstörenden Kräften die aufbauenden Kräfte hinzubringt. Wenn Sie auf der Erde niemals herumgehen würden, so würden die zerstörenden Kräfte, die eigentlich von Ihrem Willen ausgehen, nicht innerhalb des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches auf der Erde wirken. Wenn Sie auf der Erde niemals schlafen würden, so würde von Ihrer Intelligenz nicht dasjenige ausgehen, was die Erde immer wiederum aufbaut. Auch die eigentlich aufbauenden Kräfte unseres Erdenplaneten liegen in der Menschheit selbst. Ich sage nicht: Im einzelnen Menschen. — Ich habe ausdrücklich vorher gesagt, wie diese einzelnen Ursachen zusammenhängen. Aber in der ganzen Menschheit liegen die Kräfte auch für den Aufbau, und zwar in dem intelligenten Pol des menschheitlichen Wesens; aber nicht bei der Tagesintelligenz. Die Tagesintelligenz ist etwas, was sich wie ein Totes hineinstellt in das Erdenwerden. Die Intelligenz des Menschen, die für ihn unbewußt während des Schlafens wirkt, ist eigentlich dasselbe, was den Erdenplaneten fortwährend aufbaut. Ich will Ihnen damit nur begreiflich machen, daß Sie unrecht tun, wenn Sie die zerstörenden und aufbauenden Kräfte unseres Erdenballes außerhalb des Menschen suchen; sie müssen Sie gerade im Menschen suchen. Wenn Sie das richtig ins Auge fassen, so werden Sie auch das Folgende nicht unbegreiflich finden.

[ 13 ] But man is a twofold being. One pole is, as we have seen, connected with the destructive forces of our planet; the other pole—that of intelligence—is connected with the will by the bridge of feeling. But in his waking life, man's intelligence is of little account as far as the planet earth is concerned. During waking life we cannot really establish a true relationship to earth-existence through our intelligence. What I have told you in regard to the will happens while man is awake, although he is not conscious of it. If you see a rock crumbling away and ask where the actual causes of the crumbling lie, then you must look into the inner, organic nature of man himself. Strange as this will seem to the modern mind, it is indeed so. But as I said, the earth would face a sorry future if the other pole of man's nature were not there—the pole of the upbuilding forces. Just as the causes of all destruction lie in the will that is concentrated in man's centre of gravity, so the upbuilding forces lie in the sphere into which men pass during their sleep. From the time of falling asleep until that of waking, man is in a condition figuratively described by saying that with his “I” and astral body he is outside the physical body. But then he is entirely a being of soul-and-spirit, unfolding the forces that are in operation between falling asleep and waking. During this time he is connected, through these forces, with everything that builds up the earth-planet, everything that adds to the forces of destruction the constructive, upbuilding forces. If you did not go about the earth, the destructive forces actually proceeding from your will would not be working in the mineral, plant and animal kingdoms. If you never went to sleep, the forces whereby the earth is continually upbuilt would not stream out of your intelligence. The constructive, upbuilding forces of the planet earth also lie in humanity itself: I do not say: in the individual human being—for I have expressly said that all these single causes form a collective whole. The upbuilding forces lie in mankind as a whole, actually in the pole of intelligence in man's being but not in his waking intelligence. Waking intelligence is really like a lifeless entity thrusting itself into earth-evolution. The intelligence that works, unconsciously to man, during his sleep—that is what builds up the earth-planet. By this I am only trying to explain that it is a fallacy to look outside the human being for the destructive and the constructive forces of our earth; you must look for them within the human being. Once you grasp this, what I am now going to say will not be unintelligible.

[ 14 ] Sie wenden den Blick hinauf zu den Sternen. Sie sagen sich: Irgendwelche Wirkungen gehen von den Sternen aus, die hier auf der Erde für die Sinnesorgane der Menschen bemerklich sind. — Aber dasjenige, in was Sie da hineinschauen, indem Sie die Sterne betrachten, ist nicht etwa gleichwertig mit dem, was Sie auf der Erde im mineralischen, pflanzlichen, tierischen Reiche wahrnehmen, sondern das rührt von den intelligenten und wollenden Wesen her, deren Leben mit diesen Sternen zusammenhängt. Nur weil die Sterne entfernt sind, sieht das so aus wie Physikalisches. Es ist nicht Physikalisches! Es ist dasjenige, was sich in dem wollenden und intelligenten Wesen dort eigentlich abspielt. Ich habe Ihnen ja schon einmal gesagt: Die Astrophysiker beschreiben unsere Sonne; sehr schöne, nette Beschreibungen finden Sie darüber. Aber wenn nun jemand mit einer Art Jules Verneseher Erfindung die Reise nach der Sonne machen könnte, würde er sehr erstaunt darüber sein, daß er da, wo er die Sonne sucht, das ganz und gar nicht finden würde, was er voraussetzt nach den physikalischen Beschreibungen. Das nimmt sich nur bier im Erdendasein so aus. Das ist nur eine Kombination aus demjenigen, was die Sonne enthüllt. In Wahrheit ist dasjenige, was wir sehen, Willens- und Intelligenzwirkung, die als Licht erscheint in einiger Entfernung. Und ein, sagen wir, Mondbewohner, wenn es solche in diesem Sinne geben würde, der die Erde betrachtet, würde auf der Erde nicht entdecken die Grasflächen, die mineralischen Flächen, sondern er würde auf der Erde dasjenige entdecken — allerdings es auch als Lichtwirkungen und ähnliches wahrnehmen —, was vorgeht um den Schwerpunkt der menschlichen Leiber herum, und was vorgeht als Wirkung des schlafenden Zustandes, während die Menschen in der Lebenslage sind zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Das würde von außerhalb wirklich gesehen werden. Die Stühle, auf denen Sie hier sitzen, die würde man mit keinem noch so vollkommenen Instrument von außen sehen können. Aber dasjenige, was um Ihren Schwerpunkt herum vorgeht, und dasjenige, was vorgehen würde hier, wenn Sie plötzlich alle — es wird ja doch hoffentlich niemals bei allen der Fall sein, immer nur bei einigen — einschlafen würden, das würde von außen gesehen werden.

[ 14 ] You look up to the stars, saying that something is streaming from them that can be perceived by man's sense-organs here on earth.—But what you behold when you gaze at the stars is not of the same nature as what you perceive on the earth in the mineral, plant and animal kingdoms. In reality it proceeds from beings of intelligence and will whose life is bound up with those stars. The effects appear to be physical because the stars are at a distance. They are not in reality physical at all. What you actually see are the inter activities of beings of will and intelligence in the stars. I have already spoken to you of the ingenious description of the sun given by astrophysicists. But if it were possible to journey to the sun by some means of transport invented by a Jules Verne, it would be found with amazement that nothing of what was to be expected from these physical descriptions exists. The descriptions are merely a composite picture of solar phenomena. What we see is in reality the working of will and intelligence which at a distance appears as light. If an inhabitant of the Moon—supposing in this sense there were such a being—were to look at the earth, he would not detect its grassy or mineral surfaces but—also perceiving it as a light effect or something similar—he would detect what takes place around the centres of gravity of human bodies and also the effects of the conditions in which man lives between going to sleep and waking. That is what would actually be seen from the universe. Even the most perfect instrument would not enable the chairs, for instance, on which you are now sitting, to be seen; what would be seen is all that is taking place in the region of your centres of gravity and what would happen if you were suddenly to fall asleep—it is to be hoped that this would not happen in every case! But wherever it did happen, it would be perceived out in the universe.

[ 15 ] So daß für den äußeren Weltenraum dasjenige, was durch die Menschen hier auf der Erde geschieht, gerade das Sichtbare, das Wesentliche ist, nicht dasjenige, was um die Menschen herum ist. Sehen Sie, es ist ja unter die Menschen, ich möchte sagen, gekommen und wird vielfach nachgeredet, daß alles, was wir außen mit unseren Sinnen wahrnehmen, Maja ist, die große Täuschung, bloßes Phänomen, nicht Wirklichkeit. Solch eine abstrakte Wahrheit hat eigentlich wenig Wert. Wertvoll wird eine solche Wahrheit nur dann, wenn man ins Konkrete eingeht, so wie wir es jetzt eben gemacht haben. Es hat ja keinen Wert, wenn Sie sich sagen: Tierwelt, Pflanzenwelt, mineralische Welt sind Maja; es hat einen Wert erst dann, wenn Sie gewahr werden, daß dasjenige, was Sie erfahren, wenn Sie äußerlich wahrnehmen, im Grunde von Ihnen selbst abhängt, daß Sie das, allerdings nicht jeden Augenblick, aber für den ganzen Verlauf als Menschheit, selber bewirken, daß Sie drinnenstehen in dem Zusammenhang von Ursache und Wirkung.

[ 15 ] So that to the outer universe, what takes place through human beings is the perceptible reality—not what surrounds man in earthly existence. A very common saying is that everything perceived with the senses is maya—the great illusion—no reality but simply appearance. Such an abstraction is of little account. It has meaning only when one enters into the concrete, as we have now been doing. To say glibly that the animal, plant and mineral worlds are maya means nothing. What is of value is the realisation that what you perceive outwardly depends fundamentally upon yourselves and that—not of course at each moment but in the course of mankind's evolution—you make yourselves an integral part of the chain of causes and effects.

[ 16 ] Ich möchte sagen: Selbst dann, wenn man solch eine erschütternde Wahrheit — denn ich denke, sie könnte erschütternd sein — ausspricht als eine tiefere Naturwahrheit, gewinnt sie ja immer noch nicht jenen Aspekt, der eigentlich für das Menschenleben der besonders wichtige ist. — Wichtig wird eine solche Wahrheit erst dann, wenn wir eine gewisse Konsequenz aus ihr ziehen. Wir sind ja wahrhaftig nicht bloß physische Menschenwesen hier auf der Erde oder äußerlich-sinnlich wahrnehmbare Menschenwesen. Wir sind auf der Erde moralische Wesen beziehungsweise unmoralische. Wir sind also auf der Erde moralische Wesen. Dasjenige, was wir tun, wird bedingt von moralischen Antrieben.

[ 16 ] Even when such a shattering truth is uttered—and I think it may well be shattering—it is not always seen in the aspect where it becomes of importance in life. Such a truth assumes importance only when we perceive its consequences. We are not physical beings only; we are moral—or maybe immoral—beings in earthly existence. What we do is determined by impulses of a moral nature.

[ 17 ] Nun denken Sie einmal, wie die Weltanschauung der Gegenwart sich gerade in bezug auf diesen Punkt in den herbsten, in den schärfsten Zweifeln bewegt; wie die Naturwissenschaft Ihnen ein Wissen gibt des Irdischen, das sich ganz erschöpft in dem Zusammenhange von rein äußerlichen natürlichen Ursachen und natürlichen Wirkungen. Und in diesen Kreislauf der rein natürlichen Ursachen und rein natürlichen Wirkungen wäre auch der Mensch hineingestellt. So sagt es die äußerliche abstrakte Naturwissenschaft. Sie rechnet, ich möchte sagen, nur mit einem Punkte des irdischen Daseins.

[ 17 ] Now just think with what bitter doubt modern thought is assailed in this domain.—Natural science provides a knowledge of the earthly that is confined to the connection between purely external causes and effects; and in this cycle of natural causes and effects, physical man too is involved. So it is alleged by external, abstract science which takes account of one aspect only of earthly existence.

[ 18 ] Und man wird dann gewahr, daß ja im Menschen doch auch aufleuchten moralische Impulse; aber man weiß keinen Zusammenhang zwischen diesen moralischen Impulsen und zwischen dem, was äußerlich im Naturkreislauf vor sich geht. Das ist ja die Crux, das Kreuz der neueren Philosophie, daß die Philosophen auf der einen Seite hören von den Naturforschern: Alles steht im Zusammenhang natürlicher Ursachen und Wirkungen — und daß sie auf der anderen Seite zugeben müssen: Der Mensch empfindet in sich moralische Antriebe — Kant hat aus diesem Grunde zwei «Kritiken» geschrieben, die «Kritik der reinen Vernunft», die sich damit beschäftigt, wie der Mensch zu einem rein natürlichen Verlaufe der Dinge sich verhält, und die «Kritik der praktischen Vernunft», in der er seine moralischen Postulate aufstellt, die, wenn ich mich bildlich ausdrücken darf, eigentlich in der Luft schweben, von irgendwoher kommen und in gar keinem Zusammenhang zunächst sind mit den Naturursachen. Ja, sehen Sie, solange der Mensch glaubt, dasjenige, was äußerlich an den Naturerscheinungen vor sich geht, sei wiederum nur zurückführbar auf die Naturerscheinungen, solange es der Mensch mit dieser Maja zu tun hat, so lange bleibt das Eingreifen moralischer Impulse etwas, was neben dem Naturlauf dasteht. Fast alles, was heute gesprochen wird, leidet eigentlich an diesem Zwiespalt, steht ganz im Schatten dieses Zwiespaltes. Die Menschen können nicht zusammendenken den Erdenlauf als solchen und dasjenige, was sich moralisch in der Menschheit vollzieht. Aber sobald Sie so etwas wissen, wie das, was ich Ihnen heute mit einigen Strichen darzulegen versuchte, werden Sie sich sagen können: Als Mensch bin ich eine Einheit, und die moralischen Impulse leben in mir. Und die moralischen Impulse, die leben einheitlich mit dem, was ich als physischer Mensch bin. Aber als physischer Mensch bin ich ja im Grunde die Ursache — natürlich zusammen mit der Menschheit — von alledem, was auch physisch geschieht. Dann ist dasjenige, was die Menschen moralisch auf dem Erdenkreis vollbringen, die wirkliche Ursache für den Verlauf desjenigen, was im Erdenkreislauf vor sich geht.

[ 18 ] The fact that moral impulses also light up in man is admitted but nothing is known about the connection between these moral impulses and what comes to pass in the round of external nature. Indeed the dilemma of modern philosophy is that the philosophers hear on the one hand from the scientists that everything is involved in a chain of natural causes and effects—and on the other hand have to admit that moral impulses light up in man. That is the reason why Kant wrote two “Critiques”: the Critique of Pure Reason, concerned with the relation of man to a purely natural course of things, and the Critique of Practical Reason where he puts forward his moral postulates—which in truth—if I may speak figuratively—hover in the air, come out of the blue and have no a priori relation with natural causes. As long as man believes that what takes place in the external manifestations of nature can be traced only to similar manifestations, as long as he clings to this illusion, the intervention of moral impulses is something that remains separate and apart from the course of nature. Nearly everything that is discussed to-day lies under the shadow of this breach. In their thinking men cannot fuse the earthly round as such with the moral life of humanity. But as soon as you grasp something of what I have tried briefly to outline, you will be able to say: Yes, as man I am a unity, and moral impulses are alive within me. They live in what I am as a physical being. But as a physical human being I am fundamentally the cause—together with all mankind—of every physical happening.—The moral conduct and achievements of human beings on the earth are the real causes of what comes to pass in the course of earth-existence.

[ 19 ] Wir haben auf der Erde als Menschen eine Naturgeschichte, eine Naturwissenschaft, die den Erdenlauf so beschreibt, wie wir es in den Physik-, in den Geologie-, in den Botanikbüchern und so weiter finden. Was da über den Erdenlauf steht, das ist zunächst für den heutigen Menschen nach den Voraussetzungen, die im Sinne der gegenwärtigen Erziehung in ihm leben, etwas durchaus Befriedigendes. Stellen wir uns aber vor, es würde ein Marsbewohner auf die Erde herunterkommen und die Erde betrachten mit seinen Erkenntnisvoraussetzungen, würde dann, indem er eine Weile stumm herumgeht als ein Erdenbewohner — ich sage nicht, daß das geschehen könnte, sondern ich will dadurch nur veranschaulichen, was ich sagen will —, gelernt haben irgendeine Erdensprache der Menschen, würde deren Geologien durchlesen, würde sehen, was sich diese Erdenmenschen von den Erdenvorgängen für Vorstellungen machen, so würde der sagen: Ja, aber da steht doch nicht alles drinnen, da fehlt doch das Wichtigste! Ich habe zum Beispiel gesehen, daß so viele Studenten in Kneipen herumlungern und fortwährend trinken, ihren Leidenschaften frönen. Ja, da geschieht doch fortwährend etwas: Da wirkt der menschliche Wille zusammen mit dem Stoffwechsel. Das sind Vorgänge, die habt ihr ausgelassen in euren Physik- und in euren Geologiebüchern. Da steht nicht darin, daß der Erdenverlauf auch davon abhängt, ob die Studenten trinken oder nicht trinken!

[ 19 ] Natural history and natural science describe the earth in the way we find in text-books of geology, botany and so forth. What is said there seems entirely satisfactory according to the premises formed through modern education. But let us suppose that an inhabitant of Mars were to come down to the earth and observe it in the light of his premises.—I am not saying that such a thing could happen but merely trying to illustrate what I mean.—Suppose a being from Mars, having wandered dumbly about the earth were then to learn some human language, read some geology and thus discover what kind of ideas prevail concerning the processes and happenings on the earth.—He would say: But that is not all. By far the most important factor is ignored. For example, I have noticed crowds of students loitering about in their beer-houses, drinking and indulging their passions. Something is happening there: the human will is working in the metabolism. These are processes of which no mention is made in your books on physics and geology; they contain no reference to the fact that the course of earth-existence is also affected by whether the students drink or do not drink.—

[ 20 ] Das würde derjenige, der nicht von Erdenvorstellungen, so wie sie jetzt als Vorurteile unter den Menschen leben, ganz eingenommen ist, vermissen in den Beschreibungen, die der Mensch von dem Erdenlauf selber macht. Für den Marsbewohner wäre es gar keine Frage, daß dasjenige, was als moralische Impulse durch die menschlichen Taten geht, durch das ganze menschliche Leben geht, daß das zum Naturlauf dazugehört. Für uns hat der Naturlauf nach den heutigen Vorurteilen etwas außerordentlich Zwingendes, für manchen sogar etwas angenehm Zwingendes, besonders für ganz materialistisch denkende Menschen. Sie denken sich, der Erdenlauf wäre genau so, auch wenn keine Menschen da wären. Ob ich also ein anständiger Mensch bin oder ein unanständiger Mensch, das ändere im Erdenlauf ja nichts Besonderes; ich beeinträchtige den Erdenlauf dadurch nicht. Aber es ist unrichtig; die Ursachen für den Erdenlauf liegen eben nicht außerhalb des Menschen. Für das Allerwichtigste liegt der Verlauf der Erdenereignisse nicht außerhalb des Menschen, sondern innerhalb der Menschheit. Und wenn auftreten soll bei den Menschen das Weltbewußtsein als Fortentwickelung des bloßen Erdenbewußtseins, muß sich in der Menschheit das Bewußtsein geltend machen, daß diese Menschheit sich die Erde, allerdings nicht in kleinen Zeiträumen, sondern über die großen Zeiträume hin, so macht, wie diese Menschheit selber ist. Es ist das beste Mittel, die Erdenmenschheit einzulullen, indem man ihr klarmachen will, sie hätte keinen Anteil an dem Erdenverlauf. Dadurch wird die menschliche Verantwortlichkeit eingeengt auf das bloße menschliche Individuum, auf die einzelne menschliche Persönlichkeit.

[ 20 ] That is what a being not entirely immersed in earthly ideas and prejudices would find lacking in the descriptions given by man himself of happenings on earth. For a being from Mars there would be no question but that moral impulses, pervading human deeds and the whole of human life, are part and parcel of the course of nature. According to modern preconceptions there is something inexorable in the play of nature, indeed pleasantly inexorable for materialistic thinkers. They imagine that the earth's course would be exactly the same were no human beings in existence; that whether they behave decently or not makes no fundamental difference or really alters anything. But that is not the case! The all-essential causes of what happens on the earth do not lie outside man; they lie within mankind. And if earthly consciousness is to expand to cosmic consciousness, humanity must realise that the earth—not over short but over long stretches of time—is made in its own likeness, in the likeness of humanity itself. There is no better means of lulling man to sleep than to impress upon him that he has no share in the course taken by earth-existence. This narrows down human responsibility to the single individual, the single personality.

[ 21 ] In Wahrheit aber hat die Menschheit die Verantwortung für dasjenige, was in kosmischen Zeiten die Erde durchmacht. Und richtig als Erdenmensch fühlt man sich nur, wenn man sich innerhalb der Menschheit so fühlt, daß die Erde selber der Leib ist in der ganzen Erdenmenschheit. Und dazu gehört, daß man, wenn man ein ähnliches Gefühl hat, wie der einzelne Mensch es haben kann, wenn er sagt: Ich habe zehn Jahre meinen Leidenschaften gefrönt und dadurch meinen Leib ruiniert —, daß man dann ebenso sagt: Wenn die Erdenmenschheit in unlauteren Impulsen moralischer Art lebt, so wird aus dem Erdenleib etwas anderes, als wenn sie in moralisch lauteren Impulsen lebt. — Die Eintagsfliege hat auch eine andere Weltanschauung als der Mensch, selbstverständlich, weil sie nur einen Tag lebt. Der Mensch überschaut nicht, wie dasjenige, was sich äußerlich im Naturverlauf darlebt, nicht abhängig ist von bloß natürlichen Ursachen. Viel wichtiger für dasjenige, was heute die Konfiguration Europas ist, viel wichtiger, als zu untersuchen, wie vor zweitausend Jahren die äußere mineralisch-pflanzliche Struktur der Erde war, ist es zu fragen: Wie haben vor zweitausend Jahren hier oder überhaupt innerhalb der Menschheitszivilisation die Menschen gelebt? — Und nicht von dem, wie jetzt unsere mineralische Welt ist, wird nach zweitausend Jahren das Schicksal der Erde als Planet abhängen, sondern von dem, was wir tun und lassen, wird das Schicksal des Planeten abhängen! Es erweitert sich mit dem Weltenbewußtsein die menschliche Verantwortlichkeit zur Weltverantwortlichkeit. Wir fühlen etwas in uns, wenn wir zum Sternenhimmel hinaufblicken mit einem solchen Bewußtsein, wie ich es Ihnen charakterisiert habe, daß wir verantwortlich sind den Weltenräumen gegenüber, die vom Geiste durchwellt und durchwogt werden, daß wir verantwortlich sind dieser Welt gegenüber, wie wir ihr die Erde zurichten. Wir wachsen im Konkreten, im Einzelnen mit der Welt, mit dem Kosmos zusammen, wenn wir hinter den Erscheinungen die Wahrheit suchen.

[ 21 ] The truth is that the responsibility for the course of earth-existence through ages of cosmic time, lies with humanity. Everyone must feel himself to be a member of humanity, the earth itself being the body for that humanity. An individual may say to himself: For ten years I have given way to my passions, indulged my fancies and have thereby ruined my body.—With equal conviction he should be able to say: If earthly humanity follows impure moral impulses, then the body of the earth will be different from what it would be were the moral impulses pure.—The day-fly, because it lives for twenty-four hours only, has a view of the world differing entirely from that of man. The range of man's vision is not wide enough to perceive that what happens externally in the course of nature is not dependent upon purely natural causes. In regard to the present configuration of Europe, it is far more important to ask what manner of life prevailed among human beings in the civilised world two thousand years ago than to investigate the external mineral and plant structure of the earth. The destiny of our physical earth-planet in another two thousand years will not depend upon the present constitution of our mineral world, but upon what we do and allow to be done. With world-consciousness, human responsibility widens into world-responsibility. With such consciousness we feel as we look up to the starry heavens that we are responsible to this cosmic expanse, permeated and pervaded as it is by spirit—that we are responsible to this world for how we conduct the earth. We grow together with the cosmos in concrete reality when behind the phenomena we seek for the truth.

[ 22 ] Das ist ein Teil, ein Kapitel von dem, was ich oftmals sage: Wir müssen lernen, die Dinge, die heute vielfach als abstrakte Dinge gelehrt werden, im Konkreten anzuschauen. Dadurch, daß wir von einigen orientalischen Traditionen solche Dinge herübernehmen wie: Die äußere Sinneswelt ist eine Maja —, ist nicht viel getan. Man muß sich vertiefen, um zur Wahrheit zu kommen. Solche Abstraktionen bringen uns nicht sehr weit, denn diese Abstraktionen sind selbst so, wie sie überliefert sind, nichts anderes als der Niederschlag einer uralten Weisheit, die aber nicht in Abstraktion gelebt hat, sondern die gelebt hat in solchen konkreten Tatsachen, wie sie heute wiederum durch intuitive geistige Forschung hervorgeholt werden müssen. Glauben Sie nicht, wenn Sie in orientalischen Schriftwerken lesen von Maja und der ihr gegenüberstehenden Wahrheit, daß Sie das, was Sie heute dort lesen, als etwas aufnehmen können, was wirklich von Ihnen verstanden werden kann. Das ist ja nur wie die Zusammenfassung von Dingen, die im Konkreten in der Urweisheit gewußt und dann zusammengefaßt worden sind. Wir müssen wieder zurückgehen zu den konkreten Tatsachen. Der Mensch glaubt heute vielfach, er verstünde etwas von den Weltenvorgängen, wenn er sich solche Dinge vorsagt wie: Die äußere Sinneswelt ist Maja. — Wirklich verstehen kann man ja erst dann etwas, wenn man zu den konkreten Tatsachen vordringt. In dem Augenblicke, wo man weiß: Du hast nicht zu fragen, warum die mineralische Welt nach bloßen mineralischen Vorgängen eines anderen Zeitpunktes so und so ist, sondern du hast zu fragen nach den Vorgängen, die in dem Menschen selber sich abspielen —, in dem Augenblicke weiß man, was das eigentlich heißt, man sieht in der Außenwelt nur eine Maja. Dann fängt man an, im Menschen eine viel intensivere Wirklichkeit zu sehen, als man eigentlich gewöhnlich sieht. Dann beginnt das große Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber dem Dasein.

[ 22 ] I so often tell you that we must learn to perceive the concrete realities of things for the most part taught as abstractions to-day. Nothing much is accomplished by adopting oriental traditions such as: the external world of the senses is maya. We must go much deeper if we are to arrive at the truth. Such abstractions do not carry us far, because in the form in which they have been handed down they are nothing but the sediment of a primeval wisdom that did not hover in abstractions but teemed with concrete realities which must be brought to light again through spiritual intuition and research. When you read in oriental literature of maya and of truth as its antithesis,do not imagine that what you read there to-day can be really intelligible to you. It is only a much later compilation of matters that were concrete realities to the ancient wisdom. We must get back to these concrete realities. Men think to-day that they have some understanding of cosmic processes when they assert that the external world of sense is maya.—But nothing can be understood unless one presses on to the underlying realities. The moment it is realised: we have not to ask how the present mineral world has developed out of the mineral processes of another age; we have rather to ask about what has been going on in mankind—at that moment the real meaning of the saying, “the outer world is maya”, becomes clear. Then we begin to perceive in man a reality far greater than is usually perceived.—And then the feeling of responsibility for earth-existence begins.

[ 23 ] Wenn Sie einmal versuchen werden, diese Dinge innerlich zu durchdringen — sie lassen sich ja nur innerlich anschauen, nicht mit den gewöhnlichen äußeren Hilfsmitteln der Intelligenz nach dem Muster der heutigen Wissenschaft beweisen —, dann kommen Sie eben allmählich auf den Weg, auch zu begreifen, wie die Menschheit wirklich aus freien Menschenwesen besteht. Die Natur ist eigentlich nichts, was unserer Freiheit widerspricht. Denn als Menschen machen wir die uns nächstumgebende Natur. Nur in den Teilerscheinungen widerspricht die Natur unserer Freiheit. Nicht weiter, vergleichsweise gesprochen, wirkt die Natur gegen unsere Freiheit, als wenn Sie eine Hand ausstrecken und ein anderer ergreift sie und hält sie zurück. Sie werden sich dadurch nicht Ihren freien Willen absprechen, daß ein anderer Ihnen eine Bewegung zurückhält. So sind wir als Gegenwartsmenschen auch in bezug auf mancherlei zurückgehalten dadurch, daß Menschen der Vorzeit etwas getan haben, was sich erst heute in den Wirkungen äußert. Aber Menschen haben es getan. Was für Menschen? Diejenigen nicht, gegen die wir uns so wenden können, daß wir ihnen einen Vorwurf machen, denn wir waren es ja selber in früheren Erdenleben, die den gegenwärtigen Zustand bewirkt haben.

[ 23 ] If you will try to get to the inner core of these things—and it must be by inward contemplation, not by means of the kind of intelligence employed in natural science—you will gradually find your way to the realisation that mankind is composed of free human beings. Nature does not, in truth, counteract our freedom, for as human beings we ourselves fashion the nature immediately surrounding us. It is only in its partial manifestations that nature counteracts our freedom. Nature counteracts our freedom to an extent no greater than if—to give an example—you are stretching out your hand and someone else takes hold of it and checks the movement. You will not deny freedom of will simply because someone else checks a movement. As men of the present day we are checked in many respects because of some action of our predecessors that is only now taking effect. But at all events it was an action of men.—What men? Not anyone against whom we can turn with reproach, for we ourselves were the men who, in earlier earthly lives, brought about the conditions obtaining to-day.

[ 24 ] Wir müssen uns nicht darauf beschränken, bloß von wiederholten Erdenleben zu sprechen, sondern den Zusammenhang so zu denken, daß wir sogar in der äußeren Natur die Wirkungen desjenigen wahrnehmen, was wir als Ursache gelegt haben in früheren Erdenleben. Allerdings, wenn wir in bezug auf den einzelnen Menschen sprechen, so sprechen wir so, daß wir nur von mitwirkenden Ursachen sprechen. Denn für alle diese Dinge kommt in Betracht, wie ich Ihnen auseinandergesetzt habe, das Zusammenwirken der Menschen mit Menschen auf der Erde. Es braucht sich aber niemand deshalb individuell auszuschließen, sondern jeder trägt seinen Teil bei zu dem, was die ganze Menschheit bewirkt und was dann zum Ausdruck kommt in dem, was Leib ist für die ganze Erdenmenschheit in ihrem fortlaufenden Leben und was äußerlich beschrieben wird.

[ 24 ] We must not confine ourselves to the mere mention of repeated earthly lives but think of the connection between them in such a way that even in external nature we perceive the effects of causes we ourselves laid down in earlier lives. Naturally, in reference to the single, individual human being, we must speak of contributory causes only, for in all these things, as I have said, it is a matter of the collective interworking of men on the earth. No one should, for that reason, exclude himself as an individual, for each of us has his share in what is brought about by humanity as a whole and then comes to expression in what constitutes the body for the whole of earthly humanity in its onflowing life.

[ 25 ] Ich wollte Ihnen damit eine Vorstellung von dem geben, wie der Geisteswissenschafter ansehen muß, was in den äußeren Büchern beschrieben wird. Das ist in der Tat nicht viel anders, als wenn ich Ihnen hier eine Reihe von Figuren aufzeichnen würde:

[ 25 ] I have been endeavouring to give you an idea of how a spiritual scientist must regard the statements made in ordinary scientific text-books.—Suppose I were to draw a series of figures:

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[ 26 ] Nehmen wir an, irgendein Wesen kröche aus dem Erdboden heraus, das nie in der Menschenwelt gelebt hat, sähe diese Figuren, würde auch eine Art Kenntnisse von Arithmetik haben meinetwillen und würde sagen: Erste Figur, zweite Figur, dritte Figur: Die dritte ist die Wirkung von der zweiten, die zweite ist die Wirkung von der ersten Figur. Die erste hat die Wirkung: Dreieck, die zweite hat die Wirkung: Kreis. — So also würde dieses Wesen, das aus der Erde herausgekrochen ist, Ursache und Wirkung zusammenfassen. Aber es ist nicht so, sondern ich habe eine Figur nach der anderen hingezeichnet. In Wahrheit ist eine von der anderen ganz unabhängig. Es sieht nur so aus für dieses Wesen, das aus einer gewissen Maxime heraus das Vorstehende mit dem Nachfolgenden zusammenfaßt, als ob das eine die Wirkung des anderen wäre. Aber so ungefähr beschreibt der Geologe den Erdenvorgang; dasjenige, was, sagen wir, in der Diluvialzeit entsteht, der Tertiärzeit, der Quartärzeit und so weiter zurück. Es ist aber nicht so, geradesowenig wie dieser Kreis die Wirkung des Dreiecks und dieses Dreieck die Wirkung des Quadtrats ist, sondern das ist selbständig bewirkt und hingesetzt, geradeso wie dasjenige, was im Verlaufe des Erdendaseins die Taten der Erdenmenschen bewirkt haben, allerdings hinzugerechnet alles dasjenige, was die Menschheit im Schlafe bewirkt durch die geheimnisvolle Wirkung der Intelligenz, die eben besondere Wirkungen entfaltet, wenn der Mensch, wie man sagt, außerhalb des Leibes ist.

[ 26 ] And now suppose some creature who had never lived in the world of men were to crawl out of the earth and, having some rudiments of arithmetical knowledge were to look at the figures and say: First figure, second figure, third figure. The third is the effect of the second and the second the effect of the first. Effect of the first figure—a triangle; effect of the second—a circle.—This creature would then be combining cause and effect. But it would be a fallacy, for I have drawn each figure separately. In reality the one is independent of the other. It only appears to be dependent to this creature who associates what comes first with what follows, as if the one were the outcome of the other. This, approximately, is how the geologist describes the process of the earth: Diluvial epoch, Tertiary epoch, Quarternary epoch, and so on. But this is no more true than the statement that the circle is the outcome, the effect of the triangle, or the triangle the effect of the rectangular figure. The configurations of the earth are brought about autonomously—through the deeds of earthly humanity, including the mysterious workings of the intelligence during the periods of sleep when man is outside his physical body.

[ 27 ] Sie sehen, in einem sehr hohen Grade ist das, was äußerlich beschrieben wird durch die sogenannte Wissenschaft, eine bloße Maja, eine bloße Täuschung. Und das bloße Sprechen über die Maja genügt nicht. Es ist schon notwendig, daß man zu diesem kritischen Urteil, daß die Außenwelt eine Maja ist, sagen kann, worin die eigentlichen Ursachen liegen. Die eigentlichen Ursachen sind aber verdeckt. Sie sind ja für die äußere Erkenntnis des Menschen sehr wenig offenliegend. Denn inwiefern die Menschheit das Erdendasein aufbaut, das kann man durch ein äußeres Wissen nicht erkundschaften; das kann man nur erkundschaften, wenn man von der äußeren Wissenschaft zu der inneren Wissenschaft dringt. Wie Sie aus meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» entnehmen können, kann gewußt werden, was der Mensch vollzieht vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Das kann man erkunden durch diejenige Wissenschaft, die hinunterdringt bis zu dem Willen. Denn wie der Wille mit der Außenwelt im Zusammenhang steht, das enthüllt sich ja den Menschen nicht, weil der Willensvorgang den Menschen verborgen ist. Der Mensch weiß nicht, was es in jedem Augenblicke eigentlich bedeutet, wenn er seine Hand aufhebt, wenn er einen Willensvorgang bewirkt; er weiß nicht, daß sich dieser Willensvorgang fortsetzt und etwas bedeutet für den ganzen Erdenverlauf.

[ 27 ] This shows you that the descriptions given by external science are very largely illusion—maya. But merely to speak about maya is of little account. To the assertion that the external world is maya we must be able to reply by stating where the actual causes lie. These causes are hidden to a great extent from man's powers of cognition. The part played by mankind in shaping earth-existence cannot be fathomed by means of external science but only by an inner science. My book Knowledge of the Higher Worlds and its Attainment speaks of man's inner activity between the time of going to sleep and waking. This can be revealed by knowledge that reaches down to the sphere of the will. Man knows nothing of the connection between the will and the outer world for the processes of the will are hidden and concealed. He does not know what is really going on when by lifting his hand he sets in operation a process of will; nor does he know that this process continues and has an effect in the whole course of earth-existence.

[ 28 ] Das habe ich gemeint, als ich die Szene dargestellt habe von Capesius und Strader in der «Pforte der Einweihung», wo ich Strader und Capesius allerlei tun lasse, was sich dann fortsetzt in kosmische Ereignisse, wo es donnert und blitzt. Natürlich ist das bildlich dargestellt, aber das Bildliche bedeutet eine tiefere Wahrheit. Es ist da nicht etwas Ausphantasiertes, sondern es bedeutet eine wirkliche Wahrheit. Für einen schon ziemlich langen Zeitraum der Menschheitsentwickelung sind solche Wahrheiten im Grunde genommen nur noch ausgesprochen bei wirklichen Dichtern, die mit Bezug auf ihre Phantasie eigentlich immer zusammenhängen müssen mit den übersinnlichen Vorgängen.

[ 28 ] This is indicated in the scene in my Mystery Play, The Portal of Initiation, where the actions of Capesius and Strader have their outcome in cosmic manifestations—in thunder and lightning. It is, of course, a pictorial representation, but the picture contains a deeper truth; it is not phantasy but actual truth. For a fairly long period in evolution, truths of this kind have been voiced only by true poets whose phantasy must always be perception of super-sensible processes.

[ 29 ] Das versteht der heutige Mensch nur noch wenig. Der heutige Mensch möchte die Dichtung, die Kunst überhaupt als etwas, was erfunden ist, hinstellen neben die äußere Wirklichkeit. Er fühlt sich sehr entlastet, wenn er nicht den Anspruch erhoben findet, daß man die Dichtung als etwas mehr nehmen solle denn als etwas Erphantasiertes. Wirkliche Dichtung, wirkliche Kunst ist ja allerdings nur ein Abglanz der übersinnlichen Wahrheit, aber eben ein Abglanz _ der übersinnlichen Wahrheit. Wenn auch der Dichter das nicht in seinem Bewußtsein hat, was übersinnlich vorgeht, wenn er zusammenhängt in seiner Seele mit dem Kosmos, wenn er sich nicht losgelöst hat durch eine bloß materialistische Bildung, dann spricht er dasjenige aus, was durchaus übersinnliche Wahrheiten sind, wenn er es auch durch Bilder des Sinnendaseins aussprechen muß.

[ 29 ] This is very little understood by modern man who likes to relegate poetry, indeed all art, to a place separate and apart from external reality. He feels relieved not to be asked to see in poetry anything more than phantasy. True poetry, true art, is of course, no more than a reflection of super-sensible truth—but a reflection it is. Even if the poet is not himself conscious of the super-sensible happenings, if his soul is linked with the cosmos, if he has not been torn away from the cosmos by materialistic education, he gives utterances to super-sensible truths, in spite of having to express them in pictures drawn from the world of sense.

[ 30 ] Solche Dinge sind vielfach enthalten im zweiten Teil von Goethes «Faust». Da sind die äußeren Bildwahrheiten durchaus, wie ich Ihnen ja für einzelne Partien dargelegt habe, auf übersinnliche Vorgänge zu beziehen. Wir können sogar mit Bezug auf die Kunstentwickelung für die letzten Epochen der Menschheit das, was ich eben gesagt habe, erhärten. Nehmen Sie ein verhältnismäßig gar nicht weit zurückliegendes Bild einer älteren Kunstepoche, so werden Sie finden, daß da in der Regel die Landschaft sehr nebensächlich behandelt ist. Die Landschaftsbehandlung taucht eigentlich erst so recht auf in den letzten drei, vier, fünf Jahrhunderten, erst da wird sie respektiert. Wenn Sie weiter zurückgehen, so finden Sie die Landschaft wenig behandelt, mehr dasjenige, was bloße Menschenwelt ist, weil da noch ein Bewußtsein vorhanden war, daß für die objektiven Vorgänge die Menschenwelt viel wichtiger ist als die Landschaft. Denn die Landschaft ist nur eine Wirkung der Menschenwelt. Gerade in dem Aufkommen der Vorliebe für die Landschaft liegt auf dem Kunstgebiete dasjenige, was parallel geht dem Aufkommen der materialistischen Gesinnung. Und die materialistische Gesinnung besteht nur in dem Glauben, daß das vom Menschen Abgesonderte einen Daseinswert für sich habe. Es hat keinen Daseinswert für sich; es hat gar keinen Daseinswert für sich! Ein Marsbewohner, der herunterkommen würde, würde jederzeit einen Sinn verbinden können mit Leonardos Bild «Das Abendmahl». Mit Landschaftsbildern würde er, wenn er die Landschaft als solche überhaupt sehen könnte — mit seinem Sinnesorgan würde er sie ja ganz anders sehen, auch gemalte Landschaften —, keinen rechten Sinn verbinden können, weil er die ganze Erdenkonfiguration anders sehen würde. Diese Dinge sage ich allerdings nur, um durch Hypothesen zu charakterisieren, was ich meine.

[ 30 ] Many examples of this are contained in the second part of Goethe's Faust, where as I have shown in the case of particular passages, the imagery has a direct relation with super-sensible processes. The development of art in recent centuries affords evidence of what I have been saying.—Take any picture painted by no means very long ago, and you will find that as a rule, landscape is given very secondary importance. The painting of landscape has come into prominence only since the last three to five centuries. Earlier than that you will find that landscape takes second place; it is the world of man that is brought to the forefront because the consciousness still survived that in regard to objective processes of earth-existence the world of man is much more important than the landscape—which is but the effect of the world of man. In the very birth of preference for landscape there lies, in the sphere of art, the parallel phenomenon of the birth of the materialistic trend of mind—consisting in the belief that landscape and what it represents has an existence of its own, entirely apart from man. But the truth is quite the reverse. Were some inhabitant of Mars to come down to the earth he would certainly be able to see meaning in Leonardo da Vinci's “Last Supper”, but not in paintings of landscapes. He would see landscapes—including painted landscapes—and the whole configuration of the earth quite differently and with his particular organ of sense could not fathom their meaning.—Please remember that I am saying these things merely in order to illustrate hypothetically what I want to convey.

[ 31 ] Also Sie sehen daraus, daß der Satz: Die Außenwelt ist eine Maja —, gerade durch den Hinblick auf das Konkrete erst voll begriffen werden kann. Dann aber müssen wir uns als Menschen einbeziehen in die Ganzheit des Erdendaseins. Dann müssen wir tatsächlich aufsteigen zu der Vorstellung, daß es Wirklichkeiten, äußere Wirklichkeiten, scheinbare Wirklichkeiten geben kann, die keine Wahrheit sind, die keine wahren Wirklichkeiten sind. Wenn Sie eine Rose im Zimmer haben, ist sie eine scheinbare Wirklichkeit, aber keine wahre Wirklichkeit, denn eine Rose, so wie sie vor Ihnen ist, kann nicht sein. Sie kann nur sein, wenn sie am Rosenstock mit den Wurzeln des Rosenstocks zusammen ist und diese wiederum mit der Erde zusammen sind. Ebensowenig kann dasjenige sein, was der Geologe als Erde beschreibt. Das, was der Geologe als Erde beschreibt, ist für den, der ein wahrer Wirklichkeitskenner sein will, genau ebenso eine unwahre Wirklichkeit, wie eine Rose eine unwahre Wirklichkeit ist.

[ 31 ] So you see, the saying: “the external world is maya” cannot be fully understood without entering into the concrete realities. But to do this we must relate ourselves intimately with earth-existence as a whole, know ourselves to be an integral part of it. And then we must grasp the thought that there can be external and apparent realities which are not the truth, not the true realities. If you have a rose in your room, it is an apparent reality only, for the rose as it is in front of you there, cannot be the reality. It can be true reality only while it is growing on the rose-tree, united with the roots which in turn are united with the earth. The earth as described by the geologists is as little a true reality as a plucked rose is a reality.

[ 32 ] Geisteswissenschaft strebt an, niemals stehenzubleiben bei der unwahren Wirklichkeit, sondern immer zu suchen, wenn eine unwahre Wirklichkeit vorliegt, zu suchen nach dem, was hinzugebracht werden muß, damit man die Ganzheit hat, damit man eine ganze wahre Wirklichkeit habe, Darinnen spricht sich der unwirkliche Sinn der gegenwärtigen Zivilisation aus, daß man einfach alles, was einem äußerlich erscheint, für eine Wirklichkeit hält. Aber eine Wirklichkeit hat man nur in einem in sich Zusammengehörigen vor sich. Die Erde für sich genommen, die Menschen von der Erde weggenommen, das ist nicht mehr eine wahre Wirklichkeit, das ist ebensowenig eine wahre Wirklichkeit, wie eine Rose eine wahre Wirklichkeit ist, wenn man sie vom Rosenstock abgeschnitten hat. Sehen Sie, diese Dinge, sie müssen verarbeitet werden; sie dürfen nicht bloß Theorie bleiben, sie müssen in unsere Gesinnung übergehen. Wir müssen uns fühlen als ein Glied der ganzen Erde. Und es ist von Bedeutung, daß wir uns immer wieder und wiederum die Vorstellung vorlegen: Der Finger, der an mir hier gewachsen ist, er ist nur so lange seine wahre Wirklichkeit, als er an meinem Organismus ist. Schneide ich ihn ab, dann ist er nicht mehr seine wahre Wirklichkeit. So ist der Mensch nicht mehr seine wahre Wirklichkeit, wenn er von der Erde weg ist. Aber die Erde ist auch nicht ihre wahre Wirklichkeit, wenn die Menschheit von ihr weg ist. Es ist nur eine unwirkliche Vorstellung, wenn sich der heutige Naturforscher nach seinen Voraussetzungen denkt, die Erdenentwickelung würde ebenso verlaufen, wenn die Menschheit nicht da wäre. Daß sie so nicht verlaufen würde, habe ich Ihnen vor kurzem auch noch von einem anderen Gesichtspunkte aus dargestellt, indem ich Ihnen gezeigt habe, daß die Leiber, die die Menschen ablegen im Tode, eine Ingredienz bilden der Erdenentwickelung, die so da sein muß wie der Sauerteig, und daß, wenn keine Menschenleiber mit der Erde verbunden würden, der ganze physische Vorgang des Erdenverlaufes auch ein anderer sein würde, als er ist, wenn Menschenleiber — es ist dann gleichgültig, ob sie verbrannt oder begraben werden — mit der Erde verbunden werden.

[ 32 ] Spiritual science endeavours never to halt at the untrue reality, but always to seek what must be added, in order to have the whole, true reality. The meagre sense of reality prevailing in our present civilisation expresses itself in the very fact that every external manifestation is taken as reality. But there is reality only in what lies before one as an integrated whole. The earth by itself, without man, is no more a true reality than the rose plucked from the rose-tree.—These things must be pondered and worked upon; they must not remain theories but pass over into our feelings. We must feel ourselves members of the whole earth. It is of importance again and again to call up the thought: this finger on my hand has true reality only as long as it is part of my organism; if it is cut off it no longer has true reality.—Similarly, man has no true reality apart from the earth, nor has the earth without mankind. It is an unreal concept when the modern scientific investigator thinks, according to his premises, that earth-evolution would run the same course if humanity were not there. I recently showed you that it would not be so, by telling you that the bodies laid aside by human beings at death become a leaven in earth-evolution and that if no human bodies—either by burial or cremation—became part of the earth, the whole course of physical happenings would be other than it is in consequence of these bodies having been received into the earth.

[ 33 ] Heute wollte ich Ihnen einmal im Genaueren den Zusammenhang des Willens- und des Intelligenzpoles des Menschen mit der kosmischen Umwelt darlegen.

[ 33 ] In the lecture to-day I wanted to speak in greater detail of the connection between the two poles of will and intelligence in man and his cosmic environment.