The Inner Aspect of the Social Enigma
A Luciferic Past and an Ahrimanic Future
GA 193
4 February 1919, Zurich
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The Inner Aspect of the Social Enigma, tr. SOL
Erster Vortrag
First Lecture
[ 1 ] In diesen Tagen, wo es mir obliegt, in dieser Stadt öffentliche Vorträge zu halten über die soziale Frage, ist es vielleicht nicht unangemessen, wenn wir uns gerade an diesem Zweigabend hier gewissermaßen innerlich mit dem sozialen Rätsel, wie es in der Gegenwart besonders bedeutungsvoll ist, beschäftigen.
[ 1 ] Now that I have been asked to give public lectures in this city on the social question, it is perhaps not out of place for us, on this particular evening here, to reflect inwardly, so to speak, on the social enigma, which is particularly significant at the present time.
[ 2 ] Wir wissen ja, jenem Menschen gegenüber, dem wir in der äußeren Welt gegenübertreten, der vor unserem Wahrnehmungs- und Empfindungsvermögen, wie es an den Leib gebunden ist, steht, müssen wir den eigentlichen, tiefer gelegenen inneren Menschen anerkennen. Diesen inneren Menschen gewahren wir zuerst, wenn wir Rücksicht darauf nehmen, daß er im Grunde genommen mit allem im Zusammenhange steht, wovon wir sagen können, daß es für unsere Erkenntnis, für unser ganzes Leben die Welt durchwellt und durchwebt. Bedenken Sie nur, wie verschieden von der gewöhnlichen Weltbetrachtung gerade mit Bezug auf den Menschen unsere anthroposophische Weltbetrachtung ist. Werfen Sie einen Blick auf den Versuch, den ich gemacht habe, um anthroposophische Weltauffassung einmal abrißweise zusammenzustellen, auf alles dasjenige, was Sie in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» gelesen haben, und Sie werden sehen, da ist nicht nur unsere Erdenentwicklung im Zusammenhange mit dem Menschen, da ist unsere Erdenentwicklung betrachtet als hervorgegangen aus früheren Verkörperungen dieses unseres Erdenplaneten. Hervorgegangen ist diese Erdenentwicklung aus der alten Mondenentwicklung, diese aus der Sonnenentwicklung, diese Sonnenentwicklung aus der Saturnentwicklung. Aber schauen Sie sich alles an, was zusammengetragen worden ist, um diese Entwicklung über Planetensysteme hinweg bis zu unserer Erdenentwicklung zu verfolgen, und Sie werden sagen: In allem, was man betrachtet, fehlt nicht der Mensch. Der Mensch ist in allem drinnen. Der ganze Kosmos wird so betrachtet, daß alle seine Kräfte, alles dasjenige, was in ihm geschieht, hingeordnet ist auf den Menschen. Der Mensch ist gegenüber der Weltenbetrachtung Mittelpunkt dieser Betrachtung. — In einem meiner Mysteriendramen habe ich in einem Gespräch zwischen Capesius und dem Eingeweihten diese Grundlage aller anthroposophischen Weltbetrachtung, ich möchte sagen, mit ihrem Bezug auf das menschliche Gemüt noch besonders hingestellt, hingestellt, was es auf den Menschen für einen Eindruck machen muß, wenn er gewahr wird: Alle Göttergenerationen, alle Weltenkräfte, sie sind aufgerufen, sie sind tätig, um zuletzt ihn zustande zu bringen, um ihn in den Mittelpunkt ihrer Schöpfung hereinzustellen.
[ 2 ] We know, of course, that when we encounter a person in the outer world—who stands before our powers of perception and sensation, as they are bound to the body—we must recognize the true, deeper inner being. We first become aware of this inner human being when we take into account that, fundamentally, it is connected to everything that we can say permeates and interweaves the world for our knowledge and for our entire life. Just consider how different our anthroposophical view of the world is from the ordinary view, particularly with regard to the human being. Take a look at the attempt I made to summarize the anthroposophical worldview in outline form—at everything you have read in my *Outline of Esoteric Science*—and you will see that it is not merely our Earth’s evolution in connection with humanity; rather, it is our Earth’s evolution viewed as having emerged from earlier incarnations of this, our Earth planet. This Earth’s development emerged from the ancient Moon’s development, which in turn emerged from the Sun’s development, and that Sun’s development from the Saturn’s development. But look at everything that has been compiled to trace this development across planetary systems up to our Earth’s development, and you will say: In everything one considers, the human being is never absent. The human being is present in everything. The entire cosmos is viewed in such a way that all its forces, everything that happens within it, is ordered toward the human being. In the view of the world, the human being is the center of this perspective. — In one of my Mystery Dramas, in a conversation between Capesius and the initiate, I specifically highlighted this foundation of the entire anthroposophical worldview—I would say, with its reference to the human soul—and emphasized the impression it must make on a person when they realize: All generations of gods, all world forces—they are called upon, they are at work, ultimately to bring the human being into being, to place him at the center of their creation.
[ 3 ] Ich habe bemerklich gemacht, wie sehr es notwendig ist, gerade gegenüber dieser durch und durch wahren Idee die Notwendigkeit der menschlichen Bescheidenheit geltend zu machen, wie notwendig es ist, sich immer wieder und wieder zu sagen: Ja, wenn wir unser ganzes Wesen, wie wir es in uns und an uns und um uns tragen, wie wir mit ihm in die Welt hineingestellt sind, erkennend erleben, wenn wir unser ganzes Wesen in der Tat zur Offenbarung bringen könnten, es wäre mikrokosmisch die ganze übrige Welt. — Aber wieviel wissen wir, wieviel erleben wir, wieviel können wir durch die Tat offenbaren von dem, was wir als Menschen im höchsten Sinne des Wortes sind? Wir schweben daher — wenn wir uns so recht klarmachen können die Idee, was wir als Menschen sind — zwischen Hochmut und Bescheidenheit. Wir dürfen ganz gewiß nicht in Hochmut ausarten, wir dürfen aber auch in der Bescheidenheit nicht untergehen. Wir würden in der Bescheidenheit untergehen, wenn wir uns nicht in die Lage versetzten, unsere Aufgabe als Mensch — um dessentwillen, was wir doch vor einer allseitigen Weltbetrachtung in der Welt sind — möglichst hoch zu setzen. Wir können im Grunde niemals hoch genug über dasjenige denken, was wir sein sollten. Wir können niemals genug das tiefere kosmische Verantwortungsgefühl des Menschen würdigen, das ihn überkommen muß, wenn er die Hingeordnetheit des ganzen Universums auf sein Wesen ins Auge faßt.
[ 3 ] I have pointed out how essential it is, precisely in the face of this thoroughly true idea, to assert the necessity of human humility, how necessary it is to tell ourselves again and again: Yes, if we were to experience our entire being—as we carry it within us, upon us, and around us, and as we are placed in the world with it—with full awareness, if we could truly bring our entire being to revelation, it would, in a microcosmic sense, be the whole rest of the world. — But how much do we know, how much do we experience, how much can we reveal through action of what we are as human beings in the highest sense of the word? We therefore hover—if we can truly grasp the idea of what we are as human beings—between pride and humility. We must certainly not degenerate into arrogance, but neither must we sink into humility. We would sink into humility if we did not place our task as human beings—for the sake of what we are in the world, even before a comprehensive view of the world—as high as possible. Fundamentally, we can never think highly enough of what we ought to be. We can never sufficiently appreciate the deeper cosmic sense of responsibility that must overcome a human being when he contemplates how the entire universe is ordered around his very being.
[ 4 ] Dieses sollte allerdings aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft heraus weniger theoretische Idee werden, sollte weniger bloße Wissenschaft werden, sollte eine Empfindung werden, die Empfindung einer heiligen Scheu gegenüber dem, was wir als Mensch sein sollten und doch in den wenigsten Fällen sein können. Es sollte aber auch oftmals die Empfindung da sein, wenn wir einem einzelnen Menschen gegenübertreten: Da stehst du, manches bringst du in dir zum Ausdruck in dieser gegenwärtigen Inkarnation. Doch du gehst von Leben zu Leben, von Inkarnation zu Inkarnation; in der Stufenfolge deiner Leben prägt sich ein Unendliches aus. — Und noch nach manchen anderen Richtungen hin könnten wir diese Empfindungen erweitern, könnten sie vertiefen. Aus dieser Empfindung heraus kommt man auf geisteswissenschaftlichem Boden erst zur rechten Menschenschätzung, kommt man zu einer Empfindung von der menschlichen Würde in der Welt. Diese Empfindung kann unsere ganze Seele durchsetzen, kann, wenn sie sich über unser ganzes Innere ausbreitet, uns allein in die rechte Stimmung versetzen, wenn wir genötigt sind, im einzelnen Falle unser individuelles Verhältnis von Mensch zu Mensch zu ordnen. Was ich eben auseinandergesetzt habe, können wir als eine erste wesentliche Errungenschaft aus der neuzeitlichen anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft heraus betrachten: richtige Schätzung des Menschlichen in der Welt. Das ist eines.
[ 4 ] However, from the perspective of anthroposophically oriented spiritual science, this should become less of a theoretical idea, less of mere science, and more of a feeling—the feeling of a sacred reverence toward what we as human beings ought to be, yet in very few cases are able to be. But this feeling should also often be present when we encounter an individual human being: There you stand, expressing many things within yourself in this present incarnation. Yet you pass from life to life, from incarnation to incarnation; an infinite reality takes shape in the sequence of your lives. — And we could expand these feelings in many other directions, deepen them. It is only from this feeling, on the ground of spiritual science, that we arrive at a true appreciation of humanity; it is only then that we arrive at a sense of human dignity in the world. This feeling can permeate our entire soul; when it spreads throughout our inner being, it alone can put us in the right frame of mind when we are called upon to establish our individual relationship from person to person in each specific case. What I have just outlined can be regarded as a first essential achievement of modern anthroposophically oriented spiritual science: a proper appreciation of the human in the world. That is one thing.
[ 5 ] Ein anderes aber wird uns aus einer wirklich seelenhaften, nicht bloß theoretischen Vertiefung in anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft hervorgehen. Es ist dieses: Fassen wir alle Ereignisse der Welt auf, was als Elemente in Erde, Wasser, Luft lebt, fassen wir alles dasjenige auf, was uns aus den Sternen entgegenscheint, was uns im Winde entgegenweht, was uns aus den einzelnen Reichen des Naturdaseins anspricht. Denken Sie, wenn wir im Sinne anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft das alles betrachten, irgendwie hat es seinen Bezug auf den Menschen. Alles wird uns dadurch wertvoll, daß wir es in einer gewissen Weise in Beziehung zu dem Menschen bringen können. Gefühlsmäßig stellt sich ein Verhältnis des Menschen aus übersinnlicher Erkenntnis zu allen Dingen ein. Christian Morgenstern, der Dichter, hat eine Empfindung, die ich öfter unseren Freunden bei der Betrachtung eines gewissen Kapitels des Johannes-Evangeliums vorgelegt habe, in schöne Verse gebracht, jene Empfindung, die uns überkommt, wenn wir die Stufenfolge der Naturreiche auf uns wirken lassen. Da können wir uns sagen, die Pflanze mag hinschauen auf das leblose Reich der Mineralien. Gewiß, sie muß sich in der Rangordnung der Naturwesen als etwas Höheres fühlen als die bloßen leblosen Mineralien. Aber sagen kann sich die Pflanze, indem sie hinschaut auf das bloße leblose Mineral, das ihr den Boden bereitet: Ich stehe allerdings in der Rangordnung der Wesen höher als du, allein aus dir wachse ich heraus, dir verdanke ich mein Dasein. In Dankbarkeit neige ich mich vor dem, was niedriger ist als ich. — Und so wiederum müßten wir vom Tiere empfinden über des Tieres Empfindung gegenüber der Pflanze, so wiederum im Menschenreiche, wenn der Mensch in der Stufenfolge seiner Entwicklung auf eine höhere Stufe gestiegen ist. Er muß mit Ehrfurcht, mit Achtung herunterblicken auf dasjenige, was in einer gewissen Beziehung niedriger ist als er, nicht bloß so, daß man dies begriffsmäßig auseinandersetzen kann, sondern so, daß man dasjenige, was pulst und lebt und webt in allen Dingen, wirklich als kosmische Empfindung in der Seele ausleben kann. So leitet uns aus ihrem wahren Wesen heraus anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft. Sie gibt uns also eine Möglichkeit, ein lebendiges Verhältnis des Menschen auch zu allen übrigen Dingen zu gewinnen.
[ 5 ] But something else will emerge for us from a truly soulful—not merely theoretical—immersion in anthroposophically oriented spiritual science. It is this: Let us take in all the events of the world—what lives as elements in earth, water, and air; let us take in all that shines down upon us from the stars, all that blows toward us in the wind, all that speaks to us from the individual realms of nature. Consider this: when we view all of this in the spirit of anthroposophically oriented spiritual science, it somehow relates to the human being. Everything becomes valuable to us because we can, in a certain way, relate it to the human being. On an emotional level, a relationship between the human being—arising from supersensible knowledge—and all things is established. Christian Morgenstern, the poet, has expressed in beautiful verses a feeling that I have often shared with our friends when contemplating a certain chapter of the Gospel of John—that feeling that comes over us when we allow the progression of the natural kingdoms to take effect upon us. There we can say to ourselves: the plant may look upon the lifeless kingdom of minerals. Certainly, in the hierarchy of natural beings, it must feel itself to be something higher than mere lifeless minerals. But as the plant looks upon the mere lifeless mineral that prepares the soil for it, it can say to itself: I do indeed stand higher than you in the hierarchy of beings, yet it is from you that I grow; to you I owe my existence. In gratitude, I bow before that which is lower than I.” — And so, in turn, we as animals should feel toward the plant as the animal feels toward the plant; and likewise in the human realm, when a human has ascended to a higher stage in the sequence of their development. He must look down with reverence and respect upon that which, in a certain sense, is lower than he is—not merely in a way that can be explained conceptually, but in such a way that one can truly experience, as a cosmic feeling in the soul, that which pulses, lives, and weaves within all things. This is how anthroposophically oriented spiritual science guides us from its true essence. It thus gives us the opportunity to develop a living relationship between human beings and all other things as well.
[ 6 ] Und ein drittes. Dasjenige, was Geisteswissenschaft vom Geiste darstellt, sie betrachtet es nicht so, als ob sie pantheistisch reden würde von «Geist und Geist», der allen Dingen zugrunde liegt. Nein, sie redet nicht nur von dem wirklichen Geist, sondern diese Geisteswissenschaft will reden aus der Wirklichkeit, aus dem Geist selbst heraus. Sie will so reden, daß derjenige, der in der Geisteswissenschaft selbst lebt, weiß: Indem seine Gedanken über den Geist sich bilden, ist es der Geist selbst, der in diesen Gedanken drinnen webt und lebt. Der, wenn ich so sagen darf, von dem Geist der Geisteswissenschaft Angehauchte will nicht bloß Gedanken über den Geist aussprechen, er will den Geist sich selbst durch seine Gedanken aussprechen lassen. Die unmittelbare Gegenwart des Geistes, die wirksame Kraft des Geistes, sie werden gesucht durch die Geisteswissenschaft.
[ 6 ] And a third point. What spiritual science presents as the Spirit—it does not view it as if it were speaking in pantheistic terms of “Spirit and Spirit” that underlies all things. No, it does not speak merely of the real Spirit; rather, this spiritual science seeks to speak from reality, from the Spirit itself. It seeks to speak in such a way that the one who lives within spiritual science itself knows: as his thoughts about the Spirit take shape, it is the Spirit itself that weaves and lives within these thoughts. The one who is, if I may say so, inspired by the spirit of spiritual science does not merely wish to express thoughts about the spirit; he wishes to let the spirit express itself through his thoughts. The immediate presence of the spirit, the active power of the spirit—these are what spiritual science seeks.
[ 7 ] Und nun vergleichen Sie dasjenige, was gewissermaßen in das Innerste der Menschenseele hineinverlegt, hineinversetzt wird aus einer lebendigen Beschäftigung mit der Geisteswissenschaft, mit dem, wovon ich gestern sprach, daß es als soziale Forderung durch die Zeit geht und das in einer gewissen Weise im proletarischen Bewußtsein lebendig ist, um zu dieser Forderung der Zeit, zu dieser sozialen Forderung der Zeit zu werden. Bedenken Sie, dasjenige, was heute im proletarischen Bewußtsein lebt, was gewissermaßen als die Erkenntnisgrundlage dasteht für dieses proletarische Bewußtsein, ist eine Ideologie, ein bloßes Weben in abstrakten Gedanken. Ja, es wird geradezu als das Wesentliche alles seelisch-geistigen Erlebens hingestellt, daß dieses seelisch-geistige Erleben nur eine Ideologie ist; daß da wirtschaftliche, ökonomische Vorgänge sind, die das einzig Wirkliche wären; die spielen sich ab, in denen steht der Mensch drinnen als in seinen Lebenskämpfen, aus ihnen steigt gewissermaßen wie Rauch und Nebel dasjenige auf, was er denkt, was er erkennt, was sich in seinen künstlerischen Schöpfungen offenbart, das, was er als Sitte, als Sittlichkeit, als Recht und so weiter anschaut: alles nur ein ideologischer Schatten! Vergleichen Sie dieses als ideologischen Schatten angesehene Geistesleben mit dem Geistesleben, das in unsere Seelen aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft heraus einziehen will. Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft will den Geist selbst als lebendige Wirklichkeit in die Welt durch die Menschenseele hineinstellen. Dieser Geist ist vertrieben aus der Zeitanschauung, die durch das Bürgertum begründet worden ist und vom Proletariat zu seinem Unheil übernommen worden ist, vertrieben! Und dasjenige, was im Menschen leben sollte als das Bewußtsein der Lebendigkeit: Geist ist in mir — das lebt als eine bloße Ideologie.
[ 7 ] And now compare what is, so to speak, implanted deep within the human soul through a living engagement with spiritual science, with what I spoke of yesterday—that which passes through time as a social demand and which, in a certain way, is alive in proletarian consciousness, so as to become this demand of the times, this social demand of the times. Consider this: what lives in proletarian consciousness today—what, in a sense, serves as the foundation of knowledge for this proletarian consciousness—is an ideology, a mere weaving of abstract thoughts. Indeed, it is presented as the very essence of all psychological and spiritual experience—that this psychological and spiritual experience is nothing but an ideology; that there are economic processes which are the only reality; these are the processes in which human beings are immersed, as in their struggles for life; from them rises, as it were, like smoke and mist, what they think, what they perceive, what is revealed in their artistic creations, what they regard as custom, morality, law, and so on: all merely an ideological shadow! Compare this spiritual life, regarded as an ideological shadow, with the spiritual life that seeks to enter our souls through anthroposophically oriented spiritual science. Anthroposophically oriented spiritual science seeks to establish the spirit itself as a living reality in the world through the human soul. This Spirit has been driven out of the conception of time established by the bourgeoisie and adopted by the proletariat to its own detriment—driven out! And that which should live within the human being as the awareness of liveliness—“Spirit is within me”—lives on as a mere ideology.
[ 8 ] Und zweitens. Bedenken Sie, wieviel steht in diesem einen Erdenleben, dem man mit den Sinnen, mit der gewöhnlichen Leibesempfindung gegenüberstehen kann, vom Menschlichen vor uns, von jenem Menschlichen, um dessentwillen wir, um es ganz zu betrachten, aufrufen, nicht nur die Erdenentwicklung, sondern Mond-, Sonnen-, Saturnentwicklung? Wie schwindet vor diesem modernen Bewußtsein das wahrhaft Menschliche dahin, das uns aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft erst das rechte Gefühl, die rechte Empfindung von wahrer Menschenwürde gibt, so daß wir ein rechtes Verhältnis finden, wenn wir als menschliches Individuum dem anderen menschlichen Individuum gegenüberstehen. Ist es denn denkbar, daß im heutigen Chaos des menschlichen Zusammenlebens ein rechtes Verhältnis von Mensch zu Mensch gefunden werde, das doch einer wirklichen Lösung des sozialen Rätsels zugrunde liegen muß? Ist es denn möglich, daß ein solches Rechtsverhältnis von Mensch zu Mensch auftreten könne, ohne daß es sich ergebe auf dem Untergrunde jener kosmischen Schätzung des Menschen, die nur aus geistiger Erkenntnis und geistiger Empfindung erquellen kann?
[ 8 ] And secondly. Consider how much of what is human lies before us in this one earthly life—which we can experience through the senses and ordinary physical perception—that very humanity for the sake of which we must, in order to fully contemplate it, call upon not only earthly evolution but also lunar, solar, and Saturnian evolution? How does the truly human—which, through anthroposophically oriented spiritual science, gives us the right feeling, the right sense of true human dignity—fade away before this modern consciousness, so that we may find the right relationship when we, as human individuals, face another human individual? Is it conceivable, then, that in today’s chaos of human coexistence a proper relationship between human beings might be found—one that must, after all, underlie a genuine solution to the social enigma? Is it even possible for such a proper relationship between human beings to arise without being grounded in that cosmic appreciation of the human being which can spring only from spiritual knowledge and spiritual feeling?
[ 9 ] Und drittens. Mit Bezug auf das Verhältnis zur äußeren Welt muß der Mensch nicht abstrakte Gedanken suchen, wie es die Wirtschaftspolitik, die Sozialpolitik heute will, sondern unmittelbar persönliche Bezüge zu den einzelnen Tatsachen der Welt, zu den einzelnen Dingen der Welt. Mit Bezug auf die äußeren menschlichen Dinge der Welt muß der Mensch ein Verhältnis zu dieser Welt finden. Da ist es wiederum, wie ich gezeigt habe, dieses dritte, daß uns aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft in unserer Zeit an seelischem Erleben wird, diese Empfindung gegenüber allen außermenschlichen Wesen, die Empfindungen, die wir gegenüber alledem haben, was unter uns und über uns steht in der hierarchischen Natur- und Götterordnung.
[ 9 ] And thirdly. With regard to our relationship to the external world, we need not seek abstract ideas, as economic and social policies today would have it, but rather direct, personal connections to the individual facts of the world, to the individual things of the world. With regard to the external, human things of the world, we must find a relationship to this world. Here again, as I have shown, is this third aspect—what we gain in spiritual experience from anthroposophically oriented spiritual science in our time—this feeling toward all non-human beings, the feelings we have toward everything that stands below and above us in the hierarchical order of nature and the gods.
[ 10 ] Und nun betrachten Sie zweierlei. Betrachten Sie auf der einen Seite dasjenige, was heute als proletarisches Bewußtsein lebt, wie weit es auf dem Gebiete des geistigen Erlebens von der Empfindung des im Menschen wirkenden lebendigen Geistes selbst entfernt ist, wie es alles geistige Leben zur Ideologie gemacht hat. Bedenken Sie, wie weit entfernt von einer wirklich durchgreifenden, geist-erfassenden Menschenschätzung dasjenige ist, was der heutige Proletarier von seinesgleichen als Mensch denkt und namentlich empfindet und seinen Anschauungen einverleibt. Bedenken Sie, wie weit entfernt endlich der rein wirtschaftliche Wert der Dinge, der fast allein heute gilt für den Menschen, von jenen Werten der außermenschlichen Dinge ist, die wir empfinden lernen durch das, was ich aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft heraus vom Verhältnis des Menschen zu den außermenschlichen Dingen ausgedrückt habe.
[ 10 ] And now consider two things. On the one hand, consider what is today known as proletarian consciousness: how far it is, in the realm of spiritual experience, removed from the sense of the living Spirit itself at work within human beings, and how it has reduced all spiritual life to ideology. Consider how far removed from a truly profound, spirit-embracing appreciation of humanity is what today’s proletarian thinks and, above all, feels about his fellow human beings, and incorporates into his views. Consider, finally, how far removed the purely economic value of things—which today is almost the sole criterion for human worth—is from those values of non-human things that we learn to perceive through what I have expressed, based on anthroposophically oriented spiritual science, regarding the relationship of the human being to non-human things.
[ 11 ] Betrachten Sie zweierlei. Betrachten Sie auf der einen Seite, wohin die Menschheit dadurch gekommen ist, daß sich das ungeistige Wesen der letzten Jahrhunderte so intensiv ausgebreitet hat in den menschlichen Seelen. Betrachten Sie auf der anderen Seite jene Hoffnungen, die dadurch erweckt werden können, daß wirkliche Geisteswissenschaft heute in die Menschheit einziehen kann. Stellen Sie diese beiden Dinge zusammen und sagen Sie sich dann selbst, ob nicht erst dadurch, daß die Menschenseele wirklich ergriffen ist von dem, was Geisteswissenschaft geben kann, das soziale Rätsel in das rechte Licht gestellt wird. — Wenn Sie das, was ich Ihnen hier als zwei Perspektiven hingestellt habe, als eine hoffnungslose und als eine hoffnungsreiche, in richtigem Sinne empfinden, dann wird Ihnen das Wirken für anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu dem werden, was es heute allerdings für die Menschheit notwendig werden soll: zu einer Lebensnotwendigkeit, zu einer solchen Lebensnotwendigkeit, die alles andere Wirken und Schaffen durchdringen soll.
[ 11 ] Consider two things. On the one hand, consider where humanity has ended up as a result of the non-spiritual nature of the past centuries having spread so intensely within human souls. On the other hand, consider the hopes that can be awakened by the fact that genuine spiritual science can now take root in humanity. Bring these two things together and then ask yourself whether it is not only when the human soul is truly gripped by what spiritual science has to offer that the social enigma is placed in the proper light. — If you perceive what I have presented here as two perspectives—one hopeless and one full of hope—in their true sense, then working for anthroposophically oriented spiritual science will become for you what it must indeed become necessary for humanity today: a necessity of life, a necessity so fundamental that it should permeate all other work and creative endeavor.
[ 12 ] Sie werden sich sagen: Nichts erscheint mir begreiflicher im ganzen Zusammenhang der neueren Menschheitsentwicklung, als daß dieses soziale Problem heraufgezogen ist; nichts erscheint mir aber auch begreiflicher, als daß die Menschen in so tragischer Weise ratlos stehen vor diesem sozialen Problem. — Denn in der Zeit, in der dieses soziale Problem so laut und vernehmlich an die Pforte der Weltanschauungen, an die Pforte des Lebens klopft, in dieser Zeit durchschreitet die Menschheit auch zugleich eine ihrer stärksten Prüfungen, die Prüfung, die darin besteht, daß sie aus innerster Kraft heraus zum Geiste sich hinwenden muß. Wir können heute keine Offenbarungen haben, wenn wir sie nicht in Freiheit aufsuchen, denn wir leben seit der Mitte des 15. Jahrhunderts im Zeitalter der Bewußtseinsseele, in dem alles in das Licht des Bewußtseins gerückt werden soll. Klagen wir heute nicht etwa so, daß wir sagen: Eine furchtbare Katastrophe ist über die Menschheit hereingebrochen. Warum haben die Götter diese furchtbare Katastrophe über die Menschheit gesenkt? Warum führen die Götter die Menschen nicht heraus, da es doch jammervoll ist, daß die Menschheit sich in eine solche Lage gebracht hat? — Vergessen wir alldem gegenüber nicht, daß wir in dem Zeitalter leben, in dem die innere Freiheit des Menschen zur Offenbarung kommen soll, in dem die Götter sich nicht anders offenbaren dürfen nach ihren ureigensten Weltintentionen, als wenn der Mensch ihnen gegenübertritt, in freiem Entschlusse, sie in sein innerstes Seelenwesen aufzunehmen.
[ 12 ] You will say to yourselves: Nothing seems more understandable to me in the entire context of recent human development than the fact that this social problem has arisen; but nothing also seems more understandable to me than the fact that people stand so tragically at a loss in the face of this social problem. — For in the time when this social problem is knocking so loudly and distinctly at the door of worldviews, at the door of life, humanity is also simultaneously undergoing one of its greatest trials—the trial that consists in its having to turn toward the spirit out of its innermost strength. We cannot have revelations today unless we seek them in freedom, for since the middle of the 15th century we have been living in the age of the conscious soul, in which everything is to be brought into the light of consciousness. Let us not lament today by saying: A terrible catastrophe has befallen humanity. Why have the gods brought this terrible catastrophe upon humanity? Why do the gods not lead people out of it, since it is indeed lamentable that humanity has brought itself into such a situation? — In light of all this, let us not forget that we are living in an age in which human inner freedom is to be revealed, an age in which the gods, in accordance with their very own world intentions, may reveal themselves only when human beings face them of their own free will, ready to receive them into the innermost being of their souls.
[ 13 ] In bezug auf die wichtigsten Dinge der Menschheitsentwicklung stehen wir heute an einem Wendepunkt, auch mit Bezug auf das Christentum, Gerade manche Persönlichkeiten, die innerhalb der sozialen Frage tätig sind, haben darauf hingewiesen, daß wir wohl das Christentum gern annehmen, aber nur dasjenige aus dem Christentum, was uns an unsere eigenen sozialen Ideale erinnert. So läßt sich aber dieser wichtigste Erdenimpuls, dieser Impuls, der allem übrigen Irdischen erst den rechten Sinn gibt, nicht behandeln! Klar müssen wir uns sein: Was sich mit Bezug auf das Christentum bis jetzt innerhalb der Menschheit ausgelebt hat, ist eigentlich nur ein Anfang. Nicht viel mehr hat sich ausgelebt, als daß durch alles, was die Menschen mit Bezug auf das Christentum empfunden haben, namentlich mit Bezug auf das Mysterium von Golgatha, eigentlich nur darauf hingewiesen worden ist, daß der Christus durch den Menschen Jesus einmal dagewesen ist und durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Gewissermaßen haben diese ersten fast zwei Jahrtausende des Lebens des Christentums auf der Erde nicht mehr vermocht — wegen des noch nicht zu weiterem Reifen vorgeschrittenen menschlichen Verständnisses —, als dem Menschen anzuzeigen, der Christus hat sich mit der Erde verbunden, der Christus ist auf die Erde herabgestiegen. Erst jetzt im fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem Zeitraum der Bewußtseinsseelenentwicklung, wird die Menschheit reif, nicht nur zu verstehen, daß der Christus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, sondern was eigentlich in diesem Mysterium von Golgatha lebt. Den Inhalt des Mysteriums von Golgatha wird die Menschheit erst aus denjenigen geistigen Grundlagen heraus verstehen können, die sich ihr innerhalb dieses fünften nachatlantischen Zeitraumes bilden können.
[ 13 ] With regard to the most important aspects of human development, we are today at a turning point, including with regard to Christianity. Indeed, some figures active in the social movement have pointed out that while we are happy to embrace Christianity, we accept only those aspects of it that remind us of our own social ideals. But this most important earthly impulse—the impulse that gives everything else on earth its true meaning—cannot be treated in this way! We must be clear about this: what has unfolded within humanity so far in relation to Christianity is actually only a beginning. Not much more has been lived out than this: through everything that people have felt in connection with Christianity—namely, in connection with the Mystery of Golgotha—the point has actually been made only that the Christ was once present through the human being Jesus and passed through the Mystery of Golgotha. In a sense, these first nearly two millennia of Christianity’s existence on Earth were unable—due to human understanding not yet having progressed to a higher level of maturity—to do more than indicate to humankind that Christ had united Himself with the Earth, that Christ had descended to Earth. Only now, in the fifth post-Atlantean epoch—the epoch of the development of the consciousness soul—is humanity maturing to the point of not only understanding that Christ passed through the Mystery of Golgotha, but also what actually lives within this Mystery of Golgotha. Humanity will only be able to understand the content of the Mystery of Golgotha on the basis of those spiritual foundations that can be formed within this fifth post-Atlantean epoch.
[ 14 ] Ich habe auch hier in diesem Zweige schon öfter erwähnt, daß ich es als eine außerordentliche Trivialität betrachten muß, wenn irgend jemand sagt: Wir leben in einer Übergangszeit. — Alle Zeiten sind Übergangszeiten! Nicht darauf kommt es an, daß man in dieser ‚oder jener Zeit als in einer Übergangszeit lebt, sondern mit Bezug auf was eine Zeit in einem Wandel, in einem Übergang drinnen ist. Es kommt darauf an, zu sehen, was sich wandelt. Nun habe ich von den verschiedensten Gesichtspunkten auch hier darauf hingewiesen, was sich gerade in unserer Zeit im weitesten Sinne mit Bezug auf das Menschenbewußtsein, mit Bezug auf die menschliche Seelenentwicklung wandelt. Heute möchte ich wiederum von einem bestimmten Gesichtspunkte auf dasjenige hinweisen, was sich gerade in unserer Zeit mit Bezug auf die menschliche Erdenentwicklung wandelt.
[ 14 ] I have also mentioned here in this thread on several occasions that I must regard it as an extraordinary triviality when anyone says: “We are living in a time of transition.” — All times are times of transition! What matters is not that one lives in this ‘or that’ time as a time of transition, but rather, in relation to what, a time is undergoing change, is in a state of transition. What matters is to see what is changing. Now, I have pointed out here from a wide variety of perspectives what is currently changing in our time, in the broadest sense, with regard to human consciousness and the development of the human soul. Today I would like to point out, again from a specific perspective, what is currently changing in our time with regard to human development on Earth.
[ 15 ] Ich habe gerade vorhin gesagt: Durch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft suchen wir nicht nur Gedanken über das Geistige zu haben, sondern wir suchen die Wirklichkeit des Geistigen, suchen Gedanken, in denen der Geist selber lebt, in denen der Geist sich offenbart. Wir können auch so sagen: Der Christus Jesus sprach die Worte: «Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Erdenzeiten.» — Man ist im rechten Sinne Bekenner der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, wenn man nicht glaubt, alles dasjenige, was der Inhalt des Christentums ist, sei in den Evangelien erschöpft, sondern wenn man weiß, der Christus ist wirklich da, alle Tage, bis ans Ende der Erdenzeiten, aber nicht bloß wie eine tote Kraft, an die man glauben muß, sondern wie eine lebendige Kraft, die weiter und weiter sich offenbart. Und was ist es, was er in der Gegenwart offenbart? Der Inhalt der modernen anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Die will nicht nur über den Christus sprechen, sie will dasjenige aussprechen, was der Christus in der Gegenwart zu den Menschen durch menschliche Gedanken sagen will.
[ 15 ] I said just a moment ago: Through anthroposophically oriented spiritual science, we seek not only to have thoughts about the spiritual, but we seek the reality of the spiritual; we seek thoughts in which the Spirit itself lives, in which the Spirit reveals itself. We can also put it this way: Jesus Christ spoke the words: “I am with you always, even to the end of the age.” — One is, in the true sense, a follower of anthroposophically oriented spiritual science not if one believes that everything that constitutes the content of Christianity is exhausted in the Gospels, but if one knows that Christ is truly present, every day, until the end of time—not merely as a dead force one must believe in, but as a living force that continues to reveal itself more and more. And what is it that he reveals in the present? The content of modern anthroposophically oriented spiritual science. It does not merely wish to speak about Christ; it wishes to express what Christ wants to say to people in the present through human thoughts.
[ 16 ] Da kann gesagt werden: Auch in alten Zeiten, in denen die Menschen noch instinktiv gelebt haben, und in denen in der Menschenseele noch etwas von atavistischem Hellsehen lebte, sprach sich Geistiges in der Menschenseele aus, lebte in den menschlichen Vorstellungen, im menschlichen Willen Geistiges, lebten die Götter in den Menschen. — Heute leben die Götter trotzdem im Menschen, wenn auch in einer gewissen anderen Art als in alten Zeiten der Menschheitsentwicklung. Man kann so sagen: In alten Zeiten, da hatten die Götter eine gewisse Aufgabe mit der Erdenentwicklung; sie hatten sich ein Ziel gesetzt, hatten ein göttliches Ziel mit der Erdenentwicklung. Sie haben dieses Ziel dadurch erreicht, daß sie Menschen mit ihren Kräften inspiriert haben, daß sie die menschliche Seele mit Imaginationen begabt haben. Aber so sonderbar es klingt, diese eigentlichen, ureigensten Ziele der Götterwelten mit der Erdenentwicklung sind mit Bezug auf die Erdenentwicklung erfüllt. Das, was die Götter für sich von der Erde haben wollten, ist im Grunde mit dem vierten nachatlantischen Zeitraum erfüllt. Daher stehen heute die geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, die wir auch in unserem Sinne die Götter nennen können, in einer anderen Beziehung zur menschlichen Seele, als sie früher gestanden haben. Damals suchten die Götter die Menschen, um ihre Ziele mit Hilfe des Menschen hier auf der Erde zu verwirklichen. Heute muß der Mensch die Götter suchen, heute muß der Mensch aus seinem innersten Impulse heraus sich zu den Göttern erheben. Und er muß gewissermaßen es bei den Göttern erreichen, daß seine Ziele, seine bewußten Ziele mit Hilfe der göttlichen Kräfte verwirklicht werden. So geziemt es sich für den Menschen vom Zeitalter der Bewußtseinsseelenentwicklung an. Menschenziele waren in früheren Zeiten unbewußt, instinktiv, weil göttliche Ziele bewußt in ihnen lebten. Menschliche Ziele müssen selber immer bewußter und bewußter werden, dann werden in diesen menschlichen Zielen Kräfte liegen, sich zu den Göttern zu erheben, damit menschliche Ziele mit Götterkräften angestrebt werden können.
[ 16 ] It can be said that even in ancient times, when people still lived instinctively and when a remnant of atavistic clairvoyance still lived in the human soul, the spiritual expressed itself in the human soul; the spiritual lived in human ideas and in the human will; the gods lived within human beings. — Today, the gods still dwell within human beings, albeit in a somewhat different way than in the ancient times of human development. One might say: In ancient times, the gods had a specific task regarding the development of the Earth; they had set themselves a goal—a divine goal—for the development of the Earth. They achieved this goal by inspiring human beings with their powers, by endowing the human soul with imaginations. But as strange as it may sound, these very, most fundamental goals of the divine worlds regarding Earth’s development have been fulfilled in relation to Earth’s development. What the gods sought for themselves from the Earth has, in essence, been fulfilled in the fourth post-Atlantean epoch. Therefore, today the spiritual beings of the higher hierarchies—whom we may also call “gods” in our sense of the word—stand in a different relationship to the human soul than they did in the past. Back then, the gods sought out human beings in order to realize their goals here on Earth with human help. Today, human beings must seek out the gods; today, human beings must, out of their innermost impulses, rise up to the gods. And they must, so to speak, achieve with the gods that their goals—their conscious goals—are realized with the help of divine forces. This is how it should be for human beings from the age of the development of the soul of consciousness onward. In earlier times, human goals were unconscious and instinctive because divine goals lived consciously within them. Human goals themselves must become ever more conscious; then these human goals will contain the power to rise up to the gods, so that human goals can be pursued with divine powers.
[ 17 ] Denken Sie diese Worte nur aus! In diesen Worten liegt viel. In diesen Worten liegt die Notwendigkeit, daß der Mensch gerade von unserem Zeitalter an ein ursprüngliches, elementares Streben aus sich selbst heraus beginne. Wir können dieses elementare Streben auf verschiedenen Gebieten der Seele suchen. Wir müssen es vor allen Dingen auf einem tieferen sozialen Gebiete suchen, indem wir mehr geisteswissenschaftlich das Verhältnis von Mensch zu Mensch ins Auge fassen. Dadurch, daß früher die Götter ihre Ziele mit der Menschenentwicklung hatten und durch den Menschen verwirklichten, standen sich, so wie es damals sein sollte, in der Erdenentwicklung die Menschen viel näher als heute. Heute werden die Menschen in einer gewissen Beziehung voneinander weggetrieben, und sie müssen sich in einer ganz anderen Beziehung wiederum suchen. Von diesem Suchen müssen die Menschen aber erst lernen. Rein äußerlich betrachtet, können Sie das überall sehen. Der Mensch weiß heute wenig vom Menschen. Geisteswissenschaft ist in ihrer kosmischen Schätzung der Menschenwürde und des Menschenwesens heute erst im Anfange. Im wirklichen Leben weiß der Mensch heute wenig vom Menschen. Der Mensch dringt nicht vor bis zu den Tiefen im Wesen der Seele eines Mitmenschen. Das ist die Regel. Das ist dasjenige, was in einem tieferen sozialen Wesen gefunden werden muß: Menschenkenntnis in einer neuen Form muß in die Menschenentwicklung einziehen.
[ 17 ] Just think these words through! There is much in these words. In these words lies the necessity that, beginning precisely in our own age, human beings must embark on a primal, elemental striving that arises from within themselves. We can seek this elemental striving in various realms of the soul. Above all, we must seek it in a deeper social realm by considering the relationship between human beings from a spiritual-scientific perspective. Because in the past the gods had their own goals for human development and realized them through human beings, people stood much closer to one another in the course of Earth’s evolution—as it was meant to be at that time—than they do today. Today, people are, in a certain sense, being driven apart from one another, and they must seek one another anew in an entirely different relationship. But people must first learn how to engage in this seeking. Viewed purely from the outside, you can see this everywhere. People today know little about one another. Spiritual science, in its cosmic assessment of human dignity and the human being, is still in its infancy. In real life, people today know little about one another. People do not penetrate to the depths of the soul of their fellow human beings. That is the rule. This is what must be found in a deeper social being: knowledge of human nature in a new form must become part of human development.
[ 18 ] Wir müssen aber in die Lage kommen — da wir eigentlich im Sinne eines geistlosen Naturdenkens nur den fleischlichen Menschen sehen —, in dem anderen Menschen das Wirken der Götter zu erkennen, um in einen wirklichen, geisterfüllten sozialen Organismus hineinzukommen. Das erlangen wir nur, wenn wir auch etwas dazu tun. Das eine, was wir dazu tun können, ist, in unserem eigenen Seelenleben eine gewisse Vertiefung zu suchen. Es gibt viele Wege dazu. Ich will nur einen meditativen Weg Ihnen skizzieren. Wir können aus den verschiedensten Gründen, zu den verschiedensten Zielen gewisse Rückblicke in unser eigenes Leben machen. Wir können uns fragen: Wie hat sich dieses unser individuelles Leben von unserer Kindheit bis heute entwickelt? — Wir können es aber auch einmal so machen: Wir können vor unseren Blick nicht so sehr das hinstellen, wie wir uns gefreut haben über dies oder jenes, wie wir das oder jenes durchlebt haben, sondern wir können auf diejenigen Menschen hinblicken, welche in unser Leben als Eltern, als Geschwister, als Freunde, als Lehrer oder sonst irgendwie eingegriffen haben, und wir können, statt uns selbst, das Wesen dieser Menschen uns vor die Seele stellen, die in unser Leben eingegriffen haben. Da wird sich für eine Weile die Sache so ausnehmen, als ob wir uns sagen könnten, wie wenig eigentlich an uns selber ist, wie viel an dem ist, was von den anderen in unser Selbst hineingeflossen ist. Unser Verhältnis zur Welt wird, wenn wir ehrlich und redlich eine solche Selbstrückschau innerlich in Szene setzen, doch ein ganz anderes. Gefühle, Empfindungen bleiben zurück als die Ergebnisse einer solchen Rückschau. Und diese Gefühle, diese Empfindungen sind gewisse fruchtbare Keime in uns. Sie sind Keime für wirkliche Menschenerkenntnis. Derjenige, der immer wieder und wieder so in sein eigenes Wesen blickt, daß er den Anteil erkennt, den andere, vielleicht längst verstorbene oder ihm ferner gerückte Menschen an seinem Wesen genommen haben, er wird den anderen Menschen auch so entgegentreten, daß ihm, indem er ein individuelles Verhältnis von Mensch zu Mensch begründet, die Imagination von dem wahren Wesen dieses anderen Menschen aufsteigt. Das ist etwas, was in der neueren Zeit und gegen die Zukunft der Menschheit hin auch als eine innere, und zwar seelische soziale Forderung für die menschliche Entwicklung auftauchen muß. So muß anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft praktisch werden, so muß sie das Leben befruchten, das Leben anregen.
[ 18 ] However, since we actually see only the physical human being in the sense of a spiritless view of nature, we must reach a point where we can recognize the workings of the gods in other human beings in order to enter into a true, spirit-filled social organism. We can only achieve this if we also take action toward it. One thing we can do is to seek a certain depth in our own inner life. There are many ways to do this. I would like to outline just one meditative approach for you. For a wide variety of reasons and with a wide variety of goals, we can look back on our own lives. We can ask ourselves: How has our individual life developed from childhood to the present day? — But we can also try it this way: Instead of focusing so much on how we rejoiced over this or that, or how we experienced this or that, we can look to those people who have played a role in our lives—as parents, siblings, friends, teachers, or in any other way—and, instead of focusing on ourselves, we can bring to mind the essence of these people who have shaped our lives. For a while, it will seem as though we could tell ourselves just how little of us is actually our own, and how much is what has flowed into our very being from others. Our relationship to the world will, however, become quite different if we honestly and sincerely engage in such an inner self-reflection. Feelings and sensations remain as the results of such reflection. And these feelings, these sensations, are certain fertile seeds within us. They are seeds for true understanding of humanity. The person who repeatedly looks into his own being in this way—recognizing the part that others, perhaps people long since deceased or who have drifted away from him, have played in shaping his being—will also approach other people in such a way that, by establishing an individual relationship from person to person, the imagination of the true nature of that other person arises within him. This is something that, in recent times and looking toward the future of humanity, must also emerge as an inner—and specifically, soul-based—social imperative for human development. Thus, anthroposophically oriented spiritual science must become practical; thus, it must enrich life and inspire it.
[ 19 ] Noch einen anderen Gesichtspunkt will ich geltend machen. In früheren Zeiten war alle Selbsterkenntnis, alles Hineinschauen des Menschen in seine eigene Seele, verhältnismäßig viel einfacher als es jetzt ist, weil jetzt — nicht nur in bezug auf das Bewußtsein gewisser Leute aus ihrem Besitz- oder Armutsverhältnis heraus oder auch von anderer Seite her — ein tief innerlichster sozialer Impuls auftaucht, ein Impuls, der sich zum Beispiel in der folgenden Weise geltend macht. Wir sehen heute wenig darauf hin, wie das ganze Leben des Menschen ein immer Reifer- und Reiferwerden ist. So innerlich ehrliche Menschen wie Goethe fühlten dieses Reifer- und Reiferwerden. Goethe wollte auch im höchsten Alter noch lernen, Goethe wußte im höchsten Alter, fertig sei er als Mensch noch nicht. Und er blickte zurück in seine Jugend, in seine Mannesjahre, indem er alles das, was in der Jugend und in den Mannesjahren sich zugetragen hat, als Vorbereitung empfand für dasjenige, was er im Alter erleben konnte. So denkt man in der heutigen Zeit nur sehr wenig, namentlich dann, wenn man den Menschen als soziales Wesen ins Auge faßt. Am liebsten möchte mit zwanzig Jahren heute jeder Mitglied einer Körperschaft sein und über alles — nun, wie man sagt — demokratisch urteilen. So kann sich der Mensch nicht denken, daß man etwas zu erwarten hat vom Leben, indem man immer mehr und mehr dem Alter entgegenreift. Daran denken die Menschen heute nicht. — Das ist das eine, daß wir wieder lernen müssen, daß das ganze Leben, nicht nur die zwei bis drei ersten Jugendjahrzehnte, dem Menschen etwas bringt.
[ 19 ] I would like to raise yet another point. In earlier times, all self-knowledge— every act of looking into one’s own soul, was relatively much simpler than it is now, because today—not only in relation to the consciousness of certain people arising from their circumstances of wealth or poverty, or from other sources as well—a deeply inner social impulse emerges, an impulse that manifests itself, for example, in the following way. Today we pay little attention to how a person’s entire life is a process of becoming ever more mature. People as inwardly honest as Goethe felt this process of maturing. Even in his advanced age, Goethe still wanted to learn; even in his advanced age, Goethe knew that he was not yet complete as a human being. And he looked back on his youth and his middle years, perceiving everything that had taken place during those times as preparation for what he was able to experience in old age. People today think very little in this way, especially when they view human beings as social beings. Nowadays, everyone at the age of twenty would prefer to be a member of an organization and to pass judgment on everything—well, as they say—democratically. Thus, people cannot conceive that one has something to expect from life by maturing more and more as one approaches old age. People today do not think about this. — That is one thing we must learn again: that life as a whole—not just the first two or three decades of youth—has something to offer a person.
[ 20 ] Und noch ein anderes müssen wir lernen. Wir sehen nicht nur uns selbst in der Welt stehen, sondern wir sehen Menschen anderen Lebensalters; wir sehen vor allen Dingen das Kind durch die Geburt in die Welt und in das Leben hereinziehen. So wie sich die menschliche Erdenentwicklung ergeben hat, so ist manches, was früher wie von selbst in der Seele des Menschen sich geoffenbart hat, nur durch alleräußerste Anstrengung, durch eine Anstrengung zu übersinnlicher Erkenntnis hin, oder wenigstens zu einer wirklichen Lebenserkenntnis hin, zu erlangen. Wie dem Menschen im allgemeinen, so bleibt auch dem Kinde mancherlei verschlossen, das zu seinem Wesen gehört. Aber nicht nur das bleibt dem Kinde verschlossen, was es dann erfahren wird, wenn es in die Reifejahre, in die Greisenjahre eingezogen ist, sondern überhaupt vieles, was sich den älteren, instinktiv lebenden, im atavistischen Hellsehen befindlichen Menschen offenbarte, bleibt heute, wenn der Mensch nur auf sich selbst schaut, ihm verborgen. Und so gibt es etwas, das sich uns, wenn wir nur in uns selbst Erkenntnis suchen, von der Wiege bis zum Grabe nicht offenbaren kann. Das liegt auch unter den Eigentümlichkeiten unseres Bewußtseinszeitalters. Wir können nach der Klarheit des Bewußtseins streben, allein vieles bleibt doch im Felde, das von dieser Klarheit beleuchtet sein soll, gerade verborgen. Und so ist etwas ganz Eigentümliches in unserer Zeit. Als Kind treten wir in die Welt herein; es ist etwas an uns, was wichtig ist für die Welt, für das Zusammenleben der Menschheit, für die geschichtliche Erkenntnis. Aber wir können es nicht erkennen, wenn wir bei uns selbst stehenbleiben, nicht als Kind, nicht als Mann, nicht als Frau, nicht als Greis oder Greisin. Aber in einer anderen Weise kann es erkannt werden. Dann kann es erkannt werden, wenn die durch wirkliche geistige Empfindung feiner gestimmte reife Menschenseele, die Mannesseele, die Frauenseele, die Greisen- oder Greisinnenseele hinschaut auf das Kind und die Empfindung hat: In dem Kinde offenbart sich etwas, was das Kind jetzt nicht erkennen kann, was auch durch das Kind, wenn es auf sich selbst gestellt ist, niemals, auch selbst bis zu seinem Tode nicht, erkannt werden kann, was aber erkannt werden kann in der Seele des anderen, der als Greis auf dieses Kind zurückschaut. Da haben Sie etwas, was sich offenbaren kann durch das Kind, nicht im Kinde und nicht in dem Manne oder der Frau, die aus diesem Kinde werden können bis zum Tode hin, sondern in dem anderen, der von einem höheren Lebensalter aus liebevoll den jüngsten Menschen anschaut.
[ 20 ] And there is yet another thing we must learn. We do not merely see ourselves standing in the world; we also see people of other ages; above all, we see the child being drawn into the world and into life through birth. Just as human development on Earth has unfolded, many things that once revealed themselves spontaneously in the human soul can now be attained only through the utmost effort—an effort toward supersensible knowledge, or at least toward a genuine understanding of life. As is the case with human beings in general, many things that belong to the child’s very nature remain hidden from it. But it is not only that which remains hidden from the child—what it will experience once it has entered its mature years or old age—but also, in general, much of what was revealed to older people who lived instinctively and possessed atavistic clairvoyance remains hidden from us today if we look only within ourselves. And so there is something that, if we seek knowledge only within ourselves, cannot reveal itself to us from the cradle to the grave. This, too, lies among the peculiarities of our age of consciousness. We can strive for the clarity of consciousness, yet much of what is meant to be illuminated by this clarity remains precisely hidden. And so there is something quite peculiar about our time. As children, we enter the world; there is something within us that is important for the world, for the coexistence of humanity, for historical understanding. But we cannot recognize it if we remain confined to ourselves—neither as a child, nor as a man, nor as a woman, nor as an elderly man or woman. Yet it can be recognized in another way. It can be recognized when the mature human soul—the soul of a man, the soul of a woman, the soul of an elderly man or woman—which has been refined by genuine spiritual feeling, looks upon the child and has the sense that: Something is revealed in the child that the child cannot yet recognize—something that the child, left to its own devices, can never recognize, not even by the time of its death—but which can be recognized in the soul of the other, who, as an elderly person, looks back upon this child. There you have something that can be revealed through the child—not within the child, nor within the man or woman whom this child may become until death, but in the other person who, from a more advanced stage of life, looks lovingly upon the youngest human being.
[ 21 ] Ich weise auf dieses besonders hin, weil Sie in einem solchen Zug unserer Zeit sehen können, wie ein sozialer Impuls — aber im allerweitesten Sinne — durch unsere Zeit wellt und webt. Ist es nicht ein tiefster sozialer Zug, diese Notwendigkeit, etwas für das Leben Ersprießliches nur dadurch in das Leben hereinversetzen zu können, daß der alte Mensch an dem jüngsten Menschen lernt, zusammenzusein zum höchsten Lebenszweck, [das Zusammensein] nicht bloß des Menschen X 1 mit dem Menschen X 2, sondern des Menschen im Greisenalter mit dem jüngsten Kinde?
[ 21 ] I draw particular attention to this because, in such a trend of our time, you can see how a social impulse—but in the broadest sense—ripples and weaves through our era. Is it not a profound social trend—this necessity of being able to bring something fruitful into life only by having the elderly learn from the very young that being together is life’s highest purpose—[this togetherness] not merely between Person X 1 and Person X 2, but between a person in old age and the youngest child?
[ 22 ] Dieses soziale Zusammensein, das ist dasjenige, auf das uns der innerste Geist und Sinn unserer Zeit hinweist. Und so kann anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, indem sie sprechen darf zu Menschen, die schon ein wenig vorbereitet sind durch die anderen Zweige dieser Geisteswissenschaft, das soziale Problem noch vertiefen. Sie haben alle eine recht große soziale Aufgabe, wenn Sie aus alledem, was in Ihnen angeregt werden kann namentlich an sozialem Gefühl, die Mittel entnehmen, um wiederum innerhalb der Menschheit unserer Zeit als diese durch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft besonders Auserwählten zu wirken. Befeuern Sie innerhalb der gegenwärtigen sozialen und sozialistischen Diskussion das tiefere soziale Gefühl, das tiefere Verständnis von Mensch zu Mensch, dann werden Sie eine lebendige Aufgabe aus anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft heraus auch im sozialen Sinne erfüllen.
[ 22 ] This social togetherness is precisely what the innermost spirit and meaning of our time points us toward. And so, by addressing people who have already been somewhat prepared by the other branches of this spiritual science, anthroposophically oriented spiritual science can delve even deeper into the social problem. You all have a very significant social task if you draw upon all that can be stirred within you—particularly your social feeling—to act within the humanity of our time as those specially chosen by anthroposophically oriented spiritual science. If you kindle, within the current social and socialist discourse, a deeper sense of social feeling and a deeper understanding from person to person, then you will fulfill a living mission stemming from anthroposophically oriented spiritual science, even in a social sense.
[ 23 ] Davon wollen wir dann in der nächsten Woche, wenn wir wiederum den Zweigvortrag haben zwischen den zwei öffentlichen Vorträgen, weiterreden.
[ 23 ] We'll continue discussing this next week, when we once again have the branch lecture between the two public lectures.
