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Spiritual Scientific Insight into the
Fundamental Impulses of Social Organization
GA 199

6 August 1920, Dornach

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Ich habe auszugehen von der ja sehr erfreulichen Tatsache, daß ich bei meiner Ankunft hier eine große Anzahl von Freunden finden konnte, die neu hier angekommen sind, um sich zu informieren über das, was hier geschehen ist und was von hier aus beabsichtigt wird in unserer anthroposophischen Bewegung. Ich begrüße auf das herzlichste alle die angekommenen Freunde und hoffe, daß sie allerlei Anregungen von ihrem diesmaligen Aufenthalte mitnehmen werden. Es ist ja unter den Freunden, die wir hier wieder sehen können, eine Anzahl solcher, die wir seit Jahren nicht gesehen haben. Und das alles, daß wir seit Jahren manche Freunde nicht sehen konnten, das — mit vielem andern — weist ja hin auf die Schwierigkeiten der Zeit, in der wir leben. Ich selbst komme zurück von einem Stuttgarter Aufenthalte, der mit den mannigfaltigsten, innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung gelegenen Aufgaben erfüllt war, der in sich geschlossen hat unter anderem auch den Schluß des ersten Schuljahres der in Stuttgart gegründeten «Waldorfschule». Diese Waldorfschule gehört ja zu denjenigen Einrichtungen, welche im eminentesten Sinne aus unserer anthroposophischen Geistesbewegung heraus gedacht sind. Und was der Abschluß des ersten Schuljahres gezeigt hat, das ist, wie ich glaube, auch dann, wenn man durchaus große Anforderungen stellt, immerhin als etwas Befriedigendes zu bezeichnen. Ich darf das hier aussprechen aus dem Grunde, weil man ja auch wohl solchen Dingen gegenüber objektiv sein kann, auch wenn man mit dem ganzen Herzen daran hängt, und auch dann, wenn man in einer gewissen Weise die Sache selber eingerichtet hat.

[ 1 ] Ich habe auszugehen von der ja sehr erfreulichen Tatsache, daß ich bei meiner Ankunft hier eine große Anzahl von Freunden finden konnte, die neu hier angekommen sind, um sich zu informieren über das, was hier geschehen ist und was von hier aus beabsichtigt wird in unserer anthroposophischen Bewegung. Ich begrüße auf das herzlichste alle die angekommenen Freunde und hoffe, daß sie allerlei Anregungen von ihrem diesmaligen Aufenthalte mitnehmen werden. Es ist ja unter den Freunden, die wir hier wieder sehen können, eine Anzahl solcher, die wir seit Jahren nicht gesehen haben. Und das alles, daß wir seit Jahren manche Freunde nicht sehen konnten, das — mit vielem andern — weist ja hin auf die Schwierigkeiten der Zeit, in der wir leben. Ich selbst komme zurück von einem Stuttgarter Aufenthalte, der mit den mannigfaltigsten, innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung gelegenen Aufgaben erfüllt war, der in sich geschlossen hat unter anderem auch den Schluß des ersten Schuljahres der in Stuttgart gegründeten «Waldorfschule». Diese Waldorfschule gehört ja zu denjenigen Einrichtungen, welche im eminentesten Sinne aus unserer anthroposophischen Geistesbewegung heraus gedacht sind. Und was der Abschluß des ersten Schuljahres gezeigt hat, das ist, wie ich glaube, auch dann, wenn man durchaus große Anforderungen stellt, immerhin als etwas Befriedigendes zu bezeichnen. Ich darf das hier aussprechen aus dem Grunde, weil man ja auch wohl solchen Dingen gegenüber objektiv sein kann, auch wenn man mit dem ganzen Herzen daran hängt, und auch dann, wenn man in einer gewissen Weise die Sache selber eingerichtet hat.

[ 2 ] Als befriedigend ist vor allen Dingen mit Bezug auf diese Waldorfschule anzusehen, daß die Lehrerschaft es durchaus verstanden hat, erstens sich völlig, so wie es gewollt worden ist, auf anthroposophischen Boden zu stellen. Es sollte dieses Sich-auf-anthroposophischen-Boden-Stellen so sein, daß — und aus den gegenwärtigen Zeitverhältnissen heraus mußte das sein — die Waldorfschule ja nicht etwa eine Weltanschauungsschule sein sollte, nicht eine Schule, in der man etwa Anthroposophie lehrt. Das war ja nicht die Absicht. Wir haben deshalb absichtlich den Religionsunterricht so eingerichtet, daß diejenigen Kinder, deren Eltern wollten, daß sie den evangelischen Unterricht besuchen, von dem evangelischen Pfarrer unterrichtet werden konnten, die katholischen von dem katholischen Pfarrer und nur für diejenigen, welche sich keiner der bestehenden Konfessionen zuzählen wollten, wurde abgesondert von dem übrigen Unterricht eine Art anthroposophischer Religionsunterricht gegeben. Aber außer dem war es durchaus nicht die Absicht, eine Weltanschauungsschule zu begründen, sondern es war die Absicht, was sich an praktischen, pädagogisch-didaktischen Impulsen ergeben kann aus unserer geisteswissenschaftlichen Anschauung und aus unserem geisteswissenschaftlichen Wollen heraus, daß das einmal in Erziehung und im Unterricht der Jugend wirklich angewendet werde. Also in der Handhabung des Unterrichts, in der Handhabung des ganzen Schulwesens, nicht im Inhalte, sollte das Anthroposophische zum Ausdrucke kommen in der besonderen Artung der Pädagogik und Didaktik und der verschiedenen Unterrichtsmethoden. Allerdings, wenn dann der Anthroposoph aus seinem anthroposophischen Wollen heraus den Unterricht befruchter hat, dann zeigt es sich gerade bei dieser Befruchtung des Unterrichtes, wie belebend Anthroposophie wirkt, wenn sie eben wirklich Tat wird. Ich habe ja immer Gelegenheit gehabt, die Fortschritte während des ersten Schuljahres in der Waldorfschule zu beobachten; ich war ab und zu immer wiederum ein oder zwei Wochen da, konnte den Unterricht kontrollieren, konnte auch sehen, wie die einzelnen Klassen sich entwickeln. Ich konnte zum Beispiel bemerken, wie es unserem Freunde Dr. Stein gelungen war, den Geschichtsunterricht dadurch zu beleben, daß er anthroposophische Impulse in dasjenige hineingebracht hat, was eben schon Geschichtsunterricht für die älteren Schüler ist. Man konnte sehen, wie die Menschenkunde, der anthropologische Unterricht in der fünften Volksschulklasse befruchtet wurde von Fräulein Dr. von Heydebrand dadurch, daß sie nicht jene öde Menschenkunde den Kindern vorbrachte, wie das gewöhnlich in unseren Schulen der Fall ist, sondern daß sie wirklich diese Anthropologie befruchtete aus anthroposophischem Wollen. Und so könnte ich vieles im einzelnen anführen, aus dem Sie ersehen würden, wie, ohne daß man auch nur im entferntesten abstrakt Anthroposophie lehrt, gerade die Methodik, die Art der Behandlungsweise von Anthroposophie befruchtet werden kann und wie gerade diese praktische Anwendung anthroposophischen Wollens zeigt, daß tatsächlich Anthroposophie nicht eine abgezogene, abstrakte Weltanschauung bleiben muß, sondern daß sie unmittelbar eingreifen kann in das menschliche Tun, wenn es uns auch leider nur so wenig gestattet ist, in dieses menschliche Tun einzugreifen, sondern immer nur in so eingeschränkten Gebieten und auch eigentlich nur in solchen Gebieten, wie es eben die Waldorfschule ist. Und als wir dann das erste Schuljahr schlossen, da trat etwas auf, was, ich möchte sagen, zunächst auf scheinbar rein Äußerliches deutete, das aber in Wirklichkeit auf etwas sehr Innerliches deutet, wie ich gleich ausführen werde: eine völlige Neuerung trat auf, das waren die Zeugnisse.

[ 2 ] Als befriedigend ist vor allen Dingen mit Bezug auf diese Waldorfschule anzusehen, daß die Lehrerschaft es durchaus verstanden hat, erstens sich völlig, so wie es gewollt worden ist, auf anthroposophischen Boden zu stellen. Es sollte dieses Sich-auf-anthroposophischen-Boden-Stellen so sein, daß — und aus den gegenwärtigen Zeitverhältnissen heraus mußte das sein — die Waldorfschule ja nicht etwa eine Weltanschauungsschule sein sollte, nicht eine Schule, in der man etwa Anthroposophie lehrt. Das war ja nicht die Absicht. Wir haben deshalb absichtlich den Religionsunterricht so eingerichtet, daß diejenigen Kinder, deren Eltern wollten, daß sie den evangelischen Unterricht besuchen, von dem evangelischen Pfarrer unterrichtet werden konnten, die katholischen von dem katholischen Pfarrer und nur für diejenigen, welche sich keiner der bestehenden Konfessionen zuzählen wollten, wurde abgesondert von dem übrigen Unterricht eine Art anthroposophischer Religionsunterricht gegeben. Aber außer dem war es durchaus nicht die Absicht, eine Weltanschauungsschule zu begründen, sondern es war die Absicht, was sich an praktischen, pädagogisch-didaktischen Impulsen ergeben kann aus unserer geisteswissenschaftlichen Anschauung und aus unserem geisteswissenschaftlichen Wollen heraus, daß das einmal in Erziehung und im Unterricht der Jugend wirklich angewendet werde. Also in der Handhabung des Unterrichts, in der Handhabung des ganzen Schulwesens, nicht im Inhalte, sollte das Anthroposophische zum Ausdrucke kommen in der besonderen Artung der Pädagogik und Didaktik und der verschiedenen Unterrichtsmethoden. Allerdings, wenn dann der Anthroposoph aus seinem anthroposophischen Wollen heraus den Unterricht befruchter hat, dann zeigt es sich gerade bei dieser Befruchtung des Unterrichtes, wie belebend Anthroposophie wirkt, wenn sie eben wirklich Tat wird. Ich habe ja immer Gelegenheit gehabt, die Fortschritte während des ersten Schuljahres in der Waldorfschule zu beobachten; ich war ab und zu immer wiederum ein oder zwei Wochen da, konnte den Unterricht kontrollieren, konnte auch sehen, wie die einzelnen Klassen sich entwickeln. Ich konnte zum Beispiel bemerken, wie es unserem Freunde Dr. Stein gelungen war, den Geschichtsunterricht dadurch zu beleben, daß er anthroposophische Impulse in dasjenige hineingebracht hat, was eben schon Geschichtsunterricht für die älteren Schüler ist. Man konnte sehen, wie die Menschenkunde, der anthropologische Unterricht in der fünften Volksschulklasse befruchtet wurde von Fräulein Dr. von Heydebrand dadurch, daß sie nicht jene öde Menschenkunde den Kindern vorbrachte, wie das gewöhnlich in unseren Schulen der Fall ist, sondern daß sie wirklich diese Anthropologie befruchtete aus anthroposophischem Wollen. Und so könnte ich vieles im einzelnen anführen, aus dem Sie ersehen würden, wie, ohne daß man auch nur im entferntesten abstrakt Anthroposophie lehrt, gerade die Methodik, die Art der Behandlungsweise von Anthroposophie befruchtet werden kann und wie gerade diese praktische Anwendung anthroposophischen Wollens zeigt, daß tatsächlich Anthroposophie nicht eine abgezogene, abstrakte Weltanschauung bleiben muß, sondern daß sie unmittelbar eingreifen kann in das menschliche Tun, wenn es uns auch leider nur so wenig gestattet ist, in dieses menschliche Tun einzugreifen, sondern immer nur in so eingeschränkten Gebieten und auch eigentlich nur in solchen Gebieten, wie es eben die Waldorfschule ist. Und als wir dann das erste Schuljahr schlossen, da trat etwas auf, was, ich möchte sagen, zunächst auf scheinbar rein Äußerliches deutete, das aber in Wirklichkeit auf etwas sehr Innerliches deutet, wie ich gleich ausführen werde: eine völlige Neuerung trat auf, das waren die Zeugnisse.

[ 3 ] Dieses Zeugniswesen ist ja wirklich das Elendeste in unserem Schulwesen, dieses äußerliche Herumtappen der Lehrer, um da die Note i, 2, 3, 4, 5 und so weiter in die Zeugnisse hineinzuschreiben, das ist im Grunde genommen doch etwas, was in der fürchterlichsten Weise ertötend auf das Schulwesen wirkt. Unsere Zeugnisse sind hervorgegangen aus einer wirklichen Schulpsychologie, aus einer absoluten praktischen Anwendung der menschlichen Seelenkunde. Unsere Lehrer waren am Ende des ersten Schuljahres annähernd so weit, daß sie jedem Kinde ein den Charakterfähigkeiten entsprechendes, die Aussichten für das weitere Fortschreiten individuell bezeichnendes Zeugnis geben konnten. Kein Zeugnis glich dem andern. Keine Ziffernote war darin, sondern aus der individuellen Erkenntnis des Lehrers heraus gegenüber seinem Schüler wurde dem Schüler sein Wesen charakterisiert. Und so intim hatten sich bereits im Laufe des ersten Schuljahres die Lehrer in die Seele des Kindes zu vertiefen gesucht, daß sie jedem Kinde auf dem Zeugnis einen Geleitspruch mitgeben konnten, angemessen dem individuellen Charakter des einzelnen Kindes.

[ 3 ] Dieses Zeugniswesen ist ja wirklich das Elendeste in unserem Schulwesen, dieses äußerliche Herumtappen der Lehrer, um da die Note i, 2, 3, 4, 5 und so weiter in die Zeugnisse hineinzuschreiben, das ist im Grunde genommen doch etwas, was in der fürchterlichsten Weise ertötend auf das Schulwesen wirkt. Unsere Zeugnisse sind hervorgegangen aus einer wirklichen Schulpsychologie, aus einer absoluten praktischen Anwendung der menschlichen Seelenkunde. Unsere Lehrer waren am Ende des ersten Schuljahres annähernd so weit, daß sie jedem Kinde ein den Charakterfähigkeiten entsprechendes, die Aussichten für das weitere Fortschreiten individuell bezeichnendes Zeugnis geben konnten. Kein Zeugnis glich dem andern. Keine Ziffernote war darin, sondern aus der individuellen Erkenntnis des Lehrers heraus gegenüber seinem Schüler wurde dem Schüler sein Wesen charakterisiert. Und so intim hatten sich bereits im Laufe des ersten Schuljahres die Lehrer in die Seele des Kindes zu vertiefen gesucht, daß sie jedem Kinde auf dem Zeugnis einen Geleitspruch mitgeben konnten, angemessen dem individuellen Charakter des einzelnen Kindes.

[ 4 ] Diese Zeugnisse bilden eine Neuerung. Aber schließen Sie nicht daraus, daß man so etwas ohne weiteres irgendwo einführen kann, daß man es ohne weiteres irgendwo nachmachen kann, sondern das beruht tatsächlich auf dem ganzen Geiste der Waldorfschule, beruht darauf, daß in der Waldorfschule im ersten Schuljahr in der intensivsten Weise Schulpsychologie getrieben worden ist. Sorgfältig wurde von uns studiert, woher gewisse intime Erscheinungen in dem schnelleren oder langsameren Vorwärtskommen einer Klasse kommen. Und man kam schon im Laufe des ersten Schuljahres auf Dinge, die in gewisser Beziehung überraschend sind. So zum Beispiel stellte sich heraus, daß die ganze Konfiguration der Klasse eine ganz bestimmte ist, wenn der Zahl nach gleichviel Knaben und gleichviel Mädchen in der Klasse sind. Ganz anders stellt sich die Konfiguration, wenn die Majorität Knaben, die Minorität Mädchen sind, und umgekehrt wiederum, wenn die Majorität Mädchen, die Minorität Knaben sind. Wir haben alle Beispiele in unseren Klassen gehabt. Diese Imponderabilien, die man sonst gar nicht berücksichtigt, die sind in vieler Beziehung das Wesentliche.

[ 4 ] Diese Zeugnisse bilden eine Neuerung. Aber schließen Sie nicht daraus, daß man so etwas ohne weiteres irgendwo einführen kann, daß man es ohne weiteres irgendwo nachmachen kann, sondern das beruht tatsächlich auf dem ganzen Geiste der Waldorfschule, beruht darauf, daß in der Waldorfschule im ersten Schuljahr in der intensivsten Weise Schulpsychologie getrieben worden ist. Sorgfältig wurde von uns studiert, woher gewisse intime Erscheinungen in dem schnelleren oder langsameren Vorwärtskommen einer Klasse kommen. Und man kam schon im Laufe des ersten Schuljahres auf Dinge, die in gewisser Beziehung überraschend sind. So zum Beispiel stellte sich heraus, daß die ganze Konfiguration der Klasse eine ganz bestimmte ist, wenn der Zahl nach gleichviel Knaben und gleichviel Mädchen in der Klasse sind. Ganz anders stellt sich die Konfiguration, wenn die Majorität Knaben, die Minorität Mädchen sind, und umgekehrt wiederum, wenn die Majorität Mädchen, die Minorität Knaben sind. Wir haben alle Beispiele in unseren Klassen gehabt. Diese Imponderabilien, die man sonst gar nicht berücksichtigt, die sind in vieler Beziehung das Wesentliche.

[ 5 ] Wenn man gewisse Dinge der Psychologie ausspricht, definieren will, dann sind sie im Grunde genommen schon gar nicht mehr das, um was es sich eigentlich handelt. Und das ist gerade ein großer Unfug in unserer Zeit, daß man die Dinge zu sehr in strammen Wortfolgen zum Ausdruck bringen will. Man kann die Dinge nicht ordentlich studieren, wenn man sie in strammen Wortfolgen zum Ausdruck bringen will. Man muß sich nur bewußt sein, daß dadurch, daß man die Dinge ausdrückt, sie eigentlich immer nur annäherungsweise bezeichnet werden.

[ 5 ] Wenn man gewisse Dinge der Psychologie ausspricht, definieren will, dann sind sie im Grunde genommen schon gar nicht mehr das, um was es sich eigentlich handelt. Und das ist gerade ein großer Unfug in unserer Zeit, daß man die Dinge zu sehr in strammen Wortfolgen zum Ausdruck bringen will. Man kann die Dinge nicht ordentlich studieren, wenn man sie in strammen Wortfolgen zum Ausdruck bringen will. Man muß sich nur bewußt sein, daß dadurch, daß man die Dinge ausdrückt, sie eigentlich immer nur annäherungsweise bezeichnet werden.

[ 6 ] Allerdings, wir sind ja immer in einer eigentümlichen Lage, wenn wir von den Ergebnissen unserer anthroposophisch orientierten geisteswissenschaftlichen Bewegung reden. Diese Waldorfschule, deren Lehrerschaft sich im eminentesten Sinne bewährt hat, konnte sich ja nur dadurch bewähren, daß wirklich zunächst die tüchtigsten, für die Pädagogik geeignetsten Menschen zusammengezogen worden sind. Man stößt ja heute leider, wenn man irgend etwas praktisch durchführen will, immer viel mehr als irgend jemand denkt, auf das eine große Hindernis, das ich nur so bezeichnen kann: die Welt ist heute arm an solchen Menschen, die für irgendwelche wirklichen Lebensaufgaben geeignet sind, und die Schwierigkeit würde wesentlich größer, wenn eine zweite Waldorfschule gegründet werden sollte. Da würde die Frage nach den geeigneten, wirklich tüchtigen Persönlichkeiten, die so aus dem Geiste anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft heraus wirken könnten,schon wesentlich schwieriger werden, weil man zu der einen [Schule] selbstverständlich alle diejenigen, die wirklich ernsthaft in Betracht kommen, zusammenziehen mußte. Dennoch, es ist einmal auf einem bestimmten Gebiete ganz zweifellos etwas erreicht worden. Aber ich möchte sagen, man sieht da eine Insel. Auf dieser Insel spielte sich ab im Laufe des ersten Schuljahres ein wirklich aus den Fundamenten der Anthroposophie herausgeholtes Unterrichts-Geisteswesen. Aber diese Insel hat Ufer, ist äußerlich begrenzt, und außerhalb dieser Ufer, da liegt die Finanzierung der Schule, da liegen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Schule, die selbstverständlich drinnenstehen in dem niedergehenden wirtschaftlich-staatlichen Leben der Gegenwart. Und da beginnt bereits etwas, von dem man sagen muß: da sind die Aussichten nicht so, wie sie sein sollten, deshalb sein sollten, weil man doch solch einer Sache Verständnis entgegenbringen sollte. Aber steht man eigentlich dem, was schließlich die Waldorfschule aus dem Geiste heraus geleistet hat, in gewissem Grade verständnisvoll gegenüber? Zunächst ist von unserem Freunde Molt die Waldorfschule begründet worden, um den WaldorfKindern, den Kindern der Waldorf-Astoria-Fabrik, Unterricht zu geben. Nun waren schon im ersten Jahre viele fremde Kinder, die nicht der Waldorf-Astoria-Fabrik angehörten, in dieser Schule; so um zweihundertachtzig werden es gewesen sein. Jetzt sind bereits viele neue angemeldet; natürlich aus der Waldorf-Astoria-Fabrik nicht mehr als schon waren, höchstens diejenigen, die in dem entsprechenden Jahre geboren worden sind, und das sind nicht viele, also nur der Nachwuchs. Aber wenn alles wirklich gut geht, das heißt, wenn außer den andern auch die wirtschaftlichen Verhältnisse geordnet werden können, dann werden wir nach den jetzigen Anmeldungen schon über vierhundert Kinder in der Waldorfschule haben. Dazu muß gebaut werden, dazu müssen neue Lehrer angestellt werden, es müssen Parallelklassen begründet werden. All das muß geschehen, und es wird in gewissem Sinne eine Art von Kreuzprobe sein, ob das finanzielle Verständnis der Menschen nachkommen wird jenem Verständnisse, das immerhin schon dadurch bekundet worden ist, daß uns so viele Menschen von außen her ihre Kinder bringen. Ich darf wohl betonen, daß es mir immerhin niedlich vorkam, als auf dem Korridor mir eine Mutter eines in der Waldorfschule vorhandenen Kindes vorgestellt wurde als die Frau Minister Soundso. Also immerhin auch diejenigen, die mit dem gegenwärtigen Staatswesen so liiert sind, und ähnliche andere Leute, bringen uns ihre Kinder in die Waldorfschule.

[ 6 ] Allerdings, wir sind ja immer in einer eigentümlichen Lage, wenn wir von den Ergebnissen unserer anthroposophisch orientierten geisteswissenschaftlichen Bewegung reden. Diese Waldorfschule, deren Lehrerschaft sich im eminentesten Sinne bewährt hat, konnte sich ja nur dadurch bewähren, daß wirklich zunächst die tüchtigsten, für die Pädagogik geeignetsten Menschen zusammengezogen worden sind. Man stößt ja heute leider, wenn man irgend etwas praktisch durchführen will, immer viel mehr als irgend jemand denkt, auf das eine große Hindernis, das ich nur so bezeichnen kann: die Welt ist heute arm an solchen Menschen, die für irgendwelche wirklichen Lebensaufgaben geeignet sind, und die Schwierigkeit würde wesentlich größer, wenn eine zweite Waldorfschule gegründet werden sollte. Da würde die Frage nach den geeigneten, wirklich tüchtigen Persönlichkeiten, die so aus dem Geiste anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft heraus wirken könnten,schon wesentlich schwieriger werden, weil man zu der einen [Schule] selbstverständlich alle diejenigen, die wirklich ernsthaft in Betracht kommen, zusammenziehen mußte. Dennoch, es ist einmal auf einem bestimmten Gebiete ganz zweifellos etwas erreicht worden. Aber ich möchte sagen, man sieht da eine Insel. Auf dieser Insel spielte sich ab im Laufe des ersten Schuljahres ein wirklich aus den Fundamenten der Anthroposophie herausgeholtes Unterrichts-Geisteswesen. Aber diese Insel hat Ufer, ist äußerlich begrenzt, und außerhalb dieser Ufer, da liegt die Finanzierung der Schule, da liegen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Schule, die selbstverständlich drinnenstehen in dem niedergehenden wirtschaftlich-staatlichen Leben der Gegenwart. Und da beginnt bereits etwas, von dem man sagen muß: da sind die Aussichten nicht so, wie sie sein sollten, deshalb sein sollten, weil man doch solch einer Sache Verständnis entgegenbringen sollte. Aber steht man eigentlich dem, was schließlich die Waldorfschule aus dem Geiste heraus geleistet hat, in gewissem Grade verständnisvoll gegenüber? Zunächst ist von unserem Freunde Molt die Waldorfschule begründet worden, um den WaldorfKindern, den Kindern der Waldorf-Astoria-Fabrik, Unterricht zu geben. Nun waren schon im ersten Jahre viele fremde Kinder, die nicht der Waldorf-Astoria-Fabrik angehörten, in dieser Schule; so um zweihundertachtzig werden es gewesen sein. Jetzt sind bereits viele neue angemeldet; natürlich aus der Waldorf-Astoria-Fabrik nicht mehr als schon waren, höchstens diejenigen, die in dem entsprechenden Jahre geboren worden sind, und das sind nicht viele, also nur der Nachwuchs. Aber wenn alles wirklich gut geht, das heißt, wenn außer den andern auch die wirtschaftlichen Verhältnisse geordnet werden können, dann werden wir nach den jetzigen Anmeldungen schon über vierhundert Kinder in der Waldorfschule haben. Dazu muß gebaut werden, dazu müssen neue Lehrer angestellt werden, es müssen Parallelklassen begründet werden. All das muß geschehen, und es wird in gewissem Sinne eine Art von Kreuzprobe sein, ob das finanzielle Verständnis der Menschen nachkommen wird jenem Verständnisse, das immerhin schon dadurch bekundet worden ist, daß uns so viele Menschen von außen her ihre Kinder bringen. Ich darf wohl betonen, daß es mir immerhin niedlich vorkam, als auf dem Korridor mir eine Mutter eines in der Waldorfschule vorhandenen Kindes vorgestellt wurde als die Frau Minister Soundso. Also immerhin auch diejenigen, die mit dem gegenwärtigen Staatswesen so liiert sind, und ähnliche andere Leute, bringen uns ihre Kinder in die Waldorfschule.

[ 7 ] Die Dinge sollte man eigentlich auch in sozialer Beziehung einmal eingehender studieren. Man würde vielleicht gerade an solchen Erscheinungen, wie die Waldorfschule eine ist, merken können, was wirklich unserer Zeit not tut.

[ 7 ] Die Dinge sollte man eigentlich auch in sozialer Beziehung einmal eingehender studieren. Man würde vielleicht gerade an solchen Erscheinungen, wie die Waldorfschule eine ist, merken können, was wirklich unserer Zeit not tut.

[ 8 ] Das, was sich so handgreiflich in der Waldorfschule geltend machte, das war das Auftreten einer gewissen Oberflächlichkeit, die ja, wie ich oftmals hier ausgeführt habe, ein Charakteristikum gerade unserer Zeit ist. Auch an die Leitung der Waldorfschule ist es selbstverständlich herangetreten, daß da oder dort sich Leute fanden, die nun einmal ein bißchen hospitieren wollten, das heißt, etwas hineinriechen wollten in die Waldorfschule. Aber da kann man nicht viel sehen, denn auf die Einzelheiten kommt es dabei nicht an, sondern es kommt auf den ganzen Geist an, der in der Waldorfschule waltet, und der ist einfach der anthroposophische. Und statt daß die Leute, denen es zu langweilig ist, sich mit anthroposophischen Büchern zu befassen, hineingehen und sich einmal ansehen wollen, wie es in der Waldorfschule zugeht, sollten sie lieber sich in Anthroposophie vertiefen. Denn das, was der Waldorfschule den Geist gibt, die eigentliche Grundlage, das kann man lediglich an dem sehen, was an spirituellen Impulsen dem anthroposophischen Geistesleben zugrunde liegt. Dieses anthroposophische Geistesleben ist ja heute, wie ich für diejenigen, die länger hier sitzen, oftmals ausgeführt habe, eben nicht nur etwas, was sich an den einzelnen wendet, wenn er aus den Lebensnöten und aus den Seelennöten heraus den Aufblick zu den geistigen Kräften der Welt sucht, sondern diese Geisteswissenschaft ist etwas, was heute zu der Not unserer Zeit, zu dem ganzen Niedergang unserer Zeit sprechen muß. Da steht dann allerdings dem Verständnis dessen, was Geisteswissenschaft zu sprechen hat, die besondere Art des Verständnisses entgegen, die ein heutiger Mensch durchschnittlich allem entgegenbringen kann, was vor ihm in geistiger Beziehung auftritt. Es ist ja vielfach notwendig, daß, wenn geisteswissenschaftlich gesprochen wird, im Grunde genommen in einer ganz andern Sprache gesprochen werden muß als sonst. Man möchte sagen: Durch die Geisteswissenschaft erhalten die Worte in einer gewissen Beziehung eine neue Bedeutung.

[ 8 ] Das, was sich so handgreiflich in der Waldorfschule geltend machte, das war das Auftreten einer gewissen Oberflächlichkeit, die ja, wie ich oftmals hier ausgeführt habe, ein Charakteristikum gerade unserer Zeit ist. Auch an die Leitung der Waldorfschule ist es selbstverständlich herangetreten, daß da oder dort sich Leute fanden, die nun einmal ein bißchen hospitieren wollten, das heißt, etwas hineinriechen wollten in die Waldorfschule. Aber da kann man nicht viel sehen, denn auf die Einzelheiten kommt es dabei nicht an, sondern es kommt auf den ganzen Geist an, der in der Waldorfschule waltet, und der ist einfach der anthroposophische. Und statt daß die Leute, denen es zu langweilig ist, sich mit anthroposophischen Büchern zu befassen, hineingehen und sich einmal ansehen wollen, wie es in der Waldorfschule zugeht, sollten sie lieber sich in Anthroposophie vertiefen. Denn das, was der Waldorfschule den Geist gibt, die eigentliche Grundlage, das kann man lediglich an dem sehen, was an spirituellen Impulsen dem anthroposophischen Geistesleben zugrunde liegt. Dieses anthroposophische Geistesleben ist ja heute, wie ich für diejenigen, die länger hier sitzen, oftmals ausgeführt habe, eben nicht nur etwas, was sich an den einzelnen wendet, wenn er aus den Lebensnöten und aus den Seelennöten heraus den Aufblick zu den geistigen Kräften der Welt sucht, sondern diese Geisteswissenschaft ist etwas, was heute zu der Not unserer Zeit, zu dem ganzen Niedergang unserer Zeit sprechen muß. Da steht dann allerdings dem Verständnis dessen, was Geisteswissenschaft zu sprechen hat, die besondere Art des Verständnisses entgegen, die ein heutiger Mensch durchschnittlich allem entgegenbringen kann, was vor ihm in geistiger Beziehung auftritt. Es ist ja vielfach notwendig, daß, wenn geisteswissenschaftlich gesprochen wird, im Grunde genommen in einer ganz andern Sprache gesprochen werden muß als sonst. Man möchte sagen: Durch die Geisteswissenschaft erhalten die Worte in einer gewissen Beziehung eine neue Bedeutung.

[ 9 ] Das zu fühlen, das zu empfinden, das ist durchaus notwendig. Und ich möchte Ihnen heute einiges von dem zeigen, welches Ihnen ersichtlich machen kann, wie notwendig es ist, nicht nur in alten Worten eine etwas andere Weltanschauung hören zu wollen, sondern mit dem Empfinden die Worte anders aufnehmen zu lernen.

[ 9 ] Das zu fühlen, das zu empfinden, das ist durchaus notwendig. Und ich möchte Ihnen heute einiges von dem zeigen, welches Ihnen ersichtlich machen kann, wie notwendig es ist, nicht nur in alten Worten eine etwas andere Weltanschauung hören zu wollen, sondern mit dem Empfinden die Worte anders aufnehmen zu lernen.

[ 10 ] Gehen wir von einem bestimmten Falle aus. Wenn heute geredet wird über irgendeine Weltanschauung, so bezeichnet man sie mit einem abstrakten Namen: Materialismus, Idealismus, Realismus, Spiritualismus und so weiter, und man ist einfach der Anschauung, daß man sagen kann: das eine oder das andere ist richtig oder unrichtig. Sagen wir, es ist heute einer Spiritualist. Ein Materialist kommt zu ihm und setzt ihm auseinander, wie er denkt, wie er zum Beispiel sich vorstellt, daß des Menschen Gedanken und Empfindungen ein Produkt des Gehirns sind. Dann wird der Spiritualist sagen: Du denkst unrichtig, ich werde dich logisch widerlegen, oder er wird sagen: Ich werde dich aus den Tatsachen heraus widerlegen. — Kurz, dasjenige, was in Frage kommt, wenn Menschen heute über Weltanschauungsfragen reden, das ist, daß sie das eine als richtig, das andere als unrichtig bezeichnen, daß also etwa der Spiritualist den Materialisten widerlegen will, das heißt, ihm beweisen will, daß er unrecht hat und daß es gut ist, wenn er die richtige Anschauung bekommt, so wie sie der Spiritualist zu haben vermeint.

[ 10 ] Gehen wir von einem bestimmten Falle aus. Wenn heute geredet wird über irgendeine Weltanschauung, so bezeichnet man sie mit einem abstrakten Namen: Materialismus, Idealismus, Realismus, Spiritualismus und so weiter, und man ist einfach der Anschauung, daß man sagen kann: das eine oder das andere ist richtig oder unrichtig. Sagen wir, es ist heute einer Spiritualist. Ein Materialist kommt zu ihm und setzt ihm auseinander, wie er denkt, wie er zum Beispiel sich vorstellt, daß des Menschen Gedanken und Empfindungen ein Produkt des Gehirns sind. Dann wird der Spiritualist sagen: Du denkst unrichtig, ich werde dich logisch widerlegen, oder er wird sagen: Ich werde dich aus den Tatsachen heraus widerlegen. — Kurz, dasjenige, was in Frage kommt, wenn Menschen heute über Weltanschauungsfragen reden, das ist, daß sie das eine als richtig, das andere als unrichtig bezeichnen, daß also etwa der Spiritualist den Materialisten widerlegen will, das heißt, ihm beweisen will, daß er unrecht hat und daß es gut ist, wenn er die richtige Anschauung bekommt, so wie sie der Spiritualist zu haben vermeint.

[ 11 ] In einer bloß solchen Lage ist Geisteswissenschaft nicht. Geisteswissenschaft will nicht nur zu einer andern logischen Erkenntnis führen als andere Weltanschauungen, Geisteswissenschaft muß werden, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt, Taterkenntnis. Die Erkenntnis muß in ihr zur Tat werden, zur Tat im ganzen kosmischen Weltzusammenhange. Ich will Ihnen das an bestimmten Beispielen darlegen. Wenn die Menschen, die heute die Welt naiv, aber mit ein wenig materialistischer Empfindung betrachten, die Augen, die Ohren nach außen wenden, Töne hören, Farben wahrnehmen, Wärmeempfindungen haben und dergleichen, dann sehen sie die äußere Sinneswelt. Werden sie dann Wissenschafter oder nehmen sie auch nur in populärer Weise in sich auf, was Wissenschaft sein will, dann werden sie sich gewisse Vorstellungen, gewisse Begriffe ausbilden oder auch einfach nur aufnehmen, die durch die Kombination dieser in der Außenwelt gesehenen Farbenelemente, Tonelemente, Wärmeelemente und so weiter entstanden sind. Es gibt ja Leute, die sagen, daß alles, was man zunächst sieht, äußere Erscheinung ist. Aber diese Anschauung, daß alles äußere Erscheinung ist, nehmen die Menschen nicht tief genug. Sie sehen zum Beispiel den Regenbogen. Allerdings, wenn sie den Regenbogen betrachten, sind sie schon durch das, was sie nun einmal schulmäßig gelernt haben, davon überzeugt, daß der Regenbogen nur eine Erscheinung ist, daß man zum Beispiel nicht dahin gehen kann, wo der Regenbogen ist und hübsch das eine Bein zunächst auf die Brücke setzen und so über den Regenbogen als einen festen Gegenstand hinwegmarschieren kann. Die Menschen sind überzeugt, daß sie das nicht können, daß der Regenbogen nur eine Erscheinung, ein Phänomen ist, das aufsteigt und das wiederum abflutet. Aber nur so lange sind sie davon überzeugt, daß sie es da draußen in der Außenwelt mit Erscheinungen zu tun haben, solange sie mit dieser Außenwelt nicht durch ihren Tastsinn, durch ihren Gefühlssinn in Berührung kommen. Sobald sie etwas in der Außenwelt greifen können, dann ist es ihrer Empfindung gemäß nicht mehr in demselben Grade eine Erscheinung, wenn auch die neuere Philosophie das vielfach behauptet hat, aber es ist nicht für die Menschen der Empfindung gemäß eine Erscheinung. Mindestens gelten gefühlsmäßig die Eindrücke des Tastsinnes zum Beispiel als etwas, was eine andere äußere Wirklichkeit verbürgt als zum Beispiel die Erscheinungswirklichkeiten des Regenbogens.

[ 11 ] In einer bloß solchen Lage ist Geisteswissenschaft nicht. Geisteswissenschaft will nicht nur zu einer andern logischen Erkenntnis führen als andere Weltanschauungen, Geisteswissenschaft muß werden, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt, Taterkenntnis. Die Erkenntnis muß in ihr zur Tat werden, zur Tat im ganzen kosmischen Weltzusammenhange. Ich will Ihnen das an bestimmten Beispielen darlegen. Wenn die Menschen, die heute die Welt naiv, aber mit ein wenig materialistischer Empfindung betrachten, die Augen, die Ohren nach außen wenden, Töne hören, Farben wahrnehmen, Wärmeempfindungen haben und dergleichen, dann sehen sie die äußere Sinneswelt. Werden sie dann Wissenschafter oder nehmen sie auch nur in populärer Weise in sich auf, was Wissenschaft sein will, dann werden sie sich gewisse Vorstellungen, gewisse Begriffe ausbilden oder auch einfach nur aufnehmen, die durch die Kombination dieser in der Außenwelt gesehenen Farbenelemente, Tonelemente, Wärmeelemente und so weiter entstanden sind. Es gibt ja Leute, die sagen, daß alles, was man zunächst sieht, äußere Erscheinung ist. Aber diese Anschauung, daß alles äußere Erscheinung ist, nehmen die Menschen nicht tief genug. Sie sehen zum Beispiel den Regenbogen. Allerdings, wenn sie den Regenbogen betrachten, sind sie schon durch das, was sie nun einmal schulmäßig gelernt haben, davon überzeugt, daß der Regenbogen nur eine Erscheinung ist, daß man zum Beispiel nicht dahin gehen kann, wo der Regenbogen ist und hübsch das eine Bein zunächst auf die Brücke setzen und so über den Regenbogen als einen festen Gegenstand hinwegmarschieren kann. Die Menschen sind überzeugt, daß sie das nicht können, daß der Regenbogen nur eine Erscheinung, ein Phänomen ist, das aufsteigt und das wiederum abflutet. Aber nur so lange sind sie davon überzeugt, daß sie es da draußen in der Außenwelt mit Erscheinungen zu tun haben, solange sie mit dieser Außenwelt nicht durch ihren Tastsinn, durch ihren Gefühlssinn in Berührung kommen. Sobald sie etwas in der Außenwelt greifen können, dann ist es ihrer Empfindung gemäß nicht mehr in demselben Grade eine Erscheinung, wenn auch die neuere Philosophie das vielfach behauptet hat, aber es ist nicht für die Menschen der Empfindung gemäß eine Erscheinung. Mindestens gelten gefühlsmäßig die Eindrücke des Tastsinnes zum Beispiel als etwas, was eine andere äußere Wirklichkeit verbürgt als zum Beispiel die Erscheinungswirklichkeiten des Regenbogens.

[ 12 ] Und dennoch, alles, was wir mit den äußeren Sinnen wahrnehmen, enthält nur Erscheinungswelt, modifiziert vielleicht gegenüber den Erscheinungen des Regenbogens, aber doch nur Erscheinungswelt: Wie weit wir auch den Blick richten, wie weit wir auch hören, was wir auch hören können, was wir auch sonst wahrnehmen können, in der Außenwelt haben wir es überall mit Erscheinungen zu tun, mit Phänomenen. Das habe ich ja schon in meiner Einleitung zum dritten Bande von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften darzustellen versucht. In der Außenwelt haben wir es mit einem Gewebe von Erscheinungen zu tun. Und wer es versucht, sei es durch das Experiment, sei es durch irgendwelche Kombinationen verstandesmäßiger Art, da draußen im Reiche der Erscheinungen etwas von Materie zu finden, so wie man sich Materie vorstellt, der ist auf dem Holzwege. Es gibt da draußen nichts, was man als Materie auffinden könnte. Da hat man es mit Erscheinungswelt zu tun.

[ 12 ] Und dennoch, alles, was wir mit den äußeren Sinnen wahrnehmen, enthält nur Erscheinungswelt, modifiziert vielleicht gegenüber den Erscheinungen des Regenbogens, aber doch nur Erscheinungswelt: Wie weit wir auch den Blick richten, wie weit wir auch hören, was wir auch hören können, was wir auch sonst wahrnehmen können, in der Außenwelt haben wir es überall mit Erscheinungen zu tun, mit Phänomenen. Das habe ich ja schon in meiner Einleitung zum dritten Bande von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften darzustellen versucht. In der Außenwelt haben wir es mit einem Gewebe von Erscheinungen zu tun. Und wer es versucht, sei es durch das Experiment, sei es durch irgendwelche Kombinationen verstandesmäßiger Art, da draußen im Reiche der Erscheinungen etwas von Materie zu finden, so wie man sich Materie vorstellt, der ist auf dem Holzwege. Es gibt da draußen nichts, was man als Materie auffinden könnte. Da hat man es mit Erscheinungswelt zu tun.

[ 13 ] Das ist etwas, was ja, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, aus dem ganzen Geiste der Geisteswissenschaft hervorgeht. Man hat es da draußen mit Erscheinungswelt zu tun. Nun wird derjenige, der heute auf dem Boden einer geläufigen Weltanschauung steht, kommen und sagen: Also ist es unrichtig, daß man die Materie draußen im Reiche der Erscheinungen suchen sollte. — Diese Redeweise kann Anthroposophie nicht teilen. Sie muß anders sagen. Sie muß sagen: Der Mensch kann durch das ganze Gefüge seines Geistes dazu kommen, in dem Gewebe, in dem Wogen der Phänomene, der Erscheinungen Materie suchen zu wollen, da draußen irgend etwas suchen zu wollen von Atomen, Molekülen und so weiter, welche Ruhepunkte sind in der Erscheinung. Die einen stellen sie wie kleine Schrotkörner vor, wenn auch nur ganz kleine, die andern stellen sie vor wie Kraftpunkte und sind sehr stolz darauf, sie so vorzustellen, wieder andere stellen sie vor als mathematische Fiktionen und sind noch stolzer darauf. Darauf kommt es nicht an, ob man sie sich als kleine Schrotkörner oder als Kraftpunkte oder als mathematische Fiktionen denkt, es kommt darauf an, ob man sich die Außenwelt atomistisch denkt. Darauf kommt es an. Es ist aber für den Geisteswissenschafter nicht bloß unrichtig, atomistisch zu denken. Ein solcher Begriff von richtig und unrichtig ist logisch, ist abstrakt, und Geisteswissenschaft hat es mit Realitäten zu tun. Ich bitte Sie, das sehr ernst aufzufassen, wenn ich sage: Geisteswissenschaft hat es mit Realitäten zu tun. — Daher müssen gewisse Begriffe, die für die gewöhnliche, heute so abstrakt gewordene Weltanschauung bloße logische Kategorien sind, durch Reales ersetzt werden. Daher sprechen wir in der Geisteswissenschaft nicht bloß davon, daß derjenige etwas Unrichtiges denkt, der in der Außenwelt Atome und Moleküle sucht, sondern wir müssen das Denken, das so vorgeht, als ein ungesundes, als ein krankes Denken auffassen. Den bloß logischen Begriff des Unrichtigen müssen wir ersetzen durch den realen Begriff des Kranken, des Ungesunden. Und wir müssen hindeuten auf eine ganz bestimmte Seelenerkrankung — wenn sie auch noch so viele Menschen ergriffen hat —,, die sich dadurch ausspricht, daß man atomistisch denkt. Und diese Seelenverfassung ist diejenige des Schwachsinns. Es ist für uns nicht bloß logisch unrichtig, atomistisch zu denken, es ist der Ausdruck eines schwachsinnigen Geistes, bloß atomistisch zu denken, das heißt, in der Außenwelt etwas anderes zu suchen als dasjenige, was Phänomene sind, was schließlich gleichwertig ist mit der Erscheinung des Regenbogens. Man hat es verhältnismäßig leicht in andern Weltanschauungen, die Dinge zurechtzurücken: man widerlegt. Man glaubt, etwas getan zu haben, wenn man widerlegt hat. Geisteswissenschaftlich ist damit nicht alles getan, wenn man widerlegt hat, sondern da kommt es darauf an, daß man auf das gesunde und kranke Seelenleben hinweist, auf reale Prozesse, die sich im ganzen Menschen, im Körperlichen, Seelischen und Geistigen darleben. Und atomistisch denken, ist krank denken, ist nicht bloß unrichtig denken. Es ist ein realer ungesunder Prozeß, der sich abspielt im menschlichen Organismus, wenn wir atomistisch denken. Das ist das eine, worüber wir uns klar werden müssen bezüglich der Phänomene der Außenwelt, bezüglich des Erscheinungscharakters der Außenwelt.

[ 13 ] Das ist etwas, was ja, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, aus dem ganzen Geiste der Geisteswissenschaft hervorgeht. Man hat es da draußen mit Erscheinungswelt zu tun. Nun wird derjenige, der heute auf dem Boden einer geläufigen Weltanschauung steht, kommen und sagen: Also ist es unrichtig, daß man die Materie draußen im Reiche der Erscheinungen suchen sollte. — Diese Redeweise kann Anthroposophie nicht teilen. Sie muß anders sagen. Sie muß sagen: Der Mensch kann durch das ganze Gefüge seines Geistes dazu kommen, in dem Gewebe, in dem Wogen der Phänomene, der Erscheinungen Materie suchen zu wollen, da draußen irgend etwas suchen zu wollen von Atomen, Molekülen und so weiter, welche Ruhepunkte sind in der Erscheinung. Die einen stellen sie wie kleine Schrotkörner vor, wenn auch nur ganz kleine, die andern stellen sie vor wie Kraftpunkte und sind sehr stolz darauf, sie so vorzustellen, wieder andere stellen sie vor als mathematische Fiktionen und sind noch stolzer darauf. Darauf kommt es nicht an, ob man sie sich als kleine Schrotkörner oder als Kraftpunkte oder als mathematische Fiktionen denkt, es kommt darauf an, ob man sich die Außenwelt atomistisch denkt. Darauf kommt es an. Es ist aber für den Geisteswissenschafter nicht bloß unrichtig, atomistisch zu denken. Ein solcher Begriff von richtig und unrichtig ist logisch, ist abstrakt, und Geisteswissenschaft hat es mit Realitäten zu tun. Ich bitte Sie, das sehr ernst aufzufassen, wenn ich sage: Geisteswissenschaft hat es mit Realitäten zu tun. — Daher müssen gewisse Begriffe, die für die gewöhnliche, heute so abstrakt gewordene Weltanschauung bloße logische Kategorien sind, durch Reales ersetzt werden. Daher sprechen wir in der Geisteswissenschaft nicht bloß davon, daß derjenige etwas Unrichtiges denkt, der in der Außenwelt Atome und Moleküle sucht, sondern wir müssen das Denken, das so vorgeht, als ein ungesundes, als ein krankes Denken auffassen. Den bloß logischen Begriff des Unrichtigen müssen wir ersetzen durch den realen Begriff des Kranken, des Ungesunden. Und wir müssen hindeuten auf eine ganz bestimmte Seelenerkrankung — wenn sie auch noch so viele Menschen ergriffen hat —,, die sich dadurch ausspricht, daß man atomistisch denkt. Und diese Seelenverfassung ist diejenige des Schwachsinns. Es ist für uns nicht bloß logisch unrichtig, atomistisch zu denken, es ist der Ausdruck eines schwachsinnigen Geistes, bloß atomistisch zu denken, das heißt, in der Außenwelt etwas anderes zu suchen als dasjenige, was Phänomene sind, was schließlich gleichwertig ist mit der Erscheinung des Regenbogens. Man hat es verhältnismäßig leicht in andern Weltanschauungen, die Dinge zurechtzurücken: man widerlegt. Man glaubt, etwas getan zu haben, wenn man widerlegt hat. Geisteswissenschaftlich ist damit nicht alles getan, wenn man widerlegt hat, sondern da kommt es darauf an, daß man auf das gesunde und kranke Seelenleben hinweist, auf reale Prozesse, die sich im ganzen Menschen, im Körperlichen, Seelischen und Geistigen darleben. Und atomistisch denken, ist krank denken, ist nicht bloß unrichtig denken. Es ist ein realer ungesunder Prozeß, der sich abspielt im menschlichen Organismus, wenn wir atomistisch denken. Das ist das eine, worüber wir uns klar werden müssen bezüglich der Phänomene der Außenwelt, bezüglich des Erscheinungscharakters der Außenwelt.

[ 14 ] Auch in bezug auf unser Inneres müssen wir uns klar werden. Viele Menschen suchen das Geistige im Innern. Zunächst findet man das Geistige im menschlichen Inneren nicht. Die wirklich objektive Betrachtung jeder abstrakten Mystik zeigt das. Was man manchmal Mystik nennt, ja vielleicht nicht manchmal, sondern was man in unserer Zeit sehr häufig Mystik nennt, besteht darin, daß man in sein Inneres hineinbrütet, daß man, wie man sagt, Selbsterkenntnis durch dieses In-sein-Inneres-Hineinbrüten sucht. Was findet man, wenn man solche einseitige Mystik treibt? Gewiß, man findet interessante Dinge. Aber wenn man in den Menschen hineinschaut und einem da jene innerlich so wohlgefälligen Erlebnisse aufsteigen, die man als mystischen Inhalt bezeichnet, was sind sie eigentlich? Nun, das sind gerade die Dinge, welche uns auf das materielle Dasein hinweisen. Materie finden wir nicht in der Außenwelt, wo die Erscheinungen der Sinne sind, Materie finden wir in unserem Inneren. Wir sind jetzt so weit, daß wir diese Dinge in der richtigen Weise charakterisieren können. Da brodelt und kocht im menschlichen Inneren der Stoffwechsel im weitesten Umfange; und die Flamme, die der Stoffwechsel schafft, wenn sie ins Bewußtsein heraufschlägt, das ist die einseitige Mystik, von der viele glauben, daß es der Geist ist, den man im Inneren finden kann. Es ist nicht der Geist, es sind die Flammen des Stoffwechsels im Inneren des Menschen. Nicht in der Außenwelt finden wir die Materie, in uns selbst finden wir sie, und gerade durch einseitige Mystik finden wir sie. Daher täuschen sich viele, die nicht materialistisch sein möchten und die aber dieses Nicht-materialistisch-sein-Wollen begleiten mit den Worten, die sie etwa so aussprechen: Da draußen ist die niedere Materie; über die erhebe ich mich und wende mich dem eigenen Inneren zu, da finde ich den Geist. — Nichts vom Geiste zunächst ist weder draußen noch innen. Draußen sind die Erscheinungen, die ineinanderwebenden Erscheinungen, und in unserem Inneren ist die Materie, da ist das Kochen und Brodeln der Materie. Und dieses Kochen und Brodeln der Materie läßt die Flammen aufflackern, die ins Bewußtsein hereinschlagen und die Mystik bilden. Mystik ist die innerlich wahrgenommene Körpermaterie des Stoffwechsels. Und diese Mystik ist wiederum nicht etwas, was man logisch widerlegen kann, sondern was man zurückführen muß auf reale Prozesse, wenn der Mensch sich dem Stoffwechsel in einseitiger Weise hingibt. So wie der Glaube, daß man in der äußeren Welt etwas von Materie finden kann, auf Schwachsinn hinweist, also auf eine reale Erkrankung des Geistig-Seelisch-Körperlichen des Menschen, so weist auf eine körperliche Ungesundheit das einseitige Weben in der Mystik hin. Es weist hin auf etwas, das sich ja ein bißchen beleidigend ausnimmt, wenn man es so einfach ausspricht. Aber es muß da ein Ausdruck angewendet werden, der gewissermaßen von jenseits des Hüters der Schwelle gesprochen ist, und dann heißt der Ausdruck «Kindsköpfigkeit». So wie man schwachsinnig wird durch atomistisches Denken über die Außenwelt, so wird man kindsköpfig, wenn man sich einer Mystik hingibt, die den Geist in dem Brodeln des inneren Stoffwechsels spüren will.

[ 14 ] Auch in bezug auf unser Inneres müssen wir uns klar werden. Viele Menschen suchen das Geistige im Innern. Zunächst findet man das Geistige im menschlichen Inneren nicht. Die wirklich objektive Betrachtung jeder abstrakten Mystik zeigt das. Was man manchmal Mystik nennt, ja vielleicht nicht manchmal, sondern was man in unserer Zeit sehr häufig Mystik nennt, besteht darin, daß man in sein Inneres hineinbrütet, daß man, wie man sagt, Selbsterkenntnis durch dieses In-sein-Inneres-Hineinbrüten sucht. Was findet man, wenn man solche einseitige Mystik treibt? Gewiß, man findet interessante Dinge. Aber wenn man in den Menschen hineinschaut und einem da jene innerlich so wohlgefälligen Erlebnisse aufsteigen, die man als mystischen Inhalt bezeichnet, was sind sie eigentlich? Nun, das sind gerade die Dinge, welche uns auf das materielle Dasein hinweisen. Materie finden wir nicht in der Außenwelt, wo die Erscheinungen der Sinne sind, Materie finden wir in unserem Inneren. Wir sind jetzt so weit, daß wir diese Dinge in der richtigen Weise charakterisieren können. Da brodelt und kocht im menschlichen Inneren der Stoffwechsel im weitesten Umfange; und die Flamme, die der Stoffwechsel schafft, wenn sie ins Bewußtsein heraufschlägt, das ist die einseitige Mystik, von der viele glauben, daß es der Geist ist, den man im Inneren finden kann. Es ist nicht der Geist, es sind die Flammen des Stoffwechsels im Inneren des Menschen. Nicht in der Außenwelt finden wir die Materie, in uns selbst finden wir sie, und gerade durch einseitige Mystik finden wir sie. Daher täuschen sich viele, die nicht materialistisch sein möchten und die aber dieses Nicht-materialistisch-sein-Wollen begleiten mit den Worten, die sie etwa so aussprechen: Da draußen ist die niedere Materie; über die erhebe ich mich und wende mich dem eigenen Inneren zu, da finde ich den Geist. — Nichts vom Geiste zunächst ist weder draußen noch innen. Draußen sind die Erscheinungen, die ineinanderwebenden Erscheinungen, und in unserem Inneren ist die Materie, da ist das Kochen und Brodeln der Materie. Und dieses Kochen und Brodeln der Materie läßt die Flammen aufflackern, die ins Bewußtsein hereinschlagen und die Mystik bilden. Mystik ist die innerlich wahrgenommene Körpermaterie des Stoffwechsels. Und diese Mystik ist wiederum nicht etwas, was man logisch widerlegen kann, sondern was man zurückführen muß auf reale Prozesse, wenn der Mensch sich dem Stoffwechsel in einseitiger Weise hingibt. So wie der Glaube, daß man in der äußeren Welt etwas von Materie finden kann, auf Schwachsinn hinweist, also auf eine reale Erkrankung des Geistig-Seelisch-Körperlichen des Menschen, so weist auf eine körperliche Ungesundheit das einseitige Weben in der Mystik hin. Es weist hin auf etwas, das sich ja ein bißchen beleidigend ausnimmt, wenn man es so einfach ausspricht. Aber es muß da ein Ausdruck angewendet werden, der gewissermaßen von jenseits des Hüters der Schwelle gesprochen ist, und dann heißt der Ausdruck «Kindsköpfigkeit». So wie man schwachsinnig wird durch atomistisches Denken über die Außenwelt, so wird man kindsköpfig, wenn man sich einer Mystik hingibt, die den Geist in dem Brodeln des inneren Stoffwechsels spüren will.

[ 15 ] Kindsköpfigkeit hat natürlich auch eine gute Seite, denn wenn wir das Kind betrachten, so ist in dem Kinde sehr viel Geist, und Genialität besteht vielfach darin, daß sich der Mensch bis ins spätere Alter den kindlichen Geist bewahrt. Und wenn wir von jenseits der Schwelle die Welt betrachten, so sehen wir, wie der Geist es ist, der im Kinde zum Beispiel das Gehirn formt, jener Geist, der schon herauskommt aus der geistigen Welt, wenn wir durch die Konzeption oder Geburt in die physische Welt einziehen. Dieser Geist, der da aus der geistigen Welt herauskommt, der ist im Kinde am meisten tätig, verliert sich später. Und da ist dann kindsköpfig nicht etwa ein Schimpfwort, sondern da bedeutet es nur, daß es eben der Geist ist, der aus einem fast chaotischen Klumpen heraus das Gehirn formt, der heruntergestiegen ist durch die Tat des Geistes aus der geistigen Welt in die physische Welt. Aber wenn dieser Geist, der eigentlich das Gehirn des Kindes formen soll, später nicht so wirkt, daß er sich hineinergießt in die Logizität, in die Erfahrung, in die Erlebnisse, sondern wenn er dann einseitig wirkt und die einzelnen materiellen Erlebnisse ausschließt, wenn er so weiter wirken will, wie er in den ersten sieben Lebensjahren gewirkt hat, dann wird man statt genial kindsköpfig. Und Kindsköpfigkeit ist ein Charakteristikum einer großen Anzahl von oftmals sehr hochmütigen Mystikern. Sie wollen weben und leben in dem Geist, der eigentlich im kindlichen Organismus tätig sein sollte, der ihnen aber verblieben ist, und den sie nun im Bewußtsein, indem sie sich selber außerordentlich viel darauf zugute tun, anstaunen, und während sie die bloße Materie des Stoffwechsels wahrnehmen, glauben sie, eine höhere Geistigkeit in ihrer einseitigen abstrakten Mystik wahrzunehmen.

[ 15 ] Kindsköpfigkeit hat natürlich auch eine gute Seite, denn wenn wir das Kind betrachten, so ist in dem Kinde sehr viel Geist, und Genialität besteht vielfach darin, daß sich der Mensch bis ins spätere Alter den kindlichen Geist bewahrt. Und wenn wir von jenseits der Schwelle die Welt betrachten, so sehen wir, wie der Geist es ist, der im Kinde zum Beispiel das Gehirn formt, jener Geist, der schon herauskommt aus der geistigen Welt, wenn wir durch die Konzeption oder Geburt in die physische Welt einziehen. Dieser Geist, der da aus der geistigen Welt herauskommt, der ist im Kinde am meisten tätig, verliert sich später. Und da ist dann kindsköpfig nicht etwa ein Schimpfwort, sondern da bedeutet es nur, daß es eben der Geist ist, der aus einem fast chaotischen Klumpen heraus das Gehirn formt, der heruntergestiegen ist durch die Tat des Geistes aus der geistigen Welt in die physische Welt. Aber wenn dieser Geist, der eigentlich das Gehirn des Kindes formen soll, später nicht so wirkt, daß er sich hineinergießt in die Logizität, in die Erfahrung, in die Erlebnisse, sondern wenn er dann einseitig wirkt und die einzelnen materiellen Erlebnisse ausschließt, wenn er so weiter wirken will, wie er in den ersten sieben Lebensjahren gewirkt hat, dann wird man statt genial kindsköpfig. Und Kindsköpfigkeit ist ein Charakteristikum einer großen Anzahl von oftmals sehr hochmütigen Mystikern. Sie wollen weben und leben in dem Geist, der eigentlich im kindlichen Organismus tätig sein sollte, der ihnen aber verblieben ist, und den sie nun im Bewußtsein, indem sie sich selber außerordentlich viel darauf zugute tun, anstaunen, und während sie die bloße Materie des Stoffwechsels wahrnehmen, glauben sie, eine höhere Geistigkeit in ihrer einseitigen abstrakten Mystik wahrzunehmen.

[ 16 ] Wiederum wollen wir nicht bloß den einseitigen Mystiker widerlegen, wenn wir wirklich auf dem Boden einer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft stehen, sondern wir müssen zeigen, daß es auf einer kranken Konstitution des Geistes, der Seele, des Leibes beruht, wenn der Mensch, einseitig in sein Inneres hineinbrütend, den Geist finden will.

[ 16 ] Wiederum wollen wir nicht bloß den einseitigen Mystiker widerlegen, wenn wir wirklich auf dem Boden einer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft stehen, sondern wir müssen zeigen, daß es auf einer kranken Konstitution des Geistes, der Seele, des Leibes beruht, wenn der Mensch, einseitig in sein Inneres hineinbrütend, den Geist finden will.

[ 17 ] Ich habe Ihnen diese beiden Beispiele, die Ihnen ja hinlänglich aus der anthroposophischen Literatur bekannt sind, hier von einem gewissen Gesichtspunkte angeführt, um Ihnen zu zeigen, wie die Dinge ernst werden, wenn man aus dem gewöhnlichen heutigen Geistesleben hineintaucht in das anthroposophische. Da hat man es nicht zu tun mit etwas so Leichtwiegendem wie «falsch» oder «richtig», sondern um «gesund» oder «krank» in den organischen Funktionen. So muß man auf einer höheren Stufe das, was nach einer gewissen Richtung hin geht, als gesund, oder das, was nach einer andern Richtung geht, als krank bezeichnen. Und ich möchte, daß Sie aus diesen Andeutungen verstehen, wie Geisteswissenschaft Taterkenntnis ist, wie sie nicht stehenbleiben kann bei dem Charakter der gewöhnlichen Erkenntnis, sondern wie sie wird dasjenige, was Realität ist. Der Erkenntnisprozeß, insofern er sich in der Geisteswissenschaft ausspricht, ist etwas, was real sich vollzieht im menschlichen Organismus.

[ 17 ] Ich habe Ihnen diese beiden Beispiele, die Ihnen ja hinlänglich aus der anthroposophischen Literatur bekannt sind, hier von einem gewissen Gesichtspunkte angeführt, um Ihnen zu zeigen, wie die Dinge ernst werden, wenn man aus dem gewöhnlichen heutigen Geistesleben hineintaucht in das anthroposophische. Da hat man es nicht zu tun mit etwas so Leichtwiegendem wie «falsch» oder «richtig», sondern um «gesund» oder «krank» in den organischen Funktionen. So muß man auf einer höheren Stufe das, was nach einer gewissen Richtung hin geht, als gesund, oder das, was nach einer andern Richtung geht, als krank bezeichnen. Und ich möchte, daß Sie aus diesen Andeutungen verstehen, wie Geisteswissenschaft Taterkenntnis ist, wie sie nicht stehenbleiben kann bei dem Charakter der gewöhnlichen Erkenntnis, sondern wie sie wird dasjenige, was Realität ist. Der Erkenntnisprozeß, insofern er sich in der Geisteswissenschaft ausspricht, ist etwas, was real sich vollzieht im menschlichen Organismus.

[ 18 ] In einer ähnlichen Weise muß charakterisiert werden dasjenige, was auf dem Gebiete des Willens lebt. Wenn wir vom Gebiete des Willens sprechen in unserem Zeitalter, das diesen grandiosen Niedergang enthält, über den wir oftmals gesprochen haben, wenn wir von dem sprechen, was sich als menschliche Willensimpulse ausbildet, und vom Charakter dieser Willensimpulse, dann sagen wir: Der Mensch ist gut oder böse. — Und es sind uns wiederum gut und böse sittliche Kategorien, die selbstverständlich ebenso notwendig sind wie die logischen Kategorien. Aber für dasjenige, was als Impulse aus der Geisteswissenschaft herausfließt, handelt es sich nicht allein um das, was man meint, wenn man irgendeine Handlung des Menschen als gut, eine andere als böse bezeichnet. Da handelt es sich darum, daß man — selbst im karmischen Zusammenhange —, wenn man eine Handlung als gut bezeichnet, sagen will: Der Mensch muß das Gute mit dem Bösen in irgendeiner Weise ausgleichen. Man meint etwas, was zur sittlichen Beurteilung des Menschen gehört. In dem Augenblicke, wo wir in die Gebiete hineinsteigen, welche die geisteswissenschaftlichen sind, handelt es sich um mehr, da handelt es sich darum, daß es eine gewisse Art und Weise des Denkens, Fühlens und Wollens für die Menschen gibt, die zum Aufstieg führt, die zu einer fruchtbaren Entwickelung führt, zu einem Vorwärtskommen in der Entwickelung. Auf der einen Seite haben wir das abstrakte Gute, das sittlich-abstrakte, außerordentlich wertvolle, aber eben sittlich-abstrakte Gute; wenn es sich aber um die Impulse der Geisteswissenschaft handelt, hat der Mensch nicht nur das Gute zu tun, oder wird der Mensch nicht nur das Gute tun, das ihn als einen sittlich guten Menschen erscheinen läßt, sondern er kann dasjenige tun oder denken oder fühlen, was die Welt in ihrer Entwickelung bloß in der äußeren Sinneswelt weiterbringt, oder er kann etwas tun, was nicht bloß böse ist und zur sittlichen Beurteilung beiträgt, sondern was auf die Weltenkräfte zerstörerisch wirkt. Das sollte schon in der «Pforte der Einweihung» angedeutet werden, da wo Strader und Capesius sprechen und darauf hingedeutet wird: Was hier in der sinnlichen Welt getan wird, was hier der sittlichen Beurteilung von Gut und Böse unterliegt, das sind hinter den Kulissen des Daseins Erscheinungen, die vorwärtswirkend-aufbauend oder niedergehend-zerstörend sind. Versuchen Sie nur zu fühlen diese ganze Szene, wo es blitzt und donnert, wo es in der Seelenwelt in einer sehr realen Weise hergeht, während Capesius und Strader dieses oder jenes besprechen, versuchen Sie diese Szene nachzufühlen, dann werden Sie sehen, wie sich da zur Realität steigert, was wir als die sittliche Welt hier auf dem physischen Plane erleben.

[ 18 ] In einer ähnlichen Weise muß charakterisiert werden dasjenige, was auf dem Gebiete des Willens lebt. Wenn wir vom Gebiete des Willens sprechen in unserem Zeitalter, das diesen grandiosen Niedergang enthält, über den wir oftmals gesprochen haben, wenn wir von dem sprechen, was sich als menschliche Willensimpulse ausbildet, und vom Charakter dieser Willensimpulse, dann sagen wir: Der Mensch ist gut oder böse. — Und es sind uns wiederum gut und böse sittliche Kategorien, die selbstverständlich ebenso notwendig sind wie die logischen Kategorien. Aber für dasjenige, was als Impulse aus der Geisteswissenschaft herausfließt, handelt es sich nicht allein um das, was man meint, wenn man irgendeine Handlung des Menschen als gut, eine andere als böse bezeichnet. Da handelt es sich darum, daß man — selbst im karmischen Zusammenhange —, wenn man eine Handlung als gut bezeichnet, sagen will: Der Mensch muß das Gute mit dem Bösen in irgendeiner Weise ausgleichen. Man meint etwas, was zur sittlichen Beurteilung des Menschen gehört. In dem Augenblicke, wo wir in die Gebiete hineinsteigen, welche die geisteswissenschaftlichen sind, handelt es sich um mehr, da handelt es sich darum, daß es eine gewisse Art und Weise des Denkens, Fühlens und Wollens für die Menschen gibt, die zum Aufstieg führt, die zu einer fruchtbaren Entwickelung führt, zu einem Vorwärtskommen in der Entwickelung. Auf der einen Seite haben wir das abstrakte Gute, das sittlich-abstrakte, außerordentlich wertvolle, aber eben sittlich-abstrakte Gute; wenn es sich aber um die Impulse der Geisteswissenschaft handelt, hat der Mensch nicht nur das Gute zu tun, oder wird der Mensch nicht nur das Gute tun, das ihn als einen sittlich guten Menschen erscheinen läßt, sondern er kann dasjenige tun oder denken oder fühlen, was die Welt in ihrer Entwickelung bloß in der äußeren Sinneswelt weiterbringt, oder er kann etwas tun, was nicht bloß böse ist und zur sittlichen Beurteilung beiträgt, sondern was auf die Weltenkräfte zerstörerisch wirkt. Das sollte schon in der «Pforte der Einweihung» angedeutet werden, da wo Strader und Capesius sprechen und darauf hingedeutet wird: Was hier in der sinnlichen Welt getan wird, was hier der sittlichen Beurteilung von Gut und Böse unterliegt, das sind hinter den Kulissen des Daseins Erscheinungen, die vorwärtswirkend-aufbauend oder niedergehend-zerstörend sind. Versuchen Sie nur zu fühlen diese ganze Szene, wo es blitzt und donnert, wo es in der Seelenwelt in einer sehr realen Weise hergeht, während Capesius und Strader dieses oder jenes besprechen, versuchen Sie diese Szene nachzufühlen, dann werden Sie sehen, wie sich da zur Realität steigert, was wir als die sittliche Welt hier auf dem physischen Plane erleben.

[ 19 ] Das alles soll Ihnen zeigen, wie es beginnt, mit der Welt ernst zu werden in dem Augenblicke, wo man von der bloßen heute gewohnten Beurteilung nach logischen oder nach bloß äußerlich-menschlichen Kategorien zu den Realitäten aufsteigt, die uns entgegentreten, wenn wir die Welt geisteswissenschaftlich betrachten. Die Dinge werden ernst, aber sie müssen heute ausgesprochen werden, denn die Welt fordert heute ein neues Geistesleben. Heute gehen die Dinge in der Welt vor, die ein jeder sieht, die aber niemand eigentlich in ihrer realen Bedeutung verstehen will, weil man den Schritt nicht machen kann von der äußerlichen Abstraktheit zur Realität. Ich will Sie auf noch andere Beispiele hinweisen.

[ 19 ] Das alles soll Ihnen zeigen, wie es beginnt, mit der Welt ernst zu werden in dem Augenblicke, wo man von der bloßen heute gewohnten Beurteilung nach logischen oder nach bloß äußerlich-menschlichen Kategorien zu den Realitäten aufsteigt, die uns entgegentreten, wenn wir die Welt geisteswissenschaftlich betrachten. Die Dinge werden ernst, aber sie müssen heute ausgesprochen werden, denn die Welt fordert heute ein neues Geistesleben. Heute gehen die Dinge in der Welt vor, die ein jeder sieht, die aber niemand eigentlich in ihrer realen Bedeutung verstehen will, weil man den Schritt nicht machen kann von der äußerlichen Abstraktheit zur Realität. Ich will Sie auf noch andere Beispiele hinweisen.

[ 20 ] Sie erleben es heute, daß Sie hineinwachsen in eine Welt, in der es unter vielem andern, auf sozialem Felde zum Beispiel, Parteien gibt, liberale, konservative und alle möglichen andern Parteien. Die Menschen schlafen gegenüber dem, was diese Parteien sind. Wenn sie Wahlzettel erhalten, so bekennen sie sich zu einer oder der andern Partei, denken nicht viel darüber nach, was eigentlich das ist, was im ganzen öffentlichen Leben, dieses Leben durchwühlend, als Parteimeinung existiert. Man kann eben die Dinge nicht ernst nehmen. Da ist eine ganze Menge von Leuten, die plappern in der schönsten Weise alle möglichen Orientalismen von Maja in der Außenwelt nach; aber sobald sie einen Schritt in dieser Außenwelt machen wollen, dann bleiben sie nicht bei dem, was sie abstrakt nachplappern. Denn sonst würden sie zum Beispiel fragen: Maja? Also sind auch die Parteien Maja? Was ist denn die Wirklichkeit, auf die diese Maja hinweist?

[ 20 ] Sie erleben es heute, daß Sie hineinwachsen in eine Welt, in der es unter vielem andern, auf sozialem Felde zum Beispiel, Parteien gibt, liberale, konservative und alle möglichen andern Parteien. Die Menschen schlafen gegenüber dem, was diese Parteien sind. Wenn sie Wahlzettel erhalten, so bekennen sie sich zu einer oder der andern Partei, denken nicht viel darüber nach, was eigentlich das ist, was im ganzen öffentlichen Leben, dieses Leben durchwühlend, als Parteimeinung existiert. Man kann eben die Dinge nicht ernst nehmen. Da ist eine ganze Menge von Leuten, die plappern in der schönsten Weise alle möglichen Orientalismen von Maja in der Außenwelt nach; aber sobald sie einen Schritt in dieser Außenwelt machen wollen, dann bleiben sie nicht bei dem, was sie abstrakt nachplappern. Denn sonst würden sie zum Beispiel fragen: Maja? Also sind auch die Parteien Maja? Was ist denn die Wirklichkeit, auf die diese Maja hinweist?

[ 21 ] Geht man geisteswissenschaftlich — und wir werden uns morgen genauer über diese Sache aussprechen — genauer auf diese Sache ein, dann findet man, daß Parteien in der äußeren physischen Welt da sind, indem sie Programme haben, Grundsätze haben, das heißt, indem sie abstrakten Ideen nachjagen. Aber alles, was äußerlich in der physischen Welt lebt, ist immer das Abbild, der Abglanz dessen, was in der geistigen Welt eine Realität intensiverer Art ist. Da haben wir immer die physische Welt (siehe Zeichnung, waagrechte Linie). Aber alles hier in der physischen Welt weist hin auf Geistiges. Und da oben in der geistigen Welt sind für diese physischen Dinge erst die eigentlichen Realitäten (siehe Zeichnung, rot). Da unten sind zum Beispiel die Parteien (weiß); wovon sind sie Abglanz? Auf der Erde bekämpfen sich diese Parteien; da suchen sie eine Menge von Menschen unter einem abstrakten Programm zusammenzuhalten. Wovon sind denn diese Parteien der Abglanz? Was ist denn da oben in der geistigen Welt, wenn hier in der Maja die Parteien sind? In der geistigen Welt gibt es keine Abstraktionen, und die Parteien stehen unter Abstraktionen. Da oben gibt es nur Wesen. Da oben kann man sich nicht zu einem Parteiprogramm bekennen, sondern da kann man Anhänger dieses oder jenes Wesens, dieser oder jener Hierarchie sein. Man kann dort nicht bloß mit seinem Intellekt einem Programm anhängen, das gibt es da nicht; man muß mit seinem ganzen Menschen einem andern Wesen nachgehen. Was hier abstrakt ist, ist da oben wesenhaft, das heißt, das Abstrakte ist hier nur Schatten des Wesenhaften da oben. Und wenn Sie die beiden Hauptkategorien der Parteien, konservativ und liberal, nehmen, so ist es so, daß die konservative Partei ein Programm hat, die liberale Partei ein Programm hat; aber wenn man hinaufsieht, wovon das der Abglanz ist, dann zeigt sich: Ahrimanisches Wesen schattet sich hier (siehe Zeichnung, unterer Teil) im Konservativen ab, luziferisches Wesen schattet sich hier ab im Liberalen. Hier läuft man einem konservativen oder einem liberalen Programm nach, oben ist man Anhänger von einem ahrimanischen Wesen irgendeiner Hierarchie oder einem luziferischen Wesen irgendeiner Hierarchie.

[ 21 ] Geht man geisteswissenschaftlich — und wir werden uns morgen genauer über diese Sache aussprechen — genauer auf diese Sache ein, dann findet man, daß Parteien in der äußeren physischen Welt da sind, indem sie Programme haben, Grundsätze haben, das heißt, indem sie abstrakten Ideen nachjagen. Aber alles, was äußerlich in der physischen Welt lebt, ist immer das Abbild, der Abglanz dessen, was in der geistigen Welt eine Realität intensiverer Art ist. Da haben wir immer die physische Welt (siehe Zeichnung, waagrechte Linie). Aber alles hier in der physischen Welt weist hin auf Geistiges. Und da oben in der geistigen Welt sind für diese physischen Dinge erst die eigentlichen Realitäten (siehe Zeichnung, rot). Da unten sind zum Beispiel die Parteien (weiß); wovon sind sie Abglanz? Auf der Erde bekämpfen sich diese Parteien; da suchen sie eine Menge von Menschen unter einem abstrakten Programm zusammenzuhalten. Wovon sind denn diese Parteien der Abglanz? Was ist denn da oben in der geistigen Welt, wenn hier in der Maja die Parteien sind? In der geistigen Welt gibt es keine Abstraktionen, und die Parteien stehen unter Abstraktionen. Da oben gibt es nur Wesen. Da oben kann man sich nicht zu einem Parteiprogramm bekennen, sondern da kann man Anhänger dieses oder jenes Wesens, dieser oder jener Hierarchie sein. Man kann dort nicht bloß mit seinem Intellekt einem Programm anhängen, das gibt es da nicht; man muß mit seinem ganzen Menschen einem andern Wesen nachgehen. Was hier abstrakt ist, ist da oben wesenhaft, das heißt, das Abstrakte ist hier nur Schatten des Wesenhaften da oben. Und wenn Sie die beiden Hauptkategorien der Parteien, konservativ und liberal, nehmen, so ist es so, daß die konservative Partei ein Programm hat, die liberale Partei ein Programm hat; aber wenn man hinaufsieht, wovon das der Abglanz ist, dann zeigt sich: Ahrimanisches Wesen schattet sich hier (siehe Zeichnung, unterer Teil) im Konservativen ab, luziferisches Wesen schattet sich hier ab im Liberalen. Hier läuft man einem konservativen oder einem liberalen Programm nach, oben ist man Anhänger von einem ahrimanischen Wesen irgendeiner Hierarchie oder einem luziferischen Wesen irgendeiner Hierarchie.

[ 22 ] Dabei kann es aber vorkommen, daß man in dem Augenblicke, wo man die Schwelle überschreitet (das Wort «Schwelle» wird an die Tafel geschrieben), nötig hat, sich wirklich klar darüber zu sein, daß man sich nicht durch Worte täuschen läßt, sich keinen Illusionen hingibt. Man kann sehr leicht glauben, man gehöre zu irgendeinem guten Wesen. Aber damit, daß man irgendein Wesen mit einem guten Namen bezeichnet, ist es noch nicht ein gutes. Es kann zum Beispiel irgend jemand sagen: Ich bekenne mich zu Jesus, dem Christus. — In der geistigen Welt kann man sich nicht zu einem Programm bekennen, aber nach der ganzen Art und Weise, wie die Vorstellungen, die Begriffe von diesem Jesus, dem Christus, in seiner Seele leben, ist es nur der Name des Jesus, des Christus, in Wirklichkeit hängt er dann Luzifer oder Ahriman an und ergibt nur Luzifer oder Ahriman den Namen Jesus oder Christus.

[ 22 ] Dabei kann es aber vorkommen, daß man in dem Augenblicke, wo man die Schwelle überschreitet (das Wort «Schwelle» wird an die Tafel geschrieben), nötig hat, sich wirklich klar darüber zu sein, daß man sich nicht durch Worte täuschen läßt, sich keinen Illusionen hingibt. Man kann sehr leicht glauben, man gehöre zu irgendeinem guten Wesen. Aber damit, daß man irgendein Wesen mit einem guten Namen bezeichnet, ist es noch nicht ein gutes. Es kann zum Beispiel irgend jemand sagen: Ich bekenne mich zu Jesus, dem Christus. — In der geistigen Welt kann man sich nicht zu einem Programm bekennen, aber nach der ganzen Art und Weise, wie die Vorstellungen, die Begriffe von diesem Jesus, dem Christus, in seiner Seele leben, ist es nur der Name des Jesus, des Christus, in Wirklichkeit hängt er dann Luzifer oder Ahriman an und ergibt nur Luzifer oder Ahriman den Namen Jesus oder Christus.

[ 23 ] Aber ich frage Sie: Wie viele Menschen wissen heute davon, daß Parteimeinungen Abschattungen sind von Wesenhaftem in der geistigen Welt? Manche wissen es, und die richten dann das, was sie tun, nach diesem Wissen ein. Ich kann Sie hinweisen auf solche, die so etwas wissen. Nehmen Sie die Jesuiten, die wissen das. Glauben Sie nicht, daß die Jesuiten meinen, wenn sie zum Beispiel in ihren Blättern jetzt gegen Anthroposophie schreiben, daß sie mit ihren Gründen da irgend etwas besonders träfen, was nicht widerlegt werden könnte. Aber auf Widerlegungen kommt es dabei nicht an. Und was man schließlich einwenden kann gegen solche Widerlegungen, das wissen die Jesuiten sehr gut, denn den Jesuiten kommt es nicht darauf an, mit Gründen für oder wider zu fechten, sondern ihnen kommt es darauf an, Anhänger zu sein eines gewissen Wesens, das ich aber heute noch nicht bezeichnen will, das sie aber ihren Anführer Jesus nennen, dem sie zugehören. Mag dieses Wesen sein, was immer, sie nennen es Jesus. Ich will nicht auf den Tatbestand genauer hinweisen; aber sie bezeichnen sich als Soldaten, ihn als den Anführer, und sie kämpfen nicht, um zu widerlegen, sie kämpfen, um Anhänger zu werben für die Kompanien, für das Heer des Jesus, das heißt desjenigen Wesens, das sie Jesus nennen. Und sie wissen ganz genau, daß, sobald man über die Schwelle hinaufschaut, es nicht auf abstrakte Kategorien, nicht auf logische Zusagen oder Widerlegungen ankommt, sondern daß es da ankommt auf die Heerfolge des einen oder des andern Wesens, während es unten auf der Erde sich um Redensarten handelt. Das ist aber dasjenige, was die Menschen heute so schwer begreifen wollen, daß, wenn wir heraus wollen aus dem Niedergang der Zeit, es sich nicht mehr handeln darf um bloße Abstraktionen, nicht bloß um das, was man sich denken kann, sondern daß es sich um Realitäten handeln muß, Wir beginnen zu Realitäten aufzusteigen, wenn wir nicht mehr bloß von richtig oder unrichtig, sondern von gesund oder krank sprechen. Wir beginnen zu Realitäten aufzusteigen, wenn wir nicht von Parteiprogrammen oder Weltanschauungsprogrammen sprechen, sondern von der Gefolgschaft irgend welcher realer Wesenheiten, die uns sogleich begegnen, wenn wir auf die Dinge hindeuten, die jenseits der Schwelle liegen. Es handelt sich heute darum, wirklich jenen ernsten Schritt zu machen von der Abstraktion zur Realität, von der bloß logischen Erkenntnis zur Erkenntnis als Tat. Und nur das kann herausführen aus all der Verwirrung, in der die Welt heute steckt.

[ 23 ] Aber ich frage Sie: Wie viele Menschen wissen heute davon, daß Parteimeinungen Abschattungen sind von Wesenhaftem in der geistigen Welt? Manche wissen es, und die richten dann das, was sie tun, nach diesem Wissen ein. Ich kann Sie hinweisen auf solche, die so etwas wissen. Nehmen Sie die Jesuiten, die wissen das. Glauben Sie nicht, daß die Jesuiten meinen, wenn sie zum Beispiel in ihren Blättern jetzt gegen Anthroposophie schreiben, daß sie mit ihren Gründen da irgend etwas besonders träfen, was nicht widerlegt werden könnte. Aber auf Widerlegungen kommt es dabei nicht an. Und was man schließlich einwenden kann gegen solche Widerlegungen, das wissen die Jesuiten sehr gut, denn den Jesuiten kommt es nicht darauf an, mit Gründen für oder wider zu fechten, sondern ihnen kommt es darauf an, Anhänger zu sein eines gewissen Wesens, das ich aber heute noch nicht bezeichnen will, das sie aber ihren Anführer Jesus nennen, dem sie zugehören. Mag dieses Wesen sein, was immer, sie nennen es Jesus. Ich will nicht auf den Tatbestand genauer hinweisen; aber sie bezeichnen sich als Soldaten, ihn als den Anführer, und sie kämpfen nicht, um zu widerlegen, sie kämpfen, um Anhänger zu werben für die Kompanien, für das Heer des Jesus, das heißt desjenigen Wesens, das sie Jesus nennen. Und sie wissen ganz genau, daß, sobald man über die Schwelle hinaufschaut, es nicht auf abstrakte Kategorien, nicht auf logische Zusagen oder Widerlegungen ankommt, sondern daß es da ankommt auf die Heerfolge des einen oder des andern Wesens, während es unten auf der Erde sich um Redensarten handelt. Das ist aber dasjenige, was die Menschen heute so schwer begreifen wollen, daß, wenn wir heraus wollen aus dem Niedergang der Zeit, es sich nicht mehr handeln darf um bloße Abstraktionen, nicht bloß um das, was man sich denken kann, sondern daß es sich um Realitäten handeln muß, Wir beginnen zu Realitäten aufzusteigen, wenn wir nicht mehr bloß von richtig oder unrichtig, sondern von gesund oder krank sprechen. Wir beginnen zu Realitäten aufzusteigen, wenn wir nicht von Parteiprogrammen oder Weltanschauungsprogrammen sprechen, sondern von der Gefolgschaft irgend welcher realer Wesenheiten, die uns sogleich begegnen, wenn wir auf die Dinge hindeuten, die jenseits der Schwelle liegen. Es handelt sich heute darum, wirklich jenen ernsten Schritt zu machen von der Abstraktion zur Realität, von der bloß logischen Erkenntnis zur Erkenntnis als Tat. Und nur das kann herausführen aus all der Verwirrung, in der die Welt heute steckt.

[ 24 ] Die Weltenlage — wir werden gerade in diesen Tagen, morgen und übermorgen, von dieser Weltenlage sprechen — kann heute nur derjenige gesund beurteilen, der sie mit Hilfe dessen betrachtet, was ihm Geisteswissenschaft an die Hand zu geben in der Lage ist. Sonst wird man die bedeutungsvollen Gegensätze, die heute zwischen Westen und Osten bestehen, nicht im richtigen Lichte sehen können. Aber was da äußerlich an schaubaren Realitäten auftritt, was ist es denn anderes als der in sich absurde Ausdruck von dem, was heute in den Köpfen der Menschen an Gedanken lebt? Wie treten uns denn diese Gedanken entgegen? — Ich möchte zum Schluß wiederum auf ein naheliegendes Beispiel hinweisen. Ich habe ja schon verschiedentlich darauf hingewiesen, was jetzt von katholischer, klerikaler Seite gegen Geisteswissenschaft, namentlich auch hier in der Schweiz, an Lügenhaftigkeit geleistet wird, damit man diese Geisteswissenschaft vernichten könne. Und Sie haben — diejenigen, die hier waren — schon manches Beispiel gesehen von dem, was da alles gerade von katholisch-jesuitischer Seite aufgefahren wird, um diese Geisteswissenschaft zu vernichten. Bedenken Sie, da bäumen sich diejenigen auf, allerdings mit nicht schönen Waffen, die die Schüler des katholischen Jesuitismus sind, und das brauche ich Ihnen nicht zu charakterisieren; diejenigen, die noch nicht sich informiert haben, können es ja leicht tun. Aber sehen Sie, die Schweiz gehört doch auch, und Mitteleuropa, wo dasselbe geschieht, das alles gehört doch eigentlich auch zur Welt, nicht wahr, und Amerika gehört auch zur Welt. Es wurde mir nun eine Zeitschrift gegeben, die in Amerika erscheint und in welcher auch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft charakterisiert wird zur selben Zeit, als sie hier von jesuitischer Seite in der schlimmsten Weise charakterisiert wurde als etwas, was gegen die katholische Kirche, was gegen das Christentum gerichtet sei. Sie wissen ja, Pfarrer Kully hat gesagt, es gibt drei schlimme Dinge in der Welt, das eine ist das Judentum, das zweite ist die Freimaurerei, aber das Schlimmste alles Schlimmen, schlimmer als irgendein Bolschewismus, sei das, was hier in Dornach gelehrt werde. — Das stammt von katholischer Seite. So charakterisiert die katholische Seite die Anthroposophie. Wie Amerika nun? Ich möchte Ihnen eine kleine Stelle vorlesen, die zu der gleichen Zeit geschrieben ist wie das, was die katholischen Blätter hier geschrieben haben: «Wie die römisch-katholische Hierarchie immer darauf bestanden hat, daß die römische Kirche die einzige mit Autorität ausgerüstete ist», die protestantischen Sekten kommen für sie nicht in Betracht; nach der Meinung der römischen Kirche stehen sie außerhalb der Tore, sie werden nur als eine Menge von Häretikern angesehen, «so ist es selbstverständlich, daß die Kirche, auf die Steiner durch sein Mundwerk hinweist, keine andere sein kann als die römisch-katholische. Diese Voraussetzung ist bekräftigt, und jeder Zweifel über die Sache hört auf, wenn man die anderen okkulten Bücher Steiners durchgeht. Sie alle deuten auf dasselbe hin, nämlich seine Schriften sind rein irreführend, Schafhaut eines oberflächlichen Okkultismus überdeckt den Wolf des Jesuitismus.»

[ 24 ] Die Weltenlage — wir werden gerade in diesen Tagen, morgen und übermorgen, von dieser Weltenlage sprechen — kann heute nur derjenige gesund beurteilen, der sie mit Hilfe dessen betrachtet, was ihm Geisteswissenschaft an die Hand zu geben in der Lage ist. Sonst wird man die bedeutungsvollen Gegensätze, die heute zwischen Westen und Osten bestehen, nicht im richtigen Lichte sehen können. Aber was da äußerlich an schaubaren Realitäten auftritt, was ist es denn anderes als der in sich absurde Ausdruck von dem, was heute in den Köpfen der Menschen an Gedanken lebt? Wie treten uns denn diese Gedanken entgegen? — Ich möchte zum Schluß wiederum auf ein naheliegendes Beispiel hinweisen. Ich habe ja schon verschiedentlich darauf hingewiesen, was jetzt von katholischer, klerikaler Seite gegen Geisteswissenschaft, namentlich auch hier in der Schweiz, an Lügenhaftigkeit geleistet wird, damit man diese Geisteswissenschaft vernichten könne. Und Sie haben — diejenigen, die hier waren — schon manches Beispiel gesehen von dem, was da alles gerade von katholisch-jesuitischer Seite aufgefahren wird, um diese Geisteswissenschaft zu vernichten. Bedenken Sie, da bäumen sich diejenigen auf, allerdings mit nicht schönen Waffen, die die Schüler des katholischen Jesuitismus sind, und das brauche ich Ihnen nicht zu charakterisieren; diejenigen, die noch nicht sich informiert haben, können es ja leicht tun. Aber sehen Sie, die Schweiz gehört doch auch, und Mitteleuropa, wo dasselbe geschieht, das alles gehört doch eigentlich auch zur Welt, nicht wahr, und Amerika gehört auch zur Welt. Es wurde mir nun eine Zeitschrift gegeben, die in Amerika erscheint und in welcher auch anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft charakterisiert wird zur selben Zeit, als sie hier von jesuitischer Seite in der schlimmsten Weise charakterisiert wurde als etwas, was gegen die katholische Kirche, was gegen das Christentum gerichtet sei. Sie wissen ja, Pfarrer Kully hat gesagt, es gibt drei schlimme Dinge in der Welt, das eine ist das Judentum, das zweite ist die Freimaurerei, aber das Schlimmste alles Schlimmen, schlimmer als irgendein Bolschewismus, sei das, was hier in Dornach gelehrt werde. — Das stammt von katholischer Seite. So charakterisiert die katholische Seite die Anthroposophie. Wie Amerika nun? Ich möchte Ihnen eine kleine Stelle vorlesen, die zu der gleichen Zeit geschrieben ist wie das, was die katholischen Blätter hier geschrieben haben: «Wie die römisch-katholische Hierarchie immer darauf bestanden hat, daß die römische Kirche die einzige mit Autorität ausgerüstete ist», die protestantischen Sekten kommen für sie nicht in Betracht; nach der Meinung der römischen Kirche stehen sie außerhalb der Tore, sie werden nur als eine Menge von Häretikern angesehen, «so ist es selbstverständlich, daß die Kirche, auf die Steiner durch sein Mundwerk hinweist, keine andere sein kann als die römisch-katholische. Diese Voraussetzung ist bekräftigt, und jeder Zweifel über die Sache hört auf, wenn man die anderen okkulten Bücher Steiners durchgeht. Sie alle deuten auf dasselbe hin, nämlich seine Schriften sind rein irreführend, Schafhaut eines oberflächlichen Okkultismus überdeckt den Wolf des Jesuitismus.»

[ 25 ] Also Sie sehen, in Amerika hält man die Anthroposophie für Jesuitismus, in Europa wendet sich der Jesuitismus in schärfster Weise gegen die Anthroposophie als den größten Feind der katholischen Kirche. So denkt man heute in der Welt. So ungefähr denken aber auch die Leute, wenn sie in Europa nebeneinander stehen; sie merken es nur nicht. Dann kommen noch einzelne schöne Sätze, die diesen Artikel beschließen: «Steiner beansprucht, Initiat zu sein. Mag sein. Aber ob er von der weißen Loge oder von den Brüdern der Schatten ist, kann man ahnen, wenn man erfährt, daß er auf seiten der «Blut- und Eisen»-Männer stand... ., und daß eine Anzahl seiner Schüler hier (in Amerika) interniert waren als deutsche Spione.»

[ 25 ] Also Sie sehen, in Amerika hält man die Anthroposophie für Jesuitismus, in Europa wendet sich der Jesuitismus in schärfster Weise gegen die Anthroposophie als den größten Feind der katholischen Kirche. So denkt man heute in der Welt. So ungefähr denken aber auch die Leute, wenn sie in Europa nebeneinander stehen; sie merken es nur nicht. Dann kommen noch einzelne schöne Sätze, die diesen Artikel beschließen: «Steiner beansprucht, Initiat zu sein. Mag sein. Aber ob er von der weißen Loge oder von den Brüdern der Schatten ist, kann man ahnen, wenn man erfährt, daß er auf seiten der «Blut- und Eisen»-Männer stand... ., und daß eine Anzahl seiner Schüler hier (in Amerika) interniert waren als deutsche Spione.»

[ 26 ] Nun, Sie sehen, bald tönt es aus römisch-katholischem Horn, bald tönt es aus amerikanischem Horn! Aber all das kann Sie hinweisen darauf, wie es in den Köpfen unserer Zeitgenossen aussieht. Aus dem aber, was in den Köpfen gedacht wurde, hat sich das entwickelt, was in den Niedergang der Gegenwart hineingeführt hat, und der Aufgang muß wahrhaftig ganz woanders gesucht werden, als wo ihn viele Leute heute suchen. Davon wollen wir dann morgen weitersprechen.

[ 26 ] Nun, Sie sehen, bald tönt es aus römisch-katholischem Horn, bald tönt es aus amerikanischem Horn! Aber all das kann Sie hinweisen darauf, wie es in den Köpfen unserer Zeitgenossen aussieht. Aus dem aber, was in den Köpfen gedacht wurde, hat sich das entwickelt, was in den Niedergang der Gegenwart hineingeführt hat, und der Aufgang muß wahrhaftig ganz woanders gesucht werden, als wo ihn viele Leute heute suchen. Davon wollen wir dann morgen weitersprechen.