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Spiritual Scientific Insight into the
Fundamental Impulses of Social Organization
GA 199

28 August 1920, Dornach

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Zehnter Vortrag

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Ich habe hier öfter erwähnen müssen, wie notwendig zu den Kräften, die einen Neuaufbau der niedergehenden Zivilisation bewirken sollen, die Wissenschaft der Initiation ist, wie notwendig es ist, dasjenige zu erkennen, was sich ergibt aus jener Betrachtung der Welt, die möglich ist von jenseits der Schwelle zur übersinnlichen Welt aus. Man kann sagen, die geistige Entwickelung der Menschheit ist ausgegangen von einem Erkennen und demgemäßen Empfinden, Fühlen und Wollen, das hergenommen war von jenseits dieser Schwelle. Alles, was sich offenbart, wenn man zurückgeht zu den Urweistümern der Menschheit, wird ja verständlich, wenn man diese Urweisheit zurückführen kann zu den Offenbarungen, die aus dem Mysterienwissen gekommen sind, wenn man also annehmen kann, daß zunächst der Menschheit in ihrer Erdenentwickelung zugänglich waren Wissensquellen, Empfindungsquellen, Willensquellen, die durch die heute der Menschheit bekannten rein menschlichen Kräfte eben nicht zugänglich sind. Dann ist die Entwickelung so fortgeschritten, daß die Menschen immer mehr und mehr angewiesen worden sind auf das, was aus dem Menschen selber kommen kann, und das ist ja im wesentlichen der Inhalt jener Kräfte menschlicher Zivilisationsentwickelung, die in den letzten Jahrhunderten tätig waren.

[ 1 ] Ich habe hier öfter erwähnen müssen, wie notwendig zu den Kräften, die einen Neuaufbau der niedergehenden Zivilisation bewirken sollen, die Wissenschaft der Initiation ist, wie notwendig es ist, dasjenige zu erkennen, was sich ergibt aus jener Betrachtung der Welt, die möglich ist von jenseits der Schwelle zur übersinnlichen Welt aus. Man kann sagen, die geistige Entwickelung der Menschheit ist ausgegangen von einem Erkennen und demgemäßen Empfinden, Fühlen und Wollen, das hergenommen war von jenseits dieser Schwelle. Alles, was sich offenbart, wenn man zurückgeht zu den Urweistümern der Menschheit, wird ja verständlich, wenn man diese Urweisheit zurückführen kann zu den Offenbarungen, die aus dem Mysterienwissen gekommen sind, wenn man also annehmen kann, daß zunächst der Menschheit in ihrer Erdenentwickelung zugänglich waren Wissensquellen, Empfindungsquellen, Willensquellen, die durch die heute der Menschheit bekannten rein menschlichen Kräfte eben nicht zugänglich sind. Dann ist die Entwickelung so fortgeschritten, daß die Menschen immer mehr und mehr angewiesen worden sind auf das, was aus dem Menschen selber kommen kann, und das ist ja im wesentlichen der Inhalt jener Kräfte menschlicher Zivilisationsentwickelung, die in den letzten Jahrhunderten tätig waren.

[ 2 ] Diese aus dem Menschen selbst bisher gekommenen Kräfte, sie haben ja einen Stand der Zivilisation hervorgerufen, der unbedingt, wenn er auf sich selbst angewiesen bliebe, in den Niedergang hineinführen würde. Das glauben ja die Menschen der weitesten Kreise heute noch nicht. Sie reden und tun automatisch weiter im alten Stil und weisen zurück, was in einer neuen Art aus denselben geistigen Quellen, aber jetzt unmittelbar durch die Kräfte des Menschen, geholt wird, aus welchen einstmals die alte Mysterienweisheit geholt worden ist. Man muß ganz im Konkreten eingehen auf dasjenige, was sich da für die Menschheit der Gegenwart enthüllen kann gewissermaßen als eine Grundlage für alles das, was wir brauchen für die nächste Zeit an Naturwissen, brauchen an Wissen, welches hält die menschliche Ethik, die menschliche Sittenlehre, aber auch das soziale Wollen. Man muß da schon eingehen auf gewisse Dinge, die ja in den letzten Wochen hier von den verschiedensten Gesichtspunkten besprochen worden sind, die ich von einem gewissen Gesichtspunkte aus auch heute wiederum andeuten will. |

[ 2 ] Diese aus dem Menschen selbst bisher gekommenen Kräfte, sie haben ja einen Stand der Zivilisation hervorgerufen, der unbedingt, wenn er auf sich selbst angewiesen bliebe, in den Niedergang hineinführen würde. Das glauben ja die Menschen der weitesten Kreise heute noch nicht. Sie reden und tun automatisch weiter im alten Stil und weisen zurück, was in einer neuen Art aus denselben geistigen Quellen, aber jetzt unmittelbar durch die Kräfte des Menschen, geholt wird, aus welchen einstmals die alte Mysterienweisheit geholt worden ist. Man muß ganz im Konkreten eingehen auf dasjenige, was sich da für die Menschheit der Gegenwart enthüllen kann gewissermaßen als eine Grundlage für alles das, was wir brauchen für die nächste Zeit an Naturwissen, brauchen an Wissen, welches hält die menschliche Ethik, die menschliche Sittenlehre, aber auch das soziale Wollen. Man muß da schon eingehen auf gewisse Dinge, die ja in den letzten Wochen hier von den verschiedensten Gesichtspunkten besprochen worden sind, die ich von einem gewissen Gesichtspunkte aus auch heute wiederum andeuten will. |

[ 3 ] Wenn wir wachend in der Welt stehen, sind wir ja zunächst umgeben von der äußeren Sinneswelt, von alldem, was im Grunde genommen die Eindrücke ausmacht, die auf unser Auge, Ohr, auf unsere Wärmeorgane, auf unsere Sinne überhaupt ausgeübt werden. Da breitet sich die äußere Sinneswelt um uns aus. Das Innenleben der meisten Menschen besteht ja im wesentlichen in nichts anderem als in einer Art weiterer Verarbeitung desjenigen, was die äußeren Eindrücke sind. Von jenseits der Schwelle nimmt sich nun das, was da äußere Welt ist, eben in einem andern Sinne aus als von diesseits der Schwelle. Sie wissen ja, wozu die Menschheit gekommen ist in den letzten Jahrhunderten, in denen sie sich im wesentlichen darauf beschränkt hat, die Welt von diesseits der Schwelle zu betrachten. Die Menschheit ist dazu gekommen, wenn ich schematisieren will, gewissermaßen sich selbst anzusehen. Wir nennen das, was man da selbst ansieht, den dreigliedrigen Menschen, den Kopfmenschen, den rhythmischen Menschen und den Gliedmaßen-Stofwechselmenschen. Hier wollen wir schematisch andeuten jenen Teppich, der sich um uns herum ausbreitet (siehe Zeichnung Seite 165), der im wesentlichen den Inhalt der Sinneswelt ausmacht. Von diesseits der Schwelle spekulieren nun die Menschen, was hinter diesem Sinnesteppich ist. Sie reden davon, daß hinter diesem Sinnesteppich Moleküle, Atome und Stoffe allerlei Tänze aufführen. Sie geben diesen Tänzen die verschiedensten Namen, aber sie sind eben davon überzeugt, daß, wenn der Mensch hinaussieht aus seinen Augen, hinaushört aus seinen Ohren, kurz, hinauswahrnimmt aus seinen Sinnen, daß dahinter irgendeine Stoffwelt liegt.

[ 3 ] Wenn wir wachend in der Welt stehen, sind wir ja zunächst umgeben von der äußeren Sinneswelt, von alldem, was im Grunde genommen die Eindrücke ausmacht, die auf unser Auge, Ohr, auf unsere Wärmeorgane, auf unsere Sinne überhaupt ausgeübt werden. Da breitet sich die äußere Sinneswelt um uns aus. Das Innenleben der meisten Menschen besteht ja im wesentlichen in nichts anderem als in einer Art weiterer Verarbeitung desjenigen, was die äußeren Eindrücke sind. Von jenseits der Schwelle nimmt sich nun das, was da äußere Welt ist, eben in einem andern Sinne aus als von diesseits der Schwelle. Sie wissen ja, wozu die Menschheit gekommen ist in den letzten Jahrhunderten, in denen sie sich im wesentlichen darauf beschränkt hat, die Welt von diesseits der Schwelle zu betrachten. Die Menschheit ist dazu gekommen, wenn ich schematisieren will, gewissermaßen sich selbst anzusehen. Wir nennen das, was man da selbst ansieht, den dreigliedrigen Menschen, den Kopfmenschen, den rhythmischen Menschen und den Gliedmaßen-Stofwechselmenschen. Hier wollen wir schematisch andeuten jenen Teppich, der sich um uns herum ausbreitet (siehe Zeichnung Seite 165), der im wesentlichen den Inhalt der Sinneswelt ausmacht. Von diesseits der Schwelle spekulieren nun die Menschen, was hinter diesem Sinnesteppich ist. Sie reden davon, daß hinter diesem Sinnesteppich Moleküle, Atome und Stoffe allerlei Tänze aufführen. Sie geben diesen Tänzen die verschiedensten Namen, aber sie sind eben davon überzeugt, daß, wenn der Mensch hinaussieht aus seinen Augen, hinaushört aus seinen Ohren, kurz, hinauswahrnimmt aus seinen Sinnen, daß dahinter irgendeine Stoffwelt liegt.

[ 4 ] Von jenseits der Schwelle enthüllt sich nichts von einer solchen Stoffwelt da draußen, sondern es zeigt sich sogleich, wenn der Mensch nur etwas hineinkommt in die Region, die jenseits der Schwelle liegt, daß hinter diesem Sinnesteppich ein bestimmtes Gebiet der geistigen Welt liegt, das heißt, wir haben es zu tun im wesentlichen mit Geistwelt, die hinter dieser sinnlichen Welt liegt.

[ 4 ] Von jenseits der Schwelle enthüllt sich nichts von einer solchen Stoffwelt da draußen, sondern es zeigt sich sogleich, wenn der Mensch nur etwas hineinkommt in die Region, die jenseits der Schwelle liegt, daß hinter diesem Sinnesteppich ein bestimmtes Gebiet der geistigen Welt liegt, das heißt, wir haben es zu tun im wesentlichen mit Geistwelt, die hinter dieser sinnlichen Welt liegt.

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[ 5 ] Wenn wir darauf Rücksicht nehmen, daß der Mensch aus dem Ich, dem astralischen Leibe, dem Ätherleibe, dem physischen Leibe besteht, dann müssen wir sagen: Wenn der Mensch wach ist, also mit seinem Ich und seinem Astralleib untergetaucht ist in seinen Organismus, dann hat er keinen Anteil an der Welt, die hier als Geistesgebiet hinter dem Sinnesteppich liegt. Wenn der Mensch aber schläft, also sein Ich und seinen astralischen Leib herausgezogen hat aus seinem physischen Organismus, dann ist er mit seinem Ich und seinem astralischen Leib in diesem Gebiete der geistigen Welt darinnen. Der Mensch hat also vom Einschlafen bis zum Aufwachen Anteil an diesem Gebiet, das gewissermaßen hinter der Natur als eine geistige Naturwelt liegt. Man könnte auch sagen, es ist die Welt, der der Mensch angehört vom Einschlafen bis zum Aufwachen, ein gewisses Gebiet des geistigen Weltreiches, das ihm für diesen seinen Zustand des Schlafens eben zugewiesen ist.

[ 5 ] Wenn wir darauf Rücksicht nehmen, daß der Mensch aus dem Ich, dem astralischen Leibe, dem Ätherleibe, dem physischen Leibe besteht, dann müssen wir sagen: Wenn der Mensch wach ist, also mit seinem Ich und seinem Astralleib untergetaucht ist in seinen Organismus, dann hat er keinen Anteil an der Welt, die hier als Geistesgebiet hinter dem Sinnesteppich liegt. Wenn der Mensch aber schläft, also sein Ich und seinen astralischen Leib herausgezogen hat aus seinem physischen Organismus, dann ist er mit seinem Ich und seinem astralischen Leib in diesem Gebiete der geistigen Welt darinnen. Der Mensch hat also vom Einschlafen bis zum Aufwachen Anteil an diesem Gebiet, das gewissermaßen hinter der Natur als eine geistige Naturwelt liegt. Man könnte auch sagen, es ist die Welt, der der Mensch angehört vom Einschlafen bis zum Aufwachen, ein gewisses Gebiet des geistigen Weltreiches, das ihm für diesen seinen Zustand des Schlafens eben zugewiesen ist.

[ 6 ] In sich hinein sieht ja der Mensch auch nur bis zu einem gewissen Grade. Der Mensch kann in sich hinein bis zu einem gewissen Grade brüten, redet dann, wenn er von seinem Seelischen redet, von Gedanken, von Gefühlen, von Willensimpulsen. Er redet zumeist in einer höchst unbestimmten Art von diesen Gedanken, Gefühlen und Willensimpulsen. Er holt aus diesem Inneren, das ihm ein ziemlich Unbestimmtes bleibt, jene Gedanken hervor, die Erinnerungen bilden; aber er sieht nicht hinter dieses sein Inneres. Und wir können sagen: gerade so, wie hier gewissermaßen wie eine Scheidewand zwischen uns selbst und einem gewissen Gebiete der äußeren Welt eine Grenze liegt, so können wir eine Grenze ziehen, durch die der nach innen gerichtete Blick nicht dringt (siehe Zeichnung Seite 165). Würde allerdings der Mensch hinunterdringen in diese Region, die gewissermaßen jenseits des Spiegels liegt, der ihm seine Erinnerungen zurückwirft, so würde der Mensch nicht dasjenige entdecken, was viele illusionsbehaftete Mystiker glauben, die da glauben, man brauche nur in sich hineinzubrüten, dann werde man das höchste Geistige erkennen, sondern der Mensch würde da gerade die Geheimnisse seiner Organisation entdecken, die Geheimnisse dieses wunderbaren Aufbaues, der sich in dem menschlichen Organismus ausspricht. Der Mensch würde da, wenn er wirklich durchsehen würde, eben nicht etwa die Imagination einer Mechthild von Magdeburg oder eines Meister Eckhart oder einer heiligen Therese, sondern er würde die menschliche Organisation erblicken, was gewissen illusionsbehafteten Mystikern als etwas recht Prosaisches erscheinen würde, was allerdings nicht demjenigen als etwas Prosaisches erscheint, der für das eigentlich Geheimnisvolle des Weltenalls den richtigen Sinn hat. Denn es darf schon gesagt werden: viel wunderbarer als die Imaginationen der heiligen Therese oder der Mechthild von Magdeburg oder des Johannes Tauler, viel wunderbarer als diese Reminiszenzen, geschmiedet aus den Spiegelungen, die als Erinnerungen leben, durchdrungen von jenen Empfindungsimpulsen, die heraufstrahlen aus Leber, Magen, Milz und so weiter, viel wunderbarer als dieses alles, ja auch viel wunderbarer als alles das, was etwa dargestellt worden ist in den Urbildern der menschlichen Entwickelung in Mythen und Legenden und dergleichen, ist dasjenige, was sich da aufbaut in den prosaischen Organen des menschlichen Inneren. So sonderbar das klingt, die Wahrheit muß in diesem Punkte eben durchschaut werden. Aber was sich da aufbaut, das ist zunächst das wahrhaft IrdischMaterielle, dasjenige, was eigentlich die irdische Materie ausmacht. In der Außenwelt finden wir nicht die irdische Materie. Die irdische Materie ist innerhalb der menschlichen Haut. Aber wiederum, diese Organe, dieser ganze innere Aufbau des Menschen, er ist nichts anderes als, ich möchte sagen, etwas, was herausgepreßt wird aus einem andern Geistgebiete. Ein Gebiet des Geistes ist es, das gewissermaßen aus sich herausschwitzt, was da an Organen im menschlichen Organismus ist. Hinter dieser Organologie, die zunächst entdeckt wird, wenn der Mensch in sein Inneres hineinschaut, wenn er durchschaut den Teppich der Erinnerungen, der sonst ihm entgegenstrahlt, wenn auch manchmal mystisch verbrämt, wenn er hindurchblickt durch diesen Erinnerungsteppich, so wie er durchblicken kann von jenseits der Schwelle durch den Teppich der äußeren Sinne, hinter dieser Organologie sieht er dann das andere Gebiet des Geistes, dem er nun angehört vom Einschlafen bis zum Aufwachen, das er als geistiges Gebiet eben nicht beachtet, das aber dasjenige geistige Gebiet ist, welches ihm die Kräfte gibt, die in seinen Gliedmaßen sich äußern.

[ 6 ] In sich hinein sieht ja der Mensch auch nur bis zu einem gewissen Grade. Der Mensch kann in sich hinein bis zu einem gewissen Grade brüten, redet dann, wenn er von seinem Seelischen redet, von Gedanken, von Gefühlen, von Willensimpulsen. Er redet zumeist in einer höchst unbestimmten Art von diesen Gedanken, Gefühlen und Willensimpulsen. Er holt aus diesem Inneren, das ihm ein ziemlich Unbestimmtes bleibt, jene Gedanken hervor, die Erinnerungen bilden; aber er sieht nicht hinter dieses sein Inneres. Und wir können sagen: gerade so, wie hier gewissermaßen wie eine Scheidewand zwischen uns selbst und einem gewissen Gebiete der äußeren Welt eine Grenze liegt, so können wir eine Grenze ziehen, durch die der nach innen gerichtete Blick nicht dringt (siehe Zeichnung Seite 165). Würde allerdings der Mensch hinunterdringen in diese Region, die gewissermaßen jenseits des Spiegels liegt, der ihm seine Erinnerungen zurückwirft, so würde der Mensch nicht dasjenige entdecken, was viele illusionsbehaftete Mystiker glauben, die da glauben, man brauche nur in sich hineinzubrüten, dann werde man das höchste Geistige erkennen, sondern der Mensch würde da gerade die Geheimnisse seiner Organisation entdecken, die Geheimnisse dieses wunderbaren Aufbaues, der sich in dem menschlichen Organismus ausspricht. Der Mensch würde da, wenn er wirklich durchsehen würde, eben nicht etwa die Imagination einer Mechthild von Magdeburg oder eines Meister Eckhart oder einer heiligen Therese, sondern er würde die menschliche Organisation erblicken, was gewissen illusionsbehafteten Mystikern als etwas recht Prosaisches erscheinen würde, was allerdings nicht demjenigen als etwas Prosaisches erscheint, der für das eigentlich Geheimnisvolle des Weltenalls den richtigen Sinn hat. Denn es darf schon gesagt werden: viel wunderbarer als die Imaginationen der heiligen Therese oder der Mechthild von Magdeburg oder des Johannes Tauler, viel wunderbarer als diese Reminiszenzen, geschmiedet aus den Spiegelungen, die als Erinnerungen leben, durchdrungen von jenen Empfindungsimpulsen, die heraufstrahlen aus Leber, Magen, Milz und so weiter, viel wunderbarer als dieses alles, ja auch viel wunderbarer als alles das, was etwa dargestellt worden ist in den Urbildern der menschlichen Entwickelung in Mythen und Legenden und dergleichen, ist dasjenige, was sich da aufbaut in den prosaischen Organen des menschlichen Inneren. So sonderbar das klingt, die Wahrheit muß in diesem Punkte eben durchschaut werden. Aber was sich da aufbaut, das ist zunächst das wahrhaft IrdischMaterielle, dasjenige, was eigentlich die irdische Materie ausmacht. In der Außenwelt finden wir nicht die irdische Materie. Die irdische Materie ist innerhalb der menschlichen Haut. Aber wiederum, diese Organe, dieser ganze innere Aufbau des Menschen, er ist nichts anderes als, ich möchte sagen, etwas, was herausgepreßt wird aus einem andern Geistgebiete. Ein Gebiet des Geistes ist es, das gewissermaßen aus sich herausschwitzt, was da an Organen im menschlichen Organismus ist. Hinter dieser Organologie, die zunächst entdeckt wird, wenn der Mensch in sein Inneres hineinschaut, wenn er durchschaut den Teppich der Erinnerungen, der sonst ihm entgegenstrahlt, wenn auch manchmal mystisch verbrämt, wenn er hindurchblickt durch diesen Erinnerungsteppich, so wie er durchblicken kann von jenseits der Schwelle durch den Teppich der äußeren Sinne, hinter dieser Organologie sieht er dann das andere Gebiet des Geistes, dem er nun angehört vom Einschlafen bis zum Aufwachen, das er als geistiges Gebiet eben nicht beachtet, das aber dasjenige geistige Gebiet ist, welches ihm die Kräfte gibt, die in seinen Gliedmaßen sich äußern.

[ 7 ] Wenn wir über unsere Sinne nachdenken, so leben in unseren Sinnen Kräfte. Diese Kräfte sind im wesentlichen diejenigen, die eigentlich hinter dem Sinnesteppich liegen, die durch unsere Sinnesöffnungen in uns eindringen (siehe Zeichnung), ohne daß es gewußt wird, wenn der Mensch die Welt nur von diesseits der Schwelle beachtet.

[ 7 ] Wenn wir über unsere Sinne nachdenken, so leben in unseren Sinnen Kräfte. Diese Kräfte sind im wesentlichen diejenigen, die eigentlich hinter dem Sinnesteppich liegen, die durch unsere Sinnesöffnungen in uns eindringen (siehe Zeichnung), ohne daß es gewußt wird, wenn der Mensch die Welt nur von diesseits der Schwelle beachtet.

[ 8 ] Aber auch in unseren Organen leben Kräfte aus dem Gebiet des Geistes, das ich hier unten (siehe Zeichnung Seite 165, Pfeil) angedeutet habe. Und diejenigen Kräfte, die wir in unseren Armen, in unseren Beinen haben, das sind eigentlich die Kräfte, die aus dem andern Gebiete des Geistes kommen. So daß der Mensch in dem Augenblicke, wo er betrachtet wird von jenseits der Schwelle, als der Zusammenfluß von zwei Geistgebieten erscheint. Und was uns zunächst entgegentritt, wenn wir den Menschen hier in der irdischen Welt betrachten, das ist im Grunde genommen zunächst nur eine scheinbare Einheit. Diese scheinbare Einheit ist eigentlich der Mensch gar nicht. Der Mensch ist der Zusammenfluß der geistig wirkenden Kräfte aus den beiden Ihnen angedeuteten Gebieten. Und die Kräfte, die zum Beispiel in unseren Augen, in unseren Ohren leben, sie sind ganz anderer Herkunft zunächst als die Kräfte, die sich entwickeln, wenn wir unsere Beine voreinandersetzen, oder wenn wir unsere Arme bewegen. Man kann eine solche Vorstellung nicht hegen, ohne daß man gewahr wird, wie der Mensch gewissermaßen eingebettet ist in den ganzen Kosmos, wie er angehört durch seine Sinne einem gewissen Geistgebiet des Kosmos, wie er angehört durch seine Gliedmaßen einem andern Geistgebiet des Kosmos. Nur das, was etwa in der Mitte liegt, der rhythmische Mensch, das Lungensystem, das Herzsystem und all das, was dazu gehört, das ist eigentlich irdischen Ursprungs, das ist eigentlich gewissermaßen gewoben aus einer Art mittleren Welt heraus. So ist der Mensch an sich ein dreigliedriges Wesen. Und ohne diese Dreigliedrigkeit zu durchschauen, können wir den Menschen nicht verstehen. Ich sage, so nimmt sich der Mensch aus, wenn wir ihn von jenseits der Schwelle betrachten. Da stellt er sich hinein für uns als ein Glied in den ganzen Kosmos. Man wird gewahr durch Geisteswissenschaft, wie der Mensch darinnen lebt in dem ganzen Kosmos, herausgebildet ist aus diesem Kosmos, und man wird dann nicht mehr entfernt sein von der Wahrheit, von der zu erkennenden Wahrheit, daß der Mensch nicht nur dasjenige als seine Aufgabe zu erfüllen hat, was er hier vollbringt auf der Erde, sondern daß er Aufgaben zu erfüllen hat in der ganzen kosmischen Entwickelung, daß er gewissermaßen einen wesentlichen Rechnungsfaktor bildet in der ganzen geistigen kosmischen Entwickelung.

[ 8 ] Aber auch in unseren Organen leben Kräfte aus dem Gebiet des Geistes, das ich hier unten (siehe Zeichnung Seite 165, Pfeil) angedeutet habe. Und diejenigen Kräfte, die wir in unseren Armen, in unseren Beinen haben, das sind eigentlich die Kräfte, die aus dem andern Gebiete des Geistes kommen. So daß der Mensch in dem Augenblicke, wo er betrachtet wird von jenseits der Schwelle, als der Zusammenfluß von zwei Geistgebieten erscheint. Und was uns zunächst entgegentritt, wenn wir den Menschen hier in der irdischen Welt betrachten, das ist im Grunde genommen zunächst nur eine scheinbare Einheit. Diese scheinbare Einheit ist eigentlich der Mensch gar nicht. Der Mensch ist der Zusammenfluß der geistig wirkenden Kräfte aus den beiden Ihnen angedeuteten Gebieten. Und die Kräfte, die zum Beispiel in unseren Augen, in unseren Ohren leben, sie sind ganz anderer Herkunft zunächst als die Kräfte, die sich entwickeln, wenn wir unsere Beine voreinandersetzen, oder wenn wir unsere Arme bewegen. Man kann eine solche Vorstellung nicht hegen, ohne daß man gewahr wird, wie der Mensch gewissermaßen eingebettet ist in den ganzen Kosmos, wie er angehört durch seine Sinne einem gewissen Geistgebiet des Kosmos, wie er angehört durch seine Gliedmaßen einem andern Geistgebiet des Kosmos. Nur das, was etwa in der Mitte liegt, der rhythmische Mensch, das Lungensystem, das Herzsystem und all das, was dazu gehört, das ist eigentlich irdischen Ursprungs, das ist eigentlich gewissermaßen gewoben aus einer Art mittleren Welt heraus. So ist der Mensch an sich ein dreigliedriges Wesen. Und ohne diese Dreigliedrigkeit zu durchschauen, können wir den Menschen nicht verstehen. Ich sage, so nimmt sich der Mensch aus, wenn wir ihn von jenseits der Schwelle betrachten. Da stellt er sich hinein für uns als ein Glied in den ganzen Kosmos. Man wird gewahr durch Geisteswissenschaft, wie der Mensch darinnen lebt in dem ganzen Kosmos, herausgebildet ist aus diesem Kosmos, und man wird dann nicht mehr entfernt sein von der Wahrheit, von der zu erkennenden Wahrheit, daß der Mensch nicht nur dasjenige als seine Aufgabe zu erfüllen hat, was er hier vollbringt auf der Erde, sondern daß er Aufgaben zu erfüllen hat in der ganzen kosmischen Entwickelung, daß er gewissermaßen einen wesentlichen Rechnungsfaktor bildet in der ganzen geistigen kosmischen Entwickelung.

[ 9 ] So daß man sagen kann: die Geisteswissenschaft eröffnet unseren Blick für das, was der Mensch als ein Glied des Kosmos ist. Denken Sie nur, wie, ich möchte sagen, liliputanerhaft sich dagegen ausnimmt, was der Mensch heute über den Menschen denkt. Heute ist es ja so, daß der Mensch nur das als sein Wissen aufnehmen will, was von diesseits der Schwelle her kommt. Er betrachtet nur das, was sich ihm offenbart zwischen Aufwachen und Einschlafen, und was sich ihm offenbart zwischen der Geburt und dem Tode. Und er möchte auch alles, was der Mensch überhaupt hier auf der Erde als Aufgabe erfüllen kann, aus den Begriffen und Ideen heraus konstruieren, die sich aus dieser liliputanerhaften Betrachtung des Menschen ergeben. Dadurch kommen wir nicht vorwärts. Gerade dadurch kommen wir immer mehr und mehr in den Niedergang hinein, daß sich insbesondere unsere Intellektuellen nicht darauf einlassen, aus etwas anderem heraus die Aufgaben der Welt zu konstruieren als aus dem, was sie da zusammenlesen von alledem, was zwischen Aufwachen und Einschlafen und zwischen Geburt und Tod liegt. Aber dasjenige, was der Mensch vollbringt, ist etwas wesentlich Weiteres, und das kann nur durchschaut werden, wenn alles, was man so aufbringen kann aus der gewöhnlichen Lebensbetrachtung, durchleuchtet und befruchtet wird von dem, was gewußt werden kann aus dem Anblicke der Welt von jenseits der Schwelle her. Und es kann einfach nicht besser werden mit der Zivilisationsentwickelung der Welt, wenn nicht aufgenommen wird, was von jenseits der Schwelle für das menschliche Erkennen, Fühlen und Wollen erobert werden kann.

[ 9 ] So daß man sagen kann: die Geisteswissenschaft eröffnet unseren Blick für das, was der Mensch als ein Glied des Kosmos ist. Denken Sie nur, wie, ich möchte sagen, liliputanerhaft sich dagegen ausnimmt, was der Mensch heute über den Menschen denkt. Heute ist es ja so, daß der Mensch nur das als sein Wissen aufnehmen will, was von diesseits der Schwelle her kommt. Er betrachtet nur das, was sich ihm offenbart zwischen Aufwachen und Einschlafen, und was sich ihm offenbart zwischen der Geburt und dem Tode. Und er möchte auch alles, was der Mensch überhaupt hier auf der Erde als Aufgabe erfüllen kann, aus den Begriffen und Ideen heraus konstruieren, die sich aus dieser liliputanerhaften Betrachtung des Menschen ergeben. Dadurch kommen wir nicht vorwärts. Gerade dadurch kommen wir immer mehr und mehr in den Niedergang hinein, daß sich insbesondere unsere Intellektuellen nicht darauf einlassen, aus etwas anderem heraus die Aufgaben der Welt zu konstruieren als aus dem, was sie da zusammenlesen von alledem, was zwischen Aufwachen und Einschlafen und zwischen Geburt und Tod liegt. Aber dasjenige, was der Mensch vollbringt, ist etwas wesentlich Weiteres, und das kann nur durchschaut werden, wenn alles, was man so aufbringen kann aus der gewöhnlichen Lebensbetrachtung, durchleuchtet und befruchtet wird von dem, was gewußt werden kann aus dem Anblicke der Welt von jenseits der Schwelle her. Und es kann einfach nicht besser werden mit der Zivilisationsentwickelung der Welt, wenn nicht aufgenommen wird, was von jenseits der Schwelle für das menschliche Erkennen, Fühlen und Wollen erobert werden kann.

[ 10 ] Man möchte sagen, man empfindet es heute ganz besonders schmerzlich, daß aus all dem Wissenstorso, aus diesem allseitig beschnittenen Wissen, das in den letzten drei bis vier Jahrhunderten von der Menschheit aufgestapelt worden ist, heute Lebensprogramme gemacht werden. Man ist gegenüber diesen Lebensprogrammen eigentlich in einer sonderbaren Lage. Es gibt heute Religionsgenossenschaften, sie leiten dem Wortlaute nach wenigstens dasjenige, was sie haben, von früheren Zeiten her, von Zeiten, in denen noch lebendig war das alte Mysterienwissen. Es wird nicht mehr verstanden innerhalb der Religionsgenossenschaften. Es wird nur dem Wortlaute nach tradiert, es ist ausgepreßt, eine ausgepreßte Zitrone geworden. Es ist eigentlich im Grunde genommen nicht mehr da. Es kann ja in einem gewissen Sinne von dem einen oder von dem andern durchdrungen werden, namentlich wenn der eine oder der andere zu dem vordringt, wozu ihm vorzudringen gewöhnlich seine Kirche verbietet. Dann kann er gerade aus dem traditionellen alten konfessionellen Wissen vieles gewinnen. Wenn zum Beispiel heute, unabhängig von dem, was ihm vorgeschrieben ist, der Katholik nachdenkt über die Trinität, über die Inkarnation, da kann er zu etwas sehr Bedeutsamem kommen. Und gescheiter wäre es in vieler Beziehung, über die Trinität nachzudenken oder auch über das Credo nachzudenken, als diejenigen Bewegungen zu protegieren, die heute auftreten und aus dem heutigen Rumpf- und Torsowissen heraus ein neues Credo, ein neues Wissen schmieden. Denn viel kurzgeschürzter als das, was traditionell vom Alten geblieben ist, was aber eben von den Konfessionen verunstalter wird, viel kurzgeschürzter ist das, was die Menschheit in den letzten Jahrhunderten aufgestapelt hat und was sie heute dazu verwendet, um scheinbar Verbesserungen einführende Bewegungen in der Welt zu lancieren. Es ist ja jammervoll, wenn man heute sieht, wie allerlei sozialistische oder Frauenbewegungen oder dergleichen, die aus dem Torsowissen der letzten Jahrhunderte heraus gezimmert sind, glauben, daß sie die Welt bewegen können, während sie nur vorbeireden an dem, worauf es eigentlich ankommt.

[ 10 ] Man möchte sagen, man empfindet es heute ganz besonders schmerzlich, daß aus all dem Wissenstorso, aus diesem allseitig beschnittenen Wissen, das in den letzten drei bis vier Jahrhunderten von der Menschheit aufgestapelt worden ist, heute Lebensprogramme gemacht werden. Man ist gegenüber diesen Lebensprogrammen eigentlich in einer sonderbaren Lage. Es gibt heute Religionsgenossenschaften, sie leiten dem Wortlaute nach wenigstens dasjenige, was sie haben, von früheren Zeiten her, von Zeiten, in denen noch lebendig war das alte Mysterienwissen. Es wird nicht mehr verstanden innerhalb der Religionsgenossenschaften. Es wird nur dem Wortlaute nach tradiert, es ist ausgepreßt, eine ausgepreßte Zitrone geworden. Es ist eigentlich im Grunde genommen nicht mehr da. Es kann ja in einem gewissen Sinne von dem einen oder von dem andern durchdrungen werden, namentlich wenn der eine oder der andere zu dem vordringt, wozu ihm vorzudringen gewöhnlich seine Kirche verbietet. Dann kann er gerade aus dem traditionellen alten konfessionellen Wissen vieles gewinnen. Wenn zum Beispiel heute, unabhängig von dem, was ihm vorgeschrieben ist, der Katholik nachdenkt über die Trinität, über die Inkarnation, da kann er zu etwas sehr Bedeutsamem kommen. Und gescheiter wäre es in vieler Beziehung, über die Trinität nachzudenken oder auch über das Credo nachzudenken, als diejenigen Bewegungen zu protegieren, die heute auftreten und aus dem heutigen Rumpf- und Torsowissen heraus ein neues Credo, ein neues Wissen schmieden. Denn viel kurzgeschürzter als das, was traditionell vom Alten geblieben ist, was aber eben von den Konfessionen verunstalter wird, viel kurzgeschürzter ist das, was die Menschheit in den letzten Jahrhunderten aufgestapelt hat und was sie heute dazu verwendet, um scheinbar Verbesserungen einführende Bewegungen in der Welt zu lancieren. Es ist ja jammervoll, wenn man heute sieht, wie allerlei sozialistische oder Frauenbewegungen oder dergleichen, die aus dem Torsowissen der letzten Jahrhunderte heraus gezimmert sind, glauben, daß sie die Welt bewegen können, während sie nur vorbeireden an dem, worauf es eigentlich ankommt.

[ 11 ] Es beruht das — das muß schon gesagt werden — auf einem gewissen schier unbesieglichen Hochmut der heutigen Menschheit, auf jenem Hochmut, der durchaus nichts lernen will. Wenn irgend jemand hineingewachsen ist in eine Bewegung, in irgendeine Partei, dann fühlt er gewöhnlich, daß die Partei just das noch nicht erlangt hat, was er nun gerade auf dem Standpunkte des Lebens, auf dem er steht, von selber hat, und nun tradiert er das. Das ist gerade der Jammer der Gegenwart, daß so viel kurzgeschürztes Zeug als reformatorisch auftritt. Wirklich Fruchtbares kann heute nur geleistet werden, wenn hineinfließt in all das, was man so als weltbewegend auftreten lassen will, dasjenige, was jenseits der Schwelle der sinnlichen Welt erforscht werden kann. Denn sehen Sie, da draußen ist ein gewisses Gebiet des Geistes, jenseits des Teppichs der Sinneswelt. Wozu ist denn dieses Gebiet des Geistes da? Dieses Gebiet des Geistes, denken Sie doch nur, daß es dieselbe Welt ist, in der wir, wenn wir wachen, nicht mit unserem Bewußtsein sind, aber in Wirklichkeit sind wir ja mit unserem ganzen Organismus drinnen; denn indem wir stehen, indem wir gehen, sind wir ja in dieser Welt drinnen, wir sehen sie nur nicht. Wir gehen ja fortwährend durch diese Welt, wir sind ja in ihr, wir handeln in ihr, und wenn wir in ihr eine Politik machen wie die bolschewistische, dann schlägt das, was die Bolschewisten nicht sehen, zurück auf die Menschheit, weil die Bolschewisten nur eine Welt zimmern wollen aus dem, was sie sehen. Aber sie sind nicht in der Welt, die sie sehen; sie sind in der Welt, die jenseits des Teppichs der Sinneswelt ist. Wenn heute Frauenbewegungen auftreten und allerlei verlangen, so verlangen sie es aus dem heraus, was sie sehen; aber sie verlangen es für die Welt, die sie nicht sehen. Daher schlägt immer dasjenige zurück aus der Welt, in der wir ja sind, was in Wirklichkeit da ist, was aber in den Forderungen, die aufgestellt werden, nicht da ist, weil die Leute sich stemmen dagegen, irgend etwas aufzunehmen aus der geistigen Welt.

[ 11 ] Es beruht das — das muß schon gesagt werden — auf einem gewissen schier unbesieglichen Hochmut der heutigen Menschheit, auf jenem Hochmut, der durchaus nichts lernen will. Wenn irgend jemand hineingewachsen ist in eine Bewegung, in irgendeine Partei, dann fühlt er gewöhnlich, daß die Partei just das noch nicht erlangt hat, was er nun gerade auf dem Standpunkte des Lebens, auf dem er steht, von selber hat, und nun tradiert er das. Das ist gerade der Jammer der Gegenwart, daß so viel kurzgeschürztes Zeug als reformatorisch auftritt. Wirklich Fruchtbares kann heute nur geleistet werden, wenn hineinfließt in all das, was man so als weltbewegend auftreten lassen will, dasjenige, was jenseits der Schwelle der sinnlichen Welt erforscht werden kann. Denn sehen Sie, da draußen ist ein gewisses Gebiet des Geistes, jenseits des Teppichs der Sinneswelt. Wozu ist denn dieses Gebiet des Geistes da? Dieses Gebiet des Geistes, denken Sie doch nur, daß es dieselbe Welt ist, in der wir, wenn wir wachen, nicht mit unserem Bewußtsein sind, aber in Wirklichkeit sind wir ja mit unserem ganzen Organismus drinnen; denn indem wir stehen, indem wir gehen, sind wir ja in dieser Welt drinnen, wir sehen sie nur nicht. Wir gehen ja fortwährend durch diese Welt, wir sind ja in ihr, wir handeln in ihr, und wenn wir in ihr eine Politik machen wie die bolschewistische, dann schlägt das, was die Bolschewisten nicht sehen, zurück auf die Menschheit, weil die Bolschewisten nur eine Welt zimmern wollen aus dem, was sie sehen. Aber sie sind nicht in der Welt, die sie sehen; sie sind in der Welt, die jenseits des Teppichs der Sinneswelt ist. Wenn heute Frauenbewegungen auftreten und allerlei verlangen, so verlangen sie es aus dem heraus, was sie sehen; aber sie verlangen es für die Welt, die sie nicht sehen. Daher schlägt immer dasjenige zurück aus der Welt, in der wir ja sind, was in Wirklichkeit da ist, was aber in den Forderungen, die aufgestellt werden, nicht da ist, weil die Leute sich stemmen dagegen, irgend etwas aufzunehmen aus der geistigen Welt.

[ 12 ] Und diese Welt, dieses Gebiet hat natürlich seine Bedeutung im großen Kosmos. Wozu ist es denn da? Sehen Sie, wenn wir die Welt betrachten, in der wir leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so ist das eine andere Welt als diejenige, die hier hinter dem Sinnesteppich ist. Diese Welt, die wir betreten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, ist ein anderes Gebiet des Geistigen. Es ist dasjenige Gebiet des Geistigen, in dem im wesentlichen leben diejenigen Wesen, die wir anführen, wenn wir reden von den Hierarchien der Angeloi, Archangeloi und so weiter. Aber diese Welt jener Wesen der neun Hierarchien, diese Welt kann nur bestehen, wenn sie durch den physischen Menschen — und nur durch ihn kann sie es — in einen gewissen Verkehr, in einen Wechselverkehr tritt mit der Welt, die ich hier als das Gebiet der geistigen Welt jenseits des Sinnengebietes bezeichnet habe.

[ 12 ] Und diese Welt, dieses Gebiet hat natürlich seine Bedeutung im großen Kosmos. Wozu ist es denn da? Sehen Sie, wenn wir die Welt betrachten, in der wir leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so ist das eine andere Welt als diejenige, die hier hinter dem Sinnesteppich ist. Diese Welt, die wir betreten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, ist ein anderes Gebiet des Geistigen. Es ist dasjenige Gebiet des Geistigen, in dem im wesentlichen leben diejenigen Wesen, die wir anführen, wenn wir reden von den Hierarchien der Angeloi, Archangeloi und so weiter. Aber diese Welt jener Wesen der neun Hierarchien, diese Welt kann nur bestehen, wenn sie durch den physischen Menschen — und nur durch ihn kann sie es — in einen gewissen Verkehr, in einen Wechselverkehr tritt mit der Welt, die ich hier als das Gebiet der geistigen Welt jenseits des Sinnengebietes bezeichnet habe.

[ 13 ] Wenn Sie in einem Hause leben und Sie wollen in einen Verkehr treten mit der äußeren Welt, ohne hinauszugehen, dann müssen Sie zum Fenster hinausschauen. Wenn die Götter der neun Hierarchien in einen Verkehr treten wollen mit dieser Welt, dann müssen sie das durch den Menschen hindurch tun. Sie können das nicht direkt, sie müssen es durch den Menschen hindurch tun. Das ist ein Weltgebiet, das von den Göttern nur durch den Menschen hindurch betrachtet werden kann. Der Mensch muß aus der Welt, die er durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in diese physische Welt einziehen, um für die Götter zu vermitteln den Verkehr mit dieser Welt, die sich hier entwickelt (siehe Zeichnung Seite 165). Und diese Welt, die sich hier entwickelt jenseits des Sinnenteppichs, wozu ist die denn da? Die Welt, die außerdem noch da ist, die würde, wenn diese Welt nicht da wäre, sie würde nach allen Seiten zerstieben. Es ist die Welt, die sich nach allen Seiten zerstreuen würde (siehe folgende Zeichnung, Pfeile). Es ist die Welt, in der nur Abstoßungskräfte existieren. Und diese Welt hier, die jenseits des Sinnenteppichs liegt, die hält zusammen (Kreis) diese Welt. So daß wir sagen können: Indem der Mensch hinblickt auf die Welt jenseits des Sinnenteppichs, blickt er hin auf diejenige Welt, welche die Welt der zentripetal wirkenden Wesenheiten ist. Sie halten die Welt zusammen. Es ist die Tendenz vorhanden in der andern Welt, sich immer zu vergrößern, immer auszubreiten; diese Welt (Kreis) hält zusammen.

[ 13 ] Wenn Sie in einem Hause leben und Sie wollen in einen Verkehr treten mit der äußeren Welt, ohne hinauszugehen, dann müssen Sie zum Fenster hinausschauen. Wenn die Götter der neun Hierarchien in einen Verkehr treten wollen mit dieser Welt, dann müssen sie das durch den Menschen hindurch tun. Sie können das nicht direkt, sie müssen es durch den Menschen hindurch tun. Das ist ein Weltgebiet, das von den Göttern nur durch den Menschen hindurch betrachtet werden kann. Der Mensch muß aus der Welt, die er durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in diese physische Welt einziehen, um für die Götter zu vermitteln den Verkehr mit dieser Welt, die sich hier entwickelt (siehe Zeichnung Seite 165). Und diese Welt, die sich hier entwickelt jenseits des Sinnenteppichs, wozu ist die denn da? Die Welt, die außerdem noch da ist, die würde, wenn diese Welt nicht da wäre, sie würde nach allen Seiten zerstieben. Es ist die Welt, die sich nach allen Seiten zerstreuen würde (siehe folgende Zeichnung, Pfeile). Es ist die Welt, in der nur Abstoßungskräfte existieren. Und diese Welt hier, die jenseits des Sinnenteppichs liegt, die hält zusammen (Kreis) diese Welt. So daß wir sagen können: Indem der Mensch hinblickt auf die Welt jenseits des Sinnenteppichs, blickt er hin auf diejenige Welt, welche die Welt der zentripetal wirkenden Wesenheiten ist. Sie halten die Welt zusammen. Es ist die Tendenz vorhanden in der andern Welt, sich immer zu vergrößern, immer auszubreiten; diese Welt (Kreis) hält zusammen.

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[ 14 ] Aber mit dieser zentripetal wirkenden Welt kommen auch die Götter nur in Berührung durch den Menschen. Das ist der Sinn, daß der Mensch in den Kosmos eingetreten ist, daß die Welt der Götter in Beziehung kommen kann, in eine wahrnehmbare Beziehung, in einen Verkehr kommen kann mit dieser zentripetalen Welt.

[ 14 ] Aber mit dieser zentripetal wirkenden Welt kommen auch die Götter nur in Berührung durch den Menschen. Das ist der Sinn, daß der Mensch in den Kosmos eingetreten ist, daß die Welt der Götter in Beziehung kommen kann, in eine wahrnehmbare Beziehung, in einen Verkehr kommen kann mit dieser zentripetalen Welt.

[ 15 ] Diese zentripetale Welt, wenn sie gesehen wird von jenseits der Schwelle aus, ist kalt, eisig. Sie ist eine Welt, welche im Grunde genommen berührt so, wenn man sie empfindet, wie etwas Erstarrendes, wie etwas Verkalkendes, aber sie ist voller Weisheit. Sie ist gewissermaßen ganz gewoben aus weisheitsvollen Gedanken, aber kalt, starr, Frösteln hervorrufend. Und die kalte, starre Kraftwelt hält die andere Welt zusammen. Der Mensch ist nicht so organisiert, daß er diese Welt unmittelbar fühlt. Derjenige, der das Gebiet jenseits der Schwelle betritt, der empfindet dieses Frösteln, dieses kalte Zusammenziehen. Und es ist das ein Zeichen, daß man wirklich mit seinen Ich und mit seinem astralischen Leib in die Welt kommt, in die der Mensch jede Nacht eintritt, aber ohne das Bewußtsein, also sie nicht empfindet. Es ist das Zeichen, daß man bewußt eintritt, wenn man eintritt in eine Welt, die einen frieren macht, die einen lichtvoll durchdringt mit unbegrenzt intensiver Weisheit, die einen aber frieren macht. Ohne dieses Frieren, ohne dieses Sich-in-Erstarrung-Fühlen kann man zunächst nicht mit dem Ich und mit dem astralischen Leib sich jenseits der Schwelle fühlen.

[ 15 ] Diese zentripetale Welt, wenn sie gesehen wird von jenseits der Schwelle aus, ist kalt, eisig. Sie ist eine Welt, welche im Grunde genommen berührt so, wenn man sie empfindet, wie etwas Erstarrendes, wie etwas Verkalkendes, aber sie ist voller Weisheit. Sie ist gewissermaßen ganz gewoben aus weisheitsvollen Gedanken, aber kalt, starr, Frösteln hervorrufend. Und die kalte, starre Kraftwelt hält die andere Welt zusammen. Der Mensch ist nicht so organisiert, daß er diese Welt unmittelbar fühlt. Derjenige, der das Gebiet jenseits der Schwelle betritt, der empfindet dieses Frösteln, dieses kalte Zusammenziehen. Und es ist das ein Zeichen, daß man wirklich mit seinen Ich und mit seinem astralischen Leib in die Welt kommt, in die der Mensch jede Nacht eintritt, aber ohne das Bewußtsein, also sie nicht empfindet. Es ist das Zeichen, daß man bewußt eintritt, wenn man eintritt in eine Welt, die einen frieren macht, die einen lichtvoll durchdringt mit unbegrenzt intensiver Weisheit, die einen aber frieren macht. Ohne dieses Frieren, ohne dieses Sich-in-Erstarrung-Fühlen kann man zunächst nicht mit dem Ich und mit dem astralischen Leib sich jenseits der Schwelle fühlen.

[ 16 ] Das ist die Erfahrung, die da gemacht werden kann. Es ist etwas, was im Grunde genommen nur als Erfahrung erobert werden kann. Es muß eben im Sinne derjenigen Auseinandersetzungen, die Sie finden in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», die alle hinreichen, um diese Erfahrungen zu machen, wenn sie nur konsequent verfolgt werden, es muß eben das Gebiet jenseits der Schwelle betreten werden. Es ist ein wirkliches Gebiet, geradeso wirklich wie das Gebiet der Sinneswelt.

[ 16 ] Das ist die Erfahrung, die da gemacht werden kann. Es ist etwas, was im Grunde genommen nur als Erfahrung erobert werden kann. Es muß eben im Sinne derjenigen Auseinandersetzungen, die Sie finden in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», die alle hinreichen, um diese Erfahrungen zu machen, wenn sie nur konsequent verfolgt werden, es muß eben das Gebiet jenseits der Schwelle betreten werden. Es ist ein wirkliches Gebiet, geradeso wirklich wie das Gebiet der Sinneswelt.

[ 17 ] Aber wenn man das kennt, wenn man begreift, daß es dieses Gebiet gibt — man kann die Welt nicht verstehen, wenn man nicht begreift, daß es dieses Gebiet gibt —, dann wird einem auch etwas anderes klar sein, nämlich: warum der Mensch herumgeht in diesem Gebiet. Nicht wahr, der Mensch kann ja nicht herumgehen mit diesem fortwährenden Frösteln, mit diesem fortwährenden Frieren. Daher ist ja ihm zunächst für sein gewöhnliches Bewußtsein die Grenze errichtet. Der Mensch würde wahrlich schlechte Nächte erleben, wenn er bewußt erleben würde die Zeit zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Aber warum geht denn der Mensch — er geht ja auch, wenn er wach ist, in dieser selben Welt herum —, warum geht er dadrinnen herum? Er bringt in diese Welt, in diese Welt der zentripetalen Weltenkräfte, dasjenige hinein, was in seinem Inneren lebt. Und wenn wir das, was im menschlichen Inneren an Kräften lebt — wir werden davon morgen noch genauer sprechen —, wenn wir das genau ins Seelenauge fassen, so ist es so, daß wir es mit dem Namen Liebe benennen können, Wärme, Seelenwärme, und der Mensch trägt die Seelenwärme in dieses kalte Gebiet hinein. Er ist der Erwärmer dieses Gebietes. Das ist etwas, was zunächst zu seiner kosmischen Aufgabe gehört. Der Mensch ist der Erwärmer dieses Gebietes. Indem, wenn ich mich so ausdrücken darf, die Götter die Menschen geschaffen haben, haben sie geschaffen — nun lassen Sie mich trivial die Sache ausdrücken — die Öffnung gerade für dieses Gebiet, welches ihnen zusammenhalten muß die sonst auseinanderstiebende Welt.

[ 17 ] Aber wenn man das kennt, wenn man begreift, daß es dieses Gebiet gibt — man kann die Welt nicht verstehen, wenn man nicht begreift, daß es dieses Gebiet gibt —, dann wird einem auch etwas anderes klar sein, nämlich: warum der Mensch herumgeht in diesem Gebiet. Nicht wahr, der Mensch kann ja nicht herumgehen mit diesem fortwährenden Frösteln, mit diesem fortwährenden Frieren. Daher ist ja ihm zunächst für sein gewöhnliches Bewußtsein die Grenze errichtet. Der Mensch würde wahrlich schlechte Nächte erleben, wenn er bewußt erleben würde die Zeit zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Aber warum geht denn der Mensch — er geht ja auch, wenn er wach ist, in dieser selben Welt herum —, warum geht er dadrinnen herum? Er bringt in diese Welt, in diese Welt der zentripetalen Weltenkräfte, dasjenige hinein, was in seinem Inneren lebt. Und wenn wir das, was im menschlichen Inneren an Kräften lebt — wir werden davon morgen noch genauer sprechen —, wenn wir das genau ins Seelenauge fassen, so ist es so, daß wir es mit dem Namen Liebe benennen können, Wärme, Seelenwärme, und der Mensch trägt die Seelenwärme in dieses kalte Gebiet hinein. Er ist der Erwärmer dieses Gebietes. Das ist etwas, was zunächst zu seiner kosmischen Aufgabe gehört. Der Mensch ist der Erwärmer dieses Gebietes. Indem, wenn ich mich so ausdrücken darf, die Götter die Menschen geschaffen haben, haben sie geschaffen — nun lassen Sie mich trivial die Sache ausdrücken — die Öffnung gerade für dieses Gebiet, welches ihnen zusammenhalten muß die sonst auseinanderstiebende Welt.

[ 18 ] Das ist nur ein Beispiel — wir werden morgen andere hören, und zwar andere, welche dann ins soziale Gebiet hinüberführen, so daß wir einsehen, welche Mission das soziale Leben der Menschen auf Erden für den ganzen Kosmos hat — , aber dies ist nur ein solches Beispiel, wie von jenseits der Schwelle aus der Mensch sich zeigt mit einer Aufgabe, die sich nicht erschöpft in dem, worin man gewöhnlich sonst seine innerweltliche Aufgabe sieht, sondern wie der Mensch eine kosmische Aufgabe hat, wie er zu etwas da ist, was sozusagen im großen Weltenplane der göttlichen Geister liegt. Und wie man für das Dasein des Menschen als solchen einsehen muß, daß dieses Dasein eben dazu da ist, daß etwas im Weltenall geschieht, so muß man für alles, für die kleinsten Verrichtungen der Menschheit einsehen können, daß der Mensch wahrlich ein Glied dieses ganzen Kosmos ist, daß alles, was er tut, etwas bedeutet über das hinaus, was er zunächst mit seinem Bewußtsein wahrnehmen kann, etwas bedeutet im Zusammenhange mit dem ganzen Kosmos, daß man durch das Erweitern der gewöhnlichen kleinmenschlichen Empfindungen diese Empfindungen in kosmisches Weltempfinden umwandeln kann. Das ist das Wichtige in der Geisteswissenschaft. Und das ist das, was die Menschheit jetzt braucht.

[ 18 ] Das ist nur ein Beispiel — wir werden morgen andere hören, und zwar andere, welche dann ins soziale Gebiet hinüberführen, so daß wir einsehen, welche Mission das soziale Leben der Menschen auf Erden für den ganzen Kosmos hat — , aber dies ist nur ein solches Beispiel, wie von jenseits der Schwelle aus der Mensch sich zeigt mit einer Aufgabe, die sich nicht erschöpft in dem, worin man gewöhnlich sonst seine innerweltliche Aufgabe sieht, sondern wie der Mensch eine kosmische Aufgabe hat, wie er zu etwas da ist, was sozusagen im großen Weltenplane der göttlichen Geister liegt. Und wie man für das Dasein des Menschen als solchen einsehen muß, daß dieses Dasein eben dazu da ist, daß etwas im Weltenall geschieht, so muß man für alles, für die kleinsten Verrichtungen der Menschheit einsehen können, daß der Mensch wahrlich ein Glied dieses ganzen Kosmos ist, daß alles, was er tut, etwas bedeutet über das hinaus, was er zunächst mit seinem Bewußtsein wahrnehmen kann, etwas bedeutet im Zusammenhange mit dem ganzen Kosmos, daß man durch das Erweitern der gewöhnlichen kleinmenschlichen Empfindungen diese Empfindungen in kosmisches Weltempfinden umwandeln kann. Das ist das Wichtige in der Geisteswissenschaft. Und das ist das, was die Menschheit jetzt braucht.

[ 19 ] Gerade in den letzten drei bis vier Jahrhunderten ist die ganze zivilisierte Menschheit gewissermaßen herausgefallen aus ihrem himmlischen Gebiete, Sie hat sich nurmehr beschäftigt mit dem, was sich ergibt durch Geburt und Tod und zwischen Aufwachen und Einschlafen. Das ganze Leben setzt sich heute nur aus diesem zusammen. Aber dieses Leben ist dem Tode geweiht, dieses Leben, das ist ein allmählich absterbendes Leben. Und setzen Sie noch so viele sozialistische Theorien und ihre Umwandlungen in sogenannte Taten in dieses Leben hinein, die befördern nur den Niedergang. Setzen Sie noch so viele Frauenbewegungen in dieses Leben hinein und lassen Sie diese Frauenbewegungen nicht befruchtet sein von einer neuen Geisteswissenschaft, immer weniger und weniger wird dasjenige erreicht werden können, was man eigentlich instinktiv will mit solchen Frauenbewegungen und dergleichen.

[ 19 ] Gerade in den letzten drei bis vier Jahrhunderten ist die ganze zivilisierte Menschheit gewissermaßen herausgefallen aus ihrem himmlischen Gebiete, Sie hat sich nurmehr beschäftigt mit dem, was sich ergibt durch Geburt und Tod und zwischen Aufwachen und Einschlafen. Das ganze Leben setzt sich heute nur aus diesem zusammen. Aber dieses Leben ist dem Tode geweiht, dieses Leben, das ist ein allmählich absterbendes Leben. Und setzen Sie noch so viele sozialistische Theorien und ihre Umwandlungen in sogenannte Taten in dieses Leben hinein, die befördern nur den Niedergang. Setzen Sie noch so viele Frauenbewegungen in dieses Leben hinein und lassen Sie diese Frauenbewegungen nicht befruchtet sein von einer neuen Geisteswissenschaft, immer weniger und weniger wird dasjenige erreicht werden können, was man eigentlich instinktiv will mit solchen Frauenbewegungen und dergleichen.

[ 20 ] Man muß ja dasjenige, was heute befruchtet werden muß, immer an dem rechten Ende fassen. Oswald Spengler, der das Buch über den Untergang des Abendlandes geschrieben hat und wirklich aus wissenschaftlichen Voraussetzungen heraus richtig ausgerechnet hat, daß im Beginn des nächsten Jahrtausends der Untergang dieses Abendlandes unbedingt erfolgen muß — allerdings, wenn man nur das in Rechnung stellen kann, was Oswald Spengler zur Verfügung steht —, Oswald Spengler hat ja gewissermaßen recht: dieser Untergang wird wirklich erfolgen, wenn nicht von Geisteswissenschaft her ein Einschlag kommt. Den gibt er ja nicht zu, daher hat er recht von seinem Standpunkte aus, indem er nur über den Niedergang des Abendlandes schreibt. Aus dieser Niedergangsempfindung kann dieser Spengler, dieser Niedergangstheoretiker, manches bedeutungsvolle Wort sprechen. So zum Beispiel sagt er einmal recht treffende Worte über jene Spießerphilosophien oder Spießermystiken oder dergleichen, wie man es nennen will, die in der letzten Zeit aufgetreten sind, wie der Vegetarismus, die Reden über das Essen, so wie sie gewöhnlich geführt werden, namentlich wie sie in jenen Spießerjournalen geführt werden, die gewöhnlich in vegetarischen Restaurants aufliegen. Es ist eine Spießerphilosophie, es ist das Philiströseste, was sich denken läßt. Aber warum ist denn das so? Ist es im absoluten Sinne so? Ja, was da geredet wird, ist natürlich schon im absoluten Sinne spießig; aber man sah in den letzten drei bis vier Jahrhunderten nicht, was als Geist hinter diesen Dingen steckt. Die Leute reden ja heute nicht von dem Geist. Vegetarismus, Antialkoholismus und andere schöne Dinge, sie werden ja alle von dem pursten materialistischen Standpunkte aus erörtert. Was Geistiges dahintersteckt, wird ja nicht gesehen. Und so handelt es sich darum, daß gerade diese Dinge eigentlich gesiegt haben. Das Spießerige kommt ja davon her, daß die Leute, die heute anfangen möchten, spirituell zu werden, eigentlich im Grunde oftmals die schlimmsten Materialisten sind, weil sie die Begriffe der andern Materialisten aufnehmen und von denen aus dann irgendwie ein spirituelles System aufbauen.

[ 20 ] Man muß ja dasjenige, was heute befruchtet werden muß, immer an dem rechten Ende fassen. Oswald Spengler, der das Buch über den Untergang des Abendlandes geschrieben hat und wirklich aus wissenschaftlichen Voraussetzungen heraus richtig ausgerechnet hat, daß im Beginn des nächsten Jahrtausends der Untergang dieses Abendlandes unbedingt erfolgen muß — allerdings, wenn man nur das in Rechnung stellen kann, was Oswald Spengler zur Verfügung steht —, Oswald Spengler hat ja gewissermaßen recht: dieser Untergang wird wirklich erfolgen, wenn nicht von Geisteswissenschaft her ein Einschlag kommt. Den gibt er ja nicht zu, daher hat er recht von seinem Standpunkte aus, indem er nur über den Niedergang des Abendlandes schreibt. Aus dieser Niedergangsempfindung kann dieser Spengler, dieser Niedergangstheoretiker, manches bedeutungsvolle Wort sprechen. So zum Beispiel sagt er einmal recht treffende Worte über jene Spießerphilosophien oder Spießermystiken oder dergleichen, wie man es nennen will, die in der letzten Zeit aufgetreten sind, wie der Vegetarismus, die Reden über das Essen, so wie sie gewöhnlich geführt werden, namentlich wie sie in jenen Spießerjournalen geführt werden, die gewöhnlich in vegetarischen Restaurants aufliegen. Es ist eine Spießerphilosophie, es ist das Philiströseste, was sich denken läßt. Aber warum ist denn das so? Ist es im absoluten Sinne so? Ja, was da geredet wird, ist natürlich schon im absoluten Sinne spießig; aber man sah in den letzten drei bis vier Jahrhunderten nicht, was als Geist hinter diesen Dingen steckt. Die Leute reden ja heute nicht von dem Geist. Vegetarismus, Antialkoholismus und andere schöne Dinge, sie werden ja alle von dem pursten materialistischen Standpunkte aus erörtert. Was Geistiges dahintersteckt, wird ja nicht gesehen. Und so handelt es sich darum, daß gerade diese Dinge eigentlich gesiegt haben. Das Spießerige kommt ja davon her, daß die Leute, die heute anfangen möchten, spirituell zu werden, eigentlich im Grunde oftmals die schlimmsten Materialisten sind, weil sie die Begriffe der andern Materialisten aufnehmen und von denen aus dann irgendwie ein spirituelles System aufbauen.

[ 21 ] In dieser Beziehung sind ja selbst theoretische Konstruktionen außerordentlich interessant. Da gibt es zum Beispiel, wie ja die meisten von Ihnen wissen werden, in der Theosophischen Gesellschaft wirksam einen gewissen Leadbeater. Dieser Leadbeater hat allerlei Bücher geschrieben; besonders entzückt war eine große Anzahl von Leuten, als er so etwas wie eine okkulte Chemie geschrieben hat; sogar Gelehrte habe ich getroffen, die außerordentlich entzückt waren über diese okkulte Chemie. Was ist da eigentlich geschehen? Jener Mr. Leadbeater hat kennengelernt die materialistische Chemie der Gegenwart mit ihren Molekülen und Atomen. Diese materialistische Chemie der Gegenwart mit ihren Molekülen und Atomen beschreibt den Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, das Eisenoxyd, das essigsaure Natron und so weiter, baut sie auf auf diesen Molekülen und Atomen. Leadbeater baut die geistigen Welten, baut die Geister, baut die Engel und so weiter aus solchen Atomen auf. Er macht einen Spiritualismus aus dem Materialismus heraus. Ich habe Leute gesehen, die geradezu entzückt herumgelaufen sind, als unter den mancherlei Dingen — es schwammen ja manchmal, nicht wahr, auf der Suppe der Theosophischen Gesellschaft solche Fettaugen herum —, als ein solches Fettauge einmal herumgeschwommen war das sogenannte «permanente Atom». Dieses permanente Atom: ein merkwürdiges Ding! Der Mensch stirbt, kommt wiederum zur Welt; was ist es, was da herübergeht? Die Leute konnten sich natürlich nicht denken, daß der menschliche Organismus von Kräften konstituiert wird. Das wäre ihnen geradezu eine Unmöglichkeit, zu denken, wie der Gliedmaßenmensch sich hinüberorganisiert in das nächste Leben, wie das Haupt hinüberorganisiert ist aus dem vorhergehenden Leben, denn sie stellen sich beim Haupte und bei den Gliedmaßen nur etwas Grobmaterielles vor, das eben natürlich ins Grab versenkt wird. Daß da Kräfte drinnen sind und daß diese Kräfte eigentlich gemeint sind, wenn man so spricht, das können sie sich nicht vorstellen. Es muß doch etwas hinüber ins nächste Erdenleben. Da ist ein Atom von diesen ganzen Millionen, Milliarden von Atomen, eines; das geht durch die geistige Welt durch, dann gruppieren sich die Atome des nächsten Organismus wiederum um dieses eine Atom, das permanente Atom. Es war geradezu das Entzücken von theosophischen Leuten, wie dieses Fettauge, das permanente Atom, geschwommen hat auf der Wassersuppe der Theosophischen Gesellschaft — auf der geistigen Wassersuppe.

[ 21 ] In dieser Beziehung sind ja selbst theoretische Konstruktionen außerordentlich interessant. Da gibt es zum Beispiel, wie ja die meisten von Ihnen wissen werden, in der Theosophischen Gesellschaft wirksam einen gewissen Leadbeater. Dieser Leadbeater hat allerlei Bücher geschrieben; besonders entzückt war eine große Anzahl von Leuten, als er so etwas wie eine okkulte Chemie geschrieben hat; sogar Gelehrte habe ich getroffen, die außerordentlich entzückt waren über diese okkulte Chemie. Was ist da eigentlich geschehen? Jener Mr. Leadbeater hat kennengelernt die materialistische Chemie der Gegenwart mit ihren Molekülen und Atomen. Diese materialistische Chemie der Gegenwart mit ihren Molekülen und Atomen beschreibt den Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, das Eisenoxyd, das essigsaure Natron und so weiter, baut sie auf auf diesen Molekülen und Atomen. Leadbeater baut die geistigen Welten, baut die Geister, baut die Engel und so weiter aus solchen Atomen auf. Er macht einen Spiritualismus aus dem Materialismus heraus. Ich habe Leute gesehen, die geradezu entzückt herumgelaufen sind, als unter den mancherlei Dingen — es schwammen ja manchmal, nicht wahr, auf der Suppe der Theosophischen Gesellschaft solche Fettaugen herum —, als ein solches Fettauge einmal herumgeschwommen war das sogenannte «permanente Atom». Dieses permanente Atom: ein merkwürdiges Ding! Der Mensch stirbt, kommt wiederum zur Welt; was ist es, was da herübergeht? Die Leute konnten sich natürlich nicht denken, daß der menschliche Organismus von Kräften konstituiert wird. Das wäre ihnen geradezu eine Unmöglichkeit, zu denken, wie der Gliedmaßenmensch sich hinüberorganisiert in das nächste Leben, wie das Haupt hinüberorganisiert ist aus dem vorhergehenden Leben, denn sie stellen sich beim Haupte und bei den Gliedmaßen nur etwas Grobmaterielles vor, das eben natürlich ins Grab versenkt wird. Daß da Kräfte drinnen sind und daß diese Kräfte eigentlich gemeint sind, wenn man so spricht, das können sie sich nicht vorstellen. Es muß doch etwas hinüber ins nächste Erdenleben. Da ist ein Atom von diesen ganzen Millionen, Milliarden von Atomen, eines; das geht durch die geistige Welt durch, dann gruppieren sich die Atome des nächsten Organismus wiederum um dieses eine Atom, das permanente Atom. Es war geradezu das Entzücken von theosophischen Leuten, wie dieses Fettauge, das permanente Atom, geschwommen hat auf der Wassersuppe der Theosophischen Gesellschaft — auf der geistigen Wassersuppe.

[ 22 ] Diese Dinge sollen ja wahrhaftig nur gesagt werden, um anzudeuten, wie in der Gegenwart alles, auch das, was nach dem Geistigen streben will, angefressen ist von den materialistischen Vorstellungen der letzten drei bis vier Jahrhunderte, und wie man aus diesen Vorstellungen heraus muß, um zu irgendeinem Aufbau zu kommen. Allerdings, es ist in der Gegenwart schon so, wie ich gestern sagte: es gibt Kräfte, die durchaus dasjenige nicht heraufkommen lassen wollen, was der Menschheit irgendwie zu einem Neuaufbau dienen kann.

[ 22 ] Diese Dinge sollen ja wahrhaftig nur gesagt werden, um anzudeuten, wie in der Gegenwart alles, auch das, was nach dem Geistigen streben will, angefressen ist von den materialistischen Vorstellungen der letzten drei bis vier Jahrhunderte, und wie man aus diesen Vorstellungen heraus muß, um zu irgendeinem Aufbau zu kommen. Allerdings, es ist in der Gegenwart schon so, wie ich gestern sagte: es gibt Kräfte, die durchaus dasjenige nicht heraufkommen lassen wollen, was der Menschheit irgendwie zu einem Neuaufbau dienen kann.

[ 23 ] Sie können fragen: Will denn die Menschheit ihren Untergang? — Man kann doch nicht annehmen, daß die Menschen den Untergang der ganzen Zivilisation wollen. Die Beobachtung zeigt es, sie wollen ihn, denn sie leben automatisch im alten Stile fort. Ich will Ihnen erklären, warum sie das wollen. Ich brauche Sie nur auf eine einzige Erscheinung hinzuweisen, dann wird Ihnen diese Erscheinung eine Erklärung sein können. Haben Sie noch nicht Insekten im Zimmer herumfliegen sehen, wenn ein brennendes Licht da ist und diese Insekten sich in das brennende Licht hineinstürzen? Studieren Sie einmal dieses Phänomen, dann werden Sie die Stimmung der Gegenwartsmenschheit im Bilde haben. Man muß nur die Erscheinungen der Natur nehmen als das, was sie sind, als Symptome für Kräftewirkungen im Weltenall. Nun, wir werden ja morgen von diesen Dingen weiter sprechen und die Brücke gerade zu einem gewissen sozialen Vorstellen hin zu finden versuchen.

[ 23 ] Sie können fragen: Will denn die Menschheit ihren Untergang? — Man kann doch nicht annehmen, daß die Menschen den Untergang der ganzen Zivilisation wollen. Die Beobachtung zeigt es, sie wollen ihn, denn sie leben automatisch im alten Stile fort. Ich will Ihnen erklären, warum sie das wollen. Ich brauche Sie nur auf eine einzige Erscheinung hinzuweisen, dann wird Ihnen diese Erscheinung eine Erklärung sein können. Haben Sie noch nicht Insekten im Zimmer herumfliegen sehen, wenn ein brennendes Licht da ist und diese Insekten sich in das brennende Licht hineinstürzen? Studieren Sie einmal dieses Phänomen, dann werden Sie die Stimmung der Gegenwartsmenschheit im Bilde haben. Man muß nur die Erscheinungen der Natur nehmen als das, was sie sind, als Symptome für Kräftewirkungen im Weltenall. Nun, wir werden ja morgen von diesen Dingen weiter sprechen und die Brücke gerade zu einem gewissen sozialen Vorstellen hin zu finden versuchen.