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The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201

17 April 1920, Dornach

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Fünfter Vortrag

Lecture Five

[ 1 ] Es ist wohl aus den Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, klar geworden, daß man überhaupt die Konfiguration des Weltenalls, des räumlichen Weltenalls in seinen Bewegungen nicht so betrachten kann, wie das unter dem Einflusse der gegenwärtigen Wissenschaftsgesinnung geschieht. Es wird gewissermaßen da nicht nur alles ganz abgesondert vom Menschen betrachtet, sondern es werden auch die einzelnen Körper, die sich dem Augenschein nach als gesonderte Körper ergeben, isoliert vorgestellt, und dann werden ihre Wirkungen aufeinander in ihrer Isolierung ins Auge gefaßt. Das ist aber geradeso, als wenn man zum Beispiel am menschlichen Organismus einen Arm für sich betrachten und versuchen würde, diesen Arm für sich zu studieren, dann ein anderes Glied, und so aus dem Zusammenwirken der einzelnen Glieder dann den ganzen Organismus begreifen wollte. Es handelt sich darum, daß man den ganzen Organismus des Menschen ja nicht begreifen kann aus seinen einzelnen Teilen, sondern daß man die Betrachtung des Ganzen zugrunde legen und dann von dem Ganzen aus die einzelnen Teile betrachten muß,

[ 1 ] Our studies of the last few days will have made it clear to you that it is altogether impossible to look upon the configuration of the spatial Universe and its movements in the way that is adopted by modern science. For not only is the Universe regarded as entirely separate from Man, but even the separate celestial bodies, which appear to our sight as disconnected from each other, are each treated as being isolated, and then in their isolation their effects upon each other are observed. It comes to the same thing as if, for example, we were to study the human organism by examining first an arm and then a leg, in order afterwards to understand the complete organism from the way in which the single members work together. But the fact is, it is not possible to comprehend the human organism by studying its individual members; but all investigation of the body of man must have its starting point in the whole, from which we can then proceed to the separate parts.

[ 2 ] Dasselbe gilt von, sagen wir, unserem Sonnensystem, aber auch von unserem Sonnensystem in seiner Beziehung zu der ganzen sichtbaren Sternenwelt. Denn die Sonne, die anderen Planeten, der Mond, die Erde, sie sind ja nur Glieder in einem ganzen System. Und warum sollte denn zum Beispiel die Sonne abgesondert für sich als ein Körper betrachtet werden? Es ist ja durchaus gar nicht irgendein Grund vorhanden, die Sonne sich vorzustellen da, wo gerade das Auge sie sieht, und in den Grenzen darzustellen, in denen das Auge sie sieht. Man muß schon sagen, in bezug auf dasjenige, was da zugrunde liegt und verfehlt wird, hatte der Philosoph Schelling sehr recht, wenn er die Sache so wendete, daß er fragen wollte: Wo ist die Sonne anders als wo sie wirkt? Wenn die Sonne auf der Erde wirkt, so gehört eben dasjenige, was die Sonne auf der Erde wirkt, in den Bereich der Sonne hinein, und man tut sehr unrecht, wenn man aus einem Ganzen einen Teil herausnimmt und für sich betrachtet. — Das war aber das Bestreben der neueren, doch eben materialistischen Weltanschauung, die immer stärker und stärker sich geltend machte seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Und das ist auch das, wogegen Goethe sich Zeit seines Lebens, soweit er Naturwissenschaft getrieben hat, immer wenden mußte, gegen das auch jeder wahre Goetheanismus sich eben wenden muß. Schon Goethe hat ja darauf aufmerksam gemacht, daß man eigentlich die außermenschliche Natur nicht ohne Zusammenhang mit dem Menschen erfassen soll. So daß also eben durchaus, um zu verstehen, was in der außermenschlichen Natur vorgeht, die menschliche Wesenheit zugrunde gelegt werden muß. Wie wenig die Dinge wert sind, welche Ihnen in der äußeren Astronomie entgegentreten, das können Sie ja zum Beispiel aus dem Folgenden entnehmen.

[ 2 ] The same applies to the solar system, and also to the solar system in its relation to the whole visible stellar Universe. For the Sun, Moon, Earth and other planets are only parts of the whole system. Why should the Sun, for instance, be considered as an isolated body? There is absolutely no reason why we should imagine the Sun to be merely just where we see it, limited by the boundaries within which our eyes perceive it. In this connection the philosopher Schelling was quite correct when he declined to ask the question, ‘Where is the Sun?’ with any other meaning than ‘Where is his influence felt?’ If the Sun acts upon the Earth, the effects of such activity must belong of necessity to the sphere of the Sun; and it is very wrong to extract a part from a whole and study that part by itself. But this is the very thing the modern materialistic conception of the Universe has set out to do, and its influence has grown stronger and stronger ever since the middle of the fifteenth century. This it is against which Goethe always fought, when he was alive, in his labours in the realm of natural science, and against which all true followers of his science must also fight. Goethe found himself compelled to draw attention to the fact that we must not study Nature without Man, without keeping in mind the relation of Nature to Man. The study of natural phenomena outside Man must have its basis in the understanding of the nature of Man. The following example will show you the value of some of the assertions made by modern Astronomy.

[ 3 ] Man versucht, durch alle möglichen Erwägungen von einer gewöhnlichen, in einer elliptischen Bahn vor sich gehenden Bewegung der Erde um die Sonne zu sprechen. Man sagt, diese Bewegung der Erde um die Sonne, sie sei hervorgerufen durch jene tangentiale Stoßbewegung, von der ich Ihnen gestern am Ende der Betrachtungen gesprochen habe im Zusammenhange mit der Anziehungskraft der Sonne. Aber man kann doch nicht leugnen, wenn man von Anziehungskräften spricht — und man leugnet es auch nicht, weil es ja ganz absurd wäre —, daß nicht nur die Sonne die Erde anzieht, sondern auch die Erde die Sonne anzieht, so daß also eine Anziehungskraft oder Gravitationskraft nicht nur geübt würde — ich zeichne jetzt ähnlich wie die Astronomie zeichnet — von der Sonne gegenüber der Erde, sondern auch von der Erde gegenüber der Sonne (Tafel 9, oben).

[ 3 ] Modern Astronomy endeavours, with the use of all manner of arguments, to speak of an elliptic path of the Earth around the Sun; asserting that this motion was in the first place initiated by that tangential propulsion of which I spoke yesterday in connection with the gravitational attraction of the Sun. But Astronomy cannot, and does not, deny the fact that when speaking of attraction, not only does the Sun attract the Earth, but the Earth must also attract the Sun. This, however, obliges us to conclude that we cannot speak of a revolution in an elliptical path of the Earth around the Sun, for if the attraction be mutual we cannot have a one-sided motion of the Earth around the Sun, but both of them must revolve round a neutral point. In other words, this revolution cannot take place in a manner that would allow us to look on the Sun's centre as the pivot, but the pivot must be a neutral point situated between the centre of the Sun and the centre of the Earth.

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[ 4 ] Daraus aber muß man schließen, daß, weil sich die beiden Weltenkörper gegenseitig anziehen, man eigentlich gar nicht von einem Herumwandeln der Erde in einer Ellipsenbahn um die Sonne sprechen kann. Denn wenn die Erde die Sonne und die Sonne die Erde anzieht, gegenseitig, dann kann natürlich nicht einseitig die Erde sich bloß um die Sonne drehen, sondern dann handelt es sich darum, daß beide sich um einen neutralen Punkt drehen; daß also nicht etwa die Drehung so erfolgt, daß gewissermaßen der Mittelpunkt der Sonne als Drehpunkt in Betracht käme, sondern es muß ein neutraler Punkt zwischen den beiden Mittelpunkten, zwischen dem Erdenmittelpunkt und dem Sonnenmittelpunkt, der Drehpunkt sein. Ich erzähle Ihnen jetzt nicht etwas, was ich einwende gegen die Astronomie, sondern, was Sie in den astronomischen Büchern selber finden können. So muß man also annehmen, daß da zwischendrinnen irgendwie der Drehpunkt liege. Nur tröstet sich die Astronomie damit, daß die Sonne so groß ist, daß dieser Drehpunkt noch in ihr drinnen liegt. So daß also die Erde und die Sonne sich um diesen Punkt drehen würden, die Erde also nicht um die Sonne unmittelbar, sondern auch die Sonne dreht sich, aber um einen Punkt, der in ihr liegen würde. So weit ist also auch die äußere Astronomie, daß man spricht von einem Punkte, der nicht der Mittelpunkt der Sonne ist, sondern der da in der Verbindungslinie liegt. Aber er liegt noch innerhalb der Sonne selber. Ja, da kommt aber jetzt etwas anderes in Betracht. Erst mußte man ja diese ganze Größe der Sonne berechnen. Das ist ja Rechnungsergebnis. Es hängt also die Annahme, daß der Punkt noch innerhalb der Sonne ist, erst wiederum von der berechneten Größe der Sonne ab. Und so setzt man aus lauter Rechnungsresultaten etwas zusammen, was ganz selbstverständlich, weil man ja nach dem Augenschein rechnet, eine bestimmte, eingeschränkte Gültigkeit haben muß, was aber doch nicht maßgebend zu sein braucht für die wirkliche Wesenheit, die da zugrunde liegt.

[ 4 ] In telling you this I am not raising objections to Astronomy, I am merely telling you what you can find for yourselves in astronomical books. Thus we are compelled to admit the existence—somehow or other—of a pivot between the two spheres. Our Astronomy, by way of consoling itself, maintains that this pivot or point lies within the Sun itself. Both Earth and Sun, then, revolve around this point. And so, once again, we get no direct revolution of Earth round Sun, but the Sun also revolves, revolving however around a point lying within itself. Thus exoteric Astronomy has come so far as to assume as pivot a point that is not the centre of the Sun, but lies in the line connecting Sun and Earth, yet still within the Sun. But now we are confronted with another difficulty. The size of the Sun has first to be calculated. (The truth of the above assumption depends upon the calculated size of the Sun.) Upon the result of such calculation is built a conclusion which must of course possess a certain limited validity (the calculations being made from evidence of the senses), but which need not necessarily be the criterion by which we judge the real being of what lies behind nature's phenomena.

[ 5 ] Also darum handelt es sich, daß man, ich möchte sagen, der heutigen Astronomie ein wenig auf die Finger schaut, wie man jeder Wissenschaft heute auf die Finger schauen muß, damit man sieht, an welchen Punkten — und es gibt zahlreiche solche Punkte — diese Wissenschaft glatt über sich selber einfach hinausführt, wenn sie an gewisse schwierige Stellen kommt.

[ 5 ] Thus it is necessary to keep a strict eye upon modern Astronomy, as well as on other sciences, in order to discern the places—and they are numerous—where science over-reaches itself, and gets into difficulties.

[ 6 ] Sehen Sie, solche schwierigen Stellen, die lassen sich überhaupt nach dem Äußeren der Erscheinungen eigentlich gar nicht beurteilen, sondern man kommt nur zu einem wirklichen Ergebnis, wenn man eben das ganze Weltenall in seiner Beziehung zum Menschen zu erfassen in der Lage ist. Da muß man aber zuerst einmal diejenigen Dinge, die wir schon angegeben haben von Beziehungen des Menschen zum Weltenall, ins Auge fassen, und dann muß man noch manches andere hinzufügen, ehe man zu einem wirklichen Weltbilde kommen kann. Wir haben ja gestern damit geschlossen, daß wir gesagt haben, wir müssen uns erstens vorstellen die gewöhnliche wägbare Materie, also die, die wir abwägen können. Das Licht können wir nicht abwägen. Das Licht gehört nicht zur wägbaren Materie; die Wärme auch nicht, die gehört nicht zur wägbaren Materie. Wir müssen erst ins Auge fassen dasjenige, was wir abwägen können, und dann müssen wir dem Wägbaren gegenüberstellen eben den Äther. Und wir haben gestern gesagt, daß es eben unrichtig ist, so wie die Erde wägbare Materie hat, sich auch die Sonne vorzustellen. Sie ist eigentlich etwas, was weniger ist als Raum, sie ist eine Aussparung des Raumes, sie ist etwas Saugendes im Gegensatze zu dem Drückenden der wägbaren Materie.

[ 6 ] This difficulty cannot be settled by studying the outer aspect of the phenomena; we can only arrive at a true result by examining the Universe in its relation to Man. We must, in the first place, take note of the previously explained connections between the Universe and Man; and then we must add a good many other facts, before we can produce a perfectly true world-picture. We have said before that we must imagine, first of all, ordinary ponderable matter—matter that can be weighed. Light we cannot weigh; it does not belong to the realm of ponderable matter, neither does warmth (heat). First then, we must imagine the ponderable, then we must set over against this the ether. We said it is wrong to consider the Sun as consisting of ponderable matter like the matter of the Earth. The Sun is something which is actually less than space—so to speak, a ‘hollowing out’ of space; it is something that sucks in, in contradistinction to the pressure of ponderable matter.

[ 7 ] Und so haben wir es nicht nur zu tun in der Außenwelt, ich möchte sagen, mit einer Ansammlung von solchem saugenden Äther, sondern dieser saugende Äther verbreitet sich jetzt auch weiter. Überall ist neben der drückenden Kraft saugende Kraft vorhanden. Wir selbst tragen in unserem Ätherleib saugende Kraft in uns.

[ 7 ] And we have to do not only with an aggregation (in the Sun) of this absorbent ether in the outer Universe, but also with the fact that this ether is distributed far and wide, Everywhere we find, coexisting with the force of pressure, the absorbent force. We ourselves carry this force of suction in our own etheric bodies.

[ 8 ] Damit aber erschöpfen wir überhaupt das, was wir als Räumliches auffassen können. Drückende Kraft und saugende Kraft, das ist, was wir im Raume finden können. Es handelt sich aber darum, daß wir nicht nur unseren physischen Leib haben, der aus wägbarer Materie besteht, auch wägbare Materie aufnimmt und wieder abstößt; daß wir unseren Ätherleib haben, der aus saugendem Äther besteht; sondern wir haben dann unseren astralischen Leib, wenn wir das Wort «Leib» da anwenden dürfen. Was bedeutet das, daß wir unseren Astralleib haben? Daß wir unseren astralischen Leib haben, das bedeutet, daß wir etwas nicht mehr Räumliches in uns tragen, was aber zu dem Räumlichen in einer gewissen Beziehung steht. Daß eine Beziehung des Astralischen zu dem Räumlichen stattfindet, das können Sie ja einfach aus dem Folgenden entnehmen. Während wir wachen, füllt unser astralischer Leib den Ätherleib und den physischen Leib aus, beziehungsweise durchdringt sie. Nun wirkt aber der Ätherleib in uns anders, wenn wir wachen, als wenn wit schlafen. Es wird eine andere Beziehung hergestellt zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib, indem wir wachen. Diese andere Beziehung wird durch den Astralleib herbeigeführt. Der ist also etwas Tätiges. Er wirkt auf das Räumliche, obwohl er selbst nicht räumlich ist. Er ordnet und gliedert die Beziehungen des Räumlichen. Das, was da in uns geschieht, das Ordnen der Beziehungen des Räumlichen durch den Astralleib, das geschieht aber auch im Weltenall. Und es geschieht im Weltenall in der folgenden Weise.

[ 8 ] With this we completely exhaust all that we call Space. Pressure and Suction—these two, we find in Space. But not only do we possess our physical body, composed of ponderable matter which it assimilates and again expels, not only have we also an etheric body, composed of absorbent ether, but we have in addition an astral body—if we may use the term ‘body’ in this connection. What does the possession of this third body imply? It means that we have within us something that is no longer spatial, though it has a certain relation to space. This relationship can be proved when we realise that during waking hours the astral body interpenetrates the etheric and physical bodies. But the etheric body acts very differently when we are awake and when we are asleep. A different relation is established between the etheric and physical bodies when we wake, and this is caused by the astral body. It is active, and works upon the spatial, though it is not itself spatial. It brings order and organisation into the correlations of space. This organising activity of the astral body within us takes place also in the outer Universe, where it manifests in the following way.

[ 9 ] Sehen Sie, versuchen Sie jetzt, bloß, ich möchte sagen, mit dem Räumlichen zu rechnen, indem Sie diejenigen Raumgegenden in dem von uns überschaubaren Weltenraum ins Auge fassen, die uns eben angegeben werden in der äußeren Welt durch das, was wir den Tierkreis nennen (Tafel 10, links oben). Ich will gar nicht im besonderen auf diese Tierkreisbilder jetzt eingehen, sondern nehmen Sie nur die Himmelsrichtungen, auf die wir hinschauen, wenn wir uns gegen das Sternbild des Widders im sogenannten Tierkreis wenden, dann zu Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische. Da haben wir gewissermaßen zunächst nur darauf zu schauen, wie der uns als unser sichtbares Weltenall vorliegende Raum gegliedert wird. Und nur als Zeichen für diese Gliederung sei immer hingewiesen auf die betreffende Gegend; nur als Zeichen, in welcher Richtung wir den Raum abgrenzen wollen, sei hingewiesen auf die betreffenden Sternbilder im Tierkreise.

[ 9 ] Try for the moment to consider Space alone, and out of the whole visible Heavens, let us consider the regions that are indicated by the Zodiac. I do not intend here to deal in detail with the several Zodiacal signs, but let us consider the directions to which we look in the heavens when we turn, for instance, towards Aries (Ram), in the Zodiac; then Taurus, Gemini, Cancer, Leo, Virgo, Libra, Scorpio, Sagittarius, Capricorn, Aquarius and Pisces. All we have to note, in the first place, is that the space that lies before us as our visible Universe is divided in this way. The signs merely indicate the division, in so far as each of them denotes the boundary of a certain section of Space. Now we must not imagine that these directions of space can be treated in such a manner that one might say: ‘There is empty space, and I just draw a line somewhere into it’.

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[ 10 ] Nun handelt es sich darum, daß diese Raumrichtungen wirklich nicht etwas sind, was man damit charakterisieren kann, daß man sagt: Da ist leerer Raum, und ich ziehe in den leeren Raum hinein irgendeine Linie. — So etwas, was die Mathematik als Raum annimmt, gibt es überhaupt nirgends, sondern überallhin sind Kräftelinien, Kräfterichtungen, und diese Kräfterichtungen sind nicht gleich, sie sind untereinander verschieden, sie sind differenziert. Und man kann ja eben diese 12 Gebiete unseres sichtbaren Weltenalls dadurch unterscheiden, daß man sagt: Schaue ich in der Richtung nach dem Widder, so ist die Kraftwirkung eine andere, als wenn ich in der Richtung nach der Waage oder in der Richtung nach dem Krebs schaue. Das ist etwas, was allerdings zunächst der Mensch nicht zugeben will, solange er in der bloßen Sinneswelt verweilt. Aber in dem Augenblicke, wo der Mensch aufsteigt zum imaginativen Seelenerleben, empfindet er nicht gleichgültig die Richtung nach dem Widder oder Krebs, sondern er empfindet sie höchst differenziert. Sehen Sie, wenn ich Ihnen einen Vergleich geben will, so kann ich ihn durch folgendes geben. Denken Sie sich einmal, Sie ordnen sich im Kreise herum zwölf Personen, und zwar nach dem Gesichtspunkte, wie sie Ihnen sympathisch oder antipathisch sind. Sie stellen nach der einen Richtung hin die sympathischsten Personen, dann die weniger und immer weniger sympathischen; jetzt kommen die antipathischen auf der andern Seite. Denken Sie sich, Sie ordnen so um sich herum Personen an, bei denen Sie differenzieren in Graden von ' Sympathie und Antipathie. Es braucht ja nicht persönlich zu sein, das kann ja meinetwillen nach dem Aussehen sein oder so etwas — nicht wahr, es kann ja eine gewisse Objektivität darinnen sein. Dann werden Sie sich herumdrehen, und Sie werden durchgehen durch 12 Bilder und zu gleicher Zeit ein sehr abgestuftes, differenziertes Empfinden haben. Dieses abgestufte, differenzierte Empfinden hat der Mensch, wenn er zum imaginativen Wahrnehmen aufsteigt, sobald er sich um das Himmelsgewölbe herum bewegt. Es tauchen einfach diese Grade des Empfindens, sogar diese Grade des Anschauens auf. Das ist in dem Augenblicke der Fall, wo der Mensch aus der Gleichgültigkeit des gewöhnlichen Sinneslebens herauskommt. Man hat es also da nicht zu tun mit etwas Gleichgültigem im Raume, sondern man hat es zu tun damit, daß der Raum um uns herum auf uns in sehr differenzierter Weise wirkt.

[ 10 ] There simply does not exist such a thing as mathematics calls ‘Space’; but everywhere are lines of force, directions of force, and these are not equal, they vary, they are differentiated. We can distinguish between these twelve regions by realising that if we turn in the direction of the sign Aries, the force we experience is a different one than it would be had we faced the sign Libra or Cancer. In each direction the force differs. Man will not admit this, as long as he lives merely in the world of the senses; but as soon as he ascends to the Imaginative life of the soul, he no longer experiences the directions in space as the same when facing Aries or Cancer, but feels their influence upon him as greatly differentiated. To give you a parallel, I might put before you the following. Imagine that you arrange round you a circle of twelve persons in such a manner that those most sympathetic to you occupy one part of the circle, then come the less sympathetic, until on the other side you have all those who are antipathetic to you. (We are not, imagining the degree of sympathy or antipathy to result from any personal emotion; it may be merely a matter of outward appearances.) Now if you turn round within the circle, twelve pictures pass before your vision and at the same time you experience a graduated series of differentiated sensations. Man becomes aware of such a series of sensations if, after attaining to Imaginative perception, he moves around within the Zodiac. A similar gradation of sensation, a similar gradation of vision is produced in him, and it takes place within him the moment he escapes from the indifference of ordinary sense-existence. So when we are dealing with these various sections of space there is no sameness, for we must realise that each of these directions exerts a different influence upon us.

[ 11 ] Sehen Sie, da kommt etwas zutage, was mit der ganzen Entwickelung des Menschen zusammenhängt. Würde der Mensch stehen geblieben sein bei der alten Art des Bewußtseins, wo er ein atavistisches Bilderbewußtsein hatte, dann würde auch bei diesem atavistischen Bilderbewußtsein ein sehr starkes Differenziertsein schon vorhanden sein. Er würde gewissermaßen unangenehm berührt sein von der einen Himmelsgegend, angenehm berührt sein von einer andern Himmelsgegend und so weiter. Aber der Mensch ist herausgerissen aus diesem Spiel, in das er einmal hineingestellt war. Er ist gerade dadurch herausgerissen, daß er in die Sinneswelt durch seine gegenwärtige Organisation versetzt ist. Daß der Mensch aber für den Weltenraum organisiert ist, das ist durch gewisse Erscheinungen auch heute noch äußerlich erfahrungsgemäß zu belegen. Denn es ist kein Unsinn, daß einfach gewisse Krankheiten besser heilen, wenn man den Kranken mit seinem Bette in die ostwestliche Richtung legt. Das ist kein Aberglaube, das ist etwas, wovon sich jeder empirisch gut überzeugen könnte, wenn er will. Das soll aber nicht eine Anempfehlung sein, daß sich jeder nun sein Bett in irgendeiner Weise stellen soll! Ich habe so viel nach dieser Richtung erlebt, daß es notwendig ist, daß ich solche Dinge immer hinzufüge. Denn was nach dieser Richtung alles erlebt werden kann, davon könnten unzählige Beispiele angeführt werden. So zum Beispiel ist es einmal geschehen — es war noch in Berlin —, als eine Anthroposophiestunde zu Ende war, ich einen gewissen Wert darauf legte, daß ich mich nicht erst niederzusetzen brauchte, um Gummischuhe anzuziehen, wenn es regnete, sondern daß ich das auch im Stehen machen konnte, wobei man dann auf einem Bein stehen muß für kurze Zeit. Ich sagte, der Mensch muß doch auch auf einem Bein stehen können. Das faßten einige Anthroposophen so auf, daß auf dem Umwege über London zurückkam, daß man in der Anthroposophischen Gesellschaft den Mitgliedern als esoterische Übung aufgibt, um Mitternacht eine Weile auf einem Bein zu stehen. Nun, sehen Ste, solche tiefen Gründe haben manche Dinge, die über uns gesagt werden. Es figurieren zahlreiche solche Mitteilungen, die dann wiederum in dem oder jenem Zeitungsartikel von gut- oder übelwollenden Leuten, meistens übelwollenden, erscheinen. Also ich will durchaus, wie gesagt, nicht darauf hinweisen, daß nun jeder sich sein Bett in einer gewissen Weise stellen soll. Aber es muß eben anerkannt werden, daß solche Erscheinungen, die ins Beliebige vermehrt werden könnten, durchaus zeigen, daß der Mensch auch heute noch in den Untergründen seines Wesens Beziehungen hat zu den Raumdifferenzierungen, die draußen sind und in die er eingespannt ist. Aber wodurch hat der Mensch solche Beziehungen?

[ 11 ] You see, here comes to light a fact intimately connected with the whole evolution of Man. Had he remained at the stage of the old consciousness, the atavistic picture-consciousness, he would still experience strongly the actuality of this differentiation in the various sections of the heavens; he would have been conscious of a sensation of sympathy towards one direction of Space and antipathy towards another. Man has however been extricated from this play of forces by which at one time he was consciously surrounded, and he has been extricated from it just through the fact that his present organisation has placed him into the sense-world. But that Man is really organised in accordance with cosmic laws can even now be proved, and by quite external experiments, if attention is paid to certain phenomena. For it is by no means mere nonsense to say that certain sicknesses can be cured more quickly if the bed of the patient is placed in the direction of East to West. It is no superstition but a fact capable of definite proof. But this is not intended as a recommendation to each of you to place your bed in a certain position! I have had so many experiences in this direction, that I feel it necessary to interject here a word of warning! It once happened to me in Berlin, for instance, that at the end of an anthroposophical discourse. I laid a certain emphasis upon the fact of being able to put on my galoshes when it was raining, without sitting down, saying that this could be done by first standing upon one leg and then upon the other, and I added ‘And one ought to be able to stand upon one leg!’ This was taken by some anthroposophists in such a way that I found upon returning from London to Berlin, that members of the Anthroposophical Society there were being recommended, as esoteric training, to stand upon one leg for a short time at midnight! Many assertions made about us have just as good a foundation. Time and again things of this sort get said and then find their way into this or that newspaper article by the pen of some well- or ill-disposed person—generally the latter. So I repeat, I have no wish at all to recommend you each to place his bed in one particular position. Nevertheless, this fact and many others show that even today, in the inner or subconscious part of his being, Man still stands in a certain relation to these exterior spatial differentiations, into which he has been placed.

[ 12 ] Der Mensch hat solche Beziehungen durch seinen astralischen Leib. Der astralische Leib stellt diese Beziehungen her. Das kann nur dadurch sein, daß der Mensch durch seinen astralischen Leib in eine astralische Welt, also in eine Welt, die zwar in den Raum hinein wirkt, die aber selbst nicht räumlich ist, hineingestellt ist. Wir fassen dasjenige, was hier als Tierkreis aufgezeichnet ist, dann richtig auf, wenn wir es als Repräsentation der äußeren astralischen Welt auffassen.

[ 12 ] Now through what means does Man possess these relationships? He possesses them through his astral body, which establishes these relations. They are only possible to him because through his astral body Man is a denizen of an astral world, a world which though acting upon Space is not itself spatial. We only conceive the Zodiac in its full meaning when we treat it as the representative of the astral world beyond.

[ 13 ] Sehen wir jetzt ab von den astronomischen Theorien, sehen wir auf dasjenige, was sich dem Augenschein darbietet. Wir wissen ja, daß, scheinbar oder wirklich, die Sonne den Tierkreis durchläuft in verschiedenster Weise: täglicher Lauf, jährlicher Lauf und wiederum der Lauf durch das platonische Jahr, was ich Ihnen ja gestern dargestellt habe durch die Wanderung des Frühlingspunktes. So daß wir sagen können, dasjenige, was auf uns wirkt aus diesem saugenden Ätherball Sonne, das wirkt in einer verschiedenen Art, weil es ja durch verschiedene Raumdifferenzierungen durchgeht. Bald kommt es von jener Raumdifferenzierung, die durch den Widder angegeben wird, bald von einer anderen Raumdifferenzierung her.

[ 13 ] And now, without having regard to present-day astronomical theories, let us examine these phenomena which appear to our sense of vision. We know that either actually or apparently the Sun passes through the Zodiac in various ways; in its daily course, in its yearly course, and again in its course through the Platonic year, through the precession of the equinoxes. This points to the fact that the effects upon us of that absorbent ether ball called Sun vary greatly, as they come from the different directions of Space. At one time the Sun's workings impinge upon us from a part we call Aries, at another time from a different section and so on.

[ 14 ] Nehmen wir nun einen Bewohner unserer Gegenden, so müssen wir sagen, zu irgendeinem Zeitpunkte ist uns zugewendet die eine Hälfte dieser Sternbilder; die andere ist durch die Erde verdeckt. Wir stehen dieser Raumdifferenzierung so gegenüber, daß wir dem einen Teil direkt zugewendet sind, während zwischen dem andern und uns die Erde ist. Das ist jedenfalls etwas, was mit keiner scheinbaren oder wirklichen Bewegung zu tun hat, sondern das ist eine Tatsache, daß wir in irgendeinem Zeitpunkte direkt zugewendet sind dem einen Teil des Tierkreises, und daß zwischen uns und dem anderen Teil eben die Erde sich hineinschiebt. Nun stellen wir uns diese Raumdifferenzierungen vor, wenn sich die Erde hineinschiebt. Was muß denn das bedeuten? Das muß bedeuten, daß dann, wenn uns zum Beispiel diesen unteren Teil die Erde zudeckt (in der Zeichnung wird dieser Teil schraffiert), die eine Hälfte hier direkt wirkt; die andere Hälfte wirkt nicht direkt, sondern durch ihre Abwesenheit. Wir haben also einmal die direkte Wirkung der differenzierten Raumgebiete, das andere Mal haben wir die Wirkung der Abwesenheit dieser Differenzierungen, des Nichtdaseins dieser Differenzierungen. Das ist etwas, was in uns tätig ist, was in uns gewissermaßen bewirkt, daß wir die Möglichkeit haben, dasjenige, was direkt auf uns wirkt, in irgendeine Beziehung zu bringen mit dem, was abwesend ist, demgegenüber es uns erspart ist, in seinem direkten Einflusse zu sein.

[ 14 ] Taking the case of an inhabitant of our own part of the globe, we can see that at any given time he has facing him one half of the Zodiacal signs, while the other half is obscured by the Earth. In other words, we are so placed in relation to this differentiation of Space, that we are turned directly towards the one part of the Zodiac while between the other and ourselves stands the Earth. Obviously this has nothing whatever to do with either an actual or an apparent motion; it is a simple fact that at any given moment we face one part of the Zodiac, while the other part is intercepted by the Earth. Now please try to imagine these sections of space with our Earth obscuring some of them. What does it signify for us? It is plain that the one half will influence us directly, the other not directly, but rather, shall I say, through its absence. At one time we have the direct working of these differentiated regions of space, at another time the working of their absence, the effect, as it were, of their non-presence. This fact is something which is active within us and enables us to some extent to bring into a kind of relationship that which is working directly upon us and that which is absent, from whose direct influence we are removed. For it opens up another possibility.

[ 15 ] Das gibt uns aber zu etwas anderem Gelegenheit. Nehmen wir an, in der Richtung aus dem Krebs komme eine gewisse Wirkung; ihr würde entgegenstehen eine Wirkung aus dem Steinbock; aber die wird uns weggenommen, so daß ich also die Krebswirkung in mir habe, ihr gegenüber die weggenommene Steinbockwirkung (Pfeile). Dadurch ist die Krebswirkung in einer gewissen Weise mir anheimgestellt. Ich kann ja nicht in derselben Weise auf mich wirksam haben das Abwesende, wie dasjenige, was da ist. Dadurch bekomme ich einen gewissen Einfluß auf dasjenige, was auf mich wirkt, daß ihm entgegensteht der weggenommene Gegensatz. Dadurch, daß ich auf der Erde stehe, werden die Wirkungen des Himmlischen auf mich andere, als wenn ich ihnen frei schwebend im Raume ausgesetzt wäre.

[ 15 ] Let us say, from the direction of the Sign Cancer proceeds a certain kind of influence. This would be opposed by an influence from Capricorn, but the latter is taken away, is intercepted. Consequently I have in me the influence of Cancer and opposed to it the intercepted Capricornian influence; the influence of Cancer is thereby in a sense left in me, put into my hands, as it were. Of course, that which is absent cannot act upon me in the same way as that which is present; but I gain a certain influence as regards the Sign that acts upon me by reason of the opposition to its intercepted antithesis. Through the fact that I stand upon the Earth the celestial influences become quite different to what they would be, were I hovering freely in Space and directly exposed to them all.

[ 16 ] Fassen Sie das nur einmal richtig ins Auge, dann werden Sie sehen, daß Sie nicht einfach sagen können: Da oben ist Widder, Stier, Zwillinge, Krebs und so weiter, und unten ist das und das; sondern Sie werden das Ganze in einer gewissen Weise als eine Organisation auffassen müssen, in die Sie eingespannt sind. Und wenn Sie dadurch, daß die Erde sich bewegt, von Sternbild zu Sternbild vorrücken, dann werden Sie durchgetrieben durch die verschiedenen direkten Einflüsse. Sagen wir also, hier war Ihnen der Skorpioneinfluß noch weggenommen, er war nicht in Ihnen. Jetzt werden Sie gegen ihn vortreiben. Dabei ist es so, als wenn Sie hier auf der Erde essen. Sie haben vorher Hunger gehabt; da waren die Nahrungsstoffe nicht in Ihnen; nachher essen Sie, da sind die Nahrungsstoffe in Ihnen. Hier war der Skorpioneinfluß noch nicht da; hier ist er in Ihnen wirksam. Also Sie gehen Beziehungen ein zu der umliegenden Welt, indem Sie durch die Erdenbewegung in andere Verhältnisse kommen zu dieser umliegenden Welt. Aber nimmt der Mensch in seinem Bewußtsein etwas wahr von diesem Einflusse jetzt, wo er in der physischen Welt ist? Nein, das sagten wir ja gerade vorhin. Die physische Welt entzieht den Menschen diesen Einflüssen. Er gerät aber sofort in sie hinein, wenn er mit seinem astralischen Leibe und mit seinem Ich aus seinem physischen Leib und Ätherleib herauskommt und draußen ist. Da ist er all diesen Einflüssen sehr klar und stark ausgesetzt. Da wirken diese außerirdischen himmlischen Einflüsse auf dasjenige, was dann außerhalb des physischen und Ätherleibes ist, so stark, wie die Nahrungsmittel auf den physischen Leib wirken. Gerade das Untertauchen in den physischen Leib entzieht den Menschen den äußeren Einflüssen. Wir können auch daher den menschlichen astralischen Leib als dasjenige betrachten, was gewissermaßen zum Himmlischen, nicht zu dem Irdischen gehört, indem wir ihn zuordnen den außerirdischen Einflüssen dann, wenn er außerhalb des physischen Leibes mit dem Ich ist.

[ 16 ] I want you to note this point specially, and then you will realise that you cannot simply say: Above us we have the Signs Aries, Pisces, Aquarius, etc., and below Libra, Virgo, and so on, but you will have to conceive the whole as an organisation, with yourself harnessed into it. And as you progress, on account of the Earth's revolution, from sign to sign you are being carried through all these direct influences in turn. Here at one point, the Scorpio influence was taken away from you, and there at another point you have been carried into it. An analogy is the taking of food; you were hungry, the food was not there within you, but after the meal the food is present within you. The Scorpio influence was absent here, but at this other point became active. And so we form connections with the surrounding Cosmos as we come into different relations with it through the movement of the Earth. But is Man conscious of these varying influences, while yet on the physical plane? No, he is not; we have seen that the physical world takes him away from them. But the moment he withdraws with his astral body and Ego from his physical and etheric bodies, he finds himself within these forces; they act directly and strongly upon him. These extra-earthly, heavenly influences then make onset upon that part of Man which is no longer connected with the physical and etheric; they act upon it as powerfully as food upon the physical body. It is just this descent into the physical that is the cause of Man's withdrawal from these outer influences. We may therefore consider the astral body as being in a sense part of the celestial, and not of the terrestrial Universe, for when, together with the Ego, it is outside the physical body, we have to co-ordinate it to the non-terrestrial influences.

[ 17 ] So können wir auf diese Art darauf kommen, wie der Mensch dadurch, daß er nicht durch die Organe seines physischen Leibes wirkt, daß er durch dieses Nichtwirken mehr oder weniger schlafend ist, daß er dadurch den himmlischen Einflüssen ausgesetzt ist. Sie brauchen sich jetzt nur daran zu erinnern, daß ja der Mensch sich eigentlich hereinschläft in die Welt. Wir sind als kleine Kinder mehr oder weniger schlafend. Daher sind wir als kleines Kind auch, weil wir mehr oder weniger schlafend sind, viel mehr den Einflüssen des Außerirdischen ausgesetzt als später. Wir arbeiten uns immer mehr und mehr in die irdischen Verhältnisse erst hinein. Aber als Kind ist auch noch das, was innerhalb unserer Haut gelegen ist, plastisch, wird noch mehr gestaltet als später. Immer weniger wird das, was innerhalb unserer Haut ist, gestaltet, ja, von einem gewissen Zeitpunkt an, der aber allerdings erst in ein späteres Lebensalter fällt, nurmehr sehr wenig. Daraus sehen Sie aber, daß die Gestaltung nach innen hinein in einer gewissen Beziehung steht zu den Bewegungen und zu den Konfigurationen der außerirdischen Welt. Das aber, was gegenüber unserem Bewußtsein immer schlafend sich verhält wie, sagen wir, unsere Herztätigkeit, unsere Verdauungstätigkeit; was also innerhalb unserer Haut vor sich geht, was da so bewirkt wird, wie wenn ich bewußt Schritte mache, was aber nach innen geht, das bleibt auch unser ganzes Leben unter dem Einfluß des Außerirdischen.

[ 17 ] By considering the matter in this way, we are gradually brought to the conclusion that Man becomes receptive to these celestial forces in so far as he ceases to act through the organs of his physical body—that is to say, when he is, through this non-activity, more or less in a state of sleep. Man as a child is always more or less asleep, therefore the child is much more receptive to the celestial influences than the man. As he grows up he works his way further and further into earthly conditions. During childhood, all that is within the skin is still plastic and in a state of formation. The formative powers become less and less active with the years, until, at a considerably later point in life, they become very small indeed. This shows that the inner physical formation-process stands in a certain relation to the movements and configurations to the outer celestial Universe. But the part of our being which, as far as consciousness is concerned, remains in a continual state of sleep—such as our heart-activity, our digestive processes, etc.; in fact, all the inner physical processes—all this part of our being remains under the influences of the super-physical during the whole of our life. (These processes are induced in the same way as is the process that goes on when I take a step forward consciously, only they are all directed inward instead of outward.)

[ 18 ] Nehmen Sie ein Charakteristisches: Durch die Bewegungen, dutch die inneren Bewegungen des Darmes, wird der Speisebrei weitergetrieben. Da finden Bewegungen statt. Diese Bewegungen sind innerhalb der menschlichen Haut. Solche Bewegungen innerhalb der menschlichen Haut sind abhängig von dem Außerirdischen. Im Grunde genommen ist der Mensch als solcher nur abhängig von dem Irdischen, von dem wirklich wägbaren Irdischen, insoweit er auf der Erde herumwandelt, in Dingen, die mit ihm vorgehen außerhalb seiner Haut. In dem Augenblicke, wo irgend etwas in Tätigkeiten übergeht, die innerhalb unserer Haut liegen, in dem Augenblicke beginnen in unserer Organisation Tätigkeiten, die mit Äußerirdischem zusammenhängen. Wenn Sie ein Stück Zucker nehmen und es in der Hand halten, dann fühlen Sie sein Gewicht irdisch; Sie fühlen seinen Druck, ob es hart oder weich ist; Sie schauen es an: es ist weiß; Sie heben es bis zum Munde. Das alles ist noch irdisch. In dem Augenblicke, wo Sie es auf der Zunge auflösen und in das Gebiet Ihres Schmeckens aufnehmen, in dem Augenblicke steht es unter Prozessen, die nicht mehr bloß irdisch sind, sondern die von Außerirdischem abhängig sind. Wir müssen, um die Wirkungen des Außerirdischen zu suchen, in das hineingehen, was innerhalb der menschlichen Haut liegt.

[ 18 ] Let us take a characteristic example. By means of the inner movements of the intestines the chyme is propelled further on its path. These are internal movements within the boundary of the human skin, and therefore, as we have said, dependent upon what is beyond the Earth. Fundamentally, Man as Man is dependent only upon the terrestrial, upon ponderable-terrestrial matter, in all that affects him from outside his skin. But the moment any outer act or circumstance is translated into activity within the skin, then there begins in his organism an activity that is related to the super-sensible. When you take a piece of sugar into the palm of your hand, you feel its weight physically, you raise it to your lips; the process is still physical. But as soon as you dissolve it on the tongue and it enters the sphere of taste, it no longer remains within the scope of Earthly processes but becomes subject to extra-Earthly forces.

[ 19 ] Das führt Sie darauf, einzusehen, wie, wenn Sie äußerlich Ihren ganzen Menschen herumtragen, Sie im irdischen Bereich sind. Sobald Sie auch nur in die physische Organisation hineinkommen, sind Sie nicht mehr im irdischen Bereiche, sondern da kommen Sie in den Bereich dessen, was abhängig ist vom Außerirdischen. Sie können sich ja am besten davon überzeugen, daß in Ihnen etwas sein muß, was nicht im Irdischen aufgehen darf, indem Sie sich an die Ihnen ja oftmals erwähnte Tatsache erinnern, daß das menschliche Gehirn im Gehirnwasser schwimmt. Das menschliche Gehirn wäre so schwer, wenn es nicht im Gehirnwasser schwimmen würde, daß es auf die Organe am Schädelboden so stark drücken würde, daß die Blutgefäße zerdrückt würden. Sie brauchen ja nur irgendein Handbuch in die Hand zu nehmen, in dem solche Dinge stehen, und Sie werden sehen, wie schwer das menschliche Gehirn ist. Wenn Sie den «Bischoff» in die Hand nehmen, so werden Sie ja sehen, daß der merkwürdigerweise das Frauengehirn immer viel leichter genommen hat als das Männergehirn, was ja allerdings in einer für die Frauen sehr angenehmen Weise ad absurdum geführt worden ist, indem das Gehirn des Bischoff selber, das dann untersucht worden ist, sich als viel leichter erwiesen hat als die sämtlichen Frauengehirne, die da von Bischoff untersucht worden waren. Das ist nur so ein Intermezzo, das einmal glossiert die menschlichen Urteile in solchen Dingen.

[ 19 ] In order to find the working of the extra-Earthly, we must penetrate into what is enclosed within the human skin. This will lead you to the realisation of the fact, that while you go about in the world, bearing round with you, as it were, your whole man, you are in the realm of the Earthly. But as soon as you come within, even only within the physical organisation, you are no longer in the realm of the Earthly, but have entered a sphere dependent upon extra-Earthly forces. You can easily prove for yourselves the fact that within you resides something that is not merged into earthly existence, if you carry your memory back to the oft-repeated fact, that the human brain floats in the meningeal fluid. If this were not the case, the pressure of the brain upon the organs placed on the floor of the skull would crush all the blood vessels. Any text book dealing with such matters will tell you the weight of the brain. If your choice is a ‘Bischoff’, you will notice he asserts that the female brain is much lighter than that of a male, which assertion was rendered absurd later on, to the delight of the ladies, when it was found upon examination, that the brain of Bischoff himself proved to be a good deal less in weight than the lightest of the female brains examined by him. This is only by the way, as an example of the general value of human judgements.

[ 20 ] Also dieses Gehirn, das ja ein sehr bedeutendes Gewicht hat, jedenfalls 1200, 1300 Gramm wiegt, das wirkt durchaus nicht mit seiner vollen Schwere, sondern nur, man möchte sagen, mit dem Gewichte von ein paar Grammen, weil es den Auftrieb erfährt. Sie wissen ja das archimedische Gesetz, wonach jeder Gegenstand um soviel leichter wird, als das Gewicht der verdrängten Wassermasse beträgt. So liegt das ganze Gewicht des Gehirns nur mit ein paar Grammen auf, weil es im Gehirnwasser schwimmt. Der Mensch könnte nicht sein Gehirn zum Denken gebrauchen, wenn es die volle Tendenz hätte, nach unten zu drücken. Es bekommt den Auftrieb. Es überwindet die Schwere in sich durch die Organisation, durch das Schwimmen im Gehirnwasser. Wir denken nicht mit der Materie, sondern wir denken mit dem, was sich der Materie entzieht durch die nach aufwärts strebenden Auftriebskräfte, mit dem, was aus der Erde herauswächst (Tafel 10, rechts). Das muß verfolgt werden bis in alle menschliche Organisation hinein. Geradeso wie wir uns einfach durch das Gehirngewicht der irdischen Schwere innerlich entziehen — äußerlich können wir uns nicht entziehen, auf der Waage hat natürlich unser Gehirn das entsprechende Gewicht, auch wenn es in uns ist, aber in uns entziehen wir uns dutch die Organisation den irdischen Kräften —, ebenso entziehen wir uns auch den andersartigen irdischen physischen und chemischen Kräften.

[ 20 ] The human brain however, possessing as it does a considerable weight—at least 1,200 to 1,300 grammes—does not exert a pressure in anything like accord with its actual weight, but only, as we might say, a weight of comparatively few grammes, because of the upward pressure of the meningeal fluid. You remember the law of Archimedes, according to which the weight of an object is reduced by the weight of the water it displaces. Therefore the pressure of the brain is equal to only a few grammes because it floats in fluid. Had it a tendency to press downwards with its full weight, Man could not use his brain for thought. It overcomes its weight because it floats in fluid. We do not think with the matter of the brain, but with that which withdraws itself from the matter, with the upward striving forces, with that which grows beyond the Earth. And we must follow this out into all parts of Man's organisation. Just as we withdraw ourselves inwardly from the forces of terrestrial gravity in the case of the weight of the brain (exteriorly, of course, this is impossible, the brain upon the scales shows its full weight, even while within us), so do we similarly sever ourselves from earthly physical and chemical forces of other kinds.

[ 21 ] Was ist denn da in uns, was macht, daß wir uns entziehen können? Das ist das Ich und der astralische Leib. Die bewirken, daß wir uns dem entziehen können. Und in dem Augenblicke, wo das Ich und der astralische Leib auf ihren Ätherleib und physischen Leib in so regulierender Weise wirken, daß sie den Ätherleib herausnehmen, dann ist die Saugewirkung weg. Es ist bloß die ponderable Materie da. Die gehört ihrer Gestalt nach nicht zur Erde, denn die wird in ihrer Gestalt von der Erde nicht erhalten, sie wird von der Erde im wesentlichen zerstört. Die Erdenkräfte tragen nicht in sich dasjenige, was den Menschen gestaltet. Das liegt ja doch eigentlich auf der Hand, weil der Mensch sich innerlich den Erdenkräften entzieht. Mit alledem, was in ihm ist durch astralischen Leib und Ich, steht er mit der außerirdischen Welt im Zusammenhange.

[ 21 ] What enables us to sever ourselves from these forces? It is the Ego and the astral body. As soon as these act upon the etheric and physical bodies in such a way as to withdraw the etheric from the physical, the absorbent force is then absent, and only ponderable matter remains. The ponderable matter is not part of the Earth, for the Earth does not retain it in its original form, but destroys it. The Earth-forces do not contain in them that which gives to Man his form. That is not difficult to comprehend, for we have seen that we sever ourselves inwardly from the Earth-forces. With all that is in him through his astral body and Ego, man is related to forces that are active beyond the Earth.

[ 22 ] Nun frägt es sich nur: Wie ist dieser Zusammenhang? — Will man darauf kommen, wie dieser Zusammenhang ist, dann muß man in einer gewissen Weise sehen, wie der Mensch geartet ist. Wir finden, wenn wir den Menschen in seiner Artung betrachten, erstens seine Gesamtgestalt. Unter dieser Gesamtgestalt verstehe ich aber nicht bloß dasjenige, was man etwa, wenn man den Menschen zeichnet, verwendet, sondern die gesamte Konfiguration, die gesamte Gestaltung des Menschen. Dazu gehört, daß er die Augen im Gesicht hat und die Ferse am Fuß. Nicht wahr, das gehört zu der inneren gesetzmäßigen Gestaltung des Menschen. Expressionistische Maler werden behaupten, man könne den Menschen auch so malen, daß man ihm die Zehe anstelle der Nase setzt, ein Auge hier, und das andere in die Hand. Ja, es gibt solche Menschen! Das beweist nur, daß solche Menschen keine innere Beziehung haben zur Welt, daß wir so weit schon fortgeschritten sind in der materialistischen Gesinnung, daß wir alles für sich vorstellen können, was zusammengehört und nicht für sich vorgestellt werden dürfte. Also, zunächst habe ich zu unterscheiden die Gesamtgestalt.

[ 22 ] Our next question must be: What is the nature of this relation? To ascertain this, we must in a certain way study the whole quality and nature of Man. We find in the first place his complete form or figure. I do not mean by this the form which I would draw if I were to make a sketch of him, but the whole configuration, the whole formation of Man. It would include, e.g. the fact that the eyes are placed in the face, and the heels on the feet; for this is part of the inner configuration of Man in accordance with law. Expressionistic painters may assert that Man could be drawn in such a way that his toe takes the place of his nose, or that one eye is placed here and the other in his hand. Yes, there really are such people, but they only show how little inner relationship they have with the world. We have indeed these days progressed so far in materialistic thought as to be able to depict single things separately, when they really belong together with the whole and ought not to be depicted each for itself.

[ 23 ] Diese Gesamtgestalt des Menschen, sie wird ja, wie Sie doch selbstverständlich wissen, nicht so zustande gebracht, wie wir hier unsere Holzfiguren schnitzen, sondern sie wird von innen heraus konfiguriert. Man kann nicht einmal nachschnitzen, wenn einem etwas nicht paßt. Also diese ganze menschliche Gestalt wird gerade von den Kräften, die unterhalb der Haut liegen, gestaltet. Aber das sind die Kräfte, die außerirdisch sind. So daß wir, wenn wir heute die menschliche Gestalt ansehen, in ihr ein Ergebnis zu sehen haben von dem Außerirdischen.

[ 23 ] We have therefore first Man's complete form; and this, as you know very well, is not produced as a figure is produced that is, for instance, carved in wood, but is formed from within. We cannot even re-carve any part that does not happen to meet with our approval. The human form is modeled by forces residing in the periphery and they are forces from beyond the Earth. Therefore when we contemplate a human form, we are looking at a product of the extra-earthly.

[ 24 ] Zweitens können wir beim Menschen unterscheiden außer der Gestalt all das, was innerliche Bewegung ist. Nehmen Sie die Bewegung des Blutes, nehmen Sie die Bewegung der andern Säfte: innere Bewegung. Diese innere Bewegung, sie ist auch etwas, was im Innern des Menschen konfiguriert ist. Sie liegt, ich möchte sagen, etwas tiefer noch im Menschen als seine Gestaltung. Die Gestaltung dringt mehr nach dem Peripherischen hin. Diese innere Bewegung spielt sich mehr im Innern ab. Wiederum etwas, was mit der Außenwelt, aber mit der außerirdischen Außenwelt in Beziehung stehen muß.

[ 24 ] Secondly we can distinguish in Man, apart from his form, all that comes under the category of internal motion. Take, for instance, the blood and the other bodily juices; these possess internal motion. This also is produced from within; it is, so to speak, situated even deeper in Man than his form. The latter presses forward to the periphery, while internal motion takes place entirely within; and it is again a process that stands in relation with the world that is beyond the Earth.

[ 25 ] Drittens die eigentlichen Organe in ihrem Wirken: Organwirkungen. Solche Organe wie Lunge, Leber, Milz und so weiter, sie bewirken ja etwas im Menschen, das ich an die dritte Stelle setze. Darüber bitte ich Sie, sich nicht zu wundern, sondern den Grund davon zu suchen. Wenn wir zum Beispiel auf ein wichtigstes Organ, auf das Herz sehen, von dem ich ja in der verschiedensten Weise gerade in der letzten Zeit gesprochen habe, so sehen wir, wie gewissermaßen das Herz zusammengeschweißt ist. Wenn wir die Embryologie verfolgen, so finden wir, wie das Herz zusammengeschweißt wird, wie es eigentlich nicht etwas ist — das läßt sich embryologisch gut belegen —, was von sich aus primär gestaltet wird, sondern was durch den ganzen Blutkreislauf gewissermaßen zusammengeschoben wird. Und so ist es bei den übrigen Organen. Sie sind viel mehr die Wirkungen der Kreisläufe, als daß sie etwa die Kreisläufe bewirken. In ihnen kommen die Kreisläufe gewissermaßen zum Stillstand, werden metamorphosiert und gehen dann in anderer Weise weiter. Man kann schon sagen, wenn hier zum Beispiel ein Wasserstrom ist, der über einen Felsen herunterrutscht, so wirft er hier (Tafel 9, rechts) allerlei Gestaltungen auf; dann fließt er weiter. Diese Gestaltungen sind bewirkt durch all die Gleichgewichts- und Bewegungskräfte an dieser Stelle. Denken Sie sich jetzt, es würde plötzlich das alles erstarren, es würde als Wand bleiben eine Haut, und dann würde das übrige wieder aufreißen. Dann würde hier ein organisches Gebilde sein. Es würde in einer verschiedenen Weise die Strömung dann durchgehen und wiederum weitergehen und in einer verschiedenen Weise verändert werden können. So etwa können Sie sich vorstellen, daß sich, sagen wir, die Strömungen des Blutes verhalten, die durch irgendein Gefäß, also auch durch das Herz gehen. Diese Dinge kann ich nur andeuten; sie sind gut fundiert, aber sie sollen jetzt nur angedeutet sein. Die Organe selbst also, wie sie gestaltet werden, sind zwar von den inneren Kräfteströmungen abhängig, aber sie sind eben etwas im Innern des Menschen, und sie kommen nun auch wiederum mit dem Äußeren in eine Beziehung. Da aber stellt sich nun schon, wie Sie an einem Beispiel sehen können, etwas ein, was dem Irdischen nähersteht, weil wir durch die Organe schon wiederum von dem Inneren ins Äußere hineinkommen.

[ 25 ] Thirdly, the activity of the organs. Organs such as the lungs, liver, spleen, etc., are responsible for activities within Man, and it is these activities I will name as the third thing we find in Man. This need not cause you any surprise, rather should it lead you to seek the reason. Consider for example, an important organ, namely, the heart, of which I have recently spoken repeatedly. We realise that in a certain sense, the heart has been welded together. By following up Embryology, we find how the heart is gradually welded together or piled up, as it were, by the blood circulation, and is not a primary form. This is verified by Embryology. And it is the same with other organs. They are the results of these circulations, rather than the causes of them. Within the organs the circulation comes to a standstill, it undergoes a kind of metamorphosis, and proceeds further in a different way. To illustrate the idea, let us say we have a stream of water falling over a rock. It throws up a variety of formations and then flows on. These formations are caused by the forces of equilibrium and motion at this place. Now imagine that suddenly all this were to petrify; a skin would be formed like a wall, then the rest would flow on again, and we should have an organic structure formed. We should have the current going through the structure coming out again and flowing on further in an altered form. You can imagine something like this in the case of the flow of blood, as it circulates through the heart. I can only indicate these things here. They are well grounded, but here only an indication of them can be given. Although the organs in the manner of their formation depend upon the flow of inner forces, yet they are something in the inner part of Man that again comes into relation with what is outside. We have here something which, as you can see from an example I will give, stands in closer relation with the Earthly; through these organs we are brought from the interior into contact with the exterior.

[ 26 ] Nehmen Sie zum Beispiel die Lunge. Sie ist ein inneres Organ; aber sie liegt zugleich der Atmung zugrunde. Indem sie dem eingeatmeten Sauerstoff, der ausgeatmeten Kohlensäure entspricht, steht sie in Beziehung zu etwas, was für den Menschen eine Bedeutung hat, was aber schon wiederum draußen im Irdischen liegt. Dadurch gelangen wir, indem wir zu den organischen Wirkungen kommen, an die irdische Umgebung wiederum heran. In dem Augenblicke also, wo wir durch die Organwirkungen die Haut überschreiten, kommen wir in das Irdische hinaus. Sie sehen, dasjenige, was sich ganz innerhalb der Haut abspielt, die Gestaltung, die Regulierung der Bewegungen, das hängt mit dem Außerirdischen zusammen. Wo wir an die Organe herankommen, da kommen wir schon wiederum an das Irdische heran. Da verbindet sich im Menschen der Himmel mit der Erde. Die Lunge ist ihm noch aufgebaut vom Außerirdischen; was die Lunge tut mit dem Sauerstoff, das bringt die Lunge in Beziehung zu dem Irdischen. Und gar, wenn der Mensch dasjenige aufnimmt, was ja sehr irdisch ist: die äußeren Stoffe, und sie in seinen Organismus überführt, dann kommt er durch den eigentlichen Stoffwechsel in unmittelbare Beziehung zu dem wirklich Irdischen.

[ 26 ] Take the case of the lungs. The lungs are organs, but they are at the same time the basis of respiration. As the instrument for the transmutation of inhaled oxygen into exhaled carbonic acid, the lungs form a relation with something that has significance for Man, but yet exists outside him in the realm of the Earthly. In this way we return, as it were, to the terrestrial environment by way of the organic activities. The moment we overstep, through organic activity, the boundary of our skin, we are outside, in the terrestrial sphere. You see, all these processes that take place entirely within us, the formation and regulation of fluidic movements, etc., stand in a relationship with the extra-earthly; whereas when we come to the organs we again approach the terrestrial. Here we have the union of Heaven and Earth in Man. The lungs are built up by the extra-Earthly, but what they do with the oxygen brings them into relation with the Earthly. And now, when Man takes up still more earthly substances and receives them into his organism, he comes into immediate contact, through the process of metabolism with the truly Earthly.

[ 27 ] Wir können also den Menschen nach vier Gesichtspunkten betrachten. Wir können ihn betrachten nach seiner Gesamtgestalt, insofern sie von innen heraus gebildet wird, nach seinen inneren Bewegungen, nach seinen Organwirkungen, nach dem Stoffwechsel. Und wenn wir nun verfolgen die Gesamtgestalt, die ganz von innen heraus bewirkt wird, so steht sie — das wollen wir dann morgen weiter ausführen — am wenigsten in Beziehung zu dem Irdischen. Wir gewinnen, wie wir sehen werden, erst etwas über diese Beziehung, wenn wir diese gesamte innere Gestaltung auf den Tierkreis selber beziehen. Das wollen wir morgen weiter charakterisieren. Die inneren Bewegungen, Blutzirkulation, Lymphe und so weiter, darüber gewinnen wir einen Aufschluß, wenn wir sie beziehen auf die Planetenwelt unseres Sonnensystems. Sobald wir zu den Organwirkungen kommen, da kommen wir schon wiederum ins Irdische hinaus. Ich habe Ihnen das Beispiel der Lunge angeführt, die ja ihrem innerlichen Bau nach von dem Außerirdischen gestaltet ist, aber indem sie den Sauerstoff aufnimmt, eben zur Luft in Beziehung tritt, wie andere Organe des Menschen zum Wasser, andere Organe des Menschen zur Wärme und so weiter. Wir können sagen, indem wir die Organwirkungen betrachten, kommen wit zu der Elementenwelt Feuer, Wasser, Luft. Und erst indem wir den eigentlichen Stoffwechsel betrachten, kommen wir in Beziehung zu der Erde. Die Elementenwelt ist dasjenige, was als Wasser, als Luftsphäre die Erde umgibt, und erst indem wir den Stoffwechsel betrachten, kommen wir den Beziehungen des Menschen zu der eigentlichen Erde näher. So können wir die Beziehungen des Menschen finden zu der umgebenden Welt.

[ 27 ] Thus we can study man from four different points of view: Complete Form, in so far as this is built up from within outwards; Internal Motion, Organic Activity and Metabolism. If we study the complete form, which is entirely constructed by inner forces, we find that it has the least connection of all with the Earthly. This point will be further explained tomorrow. We only begin to gain an understanding of the connection when we relate, as we shall do tomorrow, the complete form of Man to the Zodiac. The inner motion, the circulation of the blood, lymph, etc., can only be conceived in their reality, when related to our planetary system. And when we come to the activity of the organs, we are already approaching the terrestrial. I gave you the example of the lungs, which, in respect to their internal construction, are formed by extra-terrestrial forces, but where they come into relation with oxygen, are in relation with the air. Other human organs come into relation with water, others again with heat, etc. Therefore, in studying the activity of the organs, we come into contact with the Elemental world—with fire, water, air. Only when our observations are centred upon actual assimilation, or metabolism, are we in the sphere of the Earth. The Elemental world is that which encompasses the Earth as the sphere of water and of air, and only when we encounter the process of metabolism, do we approach the relation of Man with the Earth itself. In this way we can discover Man's relation to the Universe that surrounds him:

Tierkreis: 1. Gesamtgestalt
Planetenwelt: 2. innere Bewegung
Elementenwelt: 3. Organwirkungen
Erde: 4. Stoffwechsel

Zodiac: 1. Complete form
World of the Planets: 2. Internal Motions
World of the Elements: 3. Activity of the Organs
Earth: 4. Metabolism

[ 28 ] Nun denken Sie sich doch, wenn wir nun studieren, wie es sich denn eigentlich mit der menschlichen Gestalt verhält, und die Möglichkeit bekommen, zurückzugehen von der menschlichen Gestalt zum Tierkreis, das heißt zu der Fixsternwelt, dann können wir erst uns vom Menschen aus eine Vorstellung machen über dasjenige, was da draußen konfiguriert ist und was nicht mathematisch oder mechanisch untersucht werden soll, sondern dadurch, daß man die Gesamtgestalt des Menschen begreifen lernt. Die Planetenbewegung soll man nicht untersuchen etwa bloß mit dem Fernrohre, wo man nut ihre Orte so findet, wie wenn man ein Fernrohr richtet auf das eine Auge und auf das andere Auge des Menschen und da den Winkel sucht und auf diese Weise die Lage sucht und so weiter. Was da wirklich existiert, das ist etwas, was von innen heraus gebildet wird, das heißt, was den Vorgängen in der Planetenwelt entspricht. So daß, wenn wir die Säftewirkungen im Menschen verstehen, wir die Planetenwirkungen verstehen. Und wenn wir die menschlichen Organwirkungen verstehen, so verstehen wir, was in der Elementenwelt vor sich geht. Wenn wir verstehen könnten dasjenige, was in irgendeinem Augenblicke im Menschen sich abspielt, indem rein die irdischen Stoffe in seinen Stoffwechsel hereingenommen werden, dann würden wir dasjenige, was Erdenwirkungen sind, räumlich von allen übrigen außerirdischen Wirkungen ablösen können.

[ 28 ] And now consider, if we understand the form of Man in all its nature and conditions, and find the possibility of tracing it back to the Zodiac—that is, to the world of fixed stars—then and then only are we able to form, from Man, an idea of all that is visible to us in surrounding space; for it cannot be investigated by mechanical or mathematical means, but only through a knowledge of the complete form of Man. Neither are planetary motions to be examined merely by means of a telescope. With a telescope one finds their positions—setting it first to one star and then to the other, finding the angle, and in this way discovering the positions. What is actually present in the processes of the Planet-World is something that is formed from within outwards. It is by a study of the activities in the saps and juices in Man that we shall learn to understand the planetary activities. Similarly, if we comprehend our own organic activities, we shall also understand what goes on in the Elemental world; and when we are able to understand what happens in Man in the moment when earthly substance is introduced into his metabolic system, we shall possess the key to the Earth activities, and be able to separate them spatially from all extra-earthly activities.

[ 29 ] Davon dann morgen weiter.

[ 29 ] Not translated