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The Rudolf Steiner Archive

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The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201

14 May 1920, Dornach

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Vierzehnter Vortrag

Lecture Fourteen

[ 1 ] Das Wesentliche dieser nächsten Betrachtungen soll sein zu erkennen, wie die beiden weltgeschichtlichen Strömungen, die heidnische und die christliche, für unser Leben zusammenkommen, wie sie ineinanderwirken, wie sie zusammenhängen mit dem Geschehen im ganzen Weltenall. Dazu, um dies nun etwas genauer zu durchdringen, ist allerdings heute noch eine Art von Vorbetrachtung nötig. Es handelt sich darum, daß wir möglichst exakt auseinanderhalten, wodurch sich unterscheiden müssen heidnische Weltanschauung im weitesten Sinne — die ja durchaus auch noch auf dem Grunde unserer Weltanschauung nicht nur ist, sondern sein muß und christliche Weltanschauung, die zum geringsten Teile eigentlich heute schon ihrer vollen Wirklichkeit nach in die menschlichen Gemüter übergegangen ist. Es handelt sich darum, daß wir eines, was ich ja öfter hier betont habe, genau ins Seelenauge fassen. Das ist, daß wir heute angekommen sind bei einem unvermittelten Nebeneinanderstehen desjenigen, was wir nennen können naturwissenschaftliches Weltbild und desjenigen, was wir nennen die moralische Weltordnung, zu der natürlich auch die religiöse Weltanschauung gehört. Mehr als er sich bewußt ist, sind für den gegenwärtigen Menschen naturwissenschaftliches Geschehen und moralisches Geschehen zwei voneinander ganz weit abliegende Dinge, die er im Grunde genommen gar nicht verbinden kann, wenn er wirklich vom Gesichtspunkt der heutigen Weltanschauung aus ganz ehrlich vor sich selbst dastehen will. Das ist es ja, warum ein großer Teil gerade der fortgeschrittenen Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts im Grunde genommen gar keine Christologie hat. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß es ja solche Bücher gibt, wie Adolf Harnacks «Wesen des Christentums», bei denen es gar keinen Grund gibt, warum darinnen überhaupt der Christus-Name genannt wird. Denn dasjenige, was als «Christus» auftritt, ist darinnen nichts anderes als genau die Gottheit, welche im Alten Testament als Jahve, als Jehova-Gottheit vorkommt. Es ist im Grunde genommen kein wirklicher Unterschied zwischen diesem Wesen, das zum Beispiel Harnack «Christus» nennt,und dem Jahve-Gott; ich meine, es ist kein Unterschied in dem, was über das Christus-Wesen gesagt wird und dem, was von den Bekennern der alttestamentlichen Weltanschauung über ihren Jehova gesagt wird. Und wenn wir gar die ChristusVorstellung vieler Gegenwartsmenschen nehmen und sie zusammenhalten mit dem, was diese Menschen sonst als Lebensauffassung haben, so ist gar kein Grund, daß diese Menschen eigentlich von Christus und Christentum sprechen. Denn wenn jemand von Christus und Christentum spricht und zum Beispiel das nationale Wesen so auffaßt, wie viele Menschen der Gegenwart, so ist das ein völliger Widerspruch. Diese Dinge fallen dem Gegenwartsmenschen nur aus dem Grunde nicht auf, weil er es vermeidet, in mutiger Art eine Konsequenz zu ziehen aus dem, was ihm eigentlich heute vorliegt. Aber der tiefste Spalt, die tiefste Kluft ist vorhanden zwischen der naturwissenschaftlichen Anschauung der Dinge und der christlichen Anschauung der Dinge. Und es ist die wichtigste Aufgabe unserer Zeit, eine Brücke zu bauen über die Kluft. Naturwissenschaftliche Weltanschauung, so wie sie heute, ich möchte sagen, der Bauer hat — er weiß es nur nicht, aber er hat sie —, ist so eigentlich erst ein Kind des 19. Jahrhunderts. Und es ist auch ganz gut, nicht immer bloß die Dinge abstrakt zu charakterisieren, sondern auch da ein wenig in das Konkrete hineinzuschauen.

[ 1 ] The essential part of our present study is to recognise how the two streams of the world's history, the heathen stream and the Christian stream, meet in our life, how they work into one another and are connected with the events in the whole Universe. In order to search more closely into this, we must first consider the following. It is essential that we should discriminate as exactly as possible wherein the heathen world-conception, taking it in the widest sense (for indeed, it is still and must remain at the basis of our modern conception of the Universe)—wherein this heathen world-conception differs from the Christian, which has only in a very small degree, in its full reality, passed into the minds of men. The point is, as I have often pointed out, that we have now come to a time when what we may call the cosmogony of Natural Science, and what we call the Moral Order of the Universe—to which of course, also belongs the religious view of the world—stand side by side, utterly unconnected. For the man of today, more than he is aware of, the occurrences belonging to natural and moral happenings are two things wholly apart, which he cannot at all unite if he wishes honestly to hold the position of modern cosmogony. That is why the greatest part of the advanced theology of the nineteenth and twentieth centuries actually has no Christology. I have often remarked on the existence of such books as Adolf Harnack's The Nature of Christianity, in which there is no reason whatever why the name of Christ should be mentioned; for what appears therein as ‘Christ’ is no other than the Deity met with in the Old Testament as the God Jehovah. There is really no actual difference between Harnack's ‘Christ’ and the God Jehovah—that is, there is no difference between what is said of the Christ-Being and what followers of the Old Testament view of the Universe said of their Jehovah. If we take the idea of Christ held today by many persons and compare it with what they have otherwise as their view of life, there is no reason whatever why they should speak of Christ and Christianity, for to speak of Christ and Christianity—and Nationalism, for example—as many do today is an absolute contradiction. These things only escape notice because people today avoid courageously drawing the logical conclusion of what they see before them. The widest rift however, the widest gulf, exists between the view of things held by natural science and what is held by Christianity; and the most important task of our time is to build a bridge over the gulf. The conception of the Universe held by natural science is absolutely the off-spring of the nineteenth century; and it is well not always to describe these things in the abstract, but to look into them a little in a concrete way.

[ 2 ] Ich habe Ihnen ja öfter einen Namen genannt, der einer hervorragenden Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts angehörte und der uns sogleich dahin führt, die naturwissenschaftliche Weltanschauung so ganz exakt ins Auge zu fassen, möchte ich sagen; es ist der Name Julius Robert Mayer, mit dem wir — wenn auch mit Bezug auf Julius Robert Mayer das in vieler Beziehung mißverständlich ist — doch verknüpfen müssen die naturwissenschaftliche Weltanschauung des 19. Jahrhunderts. Sie wissen, in populärer Art wird ja immer gesagt, daß auf Julius Robert Mayer zurückgeht die Aufstellung des sogenannten Gesetzes von der Erhaltung der Kraft; genauer gesprochen, daß das Weltenall in sich schließt eine konstante Summe von Kräften, die nicht vermehrt und nicht vermindert werden können und die nur sich ineinander umwandeln. Wärme, mechanische Kraft, Elektrizität, chemische Kraft, sie wandeln sich ineinander um. Aber die Summe der im Weltenall vorhandenen Kraftmengen bleibt immer dieselbe. So denkt ja heute selbstverständlich jeder Physiker. Wenn auch die Menschen im populären Bewußtsein nicht aufmerksam werden auf dieses Gesetz von der Erhaltung der Kraft und der Energie, sie denken über die Naturerscheinungen so, wie man nur unter dem Einfluß dieses Gesetzes von der Erhaltung der Kraft denken kann. Ich meine, Sie sollten sich klarmachen, daß ja etwas im Handeln eines Wesens liegen kann, das einem gewissen Prinzip entspricht, ohne daß das Wesen imstande ist, sich dieses Prinzip klar zu machen. Wenn Sie einem Hunde zum Beispiel klarmachen wollten, daß eine doppelt so große Menge von Fleisch darauf beruht, daß die einfache Menge eben zweimal genommen worden ist, so würden Sie das nicht können. Der Hund würde das nicht bewußt in sich aufnehmen können, aber er wird praktisch nach diesem Prinzip doch handeln. Wenn er die Wahl hat, ein kleines oder ein doppelt so großes Stück Fleisch zu schnappen, so wird er in der Regel, wenn sonst die Bedingungen die gleichen sind, nach dem doppelt so großen schnappen. Jedenfalls kann man unter dem Einflusse eines Prinzipes stehen, ohne sich dieses Prinzip in seiner abstrakten Form als solches zu explizieren. So kann man sagen: Gewiß, die meisten Menschen denken nicht an das Gesetz von der Erhaltung der Kraft, aber sie stellen sich die ganze Natur so vor, weil in der Schule gelehrt wird, daß das Gesetz von der Erhaltung der Kraft bestehe. Es ist nun interessant, hinzusehen, wie die Denkungsweise Julius Robert Mayers sich äußerte, wenn es darauf ankam, anderen gegenüber, die noch nicht so dachten wie er, diese Denkungsweise scharf hinzustellen.

[ 2 ] I have often mentioned the name of a prominent personality of the nineteenth century, one who directs our attention directly to the conception of the Universe held by natural science—I refer to Julius Robert Mayer, whom we must associate with the nineteenth century view although in his case it leads to some misunderstanding. You know how in a popular way it has been said that the assertion of the law of the conservation of force originated with him—or, to speak more accurately, the law that the Universe contains a constant sum of forces which can be neither increased nor lessened, and can only be changed into one another. Heat, mechanical force, electricity, chemical force, all change one into the other; yet the quantity of the force existing in the Universe remains always the same. Every modern physicist holds this view. Although in popular consciousness men are not aware of this law of the conservation of force and energy, they think of natural phenomena in a way that they can only be thought of when one is under the influence of this law. I want you clearly to understand what I mean. There may be something in the action of a being that corresponds to a certain principle, even when that being is not in a position to understand that principle. Suppose, for instance, that one wished to make a dog understand that a double quantity of meat means that a single quantity has been taken twice over; it could not be done. The dog could not take that in consciously, but practically he will act according to this principle; for if he has the chance of snapping at a small piece or at one twice the size, he will as a rule, seize the larger, other conditions being equal. And a man can stand under the influence of a principle without explaining it to himself in abstract form as such. Thus we may say: Certainly most people do not think of the law of conservation of force, but they do picture the whole of Nature in a way that is in accordance with the law, because what they were taught in school was taught on the assumption that the law of conservation of force exists. It is interesting to see how Mayer's line of thought expressed itself when he had to put it clearly to others who did not as yet think along the same lines.

[ 3 ] Julius Robert Mayer hatte einen Freund, der in einer Art Memoiren verschiedene Gespräche aufgezeichnet hat, die er mit Julius Robert Mayer geführt hat. Da erzählt er ganz interessante Tatsachen; Tatsachen, durch die man gründlich hinschauen kann auf die Denkweise des Naturdenkens des 19. Jahrhunderts. Vor allen Dingen, um etwas äußerlich zu charakterisieren, möchte ich das Folgende erwähnen: Julius Robert Mayer war so drinnen in der ganzen Vorstellungsart, die ihn zu dieser Vorstellung, zu diesem Erhalten von der Kraft, zu diesem bloßen Umwandeln einer Kraft in die andere führte, daß er in der Regel, wenn er einem Freund auf der Straße begegnete, gar nicht anders konnte, als schon von weitem ihm zuzurufen: Aus nichts wird nichts! — Das ist ja das Wort, das auch an der Spitze der Urabhandlung 1842 von Julius Robert Mayer immer wiederkehrt: Aus nichts wird nichts. Es kam auch vor, daß Julius Robert Mayer diesen Freund besuchte — Rümelin hieß er —, anklopfte, die Türe aufmachte und rief: «Aus nichts wird nichts!» Das war die Anrede, bevor ein Gruß erfolgte. So gründlich war Julius Robert Mayer in diesem «Aus nichts wird nichts» drinnen.

[ 3 ] Julius Robert Mayer had a friend who kept a record of many of their conversations. He relates many interesting facts, facts by which one can examine thoroughly the mode of thought of the nineteenth century. In the first place, to give something quite external, I will choose the following. Julius Robert Mayer was so thoroughly steeped in the whole mode of ideas leading to that of the conservation of force, of the mere transmutation of one force into another, that as a rule, whenever he met a friend in the street he could not help calling to him from a distance: ‘Out of nothing, nothing comes!’ Visiting his friend one day—Rümelin was the friend's name—knocking at the door and opening it, these were his first words, even before greeting his friend: ‘Out of nothing, nothing comes.’ So deeply was this saying rooted in Mayer's consciousness.

[ 4 ] Nun erzählt Rümelin von einem einmal stattgehabten sehr interessanten Gespräch, in dem, da der Rümelin noch nicht viel wußte von diesem Gesetz der Erhaltung der Kraft, auseinandergesetzt werden sollte, worinnen es eigentlich besteht. Da sagte Julius Robert Mayer zu Rümelin: Wenn zwei Pferde eine Kutsche ziehen — und Julius Robert Mayer war ja Heilbronner, sein Denkmal steht auch in Heilbronn —, wenn zwei Pferde eine Kutsche ziehen, und sie fahren weiter, was ist der Effekt? — Da sagte Rümelin: Nun ja, der Effekt ist, daß die in der Kutsche Sitzenden meinetwegen bis Öhringen kommen. — Aber wenn sie wieder umkehren und zurückfahren, ohne daß sie dort in Öhringen irgend etwas getan haben, so daß sie wieder in Heilbronn ankommen? — Da sagte Rümelin: Das ist zwar dann so, daß zufällig der eine Weg den anderen aufgehoben hat und dadurch scheinbar kein Effekt da ist, aber es ist doch der wirkliche Effekt der, daß die Leute, die Menschen von Heilbronn nach Öhringen gefahren und von Öhringen wiederum nach Heilbronn zurückgekehrt sind. — Nein, sagte Julius Robert Mayer, das ist nur ein Nebenerfolg, das hat gar nichts zu tun mit dem, was eigentlich geschehen ist. Dasjenige, was geschehen ist durch die Aufwendung der Kraft von seiten der Pferde, das ist etwas ganz anderes. Das ist, daß durch diese von den Pferden aufgewendete Kraft erstens die Pferde selbst heißer geworden sind, die Pferde sind wärmer geworden; zweitens, die Wagenachsen sind wärmer geworden, um die sich die Räder herumbewegen; drittens, wenn wir abmessen würden mit einem feinen Thermometer die Rillen auf dem Erdboden, über die die Räder gefahren sind, so würden wir finden, daß da in den Rillen die Wärme etwas höher ist als auf beiden Seiten. Das ist der wirkliche Effekt. Es sind auch in den Pferden Stoffe verbrannt durch den Stoffwechsel. Das alles ist der wirkliche Effekt. Das andere, daß die Leute von Heilbronn nach Öhringen und wieder zurück gefahren sind, das ist alles Motiv, Nebeneffekt, aber nicht dasjenige, was wirkliches physikalisches Geschehen ist. Wirkliches physikalisches Geschehen ist die aufgewendete Kraft der Pferde; die Umwandelung in die erhöhte Wärme der Pferde; die erhöhte Wärme der Wagenachsen; in dem Verbrauch der Wagenschmiere durch die Wärme, der eintritt, wenn man die Räder schmiert; die Erwärmung der Rillen auf der Straße und so weiter. Und wenn man mißt — Julius Robert Mayer hat ja dann gemessen und hat die entsprechende Maßzahl angegeben —, wenn man mißt, so ist alle die Kraft, welche die Pferde angewendet haben, restlos übergegangen in diese Wärme. Das andere ist alles Nebeneffekt.

[ 4 ] Rümelin tells of a very interesting discussion in which he, not as yet knowing very much of the law of the conservation of force, wished to have its nature explained. Julius Robert Mayer, who came from Heilbronn—(his monument stands there)—said ‘If two horses are drawing a carriage and they go for some distance, what will happen?’—‘Well’, said Rümelin, ‘the travelers in the carriage will arrive at Ohringen.’—‘But if they turn and go back without having done anything in Ohringen, and return to Heilbronn?’ ‘Well,’ replied Rümelin, ‘in that case the one journey has so to speak cancelled the other, so that there is apparently no result; yet there is the actual effect that the travelers came and went between Heilbronn and Ohringen.’ ‘No’, said Mayer, ‘that is only a secondary effect; it has nothing to do with what actually happened. The outcome of the expenditure of force on the part of the horses, that is something quite different. Through this expenditure of force, first the horses themselves grew hotter, secondly the axles of the carriage round which the wheels moved became hotter, and thirdly if we were to gauge with a delicate thermometer the grooves made by the wheels in the road, we should find that the warmth within them was greater than at the sides. That is the actual result. In the horses themselves, matter was also consumed through the transmutation of substance. All this is the actual effect. The other effect, that the people traveled backwards and forwards between Heilbronn and Ohringen is a secondary effect, but not the actual physical occurrence. The actual physical occurrence was the spent force of the horses, the transmutation into increased heat of the horses, the increased heat in the axles, the heat-consumption of cart-grease through friction in the wheels, the warming of the tracks on the road, and so forth.’ When one measures—as Mayer then did and specified the corresponding amount—one finds that the whole of the force which the horses exerted passed without remainder into heat. The rest is all a secondary matter, a side issue.

[ 5 ] Sie sehen, das hat natürlich eine gewisse Wirkung für unsere Anschauung. Da kommt zuletzt doch das heraus, daß man sagen muß: Ja, man muß nun reinlich das Naturgeschehen loslösen von alledem, was Nebeneffekt ist im Sinne des streng naturwissenschaftlichen Denkers. Denn dieser Nebeneffekt, der hat ja mit naturwissenschaftlichem Denken im Sinne des 19. Jahrhunderts eigentlich gar nichts zu tun. Der springt gewissermaßen über das naturwissenschaftliche Geschehen so hin. Wenn wir aber wieder fragen: Worin äußert sich denn all das, was wir moralische Weltordnung nennen? Worin äußert sich denn all das, was wir Menschenwert und Menschenwürde nennen? — Doch wahrhaftig nicht darinnen, daß sich die aufgewendete Kraft der Pferde in die erhöhte Wärme der Wagenachsen unnwandelt, sondern da ist der Nebeneffekt die Hauptsache! Aber bedenken Sie doch, daß bei alledem, was als naturwissenschaftliche Betrachtung angestellt wird, dieser Nebeneffekt ganz ausgelassen wird. Die Menschen des 19. Jahrhunderts und schon Kant im 18. Jahrhundert, sie haben Anschauungen gebildet über das Werden des Weltenalls bloß aus denjenigen Prinzipien heraus, die Julius Robert Mayer scharf begrenzt, indem er alles dasjenige, was wirklich bloß der Natur angehört, absondert von dem, was Nebeneffekt ist.

[ 5 ] This has of course a certain influence on our conception of things, and the ultimate result is that we must say: ‘Well, we must free natural occurrences from everything that is a side issue in the sense of strict scientific thought, for side issues have nothing to do with scientific thought in the sense it is understood in the nineteenth century. The secondary effect is right outside the bounds of the events of natural science.’ If, however, we ask: How does what we may call natural moral law come to expression? In what are human worth and human dignity expressed? Certainly not in the fact that the force (energy) of the horses is transmuted into the heat of the carriage axles; no, in this case the secondary effect is the chief point! Let us reflect however, how in all that is considered in natural science, this secondary effect is wholly omitted. The men of the nineteenth century, and even Kant in the eighteenth, formed their view of the origin of the Universe simply out of the principles which Julius Robert Mayer so sharply defined, when he separated out what belongs to nature alone from all that was for him merely secondary effect.

[ 6 ] Wenn wir einmal die Sache ordentlich ins Auge fassen, dann müssen wir ja sagen, dann muß aus denjenigen Prinzipien heraus, die so als Naturprinzipien erkannt werden, das Weltenall konstruiert werden. Und alles dasjenige, was zum Beispiel durch das Christentum geschehen ist, ist ein Nebeneffekt, genau ebenso ein Nebeneffekt, wie es ein Nebeneffekt ist, daß die Menschen mit der Kutsche von Heilbronn bis Öhringen fahren. Es kommt gar nicht in Betracht für die naturwissenschaftliche Anschauung, was die Leute da zu tun haben. Aber wiederum, kreuzen sich nicht in irgendeiner Weise doch die beiden Strömungen?

[ 6 ] If we bear this clearly in mind, we are obliged to say: The Universe must thus be constructed from the principle we recognise as Nature-Principle; all that has taken place through Christianity, for instance, is just a secondary effect, like the fact of the persons journeying by coach from Heilbronn to Ohringen, for what they had to do there does not come into consideration in the view of Natural Science. Yet, do these two streams not cross in some way or other?

[ 7 ] Nehmen wir nun einmal an, Rümelin hätte sich nicht gleich beruhigt, sondern hätte etwa folgenden Einwand gemacht — ich weiß, für den Physiker der Gegenwart ist das kein gültiger Einwand, aber für den Aufbau einer Gesamtweltanschauung ist es doch ein gültiger Einwand —, nehmen wir an, es würde folgendes gesagt: Wenn das Motiv bei den Leuten, die von Heilbronn nach Öhringen gefahren sind, nicht dagewesen wäre, so würden ja die Pferde ihre Kraftaufwendungen nicht gemacht haben; die ganze Umwandelung in Wärme würde nicht geschehen sein, oder sie würde an einem ganz anderen Orte in ganz anderem Zusammenhange geschehen sein. Also dasjenige, was geschieht, muß naturwissenschaftlich so betrachtet werden, daß es sich nur auf das erstreckt, was gar nicht bis zum letzten Grund, warum es geschehen ist, führt. Es wäre ja nicht geschehen, wenn die Leute nicht geglaubt hätten, sie hätten in Öhringen etwas zu tun. Es greift also dasjenige, was die Naturwissenschaft als einen Nebeneffekt ansehen muß, doch in das Naturgeschehen hinein. Oder nehmen wit an, die Leute hätten in Öhringen zu einer ganz bestimmten Stunde etwas zu tun gehabt. Die Wagenachsen wären nicht nur heiß geworden, sondern es wäre eine zerbrochen, so hätten sie nicht weiterfahren können. Dann wäre dieses, was da geschehen ist, das Zerbrechen der Wagenachse, selbstverständlich durchaus naturwissenschaftlich erklärbar. Aber was nun durch dieses Naturereignis geschehen ist, daß da irgend etwas nicht vollzogen werden konnte, was hätte vollzogen werden sollen, das hat unter Umständen — man kann sich das leicht vorstellen — wiederum ganz ungeheuer weite Folgen, sogar für andere Naturprozesse, die dann eingeleitet werden infolge dieser Folgen.

[ 7 ] Let us suppose Rümelin had not been satisfied, but had raised the following objection—I know it does not hold good for the physicist of today, but it is applicable to the construction of a general view of the Universe—suppose the following was said: If the people who were traveling from Heilbronn to Ohringen had chosen not to do so, the horses would not have expended their force, the transmutation into heat would not have taken place, or it would have happened at a different place and under different conditions. Thus in our consideration of what happened in accordance with natural science, we are limited to that part of the event which does not lead us to the ultimate cause. The event would never have taken place if the travelers had not supposed they had something to do in Ohringen. Thus what natural science must regard as a side-issue enters notwithstanding into natural occurrences. Or, suppose that the travelers had something to do in Ohringen at a definite hour. Suppose the carriage axles not only became hot, but that one of them broke—in that case they could not have continued their journey. What happened, the breaking of the axle, would then of course be explicable scientifically, but what occurred through this natural phenomenon—namely, that something planned could not be carried out—might, as can easily be imagined, have tremendously far-reaching consequences, leading moreover to other natural processes, which would in their turn have led to further consequences.

[ 8 ] Sie sehen also, da treten, auch wenn man bloß auf logischem Boden stehen bleibt, doch ganz bedeutsame, schwerwiegende Fragen auf. Und diese Fragen, die da auftreten, das muß schon gesagt werden, sie können von der Weltanschauung, zu der heute aus den Voraussetzungen unserer Bildung heraus sich ein Mensch ehrlich bekennen kann, ohne Geisteswissenschaft nicht beantwortet werden. Sie können gar nicht beantwortet werden. Denn bevor die Richtung gegeben wurde zu diesem naturwissenschaftlichen Denken, die ja erst bei Julius Robert Mayer zu solcher Exaktheit geführt hat, war durchaus nicht jener scharfe Trennungsstrich da zwischen dem naturwissenschaftlichen Denken und dem moralischen Denken. Wenn Sie noch das 13. Jahrhundert, das 12. Jahrhundert nehmen, so klingen fortwährend ineinander diejenigen Dinge, die die Menschen über die moralische Ordnung zu sagen haben und die sie über die physische Ordnung zu sagen haben. Die Menschen lesen heute nur nicht mehr ordentlich. Aus den älteren Zeiten sind ja nicht viel Dinge vorhanden, die, ich möchte sagen, ganz unverfälscht auf unsere Tage gekommen sind. Aber selbst wenn Sie solche Schriften, welche die Nachzügler der alten Weltanschauungen sind, heute nehmen, so werden Sie darinnen allerlei entdecken, das Ihnen beweist, daß man in älteren Zeiten das Moralische ins Physische hineingetragen und das Physische bis zum Moralischen heraufgehoben hat. Lesen Sie nur einmal bei den, ich möchte sagen, schon ziemlich verfälschten, aber immerhin noch heute annähernd lesbaren Schriften des Basilius Valentinus, lesen Sie da über die Metalle, über die Planeten, lesen Sie über Heilmittel, Sie werden fast in jeder Zeile auf Eigenschaftswörter stoßen, die den Metallen beigelegt werden: gute, schlechte Metalle oder kluge Metalle und dergleichen, die Ihnen zeigen, daß selbst in dieses Gebiet etwas von moralischem Denken hineingetragen worden ist. Das kann heute selbstverständlich nicht sein. Denn nachdem die Abstraktion so weit gegangen ist, daß man das Naturgeschehen so heraussondert aus alledem, was Nebeneffekt ist, wie es Julius Robert Mayer getan hat, kann man selbstverständlich nicht sagen, es ist eine Güte der Pferdefüße, die sich bewegen, daß sie die Wagenschmiere verbrauchen durch die Wärme, die entwickelt wird infolge dieser Bewegung. Da ist es nicht möglich in diesem naturwissenschaftlichen Zusammenhang, irgendwelche moralische Kategorien hineinzutragen. Da stehen beide Gebiete, natürliches Gebiet und moralisches Gebiet, ganz radikal nebeneinander. Und wenn das Weltengeschehen so wäre, wie es vorgestellt wird von dieser Vorstellungsart, so könnte der Mensch in unserer Welt überhaupt nicht existieren. Der Mensch würde gar nicht da sein. Denn was ist denn der Grund für die gegenwärtige physische Gestalt des Menschen?

[ 8 ] Thus we see that even when one stands on purely logical grounds very significant and grave questions arise. We must at once say, that these cannot be answered by the conception of the Universe arising from the hypothesis of our modern training; they cannot be answered without Spiritual Science. They can in no wise be answered without it; for before the tendency to the natural-scientific mode of thought arose, which was first brought to such exactness by Julius Robert Mayer, there was not that sharp line of division between the natural-scientific mode of thought and moral thought. If we consider the twelfth or thirteenth century, we find that what people had then to say of the moral order and the physical order always harmonised. Today people no longer read seriously; but if you read such works—I might say, there are not many things left from olden times which have come down to our days quite unadulterated—but if you take works which are like stragglers of the old cosmic conceptions, you will discover many things that prove how in earlier times the Moral was carried into the Physical, and the Physical raised to the Moral. Read one of these—now already somewhat falsified yet still fairly readable—read one of the writings of Basil Valentine. When you read there about metals, planets, medicinal drugs, in almost every line you will come across adjectives applied to the metals—good, bad, sagacious metals, and the like; which show that even in this domain some moral thinking was introduced. That of course could not be done today. Abstraction has gone so far that natural phenomena have been severed from all the secondary effects, as we may see in Julius Robert Mayer; one cannot say that it was the kindness of the horses' feet which moved them to use up the axle-grease by the warmth produced by their movement! It is not possible in this scientific connection to bring in any kind of moral category. There are two domains, the natural and the moral, and these stand quite definitely side by side. If the world-happenings were as shown by that kind of presentation, man could not exist at all in our world, he would not be there—for what is the reason for the present physical form of man?

[ 9 ] Indem ich hier von der physischen Gestalt des Menschen spreche, bitte ich Sie durchaus, das Wort «Gestalt» ernst zu nehmen. Die Naturdenker von heute nehmen das Wort «menschliche Gestalt» nicht ernst. Denn was tun sie? Sie tun zum Beispiel das Folgende. Sie zählen, wie es Huxley oder andere getan haben, die Knochen des Menschen, die Knochen der höheren Tiere, und aus dem, was sie da als Zahl bekommen, leiten sie her, daß der Mensch eben nur eine höherentwickelte Stufe der Tierheit ist. Oder sie zählen die Muskeln und so weiter. Wir haben immer darauf hinweisen müssen, daß das Wesentliche ja ist, daß die tierische Rückgratslinie im wesentlichen horizontal ist, die menschliche Rückgratslinie im wesentlichen vertikal ist (Tafel 26, links). Und wenn auch gewisse Tiere sich aufrichten, so ist das bei ihnen nicht das Wesentliche, sondern das Wesentliche ist die horizontale Rückgratslinie. Und davon hängt nun die ganze Gestaltung ab. Also, ich bitte Sie, völlig ernst zu nehmen, was ich mit dem Worte Gestalt ausdrücken will.

[ 9 ] When I speak here of the physical form of man, I must ask you to take the word ‘form’ seriously. The natural philosophers of today do not take the expression ‘human form’ seriously. What do they do? Like Huxley and others, they count the bones of man and of the higher animals, and from the number of these they draw the conclusion that Man is only a more highly evolved stage of the animal. Or they count the muscles and so forth. We have repeatedly had to point out that the essential point is that the line of the animal spine is horizontal, while the human spine is vertical; and although certain animals raise themselves, the position with them is not characteristic, what is characteristic of the animal is the horizontal line of the spine. Upon this depends the whole formation. Thus I ask you to take seriously what I wish to express by the word ‘form’.

Blackboard DrawingBlackboard Drawing

[ 10 ] Diese Gestalt des Menschen, wo haben wir ihre Ursache, ihre, ich möchte sagen, zunächst physische Ursache auf geistige Art im Weltenall zu suchen? Nun, ich habe auf diesen Punkt schon hingewiesen in diesen Betrachtungen. Ich habe Sie darauf hingewiesen: Der Sternenhimmel, den wir hier schematisch so zeichnen wollen — meinetwillen als Tierkreis mit seinen Sternbildern (Tafel 26, rechts) —, der bewegt sich — scheinbar oder wirklich, das ist uns jetzt gleichgültig — um die Erde herum; die Sonne auch. Die Sonne nimmt also denselben Weg. Aber wenn wir in Betracht ziehen, was man ja wissen kann, daß die Sonne ihren Frühjahrsaufgangspunkt jedes Jahr verschiebt, um ein kleines Stück gegenüber den Sternen zurückbleibt, so kommen wir zu einer außerordentlich wichtigen Tatsache. Es wird ja dieses ganze Rücken des Frühlingspunktes an den Sternbildern gesehen dadurch, daß das Sternbild, wenn man ein bestimmtes ins Auge faßt, im folgenden Jahre früher aufgeht als die Sonne, respektive früher untergeht. Das lehrt uns ja, daß die Sonne zurückbleibt. Und ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß ja schon die alten Ägypter wußten: Wenn man den Kreis in 360 Grade teilt, so bleibt in 72 Jahren die Sonne hinter den Sternen um einen solchen Grad zurück; in 360 mal 72 Jahren, was 25920 Jahre sind, bleibt sie um den ganzen Kreis zurück, das heißt, sie kommt wiederum zu dem Stern, mit dem sie zugleich aufgegangen ist vor 25 920 Jahren.

[ 10 ] This form of man; where must we look for its origin, its primary physical origin, in a spiritual way in the Universe? I have already touched on this point in these lectures, I have pointed to the starry heavens which move—whether apparently or actually is immaterial at the moment—round the Earth; the Sun also. Thus the Sun takes the same way; but if we take into consideration what we now know, namely that the Sun shifts its point of departure every Spring, remaining behind a little in relation to the stars, we come to a specially important fact. The change in position of the Vernal Point can be seen in the fact that the constellation in the following year rises earlier than the Sun and sets earlier, showing us that the Sun remains behind. I have pointed out that even the old Egyptians knew that if the circle is divided into 360 degrees, the Sun remains one day behind in 72 years. That is, in 360 times 72 years, or 25,920 years, it remains the whole circle behind, and returns to the star from which it started 25,920 years before.

[ 11 ] Sie haben also da die Tatsache gegeben, daß im Weltenall — wie gesagt, jetzt will ich mich nicht darum bekümmern, ob nun das scheinbar oder wirklich ist — die Sterne herumgehen und die Sonne herumgeht. Aber die wichtige Tatsache liegt vor, daß die Sonne langsamer geht, daß die Sonne um einen Grad des ganzen Weltenkreises zurückbleibt nach 72 Jahren. Diese 72 Jahre — ich habe auch darauf schon hingewiesen — sind ja die normale Maximallebensdauer des Menschen. Also, der Mensch lebt 72 Jahre, gerade diejenige Zeitdauer, die die Sonne um einen Grad im Weltenkreis gegenüber den anderen Sternen zurückbleibt.

[ 11 ] Thus we have the fact that in the Universe the stars travel round, and the Sun goes round—I will not go into the question as to whether this revolution is only apparent or not, the important point under consideration is that the Sun travels more slowly, remaining behind one degree of the cosmic circle in 72 years; and 72 years, as I have already indicated, is the normal maximum duration of a man's life. Man lives 72 years, exactly the period the Sun remains one degree behind the other stars.

[ 12 ] Wir haben ja von diesen Dingen keine richtige Empfindung mehr. Noch in den hebräischen Mysterien sagte der Lehrer zu seinen Schülern, ihnen dies sehr, sehr tief einprägend: Jahve ist es, der bewirkt, daß die Sonne hinter den Sternen zurückbleibt. Und Jahve bildet mit der Kraft, die da die Sonne zurückhält, die menschliche Gestalt aus, die sein Ebenbild ist. Also wohlgemerkt: die Sterne laufen schneller, die Sonne läuft langsamer. Da entsteht eine Kraftdifferenz. Und diese Kraftdifferenz wäre nach diesen alten Mysterien das, was die Gestalt des Menschen bewirkt. Aus der Zeit heraus wird der Mensch so geboren, daß er sein Dasein verdankt den Unterschieden in der Geschwindigkeit zwischen dem Sternenweltentag und dem Sonnenweltentag. Wir würden heute in unserer Sprache sagen: Wäre die Sonne nicht im Weltenall, wäre sie ein Stern wie die anderen Sterne, der mit derselben Geschwindigkeit ginge wie die anderen Sterne, was wäre die Folge? — Die Folge wäre, daß die luziferischen Mächte allein herrschten. Daß nicht die luziferischen Mächte allein herrschen im Weltenall, sondern der Mensch in die Lage kommt, sich den luziferischen Mächten zu entziehen mit seiner ganzen Wesenheit, das ist verdankt dem Umstande, daß die Sonne die Geschwindigkeit der Sterne nicht mitmacht, sondern hinter ihnen zurückbleibt, nicht die Luzifer-Geschwindigkeit entfaltet, sondern die Jahve-Geschwindigkeit entfaltet. Wiederum, wenn bloß die Sonnen-Geschwindigkeit da wäre und nicht die Sternen-Geschwindigkeit, dann würde der Mensch nicht dazu kommen, mit seinem Verstande seiner übrigen Entwickelung voranzueilen. Und das ginge sozusagen auch nicht zusammen mit der Gesamtentwickelung des Menschen. Sehen Sie, in unserer Zeit ist ja das ganz besonders auffällig. Wenn man Geisteswissenschaft ernst nimmt, so weiß man natürlich ganz gut, man hat mit 36 Jahren zum Beispiel Dinge begriffen, die man noch nicht begreifen konnte mit 25 Jahren. Denn es gehört Erleben zum Begreifen von gewissen Dingen dazu. Das wird heute wenig zugegeben, denn der Mensch mit 25 Jahren fühlt sich fertig. Er ist aber nur im Verstande fertig, er ist nicht im Erleben fertig. Das Erleben geht langsamer als das Verständigwerden. Würde man dies bedenken, daß das Erleben langsamer geht als das Verständigwerden, so würden nicht die jüngsten Leute heute schon ihren Standpunkt haben, denn sie würden wissen, daß sie gar nicht die Standpunkte haben können, zu denen nötig ist, etwas erlebt zu haben. Der Verstand geht mit den Sternen, das Erleben geht mit der Sonne. Und wenn Sie die Sache so nehmen, daß Sie sich einfach das menschliche Leben vorlegen — 72 Jahre, wenn nicht Elementarereignisse eintreten, durch die der Mensch weniger alt wird oder älter wird —, wenn Sie sich das menschliche Leben vorlegen, so werden Sie sich sagen, es dauert so lange, bis die Sonne mit ihrem Frühlingspunkt um einen Grad zurückgerückt ist. So lange kann es dauern. Warum dauert es denn so lange? Der Grund liegt in einer gewissen kosmischen Feinheit. Aber ich bitte Sie dennoch, mir heute bei der Vorbetrachtung in dieses Gebiet zu folgen.

[ 12 ] We have lost the right feeling for these things. Even as late as in the Hebraic Mysteries, the teacher still impressed very strongly upon his scholars that it is Jehovah who brings it about that the sun lingers behind the stars and, with the force which the Sun thus kept back, He fashioned the human form, which is His earthly image. Thus, mark well, the stars run their course quickly, the Sun more slowly, and so a slight difference arises which, according to these ancient Mysteries, was that which produced the human form. Man is born out of time, he is so born that he owes his existence to the difference in velocity between the cosmic day of the stars and the cosmic day of the Sun. In modern parlance we should say: If the Sun were not in the Universe as it is, if it were just a star like other stars, having the same velocity as other stars, what would be the consequence? It would be that the Luciferic powers alone would rule. That this is not so, that man is able to withhold himself from the Luciferic powers with the whole of his being, is due to the circumstance that the Sun does not share in the velocity of the stars but lags behind them, not developing the Luciferic velocity but the velocity of Jehovah. Again, if there were only the Sun velocity and not that of the stars, man would not be able to run on in front of the rest of his development with his mental powers, as he does at present. Such a condition would not fit well into his whole evolution. In our time this is very striking. If we have studied Spiritual Science seriously, we know that a man of 36, for instance, understands things he could not at 25. Experience is necessary for the comprehension of certain things. This is not admitted today, for a man of 25 feels himself complete. He is only complete as regards mental powers, but not in experience, for experience is gained more slowly than understanding. If this were taken into account, we should not find that the young people of today have already formed their point of view, for they would know that they could not do so before acquiring a certain amount of experience. Understanding travels with the stars, experience with the Sun. Assuming that human life is 72 years (unless events of Nature intervene causing Man to die older or younger), we say that it lasts the time the Sun takes to retrograde one degree. Why is this? The reason lies in a certain fine adjustment in the Cosmos. Our preliminary study obliges me to ask you to follow me for a little while into this domain.

[ 13 ] Sehen Sie, es ist so: Wenn man in einem gewissen Jahre eine Mondfinsternis betrachtet, so liegt ein gewisses Datum vor, in dem die Mondfinsternis auftreten kann. Die Mondfinsternis kehrt ungefähr nach 18 Jahren wiederum zum selben Datum, respektive zur selben Konstellation zurück. Es ist ein periodischer Rhythmus in den Finsternissen, der 18 Jahre umfaßt. 72 durch 4 macht 18. Das ist das gerade Viertel eines Weltentages und das gerade Viertel eines Menschenlebens. Der Mensch, wenn ich mich so ausdrücken darf, erträgt vier solcher Finsternisperioden. Warum? Weil wirklich im Weltenall alles zahlenmäßig zusammenstimmt. Der Mensch hat, was mit seiner rhythmischen Herztätigkeit zusammenhängt, durchschnittlich nicht nur 72 Lebensjahre, sondern auch durchschnittlich 72 Pulsschläge und 18 Atemzüge. Das ist wiederum das Viertel. Dieser Zahlenzusammenhang, der im Weltenall ausgedrückt ist — man nannte die Periode von 18 Jahren, weil sie die Chaldäer zuerst vertreten haben, die chaldäische Sarosperiode —, dieser Rhythmus, der besteht zwischen der Sarosperiode und der Sonnenperiode, dieser selbe Rhythmus besteht auch im Menschen in seiner innerlichen Beweglichkeit zwischen Atemzug und Pulsschlag. Plato sagte nicht umsonst: Gott geometrisiert, arithmetisiert. — Bedenken Sie, daß wegen des Viertels, das auf unsere Atmungstätigkeit entfällt, wir richtig verteilen müssen die Atmungstätigkeit so, daß sie nicht zusammenfällt mit der Pulstätigkeit, sondern diese schneller ist. Und das entspricht der Tatsache, daß wir in unseren 72 Lebensjahren, denen zugeordnet ist unsere Herztätigkeit, Pulstätigkeit, viermal ertragen die Sarosperiode, weil wir in ihr viermal enthalten haben unsere Atmungstätigkeit. Ganz auf das Weltenall hin konstruiert ist unsere menschliche Organisation. Ihre Bedeutung werden wir aber nur dann einsehen, wenn wir noch einen anderen Zusammenhang ins Auge fassen.

[ 13 ] If we consider a lunar eclipse occurring in a certain year, then there will be a certain date when the eclipse can occur. The lunar eclipse occurs on the same date about every 18 years, and in the same constellation. There is a periodical rhythm in the lunar eclipse, a rhythm of 18 years. That is just a quarter of a cosmic day and just a quarter of a man's life. Man, if I may so express it, endures four such periods of darkness. Why? Because in the Universe everything is in numerical harmony. On the average, Man has in accordance with the rhythmic activity of his heart, not only 72 years of life, but 72 pulse beats, and approximately 18 respirations—again the quarter—in the minute. This numerical accord is expressed in the Universe by the rhythm between the 18 years—the Chaldean Saros period, so-called because the Chaldeans first discovered it—and the Solar period; and it is the same rhythm as is also to be found in man in the inner mobility between his respiration and his pulse-beats. Plato said, not without reason: ‘God geometrises, arithmetises’ ... Thus our 72 years of life, to which is co-ordinated also our heart and pulse activity, goes through the Saros period four times; because in our heart and pulse activity we have our breathing activity, as it were, four times over. Our whole human organism is constructed on the lines of the Universe, but we only see into its significance when we bear in mind another connection.

[ 14 ] Man kommt mit dem, was ich Ihnen in einer der letzten Betrachtungen sagte, mit der Bewegung des Mondes, mit der Umdrehung des Mondes um seine Achse nur dann zu Rande, wenn man seine Umdrehung nicht auf den Sonnentag, sondern auf den Sternentag bezieht. Wenn man die Sternenzeit ins Auge faßt, so kommt eine kürzere Zeit, 27% Tage, für die Umdrehung des Mondes in Betracht. So daß wir eigentlich nur dann mit unserer Mondbewegung zurecht kommen, wenn wir sie nicht zueignen der Sonnenbewegung, sondern zueignen der Sternbewegung. Die Sonnenbewegung fällt also in einer gewissen Weise aus einem System, dem der Mond angehört und dem die Sterne angehören, heraus. Wir sind also im Weltenall so drinnenstehend, daß wir auf der einen Seite zugeordnet sind der Sternen-Mond-Bewegung, auf der anderen Seite zugeordnet sind der Sonnenbewegung.

[ 14 ] As I said in one of the foregoing lectures, we only gauge correctly the movement of the Moon, its revolution round its axis, when we connect its revolution not with the day of the Sun, but with the day of the stars. If we have the solar time in view, we must consider a shorter time, 27.5 days for the revolution of the lunar day. I have told you that the Moon's revolution is not such as quite to accord with that of the Sun, but with the time of the stars. Hence we only understand our lunar movement aright when we do not think of it as belonging to the solar movement, but to that of the stars. In a certain sense therefore, the solar movement is outside the system to which the Moon and stars belong. Thus we are so situated in the Universe that on the one hand we are co-ordinated to the stellar-lunar system, and on the other to the solar movement.

[ 15 ] Hier sehen Sie schon nach und nach auseinanderfallen die Sonnenastronomie und die Sternenastronomie. Wie ich Ihnen das letzte Mal sagte, kommen wir nicht zurecht, wenn wir nur eine Astronomie haben. Da werfen wir alles durcheinander. Wir kommen nur zurecht, wenn wir uns nicht auf eine Astronomie beschränken, sondern wenn wir uns sagen, auf der einen Seite ist das System der Sterne, das auch den Mond in sich faßt in einer gewissen Beziehung, auf der anderen Seite ist das System, zu dem die Sonne gehört. Die durchdringen sich gegenseitig. Die wirken zusammen. Aber wir tun nicht recht, wenn wir die gleiche Gesetzmäßigkeit auf beides anwenden.

[ 15 ] Here we see the gradual divergence of the solar and the stellar astronomy. As we have seen, if we have one astronomy only, everything falls into confusion. We can only reach a right understanding if, not limited to one astronomy, we say: On the one hand we have the starry system which, in a certain respect, contains within it the Moon; and on the other, the system to which the Sun belongs. They mutually interpenetrate. They work together. But we are wrong if we apply the same law to the two.

[ 16 ] Dann, wenn man einsieht, daß wir zunächst zwei ganz verschiedene Astronomien haben, dann werden wir uns sagen: Das kosmische Geschehen, in dem wir drinnenstehen, das hat zwei Ursprünge zunächst. Aber wir stehen in ihm so drinnen, daß diese zwei Strömungen in uns Menschen gerade zusammenfließen. In uns Menschen fließen sie zusammen. Und was geschieht in uns Menschen? Sehen Sie, nehmen Sie einmal an, in uns Menschen geschähe nur dasjenige, was der Naturforscher von heute gelten lassen kann, dann würde, wenn ich schematisch zeichne (Tafel 27, ganz links, ohne die Striche am Kopf), allerlei vor sich gehen im menschlichen Organismus, Stoffbewegungen und so weiter. Die würden sich auf den übrigen Organismus erstrecken und auch in das Gehirn hinein, beziehungsweise in die Sinne hineingehen. Aber was wäre die Folge, wenn die ganze Stoffumwandelung, welche in dem menschlichen Organismus stattfindet und die hineingestellt ist in den Kosmos, so wie ich es jetzt beschrieben habe, wenn diese ganze Stoffumwandelung ins Gehirn sich hineinerstreckte? Wir würden niemals das Bewußtsein haben können, daß wir selber denken. Sauerstoff, Eisen, die anderen Stoffe, Kohlenstoff und so weiter, von denen müßten wir sagen, sie denken in uns in ihren gegenseitigen Beziehungen. Aber das haben wir ja gar nicht als Tatbestand des Bewußtseins gegeben. Es ist ja keine Rede davon, daß wir das als Tatbestand des Bewußtseins gegeben haben. Wir haben als Tatbestand des Bewußtseins den Inhalt unseres Seelenlebens gegeben. Der kann unter gar keiner anderen Voraussetzung da sein, als daß dieses ganze stoffliche Geschehen sich abbaut, sich vernichtet (die Striche werden in den Kopf gezeichnet), daß in uns tatsächlich keine Erhaltung der Kraft und des Stoffes vorhanden ist, sondern Platz gemacht wird durch Stoffvernichtung für die Entwickelung des Gedankenlebens. In der Tat ist der Mensch der einzige Schauplatz, in dem eine wirkliche Stoffvernichtung stattfindet. Auf das kommt man in unserer Zeit nicht, in der man ja eine Menschenerkenntnis gar nicht entfaltet, sondern alles nur ins Auge faßt, was Außermenschliches ist.

[ 16 ] When we realise that we have two quite different astronomies, we shall say: The cosmic happenings in which we are involved have two origins, but we are so placed that these two streams flow together in us. They fuse in us human beings. What is it then that takes place in us? Suppose that only what is admitted by the natural scientist took place in us—all sorts of things would take place in the human organism, movements of substances and so forth; these would extend over the whole organism, also to the brain and consequently to the senses. What then would the consequence be if the whole transmutation of substances which goes on in the human organism and which is inserted into the Cosmos as I have explained—if this metabolism were to extend to the brain? We should never be able to have the consciousness that we ourselves think. Oxygen, iron and other substances, carbon and so forth—of these we should say, in their mutual relations, ‘they think in us’. But as a matter of fact we are not conscious of any such thing. There is no question of its being in our consciousness. What we have as a fact of consciousness is the content of our soul-life. That can exist under no other hypothesis than that the whole of this quite material happening is demolished, is annihilated, and that in us there actually is no conservation of force and substance, but room is made by the annihilation of substance, for the development of the thought life. In fact, Man is the one arena in which an actual annihilation of substance takes place. We shall never realise it so long as we are only conscious of what is outside ourselves.

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[ 17 ] Wenn wir nun voraussetzen, daß nach 72 Jahren die Sonne um einen Grad zurückbleibt im Himmelskreise, daß da ist ein Geschwindigkeitsunterschied zwischen der Sternbewegung und der Sonnenbewegung, der in uns wirkt, der in uns zusammenläuft — und wenn wir uns nun vorstellen, daß wir die Bildung unseres Hauptes von dem Sternenhimmel haben, und, indem wir nach einer sehr schönen Redensart «das Licht der Welt erblicken», in die Sonnenbewegung eingefaßt werden, so müssen wir uns sagen: Es ist fortwährend in uns die Tendenz, mit einer geringeren Geschwindigkeit der schnelleren Geschwindigkeit der Sterne entgegenzuwirken. Was die Sterne in uns anrichten, dem wird entgegengewirkt. Was ist der Effekt dieses Entgegenwirkens? Der Effekt dieses Entgegenwirkens ist der Abbau desjenigen, was materiell die Sterne in uns bewirken: Der Abbau. Der Abbau der reinen materiellen Gesetze, der durch die Sonnenwirkung geschieht. Wir können also sagen: Würden wir mit den Sternen schreiten, indem wir als Menschen dutch die Welt schreiten, wir würden so mit den Sternen schreiten, daß wir den materiellen Gesetzen des Weltenalls unterlägen. Aber wir tun das nicht. Die Sonnengesetze wirken dagegen. Sie halten uns zurück. Da ist etwas in uns, was zurückhält. Man kann berechnen — diese Rechnung kann ich Ihnen allerdings hier nicht ausführen, erstens würde sie zu lange dauern und zweitens würden Sie ja nicht folgen —, man kann berechnen, wenn eine gewisse Bewegung geschieht (Tafel 27, rechts, der Pfeil abwärts), also da eine Strömung geschieht mit einer gewissen Geschwindigkeit, und diese Strömung mit einer anderen zusammenfließt, wobei allerdings vorausgesetzt werden muß, daß dann die andere Strömung nicht auch so fließe, sondern entgegengesetzt (Pfeil aufwärts); daß, wenn diese beiden Strömungen so fließen, daß sie ineinanderfließen. Also bitte, denken Sie sich, ein Wind wirbelt mit einer gewissen Geschwindigkeit von oben nach unten und ein anderer von unten nach oben, und sie wirbeln ineinander (Mitte der Zeichnung rechts). Wenn man den Geschwindigkeitsunterschied nimmt zwischen der heruntergehenden Strömung und der hinaufgehenden Strömung, so daß die hinaufgehende Strömung sich zu der hinuntergehenden Strömung gerade so verhält, daß ein Geschwindigkeitsunterschied herauskommt, der dasselbe Verhältnis trägt, wie der Geschwindigkeitsunterschied in der Sternenzeit und der Sonnenzeit, dann würde, wenn das durcheinanderwirbelte, durch den Wirbel eine Verdichtung entstehen, die ihre bestimmte Form bekommt. Nicht wahr, das wirbelt herunter (Mitte der Tafel); dadurch, daß das andere hier hinaufwirbelt, mit einer größeren Geschwindigkeit hineinstößt — von oben nach unten würde die geringere Geschwindigkeit sein —, das stößt hier hinein, gibt hier durch den Zusammenstoß eine Verdichtung, eine gewisse Figur. Und diese Figur ist — abgesehen von allem, was sie beeinträchtigt, ich zeichne nur schematisch — die Umrißfigur, die Silhouette des menschlichen Herzens. So daß es möglich ist, daß Sie durch die Begegnung der Luzifer-Strömung und der Jahve-Strömung richtig konstruieren die Figur des menschlichen Herzens. Diese Figur des menschlichen Herzens ist einfach herauskonstruiert aus Verhältnissen des Weltenalls. Man muß geradezu sagen: Sobald man annimmt, daß die Sonnenbewegung der Ausdruck ist einer weniger schnellen Bewegung, die entgegenkommt einer schnelleren Bewegung, dann werden wir so eingeschaltet in diese beiden Bewegungen, daß daraus die Silhouette unseres Herzens entsteht. Daran ist die übrige menschliche Gestalt angegliedert. Sie sehen daraus, welche Geheimnisse eigentlich im Kosmos verborgen sind. Denn in dem Augenblick, wo ich sage: Wir haben zwei Astronomien, und diese zwei Astronomien, die wirken zusammen in ihren Ergebnissen was ist das Ergebnis? Das Ergebnis ist das menschliche Herz. Die ganze naturwissenschaftliche Richtung der Gegenwart, die geht darauf aus, diese zwei Strömungen nicht voneinander zu unterscheiden. Daher vollzieht sich an ihr das tragische Geschick, daß in einer anderen Weise das Zusammenwirken auseinanderfällt in das Naturgeschehen, insofern es Julius Robert Mayer dachte, und in die Nebeneffekte. Weil man nicht in der Lage ist, kosmisch dasjenige, was aus zwei Quellen heraus zusammenwirkt, zusammenzudenken, fällt für das Denken die Welt in zwei Extreme auseinander.

[ 17 ] Now, if we start from the assumption that after 72 years the Sun lags one degree behind in the celestial sphere, that there is this difference of velocity between the movement of the stars and that of the Sun (which difference works in us, converges, as it were, in us); and if we then picture to ourselves how the formation of our head comes from the starry heavens, and how when we, according to a very beautiful saying, first ‘see the light’, we become involved in the Sun's movement, then we must say: There is in us a continual tendency to work with a lesser velocity over against the more rapid velocity of the stars. The action of the stars in us is opposed. What is the effect of this opposition? It is the destruction of what the stars bring about in us materially, its destruction; thus, the destruction of the purely material law comes about through the solar activity. Hence we may say: In our progress through the world as human beings, if we kept pace, as it were, with the stars, we should accompany them in such a way as to be subject to the material law of the Universe. But this we are not. The solar laws oppose it, they hold us back. There is something within us which holds us back. The resultant of the two activities in us could be exactly calculated, for instance, in the following case. (The calculation cannot be followed up here, first because it would take too long and secondly because you would not be able to follow it). Here, let us say, a certain movement occurs (arrow pointing downwards), i.e. a flow takes place with a certain velocity; and the stream then fuses with another stream—it must be assumed that the other flow is going not in the same but in the opposite direction (arrow upwards). The two streams flow therefore into one another. Or imagine a wind whirling with a certain velocity from above downwards, and another from below upwards, and they whirl into one another. If we take the difference of velocity between the downward and the upward current, relating the latter to the former in such a way that a difference in velocity results bearing the same relationship as the difference in velocity between the stellar time and the solar time, then through the rotation a condensation arises which receives its own distinct form. One whirls downwards, and because the other whirls upwards driving with a greater velocity, the lesser velocity would be that driving downwards, which gives here (see diagram) through the collision, a condensation, a certain figure. This figure, disregarding imperfections, is a silhouette of the human heart. Thus, through the meeting of the Lucifer stream and the Jehovah stream, it is possible to construct exactly the figure of the human heart. It is constructed simply out of the revelations of the Universe. It is absolutely true; the Sun-movement is an expression of a slower movement which meets a quicker movement, and we are so inserted into the two movements that the silhouette of our heart arises; and on to it the rest of the human form is fitted. We see from this what Mysteries are actually hidden in the Cosmos, for as soon as we admit we have two astronomies, which work together in their results—what is the result? The human heart. The whole outlook of modern natural science is based on the fact that it does not distinguish these two streams from one another. This brings upon it the tragic fate, that the harmonious working is split apart, leaving on the one hand, the events in Nature, as reasoned by Julius Robert Mayer; and on the other hand, the ‘secondary results’, because people are unable to unite cosmically in thought what works together from these two streams. Thus for man's thinking the world falls asunder in two extremes.

[ 18 ] Hier liegt zunächst der kosmische Aspekt für ungeheuer Bedeutsames in bezug auf das Menschen- und Weltbegreifen. Und ohne daß man aus unseren heutigen Voraussetzungen heraus wieder erneuert jene Erkenntnisse, die einmal da waren in den alten Mysterien, als man das Christentum erwartet hat, so erwartet hat, wie ich es in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» beschrieben habe, ohne daß man erneuert diese alten Erkenntnisse in einer Gestalt, wie sie heute sein müssen, bleibt alles Erkennen eine Illusion. Denn dasjenige, was das Bedeutsamste im menschlichen Herzen zum Ausdruck bringt, es ist ja überall vorhanden. Überall sind die Geschehnisse so, daß sie erklärbar sind durch das Zusammenfließen zweier Strömungen, die aus verschiedenen Quellen kommen. Niemals wird man die ganz andersartige Hineinstellung des Mysteriums von Golgatha in den übrigen Werdegang unserer Erde begreifen, wenn man nicht schon im Kosmos anfängt mit diesem Begreifen. Ich wollte Ihnen heute in dieser Vorbesprechung den Grund legen, den wir brauchen, um dann morgen und übermorgen darauf aufbauen zu können.

[ 18 ] Here lies the cosmic aspect of something tremendously significant in regard to the understanding of Man and the Universe. Unless man can renew, on that basis of thought which we are giving today, the knowledge contained in the ancient Mysteries at the time when man was awaiting Christianity—as I have described in the book, Christianity as Mystical Fact—unless we can bring this ancient knowledge to life in a present form, as must be done, all knowledge remains an illusion; for that which comes to expression with such clarity in the human heart is to be found everywhere. Everywhere the events that happen are explainable through the union of two streams, arising from different sources. In the insertion of the Mystery of Golgotha into the evolution of our Earth, we have to do with an Event of a totally different nature from all the rest of the happenings of Earth-evolution; and this we shall never understand unless we begin by learning to understand the Cosmos itself. What I have said today is intended as a preparation or groundwork on which we shall be able to build up in our lectures of tomorrow and the day after.