The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202
27 November 1917, Dornach
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Die Brücke zwischen der Weltgeistigkei und dem Physischen des Menschen
Zweiter Vortrag
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Wir haben gestern wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus den Zusammenhang des Menschen mit Vergangenheit und Zukunft besprochen und dabei zugrundegelegt, was in der äußeren menschlichen Gestalt sich offenbart, wir haben zugrundegelegt jene Dreigliederung des menschlichen Organismus, auf die wir öfter schon hingewiesen haben; den Hauptesorganismus, von dem wir zeigten, wie er in die Vergangenheit weist, den Gliedmaßenorganismus, der in die Zukunft weist, und dann den rhythmischen Organismus, Lungen- und Herzorganismus, der eigentlich der Gegenwart angehört. Nun wollen wir heute zunächst, damit wir morgen diesen ganzen Komplex von Tatsachen runden können, den anderen Aspekt des Menschen, den mehr innerlichen, den seelischen, ins Auge fassen.
[ 1 ] Wir haben gestern wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus den Zusammenhang des Menschen mit Vergangenheit und Zukunft besprochen und dabei zugrundegelegt, was in der äußeren menschlichen Gestalt sich offenbart, wir haben zugrundegelegt jene Dreigliederung des menschlichen Organismus, auf die wir öfter schon hingewiesen haben; den Hauptesorganismus, von dem wir zeigten, wie er in die Vergangenheit weist, den Gliedmaßenorganismus, der in die Zukunft weist, und dann den rhythmischen Organismus, Lungen- und Herzorganismus, der eigentlich der Gegenwart angehört. Nun wollen wir heute zunächst, damit wir morgen diesen ganzen Komplex von Tatsachen runden können, den anderen Aspekt des Menschen, den mehr innerlichen, den seelischen, ins Auge fassen.
[ 2 ] Geradeso wie wir beim Körperlichen des Menschen unterscheiden können drei Glieder, das Kopfliche, dasjenige, was im rhythmischen System begründet liegt, dasjenige, was der Gliedmaßenorganismus ist, können wir auch im Seelischen drei Glieder unterscheiden. Wir können hinweisen auf das Denken oder Vorstellen, auf das Fühlen, auf das Wollen, und man hat es in einer gewissen Weise im Seelischen geradeso mit dieser Dreigliederung zu tun, wie man es im Physischen mit der anderen, eben erwähnten Dreigliederung zu tun hat. Man kann dann wiederum über jedes dieser drei Glieder in bezug auf die ganze Einstellung des menschlichen Wesens in dem Kosmos Forschungen anstellen. Da wird man zunächst hinweisen auf das Vorstellungsleben. Dieses Vorstellungs- oder Gedankenleben, das Denken, das ist ja zweifellos dasjenige, welches im Menschen am bestimmtesten innerlich wirkt. Das Vorstellungsleben ist dasjenige, was den Menschen gewissermaßen auf der einen Seite herausführt in den Kosmos, auf der anderen Seite aber auch hineinführt in sein Inneres. Durch das Vorstellungsleben macht sich der Mensch bekannt mit den Erscheinungen im weiten Umkreise des Kosmos. Er nimmt auf alles das, was aufgefaßt werden muß als der Urgrund, aus dem hervorgeht seine Hauptesbildung, wie wir gestern gesehen haben. Aber auf der anderen Seite nimmt der Mensch seine Gedanken und Vorstellungen in sich wiederum hinein, er bewahrt sie als Erinnerungen. Er baut sein inneres Leben nach diesen Vorstellungen auf. Dieses Vorstellungsleben, dieses Gedankenleben, es ist vorzugsweise an das Haupt des Menschen gebunden, es hat im Haupte sein Organ. Und schon daraus kann in einer gewissen Weise geschlossen werden, daß das Schicksal des Vorstellungslebens zusammenhängt mit dem Schicksal des Hauptes. Indem das Haupt zurückweist in die Vergangenheit, wir gewissermaßen die geistig-seelischen Keimanlagen zur Hauptesbildung hineinführen durch die Geburt ins physische Dasein, weist uns diese Tatsache schon darauf hin, daß wir auch das Vorstellungsleben als solches hineinbringen aus dem vorgeburtlichen Dasein. Aber für ein solches sachgemäßes Beurteilen des Vorstellungslebens liegen ja noch andere Gründe vor. Unser Vorstellungsleben ist, ich möchte sagen, das Bestimmteste in unserem Seelischen. Es ist das Gerundetste in unserem Seelischen. Es ist auch dasjenige, welches Elemente enthält, die im Grunde genommen mit unserem Individuellen hier in der physischen Welt gar nicht zusammenhängen.
[ 2 ] Geradeso wie wir beim Körperlichen des Menschen unterscheiden können drei Glieder, das Kopfliche, dasjenige, was im rhythmischen System begründet liegt, dasjenige, was der Gliedmaßenorganismus ist, können wir auch im Seelischen drei Glieder unterscheiden. Wir können hinweisen auf das Denken oder Vorstellen, auf das Fühlen, auf das Wollen, und man hat es in einer gewissen Weise im Seelischen geradeso mit dieser Dreigliederung zu tun, wie man es im Physischen mit der anderen, eben erwähnten Dreigliederung zu tun hat. Man kann dann wiederum über jedes dieser drei Glieder in bezug auf die ganze Einstellung des menschlichen Wesens in dem Kosmos Forschungen anstellen. Da wird man zunächst hinweisen auf das Vorstellungsleben. Dieses Vorstellungs- oder Gedankenleben, das Denken, das ist ja zweifellos dasjenige, welches im Menschen am bestimmtesten innerlich wirkt. Das Vorstellungsleben ist dasjenige, was den Menschen gewissermaßen auf der einen Seite herausführt in den Kosmos, auf der anderen Seite aber auch hineinführt in sein Inneres. Durch das Vorstellungsleben macht sich der Mensch bekannt mit den Erscheinungen im weiten Umkreise des Kosmos. Er nimmt auf alles das, was aufgefaßt werden muß als der Urgrund, aus dem hervorgeht seine Hauptesbildung, wie wir gestern gesehen haben. Aber auf der anderen Seite nimmt der Mensch seine Gedanken und Vorstellungen in sich wiederum hinein, er bewahrt sie als Erinnerungen. Er baut sein inneres Leben nach diesen Vorstellungen auf. Dieses Vorstellungsleben, dieses Gedankenleben, es ist vorzugsweise an das Haupt des Menschen gebunden, es hat im Haupte sein Organ. Und schon daraus kann in einer gewissen Weise geschlossen werden, daß das Schicksal des Vorstellungslebens zusammenhängt mit dem Schicksal des Hauptes. Indem das Haupt zurückweist in die Vergangenheit, wir gewissermaßen die geistig-seelischen Keimanlagen zur Hauptesbildung hineinführen durch die Geburt ins physische Dasein, weist uns diese Tatsache schon darauf hin, daß wir auch das Vorstellungsleben als solches hineinbringen aus dem vorgeburtlichen Dasein. Aber für ein solches sachgemäßes Beurteilen des Vorstellungslebens liegen ja noch andere Gründe vor. Unser Vorstellungsleben ist, ich möchte sagen, das Bestimmteste in unserem Seelischen. Es ist das Gerundetste in unserem Seelischen. Es ist auch dasjenige, welches Elemente enthält, die im Grunde genommen mit unserem Individuellen hier in der physischen Welt gar nicht zusammenhängen.
[ 3 ] Nehmen Sie einmal das, was wir als mathematische Wahrheiten oder vielleicht auch als die Wahrheit der Logik in uns auffinden. Wir können nicht mathematische Wahrheiten aus der äußeren Beobachtung verifizieren, sondern wir müssen die Wahrheit des Mathematischen, die Wahrheit des Geometrischen aus unserem Inneren heraus entwickeln. In uns liegt die Wahrheit, zum Beispiel des Pythagoreischen Lehrsatzes, oder daß die drei Winkel eines Dreiecks hundertachtzig Grad sind. Wir können uns versinnbildlichen solche Wahrheiten, wenn wir entsprechende Figuren aufzeichnen, aber wir beweisen sie nicht an der Tafel, sondern wir bilden durch innere Anschauung das, was sich in unser Vorstellen als Mathematik hineinmischt. Und es ist vieles andere, das sich in unser Vorstellen in dieser Weise hineinmischt. Und wir wissen lediglich dadurch, daß wir Menschen sind, von diesen mathematischen Wahrheiten. Auch wenn Tausende, Millionen von Menschen kämen und sagten: Der pythagoreische Lehrsatz ist nicht wahr —, wir wüßten doch als einzelner Mensch, daß er wahr sein muß, durch innere Anschauung. Woher rührt so etwas? Das rührt lediglich davon her, daß wir das Vorstellungsleben nicht erst wie das Gefühls- und Willensleben in dem Physischen ausbilden, sondern daß wir es schon hereintragen durch unsere Geburt in unser physisches Dasein. Was ich jetzt eben ausgesprochen habe, und was man durchaus, ich möchte sagen, schon ablesen kann von der Wesenheit des Menschen durch die wirkliche Beobachtung dieser Wesenheit, es drückt sich für den Geistesforscher auf folgende Art aus. Nehme man an, der Mensch rücke vor zum sogenannten imaginativen Vorstellen. Dieses imaginative Seelenleben, worin besteht es denn? Es besteht darin, daß wir in Bildern leben, aber in Bildern, die uns nicht durch die äußeren Sinne vermittelt sind. Im gewöhnlichen äußeren Leben nehmen wir durch unsere Sinnesorgane die äußeren Gegenstände wahr. Die geben uns die Bilder durch die Augen und Ohren, und diese Bilder fassen wir durch das Denken zusammen. Im imaginativen Vorstellen ist das anders. Da haben wir die Bilder, wenn wir in entsprechender Weise vorgebildet sind, ohne äußere Anschauung. Sie erstehen in uns, könnte ich sagen, aber wir hören nicht auf zu denken, wenn wir in der richtigen Weise uns zum imaginativen Seelenleben erheben. Wir denken in inneren Bildern, wie wir sonst bei äußeren gegenständlichem Wahrnehmen über äußere Bilder denken. Aber das erste, was wir erleben, wenn wir uns zu imaginativem Vorstellen heranentwickeln, was wir erleben, wenn wir zwar denken, wenn wir unsere Seele ganz durchdringen mit Denken, aber zu gleicher Zeit aufsteigt das Bilderleben, das erste ist nichts Gegenwärtiges. Das erste ist, daß uns vor die Seele treten die Bilder des Lebens vor unserer Geburt oder vor unserer Empfängnis. Das gegenwärtige Leben tritt vor den Imaginationen erst später, nach langer Gewöhnung, in gewisser Weise auf, und keineswegs mit solcher Klarheit und Bestimmtheit wie das Leben, das vor der Geburt, vor der Empfängnis liegt. Diese Tatsache ist ein voller Beweis dafür, daß, wenn wir vom Gegenstandswahrnehmen absehen, [— wir also in Bildern denkend leben —], uns dieses Denken zunächst nur Bilder vorführen kann aus der Vergangenheit. Wir haben in dem, was uns diese Bilder vorführen, Kosmisches aus unserem vorirdischen Leben. Dieses und manches andere zeigt eben, wie das Vorstellungsleben dasjenige ist, das wir zunächst als Kraft hineintragen aus unserem vorgeburtlichen Leben.
[ 3 ] Nehmen Sie einmal das, was wir als mathematische Wahrheiten oder vielleicht auch als die Wahrheit der Logik in uns auffinden. Wir können nicht mathematische Wahrheiten aus der äußeren Beobachtung verifizieren, sondern wir müssen die Wahrheit des Mathematischen, die Wahrheit des Geometrischen aus unserem Inneren heraus entwickeln. In uns liegt die Wahrheit, zum Beispiel des Pythagoreischen Lehrsatzes, oder daß die drei Winkel eines Dreiecks hundertachtzig Grad sind. Wir können uns versinnbildlichen solche Wahrheiten, wenn wir entsprechende Figuren aufzeichnen, aber wir beweisen sie nicht an der Tafel, sondern wir bilden durch innere Anschauung das, was sich in unser Vorstellen als Mathematik hineinmischt. Und es ist vieles andere, das sich in unser Vorstellen in dieser Weise hineinmischt. Und wir wissen lediglich dadurch, daß wir Menschen sind, von diesen mathematischen Wahrheiten. Auch wenn Tausende, Millionen von Menschen kämen und sagten: Der pythagoreische Lehrsatz ist nicht wahr —, wir wüßten doch als einzelner Mensch, daß er wahr sein muß, durch innere Anschauung. Woher rührt so etwas? Das rührt lediglich davon her, daß wir das Vorstellungsleben nicht erst wie das Gefühls- und Willensleben in dem Physischen ausbilden, sondern daß wir es schon hereintragen durch unsere Geburt in unser physisches Dasein. Was ich jetzt eben ausgesprochen habe, und was man durchaus, ich möchte sagen, schon ablesen kann von der Wesenheit des Menschen durch die wirkliche Beobachtung dieser Wesenheit, es drückt sich für den Geistesforscher auf folgende Art aus. Nehme man an, der Mensch rücke vor zum sogenannten imaginativen Vorstellen. Dieses imaginative Seelenleben, worin besteht es denn? Es besteht darin, daß wir in Bildern leben, aber in Bildern, die uns nicht durch die äußeren Sinne vermittelt sind. Im gewöhnlichen äußeren Leben nehmen wir durch unsere Sinnesorgane die äußeren Gegenstände wahr. Die geben uns die Bilder durch die Augen und Ohren, und diese Bilder fassen wir durch das Denken zusammen. Im imaginativen Vorstellen ist das anders. Da haben wir die Bilder, wenn wir in entsprechender Weise vorgebildet sind, ohne äußere Anschauung. Sie erstehen in uns, könnte ich sagen, aber wir hören nicht auf zu denken, wenn wir in der richtigen Weise uns zum imaginativen Seelenleben erheben. Wir denken in inneren Bildern, wie wir sonst bei äußeren gegenständlichem Wahrnehmen über äußere Bilder denken. Aber das erste, was wir erleben, wenn wir uns zu imaginativem Vorstellen heranentwickeln, was wir erleben, wenn wir zwar denken, wenn wir unsere Seele ganz durchdringen mit Denken, aber zu gleicher Zeit aufsteigt das Bilderleben, das erste ist nichts Gegenwärtiges. Das erste ist, daß uns vor die Seele treten die Bilder des Lebens vor unserer Geburt oder vor unserer Empfängnis. Das gegenwärtige Leben tritt vor den Imaginationen erst später, nach langer Gewöhnung, in gewisser Weise auf, und keineswegs mit solcher Klarheit und Bestimmtheit wie das Leben, das vor der Geburt, vor der Empfängnis liegt. Diese Tatsache ist ein voller Beweis dafür, daß, wenn wir vom Gegenstandswahrnehmen absehen, [— wir also in Bildern denkend leben —], uns dieses Denken zunächst nur Bilder vorführen kann aus der Vergangenheit. Wir haben in dem, was uns diese Bilder vorführen, Kosmisches aus unserem vorirdischen Leben. Dieses und manches andere zeigt eben, wie das Vorstellungsleben dasjenige ist, das wir zunächst als Kraft hineintragen aus unserem vorgeburtlichen Leben.
[ 4 ] Die Selbstbeobachtung, wenn sie nur unbefangen genug geführt wird, zeigt uns, daß das Gefühlsleben sich nach und nach im Physischen entwickelt. Wir können nicht unser Fühlen in derselben Weise mit demjenigen durchziehen, was so bestimmt ist wie das Mathematische, wie die Vorstellungen. Alles, was wir an Gefühlen entwickeln, müssen wir zwar von der Kindheit an, aber eben erst von der Kindheit an entwickeln durch das Leben seit der Geburt. Wir haben ein um so reicheres Gefühlsleben, je mehr wir eben erlebt haben seit der Geburt. Ein Mensch, der durch schweres Leid und schwere Schicksalsschläge gegangen ist, hat ein anderes Gefühlsleben als ein Oberflächling, der so leicht hingehuscht ist durch das Leben. Die Lebensschicksalsfälle, die präparieren uns für das Gefühlsleben. Ein mathematisches Urteil, das unser Vorstellen durchdringt, das tritt plötzlich auf. Ein Gefühl können wir nicht plötzlich ausbilden. Ein Gefühl bildet sich langsam im Leben heraus und ist selber etwas, was mit uns wächst, was teilnimmt an unserem ganzen Wachstumsprozeß im physischen Leben.
[ 4 ] Die Selbstbeobachtung, wenn sie nur unbefangen genug geführt wird, zeigt uns, daß das Gefühlsleben sich nach und nach im Physischen entwickelt. Wir können nicht unser Fühlen in derselben Weise mit demjenigen durchziehen, was so bestimmt ist wie das Mathematische, wie die Vorstellungen. Alles, was wir an Gefühlen entwickeln, müssen wir zwar von der Kindheit an, aber eben erst von der Kindheit an entwickeln durch das Leben seit der Geburt. Wir haben ein um so reicheres Gefühlsleben, je mehr wir eben erlebt haben seit der Geburt. Ein Mensch, der durch schweres Leid und schwere Schicksalsschläge gegangen ist, hat ein anderes Gefühlsleben als ein Oberflächling, der so leicht hingehuscht ist durch das Leben. Die Lebensschicksalsfälle, die präparieren uns für das Gefühlsleben. Ein mathematisches Urteil, das unser Vorstellen durchdringt, das tritt plötzlich auf. Ein Gefühl können wir nicht plötzlich ausbilden. Ein Gefühl bildet sich langsam im Leben heraus und ist selber etwas, was mit uns wächst, was teilnimmt an unserem ganzen Wachstumsprozeß im physischen Leben.
[ 5 ] Und das Willensleben ist etwas, was uns ja zunächst wenig mit dem Kosmos verbindet. Es ist dasjenige, das aus unbestimmten Untergründen unserer Seele herauspulst. Wir tragen durch unsere Taten allerdings Willensleben in den Kosmos hinein; aber bedenken Sie nur einmal, welcher Unterschied ist zwischen dem Verbundensein mit dem Kosmos durch das Vorstellungsleben und dem anderen Verbundensein durch das Willensleben. Wir sind mit dem Kosmos verbunden durch das Vorstellungsleben, wenn wir hinausgehen in die sternenhelle Nacht und gewissermaßen den Kosmos im Bilde vor uns haben, ihn in Gedanken umfassen. Wir können ihn auch fühlen. Wie klein ist dagegen das Stückchen Taten, das wir loslösen aus unserem Willenselement und das wir in den Kosmos hineinstellen! Das bezeugt zunächst, daß das Willenselement in ganz anderer Weise im Menschen wurzelt als das Vorstellungselement. Vergleichen Sie das Willenselement im besonderen mit dem Vorstellungselement wie mit dem Gefühle. Das Vorstellungselement, sobald wir genügend zu ihm erwacht sind, es verbindet uns auf einen Schlag mit dem ganzen Kosmos. Das Gefühlselement, es lebt sich heran. Es lebt sich so langsam oder so schnell heran, als unser schicksalsgemäßes Leben zwischen Geburt und Tod abläuft. Aber es ist doch etwas, was uns, wenn auch weniger intensiv und auch weniger extensiv als das Vorstellungsleben, mit dem Kosmos verbindet. Bedenken Sie nur, wie allgemein-menschlich es ist, durch das Vorstellungsleben mit dem Kosmos verbunden zu sein: Drei Menschen gehen in der sternhellen Nacht hinaus; sie stehen an einem Orte, sie haben alle drei dasselbe kosmische Bild um sich, sie sehen alle drei dasselbe, und wenn sie gelernt haben, mit Gedanken dieses Bild zusammenzufassen, sie werden alle drei unter Umständen dasselbe mit einem Schlag in ihrer Vorstellung haben können.
[ 5 ] Und das Willensleben ist etwas, was uns ja zunächst wenig mit dem Kosmos verbindet. Es ist dasjenige, das aus unbestimmten Untergründen unserer Seele herauspulst. Wir tragen durch unsere Taten allerdings Willensleben in den Kosmos hinein; aber bedenken Sie nur einmal, welcher Unterschied ist zwischen dem Verbundensein mit dem Kosmos durch das Vorstellungsleben und dem anderen Verbundensein durch das Willensleben. Wir sind mit dem Kosmos verbunden durch das Vorstellungsleben, wenn wir hinausgehen in die sternenhelle Nacht und gewissermaßen den Kosmos im Bilde vor uns haben, ihn in Gedanken umfassen. Wir können ihn auch fühlen. Wie klein ist dagegen das Stückchen Taten, das wir loslösen aus unserem Willenselement und das wir in den Kosmos hineinstellen! Das bezeugt zunächst, daß das Willenselement in ganz anderer Weise im Menschen wurzelt als das Vorstellungselement. Vergleichen Sie das Willenselement im besonderen mit dem Vorstellungselement wie mit dem Gefühle. Das Vorstellungselement, sobald wir genügend zu ihm erwacht sind, es verbindet uns auf einen Schlag mit dem ganzen Kosmos. Das Gefühlselement, es lebt sich heran. Es lebt sich so langsam oder so schnell heran, als unser schicksalsgemäßes Leben zwischen Geburt und Tod abläuft. Aber es ist doch etwas, was uns, wenn auch weniger intensiv und auch weniger extensiv als das Vorstellungsleben, mit dem Kosmos verbindet. Bedenken Sie nur, wie allgemein-menschlich es ist, durch das Vorstellungsleben mit dem Kosmos verbunden zu sein: Drei Menschen gehen in der sternhellen Nacht hinaus; sie stehen an einem Orte, sie haben alle drei dasselbe kosmische Bild um sich, sie sehen alle drei dasselbe, und wenn sie gelernt haben, mit Gedanken dieses Bild zusammenzufassen, sie werden alle drei unter Umständen dasselbe mit einem Schlag in ihrer Vorstellung haben können.
[ 6 ] Mit dem Gefühlsleben ist es anders. Nehmen wir einmal einen Menschen, der ziemlich gedankenlos, oberflächlich sein Leben verbracht hat, höchstens zuweilen in der Nacht sich exponiert hat der Sternenwelt; und vergleichen wir das, was ein solcher fühlt, wenn er heraustritt in der Nacht und den sternenbesäten Himmel sieht, mit dem anderen, was ein anderer fühlt, der einmal eines Abends mit einem Menschen, den er bis dahin noch wenig gekannt hat, einen Spaziergang macht, durch den sie in tiefe Schicksals- und Lebensfragen hineingebracht werden, in eine Diskussion hineingebracht werden, welche stundenlang dauert, welche fortdauert, bis die Sterne untergehen. Nehmen wir an, in einem Moment, wo gerade der Himmel in den Sternen wunderbar glänzt, kommen sich die Freunde nahe, und nehmen wir weiter an, solch ein Mensch sieht nach Jahren, nachdem jene Freundschaft die verschiedensten Gestaltungen angenommen hat, in ebensolcher Weise den sternbesäten Himmel. Welche Gefühle werden unter Umständen im Nachklange an das Erlebnis der Befreundung in ihm aufsteigen! Da gehen schon die Gefühle in den Kosmos hinaus, aber sie gehen hinaus nach Maßgabe des Lebens, das seit der Geburt verbracht worden ist. Durch die Vorstellungen gehen die Gedanken hinaus in den Kosmos, weil wir als Mensch geboren sind und ein Geistig-Seelisches durch die Geburt hineingebracht haben in unser physisches Dasein. Durch das Fühlen geht das innere Seelenleben hinaus zu den Dingen des Kosmos, aber nur gemäß dem, was verlaufen ist in diesem physischen Leben selber.
[ 6 ] Mit dem Gefühlsleben ist es anders. Nehmen wir einmal einen Menschen, der ziemlich gedankenlos, oberflächlich sein Leben verbracht hat, höchstens zuweilen in der Nacht sich exponiert hat der Sternenwelt; und vergleichen wir das, was ein solcher fühlt, wenn er heraustritt in der Nacht und den sternenbesäten Himmel sieht, mit dem anderen, was ein anderer fühlt, der einmal eines Abends mit einem Menschen, den er bis dahin noch wenig gekannt hat, einen Spaziergang macht, durch den sie in tiefe Schicksals- und Lebensfragen hineingebracht werden, in eine Diskussion hineingebracht werden, welche stundenlang dauert, welche fortdauert, bis die Sterne untergehen. Nehmen wir an, in einem Moment, wo gerade der Himmel in den Sternen wunderbar glänzt, kommen sich die Freunde nahe, und nehmen wir weiter an, solch ein Mensch sieht nach Jahren, nachdem jene Freundschaft die verschiedensten Gestaltungen angenommen hat, in ebensolcher Weise den sternbesäten Himmel. Welche Gefühle werden unter Umständen im Nachklange an das Erlebnis der Befreundung in ihm aufsteigen! Da gehen schon die Gefühle in den Kosmos hinaus, aber sie gehen hinaus nach Maßgabe des Lebens, das seit der Geburt verbracht worden ist. Durch die Vorstellungen gehen die Gedanken hinaus in den Kosmos, weil wir als Mensch geboren sind und ein Geistig-Seelisches durch die Geburt hineingebracht haben in unser physisches Dasein. Durch das Fühlen geht das innere Seelenleben hinaus zu den Dingen des Kosmos, aber nur gemäß dem, was verlaufen ist in diesem physischen Leben selber.
[ 7 ] Versuchen Sie zu Ende zu kommen mit demjenigen, was ich hiermit anschlage, so werden Sie sich sagen können: Das Vorstellungsleben ist durch die Geburt ins physische Dasein hineingebracht; das Gefühlsleben entwickeln wir zwischen Geburt und Tod; wie wenig ist aber von dem vorhanden, was von uns aus in den Kosmos hinausgeht aus Taten unserer Willensimpulse heraus! Wie wenig geht hinein in den Kosmos von dem, was ausfließt aus unseren Willensimpulsen! — Da haben wir es zu tun mit etwas, was sich primitiv ausnimmt gegenüber den Gefühlen, und noch mehr gegenüber dem Vorstellungsleben. Der Geistesforscher kann die Gründe davon darlegen, wenn er sich bis zur Intuition erhebt; da erreicht er die Willensimpulse. In dem Moment, wo er sich durch innere Seelenentwickelung zur Intuition erhoben hat, wo alles andere ausgelöscht ist in seinem Seelenleben, steht zwar nicht das gegenwärtige Tatenleben, aber etwas sehr Merkwürdiges vor ihm. Es stehen vor ihm als erstes Erlebnis der Intuition nicht seine Taten selber, aber alles das, was seine Taten als Schicksale, Schicksalskeime für die Zukunft ihm darbieten können. Zukünftig ist alles das, was da der Intuition erscheint als erster Eindruck, was werden kann aus uns, da wir eine solche Summe von Taten durchgemacht haben, die wir nicht selber sehen, deren Keime vor unsere Seele treten. Daraus geht hervor, daß das Willensleben dasjenige ist, was wir durch den Tod hinübertragen, was auf die Zukunft verweist. So können wir also schematisch sagen: Bleiben wir beim Physischen, so haben wir den Kopfmenschen, den rhythmischen Lungen- und Herzmenschen, den Gliedmaßenmenschen. Der Kopfmensch weist uns auf dasjenige, was wir aus der Vergangenheit mitbringen. Der rhythmische Mensch verweist uns auf die Gegenwart zwischen Geburt und Tod. Der Gliedmaßenmensch verweist uns auf die Zukunft; daraus wird uns später Kopfbildung, im späteren Leben. Gehen wir auf das Seelische, dann haben wir das Vorstellungsleben, das uns auf die Vergangenheit verweist, das Gefühlsleben, das uns auf die Gegenwart verweist, das Willensleben, das uns auf die Zukunft verweist.
[ 7 ] Versuchen Sie zu Ende zu kommen mit demjenigen, was ich hiermit anschlage, so werden Sie sich sagen können: Das Vorstellungsleben ist durch die Geburt ins physische Dasein hineingebracht; das Gefühlsleben entwickeln wir zwischen Geburt und Tod; wie wenig ist aber von dem vorhanden, was von uns aus in den Kosmos hinausgeht aus Taten unserer Willensimpulse heraus! Wie wenig geht hinein in den Kosmos von dem, was ausfließt aus unseren Willensimpulsen! — Da haben wir es zu tun mit etwas, was sich primitiv ausnimmt gegenüber den Gefühlen, und noch mehr gegenüber dem Vorstellungsleben. Der Geistesforscher kann die Gründe davon darlegen, wenn er sich bis zur Intuition erhebt; da erreicht er die Willensimpulse. In dem Moment, wo er sich durch innere Seelenentwickelung zur Intuition erhoben hat, wo alles andere ausgelöscht ist in seinem Seelenleben, steht zwar nicht das gegenwärtige Tatenleben, aber etwas sehr Merkwürdiges vor ihm. Es stehen vor ihm als erstes Erlebnis der Intuition nicht seine Taten selber, aber alles das, was seine Taten als Schicksale, Schicksalskeime für die Zukunft ihm darbieten können. Zukünftig ist alles das, was da der Intuition erscheint als erster Eindruck, was werden kann aus uns, da wir eine solche Summe von Taten durchgemacht haben, die wir nicht selber sehen, deren Keime vor unsere Seele treten. Daraus geht hervor, daß das Willensleben dasjenige ist, was wir durch den Tod hinübertragen, was auf die Zukunft verweist. So können wir also schematisch sagen: Bleiben wir beim Physischen, so haben wir den Kopfmenschen, den rhythmischen Lungen- und Herzmenschen, den Gliedmaßenmenschen. Der Kopfmensch weist uns auf dasjenige, was wir aus der Vergangenheit mitbringen. Der rhythmische Mensch verweist uns auf die Gegenwart zwischen Geburt und Tod. Der Gliedmaßenmensch verweist uns auf die Zukunft; daraus wird uns später Kopfbildung, im späteren Leben. Gehen wir auf das Seelische, dann haben wir das Vorstellungsleben, das uns auf die Vergangenheit verweist, das Gefühlsleben, das uns auf die Gegenwart verweist, das Willensleben, das uns auf die Zukunft verweist.
[ 8 ] Wir haben gestern gesehen, daß der Kopf des Menschen zusammenhängt mit dem Peripherischen, mit dem ganzen Kosmos, und daß der Gliedmaßenmensch mit der Erde zusammenhängt. So ist es auch mit dem Seelischen. Das Vorstellungsleben hängt zusammen mit dem Kosmos, das Willensleben mit der Erde, und das rhythmische Leben, das Gefühlselement, das vermittelt zwischen beiden, das ist eben der Ausgleich zwischen beiden, zwischen dem Himmlischen und dem Irdischen. Wir haben auch darauf hingewiesen, daß seit alten Zeiten aus instinktiver Erkenntnis der Urweisheit heraus das, was von der Erde aus in die Gliedmaßen des Menschen hineinwirkt, was nur gemildert wird durch den Kosmos und seine Wirkung, daß das bezeichnet wurde als die Stärke. Und das im Menschen, was in der Hauptesbildung zum Ausdruck kommt, was kosmisch ist, aber durch Irdisches gemildert, das wird seit alter Zeit bezeichnet als Schönheit, und der Ausgleich zwischen beiden, der im rhythmischen Menschen lebt, als Weisheit. Dieselben Bezeichnungen wurden aber auch angewendet auf das Vorstellungsleben, das eben im Sinne alter Mysterienweisheit als von dem Prinzip der Schönheit durchdrungen gedacht wird, das Gefühlsleben, das von der Weisheit durchdrungen gedacht wird, das Willensleben, das von der Stärke durchdrungen gedacht wird.
[ 8 ] Wir haben gestern gesehen, daß der Kopf des Menschen zusammenhängt mit dem Peripherischen, mit dem ganzen Kosmos, und daß der Gliedmaßenmensch mit der Erde zusammenhängt. So ist es auch mit dem Seelischen. Das Vorstellungsleben hängt zusammen mit dem Kosmos, das Willensleben mit der Erde, und das rhythmische Leben, das Gefühlselement, das vermittelt zwischen beiden, das ist eben der Ausgleich zwischen beiden, zwischen dem Himmlischen und dem Irdischen. Wir haben auch darauf hingewiesen, daß seit alten Zeiten aus instinktiver Erkenntnis der Urweisheit heraus das, was von der Erde aus in die Gliedmaßen des Menschen hineinwirkt, was nur gemildert wird durch den Kosmos und seine Wirkung, daß das bezeichnet wurde als die Stärke. Und das im Menschen, was in der Hauptesbildung zum Ausdruck kommt, was kosmisch ist, aber durch Irdisches gemildert, das wird seit alter Zeit bezeichnet als Schönheit, und der Ausgleich zwischen beiden, der im rhythmischen Menschen lebt, als Weisheit. Dieselben Bezeichnungen wurden aber auch angewendet auf das Vorstellungsleben, das eben im Sinne alter Mysterienweisheit als von dem Prinzip der Schönheit durchdrungen gedacht wird, das Gefühlsleben, das von der Weisheit durchdrungen gedacht wird, das Willensleben, das von der Stärke durchdrungen gedacht wird.
[ 9 ] Nun können wir auch auf den Geist des Menschen hinsehen, wie wir auf den physischen Leib und auf die Seele gesehen haben. Auch da haben wir eine dreigliedrige Geistwesenheit des Menschen vor uns. Nur müssen wir beim Geist von drei Zuständen sprechen. Wir können unterscheiden zunächst das, was den Geist uns zeigt, ich möchte sagen, in seiner vollen Durchleuchtung, wenn wir ganz wach sind. Wir können den Geist beobachten in den anderen Zuständen, wenn er zwischen Wachen und Schlafen träumt, und wir können den Geist betrachten, wenn er für das irdische Leben bewußtlos im tiefen Schlafe ist. Das ist der dreigliedrige Geist: der wachende, träumende und schlafende.
[ 9 ] Nun können wir auch auf den Geist des Menschen hinsehen, wie wir auf den physischen Leib und auf die Seele gesehen haben. Auch da haben wir eine dreigliedrige Geistwesenheit des Menschen vor uns. Nur müssen wir beim Geist von drei Zuständen sprechen. Wir können unterscheiden zunächst das, was den Geist uns zeigt, ich möchte sagen, in seiner vollen Durchleuchtung, wenn wir ganz wach sind. Wir können den Geist beobachten in den anderen Zuständen, wenn er zwischen Wachen und Schlafen träumt, und wir können den Geist betrachten, wenn er für das irdische Leben bewußtlos im tiefen Schlafe ist. Das ist der dreigliedrige Geist: der wachende, träumende und schlafende.
[ 10 ] Nehmen wir das Wachleben. Das Wachleben ist, wie ja tatsächlich vor der unbefangenen Beobachtung ganz klar ist, das reifste Leben des Menschen, es ist dasjenige, das er sich durch seine Geburt ins physische Dasein hineinträgt. Wenn es auch nicht gleich erscheint, so ist es doch das Vollkommenste, das Reifste, es ist dasjenige, was er dadurch hat, daß er als Mensch geboren wird. So daß wir sagen können: Das Wachleben verweist uns auf die Vergangenheit; das Traumesleben — es scheint natürlich zunächst sonderbar, wenn man vom Traumleben sagt, daß es uns auf die Gegenwart verweist, aber es ist doch so. Sie können in einem gewissen Lebensalter sehr genau beobachten, wie das Traumesleben auf die Gegenwart weist. Das Kind, das ganz kleine Kind, das träumt ja, das hat noch kein völliges Wachleben. Erst wenn die Vergangenheit sich in das Kind hereinbegibt, dann beginnt das Wachleben. Aber das Gegenwärtige ist das Traumesleben; und daß wir den Wachzustand in das Traumesleben hineinbekommen, rührt davon her, daß unser Vorgeburtliches, unsere Vergangenheit in die Gegenwart hineinragt. Die Gegenwart erzieht uns nur zum Traumesleben. Und das Schlafesleben, es ist dasjenige, durch das wir der Gegenwart noch gar nicht angehören, das verwandt ist mit unserem Willensleben, das das Unvollkommenste in uns ist, das erst vollkommen werden muß; es ist dasjenige, was in uns die Zukunft vorbildet, was auf die Zukunft hinweist. So gehört der Geist der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft an. Der Vergangenheit durch das Wachleben, der Gegenwart durch das Traumleben, der Zukunft durch das Schlafesleben.
[ 10 ] Nehmen wir das Wachleben. Das Wachleben ist, wie ja tatsächlich vor der unbefangenen Beobachtung ganz klar ist, das reifste Leben des Menschen, es ist dasjenige, das er sich durch seine Geburt ins physische Dasein hineinträgt. Wenn es auch nicht gleich erscheint, so ist es doch das Vollkommenste, das Reifste, es ist dasjenige, was er dadurch hat, daß er als Mensch geboren wird. So daß wir sagen können: Das Wachleben verweist uns auf die Vergangenheit; das Traumesleben — es scheint natürlich zunächst sonderbar, wenn man vom Traumleben sagt, daß es uns auf die Gegenwart verweist, aber es ist doch so. Sie können in einem gewissen Lebensalter sehr genau beobachten, wie das Traumesleben auf die Gegenwart weist. Das Kind, das ganz kleine Kind, das träumt ja, das hat noch kein völliges Wachleben. Erst wenn die Vergangenheit sich in das Kind hereinbegibt, dann beginnt das Wachleben. Aber das Gegenwärtige ist das Traumesleben; und daß wir den Wachzustand in das Traumesleben hineinbekommen, rührt davon her, daß unser Vorgeburtliches, unsere Vergangenheit in die Gegenwart hineinragt. Die Gegenwart erzieht uns nur zum Traumesleben. Und das Schlafesleben, es ist dasjenige, durch das wir der Gegenwart noch gar nicht angehören, das verwandt ist mit unserem Willensleben, das das Unvollkommenste in uns ist, das erst vollkommen werden muß; es ist dasjenige, was in uns die Zukunft vorbildet, was auf die Zukunft hinweist. So gehört der Geist der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft an. Der Vergangenheit durch das Wachleben, der Gegenwart durch das Traumleben, der Zukunft durch das Schlafesleben.
| Vergangenheit | Gegenwart | Zukunft | |
|---|---|---|---|
| Physisches | Kopfmensch | Rhythmischer Mensch | Gliedmaßenmensch |
| Seele | Vorstellungsleben | Gefühlsleben | Willensleben |
| Geist | Wachleben | Traumleben | Schlafleben |
| Schönheit | Weisheit | Stärke |
| Vergangenheit | Gegenwart | Zukunft | |
|---|---|---|---|
| Physisches | Kopfmensch | Rhythmischer Mensch | Gliedmaßenmensch |
| Seele | Vorstellungsleben | Gefühlsleben | Willensleben |
| Geist | Wachleben | Traumleben | Schlafleben |
| Schönheit | Weisheit | Stärke |
[ 11 ] Wir können diese drei Zustände, diese drei verschiedenen Stufen des menschlichen Wesens mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft des Kosinos in Zusammenhang bringen. Für den physischen Leib haben wir das gestern schon getan. Wir haben gesagt: Die ganze Kopfbildung hängt zusammen mit dem, was die Erde als frühere Zustände durchgemacht hat auf Saturn, Sonne, Mond. Der Gliedmaßenmensch bezeugt, daß im Menschen sich etwas ausbildet, was noch gar nicht auf der Erde zur Vollendung kommen kann. Es kam Ihnen spaßig vor, daß ich Ihnen vom Venuszustande gesprochen habe, wo eben die menschliche Bildung ganz anders verlaufen wird als auf der Erde. Auf der Venus wird der Mensch in der Mitte der Entwickelung seines Lebens, sagte ich Ihnen, den Kopf verlieren. Dafür wird ihm aus seinem Gliedmaßenmenschen ein anderer nachwachsen, was in der Gegenwart, meinte ich, für manchen sehr angenehm sein könnte, aber eben nicht der Fall sein kann. Hier muß man, weil der Gliedmaßenmensch die Tendenz hat, Kopf zu werden, aber es erst sein kann, wenn er außerhalb des Irdischen den Zustand zwischen Tod und neuem Leben durchgemacht hat, zufrieden sein mit dem einen Kopf. Aber dieser Gliedmaßenmensch weist auf das hin, was wir physisch werden durch Jupiter-, Venus- und Vulkanzustand. Der Kopf weist also hin auf Saturn, Sonne, Mond; der Gliedmaßenmensch weist in die Zukunft nach Jupiter, Venus, Vulkan. Der rhythmische Mensch weist auf die Gegenwart der Erde.
[ 11 ] Wir können diese drei Zustände, diese drei verschiedenen Stufen des menschlichen Wesens mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft des Kosinos in Zusammenhang bringen. Für den physischen Leib haben wir das gestern schon getan. Wir haben gesagt: Die ganze Kopfbildung hängt zusammen mit dem, was die Erde als frühere Zustände durchgemacht hat auf Saturn, Sonne, Mond. Der Gliedmaßenmensch bezeugt, daß im Menschen sich etwas ausbildet, was noch gar nicht auf der Erde zur Vollendung kommen kann. Es kam Ihnen spaßig vor, daß ich Ihnen vom Venuszustande gesprochen habe, wo eben die menschliche Bildung ganz anders verlaufen wird als auf der Erde. Auf der Venus wird der Mensch in der Mitte der Entwickelung seines Lebens, sagte ich Ihnen, den Kopf verlieren. Dafür wird ihm aus seinem Gliedmaßenmenschen ein anderer nachwachsen, was in der Gegenwart, meinte ich, für manchen sehr angenehm sein könnte, aber eben nicht der Fall sein kann. Hier muß man, weil der Gliedmaßenmensch die Tendenz hat, Kopf zu werden, aber es erst sein kann, wenn er außerhalb des Irdischen den Zustand zwischen Tod und neuem Leben durchgemacht hat, zufrieden sein mit dem einen Kopf. Aber dieser Gliedmaßenmensch weist auf das hin, was wir physisch werden durch Jupiter-, Venus- und Vulkanzustand. Der Kopf weist also hin auf Saturn, Sonne, Mond; der Gliedmaßenmensch weist in die Zukunft nach Jupiter, Venus, Vulkan. Der rhythmische Mensch weist auf die Gegenwart der Erde.
[ 12 ] Das Vorstellungsleben weist uns nun nicht so weit zurück wie der Kopf. Es mußte gewissermaßen auch im Kosmos zuerst der Kopf vorhanden sein, bevor er vorstellen konnte. Er weist uns nur hin auf die Sonne und auf den Mond. Das Willensleben weist uns hin auf die Zukunft, auf den Jupiter und auf die Venus. Und das Gefühlsleben gehört wiederum der Gegenwart an.
[ 12 ] Das Vorstellungsleben weist uns nun nicht so weit zurück wie der Kopf. Es mußte gewissermaßen auch im Kosmos zuerst der Kopf vorhanden sein, bevor er vorstellen konnte. Er weist uns nur hin auf die Sonne und auf den Mond. Das Willensleben weist uns hin auf die Zukunft, auf den Jupiter und auf die Venus. Und das Gefühlsleben gehört wiederum der Gegenwart an.
[ 13 ] Nun kommen wir zum Geistigen. Da haben wir das Wachleben und das Schlafleben. Das Wachleben weist uns nur hin auf die Mondenentwickelung; da hat es sich vorgebildet. Das Wachleben ist die Erbschaft der alten Mondenentwickelung, des imaginativen Vorstellens der Mondenentwickelung. Während der Sonnenentwickelung gab es noch kein eigentliches Vorstellungsleben. Das Schlafesleben weist uns hin nach dem Jupiterzustand. Nach dem Jupiterzustand wird das, was sich heute im Schlafe bewegt, äußere Formen annehmen; nach dem Venuszustand wird das, was Willenszustand ist, äußere Formen annehmen. Und die Gliedmaßen nehmen, das ist schon ausgesprochen, äußere Formen an durch die drei folgenden Zustände der Erde. So sehen wir, daß der Mensch nach Leib, Seele und Geist zugeordnet werden kann dem Kosmos.
[ 13 ] Nun kommen wir zum Geistigen. Da haben wir das Wachleben und das Schlafleben. Das Wachleben weist uns nur hin auf die Mondenentwickelung; da hat es sich vorgebildet. Das Wachleben ist die Erbschaft der alten Mondenentwickelung, des imaginativen Vorstellens der Mondenentwickelung. Während der Sonnenentwickelung gab es noch kein eigentliches Vorstellungsleben. Das Schlafesleben weist uns hin nach dem Jupiterzustand. Nach dem Jupiterzustand wird das, was sich heute im Schlafe bewegt, äußere Formen annehmen; nach dem Venuszustand wird das, was Willenszustand ist, äußere Formen annehmen. Und die Gliedmaßen nehmen, das ist schon ausgesprochen, äußere Formen an durch die drei folgenden Zustände der Erde. So sehen wir, daß der Mensch nach Leib, Seele und Geist zugeordnet werden kann dem Kosmos.
| Kopf | Vorstellungsleben | Wachleben | Schlafleben | Willensleben | Gliedmaßenmensch |
|---|---|---|---|---|---|
| Saturn | Jupiter | Jupiter | Jupiter | ||
| Sonne | Venus | Venus | |||
| Mond | Mond | Vulkan |
| Kopf | Vorstellungsleben | Wachleben | Schlafleben | Willensleben | Gliedmaßenmensch |
|---|---|---|---|---|---|
| Saturn | Jupiter | Jupiter | Jupiter | ||
| Sonne | Venus | Venus | |||
| Mond | Mond | Vulkan |
[ 14 ] Auch wiederum gegenüber dem Wachleben, Traumes- und Schlafesleben ist die Sache so, daß im Sinne der alten Weisheit dem Wachleben die Schönheit, dem Traumesleben die Weisheit zugedacht wird. Dem Schlafesleben wird die Stärke zugedacht. Aus dem Schlafe tragen wir die Stärke für das Leben hinaus. Auf solche Dinge, die aus Lebenszusammenhängen stammen, hat sich die Urweisheit hauptsächlich gestützt.
[ 14 ] Auch wiederum gegenüber dem Wachleben, Traumes- und Schlafesleben ist die Sache so, daß im Sinne der alten Weisheit dem Wachleben die Schönheit, dem Traumesleben die Weisheit zugedacht wird. Dem Schlafesleben wird die Stärke zugedacht. Aus dem Schlafe tragen wir die Stärke für das Leben hinaus. Auf solche Dinge, die aus Lebenszusammenhängen stammen, hat sich die Urweisheit hauptsächlich gestützt.
[ 15 ] Nun aber können wir wiederum das, was wir so durch den dreigliedrigen Menschen aus der Geisteswissenschaft heraus entwickeln, auch auf das menschliche Leben anwenden. Wir können da vielleicht zunächst vom Geiste ausgehen und können uns fragen: Wie steht der Mensch im äußeren Leben, wenn er das äußere Leben mit klaren Vorstellungen überschauen will? Er kann das Vorstellungsleben, das in dem Kopfe ist, in die äußere Welt hineintragen. Aus dem Wachzustand heraus kann er sein äußeres Leben durchdringen mit dem Vorstellen. Das ist eine besondere Art, in der äußeren Welt sich zu betätigen, sie mit dem Vorstellungsleben zu durchdringen. Alles dasjenige, was auf diese Weise geschieht, gehört dem besonderen Gebiete des Geisteslebens an.
[ 15 ] Nun aber können wir wiederum das, was wir so durch den dreigliedrigen Menschen aus der Geisteswissenschaft heraus entwickeln, auch auf das menschliche Leben anwenden. Wir können da vielleicht zunächst vom Geiste ausgehen und können uns fragen: Wie steht der Mensch im äußeren Leben, wenn er das äußere Leben mit klaren Vorstellungen überschauen will? Er kann das Vorstellungsleben, das in dem Kopfe ist, in die äußere Welt hineintragen. Aus dem Wachzustand heraus kann er sein äußeres Leben durchdringen mit dem Vorstellen. Das ist eine besondere Art, in der äußeren Welt sich zu betätigen, sie mit dem Vorstellungsleben zu durchdringen. Alles dasjenige, was auf diese Weise geschieht, gehört dem besonderen Gebiete des Geisteslebens an.
[ 16 ] Gehen wir weiter zu denjenigen Verhältnissen, die sich ergeben durch das Leben, das auf der einen Seite seelisch Gefühlsleben, aber dem Geiste nach ein Traumleben ist; wie gestaltet sich dieses Traumleben? Ja, studieren Sie nur das Leben, dann werden Sie gerade das Walten des Traumlebens unter den Menschen verspüren. Ich bitte Sie einmal, darauf zu achten, wenn Sie Freundschaften schließen, wenn Sie Gefühle der Liebe zwischen sich und einem anderen Menschen entwickeln; wissen Sie nicht, daß Sie da nicht in derselben Weise dabei wach sein können, wie wenn Sie den Pythagoreischen Lehrsatz durchdenken? Wenn Sie richtig die Erfahrungen prüfen, werden Sie sich sagen müssen: Der Zustand, den Sie innerlich erleben, wenn Sie Freundschaft mit Menschen schließen, wenn aus Neigung Sie dies oder jenes für einen Menschen tun, ist wirklich vergleichbar mit dem Traumleben. Sie finden das Traumleben in denjenigen Gefühlen, die von Mensch zu Mensch walten im äußeren Leben.
[ 16 ] Gehen wir weiter zu denjenigen Verhältnissen, die sich ergeben durch das Leben, das auf der einen Seite seelisch Gefühlsleben, aber dem Geiste nach ein Traumleben ist; wie gestaltet sich dieses Traumleben? Ja, studieren Sie nur das Leben, dann werden Sie gerade das Walten des Traumlebens unter den Menschen verspüren. Ich bitte Sie einmal, darauf zu achten, wenn Sie Freundschaften schließen, wenn Sie Gefühle der Liebe zwischen sich und einem anderen Menschen entwickeln; wissen Sie nicht, daß Sie da nicht in derselben Weise dabei wach sein können, wie wenn Sie den Pythagoreischen Lehrsatz durchdenken? Wenn Sie richtig die Erfahrungen prüfen, werden Sie sich sagen müssen: Der Zustand, den Sie innerlich erleben, wenn Sie Freundschaft mit Menschen schließen, wenn aus Neigung Sie dies oder jenes für einen Menschen tun, ist wirklich vergleichbar mit dem Traumleben. Sie finden das Traumleben in denjenigen Gefühlen, die von Mensch zu Mensch walten im äußeren Leben.
[ 17 ] Das ist das Leben, das wir aber auch im weitesten Umfange im Rechtsleben entwickeln. Da steht der Mensch dem Menschen gegenüber. Da muß Mensch zu Mensch im allgemeinen das Verhältnis finden. Wir finden unsere besonderen, speziellen Verhältnisse, indem wir den einen Menschen lieben, den anderen hassen, mit dem einen Freundschaft schließen, den anderen nicht riechen können und so weiter. Das sind die speziellen Verhältnisse, die da oder dort differenziert auftreten. Aber das menschliche Leben über die Erde ist nur möglich, wenn alle Menschen zu allen gewisse Beziehungen eingehen können, die wir eben als die politischen, als die staatlichen, als die rechtlichen schildern können. Sie werden dirigiert nicht von demselben wachen Tagesleben, das das Leben durchdringt, sie werden dirigiert von dem Traumesleben. Und wir haben es da zu tun mit dem Rechtsleben, wenn der Mensch das zweite Glied, dieses Traumesleben, der Außenwelt einverleibt.
[ 17 ] Das ist das Leben, das wir aber auch im weitesten Umfange im Rechtsleben entwickeln. Da steht der Mensch dem Menschen gegenüber. Da muß Mensch zu Mensch im allgemeinen das Verhältnis finden. Wir finden unsere besonderen, speziellen Verhältnisse, indem wir den einen Menschen lieben, den anderen hassen, mit dem einen Freundschaft schließen, den anderen nicht riechen können und so weiter. Das sind die speziellen Verhältnisse, die da oder dort differenziert auftreten. Aber das menschliche Leben über die Erde ist nur möglich, wenn alle Menschen zu allen gewisse Beziehungen eingehen können, die wir eben als die politischen, als die staatlichen, als die rechtlichen schildern können. Sie werden dirigiert nicht von demselben wachen Tagesleben, das das Leben durchdringt, sie werden dirigiert von dem Traumesleben. Und wir haben es da zu tun mit dem Rechtsleben, wenn der Mensch das zweite Glied, dieses Traumesleben, der Außenwelt einverleibt.
[ 18 ] Und was tritt ein, wenn er das Schlafesleben einverleibt? Beobachten Sie unbefangen das Leben: Sie haben Hunger, Sie erfreuen sich an einem goldenen Ring mit Edelsteinen, Sie haben das Bedürfnis nach einem Band Iyrischer Gedichte, kurz, Sie haben irgendwelche Bedürfnisse. Sie werden durch andere befriedigt. Aber nun frage ich Sie: Können Sie das übersehen, auch nur so, wie Sie Ihre Freundschaften oder Rechtsverhältnisse übersehen? Das kann niemand. Der einzelne Mensch kann ein Traumleben führen mit Bezug auf die Rechtsverhältnisse; die Wirtschaftsverhältnisse kann einer nicht überschauen, da muß er sich mit anderen assoziieren. Was der eine nicht weiß, kann der andere wissen. Das Bewußtsein des einzelnen Menschen verschwindet in der einen Assoziation. Da ist etwas vorhanden, was völlig im Unbewußten abläuft und nur dadurch geschehen kann, daß der einzelne Mensch es gar nicht übersehen kann, sondern sein Bewußtsein untertauchen läßt in das der Assoziation. Da haben wir das Wirtschaftsleben.
[ 18 ] Und was tritt ein, wenn er das Schlafesleben einverleibt? Beobachten Sie unbefangen das Leben: Sie haben Hunger, Sie erfreuen sich an einem goldenen Ring mit Edelsteinen, Sie haben das Bedürfnis nach einem Band Iyrischer Gedichte, kurz, Sie haben irgendwelche Bedürfnisse. Sie werden durch andere befriedigt. Aber nun frage ich Sie: Können Sie das übersehen, auch nur so, wie Sie Ihre Freundschaften oder Rechtsverhältnisse übersehen? Das kann niemand. Der einzelne Mensch kann ein Traumleben führen mit Bezug auf die Rechtsverhältnisse; die Wirtschaftsverhältnisse kann einer nicht überschauen, da muß er sich mit anderen assoziieren. Was der eine nicht weiß, kann der andere wissen. Das Bewußtsein des einzelnen Menschen verschwindet in der einen Assoziation. Da ist etwas vorhanden, was völlig im Unbewußten abläuft und nur dadurch geschehen kann, daß der einzelne Mensch es gar nicht übersehen kann, sondern sein Bewußtsein untertauchen läßt in das der Assoziation. Da haben wir das Wirtschaftsleben.
[ 19 ] Das Geistesleben ist beherrscht von sozialem Wachen, das Rechtsleben von sozialem Träumen; in den modernen Parlamenten geradezu vom Alpdruck, welches auch ein Träumen ist. Das Wirtschaftsleben ist durchsetzt von sozialem Schlafen. Und es muß sich da, wo das menschliche Seelenleben zunächst ins Unbewußte hineinverschwindet, die Liebe ausbreiten über das assoziative Leben. Die Liebe, die ein willensartiges Element ist, Brüderlichkeit muß das Wirtschaftsleben durchsetzen. Freiheit ist das Element des Wachlebens, Brüderlichkeit das Element des Schlaflebens im Sozialen. Und was zwischen beiden steht, das ist dasjenige, worin alle Menschen gleich sind, was sie ausbilden als Gleiche, worinnen der eine verschwindet mit seinem Wachleben, was nur bestimmt wird durch das Verhältnis des einen zu dem anderen, aus dem traumhaften Element des Lebens.
[ 19 ] Das Geistesleben ist beherrscht von sozialem Wachen, das Rechtsleben von sozialem Träumen; in den modernen Parlamenten geradezu vom Alpdruck, welches auch ein Träumen ist. Das Wirtschaftsleben ist durchsetzt von sozialem Schlafen. Und es muß sich da, wo das menschliche Seelenleben zunächst ins Unbewußte hineinverschwindet, die Liebe ausbreiten über das assoziative Leben. Die Liebe, die ein willensartiges Element ist, Brüderlichkeit muß das Wirtschaftsleben durchsetzen. Freiheit ist das Element des Wachlebens, Brüderlichkeit das Element des Schlaflebens im Sozialen. Und was zwischen beiden steht, das ist dasjenige, worin alle Menschen gleich sind, was sie ausbilden als Gleiche, worinnen der eine verschwindet mit seinem Wachleben, was nur bestimmt wird durch das Verhältnis des einen zu dem anderen, aus dem traumhaften Element des Lebens.
[ 20 ] So fließt dasjenige, ich möchte sagen, was im Menschen ist, ein in das, was soziales Leben ist; und man kann eigentlich das soziale Leben nicht anders verstehen, als indem man sich klar macht, was vom einzelnen individuellen Menschen in dieses soziale Leben hineinfließt.
[ 20 ] So fließt dasjenige, ich möchte sagen, was im Menschen ist, ein in das, was soziales Leben ist; und man kann eigentlich das soziale Leben nicht anders verstehen, als indem man sich klar macht, was vom einzelnen individuellen Menschen in dieses soziale Leben hineinfließt.
[ 21 ] 1. Geistesleben: soziales Wachen
2. Rechtsleben: soziales Träumen
3. Wirtschaftsleben: soziales Schlafleben
[ 21 ] 1. Geistesleben: soziales Wachen
2. Rechtsleben: soziales Träumen
3. Wirtschaftsleben: soziales Schlafleben
[ 22 ] Nun haben wir wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus einen menschlichen Zusammenhang erfaßt. Wir wollen ihn morgen weiter ausführen. Aber bedenken Sie, wie eigentlich diese Dinge an die Menschen der Gegenwart herankommen. Es ist so, daß der Mensch der Gegenwart beginnen kann, zunächst etwa meine «Theosophie» zu lesen. Das ist etwas, das gegenüber dem, was man gelernt hat, etwas paradox anmutet. Man kann vielleicht zunächst nicht viel übrig haben für das, was vorgeführt wird, aber man kann weitergehen, kann die anderen Bücher lesen und sehen, wie das, was in der «Theosophie» steht, weiter vertieft wird. Dann wird man sehen, daß das eine das andere trägt, daß das eine zum anderen hinzukommt, daß die Dinge wohlbegründet sind. Oder man kann auf der anderen Seite die «Kernpunkte» ins Auge fassen. Da kann man zunächst sagen: Ich kann noch nicht einsehen, daß der soziale Organismus einer Dreigliederung unterworfen werden soll. — Nun nehmen Sie alles das hinzu, was wir schon von den verschiedensten Gesichtspunkten her zusammengetragen haben, um wiederum und wiederum zu erhärten, wie dieses soziale Leben wirklich einer Dreigliederung unterworfen werden muß.
[ 22 ] Nun haben wir wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus einen menschlichen Zusammenhang erfaßt. Wir wollen ihn morgen weiter ausführen. Aber bedenken Sie, wie eigentlich diese Dinge an die Menschen der Gegenwart herankommen. Es ist so, daß der Mensch der Gegenwart beginnen kann, zunächst etwa meine «Theosophie» zu lesen. Das ist etwas, das gegenüber dem, was man gelernt hat, etwas paradox anmutet. Man kann vielleicht zunächst nicht viel übrig haben für das, was vorgeführt wird, aber man kann weitergehen, kann die anderen Bücher lesen und sehen, wie das, was in der «Theosophie» steht, weiter vertieft wird. Dann wird man sehen, daß das eine das andere trägt, daß das eine zum anderen hinzukommt, daß die Dinge wohlbegründet sind. Oder man kann auf der anderen Seite die «Kernpunkte» ins Auge fassen. Da kann man zunächst sagen: Ich kann noch nicht einsehen, daß der soziale Organismus einer Dreigliederung unterworfen werden soll. — Nun nehmen Sie alles das hinzu, was wir schon von den verschiedensten Gesichtspunkten her zusammengetragen haben, um wiederum und wiederum zu erhärten, wie dieses soziale Leben wirklich einer Dreigliederung unterworfen werden muß.
[ 23 ] Denken Sie, wie wir aus dem Menschen heraus selber, aus seinen geistig-seelischen Zuständen, aus dieser geistseelischen Dreigliederung kommen zu der sozialen Dreigliederung. Wiederum trägt eines das andere. Und selbstverständlich könnte zu dem, was schon hier zusammengetragen worden ist, noch vieles andere hinzugefügt werden; man würde immer mehr die Berechtigung der Forderung von der Dreigliederung des sozialen Organismus sehen. Aber vergleichen Sie mit dem, was ich eben jetzt gesagt habe, das Verhalten unserer Zeitgenossen. Wie nähern sie sich sehr häufig demjenigen, was durch diese anthroposophische Geisteswissenschaft an sie herankommen will? Ich weiß nicht, wie sich die Sache verhält, will sie auch nicht als sehr bindend hier erzählen, aber es wurde mir neulich gesagt, daß bei einem Vortrag, den Dr. Boos für Basler Theologen gehalten hat — wenn es anders ist, kann er es gelegentlich korrigieren —, er gerade demjenigen Mann, der mich am allerintensivsten angegriffen hat, die Frage stellen konnte, ob er meine Vorträge schon gehört hat. Da soll der geantwortet haben, er habe einen gehört, vielleicht auch zwei. — Nun, es ist ein Beispiel für viele. Die Leute haben gerade den Drang, einmal einen Vortrag zu hören, oder in ein Buch hineinzuschauen und ein paar Seiten zu lesen. Danach läßt sich aber die Geisteswissenschaft und alles das, was zusammenhängt mit ihren sozialen Konsequenzen, nicht beurteilen; denn die Geisteswissenschaft fordert ein ganz anderes Verhältnis zu allem, als das, was solche Menschen geltend machen. Solche Menschen, die dressieren diejenigen, die ihnen anvertraut sind, ohne diese Geisteswissenschaft, soweit es nur geht — und sie dressieren sich selber ohne die Geisteswissenschaft, und dann kommen sie und nehmen einmal Notiz in kurzer Weise. So geht es eben nicht, sondern es geht einzig und allein so, daß Geisteswissenschaft wirklich durchdringt unser gesamtes Bildungswesen und daß das, was anthroposophisch durchdrungen ist, an die Stelle dessen tritt, was im Laufe der letzten Jahrhunderte geistlos geworden ist. Das ist wichtig, daß wir es beachten, daß wir wenigstens für uns wissen, was nötig ist. Niemals frommen kann der geisteswissenschaftlichen Entwickelung, wenn es auch da oder dort geschehen mag aus diesen oder jenen Opportunitätsgründen heraus, daß irgend jemand zu einem einzigen Vortrage herangeschleppt wird, denn aus einer solchen Kenntnisnahme wird meist nichts anderes entstehen, als daß der Betreffende abgeschreckt wird. Geisteswissenschaft muß so betrieben werden, daß ihr der Weg geebnet wird in das gesamte Bildungswesen, in das gesamte Leben der Gegenwart. Das ist natürlich das, was den Weg der Geisteswissenschaft schwer macht, was auf der anderen Seite uns die Notwendigkeit, die Verpflichtung auferlegt, auch unseren ganzen Menschen für diese Geisteswissenschaft einzusetzen, wenn wir selbst ihren Nerv begriffen haben.
[ 23 ] Denken Sie, wie wir aus dem Menschen heraus selber, aus seinen geistig-seelischen Zuständen, aus dieser geistseelischen Dreigliederung kommen zu der sozialen Dreigliederung. Wiederum trägt eines das andere. Und selbstverständlich könnte zu dem, was schon hier zusammengetragen worden ist, noch vieles andere hinzugefügt werden; man würde immer mehr die Berechtigung der Forderung von der Dreigliederung des sozialen Organismus sehen. Aber vergleichen Sie mit dem, was ich eben jetzt gesagt habe, das Verhalten unserer Zeitgenossen. Wie nähern sie sich sehr häufig demjenigen, was durch diese anthroposophische Geisteswissenschaft an sie herankommen will? Ich weiß nicht, wie sich die Sache verhält, will sie auch nicht als sehr bindend hier erzählen, aber es wurde mir neulich gesagt, daß bei einem Vortrag, den Dr. Boos für Basler Theologen gehalten hat — wenn es anders ist, kann er es gelegentlich korrigieren —, er gerade demjenigen Mann, der mich am allerintensivsten angegriffen hat, die Frage stellen konnte, ob er meine Vorträge schon gehört hat. Da soll der geantwortet haben, er habe einen gehört, vielleicht auch zwei. — Nun, es ist ein Beispiel für viele. Die Leute haben gerade den Drang, einmal einen Vortrag zu hören, oder in ein Buch hineinzuschauen und ein paar Seiten zu lesen. Danach läßt sich aber die Geisteswissenschaft und alles das, was zusammenhängt mit ihren sozialen Konsequenzen, nicht beurteilen; denn die Geisteswissenschaft fordert ein ganz anderes Verhältnis zu allem, als das, was solche Menschen geltend machen. Solche Menschen, die dressieren diejenigen, die ihnen anvertraut sind, ohne diese Geisteswissenschaft, soweit es nur geht — und sie dressieren sich selber ohne die Geisteswissenschaft, und dann kommen sie und nehmen einmal Notiz in kurzer Weise. So geht es eben nicht, sondern es geht einzig und allein so, daß Geisteswissenschaft wirklich durchdringt unser gesamtes Bildungswesen und daß das, was anthroposophisch durchdrungen ist, an die Stelle dessen tritt, was im Laufe der letzten Jahrhunderte geistlos geworden ist. Das ist wichtig, daß wir es beachten, daß wir wenigstens für uns wissen, was nötig ist. Niemals frommen kann der geisteswissenschaftlichen Entwickelung, wenn es auch da oder dort geschehen mag aus diesen oder jenen Opportunitätsgründen heraus, daß irgend jemand zu einem einzigen Vortrage herangeschleppt wird, denn aus einer solchen Kenntnisnahme wird meist nichts anderes entstehen, als daß der Betreffende abgeschreckt wird. Geisteswissenschaft muß so betrieben werden, daß ihr der Weg geebnet wird in das gesamte Bildungswesen, in das gesamte Leben der Gegenwart. Das ist natürlich das, was den Weg der Geisteswissenschaft schwer macht, was auf der anderen Seite uns die Notwendigkeit, die Verpflichtung auferlegt, auch unseren ganzen Menschen für diese Geisteswissenschaft einzusetzen, wenn wir selbst ihren Nerv begriffen haben.
[ 24 ] Dieses Einsetzen des ganzen Menschen, es ist ja leider gerade in der Anthroposophischen Gesellschaft nicht immer gepflegt worden. Man muß sich immer wieder erinnern daran, wie die Menschen zuweilen sich geschämt haben, sich als Anthroposophen zu bekennen. — Wir wollen einmal da oder dort einen Vortrag veranstalten, aber das Wort «Theosophie» oder «Anthroposophie» darf nicht genannt werden; es muß nur anthroposophisch sein, darf aber nicht «anthroposophisch» genannt werden, oder «anthroposophische Bewegung» oder «Theosophie» und so weiter. Auch bezüglich der Eurythmie haben wir ja erlebt, daß die Leute verlangen, sie in die Schule einzuführen, aber es darf nicht gesagt werden, woher es kommt. Man will — das ist der beliebte Ausdruck — da oder dort etwas «einfließen» lassen. Durch dieses Einfließenlassen, durch dieses Zurückschrecken vor dem vollen Eintreten, kommen wir nicht vorwärts, sondern es kommen uns überall diejenigen Dinge entgegen, die so recht aus der Gesinnung der Gegenwart herausgeboren sind, und die eigentlich Kulturunverschämtheiten sind. Neulich wurde von Frau Baumann, der Waldorflehrerin für Eurythmie, ein sehr hübscher Artikel geschrieben für eine schweizerische Frauenzeitung, über Eurythmie als pädagogisches Mittel. Der Aufsatz wurde auch abgedruckt; aber wenn Anthroposophie oder gar mein Name genannt wurde, so hatte es die Redaktion sorgfältig herausgestrichen. Diese Dinge bezeugen, daß man ja das Geistesgut schon gebrauchen kann, aber in der lügenhaften Welt der Gegenwart möchte man eben dieses Geistesgut haben, ohne gerade diejenigen Kräfte, die dieses Geistesgut einmal nach der Notwendigkeit der Gegenwart zu tragen haben.
[ 24 ] Dieses Einsetzen des ganzen Menschen, es ist ja leider gerade in der Anthroposophischen Gesellschaft nicht immer gepflegt worden. Man muß sich immer wieder erinnern daran, wie die Menschen zuweilen sich geschämt haben, sich als Anthroposophen zu bekennen. — Wir wollen einmal da oder dort einen Vortrag veranstalten, aber das Wort «Theosophie» oder «Anthroposophie» darf nicht genannt werden; es muß nur anthroposophisch sein, darf aber nicht «anthroposophisch» genannt werden, oder «anthroposophische Bewegung» oder «Theosophie» und so weiter. Auch bezüglich der Eurythmie haben wir ja erlebt, daß die Leute verlangen, sie in die Schule einzuführen, aber es darf nicht gesagt werden, woher es kommt. Man will — das ist der beliebte Ausdruck — da oder dort etwas «einfließen» lassen. Durch dieses Einfließenlassen, durch dieses Zurückschrecken vor dem vollen Eintreten, kommen wir nicht vorwärts, sondern es kommen uns überall diejenigen Dinge entgegen, die so recht aus der Gesinnung der Gegenwart herausgeboren sind, und die eigentlich Kulturunverschämtheiten sind. Neulich wurde von Frau Baumann, der Waldorflehrerin für Eurythmie, ein sehr hübscher Artikel geschrieben für eine schweizerische Frauenzeitung, über Eurythmie als pädagogisches Mittel. Der Aufsatz wurde auch abgedruckt; aber wenn Anthroposophie oder gar mein Name genannt wurde, so hatte es die Redaktion sorgfältig herausgestrichen. Diese Dinge bezeugen, daß man ja das Geistesgut schon gebrauchen kann, aber in der lügenhaften Welt der Gegenwart möchte man eben dieses Geistesgut haben, ohne gerade diejenigen Kräfte, die dieses Geistesgut einmal nach der Notwendigkeit der Gegenwart zu tragen haben.
[ 25 ] Ein gutes Teil davon hat die Anthroposophische Gesellschaft selbst bewirkt durch dieses «Einfließenlassen», durch das Zurückschrecken vor dem vollen Eintreten. Es sollte gerade derjenige, der an dieses anthroposophische Geistesgut herantritt und der sieht, wie die Dinge mit mathematischer Klarheit einander tragen, er sollte aus der Sache selbst Mut und Kraft finden, voll der Welt gegenüber für diese Sache einzutreten. Ein Dienst wird der Menschheit wahrhaftig nicht geleistet, wenn zurückgezuckt wird vor dem vollen Eintreten, und dieses volle Eintreten muß schon einmal gelernt werden von den Gegnern. Die treten voll ein, die treten in bezug auf die Gegnerschaft voll ein! Man kann es immer wiederum erleben, wie gerade uns gegenüber jedes scharfe Wort, das abgerungen werden muß der Notwendigkeit, übelgenommen wird. So wurde mir in jüngster Zeit recht übelgenommen, daß ich den Grafen Keyserling das genannt habe, was er ist, daß ich gesagt habe, er habe gelogen! Derjenige, der sagt, daß ich von Haeckel ausgegangen bin, der braucht nur die Ausführungen zu den Goetheschen naturwissenschaftlichen Schriften zu lesen; er wird sehen, wovon ich ausgegangen bin, auch in meiner Schriftstellerei, und er lügt, wenn er sagt, ich sei von Haeckel ausgegangen, weil ich im Verlaufe meines Lebens auch einmal über Haeckel eine Broschüre geschrieben habe. Die inneren Zusammenhänge werden von solchen Tröpfen wie Keyserling nicht geschaut. Diese inhaltsleeren Leute haben das große Publikum, weil man nichts zu denken braucht, wenn man sich ihnen hingibt.
[ 25 ] Ein gutes Teil davon hat die Anthroposophische Gesellschaft selbst bewirkt durch dieses «Einfließenlassen», durch das Zurückschrecken vor dem vollen Eintreten. Es sollte gerade derjenige, der an dieses anthroposophische Geistesgut herantritt und der sieht, wie die Dinge mit mathematischer Klarheit einander tragen, er sollte aus der Sache selbst Mut und Kraft finden, voll der Welt gegenüber für diese Sache einzutreten. Ein Dienst wird der Menschheit wahrhaftig nicht geleistet, wenn zurückgezuckt wird vor dem vollen Eintreten, und dieses volle Eintreten muß schon einmal gelernt werden von den Gegnern. Die treten voll ein, die treten in bezug auf die Gegnerschaft voll ein! Man kann es immer wiederum erleben, wie gerade uns gegenüber jedes scharfe Wort, das abgerungen werden muß der Notwendigkeit, übelgenommen wird. So wurde mir in jüngster Zeit recht übelgenommen, daß ich den Grafen Keyserling das genannt habe, was er ist, daß ich gesagt habe, er habe gelogen! Derjenige, der sagt, daß ich von Haeckel ausgegangen bin, der braucht nur die Ausführungen zu den Goetheschen naturwissenschaftlichen Schriften zu lesen; er wird sehen, wovon ich ausgegangen bin, auch in meiner Schriftstellerei, und er lügt, wenn er sagt, ich sei von Haeckel ausgegangen, weil ich im Verlaufe meines Lebens auch einmal über Haeckel eine Broschüre geschrieben habe. Die inneren Zusammenhänge werden von solchen Tröpfen wie Keyserling nicht geschaut. Diese inhaltsleeren Leute haben das große Publikum, weil man nichts zu denken braucht, wenn man sich ihnen hingibt.
[ 26 ] Das ist aber notwendig, daß man endlich einsehe, daß, wenn auf unserem Boden scharfe Worte gesprochen werden, sie abgerungen sind der Notwendigkeit; daß wahrhaftig keine Sympathie für diese scharfen Worte besteht, daß man dann aber auch nicht kommen darf und sagen, es sei aus Lieblosigkeit geschehen. Soll man diejenigen Menschen lieben, die lügen und dadurch der Wahrheit den Weg vertreten? Und von diesem Gesichtspunkte aus müssen die Dinge auch angesehen werden. Wer findet, daß wir in der Polemik zu scharf sind, der wende sich nicht an uns, sondern er wende sich an die Angreifer. Denn wenden wir uns tüchtig gegen die Angreifer, dann wird es etwas helfen; aber nichts helfen wird es, wenn wir einige wenige in der notwendigen Abwehr allein lassen.
[ 26 ] Das ist aber notwendig, daß man endlich einsehe, daß, wenn auf unserem Boden scharfe Worte gesprochen werden, sie abgerungen sind der Notwendigkeit; daß wahrhaftig keine Sympathie für diese scharfen Worte besteht, daß man dann aber auch nicht kommen darf und sagen, es sei aus Lieblosigkeit geschehen. Soll man diejenigen Menschen lieben, die lügen und dadurch der Wahrheit den Weg vertreten? Und von diesem Gesichtspunkte aus müssen die Dinge auch angesehen werden. Wer findet, daß wir in der Polemik zu scharf sind, der wende sich nicht an uns, sondern er wende sich an die Angreifer. Denn wenden wir uns tüchtig gegen die Angreifer, dann wird es etwas helfen; aber nichts helfen wird es, wenn wir einige wenige in der notwendigen Abwehr allein lassen.
