Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202

5 December 1920, Dornach

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Die Brücke zwischen der Weltgeistigkei und dem Physischen des Menschen
  1. The Spiritual Backgrounds of the Outer World, tr. SOL

Fünfter Vortrag

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Aus den gestrigen Darlegungen wird Ihnen hervorgegangen sein, daß man die Welt einseitig betrachtet, wenn man sie so betrachtet, wie das in besonders hervorragender Weise bei Hegel zum Vorschein kommt, wenn man sie so betrachtet, als ob sie durchzogen wäre von dem, was man den kosmischen Gedanken nennen kann. Ebenso einseitig betrachtet man die Welt, wenn man das Grundgefüge willensartiger Natur denkt. Es ist das die Idee Schopenhauers, die Welt willensartiger Natur zu denken. Wir haben gesehen, daß auch diese besondere Neigung, möchte ich sagen, die Welt anzusehen, sie als Gedankenwirkung anzusehen, hinweist auf die westliche Menschennatur, die mehr nach der Gedankenseite hin tendiert. Wir haben ja nachweisen können, wie Hegels Gedankenphilosophie eine andere Gestalt in den westlichen Weltanschauungen hat, und wie in Schopenhauers Empfindungen die Neigung lebt, die eigentlich den Menschen des Orients eigen ist, was sich ja darin zeigt, daß Schopenhauer die besondere Vorliebe für den Buddhismus, überhaupt für orientalische Weltanschauung hat.

[ 1 ] Aus den gestrigen Darlegungen wird Ihnen hervorgegangen sein, daß man die Welt einseitig betrachtet, wenn man sie so betrachtet, wie das in besonders hervorragender Weise bei Hegel zum Vorschein kommt, wenn man sie so betrachtet, als ob sie durchzogen wäre von dem, was man den kosmischen Gedanken nennen kann. Ebenso einseitig betrachtet man die Welt, wenn man das Grundgefüge willensartiger Natur denkt. Es ist das die Idee Schopenhauers, die Welt willensartiger Natur zu denken. Wir haben gesehen, daß auch diese besondere Neigung, möchte ich sagen, die Welt anzusehen, sie als Gedankenwirkung anzusehen, hinweist auf die westliche Menschennatur, die mehr nach der Gedankenseite hin tendiert. Wir haben ja nachweisen können, wie Hegels Gedankenphilosophie eine andere Gestalt in den westlichen Weltanschauungen hat, und wie in Schopenhauers Empfindungen die Neigung lebt, die eigentlich den Menschen des Orients eigen ist, was sich ja darin zeigt, daß Schopenhauer die besondere Vorliebe für den Buddhismus, überhaupt für orientalische Weltanschauung hat.

[ 2 ] Nun ist im Grunde genommen jede solche Betrachtungsweise nur zu beurteilen, wenn man sie von jenem Gesichtspunkte aus überschauen kann, den die Geisteswissenschaft gibt. Von diesem Gesichtspunkte aus erscheint allerdings eine solche Zusammenfassung der Welt unter dem Gesichtspunkte des Gedankens oder unter dem Gesichtspunkte des Willens als etwas Abstraktes, und es ist ja insbesondere die neuere Zeit der Menschheitsentwickelung, die, wie wir öfter betont haben, noch zu solchen Abstraktionen neigt. Geisteswissenschaft muß die Menschheit wiederum zurückbringen zu einem konkreten Auffassen, zu einem wirklichkeitsgemäßen Auffassen der Welt. Aber gerade einem solchen wirklichkeitsgemäßen Auffassen der Welt werden die inneren Gründe erscheinen können, warum solche Einseitigkeiten Platz greifen. Das, was solche Menschen sehen, wie Hegel, Schopenhauer, die ja immerhin große, bedeutende, geniale Geister sind, das ist natürlich durchaus in der Welt vorhanden; es muß nur in der richtigen Weise angeschaut werden.

[ 2 ] Nun ist im Grunde genommen jede solche Betrachtungsweise nur zu beurteilen, wenn man sie von jenem Gesichtspunkte aus überschauen kann, den die Geisteswissenschaft gibt. Von diesem Gesichtspunkte aus erscheint allerdings eine solche Zusammenfassung der Welt unter dem Gesichtspunkte des Gedankens oder unter dem Gesichtspunkte des Willens als etwas Abstraktes, und es ist ja insbesondere die neuere Zeit der Menschheitsentwickelung, die, wie wir öfter betont haben, noch zu solchen Abstraktionen neigt. Geisteswissenschaft muß die Menschheit wiederum zurückbringen zu einem konkreten Auffassen, zu einem wirklichkeitsgemäßen Auffassen der Welt. Aber gerade einem solchen wirklichkeitsgemäßen Auffassen der Welt werden die inneren Gründe erscheinen können, warum solche Einseitigkeiten Platz greifen. Das, was solche Menschen sehen, wie Hegel, Schopenhauer, die ja immerhin große, bedeutende, geniale Geister sind, das ist natürlich durchaus in der Welt vorhanden; es muß nur in der richtigen Weise angeschaut werden.

[ 3 ] Wir wollen uns heute zunächst einmal klar werden darüber, daß wir in uns als Menschen den Gedanken erleben. Wenn also der Mensch von seinem Gedankenerlebnis spricht, so hat er dieses Gedankenerlebnis unmittelbar. Er könnte dieses Gedankenerlebnis natürlich nicht haben, wenn nicht die Welt von Gedanken durchsetzt wäre. Denn wie sollte der Mensch, indem er die Welt sinnlich wahrnimmt, aus seinem sinnlichen Wahrnehmen heraus den Gedanken gewinnen, wenn der Gedanke nicht in der Welt als solcher vorhanden wäre.

[ 3 ] Wir wollen uns heute zunächst einmal klar werden darüber, daß wir in uns als Menschen den Gedanken erleben. Wenn also der Mensch von seinem Gedankenerlebnis spricht, so hat er dieses Gedankenerlebnis unmittelbar. Er könnte dieses Gedankenerlebnis natürlich nicht haben, wenn nicht die Welt von Gedanken durchsetzt wäre. Denn wie sollte der Mensch, indem er die Welt sinnlich wahrnimmt, aus seinem sinnlichen Wahrnehmen heraus den Gedanken gewinnen, wenn der Gedanke nicht in der Welt als solcher vorhanden wäre.

[ 4 ] Nun ist aber, wie wir ja aus anderen Betrachtungen wissen, die menschliche Hauptesorganisation so gebaut, daß sie eben besonders fähig ist, den Gedanken hereinzunehmen aus der Welt. Sie ist aus den Gedanken heraus geformt, aus den Gedanken heraus gebildet. Die menschliche Hauptesorganisation aber weist uns ja zu gleicher Zeit nach dem vorigen Erdenleben hin. Wir wissen, daß das menschliche Haupt eigentlich das metamorphosische Ergebnis der vorigen Erdenleben ist, während die menschliche Gliedmaßenorganisation auf die künftigen Erdenleben hinweist. Grob gesprochen: Unseren Kopf haben wir dadurch, daß unsere Gliedmaßen aus dem vorhergehenden Erdenleben sich zum Kopf metamorphosiert haben. Unsere Gliedmaßen, wie wir sie jetzt an uns tragen, mit alledem, was zu ihnen gehört, werden sich metamorphosieren zu dem Haupte, das wir in dem nächsten Erdenleben an uns tragen werden. In unserem Haupte arbeiten ja gegenwärtig, vorzugsweise in dem Leben zwischen Geburt und Tod, die Gedanken. Diese Gedanken sind, wie wir auch gesehen haben, zugleich die Umgestaltung, die Metamorphose desjenigen, was in unseren Gliedmaßen in dem vorigen Erdenleben als Wille wirkte. Und dasjenige wiederum, was als Wille wirkt in unseren gegenwärtigen Gliedmaßen, das wird zum Gedanken umgebildet sein in dem nächsten Erdenleben.

[ 4 ] Nun ist aber, wie wir ja aus anderen Betrachtungen wissen, die menschliche Hauptesorganisation so gebaut, daß sie eben besonders fähig ist, den Gedanken hereinzunehmen aus der Welt. Sie ist aus den Gedanken heraus geformt, aus den Gedanken heraus gebildet. Die menschliche Hauptesorganisation aber weist uns ja zu gleicher Zeit nach dem vorigen Erdenleben hin. Wir wissen, daß das menschliche Haupt eigentlich das metamorphosische Ergebnis der vorigen Erdenleben ist, während die menschliche Gliedmaßenorganisation auf die künftigen Erdenleben hinweist. Grob gesprochen: Unseren Kopf haben wir dadurch, daß unsere Gliedmaßen aus dem vorhergehenden Erdenleben sich zum Kopf metamorphosiert haben. Unsere Gliedmaßen, wie wir sie jetzt an uns tragen, mit alledem, was zu ihnen gehört, werden sich metamorphosieren zu dem Haupte, das wir in dem nächsten Erdenleben an uns tragen werden. In unserem Haupte arbeiten ja gegenwärtig, vorzugsweise in dem Leben zwischen Geburt und Tod, die Gedanken. Diese Gedanken sind, wie wir auch gesehen haben, zugleich die Umgestaltung, die Metamorphose desjenigen, was in unseren Gliedmaßen in dem vorigen Erdenleben als Wille wirkte. Und dasjenige wiederum, was als Wille wirkt in unseren gegenwärtigen Gliedmaßen, das wird zum Gedanken umgebildet sein in dem nächsten Erdenleben.

[ 5 ] Wenn Sie das überschauen, können Sie sich sagen: Der Gedanke, er erscheint eigentlich als dasjenige, was in der Menschheitsevolution fortdauernd als Metamorphose aus dem Willen hervorgeht. Der Wille erscheint eigentlich als dasjenige, was gewissermaßen der Keim des Gedankens ist. — So daß wir sagen können: Es entwickelt sich der Wille allmählich in den Gedanken hinein. Was zuerst Wille ist, wird später Gedanke. Wenn wir Menschen uns betrachten, so müssen wir, wenn wir uns als Hauptesmenschen ansehen, zurückblicken auf unsere Vorzeit, indem wir in dieser Vorzeit den Willenscharakter hatten. Wenn wir nach der Zukunft schauen, müssen wir uns gegenwärtig den Willenscharakter in unseren Gliedmaßen zuschreiben und müssen sagen: Das wird in der Zukunft dasjenige, was in unserem Haupte ausgebildet wird, der Gedankenmensch. Aber wir tragen fortwährend diese beiden in uns. Wir sind gewissermaßen bewirkt aus dem Weltenall dadurch, daß sich in uns der Gedanke aus der Vorzeit mit dem Willen, der in die Zukunft hinein will, zusammenorganisiert.

[ 5 ] Wenn Sie das überschauen, können Sie sich sagen: Der Gedanke, er erscheint eigentlich als dasjenige, was in der Menschheitsevolution fortdauernd als Metamorphose aus dem Willen hervorgeht. Der Wille erscheint eigentlich als dasjenige, was gewissermaßen der Keim des Gedankens ist. — So daß wir sagen können: Es entwickelt sich der Wille allmählich in den Gedanken hinein. Was zuerst Wille ist, wird später Gedanke. Wenn wir Menschen uns betrachten, so müssen wir, wenn wir uns als Hauptesmenschen ansehen, zurückblicken auf unsere Vorzeit, indem wir in dieser Vorzeit den Willenscharakter hatten. Wenn wir nach der Zukunft schauen, müssen wir uns gegenwärtig den Willenscharakter in unseren Gliedmaßen zuschreiben und müssen sagen: Das wird in der Zukunft dasjenige, was in unserem Haupte ausgebildet wird, der Gedankenmensch. Aber wir tragen fortwährend diese beiden in uns. Wir sind gewissermaßen bewirkt aus dem Weltenall dadurch, daß sich in uns der Gedanke aus der Vorzeit mit dem Willen, der in die Zukunft hinein will, zusammenorganisiert.

[ 6 ] Nun wird das, was so den Menschen gewissermaßen aus dem Zusammenfluß von Gedanke und Wille organisiert, deren Ausdruck dann die äußere Organisation ist, das, was den Menschen gewissermaßen so durchorganisiert, besonders anschaulich, wenn man es vom Standpunkte geisteswissenschaftlicher Forschung betrachtet.

[ 6 ] Nun wird das, was so den Menschen gewissermaßen aus dem Zusammenfluß von Gedanke und Wille organisiert, deren Ausdruck dann die äußere Organisation ist, das, was den Menschen gewissermaßen so durchorganisiert, besonders anschaulich, wenn man es vom Standpunkte geisteswissenschaftlicher Forschung betrachtet.

[ 7 ] Derjenige, der sich hinaufentwickeln kann zu den Erkenntnissen der Imagination, der Inspiration, der Intuition, der sieht ja am Menschen nicht bloß den äußerlich sichtbaren Kopf, sondern er sieht objektiv dasjenige, was durch das Haupt Gedankenmensch ist. Er sieht gewissermaßen auf die Gedanken hin. So daß wir sagen können: Mit denjenigen Fähigkeiten, die dem Menschen als die zunächst normalen zukommen zwischen Geburt und Tod, zeigt sich das Haupt in der Konfiguration, in der es eben einmal da ist. Durch die entwickelte Erkenntnis in Imagination, Inspiration, Intuition wird auch das Gedanklich-Kraftliche, was ja der Hauptesorganisation zugrunde liegt, was von den früheren Inkarnationen herüberkommt, sichtbar, wenn wir uns dieses Ausdruckes in übertragenem Sinne bedienen. Wie wird es sichtbar? So, daß wir für dieses Sichtbarwerden, für dieses selbstverständlich geistig-seelische Sichtbarwerden nur den Ausdruck brauchen können: es wird wie leuchtend.

[ 7 ] Derjenige, der sich hinaufentwickeln kann zu den Erkenntnissen der Imagination, der Inspiration, der Intuition, der sieht ja am Menschen nicht bloß den äußerlich sichtbaren Kopf, sondern er sieht objektiv dasjenige, was durch das Haupt Gedankenmensch ist. Er sieht gewissermaßen auf die Gedanken hin. So daß wir sagen können: Mit denjenigen Fähigkeiten, die dem Menschen als die zunächst normalen zukommen zwischen Geburt und Tod, zeigt sich das Haupt in der Konfiguration, in der es eben einmal da ist. Durch die entwickelte Erkenntnis in Imagination, Inspiration, Intuition wird auch das Gedanklich-Kraftliche, was ja der Hauptesorganisation zugrunde liegt, was von den früheren Inkarnationen herüberkommt, sichtbar, wenn wir uns dieses Ausdruckes in übertragenem Sinne bedienen. Wie wird es sichtbar? So, daß wir für dieses Sichtbarwerden, für dieses selbstverständlich geistig-seelische Sichtbarwerden nur den Ausdruck brauchen können: es wird wie leuchtend.

[ 8 ] Gewiß, wenn die Menschen, die durchaus auf dem Gesichtspunkte des Materialismus stehenbleiben wollen, solche Sachen kritisieren, dann sieht man sogleich, wie stark der gegenwärtigen Menschheit die Empfindungsfähigkeit fehlt, um aufzufassen, was mit solchen Dingen eigentlich gemeint ist. Ich habe deutlich genug in meiner «Theosophie» und in anderen Schriften darauf hingewiesen, daß es sich darum handelt, daß natürlich nicht eine neue physische Welt, gewissermaßen eine neue Auflage der physischen Welt erscheint, wenn in Imagination, Inspiration, Intuition hingeschaut wird auf das, was der Gedankenmensch ist. Aber dieses Erlebnis ist eben durchaus dasselbe, was man der physischen Außenwelt gegenüber am Lichte hat. Genau gesprochen müßte man sagen: Der Mensch hat am äußeren Lichte ein gewisses Erlebnis. Dasselbe Erlebnis, das der Mensch durch die sinnliche Anschauung des Lichtes in der äußeren Welt hat, hat er gegenüber dem Gedankenelemente des Hauptes für die Imagination. So daß man sagen kann: Das Gedankenelement, objektiv geschaut, wird als Licht geschaut, besser gesagt, als Licht erlebt. — Wir leben, indem wir denkende Menschen sind, im Lichte. Das äußere Licht sieht man mit physischen Sinnen; das Licht, das zum Gedanken wird, sieht man nicht, weil man darinnen lebt, weil man es selber ist als Gedankenmensch. Man kann dasjenige nicht sehen, was man zunächst selber ist. Wenn man heraustritt aus diesen Gedanken, wenn man in die Imagination, Inspiration eintritt, dann stellt man sich ihm gegenüber, und dann sieht man das Gedankenelement als Licht. So daß wir, wenn wir von der vollständigen Welt reden, sagen können: Wir haben das Licht in uns; nur erscheint es uns da nicht als Licht, weil wir darinnen leben, und weil, indem wir uns des Lichtes bedienen, indem wir das Licht haben, es in uns zum Gedanken wird. — Sie bemächtigen sich gewissermaßen des Lichtes; das Licht, das Ihnen sonst draußen erscheint, das nehmen Sie in sich auf. Sie differenzieren es in sich. Sie arbeiten in ihm. Das ist eben Ihr Denken, das ist ein Handeln im Lichte. Sie sind ein Lichtwesen. Sie wissen nicht, daß Sie ein Lichtwesen sind, weil Sie im Lichte drinnen leben. Aber Ihr Denken, das Sie entfalten, das ist das Leben im Lichte. Und wenn Sie das Denken von außen anschauen, dann sehen Sie durchaus Licht.

[ 8 ] Gewiß, wenn die Menschen, die durchaus auf dem Gesichtspunkte des Materialismus stehenbleiben wollen, solche Sachen kritisieren, dann sieht man sogleich, wie stark der gegenwärtigen Menschheit die Empfindungsfähigkeit fehlt, um aufzufassen, was mit solchen Dingen eigentlich gemeint ist. Ich habe deutlich genug in meiner «Theosophie» und in anderen Schriften darauf hingewiesen, daß es sich darum handelt, daß natürlich nicht eine neue physische Welt, gewissermaßen eine neue Auflage der physischen Welt erscheint, wenn in Imagination, Inspiration, Intuition hingeschaut wird auf das, was der Gedankenmensch ist. Aber dieses Erlebnis ist eben durchaus dasselbe, was man der physischen Außenwelt gegenüber am Lichte hat. Genau gesprochen müßte man sagen: Der Mensch hat am äußeren Lichte ein gewisses Erlebnis. Dasselbe Erlebnis, das der Mensch durch die sinnliche Anschauung des Lichtes in der äußeren Welt hat, hat er gegenüber dem Gedankenelemente des Hauptes für die Imagination. So daß man sagen kann: Das Gedankenelement, objektiv geschaut, wird als Licht geschaut, besser gesagt, als Licht erlebt. — Wir leben, indem wir denkende Menschen sind, im Lichte. Das äußere Licht sieht man mit physischen Sinnen; das Licht, das zum Gedanken wird, sieht man nicht, weil man darinnen lebt, weil man es selber ist als Gedankenmensch. Man kann dasjenige nicht sehen, was man zunächst selber ist. Wenn man heraustritt aus diesen Gedanken, wenn man in die Imagination, Inspiration eintritt, dann stellt man sich ihm gegenüber, und dann sieht man das Gedankenelement als Licht. So daß wir, wenn wir von der vollständigen Welt reden, sagen können: Wir haben das Licht in uns; nur erscheint es uns da nicht als Licht, weil wir darinnen leben, und weil, indem wir uns des Lichtes bedienen, indem wir das Licht haben, es in uns zum Gedanken wird. — Sie bemächtigen sich gewissermaßen des Lichtes; das Licht, das Ihnen sonst draußen erscheint, das nehmen Sie in sich auf. Sie differenzieren es in sich. Sie arbeiten in ihm. Das ist eben Ihr Denken, das ist ein Handeln im Lichte. Sie sind ein Lichtwesen. Sie wissen nicht, daß Sie ein Lichtwesen sind, weil Sie im Lichte drinnen leben. Aber Ihr Denken, das Sie entfalten, das ist das Leben im Lichte. Und wenn Sie das Denken von außen anschauen, dann sehen Sie durchaus Licht.

[ 9 ] Denken Sie sich nun das Weltenall [siehe Zeichnung]. Sie sehen es — bei Tag natürlich — vom Lichte durchströmt, aber stellen Sie sich vor, Sie sähen dieses Weltenall von außen an. Und jetzt machen wir das Umgekehrte. Wir haben soeben das Menschenhaupt gehabt, das im Innern den Gedanken in seiner Entwickelung hat, und äußerlich Licht schaut. Im Weltenall haben wir Licht, das sinnlich angeschaut wird. Kommen wir aus dem Weltenall heraus, betrachten wir das Weltenall von außen [Pfeile], als was erscheint es da? Als ein Gefüge von Gedanken! Das Weltenall — innerlich Licht, von außen angesehen Gedanken. Das Menschenhaupt — innerlich Gedanke, von außen gesehen Licht.

[ 9 ] Denken Sie sich nun das Weltenall [siehe Zeichnung]. Sie sehen es — bei Tag natürlich — vom Lichte durchströmt, aber stellen Sie sich vor, Sie sähen dieses Weltenall von außen an. Und jetzt machen wir das Umgekehrte. Wir haben soeben das Menschenhaupt gehabt, das im Innern den Gedanken in seiner Entwickelung hat, und äußerlich Licht schaut. Im Weltenall haben wir Licht, das sinnlich angeschaut wird. Kommen wir aus dem Weltenall heraus, betrachten wir das Weltenall von außen [Pfeile], als was erscheint es da? Als ein Gefüge von Gedanken! Das Weltenall — innerlich Licht, von außen angesehen Gedanken. Das Menschenhaupt — innerlich Gedanke, von außen gesehen Licht.

AltNameAltName

[ 10 ] Das ist eine Art der Anschauung des Kosmos, die Ihnen ungemein nützlich und aufschlußreich sein kann, wenn Sie sie verwerten wollen, wenn Sie wirklich auf solche Dinge eingehen. Es wird Ihr Denken, Ihr ganzes Seelenleben viel beweglicher werden, als es sonst ist, wenn Sie lernen, sich vorzustellen: Würde ich aus mir herauskommen, wie es ja fortwährend der Fall ist, wenn ich einschlafe, und zurückschauen auf mein Haupt, also auf mich als Gedankenmenschen, so sähe ich mich leuchtend. Würde ich aus der Welt, aus der durchleuchteten Welt herauskommen, die Welt von außen sehen, so würde ich sie als ein Gedankengebilde sehen. Ich würde die Welt als Gedankenwesenheit wahrnehmen. — Sie sehen, Licht und Gedanke gehören zusammen, Licht und Gedanke sind dasselbe, nur von verschiedenen Seiten gesehen.

[ 10 ] Das ist eine Art der Anschauung des Kosmos, die Ihnen ungemein nützlich und aufschlußreich sein kann, wenn Sie sie verwerten wollen, wenn Sie wirklich auf solche Dinge eingehen. Es wird Ihr Denken, Ihr ganzes Seelenleben viel beweglicher werden, als es sonst ist, wenn Sie lernen, sich vorzustellen: Würde ich aus mir herauskommen, wie es ja fortwährend der Fall ist, wenn ich einschlafe, und zurückschauen auf mein Haupt, also auf mich als Gedankenmenschen, so sähe ich mich leuchtend. Würde ich aus der Welt, aus der durchleuchteten Welt herauskommen, die Welt von außen sehen, so würde ich sie als ein Gedankengebilde sehen. Ich würde die Welt als Gedankenwesenheit wahrnehmen. — Sie sehen, Licht und Gedanke gehören zusammen, Licht und Gedanke sind dasselbe, nur von verschiedenen Seiten gesehen.

[ 11 ] Nun ist aber der Gedanke, der in uns lebt, eigentlich dasjenige, was aus der Vorzeit herüberkommt, was das Reifste in uns ist, das Ergebnis früherer Erdenleben. Was früher Wille war, ist Gedanke geworden, und es erscheint der Gedanke als Licht. Daraus werden Sie empfinden können: Wo Licht ist, ist Gedanke, aber wie? Gedanke, in dem eine Welt fortwährend erstirbt. Eine Vorwelt, eine vorzeitige Welt erstirbt im Gedanken, oder anders ausgesprochen, im Lichte. Das ist eines der Weltengeheimnisse. Wir schauen hinaus in das Weltenall. Es ist durchströmt vom Lichte. Im Lichte lebt der Gedanke. Aber in diesem gedankendurchdrungenen Lichte lebt eine ersterbende Welt. Im Lichte erstirbt fortwährend die Welt.

[ 11 ] Nun ist aber der Gedanke, der in uns lebt, eigentlich dasjenige, was aus der Vorzeit herüberkommt, was das Reifste in uns ist, das Ergebnis früherer Erdenleben. Was früher Wille war, ist Gedanke geworden, und es erscheint der Gedanke als Licht. Daraus werden Sie empfinden können: Wo Licht ist, ist Gedanke, aber wie? Gedanke, in dem eine Welt fortwährend erstirbt. Eine Vorwelt, eine vorzeitige Welt erstirbt im Gedanken, oder anders ausgesprochen, im Lichte. Das ist eines der Weltengeheimnisse. Wir schauen hinaus in das Weltenall. Es ist durchströmt vom Lichte. Im Lichte lebt der Gedanke. Aber in diesem gedankendurchdrungenen Lichte lebt eine ersterbende Welt. Im Lichte erstirbt fortwährend die Welt.

[ 12 ] Indem so ein Mensch wie Hegel die Welt betrachtet, betrachtet er eigentlich das fortwährende Ersterben der Welt. Diejenigen Menschen werden ganz besonders Gedankenmenschen, welche zum Sinkenden, Ersterbenden, Sich-Ablähmenden der Welt eine besondere Neigung haben. Und im Ersterben wird die Welt schön. Die Griechen, die innerlich eigentlich durch und durch von lebendiger Menschenwesenheit waren, nach außen hatten sie ihre Freude, wenn in dem Ersterben der Welt die Schönheit erglänzte. Denn in dem Lichte, in dem die Welt erstirbt, erglänzt die Schönheit der Welt. Die Welt wird nicht schön, wenn sie nicht sterben kann, und indem sie stirbt, leuchtet sie, die Welt. So daß es eigentlich die Schönheit ist, welche aus dem Lichtesglanze der fortwährend ersterbenden Welt erscheint. So betrachtet man das Weltenall qualitativ. Mit Galilei hat die neuere Zeit begonnen, die Welt quantitativ zu betrachten, und man ist heute besonders stolz darauf, wenn man, wie es überall in unseren Wissenschaften geschieht, wo man es nur tun kann, die Naturerscheinungen durch die Mathematik, also durch das Tote begreifen kann. Hegel hat allerdings inhaltsvollere Begriffe verwendet zum Begreifen der Welt, als die mathematischen es sind; aber für ihn war besonders anziehend das Reifgewordene, das Ersterbende. Man möchte sagen: Hegel stand der Welt so gegenüber wie ein Mensch, der einem Baum gegenübersteht, der gerade strotzend von Blütenentfaltung ist. Im Momente, wo die Früchte sich entfalten wollen, aber noch nicht da sind, wo die Blüten zum äußersten gekommen sind, da wirkt in dem Baum die Lichtesgewalt, da wirkt in dem Baum dasjenige, was lichtgetragener Gedanke ist. So stand Hegel vor allen Erscheinungen der Welt. Er betrachtete die äußerste Blüte, dasjenige, was sich ganz und gar ins Konkreteste entfaltet.

[ 12 ] Indem so ein Mensch wie Hegel die Welt betrachtet, betrachtet er eigentlich das fortwährende Ersterben der Welt. Diejenigen Menschen werden ganz besonders Gedankenmenschen, welche zum Sinkenden, Ersterbenden, Sich-Ablähmenden der Welt eine besondere Neigung haben. Und im Ersterben wird die Welt schön. Die Griechen, die innerlich eigentlich durch und durch von lebendiger Menschenwesenheit waren, nach außen hatten sie ihre Freude, wenn in dem Ersterben der Welt die Schönheit erglänzte. Denn in dem Lichte, in dem die Welt erstirbt, erglänzt die Schönheit der Welt. Die Welt wird nicht schön, wenn sie nicht sterben kann, und indem sie stirbt, leuchtet sie, die Welt. So daß es eigentlich die Schönheit ist, welche aus dem Lichtesglanze der fortwährend ersterbenden Welt erscheint. So betrachtet man das Weltenall qualitativ. Mit Galilei hat die neuere Zeit begonnen, die Welt quantitativ zu betrachten, und man ist heute besonders stolz darauf, wenn man, wie es überall in unseren Wissenschaften geschieht, wo man es nur tun kann, die Naturerscheinungen durch die Mathematik, also durch das Tote begreifen kann. Hegel hat allerdings inhaltsvollere Begriffe verwendet zum Begreifen der Welt, als die mathematischen es sind; aber für ihn war besonders anziehend das Reifgewordene, das Ersterbende. Man möchte sagen: Hegel stand der Welt so gegenüber wie ein Mensch, der einem Baum gegenübersteht, der gerade strotzend von Blütenentfaltung ist. Im Momente, wo die Früchte sich entfalten wollen, aber noch nicht da sind, wo die Blüten zum äußersten gekommen sind, da wirkt in dem Baum die Lichtesgewalt, da wirkt in dem Baum dasjenige, was lichtgetragener Gedanke ist. So stand Hegel vor allen Erscheinungen der Welt. Er betrachtete die äußerste Blüte, dasjenige, was sich ganz und gar ins Konkreteste entfaltet.

[ 13 ] Schopenhauer stand anders vor der Welt. Wenn wir den Schopenhauerschen Impetus prüfen wollen, dann müssen wir auf das andere im Menschen schauen, auf dasjenige, was beginnt. Es ist das Willenselement, das wir in unseren Gliedmaßen tragen. Ja, das erleben wir eigentlich so — ich habe öfter darauf hingewiesen —, wie wir die Welt erleben im Schlafe. Wir erleben es unbewußt, das Willenselement. Können wir denn auch dieses Willenselement irgendwie so von außen anschauen, wie wir den Gedanken von außen anschauen? Nehmen wir den Willen, irgendwie in einem menschlichen Gliede sich entfaltend, und fragen wir uns, wenn wir den Willen nun von der anderen Seite anschauen würden, wenn wir also vom Standpunkte der Imagination, der Inspiration, der Intuition den Willen betrachten: Was ist denn das Parallele im Anschauen gegenüber dem, daß wir den Gedanken als Licht schauen? Wie schauen wir den Willen, wenn wir ihn mit der entwickelten Kraft des Anschauens, der Hellsichtigkeit betrachten? Wenn wir den Willen mit der entwickelten Kraft des Anschauens, der Hellsichtigkeit betrachten, dann wird auch etwas erlebt, was wir äußerlich sehen. Wenn wir den Gedanken mit der Kraft des Hellsehens betrachten, wird Licht erlebt, Leuchtendes erlebt. Wenn wir den Willen mit der Kraft des Hellsehens betrachten, so wird er immer dicker und dicker, dieser Wille, und er wird Stoff. Wäre Schopenhauer hellsichtig gewesen, so würde dieses Willenswesen als ein Stoffautomat vor ihm gestanden haben, denn das ist die Außenseite des Willens, der Stoff. Innerlich ist der Stoff Wille, wie das Licht innerlich Gedanke ist. Und äußerlich ist der Wille Stoff, wie der Gedanke äußerlich Licht ist. Deshalb konnte ich auch bei früheren Betrachtungen darauf hinweisen: Wenn der Mensch in seine Willensnatur mystisch hinuntertaucht, so glauben diejenigen, die eigentlich mit der Mystik nur Faxen treiben, in Wirklichkeit aber nach dem Wohlbefinden, nach dem Erleben des ärgsten Egoismus streben, dann glauben solche In-sich-Hineinschauer, sie würden den Geist finden. Aber wenn sie weit genug kämen mit diesem In-sich-Hineinschauen, würden sie die wahre stoffliche Natur des Menscheninneren entdecken. Denn es ist nichts anderes als ein Untertauchen in den Stoff. Wenn man in die Willensnatur untertaucht, da enthüllt sich einem die wahre Natur des Stoffes. Die Naturphilosophen in der Gegenwart phantasieren ja nur, wenn sie sagen, daß der Stoff aus Molekülen und Atomen bestehe. Die wahre Natur des Stoffes findet man, wenn man mystisch in sich untertaucht. Da findet man die andere Seite des Willens, und die ist Stoff. Und in diesem Stoff, also in dem Willen enthüllt sich im Grunde genommen dasjenige, was fortwährend beginnende, keimende Welt ist.

[ 13 ] Schopenhauer stand anders vor der Welt. Wenn wir den Schopenhauerschen Impetus prüfen wollen, dann müssen wir auf das andere im Menschen schauen, auf dasjenige, was beginnt. Es ist das Willenselement, das wir in unseren Gliedmaßen tragen. Ja, das erleben wir eigentlich so — ich habe öfter darauf hingewiesen —, wie wir die Welt erleben im Schlafe. Wir erleben es unbewußt, das Willenselement. Können wir denn auch dieses Willenselement irgendwie so von außen anschauen, wie wir den Gedanken von außen anschauen? Nehmen wir den Willen, irgendwie in einem menschlichen Gliede sich entfaltend, und fragen wir uns, wenn wir den Willen nun von der anderen Seite anschauen würden, wenn wir also vom Standpunkte der Imagination, der Inspiration, der Intuition den Willen betrachten: Was ist denn das Parallele im Anschauen gegenüber dem, daß wir den Gedanken als Licht schauen? Wie schauen wir den Willen, wenn wir ihn mit der entwickelten Kraft des Anschauens, der Hellsichtigkeit betrachten? Wenn wir den Willen mit der entwickelten Kraft des Anschauens, der Hellsichtigkeit betrachten, dann wird auch etwas erlebt, was wir äußerlich sehen. Wenn wir den Gedanken mit der Kraft des Hellsehens betrachten, wird Licht erlebt, Leuchtendes erlebt. Wenn wir den Willen mit der Kraft des Hellsehens betrachten, so wird er immer dicker und dicker, dieser Wille, und er wird Stoff. Wäre Schopenhauer hellsichtig gewesen, so würde dieses Willenswesen als ein Stoffautomat vor ihm gestanden haben, denn das ist die Außenseite des Willens, der Stoff. Innerlich ist der Stoff Wille, wie das Licht innerlich Gedanke ist. Und äußerlich ist der Wille Stoff, wie der Gedanke äußerlich Licht ist. Deshalb konnte ich auch bei früheren Betrachtungen darauf hinweisen: Wenn der Mensch in seine Willensnatur mystisch hinuntertaucht, so glauben diejenigen, die eigentlich mit der Mystik nur Faxen treiben, in Wirklichkeit aber nach dem Wohlbefinden, nach dem Erleben des ärgsten Egoismus streben, dann glauben solche In-sich-Hineinschauer, sie würden den Geist finden. Aber wenn sie weit genug kämen mit diesem In-sich-Hineinschauen, würden sie die wahre stoffliche Natur des Menscheninneren entdecken. Denn es ist nichts anderes als ein Untertauchen in den Stoff. Wenn man in die Willensnatur untertaucht, da enthüllt sich einem die wahre Natur des Stoffes. Die Naturphilosophen in der Gegenwart phantasieren ja nur, wenn sie sagen, daß der Stoff aus Molekülen und Atomen bestehe. Die wahre Natur des Stoffes findet man, wenn man mystisch in sich untertaucht. Da findet man die andere Seite des Willens, und die ist Stoff. Und in diesem Stoff, also in dem Willen enthüllt sich im Grunde genommen dasjenige, was fortwährend beginnende, keimende Welt ist.

[ 14 ] Sie schauen hinaus in die Welt: Sie sind vom Licht umflossen. In dem Lichte erstirbt eine vorzeitige Welt. Sie treten auf den harten Stoff auf — die Stärke der Welt trägt Sie. In dem Lichte erstrahlt gedanklich die Schönheit. In dem Erglänzen der Schönheit erstirbt die vorzeitige Welt. Die Welt geht auf in ihrer Stärke, in ihrer Kraft, in ihrer Gewalt, aber auch in ihrer Finsternis. In Finsternis geht sie auf, die zukünftige Welt, im stofflich-willensartigen Elemente.

[ 14 ] Sie schauen hinaus in die Welt: Sie sind vom Licht umflossen. In dem Lichte erstirbt eine vorzeitige Welt. Sie treten auf den harten Stoff auf — die Stärke der Welt trägt Sie. In dem Lichte erstrahlt gedanklich die Schönheit. In dem Erglänzen der Schönheit erstirbt die vorzeitige Welt. Die Welt geht auf in ihrer Stärke, in ihrer Kraft, in ihrer Gewalt, aber auch in ihrer Finsternis. In Finsternis geht sie auf, die zukünftige Welt, im stofflich-willensartigen Elemente.

[ 15 ] Wenn die Physiker einmal ernsthaft reden werden, dann werden sie sich nicht jenen Spekulationen hingeben, in denen heute von den Atomen und Molekülen gefaselt wird, sondern sie werden sagen: Die äußere Welt besteht aus Vergangenheit, und im Inneren trägt sie nicht Moleküle und Atome, sondern Zukunft. Und wenn man einmal sagen wird: Uns erscheint strahlend die Vergangenheit in der Gegenwart, und die Vergangenheit hüllt die Zukunft überall ein —, dann wird man von der Welt richtig reden, denn die Gegenwart ist überall nur dasjenige, was Vergangenheit und Zukunft zusammen wirken. Die Zukunft ist dasjenige, was eigentlich in der Stärke des Stoffes liegt. Die Vergangenheit ist dasjenige, was in der Schönheit des Lichtes erglänzt, wobei Licht für alles Sich-Offenbarende gesetzt ist, denn natürlich, auch was im Tone erscheint, was in der Wärme erscheint, ist hier ünter dem Lichte gemeint.

[ 15 ] Wenn die Physiker einmal ernsthaft reden werden, dann werden sie sich nicht jenen Spekulationen hingeben, in denen heute von den Atomen und Molekülen gefaselt wird, sondern sie werden sagen: Die äußere Welt besteht aus Vergangenheit, und im Inneren trägt sie nicht Moleküle und Atome, sondern Zukunft. Und wenn man einmal sagen wird: Uns erscheint strahlend die Vergangenheit in der Gegenwart, und die Vergangenheit hüllt die Zukunft überall ein —, dann wird man von der Welt richtig reden, denn die Gegenwart ist überall nur dasjenige, was Vergangenheit und Zukunft zusammen wirken. Die Zukunft ist dasjenige, was eigentlich in der Stärke des Stoffes liegt. Die Vergangenheit ist dasjenige, was in der Schönheit des Lichtes erglänzt, wobei Licht für alles Sich-Offenbarende gesetzt ist, denn natürlich, auch was im Tone erscheint, was in der Wärme erscheint, ist hier ünter dem Lichte gemeint.

[ 16 ] Und so kann sich der Mensch nur selber verstehen, wenn er sich auffaßt als Zukunftskern, der umhüllt ist von dem, was ihm von der Vergangenheit herrührt, von der Lichtaura des Gedankens. Man kann sagen: Geistig gesehen ist der Mensch Vergangenheit, wo er in seiner Schönheitsaura erstrahlt, aber eingegliedert ist dieser Vergangenheitsaura, was als Finsternis sich beimischt dem Lichte, das aus der Vergangenheit herüberstrahlt, und was in die Zukunft hinüberträgt. Das Licht ist dasjenige, was aus der Vergangenheit herüberstrahlt, die Finsternis, was in die Zukunft hinüberweist. Das Licht ist gedanklicher Natur, die Finsternis ist willensartiger Natur. Hegel war dem Lichte zugeneigt, das sich entfaltet in dem Wachstumsprozesse, in den reifsten Blüten. Schopenhauer ist als Weltenbetrachter wie ein Mensch, der vor einem Baume steht und eigentlich keine Freude hat an der Blütenpracht, sondern der eine innerliche Anstachelung hat, nur zu warten, bis da aus den Blüten überall die Keime für die Früchte hervorsprießen. Das freut ihn, daß da drinnen Wachstumskraft ist, das stachelt ihn an, es wässert sich ihm der Mund, wenn er daran denken kann, daß da aus der Pfirsichblüte die Pfirsiche werden. Er wendet sich von der Lichtnatur dem zu, was ihn von innen ergreift, was sich aus der Lichtnatur der Blüte entfaltet als dasjenige, was stofflich auf seiner Zunge zerfließen kann, was sich als Früchte in die Zukunft hinüberentwickelt. Es ist tatsächlich die Zwienatur der Welt, und man betrachtet die Welt nur richtig, wenn man sie in ihrer Zwienatur betrachtet, denn dann kommt man darauf, wie diese Welt konkret ist, während man sie sonst nur in ihrer Abstraktheit betrachtet. Wenn Sie hinausgehen und sehen sich an die Bäume in ihrer Blüte, dann leben Sie eigentlich von der Vergangenheit. Also Sie betrachten die Frühlingsnatur der Welt und Sie können sich sagen: Was Götter in vergangenen Zeiten hineingewirkt haben in diese Welt, das offenbart sich in der Blütenpracht des Frühlings. Sie betrachten die fruchtende Welt des Herbstes, und Sie können sagen: Da beginnt eine neue Göttertat, da fällt ab, was aber weiterer Entwickelung fähig ist, was in die Zukunft sich hineinentwickelt.,

[ 16 ] Und so kann sich der Mensch nur selber verstehen, wenn er sich auffaßt als Zukunftskern, der umhüllt ist von dem, was ihm von der Vergangenheit herrührt, von der Lichtaura des Gedankens. Man kann sagen: Geistig gesehen ist der Mensch Vergangenheit, wo er in seiner Schönheitsaura erstrahlt, aber eingegliedert ist dieser Vergangenheitsaura, was als Finsternis sich beimischt dem Lichte, das aus der Vergangenheit herüberstrahlt, und was in die Zukunft hinüberträgt. Das Licht ist dasjenige, was aus der Vergangenheit herüberstrahlt, die Finsternis, was in die Zukunft hinüberweist. Das Licht ist gedanklicher Natur, die Finsternis ist willensartiger Natur. Hegel war dem Lichte zugeneigt, das sich entfaltet in dem Wachstumsprozesse, in den reifsten Blüten. Schopenhauer ist als Weltenbetrachter wie ein Mensch, der vor einem Baume steht und eigentlich keine Freude hat an der Blütenpracht, sondern der eine innerliche Anstachelung hat, nur zu warten, bis da aus den Blüten überall die Keime für die Früchte hervorsprießen. Das freut ihn, daß da drinnen Wachstumskraft ist, das stachelt ihn an, es wässert sich ihm der Mund, wenn er daran denken kann, daß da aus der Pfirsichblüte die Pfirsiche werden. Er wendet sich von der Lichtnatur dem zu, was ihn von innen ergreift, was sich aus der Lichtnatur der Blüte entfaltet als dasjenige, was stofflich auf seiner Zunge zerfließen kann, was sich als Früchte in die Zukunft hinüberentwickelt. Es ist tatsächlich die Zwienatur der Welt, und man betrachtet die Welt nur richtig, wenn man sie in ihrer Zwienatur betrachtet, denn dann kommt man darauf, wie diese Welt konkret ist, während man sie sonst nur in ihrer Abstraktheit betrachtet. Wenn Sie hinausgehen und sehen sich an die Bäume in ihrer Blüte, dann leben Sie eigentlich von der Vergangenheit. Also Sie betrachten die Frühlingsnatur der Welt und Sie können sich sagen: Was Götter in vergangenen Zeiten hineingewirkt haben in diese Welt, das offenbart sich in der Blütenpracht des Frühlings. Sie betrachten die fruchtende Welt des Herbstes, und Sie können sagen: Da beginnt eine neue Göttertat, da fällt ab, was aber weiterer Entwickelung fähig ist, was in die Zukunft sich hineinentwickelt.,

[ 17 ] So handelt es sich darum, daß man nicht bloß durch Spekulation ein Bild der Welt sich erwirbt, sondern daß man innerlich mit dem ganzen Menschen die Welt ergreift. Man kann tatsächlich in der Pflaumenblüte, ich möchte sagen, die Vergangenheit ergreifen, in der Pflaume die Zukunft erfühlen. Was einem in die Augen hereinscheint, das hängt innig zusammen mit dem, aus dem man geworden ist aus der Vergangenheit heraus. Was einem auf der Zunge im Geschmack zerschmilzt, das hängt innig zusammen mit demjenigen, aus dem man wiederersteht, wie der Phönix aus seiner Asche, in die Zukunft hinein. Da ergreift man die Welt in Empfindung. Und nach solchem «in Empfindung die Welt ergreifen» hat eigentlich Goethe getrachtet bei allem, was er in der Welt erschauen, empfinden wollte. Er hat zum Beispiel hingeschaut nach der grünen Pflanzenwelt. Er hatte ja nicht, was man heute als Geisteswissenschaft haben kann, aber indem er die Grünheit der Pflanzenwelt anschaute, hatte er doch in der Grünheit der Pflanze, die noch nicht ganz bis zum Blütenhaften sich entfaltet hatte, dasjenige, was in die Gegenwart hereinragt von dem eigentlich Vergangenen des Pflanzenhaften; denn in der Pflanze erscheint schon die Vergangenheit in der Blüte; aber, was noch nicht ganz so vergangen ist, das ist die Grünheit des Blattes.

[ 17 ] So handelt es sich darum, daß man nicht bloß durch Spekulation ein Bild der Welt sich erwirbt, sondern daß man innerlich mit dem ganzen Menschen die Welt ergreift. Man kann tatsächlich in der Pflaumenblüte, ich möchte sagen, die Vergangenheit ergreifen, in der Pflaume die Zukunft erfühlen. Was einem in die Augen hereinscheint, das hängt innig zusammen mit dem, aus dem man geworden ist aus der Vergangenheit heraus. Was einem auf der Zunge im Geschmack zerschmilzt, das hängt innig zusammen mit demjenigen, aus dem man wiederersteht, wie der Phönix aus seiner Asche, in die Zukunft hinein. Da ergreift man die Welt in Empfindung. Und nach solchem «in Empfindung die Welt ergreifen» hat eigentlich Goethe getrachtet bei allem, was er in der Welt erschauen, empfinden wollte. Er hat zum Beispiel hingeschaut nach der grünen Pflanzenwelt. Er hatte ja nicht, was man heute als Geisteswissenschaft haben kann, aber indem er die Grünheit der Pflanzenwelt anschaute, hatte er doch in der Grünheit der Pflanze, die noch nicht ganz bis zum Blütenhaften sich entfaltet hatte, dasjenige, was in die Gegenwart hereinragt von dem eigentlich Vergangenen des Pflanzenhaften; denn in der Pflanze erscheint schon die Vergangenheit in der Blüte; aber, was noch nicht ganz so vergangen ist, das ist die Grünheit des Blattes.

[ 18 ] Sieht man die Grünheit der Natur, so ist das gewissermaßen etwas, was noch nicht so weit erstorben ist, was noch nicht so von der Vergangenheit ergriffen ist [siehe Zeichnung grün]. Das aber, was nach der Zukunft hinweist, ist dasjenige, was aus dem Finstern, aus dem Dunkeln herauskommt. Da, wo das Grün zum Bläulichen abgestuft ist, da ist das, was sich in der Natur als das Zukünftige erweist [blau].

[ 18 ] Sieht man die Grünheit der Natur, so ist das gewissermaßen etwas, was noch nicht so weit erstorben ist, was noch nicht so von der Vergangenheit ergriffen ist [siehe Zeichnung grün]. Das aber, was nach der Zukunft hinweist, ist dasjenige, was aus dem Finstern, aus dem Dunkeln herauskommt. Da, wo das Grün zum Bläulichen abgestuft ist, da ist das, was sich in der Natur als das Zukünftige erweist [blau].

AltNameAltName

[ 19 ] Dagegen da, wo wir gewiesen werden in die Vergangenheit, wo dasjenige liegt, was reift, was die Dinge zum Blühen bringt, da ist die Wärme [rot], wo das Licht sich nicht nur aufhellt, sondern wo es sich innerlich durchdringt mit Kraft, wo es in die Wärme übergeht. Nun müßte man das Ganze eigentlich so zeichnen, daß man sagt: Man hat das Grüne, die Pflanzenwelt — so würde Goethe empfinden, wenn er es auch noch nicht in Geisteswissenschaft oder Geheimwissenschaft umgesetzt hat —, daranknüpfend die Finsternis, wo sich das Grüne bläulich abstuft. Das sich Aufhellende, von Wärme Erfüllende aber, das würde sich wiederum anschließen nach der oberen Seite hin. Da steht man aber selbst als Mensch, da hat man als Mensch innerlich das, was man in der grünen Pflanzenwelt äußerlich hat, da ist man innerlich als menschlicher Ätherleib, wie ich oftmals gesagt habe, pfirsichblütfarbig. Das ist auch die Farbe, die hier erscheint, wenn das Blau in das Rote übergreift. Das ist man aber selber. So daß man eigentlich, wenn man in die farbige Welt hinaussieht, sagen kann: Man steht selber in dem Pfirsichblütigen drinnen, hat gegenüber das Grün. Das bietet sich einem dann objektiv in der Pflanzenwelt dar. Man hat auf der einen Seite das Bläuliche, Finstere, auf der anderen Seite das Helle, Rötlich-Gelbliche. Aber weil man in dem Pfirsichblütigen drinnen ist, weil man da drinnen lebt, kann man das zunächst im gewöhnlichen Leben ebensowenig wahrnehmen, wie man den Gedanken als Licht wahrnimmt. Was man erlebt, das nimmt man nicht wahr, deshalb läßt man da das Pfirsichblüt aus und sieht nur auf das Rot hin, das man auf der einen Seite erweitert, und nach dem Blau hin, das man nach der anderen Seite erweitert; und so erscheint einem solch ein Regenbogenspektrum. Das ist aber nur eine Täuschung. Das wirkliche Spektrum würde man bekommen, wenn man dieses Farbenband kreisförmig biegen würde. Man biegt es in der Tat gerade, weil man als Mensch in dem Pfirsichblütigen drinnensteht, und so übersieht man nur von Blau bis zu Rot und von Rot bis zu Blau durch das Grün die farbige Welt. In dem Augenblicke, wo man diesen Aspekt haben würde, würde jeder Regenbogen als Kreis erscheinen, als in sich gebogener Kreis, als Rolle mit Kreisdurchschnitt.

[ 19 ] Dagegen da, wo wir gewiesen werden in die Vergangenheit, wo dasjenige liegt, was reift, was die Dinge zum Blühen bringt, da ist die Wärme [rot], wo das Licht sich nicht nur aufhellt, sondern wo es sich innerlich durchdringt mit Kraft, wo es in die Wärme übergeht. Nun müßte man das Ganze eigentlich so zeichnen, daß man sagt: Man hat das Grüne, die Pflanzenwelt — so würde Goethe empfinden, wenn er es auch noch nicht in Geisteswissenschaft oder Geheimwissenschaft umgesetzt hat —, daranknüpfend die Finsternis, wo sich das Grüne bläulich abstuft. Das sich Aufhellende, von Wärme Erfüllende aber, das würde sich wiederum anschließen nach der oberen Seite hin. Da steht man aber selbst als Mensch, da hat man als Mensch innerlich das, was man in der grünen Pflanzenwelt äußerlich hat, da ist man innerlich als menschlicher Ätherleib, wie ich oftmals gesagt habe, pfirsichblütfarbig. Das ist auch die Farbe, die hier erscheint, wenn das Blau in das Rote übergreift. Das ist man aber selber. So daß man eigentlich, wenn man in die farbige Welt hinaussieht, sagen kann: Man steht selber in dem Pfirsichblütigen drinnen, hat gegenüber das Grün. Das bietet sich einem dann objektiv in der Pflanzenwelt dar. Man hat auf der einen Seite das Bläuliche, Finstere, auf der anderen Seite das Helle, Rötlich-Gelbliche. Aber weil man in dem Pfirsichblütigen drinnen ist, weil man da drinnen lebt, kann man das zunächst im gewöhnlichen Leben ebensowenig wahrnehmen, wie man den Gedanken als Licht wahrnimmt. Was man erlebt, das nimmt man nicht wahr, deshalb läßt man da das Pfirsichblüt aus und sieht nur auf das Rot hin, das man auf der einen Seite erweitert, und nach dem Blau hin, das man nach der anderen Seite erweitert; und so erscheint einem solch ein Regenbogenspektrum. Das ist aber nur eine Täuschung. Das wirkliche Spektrum würde man bekommen, wenn man dieses Farbenband kreisförmig biegen würde. Man biegt es in der Tat gerade, weil man als Mensch in dem Pfirsichblütigen drinnensteht, und so übersieht man nur von Blau bis zu Rot und von Rot bis zu Blau durch das Grün die farbige Welt. In dem Augenblicke, wo man diesen Aspekt haben würde, würde jeder Regenbogen als Kreis erscheinen, als in sich gebogener Kreis, als Rolle mit Kreisdurchschnitt.

AltNameAltName

[ 20 ] Das letzte habe ich nur erwähnt, um Sie darauf aufmerksam zu machen, daß so etwas wie die Goethesche Naturanschauung durchaus zu gleicher Zeit eine Geistanschauung ist, daß sie dem geistigen Anschauen voll entspricht. Wenn man an Goethe, den Naturforscher, herantritt, so kann man sagen: Er hat eigentlich noch keine Geisteswissenschaft, aber er hat die Naturwissenschaft so betrachtet, daß es ganz im Sinne der Geisteswissenschaft ist. Was uns aber heute ganz wesentlich sein muß, das ist dieses, daß die Welt einschließlich des Menschen ein Durchorganisieren von Gedankenlicht, Lichtgedanken mit Willensstoff, Stoffwille ist, und daß dasjenige, was uns konkret entgegentritt, in der verschiedensten Weise aufgebaut oder mit Inhalt durchzogen ist aus Gedankenlicht, Lichtgedanken, Stoffwille, Willensstoft.

[ 20 ] Das letzte habe ich nur erwähnt, um Sie darauf aufmerksam zu machen, daß so etwas wie die Goethesche Naturanschauung durchaus zu gleicher Zeit eine Geistanschauung ist, daß sie dem geistigen Anschauen voll entspricht. Wenn man an Goethe, den Naturforscher, herantritt, so kann man sagen: Er hat eigentlich noch keine Geisteswissenschaft, aber er hat die Naturwissenschaft so betrachtet, daß es ganz im Sinne der Geisteswissenschaft ist. Was uns aber heute ganz wesentlich sein muß, das ist dieses, daß die Welt einschließlich des Menschen ein Durchorganisieren von Gedankenlicht, Lichtgedanken mit Willensstoff, Stoffwille ist, und daß dasjenige, was uns konkret entgegentritt, in der verschiedensten Weise aufgebaut oder mit Inhalt durchzogen ist aus Gedankenlicht, Lichtgedanken, Stoffwille, Willensstoft.

[ 21 ] So muß man qualitativ den Kosmos betrachten, nicht bloß quantitativ, dann kommt man mit diesem Kosmos zurecht. Dann gliedert sich aber auch hinein in diesen Kosmos ein fortwährendes Ersterben, ein Ersterben der Vorzeit im Lichte, ein Aufgehen der Zukunft in der Finsternis. Die alten Perser nannten aus ihrem instinktiven Hellsehen heraus, das, was sie als die ersterbende Vorzeit im Lichte fühlten, Ahura Mazdao, was sie als die Zukunft im finsteren Willen fühlten, Ahriman.

[ 21 ] So muß man qualitativ den Kosmos betrachten, nicht bloß quantitativ, dann kommt man mit diesem Kosmos zurecht. Dann gliedert sich aber auch hinein in diesen Kosmos ein fortwährendes Ersterben, ein Ersterben der Vorzeit im Lichte, ein Aufgehen der Zukunft in der Finsternis. Die alten Perser nannten aus ihrem instinktiven Hellsehen heraus, das, was sie als die ersterbende Vorzeit im Lichte fühlten, Ahura Mazdao, was sie als die Zukunft im finsteren Willen fühlten, Ahriman.

[ 22 ] Und nun haben Sie diese zwei Welt-Entitäten, das Licht und die Finsternis: im Lichte den lebenden Gedanken, die ersterbende Vorzeit; in der Finsternis den entstehenden Willen, die kommende Zukunft. Indem wir so weit kommen, daß wir den Gedanken nicht mehr in seiner Abstraktheit bloß betrachten, sondern als Licht, den Willen nicht mehr in seiner Abstraktheit betrachten, sondern als Dunkelheit, ja in seiner materiellen Natur betrachten, indem wir dazu kommen, die Wärmeinhalte zum Beispiel des Lichtspektrums als mit der Vergangenheit, die Stoffseite, die chemische Seite des Spektrums mit der Zukunft zusammenfallend betrachten zu können, gehen wir aus dem bloßen Abstrakten ins Konkrete heraus. Wir sind nicht mehr solche ausgedörrte, pedantische, bloß mit dem Kopfe arbeitende Denker, wir wissen, das, was da in unserem Kopfe drinnnen denkt, ist eigentlich dasselbe, was uns als Licht umflutet. Und wir sind nicht mehr solche vorurteilsvolle Menschen, daß wir an dem Lichte bloß Freude haben, sondern wir wissen: In dem Lichte ist der Tod, eine ersterbende Welt. Wir können an dem Lichte auch die Weltentragik empfinden. Wir kommen also aus dem Abstrakten, aus dem Gedanklichen in das Flutende der Welt hinein. Und wir sehen in dem, was Finsternis ist, den aufgehenden Teil der Zukunft. Wir finden sogar das darinnen, was solche leidenschaftliche Naturen wie Schopenhauer aufstachelt. Kurz, wir dringen aus dem Abstrakten ins Konkrete hinein. Weltengebilde entstehen vor uns, statt bloßer Gedanken oder abstrakter Willensimpulse.

[ 22 ] Und nun haben Sie diese zwei Welt-Entitäten, das Licht und die Finsternis: im Lichte den lebenden Gedanken, die ersterbende Vorzeit; in der Finsternis den entstehenden Willen, die kommende Zukunft. Indem wir so weit kommen, daß wir den Gedanken nicht mehr in seiner Abstraktheit bloß betrachten, sondern als Licht, den Willen nicht mehr in seiner Abstraktheit betrachten, sondern als Dunkelheit, ja in seiner materiellen Natur betrachten, indem wir dazu kommen, die Wärmeinhalte zum Beispiel des Lichtspektrums als mit der Vergangenheit, die Stoffseite, die chemische Seite des Spektrums mit der Zukunft zusammenfallend betrachten zu können, gehen wir aus dem bloßen Abstrakten ins Konkrete heraus. Wir sind nicht mehr solche ausgedörrte, pedantische, bloß mit dem Kopfe arbeitende Denker, wir wissen, das, was da in unserem Kopfe drinnnen denkt, ist eigentlich dasselbe, was uns als Licht umflutet. Und wir sind nicht mehr solche vorurteilsvolle Menschen, daß wir an dem Lichte bloß Freude haben, sondern wir wissen: In dem Lichte ist der Tod, eine ersterbende Welt. Wir können an dem Lichte auch die Weltentragik empfinden. Wir kommen also aus dem Abstrakten, aus dem Gedanklichen in das Flutende der Welt hinein. Und wir sehen in dem, was Finsternis ist, den aufgehenden Teil der Zukunft. Wir finden sogar das darinnen, was solche leidenschaftliche Naturen wie Schopenhauer aufstachelt. Kurz, wir dringen aus dem Abstrakten ins Konkrete hinein. Weltengebilde entstehen vor uns, statt bloßer Gedanken oder abstrakter Willensimpulse.

[ 23 ] Das haben wir heute gesucht. Das nächste Mal werden wir in dem, was sich uns heute merkwürdig konkretisiert hat — der Gedanke zum Licht, der Wille zur Finsternis —, suchen den Ursprung von Gut und von Böse, Wir dringen also von der Innenwelt in den Kosmos hinein und suchen im Kosmos wiederum nicht bloß in einer abstrakten oder religiös-abstrakten Welt die Gründe für Gut und Böse, sondern wir wollen sehen, wie wir durchbrechen zu einer Erkenntnis von Gut und Böse, nachdem wir den Anfang damit gemacht haben, daß wir den Gedanken in seinem Lichte ergriffen, den Willen in seinem Finsterwerden erfühlt haben. Davon dann das nächste Mal weiter.

[ 23 ] Das haben wir heute gesucht. Das nächste Mal werden wir in dem, was sich uns heute merkwürdig konkretisiert hat — der Gedanke zum Licht, der Wille zur Finsternis —, suchen den Ursprung von Gut und von Böse, Wir dringen also von der Innenwelt in den Kosmos hinein und suchen im Kosmos wiederum nicht bloß in einer abstrakten oder religiös-abstrakten Welt die Gründe für Gut und Böse, sondern wir wollen sehen, wie wir durchbrechen zu einer Erkenntnis von Gut und Böse, nachdem wir den Anfang damit gemacht haben, daß wir den Gedanken in seinem Lichte ergriffen, den Willen in seinem Finsterwerden erfühlt haben. Davon dann das nächste Mal weiter.