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The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202

4 December 1920, Dornach

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Es wird in der nächsten Zeit hier meine Aufgabe sein, Ihnen einige Gesichtspunkte vorzubringen, die das Verhältnis betreffen zwischen dem Menschen und der kosmischen Welt auf der einen Seite, dem Menschen und der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit auf der anderen Seite. Betrachtungen sollen das sein, welche vieles von dem, was wir schon vor unserer Seele haben vorüberziehen lassen, ergänzen können. Ich will heute zu den Betrachtungen der nächsten Stunden gewissermaßen eine Art Einleitung voranschicken, die vielleicht manchem etwas entlegen scheinen könnte, deren Notwendigkeit aber aus den folgenden Stunden schon wird eingesehen werden. Ich möchte Sie nämlich heute darauf aufmerksam machen, daß in der mitteleuropäisch-deutschen Gedankenentwickelung der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts außer den Tatsachen, auf die wir schon hingewiesen haben, noch eine andere, außerordentlich bezeichnende Tatsache vorliegt. Ich habe ja vor kurzer Zeit einmal hingewiesen auf jenen Gegensatz, der sich einem ergibt, wenn man einerseits Schillers Ästhetische Briefe und auf der anderen Seite Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie betrachtet. Heute möchte ich hinweisen auf einen ähnlichen Gegensatz, der ja hervortrat in dieser Gedankenentwickelung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Hegel auf der einen Seite, in Schopenhauer auf der anderen Seite. Wir haben es bei Goethe und Schiller mit zwei Persönlichkeiten zu tun, die in einer gewissen Zeit ihres Lebens dasjenige, was als ein, man kann sagen, bleibender Gegensatz gerade in der mitteleuropäischen Gedankenentwickelung vorhanden ist, was aber auch in dieser Gedankenentwickelung fortwährend nach Ausgleich strebt, in einer innigen Freundschaft zum Ausgleich gebracht haben, nachdem sie einander vorher abgestoßen hatten.

[ 1 ] Es wird in der nächsten Zeit hier meine Aufgabe sein, Ihnen einige Gesichtspunkte vorzubringen, die das Verhältnis betreffen zwischen dem Menschen und der kosmischen Welt auf der einen Seite, dem Menschen und der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit auf der anderen Seite. Betrachtungen sollen das sein, welche vieles von dem, was wir schon vor unserer Seele haben vorüberziehen lassen, ergänzen können. Ich will heute zu den Betrachtungen der nächsten Stunden gewissermaßen eine Art Einleitung voranschicken, die vielleicht manchem etwas entlegen scheinen könnte, deren Notwendigkeit aber aus den folgenden Stunden schon wird eingesehen werden. Ich möchte Sie nämlich heute darauf aufmerksam machen, daß in der mitteleuropäisch-deutschen Gedankenentwickelung der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts außer den Tatsachen, auf die wir schon hingewiesen haben, noch eine andere, außerordentlich bezeichnende Tatsache vorliegt. Ich habe ja vor kurzer Zeit einmal hingewiesen auf jenen Gegensatz, der sich einem ergibt, wenn man einerseits Schillers Ästhetische Briefe und auf der anderen Seite Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie betrachtet. Heute möchte ich hinweisen auf einen ähnlichen Gegensatz, der ja hervortrat in dieser Gedankenentwickelung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Hegel auf der einen Seite, in Schopenhauer auf der anderen Seite. Wir haben es bei Goethe und Schiller mit zwei Persönlichkeiten zu tun, die in einer gewissen Zeit ihres Lebens dasjenige, was als ein, man kann sagen, bleibender Gegensatz gerade in der mitteleuropäischen Gedankenentwickelung vorhanden ist, was aber auch in dieser Gedankenentwickelung fortwährend nach Ausgleich strebt, in einer innigen Freundschaft zum Ausgleich gebracht haben, nachdem sie einander vorher abgestoßen hatten.

[ 2 ] Zwei andere Persönlichkeiten stellen die beiden polarischen Gegensätze auch dar, ohne daß man sagen kann, daß es bei ihnen zu irgendeinem Ausgleich gekommen ist: Hegel auf der einen Seite, Schopenhauer auf der anderen Seite. Man braucht nur ins Auge zu fassen, was ich selber in meinen «Rätseln der Philosophie» dargestellt habe, und man wird den tiefgehenden Gegensatz zwischen Schopenhauer und Hegel merken. Er tritt einem ja auch dadurch zutage, daß Schopenhauer wahrhaftig keine Schimpfworte gespart hat, um seinen Gegenpart Hegel in der Weise, wie er es für richtig gehalten hat, zu charakterisieren. Vieles in Schopenhauers Werken ist ja das wüsteste Geschimpfe auf Hegel, den Hegelianismus und alles, was irgendwie damit verwandt ist. Hegel hatte weniger Veranlassung, über Schopenhauer zu schimpfen, weil ja, ehe Hegel starb, Schopenhauer eigentlich ohne Einfluß geblieben war, also eigentlich nicht unter denjenigen Philosophen war, die bemerkt worden wären. Der Gegensatz zwischen diesen beiden Persönlichkeiten kann ja einfach dadurch charakterisiert werden, daß man hinweist darauf, wie Hegel den Urgrund der Welt und der Weltenentwickelung und alles dessen, was dazu gehört, in dem realen Gedankenelemente sieht. Hegel hält die Idee, den Gedanken für dasjenige, was allem zugrunde liegt. Und Hegels Philosophie zerfällt ja in drei Teile: Erstens in die Logik, die aber nicht die subjektive menschliche Logik ist, sondern die das System der Gedanken ist, die der Welt zugrunde liegen sollen. Dann verzeichnet Hegel als zweiten Teil seiner Philosophie die Natur. Aber die Natur ist ihm auch nichts anderes als Idee, nur eben die Idee in ihrem Anderssein, wie er sagt: die Idee in ihrem Außer-sich-Sein. Also auch die Natur ist Idee, aber die Idee in einer anderen Form, in der Form, in der man sie anschauen kann, mit den Sinnen betrachten kann, Idee in ihrem Anderssein. Die Idee, indem sie dann wiederum zurückkommt zu sich, sie ist ihm der Geist des Menschen, der sich entwickelt von den einfachsten menschlich-geistigen Betätigungen bis zur Weltgeschichte und bis zum Aufgang dieses menschlichen subjektiven Geistes in Religion, Kunst und Wissenschaft. Wenn man also Hegels Philosophie studieren will, so muß man sich einlassen in eine Entwickelung der Weltgedanken, so wie Hegel diese Weltgedanken eben für sich erklären konnte.

[ 2 ] Zwei andere Persönlichkeiten stellen die beiden polarischen Gegensätze auch dar, ohne daß man sagen kann, daß es bei ihnen zu irgendeinem Ausgleich gekommen ist: Hegel auf der einen Seite, Schopenhauer auf der anderen Seite. Man braucht nur ins Auge zu fassen, was ich selber in meinen «Rätseln der Philosophie» dargestellt habe, und man wird den tiefgehenden Gegensatz zwischen Schopenhauer und Hegel merken. Er tritt einem ja auch dadurch zutage, daß Schopenhauer wahrhaftig keine Schimpfworte gespart hat, um seinen Gegenpart Hegel in der Weise, wie er es für richtig gehalten hat, zu charakterisieren. Vieles in Schopenhauers Werken ist ja das wüsteste Geschimpfe auf Hegel, den Hegelianismus und alles, was irgendwie damit verwandt ist. Hegel hatte weniger Veranlassung, über Schopenhauer zu schimpfen, weil ja, ehe Hegel starb, Schopenhauer eigentlich ohne Einfluß geblieben war, also eigentlich nicht unter denjenigen Philosophen war, die bemerkt worden wären. Der Gegensatz zwischen diesen beiden Persönlichkeiten kann ja einfach dadurch charakterisiert werden, daß man hinweist darauf, wie Hegel den Urgrund der Welt und der Weltenentwickelung und alles dessen, was dazu gehört, in dem realen Gedankenelemente sieht. Hegel hält die Idee, den Gedanken für dasjenige, was allem zugrunde liegt. Und Hegels Philosophie zerfällt ja in drei Teile: Erstens in die Logik, die aber nicht die subjektive menschliche Logik ist, sondern die das System der Gedanken ist, die der Welt zugrunde liegen sollen. Dann verzeichnet Hegel als zweiten Teil seiner Philosophie die Natur. Aber die Natur ist ihm auch nichts anderes als Idee, nur eben die Idee in ihrem Anderssein, wie er sagt: die Idee in ihrem Außer-sich-Sein. Also auch die Natur ist Idee, aber die Idee in einer anderen Form, in der Form, in der man sie anschauen kann, mit den Sinnen betrachten kann, Idee in ihrem Anderssein. Die Idee, indem sie dann wiederum zurückkommt zu sich, sie ist ihm der Geist des Menschen, der sich entwickelt von den einfachsten menschlich-geistigen Betätigungen bis zur Weltgeschichte und bis zum Aufgang dieses menschlichen subjektiven Geistes in Religion, Kunst und Wissenschaft. Wenn man also Hegels Philosophie studieren will, so muß man sich einlassen in eine Entwickelung der Weltgedanken, so wie Hegel diese Weltgedanken eben für sich erklären konnte.

[ 3 ] Schopenhauer ist der Gegenpol. Während für Hegel die Gedanken, die Weltgedanken, das Schöpferische sind, also das eigentliche Reale in den Dingen, ist für Schopenhauer jedes Gedankenelement nur ein Subjektives, und auch als Subjektives nur ein Bild, nur etwas Unreales, während ihm das einzig Reale der Wille ist. Und ebenso wie Hegel im mineralischen, im tierischen, im pflanzlichen, im menschlichen Reiche den Gedanken verfolgt, so verfolgt Schopenhauer in allen diesen Reichen den Willen. Und die reizvollste Abhandlung Schopenhauers ist ja eigentlich diejenige «Über den Willen in der Natur». So daß man sagen kann: Hegel ist der Gedankenphilosoph, Schopenhauer ist der Willensphilosoph.

[ 3 ] Schopenhauer ist der Gegenpol. Während für Hegel die Gedanken, die Weltgedanken, das Schöpferische sind, also das eigentliche Reale in den Dingen, ist für Schopenhauer jedes Gedankenelement nur ein Subjektives, und auch als Subjektives nur ein Bild, nur etwas Unreales, während ihm das einzig Reale der Wille ist. Und ebenso wie Hegel im mineralischen, im tierischen, im pflanzlichen, im menschlichen Reiche den Gedanken verfolgt, so verfolgt Schopenhauer in allen diesen Reichen den Willen. Und die reizvollste Abhandlung Schopenhauers ist ja eigentlich diejenige «Über den Willen in der Natur». So daß man sagen kann: Hegel ist der Gedankenphilosoph, Schopenhauer ist der Willensphilosoph.

[ 4 ] Damit stehen in diesen beiden Persönlichkeiten zwei Elemente einander gegenüber. Denn, was haben wir eigentlich gegeben auf der einen Seite in dem Gedanken, auf der anderen Seite in dem Willen? Wir werden diesen polarischen Gegensatz zunächst einmal einleitend zu unserem nächsten Vortrage am besten vor unsere Seele treten lassen, wenn wir ihn am Menschen betrachten. Wir sehen jetzt für einen Augenblick ganz ab von Hegelischer Philosophie, von Schopenhauerscher Philosophie und sehen auf die Wirklichkeit des Menschen. Wir wissen ja schon: Im Menschen ist zunächst hervorstechend ein intellektuelles, das heißt, ein Gedankenelement vorhanden, und dann ein Willenselement. Das Gedankenelement ist vorzugsweise zugeordnet dem menschlichen Haupte, das Willenselement vorzugsweise dem menschlichen Gliedmaßenorganismus. Damit ist aber schon hingewiesen darauf, daß das intellektuelle Element eigentlich dasjenige ist, was aus unserem vorgeburtlichen Dasein aus geistigen Welten, die für uns zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verfließen, sich einkörpert und aus dem vorgeburtlichen Leben sich herüberlebt in dieses Erdenleben, im wesentlichen. Das Willenselement aber ist dasjenige, das, ich möchte sagen, gegenüber dem Gedankenelement das Junge im Menschen ist, das, was durch die Pforte des Todes geht, dann eintritt in die Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sich da umwandelt, metamorphosiert und das intellektuelle Element des nächsten Lebens bildet. Im wesentlichsten, im hervorstechendsten haben wir in unserer seelischen Organisation unser intellektuelles, unser Gedankenelement, das in die Vorzeit verweist; wir haben unser Willenselement, das in die Zukunft verweist. Damit haben wir am Menschen diesen polarischen Gegensatz zwischen Gedanke und Wille betrachtet.

[ 4 ] Damit stehen in diesen beiden Persönlichkeiten zwei Elemente einander gegenüber. Denn, was haben wir eigentlich gegeben auf der einen Seite in dem Gedanken, auf der anderen Seite in dem Willen? Wir werden diesen polarischen Gegensatz zunächst einmal einleitend zu unserem nächsten Vortrage am besten vor unsere Seele treten lassen, wenn wir ihn am Menschen betrachten. Wir sehen jetzt für einen Augenblick ganz ab von Hegelischer Philosophie, von Schopenhauerscher Philosophie und sehen auf die Wirklichkeit des Menschen. Wir wissen ja schon: Im Menschen ist zunächst hervorstechend ein intellektuelles, das heißt, ein Gedankenelement vorhanden, und dann ein Willenselement. Das Gedankenelement ist vorzugsweise zugeordnet dem menschlichen Haupte, das Willenselement vorzugsweise dem menschlichen Gliedmaßenorganismus. Damit ist aber schon hingewiesen darauf, daß das intellektuelle Element eigentlich dasjenige ist, was aus unserem vorgeburtlichen Dasein aus geistigen Welten, die für uns zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verfließen, sich einkörpert und aus dem vorgeburtlichen Leben sich herüberlebt in dieses Erdenleben, im wesentlichen. Das Willenselement aber ist dasjenige, das, ich möchte sagen, gegenüber dem Gedankenelement das Junge im Menschen ist, das, was durch die Pforte des Todes geht, dann eintritt in die Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sich da umwandelt, metamorphosiert und das intellektuelle Element des nächsten Lebens bildet. Im wesentlichsten, im hervorstechendsten haben wir in unserer seelischen Organisation unser intellektuelles, unser Gedankenelement, das in die Vorzeit verweist; wir haben unser Willenselement, das in die Zukunft verweist. Damit haben wir am Menschen diesen polarischen Gegensatz zwischen Gedanke und Wille betrachtet.

[ 5 ] Natürlich dürfen wir, wenn wir an die Wirklichkeit herantreten, diese Dinge niemals so betrachten, daß wir schematisieren. Es wäre natürlich schematisiert, wenn man sagen würde: Alles gedankliche Element weist uns in unsere Vorzeit hin, und alles Willenselement weist uns in unsere Nachzeit hin. So ist es nicht; sondern hervorstechend, sagte ich, ist das im Menschen, daß das Gedankenelement in die Vorzeit, das Willenselement in die Nachzeit weist. Aber hinzuorganisiert wird bei dem Menschen an das hervorstechende, an das nach rückwärts weisende Gedankenelement ein willensmäßiges Element, und hinzuorganisiert wird wiederum zu dem Willenselement, das in uns braust, das durch den Tod hinaus in die Zukunft geht, ein Gedankenelement. Man darf, wenn man mit seinem Erkennen in die Wirklichkeit hineingehen will, niemals schematisieren, niemals die Ideen nur nebeneinander setzen, sondern man muß sich klar sein, daß in der Wirklichkeit alles nur so betrachtet werden kann, daß irgendwo etwas als das Hervorstechende erscheint, daß aber die übrigen Elemente der Wirklichkeit darinnen leben, und daß überall, was sonst im Hintergrunde sich hält, wiederum an einem anderen Orte der Wirklichkeit das Hervorstechendste ist und das andere sich im Hintergrunde hält.

[ 5 ] Natürlich dürfen wir, wenn wir an die Wirklichkeit herantreten, diese Dinge niemals so betrachten, daß wir schematisieren. Es wäre natürlich schematisiert, wenn man sagen würde: Alles gedankliche Element weist uns in unsere Vorzeit hin, und alles Willenselement weist uns in unsere Nachzeit hin. So ist es nicht; sondern hervorstechend, sagte ich, ist das im Menschen, daß das Gedankenelement in die Vorzeit, das Willenselement in die Nachzeit weist. Aber hinzuorganisiert wird bei dem Menschen an das hervorstechende, an das nach rückwärts weisende Gedankenelement ein willensmäßiges Element, und hinzuorganisiert wird wiederum zu dem Willenselement, das in uns braust, das durch den Tod hinaus in die Zukunft geht, ein Gedankenelement. Man darf, wenn man mit seinem Erkennen in die Wirklichkeit hineingehen will, niemals schematisieren, niemals die Ideen nur nebeneinander setzen, sondern man muß sich klar sein, daß in der Wirklichkeit alles nur so betrachtet werden kann, daß irgendwo etwas als das Hervorstechende erscheint, daß aber die übrigen Elemente der Wirklichkeit darinnen leben, und daß überall, was sonst im Hintergrunde sich hält, wiederum an einem anderen Orte der Wirklichkeit das Hervorstechendste ist und das andere sich im Hintergrunde hält.

[ 6 ] Wenn dann Philosophen kommen und von ihrem besonderen Gesichtspunkte aus das eine oder das andere betrachten, so kommen sie eben zu ihren einseitigen Philosophien. Nun ist aber das, was ich Ihnen eben charakterisiert habe als das Gedankenelement beim Menschen, nicht bloß im Menschen vorhanden und da an die Hauptesorganisation gebunden, sondern es ist der Gedanke wirklich im ganzen Kosmos ausgebreitet. Der ganze Kosmos ist durchzogen von kosmischen Gedanken. Indem Hegel ein starker Geist war, der, ich möchte sagen, das Ergebnis vieler verflossener Erdenleben fühlte, richtete er die Aufmerksamkeit besonders auf den kosmischen Gedanken.

[ 6 ] Wenn dann Philosophen kommen und von ihrem besonderen Gesichtspunkte aus das eine oder das andere betrachten, so kommen sie eben zu ihren einseitigen Philosophien. Nun ist aber das, was ich Ihnen eben charakterisiert habe als das Gedankenelement beim Menschen, nicht bloß im Menschen vorhanden und da an die Hauptesorganisation gebunden, sondern es ist der Gedanke wirklich im ganzen Kosmos ausgebreitet. Der ganze Kosmos ist durchzogen von kosmischen Gedanken. Indem Hegel ein starker Geist war, der, ich möchte sagen, das Ergebnis vieler verflossener Erdenleben fühlte, richtete er die Aufmerksamkeit besonders auf den kosmischen Gedanken.

[ 7 ] Schopenhauer fühlte in sich weniger das Ergebnis früherer Erdenleben, sondern richtete seine Aufmerksamkeit mehr auf den kosmischen Willen. Denn ebenso wie im Menschen Wille und Gedanke leben, so lebt auch im Kosmos Gedanke und Wille. Was bedeutet aber für den Kosmos der Gedanke, den Hegel besonders betrachtete, was bedeutet für den Kosmos der Wille, den Schopenhauer besonders betrachtete? Hegel hatte ja nicht den Gedanken im Auge, der sich im Menschen ausbildet. Die ganze Welt war ihm im Grunde genommen nur eine Offenbarung der Gedanken. Also er hatte den kosmischen Gedanken im Auge. Sieht man hin auf die besondere Geistesformierung Hegels, so muß man sagen: Diese Geistesformierung Hegels weist nach dem Erdenwesten hin. Nur daß Hegel das, was im Westen, zum Beispiel in der materialistischen Entwickelungslehre des Westens, in der materialistisch gedachten Physik des Westens zum Ausdrucke kommt, zum Element des Gedankens heraufhob. Man findet bei Darwin eine Entwickelungslehre, man findet bei Hegel eine Entwickelungslehre. Bei Darwin ist es eine materialistische Entwickelungslehre, indem alles sich so abspielt, als wenn nur grobe Natursubstanzen in die Entwickelung eintreten würden und diese vollführten; bei Hegel sehen wir, wie alles, was in Entwickelung ist, vom Gedanken durchpulst ist, wie der Gedanke in seinen besonderen Konfigurationen, in seinen konkreten Ausgestaltungen eigentlich das sich Entwickelnde ist.

[ 7 ] Schopenhauer fühlte in sich weniger das Ergebnis früherer Erdenleben, sondern richtete seine Aufmerksamkeit mehr auf den kosmischen Willen. Denn ebenso wie im Menschen Wille und Gedanke leben, so lebt auch im Kosmos Gedanke und Wille. Was bedeutet aber für den Kosmos der Gedanke, den Hegel besonders betrachtete, was bedeutet für den Kosmos der Wille, den Schopenhauer besonders betrachtete? Hegel hatte ja nicht den Gedanken im Auge, der sich im Menschen ausbildet. Die ganze Welt war ihm im Grunde genommen nur eine Offenbarung der Gedanken. Also er hatte den kosmischen Gedanken im Auge. Sieht man hin auf die besondere Geistesformierung Hegels, so muß man sagen: Diese Geistesformierung Hegels weist nach dem Erdenwesten hin. Nur daß Hegel das, was im Westen, zum Beispiel in der materialistischen Entwickelungslehre des Westens, in der materialistisch gedachten Physik des Westens zum Ausdrucke kommt, zum Element des Gedankens heraufhob. Man findet bei Darwin eine Entwickelungslehre, man findet bei Hegel eine Entwickelungslehre. Bei Darwin ist es eine materialistische Entwickelungslehre, indem alles sich so abspielt, als wenn nur grobe Natursubstanzen in die Entwickelung eintreten würden und diese vollführten; bei Hegel sehen wir, wie alles, was in Entwickelung ist, vom Gedanken durchpulst ist, wie der Gedanke in seinen besonderen Konfigurationen, in seinen konkreten Ausgestaltungen eigentlich das sich Entwickelnde ist.

[ 8 ] So daß wir sagen können: Im Westen betrachten die Geister die Welt vom Standpunkte des Gedankens, aber sie materialisieren den Gedanken. Hegel idealisiert den Gedanken, und er kommt daher zum kosmischen Gedanken.

[ 8 ] So daß wir sagen können: Im Westen betrachten die Geister die Welt vom Standpunkte des Gedankens, aber sie materialisieren den Gedanken. Hegel idealisiert den Gedanken, und er kommt daher zum kosmischen Gedanken.

[ 9 ] Hegel redet in seiner Philosophie vom Gedanken und meint eigentlich den kosmischen Gedanken. Hegel sagt: Wenn wir irgendwo hinsehen in der äußeren Welt, sei es, daß wir einen Stern in seiner Bahn, ein Tier, eine Pflanze, ein Mineral betrachten, sehen wir eigentlich überall Gedanken, nur daß diese Art Gedanken in der äußeren Welt eben in einer anderen Form als in der Gedankenform vorhanden sind. Man kann nicht sagen, daß Hegel gerade bestrebt war, diese Lehre von den Gedanken der Welt esoterisch zu halten. Sie ist esoterisch geblieben, denn Hegels Werke wurden wenig gelesen; aber es war nicht Hegels Absicht, die Lehre von dem kosmischen Inhalt der Welt esoterisch zu halten. Aber es ist doch außerordentlich interessant, daß, wenn man zu den Geheimgesellschaften des Westens kommt, dann in einer gewissen Beziehung es als eine Lehre der tiefsten Esoterik angesehen wird, daß die Welt eigentlich aus Gedanken gebildet wird. Man möchte sagen: Das, was Hegel so naiv hinsagte von der Welt, das betrachten die Geheimgesellschaften des Westens, der anglo-amerikanischen Menschheit nun als den Inhalt ihrer Geheimlehre, und sie sind der Ansicht, daß man eigentlich diese Geheimlehre nicht popularisieren solle. — So grotesk sich das auch zunächst ausnimmt, man könnte sagen: Hegels Philosophie ist in einer gewissen Weise der Grundnerv der Geheimlehre des Westens.

[ 9 ] Hegel redet in seiner Philosophie vom Gedanken und meint eigentlich den kosmischen Gedanken. Hegel sagt: Wenn wir irgendwo hinsehen in der äußeren Welt, sei es, daß wir einen Stern in seiner Bahn, ein Tier, eine Pflanze, ein Mineral betrachten, sehen wir eigentlich überall Gedanken, nur daß diese Art Gedanken in der äußeren Welt eben in einer anderen Form als in der Gedankenform vorhanden sind. Man kann nicht sagen, daß Hegel gerade bestrebt war, diese Lehre von den Gedanken der Welt esoterisch zu halten. Sie ist esoterisch geblieben, denn Hegels Werke wurden wenig gelesen; aber es war nicht Hegels Absicht, die Lehre von dem kosmischen Inhalt der Welt esoterisch zu halten. Aber es ist doch außerordentlich interessant, daß, wenn man zu den Geheimgesellschaften des Westens kommt, dann in einer gewissen Beziehung es als eine Lehre der tiefsten Esoterik angesehen wird, daß die Welt eigentlich aus Gedanken gebildet wird. Man möchte sagen: Das, was Hegel so naiv hinsagte von der Welt, das betrachten die Geheimgesellschaften des Westens, der anglo-amerikanischen Menschheit nun als den Inhalt ihrer Geheimlehre, und sie sind der Ansicht, daß man eigentlich diese Geheimlehre nicht popularisieren solle. — So grotesk sich das auch zunächst ausnimmt, man könnte sagen: Hegels Philosophie ist in einer gewissen Weise der Grundnerv der Geheimlehre des Westens.

[ 10 ] Sehen Sie, hier liegt ein bedeutsames Problem vor. Sie können wirklich, wenn Sie bekannt werden mit den alleresoterischsten Lehren der Geheimgesellschaften der anglo-amerikanischen Bevölkerung, inhaltlich kaum etwas anderes finden als Hegelsche Philosophie. Aber es ist ein Unterschied, der liegt gar nicht im Inhalte, der liegt in der Behandlung. Der liegt darinnen, daß Hegel die Sache als etwas ganz Offenbares betrachtet, und die Geheimgesellschaften des Westens sorgsam darüber wachen, daß dasjenige, was Hegel vor die Welt hingestellt hat, ja nicht allgemein bekannt werde, daß das eine esoterische Geheimlehre bleibe.

[ 10 ] Sehen Sie, hier liegt ein bedeutsames Problem vor. Sie können wirklich, wenn Sie bekannt werden mit den alleresoterischsten Lehren der Geheimgesellschaften der anglo-amerikanischen Bevölkerung, inhaltlich kaum etwas anderes finden als Hegelsche Philosophie. Aber es ist ein Unterschied, der liegt gar nicht im Inhalte, der liegt in der Behandlung. Der liegt darinnen, daß Hegel die Sache als etwas ganz Offenbares betrachtet, und die Geheimgesellschaften des Westens sorgsam darüber wachen, daß dasjenige, was Hegel vor die Welt hingestellt hat, ja nicht allgemein bekannt werde, daß das eine esoterische Geheimlehre bleibe.

[ 11 ] Was liegt da eigentlich zugrunde? Das ist ein sehr wichtiges Problem. Es liegt das zugrunde, daß wenn man irgendeinen solchen Inhalt, der aus dem Geiste heraus geboren ist, als Geheimbesitz betrachtet, dann gibt er Macht, während wenn er popularisiert wird, er nicht mehr diese Macht gibt. Und das bitte ich Sie nun wirklich einmal ganz gehörig ins Auge zu fassen: Irgendein Inhalt, den man als Erkenntnisinhalt hat, wird zu einer Machtkraft, wenn man ihn geheim hält. Daher sind diejenigen, die gewisse Lehren geheimhalten wollen, sehr unangenehm berührt, wenn die Dinge popularisiert werden. Das ist gegeradezu ein Weltgesetz, daß dasjenige, was popularisiert einfach Erkenntnis gibt, Macht gibt, wenn es sekretiert wird.

[ 11 ] Was liegt da eigentlich zugrunde? Das ist ein sehr wichtiges Problem. Es liegt das zugrunde, daß wenn man irgendeinen solchen Inhalt, der aus dem Geiste heraus geboren ist, als Geheimbesitz betrachtet, dann gibt er Macht, während wenn er popularisiert wird, er nicht mehr diese Macht gibt. Und das bitte ich Sie nun wirklich einmal ganz gehörig ins Auge zu fassen: Irgendein Inhalt, den man als Erkenntnisinhalt hat, wird zu einer Machtkraft, wenn man ihn geheim hält. Daher sind diejenigen, die gewisse Lehren geheimhalten wollen, sehr unangenehm berührt, wenn die Dinge popularisiert werden. Das ist gegeradezu ein Weltgesetz, daß dasjenige, was popularisiert einfach Erkenntnis gibt, Macht gibt, wenn es sekretiert wird.

[ 12 ] Ich habe Ihnen im Verlauf der letzten Jahre verschiedentlich von jenen Kräften gesprochen, die vom Westen ausgegangen sind. Daß diese Kräfte vom Westen ausgegangen sind, rührte nicht davon her, daß da etwa ein Wissen vorhanden gewesen wäre, welches in Mitteleuropa nicht bekannt gewesen wäre; aber dieses Wissen wurde anders behandelt. Denken Sie sich nun, was für eine merkwürdige Tragik da vorliegt! Es hätte sogar in einer bedeutsamen Weise pariert werden können, was an weltgeschichtlichen Ereignissen aus der Macht westlicher Geheimgesellschaften hervorgegangen ist, wenn man in Mitteleuropa nur die eigenen Leute studiert hätte, wenn man in Mitteleuropa nicht gar so sehr das getan hätte, was man wirklich sehr gründlich konstatieren konnte: In den achtziger Jahren — ich habe das öfters erwähnt — hat Eduard von Hartmann öffentlich drucken lassen, daß es überhaupt an den sämtlichen mitteleuropäischen Fakultäten nur zwei Philosophen gab, welche Hegel gelesen hatten. Über Hegel geredet und Vorträge gehalten hatten natürlich sehr viele, aber nachweislich gab es nur zwei an Hegel gebildete Philosophieprofessoren. Und derjenige, der für solche Sachen einige Empfänglichkeit hatte, der konnte das Folgende erleben: Wenn er sich einen Band von Hegels Werken aus irgendeiner Bibliothek geben ließ, dann konnte er wirklich recht genau konstatieren, daß der nicht sehr zerlesen war! Da war manchmal eine Seite von der anderen — ich kenne das aus der eigenen Erfahrung — sehr schwer loszubringen, weil das Exemplar noch gar so neu war. Und «Auflagen» erlebt ja Hegel erst seit sehr kurzer Zeit.

[ 12 ] Ich habe Ihnen im Verlauf der letzten Jahre verschiedentlich von jenen Kräften gesprochen, die vom Westen ausgegangen sind. Daß diese Kräfte vom Westen ausgegangen sind, rührte nicht davon her, daß da etwa ein Wissen vorhanden gewesen wäre, welches in Mitteleuropa nicht bekannt gewesen wäre; aber dieses Wissen wurde anders behandelt. Denken Sie sich nun, was für eine merkwürdige Tragik da vorliegt! Es hätte sogar in einer bedeutsamen Weise pariert werden können, was an weltgeschichtlichen Ereignissen aus der Macht westlicher Geheimgesellschaften hervorgegangen ist, wenn man in Mitteleuropa nur die eigenen Leute studiert hätte, wenn man in Mitteleuropa nicht gar so sehr das getan hätte, was man wirklich sehr gründlich konstatieren konnte: In den achtziger Jahren — ich habe das öfters erwähnt — hat Eduard von Hartmann öffentlich drucken lassen, daß es überhaupt an den sämtlichen mitteleuropäischen Fakultäten nur zwei Philosophen gab, welche Hegel gelesen hatten. Über Hegel geredet und Vorträge gehalten hatten natürlich sehr viele, aber nachweislich gab es nur zwei an Hegel gebildete Philosophieprofessoren. Und derjenige, der für solche Sachen einige Empfänglichkeit hatte, der konnte das Folgende erleben: Wenn er sich einen Band von Hegels Werken aus irgendeiner Bibliothek geben ließ, dann konnte er wirklich recht genau konstatieren, daß der nicht sehr zerlesen war! Da war manchmal eine Seite von der anderen — ich kenne das aus der eigenen Erfahrung — sehr schwer loszubringen, weil das Exemplar noch gar so neu war. Und «Auflagen» erlebt ja Hegel erst seit sehr kurzer Zeit.

[ 13 ] Nun, ich habe Ihnen das nicht aus dem Grunde hingestellt, weil ich auf diese Tatsachen besonders hinweisen möchte, die ich zuletzt charakterisiert habe, sondern weil ich zeigen wollte, wie das, was in Hegel idealistisch lebt, dennoch nach dem Westen hinüberweist, indem es auf der einen Seite wieder erscheint in den grobklotzigen materialistischen Gedanken des Darwinismus, des Spencerismus und so weiter, andererseits in der Esoterik der Geheimgesellschaften.

[ 13 ] Nun, ich habe Ihnen das nicht aus dem Grunde hingestellt, weil ich auf diese Tatsachen besonders hinweisen möchte, die ich zuletzt charakterisiert habe, sondern weil ich zeigen wollte, wie das, was in Hegel idealistisch lebt, dennoch nach dem Westen hinüberweist, indem es auf der einen Seite wieder erscheint in den grobklotzigen materialistischen Gedanken des Darwinismus, des Spencerismus und so weiter, andererseits in der Esoterik der Geheimgesellschaften.

[ 14 ] Und nun nehmen wir Schopenhauer. Schopenhauer ist, ich möchte sagen, der Anbeter des Willens. Und daß er den kosmischen Willen im Auge hat, das geht ja eigentlich aus jeder Seite der Schopenhauerschen Werke hervor, insbesondere eben aus der reizvollen Abhandlung «Über den Willen in der Natur», wo er alles, was in der Natur leibt und lebt, als den zugrunde liegenden Willen, als die Urkraft der Natur darstellt. So daß wir sagen können: Schopenhauer materialisiert geradezu den kosmischen Willen.

[ 14 ] Und nun nehmen wir Schopenhauer. Schopenhauer ist, ich möchte sagen, der Anbeter des Willens. Und daß er den kosmischen Willen im Auge hat, das geht ja eigentlich aus jeder Seite der Schopenhauerschen Werke hervor, insbesondere eben aus der reizvollen Abhandlung «Über den Willen in der Natur», wo er alles, was in der Natur leibt und lebt, als den zugrunde liegenden Willen, als die Urkraft der Natur darstellt. So daß wir sagen können: Schopenhauer materialisiert geradezu den kosmischen Willen.

[ 15 ] Wohin weist denn nun diese ganze Seelenverfassung Schopenhauers, wenn Hegels Seelenverfassung nach dem Westen weist? Das können Sie aus Schopenhauer selber sehen, denn Sie finden sehr bald, wenn Sie ihn studieren, welche tiefe Neigung Schopenhauer für den Orient hat. Das steigt aus seinem Gemüte herauf, man weiß eigentlich nicht wie. Diese Vorliebe Schopenhauers für das Nirwana und für alles das, was orientalisch ist, diese Hinneigung zum Indertum, sie ist irrational wie seine ganze Willensphilosophie, sie steigt gewissermaßen aus seinen subjektiven Neigungen herauf. Aber es liegt darinnen eine gewisse Notwendigkeit. Das, was Schopenhauer darstellt als seine Philosophie, ist eine Willensphilosophie. Er stellt allerdings diese Willensphilosophie, wie es sich für Mitteleuropa gehört, dialektisch dar, er stellt sie in Gedanken dar, er rationalisiert den Willen selber; er spricht eigentlich in Gedanken, aber er spricht vom Willen. Aber während er so spricht vom Willen, also eigentlich den kosmischen Willen materialisiert, geht ihm aus den Tiefen seiner Seele herauf in sein Bewußtsein die Hinneigung zum Orient. Er schwärmt geradezu für alles, was Indertum ist. Ebenso wie wir gesehen haben, daß Hegel mehr objektiv hinweist nach dem Westen, so sehen wir, wie Schopenhauer hinweist nach dem Osten. Im Osten finden wir aber nicht, daß das, was Willenselement ist und was Schopenhauer wirklich fühlt als das eigentliche Element des Ostens, materialisiert und in den Gedanken hereingepreßt, also intellektualisiert wird. Die ganze Form der Darstellung des kosmischen Willens, der ja dem östlichen Seelenleben zugrunde liegt, ist eine nicht nach dem Intellekt hin erscheinende, es ist eine zum Teil poetische, zum Teil aus der unmittelbaren Anschauung heraus sprechende Darstellung. Schopenhauer hat das, was der Orient in Bildform gesagt haben würde, in mitteleuropäischer Art intellektualisiert; aber dasjenige, auf das er hinweist: der kosmische Wille, der ist doch das Element, von dem der Orient her seine Seelenanschauung genommen hat. Er ist das Element, in dem die orientalische Weltanschauung lebte. Wenn die orientalische Weltanschauung die alldurchdringende Liebe besonders betont, so ist ja das Element der Liebe auch nichts anderes als ein gewisser Aspekt des kosmischen Willens, nur eben aus dem Intellekt herausgehoben. So daß wir sagen können: Hier wird der Wille spiritualisiert. Wie im Westen der Gedanke materialisiert wird, ist im Osten der Wille spiritualisiert gewesen.

[ 15 ] Wohin weist denn nun diese ganze Seelenverfassung Schopenhauers, wenn Hegels Seelenverfassung nach dem Westen weist? Das können Sie aus Schopenhauer selber sehen, denn Sie finden sehr bald, wenn Sie ihn studieren, welche tiefe Neigung Schopenhauer für den Orient hat. Das steigt aus seinem Gemüte herauf, man weiß eigentlich nicht wie. Diese Vorliebe Schopenhauers für das Nirwana und für alles das, was orientalisch ist, diese Hinneigung zum Indertum, sie ist irrational wie seine ganze Willensphilosophie, sie steigt gewissermaßen aus seinen subjektiven Neigungen herauf. Aber es liegt darinnen eine gewisse Notwendigkeit. Das, was Schopenhauer darstellt als seine Philosophie, ist eine Willensphilosophie. Er stellt allerdings diese Willensphilosophie, wie es sich für Mitteleuropa gehört, dialektisch dar, er stellt sie in Gedanken dar, er rationalisiert den Willen selber; er spricht eigentlich in Gedanken, aber er spricht vom Willen. Aber während er so spricht vom Willen, also eigentlich den kosmischen Willen materialisiert, geht ihm aus den Tiefen seiner Seele herauf in sein Bewußtsein die Hinneigung zum Orient. Er schwärmt geradezu für alles, was Indertum ist. Ebenso wie wir gesehen haben, daß Hegel mehr objektiv hinweist nach dem Westen, so sehen wir, wie Schopenhauer hinweist nach dem Osten. Im Osten finden wir aber nicht, daß das, was Willenselement ist und was Schopenhauer wirklich fühlt als das eigentliche Element des Ostens, materialisiert und in den Gedanken hereingepreßt, also intellektualisiert wird. Die ganze Form der Darstellung des kosmischen Willens, der ja dem östlichen Seelenleben zugrunde liegt, ist eine nicht nach dem Intellekt hin erscheinende, es ist eine zum Teil poetische, zum Teil aus der unmittelbaren Anschauung heraus sprechende Darstellung. Schopenhauer hat das, was der Orient in Bildform gesagt haben würde, in mitteleuropäischer Art intellektualisiert; aber dasjenige, auf das er hinweist: der kosmische Wille, der ist doch das Element, von dem der Orient her seine Seelenanschauung genommen hat. Er ist das Element, in dem die orientalische Weltanschauung lebte. Wenn die orientalische Weltanschauung die alldurchdringende Liebe besonders betont, so ist ja das Element der Liebe auch nichts anderes als ein gewisser Aspekt des kosmischen Willens, nur eben aus dem Intellekt herausgehoben. So daß wir sagen können: Hier wird der Wille spiritualisiert. Wie im Westen der Gedanke materialisiert wird, ist im Osten der Wille spiritualisiert gewesen.

[ 16 ] In dem mitteleuropäischen Elemente sehen wir, daß in dem idealisierten kosmischen Gedanken, in dem materialisierten kosmischen Willen, der aber auch gedankenhaft behandelt wird, diese zwei Welten auch in dieser Weise ineinanderspielen, daß wir in dem Hinweis des Hegelianismus auf die Geheimgesellschaften des Westens etwas haben wie eine tiefe Verwandtschaft des Hegelschen kosmischen Gedankensystems mit diesem Westen, daß wir in der Hinneigung, in der subjektiven Hinneigung Schopenhauers zum Orient etwas haben, was auch etwas wie eine Verwandtschaft Schopenhauers mit der Esoterik des Ostens zum Ausdruck bringt.

[ 16 ] In dem mitteleuropäischen Elemente sehen wir, daß in dem idealisierten kosmischen Gedanken, in dem materialisierten kosmischen Willen, der aber auch gedankenhaft behandelt wird, diese zwei Welten auch in dieser Weise ineinanderspielen, daß wir in dem Hinweis des Hegelianismus auf die Geheimgesellschaften des Westens etwas haben wie eine tiefe Verwandtschaft des Hegelschen kosmischen Gedankensystems mit diesem Westen, daß wir in der Hinneigung, in der subjektiven Hinneigung Schopenhauers zum Orient etwas haben, was auch etwas wie eine Verwandtschaft Schopenhauers mit der Esoterik des Ostens zum Ausdruck bringt.

[ 17 ] Es ist ja merkwürdig, wenn man diese Schopenhauersche Philosophie auf sich wirken läßt, wie sie eigentlich in bezug auf das gedankliche Element etwas Plattes hat; die Schopenhauersche Philosophie ist ja nicht tief, aber sie hat zugleich etwas Trunkenes, etwas Willenhaftes, das in ihr pulst. Schopenhauer wird am anziehendsten und reizvollsten dann, wenn er eigentlich flache Gedanken mit seinem Willenselement durchdringt. Da sprüht dann gewissermaßen das Feuer des Willens durch seine Sätze. Dadurch ist er auch für ein im Grunde genommen flaches Zeitalter der Salonphilosoph geworden. Als ein gedankenvolles Zeitalter, wie es die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war, vorüberging, als die Menschen gedankenarm wurden, da wurde Schopenhauer der Salonphilosoph. Man brauchte nicht viel zu denken, man konnte aber das Prickelnde des durch die Gedanken pulsierenden Willens auf sich wirken lassen, insbesondere wenn man so etwas wie die «Parerga und Paralipomena» durchnahm, wo dieses Prickeln der Gedanken geradezu mit Raffinement wirkt.

[ 17 ] Es ist ja merkwürdig, wenn man diese Schopenhauersche Philosophie auf sich wirken läßt, wie sie eigentlich in bezug auf das gedankliche Element etwas Plattes hat; die Schopenhauersche Philosophie ist ja nicht tief, aber sie hat zugleich etwas Trunkenes, etwas Willenhaftes, das in ihr pulst. Schopenhauer wird am anziehendsten und reizvollsten dann, wenn er eigentlich flache Gedanken mit seinem Willenselement durchdringt. Da sprüht dann gewissermaßen das Feuer des Willens durch seine Sätze. Dadurch ist er auch für ein im Grunde genommen flaches Zeitalter der Salonphilosoph geworden. Als ein gedankenvolles Zeitalter, wie es die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war, vorüberging, als die Menschen gedankenarm wurden, da wurde Schopenhauer der Salonphilosoph. Man brauchte nicht viel zu denken, man konnte aber das Prickelnde des durch die Gedanken pulsierenden Willens auf sich wirken lassen, insbesondere wenn man so etwas wie die «Parerga und Paralipomena» durchnahm, wo dieses Prickeln der Gedanken geradezu mit Raffinement wirkt.

[ 18 ] Und so hat man gerade in dem Gegensatze Hegel-Schopenhauer in dem mittleren Gebiete unserer Zivilisationsentwickelung die beiden entgegengesetzten Pole, von denen der eine seine besondere Ausbildung im Westen, der andere seine besondere Ausbildung im Osten erhalten hat. In Mitteleuropa stehen sie bis zu einem Ausgleich sich fördernd nebeneinander und haben in dem unvergleichlichen Freundschaftsbund zwischen Schiller und Goethe einen harmonischen, in dem Nebeneinanderstehen Hegels und Schopenhauers einen disharmonischen Ausgleich gefunden. Denn Schopenhauer wurde ja Privatdozent an der Universität zu Berlin in derselben Zeit, in der Hegel dort glanzvoll seine Philosophie vertrat. Schopenhauer konnte kaum Zuhörer finden, sein Auditorium blieb leer. Und wahrscheinlich, wenn Hegel irgendwie gefragt worden ist über die Schopenhauersche Philosophie — er konnte es sich damals leisten, denn er war ein eindrucksvoller, angesehener Philosoph —, dann hatte er dafür ein Achselzucken. Wenn irgendeiner mehr aus diesem Willenselement heraus sprach und dieses Element des Willens besonders betonte wie Schleiermacher, aber dann neben Hegel noch etwas bedeutete, dann wurde Hegel schon auch ungemütlicher. Und als Schleiermacher aus diesem gedankenlosen Elemente heraus das Christentum erklären wollte und sagte: Das Christentum würde nicht erfaßt in einem gedanklichen Elemente, wenn man die Gedanken des Weltenalls, gewissermaßen die göttlichen Gedanken anders umfaßte, als indem man sich abhängig fühlte von Gott, indem man ein Abhängigkeitsgefühl zum Universum entwickelte —, da erwiderte Hegel: Dann ist der Hund der beste Christ, denn der kennt das Abhängigkeitsgefühl am besten! — So würde selbstverständlich Hegel auch Schopenhauer heimgeleuchtet haben, wie er Schleiermacher heimgeleuchtet hat, wenn es sich gelohnt hätte. Denn Hegel hat überall zu Paaren getrieben jeden, der sich nicht hinaufschwang zum Begreifen der Realität der Gedanken. Für Schopenhauer waren aber die Gedanken gar nichts anderes als die Schaumblasen, die aufstiegen aus den Wellenschlägen des kosmischen Weltenwillens. Und Schopenhauer, der allerdings aus der eben gekennzeichneten Lage mehr Veranlassung dazu hatte, er schimpft ja in seinen Werken über Hegel wie ein Waschweib.

[ 18 ] Und so hat man gerade in dem Gegensatze Hegel-Schopenhauer in dem mittleren Gebiete unserer Zivilisationsentwickelung die beiden entgegengesetzten Pole, von denen der eine seine besondere Ausbildung im Westen, der andere seine besondere Ausbildung im Osten erhalten hat. In Mitteleuropa stehen sie bis zu einem Ausgleich sich fördernd nebeneinander und haben in dem unvergleichlichen Freundschaftsbund zwischen Schiller und Goethe einen harmonischen, in dem Nebeneinanderstehen Hegels und Schopenhauers einen disharmonischen Ausgleich gefunden. Denn Schopenhauer wurde ja Privatdozent an der Universität zu Berlin in derselben Zeit, in der Hegel dort glanzvoll seine Philosophie vertrat. Schopenhauer konnte kaum Zuhörer finden, sein Auditorium blieb leer. Und wahrscheinlich, wenn Hegel irgendwie gefragt worden ist über die Schopenhauersche Philosophie — er konnte es sich damals leisten, denn er war ein eindrucksvoller, angesehener Philosoph —, dann hatte er dafür ein Achselzucken. Wenn irgendeiner mehr aus diesem Willenselement heraus sprach und dieses Element des Willens besonders betonte wie Schleiermacher, aber dann neben Hegel noch etwas bedeutete, dann wurde Hegel schon auch ungemütlicher. Und als Schleiermacher aus diesem gedankenlosen Elemente heraus das Christentum erklären wollte und sagte: Das Christentum würde nicht erfaßt in einem gedanklichen Elemente, wenn man die Gedanken des Weltenalls, gewissermaßen die göttlichen Gedanken anders umfaßte, als indem man sich abhängig fühlte von Gott, indem man ein Abhängigkeitsgefühl zum Universum entwickelte —, da erwiderte Hegel: Dann ist der Hund der beste Christ, denn der kennt das Abhängigkeitsgefühl am besten! — So würde selbstverständlich Hegel auch Schopenhauer heimgeleuchtet haben, wie er Schleiermacher heimgeleuchtet hat, wenn es sich gelohnt hätte. Denn Hegel hat überall zu Paaren getrieben jeden, der sich nicht hinaufschwang zum Begreifen der Realität der Gedanken. Für Schopenhauer waren aber die Gedanken gar nichts anderes als die Schaumblasen, die aufstiegen aus den Wellenschlägen des kosmischen Weltenwillens. Und Schopenhauer, der allerdings aus der eben gekennzeichneten Lage mehr Veranlassung dazu hatte, er schimpft ja in seinen Werken über Hegel wie ein Waschweib.

[ 19 ] Wir sehen also, da ist der Gegensatz, der geradezu die Lebensrätsel der Zivilisationsmitte ausmacht, nicht zu einem harmonischen Abschlusse gekommen. Beiden aber, Schopenhauer wie Hegel, fehlt ja eines, es fehlt ihnen das eigentliche Begreifen des Menschen. Hegel lebt in dem kosmischen Gedanken, und es hat etwas, was gerade Hegel unpopulär macht, daß er in diesem kosmischen Gedanken lebt. Denn im allgemeinen lieben es doch die Menschen nicht, sich zu kosmischen Gedanken aufzuschwingen. Sie haben ja ein gewisses Gefühl, dem sie sich aus Bequemlichkeit gerne hingeben, das Gefühl: Warum sollen wir uns die Köpfe zerbrechen mit kosmischen Gedanken? Das tun ja für uns die Götter, oder Gott. Wenn man ein Evangelischer ist, sagt man: der eine Gott tut das. Wenn sich schon die Götter um die kosmischen Gedanken bemühen, warum sollten wir uns noch besonders bemühen? — Und es hat wirklich das, was in Hegels Gedankenoffenbarungen zutage tritt, etwas außerordentlich Unpersönliches. Die Geschichte zum Beispiel, wie sie uns bei Hegel entgegentritt, hat etwas durch und durch Unpersönliches. Da haben wir eigentlich seit dem Beginn der Erdenentwickelung bis zum Ende der Erdenentwickelung den sich entfaltenden Gedanken.

[ 19 ] Wir sehen also, da ist der Gegensatz, der geradezu die Lebensrätsel der Zivilisationsmitte ausmacht, nicht zu einem harmonischen Abschlusse gekommen. Beiden aber, Schopenhauer wie Hegel, fehlt ja eines, es fehlt ihnen das eigentliche Begreifen des Menschen. Hegel lebt in dem kosmischen Gedanken, und es hat etwas, was gerade Hegel unpopulär macht, daß er in diesem kosmischen Gedanken lebt. Denn im allgemeinen lieben es doch die Menschen nicht, sich zu kosmischen Gedanken aufzuschwingen. Sie haben ja ein gewisses Gefühl, dem sie sich aus Bequemlichkeit gerne hingeben, das Gefühl: Warum sollen wir uns die Köpfe zerbrechen mit kosmischen Gedanken? Das tun ja für uns die Götter, oder Gott. Wenn man ein Evangelischer ist, sagt man: der eine Gott tut das. Wenn sich schon die Götter um die kosmischen Gedanken bemühen, warum sollten wir uns noch besonders bemühen? — Und es hat wirklich das, was in Hegels Gedankenoffenbarungen zutage tritt, etwas außerordentlich Unpersönliches. Die Geschichte zum Beispiel, wie sie uns bei Hegel entgegentritt, hat etwas durch und durch Unpersönliches. Da haben wir eigentlich seit dem Beginn der Erdenentwickelung bis zum Ende der Erdenentwickelung den sich entfaltenden Gedanken.

[ 20 ] Wollte man diese Hegelsche Geschichtsphilosophie schematisch zeichnen, so müßte man sagen: Da steigen die Gedanken auf (es wird gezeichnet), steigen ab, verfilzen sich gegenseitig und gehen so durch die geschichtliche Entwickelung, und in diesen Gedankenspinnennetzen sind überall die Menschen eingespannt, werden von den Gedanken fortgerissen.So daß eigentlich für Hegel die geschichtliche Entwickelung diese hinfließenden, sich verfilzenden Gedanken sind, die den Menschen in sich einspannen wie einen Automaten, der da in diesen Spinnennetzen der weltgeschichtlichen Gedanken sich auch mit diesem Gedankensystem entwickeln muß. Für Schopenhauer ist ja der menschliche Gedanke nichts anderes als eine Schaumblase. Er richtet seinen Blick auf den kosmischen Willen, ich möchte sagen, auf dieses kosmische Willensmeer. Der Mensch ist eigentlich nur so ein Reservoir, wo auch ein bißchen von diesem kosmischen Willen drinnen aufgefangen ist. Die Schopenhauersche Philosophie hat nichts von dieser sich fortentwickelnden Vernunft oder dem sich fortentwickelnden Gedanken, sondern es ist das ungedankliche, das unrationale, das unvernünftige Willenselement, das fortfließt. Und da tauchen drinnen die Menschen auf, und in ihnen spiegelt sich, wie wenn es Vernunft wäre, das sich eigentlich fortdauernd entwickelnde Unvernünftige. Für Hegel ist die Welt die Offenbarung weisester Vernunft. Für Schopenhauer, ja, was ist die Welt für Schopenhauer? Es ist eine merkwürdige Sache, wenn man die Frage beantworten will: Was ist die Welt für Schopenhauer? — Sie trat mir einmal, diese merkwürdige Sache, besonders deutlich vor Augen, als ich einen Aufsatz über Eduard von Hartmann schrieb, wo man Schopenhauer berücksichtigen, besprechen muß, weil Eduard von Hartmann ja auf der einen Seite von Hegel, auf der anderen Seite von Schopenhauer ausgegangen ist, mehr aber von Schopenhauer. Ich wollte in diesem Aufsatze, der ein rein philosophischer Aufsatz über die Philosophie Eduard von Hartmanns war, andeuten, daß für Schopenhauer die Lösung des Welträtsels darinnen bestünde, daß man sagen müßte: Die Welt ist eine große Dummheit Gottes. — Ich habe das geschrieben, weil ich das für wahr hielt. Der Redakteur der Zeitschrift, die in Österreich erschien, antwortete mir, das müsse er herausstreichen, denn es würde ihm das ganze Heft konfisziert, wenn das in einer österreichischen Zeitschrift gedruckt würde; er könne einfach nicht schreiben, die Welt sei eine Dummheit Gottes. Nun, ich habe mich nicht weiter darauf versteift, sondern habe dem Manne, der dazumal der Redakteur dieser «Deutschen Worte» war, geschrieben: Streichen Sie die «Dummheit Gottes» heraus; aber ich erinnere Sie an einen anderen Fall: Als ich die «Deutsche Wochenschrift» redigierte, da schrieben Sie zwar nicht, daß die Welt eine Dummheit Gottes, aber daß das österreichische Schulwesen eine Dummheit der Unterrichtsverwaltung ist, und ich habe es stehen lassen. — Allerdings ist mir die Wochenschrift dazumal konfisziert worden. Ich wollte den Mann wenigstens daran erinnern, daß ihm etwas Ähnliches passiert ist wie mir, nur mir mit dem lieben Gott, ihm mit dem österreichischen Unterrichtsminister, dem Freiherrn von Gautsch.

[ 20 ] Wollte man diese Hegelsche Geschichtsphilosophie schematisch zeichnen, so müßte man sagen: Da steigen die Gedanken auf (es wird gezeichnet), steigen ab, verfilzen sich gegenseitig und gehen so durch die geschichtliche Entwickelung, und in diesen Gedankenspinnennetzen sind überall die Menschen eingespannt, werden von den Gedanken fortgerissen.So daß eigentlich für Hegel die geschichtliche Entwickelung diese hinfließenden, sich verfilzenden Gedanken sind, die den Menschen in sich einspannen wie einen Automaten, der da in diesen Spinnennetzen der weltgeschichtlichen Gedanken sich auch mit diesem Gedankensystem entwickeln muß. Für Schopenhauer ist ja der menschliche Gedanke nichts anderes als eine Schaumblase. Er richtet seinen Blick auf den kosmischen Willen, ich möchte sagen, auf dieses kosmische Willensmeer. Der Mensch ist eigentlich nur so ein Reservoir, wo auch ein bißchen von diesem kosmischen Willen drinnen aufgefangen ist. Die Schopenhauersche Philosophie hat nichts von dieser sich fortentwickelnden Vernunft oder dem sich fortentwickelnden Gedanken, sondern es ist das ungedankliche, das unrationale, das unvernünftige Willenselement, das fortfließt. Und da tauchen drinnen die Menschen auf, und in ihnen spiegelt sich, wie wenn es Vernunft wäre, das sich eigentlich fortdauernd entwickelnde Unvernünftige. Für Hegel ist die Welt die Offenbarung weisester Vernunft. Für Schopenhauer, ja, was ist die Welt für Schopenhauer? Es ist eine merkwürdige Sache, wenn man die Frage beantworten will: Was ist die Welt für Schopenhauer? — Sie trat mir einmal, diese merkwürdige Sache, besonders deutlich vor Augen, als ich einen Aufsatz über Eduard von Hartmann schrieb, wo man Schopenhauer berücksichtigen, besprechen muß, weil Eduard von Hartmann ja auf der einen Seite von Hegel, auf der anderen Seite von Schopenhauer ausgegangen ist, mehr aber von Schopenhauer. Ich wollte in diesem Aufsatze, der ein rein philosophischer Aufsatz über die Philosophie Eduard von Hartmanns war, andeuten, daß für Schopenhauer die Lösung des Welträtsels darinnen bestünde, daß man sagen müßte: Die Welt ist eine große Dummheit Gottes. — Ich habe das geschrieben, weil ich das für wahr hielt. Der Redakteur der Zeitschrift, die in Österreich erschien, antwortete mir, das müsse er herausstreichen, denn es würde ihm das ganze Heft konfisziert, wenn das in einer österreichischen Zeitschrift gedruckt würde; er könne einfach nicht schreiben, die Welt sei eine Dummheit Gottes. Nun, ich habe mich nicht weiter darauf versteift, sondern habe dem Manne, der dazumal der Redakteur dieser «Deutschen Worte» war, geschrieben: Streichen Sie die «Dummheit Gottes» heraus; aber ich erinnere Sie an einen anderen Fall: Als ich die «Deutsche Wochenschrift» redigierte, da schrieben Sie zwar nicht, daß die Welt eine Dummheit Gottes, aber daß das österreichische Schulwesen eine Dummheit der Unterrichtsverwaltung ist, und ich habe es stehen lassen. — Allerdings ist mir die Wochenschrift dazumal konfisziert worden. Ich wollte den Mann wenigstens daran erinnern, daß ihm etwas Ähnliches passiert ist wie mir, nur mir mit dem lieben Gott, ihm mit dem österreichischen Unterrichtsminister, dem Freiherrn von Gautsch.

[ 21 ] Wenn man so hinblickt auf das Wesentlichste des Welträtsels, sieht man so recht wie in Hegel und Schopenhauer die beiden entgegengesetzten Pole dastehen, und sie erscheinen tatsächlich in ihrer Größe, in ihrer bewunderungswürdigen Größe. Ich weiß ja allerdings, daß manche Leute es sonderbar finden, daß, wenn jemand ein solcher Hegel-Verehrer ist wie ich, er auch eine solche Zeichnung hinsetzen kann, weil sich manche Leute nicht vorstellen können, daß gegenüber dem, was man als groß empfindet, man auch den Humor beibehalten kann, weil sich die Leute vorstellen, man müsse unbedingt, wenn man irgend etwas als groß empfindet, immer das lange Gesicht bekommen, das bekannte.

[ 21 ] Wenn man so hinblickt auf das Wesentlichste des Welträtsels, sieht man so recht wie in Hegel und Schopenhauer die beiden entgegengesetzten Pole dastehen, und sie erscheinen tatsächlich in ihrer Größe, in ihrer bewunderungswürdigen Größe. Ich weiß ja allerdings, daß manche Leute es sonderbar finden, daß, wenn jemand ein solcher Hegel-Verehrer ist wie ich, er auch eine solche Zeichnung hinsetzen kann, weil sich manche Leute nicht vorstellen können, daß gegenüber dem, was man als groß empfindet, man auch den Humor beibehalten kann, weil sich die Leute vorstellen, man müsse unbedingt, wenn man irgend etwas als groß empfindet, immer das lange Gesicht bekommen, das bekannte.

[ 22 ] Also die zwei entgegengesetzten Pole stehen da vor uns, die in diesem Falle nicht wie bei Schiller und Goethe zu einem harmonischen Ausgleich gekommen sind. Und wir werden etwas zur Erklärung dieser Disharmonie finden können, wenn wir sehen, daß für Hegel der Mensch eben solch ein im Spinnennetz der Begriffe der Weltgeschichte sich fortentwickelndes Wesen ist, und daß für Schopenhauer eigentlich der Mensch nichts anderes ist als ein kleines Schäffchen, also ein kleines Gefäß, wo ein Teil des Weltenwillens hineingeschüttet ist, also im Grunde genommen nur ein Ausschnitt aus dem kosmischen Weltenwillen. Beide können also nicht auf das eigentliche Individuelle, Persönliche des Menschen hinsehen. Aber sie können auch nicht hinsehen auf das eigentliche Wesen dessen, was sie im Kosmos sehen.

[ 22 ] Also die zwei entgegengesetzten Pole stehen da vor uns, die in diesem Falle nicht wie bei Schiller und Goethe zu einem harmonischen Ausgleich gekommen sind. Und wir werden etwas zur Erklärung dieser Disharmonie finden können, wenn wir sehen, daß für Hegel der Mensch eben solch ein im Spinnennetz der Begriffe der Weltgeschichte sich fortentwickelndes Wesen ist, und daß für Schopenhauer eigentlich der Mensch nichts anderes ist als ein kleines Schäffchen, also ein kleines Gefäß, wo ein Teil des Weltenwillens hineingeschüttet ist, also im Grunde genommen nur ein Ausschnitt aus dem kosmischen Weltenwillen. Beide können also nicht auf das eigentliche Individuelle, Persönliche des Menschen hinsehen. Aber sie können auch nicht hinsehen auf das eigentliche Wesen dessen, was sie im Kosmos sehen.

[ 23 ] Hegel schaut auf den Kosmos und sieht in der Geschichte dieses Spinnennetz von Begriffen. Schopenhauer schaut auf den Kosmos und sieht nicht dieses Spinnennetz von Begriffen — das ist bloß das Spiegelbild für ihn —, aber er sieht dafür das Meer des waltenden Willens, und da wird gewissermaßen abgezapft in diese Gefäße dasjenige, was als Menschen da fortschwimmt in diesem unrationalen, unvernünftigen Willensmeer (es wird gezeichnet). Die Menschen werden nur geäfft, indem sich in ihnen der unvernünftige Wille spiegelt, als wenn er Vernunft, Vorstellung, Gedanke wäre. Aber wir haben diese zwei Elemente im Kosmos drinnen. Was Hegel sieht, ist schon im Kosmos drinnen. Die Gedanken sind im Kosmos. Hegel und der Westen betrachten den Kosmos und sehen die Weltgedanken. Schopenhauer und der Osten betrachten den Kosmos und sehen den Weltenwillen. Beides ist drinnen. Und eine in bezug auf den Kosmos dienliche Weltanschauung wäre zustande gekommen, wenn das Paradoxon hätte eintreten können, daß das Geschimpfe des Schopenhauer ihn endlich so weit gebracht hätte, daß er aus seiner Haut gefahren wäre, und, trotzdem Hegels Seele in Hegel geblieben wäre, er in Hegel hineingefahren wäre, so daß Schopenhauer in Hegel drinnen gewesen wäre. Dann hätte der den Weltgedanken und den Weltenwillen gesehen, der da aus Schopenhauer und aus Hegel zusammengewachsen wäre! Das ist in der Tat dasjenige, was in der Welt ist: Weltgedanke und Weltenwille. Und sie sind in sehr verschiedenen Gestalten vorhanden.

[ 23 ] Hegel schaut auf den Kosmos und sieht in der Geschichte dieses Spinnennetz von Begriffen. Schopenhauer schaut auf den Kosmos und sieht nicht dieses Spinnennetz von Begriffen — das ist bloß das Spiegelbild für ihn —, aber er sieht dafür das Meer des waltenden Willens, und da wird gewissermaßen abgezapft in diese Gefäße dasjenige, was als Menschen da fortschwimmt in diesem unrationalen, unvernünftigen Willensmeer (es wird gezeichnet). Die Menschen werden nur geäfft, indem sich in ihnen der unvernünftige Wille spiegelt, als wenn er Vernunft, Vorstellung, Gedanke wäre. Aber wir haben diese zwei Elemente im Kosmos drinnen. Was Hegel sieht, ist schon im Kosmos drinnen. Die Gedanken sind im Kosmos. Hegel und der Westen betrachten den Kosmos und sehen die Weltgedanken. Schopenhauer und der Osten betrachten den Kosmos und sehen den Weltenwillen. Beides ist drinnen. Und eine in bezug auf den Kosmos dienliche Weltanschauung wäre zustande gekommen, wenn das Paradoxon hätte eintreten können, daß das Geschimpfe des Schopenhauer ihn endlich so weit gebracht hätte, daß er aus seiner Haut gefahren wäre, und, trotzdem Hegels Seele in Hegel geblieben wäre, er in Hegel hineingefahren wäre, so daß Schopenhauer in Hegel drinnen gewesen wäre. Dann hätte der den Weltgedanken und den Weltenwillen gesehen, der da aus Schopenhauer und aus Hegel zusammengewachsen wäre! Das ist in der Tat dasjenige, was in der Welt ist: Weltgedanke und Weltenwille. Und sie sind in sehr verschiedenen Gestalten vorhanden.

[ 24 ] Was sagt uns nun die wirkliche geisteswissenschaftliche Untersuchung in bezug auf diese Kosmologie? Sie sagt uns: Blicken wir hinein in die Welt, um die Weltgedanken auf uns wirken zu lassen, was sehen wir? Wir sehen, indem wir die Weltgedanken auf uns wirken lassen, die Gedanken der Vorzeit, alles das, was gewirkt hat in der Vorzeit bis zu diesem gegenwärtigen Augenblicke. Das sehen wir, indem wir die Weltgedanken sehen, denn der Weltgedanke erscheint uns in seinem Absterben, wenn wir in die Welt hinausblicken. Daher kommt das Starre, Tote der Naturgesetze, und daß wir fast nur die Mathematik brauchen können, die vom Toten handelt, wenn wir die Natur gesetzmäßig überschauen wollen. In dem aber, was zu unseren Sinnen spricht, was uns entzückt im Lichte, was wir hören im Ton, in dem, was uns wärmt, in all dem, was an uns sinnlich herantritt, wirkt der Weltenwille. Das ist es, was aus dem toten Element der Weltgedanken aufgeht, und was im Grunde genommen in die Zukunft hinüberweist. Etwas von, ich möchte sagen, Chaotischem, Undifferenziertem hat der Weltenwille; aber er lebt im gegenwärtigen Weltenmomente doch als der Keim dessen, was in die Zukunft hinübergeht. Überlassen wir uns aber dem Gedankenelemente der Welt, so haben wir das, was aus der grauesten Vorzeit in die Gegenwart herüberspielt. Nur im menschlichen Haupte, da ist es anders. Im menschlichen Haupte ist der Gedanke, aber er ist abgesondert von dem äußeren Weltengedanken, und er ist innerhalb der menschlichen Persönlichkeit an ein individuelles Willenselement gebunden, das ja meinetwillen zunächst nur angesehen werden mag wie das in ein kleines Reservoir, in ein Schäffchen abgezapfte kosmische Willenselement. Aber das, was der Mensch in seiner Intellektualität hat, weist nach rückwärts. Wir haben es im Grunde genommen dem Keime nach entwickelt in dem vorigen Erdenleben. Da war es Wille. Jetzt ist es Gedanke geworden, ist gebunden an unsere Hauptesorganisation, ist herausgeboren wie ein lebendiges Nachbild des Kosmos in unserer Hauptesorganisation. Wir verbinden es mit dem Willen, wir verjüngen es in dem Willen. Und indem wir es verjüngen in dem Willen, schicken wir es hinüber in unser nächstes Erdenleben, in unsere nächste Erdeninkarnation.

[ 24 ] Was sagt uns nun die wirkliche geisteswissenschaftliche Untersuchung in bezug auf diese Kosmologie? Sie sagt uns: Blicken wir hinein in die Welt, um die Weltgedanken auf uns wirken zu lassen, was sehen wir? Wir sehen, indem wir die Weltgedanken auf uns wirken lassen, die Gedanken der Vorzeit, alles das, was gewirkt hat in der Vorzeit bis zu diesem gegenwärtigen Augenblicke. Das sehen wir, indem wir die Weltgedanken sehen, denn der Weltgedanke erscheint uns in seinem Absterben, wenn wir in die Welt hinausblicken. Daher kommt das Starre, Tote der Naturgesetze, und daß wir fast nur die Mathematik brauchen können, die vom Toten handelt, wenn wir die Natur gesetzmäßig überschauen wollen. In dem aber, was zu unseren Sinnen spricht, was uns entzückt im Lichte, was wir hören im Ton, in dem, was uns wärmt, in all dem, was an uns sinnlich herantritt, wirkt der Weltenwille. Das ist es, was aus dem toten Element der Weltgedanken aufgeht, und was im Grunde genommen in die Zukunft hinüberweist. Etwas von, ich möchte sagen, Chaotischem, Undifferenziertem hat der Weltenwille; aber er lebt im gegenwärtigen Weltenmomente doch als der Keim dessen, was in die Zukunft hinübergeht. Überlassen wir uns aber dem Gedankenelemente der Welt, so haben wir das, was aus der grauesten Vorzeit in die Gegenwart herüberspielt. Nur im menschlichen Haupte, da ist es anders. Im menschlichen Haupte ist der Gedanke, aber er ist abgesondert von dem äußeren Weltengedanken, und er ist innerhalb der menschlichen Persönlichkeit an ein individuelles Willenselement gebunden, das ja meinetwillen zunächst nur angesehen werden mag wie das in ein kleines Reservoir, in ein Schäffchen abgezapfte kosmische Willenselement. Aber das, was der Mensch in seiner Intellektualität hat, weist nach rückwärts. Wir haben es im Grunde genommen dem Keime nach entwickelt in dem vorigen Erdenleben. Da war es Wille. Jetzt ist es Gedanke geworden, ist gebunden an unsere Hauptesorganisation, ist herausgeboren wie ein lebendiges Nachbild des Kosmos in unserer Hauptesorganisation. Wir verbinden es mit dem Willen, wir verjüngen es in dem Willen. Und indem wir es verjüngen in dem Willen, schicken wir es hinüber in unser nächstes Erdenleben, in unsere nächste Erdeninkarnation.

[ 25 ] Dieses Weltenbild, wir müßten es eigentlich noch anders zeichnen. Wir müßten so zeichnen, daß das äußere Kosmische in alten Zeiten besonders reich an Gedankenelementen ist, daß es immer schütterer und schütterer wird, indem wir in die Gegenwart hereinkommen, daß der Gedanke, wie er im Kosmos ist, nach und nach erstirbt. Das Willens element müssen wir zunächst fein zeichnen. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr überwiegt der Gedanke in den Akasha-Bildern; je mehr wir vorwärtsschreiten, wird das Willenselement dichter und immer dichter. Wir müßten, wenn wir diese Entwickelung durchblicken würden, auf ein lichtvolles Gedankenelement der grauesten Vorzeit hinschauen, und auf das unvernünftige Willenselement der Zukunft.

[ 25 ] Dieses Weltenbild, wir müßten es eigentlich noch anders zeichnen. Wir müßten so zeichnen, daß das äußere Kosmische in alten Zeiten besonders reich an Gedankenelementen ist, daß es immer schütterer und schütterer wird, indem wir in die Gegenwart hereinkommen, daß der Gedanke, wie er im Kosmos ist, nach und nach erstirbt. Das Willens element müssen wir zunächst fein zeichnen. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr überwiegt der Gedanke in den Akasha-Bildern; je mehr wir vorwärtsschreiten, wird das Willenselement dichter und immer dichter. Wir müßten, wenn wir diese Entwickelung durchblicken würden, auf ein lichtvolles Gedankenelement der grauesten Vorzeit hinschauen, und auf das unvernünftige Willenselement der Zukunft.

[ 26 ] Aber das bleibt nicht so, denn da hinein trägt der Mensch nun die Gedanken, die er in seinem Kopfe bewahrt hat. Die schickt er hinüber in die Zukunft. Und während die kosmischen Gedanken immer mehr und mehr absterben, keimen auf die menschlichen Gedanken; aus ihrem Quellpunkt heraus durchdringen sie in der Zukunft das kosmische Element des Willens.

[ 26 ] Aber das bleibt nicht so, denn da hinein trägt der Mensch nun die Gedanken, die er in seinem Kopfe bewahrt hat. Die schickt er hinüber in die Zukunft. Und während die kosmischen Gedanken immer mehr und mehr absterben, keimen auf die menschlichen Gedanken; aus ihrem Quellpunkt heraus durchdringen sie in der Zukunft das kosmische Element des Willens.

[ 27 ] So ist der Mensch der Bewahrer des kosmischen Gedankens, so trägt der Mensch aus sich heraus den kosmischen Gedanken in die Welt hinaus. Auf dem Umwege durch den Menschen pflanzt sich der kosmische Gedanke von der Urzeit in die Zukunft hinein fort. Der Mensch gehört zu dem, was Kosmos ist. Aber er gehört nicht so dazu, wie ihn etwa der Materialist denkt, daß der Mensch auch so etwas ist, was sich aus dem Kosmos herausentwickelt hat und ein Stück des Kosmos ist, sondern der Mensch gehört auch zu dem schöpferischen Elemente des Kosmos. Er trägt den Gedanken hinüber aus der Vergangenheit in die Zukunft.

[ 27 ] So ist der Mensch der Bewahrer des kosmischen Gedankens, so trägt der Mensch aus sich heraus den kosmischen Gedanken in die Welt hinaus. Auf dem Umwege durch den Menschen pflanzt sich der kosmische Gedanke von der Urzeit in die Zukunft hinein fort. Der Mensch gehört zu dem, was Kosmos ist. Aber er gehört nicht so dazu, wie ihn etwa der Materialist denkt, daß der Mensch auch so etwas ist, was sich aus dem Kosmos herausentwickelt hat und ein Stück des Kosmos ist, sondern der Mensch gehört auch zu dem schöpferischen Elemente des Kosmos. Er trägt den Gedanken hinüber aus der Vergangenheit in die Zukunft.

[ 28 ] Sehen Sie, da kommt man in das Konkrete hinein. Wenn man den Menschen wirklich versteht, kommt man hinein in das, was Schopenhauer und Hegel einseitig gebracht haben. Und Sie sehen daraus, wie auch im philosophischen Elemente auf einer höheren Stufe zusammengefaßt werden muß dasjenige, was dreigegliedert ist, wie der Mensch erfaßt werden muß im Kosmos.

[ 28 ] Sehen Sie, da kommt man in das Konkrete hinein. Wenn man den Menschen wirklich versteht, kommt man hinein in das, was Schopenhauer und Hegel einseitig gebracht haben. Und Sie sehen daraus, wie auch im philosophischen Elemente auf einer höheren Stufe zusammengefaßt werden muß dasjenige, was dreigegliedert ist, wie der Mensch erfaßt werden muß im Kosmos.

[ 29 ] Nun, wir werden dann morgen in einer anschaulicheren Weise in diesen Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos hineinblicken. Ich wollte Ihnen heute dieses als eine Einleitung geben, wie gesagt, deren Notwendigkeit schon im weiteren Fortgange wird erkannt werden können.

[ 29 ] Nun, wir werden dann morgen in einer anschaulicheren Weise in diesen Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos hineinblicken. Ich wollte Ihnen heute dieses als eine Einleitung geben, wie gesagt, deren Notwendigkeit schon im weiteren Fortgange wird erkannt werden können.