The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202
18 December 1920, Dornach
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Die Brücke zwischen der Weltgeistigkei und dem Physischen des Menschen
Elfter Vortrag
Elfter Vortrag
[ 1 ] Ich habe gestern versucht, einiges vorzubringen über die gesamte Konstitution des Menschen, so daß es möglich war, am Schlusse darauf aufmerksam zu machen. wie durch eine sachgemäße Totalbetrachtung der menschlichen Natur eine Brücke gebaut werden kann zwischen dem, was wir im Menschen als äußere Organisation finden, und demjenigen, was wir durch das Selbstbewußtsein in unserem Inneren entwickeln. Diese Brücke wird ja gewöhnlich nicht oder nur in sehr mangelhafter Weise, insbesondere mangelhaft von der gegenwärtigen äußeren Wissenschaft, geschaffen. Und wir haben gesehen, daß, um diese Brücke zu bauen, man sich klar sein muß, wie man die menschliche Organisation zu betrachten hat. Wir sahen, daß wir alles, was eigentlich einzig und allein heute betrachtet wird, wenigstens was von der äußeren Wissenschaft ernsthaft betrachtet wird als organisiert, das Feste oder Fest-flüssige, nur als den einen Organismus betrachten dürfen; daß wir aber ebenso eine flüssige Organisation, eine luftförmige Organisation und eine Wärmeorganisation anerkennen müssen. Wir erlangen dadurch die Möglichkeit, auch einzusehen, wie in diese feinere Organisation eingreifen diejenigen Glieder der menschlichen Wesenheit, die wir eben gewöhnt sind, als solche zu betrachten. Natürlich ist alles bis zur Wärme hinauf physischer Leib. Aber in den Flüssigkeitsleib, in all das, was im Organismus als Flüssigkeit organisiert ist, greift der Ätherleib vorzugsweise ein; in all das, was als Luft organisiert ist, greift der astralische Leib ein, und in all das, was als Wärme organisiert ist, greift das Ich vorzugsweise ein. Dadurch gelangen wir dazu, gewissermaßen im Physischen stehenzubleiben, aber innerhalb dieses Physischen bis herauf ins Geistige zu kommen.
[ 1 ] Ich habe gestern versucht, einiges vorzubringen über die gesamte Konstitution des Menschen, so daß es möglich war, am Schlusse darauf aufmerksam zu machen. wie durch eine sachgemäße Totalbetrachtung der menschlichen Natur eine Brücke gebaut werden kann zwischen dem, was wir im Menschen als äußere Organisation finden, und demjenigen, was wir durch das Selbstbewußtsein in unserem Inneren entwickeln. Diese Brücke wird ja gewöhnlich nicht oder nur in sehr mangelhafter Weise, insbesondere mangelhaft von der gegenwärtigen äußeren Wissenschaft, geschaffen. Und wir haben gesehen, daß, um diese Brücke zu bauen, man sich klar sein muß, wie man die menschliche Organisation zu betrachten hat. Wir sahen, daß wir alles, was eigentlich einzig und allein heute betrachtet wird, wenigstens was von der äußeren Wissenschaft ernsthaft betrachtet wird als organisiert, das Feste oder Fest-flüssige, nur als den einen Organismus betrachten dürfen; daß wir aber ebenso eine flüssige Organisation, eine luftförmige Organisation und eine Wärmeorganisation anerkennen müssen. Wir erlangen dadurch die Möglichkeit, auch einzusehen, wie in diese feinere Organisation eingreifen diejenigen Glieder der menschlichen Wesenheit, die wir eben gewöhnt sind, als solche zu betrachten. Natürlich ist alles bis zur Wärme hinauf physischer Leib. Aber in den Flüssigkeitsleib, in all das, was im Organismus als Flüssigkeit organisiert ist, greift der Ätherleib vorzugsweise ein; in all das, was als Luft organisiert ist, greift der astralische Leib ein, und in all das, was als Wärme organisiert ist, greift das Ich vorzugsweise ein. Dadurch gelangen wir dazu, gewissermaßen im Physischen stehenzubleiben, aber innerhalb dieses Physischen bis herauf ins Geistige zu kommen.
[ 2 ] Auf der anderen Seite haben wir das Bewußtsein betrachtet. Gewöhnlich sieht man nur, sagte ich gestern, auf dasjenige Bewußtsein hin, das wir aus dem Zustande heraus kennen, den wir durchmachen vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Da nehmen wir die Gegenstände um uns herum wahr, kombinieren sie mit unserem Verstande, fühlen auch wohl über sie, leben in unseren Willensimpulsen; aber wir erleben diesen ganzen Bewußtseinskomplex als etwas, was seinen Eigenschaften nach ganz verschieden ist von all dem Physischen, das die äußere physische Wissenschaft ganz allein betrachtet. Und es läßt sich nicht ohne weiteres eine Brücke schaffen zwischen diesen ganz unkörperlichen Erlebnissen, die man im Bewußtsein hat, und den anderen Anschauungen, den anderen Wahrnehmungsobjekten, die man durch physische Physiologie oder physische Anatomie betrachtet. Aber auch in bezug auf das Bewußtsein kennen wir ja schon im gewöhnlichen Leben außer dem gewöhnlichen Tagesbewußtsein das Traumbewußtsein, und wir haben gestern ausgeführt, wie die Träume im wesentlichen Bilder oder Sinnbilder sind von inneren organischen Vorgängen. Es geht immer in uns etwas vor, und bildhaft drückt sich das, was da vorgeht, aus in den Träumen. Wir träumen, sagte ich, von Schlangen, die sich winden, wenn wir irgendwelche Schmerzen in den Gedärmen haben; wir träumen von einem kochenden Ofen, wachen nachher mit Herzklopfen auf; der kochende Ofen hat uns das unregelmäßig gehende Herz symbolisiert, die Schlangen haben uns die Gedärme symbolisiert und so weiter. Es weist uns der Traum in unseren Organismus hinunter, und das Bewußtsein im Schlafe, es ist dumpf, es ist sozusagen für den Menschen eigentlich ein Null-Erlebnis. Aber ich habe gestern ausgeführt, wie man dieses Null-Erlebnis haben muß, um gerade sich verbunden zu fühlen mit seiner Körperlichkeit. Man würde sich nicht als Ich verbunden fühlen mit seiner Körperlichkeit, wenn man nicht den Körper verließe, ihn wiederum aufsuchte beim Aufwachen und auf diese Weise gerade aus dem Entbehren, das man erlebt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, sich als eins mit seinem Körper fühlte. Da werden wir von dem gewöhnlichen Bewußtsein, das ja nichts mit uns selber zu tun hat, als daß es uns die Wahrnehmung, die Vorstellung gibt, in das Traumbewußtsein geführt, welches mit dem zu tun hat, was nun schon im Leibe ist. Wir werden also zum Leibe hingeführt. Und wir werden noch mehr zum Leibe hingeführt, wenn wir in das traumlose Schlafbewußtsein eindringen. So also können wir sagen: Wir betrachten auf der einen Seite das Seelische so, daß es uns zum Leibe hinführt. Und wir betrachten das Leibliche so, daß es, indem es durch die Organisation des Flüssigen, die Organisation des Luftförmigen, die Organisation der Wärme auftritt, indem sich die Organisation also immer mehr verfeinert, uns zum Seelischen hinführt. — Diese Dinge muß man durchaus in Erwägung ziehen, wenn man zu einer wirklich den Menschen befriedigenden Weltanschauung kommen will.
[ 2 ] Auf der anderen Seite haben wir das Bewußtsein betrachtet. Gewöhnlich sieht man nur, sagte ich gestern, auf dasjenige Bewußtsein hin, das wir aus dem Zustande heraus kennen, den wir durchmachen vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Da nehmen wir die Gegenstände um uns herum wahr, kombinieren sie mit unserem Verstande, fühlen auch wohl über sie, leben in unseren Willensimpulsen; aber wir erleben diesen ganzen Bewußtseinskomplex als etwas, was seinen Eigenschaften nach ganz verschieden ist von all dem Physischen, das die äußere physische Wissenschaft ganz allein betrachtet. Und es läßt sich nicht ohne weiteres eine Brücke schaffen zwischen diesen ganz unkörperlichen Erlebnissen, die man im Bewußtsein hat, und den anderen Anschauungen, den anderen Wahrnehmungsobjekten, die man durch physische Physiologie oder physische Anatomie betrachtet. Aber auch in bezug auf das Bewußtsein kennen wir ja schon im gewöhnlichen Leben außer dem gewöhnlichen Tagesbewußtsein das Traumbewußtsein, und wir haben gestern ausgeführt, wie die Träume im wesentlichen Bilder oder Sinnbilder sind von inneren organischen Vorgängen. Es geht immer in uns etwas vor, und bildhaft drückt sich das, was da vorgeht, aus in den Träumen. Wir träumen, sagte ich, von Schlangen, die sich winden, wenn wir irgendwelche Schmerzen in den Gedärmen haben; wir träumen von einem kochenden Ofen, wachen nachher mit Herzklopfen auf; der kochende Ofen hat uns das unregelmäßig gehende Herz symbolisiert, die Schlangen haben uns die Gedärme symbolisiert und so weiter. Es weist uns der Traum in unseren Organismus hinunter, und das Bewußtsein im Schlafe, es ist dumpf, es ist sozusagen für den Menschen eigentlich ein Null-Erlebnis. Aber ich habe gestern ausgeführt, wie man dieses Null-Erlebnis haben muß, um gerade sich verbunden zu fühlen mit seiner Körperlichkeit. Man würde sich nicht als Ich verbunden fühlen mit seiner Körperlichkeit, wenn man nicht den Körper verließe, ihn wiederum aufsuchte beim Aufwachen und auf diese Weise gerade aus dem Entbehren, das man erlebt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, sich als eins mit seinem Körper fühlte. Da werden wir von dem gewöhnlichen Bewußtsein, das ja nichts mit uns selber zu tun hat, als daß es uns die Wahrnehmung, die Vorstellung gibt, in das Traumbewußtsein geführt, welches mit dem zu tun hat, was nun schon im Leibe ist. Wir werden also zum Leibe hingeführt. Und wir werden noch mehr zum Leibe hingeführt, wenn wir in das traumlose Schlafbewußtsein eindringen. So also können wir sagen: Wir betrachten auf der einen Seite das Seelische so, daß es uns zum Leibe hinführt. Und wir betrachten das Leibliche so, daß es, indem es durch die Organisation des Flüssigen, die Organisation des Luftförmigen, die Organisation der Wärme auftritt, indem sich die Organisation also immer mehr verfeinert, uns zum Seelischen hinführt. — Diese Dinge muß man durchaus in Erwägung ziehen, wenn man zu einer wirklich den Menschen befriedigenden Weltanschauung kommen will.
[ 3 ] Die große Frage, die uns nun seit Wochen beschäftigt, sie ist ja, wie wir wiederholt versuchten zu erkennen, die Kardinalfrage der menschlichen Weltanschauung zunächst: Wie hängt das Moralische, die moralische Weltordnung zusammen mit der physischen Weltordnung? Wir haben es oft gesagt: Die gegenwärtige Weltanschauung, die sich für die äußere Sinneswelt auf die Naturwissenschaft stützt, die, wenn es um ein umfassendes Seelisches geht — denn die Psychologie enthält ein solches nicht mehr —, nur zu den älteren religiösen Bekenntnissen Zuflucht nehmen kann, diese Weltanschauung enthält keine Brücke. Da ist auf der einen Seite die physische Welt. Sie ist hervorgegangen nach dieser Weltanschauung aus einem Urnebel. Aus dem hat sich alles herausgeballt; zu einer Art Weltenschlacke wird das alles wieder zurückkehren. Das ist, was uns als äußeres Bild durch die gegenwärtige wissenschaftliche Richtung vorgehalten wird innerhalb dieses ganzen Werdens, das ja schließlich, wenn man ehrlich ist als Wissenschafter der heutigen Zeit, als das allein Reale erscheinen kann. Innerhalb dieses Bildes hat das Moralische, die moralische Weltordnung keinen Platz. Sie steht dann für sich da. Der Mensch empfängt in seiner Seele die moralischen Impulse als Seelenimpulse. Aber wenn das so ist, wie es die Naturwissenschaft sagt, dann ist eben aus dem Urnebel hervorgegangen alles das, was sich regt und lebt, und zuletzt der Mensch, und dem Menschen steigen auf die moralischen Ideale. Und wenn einmal die Welt zurückgekehrt sein soll zum Schlackenzustand, dann wird das der große Friedhof sein auch für alle moralischen Ideale. Sie werden verschwunden sein. Eine Brücke kann gar nicht geschaffen werden, und was noch schlimmer ist, es kann nicht einmal, wenn der Mensch nicht inkonsequent wird, die wirkliche Moralität der Weltenordnung von seiten der heutigen Wissenschaft zugegeben werden. Nur wenn diese Wissenschaft inkonsequent ist, läßt sie die moralische Weltenordnung gelten. Aber wenn sie konsequent ist, kann sie das eigentlich nicht. Das alles rührt davon her, daß man eben auf der einen Seite im Grunde genommen nur eine Art Anatomie des Festen hat, daß man nicht berücksichtigt, daß der Mensch auch in sich trägt eine Organisation des Flüssigen, eine Organisation des Luftförmigen, ja auch eine Organisation des Wärmehaften. Wenn Sie sich vorstellen, daß, ebenso wie Sie in sich, meinetwillen zu den Knochen, zu den Muskeln, zu den Nervensträngen konfiguriert, die Organisation des Festen haben, Sie auch eine Organisation des Flüssigen, des Luftförmigen haben, allerdings fluktuierend, in sich beweglich, dann wieder eine Wärmeorganisation haben, so werden Sie das schon eher verstehen, was ich nun aus geisteswissenschaftlichen Beobachtungen vorzubringen habe.
[ 3 ] Die große Frage, die uns nun seit Wochen beschäftigt, sie ist ja, wie wir wiederholt versuchten zu erkennen, die Kardinalfrage der menschlichen Weltanschauung zunächst: Wie hängt das Moralische, die moralische Weltordnung zusammen mit der physischen Weltordnung? Wir haben es oft gesagt: Die gegenwärtige Weltanschauung, die sich für die äußere Sinneswelt auf die Naturwissenschaft stützt, die, wenn es um ein umfassendes Seelisches geht — denn die Psychologie enthält ein solches nicht mehr —, nur zu den älteren religiösen Bekenntnissen Zuflucht nehmen kann, diese Weltanschauung enthält keine Brücke. Da ist auf der einen Seite die physische Welt. Sie ist hervorgegangen nach dieser Weltanschauung aus einem Urnebel. Aus dem hat sich alles herausgeballt; zu einer Art Weltenschlacke wird das alles wieder zurückkehren. Das ist, was uns als äußeres Bild durch die gegenwärtige wissenschaftliche Richtung vorgehalten wird innerhalb dieses ganzen Werdens, das ja schließlich, wenn man ehrlich ist als Wissenschafter der heutigen Zeit, als das allein Reale erscheinen kann. Innerhalb dieses Bildes hat das Moralische, die moralische Weltordnung keinen Platz. Sie steht dann für sich da. Der Mensch empfängt in seiner Seele die moralischen Impulse als Seelenimpulse. Aber wenn das so ist, wie es die Naturwissenschaft sagt, dann ist eben aus dem Urnebel hervorgegangen alles das, was sich regt und lebt, und zuletzt der Mensch, und dem Menschen steigen auf die moralischen Ideale. Und wenn einmal die Welt zurückgekehrt sein soll zum Schlackenzustand, dann wird das der große Friedhof sein auch für alle moralischen Ideale. Sie werden verschwunden sein. Eine Brücke kann gar nicht geschaffen werden, und was noch schlimmer ist, es kann nicht einmal, wenn der Mensch nicht inkonsequent wird, die wirkliche Moralität der Weltenordnung von seiten der heutigen Wissenschaft zugegeben werden. Nur wenn diese Wissenschaft inkonsequent ist, läßt sie die moralische Weltenordnung gelten. Aber wenn sie konsequent ist, kann sie das eigentlich nicht. Das alles rührt davon her, daß man eben auf der einen Seite im Grunde genommen nur eine Art Anatomie des Festen hat, daß man nicht berücksichtigt, daß der Mensch auch in sich trägt eine Organisation des Flüssigen, eine Organisation des Luftförmigen, ja auch eine Organisation des Wärmehaften. Wenn Sie sich vorstellen, daß, ebenso wie Sie in sich, meinetwillen zu den Knochen, zu den Muskeln, zu den Nervensträngen konfiguriert, die Organisation des Festen haben, Sie auch eine Organisation des Flüssigen, des Luftförmigen haben, allerdings fluktuierend, in sich beweglich, dann wieder eine Wärmeorganisation haben, so werden Sie das schon eher verstehen, was ich nun aus geisteswissenschaftlichen Beobachtungen vorzubringen habe.
[ 4 ] Stellen wir uns einmal vor, der Mensch wird begeistert von einem hohen moralischen Ideal. Der Mensch kann sich wirklich innerlich seelisch begeistern für ein moralisches Ideal, für das Ideal des Wohlwollens, für das Ideal der Freiheit, das Ideal der Güte, der Liebe und so weiter. Er kann sich begeistern in konkreten Fällen für dasjenige, was durch diese Ideale angedeutet ist. Daß aber das, was da in der Seele als Begeisterung vor sich geht, in die Knochen oder in die Muskeln fährt, so wie Knochen oder Muskeln von der heutigen Physiologie oder heutigen Anatomie betrachtet werden, das kann sich natürlich niemand vorstellen. Aber Sie werden darauf kommen, wenn Sie nur mit sich selbst innerlich ordentlich zu Rate gehen, daß Sie sich sehr wohl vorstellen können — und es ist auch so —, daß, wenn der Mensch begeistert ist für ein hohes moralisches Ideal, dann ein Einfluß ausgeübt wird von dieser inneren Begeisterung auf den Wärmeorganismus. Und dann ist man schon im Physischen drinnen vom Seelischen aus! So daß man sagen kann, wenn wir dieses Beispiel herausgreifen: Moralische Ideale drücken sich aus durch eine Erhöhung der Wärme im Wärmeorganismus. — Der Mensch wird nicht nur seelisch wärmer, der Mensch — wenn das auch nicht so leicht mit irgendeinem physikalischen Instrument nachweisbar ist — wird wirklich durch dasjenige, was er erlebt an moralischen Idealen, innerlich wärmer. Also es wirkt anregend auf den Wärmeorganismus.
[ 4 ] Stellen wir uns einmal vor, der Mensch wird begeistert von einem hohen moralischen Ideal. Der Mensch kann sich wirklich innerlich seelisch begeistern für ein moralisches Ideal, für das Ideal des Wohlwollens, für das Ideal der Freiheit, das Ideal der Güte, der Liebe und so weiter. Er kann sich begeistern in konkreten Fällen für dasjenige, was durch diese Ideale angedeutet ist. Daß aber das, was da in der Seele als Begeisterung vor sich geht, in die Knochen oder in die Muskeln fährt, so wie Knochen oder Muskeln von der heutigen Physiologie oder heutigen Anatomie betrachtet werden, das kann sich natürlich niemand vorstellen. Aber Sie werden darauf kommen, wenn Sie nur mit sich selbst innerlich ordentlich zu Rate gehen, daß Sie sich sehr wohl vorstellen können — und es ist auch so —, daß, wenn der Mensch begeistert ist für ein hohes moralisches Ideal, dann ein Einfluß ausgeübt wird von dieser inneren Begeisterung auf den Wärmeorganismus. Und dann ist man schon im Physischen drinnen vom Seelischen aus! So daß man sagen kann, wenn wir dieses Beispiel herausgreifen: Moralische Ideale drücken sich aus durch eine Erhöhung der Wärme im Wärmeorganismus. — Der Mensch wird nicht nur seelisch wärmer, der Mensch — wenn das auch nicht so leicht mit irgendeinem physikalischen Instrument nachweisbar ist — wird wirklich durch dasjenige, was er erlebt an moralischen Idealen, innerlich wärmer. Also es wirkt anregend auf den Wärmeorganismus.
[ 5 ] Das müssen Sie sich nun als einen konkreten Vorgang vorstellen: Begeisterung für ein moralisches Ideal: Belebung des Wärmeorganismus. — Es geht im Wärmeorganismus lebhafter zu, wenn ein moralisches Ideal die Seele durchglüht. Aber es bleibt auch für die übrige Organisation des Menschen nicht ohne Wirkung. Außer dem Wärmeorganismus, der gewissermaßen sein höchster physischer Organismus ist, hat ja der Mensch den Luftorganismus. Er atmet die Luft ein, er atmet die Luft aus; aber während des Ein- und Ausatmens ist die Luft in ihm. Sie ist allerdings innerlich in Bewegung, in Fluktuation; aber das ist auch eine Organisation, das ist ein wirklicher Luftorganismus, der in ihm lebt, geradeso wie der Wärmeorganismus. Indem nun durch ein moralisches Ideal die Wärme belebt wird, wirkt sie, weil ja die Wärme im ganzen Organismus, in allen Organismen wirksam ist, wiederum auf den Luftorganismus. Diese Wirkung auf den Luftorganismus ist aber nicht bloß eine erwärmende, sondern wenn die Wärme, welche regsam wird im Wärmeorganismus, auf den menschlichen Luftorganismus wirkt, so teilt sie ihm all dasjenige mit, was ich nicht anders benennen kann als eine Lichtquelle. Gewissermaßen Keime des Leuchtens teilen sich dem Luftorganismus mit, so daß also moralische Ideale, die auf den Wärmeorganismus anregend wirken, im Luftorganismus Lichtquellen auslösen. Diese Lichtquellen werden für das äußere Bewußtsein, für die äußere Wahrnehmung allerdings nicht leuchtend, aber in dem menschlichen astralischen Leib erscheinen diese Lichtquellen. Sie sind zunächst gebunden, wenn ich mich dieses physikalischen Ausdruckes bedienen darf, durch die Luft selber, die der Mensch in sich trägt. Sie sind gewissermaßen noch dunkles Licht, wie ja der Pflanzenkeim auch noch nicht die ausgebildete Pflanze ist. Aber der Mensch trägt dadurch, daß er sich begeistern kann für moralische Ideale oder für moralische Vorgänge, einen Lichtquell in sich.
[ 5 ] Das müssen Sie sich nun als einen konkreten Vorgang vorstellen: Begeisterung für ein moralisches Ideal: Belebung des Wärmeorganismus. — Es geht im Wärmeorganismus lebhafter zu, wenn ein moralisches Ideal die Seele durchglüht. Aber es bleibt auch für die übrige Organisation des Menschen nicht ohne Wirkung. Außer dem Wärmeorganismus, der gewissermaßen sein höchster physischer Organismus ist, hat ja der Mensch den Luftorganismus. Er atmet die Luft ein, er atmet die Luft aus; aber während des Ein- und Ausatmens ist die Luft in ihm. Sie ist allerdings innerlich in Bewegung, in Fluktuation; aber das ist auch eine Organisation, das ist ein wirklicher Luftorganismus, der in ihm lebt, geradeso wie der Wärmeorganismus. Indem nun durch ein moralisches Ideal die Wärme belebt wird, wirkt sie, weil ja die Wärme im ganzen Organismus, in allen Organismen wirksam ist, wiederum auf den Luftorganismus. Diese Wirkung auf den Luftorganismus ist aber nicht bloß eine erwärmende, sondern wenn die Wärme, welche regsam wird im Wärmeorganismus, auf den menschlichen Luftorganismus wirkt, so teilt sie ihm all dasjenige mit, was ich nicht anders benennen kann als eine Lichtquelle. Gewissermaßen Keime des Leuchtens teilen sich dem Luftorganismus mit, so daß also moralische Ideale, die auf den Wärmeorganismus anregend wirken, im Luftorganismus Lichtquellen auslösen. Diese Lichtquellen werden für das äußere Bewußtsein, für die äußere Wahrnehmung allerdings nicht leuchtend, aber in dem menschlichen astralischen Leib erscheinen diese Lichtquellen. Sie sind zunächst gebunden, wenn ich mich dieses physikalischen Ausdruckes bedienen darf, durch die Luft selber, die der Mensch in sich trägt. Sie sind gewissermaßen noch dunkles Licht, wie ja der Pflanzenkeim auch noch nicht die ausgebildete Pflanze ist. Aber der Mensch trägt dadurch, daß er sich begeistern kann für moralische Ideale oder für moralische Vorgänge, einen Lichtquell in sich.
[ 6 ] Als weiteren Organismus haben wir in uns den Flüssigkeitsorganismus. Indem die Wärme im Wärmeorganismus wirkt und, vom moralischen Ideal ausgehend, im Luftorganismus dasjenige auslöst, was man eine Lichtquelle nennen kann, die zunächst gebunden bleibt, verborgen bleibt, löst sich im Flüssigkeitsorganismus, weil sich alles in der menschlichen Organisation, wie gesagt, mitteilt, dasjenige aus, wovon ich gestern gesprochen habe, daß es eigentlich dem äußeren Lufttönen zugrunde liegt. Die Luft ist ja nur der Körper des Tones, sagte ich gestern, und wer etwa das Wesen des Tones in den Luftschwingungen sucht und von nichts weiter spricht, der spricht vom Tönen so, wie man vom Menschen spricht, wenn man nur vom äußeren sichtbaren Leibe spricht. Die Luft mit ihren schwingenden Wellen ist nichts anderes als der äußere Körper für den Ton. Im Menschen wird dieser Ton nicht im Luftorganismus ausgelöst, dieser geistige Ton, sondern er wird gerade im Flüssigkeitsorganismus ausgelöst durch das moralische Ideal. Also hier werden die Tonquellen ausgelöst. Und gewissermaßen als den festesten Organismus, als den, der alle übrigen Organismen stützt und trägt, betrachten wir den festen Organismus. Auch in ihm wird etwas ausgelöst, so wie in den anderen Organisationen; nur wird in dem festen Organismus dasjenige ausgelöst, was wir Lebenskeim nennen können, aber ätherischen Lebenskeim, nicht physischen Lebenskeim, wie er sich dann durch die Geburt loslöst von der menschlichen weiblichen Organisation, sondern es wird der ätherische Lebenskeim losgelöst. Das, was da als ätherischer Lebenskeim lebt, es ist ja im tiefsten Unterbewußtsein unten; schon dasjenige, was die Tonquellen sind, ja in gewissem Sinne sogar das, was Lichtquelle ist. Das ist für das gewöhnliche Bewußtsein verborgen, aber es ist im Menschen.
[ 6 ] Als weiteren Organismus haben wir in uns den Flüssigkeitsorganismus. Indem die Wärme im Wärmeorganismus wirkt und, vom moralischen Ideal ausgehend, im Luftorganismus dasjenige auslöst, was man eine Lichtquelle nennen kann, die zunächst gebunden bleibt, verborgen bleibt, löst sich im Flüssigkeitsorganismus, weil sich alles in der menschlichen Organisation, wie gesagt, mitteilt, dasjenige aus, wovon ich gestern gesprochen habe, daß es eigentlich dem äußeren Lufttönen zugrunde liegt. Die Luft ist ja nur der Körper des Tones, sagte ich gestern, und wer etwa das Wesen des Tones in den Luftschwingungen sucht und von nichts weiter spricht, der spricht vom Tönen so, wie man vom Menschen spricht, wenn man nur vom äußeren sichtbaren Leibe spricht. Die Luft mit ihren schwingenden Wellen ist nichts anderes als der äußere Körper für den Ton. Im Menschen wird dieser Ton nicht im Luftorganismus ausgelöst, dieser geistige Ton, sondern er wird gerade im Flüssigkeitsorganismus ausgelöst durch das moralische Ideal. Also hier werden die Tonquellen ausgelöst. Und gewissermaßen als den festesten Organismus, als den, der alle übrigen Organismen stützt und trägt, betrachten wir den festen Organismus. Auch in ihm wird etwas ausgelöst, so wie in den anderen Organisationen; nur wird in dem festen Organismus dasjenige ausgelöst, was wir Lebenskeim nennen können, aber ätherischen Lebenskeim, nicht physischen Lebenskeim, wie er sich dann durch die Geburt loslöst von der menschlichen weiblichen Organisation, sondern es wird der ätherische Lebenskeim losgelöst. Das, was da als ätherischer Lebenskeim lebt, es ist ja im tiefsten Unterbewußtsein unten; schon dasjenige, was die Tonquellen sind, ja in gewissem Sinne sogar das, was Lichtquelle ist. Das ist für das gewöhnliche Bewußtsein verborgen, aber es ist im Menschen.
[ 7 ] Stellen Sie sich alles vor, was Sie im Leben durchlebt haben an Hinwendungen Ihrer Seele an die moralischen Ideen, sei es, daß Sie diese moralischen Impulse sympathisch gefunden haben, indem Sie sie bloß als Ideen erfaßten, sei es, daß Sie sie gesehen haben an anderen, sei es, daß Sie in der Ausführung in einer gewissen Weise innerlich befriedigt sein konnten mit Ihrem eigenen Tun, indem Sie dieses Tun durchglüht sein lassen von den moralischen Idealen, all das geht hinunter in die Luftorganisation als Lichtquelle, in die Flüssigkeitsorganisation als Tonquelle, in die feste Organisation als Lebensquelle. All das löst sich in einer gewissen Weise von dem, was im Menschen bewußt ist, ab. Aber der Mensch trägt es in sich. Es wird frei, wenn der Mensch seine physische Organisation mit dem Tode ablegt. Was so durch unsere moralischen Ideale, was gerade durch die reinsten Ideen in unserer Organisation ausgelöst wird, das wird zunächst nicht fruchtbar. Für das Leben zwischen Geburt und Tod fruchtbar werden eben die moralischen Ideen selber, insofern wir im Ideenleben bleiben und indem wir eine gewisse Genugtuung haben über dasjenige, was wir moralisch vollbracht haben. Das hat aber lediglich mit der Erinnerung zu tun, das hat nichts zu tun mit dem, was hinuntergedrängt wird in die Organisation dadurch, daß wir moralische Ideale sympatisch finden.
[ 7 ] Stellen Sie sich alles vor, was Sie im Leben durchlebt haben an Hinwendungen Ihrer Seele an die moralischen Ideen, sei es, daß Sie diese moralischen Impulse sympathisch gefunden haben, indem Sie sie bloß als Ideen erfaßten, sei es, daß Sie sie gesehen haben an anderen, sei es, daß Sie in der Ausführung in einer gewissen Weise innerlich befriedigt sein konnten mit Ihrem eigenen Tun, indem Sie dieses Tun durchglüht sein lassen von den moralischen Idealen, all das geht hinunter in die Luftorganisation als Lichtquelle, in die Flüssigkeitsorganisation als Tonquelle, in die feste Organisation als Lebensquelle. All das löst sich in einer gewissen Weise von dem, was im Menschen bewußt ist, ab. Aber der Mensch trägt es in sich. Es wird frei, wenn der Mensch seine physische Organisation mit dem Tode ablegt. Was so durch unsere moralischen Ideale, was gerade durch die reinsten Ideen in unserer Organisation ausgelöst wird, das wird zunächst nicht fruchtbar. Für das Leben zwischen Geburt und Tod fruchtbar werden eben die moralischen Ideen selber, insofern wir im Ideenleben bleiben und indem wir eine gewisse Genugtuung haben über dasjenige, was wir moralisch vollbracht haben. Das hat aber lediglich mit der Erinnerung zu tun, das hat nichts zu tun mit dem, was hinuntergedrängt wird in die Organisation dadurch, daß wir moralische Ideale sympatisch finden.
[ 8 ] Wir sehen also hier, wie tatsächlich unsere ganze Organisation, ausgehend von unserem Wärmeorganismus, durchdrungen wird von den moralischen Idealen. Und wenn wir mit dem Tod herauslösen aus unserer physischen Organisation unseren ätherischen Leib, unseren astralischen Leib, unser Ich, dann sind wir in diesen höheren Gliedern der Menschennatur durchdrungen von Eindrücken, die wir gehabt haben. Wir waren mit unserem Ich in unserem Wärmeorganismus, indem die moralischen Ideale belebt haben unsere eigene Wärmeorganisation. Wir waren in unserem Luftorganismus, wo Lichtquellen gepflanzt worden sind, die nun nach unserem Tod in den Kosmos mit uns hinausgehen. Wir haben in unserem Flüssigkeitsorganismus den Ton angeregt, der zur Sphärenmusik wird, mit der wir hinaustönen in den Kosmos. Wir bringen Leben hinaus, indem wir durch die Pforte des Todes gehen.
[ 8 ] Wir sehen also hier, wie tatsächlich unsere ganze Organisation, ausgehend von unserem Wärmeorganismus, durchdrungen wird von den moralischen Idealen. Und wenn wir mit dem Tod herauslösen aus unserer physischen Organisation unseren ätherischen Leib, unseren astralischen Leib, unser Ich, dann sind wir in diesen höheren Gliedern der Menschennatur durchdrungen von Eindrücken, die wir gehabt haben. Wir waren mit unserem Ich in unserem Wärmeorganismus, indem die moralischen Ideale belebt haben unsere eigene Wärmeorganisation. Wir waren in unserem Luftorganismus, wo Lichtquellen gepflanzt worden sind, die nun nach unserem Tod in den Kosmos mit uns hinausgehen. Wir haben in unserem Flüssigkeitsorganismus den Ton angeregt, der zur Sphärenmusik wird, mit der wir hinaustönen in den Kosmos. Wir bringen Leben hinaus, indem wir durch die Pforte des Todes gehen.
[ 9 ] Sie ahnen an dieser Stelle, was das Leben, das ausgegossen ist in der Welt, eigentlich ist. Wo liegen die Quellen des Lebens? Sie liegen in dem, was die moralischen Ideale anregt, die im Menschen begeisternd wirken. Wir kommen darauf, uns sagen zu müssen, daß, wenn wir heute uns durchglüht sein lassen von moralischen Idealen, diese Leben und Ton und Licht hinaustragen und weltenschöpferisch werden. Wir tragen das Weltenschöpferische hinaus, und der Quell des Weltenschöpferischen ist das Moralische.
[ 9 ] Sie ahnen an dieser Stelle, was das Leben, das ausgegossen ist in der Welt, eigentlich ist. Wo liegen die Quellen des Lebens? Sie liegen in dem, was die moralischen Ideale anregt, die im Menschen begeisternd wirken. Wir kommen darauf, uns sagen zu müssen, daß, wenn wir heute uns durchglüht sein lassen von moralischen Idealen, diese Leben und Ton und Licht hinaustragen und weltenschöpferisch werden. Wir tragen das Weltenschöpferische hinaus, und der Quell des Weltenschöpferischen ist das Moralische.
[ 10 ] Sie sehen, wir finden eine Brücke, wenn wir den ganzen Menschen betrachten, zwischen den moralischen Idealen und demjenigen, was draußen in der physischen Welt belebend, auch chemisch wirkt. Denn der Ton ist es, der chemisch wirkt, der die Stoffe zusammenbringt und auseinanderanalysiert. Und das Leuchtende in der Welt, es hat seinen Quell in den moralischen Erregungen, in den Wärmeorganismen der Menschen. Wir blicken in die Zukunft hinein, da bilden sich Weltgestalten. Und wie wir bei der Pflanze zurückgehen müssen auf den Keim, so müssen wir bei den zukünftigen Welten, die sich gestalten werden, zurückgehen auf die Keime, die als moralische Ideale in uns selber liegen.
[ 10 ] Sie sehen, wir finden eine Brücke, wenn wir den ganzen Menschen betrachten, zwischen den moralischen Idealen und demjenigen, was draußen in der physischen Welt belebend, auch chemisch wirkt. Denn der Ton ist es, der chemisch wirkt, der die Stoffe zusammenbringt und auseinanderanalysiert. Und das Leuchtende in der Welt, es hat seinen Quell in den moralischen Erregungen, in den Wärmeorganismen der Menschen. Wir blicken in die Zukunft hinein, da bilden sich Weltgestalten. Und wie wir bei der Pflanze zurückgehen müssen auf den Keim, so müssen wir bei den zukünftigen Welten, die sich gestalten werden, zurückgehen auf die Keime, die als moralische Ideale in uns selber liegen.
[ 11 ] Betrachten Sie jetzt theoretische Ideen im Gegensatz zu moralischen Idealen. Mit theoretischen Ideen, und wenn sie auch noch so bedeutsam sind, verhält es sich ganz anders. Bei theoretischen Ideen haben wir tatsächlich eine Abregung, eine Erkühlung des Wärmeorganismus zu verzeichnen. So daß wir also sagen müssen: Theoretische Ideen wirken erkältend auf den Wärmeorganismus. — Das ist der Unterschied in der Wirkung auf die menschliche Organisation. Moralische oder nach dem Moralisch-Religiösen hingeordnete Ideen, diejenigen, die uns in Begeisterung versetzen, indem sie Impulse unseres Handelns werden, sie wirken in dieser Weise weltschöpferisch. Theoretische Ideen wirken zunächst abregend, erkältend auf den Wärmeorganismus. Dadurch, daß sie erkältend auf den Wärmeorganismus wirken, wirken sie auch lähmend auf den Luftorganismus und wirken lähmend auf die Lichtquelle, auf die Lichtentstehung. Sie wirken weiter ertötend auf den Weltenton, und sie wirken auslöschend auf das Leben. Es kommt zu Ende dasjenige, was in der Vorwelt geschaffen worden ist, in unseren theoretischen Ideen. Indem wir theoretische Ideen fassen, erstirbt in ihnen ein Weltenall. Wir tragen in uns das Ersterben eines Weltenalls, wir tragen in uns das Aufgehen eines Weltenalls.
[ 11 ] Betrachten Sie jetzt theoretische Ideen im Gegensatz zu moralischen Idealen. Mit theoretischen Ideen, und wenn sie auch noch so bedeutsam sind, verhält es sich ganz anders. Bei theoretischen Ideen haben wir tatsächlich eine Abregung, eine Erkühlung des Wärmeorganismus zu verzeichnen. So daß wir also sagen müssen: Theoretische Ideen wirken erkältend auf den Wärmeorganismus. — Das ist der Unterschied in der Wirkung auf die menschliche Organisation. Moralische oder nach dem Moralisch-Religiösen hingeordnete Ideen, diejenigen, die uns in Begeisterung versetzen, indem sie Impulse unseres Handelns werden, sie wirken in dieser Weise weltschöpferisch. Theoretische Ideen wirken zunächst abregend, erkältend auf den Wärmeorganismus. Dadurch, daß sie erkältend auf den Wärmeorganismus wirken, wirken sie auch lähmend auf den Luftorganismus und wirken lähmend auf die Lichtquelle, auf die Lichtentstehung. Sie wirken weiter ertötend auf den Weltenton, und sie wirken auslöschend auf das Leben. Es kommt zu Ende dasjenige, was in der Vorwelt geschaffen worden ist, in unseren theoretischen Ideen. Indem wir theoretische Ideen fassen, erstirbt in ihnen ein Weltenall. Wir tragen in uns das Ersterben eines Weltenalls, wir tragen in uns das Aufgehen eines Weltenalls.
| Moralische Ideale: | Theoretische Ideen: | |
|---|---|---|
| anregend auf den Wärmeorganismus | (4) | erkältend auf den Wärmeorganismus |
| auslösend im Luftorganismus | (3) | lähmend auf die Lichtentstehung Lichtquellen |
| auslösend im Flüssigkeitsorganismus | (2) | ertötend auf den Ton Tonquellen |
| auslösend im festen Organismus Lebenskeime (ätherisch) | (1) | auslöschend auf das Leben |
| Moralische Ideale: | Theoretische Ideen: | |
|---|---|---|
| anregend auf den Wärmeorganismus | (4) | erkältend auf den Wärmeorganismus |
| auslösend im Luftorganismus | (3) | lähmend auf die Lichtentstehung Lichtquellen |
| auslösend im Flüssigkeitsorganismus | (2) | ertötend auf den Ton Tonquellen |
| auslösend im festen Organismus Lebenskeime (ätherisch) | (1) | auslöschend auf das Leben |
[ 12 ] Hier ist auch der Punkt, wo derjenige, der in die Weltengeheimnisse eingeweiht ist, nicht sprechen kann, wie heute so viele sprechen, von der Konstanz der Kraft oder der Konstanz des Stoffes. Das ist einfach nicht wahr, daß der Stoff konstant bleibt. Der Stoff vergeht bis zum Nullpunkt hin. Die Kraft vergeht bis zum Nullpunkt in unserem eigenen Organismus dadurch, daß wir theoretisch denken. Und wir wären ja nicht Menschen, wenn wir nicht theoretisch denken würden, wenn nicht das Weltenall fortwährend in uns erstürbe. Durch das Ersterben des Weltenalls sind wir eigentlich selbstbewußte Menschen, die zu Gedanken über das Weltenall kommen können. Aber indem das Weltenall sich in uns denkt, ist es schon Leiche. Der Gedanke über das Weltenall ist die Leiche des Weltenalls. Erst als Leiche wird uns das Weltenall bewußt und macht uns zum Menschen. Eine vergangene Welt also erstirbt in uns bis zum Stoff, bis zur Kraft. Und nur weil gleich wiederum eine neue aufgeht, merken wir nicht, daß der Stoff vergeht und wieder entsteht. Im Menschen wird zu Ende geführt die Stofflichkeit durch sein theoretisches Denken; es wird neu belebt die Stofflichkeit und die Weltenkraft durch sein moralisches Denken. So greift dasjenige, was innerhalb der menschlichen Haut geschieht, in Weltenvergehen und Weltenentstehen ein. So gliedern sich zusammen Moralisches und Natürliches. Das Natürliche vergeht im Menschen; im Moralischen entsteht neues Natürliches.
[ 12 ] Hier ist auch der Punkt, wo derjenige, der in die Weltengeheimnisse eingeweiht ist, nicht sprechen kann, wie heute so viele sprechen, von der Konstanz der Kraft oder der Konstanz des Stoffes. Das ist einfach nicht wahr, daß der Stoff konstant bleibt. Der Stoff vergeht bis zum Nullpunkt hin. Die Kraft vergeht bis zum Nullpunkt in unserem eigenen Organismus dadurch, daß wir theoretisch denken. Und wir wären ja nicht Menschen, wenn wir nicht theoretisch denken würden, wenn nicht das Weltenall fortwährend in uns erstürbe. Durch das Ersterben des Weltenalls sind wir eigentlich selbstbewußte Menschen, die zu Gedanken über das Weltenall kommen können. Aber indem das Weltenall sich in uns denkt, ist es schon Leiche. Der Gedanke über das Weltenall ist die Leiche des Weltenalls. Erst als Leiche wird uns das Weltenall bewußt und macht uns zum Menschen. Eine vergangene Welt also erstirbt in uns bis zum Stoff, bis zur Kraft. Und nur weil gleich wiederum eine neue aufgeht, merken wir nicht, daß der Stoff vergeht und wieder entsteht. Im Menschen wird zu Ende geführt die Stofflichkeit durch sein theoretisches Denken; es wird neu belebt die Stofflichkeit und die Weltenkraft durch sein moralisches Denken. So greift dasjenige, was innerhalb der menschlichen Haut geschieht, in Weltenvergehen und Weltenentstehen ein. So gliedern sich zusammen Moralisches und Natürliches. Das Natürliche vergeht im Menschen; im Moralischen entsteht neues Natürliches.
[ 13 ] Weil man auf diese Dinge nicht hinschauen wollte, erfand man die Ideen von der Unvergänglichkeit des Stoffes und der Kraft. Wenn die Kraft unvergänglich wäre, wenn der Stoff unvergänglich wäre, gäbe es keine moralische Weltordnung. Das will man nur heute verdecken, und die heutige Weltanschauung hat alle Ursache, das zu verdecken, denn sie müßte eigentlich die moralische Weltordnung auslöschen, und sie wird ausgelöscht, wenn man von dem Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft spricht. Denn erhält sich irgendwie der Stoff, erhält sich irgendwie die Kraft, dann ist die moralische Weltordnung nichts weiter als eine Illusion, ein Scheingebilde. Erst dadurch kommt man dazu, den gesamten Gang der Welt zu verstehen, daß man einsieht, wie aus diesem «Scheingebilde» — das ist es ja zunächst, weil es in Gedanken lebt — der moralischen Weltordnung neue Welten erstehen. Das alles aber ergibt sich nicht, wenn man nur die festen Bestandteile der menschlichen Organisation betrachtet, sondern wenn man hinausgeht durch den Flüssigkeits- und Luftorganismus bis zum Wärmeorganismus. Den Zusammenhang des Menschen mit der Welt, man wird ihn nur verstehen, wenn man gewissermaßen das Physische bis zu jener Verfeinerung, Verdünnung verfolgt, wo unmittelbar das Seelische in dieses verdünnte Physische, wie bei der Wärme, eingreifen kann. Dann findet man den Zusammenhang zwischen dem Körperlichen und dem Seelischen. Noch so viele Psychologien, Seelenlehren können geschrieben werden: Wenn sie ausgehen von dem, was heute durch die Anatomie und Physiologie betrachtet wird, so wird man bei diesen festen oder fest-flüssigen, weich-fest gedachten Körpern keinen Übergang finden können zum Seelischen, das überhaupt nicht seelisch erscheint. Wenn man aber das Körperliche bis zur Wärme verfolgt, dann wird man eine Brücke schlagen können von dem, was in den Körpern als Wärme existiert, zu demjenigen, was von der Seele aus in die Wärme des eigenen menschlichen Organismus hineinwirkt.
[ 13 ] Weil man auf diese Dinge nicht hinschauen wollte, erfand man die Ideen von der Unvergänglichkeit des Stoffes und der Kraft. Wenn die Kraft unvergänglich wäre, wenn der Stoff unvergänglich wäre, gäbe es keine moralische Weltordnung. Das will man nur heute verdecken, und die heutige Weltanschauung hat alle Ursache, das zu verdecken, denn sie müßte eigentlich die moralische Weltordnung auslöschen, und sie wird ausgelöscht, wenn man von dem Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft spricht. Denn erhält sich irgendwie der Stoff, erhält sich irgendwie die Kraft, dann ist die moralische Weltordnung nichts weiter als eine Illusion, ein Scheingebilde. Erst dadurch kommt man dazu, den gesamten Gang der Welt zu verstehen, daß man einsieht, wie aus diesem «Scheingebilde» — das ist es ja zunächst, weil es in Gedanken lebt — der moralischen Weltordnung neue Welten erstehen. Das alles aber ergibt sich nicht, wenn man nur die festen Bestandteile der menschlichen Organisation betrachtet, sondern wenn man hinausgeht durch den Flüssigkeits- und Luftorganismus bis zum Wärmeorganismus. Den Zusammenhang des Menschen mit der Welt, man wird ihn nur verstehen, wenn man gewissermaßen das Physische bis zu jener Verfeinerung, Verdünnung verfolgt, wo unmittelbar das Seelische in dieses verdünnte Physische, wie bei der Wärme, eingreifen kann. Dann findet man den Zusammenhang zwischen dem Körperlichen und dem Seelischen. Noch so viele Psychologien, Seelenlehren können geschrieben werden: Wenn sie ausgehen von dem, was heute durch die Anatomie und Physiologie betrachtet wird, so wird man bei diesen festen oder fest-flüssigen, weich-fest gedachten Körpern keinen Übergang finden können zum Seelischen, das überhaupt nicht seelisch erscheint. Wenn man aber das Körperliche bis zur Wärme verfolgt, dann wird man eine Brücke schlagen können von dem, was in den Körpern als Wärme existiert, zu demjenigen, was von der Seele aus in die Wärme des eigenen menschlichen Organismus hineinwirkt.
[ 14 ] Wärme ist äußerlich in den Körpern, Wärme ist innerlich im menschlichen Organismus, und indem die Wärme selbst im Menschen organisiert ist, greift die Seele, das Seelisch-Geistige, in diesen Wärmeorganismus ein, und auf dem Umwege durch die Wärme greift ein alles das, was wir innerlich moralisch erleben. Ich meine jetzt natürlich mit dem Moralischen nicht nur, was sich der Philister unter moralisch allein vorstellt, sondern ich meine die Gesamtheit alles Moralischen, also auch diejenigen Impulse, die wir zum Beispiel gewinnen, wenn wir die Herrlichkeit des Kosmos betrachten, wenn wir uns sagen: Wir sind aus dem Kosmos heraus geboren, wir sind verantwortlich für das, was in der Welt vorgeht, wenn wir uns begeistern lassen, in die Zukunft hineinzuwirken aus den Erkenntnissen der Geisteswissenschaft heraus. — Und wenn wir die Geisteswissenschaft selber als einen Quell des Moralischen betrachten, dann können wir am meisten begeistert sein für dasjenige, was moralisch ist, dann wird solche Begeisterung, die aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis wirkt, zu gleicher Zeit ein Quell des im höheren Sinne Moralischen sein. Aber, was man gewöhnlich moralisch nennt, ist nur eine Unterabteilung des Moralischen im allgemeinen. Alle diejenigen Ideen, die wir uns über die äußere Welt machen, über fertige Naturanordnungen, sind theoretische Ideen. Wir können uns noch so stark mathematisch-mechanisch eine Maschine vorstellen, noch so stark mathematisch-mechanisch uns das Weltenall im Sinne des kopernikanischen Systems vorstellen, was wir so als theoretische Ideen gewinnen, ist Sterbekraft in uns, ist dasjenige, was Leiche des gesamten Weltalls in uns ist als Gedanke, als Vorstellung.
[ 14 ] Wärme ist äußerlich in den Körpern, Wärme ist innerlich im menschlichen Organismus, und indem die Wärme selbst im Menschen organisiert ist, greift die Seele, das Seelisch-Geistige, in diesen Wärmeorganismus ein, und auf dem Umwege durch die Wärme greift ein alles das, was wir innerlich moralisch erleben. Ich meine jetzt natürlich mit dem Moralischen nicht nur, was sich der Philister unter moralisch allein vorstellt, sondern ich meine die Gesamtheit alles Moralischen, also auch diejenigen Impulse, die wir zum Beispiel gewinnen, wenn wir die Herrlichkeit des Kosmos betrachten, wenn wir uns sagen: Wir sind aus dem Kosmos heraus geboren, wir sind verantwortlich für das, was in der Welt vorgeht, wenn wir uns begeistern lassen, in die Zukunft hineinzuwirken aus den Erkenntnissen der Geisteswissenschaft heraus. — Und wenn wir die Geisteswissenschaft selber als einen Quell des Moralischen betrachten, dann können wir am meisten begeistert sein für dasjenige, was moralisch ist, dann wird solche Begeisterung, die aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis wirkt, zu gleicher Zeit ein Quell des im höheren Sinne Moralischen sein. Aber, was man gewöhnlich moralisch nennt, ist nur eine Unterabteilung des Moralischen im allgemeinen. Alle diejenigen Ideen, die wir uns über die äußere Welt machen, über fertige Naturanordnungen, sind theoretische Ideen. Wir können uns noch so stark mathematisch-mechanisch eine Maschine vorstellen, noch so stark mathematisch-mechanisch uns das Weltenall im Sinne des kopernikanischen Systems vorstellen, was wir so als theoretische Ideen gewinnen, ist Sterbekraft in uns, ist dasjenige, was Leiche des gesamten Weltalls in uns ist als Gedanke, als Vorstellung.
[ 15 ] Diese Dinge schaffen immer mehr und mehr eine Einsicht in die Gesamtheit, in die totale Welt. Und es stehen nicht zwei Ordnungen, eine Naturordnung und eine moralische Ordnung, nebeneinander, sondern beide sind eines, und das ist es, was der Mensch der Gegenwart braucht, sonst wird er immer dastehen und sagen: Was mache ich mit meinen moralischen Impulsen in einer Welt, die doch nur eine natürliche Ordnung hat? — Das war ja die auf den Gemütern des 19. Jahrhunderts, des beginnenden 20. Jahrhunderts furchtbar lastende Frage: Wie ist ein Übergang denkbar von dem Natürlichen ins Moralische, von dem Moralischen ins Natürliche? — Nichts anderes wird zur Lösung dieser bangen schicksalsschweren Frage beitragen können, als allein das geisteswissenschaftliche Durchschauen sowohl der Natur auf der einen Seite wie des Geistes auf der anderen Seite.
[ 15 ] Diese Dinge schaffen immer mehr und mehr eine Einsicht in die Gesamtheit, in die totale Welt. Und es stehen nicht zwei Ordnungen, eine Naturordnung und eine moralische Ordnung, nebeneinander, sondern beide sind eines, und das ist es, was der Mensch der Gegenwart braucht, sonst wird er immer dastehen und sagen: Was mache ich mit meinen moralischen Impulsen in einer Welt, die doch nur eine natürliche Ordnung hat? — Das war ja die auf den Gemütern des 19. Jahrhunderts, des beginnenden 20. Jahrhunderts furchtbar lastende Frage: Wie ist ein Übergang denkbar von dem Natürlichen ins Moralische, von dem Moralischen ins Natürliche? — Nichts anderes wird zur Lösung dieser bangen schicksalsschweren Frage beitragen können, als allein das geisteswissenschaftliche Durchschauen sowohl der Natur auf der einen Seite wie des Geistes auf der anderen Seite.
[ 16 ] Wenn man die Voraussetzungen hat, die aus solchen Erkenntnissen kommen, dann wird man mit ihnen nun sich auch entgegenstellen können dem, was einem auf gewissen Gebieten als äußere Wissenschaft erscheint, und was ja auch heute schon in das populäre Bewußtsein hinübergegangen ist. Wir haben als eine Grundlage unseres Weltbildes heute die kopernikanische Weltanschauung anzusehen. Diese kopernikanische Weltanschauung, die dann Kepler weiter ausgebildet, Newton vertheoretisiert hat, sie wurde ja allerdings verpönt bis zum Jahre 1827 von der katholischen Kirche. Kein rechtgläubiger Katholik durfte sie bis dahin glauben. Seither ist es ihm erlaubt, sie zu glauben. Aber sie ist so sehr in das populäre Bewußtsein übergegangen, daß natürlich heute jemand als ein Tropf gelten würde, der nicht die Welt im Sinne dieses kopernikanischen Weltbildes anschauen würde.
[ 16 ] Wenn man die Voraussetzungen hat, die aus solchen Erkenntnissen kommen, dann wird man mit ihnen nun sich auch entgegenstellen können dem, was einem auf gewissen Gebieten als äußere Wissenschaft erscheint, und was ja auch heute schon in das populäre Bewußtsein hinübergegangen ist. Wir haben als eine Grundlage unseres Weltbildes heute die kopernikanische Weltanschauung anzusehen. Diese kopernikanische Weltanschauung, die dann Kepler weiter ausgebildet, Newton vertheoretisiert hat, sie wurde ja allerdings verpönt bis zum Jahre 1827 von der katholischen Kirche. Kein rechtgläubiger Katholik durfte sie bis dahin glauben. Seither ist es ihm erlaubt, sie zu glauben. Aber sie ist so sehr in das populäre Bewußtsein übergegangen, daß natürlich heute jemand als ein Tropf gelten würde, der nicht die Welt im Sinne dieses kopernikanischen Weltbildes anschauen würde.
[ 17 ] Was ist dieses kopernikanische Weltenbild? Es ist eigentlich etwas, was nur nach mathematischen Grundsätzen, nach mathematischen Prinzipien und Anschauungen ausgebildet ist, nach mathematisch-mechanischen Anschauungen, können wir sagen. Und wir können dann vergleichen dieses Weltenbild, das sich ja langsam innerhalb der griechischen Weltanschauung vorbereitet hat, die noch immer die Reste früherer Gedankenrichtungen, zum Beispiel im ptolemäischen Weltenbilde gehabt hat, dann aber sich weiter ausgebildet hat zu dem, was eben heute jedem Kinde gelehrt wird als kopernikanisches Weltbild; wir können von diesem Weltbild zurückschauen in alte Zeiten der Menschheit. Da haben wir ein anderes Weltbild. Von dem ist nur zurückgeblieben, was heute jene Traditionen bewahren, die ja auch auf recht dilettantischer Basis stehen, so wie sie heute unter den Menschen figurieren, was als Astrologie und dergleichen existiert. Das ist als Reste alter Astronomie zurückgeblieben, oder es ist wohl auch zurückgeblieben dasjenige, was verknöchert, erstarrt gewisse Geheimgesellschaften, Freimaurergesellschaften und dergleichen in ihren Symbolen haben. Die Leute wissen gemeiniglich nicht, daß das Reste alter Astronomie sind. Aber es war eine andere Astronomie, es war eine Astronomie, welche nicht in demselben Sinne auf bloß mathematischen Prinzipien aufgebaut war, wie es die heutige Astronomie ist, sondern diese alte Astronomie war aus alten hellseherischen Anschauungen heraus entstanden. Man macht sich heute ganz falsche Vorstellungen von der Art und Weise, wie die ältere Menschheit zu ihren astronomischastrologischen Vorstellungen gekommen ist. Sie kam durch gewisse instinktiv-hellseherische Anschauungen des Weltenalls dazu. Es nahmen die ältesten nachatlantischen Völker ebenso Geistgebilde, Geistwesen in den Weltenkörpern wahr, wie heute der Mensch in den Weltenkörpern bloße physische Gebilde sieht. Wenn unter alten Völkern von Weltenkörpern, von Planeten oder Fixsternen gesprochen wurde, wurde von Geistwesen gesprochen. Heute stellt man sich vor, daß die Sonne irgendein brennender Gasball ist, daß sie Licht in die Welt hinausstrahlt, weil sie ein brennender Gasball ist. Die alten Völker haben sich vorgestellt, daß die Sonne ein lebendiges Wesen ist, und sie sahen in dem, was ihren Augen als Sonne erschien, im Grunde genommen nur den äußeren leiblichen Ausdruck für dieses Geistwesen, das sie da draußen, wo die Sonne steht, vermuteten; ebenso für die anderen Himmelskörper. Geistwesen sahen sie. Wir müssen uns vorstellen, daß es eine Zeit gab, welche ziemlich lange vor dem Eintreten des Mysteriums von Golgatha schon zu Ende gegangen ist, wo alles dasjenige, was da draußen im Weltenall eine Sonne, was in den Sternen war, als Geistwesen vorgestellt worden ist; daß dann, ich möchte sagen, eine Zwischenzeit war, wo man nicht recht wußte, wie man sich das vorzustellen habe, wo man auf der einen Seite allerdings die Planeten, die da sind, schon wie etwas Physisches ansah, sie aber doch sich belebt dachte von Seelen. In diesen Zeiten, in denen man nicht mehr gewußt hat, wie das Physische nach und nach in das Seelische übergeht, wie das Seelische nach und nach in das Physische übergeht, wie im Grunde genommen beides eines ist, statuierte man auf der einen Seite ein Physisches, auf der anderen Seite ein Seelisches. Und man dachte es sich ebenso zusammen, wie sich heute die meisten Psychologen noch, wenn sie überhaupt ein Seelisches annehmen, das Seelische und das Physische im Menschen zusammendenken, was ja natürlich zu nichts anderem als zu einem absurden Denken führt; oder wie der psychophysische Parallelismus es annimmt, was ja wiederum nichts anderes ist als ein törichtes Auskunftsmittel über etwas, was man nicht weiß.
[ 17 ] Was ist dieses kopernikanische Weltenbild? Es ist eigentlich etwas, was nur nach mathematischen Grundsätzen, nach mathematischen Prinzipien und Anschauungen ausgebildet ist, nach mathematisch-mechanischen Anschauungen, können wir sagen. Und wir können dann vergleichen dieses Weltenbild, das sich ja langsam innerhalb der griechischen Weltanschauung vorbereitet hat, die noch immer die Reste früherer Gedankenrichtungen, zum Beispiel im ptolemäischen Weltenbilde gehabt hat, dann aber sich weiter ausgebildet hat zu dem, was eben heute jedem Kinde gelehrt wird als kopernikanisches Weltbild; wir können von diesem Weltbild zurückschauen in alte Zeiten der Menschheit. Da haben wir ein anderes Weltbild. Von dem ist nur zurückgeblieben, was heute jene Traditionen bewahren, die ja auch auf recht dilettantischer Basis stehen, so wie sie heute unter den Menschen figurieren, was als Astrologie und dergleichen existiert. Das ist als Reste alter Astronomie zurückgeblieben, oder es ist wohl auch zurückgeblieben dasjenige, was verknöchert, erstarrt gewisse Geheimgesellschaften, Freimaurergesellschaften und dergleichen in ihren Symbolen haben. Die Leute wissen gemeiniglich nicht, daß das Reste alter Astronomie sind. Aber es war eine andere Astronomie, es war eine Astronomie, welche nicht in demselben Sinne auf bloß mathematischen Prinzipien aufgebaut war, wie es die heutige Astronomie ist, sondern diese alte Astronomie war aus alten hellseherischen Anschauungen heraus entstanden. Man macht sich heute ganz falsche Vorstellungen von der Art und Weise, wie die ältere Menschheit zu ihren astronomischastrologischen Vorstellungen gekommen ist. Sie kam durch gewisse instinktiv-hellseherische Anschauungen des Weltenalls dazu. Es nahmen die ältesten nachatlantischen Völker ebenso Geistgebilde, Geistwesen in den Weltenkörpern wahr, wie heute der Mensch in den Weltenkörpern bloße physische Gebilde sieht. Wenn unter alten Völkern von Weltenkörpern, von Planeten oder Fixsternen gesprochen wurde, wurde von Geistwesen gesprochen. Heute stellt man sich vor, daß die Sonne irgendein brennender Gasball ist, daß sie Licht in die Welt hinausstrahlt, weil sie ein brennender Gasball ist. Die alten Völker haben sich vorgestellt, daß die Sonne ein lebendiges Wesen ist, und sie sahen in dem, was ihren Augen als Sonne erschien, im Grunde genommen nur den äußeren leiblichen Ausdruck für dieses Geistwesen, das sie da draußen, wo die Sonne steht, vermuteten; ebenso für die anderen Himmelskörper. Geistwesen sahen sie. Wir müssen uns vorstellen, daß es eine Zeit gab, welche ziemlich lange vor dem Eintreten des Mysteriums von Golgatha schon zu Ende gegangen ist, wo alles dasjenige, was da draußen im Weltenall eine Sonne, was in den Sternen war, als Geistwesen vorgestellt worden ist; daß dann, ich möchte sagen, eine Zwischenzeit war, wo man nicht recht wußte, wie man sich das vorzustellen habe, wo man auf der einen Seite allerdings die Planeten, die da sind, schon wie etwas Physisches ansah, sie aber doch sich belebt dachte von Seelen. In diesen Zeiten, in denen man nicht mehr gewußt hat, wie das Physische nach und nach in das Seelische übergeht, wie das Seelische nach und nach in das Physische übergeht, wie im Grunde genommen beides eines ist, statuierte man auf der einen Seite ein Physisches, auf der anderen Seite ein Seelisches. Und man dachte es sich ebenso zusammen, wie sich heute die meisten Psychologen noch, wenn sie überhaupt ein Seelisches annehmen, das Seelische und das Physische im Menschen zusammendenken, was ja natürlich zu nichts anderem als zu einem absurden Denken führt; oder wie der psychophysische Parallelismus es annimmt, was ja wiederum nichts anderes ist als ein törichtes Auskunftsmittel über etwas, was man nicht weiß.
[ 18 ] Dann kam die Zeit, in der man die Weltenkörper als physische Wesenheiten ansah, die nach mathematischen Gesetzen kreisen oder stillstehen, sich anziehen und abstoßen und so weiter. Allerdings, es ging durch alle Zeiten, in den älteren Zeiten mehr instinktiv, ein Wissen davon, wie die Dinge wirklich sind. Jetzt kommt es so, daß das instinktive Wissen nicht ausreicht, daß mit vollständigem Bewußtsein dasselbe errungen werden muß, was früher instinktiv gewußt wurde. Und wenn wir anfragen, wie diejenigen, die nun in totaler Anschauung, das heißt, in physischer, seelischer und geistiger Anschauung das Weltenall erkennen konnten, sich vorstellten die Sonne, so können wir etwa folgendes sagen: Sie stellten sich die Sonne zunächst als Geistwesen vor (Zeichnung I). Dieses Geistwesen, das dachten sich die Initiierten als den Quell alles Moralischen. Dasjenige also, wovon ich in meiner «Philosophie der Freiheit» sagte, daß die moralischen Intuitionen aus diesem Quell herausgenommen werden, sie werden innerhalb der Erde herausgenommen; von den Menschen erglänzen sie, von dem, was in den Menschen als moralische Begeisterung leben kann (II).
[ 18 ] Dann kam die Zeit, in der man die Weltenkörper als physische Wesenheiten ansah, die nach mathematischen Gesetzen kreisen oder stillstehen, sich anziehen und abstoßen und so weiter. Allerdings, es ging durch alle Zeiten, in den älteren Zeiten mehr instinktiv, ein Wissen davon, wie die Dinge wirklich sind. Jetzt kommt es so, daß das instinktive Wissen nicht ausreicht, daß mit vollständigem Bewußtsein dasselbe errungen werden muß, was früher instinktiv gewußt wurde. Und wenn wir anfragen, wie diejenigen, die nun in totaler Anschauung, das heißt, in physischer, seelischer und geistiger Anschauung das Weltenall erkennen konnten, sich vorstellten die Sonne, so können wir etwa folgendes sagen: Sie stellten sich die Sonne zunächst als Geistwesen vor (Zeichnung I). Dieses Geistwesen, das dachten sich die Initiierten als den Quell alles Moralischen. Dasjenige also, wovon ich in meiner «Philosophie der Freiheit» sagte, daß die moralischen Intuitionen aus diesem Quell herausgenommen werden, sie werden innerhalb der Erde herausgenommen; von den Menschen erglänzen sie, von dem, was in den Menschen als moralische Begeisterung leben kann (II).


[ 19 ] Denken Sie einmal, wie unsere Verantwortlichkeit erhöht wird, wenn wir wissen: Wäre niemand auf der Erde, der für wahrhafte, echte Moral oder überhaupt geistige Ideale erglühen kann in seiner Seele, so würden wir nicht beitragen zu einem Fortgange unserer Welt, zu einer Neuschöpfung, sondern zu einem Absterben unserer Welt. Diese Leuchtekraft (Zeichnung III), die hier auf der Erde ist, wirkt ins Weltenall hinaus. Das ist allerdings eben für das gewöhnliche menschliche Wahrnehmen zunächst unwahrnehmbar, wie da hinausstrahlt von der Erde, was in dem Menschen Moralisches lebt. Ja, wenn über die ganze Erde heraufziehen würde ein trauriges Zeitalter, in dem Millionen und aber Millionen von Menschen nur in Ungeistigkeit vergehen würden — das Geistige zu gleicher Zeit hier einschließlich des Moralischen gedacht, denn so ist es ja auch —, dann würde, wenn nur ein Dutzend Menschen mit heller moralisch-geistiger Begeisterung da wären, doch die Erde erstrahlen geistig-sonnenhaft. Dasjenige, was da ausstrahlt, das strahlt nur bis zu einer gewissen Entfernung. In dieser Entfernung spiegelt es sich gewissermaßen in sich selbst, und es entsteht hier die Spiegelung desjenigen, was von dem Menschen ausstrahlt. Und diese Spiegelung, die sahen die Initiierten aller Zeiten als die Sonne an. Denn da ist nichts Physisches, ich habe es oft gesagt. Wo die äußere Astronomie davon redet, daß ein glühender Gasball ist, da ist nur die Widerspiegelung eines Geistigen, das physisch erscheint (IV).
[ 19 ] Denken Sie einmal, wie unsere Verantwortlichkeit erhöht wird, wenn wir wissen: Wäre niemand auf der Erde, der für wahrhafte, echte Moral oder überhaupt geistige Ideale erglühen kann in seiner Seele, so würden wir nicht beitragen zu einem Fortgange unserer Welt, zu einer Neuschöpfung, sondern zu einem Absterben unserer Welt. Diese Leuchtekraft (Zeichnung III), die hier auf der Erde ist, wirkt ins Weltenall hinaus. Das ist allerdings eben für das gewöhnliche menschliche Wahrnehmen zunächst unwahrnehmbar, wie da hinausstrahlt von der Erde, was in dem Menschen Moralisches lebt. Ja, wenn über die ganze Erde heraufziehen würde ein trauriges Zeitalter, in dem Millionen und aber Millionen von Menschen nur in Ungeistigkeit vergehen würden — das Geistige zu gleicher Zeit hier einschließlich des Moralischen gedacht, denn so ist es ja auch —, dann würde, wenn nur ein Dutzend Menschen mit heller moralisch-geistiger Begeisterung da wären, doch die Erde erstrahlen geistig-sonnenhaft. Dasjenige, was da ausstrahlt, das strahlt nur bis zu einer gewissen Entfernung. In dieser Entfernung spiegelt es sich gewissermaßen in sich selbst, und es entsteht hier die Spiegelung desjenigen, was von dem Menschen ausstrahlt. Und diese Spiegelung, die sahen die Initiierten aller Zeiten als die Sonne an. Denn da ist nichts Physisches, ich habe es oft gesagt. Wo die äußere Astronomie davon redet, daß ein glühender Gasball ist, da ist nur die Widerspiegelung eines Geistigen, das physisch erscheint (IV).


[ 20 ] Sie sehen, wie weit die kopernikanische Weltanschauung und schließlich auch die alte Astrologie entfernt sind von dem, was nun wiederum das Geheimnis der Initiation war. Wie diese Dinge zusammenhängen, das spricht sich wohl am besten darin aus, daß in einer Zeit, in der diejenigen Menschengruppen schon sehr starke Macht hatten, die solche Wahrheiten, wie sie sagten, für die Menge gefährlich fanden und sie ihr nicht mitteilen wollten, daß in einer solchen Zeit ein Idealist wie Julian, den man deshalb den «Abtrünnigen» genannt hat, das der Welt mitteilen wollte und dann auf einem Umwege getötet worden ist. Es gibt eben durchaus Gründe, welche gewisse Geheimgesellschaften dazu veranlassen, die durchdringenden Geheimnisse der Welt nicht mitzuteilen, weil sie dadurch eine gewisse Macht ausüben können. Wenn zu Kaiser Julians Zeiten gewisse Geheimgesellschaften so stark ihre Geheimnisse hüreten, daß sie Julian töten ließen, dann brauchen wir uns nicht zu verwundern, wenn die Behüter gewisser Geheimnisse, die sie aber nicht herausgeben, sondern auch zur Ausgestaltung ihrer Macht vor der Menge hüten wollen, es hassen, wenn nun wenigstens die Anfänge gewisser Geheimnisse enthüllt werden. Und Sie sehen hier wohl etwas von den tieferen Gründen, warum sich in der Welt ein so furchtbares Hassen erhebt gegen dasjenige, was Geisteswissenschaft sich verpflichtet fühlt, in der gegenwärtigen Zeit an die Menschheit heranzubringen. Wir leben aber in einer Zeit, in der entweder die Erdenzivilisation zugrunde gehen wird, oder die Menschheit der Erde gewisse Geheimnisse ausgeliefert bekommt: diese Dinge, die in einer gewissen Weise bisher als Geheimnisse gehütet worden sind, die einmal der Menschheit zugekommen sind. durch instinktives Hellsehen, die jetzt aber wiederum errungen werden müssen durch vollbewußtes Schauen nicht nur des Physischen, sondern auch des Geistigen, das in ihm ist! Was wollte schließlich Julian der Abtrünnige? Er wollte den Leuten begreiflich machen: Ihr gewöhnt euch immer mehr und mehr an, nur die physische Sonne zu sehen; aber es gibt eine geistige Sonne, von der die physische nur der Spiegel ist! — Er wollte auf seine Art das Christus-Geheimnis der Welt mitteilen. Aber man will die Zusammenhänge des Christus, der geistigen Sonne, mit der physischen Sonne verdecken. Daher werden gewisse Machthaber am wütendsten, wenn von dem Christus-Geheimnis im Zusammenhange mit dem Sonnengeheimnis gesprochen wird. Da werden alle möglichen Verleumdungen dann vorgeführt. Aber Sie sehen, Geisteswissenschaft ist in der gegenwärtigen Zeit eine wichtige Angelegenheit. Nur wer sie als wichtige Angelegenheit betrachtet, betrachtet sie in dem vollen Ernste, der ihr gebührt.
[ 20 ] Sie sehen, wie weit die kopernikanische Weltanschauung und schließlich auch die alte Astrologie entfernt sind von dem, was nun wiederum das Geheimnis der Initiation war. Wie diese Dinge zusammenhängen, das spricht sich wohl am besten darin aus, daß in einer Zeit, in der diejenigen Menschengruppen schon sehr starke Macht hatten, die solche Wahrheiten, wie sie sagten, für die Menge gefährlich fanden und sie ihr nicht mitteilen wollten, daß in einer solchen Zeit ein Idealist wie Julian, den man deshalb den «Abtrünnigen» genannt hat, das der Welt mitteilen wollte und dann auf einem Umwege getötet worden ist. Es gibt eben durchaus Gründe, welche gewisse Geheimgesellschaften dazu veranlassen, die durchdringenden Geheimnisse der Welt nicht mitzuteilen, weil sie dadurch eine gewisse Macht ausüben können. Wenn zu Kaiser Julians Zeiten gewisse Geheimgesellschaften so stark ihre Geheimnisse hüreten, daß sie Julian töten ließen, dann brauchen wir uns nicht zu verwundern, wenn die Behüter gewisser Geheimnisse, die sie aber nicht herausgeben, sondern auch zur Ausgestaltung ihrer Macht vor der Menge hüten wollen, es hassen, wenn nun wenigstens die Anfänge gewisser Geheimnisse enthüllt werden. Und Sie sehen hier wohl etwas von den tieferen Gründen, warum sich in der Welt ein so furchtbares Hassen erhebt gegen dasjenige, was Geisteswissenschaft sich verpflichtet fühlt, in der gegenwärtigen Zeit an die Menschheit heranzubringen. Wir leben aber in einer Zeit, in der entweder die Erdenzivilisation zugrunde gehen wird, oder die Menschheit der Erde gewisse Geheimnisse ausgeliefert bekommt: diese Dinge, die in einer gewissen Weise bisher als Geheimnisse gehütet worden sind, die einmal der Menschheit zugekommen sind. durch instinktives Hellsehen, die jetzt aber wiederum errungen werden müssen durch vollbewußtes Schauen nicht nur des Physischen, sondern auch des Geistigen, das in ihm ist! Was wollte schließlich Julian der Abtrünnige? Er wollte den Leuten begreiflich machen: Ihr gewöhnt euch immer mehr und mehr an, nur die physische Sonne zu sehen; aber es gibt eine geistige Sonne, von der die physische nur der Spiegel ist! — Er wollte auf seine Art das Christus-Geheimnis der Welt mitteilen. Aber man will die Zusammenhänge des Christus, der geistigen Sonne, mit der physischen Sonne verdecken. Daher werden gewisse Machthaber am wütendsten, wenn von dem Christus-Geheimnis im Zusammenhange mit dem Sonnengeheimnis gesprochen wird. Da werden alle möglichen Verleumdungen dann vorgeführt. Aber Sie sehen, Geisteswissenschaft ist in der gegenwärtigen Zeit eine wichtige Angelegenheit. Nur wer sie als wichtige Angelegenheit betrachtet, betrachtet sie in dem vollen Ernste, der ihr gebührt.



