Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203
23 January 1921, Stuttgart
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Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwickelung
Siebenter Vortrag
Siebenter Vortrag
[ 1 ] Ich möchte heute allerlei anfügen den Betrachtungen, die wir hier in der letzten Zeit gepflogen haben über kosmische, über menschliche Wahrheiten, vorzugsweise aber über Wahrheiten von der Art, wie wir sie auch gestern wiederum angeführt haben, die zusammenhängen mit dem Wesen der Entwickelung der Menschheit in unserer Zeit. Es wird vielleicht, um nach dieser oder jener Seite hin das Vorgebrachte zu ergänzen, heute notwendig sein, da oder dort eine, aber nur scheinbar persönliche Bemerkung einzufügen. Sie wissen, ich mache das ja allerseltenst, aber auch wenn ich es mache, so geschieht es immer nur, wie es auch heute der Fall sein soll, um irgend etwas streng Sachliches damit zu erläutern.
[ 1 ] Ich möchte heute allerlei anfügen den Betrachtungen, die wir hier in der letzten Zeit gepflogen haben über kosmische, über menschliche Wahrheiten, vorzugsweise aber über Wahrheiten von der Art, wie wir sie auch gestern wiederum angeführt haben, die zusammenhängen mit dem Wesen der Entwickelung der Menschheit in unserer Zeit. Es wird vielleicht, um nach dieser oder jener Seite hin das Vorgebrachte zu ergänzen, heute notwendig sein, da oder dort eine, aber nur scheinbar persönliche Bemerkung einzufügen. Sie wissen, ich mache das ja allerseltenst, aber auch wenn ich es mache, so geschieht es immer nur, wie es auch heute der Fall sein soll, um irgend etwas streng Sachliches damit zu erläutern.
[ 2 ] Wir leben in einer Zeit, welche etwas ganz bestimmtes vom Menschen fordert. Sie fordert vom Menschen, möchte man sagen, eine Entscheidung, welche aus dem Innersten des menschlichen Wesens herauskommt. Es muß durchaus beachtet und eingesehen werden, daß wir in das Zeitalter der menschlichen Freiheit eigentlich erst eintreten. Und dieses Rumoren auf intellektuellem, moralischem, sozialem Gebiete ist nichts anderes als der Ausdruck dafür, daß durch tiefergehende Kräfte der Menschheitsentwickelung diese Menschheit hineingebracht werden soll in die Region der Freiheit.
[ 2 ] Wir leben in einer Zeit, welche etwas ganz bestimmtes vom Menschen fordert. Sie fordert vom Menschen, möchte man sagen, eine Entscheidung, welche aus dem Innersten des menschlichen Wesens herauskommt. Es muß durchaus beachtet und eingesehen werden, daß wir in das Zeitalter der menschlichen Freiheit eigentlich erst eintreten. Und dieses Rumoren auf intellektuellem, moralischem, sozialem Gebiete ist nichts anderes als der Ausdruck dafür, daß durch tiefergehende Kräfte der Menschheitsentwickelung diese Menschheit hineingebracht werden soll in die Region der Freiheit.
[ 3 ] Wir brauchen ja nur das eigene Leben oder das Leben der Völker ins Auge zu fassen, unbefangen ins Auge zu fassen, was geschieht, und wir werden uns sagen, daß der Faktoren zahlreiche sind, durch die der einzelne Mensch, durch die ganze Völker, Völkergemeinschaften, Menschengruppen von außen oder auch wohl — aber unfrei — von innen bestimmt werden. Dieses Getragenwerden durch die Verhältnisse, das ist ja das, was im Grunde genommen die eigentliche Entwickelungskraft der Menschheit war. Aber aus dieser Entwickelungskraft muß der Mensch immer mehr und mehr heraus. Und die Erdenzukunft wird darin bestehen, daß der Mensch immer mehr das ausbildet, was man eben heute dadurch charakterisieren muß, daß man sagt: Der Mensch ist zum erstenmal so recht vor bedeutungsvolle Entscheidungen gestellt.
[ 3 ] Wir brauchen ja nur das eigene Leben oder das Leben der Völker ins Auge zu fassen, unbefangen ins Auge zu fassen, was geschieht, und wir werden uns sagen, daß der Faktoren zahlreiche sind, durch die der einzelne Mensch, durch die ganze Völker, Völkergemeinschaften, Menschengruppen von außen oder auch wohl — aber unfrei — von innen bestimmt werden. Dieses Getragenwerden durch die Verhältnisse, das ist ja das, was im Grunde genommen die eigentliche Entwickelungskraft der Menschheit war. Aber aus dieser Entwickelungskraft muß der Mensch immer mehr und mehr heraus. Und die Erdenzukunft wird darin bestehen, daß der Mensch immer mehr das ausbildet, was man eben heute dadurch charakterisieren muß, daß man sagt: Der Mensch ist zum erstenmal so recht vor bedeutungsvolle Entscheidungen gestellt.
[ 4 ] Dieses «vor bedeutende Entscheidungen Gestelltsein», vor Entscheidungen, die aus dem Innersten der Menschenbrust, des Menschenherzens, der Menschenseele heraus getroffen werden müssen, das drückt sich ja auch in dem äußeren Gang der Ereignisse aus. Man betrachtet eigentlich viel zu wenig die großen Umschwünge, die auf allen Gebieten des politischen, des sozialen, des geistigen, des wissenschaftlichen Lebens im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschehen sind.
[ 4 ] Dieses «vor bedeutende Entscheidungen Gestelltsein», vor Entscheidungen, die aus dem Innersten der Menschenbrust, des Menschenherzens, der Menschenseele heraus getroffen werden müssen, das drückt sich ja auch in dem äußeren Gang der Ereignisse aus. Man betrachtet eigentlich viel zu wenig die großen Umschwünge, die auf allen Gebieten des politischen, des sozialen, des geistigen, des wissenschaftlichen Lebens im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschehen sind.
[ 5 ] Sehen Sie, man kann Symptome, die für diesen Umschwung sprechen, im großen und kleinen heute überall bemerken. Nehmen wir ein sehr naheliegendes Beispiel. Sie wissen, daß unter den zahlreichen Feinden, die heute wider die anthroposophische Bewegung vorhanden sind, sich auch die Klerikalen dieses Landes [Schweiz] befinden, die deutlich zeigen, daß jesuitische Macht hinter ihnen steht und daß jesuitische Macht wiederum etwas ist, was in diesem Lande einige Geltung hat. Man braucht nur ins Auge zu fassen, was sich auf verschiedenen Gebieten heute zeigt, und man wird sehen, wie stark diese Macht heute wiederum für viele Menschen verquickt ist mit dem, was sie nennen die äußere Erziehung zum Religiösen hin und so weiter. Gerade für dieses Land könnte es daher interessant sein, sich einmal ein merkwürdiges Dokument vor die Seele zu führen, welches ich mir, weil es gar so interessant ist, habe photographieren lassen. Dieses Dokument stammt aus der Schweiz und wurde in der Schweiz 1847 gegeben. Ich werde es vorlesen:
[ 5 ] Sehen Sie, man kann Symptome, die für diesen Umschwung sprechen, im großen und kleinen heute überall bemerken. Nehmen wir ein sehr naheliegendes Beispiel. Sie wissen, daß unter den zahlreichen Feinden, die heute wider die anthroposophische Bewegung vorhanden sind, sich auch die Klerikalen dieses Landes [Schweiz] befinden, die deutlich zeigen, daß jesuitische Macht hinter ihnen steht und daß jesuitische Macht wiederum etwas ist, was in diesem Lande einige Geltung hat. Man braucht nur ins Auge zu fassen, was sich auf verschiedenen Gebieten heute zeigt, und man wird sehen, wie stark diese Macht heute wiederum für viele Menschen verquickt ist mit dem, was sie nennen die äußere Erziehung zum Religiösen hin und so weiter. Gerade für dieses Land könnte es daher interessant sein, sich einmal ein merkwürdiges Dokument vor die Seele zu führen, welches ich mir, weil es gar so interessant ist, habe photographieren lassen. Dieses Dokument stammt aus der Schweiz und wurde in der Schweiz 1847 gegeben. Ich werde es vorlesen:
[ 6 ] «Der eidgenössischen Armee und ihren braven Chefs als bleibendes Denkmal gewidmet zur Gedächtnisfeier des 24. November 1847, da die Jesuitenherrschaft in der Schweiz unterging.
[ 6 ] «Der eidgenössischen Armee und ihren braven Chefs als bleibendes Denkmal gewidmet zur Gedächtnisfeier des 24. November 1847, da die Jesuitenherrschaft in der Schweiz unterging.
[ 7 ] Der Allmächtige hat der gerechten Sache den Sieg verliehen. Die jedem eidgenössischen Wehrmanne unvergeßlichen Tage vom 12! bis zum 30! November 1847, während welchen die sieben kriegsgerüsteten katholischen Sonderbunds-Stände Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis, infolge der Tagsatzungsbeschlüsse vom 20! Heumonat und 4! Wintermonat 1847 auf allen Seiten von einer imposanten und kampflustigen Armee von 100000 Mann bedroht, mit dem Oberkommandanten, General Wilhelm Heinrich Dufour von Genf, nacheinander kapituliert haben, gehören zu den denkwürdigsten Ereignissen, welche die Schweizergeschichte darbietet. Mit verhältnismäßig sehr geringen Opfern an Toten und Verwundeten gelang es dem klugen und kriegserfahrenen Oberbefehlshaber mittels seiner trefflichen strategischen Anordnungen nach mehreren Gefechten... sich die von einer tyrannischen Regierungsgewalt geknechteten, vom heuchlerischen Klerus fanatisierten und verblendeten katholischen Mitbrüder, welche den eidgenössischen Truppen, mit Inbegriff des Landsturms, über 80000 Mann stark als feindliche Armee gegenüberstanden, binnen wenigen Tagen gänzlich zu unterwerfen, den Sonderbund zu sprengen und die Jesuiten aus der Schweiz zu entfernen.» Und der Schlußsatz, der nach meiner Meinung ganz besonders interessant ist, lautet: «Gottes schützende Vaterhand waltete über dem Heere.»
[ 7 ] Der Allmächtige hat der gerechten Sache den Sieg verliehen. Die jedem eidgenössischen Wehrmanne unvergeßlichen Tage vom 12! bis zum 30! November 1847, während welchen die sieben kriegsgerüsteten katholischen Sonderbunds-Stände Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis, infolge der Tagsatzungsbeschlüsse vom 20! Heumonat und 4! Wintermonat 1847 auf allen Seiten von einer imposanten und kampflustigen Armee von 100000 Mann bedroht, mit dem Oberkommandanten, General Wilhelm Heinrich Dufour von Genf, nacheinander kapituliert haben, gehören zu den denkwürdigsten Ereignissen, welche die Schweizergeschichte darbietet. Mit verhältnismäßig sehr geringen Opfern an Toten und Verwundeten gelang es dem klugen und kriegserfahrenen Oberbefehlshaber mittels seiner trefflichen strategischen Anordnungen nach mehreren Gefechten... sich die von einer tyrannischen Regierungsgewalt geknechteten, vom heuchlerischen Klerus fanatisierten und verblendeten katholischen Mitbrüder, welche den eidgenössischen Truppen, mit Inbegriff des Landsturms, über 80000 Mann stark als feindliche Armee gegenüberstanden, binnen wenigen Tagen gänzlich zu unterwerfen, den Sonderbund zu sprengen und die Jesuiten aus der Schweiz zu entfernen.» Und der Schlußsatz, der nach meiner Meinung ganz besonders interessant ist, lautet: «Gottes schützende Vaterhand waltete über dem Heere.»
[ 8 ] Sie sehen, in welchen Schutz dazumal die Vertreibung der Jesuiten gestellt worden ist, und wie man Gottes schützende Vaterhand anrief, daß sie immer so walten möge über dem Schweizervolke, wie sie dazumal gewaltet hat, als es dem General Dufour gelang, die Schweiz von Jesuiten zu säubern. Das war einmal! — 1847.
[ 8 ] Sie sehen, in welchen Schutz dazumal die Vertreibung der Jesuiten gestellt worden ist, und wie man Gottes schützende Vaterhand anrief, daß sie immer so walten möge über dem Schweizervolke, wie sie dazumal gewaltet hat, als es dem General Dufour gelang, die Schweiz von Jesuiten zu säubern. Das war einmal! — 1847.
[ 9 ] Aber nicht nur diese Dinge, auch manche andere haben wesentliche Wandlungen erfahren im Laufe des letzten halben Jahrhunderts. Und diese Wandlungen haben einen ganz bestimmten Charakter. Sie haben den Charakter, daß derjenige, der sich nur verlassen will auf den Erfolg der äußeren Ereignisse, wie sie sich abgespielt haben in dieser Zeit, ganz notwendig in Verwirrung kommen muß. Die beste Art, in Verwirrung zu kommen, nicht herauszufinden aus gewissen Knäueln und Knoten, ist, bloß diese äußeren Ereignisse des letzten halben oder der letzten zwei Drittel des Jahrhunderts auf sich wirken zu lassen. Es bedarf eben, wenn der Mensch seinen Weg heute richtig finden will, einer orientierenden Richtung, die durchaus von innen kommt, eines Impulses. Und in das Chaos hinein, dessen Grund eben die Verwirrung ist, daß man sich nur auf die äußeren Ereignisse verlassen will, sind verschlungen auch die besten Bestrebungen aus der letzten Zeit. Es darf ja natürlich nicht verkannt werden, daß diese neueste Zeit auf den verschiedensten Gebieten des Lebens, namentlich auf dem Gebiet der Technik und dessen, was an Wissenschaft mit der Technik in Verbindung steht, große, bedeutungsvolle Fortschritte erlebt und Triumphe gefeiert hat, und daß nach dieser Richtung hin ein Lob der neuesten Zeit durchaus gerechtfertigt ist. Allein, auch wenn Sie die besten wissenschaftlichen Ausflüsse der neueren Kultur, die besten technischen Errungenschaften, wenn Sie alles das nehmen, was auch als Gutes aus diesem verworrenen Knoten der neuesten Kultur hervorgegangen ist, Sie können darinnen viel Nützliches finden, viel Aufklärendes, vieles von dem, was den Menschen insbesondere in materieller Beziehung bis zu einem gewissen Grade weiterbringen kann; aber Sie können nichts, weder im wissenschaftlichen, weder im technischen noch auf irgendeinem anderen Gebiete, auch auf den Gebieten — ich muß es immer wieder betonen —, die Gutes gebracht haben, finden, was aus der Außenwelt herein so in die menschlichen Seelen leuchten könnte, daß der Mensch selber an diesen von der Außenwelt kommenden Dingen einen Richtimpuls erhalten könnte. Deshalb mußte sich Geisteswissenschaft gerade in diese Zeit hereinstellen, weil aus ihr dasjenige kommen soll, was aus keiner Außenwelt entnommen ist, was nur den geistigen Welten entnommen ist und entnommen ist so, daß, wenn es in die Außenwelt einfließt, eben durchaus einen Impuls darstellt, der nichts zu tun hat mit alldem, was der Außenwelt selbst heute entnommen werden kann. Es ist ein aus den geistigen Welten in diese Außenwelt hineingetragener Impuls, was mit der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft gegeben werden soll. Nach dieser Richtung wird man ja heute gründlich mißverstanden, und einer Aufklärung nach einer gewissen Seite hin dienten meine gestrigen Auseinandersetzungen. Ich wollte namentlich darauf hinweisen, wie man nicht sagen darf, wir trügen in jenen Schulimpuls, der allerdings herausgeboren ist aus der Geistesschau, oder wir trügen in unsere praktischen Maßnahmen irgend etwas hinein, was nur eine theoretische Weltanschauung wäre. Ich habe gestern gesagt, wie fern die Wirklichkeit von dem ist, was in einer solchen Behauptung liegt. Aber auch das Umgekehrte darf man nicht sagen, und dies hängt wieder zusammen mit einer richtigen Auffassung anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft: Man darf auch nicht sagen, daß so, wie sich die Menschen das heute gewöhnlich vorstellen, irgendeine äußere Betätigung aus einer Theorie kommt, aus einem Programm; man darf sich nicht vorstellen, daß dasjenige, was wir, sei es auf einem solchen Gebiete, wie auf dem der Schule, sei es auf einem Gebiete, wie dem des praktisch-ökonomischen Lebens, gründen, aus irgendeinem Programm hervorginge, so wie man sich heute vorstellt, daß die Dinge aus Programmen hervorgehen.
[ 9 ] Aber nicht nur diese Dinge, auch manche andere haben wesentliche Wandlungen erfahren im Laufe des letzten halben Jahrhunderts. Und diese Wandlungen haben einen ganz bestimmten Charakter. Sie haben den Charakter, daß derjenige, der sich nur verlassen will auf den Erfolg der äußeren Ereignisse, wie sie sich abgespielt haben in dieser Zeit, ganz notwendig in Verwirrung kommen muß. Die beste Art, in Verwirrung zu kommen, nicht herauszufinden aus gewissen Knäueln und Knoten, ist, bloß diese äußeren Ereignisse des letzten halben oder der letzten zwei Drittel des Jahrhunderts auf sich wirken zu lassen. Es bedarf eben, wenn der Mensch seinen Weg heute richtig finden will, einer orientierenden Richtung, die durchaus von innen kommt, eines Impulses. Und in das Chaos hinein, dessen Grund eben die Verwirrung ist, daß man sich nur auf die äußeren Ereignisse verlassen will, sind verschlungen auch die besten Bestrebungen aus der letzten Zeit. Es darf ja natürlich nicht verkannt werden, daß diese neueste Zeit auf den verschiedensten Gebieten des Lebens, namentlich auf dem Gebiet der Technik und dessen, was an Wissenschaft mit der Technik in Verbindung steht, große, bedeutungsvolle Fortschritte erlebt und Triumphe gefeiert hat, und daß nach dieser Richtung hin ein Lob der neuesten Zeit durchaus gerechtfertigt ist. Allein, auch wenn Sie die besten wissenschaftlichen Ausflüsse der neueren Kultur, die besten technischen Errungenschaften, wenn Sie alles das nehmen, was auch als Gutes aus diesem verworrenen Knoten der neuesten Kultur hervorgegangen ist, Sie können darinnen viel Nützliches finden, viel Aufklärendes, vieles von dem, was den Menschen insbesondere in materieller Beziehung bis zu einem gewissen Grade weiterbringen kann; aber Sie können nichts, weder im wissenschaftlichen, weder im technischen noch auf irgendeinem anderen Gebiete, auch auf den Gebieten — ich muß es immer wieder betonen —, die Gutes gebracht haben, finden, was aus der Außenwelt herein so in die menschlichen Seelen leuchten könnte, daß der Mensch selber an diesen von der Außenwelt kommenden Dingen einen Richtimpuls erhalten könnte. Deshalb mußte sich Geisteswissenschaft gerade in diese Zeit hereinstellen, weil aus ihr dasjenige kommen soll, was aus keiner Außenwelt entnommen ist, was nur den geistigen Welten entnommen ist und entnommen ist so, daß, wenn es in die Außenwelt einfließt, eben durchaus einen Impuls darstellt, der nichts zu tun hat mit alldem, was der Außenwelt selbst heute entnommen werden kann. Es ist ein aus den geistigen Welten in diese Außenwelt hineingetragener Impuls, was mit der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft gegeben werden soll. Nach dieser Richtung wird man ja heute gründlich mißverstanden, und einer Aufklärung nach einer gewissen Seite hin dienten meine gestrigen Auseinandersetzungen. Ich wollte namentlich darauf hinweisen, wie man nicht sagen darf, wir trügen in jenen Schulimpuls, der allerdings herausgeboren ist aus der Geistesschau, oder wir trügen in unsere praktischen Maßnahmen irgend etwas hinein, was nur eine theoretische Weltanschauung wäre. Ich habe gestern gesagt, wie fern die Wirklichkeit von dem ist, was in einer solchen Behauptung liegt. Aber auch das Umgekehrte darf man nicht sagen, und dies hängt wieder zusammen mit einer richtigen Auffassung anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft: Man darf auch nicht sagen, daß so, wie sich die Menschen das heute gewöhnlich vorstellen, irgendeine äußere Betätigung aus einer Theorie kommt, aus einem Programm; man darf sich nicht vorstellen, daß dasjenige, was wir, sei es auf einem solchen Gebiete, wie auf dem der Schule, sei es auf einem Gebiete, wie dem des praktisch-ökonomischen Lebens, gründen, aus irgendeinem Programm hervorginge, so wie man sich heute vorstellt, daß die Dinge aus Programmen hervorgehen.
[ 10 ] Mir sagte zum Beispiel vor einigen Tagen jemand: Im Grunde genommen wäre es doch nicht zu dieser besonderen Anschauung der «Dreigliederung des sozialen Organismus» gekommen, wenn diese Dreigliederung nicht herausentsprungen wäre aus der Anthroposophie. — Ich mußte einen solchen Ausspruch gründlich berichtigen, denn es ist tatsächlich — und hier muß ich einige persönliche Dinge einfügen, die aber durchaus sachlich gemeint sind, und die mit der Sache sehr viel zu tun haben — das, was Ihnen und anderen heute als «Dreigliederung» entgegentritt, insofern es von mir konzipiert worden ist, ganz und gar nicht aus einem abstrakten Gedanken entsprungen, nicht aus einem Nachdenken darüber, wie das soziale Leben eingerichtet sein soll, damit nun auch irgend etwas herauskäme von jenem utopistischen Charakter, wie man ihn in mancherlei Ausführungen der Gegenwart findet. So ist das nicht geworden. Es ist gewissermaßen bei mir selbst das geistige Anschauen die eine Strömung gewesen, die nur selbstverständlich im Leben zusammenfloß mit den anderen Strömungen; und namentlich die wirtschaftliche Strömung, die wirtschaftliche Anschauung ist durchaus auf dem eigenen Grund und Boden ihres Lebens entstanden.
[ 10 ] Mir sagte zum Beispiel vor einigen Tagen jemand: Im Grunde genommen wäre es doch nicht zu dieser besonderen Anschauung der «Dreigliederung des sozialen Organismus» gekommen, wenn diese Dreigliederung nicht herausentsprungen wäre aus der Anthroposophie. — Ich mußte einen solchen Ausspruch gründlich berichtigen, denn es ist tatsächlich — und hier muß ich einige persönliche Dinge einfügen, die aber durchaus sachlich gemeint sind, und die mit der Sache sehr viel zu tun haben — das, was Ihnen und anderen heute als «Dreigliederung» entgegentritt, insofern es von mir konzipiert worden ist, ganz und gar nicht aus einem abstrakten Gedanken entsprungen, nicht aus einem Nachdenken darüber, wie das soziale Leben eingerichtet sein soll, damit nun auch irgend etwas herauskäme von jenem utopistischen Charakter, wie man ihn in mancherlei Ausführungen der Gegenwart findet. So ist das nicht geworden. Es ist gewissermaßen bei mir selbst das geistige Anschauen die eine Strömung gewesen, die nur selbstverständlich im Leben zusammenfloß mit den anderen Strömungen; und namentlich die wirtschaftliche Strömung, die wirtschaftliche Anschauung ist durchaus auf dem eigenen Grund und Boden ihres Lebens entstanden.
[ 11 ] Ich habe es ja vor Jahren einmal ausgeführt, woher gerade diese meine Anschauung des wirtschaftlichen Lebens der neueren Zeit, der wirtschaftlichen Notwendigkeiten entsprungen ist. Das mußte ich auch erwidern, als mir gesagt wurde, diese Dreigliederung sei aus der Anthroposophie herausgeholt, gewissermaßen wie man heute abstraktlogisch aus irgendeinem Programm das herausholt, was man dann als Impulse aufstellt. Ich habe ja mein Knabenleben zugebracht als Sohn eines kleinen Eisenbahnbeamten, zu einer Zeit, als in den sechziger, siebziger Jahren die Eisenbahnen sich erst, ich möchte sagen, aus einem halb embryonalen Leben herausentwickelt haben. Zu dem, was dann das große Verkehrswesen geworden ist, ist es ja im Grunde genommen erst später gekommen. Ich nahm teil an all den Maßnahmen, die noch unter dem Einfluß der ersten tonangebenden Eisenbahnbauten standen. Ich stand also unmittelbar unter dem Eindruck des aufstrebenden Verkehrslebens. Diese Anschauung hat sich später mit etwas anderem verbunden, was dazumal dazu geführt hat, das Wirtschaftsleben so vorstellen zu müssen, wie ich es eben vorstellen mußte im Sinne der «Dreigliederung des sozialen Organismus».
[ 11 ] Ich habe es ja vor Jahren einmal ausgeführt, woher gerade diese meine Anschauung des wirtschaftlichen Lebens der neueren Zeit, der wirtschaftlichen Notwendigkeiten entsprungen ist. Das mußte ich auch erwidern, als mir gesagt wurde, diese Dreigliederung sei aus der Anthroposophie herausgeholt, gewissermaßen wie man heute abstraktlogisch aus irgendeinem Programm das herausholt, was man dann als Impulse aufstellt. Ich habe ja mein Knabenleben zugebracht als Sohn eines kleinen Eisenbahnbeamten, zu einer Zeit, als in den sechziger, siebziger Jahren die Eisenbahnen sich erst, ich möchte sagen, aus einem halb embryonalen Leben herausentwickelt haben. Zu dem, was dann das große Verkehrswesen geworden ist, ist es ja im Grunde genommen erst später gekommen. Ich nahm teil an all den Maßnahmen, die noch unter dem Einfluß der ersten tonangebenden Eisenbahnbauten standen. Ich stand also unmittelbar unter dem Eindruck des aufstrebenden Verkehrslebens. Diese Anschauung hat sich später mit etwas anderem verbunden, was dazumal dazu geführt hat, das Wirtschaftsleben so vorstellen zu müssen, wie ich es eben vorstellen mußte im Sinne der «Dreigliederung des sozialen Organismus».
[ 12 ] Wir müssen bedenken: bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein war ja das Wesentlichste, das Grundelement der neueren Entwickelung die Umgestaltung des Verkehrs. Der Weltverkehr war das, was sich in dieser Zeit entwickelte. In dieser letzten Zeit des Weltverkehrs, unmittelbar unter dem täglichen, stündlichen Einfluß der Einzelheiten, die sich mit diesem Weltverkehr entwickelten, stand ich dazumal drinnen. Und dann kam im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, im letzten Viertel eigentlich erst, der große Umschwung, der vom Weltverkehr führte zu der Weltwirtschaft.
[ 12 ] Wir müssen bedenken: bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein war ja das Wesentlichste, das Grundelement der neueren Entwickelung die Umgestaltung des Verkehrs. Der Weltverkehr war das, was sich in dieser Zeit entwickelte. In dieser letzten Zeit des Weltverkehrs, unmittelbar unter dem täglichen, stündlichen Einfluß der Einzelheiten, die sich mit diesem Weltverkehr entwickelten, stand ich dazumal drinnen. Und dann kam im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, im letzten Viertel eigentlich erst, der große Umschwung, der vom Weltverkehr führte zu der Weltwirtschaft.
[ 13 ] Weltwirtschaft ist etwas anderes als Weltverkehr. Der Weltverkehr hat erst die Weltwirtschaft herbeigeführt. Der Weltverkehr ist nur die letzte Phase der Ausbildung der Nationalwirtschaft. Was im einzelnen Lande bereitet wird, im wesentlichen natürlich, wird durch den Weltverkehr ausgeglichen über die verschiedenen Länder; aber es besteht eine gewisse Individualität der Produktion für die einzelnen Länder. Das ist dann unter dem Einfluß des Verkehrswesens selber anders geworden. Die Welt ging über vom Weltverkehr zur Weltwirtschaft. Und Weltwirtschaft ist erst da, wenn im ausgiebigsten Maße in einem Lande die Rohprodukte eingekauft werden, nach dem anderen Lande verfrachtet und dort industriell verarbeitet werden. Es ist also nicht nur durch den Verkehr, sondern durch die Wirtschaft selber der eine Staat, das eine Land von dem anderen abhängig, so daß gewissermaßen die Wirtschaft selber sich über die verschiedenen Länder ausbreitet. Diese Ausbreitung der Weltwirtschaft, dieses sich gewissermaßen Zusammenschließen der Welt zu einer gemeinsamen Weltwirtschaft, fällt im wesentlichen in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Und es ist, ich möchte sagen, ganz und gar so entstanden, wie es sich am allereindringlichsten gezeigt hat in der Versorgung der europäischen Textilindustrien mit indischer und amerikanischer Baumwolle.
[ 13 ] Weltwirtschaft ist etwas anderes als Weltverkehr. Der Weltverkehr hat erst die Weltwirtschaft herbeigeführt. Der Weltverkehr ist nur die letzte Phase der Ausbildung der Nationalwirtschaft. Was im einzelnen Lande bereitet wird, im wesentlichen natürlich, wird durch den Weltverkehr ausgeglichen über die verschiedenen Länder; aber es besteht eine gewisse Individualität der Produktion für die einzelnen Länder. Das ist dann unter dem Einfluß des Verkehrswesens selber anders geworden. Die Welt ging über vom Weltverkehr zur Weltwirtschaft. Und Weltwirtschaft ist erst da, wenn im ausgiebigsten Maße in einem Lande die Rohprodukte eingekauft werden, nach dem anderen Lande verfrachtet und dort industriell verarbeitet werden. Es ist also nicht nur durch den Verkehr, sondern durch die Wirtschaft selber der eine Staat, das eine Land von dem anderen abhängig, so daß gewissermaßen die Wirtschaft selber sich über die verschiedenen Länder ausbreitet. Diese Ausbreitung der Weltwirtschaft, dieses sich gewissermaßen Zusammenschließen der Welt zu einer gemeinsamen Weltwirtschaft, fällt im wesentlichen in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Und es ist, ich möchte sagen, ganz und gar so entstanden, wie es sich am allereindringlichsten gezeigt hat in der Versorgung der europäischen Textilindustrien mit indischer und amerikanischer Baumwolle.
[ 14 ] Gerade die Baumwollindustrie war es, an der man in charakteristischer Weise erleben konnte die Umwandlung des Weltverkehrs in die Weltwirtschaft. Und in der Zeit, in der man noch genau sehen konnte, wie sich das vollzieht, war ich acht Jahre hindurch Erzieher in einem Hause, durch welches eben nur Baumwolle von Indien und Amerika nach Europa verfrachtet worden ist, in welchem nur Baumwollagenten und Fabrikanten von solchen Dingen verkehrten, die aus Baumwolle gearbeitet werden, und man lebte da ganz in den Interessen, die sich über alles das ausspannen, was eben von diesen Dingen kommt. Ich lebte ganz darinnen, weil ich niemals diese äußeren Dinge für gering ansah und etwa sagte, man müsse sich in ein mystisches Halbdunkel zurückziehen vor diesen äußeren Dingen; ich interessierte mich durchaus tief dafür, zumal wenn jene Depeschen ankamen, die man durch Schlüssel übersetzte. Es kam eine Depesche an, darauf stand «Drahtzieher». Dieses «Drahtzieher» mußte man dann aufsuchen im Schlüsselbuch, und das bedeutete: Haus so und so bietet an so und so viele Ballen Baumwolle zu diesem und jenem Preis. — Aus dem Worte «Drahtzieher» zog man alles das heraus, was dann unter Umständen eine sehr bedeutende geschäftliche Unternehmung werden konnte.
[ 14 ] Gerade die Baumwollindustrie war es, an der man in charakteristischer Weise erleben konnte die Umwandlung des Weltverkehrs in die Weltwirtschaft. Und in der Zeit, in der man noch genau sehen konnte, wie sich das vollzieht, war ich acht Jahre hindurch Erzieher in einem Hause, durch welches eben nur Baumwolle von Indien und Amerika nach Europa verfrachtet worden ist, in welchem nur Baumwollagenten und Fabrikanten von solchen Dingen verkehrten, die aus Baumwolle gearbeitet werden, und man lebte da ganz in den Interessen, die sich über alles das ausspannen, was eben von diesen Dingen kommt. Ich lebte ganz darinnen, weil ich niemals diese äußeren Dinge für gering ansah und etwa sagte, man müsse sich in ein mystisches Halbdunkel zurückziehen vor diesen äußeren Dingen; ich interessierte mich durchaus tief dafür, zumal wenn jene Depeschen ankamen, die man durch Schlüssel übersetzte. Es kam eine Depesche an, darauf stand «Drahtzieher». Dieses «Drahtzieher» mußte man dann aufsuchen im Schlüsselbuch, und das bedeutete: Haus so und so bietet an so und so viele Ballen Baumwolle zu diesem und jenem Preis. — Aus dem Worte «Drahtzieher» zog man alles das heraus, was dann unter Umständen eine sehr bedeutende geschäftliche Unternehmung werden konnte.
[ 15 ] Während dieser Zeit, während ich mich intensiv interessierte für die Muster der amerikanischen und indischen Baumwolle, die da ankamen, die im Kontor wirklich ganz hoch aufgestapelt waren, jedes mit seiner Spezifikation, mit seinem Papierstreifchen, worauf ganz interessante Dinge standen, während ich diese sorgfältig studierte — verzeihen Sie, daß ich eben diese persönliche Bemerkung mache, aber sie hängt mit dem Sachlichen in einer gewissen Weise zusammen —, studierte ich zugleich Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie», und das ging vollständig parallel. Und im Grunde genommen lag in dem, was mir dazumal aus dem Studium der «Grünen Schlange und der schönen Lilie» zufloß, das, was dann nach dreimal sieben Jahren, nach einundzwanzig Jahren zu meinem ersten Mysterium «Die Pforte der Einweihung» führte.
[ 15 ] Während dieser Zeit, während ich mich intensiv interessierte für die Muster der amerikanischen und indischen Baumwolle, die da ankamen, die im Kontor wirklich ganz hoch aufgestapelt waren, jedes mit seiner Spezifikation, mit seinem Papierstreifchen, worauf ganz interessante Dinge standen, während ich diese sorgfältig studierte — verzeihen Sie, daß ich eben diese persönliche Bemerkung mache, aber sie hängt mit dem Sachlichen in einer gewissen Weise zusammen —, studierte ich zugleich Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie», und das ging vollständig parallel. Und im Grunde genommen lag in dem, was mir dazumal aus dem Studium der «Grünen Schlange und der schönen Lilie» zufloß, das, was dann nach dreimal sieben Jahren, nach einundzwanzig Jahren zu meinem ersten Mysterium «Die Pforte der Einweihung» führte.
[ 16 ] Ich wollte nur diese paar Beispiele anführen, ich könnte sie noch durch manche andere vermehren. Aber ich mußte dem Manne, der mir sagte, daß das, was ich über das wirtschaftliche Leben denke, aus einer — wie er natürlich meinte — abstrakten Anthroposophie geflossen sei, erwidern, daß ich durchaus das Verkehrswesen mitgemacht habe, Frachtbriefe geschrieben habe — wie ich noch Tintenkleckse darauf gemacht habe, außer den Zeichen, die ich auf die Frachtbriefe habe schreiben müssen —, daß ich miterlebt habe die Baumwollindustrie und den Baumwollhandel, und daß aus diesen Dingen heraus, die gerade zusammenhängen mit dem ganzen Nerv des Lebens der neueren Zeit, das entstanden ist, was meine wirtschaftlichen Anschauungen sind. Das sind eben keine Theorien, das ist wirklich hervorgeholt aus dem Leben. Und ich habe nur das eine Gefühl, daß man diese Dinge aus dem Leben hervorholen kann, wenn man den guten Willen hat, das Leben wirklich anzuschauen. Man muß das Leben allerdings auch da anschauen, wo es manche verachten, wenn man zu dem kommen will, was wirklich auch Lebenspraxis sein kann, was sich lebenspraktisch ausnehmen kann. Und gerade aus alledem, was sich da ergeben hat aus der Lebenspraxis heraus, aus dem Drinnenstehen in der Lebenspraxis, auch aus dem verworrenen Knoten der Lebenspraxis, konnte man diese Dinge hervorholen. Denn unter denjenigen Menschen, die mir dazumal entgegengetreten sind, standen manche, die noch in ihrem Lebensschicksal die Nachwirkungen der großen Krise vom Jahre 1873 hatten.
[ 16 ] Ich wollte nur diese paar Beispiele anführen, ich könnte sie noch durch manche andere vermehren. Aber ich mußte dem Manne, der mir sagte, daß das, was ich über das wirtschaftliche Leben denke, aus einer — wie er natürlich meinte — abstrakten Anthroposophie geflossen sei, erwidern, daß ich durchaus das Verkehrswesen mitgemacht habe, Frachtbriefe geschrieben habe — wie ich noch Tintenkleckse darauf gemacht habe, außer den Zeichen, die ich auf die Frachtbriefe habe schreiben müssen —, daß ich miterlebt habe die Baumwollindustrie und den Baumwollhandel, und daß aus diesen Dingen heraus, die gerade zusammenhängen mit dem ganzen Nerv des Lebens der neueren Zeit, das entstanden ist, was meine wirtschaftlichen Anschauungen sind. Das sind eben keine Theorien, das ist wirklich hervorgeholt aus dem Leben. Und ich habe nur das eine Gefühl, daß man diese Dinge aus dem Leben hervorholen kann, wenn man den guten Willen hat, das Leben wirklich anzuschauen. Man muß das Leben allerdings auch da anschauen, wo es manche verachten, wenn man zu dem kommen will, was wirklich auch Lebenspraxis sein kann, was sich lebenspraktisch ausnehmen kann. Und gerade aus alledem, was sich da ergeben hat aus der Lebenspraxis heraus, aus dem Drinnenstehen in der Lebenspraxis, auch aus dem verworrenen Knoten der Lebenspraxis, konnte man diese Dinge hervorholen. Denn unter denjenigen Menschen, die mir dazumal entgegengetreten sind, standen manche, die noch in ihrem Lebensschicksal die Nachwirkungen der großen Krise vom Jahre 1873 hatten.
[ 17 ] Allerdings, gerade damals zeigten sich jene merkwürdigen Zusammenhänge zwischen Weltanschauung und äußerem wirtschaftlichem Leben, jene Zusammenhänge, die gerade durch unsere Art zu denken über das geistige Leben auf der einen Seite und über das wirtschaftliche auf der anderen Seite, überwunden werden sollen. Direktor jener Bahn, an der mein Vater angestellt war, war dazumal ein Mann namens Bontoux. Jener Bontoux war, ich möchte sagen, ein kleiner Halbgott für die Umgebung, in der ich dazumal lebte. Die Frau Bontoux, die man, ich weiß nicht aus welchem Grunde, nur «die Baronin» nannte, galt als eine außerordentlich fromme Frau, und es waren wirklich von einem gewissen Gesichtspunkt aus außerordentlich fromme Leute, Bontoux verließ dann den Generaldirektorposten der Südbahn, trat in ein Konsortium ein, ein großes Unternehmen, das von Frankreich bis nach Serbien seine Fangarme erstreckte, und seiner «Frömmigkeit» gelang es, riesige Geschäfte zu machen, im Dienste allerdings nicht weltlicher Mächte, sondern jener frommen Mächte, in deren Dienst er sich auch sonst gestellt hatte, wenn er das Gebetbuch in der Hand hatte. — Dann krachte die ganze Sache zusammen, und es entstand der berühmte BontouxKrach, aus dem zur rechten Zeit eine gewisse kirchliche Gemeinschaft ihre Finger herausgezogen hatte und den Bontoux allein hineinsausen ließ. Aber es war dazumal sehr deutlich zu bemerken ein gewisses Hineintragen von Weltanschauungsideen, sagen wir, in finanzielle Unternehmungen, und man konnte da sehr gut lernen, was man nicht tun soll. Allerdings, manche Leute können sich nicht vorstellen, daß man das in der richtigen Weise gelernt hat und daß das dahin geführt hat, daß man sich den Zusammenhang zwischen Anthroposophie und Kommender Tag und Futurum ganz anders denkt, als sich der Bontoux den Zusammenhang gedacht hat der katholischen Kirche mit der Serbischen Bank.
[ 17 ] Allerdings, gerade damals zeigten sich jene merkwürdigen Zusammenhänge zwischen Weltanschauung und äußerem wirtschaftlichem Leben, jene Zusammenhänge, die gerade durch unsere Art zu denken über das geistige Leben auf der einen Seite und über das wirtschaftliche auf der anderen Seite, überwunden werden sollen. Direktor jener Bahn, an der mein Vater angestellt war, war dazumal ein Mann namens Bontoux. Jener Bontoux war, ich möchte sagen, ein kleiner Halbgott für die Umgebung, in der ich dazumal lebte. Die Frau Bontoux, die man, ich weiß nicht aus welchem Grunde, nur «die Baronin» nannte, galt als eine außerordentlich fromme Frau, und es waren wirklich von einem gewissen Gesichtspunkt aus außerordentlich fromme Leute, Bontoux verließ dann den Generaldirektorposten der Südbahn, trat in ein Konsortium ein, ein großes Unternehmen, das von Frankreich bis nach Serbien seine Fangarme erstreckte, und seiner «Frömmigkeit» gelang es, riesige Geschäfte zu machen, im Dienste allerdings nicht weltlicher Mächte, sondern jener frommen Mächte, in deren Dienst er sich auch sonst gestellt hatte, wenn er das Gebetbuch in der Hand hatte. — Dann krachte die ganze Sache zusammen, und es entstand der berühmte BontouxKrach, aus dem zur rechten Zeit eine gewisse kirchliche Gemeinschaft ihre Finger herausgezogen hatte und den Bontoux allein hineinsausen ließ. Aber es war dazumal sehr deutlich zu bemerken ein gewisses Hineintragen von Weltanschauungsideen, sagen wir, in finanzielle Unternehmungen, und man konnte da sehr gut lernen, was man nicht tun soll. Allerdings, manche Leute können sich nicht vorstellen, daß man das in der richtigen Weise gelernt hat und daß das dahin geführt hat, daß man sich den Zusammenhang zwischen Anthroposophie und Kommender Tag und Futurum ganz anders denkt, als sich der Bontoux den Zusammenhang gedacht hat der katholischen Kirche mit der Serbischen Bank.
[ 18 ] Diese Dinge sind alle durchaus aus dem Leben abgelesen. Und daß man aus dem Leben ablesen kann, daß man nicht mit theoretischen Dogmen an das Leben herantrete, das ist gerade das, was von richtig verstandener Anthroposophie kommen soll. Anthroposophie unterscheidet sich nämlich von anderen Weltanschauungen dadurch — oder soll sich wenigstens dadurch unterscheiden —, daß sie selbstlos sein kann, das heißt, daß sie nicht überall auf ihre Dogmen trommelt, sondern daß sie tatsächlich die Anleitung gibt, um das Leben in seiner Fülle, in seiner Breite kennenzulernen. Nur dadurch kann sie ja die wichtigsten, die grundwichtigsten Forderungen und Notwendigkeiten gerade der gegenwärtigen menschlichen Entwickelung erfüllen.
[ 18 ] Diese Dinge sind alle durchaus aus dem Leben abgelesen. Und daß man aus dem Leben ablesen kann, daß man nicht mit theoretischen Dogmen an das Leben herantrete, das ist gerade das, was von richtig verstandener Anthroposophie kommen soll. Anthroposophie unterscheidet sich nämlich von anderen Weltanschauungen dadurch — oder soll sich wenigstens dadurch unterscheiden —, daß sie selbstlos sein kann, das heißt, daß sie nicht überall auf ihre Dogmen trommelt, sondern daß sie tatsächlich die Anleitung gibt, um das Leben in seiner Fülle, in seiner Breite kennenzulernen. Nur dadurch kann sie ja die wichtigsten, die grundwichtigsten Forderungen und Notwendigkeiten gerade der gegenwärtigen menschlichen Entwickelung erfüllen.
[ 19 ] Wer mit offenen Augen sah, was man erleben konnte bei einem wirklichen Hineinschauen in das, was geschah, der sah überall die Verwirrung, der sah, daß selbst in den Guten durchaus die Verwirrung lebte, und daß man verloren sein mußte, wenn man darauf angewiesen war, nur fortzuschwimmen in dem, was die äußere Welt darbot. Dahinein mußte der Impuls aus Geisteslanden fließen, der, ich möchte sagen, aus einem ganz anderen Quellpunkt heraus Richtung zu geben berufen ist dem, was eben von außen her diese Richtung nicht bekommen kann, selbst da nicht, wo das Gute dieses Äußeren lebt.
[ 19 ] Wer mit offenen Augen sah, was man erleben konnte bei einem wirklichen Hineinschauen in das, was geschah, der sah überall die Verwirrung, der sah, daß selbst in den Guten durchaus die Verwirrung lebte, und daß man verloren sein mußte, wenn man darauf angewiesen war, nur fortzuschwimmen in dem, was die äußere Welt darbot. Dahinein mußte der Impuls aus Geisteslanden fließen, der, ich möchte sagen, aus einem ganz anderen Quellpunkt heraus Richtung zu geben berufen ist dem, was eben von außen her diese Richtung nicht bekommen kann, selbst da nicht, wo das Gute dieses Äußeren lebt.
[ 20 ] Das ist es, was gerade den Beruf anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft zum Ausdruck bringt. Aber man bedenke nur, was für ein Antrieb in dieser Zeit liegt, wo sich die äußeren Ereignisse überall, sei es im wissenschaftlichen, sei es im anderen kulturellen Leben, sei es im äußeren praktischen Leben, zu einem unentwirrbaren Knäuel formen. Man bedenke, was in dieser Zeit an Notwendigkeiten vorliegt, gerade aus geistigen Untergründen heraus etwas zu finden, was in der Welt heute richtunggebend sein kann.
[ 20 ] Das ist es, was gerade den Beruf anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft zum Ausdruck bringt. Aber man bedenke nur, was für ein Antrieb in dieser Zeit liegt, wo sich die äußeren Ereignisse überall, sei es im wissenschaftlichen, sei es im anderen kulturellen Leben, sei es im äußeren praktischen Leben, zu einem unentwirrbaren Knäuel formen. Man bedenke, was in dieser Zeit an Notwendigkeiten vorliegt, gerade aus geistigen Untergründen heraus etwas zu finden, was in der Welt heute richtunggebend sein kann.
[ 21 ] Man bedenke aber auch, wie auf der anderen Seite aus diesen Dingen heraus noch eine andere Veranlassung für den Menschen kam. Das ist diese: Wenn sich der Mensch nun überläßt dem Strom der unlösbaren Knoten, so kommt er in die Versuchung, seine Führung nicht selbst mit seiner Seele zu besorgen, sondern sich hinzugeben dem verwirrenden Äußeren, sich tragen zu lassen von dem Flusse des verwirrenden Äußeren. — Das hat man sehen können, zum großen Schmerze, wie die Menschen unter diesem Einfluß immer unselbständiger und unselbständiger wurden, wie sie auf der einen Seite den Drang bekamen zum eigenen Urteil, aber als eigenes Urteil dann doch nur das formten, was sich ihnen aus dem verknoteten, chaotischen äußeren Leben auf ihnen unbekannten Wegen eindrängte. Die Menschen möchten selbständig sein, weil nun einmal die Forderung der Freiheit im Unterbewußten der Menschen lebt. Die Menschen bilden sich auch ein, selbständig zu sein, aber sie überlassen sich, weil Selbständigsein, das heißt Freisein, heute ein starkes Aufrütteln des Inneren bedeutet, sie aber dieses Aufrütteln nicht wollen, dem Strom, der eben in der geschilderten Weise abläuft. Da kommen sie in dieser Weise namentlich in ahrimanische Einflüsse hinein, in das, was mit allerlei schönen und schön geprägten Worten nach dem Geistigen hinzielt, was aber doch in nichts anderem wurzelt als in persönlichen Egoismen und in der Sucht, diese persönlichen Egoismen tragen zu lassen von dem sozialen Leben.
[ 21 ] Man bedenke aber auch, wie auf der anderen Seite aus diesen Dingen heraus noch eine andere Veranlassung für den Menschen kam. Das ist diese: Wenn sich der Mensch nun überläßt dem Strom der unlösbaren Knoten, so kommt er in die Versuchung, seine Führung nicht selbst mit seiner Seele zu besorgen, sondern sich hinzugeben dem verwirrenden Äußeren, sich tragen zu lassen von dem Flusse des verwirrenden Äußeren. — Das hat man sehen können, zum großen Schmerze, wie die Menschen unter diesem Einfluß immer unselbständiger und unselbständiger wurden, wie sie auf der einen Seite den Drang bekamen zum eigenen Urteil, aber als eigenes Urteil dann doch nur das formten, was sich ihnen aus dem verknoteten, chaotischen äußeren Leben auf ihnen unbekannten Wegen eindrängte. Die Menschen möchten selbständig sein, weil nun einmal die Forderung der Freiheit im Unterbewußten der Menschen lebt. Die Menschen bilden sich auch ein, selbständig zu sein, aber sie überlassen sich, weil Selbständigsein, das heißt Freisein, heute ein starkes Aufrütteln des Inneren bedeutet, sie aber dieses Aufrütteln nicht wollen, dem Strom, der eben in der geschilderten Weise abläuft. Da kommen sie in dieser Weise namentlich in ahrimanische Einflüsse hinein, in das, was mit allerlei schönen und schön geprägten Worten nach dem Geistigen hinzielt, was aber doch in nichts anderem wurzelt als in persönlichen Egoismen und in der Sucht, diese persönlichen Egoismen tragen zu lassen von dem sozialen Leben.
[ 22 ] Es ist das wichtigste Charakteristikum der Gegenwart, daß die Menschen im Grunde genommen vollgepfropft sind mit Egoismen, und daß, wenn sie von sozialen Forderungen sprechen, sie eigentlich meinen: Wie wird der Egoismus am besten von der Sozietät getragen? — Im Grunde genommen sprechen die Leute von sozialem Leben und meinen das egoistische Leben. Sie möchten ein solches soziales Leben, daß der Egoismus darinnen am besten gedeihen kann.
[ 22 ] Es ist das wichtigste Charakteristikum der Gegenwart, daß die Menschen im Grunde genommen vollgepfropft sind mit Egoismen, und daß, wenn sie von sozialen Forderungen sprechen, sie eigentlich meinen: Wie wird der Egoismus am besten von der Sozietät getragen? — Im Grunde genommen sprechen die Leute von sozialem Leben und meinen das egoistische Leben. Sie möchten ein solches soziales Leben, daß der Egoismus darinnen am besten gedeihen kann.
[ 23 ] So konnte allerdings nicht die «Dreigliederung des sozialen Organismus» reden. Sie konnte nicht von einem Paradiese reden. Das muß sie den Lenins und Trotzkis und so weiter überlassen. Sie kann nur reden von dem, was im Gesellschaftskörper organisch möglich ist, von dem, was lebensfähig ist, von dem, was geschehen kann, was sich vollziehen kann. Und zu dem müssen wir gelangen. Denn wenn wir uns Illusionen vormachen wollen und Illusionen anstreben, so werden wir durchaus nicht weiterkommen können.
[ 23 ] So konnte allerdings nicht die «Dreigliederung des sozialen Organismus» reden. Sie konnte nicht von einem Paradiese reden. Das muß sie den Lenins und Trotzkis und so weiter überlassen. Sie kann nur reden von dem, was im Gesellschaftskörper organisch möglich ist, von dem, was lebensfähig ist, von dem, was geschehen kann, was sich vollziehen kann. Und zu dem müssen wir gelangen. Denn wenn wir uns Illusionen vormachen wollen und Illusionen anstreben, so werden wir durchaus nicht weiterkommen können.
[ 24 ] Wir müssen uns angewöhnen, nicht aus einem abstrakten Prinzip heraus das ganze Leben zu betrachten, sondern im Leben aufzugehen, die Einzelheiten des Lebens mit vollem Anteil zu betrachten, gleichgültig ob sie anscheinend ganz geistigen Dingen angehören oder ob sie anscheinend ganz materiellen Dingen angehören. Es hat sich einmal ein großer Umschwung dadurch vollzogen, daß gewissermaßen das Wirtschaftsleben der ganzen Welt ein einziger Körper geworden ist, und die Menschheit konnte das nicht verstehen, konnte es nicht ertragen. Man hat es nur deklamiert, man hat es nicht innerlich verstanden. Gewiß, vieles ist erschienen über Weltwirtschaft, aber das waren alles Phrasen, denn diese Reden von der Weltwirtschaft, dieses Anschauen der Weltwirtschaft ist nicht immer verdaut worden. Und so ist es gekommen, daß die Menschen zunächst in die Weltwirtschaft hineingetrieben worden sind, daß sie aber nicht verstanden haben, das Leben darnach einzurichten, und jetzt in einer Welt leben, die nun Schranken über Schranken aufrichtet, die unmögliche nationale Wirtschaften durch alle möglichen Schranken, Zoll- und Paßschranken in der furchtbarsten Weise konservieren möchte, die also etwas, was im Grunde genommen schon längst nicht mehr da ist, konservieren möchte.
[ 24 ] Wir müssen uns angewöhnen, nicht aus einem abstrakten Prinzip heraus das ganze Leben zu betrachten, sondern im Leben aufzugehen, die Einzelheiten des Lebens mit vollem Anteil zu betrachten, gleichgültig ob sie anscheinend ganz geistigen Dingen angehören oder ob sie anscheinend ganz materiellen Dingen angehören. Es hat sich einmal ein großer Umschwung dadurch vollzogen, daß gewissermaßen das Wirtschaftsleben der ganzen Welt ein einziger Körper geworden ist, und die Menschheit konnte das nicht verstehen, konnte es nicht ertragen. Man hat es nur deklamiert, man hat es nicht innerlich verstanden. Gewiß, vieles ist erschienen über Weltwirtschaft, aber das waren alles Phrasen, denn diese Reden von der Weltwirtschaft, dieses Anschauen der Weltwirtschaft ist nicht immer verdaut worden. Und so ist es gekommen, daß die Menschen zunächst in die Weltwirtschaft hineingetrieben worden sind, daß sie aber nicht verstanden haben, das Leben darnach einzurichten, und jetzt in einer Welt leben, die nun Schranken über Schranken aufrichtet, die unmögliche nationale Wirtschaften durch alle möglichen Schranken, Zoll- und Paßschranken in der furchtbarsten Weise konservieren möchte, die also etwas, was im Grunde genommen schon längst nicht mehr da ist, konservieren möchte.
[ 25 ] Das, was wir heute erleben, ist nichts anderes als das Nichtverstehen dessen, was heraufgezogen ist, weil dieses Leben im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im Grunde genommen verwirrende Knoten dargeboten hat, denen man sich äußerlich nicht überlassen durfte. Aus diesem Sich-Hingeben an das Chaos, an die verwirrenden Knoten, entstand schließlich das, was sich so vielfach gerade ausprägt in den Feindseligkeiten gegen Anthroposophie. Diese Feindseligkeiten nehmen ja heute sowohl extensiv, wie namentlich auch intensiv, die unglaublichsten Dimensionen an. Und man kann sagen: Aus dem, was sich der äußeren Welt übergibt in dem angedeuteten negativen Sinne — ich habe ja auch den positiven Sinn hingestellt, der Welt sich zu übergeben, indem man nämlich auch mit den Baumwollballen leben konnte —, aus dem heraus entstehen heute alle die Dinge, die in einer so merkwürdigen Weise auftreten. Kann man denn nicht eigentlich schon, wenn man rein äußerlich die Dinge nimmt, an der ganzen Art und Weise, wie man diese Dinge ausdrückt, ersehen, von welchem Geiste diese Dinge beseelt sind, wenn man da überhaupt von Beseelung sprechen kann? [Es wird vorgelesen:] «Über Steiners Goetheanum in Dornach wurde gesagt: «Der Besuch reute uns aber nicht, und wir möchten jedem, der sich ein Urteil über Dr. Steiner bilden will, raten, diesen Tempel, dieses Abbild seines Geistes, mit eigenen Augen zu sehen. Wofür hält sich dieser Mann und wofür hält er die andern, daß er es wagt, jeden Anfall, jeden Fiebertraum seines Hirns so in Beton gießen, in Holz meißeln, in Glas schleifen und an die Wand malen zu lassen?» »
[ 25 ] Das, was wir heute erleben, ist nichts anderes als das Nichtverstehen dessen, was heraufgezogen ist, weil dieses Leben im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im Grunde genommen verwirrende Knoten dargeboten hat, denen man sich äußerlich nicht überlassen durfte. Aus diesem Sich-Hingeben an das Chaos, an die verwirrenden Knoten, entstand schließlich das, was sich so vielfach gerade ausprägt in den Feindseligkeiten gegen Anthroposophie. Diese Feindseligkeiten nehmen ja heute sowohl extensiv, wie namentlich auch intensiv, die unglaublichsten Dimensionen an. Und man kann sagen: Aus dem, was sich der äußeren Welt übergibt in dem angedeuteten negativen Sinne — ich habe ja auch den positiven Sinn hingestellt, der Welt sich zu übergeben, indem man nämlich auch mit den Baumwollballen leben konnte —, aus dem heraus entstehen heute alle die Dinge, die in einer so merkwürdigen Weise auftreten. Kann man denn nicht eigentlich schon, wenn man rein äußerlich die Dinge nimmt, an der ganzen Art und Weise, wie man diese Dinge ausdrückt, ersehen, von welchem Geiste diese Dinge beseelt sind, wenn man da überhaupt von Beseelung sprechen kann? [Es wird vorgelesen:] «Über Steiners Goetheanum in Dornach wurde gesagt: «Der Besuch reute uns aber nicht, und wir möchten jedem, der sich ein Urteil über Dr. Steiner bilden will, raten, diesen Tempel, dieses Abbild seines Geistes, mit eigenen Augen zu sehen. Wofür hält sich dieser Mann und wofür hält er die andern, daß er es wagt, jeden Anfall, jeden Fiebertraum seines Hirns so in Beton gießen, in Holz meißeln, in Glas schleifen und an die Wand malen zu lassen?» »
[ 26 ] Und zuletzt hat sich mit den verschiedensten Leuten, den Chauvinisten, den extremen Sozialisten, namentlich der Führerschaft des Sozialismus und so weiter, mit all denen hat sich ja in der letzten Zeit noch ein merkwürdiges Völkchen verbunden, allerdings, es ist nicht ganz neueren Datums, denn man konnte die Bestrebungen dieses Völkchens auch schon im Jahre 1912, 1913 kennenlernen. An das, was ich Ihnen eben vorgelesen habe, werden nämlich ganz merkwürdige Sätze angeknüpft: «Das sind nur ganz kleine Stichproben gegnerischer Angriffe» — und nun äußert der Verfasser seine Meinung, woher diese gegnerischen Angriffe kommen — «unter der Uranusströmung. Wir sehen, an Hohn und Spott fehlt es schon jetzt nicht. Ganz besonders aber gibt die Warnung eines haßerfüllten Gegners zu denken.»
[ 26 ] Und zuletzt hat sich mit den verschiedensten Leuten, den Chauvinisten, den extremen Sozialisten, namentlich der Führerschaft des Sozialismus und so weiter, mit all denen hat sich ja in der letzten Zeit noch ein merkwürdiges Völkchen verbunden, allerdings, es ist nicht ganz neueren Datums, denn man konnte die Bestrebungen dieses Völkchens auch schon im Jahre 1912, 1913 kennenlernen. An das, was ich Ihnen eben vorgelesen habe, werden nämlich ganz merkwürdige Sätze angeknüpft: «Das sind nur ganz kleine Stichproben gegnerischer Angriffe» — und nun äußert der Verfasser seine Meinung, woher diese gegnerischen Angriffe kommen — «unter der Uranusströmung. Wir sehen, an Hohn und Spott fehlt es schon jetzt nicht. Ganz besonders aber gibt die Warnung eines haßerfüllten Gegners zu denken.»
[ 27 ] Die will ich dann vorlesen. Das Völkchen aber, das sich so mit den anderen verschiedenen Gegnern verbunden hat, ist das der Astrologen, und dahinter liegt eine ganz besondere Ruchlosigkeit — die ja allerdings bei vielen ganz unbewußt ist —, weil man mit diesen Dingen sehr viel machen kann, und weil darin etwas besonders Aufreizendes liegt. Aber sehr sonderbar sind doch die Dinge, wenn man sie nun zusammenstellt. Da findet sich zum Beispiel ein Angriff, der enthält die Worte: «Wir halten es für sehr notwendig, auf Rudolf Steiner ein wachsames Auge zu haben. Der Mann, der auf Judentum, Kommunisten und idealistisch verschrobene Köpfe sich stützend, in Württemberg in der Revolutionszeit Kultusminister werden wollte, gibt seine Partie auf dem politischen Theater unseres engeren Vaterlandes sicherlich nicht verloren.»
[ 27 ] Die will ich dann vorlesen. Das Völkchen aber, das sich so mit den anderen verschiedenen Gegnern verbunden hat, ist das der Astrologen, und dahinter liegt eine ganz besondere Ruchlosigkeit — die ja allerdings bei vielen ganz unbewußt ist —, weil man mit diesen Dingen sehr viel machen kann, und weil darin etwas besonders Aufreizendes liegt. Aber sehr sonderbar sind doch die Dinge, wenn man sie nun zusammenstellt. Da findet sich zum Beispiel ein Angriff, der enthält die Worte: «Wir halten es für sehr notwendig, auf Rudolf Steiner ein wachsames Auge zu haben. Der Mann, der auf Judentum, Kommunisten und idealistisch verschrobene Köpfe sich stützend, in Württemberg in der Revolutionszeit Kultusminister werden wollte, gibt seine Partie auf dem politischen Theater unseres engeren Vaterlandes sicherlich nicht verloren.»
[ 28 ] Hier wird also geredet von einer Gemeinschaft mit Judentum und Kommunisten. Halten wir einen anderen Angriff dagegen. Es ist gut, diese Dinge zu vergleichen, denn in der Vergleichung mag sich vielleicht einzelnes ergeben: «Alle bisherigen Religionsstifter wie Christus, Buddha und alle Weisen und Propheten» — ich glaube nicht, daß ich jemals auf solch einen Titel im entferntesten Anspruch gemacht habe, aber die Gegner tun es, wie es scheint — «haben niemals auf Äußeres, auf irdische Schätze, auf Paläste und Tempel viel gegeben, im Gegenteil, sie sind ohne wesentliches Besitztum geblieben, haben ohne äußeren Aufwand die Menschen unterrichtet, geistig höher geführt oder gelehrt, im stillen Kämmerlein zu beten! Sie haben ihre geistigen Ideen und weisen Lehren durchgesetzt, ohne die materielle Hilfe reicher Kommerzienräte zu bedürfen.»
[ 28 ] Hier wird also geredet von einer Gemeinschaft mit Judentum und Kommunisten. Halten wir einen anderen Angriff dagegen. Es ist gut, diese Dinge zu vergleichen, denn in der Vergleichung mag sich vielleicht einzelnes ergeben: «Alle bisherigen Religionsstifter wie Christus, Buddha und alle Weisen und Propheten» — ich glaube nicht, daß ich jemals auf solch einen Titel im entferntesten Anspruch gemacht habe, aber die Gegner tun es, wie es scheint — «haben niemals auf Äußeres, auf irdische Schätze, auf Paläste und Tempel viel gegeben, im Gegenteil, sie sind ohne wesentliches Besitztum geblieben, haben ohne äußeren Aufwand die Menschen unterrichtet, geistig höher geführt oder gelehrt, im stillen Kämmerlein zu beten! Sie haben ihre geistigen Ideen und weisen Lehren durchgesetzt, ohne die materielle Hilfe reicher Kommerzienräte zu bedürfen.»
[ 29 ] Also sehen Sie, auf der einen Seite die Gemeinschaft mit den Kommunisten und mit dem Judentum, auf der anderen Seite die Gemeinschaft mit reichen Kommerzienräten. Es fehlt bloß noch die Gemeinschaft mit besonders tonangebenden Generälen! Es muß schon einmal betont werden, da diese Dinge ja gesagt werden müssen, und, wie mir scheint, sie niemand anderes sagt: Ich weiß, daß weder die, die hier als Kommunisten, noch die, welche als Kommerzienräte geschildert werden — auch wenn noch Generäle genannt wären —, es mir alle nicht übelnehmen würden, wenn ich sage, daß durchaus einmal genau untersucht werden müßte, ob ich selber irgend jemanden, sei es von diesen «Kommunisten», sei es von diesen «Kommerzienräten» oder «Generälen», für mich gebraucht hätte? — Ich hätte sie alle entbehren können, und man müßte erst untersuchen, ob ich zu ihnen oder sie zu mir gekommen sind. Das ist, was zunächst einmal ins Auge gefaßt werden müßte, das ist etwas, was doch sehr stark in Betracht kommt.
[ 29 ] Also sehen Sie, auf der einen Seite die Gemeinschaft mit den Kommunisten und mit dem Judentum, auf der anderen Seite die Gemeinschaft mit reichen Kommerzienräten. Es fehlt bloß noch die Gemeinschaft mit besonders tonangebenden Generälen! Es muß schon einmal betont werden, da diese Dinge ja gesagt werden müssen, und, wie mir scheint, sie niemand anderes sagt: Ich weiß, daß weder die, die hier als Kommunisten, noch die, welche als Kommerzienräte geschildert werden — auch wenn noch Generäle genannt wären —, es mir alle nicht übelnehmen würden, wenn ich sage, daß durchaus einmal genau untersucht werden müßte, ob ich selber irgend jemanden, sei es von diesen «Kommunisten», sei es von diesen «Kommerzienräten» oder «Generälen», für mich gebraucht hätte? — Ich hätte sie alle entbehren können, und man müßte erst untersuchen, ob ich zu ihnen oder sie zu mir gekommen sind. Das ist, was zunächst einmal ins Auge gefaßt werden müßte, das ist etwas, was doch sehr stark in Betracht kommt.
[ 30 ] Und noch etwas anderes. Wenn nun auf der einen Seite wirklich so gesprochen wird: Rudolf Steiner kann nur auf Judentum, Kommunisten und so weiter sich stützen —, auf der anderen Seite: Die bisherigen Religionsstifter haben ihre geistigen Ideen und weisen Lehren durchgesetzt, ohne der materiellen Hilfe reicher Kommerzienräte zu bedürfen —, so kann man sagen, das klingt so ähnlich, wie 1908 von seiten der Jesuiten die Verleumdung aufgetaucht ist, daß ich ein besonders gefährlicher Freimaurer sei, während auf der anderen Seite die Verleumdung aufgetaucht ist, ich sei selber Jesuit. — So «genau» kennen einen die Leute! Aber man sollte doch einmal nachdenken darüber, ob nicht vielleicht gerade das, was am notwendigsten ist heute ins Auge zu fassen, sowohl im Kommunisten wie im Juden wie auch im reichen Kommerzienrat steckt: der Mensch. Heute kommt es auf den Menschen an, und was gesucht werden muß, ist der Mensch in jeder Form. Denn die alten Parteischablonen, wie Kommunisten, die alten Volkszusammenhänge, wie Juden, und schließlich auch die alten Kommerzienratstitel bedeuten heute nur noch außerordentlich wenig, wo wir mit aller Gewalt hineinkommen müssen ins allgemein Menschliche.
[ 30 ] Und noch etwas anderes. Wenn nun auf der einen Seite wirklich so gesprochen wird: Rudolf Steiner kann nur auf Judentum, Kommunisten und so weiter sich stützen —, auf der anderen Seite: Die bisherigen Religionsstifter haben ihre geistigen Ideen und weisen Lehren durchgesetzt, ohne der materiellen Hilfe reicher Kommerzienräte zu bedürfen —, so kann man sagen, das klingt so ähnlich, wie 1908 von seiten der Jesuiten die Verleumdung aufgetaucht ist, daß ich ein besonders gefährlicher Freimaurer sei, während auf der anderen Seite die Verleumdung aufgetaucht ist, ich sei selber Jesuit. — So «genau» kennen einen die Leute! Aber man sollte doch einmal nachdenken darüber, ob nicht vielleicht gerade das, was am notwendigsten ist heute ins Auge zu fassen, sowohl im Kommunisten wie im Juden wie auch im reichen Kommerzienrat steckt: der Mensch. Heute kommt es auf den Menschen an, und was gesucht werden muß, ist der Mensch in jeder Form. Denn die alten Parteischablonen, wie Kommunisten, die alten Volkszusammenhänge, wie Juden, und schließlich auch die alten Kommerzienratstitel bedeuten heute nur noch außerordentlich wenig, wo wir mit aller Gewalt hineinkommen müssen ins allgemein Menschliche.
[ 31 ] Aber es scheint, daß diejenigen ganz. besonders ahrimanisch besessen sind, die mit allem möglichen geistverwandt sind, nur nicht mit dem, was nun wirklich einen geistigen Impuls in die heute verworrene Menschheitsentwickelung hineinbringen will. Und so kann man sich schon auch ruhig anhören, wenn gesagt wird: «Planetarische Einflüsse von Saturn und Uranus mögen für den persönlichen Menschen unheilvoll wirken, ihm schwere Sorgen oder Feindseligkeiten bringen — aber — der Mensch wird dadurch gezwungen, sein niedriges Ich-Leben zu beherrschen und zu überwinden und es schließlich reif zu machen für den Menschheitsdienst. Die Gestirnseinflüsse von 1921 werden also Herrn Dr. Rudolf Steiner — wie alle Menschen mit ähnlichem Wurzelhoroskop — entweder seelisch erschüttern, zu erhöhter geistiger Anstrengung, zur Vertiefung und Konzentration zwingen — oder ihnen, falls die astralischen Einflüsse nicht geistig verwertet werden — schwere materielle Schädigungen, schmerzliche Verluste oder körperliche Erkrankungen bringen. — Manche Ende Februar Geborene aus kritischen Jahren können auch in persönliche Gefahr kommen, was stets aus den einzelnen Grundhoroskopen klarer ersichtlich ist.»
[ 31 ] Aber es scheint, daß diejenigen ganz. besonders ahrimanisch besessen sind, die mit allem möglichen geistverwandt sind, nur nicht mit dem, was nun wirklich einen geistigen Impuls in die heute verworrene Menschheitsentwickelung hineinbringen will. Und so kann man sich schon auch ruhig anhören, wenn gesagt wird: «Planetarische Einflüsse von Saturn und Uranus mögen für den persönlichen Menschen unheilvoll wirken, ihm schwere Sorgen oder Feindseligkeiten bringen — aber — der Mensch wird dadurch gezwungen, sein niedriges Ich-Leben zu beherrschen und zu überwinden und es schließlich reif zu machen für den Menschheitsdienst. Die Gestirnseinflüsse von 1921 werden also Herrn Dr. Rudolf Steiner — wie alle Menschen mit ähnlichem Wurzelhoroskop — entweder seelisch erschüttern, zu erhöhter geistiger Anstrengung, zur Vertiefung und Konzentration zwingen — oder ihnen, falls die astralischen Einflüsse nicht geistig verwertet werden — schwere materielle Schädigungen, schmerzliche Verluste oder körperliche Erkrankungen bringen. — Manche Ende Februar Geborene aus kritischen Jahren können auch in persönliche Gefahr kommen, was stets aus den einzelnen Grundhoroskopen klarer ersichtlich ist.»
[ 32 ] Nun, es ist durchaus nicht nötig, daß aus den Uranus- und Saturneinflüssen gesagt wird, es sei notwendig, das Ich-Leben zu beherrschen und dergleichen; denn ich habe versucht, Ihnen zu schildern, aus welchen Untergründen heraus zum Beispiel die «Dreigliederung des sozialen Organismus» und so etwas wie «Die Pforte der Einweihung» entsprungen sind, und ich selbst kann ruhig hinsehen auf alles das, was von Saturn- und Uranuseinflüssen kommt. Das sind nicht die Dinge, die mich besorgt machen. Besorgt machen mich ganz andere Dinge. Und solange das Folgende figuriert, solange kann ja schon einige Besorgtheit bestehen. Aber die Dinge, die daran geknüpft werden, müßten doch in einem anderen Lichte gesehen werden.
[ 32 ] Nun, es ist durchaus nicht nötig, daß aus den Uranus- und Saturneinflüssen gesagt wird, es sei notwendig, das Ich-Leben zu beherrschen und dergleichen; denn ich habe versucht, Ihnen zu schildern, aus welchen Untergründen heraus zum Beispiel die «Dreigliederung des sozialen Organismus» und so etwas wie «Die Pforte der Einweihung» entsprungen sind, und ich selbst kann ruhig hinsehen auf alles das, was von Saturn- und Uranuseinflüssen kommt. Das sind nicht die Dinge, die mich besorgt machen. Besorgt machen mich ganz andere Dinge. Und solange das Folgende figuriert, solange kann ja schon einige Besorgtheit bestehen. Aber die Dinge, die daran geknüpft werden, müßten doch in einem anderen Lichte gesehen werden.
[ 33 ] Es wird hier ein besonders haßerfüllter Gegner angeführt, der das Folgende sagt: «Geistige Feuerfunken, die Blitzen gleich nach der hölzernen Mäusefalle [gemeint ist das Goetheanum] zischen, sind also genügend vorhanden, und es wird schon einiger Klugheit Steiners bedürfen,
[ 33 ] Es wird hier ein besonders haßerfüllter Gegner angeführt, der das Folgende sagt: «Geistige Feuerfunken, die Blitzen gleich nach der hölzernen Mäusefalle [gemeint ist das Goetheanum] zischen, sind also genügend vorhanden, und es wird schon einiger Klugheit Steiners bedürfen,
[ 34 ] Hier ist sehr deutlich auf etwas hingewiesen, was die Welt gerne sehen möchte hier am Dornacher Hügel!
[ 34 ] Hier ist sehr deutlich auf etwas hingewiesen, was die Welt gerne sehen möchte hier am Dornacher Hügel!
[ 35 ] Und dann findet sich das Völkchen und sucht nach den Gründen, solche drohenden Aussprüche ganz und gar den Wirkungen des Uranus in der Nähe der Sonne und so weiter zuzuschreiben. Also nicht nur an Extensität sind die Angriffe da, sie sind auch von einer merkwürdigen Intensität beseelt. Und vor allen Dingen, was mich betrifft, möchte ich sagen: Wo die Uranuseinflüsse sich so äußern, da zeigen sie wohl, daß sie nicht gerade von guter Seite her kommen können! Da zeigen sie schon durch ihr eigenes Auftreten, wes Geistes Kind sie sind.
[ 35 ] Und dann findet sich das Völkchen und sucht nach den Gründen, solche drohenden Aussprüche ganz und gar den Wirkungen des Uranus in der Nähe der Sonne und so weiter zuzuschreiben. Also nicht nur an Extensität sind die Angriffe da, sie sind auch von einer merkwürdigen Intensität beseelt. Und vor allen Dingen, was mich betrifft, möchte ich sagen: Wo die Uranuseinflüsse sich so äußern, da zeigen sie wohl, daß sie nicht gerade von guter Seite her kommen können! Da zeigen sie schon durch ihr eigenes Auftreten, wes Geistes Kind sie sind.
[ 36 ] Aber auf der anderen Seite müssen wir uns durchaus klar sein: Wenn über eine Sache aus den «geistigen Feuerfunken», von denen gesagt wird, daß sie «genugsam vorhanden sind», herbeigesehnt wird der «physische Feuerfunke», dann bedarf es des wachsenden Sorgens derjenigen, die vielleicht mit einiger Liebe an dem hängen, was äußerlich hier zustande gekommen ist, und an dem, was damit zusammenhängt. Es ist wirklich nötig, einige Sorge darauf zu verwenden, das Werk, das nun wirklich zusammengetragen ist aus der Arbeit und den Opfern vieler, zu bewahren. Denn derjenigen Leute, die mit ihrem ideellen oder sogar zu einer ruchlosen Tat schreitenden Willen dieses Werk haßerfüllt anschauen, sind heute wirklich genügend viele vorhanden!
[ 36 ] Aber auf der anderen Seite müssen wir uns durchaus klar sein: Wenn über eine Sache aus den «geistigen Feuerfunken», von denen gesagt wird, daß sie «genugsam vorhanden sind», herbeigesehnt wird der «physische Feuerfunke», dann bedarf es des wachsenden Sorgens derjenigen, die vielleicht mit einiger Liebe an dem hängen, was äußerlich hier zustande gekommen ist, und an dem, was damit zusammenhängt. Es ist wirklich nötig, einige Sorge darauf zu verwenden, das Werk, das nun wirklich zusammengetragen ist aus der Arbeit und den Opfern vieler, zu bewahren. Denn derjenigen Leute, die mit ihrem ideellen oder sogar zu einer ruchlosen Tat schreitenden Willen dieses Werk haßerfüllt anschauen, sind heute wirklich genügend viele vorhanden!
[ 37 ] Sie könnten sagen, ich hätte das hier nicht verlesen sollen. — O nein, meine lieben Freunde, davon kann gar nicht die Rede sein! Daß es in der Welt bekannt wird bei den anderen Leuten, dafür werden schon die anderen sorgen. Aber daß es unter Ihnen auch bekannt werde, die Sie vielleicht doch etwas anderes fühlen in solchen Dingen, wenigstens die meisten unter Ihnen, dafür muß ich doch einigermaßen sorgen. Denn es könnte sonst durch die Sitten, die einmal eingerissen sind in weitesten Kreisen gerade dieses Saales, nun unseren Freunden verborgen bleiben. Denn es bleibt ja so vieles leider verborgen. Es soll aber gerade ein wenig in die Wachheit unserer Freunde hineinblitzen, was heute schon sehr intensiv, haßgeballt sich geltend macht gegen das, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft will.
[ 37 ] Sie könnten sagen, ich hätte das hier nicht verlesen sollen. — O nein, meine lieben Freunde, davon kann gar nicht die Rede sein! Daß es in der Welt bekannt wird bei den anderen Leuten, dafür werden schon die anderen sorgen. Aber daß es unter Ihnen auch bekannt werde, die Sie vielleicht doch etwas anderes fühlen in solchen Dingen, wenigstens die meisten unter Ihnen, dafür muß ich doch einigermaßen sorgen. Denn es könnte sonst durch die Sitten, die einmal eingerissen sind in weitesten Kreisen gerade dieses Saales, nun unseren Freunden verborgen bleiben. Denn es bleibt ja so vieles leider verborgen. Es soll aber gerade ein wenig in die Wachheit unserer Freunde hineinblitzen, was heute schon sehr intensiv, haßgeballt sich geltend macht gegen das, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft will.
[ 38 ] Und es war nicht etwa bloß, um einen Witz zu machen, wenn ich gestern sagen mußte: die Gegner sind in vieler Beziehung andere Kerle; und sie werden sich noch als andere Kerle erweisen, wenn wir nicht auch versuchen, wachsam zu sein, Wächter zu sein desjenigen, was durch viele Opfer und viele Arbeit zustandegebracht worden ist.
[ 38 ] Und es war nicht etwa bloß, um einen Witz zu machen, wenn ich gestern sagen mußte: die Gegner sind in vieler Beziehung andere Kerle; und sie werden sich noch als andere Kerle erweisen, wenn wir nicht auch versuchen, wachsam zu sein, Wächter zu sein desjenigen, was durch viele Opfer und viele Arbeit zustandegebracht worden ist.
[ 39 ] Denn wenn es schon, wie es heute der Fall ist, gelingt, daß das Schlechte so viele Wächter findet, so sollte es doch auch möglich sein, daß dasjenige, was wir doch immerhin als das Gute ansehen müssen, auch seine Wächter fände! Seien Sie treuliche Wächter des Geistesgutes, von dem wir auch heute wiederum aus gewissen Zusammenhängen heraus sagen mußten: Es ist nicht durch irgendeine subjektive Idee allein in die Welt gebracht, es ist aus der Beobachtung des Lebens in diese Welt gebracht, aus der Anschauung der Forderungen, welche menschliche sind, welche die wichtigsten menschlichen Forderungen sind in diesem unserem Zeitalter und die immer wichtiger werden, je mehr wir der nächsten Zukunft entgegengehen. Seien Sie auf alle diejenigen aufmerksam, die dieses der Menschheit notwendige Werk vernichten wollen! Denn dieser Wille zum Vernichten ist heute in vielen ein sehr, sehr starker. Seien Sie selbst stark, denn dasjenige, was in jener geistigen Bewegung lebt, die auch diesen Bau hier zustande gebracht hat, das ist nicht aus dem Chaos heraus entstanden, das ist ein Impuls, der in das Chaos hineingebracht worden ist. Und kommt man ihm nur nahe, dann wird man fühlen: es gibt Kraft, es gibt Leben. Seien Sie Wächter, wahre Wächter desjenigen, was Sie ja gewählt zu haben scheinen zu dem Ihrigen, indem Sie sich hineingestellt haben in diese anthroposophisch orientierte geisteswissenschaftliche Bewegung.
[ 39 ] Denn wenn es schon, wie es heute der Fall ist, gelingt, daß das Schlechte so viele Wächter findet, so sollte es doch auch möglich sein, daß dasjenige, was wir doch immerhin als das Gute ansehen müssen, auch seine Wächter fände! Seien Sie treuliche Wächter des Geistesgutes, von dem wir auch heute wiederum aus gewissen Zusammenhängen heraus sagen mußten: Es ist nicht durch irgendeine subjektive Idee allein in die Welt gebracht, es ist aus der Beobachtung des Lebens in diese Welt gebracht, aus der Anschauung der Forderungen, welche menschliche sind, welche die wichtigsten menschlichen Forderungen sind in diesem unserem Zeitalter und die immer wichtiger werden, je mehr wir der nächsten Zukunft entgegengehen. Seien Sie auf alle diejenigen aufmerksam, die dieses der Menschheit notwendige Werk vernichten wollen! Denn dieser Wille zum Vernichten ist heute in vielen ein sehr, sehr starker. Seien Sie selbst stark, denn dasjenige, was in jener geistigen Bewegung lebt, die auch diesen Bau hier zustande gebracht hat, das ist nicht aus dem Chaos heraus entstanden, das ist ein Impuls, der in das Chaos hineingebracht worden ist. Und kommt man ihm nur nahe, dann wird man fühlen: es gibt Kraft, es gibt Leben. Seien Sie Wächter, wahre Wächter desjenigen, was Sie ja gewählt zu haben scheinen zu dem Ihrigen, indem Sie sich hineingestellt haben in diese anthroposophisch orientierte geisteswissenschaftliche Bewegung.
