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Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203

1 April 1921, Stuttgart

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Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwickelung
  1. Human Responsibility for Global Development, tr. SOL

Achtzehnter Vortrag

Achtzehnter Vortrag

[ 1 ] Wenn dasjenige, was wir oftmals als Gegenstand esoterischer Betrachtung angesehen haben, was wir in meiner «Theosophie», in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», in anderen Büchern verzeichnet finden, als die Gliederung des Menschen, wenn wir das, und zwar etwas zusammenfassend, mehr von außen betrachten, so können wir hinblicken auf der einen Seite nach alledem, was wir im Menschen nennen können die Verstandeskräfte, die Verstandesfähigkeiten. Gewiß, was wir da unter Verstandesfähigkeiten zusammenfassen, umgreift das Verschiedenste von dem, was wir als die Glieder des Menschen bezeichnet haben. Allein gerade durch solche Betrachtungen, die die verschiedenen Begriffe und Ideen, die wir haben, unter anderen Gesichtspunkten ins Auge fassen, kommen wir ja in unseren Auseinandersetzungen weiter. Also wir sehen auf der einen Seite die mehr verstandesmäßigen Betätigungen des menschlichen Geist-Seelenlebens, und wir sehen auf der anderen Seite die mehr nach dem Begehrungsvermögen, nach dem Willensmäßigen hin gelegenen Betätigungen des menschlichen Geist- und Seelenlebens. Wir wollen heute diese Fähigkeiten einmal von dem Gesichtspunkte der ganzen Menschheit ins Auge fassen, das heißt, wir wollen uns fragen: Welche Bedeutung haben die mehr verstandesmäßigen Kräfte in dem Leben der Gesamtmenschheit und welche haben die mehr willensmäßigen Kräfte? Wenn man eine solche Betrachtungsweise unternimmt, dann kann sie nur fruchtbar sein, wenn man den Menschen und auch die Menschheit nicht isoliert betrachtet von dem gesamten Erdenplaneten, sondern als ein Glied des gesamten Erdenplaneten. Daß man dazu ein Recht hat, das ergibt sich Ihnen ja aus dem Verfolgen jener Auseinandersetzungen, die sich zum Beispiel in der «Geheimwissenschaft» finden über die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung unserer Erde.

[ 1 ] Wenn dasjenige, was wir oftmals als Gegenstand esoterischer Betrachtung angesehen haben, was wir in meiner «Theosophie», in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», in anderen Büchern verzeichnet finden, als die Gliederung des Menschen, wenn wir das, und zwar etwas zusammenfassend, mehr von außen betrachten, so können wir hinblicken auf der einen Seite nach alledem, was wir im Menschen nennen können die Verstandeskräfte, die Verstandesfähigkeiten. Gewiß, was wir da unter Verstandesfähigkeiten zusammenfassen, umgreift das Verschiedenste von dem, was wir als die Glieder des Menschen bezeichnet haben. Allein gerade durch solche Betrachtungen, die die verschiedenen Begriffe und Ideen, die wir haben, unter anderen Gesichtspunkten ins Auge fassen, kommen wir ja in unseren Auseinandersetzungen weiter. Also wir sehen auf der einen Seite die mehr verstandesmäßigen Betätigungen des menschlichen Geist-Seelenlebens, und wir sehen auf der anderen Seite die mehr nach dem Begehrungsvermögen, nach dem Willensmäßigen hin gelegenen Betätigungen des menschlichen Geist- und Seelenlebens. Wir wollen heute diese Fähigkeiten einmal von dem Gesichtspunkte der ganzen Menschheit ins Auge fassen, das heißt, wir wollen uns fragen: Welche Bedeutung haben die mehr verstandesmäßigen Kräfte in dem Leben der Gesamtmenschheit und welche haben die mehr willensmäßigen Kräfte? Wenn man eine solche Betrachtungsweise unternimmt, dann kann sie nur fruchtbar sein, wenn man den Menschen und auch die Menschheit nicht isoliert betrachtet von dem gesamten Erdenplaneten, sondern als ein Glied des gesamten Erdenplaneten. Daß man dazu ein Recht hat, das ergibt sich Ihnen ja aus dem Verfolgen jener Auseinandersetzungen, die sich zum Beispiel in der «Geheimwissenschaft» finden über die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung unserer Erde.

[ 2 ] Wenn Sie sich erinnern, was da gesagt ist über Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung, dann werden Sie sehen, wie da die Sache nicht so betrachtet wird, wie es etwa die heutigen Geologen und Naturforscher machen, daß sie auf der einen Seite geologisch die Erde betrachten, als wenn der Mensch gar nicht dazu gehörte, und dann wiederum die Menschheit für sich in einer Art abgeschlossener Anthropologie, wie wenn diese Menschheit auf einem ihr ganz fremden Boden herumspazierte. Darum kann es sich für eine wirklich fruchtbare Betrachtungsweise nicht handeln. Wenn Sie verfolgen, was gesagt ist über die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung, so werden Sie sehen, daß in dieser Entwickelung gar nicht getrennt gedacht werden können die Kräfte, die in der Menschheit selber spielen, und die Kräfte, die im übrigen Planeten spielen. Daß auf der Erde die Menschheit eine gewisse Selbständigkeit erlangt hat und gewissermaßen unabhängig von dem Planeten auf dem Boden desselben herumspaziert, das ist ein Entwickelungszustand; er darf für die Betrachtungsweise nicht ausschließlich maßgebend sein. Wir müssen die Menschheit im Zusammenhange mit der ganzen Erdenentwickelung betrachten. Und da müssen wir zunächst sagen: Wenn wir die Verstandesfähigkeiten ins Auge fassen und uns erinnern an dasjenige, was über frühere Metamorphosen, über die Saturn-, Sonnen- und Mondenmetamorphose der Erdenentwickelung gesagt ist, dann werden wir darauf kommen, daß diese Innerlichkeit, die wir heute in dem Menschen der Verstandesentwickelung haben, vorher, also auf den vorigen Metamorphosen der Erdenentwickelung, nicht vorhanden war. Was heute in unserem Kopfe gewissermaßen als Verstand lokalisiert ist, das war als allgemeine Verständigkeit wie eine durchgreifende gesetzmäßige Verständigkeit über den ganzen Erdenplaneten verteilt. Man könnte sagen: Verstand wirkte in den Tatsachen der ganzen Erdenentwickelung. Der Mensch selber hatte ja — von Saturn und Sonne gar nicht zu sprechen — auf dem Monde noch nicht das Verstandesbewußtsein, sondern eine Art träumerischen Bewußtseins. Dieses träumerische Bewußtsein, das sah hinaus in die Weltenerscheinungen, und der Mensch sagte sich nicht, während er dieses träumerische Bewußtsein hatte: Da draußen spielen sich die Welterscheinungen ab, und ich begreife sie mit meinem Verstande —, sondern der Mensch träumte in Bildern. Er sah aber dasjenige, was wir heute wie in unserem Kopfe lokalisiert als Verstand empfinden, als die Dinge und Tatsachen draußen durchsetzend. Wir unterscheiden zwischen den Naturgesetzen und zwischen dem, was in uns diese Naturgesetze auffaßt und nennen das letztere unseren Verstand. Der Mensch der Vorzeit lebte seelisch bewußt nur in Bildern, und das war ja für die älteren Partien unserer Erdenentwickelung auch noch der Fall, und er unterschied nicht die Naturgesetze draußen von seinem Verstande, sondern die Natur selber hatte Verstand, die Natur selber gab sich ihre Gesetze. Da draußen wirkte der Verstand. Es ist ein Entwickelungsstadium unserer selbständig gewordenen Menschheit, daß wir sagen: Wir tragen in uns den Verstand und draußen sind die Naturgesetze. — Die Summe dieser Naturgesetze war für den Menschen der Vorzeit der Verstand.

[ 2 ] Wenn Sie sich erinnern, was da gesagt ist über Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung, dann werden Sie sehen, wie da die Sache nicht so betrachtet wird, wie es etwa die heutigen Geologen und Naturforscher machen, daß sie auf der einen Seite geologisch die Erde betrachten, als wenn der Mensch gar nicht dazu gehörte, und dann wiederum die Menschheit für sich in einer Art abgeschlossener Anthropologie, wie wenn diese Menschheit auf einem ihr ganz fremden Boden herumspazierte. Darum kann es sich für eine wirklich fruchtbare Betrachtungsweise nicht handeln. Wenn Sie verfolgen, was gesagt ist über die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung, so werden Sie sehen, daß in dieser Entwickelung gar nicht getrennt gedacht werden können die Kräfte, die in der Menschheit selber spielen, und die Kräfte, die im übrigen Planeten spielen. Daß auf der Erde die Menschheit eine gewisse Selbständigkeit erlangt hat und gewissermaßen unabhängig von dem Planeten auf dem Boden desselben herumspaziert, das ist ein Entwickelungszustand; er darf für die Betrachtungsweise nicht ausschließlich maßgebend sein. Wir müssen die Menschheit im Zusammenhange mit der ganzen Erdenentwickelung betrachten. Und da müssen wir zunächst sagen: Wenn wir die Verstandesfähigkeiten ins Auge fassen und uns erinnern an dasjenige, was über frühere Metamorphosen, über die Saturn-, Sonnen- und Mondenmetamorphose der Erdenentwickelung gesagt ist, dann werden wir darauf kommen, daß diese Innerlichkeit, die wir heute in dem Menschen der Verstandesentwickelung haben, vorher, also auf den vorigen Metamorphosen der Erdenentwickelung, nicht vorhanden war. Was heute in unserem Kopfe gewissermaßen als Verstand lokalisiert ist, das war als allgemeine Verständigkeit wie eine durchgreifende gesetzmäßige Verständigkeit über den ganzen Erdenplaneten verteilt. Man könnte sagen: Verstand wirkte in den Tatsachen der ganzen Erdenentwickelung. Der Mensch selber hatte ja — von Saturn und Sonne gar nicht zu sprechen — auf dem Monde noch nicht das Verstandesbewußtsein, sondern eine Art träumerischen Bewußtseins. Dieses träumerische Bewußtsein, das sah hinaus in die Weltenerscheinungen, und der Mensch sagte sich nicht, während er dieses träumerische Bewußtsein hatte: Da draußen spielen sich die Welterscheinungen ab, und ich begreife sie mit meinem Verstande —, sondern der Mensch träumte in Bildern. Er sah aber dasjenige, was wir heute wie in unserem Kopfe lokalisiert als Verstand empfinden, als die Dinge und Tatsachen draußen durchsetzend. Wir unterscheiden zwischen den Naturgesetzen und zwischen dem, was in uns diese Naturgesetze auffaßt und nennen das letztere unseren Verstand. Der Mensch der Vorzeit lebte seelisch bewußt nur in Bildern, und das war ja für die älteren Partien unserer Erdenentwickelung auch noch der Fall, und er unterschied nicht die Naturgesetze draußen von seinem Verstande, sondern die Natur selber hatte Verstand, die Natur selber gab sich ihre Gesetze. Da draußen wirkte der Verstand. Es ist ein Entwickelungsstadium unserer selbständig gewordenen Menschheit, daß wir sagen: Wir tragen in uns den Verstand und draußen sind die Naturgesetze. — Die Summe dieser Naturgesetze war für den Menschen der Vorzeit der Verstand.

[ 3 ] Nun haben wir ja als Erdenmenschheit bis zu einem gewissen Grade das Bewußtsein schon entwickelt, daß der Verstand in uns vorhanden ist und daß draußen eben die Naturgesetze vorhanden sind, die wir mit unserem Verstande nur auffassen. Wir berühren, indem wir auf diese Tatsache hinweisen, einen wichtigen Entwickelungsimpuls der Menschheit. Aber wir müssen uns bewußt sein, daß dieser wichtige Entwickelungsimpuls der Menschheit immer mehr und mehr aufgegriffen und noch immer mehr und mehr ausgebildet werden muß. Er ist ja im Grunde genommen heute noch nicht voll ausgebildet. Wir sagen uns zwar, wir hätten in uns den Verstand und draußen walteten die Naturgesetze; aber wir machen uns den Verstand noch nicht völlig zu eigen. Wir sind als Menschheit auf dem halben Wege stehengeblieben mit Bezug auf dieses In-uns-Aufnehmen des Verstandes, der Vernunft, der Naturgesetzlichkeit. Und gerade in unserer Zeit gehört zu denjenigen Dingen, auf die man am meisten hinsehen muß gerade vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, diese Tatsache, die ich eben berührt habe. Wir sind heute noch außerordentlich stolz darauf, wenn wir mit Bezug auf alles das, was dem Verstande angehört, was wir als menschliches Wissen anerkennen, etwas dem Menschen Gemeinsames haben. Es gilt heute immer noch als etwas, was außerordentlich einschneidend in die ganze menschliche Naturentwickelung ist, daß die Wissenschaft gewissermaßen wie ein allgemein über der Menschheit Schwebendes ausgebildet werden soll, und daß die Menschen, indem sie sich der Wissenschaft widmen, gewissermaßen ihre Individualität zum Opfer bringen sollen, daß sie denken sollen, wie halt «jedermann» denkt. Das ist ein Ideal namentlich unserer öffentlichen Lehranstalten, eine Wissenschaft, die ganz unpersönlich, die ganz unindividuell ist, auszubilden, diese Wissenschaft zu etwas zu machen, demgegenüber man möglichst wenig «Ich» sagt und möglichst viel «man» sagt: man hat dieses oder jenes gefunden, man muß dieses oder jenes für wahr halten! — Und das Ideal gerade der offiziellen Vertreter der Wissenschaft heute wäre ja wohl dieses, daß man die einzelnen Dozenten eigentlich nicht sehr unterscheiden könnte — höchstens in bezug auf das Temperament —, wenn man von einer Hochschule an eine sehr entfernte andere Hochschule hinkommt. Es würde geradezu als ein Ideal gelten, wenn man, sagen wir, einen Botanikvortrag irgendwo im Norden anhören könnte, dann mit einem raschen Ballon nach dem Süden fliegen könnte, dort die Fortsetzung dieses Vortrages hören könnte und er ganz dem entsprechen würde, was «man» eben in der Botanik weiß! Etwas ganz Unpersönliches, Unindividuelles, das ist dasjenige, was man auf diesem Gebiete als das Richtige betrachtet, und man hat eine greuliche Angst davor, daß irgendwie etwas Persönliches in dieses Wissen, in dieses Werk des menschlichen Verstandes hineinziehen könnte. Gerade auf diesem Gebiete gilt das Nivellieren der ganzen menschlichen Kultur am allermeisten. Man ist stolz darauf, nur ja nicht abzuweichen von dem, was ein für allemal in einer gewissen Weise formuliert ist. Also man möchte dasjenige, was Wissenschaft ist, vom Menschen absondern. Man sondert es ja auch noch in mancher anderen Beziehung vom Menschen ab. Dafür können Beispiele angeführt werden. Denken Sie sich nur einmal, wie heute die meisten Menschen, die sich in offizieller Weise am wissenschaftlichen Leben beteiligen, ihre Dissertationen, ihre Privatdozentenbücher, ihre Professoren-Kandidaturbücher und so weiter schreiben. Sie sind ja möglichst wenig dabei und sie rechnen möglichst wenig damit, daß diese Bücher nun etwa ganz allgemein gelesen würden. Sie werden geschrieben; aber kaum lesen sie diejenigen, die sie in dem betreffenden Kollegium zu prüfen haben, sondern höchstens einer liest sie notdürftig und sagt dann den anderen, was sie davon zu halten haben. Denn die Wissenschaft ist ja etwas, worüber «man» denkt, nicht einer persönlich, und dann werden sie in den Bibliotheken aufgespeichert. Wenn irgend jemand wieder einmal etwas Ähnliches schreibt, sieht er sich die Bibliothekkataloge an und sieht nach, wo er irgendwie etwas findet, was er berücksichtigen muß, und dann wird das wieder aufgespeichert, geht möglichst wenig an das IndividuellPersönliche heran. Es ist ja das alles abgesondert. In den Bibliotheken wuchert Unzähliges, was gar nicht irgendwie persönlich interessiert. Das ist im Grunde genommen ein schrecklicher Zustand. Aber das noch Schrecklichere ist, daß die Menschen das eigentlich gar nicht spüren, sich völlig beruhigt dabei fühlen, daß sie selber gar nichts zu wissen brauchen, denn in den Bibliotheken kann man ja alles finden, wenn man nur das betreffende Schlagwort in den Katalogen aufsuchen kann. Da ruhen die Dinge. Die Menschen gehen aber neben der Wissenschaft, die so etwas Allgemeines ist, einher. Es würde allerdings diese Wissenschaft anders ausschauen müssen, wenn die Menschen sie in ihren Köpfen und nicht in den Stellagen der Bibliotheken aufbewahren würden.

[ 3 ] Nun haben wir ja als Erdenmenschheit bis zu einem gewissen Grade das Bewußtsein schon entwickelt, daß der Verstand in uns vorhanden ist und daß draußen eben die Naturgesetze vorhanden sind, die wir mit unserem Verstande nur auffassen. Wir berühren, indem wir auf diese Tatsache hinweisen, einen wichtigen Entwickelungsimpuls der Menschheit. Aber wir müssen uns bewußt sein, daß dieser wichtige Entwickelungsimpuls der Menschheit immer mehr und mehr aufgegriffen und noch immer mehr und mehr ausgebildet werden muß. Er ist ja im Grunde genommen heute noch nicht voll ausgebildet. Wir sagen uns zwar, wir hätten in uns den Verstand und draußen walteten die Naturgesetze; aber wir machen uns den Verstand noch nicht völlig zu eigen. Wir sind als Menschheit auf dem halben Wege stehengeblieben mit Bezug auf dieses In-uns-Aufnehmen des Verstandes, der Vernunft, der Naturgesetzlichkeit. Und gerade in unserer Zeit gehört zu denjenigen Dingen, auf die man am meisten hinsehen muß gerade vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, diese Tatsache, die ich eben berührt habe. Wir sind heute noch außerordentlich stolz darauf, wenn wir mit Bezug auf alles das, was dem Verstande angehört, was wir als menschliches Wissen anerkennen, etwas dem Menschen Gemeinsames haben. Es gilt heute immer noch als etwas, was außerordentlich einschneidend in die ganze menschliche Naturentwickelung ist, daß die Wissenschaft gewissermaßen wie ein allgemein über der Menschheit Schwebendes ausgebildet werden soll, und daß die Menschen, indem sie sich der Wissenschaft widmen, gewissermaßen ihre Individualität zum Opfer bringen sollen, daß sie denken sollen, wie halt «jedermann» denkt. Das ist ein Ideal namentlich unserer öffentlichen Lehranstalten, eine Wissenschaft, die ganz unpersönlich, die ganz unindividuell ist, auszubilden, diese Wissenschaft zu etwas zu machen, demgegenüber man möglichst wenig «Ich» sagt und möglichst viel «man» sagt: man hat dieses oder jenes gefunden, man muß dieses oder jenes für wahr halten! — Und das Ideal gerade der offiziellen Vertreter der Wissenschaft heute wäre ja wohl dieses, daß man die einzelnen Dozenten eigentlich nicht sehr unterscheiden könnte — höchstens in bezug auf das Temperament —, wenn man von einer Hochschule an eine sehr entfernte andere Hochschule hinkommt. Es würde geradezu als ein Ideal gelten, wenn man, sagen wir, einen Botanikvortrag irgendwo im Norden anhören könnte, dann mit einem raschen Ballon nach dem Süden fliegen könnte, dort die Fortsetzung dieses Vortrages hören könnte und er ganz dem entsprechen würde, was «man» eben in der Botanik weiß! Etwas ganz Unpersönliches, Unindividuelles, das ist dasjenige, was man auf diesem Gebiete als das Richtige betrachtet, und man hat eine greuliche Angst davor, daß irgendwie etwas Persönliches in dieses Wissen, in dieses Werk des menschlichen Verstandes hineinziehen könnte. Gerade auf diesem Gebiete gilt das Nivellieren der ganzen menschlichen Kultur am allermeisten. Man ist stolz darauf, nur ja nicht abzuweichen von dem, was ein für allemal in einer gewissen Weise formuliert ist. Also man möchte dasjenige, was Wissenschaft ist, vom Menschen absondern. Man sondert es ja auch noch in mancher anderen Beziehung vom Menschen ab. Dafür können Beispiele angeführt werden. Denken Sie sich nur einmal, wie heute die meisten Menschen, die sich in offizieller Weise am wissenschaftlichen Leben beteiligen, ihre Dissertationen, ihre Privatdozentenbücher, ihre Professoren-Kandidaturbücher und so weiter schreiben. Sie sind ja möglichst wenig dabei und sie rechnen möglichst wenig damit, daß diese Bücher nun etwa ganz allgemein gelesen würden. Sie werden geschrieben; aber kaum lesen sie diejenigen, die sie in dem betreffenden Kollegium zu prüfen haben, sondern höchstens einer liest sie notdürftig und sagt dann den anderen, was sie davon zu halten haben. Denn die Wissenschaft ist ja etwas, worüber «man» denkt, nicht einer persönlich, und dann werden sie in den Bibliotheken aufgespeichert. Wenn irgend jemand wieder einmal etwas Ähnliches schreibt, sieht er sich die Bibliothekkataloge an und sieht nach, wo er irgendwie etwas findet, was er berücksichtigen muß, und dann wird das wieder aufgespeichert, geht möglichst wenig an das IndividuellPersönliche heran. Es ist ja das alles abgesondert. In den Bibliotheken wuchert Unzähliges, was gar nicht irgendwie persönlich interessiert. Das ist im Grunde genommen ein schrecklicher Zustand. Aber das noch Schrecklichere ist, daß die Menschen das eigentlich gar nicht spüren, sich völlig beruhigt dabei fühlen, daß sie selber gar nichts zu wissen brauchen, denn in den Bibliotheken kann man ja alles finden, wenn man nur das betreffende Schlagwort in den Katalogen aufsuchen kann. Da ruhen die Dinge. Die Menschen gehen aber neben der Wissenschaft, die so etwas Allgemeines ist, einher. Es würde allerdings diese Wissenschaft anders ausschauen müssen, wenn die Menschen sie in ihren Köpfen und nicht in den Stellagen der Bibliotheken aufbewahren würden.

[ 4 ] Das ist dasjenige, was einem, ich möchte sagen, wie durch ein paar Löcher hindurch — denn man könnte vieles nach dieser Richtung hin anführen — einen Hinweis gibt, wie die allgemeine Verstandeskultur in der heutigen Menschheit noch unindividuell, unpersönlich ist, wie die Menschen sie als etwas, was ein Wolkendasein über einem führt, haben möchten. Dasjenige aber, was Menschen hervorbringen, das gehört nicht nur den Menschen, das gehört dem Weltall an. Deshalb habe ich gesagt, wir müssen, um zu einer fruchtbaren Betrachtung zu kommen, den Menschen im Zusammenhange mit seinem Planeten und dann ja auch wiederum den Planeten im Zusammenhange mit dem ganzen Weltenall betrachten.

[ 4 ] Das ist dasjenige, was einem, ich möchte sagen, wie durch ein paar Löcher hindurch — denn man könnte vieles nach dieser Richtung hin anführen — einen Hinweis gibt, wie die allgemeine Verstandeskultur in der heutigen Menschheit noch unindividuell, unpersönlich ist, wie die Menschen sie als etwas, was ein Wolkendasein über einem führt, haben möchten. Dasjenige aber, was Menschen hervorbringen, das gehört nicht nur den Menschen, das gehört dem Weltall an. Deshalb habe ich gesagt, wir müssen, um zu einer fruchtbaren Betrachtung zu kommen, den Menschen im Zusammenhange mit seinem Planeten und dann ja auch wiederum den Planeten im Zusammenhange mit dem ganzen Weltenall betrachten.

[ 5 ] Was der Mensch also hervorbringt, worauf er seinen Verstand anwendet, damit kann er in zweifacher Weise verfahren. Er kann auf der einen Seite diesen Verstand anstrengen, Wissenschaften auszubilden, die dann alle ins «man denkt», «man weiß», «man ist zu diesen und jenen Fortschritten gekommen» einmünden; dann schreibt man das in Bücher, dann speichert man das auf, dann ist das die Wissenschaft, über die so die Generationen hinwegwachsen; und die Menschen können bei einem solchen Betrieb des Verstandes vertrocknen. Sie können es so machen, daß sie dasjenige, was sie eigentlich interessant finden, in manchem anderen suchen, nur ja nicht in dem, was ja ohnedies Unwahrheit ist, objektiv von Persönlichem unberührte Unwahrheit, die objektiv in Bibliotheken aufbewahrt wird; sie können es so machen, daß sie das nun ja nicht berühren, Man hat ja Gelehrtenversammlungen gekannt, welche in ihrer Terminologie das Wort hatten vom Fachsimpeln. Es galt als etwas Minderwertiges, wenn man nach den offiziellen Reden sich über die einzelnen Dinge der Wissenschaft unterhielt etwa in kleinen Zirkeln und dergleichen. Da sprach man allerlei andere Allotria, die jedenfalls ganz fernlagen demjenigen, was eigentlich die wissenschaftlichen Angelegenheiten waren. Und diejenigen, die die Schwäche hatten, von ihrer Wissenschaft etwas begeistert zu sein, und die dann etwa anfingen, sagen wir, beim Tee oder beim schwarzen Kaffee von dem oder jenem philologischen oder sonstigen Thema zu sprechen, waren eben die Leute, die «Fachsimpelei» trieben, das waren diejenigen, die man nicht ganz ernst nahm, die keinen weltmännischen Geist hatten.

[ 5 ] Was der Mensch also hervorbringt, worauf er seinen Verstand anwendet, damit kann er in zweifacher Weise verfahren. Er kann auf der einen Seite diesen Verstand anstrengen, Wissenschaften auszubilden, die dann alle ins «man denkt», «man weiß», «man ist zu diesen und jenen Fortschritten gekommen» einmünden; dann schreibt man das in Bücher, dann speichert man das auf, dann ist das die Wissenschaft, über die so die Generationen hinwegwachsen; und die Menschen können bei einem solchen Betrieb des Verstandes vertrocknen. Sie können es so machen, daß sie dasjenige, was sie eigentlich interessant finden, in manchem anderen suchen, nur ja nicht in dem, was ja ohnedies Unwahrheit ist, objektiv von Persönlichem unberührte Unwahrheit, die objektiv in Bibliotheken aufbewahrt wird; sie können es so machen, daß sie das nun ja nicht berühren, Man hat ja Gelehrtenversammlungen gekannt, welche in ihrer Terminologie das Wort hatten vom Fachsimpeln. Es galt als etwas Minderwertiges, wenn man nach den offiziellen Reden sich über die einzelnen Dinge der Wissenschaft unterhielt etwa in kleinen Zirkeln und dergleichen. Da sprach man allerlei andere Allotria, die jedenfalls ganz fernlagen demjenigen, was eigentlich die wissenschaftlichen Angelegenheiten waren. Und diejenigen, die die Schwäche hatten, von ihrer Wissenschaft etwas begeistert zu sein, und die dann etwa anfingen, sagen wir, beim Tee oder beim schwarzen Kaffee von dem oder jenem philologischen oder sonstigen Thema zu sprechen, waren eben die Leute, die «Fachsimpelei» trieben, das waren diejenigen, die man nicht ganz ernst nahm, die keinen weltmännischen Geist hatten.

[ 6 ] Es trat mir einmal in einer ganz eigenartigen Weise entgegen, dieses Unpersönliche gegenüber der Wissenschaft. Ich war einmal bei einer Versammlung, bei welcher Helmholtz einen Vortrag hielt. Bei diesem Vortrag, der wörtlich abgelesen war von Helmholtz und der bereits längst im Drucke war, als er abgelesen wurde, hörten die Leute so zu, wie man eben bei einem solchen Vortrag, nun, zuhört. Nach dem Vortrag kam zu mir ein Journalist, der sagte: Wozu eigentlich das? Das brauchte man ja gar nicht. Wer das will, kann ja einen solchen Vortrag dann lesen, wenn er gedruckt wird; warum soll er einem auch noch vorgelesen werden? Es wäre doch viel gescheiter, wenn Helmholtz einfach im Auditorium herumginge und jedem die Hand reichte; das wäre ja doch viel mehr, da wäre doch viel mehr damit getan. — Das ist so richtig ein Beispiel für das Fremdsein gegenüber demjenigen, was da eigentlich als Wissenschaft so unpersönlich «herumfliegt». Dabei vertrocknen selbstverständlich die Leute. Das ist die eine Art, wie man die Verstandeskultur erfassen kann.

[ 6 ] Es trat mir einmal in einer ganz eigenartigen Weise entgegen, dieses Unpersönliche gegenüber der Wissenschaft. Ich war einmal bei einer Versammlung, bei welcher Helmholtz einen Vortrag hielt. Bei diesem Vortrag, der wörtlich abgelesen war von Helmholtz und der bereits längst im Drucke war, als er abgelesen wurde, hörten die Leute so zu, wie man eben bei einem solchen Vortrag, nun, zuhört. Nach dem Vortrag kam zu mir ein Journalist, der sagte: Wozu eigentlich das? Das brauchte man ja gar nicht. Wer das will, kann ja einen solchen Vortrag dann lesen, wenn er gedruckt wird; warum soll er einem auch noch vorgelesen werden? Es wäre doch viel gescheiter, wenn Helmholtz einfach im Auditorium herumginge und jedem die Hand reichte; das wäre ja doch viel mehr, da wäre doch viel mehr damit getan. — Das ist so richtig ein Beispiel für das Fremdsein gegenüber demjenigen, was da eigentlich als Wissenschaft so unpersönlich «herumfliegt». Dabei vertrocknen selbstverständlich die Leute. Das ist die eine Art, wie man die Verstandeskultur erfassen kann.

[ 7 ] Die andere Art ist diese, daß man sich für alle Einzelheiten interessiert, daß das Gemüt Feuer fängt und die Wissenschaft belebt, daß es sie umschmelzt in lebendige Begriffe, daß alles dasjenige, was wir begreifen, erfassen, geradezu in Empfang genommen wird von innerlichem Gemütsleben. So kann man alles das, was die Wissenschaft gibt, wirklich mit innerem Feuer durchdringen, so kann man, indem man die einzelnen Wissenschaften erfaßt, allmählich eindringen in das ganze Weltendasein, so kann man etwas gestalten, was jedes Menschen, der es betreibt, ureigenste persönliche Angelegenheit wird. Das ist das andere. Und das alles, was da getrieben wird auf der einen Seite, ist unpersönlich, abgesondert vom Menschen im Grunde genommen. Am liebsten möchten da die Menschen Automaten für den wissenschaftlichen Betrieb erfinden, so daß sie nichts mehr mit ihren eigenen Köpfen zu bedenken hätten, dann wären sie vielleicht produzierend ohne sie. Das aber, was geschieht aus vollem, herzhaftem Betreiben der Wissenschaft heraus, das sind ja nicht nur Angelegenheiten der Menschheit, das sind Angelegenheiten des ganzen Planeten und damit des ganzen Weltenalls. Denn dasjenige, was der Mensch tut, indem er denkt, indem er irgend etwas in seinem Kopfe verstandesmäßig ausbildet, das ist ein Geschehnis genau ebenso, wie wenn ein Wasser aus einer Quelle den Strom hinunter zum Meere fließt, oder wie wenn es verdunstet oder wenn es regnet. Was da äußerlich materiell geschieht im Regen, was geschieht, wenn die Pflanze sprießt und so weiter, das sind Ereignisse der einen Art. Was durch den Menschen geschieht, sind Ereignisse der anderen Art. Es ist nicht bloß eine menschliche Angelegenheit, es ist eine Angelegenheit des ganzen Planeten. Und das ist gerade die Aufgabe des Menschen in seiner Entwickelung auf der Erde, daß er den Verstand, der früher allgemein über das Planetarische ausgegossen war, daß er diesen Verstand in sich hereinnimmt, daß er ihn mit sich vereinigt. Also, es ist ein Entwickelungsimpuls des Menschen, daß er das Wissen zu seiner persönlichen Angelegenheit macht, daß er es durchziehen kann mit Enthusiasmus, daß es in ihn übergehen kann, so daß es ergriffen wird von seinem herzhaften Feuer. Und wenn das letztere nicht geschieht, wenn er das Wissen [nur] in unpersönlicher Weise aufspeichert, so geschieht etwas nicht, was im Sinne der Erdenentwickelung geschehen soll. Es wird nicht das Gemüt der Menschheit ergriffen von der Verstandeskultur. Die Verstandeskultur entwickelt sich gewissermaßen nur in dem Kopf und schwebt zu weit ab von der Oberfläche der Erde bloß in den Köpfen; sie entwickelt sich nur in den Köpfen und sollte heruntersinken bis in die Herzen. Aber es warten auf dasjenige, was also von den Herzen nicht erfangen wird, was also von dem Gemüte des Menschen nicht ergriffen wird, es warten auf das die luziferischen Geister. Und dasjenige, auf das so warten die luziferischen Geister, das können sie in Empfang nehmen, wenn es in dieser Weise unpersönlich über die Erde hinschwebt. Denn die einzige Möglichkeit, dasjenige, was Verstandeswelt ist, den luziferischen Geistern zu entreißen, ist, es mit dem Gemüte zu durchdringen, es zur persönlichen Angelegenheit zu machen. Und was in unserer Zeit geschieht, was seit langem geschieht und was anders werden muß, das ist eben, daß wir das irdische Dasein auf dem Umwege durch die kalte, nüchterne Verstandestrockenheit zur Beute werden lassen der luziferischen Welt. Dadurch wird die Erde aufgehalten in ihrer Entwickelung, dadurch wird die Erde zurückgehalten auf einem früheren Standpunkte. Sie kommt nicht zu ihrem Ende. Und wenn die Menschen lange, lange fortbetreiben das Unpersönliche der sogenannten Wissenschaft, dann wird die Folge diese sein, daß die Menschen ihre Seelenhaftigkeit überhaupt verlieren. Diese unpersönliche Wissenschaft ist die Mörderin des menschlichen Seelenhaften und Geisteshaften; sie vertrocknet den Menschen, sie dörrt ihn aus. Sie macht zuletzt aus der Erde dasjenige, was man nennen kann einen toten Planeten mit automatenhaften Menschen darauf, die ihr GeistigSeelisches auf diesem Wege verlieren. Auch da muß man sagen: Die Dinge müssen schon ernst betrachtet werden. Es darf nicht zugeschaut werden diesem kosmischen Mord durch den abstrakten Betrieb, den unpersönlichen Betrieb des Wissens auf der Erde. Das ist das eine.

[ 7 ] Die andere Art ist diese, daß man sich für alle Einzelheiten interessiert, daß das Gemüt Feuer fängt und die Wissenschaft belebt, daß es sie umschmelzt in lebendige Begriffe, daß alles dasjenige, was wir begreifen, erfassen, geradezu in Empfang genommen wird von innerlichem Gemütsleben. So kann man alles das, was die Wissenschaft gibt, wirklich mit innerem Feuer durchdringen, so kann man, indem man die einzelnen Wissenschaften erfaßt, allmählich eindringen in das ganze Weltendasein, so kann man etwas gestalten, was jedes Menschen, der es betreibt, ureigenste persönliche Angelegenheit wird. Das ist das andere. Und das alles, was da getrieben wird auf der einen Seite, ist unpersönlich, abgesondert vom Menschen im Grunde genommen. Am liebsten möchten da die Menschen Automaten für den wissenschaftlichen Betrieb erfinden, so daß sie nichts mehr mit ihren eigenen Köpfen zu bedenken hätten, dann wären sie vielleicht produzierend ohne sie. Das aber, was geschieht aus vollem, herzhaftem Betreiben der Wissenschaft heraus, das sind ja nicht nur Angelegenheiten der Menschheit, das sind Angelegenheiten des ganzen Planeten und damit des ganzen Weltenalls. Denn dasjenige, was der Mensch tut, indem er denkt, indem er irgend etwas in seinem Kopfe verstandesmäßig ausbildet, das ist ein Geschehnis genau ebenso, wie wenn ein Wasser aus einer Quelle den Strom hinunter zum Meere fließt, oder wie wenn es verdunstet oder wenn es regnet. Was da äußerlich materiell geschieht im Regen, was geschieht, wenn die Pflanze sprießt und so weiter, das sind Ereignisse der einen Art. Was durch den Menschen geschieht, sind Ereignisse der anderen Art. Es ist nicht bloß eine menschliche Angelegenheit, es ist eine Angelegenheit des ganzen Planeten. Und das ist gerade die Aufgabe des Menschen in seiner Entwickelung auf der Erde, daß er den Verstand, der früher allgemein über das Planetarische ausgegossen war, daß er diesen Verstand in sich hereinnimmt, daß er ihn mit sich vereinigt. Also, es ist ein Entwickelungsimpuls des Menschen, daß er das Wissen zu seiner persönlichen Angelegenheit macht, daß er es durchziehen kann mit Enthusiasmus, daß es in ihn übergehen kann, so daß es ergriffen wird von seinem herzhaften Feuer. Und wenn das letztere nicht geschieht, wenn er das Wissen [nur] in unpersönlicher Weise aufspeichert, so geschieht etwas nicht, was im Sinne der Erdenentwickelung geschehen soll. Es wird nicht das Gemüt der Menschheit ergriffen von der Verstandeskultur. Die Verstandeskultur entwickelt sich gewissermaßen nur in dem Kopf und schwebt zu weit ab von der Oberfläche der Erde bloß in den Köpfen; sie entwickelt sich nur in den Köpfen und sollte heruntersinken bis in die Herzen. Aber es warten auf dasjenige, was also von den Herzen nicht erfangen wird, was also von dem Gemüte des Menschen nicht ergriffen wird, es warten auf das die luziferischen Geister. Und dasjenige, auf das so warten die luziferischen Geister, das können sie in Empfang nehmen, wenn es in dieser Weise unpersönlich über die Erde hinschwebt. Denn die einzige Möglichkeit, dasjenige, was Verstandeswelt ist, den luziferischen Geistern zu entreißen, ist, es mit dem Gemüte zu durchdringen, es zur persönlichen Angelegenheit zu machen. Und was in unserer Zeit geschieht, was seit langem geschieht und was anders werden muß, das ist eben, daß wir das irdische Dasein auf dem Umwege durch die kalte, nüchterne Verstandestrockenheit zur Beute werden lassen der luziferischen Welt. Dadurch wird die Erde aufgehalten in ihrer Entwickelung, dadurch wird die Erde zurückgehalten auf einem früheren Standpunkte. Sie kommt nicht zu ihrem Ende. Und wenn die Menschen lange, lange fortbetreiben das Unpersönliche der sogenannten Wissenschaft, dann wird die Folge diese sein, daß die Menschen ihre Seelenhaftigkeit überhaupt verlieren. Diese unpersönliche Wissenschaft ist die Mörderin des menschlichen Seelenhaften und Geisteshaften; sie vertrocknet den Menschen, sie dörrt ihn aus. Sie macht zuletzt aus der Erde dasjenige, was man nennen kann einen toten Planeten mit automatenhaften Menschen darauf, die ihr GeistigSeelisches auf diesem Wege verlieren. Auch da muß man sagen: Die Dinge müssen schon ernst betrachtet werden. Es darf nicht zugeschaut werden diesem kosmischen Mord durch den abstrakten Betrieb, den unpersönlichen Betrieb des Wissens auf der Erde. Das ist das eine.

[ 8 ] Das andere ist das menschliche Begehrensvermögen. Das ist dasjenige, was mit dem Willensmäßigen im Menschen zusammenhängt. Was mit dem Willensmäßigen im Menschen zusammenhängt, kann wiederum zwei Wege gehen. Der eine Weg ist der, daß dieses Willensmäßige sich möglichst unter Gebote oder Staatsgesetze und dergleichen unterordnet und sich fügt dem, was die allgemeinere Gesetzmäßigkeit ist, so daß die allgemeine Gesetzmäßigkeit da ist und daneben nur das rein instinktmäßige Begehren der Menschen.

[ 8 ] Das andere ist das menschliche Begehrensvermögen. Das ist dasjenige, was mit dem Willensmäßigen im Menschen zusammenhängt. Was mit dem Willensmäßigen im Menschen zusammenhängt, kann wiederum zwei Wege gehen. Der eine Weg ist der, daß dieses Willensmäßige sich möglichst unter Gebote oder Staatsgesetze und dergleichen unterordnet und sich fügt dem, was die allgemeinere Gesetzmäßigkeit ist, so daß die allgemeine Gesetzmäßigkeit da ist und daneben nur das rein instinktmäßige Begehren der Menschen.

[ 9 ] Der andere Weg ist, daß sich dasjenige, was im Menschen als Begehrensvermögen sich spiegelt, was als Willensfähigkeit vorhanden ist, daß sich das allmählich heraufhebt zum reinen Denken, in Freiheit sich auslebt individuell, so daß es sich ins soziale Leben in Liebe ergießt. Es ist diejenige Art des Auslebens des Willens und des Begehrungsvermögens, wie ich sie geschildert habe in der «Philosophie der Freiheit». Da habe ich gezeigt, wie dasjenige, was allgemeine menschliche Gesetzmäßigkeit ist, hervorgehen muß aus jeder menschlichen Individualität und daß, wenn dasjenige, was aus der menschlichen Individualität hervorgeht, sich erhebt bis zum reinen Denken, daß dann durch das Zusammenstimmen dessen, was die Menschen tun, die soziale Ordnung entsteht. Die Menschen fürchten sich vor aller sozialen Ordnung, welche konstituiert wird dadurch, daß aus dem Individuellen heraus ein jeder Mensch sich [selbst] die Richtung gibt. Sie möchten organisieren, was die Menschen wollen sollen. Sie möchten «kategorische Imperative» an die Stelle der aus jedem Menschen heraus wirkenden Liebe setzen. Dadurch aber, daß solche abstrakten Gebote bestehen — seien sie nun Gebote nach dem Muster des Dekalog, seien sie Gesetze irgendwelcher Einheitsstaaten —, dadurch, daß solche Gebote bestehen, machen sich aus dem Individuellen des Menschen heraus nur geltend die instinktmäßigen Begierden, jene Begierden, die wir besonders heute aufleben sehen und die im Grunde genommen das einzige soziale Ingredienz der gegenwärtigen Zeit geworden sind. Wiederum ist das, was im Menschen dadurch geschieht, daß er seinen Willen nicht bis zum Individuellen gestaltet, ihn nicht erhebt zum reinen Denken, wiederum ist das nicht bloß etwas, was den Menschen allein angeht, sondern den ganzen Planeten und damit den Kosmos. Und auf das, was da geschieht, indem sich nicht der menschliche Wille individuell gestalten kann, auf das warten gierig die ahrimanischen Geister. Das eignen sie sich an, diese ahrimanischen Geister, und sie verwenden alles, was an nicht zur Liebe entfalteten Begierden im Menschen lebt, willensmäßig lebt, sie verwenden es so, daß sie es übertragen auf individuelle dämonische Wesenheiten. So wie mehr allgemeine Wesenheit entsteht durch dasjenige, was die über der Menschheit schwebende Verstandestätigkeit ist, so entstehen ganz individuell gestaltete dämonische Wesenheiten aus dem nicht in Liebe umgesetzten Begehrungsvermögen der einzelnen Individualitäten. Und es müßte, wenn nicht eine individuelle Gestaltung des freiheitlichen Zusammenlebens in der sozialen Ordnung angestrebt würde, sich die Erde erfüllen mit denjenigen Wesenheiten, die dann individuell wären, aber die ein ahrimanisch-geisterhaftes Dasein führen und die der Erde nehmen würden die Möglichkeit, sich in die nächste planetarische Metamorphose, in die Jupitermetamorphose hinein zu verwandeln. Schematisch gezeichnet würde das etwa so sein, daß die abstrakte Verstandesmäßigkeit ausbilden würde unseren Planeten (siehe Zeichnung links) nach der einen Seite, ihn nicht zur Vollendung kommen lassen würde, und dasjenige, was aus dem nicht in Liebe umgesetzten Willen entsteht, das würde auf der anderen Seite (rechts) lauter individuelle Wesenheiten gestalten. Schematisch ist damit gezeichnet, was heute jemand, der hineinsieht in die Anfänge einer den richtigen Entwickelungsvorgang des Erdenplaneten untergrabenden Zivilisation, sehen kann als dasjenige, was sich gestaltet, wenn diejenigen Impulse, die jetzt so stark ersprießen in der westlichen Welt, ihren ungehemmten Fortgang nehmen, und was sich so stark entwickelt in der östlichen Welt (siehe Zeichnung), was da liegt, als bloß aus der menschlichen Subjektivität hervorgehend, in der in die Dekadenz gekommenen Staatskultur; das ist eigentlich dasjenige, was nach individuellen Dämonen hin die Erdenentwickelung gestalten will. Was sich im Westen entwickelt, das ist das, was in ein allgemeines Verstandesmäßiges hineinsegeln und die Menschen allmählich zu Automaten machen will.

[ 9 ] Der andere Weg ist, daß sich dasjenige, was im Menschen als Begehrensvermögen sich spiegelt, was als Willensfähigkeit vorhanden ist, daß sich das allmählich heraufhebt zum reinen Denken, in Freiheit sich auslebt individuell, so daß es sich ins soziale Leben in Liebe ergießt. Es ist diejenige Art des Auslebens des Willens und des Begehrungsvermögens, wie ich sie geschildert habe in der «Philosophie der Freiheit». Da habe ich gezeigt, wie dasjenige, was allgemeine menschliche Gesetzmäßigkeit ist, hervorgehen muß aus jeder menschlichen Individualität und daß, wenn dasjenige, was aus der menschlichen Individualität hervorgeht, sich erhebt bis zum reinen Denken, daß dann durch das Zusammenstimmen dessen, was die Menschen tun, die soziale Ordnung entsteht. Die Menschen fürchten sich vor aller sozialen Ordnung, welche konstituiert wird dadurch, daß aus dem Individuellen heraus ein jeder Mensch sich [selbst] die Richtung gibt. Sie möchten organisieren, was die Menschen wollen sollen. Sie möchten «kategorische Imperative» an die Stelle der aus jedem Menschen heraus wirkenden Liebe setzen. Dadurch aber, daß solche abstrakten Gebote bestehen — seien sie nun Gebote nach dem Muster des Dekalog, seien sie Gesetze irgendwelcher Einheitsstaaten —, dadurch, daß solche Gebote bestehen, machen sich aus dem Individuellen des Menschen heraus nur geltend die instinktmäßigen Begierden, jene Begierden, die wir besonders heute aufleben sehen und die im Grunde genommen das einzige soziale Ingredienz der gegenwärtigen Zeit geworden sind. Wiederum ist das, was im Menschen dadurch geschieht, daß er seinen Willen nicht bis zum Individuellen gestaltet, ihn nicht erhebt zum reinen Denken, wiederum ist das nicht bloß etwas, was den Menschen allein angeht, sondern den ganzen Planeten und damit den Kosmos. Und auf das, was da geschieht, indem sich nicht der menschliche Wille individuell gestalten kann, auf das warten gierig die ahrimanischen Geister. Das eignen sie sich an, diese ahrimanischen Geister, und sie verwenden alles, was an nicht zur Liebe entfalteten Begierden im Menschen lebt, willensmäßig lebt, sie verwenden es so, daß sie es übertragen auf individuelle dämonische Wesenheiten. So wie mehr allgemeine Wesenheit entsteht durch dasjenige, was die über der Menschheit schwebende Verstandestätigkeit ist, so entstehen ganz individuell gestaltete dämonische Wesenheiten aus dem nicht in Liebe umgesetzten Begehrungsvermögen der einzelnen Individualitäten. Und es müßte, wenn nicht eine individuelle Gestaltung des freiheitlichen Zusammenlebens in der sozialen Ordnung angestrebt würde, sich die Erde erfüllen mit denjenigen Wesenheiten, die dann individuell wären, aber die ein ahrimanisch-geisterhaftes Dasein führen und die der Erde nehmen würden die Möglichkeit, sich in die nächste planetarische Metamorphose, in die Jupitermetamorphose hinein zu verwandeln. Schematisch gezeichnet würde das etwa so sein, daß die abstrakte Verstandesmäßigkeit ausbilden würde unseren Planeten (siehe Zeichnung links) nach der einen Seite, ihn nicht zur Vollendung kommen lassen würde, und dasjenige, was aus dem nicht in Liebe umgesetzten Willen entsteht, das würde auf der anderen Seite (rechts) lauter individuelle Wesenheiten gestalten. Schematisch ist damit gezeichnet, was heute jemand, der hineinsieht in die Anfänge einer den richtigen Entwickelungsvorgang des Erdenplaneten untergrabenden Zivilisation, sehen kann als dasjenige, was sich gestaltet, wenn diejenigen Impulse, die jetzt so stark ersprießen in der westlichen Welt, ihren ungehemmten Fortgang nehmen, und was sich so stark entwickelt in der östlichen Welt (siehe Zeichnung), was da liegt, als bloß aus der menschlichen Subjektivität hervorgehend, in der in die Dekadenz gekommenen Staatskultur; das ist eigentlich dasjenige, was nach individuellen Dämonen hin die Erdenentwickelung gestalten will. Was sich im Westen entwickelt, das ist das, was in ein allgemeines Verstandesmäßiges hineinsegeln und die Menschen allmählich zu Automaten machen will.

[ 10 ] Diese Dinge sind deutlich wahrzunehmen, wenn auch erst in den Anlagen jener Automaten, die heute schon teilweise — ich sage vollbewußt «teilweise», denn sie sind allerdings noch etwas sehr Individuelles — vorhanden sind. Mit Bezug auf vieles kann man ja den Automatismus schon sehen. Aber etwas ist in diesen Automaten noch immer in einer sehr individuellen Weise vorhanden, nämlich etwas, was da noch zu bemerken ist wie so ein Anhängsel an jedem dieser einzelnen Automaten, ein Anhängsel, in dem es, wenn die Dinge nicht gerade in Banknoten umgewandelt sind, nach Gold und Silber klingt. Aber der allgemeine Automatismus würde schon dahin wirken, daß auch die individuellen Geldtaschen zu allgemeinen kommunistischen Geldtaschen würden.

[ 10 ] Diese Dinge sind deutlich wahrzunehmen, wenn auch erst in den Anlagen jener Automaten, die heute schon teilweise — ich sage vollbewußt «teilweise», denn sie sind allerdings noch etwas sehr Individuelles — vorhanden sind. Mit Bezug auf vieles kann man ja den Automatismus schon sehen. Aber etwas ist in diesen Automaten noch immer in einer sehr individuellen Weise vorhanden, nämlich etwas, was da noch zu bemerken ist wie so ein Anhängsel an jedem dieser einzelnen Automaten, ein Anhängsel, in dem es, wenn die Dinge nicht gerade in Banknoten umgewandelt sind, nach Gold und Silber klingt. Aber der allgemeine Automatismus würde schon dahin wirken, daß auch die individuellen Geldtaschen zu allgemeinen kommunistischen Geldtaschen würden.

[ 11 ] Das ist aber dasjenige, was nicht allein betrachtet werden muß heute mit bloßen Sympathien und Antipathien, sondern mit jenem Blick, der das Weltgeschehen durchschaut, der das, was unter den Menschen geschieht, im Zusammenhange mit dem kosmischen Geschehen betrachten kann. Wenn man die Dinge so anschaut, wird man sich sagen: Es ist an die Menschen gegeben, den Planeten in seiner Entwickelung weise vorwärtszubringen. — Es droht diese besondere Art des Daseins, wie es hier schematisch angedeutet ist, der Menschheit, wenn die Menschheit nicht versucht, das Wissen zur Weisheit umzuwandeln, was nur dadurch geschehen kann, daß sich der Mensch für das Wissen persönlich einsetzt, daß er es persönlich in sich aufnimmt und daß er es wieder verbindet mit demjenigen, was auf dem Umwege der Liebe zur allgemeinen Menschheitsangelegenheit wird aus dem individuellen Begehrensvermögen heraus. Mit einem starken Einschlag von innerlichem Verständnis kann man diese Dinge aufnehmen durch die Geisteswissenschaft. Im Grunde genommen zeigt sich das heute ja so in dem, was, ich möchte sagen, als kosmisches Symbolum stehengeblieben istim Mond.

[ 11 ] Das ist aber dasjenige, was nicht allein betrachtet werden muß heute mit bloßen Sympathien und Antipathien, sondern mit jenem Blick, der das Weltgeschehen durchschaut, der das, was unter den Menschen geschieht, im Zusammenhange mit dem kosmischen Geschehen betrachten kann. Wenn man die Dinge so anschaut, wird man sich sagen: Es ist an die Menschen gegeben, den Planeten in seiner Entwickelung weise vorwärtszubringen. — Es droht diese besondere Art des Daseins, wie es hier schematisch angedeutet ist, der Menschheit, wenn die Menschheit nicht versucht, das Wissen zur Weisheit umzuwandeln, was nur dadurch geschehen kann, daß sich der Mensch für das Wissen persönlich einsetzt, daß er es persönlich in sich aufnimmt und daß er es wieder verbindet mit demjenigen, was auf dem Umwege der Liebe zur allgemeinen Menschheitsangelegenheit wird aus dem individuellen Begehrensvermögen heraus. Mit einem starken Einschlag von innerlichem Verständnis kann man diese Dinge aufnehmen durch die Geisteswissenschaft. Im Grunde genommen zeigt sich das heute ja so in dem, was, ich möchte sagen, als kosmisches Symbolum stehengeblieben istim Mond.

[ 12 ] Wenn wir den Mond in seinem ersten oder letzten Viertel haben, so haben wir in dem, was er uns in seiner Sichelform zeigt, ein Abbild desjenigen, was die Erde werden könnte; in der dunkleren Seite zeigt er ja demjenigen, der das Übersinnliche schauen kann, diese dämonischen Gestältlein, die in der nach einwärts gebildeten Biegung der Sichel sich in abscheulicher Weise bewegen. So daß man eigentlich sehr richtig spricht, wenn man sagt: Der Mensch muß durch das, was ich eben angeführt habe, die Erde bewahren vor dem Mondendasein. — Der Mond zeigt das, was die Erde werden kann, in einem kosmischen Bilde, das vor uns hingestellt ist. Und so müssen wir uns schon angewöhnen, das, was wir draußen im Kosmos sehen, auch in dieser Weise zu durchdringen mit einem innerlichen Sinn. Wir müssen den Mond so ansehen, daß wir sagen: Er weist uns etwas auf, was hingestellt ist durch die kosmische Entwickelung wie die Karikatur des Erdendaseins, wie das, was das Erdendasein werden kann, wenn der Mensch nicht verstehen lernt, das unpersönliche Wissen zu seiner persönlichen Angelegenheit zu machen, umzuglühen die individuellen Begehrungen in die Liebe, wodurch sie dasjenige werden, was im assoziativen sozialen Leben eine allgemeine Angelegenheit der ganzen Menschheit werden kann. Man kann das, was im Kosmos geschieht, besser verstehen, wenn man hinschaut auf das, was im Menschen sich vollzieht, und man kann umgekehrt dasjenige, was Menschenaufgabe ist, in der richtigen Weise sehen, wenn man die Bedingungen des Kosmos sinngemäß durchschauen kann. Dann wenden sie sich schon an auch auf dasjenige, was als Moralität, als Ethizismus in der Menschheit leben soll.

[ 12 ] Wenn wir den Mond in seinem ersten oder letzten Viertel haben, so haben wir in dem, was er uns in seiner Sichelform zeigt, ein Abbild desjenigen, was die Erde werden könnte; in der dunkleren Seite zeigt er ja demjenigen, der das Übersinnliche schauen kann, diese dämonischen Gestältlein, die in der nach einwärts gebildeten Biegung der Sichel sich in abscheulicher Weise bewegen. So daß man eigentlich sehr richtig spricht, wenn man sagt: Der Mensch muß durch das, was ich eben angeführt habe, die Erde bewahren vor dem Mondendasein. — Der Mond zeigt das, was die Erde werden kann, in einem kosmischen Bilde, das vor uns hingestellt ist. Und so müssen wir uns schon angewöhnen, das, was wir draußen im Kosmos sehen, auch in dieser Weise zu durchdringen mit einem innerlichen Sinn. Wir müssen den Mond so ansehen, daß wir sagen: Er weist uns etwas auf, was hingestellt ist durch die kosmische Entwickelung wie die Karikatur des Erdendaseins, wie das, was das Erdendasein werden kann, wenn der Mensch nicht verstehen lernt, das unpersönliche Wissen zu seiner persönlichen Angelegenheit zu machen, umzuglühen die individuellen Begehrungen in die Liebe, wodurch sie dasjenige werden, was im assoziativen sozialen Leben eine allgemeine Angelegenheit der ganzen Menschheit werden kann. Man kann das, was im Kosmos geschieht, besser verstehen, wenn man hinschaut auf das, was im Menschen sich vollzieht, und man kann umgekehrt dasjenige, was Menschenaufgabe ist, in der richtigen Weise sehen, wenn man die Bedingungen des Kosmos sinngemäß durchschauen kann. Dann wenden sie sich schon an auch auf dasjenige, was als Moralität, als Ethizismus in der Menschheit leben soll.

[ 13 ] Die Dinge, die man spricht über Luzifer und Ahriman, sie sind wahrhaftig nicht so gemeint, daß man nur darüber theoretisieren soll, daß man nur so sprechen soll, daß eben Ahriman das ist und Luzifer das. Sondern man soll diese Begriffe nun auch so in sich aufnehmen, daß man im Grunde genommen in alledem, was um einen herum geschieht, die Wirksamkeiten der luziferischen Geister sieht, die das Erdenstadium in früheren Stadien zurückhalten möchten, und daß man in alledem, was Ahriman ist, dasjenige sieht, was das Erdenstadium zurückbehalten will, so daß es nicht weiterkommt in Zukunftsstadien hinein. Aber man muß in den Einzelheiten diese Dinge durchschauen. Man muß, ich möchte sagen, das Moralische naturgesetzlich, das Naturgesetzliche moralisch werten können. Wenn das geschieht, dann wird die große Brücke geschlagen werden zwischen der moralischen Weltanschauung und der theoretischen Weltanschauung, von welcher Brücke ich ja gerade an diesem Orte hier öfters gesprochen habe.

[ 13 ] Die Dinge, die man spricht über Luzifer und Ahriman, sie sind wahrhaftig nicht so gemeint, daß man nur darüber theoretisieren soll, daß man nur so sprechen soll, daß eben Ahriman das ist und Luzifer das. Sondern man soll diese Begriffe nun auch so in sich aufnehmen, daß man im Grunde genommen in alledem, was um einen herum geschieht, die Wirksamkeiten der luziferischen Geister sieht, die das Erdenstadium in früheren Stadien zurückhalten möchten, und daß man in alledem, was Ahriman ist, dasjenige sieht, was das Erdenstadium zurückbehalten will, so daß es nicht weiterkommt in Zukunftsstadien hinein. Aber man muß in den Einzelheiten diese Dinge durchschauen. Man muß, ich möchte sagen, das Moralische naturgesetzlich, das Naturgesetzliche moralisch werten können. Wenn das geschieht, dann wird die große Brücke geschlagen werden zwischen der moralischen Weltanschauung und der theoretischen Weltanschauung, von welcher Brücke ich ja gerade an diesem Orte hier öfters gesprochen habe.

[ 14 ] Unter diesem Gesichtspunkte müssen auch die Dinge betrachtet werden, die heute geschehen. Denn nur, wenn der freie Wille des Menschen eingreift in dieses Weltgeschehen, kann dasjenige angewendet werden, was heute Ihnen skizzenhaft hier angedeutet worden ist. Die weitere Erdenentwickelung ist eben durchaus Aufgabe des Menschen und der Menschheit. Das darf nicht übersehen werden. Und derjenige, der nur theoretisieren will, der zum Beispiel nur sehen will, nur hören will: Nach so und so vielen Jahrhunderten oder Jahrtausenden geschieht das —, der berücksichtigt nicht, daß wir schon in einem Zeitalter leben, in dem es der Menschheit übergeben ist, mitzuwirken an den Metamorphosen der Erdenentwickelung, daß aufgenommen werden muß in das menschliche Gemüt das, was allgemeiner Weltverstand ist, und daß hinausfließen muß aus den Menschen in der Form der allgemeinen Menschenliebe, die aber nur in reinem, freiem Denken zu erreichen ist, dasjenige, was individuell im Menschen als Begehrungsvermögen lebt.

[ 14 ] Unter diesem Gesichtspunkte müssen auch die Dinge betrachtet werden, die heute geschehen. Denn nur, wenn der freie Wille des Menschen eingreift in dieses Weltgeschehen, kann dasjenige angewendet werden, was heute Ihnen skizzenhaft hier angedeutet worden ist. Die weitere Erdenentwickelung ist eben durchaus Aufgabe des Menschen und der Menschheit. Das darf nicht übersehen werden. Und derjenige, der nur theoretisieren will, der zum Beispiel nur sehen will, nur hören will: Nach so und so vielen Jahrhunderten oder Jahrtausenden geschieht das —, der berücksichtigt nicht, daß wir schon in einem Zeitalter leben, in dem es der Menschheit übergeben ist, mitzuwirken an den Metamorphosen der Erdenentwickelung, daß aufgenommen werden muß in das menschliche Gemüt das, was allgemeiner Weltverstand ist, und daß hinausfließen muß aus den Menschen in der Form der allgemeinen Menschenliebe, die aber nur in reinem, freiem Denken zu erreichen ist, dasjenige, was individuell im Menschen als Begehrungsvermögen lebt.

[ 15 ] Damit habe ich Ihnen zwei Kulturströmungen, die vor allen Dingen wichtig sind, vor das Seelenauge hingestellt und habe damit versucht zu zeigen, wiederum von einer gewissen Seite aus, welches die Aufgabe ernst gemeinter Geisteswissenschaft ist. In solchen Bahnen liegt diese Aufgabe. Sie liegt wirklich nicht darin, daß einige ein Wohlgefühl haben an dem Wissen von diesem oder jenem, sondern sie liegt schon darin — die Aufgabe dieser ernst gemeinten Geisteswissenschaft —, daß so in die Menschheitsentwickelung eingegriffen werde, daß in der richtigen Weise aus dem Menschentum heraus das Weltgeschehen sich formt.

[ 15 ] Damit habe ich Ihnen zwei Kulturströmungen, die vor allen Dingen wichtig sind, vor das Seelenauge hingestellt und habe damit versucht zu zeigen, wiederum von einer gewissen Seite aus, welches die Aufgabe ernst gemeinter Geisteswissenschaft ist. In solchen Bahnen liegt diese Aufgabe. Sie liegt wirklich nicht darin, daß einige ein Wohlgefühl haben an dem Wissen von diesem oder jenem, sondern sie liegt schon darin — die Aufgabe dieser ernst gemeinten Geisteswissenschaft —, daß so in die Menschheitsentwickelung eingegriffen werde, daß in der richtigen Weise aus dem Menschentum heraus das Weltgeschehen sich formt.