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Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit II
Human Beings as Physical and Spiritual Entities
in the Course of History
GA 206

14 August 1921, Dornach

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Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist II
  1. Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit II, tr. SOL

Zweiundzwanzigster Vortrag

Zweiundzwanzigster Vortrag

[ 1 ] Wir haben nun einige Bausteine zusammengetragen, die geeignet sein sollen, eine Art Gebäude aufzurichten, um durch dieses Anschauungsgebäude tiefer in das Wesen des Menschen einzudringen. Um nun von den Auseinandersetzungen, die wir gestern und vorgestern gepflogen haben, in entsprechender Weise weiterzuschreiten, ist es notwendig, daß wir heute unsere Betrachtungen ausdehnen auf Gebiete, die wir berührt haben, in der Weise, daß wir gewissermaßen das SeelischGeistige, das ja im Menschen wirkt, und das Leiblich-Materielle, das in ihm ebenso wirkt, im Zusammenhange betrachten. Es ist ja nun einmal in der wissenschaftlichen Entwickelung der neueren Zeit schwer geworden, diese Anschauung über das Zusammenwirken des GeistigSeelischen und des Leiblich-Physischen im Menschen in fruchtbringender Weise zusammenzustellen, denn der moderne Mensch kennt eigentlich auf diesem Gebiete immer nur eine Zweiheit. Er kennt das Materielle mit seinen Wirkungen und mit seinen Konfigurationen und betrachtet dann dieses Materielle auch am Menschen. Er betrachtet es am Menschen, indem er etwa Physiologie, Chemie, Biologie betreibt. Von diesen Dingen gehen dann gewisse Anschauungen aus und werden in das populäre Bewußtsein aufgenommen. Man hält mit einer gewissen Zähigkeit an ihnen fest, und es muß immer wieder betont werden, daß ja eigentlich selbst diejenigen, die mit ihren Sonntagsgefühlen noch in alten traditionellen Religionsvorstellungen leben, durchaus als Autorität anerkennen, was eben die landläufige Wissenschaft sagt über das Leibliche des Menschen, vielleicht diese erst recht. Auf der andern Seite machen sich ja gewisse Menschen Vorstellungen über das GeistigSeelische. Aber diese Vorstellungen über das Geistig-Seelische sind so abstrakt, sind manchmal tatsächlich nur Worthülsen über irgend etwas, das man einmal genauer gekannt hat, dessen Erkenntnis verlorengegangen ist, so daß nicht viel damit anzufangen ist. Die Menschen reden wohl heute vom Denken, vom Fühlen, vom Wollen, sie reden vom Vorstellen. Allein wirklich erlebte Anschauungen über diese Dinge hat man ja nicht. Man möchte sagen, es haben sich Worte fortgepflanzt, und an diesen Worten hält die Menschheit fest, ohne daß sie mit ihnen viel Sinn verbindet. Man sieht das auch sein Spiel hineintreiben in die heute erscheinenden Literaturwerke über Seelenkunde und dergleichen, wo über Denken, Fühlen und Wollen durchaus Worthülsen oder wenigstens leere Abstraktionen ihr Wesen treiben.

[ 1 ] Wir haben nun einige Bausteine zusammengetragen, die geeignet sein sollen, eine Art Gebäude aufzurichten, um durch dieses Anschauungsgebäude tiefer in das Wesen des Menschen einzudringen. Um nun von den Auseinandersetzungen, die wir gestern und vorgestern gepflogen haben, in entsprechender Weise weiterzuschreiten, ist es notwendig, daß wir heute unsere Betrachtungen ausdehnen auf Gebiete, die wir berührt haben, in der Weise, daß wir gewissermaßen das SeelischGeistige, das ja im Menschen wirkt, und das Leiblich-Materielle, das in ihm ebenso wirkt, im Zusammenhange betrachten. Es ist ja nun einmal in der wissenschaftlichen Entwickelung der neueren Zeit schwer geworden, diese Anschauung über das Zusammenwirken des GeistigSeelischen und des Leiblich-Physischen im Menschen in fruchtbringender Weise zusammenzustellen, denn der moderne Mensch kennt eigentlich auf diesem Gebiete immer nur eine Zweiheit. Er kennt das Materielle mit seinen Wirkungen und mit seinen Konfigurationen und betrachtet dann dieses Materielle auch am Menschen. Er betrachtet es am Menschen, indem er etwa Physiologie, Chemie, Biologie betreibt. Von diesen Dingen gehen dann gewisse Anschauungen aus und werden in das populäre Bewußtsein aufgenommen. Man hält mit einer gewissen Zähigkeit an ihnen fest, und es muß immer wieder betont werden, daß ja eigentlich selbst diejenigen, die mit ihren Sonntagsgefühlen noch in alten traditionellen Religionsvorstellungen leben, durchaus als Autorität anerkennen, was eben die landläufige Wissenschaft sagt über das Leibliche des Menschen, vielleicht diese erst recht. Auf der andern Seite machen sich ja gewisse Menschen Vorstellungen über das GeistigSeelische. Aber diese Vorstellungen über das Geistig-Seelische sind so abstrakt, sind manchmal tatsächlich nur Worthülsen über irgend etwas, das man einmal genauer gekannt hat, dessen Erkenntnis verlorengegangen ist, so daß nicht viel damit anzufangen ist. Die Menschen reden wohl heute vom Denken, vom Fühlen, vom Wollen, sie reden vom Vorstellen. Allein wirklich erlebte Anschauungen über diese Dinge hat man ja nicht. Man möchte sagen, es haben sich Worte fortgepflanzt, und an diesen Worten hält die Menschheit fest, ohne daß sie mit ihnen viel Sinn verbindet. Man sieht das auch sein Spiel hineintreiben in die heute erscheinenden Literaturwerke über Seelenkunde und dergleichen, wo über Denken, Fühlen und Wollen durchaus Worthülsen oder wenigstens leere Abstraktionen ihr Wesen treiben.

[ 2 ] Dann merken die Menschen, daß sie auf der einen Seite die Anschauung des Materiellen haben, die sie nicht ableugnen können, weil sie ja Augen haben, Hände haben, mit denen sich das Materielle angreifen und sehen läßt, weil sie Waagen haben, mit denen es sich wiegen läßt, weil sie messen können und dergleichen. Also das Materielle wird als solches aus dem unmittelbaren Augenscheine, aus der Sinnesempfindung heraus anerkannt.

[ 2 ] Dann merken die Menschen, daß sie auf der einen Seite die Anschauung des Materiellen haben, die sie nicht ableugnen können, weil sie ja Augen haben, Hände haben, mit denen sich das Materielle angreifen und sehen läßt, weil sie Waagen haben, mit denen es sich wiegen läßt, weil sie messen können und dergleichen. Also das Materielle wird als solches aus dem unmittelbaren Augenscheine, aus der Sinnesempfindung heraus anerkannt.

[ 3 ] Auf der andern Seite reden schon die Menschen von einem GeistigSeelischen, aber in jener Weise, wie ich es eben besprochen habe. Und dann können sie nicht irgendwie eine Beziehung finden zwischen diesem Geistig-Seelischen und dem Leiblich-Physischen, dem MateriellPhysischen. Man ist ja auf allerlei Theorien verfallen, wie das GeistigSeelische zusammenwirken soll mit dem Leiblich-Materiellen. Allein alle diese Theorien sind eben Gedankengespinste. Denn bevor man über diese Dinge Anschauungen gewinnt, ist es durchaus notwendig, daß man einzugehen vermag auf den ganzen Menschen. Im ganzen Menschen ist es ja schließlich so, daß niemals irgendeine geistigseelische Äußerung zwischen Geburt und Tod da ist, ohne daß eine leiblich-physische Äußerung da ist. Und wenn wir vom LeiblichPhysischen und vom Geistig-Seelischen als etwas Gegensätzlichem reden, so sind das Abstraktionen, denn es ist das eine und dieselbe Sache von verschiedenen Seiten angesehen. Aber das weiß man nicht, daß das eine und dieselbe Sache ist, und man sieht gerade die Schwierigkeiten darin, eine Theorie aufzustellen, wie nun die beiden zusammenwirken. Aber nur was wir in einer wirklich gesteigerten, herangebildeten Beobachtung erfassen, das ist es, was auf diesem Gebiete hilft. Und dazu ist notwendig, daß eben aufmerksam gemacht wird auf die Dinge, die sich bei einer solchen Beobachtung ergeben. Es ist ja natürlich, daß einer exakten Beobachtung auf diesem Gebiete vorangehen muß eine gewisse Schulung in dem Sinne, wie ich sie beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Aber wenn man die Zielpunkte hat, wenn man weiß, was da beobachtet worden ist, so kann man schon nachkommen mit dem gesunden Menschenverstand, wenn man nur überhaupt will, wenn man nur überhaupt sich darauf einläßt, die Ideen, die dann zutage gefördert werden durch die geisteswissenschaftliche Beobachtung, in ihren Inhalten ordentlich zu verfolgen.

[ 3 ] Auf der andern Seite reden schon die Menschen von einem GeistigSeelischen, aber in jener Weise, wie ich es eben besprochen habe. Und dann können sie nicht irgendwie eine Beziehung finden zwischen diesem Geistig-Seelischen und dem Leiblich-Physischen, dem MateriellPhysischen. Man ist ja auf allerlei Theorien verfallen, wie das GeistigSeelische zusammenwirken soll mit dem Leiblich-Materiellen. Allein alle diese Theorien sind eben Gedankengespinste. Denn bevor man über diese Dinge Anschauungen gewinnt, ist es durchaus notwendig, daß man einzugehen vermag auf den ganzen Menschen. Im ganzen Menschen ist es ja schließlich so, daß niemals irgendeine geistigseelische Äußerung zwischen Geburt und Tod da ist, ohne daß eine leiblich-physische Äußerung da ist. Und wenn wir vom LeiblichPhysischen und vom Geistig-Seelischen als etwas Gegensätzlichem reden, so sind das Abstraktionen, denn es ist das eine und dieselbe Sache von verschiedenen Seiten angesehen. Aber das weiß man nicht, daß das eine und dieselbe Sache ist, und man sieht gerade die Schwierigkeiten darin, eine Theorie aufzustellen, wie nun die beiden zusammenwirken. Aber nur was wir in einer wirklich gesteigerten, herangebildeten Beobachtung erfassen, das ist es, was auf diesem Gebiete hilft. Und dazu ist notwendig, daß eben aufmerksam gemacht wird auf die Dinge, die sich bei einer solchen Beobachtung ergeben. Es ist ja natürlich, daß einer exakten Beobachtung auf diesem Gebiete vorangehen muß eine gewisse Schulung in dem Sinne, wie ich sie beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Aber wenn man die Zielpunkte hat, wenn man weiß, was da beobachtet worden ist, so kann man schon nachkommen mit dem gesunden Menschenverstand, wenn man nur überhaupt will, wenn man nur überhaupt sich darauf einläßt, die Ideen, die dann zutage gefördert werden durch die geisteswissenschaftliche Beobachtung, in ihren Inhalten ordentlich zu verfolgen.

[ 4 ] Diese Ideen sind natürlich immer derart, daß, wenn man auf sie anwendet, was aus der gewöhnlichen Wissenschaft einem vertraut ist, dann kommt man nicht nach. Man muß schon sich einlassen auf die Ideen, die da gegeben werden. Aber auf Ideen kann man sich immer einlassen mit dem gesunden Menschenverstand. Ideen könnten hergekommen sein von den allerunbekanntesten Welten; wenn sie da sind, kann man sich auf sie einlassen. Wenn nur wirklich die Erfahrungen aus den entsprechenden Welten in solche erfaßbaren Ideen gebracht sind, dann kann man sich schon auf sie einlassen. Aber man muß sich zu dem aufschwingen, zu dem man ja keine okkulte Schulung braucht: zu dem Erfassen von Ideen.

[ 4 ] Diese Ideen sind natürlich immer derart, daß, wenn man auf sie anwendet, was aus der gewöhnlichen Wissenschaft einem vertraut ist, dann kommt man nicht nach. Man muß schon sich einlassen auf die Ideen, die da gegeben werden. Aber auf Ideen kann man sich immer einlassen mit dem gesunden Menschenverstand. Ideen könnten hergekommen sein von den allerunbekanntesten Welten; wenn sie da sind, kann man sich auf sie einlassen. Wenn nur wirklich die Erfahrungen aus den entsprechenden Welten in solche erfaßbaren Ideen gebracht sind, dann kann man sich schon auf sie einlassen. Aber man muß sich zu dem aufschwingen, zu dem man ja keine okkulte Schulung braucht: zu dem Erfassen von Ideen.

[ 5 ] Das können natürlich gerade die meisten Menschen heute nicht, und am wenigsten die Wissenschafter des heutigen Tages. Die sind gewöhnt, Ideen nur zu haben, wenn diese Ideen entlehnt sind der äußeren Sinneswelt. Und sie lassen sich höchstens in der Mathematik darauf ein, sonst lassen sie sich aber gar nicht ein auf das Erfassen von Ideen, die dann aus sich selbst heraus verfolgt werden, wie die mathematischen Gebilde aus sich selbst heraus verfolgt werden. Alles, was der Geisteswissenschafter bringt, kann man verfolgen, wenn man den Willen entwickelt, sich auf solche Ideen einzulassen, und man kann eigentlich ideell alles nachprüfen. Aber man muß wollen. Dazu gehört eben — das muß immer wieder betont werden — gar keine okkulte Schulung, aber dazu gehört eine Überwindung dessen, was man gerade heute aufnimmt als anerkannt wissenschaftliche Denkmethoden, die durchaus nicht zusammenfallen mit dem gesunden Menschenverstand, weil sie eben die Denkgewohnheiten erzeugt haben, nur das gelten zu lassen, was ein Korrelat in der sinnlichen Welt hat. Wir müssen heute eine Anzahl von Ideen entwickeln, welche uns weiterführen können in den Betrachtungen, die wir gewonnen haben. Wenn unser Vorstellungsleben abläuft, wenn wir also vorstellen, so geht ja in uns etwas vor. Und was da vorgeht, das ist nicht der abstrakte Prozeß, der heute vielfach beschrieben wird, sondern es ist ein Prozeß, in dem durchaus auch etwas lebt, was man materielle Vorgänge nennt. Man ist nicht dadurch Materialist, daß man das Geistige bis in seine materiellen Wirkungen hinein verfolgt, man ist nur dadurch Materialist, daß man das Geistige aus einem Vorurteile heraus ablehnt.

[ 5 ] Das können natürlich gerade die meisten Menschen heute nicht, und am wenigsten die Wissenschafter des heutigen Tages. Die sind gewöhnt, Ideen nur zu haben, wenn diese Ideen entlehnt sind der äußeren Sinneswelt. Und sie lassen sich höchstens in der Mathematik darauf ein, sonst lassen sie sich aber gar nicht ein auf das Erfassen von Ideen, die dann aus sich selbst heraus verfolgt werden, wie die mathematischen Gebilde aus sich selbst heraus verfolgt werden. Alles, was der Geisteswissenschafter bringt, kann man verfolgen, wenn man den Willen entwickelt, sich auf solche Ideen einzulassen, und man kann eigentlich ideell alles nachprüfen. Aber man muß wollen. Dazu gehört eben — das muß immer wieder betont werden — gar keine okkulte Schulung, aber dazu gehört eine Überwindung dessen, was man gerade heute aufnimmt als anerkannt wissenschaftliche Denkmethoden, die durchaus nicht zusammenfallen mit dem gesunden Menschenverstand, weil sie eben die Denkgewohnheiten erzeugt haben, nur das gelten zu lassen, was ein Korrelat in der sinnlichen Welt hat. Wir müssen heute eine Anzahl von Ideen entwickeln, welche uns weiterführen können in den Betrachtungen, die wir gewonnen haben. Wenn unser Vorstellungsleben abläuft, wenn wir also vorstellen, so geht ja in uns etwas vor. Und was da vorgeht, das ist nicht der abstrakte Prozeß, der heute vielfach beschrieben wird, sondern es ist ein Prozeß, in dem durchaus auch etwas lebt, was man materielle Vorgänge nennt. Man ist nicht dadurch Materialist, daß man das Geistige bis in seine materiellen Wirkungen hinein verfolgt, man ist nur dadurch Materialist, daß man das Geistige aus einem Vorurteile heraus ablehnt.

[ 6 ] Sobald man sich völlig klar darüber wird, was da eigentlich in der Seele vorgeht, wenn man denkt, wenn man vorstellt, dann wird man allmählich doch auch schon ohne okkulte Schulung zu einem inneren Erfassen des seelisch-leiblichen Prozesses kommen können, der vorliegt. Und dieser seelisch-leibliche Prozeß beim Denken, beim Vorstellen, er ist ein solcher, der schon seinen seelischen Eigenschaften nach zeigt, daß er das Gegenteil eines andern Prozesses ist. Versuchen Sie nur einmal aufzufinden in dem Umfange des gewöhnlichen Bewußtseins, welches der gegenteilige Prozeß des Denkens ist. Es ist derjenige, wo uns die Gedanken schwinden, wo wir unfähig werden, die Gedanken in heller, klarer Weise zu verfolgen, wo also das, was wir im gewöhnlichen Leben bewußt nennen, aufhört, wenigstens wo unsere Gewalt aufhört über das, was wir im gewöhnlichen Leben bewußt nennen. Nun können Sie gerade bei diesem Gegenbild des Denkens verfolgen, wie es ein leibliches Korrelat hat: Überall da, wo der eigentliche Wachstumsprozeß, der Werdeprozeß in uns, der Prozeß des Nährens, des Wachsens, besonders stark auftritt, da tritt das Gedankenelement, das Vorstellungselement zurück. Sie brauchen nur verständig hinzuschauen auf die rege organische Wachstumstätigkeit in den ersten Kinderjahren. Da ist diese Wachstumstätigkeit ganz besonders lebendig. Aber das Denken, das ist doch nur im Keime vorhanden, wenigstens die Gewalt des Menschen über das Denken. Oder verfolgen Sie Krankheitsprozesse, durch die wie in Fiebererscheinungen, die organische Tätigkeit eine besonders vehemente wird, wo sie eine gesteigerte wird, da schwindet die bewußte Gewalt über das Vorstellungsleben dahin.

[ 6 ] Sobald man sich völlig klar darüber wird, was da eigentlich in der Seele vorgeht, wenn man denkt, wenn man vorstellt, dann wird man allmählich doch auch schon ohne okkulte Schulung zu einem inneren Erfassen des seelisch-leiblichen Prozesses kommen können, der vorliegt. Und dieser seelisch-leibliche Prozeß beim Denken, beim Vorstellen, er ist ein solcher, der schon seinen seelischen Eigenschaften nach zeigt, daß er das Gegenteil eines andern Prozesses ist. Versuchen Sie nur einmal aufzufinden in dem Umfange des gewöhnlichen Bewußtseins, welches der gegenteilige Prozeß des Denkens ist. Es ist derjenige, wo uns die Gedanken schwinden, wo wir unfähig werden, die Gedanken in heller, klarer Weise zu verfolgen, wo also das, was wir im gewöhnlichen Leben bewußt nennen, aufhört, wenigstens wo unsere Gewalt aufhört über das, was wir im gewöhnlichen Leben bewußt nennen. Nun können Sie gerade bei diesem Gegenbild des Denkens verfolgen, wie es ein leibliches Korrelat hat: Überall da, wo der eigentliche Wachstumsprozeß, der Werdeprozeß in uns, der Prozeß des Nährens, des Wachsens, besonders stark auftritt, da tritt das Gedankenelement, das Vorstellungselement zurück. Sie brauchen nur verständig hinzuschauen auf die rege organische Wachstumstätigkeit in den ersten Kinderjahren. Da ist diese Wachstumstätigkeit ganz besonders lebendig. Aber das Denken, das ist doch nur im Keime vorhanden, wenigstens die Gewalt des Menschen über das Denken. Oder verfolgen Sie Krankheitsprozesse, durch die wie in Fiebererscheinungen, die organische Tätigkeit eine besonders vehemente wird, wo sie eine gesteigerte wird, da schwindet die bewußte Gewalt über das Vorstellungsleben dahin.

[ 7 ] Wir sehen also einen Gegensatz, den wir immer genauer beschreiben könnten, aber ich möchte nur auf die Richtlinien hinweisen. Das eine ist das Vorstellungsleben; wir fassen es zunächst seelisch. Das andere ist das Wachstumsleben. Ich werde, um Sie genauer darauf hinzuweisen, was eigentlich vorliegt, schreiben die «Wachstumswucherung», da ist jetzt der Gegensatz mehr leiblich erfaßt.

[ 7 ] Wir sehen also einen Gegensatz, den wir immer genauer beschreiben könnten, aber ich möchte nur auf die Richtlinien hinweisen. Das eine ist das Vorstellungsleben; wir fassen es zunächst seelisch. Das andere ist das Wachstumsleben. Ich werde, um Sie genauer darauf hinzuweisen, was eigentlich vorliegt, schreiben die «Wachstumswucherung», da ist jetzt der Gegensatz mehr leiblich erfaßt.

[ 8 ] Aber versuchen Sie einmal, von diesem Ausgangspunkt weiterzugehen. Erinnern Sie sich, daß ich oftmals darauf hingewiesen habe, wie der Mensch eigentlich in seinem gewöhnlichen Bewußtsein dies helle, klare Tagesbewußtsein, das er vom Aufwachen bis zum Einschlafen trägt, nur über sein Vorstellungsleben hat, während dasjenige, was in uns vorgeht, wenn wir den Willen entwickeln, in ein Finsteres hinuntertaucht wie das Leben zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Wir schlafen, so sagte ich oftmals, nicht nur vom Einschlafen bis zum Aufwachen ganz, sondern wir schlafen auch im wachenden Zustande partiell für unsere Willenstätigkeit. Alles was in uns als wollende Betätigung lebt, ist eigentlich in einen Schlafzustand eingehüllt. Wir wissen, wenn wir die Hand heben wollen, von unseren Absichten, von unseren Willensmotiven, aber wir verhalten uns zu dem, was da eigentlich in uns vorgeht, indem die Hand wirklich gehoben wird, indem also der Wille entfaltet wird, gerade so, wie wir uns zu uns selbst verhalten, wenn wir schlafen. Was geschieht da eigentlich? Was liegt da eigentlich vor?

[ 8 ] Aber versuchen Sie einmal, von diesem Ausgangspunkt weiterzugehen. Erinnern Sie sich, daß ich oftmals darauf hingewiesen habe, wie der Mensch eigentlich in seinem gewöhnlichen Bewußtsein dies helle, klare Tagesbewußtsein, das er vom Aufwachen bis zum Einschlafen trägt, nur über sein Vorstellungsleben hat, während dasjenige, was in uns vorgeht, wenn wir den Willen entwickeln, in ein Finsteres hinuntertaucht wie das Leben zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Wir schlafen, so sagte ich oftmals, nicht nur vom Einschlafen bis zum Aufwachen ganz, sondern wir schlafen auch im wachenden Zustande partiell für unsere Willenstätigkeit. Alles was in uns als wollende Betätigung lebt, ist eigentlich in einen Schlafzustand eingehüllt. Wir wissen, wenn wir die Hand heben wollen, von unseren Absichten, von unseren Willensmotiven, aber wir verhalten uns zu dem, was da eigentlich in uns vorgeht, indem die Hand wirklich gehoben wird, indem also der Wille entfaltet wird, gerade so, wie wir uns zu uns selbst verhalten, wenn wir schlafen. Was geschieht da eigentlich? Was liegt da eigentlich vor?

[ 9 ] Was da vorliegt, ist dieses: Was in uns organisch dem Willen zugrunde liegt, das ist unten zu suchen, in den Wachstumsprozessen, die uns unbewußt bleiben. Der Wille ist hinuntergetaucht in die Wachstumsprozesse. Alles das, was als Wachstum in uns wuchert, das ist zu gleicher Zeit willensverwandt, ist äußerlich leiblich betrachtet Wachstumsprozeß, ist innerlich seelisch betrachtet Wille. So daß wir schon darauf kommen können, wie die Wachstumswucherung, wie alles, was innerhalb derjenigen Kräfteströme liegt, die im Wachstum, in der Ernährung, im Leben überhaupt sich äußern, willensverwandt ist. Wenn wir es also seelisch betrachten, so können wir sagen, das hängt mit dem Willen zusammen.

[ 9 ] Was da vorliegt, ist dieses: Was in uns organisch dem Willen zugrunde liegt, das ist unten zu suchen, in den Wachstumsprozessen, die uns unbewußt bleiben. Der Wille ist hinuntergetaucht in die Wachstumsprozesse. Alles das, was als Wachstum in uns wuchert, das ist zu gleicher Zeit willensverwandt, ist äußerlich leiblich betrachtet Wachstumsprozeß, ist innerlich seelisch betrachtet Wille. So daß wir schon darauf kommen können, wie die Wachstumswucherung, wie alles, was innerhalb derjenigen Kräfteströme liegt, die im Wachstum, in der Ernährung, im Leben überhaupt sich äußern, willensverwandt ist. Wenn wir es also seelisch betrachten, so können wir sagen, das hängt mit dem Willen zusammen.

[ 10 ] Nun ist es durchaus so, wenn wir den Menschen zwischen Geburt und Tod betrachten: Was wir unseren Willen nennen, das ist in jeder einzelnen Tätigkeit eine Abstraktion. Dieser Wille verläuft ja gar nicht abgesondert für sich. Es ist immer in uns ein Stoffwechselprozeß, ein Wachstums-, ein Ernährungsprozeß oder ein Ent-Ernährungsprozeß vorhanden, indem der Wille sich entfaltet. Es ist in einer geringeren Art dasselbe vorhanden, was eben, sagen wir, bei besonders gesteigertem Wachstums- oder Lebensprozeß das Bewußtsein auslöscht. Daher wird auch unser Bewußtsein in der eigentlichen Willensregion ausgelöscht. Diese Willensregion, die ist da, wo die Wachstumswucherung ist; daher ist sie im Unbewußten. Wir müssen also als Mensch in uns unterscheiden ein Gebiet — ich zeichne es natürlich schematisch —, wo die Wachstumswucherung ist, und in dieser Wachstumswucherung, die nun nicht ins gewöhnliche Bewußtsein hereinfällt, wurzelt der Wille. Aber das ist eigentlich eines beim konkreten Menschen. Nur im Denken sondern wir den Willen ab von dieser Wachstumswucherung.

[ 10 ] Nun ist es durchaus so, wenn wir den Menschen zwischen Geburt und Tod betrachten: Was wir unseren Willen nennen, das ist in jeder einzelnen Tätigkeit eine Abstraktion. Dieser Wille verläuft ja gar nicht abgesondert für sich. Es ist immer in uns ein Stoffwechselprozeß, ein Wachstums-, ein Ernährungsprozeß oder ein Ent-Ernährungsprozeß vorhanden, indem der Wille sich entfaltet. Es ist in einer geringeren Art dasselbe vorhanden, was eben, sagen wir, bei besonders gesteigertem Wachstums- oder Lebensprozeß das Bewußtsein auslöscht. Daher wird auch unser Bewußtsein in der eigentlichen Willensregion ausgelöscht. Diese Willensregion, die ist da, wo die Wachstumswucherung ist; daher ist sie im Unbewußten. Wir müssen also als Mensch in uns unterscheiden ein Gebiet — ich zeichne es natürlich schematisch —, wo die Wachstumswucherung ist, und in dieser Wachstumswucherung, die nun nicht ins gewöhnliche Bewußtsein hereinfällt, wurzelt der Wille. Aber das ist eigentlich eines beim konkreten Menschen. Nur im Denken sondern wir den Willen ab von dieser Wachstumswucherung.

[ 11 ] Ein anderes Gebiet, das wir zunächst nur seelisch betrachtet haben, ist dasjenige, was unser Denken umfaßt. Dieses Denken, das Vorstellen, entwickelt sich entweder in Anknüpfung an äußere Vorstellungen oder dadurch, daß der Erinnerungsprozeß sich in Vorstellungen umsetzt, wenn eben Erlebnisse wiedererinnert werden.

[ 11 ] Ein anderes Gebiet, das wir zunächst nur seelisch betrachtet haben, ist dasjenige, was unser Denken umfaßt. Dieses Denken, das Vorstellen, entwickelt sich entweder in Anknüpfung an äußere Vorstellungen oder dadurch, daß der Erinnerungsprozeß sich in Vorstellungen umsetzt, wenn eben Erlebnisse wiedererinnert werden.

[ 12 ] Nun, seelisch kann man im Grunde ganz genau sehen, daß dieses Vorstellungsleben der Gegenpol ist des Willenslebens und auch der Gegenpol ist des Wachstumslebens, des Lebens im Organismus überhaupt. Dieses Denkleben, dieses Vorstellungsleben ist ja gerade da, wo wir uns voll in der Gewalt haben, wo wir die Vorstellungen aneinanderreihen, wo wir analysieren und synthetisieren innerhalb des Vorstellungslebens. Wir können das Denken dem Willen entgegensetzen. Der Wille ist, seiner Wesenheit nach, uns ganz unbewußt. Wir wissen jetzt, daß er uns unbewußt ist, weil er im Wachstum, in den Lebensvorgängen, in den Stoffwechselvorgängen wurzelt. Das Denken steht dem Willen entgegen. Wir haben es in der Gewalt.

[ 12 ] Nun, seelisch kann man im Grunde ganz genau sehen, daß dieses Vorstellungsleben der Gegenpol ist des Willenslebens und auch der Gegenpol ist des Wachstumslebens, des Lebens im Organismus überhaupt. Dieses Denkleben, dieses Vorstellungsleben ist ja gerade da, wo wir uns voll in der Gewalt haben, wo wir die Vorstellungen aneinanderreihen, wo wir analysieren und synthetisieren innerhalb des Vorstellungslebens. Wir können das Denken dem Willen entgegensetzen. Der Wille ist, seiner Wesenheit nach, uns ganz unbewußt. Wir wissen jetzt, daß er uns unbewußt ist, weil er im Wachstum, in den Lebensvorgängen, in den Stoffwechselvorgängen wurzelt. Das Denken steht dem Willen entgegen. Wir haben es in der Gewalt.

[ 13 ] In dem Augenblicke allerdings, wo der Geistesforscher vordringt zur Imagination, wird es ihm sogleich klar, was da eigentlich im Denken vorliegt. Denn stellen Sie sich nur einmal genau diesen Prozeß vor, den der Mensch durchmacht, der vom gewöhnlichen Denken zur Imagination vorschreitet.

[ 13 ] In dem Augenblicke allerdings, wo der Geistesforscher vordringt zur Imagination, wird es ihm sogleich klar, was da eigentlich im Denken vorliegt. Denn stellen Sie sich nur einmal genau diesen Prozeß vor, den der Mensch durchmacht, der vom gewöhnlichen Denken zur Imagination vorschreitet.

[ 14 ] Das gewöhnliche Denken ist abstrakt. Der Mensch, indem er denkt, ist sich nur des Gedankenlebens bewußt (gelb). Wenn nun dieses Denken durch die Methoden, die ich geschildert habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» sich verdichtet zu dem imaginativen Leben, dann treten die Bilder des imaginativen Lebens auf. Aber es ist ja begreiflich, daß nichts, was in der Seele vorgeht, das heißt, erlebt wird, nicht auch irgendein leibliches Korrelat im gewöhnlichen Leben zwischen Geburt und Tod hat. Man nimmt etwas an sich selbst wahr, wenn man zur Imagination aufsteigt. Und was man wahrnimmt, das ist ja eben gerade derjenige Prozeß, der sich beim Denken überhaupt abspielt, denn es ist ja nur eine Weiterbildung des Denkens, dieses imaginative Erkennen, Ich habe schon gesagt, die Tatsachen am Menschen werden keine andern dadurch, daß man zu dem höheren, zu dem übersinnlichen Erkennen aufsteigt. Man lernt nur das, was ja immer am Menschen vorhanden ist, erkennen. Es geschieht das, was man da erkennen lernt, immer, aber man weiß es nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Hat man nun im vorgerückten Bewußtsein die Bilder, dann weiß man, daß diesen Bildern in der menschlichen Organisation entsprechen gewisse figurale Ablagerungen, richtige stoffliche Ablagerungen (rot). Diese richtigen stofflichen Ablagerungen sind immer im Menschen vorhanden; sie werden nur nicht bemerkt. Denn das, was man in der Imagination erlebt, sind keine neuen Ablagerungen, sondern die Imagination befähigt einen nur, die immer vorhandenen Ablagerungen zu sehen. Man würde keine Imaginationen haben können, wenn man nicht in einer gewissen Weise sehen würde — man kann es übrigens kaum «sehen» nennen —, wenn man nicht gewahr werden würde diese Ablagerungen, denn an diesen Ablagerungen spiegeln sich die Imaginationen. Man merkt dann, daß eben schon im gewöhnlichen Denken diese Ablagerungen durchaus vorhanden sind. Sie hängen zusammen mit der feinen Organisation unseres Nervensystems und desjenigen, was zum Nervensystem gehört. Sie konstituieren das Nervensystem. Das Leben unseres Nervensystems hängt von diesen Ablagerungen ab. Sie bleiben, wie gesagt, unbekannt für das gewöhnliche Bewußtsein. Mit dem imaginativen Bewußtsein werden sie erkannt.

[ 14 ] Das gewöhnliche Denken ist abstrakt. Der Mensch, indem er denkt, ist sich nur des Gedankenlebens bewußt (gelb). Wenn nun dieses Denken durch die Methoden, die ich geschildert habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» sich verdichtet zu dem imaginativen Leben, dann treten die Bilder des imaginativen Lebens auf. Aber es ist ja begreiflich, daß nichts, was in der Seele vorgeht, das heißt, erlebt wird, nicht auch irgendein leibliches Korrelat im gewöhnlichen Leben zwischen Geburt und Tod hat. Man nimmt etwas an sich selbst wahr, wenn man zur Imagination aufsteigt. Und was man wahrnimmt, das ist ja eben gerade derjenige Prozeß, der sich beim Denken überhaupt abspielt, denn es ist ja nur eine Weiterbildung des Denkens, dieses imaginative Erkennen, Ich habe schon gesagt, die Tatsachen am Menschen werden keine andern dadurch, daß man zu dem höheren, zu dem übersinnlichen Erkennen aufsteigt. Man lernt nur das, was ja immer am Menschen vorhanden ist, erkennen. Es geschieht das, was man da erkennen lernt, immer, aber man weiß es nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Hat man nun im vorgerückten Bewußtsein die Bilder, dann weiß man, daß diesen Bildern in der menschlichen Organisation entsprechen gewisse figurale Ablagerungen, richtige stoffliche Ablagerungen (rot). Diese richtigen stofflichen Ablagerungen sind immer im Menschen vorhanden; sie werden nur nicht bemerkt. Denn das, was man in der Imagination erlebt, sind keine neuen Ablagerungen, sondern die Imagination befähigt einen nur, die immer vorhandenen Ablagerungen zu sehen. Man würde keine Imaginationen haben können, wenn man nicht in einer gewissen Weise sehen würde — man kann es übrigens kaum «sehen» nennen —, wenn man nicht gewahr werden würde diese Ablagerungen, denn an diesen Ablagerungen spiegeln sich die Imaginationen. Man merkt dann, daß eben schon im gewöhnlichen Denken diese Ablagerungen durchaus vorhanden sind. Sie hängen zusammen mit der feinen Organisation unseres Nervensystems und desjenigen, was zum Nervensystem gehört. Sie konstituieren das Nervensystem. Das Leben unseres Nervensystems hängt von diesen Ablagerungen ab. Sie bleiben, wie gesagt, unbekannt für das gewöhnliche Bewußtsein. Mit dem imaginativen Bewußtsein werden sie erkannt.

[ 15 ] Damit schließt sich eine Erwägungsreihe, die man so anstellen kann: Das Vorstellungsleben ist gegensätzlich zum Willen. Der Wille ist aber gebunden — was man durch solche Erwägungen erfahren kann, wie ich sie Ihnen vorgeführt habe — an die Wachstumswucherung. Nun kann man erwägen: Also wird das Vorstellungsleben an das Gegenteil der Wachstumswucherung gebunden sein, an das Absterben. Und in der Tat, dasjenige, was da in uns sich abspielt und was bei der imaginativen Erkenntnis gewissermaßen nach innen wahrnehmend geschaut wird, das ist das Herausfallen des Materiellen als organische Materie aus dem Wachstumswucherungsprozeß.

[ 15 ] Damit schließt sich eine Erwägungsreihe, die man so anstellen kann: Das Vorstellungsleben ist gegensätzlich zum Willen. Der Wille ist aber gebunden — was man durch solche Erwägungen erfahren kann, wie ich sie Ihnen vorgeführt habe — an die Wachstumswucherung. Nun kann man erwägen: Also wird das Vorstellungsleben an das Gegenteil der Wachstumswucherung gebunden sein, an das Absterben. Und in der Tat, dasjenige, was da in uns sich abspielt und was bei der imaginativen Erkenntnis gewissermaßen nach innen wahrnehmend geschaut wird, das ist das Herausfallen des Materiellen als organische Materie aus dem Wachstumswucherungsprozeß.

[ 16 ] Seelisch: Vorstellungsleben

[ 16 ] Seelisch: Vorstellungsleben

[ 17 ] Wille Leiblich: Absterben Wachstumswucherung

[ 17 ] Wille Leiblich: Absterben Wachstumswucherung

[ 18 ] Es ist schon so, daß wir in uns den Wachstumswucherungsprozeß, also den Stoffwechselprozeß haben, und fortwährend fällt sterbende Materie heraus. Wir werden fortwährend, indem wir denken, mit solcher sterbender Materie angefüllt. Dieses Sterben der Materie nehmen wir eben wahr, wenn wir zur Imagination aufsteigen. Und unser Denken, unser Vorstellen ist an diese sterbende Materie gebunden.

[ 18 ] Es ist schon so, daß wir in uns den Wachstumswucherungsprozeß, also den Stoffwechselprozeß haben, und fortwährend fällt sterbende Materie heraus. Wir werden fortwährend, indem wir denken, mit solcher sterbender Materie angefüllt. Dieses Sterben der Materie nehmen wir eben wahr, wenn wir zur Imagination aufsteigen. Und unser Denken, unser Vorstellen ist an diese sterbende Materie gebunden.

Blackboard Drawing I
Blackboard Drawing I
Blackboard Drawing I
Blackboard Drawing I

[ 19 ] Es ist wirklich so, daß wir Menschen den Stoffwechselprozeß an uns tragen, die Auflösung und die Zusammensetzung der Stoffe und so weiter, daß darinnen lebt das Willensleben, und daß fortwährend in sich selbst stirbt die Materie, das heißt, daß sie Teile ausscheidet, die nicht weiter innerhalb ihrer Organisationskräfte einbezogen sind. Es fällt fortwährend Unorganisches aus dem Organischen heraus, und an dieses Herausfallen ist gebunden das Vorstellungsleben. Überwuchert also der Wachstumsprozeß, der Stoffwechselprozeß, so schwindet unser Vorstellungsleben. Überwiegt dieser Absterbeprozeß, dann werden unsere Vorstellungen immer steifer, pedantischer. Es kann kaum verlangt werden, daß der Mensch ohne okkulte Schulung leicht zu solcher Selbstschau kommt; aber er könnte dazukommen, er kann zu einer Selbstschau kommen, durch die ihm klar wird: Geradeso wie wenn ihm in irgendeiner Weise, sei es auch nur beim Einschlafen, das Bewußtsein entschwindet, so ist da ein Sieg der Wachstums-, der Stoffwechselkräfte über diejenigen Kräfte, die jener inneren Aktivität zugrunde liegen, die die Gedanken beherrscht. Aber man kann ebenso wahrnehmen, wenn man nur unbefangen genug ist, sich solche innere Selbstschau anzueignen, wie ein inneres Ermüden, ein Sich-Absenken von Materie im Inneren stattfindet, indem die Gedanken entwickelt werden, indem man gerade immer bewußter und bewußter in seinem Vorstellungsleben lebt.

[ 19 ] Es ist wirklich so, daß wir Menschen den Stoffwechselprozeß an uns tragen, die Auflösung und die Zusammensetzung der Stoffe und so weiter, daß darinnen lebt das Willensleben, und daß fortwährend in sich selbst stirbt die Materie, das heißt, daß sie Teile ausscheidet, die nicht weiter innerhalb ihrer Organisationskräfte einbezogen sind. Es fällt fortwährend Unorganisches aus dem Organischen heraus, und an dieses Herausfallen ist gebunden das Vorstellungsleben. Überwuchert also der Wachstumsprozeß, der Stoffwechselprozeß, so schwindet unser Vorstellungsleben. Überwiegt dieser Absterbeprozeß, dann werden unsere Vorstellungen immer steifer, pedantischer. Es kann kaum verlangt werden, daß der Mensch ohne okkulte Schulung leicht zu solcher Selbstschau kommt; aber er könnte dazukommen, er kann zu einer Selbstschau kommen, durch die ihm klar wird: Geradeso wie wenn ihm in irgendeiner Weise, sei es auch nur beim Einschlafen, das Bewußtsein entschwindet, so ist da ein Sieg der Wachstums-, der Stoffwechselkräfte über diejenigen Kräfte, die jener inneren Aktivität zugrunde liegen, die die Gedanken beherrscht. Aber man kann ebenso wahrnehmen, wenn man nur unbefangen genug ist, sich solche innere Selbstschau anzueignen, wie ein inneres Ermüden, ein Sich-Absenken von Materie im Inneren stattfindet, indem die Gedanken entwickelt werden, indem man gerade immer bewußter und bewußter in seinem Vorstellungsleben lebt.

[ 20 ] Wir tragen in der Tat fortwährend in uns Geburt und Tod. Und was im Beginn des Lebens als Geburt steht, wo zunächst noch am regsten sind die Wachstumskräfte, wo das Bewußtsein noch ganz zurückgetreten ist, das lebt fortwährend mit uns bis zum Tode und ist im Grunde genommen der Träger unseres Willens, unseres unbewußten Willens, der nur bewußt wird dadurch, daß das Gedankenlicht hineingeworfen wird. Aber durchdrungen ist dasjenige, was da wuchert, von fortwährenden Auflöseprozessen, von einem fortwährenden, kontinuierlichen Sich-Vollziehen desjenigen, was dann in eines zusammengedrängt ist im Momente des Todes, von einem Absterbeprozeß. Und wie der Wachstumswucherungsprozeß das Willenselement nach außen hin offenbart, so der innerliche Absterbeprozeß das Gedanken-, das Vorstellungselement. Wir kommen zum Schluß dazu, wenn wir diese Erkenntnis in uns pflegen, zu wissen, daß wir eigentlich fortwährend geboren werden und fortwährend sterben, und daß das einmalige Geborenwerden im Beginn eines irdischen Lebens nichts anderes ist als eine Summierung desjenigen, was unser ganzes Leben bis zum Tode hin im kleinen durchzieht.

[ 20 ] Wir tragen in der Tat fortwährend in uns Geburt und Tod. Und was im Beginn des Lebens als Geburt steht, wo zunächst noch am regsten sind die Wachstumskräfte, wo das Bewußtsein noch ganz zurückgetreten ist, das lebt fortwährend mit uns bis zum Tode und ist im Grunde genommen der Träger unseres Willens, unseres unbewußten Willens, der nur bewußt wird dadurch, daß das Gedankenlicht hineingeworfen wird. Aber durchdrungen ist dasjenige, was da wuchert, von fortwährenden Auflöseprozessen, von einem fortwährenden, kontinuierlichen Sich-Vollziehen desjenigen, was dann in eines zusammengedrängt ist im Momente des Todes, von einem Absterbeprozeß. Und wie der Wachstumswucherungsprozeß das Willenselement nach außen hin offenbart, so der innerliche Absterbeprozeß das Gedanken-, das Vorstellungselement. Wir kommen zum Schluß dazu, wenn wir diese Erkenntnis in uns pflegen, zu wissen, daß wir eigentlich fortwährend geboren werden und fortwährend sterben, und daß das einmalige Geborenwerden im Beginn eines irdischen Lebens nichts anderes ist als eine Summierung desjenigen, was unser ganzes Leben bis zum Tode hin im kleinen durchzieht.

[ 21 ] Für Mathematiker könnte man sagen, die wirkliche Geburt ist ein Integral all der Geburtsdifferentiale, die durch das Leben hindurch wirksam sind. Ebenso sind aber auch die Todesdifferentiale wirksam, und der wirkliche Tod, er ist nur das Integral davon. Das heißt, wenn wir innerlich so fortwährend sterben, daß das Sterben beständig aufgehoben wird, daß es schon aufgehoben wird im Momente seines Entstehens, so ist das die materielle Grundlage des Vorstellungslebens. Wenn das Sterben einmal eintritt, wenn also einfach in unbegrenzter Weise das intensiver wird, was fortwährend in uns tätig ist, dann ist der Moment des Todes da, wie bei der wirklichen Geburt dasjenige in unermeßlicher Weise in uns intensiver ist, was fortwährend in uns Wachstumsprozeß ist. So sieht man den geistig-seelischen, den leiblich-materiellen Prozeß in einem. Und ohne das kann man überhaupt nicht wirklich zu einer geistigen Erkenntnis kommen.

[ 21 ] Für Mathematiker könnte man sagen, die wirkliche Geburt ist ein Integral all der Geburtsdifferentiale, die durch das Leben hindurch wirksam sind. Ebenso sind aber auch die Todesdifferentiale wirksam, und der wirkliche Tod, er ist nur das Integral davon. Das heißt, wenn wir innerlich so fortwährend sterben, daß das Sterben beständig aufgehoben wird, daß es schon aufgehoben wird im Momente seines Entstehens, so ist das die materielle Grundlage des Vorstellungslebens. Wenn das Sterben einmal eintritt, wenn also einfach in unbegrenzter Weise das intensiver wird, was fortwährend in uns tätig ist, dann ist der Moment des Todes da, wie bei der wirklichen Geburt dasjenige in unermeßlicher Weise in uns intensiver ist, was fortwährend in uns Wachstumsprozeß ist. So sieht man den geistig-seelischen, den leiblich-materiellen Prozeß in einem. Und ohne das kann man überhaupt nicht wirklich zu einer geistigen Erkenntnis kommen.

[ 22 ] Nun, wir sind in einem gewissen Momente unseres Lebens immer sehr nahe demjenigen Punkte, wo wir einen Übergang vollziehen zwischen dem Denken, das ja unser gesundes Bewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen ausfüllen muß, und zwischen dem, was da wuchert und was das Denken fortwährend auslöschen will. Das ist der Moment des Einschlafens. Wir können sagen, wir kommen da zu einem für das Leben zunächst zu rechnenden Maximum der Wachstumswucherung. Die lernt derjenige, der zum imaginativen Erkennen vorrückt, sehr gut kennen. Denn in dem Augenblicke, wo sich die imaginative Erkenntnis ergibt, ist er auch in der Lage, solche Erlebnisse zu haben, die im gewöhnlichen Bewußtsein verschlafen werden, wo das gewöhnliche Bewußtsein sich auslöscht, weil es von der Willenswachstumsentwickelung eben überwuchert wird.

[ 22 ] Nun, wir sind in einem gewissen Momente unseres Lebens immer sehr nahe demjenigen Punkte, wo wir einen Übergang vollziehen zwischen dem Denken, das ja unser gesundes Bewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen ausfüllen muß, und zwischen dem, was da wuchert und was das Denken fortwährend auslöschen will. Das ist der Moment des Einschlafens. Wir können sagen, wir kommen da zu einem für das Leben zunächst zu rechnenden Maximum der Wachstumswucherung. Die lernt derjenige, der zum imaginativen Erkennen vorrückt, sehr gut kennen. Denn in dem Augenblicke, wo sich die imaginative Erkenntnis ergibt, ist er auch in der Lage, solche Erlebnisse zu haben, die im gewöhnlichen Bewußtsein verschlafen werden, wo das gewöhnliche Bewußtsein sich auslöscht, weil es von der Willenswachstumsentwickelung eben überwuchert wird.

[ 23 ] Es sind das solche Zustände, in welche das gewöhnliche Bewußtsein nicht hineinkommen darf. Wenn das gewöhnliche Bewußtsein hineinkommt, so ergreift gewissermaßen die Wachstumswucherung dasjenige, was im Sterbevorstellungsleben liegt; es treibt auf — ich muß mich jetzt in Bildern ausdrücken, aber man redet ja auch in der Imagination oder aus der Imagination heraus — die Wachstumswucherung das, was in dem Vorstellungssterbeleben liegt. Es läßt gewissermaßen das Vorstellungssterbeleben nicht bis zu seiner höheren Entwickelung kommen.

[ 23 ] Es sind das solche Zustände, in welche das gewöhnliche Bewußtsein nicht hineinkommen darf. Wenn das gewöhnliche Bewußtsein hineinkommt, so ergreift gewissermaßen die Wachstumswucherung dasjenige, was im Sterbevorstellungsleben liegt; es treibt auf — ich muß mich jetzt in Bildern ausdrücken, aber man redet ja auch in der Imagination oder aus der Imagination heraus — die Wachstumswucherung das, was in dem Vorstellungssterbeleben liegt. Es läßt gewissermaßen das Vorstellungssterbeleben nicht bis zu seiner höheren Entwickelung kommen.

[ 24 ] Das ist der Prozeß, der im halluzinatorischen Leben und in einer gewissen Beziehung auch im Leben in Illusionen, in Visionen auftritt. Visionen sind krankhafte Gebilde, Halluzinationen sind auch krankhafte Gebilde. Man begreift sie, ich möchte sagen, seelisch-leiblich, wenn man eben in einem gewissen Einklang sieht den Willen mit der Wachstumswucherung, die dann ergreift und gewissermaßen auseinanderreißt, was sich im Sterbeprozeß des Denkens konsolidieren sollte. Es wird gewissermaßen das innerliche fortwährende Leichnamwerden aufgehoben. Es wird aus dem Menschen etwas herausgerissen und wuchert, was in ihm sterben sollte, wenn er gesund wäre. Es sind aufgetriebene Gedankenmassen, und wir begreifen sie als aufgetriebene Gedankenmassen nur, wenn wir eben im Einklang sehen das, was leiblich-materiell ist, mit demjenigen, was geistig-seelisch ist. Es wuchert immer etwas von Wachstumsprozessen im Menschen, wenn er zu Halluzinationen oder zu Visionen kommt. Sie lernen gewisse vorbereitende Schulungen für das Imaginative erkennen; werden diese vorbereitenden Schulungen in entsprechender Weise gemacht, dann ist der Mensch in der Lage, sich bewußt hineinzuleben in das, was ja fortwährend im Lebenstageswechsel sich vollzieht, nämlich, daß wir wirklich durch die Traumvorstellungen in den vollständigen Schlafzustand hineinleben. In diesen Zustand, wo uns das gewöhnliche Bewußtsein genommen wird, lernt man sich hineinleben beim Vorrücken in die Imagination. Man gelangt also dahin, wo der Sterbeprozeß in einer gewissen Weise wirklich überwunden wird. Er wird überwunden im alltäglichen Leben im Schlafzustande. Aber in einen solchen Zustand, der ja dann ein bewußter Zustand ist, wird der Mensch in der höheren Erkenntnis eingeführt. Und wenn der Mensch in dieser Weise über sein gewöhnliches Bewußtsein hinauskommt, dann lernt er erkennen, daß dieses gewöhnliche Bewußtsein eben in diesen Zustand nicht hinein kann. Der Mensch im gewöhnlichen Bewußtseinszustande geht schlafend aus seinem physischen und aus seinem Ätherleib heraus; der Mensch mit imaginativer Erkenntnis geht wachend heraus. Aber das Gebiet, das man zunächst betritt, ich möchte sagen, das erste Gebiet, das man betritt, wenn man eintritt in diese geistige Welt, die sich dann in der Imagination erschließt, das empfindet man zunächst so wie den absolut leeren, finsteren Raum, und man kann eigentlich nicht in die geistige Welt hineinkommen, ohne diesen Umweg durch diese leere Finsternis zu machen.

[ 24 ] Das ist der Prozeß, der im halluzinatorischen Leben und in einer gewissen Beziehung auch im Leben in Illusionen, in Visionen auftritt. Visionen sind krankhafte Gebilde, Halluzinationen sind auch krankhafte Gebilde. Man begreift sie, ich möchte sagen, seelisch-leiblich, wenn man eben in einem gewissen Einklang sieht den Willen mit der Wachstumswucherung, die dann ergreift und gewissermaßen auseinanderreißt, was sich im Sterbeprozeß des Denkens konsolidieren sollte. Es wird gewissermaßen das innerliche fortwährende Leichnamwerden aufgehoben. Es wird aus dem Menschen etwas herausgerissen und wuchert, was in ihm sterben sollte, wenn er gesund wäre. Es sind aufgetriebene Gedankenmassen, und wir begreifen sie als aufgetriebene Gedankenmassen nur, wenn wir eben im Einklang sehen das, was leiblich-materiell ist, mit demjenigen, was geistig-seelisch ist. Es wuchert immer etwas von Wachstumsprozessen im Menschen, wenn er zu Halluzinationen oder zu Visionen kommt. Sie lernen gewisse vorbereitende Schulungen für das Imaginative erkennen; werden diese vorbereitenden Schulungen in entsprechender Weise gemacht, dann ist der Mensch in der Lage, sich bewußt hineinzuleben in das, was ja fortwährend im Lebenstageswechsel sich vollzieht, nämlich, daß wir wirklich durch die Traumvorstellungen in den vollständigen Schlafzustand hineinleben. In diesen Zustand, wo uns das gewöhnliche Bewußtsein genommen wird, lernt man sich hineinleben beim Vorrücken in die Imagination. Man gelangt also dahin, wo der Sterbeprozeß in einer gewissen Weise wirklich überwunden wird. Er wird überwunden im alltäglichen Leben im Schlafzustande. Aber in einen solchen Zustand, der ja dann ein bewußter Zustand ist, wird der Mensch in der höheren Erkenntnis eingeführt. Und wenn der Mensch in dieser Weise über sein gewöhnliches Bewußtsein hinauskommt, dann lernt er erkennen, daß dieses gewöhnliche Bewußtsein eben in diesen Zustand nicht hinein kann. Der Mensch im gewöhnlichen Bewußtseinszustande geht schlafend aus seinem physischen und aus seinem Ätherleib heraus; der Mensch mit imaginativer Erkenntnis geht wachend heraus. Aber das Gebiet, das man zunächst betritt, ich möchte sagen, das erste Gebiet, das man betritt, wenn man eintritt in diese geistige Welt, die sich dann in der Imagination erschließt, das empfindet man zunächst so wie den absolut leeren, finsteren Raum, und man kann eigentlich nicht in die geistige Welt hineinkommen, ohne diesen Umweg durch diese leere Finsternis zu machen.

[ 25 ] Aber das ist es, was jenseits der Grenze unserer Sinneswahrnehmung liegt. Wenn Sie sich an die schematische Zeichnung erinnern, die ich gestern auf die Tafel gezeichnet habe — Sinnesempfindungen, die gewissermaßen in uns hineingeschickt werden und die die Wogen sind, auf denen das Ich sich bewegt —, so werden Sie aus dieser Zeichnung gewinnen, wie das Ich herausgeht in die Umwelt, in der es ja sonst auch ist. Aber es streckt im Wachen seine Fühlhörner in den Leib hinein. Nun aber zieht es sich aus dem Leib zurück und kommt auch mit denjenigen Teilen, die sich gewöhnt haben, das Leibesleben mitzumachen, außen in die Welt, die jenseits unserer Sinne liegt. Es lernt das geistige Gebiet kennen. Es lernt nicht Atome kennen, es lernt die geistige Welt kennen jenseits der Sinne. Aber es muß durch die absolute finstere Leere durchgehen, denn erst aus dieser finsteren Leere heraus wird ihm das Geistige geboren.

[ 25 ] Aber das ist es, was jenseits der Grenze unserer Sinneswahrnehmung liegt. Wenn Sie sich an die schematische Zeichnung erinnern, die ich gestern auf die Tafel gezeichnet habe — Sinnesempfindungen, die gewissermaßen in uns hineingeschickt werden und die die Wogen sind, auf denen das Ich sich bewegt —, so werden Sie aus dieser Zeichnung gewinnen, wie das Ich herausgeht in die Umwelt, in der es ja sonst auch ist. Aber es streckt im Wachen seine Fühlhörner in den Leib hinein. Nun aber zieht es sich aus dem Leib zurück und kommt auch mit denjenigen Teilen, die sich gewöhnt haben, das Leibesleben mitzumachen, außen in die Welt, die jenseits unserer Sinne liegt. Es lernt das geistige Gebiet kennen. Es lernt nicht Atome kennen, es lernt die geistige Welt kennen jenseits der Sinne. Aber es muß durch die absolute finstere Leere durchgehen, denn erst aus dieser finsteren Leere heraus wird ihm das Geistige geboren.

[ 26 ] Sie haben da die eine Grenze, möchte ich sagen, an die das menschliche Erleben angrenzt, oder die das menschliche Erleben hat gegen die Welt hin. Da haben Sie die eine Grenze. Diese Grenze, die muß da sein. Wäre sie nicht da, würden wir gewissermaßen nicht wie durch einen leeren Abgrund geschieden sein von unserer Umgebung, wir könnten niemals dasjenige entwickeln, was wirkliche Liebe ist, denn die erfordert, daß der Mensch um sich herum das Leere kennenlernen kann. Denn würde er alles um sich herum erfüllen, er würde ja niemals mit seinem Wesen hinüberfließen können in das andere. Das ist aber dasjenige, was sich im Wesen der Liebe entwickelt.

[ 26 ] Sie haben da die eine Grenze, möchte ich sagen, an die das menschliche Erleben angrenzt, oder die das menschliche Erleben hat gegen die Welt hin. Da haben Sie die eine Grenze. Diese Grenze, die muß da sein. Wäre sie nicht da, würden wir gewissermaßen nicht wie durch einen leeren Abgrund geschieden sein von unserer Umgebung, wir könnten niemals dasjenige entwickeln, was wirkliche Liebe ist, denn die erfordert, daß der Mensch um sich herum das Leere kennenlernen kann. Denn würde er alles um sich herum erfüllen, er würde ja niemals mit seinem Wesen hinüberfließen können in das andere. Das ist aber dasjenige, was sich im Wesen der Liebe entwickelt.

[ 27 ] Will man das Wesen der Liebe kennen in einem wirklichen Erkenntnisprozesse, dann muß man eben wissen, wie der Mensch gerade dann auch, wenn sich in ihm Empfindungen der Liebe entwickeln, sich ausdehnt gewissermaßen dahin, wo sein Bewußtsein die Leere hat. Daher kann er sich mit etwas anderem erfüllen. Entwickelung der Liebe ist gerade das Entgegensetzen der Leerheit des Bewußtseins dem andern, das dann das Bewußtsein erfüllt.

[ 27 ] Will man das Wesen der Liebe kennen in einem wirklichen Erkenntnisprozesse, dann muß man eben wissen, wie der Mensch gerade dann auch, wenn sich in ihm Empfindungen der Liebe entwickeln, sich ausdehnt gewissermaßen dahin, wo sein Bewußtsein die Leere hat. Daher kann er sich mit etwas anderem erfüllen. Entwickelung der Liebe ist gerade das Entgegensetzen der Leerheit des Bewußtseins dem andern, das dann das Bewußtsein erfüllt.

[ 28 ] Wenn aber nicht die richtige Harmonie besteht zwischen dem Geistig-Seelischen und dem Leiblich-Physischen — Sie merken, daß das nur ein Ausdruck ist, der nicht vollständig die Tatsache trifft, denn es wird ja von der Harmonie als von einer Harmonie für die andern Vorgänge gesprochen, aber doch versteht man in dieser Ausdrucksweise, um was es sich handelt —, wenn nicht die richtige Harmonie besteht, wenn das einseitig Geistig-Seelische oder Leiblich-Physische zu sehr nach der einen oder andern Seite sich entwickelt, so daß die beiden Seiten nicht völlig zum Ausdrucke kommen, so tritt ein Krankhaftes ein. Nach der einen Seite tritt ein Krankhaftes ein, wenn der Mensch eben in dasjenige, wo die Leere sein soll für ihn, sein eigenes Wesen hineingießt. Dann lebt er in dieses leere Wesen eben die Welt seiner Visionen und Halluzinationen hinein. Das ist gerade das, was durch eine wirkliche okkulte Schulung überwunden wird: Halluzinieren und Visionen haben. Denn nicht oft genug kann betont werden: Dies ist eben krankhaft. — Und was die okkulte Schulung entwickelt, ist die Entwickelung von Kräften, die entgegengesetzt den Kräften sind, die dann auftreten, wenn Halluzinationen oder Visionen auftreten.

[ 28 ] Wenn aber nicht die richtige Harmonie besteht zwischen dem Geistig-Seelischen und dem Leiblich-Physischen — Sie merken, daß das nur ein Ausdruck ist, der nicht vollständig die Tatsache trifft, denn es wird ja von der Harmonie als von einer Harmonie für die andern Vorgänge gesprochen, aber doch versteht man in dieser Ausdrucksweise, um was es sich handelt —, wenn nicht die richtige Harmonie besteht, wenn das einseitig Geistig-Seelische oder Leiblich-Physische zu sehr nach der einen oder andern Seite sich entwickelt, so daß die beiden Seiten nicht völlig zum Ausdrucke kommen, so tritt ein Krankhaftes ein. Nach der einen Seite tritt ein Krankhaftes ein, wenn der Mensch eben in dasjenige, wo die Leere sein soll für ihn, sein eigenes Wesen hineingießt. Dann lebt er in dieses leere Wesen eben die Welt seiner Visionen und Halluzinationen hinein. Das ist gerade das, was durch eine wirkliche okkulte Schulung überwunden wird: Halluzinieren und Visionen haben. Denn nicht oft genug kann betont werden: Dies ist eben krankhaft. — Und was die okkulte Schulung entwickelt, ist die Entwickelung von Kräften, die entgegengesetzt den Kräften sind, die dann auftreten, wenn Halluzinationen oder Visionen auftreten.

[ 29 ] Der Mensch entwickelt im Halluzinieren, im Visionenhaben Kräfte in sich, denen entgegengesetzt ist das, was angeraten werden muß für das imaginative Leben. Man wird es daher immer wieder erleben: Es gibt Menschen, die deshalb nicht gleich im höchsten Grade krank sein müssen, sondern die, ich will nicht sagen Halluzinationen, denn da muß man dann schon von Kranksein sprechen, aber die Visionen haben. Es gehen ja sogar sehr viele Leute mit Visionen durch das Leben und sind sehr stolz darauf und leben in diesen Visionen, indem sie glauben, in ihnen enthülle sich eine wirkliche geistige Welt, während es nur die Wucherung ihrer Lebenskräfte ist, die in das Leere hinein sich ergießt. Es gibt auch solche, die so hochmütig sind, größenwahnsinnig dann werden, daß sie sagen, sie erleben eine Einweihung, während das, was sie erleben, lediglich eben ein abnormes Wachstum ist, das ihr Denken überwuchert. Und wenn solche Menschen dann herankommen an das, was im ernsten Sinne als Übungen empfohlen werden muß zur Imagination, dann ergibt sich manchmal etwas ganz Besonderes. Denn wenn diese dann sagen: Ja, ich habe jetzt mein geistiges Schauen verloren —, so haben sie nämlich ihre visionären Schauungen verloren; und das ist aus dem Grunde, weil diese Übungen zur wahren Imagination, die sie da auf sich anwenden, ihrer krankhaften Visionskraft gerade entgegenwirken. Solche Menschen, die in dieser Weise glauben, in der geistigen Welt durch Naturgewalten zu leben, die leben krankhaft darin, und sie verlieren in der Regel das, was sie in einer ziemlich hochmütigen Eigenliebe so lieb gewonnen haben. Das kann ja immer wiederum erlebt werden, und das beweist eben nur, wenn es erlebt wird, wie die visionären Kräfte krankhafte Kräfte sind, und wie das, was für imaginatives Schauen angestrebt wird, die entgegengesetzten, gesundmachenden Kräfte sind.

[ 29 ] Der Mensch entwickelt im Halluzinieren, im Visionenhaben Kräfte in sich, denen entgegengesetzt ist das, was angeraten werden muß für das imaginative Leben. Man wird es daher immer wieder erleben: Es gibt Menschen, die deshalb nicht gleich im höchsten Grade krank sein müssen, sondern die, ich will nicht sagen Halluzinationen, denn da muß man dann schon von Kranksein sprechen, aber die Visionen haben. Es gehen ja sogar sehr viele Leute mit Visionen durch das Leben und sind sehr stolz darauf und leben in diesen Visionen, indem sie glauben, in ihnen enthülle sich eine wirkliche geistige Welt, während es nur die Wucherung ihrer Lebenskräfte ist, die in das Leere hinein sich ergießt. Es gibt auch solche, die so hochmütig sind, größenwahnsinnig dann werden, daß sie sagen, sie erleben eine Einweihung, während das, was sie erleben, lediglich eben ein abnormes Wachstum ist, das ihr Denken überwuchert. Und wenn solche Menschen dann herankommen an das, was im ernsten Sinne als Übungen empfohlen werden muß zur Imagination, dann ergibt sich manchmal etwas ganz Besonderes. Denn wenn diese dann sagen: Ja, ich habe jetzt mein geistiges Schauen verloren —, so haben sie nämlich ihre visionären Schauungen verloren; und das ist aus dem Grunde, weil diese Übungen zur wahren Imagination, die sie da auf sich anwenden, ihrer krankhaften Visionskraft gerade entgegenwirken. Solche Menschen, die in dieser Weise glauben, in der geistigen Welt durch Naturgewalten zu leben, die leben krankhaft darin, und sie verlieren in der Regel das, was sie in einer ziemlich hochmütigen Eigenliebe so lieb gewonnen haben. Das kann ja immer wiederum erlebt werden, und das beweist eben nur, wenn es erlebt wird, wie die visionären Kräfte krankhafte Kräfte sind, und wie das, was für imaginatives Schauen angestrebt wird, die entgegengesetzten, gesundmachenden Kräfte sind.

[ 30 ] Man sieht daraus, daß also nach innen hin jenseits der Sinneswahrnehmung an das menschliche Erleben ein Gebiet sich anschließt, das nur im imaginativen Leben objektiv zu erfassen ist. Im visionären Leben strahlen wir nur unser eigenes Leben in die Leerheit hinein. Erleben wir aber die Leerheit, dann kommt in diese Leerheit hinein — geradeso wie durch unsere Sinne die Außenwelt wirkt — dasjenige, was ich schon bezeichnet habe als die webende, wirkende Welt der AngeloiHierarchie. Um uns herum wirkt die webende, wirkende Welt der Angeloi-Hierarchie.

[ 30 ] Man sieht daraus, daß also nach innen hin jenseits der Sinneswahrnehmung an das menschliche Erleben ein Gebiet sich anschließt, das nur im imaginativen Leben objektiv zu erfassen ist. Im visionären Leben strahlen wir nur unser eigenes Leben in die Leerheit hinein. Erleben wir aber die Leerheit, dann kommt in diese Leerheit hinein — geradeso wie durch unsere Sinne die Außenwelt wirkt — dasjenige, was ich schon bezeichnet habe als die webende, wirkende Welt der AngeloiHierarchie. Um uns herum wirkt die webende, wirkende Welt der Angeloi-Hierarchie.

[ 31 ] Nun können wir aber auch nach der andern Seite das an das menschliche Erleben angrenzende Gebiet finden, und das ist dasjenige, das jenseits des Denkens mehr nach dem Inneren liegt. Wir können ja sagen: Diese Wahrnehmung hängt mit dem Ich zusammen (siehe Zeichnung Seite 135). Jetzt gehen wir nach dem astralischen Leibe herein: Wir haben das Vorstellen. Nun gehen wir in den ätherischen Leib hinunter: Wir haben die Erinnerungstätigkeit. Und im physischen Leibe Bilder. Hier hinunter in den Atherleib kommt ja das gewöhnliche Bewußtsein nicht; hier hinaus kommt es auch nicht. Dadraußen liegt die Welt, von der gesagt werden muß, sie ist die Welt der lebenden, webenden Angeloi. Sie ist also eine geistige Welt, die über unserer Bewußtseinswelt vorhanden ist. Sie liegt nicht außerhalb des Gebietes des menschlichen Lebens, aber sie liegt außerhalb des Gebietes des gewöhnlichen Bewußtseins. Denn unser Ich, von dem wurde ja ausdrücklich gesagt, daß es außerhalb der Sinneswahrnehmungen liegt und diese hereinträgt, also unser Ich ist durchaus mit dieser Welt verbunden. Es ist die Welt, die wir nur mit gestärktem Bewußtsein betreten können, weil wir sonst eben das Bewußtsein herabgemindert erhalten, also in Bewußtlosigkeit verfallen. Wir verfallen ja jedesmal beim Einschlafen in diese Bewußtlosigkeit und wir steigen dann in diese Welt hinein. Das ist also, wenn wir über die Sinneswahrnehmung hinausdringen in dieses Gebiet hinein.

[ 31 ] Nun können wir aber auch nach der andern Seite das an das menschliche Erleben angrenzende Gebiet finden, und das ist dasjenige, das jenseits des Denkens mehr nach dem Inneren liegt. Wir können ja sagen: Diese Wahrnehmung hängt mit dem Ich zusammen (siehe Zeichnung Seite 135). Jetzt gehen wir nach dem astralischen Leibe herein: Wir haben das Vorstellen. Nun gehen wir in den ätherischen Leib hinunter: Wir haben die Erinnerungstätigkeit. Und im physischen Leibe Bilder. Hier hinunter in den Atherleib kommt ja das gewöhnliche Bewußtsein nicht; hier hinaus kommt es auch nicht. Dadraußen liegt die Welt, von der gesagt werden muß, sie ist die Welt der lebenden, webenden Angeloi. Sie ist also eine geistige Welt, die über unserer Bewußtseinswelt vorhanden ist. Sie liegt nicht außerhalb des Gebietes des menschlichen Lebens, aber sie liegt außerhalb des Gebietes des gewöhnlichen Bewußtseins. Denn unser Ich, von dem wurde ja ausdrücklich gesagt, daß es außerhalb der Sinneswahrnehmungen liegt und diese hereinträgt, also unser Ich ist durchaus mit dieser Welt verbunden. Es ist die Welt, die wir nur mit gestärktem Bewußtsein betreten können, weil wir sonst eben das Bewußtsein herabgemindert erhalten, also in Bewußtlosigkeit verfallen. Wir verfallen ja jedesmal beim Einschlafen in diese Bewußtlosigkeit und wir steigen dann in diese Welt hinein. Das ist also, wenn wir über die Sinneswahrnehmung hinausdringen in dieses Gebiet hinein.

[ 32 ] Nun können wir aber auch nach der andern Seite hinunter in unser eigentliches Wesen steigen. Das geschieht dann, wenn die in uns selbst liegenden, zerstörenden Sterbekräfte uns mehr erfassen, als sie das gewöhnlich tun; besser gesagt, wenn sie bewußt werden. Geradeso wie wir herausdringen können jenseits der Grenze des Sinneslebens, so können wir auch durch dasjenige, was ich okkulte Schulung nenne, hinunterdringen.

[ 32 ] Nun können wir aber auch nach der andern Seite hinunter in unser eigentliches Wesen steigen. Das geschieht dann, wenn die in uns selbst liegenden, zerstörenden Sterbekräfte uns mehr erfassen, als sie das gewöhnlich tun; besser gesagt, wenn sie bewußt werden. Geradeso wie wir herausdringen können jenseits der Grenze des Sinneslebens, so können wir auch durch dasjenige, was ich okkulte Schulung nenne, hinunterdringen.

[ 33 ] Was aber da erlebt wird, das muß nun, wenn es nicht in einer gewissen Weise krankhaft auftreten soll, durchaus im Inneren des Menschen bleiben. Der Mensch darf es nicht in sein gewöhnliches Bewußtsein herauflassen. Er muß dieses Gebiet unten lassen, da, wo es sonst unbewußt ist. Das heißt, der Mensch darf dieses Gebiet, das ja im Atherleib liegt, nicht heraufströmen lassen in sein gewöhnliches Bewußtsein, sondern er muß sein gewöhnliches Bewußtsein hinunterleiten in den Atherleib. Es darf also nicht dasjenige, was da unten ist, etwa hereindringen in das gewöhnliche Vorstellen, sondern es muß das gewöhnliche Vorstellen da hinunterdringen.

[ 33 ] Was aber da erlebt wird, das muß nun, wenn es nicht in einer gewissen Weise krankhaft auftreten soll, durchaus im Inneren des Menschen bleiben. Der Mensch darf es nicht in sein gewöhnliches Bewußtsein herauflassen. Er muß dieses Gebiet unten lassen, da, wo es sonst unbewußt ist. Das heißt, der Mensch darf dieses Gebiet, das ja im Atherleib liegt, nicht heraufströmen lassen in sein gewöhnliches Bewußtsein, sondern er muß sein gewöhnliches Bewußtsein hinunterleiten in den Atherleib. Es darf also nicht dasjenige, was da unten ist, etwa hereindringen in das gewöhnliche Vorstellen, sondern es muß das gewöhnliche Vorstellen da hinunterdringen.

[ 34 ] Daraus ersehen Sie aber, daß es sich um ein Gebiet handelt, das geradeso wie das andere, das ich beschrieben habe, gewissermaßen um den physischen Leib des Menschen ist, so daß innerhalb des physischen Leibes des Menschen immer vorhanden ist dieses Gebiet. Das gehört zu den inneren menschlichen Entitäten, auf die oftmals in geisteswissenschaftlichen Zusammenhängen hingewiesen worden ist, und es wird immer auf dieses Gebiet so hingewiesen, daß diejenigen, die es erkannt haben, die etwas davon geschaut haben, sagen: Es ist unmöglich, in menschlichen Worten das auszusprechen, was da unten ist. — Sie können das verfolgen von den Beschreibungen der älteren ägyptischen Einweihungen an bis herauf zu Bulwer.

[ 34 ] Daraus ersehen Sie aber, daß es sich um ein Gebiet handelt, das geradeso wie das andere, das ich beschrieben habe, gewissermaßen um den physischen Leib des Menschen ist, so daß innerhalb des physischen Leibes des Menschen immer vorhanden ist dieses Gebiet. Das gehört zu den inneren menschlichen Entitäten, auf die oftmals in geisteswissenschaftlichen Zusammenhängen hingewiesen worden ist, und es wird immer auf dieses Gebiet so hingewiesen, daß diejenigen, die es erkannt haben, die etwas davon geschaut haben, sagen: Es ist unmöglich, in menschlichen Worten das auszusprechen, was da unten ist. — Sie können das verfolgen von den Beschreibungen der älteren ägyptischen Einweihungen an bis herauf zu Bulwer.

[ 35 ] Aber in einer gewissen Weise, andeutend, kann heute schon und muß eigentlich doch gesprochen werden über dieses Gebiet. In diesem Gebiete wurzelt nämlich all dasjenige vom menschlichen Seelen-Leibesleben, was im gewöhnlichen Sinne sich eigentlich nicht in dem äußeren Gebaren des Menschen entwickeln darf. Es wurzelt da das menschliche Böse.

[ 35 ] Aber in einer gewissen Weise, andeutend, kann heute schon und muß eigentlich doch gesprochen werden über dieses Gebiet. In diesem Gebiete wurzelt nämlich all dasjenige vom menschlichen Seelen-Leibesleben, was im gewöhnlichen Sinne sich eigentlich nicht in dem äußeren Gebaren des Menschen entwickeln darf. Es wurzelt da das menschliche Böse.

[ 36 ] Sie sehen daraus eine sehr bemerkenswerte Tatsache. Dieser Quell des Bösen, er ist eigentlich fortwährend in uns. Wir dürfen uns keinen Augenblick der Illusion hingeben, daß der Quell des Bösen nicht in uns wäre. Er ist, wenn ich so sagen darf, unterhalb des Vorstellungslebens gelegen. Er darf nur nicht das Vorstellungsleben infizieren, sonst werden die Vorstellungen Motive zum Bösen; er muß unten bleiben. Und derjenige, der ihn da beschauen will, muß moralisch so stark sein, daß er ihn nicht heraufläßt, daß er wirklich nur das Bewußtsein hinunterschickt. Nun können Sie sagen: Wozu ist denn aber das im Menschen? — Ja, diese Frage kann nur derjenige aufwerfen, der etwa sagen würde: Warum hört denn die Pflanze nicht auf zu wachsen, wenn sie grüne Blätter bekommen hat? — Sie wächst eben durch ihre eigene Kraft weiter. Wir tragen in uns den Absterbeprozeß, der unser Denken entwickelt. Dieser Prozeß ist noch bewußt, aber er muß in das Unbewußte hinunter. Denn würde dieser Prozeß nicht weitergehen, dann würden niemals unsere Gedanken sich so konsolidieren, daß in uns Erinnerung zustande kommen kann, daß in uns später wiederum die Gedanken auftauchen können an die Erlebnisse, die wir denkend gehabt haben. Es muß also der Absterbeprozeß sich noch weiter fortsetzen, damit wir eine Erinnerung haben. Und die Wesenheit, der wir als Menschen das Erinnern verdanken, ist dieselbe Wesenheit, die, wenn sie in unrichtiger Weise hervortritt, dann hervortritt, wenn die Motive des Bösen im Menschen auftreten. Gewissermaßen ist der Hang, der in gewissen Menschen zum Bösen vorhanden ist, ein geistig-seelisches Aufstoßen verzeihen Sie, daß ich diesen Ausdruck gebrauche —, ein geistigseelisches Aufstoßen dessen, was unten bleiben und die Erinnerung besorgen sollte.

[ 36 ] Sie sehen daraus eine sehr bemerkenswerte Tatsache. Dieser Quell des Bösen, er ist eigentlich fortwährend in uns. Wir dürfen uns keinen Augenblick der Illusion hingeben, daß der Quell des Bösen nicht in uns wäre. Er ist, wenn ich so sagen darf, unterhalb des Vorstellungslebens gelegen. Er darf nur nicht das Vorstellungsleben infizieren, sonst werden die Vorstellungen Motive zum Bösen; er muß unten bleiben. Und derjenige, der ihn da beschauen will, muß moralisch so stark sein, daß er ihn nicht heraufläßt, daß er wirklich nur das Bewußtsein hinunterschickt. Nun können Sie sagen: Wozu ist denn aber das im Menschen? — Ja, diese Frage kann nur derjenige aufwerfen, der etwa sagen würde: Warum hört denn die Pflanze nicht auf zu wachsen, wenn sie grüne Blätter bekommen hat? — Sie wächst eben durch ihre eigene Kraft weiter. Wir tragen in uns den Absterbeprozeß, der unser Denken entwickelt. Dieser Prozeß ist noch bewußt, aber er muß in das Unbewußte hinunter. Denn würde dieser Prozeß nicht weitergehen, dann würden niemals unsere Gedanken sich so konsolidieren, daß in uns Erinnerung zustande kommen kann, daß in uns später wiederum die Gedanken auftauchen können an die Erlebnisse, die wir denkend gehabt haben. Es muß also der Absterbeprozeß sich noch weiter fortsetzen, damit wir eine Erinnerung haben. Und die Wesenheit, der wir als Menschen das Erinnern verdanken, ist dieselbe Wesenheit, die, wenn sie in unrichtiger Weise hervortritt, dann hervortritt, wenn die Motive des Bösen im Menschen auftreten. Gewissermaßen ist der Hang, der in gewissen Menschen zum Bösen vorhanden ist, ein geistig-seelisches Aufstoßen verzeihen Sie, daß ich diesen Ausdruck gebrauche —, ein geistigseelisches Aufstoßen dessen, was unten bleiben und die Erinnerung besorgen sollte.

[ 37 ] Im Menschenwesen wurzelt diese Kraft der Erinnerung. Und so wie es ein leibliches Aufstoßen gibt, so gibt es dieses geistig-seelische Aufstoßen. Wenn das, was in göttlicher Weisheit uns in den Tiefen unseres Wesens als die Kraft der Erinnerung zuerteilt ist, wenn das aufstößt herauf ins Bewußtsein, so wie irgend etwas — verzeihen Sie den unappetitlichen Ausdruck — leiblich heraufrülpst, dann haben Sie den verbrecherischen Hang.

[ 37 ] Im Menschenwesen wurzelt diese Kraft der Erinnerung. Und so wie es ein leibliches Aufstoßen gibt, so gibt es dieses geistig-seelische Aufstoßen. Wenn das, was in göttlicher Weisheit uns in den Tiefen unseres Wesens als die Kraft der Erinnerung zuerteilt ist, wenn das aufstößt herauf ins Bewußtsein, so wie irgend etwas — verzeihen Sie den unappetitlichen Ausdruck — leiblich heraufrülpst, dann haben Sie den verbrecherischen Hang.

[ 38 ] Nichts gibt es in der Welt, was nicht an seinem Orte seine Berechtigung hätte, und was nicht zum Unheil ausschlagen kann, wenn es deplaciert wird. Wenn irgend etwas in der Welt uns erscheint, als sollte es nicht sein, so müssen wir die Frage aufwerfen: Wo muß es sein, damit es dort seine Aufgabe erfüllt? — Und hier, indem wir da hinuntertauchen, kommen wir dann in das andere Gebiet, in das Gebiet der Hierarchie der Seraphim, Cherubim, Throne, geradeso wie wir über das Sinnesgebiet hinaus in das webende Gebiet der Angeloi, Archangeloi und Archai kommen. Wir kommen da hinunter in ein Gebiet, wo wir jetzt in deutlicher Weise sehen, wie jene Naturkraft, die mit unseren Erinnerungen zusammenhängt, eine moralische Seite hat.

[ 38 ] Nichts gibt es in der Welt, was nicht an seinem Orte seine Berechtigung hätte, und was nicht zum Unheil ausschlagen kann, wenn es deplaciert wird. Wenn irgend etwas in der Welt uns erscheint, als sollte es nicht sein, so müssen wir die Frage aufwerfen: Wo muß es sein, damit es dort seine Aufgabe erfüllt? — Und hier, indem wir da hinuntertauchen, kommen wir dann in das andere Gebiet, in das Gebiet der Hierarchie der Seraphim, Cherubim, Throne, geradeso wie wir über das Sinnesgebiet hinaus in das webende Gebiet der Angeloi, Archangeloi und Archai kommen. Wir kommen da hinunter in ein Gebiet, wo wir jetzt in deutlicher Weise sehen, wie jene Naturkraft, die mit unseren Erinnerungen zusammenhängt, eine moralische Seite hat.

[ 39 ] Bedenken Sie nur, was das heißt: Geisteswissenschaft entdeckt so etwas, wo ein Naturvorgang eine moralische Seite hat, das heißt, wo etwas, das deplaciert wirkt, einen moralischen Charakter annimmt! Das ist ja gerade das, woran unsere Zeit krankt, daß das moralischse Leben auf der einen Seite ein abstraktes ist, und das Naturhafte, das Kausalistische auf der andern Seite ist. Die Methode finder man nicht, wie die beiden zusammenkommen können. Hier haben Sie einen ganz konkreten Vorgang, wo ein Naturhaftes in sich das trägt, was eben jetzt, im Gegenteil vom Moralischen, unmoralisch werden kann.

[ 39 ] Bedenken Sie nur, was das heißt: Geisteswissenschaft entdeckt so etwas, wo ein Naturvorgang eine moralische Seite hat, das heißt, wo etwas, das deplaciert wirkt, einen moralischen Charakter annimmt! Das ist ja gerade das, woran unsere Zeit krankt, daß das moralischse Leben auf der einen Seite ein abstraktes ist, und das Naturhafte, das Kausalistische auf der andern Seite ist. Die Methode finder man nicht, wie die beiden zusammenkommen können. Hier haben Sie einen ganz konkreten Vorgang, wo ein Naturhaftes in sich das trägt, was eben jetzt, im Gegenteil vom Moralischen, unmoralisch werden kann.

[ 40 ] Aber erscheint Ihnen hier jetzt nicht ein Merkwürdiges? Wenn wir die Sache so betrachten, wie sie nach der einen Seite in der Ausartung ist, so kommen wir gewissermaßen unter unserem Bewußtsein in das Antimoralische. Wir brauchen es um der Erinnerung willen. Wir kommen aber, wenn wir über die Sinnesempfindungen hinübergehen, in das Gebiet der Liebe, sagte ich Ihnen. Das ist ja im Grunde genommen die Kraft des Moralischen. Wir kommen in das Moralische. Wir sind auf dem Wege, die Brücke immer besser und besser schlagen zu können zwischen der moralisch-religiösen Welt auf der einen Seite und der physisch-leiblichen Welt, der Welt der Naturkausalität auf der andern Seite. Diese Brücke muß geschlagen werden. Und wir kommen ja tatsächlich, wenn wir hinausgehen, ins Geistige, wenn wir hinuntergehen, ins Geistige, und kommen in die Welt der Hierarchien. Wir haben gewissermaßen anschlagen können von zwei Seiten das Gebiet der Hierarchien.

[ 40 ] Aber erscheint Ihnen hier jetzt nicht ein Merkwürdiges? Wenn wir die Sache so betrachten, wie sie nach der einen Seite in der Ausartung ist, so kommen wir gewissermaßen unter unserem Bewußtsein in das Antimoralische. Wir brauchen es um der Erinnerung willen. Wir kommen aber, wenn wir über die Sinnesempfindungen hinübergehen, in das Gebiet der Liebe, sagte ich Ihnen. Das ist ja im Grunde genommen die Kraft des Moralischen. Wir kommen in das Moralische. Wir sind auf dem Wege, die Brücke immer besser und besser schlagen zu können zwischen der moralisch-religiösen Welt auf der einen Seite und der physisch-leiblichen Welt, der Welt der Naturkausalität auf der andern Seite. Diese Brücke muß geschlagen werden. Und wir kommen ja tatsächlich, wenn wir hinausgehen, ins Geistige, wenn wir hinuntergehen, ins Geistige, und kommen in die Welt der Hierarchien. Wir haben gewissermaßen anschlagen können von zwei Seiten das Gebiet der Hierarchien.

[ 41 ] Diese Betrachtung kann natürlich nur so verlaufen, daß wir uns gewissermaßen im Kreise dem Ziel nähern. Es kann nicht so sein, wie man es in der Mathematik macht, daß man von elementaren Begriffen ausgeht und aufbaut, sondern man muß sich im Kreise demjenigen nähern, das zuletzt verstanden werden soll.

[ 41 ] Diese Betrachtung kann natürlich nur so verlaufen, daß wir uns gewissermaßen im Kreise dem Ziel nähern. Es kann nicht so sein, wie man es in der Mathematik macht, daß man von elementaren Begriffen ausgeht und aufbaut, sondern man muß sich im Kreise demjenigen nähern, das zuletzt verstanden werden soll.