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Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 208

5 November 1921, Dornach

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Neunzehnter Vortrag

Neunzehnter Vortrag

[ 1 ] Wir haben in der letzten Zeit Betrachtungen angestellt über den Menschen und seinen Zusammenhang mit dem Kosmos. Es erscheint denjenigen, die nur in der heutigen Weltauffassung drinnenstehen, gegenwärtig noch als etwas, man möchte sagen, ziemlich Absurdes, wenn in einer solchen Art das Wesen des Menschen angeknüpft wird an das Wesen des Kosmos, und man wird wohl in weitesten Kreisen heute ein solches Anknüpfen nicht für wissenschaftlich halten. Dennoch, es ist gegenüber den Geistesströmungen der Gegenwart heute schon dringend notwendig, gerade auf solche Dinge, wie wir sie jetzt in diesen Betrachtungen vor uns gehabt haben, mit aller Energie hinzuweisen. Denn man kann sagen: Diese Dinge liegen durchaus auf dem Wege des heutigen Denkens. Nur werden sie von diesem heutigen Denken zu gleicher Zeit mit aller Heftigkeit zurückgewiesen. Dadurch aber wird dem Geistesleben der Menschheit unsäglicher Schaden zugefügt.

[ 1 ] Wir haben in der letzten Zeit Betrachtungen angestellt über den Menschen und seinen Zusammenhang mit dem Kosmos. Es erscheint denjenigen, die nur in der heutigen Weltauffassung drinnenstehen, gegenwärtig noch als etwas, man möchte sagen, ziemlich Absurdes, wenn in einer solchen Art das Wesen des Menschen angeknüpft wird an das Wesen des Kosmos, und man wird wohl in weitesten Kreisen heute ein solches Anknüpfen nicht für wissenschaftlich halten. Dennoch, es ist gegenüber den Geistesströmungen der Gegenwart heute schon dringend notwendig, gerade auf solche Dinge, wie wir sie jetzt in diesen Betrachtungen vor uns gehabt haben, mit aller Energie hinzuweisen. Denn man kann sagen: Diese Dinge liegen durchaus auf dem Wege des heutigen Denkens. Nur werden sie von diesem heutigen Denken zu gleicher Zeit mit aller Heftigkeit zurückgewiesen. Dadurch aber wird dem Geistesleben der Menschheit unsäglicher Schaden zugefügt.

[ 2 ] Wir wollen uns zunächst einmal eine Art Zusammenfassung bilden von demjenigen, was ich in der letzten Zeit hier vorgebracht habe. Wir haben ja die Form des Menschen angesehen als ein Ergebnis dessen, wofür die Ursachen gesucht werden müssen im Fixsternhimmel, namentlich in seinem Repräsentanten, in dem Tierkreis. Wir haben also gesehen: Nach dem Tierkreis als dem Repräsentanten des Fixsternhimmels müssen wir zunächst blicken, wenn wir des Menschen Form, Formung, Gestaltung verstehen wollen. Da haben wir also den zwölfgliedrigen Tierkreis und finden, indem wir diesen zwölfgliedrigen Tier menschliche Form bis in ihre Einzelheiten hinein zu verstehen.

[ 2 ] Wir wollen uns zunächst einmal eine Art Zusammenfassung bilden von demjenigen, was ich in der letzten Zeit hier vorgebracht habe. Wir haben ja die Form des Menschen angesehen als ein Ergebnis dessen, wofür die Ursachen gesucht werden müssen im Fixsternhimmel, namentlich in seinem Repräsentanten, in dem Tierkreis. Wir haben also gesehen: Nach dem Tierkreis als dem Repräsentanten des Fixsternhimmels müssen wir zunächst blicken, wenn wir des Menschen Form, Formung, Gestaltung verstehen wollen. Da haben wir also den zwölfgliedrigen Tierkreis und finden, indem wir diesen zwölfgliedrigen Tier menschliche Form bis in ihre Einzelheiten hinein zu verstehen.

[ 3 ] Wenn wir dann die Lebensstufen des Menschen verstehen wollen, dann müssen wir zu dem Planetensystem sehen und finden in dem Planetensystem die Elemente zum Verständnis der menschlichen Lebensstufen.

[ 3 ] Wenn wir dann die Lebensstufen des Menschen verstehen wollen, dann müssen wir zu dem Planetensystem sehen und finden in dem Planetensystem die Elemente zum Verständnis der menschlichen Lebensstufen.

[ 4 ] Wir haben dann unseren Weg genommen von dem Verständnis der Lebensstufen zu dem Verständnis des Seelischen. Da mußten wir aber schon an den Menschen selbst herantreten, an das, was in ihm gestaltet ist, an das, was in ihm lebt. Und wir haben dann versucht, das Seelische nach dem Vorstellen, Fühlen und Wollen zu finden in der Gestalt des Menschen und in den Lebensstufen. Und gestern haben wir ja auch versucht, das Geistige des Menschen wiederum im Seelischen zu finden.

[ 4 ] Wir haben dann unseren Weg genommen von dem Verständnis der Lebensstufen zu dem Verständnis des Seelischen. Da mußten wir aber schon an den Menschen selbst herantreten, an das, was in ihm gestaltet ist, an das, was in ihm lebt. Und wir haben dann versucht, das Seelische nach dem Vorstellen, Fühlen und Wollen zu finden in der Gestalt des Menschen und in den Lebensstufen. Und gestern haben wir ja auch versucht, das Geistige des Menschen wiederum im Seelischen zu finden.

[ 5 ] Nun kommen wir also mit dem Seelischen, das wir betrachten, ich möchte sagen, von dem Umkreis der Welt herein ins eigentliche irdische Leben, wenn wir nämlich das Seelische betrachten in dem Leben des Menschen zwischen Geburt und Tod. Wir können es ja betrachten, wenn wir es in seinem wahren Verhältnis zu der menschlichen Gestalt und zu dem menschlichen Leben ins Auge fassen.

[ 5 ] Nun kommen wir also mit dem Seelischen, das wir betrachten, ich möchte sagen, von dem Umkreis der Welt herein ins eigentliche irdische Leben, wenn wir nämlich das Seelische betrachten in dem Leben des Menschen zwischen Geburt und Tod. Wir können es ja betrachten, wenn wir es in seinem wahren Verhältnis zu der menschlichen Gestalt und zu dem menschlichen Leben ins Auge fassen.

[ 6 ] Wiederum den Geist, von dem wir gestern gesehen haben, daß ihn der Mensch ja eigentlich nur bildhaft erlebt, wir müssen ihn im Seelischen suchen. Wir kommen da, wenn ich mich so ausdrücken darf, aus den Himmeln auf die Erde herunter. Wenn wir die Form des Menschen betrachten, müssen wir bis an die Fixsterne gehen; wenn wir das Leben des Menschen betrachten, müssen wir bis an die Planetensphäre gehen; wenn wir die Seele des Menschen in ihren Verhältnissen zwischen Geburt und Tod betrachten, müssen wir zum Irdischen zunächst heruntersteigen. Es wird für uns in dieser Betrachtung ein Ganzes aus dem Menschen in seinem Zusammenhang mit dem Kosmos.

[ 6 ] Wiederum den Geist, von dem wir gestern gesehen haben, daß ihn der Mensch ja eigentlich nur bildhaft erlebt, wir müssen ihn im Seelischen suchen. Wir kommen da, wenn ich mich so ausdrücken darf, aus den Himmeln auf die Erde herunter. Wenn wir die Form des Menschen betrachten, müssen wir bis an die Fixsterne gehen; wenn wir das Leben des Menschen betrachten, müssen wir bis an die Planetensphäre gehen; wenn wir die Seele des Menschen in ihren Verhältnissen zwischen Geburt und Tod betrachten, müssen wir zum Irdischen zunächst heruntersteigen. Es wird für uns in dieser Betrachtung ein Ganzes aus dem Menschen in seinem Zusammenhang mit dem Kosmos.

[ 7 ] Nun, wenn wir diesen Tatbestand gehörig würdigen, dann sind wir auch imstande, aus ihm heraus die Grenzlinie zu ziehen zwischen dem Tierischen und dem Menschlichen. Und das kann nämlich in der folgenden Weise geschehen. Betrachten wir zunächst das, wofür wir uns Verständnis durch den Tierkreis erringen können, betrachten wir das beim Menschen und beim Tiere, so stellt es sich uns eigentlich in einer verschiedenartigen Weise dar. Aber wir müssen, damit wir diesen ganzen Zusammenhang erfassen können, ausgehen davon, wie diese verschiedenen Elemente: Tierkreis, Planetensphäre, die Erde mit alldem, was wir auch gestern betrachteten, auf den Menschen und auf das Tier wirken.

[ 7 ] Nun, wenn wir diesen Tatbestand gehörig würdigen, dann sind wir auch imstande, aus ihm heraus die Grenzlinie zu ziehen zwischen dem Tierischen und dem Menschlichen. Und das kann nämlich in der folgenden Weise geschehen. Betrachten wir zunächst das, wofür wir uns Verständnis durch den Tierkreis erringen können, betrachten wir das beim Menschen und beim Tiere, so stellt es sich uns eigentlich in einer verschiedenartigen Weise dar. Aber wir müssen, damit wir diesen ganzen Zusammenhang erfassen können, ausgehen davon, wie diese verschiedenen Elemente: Tierkreis, Planetensphäre, die Erde mit alldem, was wir auch gestern betrachteten, auf den Menschen und auf das Tier wirken.

[ 8 ] Wir haben ja im Menschen zunächst seinen physischen Leib. Dieser physische Leib des Menschen, er tritt uns ja nicht in derjenigen Gestalt entgegen, die wir sonst außerhalb des Menschen als die physische kennen. Das Physische tritt uns außerhalb des Menschen im Mineralreich und seinen Gestaltungen entgegen. Was uns im Mineralreich und seinen Gestaltungen entgegentritt, ist ja allerdings sehr unähnlich dem physischen Leib des Menschen. Aber es ist nur deshalb unähnlich dem physischen Leib des Menschen, weil beim Menschen das Physische eingekleidet ist in Ätherisches, Astralisches und das Ich-Wesen, die alle das Physische verändern, die alle das Physische sich anpassen, während im äußeren Physischen uns dieses Physische ohne die Durchdringung mit Ätherischem, mit Astralischem, mit dem Ich-Wesen im Mineralreiche entgegentritt.

[ 8 ] Wir haben ja im Menschen zunächst seinen physischen Leib. Dieser physische Leib des Menschen, er tritt uns ja nicht in derjenigen Gestalt entgegen, die wir sonst außerhalb des Menschen als die physische kennen. Das Physische tritt uns außerhalb des Menschen im Mineralreich und seinen Gestaltungen entgegen. Was uns im Mineralreich und seinen Gestaltungen entgegentritt, ist ja allerdings sehr unähnlich dem physischen Leib des Menschen. Aber es ist nur deshalb unähnlich dem physischen Leib des Menschen, weil beim Menschen das Physische eingekleidet ist in Ätherisches, Astralisches und das Ich-Wesen, die alle das Physische verändern, die alle das Physische sich anpassen, während im äußeren Physischen uns dieses Physische ohne die Durchdringung mit Ätherischem, mit Astralischem, mit dem Ich-Wesen im Mineralreiche entgegentritt.

[ 9 ] Wenn wir die ureigene Gestalt des Mineralischen ins Auge fassen, so ist sie die Kristallgestalt, die polyedrische Gestalt (siehe Zeichnung); oben halbrechts irgendwie polyedrisch tritt uns das Mineral entgegen. Diese polyedrische Gestalt, die uns bei dem einen Mineral in der einen Form, bei dem anderen Mineral in einer anderen Form entgegentritt, die können wir nicht anders begreifen, als wenn wir zunächst auf das Materielle sehen, das sich aus den Kräften heraus gebildet hat, die eben innerhalb des Raumes des Minerals tätig sind. Wir müssen uns vorstellen: Wenn wir irgendein langgestrecktes Mineral haben, dann sind die Kräfte, welche in dieser Richtung wirken (Zeichnung rechts), eben dazu geeignet, das Mineral nach der Länge zu ziehen. Die Kräfte, welche nach °P "ht dieser Richtung wirken (rechts, horizontaler Strich in der Mitte), entfalten dann vielleicht eine geringere Stärke — oder wie wir das dann ausdrücken wollen —, die das Mineral nach dieser Richtung hin schmäler machen und so fort. Kurz, wir müssen uns, damit wir überhaupt von den Mineralien sprechen können, gleichgültig ob diese Kräfte von außen hereinwirken oder von innen heraus, wir müssen uns vorstellen, daß diese Kräfte in Winkeln zueinander stehen, in gewissen Richtungen wirken, und wir müssen uns vor allen Dingen vorstellen, daß diese Kräfte eben da sind im Weltenall, wenigstens daß sie wirksam sind innerhalb des Erdenbereiches.

[ 9 ] Wenn wir die ureigene Gestalt des Mineralischen ins Auge fassen, so ist sie die Kristallgestalt, die polyedrische Gestalt (siehe Zeichnung); oben halbrechts irgendwie polyedrisch tritt uns das Mineral entgegen. Diese polyedrische Gestalt, die uns bei dem einen Mineral in der einen Form, bei dem anderen Mineral in einer anderen Form entgegentritt, die können wir nicht anders begreifen, als wenn wir zunächst auf das Materielle sehen, das sich aus den Kräften heraus gebildet hat, die eben innerhalb des Raumes des Minerals tätig sind. Wir müssen uns vorstellen: Wenn wir irgendein langgestrecktes Mineral haben, dann sind die Kräfte, welche in dieser Richtung wirken (Zeichnung rechts), eben dazu geeignet, das Mineral nach der Länge zu ziehen. Die Kräfte, welche nach °P "ht dieser Richtung wirken (rechts, horizontaler Strich in der Mitte), entfalten dann vielleicht eine geringere Stärke — oder wie wir das dann ausdrücken wollen —, die das Mineral nach dieser Richtung hin schmäler machen und so fort. Kurz, wir müssen uns, damit wir überhaupt von den Mineralien sprechen können, gleichgültig ob diese Kräfte von außen hereinwirken oder von innen heraus, wir müssen uns vorstellen, daß diese Kräfte in Winkeln zueinander stehen, in gewissen Richtungen wirken, und wir müssen uns vor allen Dingen vorstellen, daß diese Kräfte eben da sind im Weltenall, wenigstens daß sie wirksam sind innerhalb des Erdenbereiches.

[ 10 ] Dann aber, wenn sie wirksam sind, dann müssen sie auch auf den physischen Leib des Menschen wirken, und der physische Leib des Menschen muß in sich die Tendenz haben, polyedrisch zu werden. Er wird nur nicht in Wirklichkeit polyedrisch, weil er noch seinen Ätherleib, seinen astralischen Leib hat, die den Menschen nicht dazu kommen lassen, ein Würfel oder ein Oktaeder oder ein Tetraeder oder Ikosaeder zu werden und so weiter. Aber die Tendenz ist im Menschen, so etwas zu werden, so daß wir schon sagen können: Insofern der Mensch ein physisches Wesen ist, strebt er darnach, polyedrisch zu werden. Wenn Sie froh sind, daß Sie nicht als Würfel herumwandern oder als Tetraeder oder als Oktaeder, so rührt das eben davon her, daß gegen die oktaedrischen oder die Würfelkräfte, die in Ihnen sind, die anderen Kräfte, die des Ätherleibs, Astralleibs wirken.

[ 10 ] Dann aber, wenn sie wirksam sind, dann müssen sie auch auf den physischen Leib des Menschen wirken, und der physische Leib des Menschen muß in sich die Tendenz haben, polyedrisch zu werden. Er wird nur nicht in Wirklichkeit polyedrisch, weil er noch seinen Ätherleib, seinen astralischen Leib hat, die den Menschen nicht dazu kommen lassen, ein Würfel oder ein Oktaeder oder ein Tetraeder oder Ikosaeder zu werden und so weiter. Aber die Tendenz ist im Menschen, so etwas zu werden, so daß wir schon sagen können: Insofern der Mensch ein physisches Wesen ist, strebt er darnach, polyedrisch zu werden. Wenn Sie froh sind, daß Sie nicht als Würfel herumwandern oder als Tetraeder oder als Oktaeder, so rührt das eben davon her, daß gegen die oktaedrischen oder die Würfelkräfte, die in Ihnen sind, die anderen Kräfte, die des Ätherleibs, Astralleibs wirken.

[ 11 ] Nun ist aber der Mensch eben nicht bloß ein physischer Leib, sondern er trägt in sich seinen Ätherleib. Was er durch seinen Ätherleib ist, das macht ihn wiederum als ein Wesen eins mit der Pflanzenwelt. So wie er durch seinen physischen Leib gewissermaßen die Umwelt repräsentiert, insofern diese mineralisch-physisch ist, so repräsentiert er durch das, was er durch seinen Ätherleib ist, die Umwelt, insofern diese pflanzlich ist.

[ 11 ] Nun ist aber der Mensch eben nicht bloß ein physischer Leib, sondern er trägt in sich seinen Ätherleib. Was er durch seinen Ätherleib ist, das macht ihn wiederum als ein Wesen eins mit der Pflanzenwelt. So wie er durch seinen physischen Leib gewissermaßen die Umwelt repräsentiert, insofern diese mineralisch-physisch ist, so repräsentiert er durch das, was er durch seinen Ätherleib ist, die Umwelt, insofern diese pflanzlich ist.

[ 12 ] Die Pflanze hat natürlich deshalb, weil sie auch ins Physische eingeschaltet ist, schon die Tendenz, polyedrisch zu sein, aber sie bringt zu dieser Tendenz, polyedrisch zu sein, noch eine andere dazu, nämlich diese: kugelig zu sein. Das Mineral kann ja durch allerlei Vorgänge auch einmal in Kugelform auftreten, aber die Kugelform ist ihm nicht eigentlich eigen. Es muß schon irgendein Gerölle oder so etwas sein, wenn es kugelförmig auftreten soll. Seine ureigene Gestalt ist die polyedrische. Aber bei der Pflanze haben wir die Kugelform, und jede einzelne Zelle der Pflanze will sich eigentlich kugelig gestalten. Dieses Streben nach der Kugelform — der Mensch macht es ein wenig erst in seinem Haupte mit — ist also dem Pflanzlichen eigen. Also demjenigen, was das pflanzliche Wesen ist, dem verdankt auch der Mensch die Kugelform. Daß die Pflanzen nicht alle Kugeln sind, das verdanken sie dem Umstande, daß erstens in ihnen die Kugelform kämpft gegen die polyedrische Form, und dadurch ein Resultierendes herauskommt, aber es kämpft auch die Pflanzenform gegen ein Kosmisch-Astralisches. Sie wissen ja aus früheren Vorträgen, daß oben ein KosmischAstralisches auf die Pflanze drückt. Dadurch wird die Kugelform modifiziert. Es lagern sich auch Kugeln übereinander. Aber die Urgestalt des Pflanzlichen, die ist eigentlich das Kugelige.

[ 12 ] Die Pflanze hat natürlich deshalb, weil sie auch ins Physische eingeschaltet ist, schon die Tendenz, polyedrisch zu sein, aber sie bringt zu dieser Tendenz, polyedrisch zu sein, noch eine andere dazu, nämlich diese: kugelig zu sein. Das Mineral kann ja durch allerlei Vorgänge auch einmal in Kugelform auftreten, aber die Kugelform ist ihm nicht eigentlich eigen. Es muß schon irgendein Gerölle oder so etwas sein, wenn es kugelförmig auftreten soll. Seine ureigene Gestalt ist die polyedrische. Aber bei der Pflanze haben wir die Kugelform, und jede einzelne Zelle der Pflanze will sich eigentlich kugelig gestalten. Dieses Streben nach der Kugelform — der Mensch macht es ein wenig erst in seinem Haupte mit — ist also dem Pflanzlichen eigen. Also demjenigen, was das pflanzliche Wesen ist, dem verdankt auch der Mensch die Kugelform. Daß die Pflanzen nicht alle Kugeln sind, das verdanken sie dem Umstande, daß erstens in ihnen die Kugelform kämpft gegen die polyedrische Form, und dadurch ein Resultierendes herauskommt, aber es kämpft auch die Pflanzenform gegen ein Kosmisch-Astralisches. Sie wissen ja aus früheren Vorträgen, daß oben ein KosmischAstralisches auf die Pflanze drückt. Dadurch wird die Kugelform modifiziert. Es lagern sich auch Kugeln übereinander. Aber die Urgestalt des Pflanzlichen, die ist eigentlich das Kugelige.

[ 13 ] Damit aber nimmt die Pflanze, indem sie nach der Kugelform strebt, die Form der Erde selber an. Die Form der Erde nimmt die Pflanze an. Die Erde, sie ist ja, wie Sie wissen, im Kosmos kugelförmig gestaltet. Kugelförmig ist auch jeder Wassertropfen gestaltet. Nur die Teile der Erde, ihre mineralischen Teile, sind polyedrisch gestaltet. Die ganze Erde ist im Kosmos kugelig gestaltet. So daß wir sagen können: Die Kugelform hat die Pflanze gemeinschaftlich mit der Erde selbst. So daß die Pflanze oder das Lebendige nach der Kugelform strebt und eigentlich nachzubilden sucht in der Kugelform dasjenige, was die Erde als Form hat.

[ 13 ] Damit aber nimmt die Pflanze, indem sie nach der Kugelform strebt, die Form der Erde selber an. Die Form der Erde nimmt die Pflanze an. Die Erde, sie ist ja, wie Sie wissen, im Kosmos kugelförmig gestaltet. Kugelförmig ist auch jeder Wassertropfen gestaltet. Nur die Teile der Erde, ihre mineralischen Teile, sind polyedrisch gestaltet. Die ganze Erde ist im Kosmos kugelig gestaltet. So daß wir sagen können: Die Kugelform hat die Pflanze gemeinschaftlich mit der Erde selbst. So daß die Pflanze oder das Lebendige nach der Kugelform strebt und eigentlich nachzubilden sucht in der Kugelform dasjenige, was die Erde als Form hat.

[ 14 ] Gehen wir jetzt aber zu dem herauf, was der Mensch durch seinen astralischen Leib ist. Da ist er etwas, wodurch er repräsentiert, was in der tierischen Welt vorhanden ist, das tierische Wesen. Wenn wir also die polyedrische Form suchen beim physischen Wesen, beim mineralischen Wesen, so finden wir beim pflanzlichen die der Erde nachgebildete Kugelform (siehe Zeichnung).

[ 14 ] Gehen wir jetzt aber zu dem herauf, was der Mensch durch seinen astralischen Leib ist. Da ist er etwas, wodurch er repräsentiert, was in der tierischen Welt vorhanden ist, das tierische Wesen. Wenn wir also die polyedrische Form suchen beim physischen Wesen, beim mineralischen Wesen, so finden wir beim pflanzlichen die der Erde nachgebildete Kugelform (siehe Zeichnung).

[ 15 ] Nun, das tierische Wesen wird uns verständlich, wenn wir nicht bei der Kugelform stehenbleiben, sondern wenn wir zu etwas anderem vorschreiten, wenn wir also in der Gestaltung zu der kugeligen Form nun etwas hinzufügen. Was ist das, was wir zu der kugeligen Form dazufügen müssen? Das ist die Taschenform, ich könnte auch sagen: Sack-form, die Tasche. Nämlich das Tierische zeigt die Eigentümlichkeit, daß es die Kugelform überall durchbricht durch das Taschige. Es bilden sich überall in der Kugel taschenförmige Einbuchtungen. Das ist das Wesen der tierischen Bildung, daß sich von außen nach innen Taschen einsacken. Betrachten Sie ihre Augenhöhlen — zwei Taschen, die von außen nach innen gehen. Betrachten Sie ihre Nasenhöhlen: zwei Taschen. Betrachten Sie schließlich den ganzen Verdauungsapparat, vom Mund angefangen bis in den Magen hinein: Sie können ihn bekommen, wenn Sie vom Munde ausgehen lassen eine Tasche, die bis hinuntergeht, Überall ist es die Taschenform, die zu der Kugelform dazutritt, wenn es sich darum handelt, den Übergang zu bilden vom Pflanzlichen zum Tierischen. Es ist die Taschenform.

[ 15 ] Nun, das tierische Wesen wird uns verständlich, wenn wir nicht bei der Kugelform stehenbleiben, sondern wenn wir zu etwas anderem vorschreiten, wenn wir also in der Gestaltung zu der kugeligen Form nun etwas hinzufügen. Was ist das, was wir zu der kugeligen Form dazufügen müssen? Das ist die Taschenform, ich könnte auch sagen: Sack-form, die Tasche. Nämlich das Tierische zeigt die Eigentümlichkeit, daß es die Kugelform überall durchbricht durch das Taschige. Es bilden sich überall in der Kugel taschenförmige Einbuchtungen. Das ist das Wesen der tierischen Bildung, daß sich von außen nach innen Taschen einsacken. Betrachten Sie ihre Augenhöhlen — zwei Taschen, die von außen nach innen gehen. Betrachten Sie ihre Nasenhöhlen: zwei Taschen. Betrachten Sie schließlich den ganzen Verdauungsapparat, vom Mund angefangen bis in den Magen hinein: Sie können ihn bekommen, wenn Sie vom Munde ausgehen lassen eine Tasche, die bis hinuntergeht, Überall ist es die Taschenform, die zu der Kugelform dazutritt, wenn es sich darum handelt, den Übergang zu bilden vom Pflanzlichen zum Tierischen. Es ist die Taschenform.

[ 16 ] Diese Taschenform, die wird uns verständlich, wenn wir von der Erde aufblicken zu dem Planetensystem. Sie können sich ja leicht vorstellen: Die Erde hat das Bestreben, allem auf ihr Lebendigen ihre eigene Form zu geben. Wenn aber der Planet von außen einwirkt, so wirkt er den Erdenkräften entgegen und sackt ein, was von der Erde als die Kugelform gegeben wird, und die verschiedenen tierischen Wesen sind in der verschiedensten Weise mit solchen Säcken, Taschen, gestaltet. Schauen wir die Planeten an in ihren verschiedenen Wirkungen. Der Saturn sackt in anderer Weise ein als der Jupiter oder Mars. Der Löwe ist einfach mit einer anderen Art von innerer Sackartigkeit ausgestattet, weil auf ihn nicht dieselben planetarischen Wirkungen geübt werden, wie zum Beispiel auf das Kamel und so weiter. Wir haben also da die Einsackungen.

[ 16 ] Diese Taschenform, die wird uns verständlich, wenn wir von der Erde aufblicken zu dem Planetensystem. Sie können sich ja leicht vorstellen: Die Erde hat das Bestreben, allem auf ihr Lebendigen ihre eigene Form zu geben. Wenn aber der Planet von außen einwirkt, so wirkt er den Erdenkräften entgegen und sackt ein, was von der Erde als die Kugelform gegeben wird, und die verschiedenen tierischen Wesen sind in der verschiedensten Weise mit solchen Säcken, Taschen, gestaltet. Schauen wir die Planeten an in ihren verschiedenen Wirkungen. Der Saturn sackt in anderer Weise ein als der Jupiter oder Mars. Der Löwe ist einfach mit einer anderen Art von innerer Sackartigkeit ausgestattet, weil auf ihn nicht dieselben planetarischen Wirkungen geübt werden, wie zum Beispiel auf das Kamel und so weiter. Wir haben also da die Einsackungen.

[ 17 ] Nun tritt aber beim Tiere und auch beim Menschen — nämlich vor allem beim höheren Tiere, bei den niederen Tieren wird es etwas anders —, aber bei den höheren Tieren, da tritt etwas auf, was nun nicht bloß vom Planetarischen kommt, sondern wir können sagen: Beim tierisch-menschlichen Wesen — weil die höheren Tiere etwas Ähnliches zeigen — tritt nun nicht bloß die Taschenform auf. Die würde auftreten, wenn es nur Planeten gäbe, wenn der Fixsternhimmel nicht wirken würde. Aber zu der Taschenform kommt noch etwas dazu. Unter gewissen Verhältnissen ist der Mensch ganz zufrieden, wenn er nicht bloß eine Tasche hat, sondern auch noch etwas drinnen, und das tritt in der Tat beim tierisch-menschlichen Wesen auf, indem die Tasche mit der Füllung auftritt. Das heißt: Kugelformtasche, und die Tasche ist erfüllt.

[ 17 ] Nun tritt aber beim Tiere und auch beim Menschen — nämlich vor allem beim höheren Tiere, bei den niederen Tieren wird es etwas anders —, aber bei den höheren Tieren, da tritt etwas auf, was nun nicht bloß vom Planetarischen kommt, sondern wir können sagen: Beim tierisch-menschlichen Wesen — weil die höheren Tiere etwas Ähnliches zeigen — tritt nun nicht bloß die Taschenform auf. Die würde auftreten, wenn es nur Planeten gäbe, wenn der Fixsternhimmel nicht wirken würde. Aber zu der Taschenform kommt noch etwas dazu. Unter gewissen Verhältnissen ist der Mensch ganz zufrieden, wenn er nicht bloß eine Tasche hat, sondern auch noch etwas drinnen, und das tritt in der Tat beim tierisch-menschlichen Wesen auf, indem die Tasche mit der Füllung auftritt. Das heißt: Kugelformtasche, und die Tasche ist erfüllt.

[ 18 ] Sie brauchen nur die Sinnesorgane zu betrachten, das Auge, da haben Sie eine Tasche zunächst: die Augenhöhlen; dann die Erfüllung. Und diese Erfüllung, die namentlich bei den Sinnesorganen eintritt, die hängt nun, ebenso wie die Taschenform mit der Planetensphäre zusammenhängt, mit dem Tierkreis zusammen. Der Mensch, der in dieser Beziehung die vollkommenste tierische Organisation hat, hat deshalb auch, wenn sie auch in der verschiedensten Weise maskiert sind, zwölf Taschen mit Erfüllung. Daher habe ich in meiner «Anthroposophie» die zwölf Sinnesorgane aufzählen müssen.

[ 18 ] Sie brauchen nur die Sinnesorgane zu betrachten, das Auge, da haben Sie eine Tasche zunächst: die Augenhöhlen; dann die Erfüllung. Und diese Erfüllung, die namentlich bei den Sinnesorganen eintritt, die hängt nun, ebenso wie die Taschenform mit der Planetensphäre zusammenhängt, mit dem Tierkreis zusammen. Der Mensch, der in dieser Beziehung die vollkommenste tierische Organisation hat, hat deshalb auch, wenn sie auch in der verschiedensten Weise maskiert sind, zwölf Taschen mit Erfüllung. Daher habe ich in meiner «Anthroposophie» die zwölf Sinnesorgane aufzählen müssen.

[ 19 ] Nun können wir zurückfragen: Mit welchem Kosmischen hängt denn das Polyedrische zusammen? Sehen Sie, indem die Erde uns entgegentritt, hat sie als Ganzes eigentlich die Lebeform, und sie würde nur diese Form zeigen, wenn sie nur Wasser wäre. Aber in das Wasser kommt in der mannigfaltigsten Weise Störung hinein. Sie können die Störungen beobachten zum Beispiel bei Ebbe und Flut. Da wird das Wasser gestaltet.

[ 19 ] Nun können wir zurückfragen: Mit welchem Kosmischen hängt denn das Polyedrische zusammen? Sehen Sie, indem die Erde uns entgegentritt, hat sie als Ganzes eigentlich die Lebeform, und sie würde nur diese Form zeigen, wenn sie nur Wasser wäre. Aber in das Wasser kommt in der mannigfaltigsten Weise Störung hinein. Sie können die Störungen beobachten zum Beispiel bei Ebbe und Flut. Da wird das Wasser gestaltet.

[ 20 ] Und jetzt blicken wir zurück auf frühere Zeiten der Gestaltung der flüssigen Erde, wo sie die festen Einschläge bekommt. Heute noch kann man ja wissen, wie Ebbe und Flut zusammenhängt mit dem Monde. Ebenso hängt alles Polyedrische, alles das, was sich als Polyedrisches in die Erde hineingestaltet, mit dem Monde zusammen. So daß wir sagen können: Das polyedrische oder physische Wesen des Menschen hängt mit dem Monde zusammen, sein pflanzliches oder ätherisches Wesen mit der Erde, sein astralisches Wesen, das die Taschenform hervorbringen würde, mit der Planetensphäre, und die Erfüllung der Tasche mit dem Tierkreis.

[ 20 ] Und jetzt blicken wir zurück auf frühere Zeiten der Gestaltung der flüssigen Erde, wo sie die festen Einschläge bekommt. Heute noch kann man ja wissen, wie Ebbe und Flut zusammenhängt mit dem Monde. Ebenso hängt alles Polyedrische, alles das, was sich als Polyedrisches in die Erde hineingestaltet, mit dem Monde zusammen. So daß wir sagen können: Das polyedrische oder physische Wesen des Menschen hängt mit dem Monde zusammen, sein pflanzliches oder ätherisches Wesen mit der Erde, sein astralisches Wesen, das die Taschenform hervorbringen würde, mit der Planetensphäre, und die Erfüllung der Tasche mit dem Tierkreis.

[ 21 ] Nun aber ist dieses, was ich hier aufgeschrieben habe, für den Menschen in anderer Weise zutreffend als für die Tiere. Sehen Sie, beim Tier ist es wirklich so, daß der Himmel nur bis zum Tierkreis, nämlich das, was da drinnen liegt, nur bis zum Tierkreis eine Bedeutung hat. Was außerhalb des Tierkreises liegt, hat für das Tier keine Bedeutung. Die alte Weisheit hat daher sehr richtig das den Tierkreis genannt, denn sie hat hinzufügen können: Alles, was da draußen im Weltenall ist außer dem Tierkreis, das könnte auch nicht da sein, und die Tiere auf der Erde würden ebenso sein, wie sie sind. Nur was unter dem Tierkreis ist mit der Erde zusammen, dem Mond, hat für das Tier eine Bedeutung. Für den Menschen hat aber das, was außerhalb des Tierkreises ist, eine Bedeutung. Und zwar hat das, was außerhalb des Tierkreises liegt, für den Menschen Bedeutung, insofern es auf die Erfüllungen der Taschen wirkt. Also auf das, was unsere Taschen erfüllt, auf das wirkt auch noch, was außerhalb des Tierkreises ist. Beim Tier ist das nicht der Fall. Das ist nur so beim Menschen: Was außerhalb des Tierkreises vorhanden ist, wirkt auf die Erfüllung der Taschen.

[ 21 ] Nun aber ist dieses, was ich hier aufgeschrieben habe, für den Menschen in anderer Weise zutreffend als für die Tiere. Sehen Sie, beim Tier ist es wirklich so, daß der Himmel nur bis zum Tierkreis, nämlich das, was da drinnen liegt, nur bis zum Tierkreis eine Bedeutung hat. Was außerhalb des Tierkreises liegt, hat für das Tier keine Bedeutung. Die alte Weisheit hat daher sehr richtig das den Tierkreis genannt, denn sie hat hinzufügen können: Alles, was da draußen im Weltenall ist außer dem Tierkreis, das könnte auch nicht da sein, und die Tiere auf der Erde würden ebenso sein, wie sie sind. Nur was unter dem Tierkreis ist mit der Erde zusammen, dem Mond, hat für das Tier eine Bedeutung. Für den Menschen hat aber das, was außerhalb des Tierkreises ist, eine Bedeutung. Und zwar hat das, was außerhalb des Tierkreises liegt, für den Menschen Bedeutung, insofern es auf die Erfüllungen der Taschen wirkt. Also auf das, was unsere Taschen erfüllt, auf das wirkt auch noch, was außerhalb des Tierkreises ist. Beim Tier ist das nicht der Fall. Das ist nur so beim Menschen: Was außerhalb des Tierkreises vorhanden ist, wirkt auf die Erfüllung der Taschen.

[ 22 ] Beim Tier müssen wir sagen: Alles, was im Tierkreis liegt, wirkt auf die Erfüllung der Taschen. So daß wir also beim Tier in den Tierkreis selber hineingehen müssen; dann können wir erklären, wie die Erfüllungen seiner Taschen sich ausnehmen. Beim Menschen müssen wir über den Tierkreis hinausgehen, wenn wir uns erklären wollen, was zum Beispiel in seinen Sinnen vor sich geht. Dadurch rückt der Mensch mit seinem Verhältnis zum Kosmos über den Tierkreis hinaus. Das Tier nicht. Beim Tier ist es weiter so, daß die Planetensphäre als solche unmittelbar wirkt auf die Taschen. Also wir können sagen: Auf die Taschen wirkt sie. Dadurch, daß die Planetensphäre unmittelbar auf die Taschen beim Tiere wirkt — und die Taschen, die erstrecken sich nach innen und bilden nach innen die Organe —, dadurch bekommt das Tier seine inneren Organe ganz vollkommen, adäquat nachgebildet dem, was der Planetensphäre entspricht. Der Mensch rückt wiederum um ein Stückchen hinaus. Und wir können sagen: Beim Menschen ist es schon die Gegend gegen den Tierkreis zu, die auf seine Taschen wirkt.

[ 22 ] Beim Tier müssen wir sagen: Alles, was im Tierkreis liegt, wirkt auf die Erfüllung der Taschen. So daß wir also beim Tier in den Tierkreis selber hineingehen müssen; dann können wir erklären, wie die Erfüllungen seiner Taschen sich ausnehmen. Beim Menschen müssen wir über den Tierkreis hinausgehen, wenn wir uns erklären wollen, was zum Beispiel in seinen Sinnen vor sich geht. Dadurch rückt der Mensch mit seinem Verhältnis zum Kosmos über den Tierkreis hinaus. Das Tier nicht. Beim Tier ist es weiter so, daß die Planetensphäre als solche unmittelbar wirkt auf die Taschen. Also wir können sagen: Auf die Taschen wirkt sie. Dadurch, daß die Planetensphäre unmittelbar auf die Taschen beim Tiere wirkt — und die Taschen, die erstrecken sich nach innen und bilden nach innen die Organe —, dadurch bekommt das Tier seine inneren Organe ganz vollkommen, adäquat nachgebildet dem, was der Planetensphäre entspricht. Der Mensch rückt wiederum um ein Stückchen hinaus. Und wir können sagen: Beim Menschen ist es schon die Gegend gegen den Tierkreis zu, die auf seine Taschen wirkt.

[ 23 ] Beim Tiere wirkt die Erde unmittelbar auf alles das, was in ihm kugelig sein will, unmittelbar auf seine Kugelform. Beim Menschen geht das nicht. Der Mensch würde sonst auch ein Tier sein und sein Kugelstreben würde so sein wie beim Tiere. Das Tier will ja in einem gewissen Sinne eigentlich kugelig werden. Hier (siehe Zeichnung) hat es sein Rückgrat, dann Beine. Es wird nur daran gehindert, eine vollständige Kugel zu bilden. Ein Stück von dieser Kugel ist das Rückgrat. Der Mensch aber strebt von dem Irdischen so weg, wie er schon weggestrebt hat vom Tierkreis, von der Planetensphäre gegen den Tierkreis hin. Wir können sagen: Gegen die Planetensphäre wird des Menschen Kugelform gebildet. Er wird ein aufrechtes Wesen. Er strebt von der bloßen Anpassung an das Irdische hinweg.

[ 23 ] Beim Tiere wirkt die Erde unmittelbar auf alles das, was in ihm kugelig sein will, unmittelbar auf seine Kugelform. Beim Menschen geht das nicht. Der Mensch würde sonst auch ein Tier sein und sein Kugelstreben würde so sein wie beim Tiere. Das Tier will ja in einem gewissen Sinne eigentlich kugelig werden. Hier (siehe Zeichnung) hat es sein Rückgrat, dann Beine. Es wird nur daran gehindert, eine vollständige Kugel zu bilden. Ein Stück von dieser Kugel ist das Rückgrat. Der Mensch aber strebt von dem Irdischen so weg, wie er schon weggestrebt hat vom Tierkreis, von der Planetensphäre gegen den Tierkreis hin. Wir können sagen: Gegen die Planetensphäre wird des Menschen Kugelform gebildet. Er wird ein aufrechtes Wesen. Er strebt von der bloßen Anpassung an das Irdische hinweg.

[ 24 ] Und wenn wir nach dem Polyedrischen sehen, so müssen wir beim Tiere sagen: Direkt der Mond ist es, der ihm das Polyedrische gibt. Der Mensch strebt auch aus den Einflüssen des Mondes heraus, wir können sagen, vom Monde weg, und bekommt dort das, was ihm das Polyedrische gibt, zwischen der Erde und dem Monde. Man muß also gewissermaßen zwischen der Erde und dem Monde suchen, was dem Menschen das Polyedrische gibt. Dadurch ist aber der Mond noch immer wirksam auf den Menschen. Als Mond bleibt er trotzdem wirksam. Wir müssen also beim fünften suchen den Mond selber, der ja beim Tiere das Polyedrische bewirkt. Was tut er denn beim Menschen? Er bewirkt auch das Polyedrische, aber im Bilde, und während das Tier das Polyedrische in seiner Konfiguration hat, kommt der Mensch dazu, es herauszuheben aus seinem Organismus. Und dieses mathematisch-geometrische Vorstellen, es wird zum Bilde, es rückt heraus aus dem Leibe, und der Mensch stellt vorzugsweise heute mathematisch vor und möchte alles mathematisch begreifen, weil er durch den Mondeneinfluß sein eigenes Polyedrisches herausheben kann, und dadurch rückt es ins Bewußtsein herein. So daß wir sagen können: Vom Mond kommt das Verstehen des Polyedrischen im Bilde.

[ 24 ] Und wenn wir nach dem Polyedrischen sehen, so müssen wir beim Tiere sagen: Direkt der Mond ist es, der ihm das Polyedrische gibt. Der Mensch strebt auch aus den Einflüssen des Mondes heraus, wir können sagen, vom Monde weg, und bekommt dort das, was ihm das Polyedrische gibt, zwischen der Erde und dem Monde. Man muß also gewissermaßen zwischen der Erde und dem Monde suchen, was dem Menschen das Polyedrische gibt. Dadurch ist aber der Mond noch immer wirksam auf den Menschen. Als Mond bleibt er trotzdem wirksam. Wir müssen also beim fünften suchen den Mond selber, der ja beim Tiere das Polyedrische bewirkt. Was tut er denn beim Menschen? Er bewirkt auch das Polyedrische, aber im Bilde, und während das Tier das Polyedrische in seiner Konfiguration hat, kommt der Mensch dazu, es herauszuheben aus seinem Organismus. Und dieses mathematisch-geometrische Vorstellen, es wird zum Bilde, es rückt heraus aus dem Leibe, und der Mensch stellt vorzugsweise heute mathematisch vor und möchte alles mathematisch begreifen, weil er durch den Mondeneinfluß sein eigenes Polyedrisches herausheben kann, und dadurch rückt es ins Bewußtsein herein. So daß wir sagen können: Vom Mond kommt das Verstehen des Polyedrischen im Bilde.

Für den Menschen: Außerhalb des Tierkreises
Gegen den Tierkreis
Gegen die Planetensphäre
Vom Monde weg
Mond
Erfüllung der Taschen
Taschen
Kugelform
Polyedrisch
Verstehen des Polyedrischen im Bilde
Beim Tier: Tierkreis
Planetensphäre
Erde
Mond
Erfüllung der Taschen
Taschen
Kugelform
Polyedrisch
Für den Menschen: Außerhalb des Tierkreises
Gegen den Tierkreis
Gegen die Planetensphäre
Vom Monde weg
Mond
Erfüllung der Taschen
Taschen
Kugelform
Polyedrisch
Verstehen des Polyedrischen im Bilde
Beim Tier: Tierkreis
Planetensphäre
Erde
Mond
Erfüllung der Taschen
Taschen
Kugelform
Polyedrisch

[ 25 ] Sie sehen, indem wir den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos verfolgen, kommen wir nicht nur zu dieser Art von Gestaltung, die wir schon studiert haben in den letzten Jahren, sondern wir begreifen auch, wie er sich nach innen hinein zum Beispiel gestaltet, wie er seine Nasenhöhle als einen Sack, als eine Tasche bildet, wie er seinen Magen als eine Tasche bildet. Würden wir noch weiter gehen, so würden wir die Organe überhaupt begreifen, wie sie sich da hineinbilden aus dem ganzen Kosmos heraus. Aber überall müssen wir den Kosmos zu Hilfe nehmen, wenn wir den Menschen verstehen wollen. Überall müssen wir sozusagen den Kosmos zu Hilfe nehmen, wenn wir fragen: Warum hat denn der Mensch dieses oder jenes Organ, seine Lunge zum Beispiel, die im Grunde genommen auch nur verstanden werden kann, wenn man sie zunächst, solange der Mensch noch Embryo ist, als eine sackartige Einstülpung begreift, an die sich hier Materielles anlegt; und dann reißt nach außen die sackartige Einstülpung, und das Organ schließt sich als ein solches im Inneren ab. Wir lernen, warum die Lunge oder überhaupt irgendein Organ im Inneren des Menschen ist, wenn wir dieses Organ auffassen als hervorgehend aus einem Sack, und das innere Ende des Sackes, wo der Sack also blind ausläuft, sich verdickend, durch andere Umstände sich besonders konfigurierend. Wenn wir ein solches Organ haben wie den Magen, da geht der Sack nach innen. Wenn wir ein solches Organ haben wie die Lunge, das Herz oder die Niere, und sehen, wie es sich bildet: das ist zunächst auch sackartig gebildet, dann aber verdickt sich der Sack, reißt sich ab mit seinem äußeren Ende — der Sack verdickt sich hier (siehe Zeichnung), reißt sich hier ab und das Organ ist da als innerlich abgeschlossenes Organ.

[ 25 ] Sie sehen, indem wir den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos verfolgen, kommen wir nicht nur zu dieser Art von Gestaltung, die wir schon studiert haben in den letzten Jahren, sondern wir begreifen auch, wie er sich nach innen hinein zum Beispiel gestaltet, wie er seine Nasenhöhle als einen Sack, als eine Tasche bildet, wie er seinen Magen als eine Tasche bildet. Würden wir noch weiter gehen, so würden wir die Organe überhaupt begreifen, wie sie sich da hineinbilden aus dem ganzen Kosmos heraus. Aber überall müssen wir den Kosmos zu Hilfe nehmen, wenn wir den Menschen verstehen wollen. Überall müssen wir sozusagen den Kosmos zu Hilfe nehmen, wenn wir fragen: Warum hat denn der Mensch dieses oder jenes Organ, seine Lunge zum Beispiel, die im Grunde genommen auch nur verstanden werden kann, wenn man sie zunächst, solange der Mensch noch Embryo ist, als eine sackartige Einstülpung begreift, an die sich hier Materielles anlegt; und dann reißt nach außen die sackartige Einstülpung, und das Organ schließt sich als ein solches im Inneren ab. Wir lernen, warum die Lunge oder überhaupt irgendein Organ im Inneren des Menschen ist, wenn wir dieses Organ auffassen als hervorgehend aus einem Sack, und das innere Ende des Sackes, wo der Sack also blind ausläuft, sich verdickend, durch andere Umstände sich besonders konfigurierend. Wenn wir ein solches Organ haben wie den Magen, da geht der Sack nach innen. Wenn wir ein solches Organ haben wie die Lunge, das Herz oder die Niere, und sehen, wie es sich bildet: das ist zunächst auch sackartig gebildet, dann aber verdickt sich der Sack, reißt sich ab mit seinem äußeren Ende — der Sack verdickt sich hier (siehe Zeichnung), reißt sich hier ab und das Organ ist da als innerlich abgeschlossenes Organ.

[ 26 ] Aber auch diese geschlossenen Organe, wenn wir uns fragen: Warum liegen sie an einem bestimmten Orte des Menschen, warum haben sie diese oder jene Form? — überall müssen wir dazu kommen, den Menschen im Zusammenhang mit dem ganzen Weltenall zu betrachten. Und verstehen können wir den inneren Aufbau des Menschen auch nur, wenn wir ihn im Zusammenhang mit dem Weltenall betrachten. Nun wird der heutige Naturwissenschafter sagen, wenn er hört, daß die Anthroposophie Lunge, Herz, Leber und so weiter aus dem Kosmos heraus erklären will: Total verrückt! — Total verrückt —, sagt der heutige Naturforscher. Insbesondere der Mediziner wird das sagen: Total verrückt! — Aber er sollte das eigentlich nicht, denn er sollte einsehen, wie ihm auf seinen Wegen, die er nur mit gewissen Scheuledern behaftet gehen will, eigentlich entgegenkommt, was Anthroposophie ist. Und dafür möchte ich Ihnen eine Art kleinen Beweises liefern.

[ 26 ] Aber auch diese geschlossenen Organe, wenn wir uns fragen: Warum liegen sie an einem bestimmten Orte des Menschen, warum haben sie diese oder jene Form? — überall müssen wir dazu kommen, den Menschen im Zusammenhang mit dem ganzen Weltenall zu betrachten. Und verstehen können wir den inneren Aufbau des Menschen auch nur, wenn wir ihn im Zusammenhang mit dem Weltenall betrachten. Nun wird der heutige Naturwissenschafter sagen, wenn er hört, daß die Anthroposophie Lunge, Herz, Leber und so weiter aus dem Kosmos heraus erklären will: Total verrückt! — Total verrückt —, sagt der heutige Naturforscher. Insbesondere der Mediziner wird das sagen: Total verrückt! — Aber er sollte das eigentlich nicht, denn er sollte einsehen, wie ihm auf seinen Wegen, die er nur mit gewissen Scheuledern behaftet gehen will, eigentlich entgegenkommt, was Anthroposophie ist. Und dafür möchte ich Ihnen eine Art kleinen Beweises liefern.

[ 27 ] Da liegt vor mir eine Broschüre, welche der schon öfters vor Ihnen hier erwähnte Arzt, Mediziner und Biologe, Kriminalanthropologe Moriz Benedikt 1894 geschrieben hat. Ich zitiere öfters Moriz Benedikt, obwohl ich es eigentlich gar nicht gern tue, denn erstens ist der Mann wirklich, man möchte sagen, auf jeder Seite, die er schreibt, eitel. Er ist ein außerordentlich eitler Mann, der sich sehr selbst gefällt. Zweitens ist er ein verbohrter Kantianer. Allerdings kommt als mildernder Umstand in Betracht, daß er sich nach seinem eigenen Kopf einen Kantianismus zurechtformte und den dann vertritt mit einer gewissen Starrheit. Aber der Mann ist doch außerordentlich begabt. Obwohl er von alldem, was an Anthroposophisches und Ähnliches herankommt, nicht das geringste wissen will, kann man doch sagen, daß der Mann einfach durch sein Drinnenstehen in der Medizin und in der Naturwissenschaft zu einem gewissen unbefangenen Urteil über den Wert seiner Wissenschaftlichkeit kommt. Er kann nicht heraus; aber in einer merkwürdigen Weise lugt er heraus. Die anderen sitzen auch in ihrer Wissenschaft wie in einem Gefängnis, aber sie gucken nicht einmal heraus. Der guckt aber immerfort heraus, und da kommt er doch zu außerordentlich interessanten Dingen. Und da ihm seine Eitelkeit sehr viele Feinde gemacht hat, so sagt er manches über andere, die sich ihm als Feinde ohne Maske zeigen; sonst ist man ja immer «gut Freund» untereinander. Da sagt er etwas über seine Kollegen, unter denen er ja deshalb auch niemals so recht hat aufkommen können, da sagt er etwas, was aber außerordentlich charakteristisch ist. Natürlich weiß er ja gar nichts von Anthroposophie, aber dennoch, Anthroposophie kann man ja auch in bezug auf ihre Qualitäten nehmen und kann sagen, er ist jedenfalls antianthroposophisch gesinnt. Aber dieser Antianthroposoph, der sagt doch zum Beispiel in einer Broschüre, die da vor mir liegt: «Das Pharisäertum ignoriert oder verleugnet alle Lehren und Tatsachen, die in seine Anschauungsweise nicht hineinpassen, und es verfolgt nicht nur die Lehre, sondern mit noch größerer Erbitterung die Lehrer. Der Pharisäismus ist ein ganz eigentümlicher Braten. Er duftet für die Nasen der Pharisäer und verbreitet einen scharfen, reizenden Geruch für andere. Das Pharisäertum ist so naturgemäß mit dem Gelehrtenhandwerk verflochten, daß ich mich trotz meines Pharisäerhasses oft frage: Wie oft warst du schon und in wie vielen Fällen bist du Pharisäer? Ich wäre jedem sehr dankbar, der mir diese Frage exakt beantworten würde.»

[ 27 ] Da liegt vor mir eine Broschüre, welche der schon öfters vor Ihnen hier erwähnte Arzt, Mediziner und Biologe, Kriminalanthropologe Moriz Benedikt 1894 geschrieben hat. Ich zitiere öfters Moriz Benedikt, obwohl ich es eigentlich gar nicht gern tue, denn erstens ist der Mann wirklich, man möchte sagen, auf jeder Seite, die er schreibt, eitel. Er ist ein außerordentlich eitler Mann, der sich sehr selbst gefällt. Zweitens ist er ein verbohrter Kantianer. Allerdings kommt als mildernder Umstand in Betracht, daß er sich nach seinem eigenen Kopf einen Kantianismus zurechtformte und den dann vertritt mit einer gewissen Starrheit. Aber der Mann ist doch außerordentlich begabt. Obwohl er von alldem, was an Anthroposophisches und Ähnliches herankommt, nicht das geringste wissen will, kann man doch sagen, daß der Mann einfach durch sein Drinnenstehen in der Medizin und in der Naturwissenschaft zu einem gewissen unbefangenen Urteil über den Wert seiner Wissenschaftlichkeit kommt. Er kann nicht heraus; aber in einer merkwürdigen Weise lugt er heraus. Die anderen sitzen auch in ihrer Wissenschaft wie in einem Gefängnis, aber sie gucken nicht einmal heraus. Der guckt aber immerfort heraus, und da kommt er doch zu außerordentlich interessanten Dingen. Und da ihm seine Eitelkeit sehr viele Feinde gemacht hat, so sagt er manches über andere, die sich ihm als Feinde ohne Maske zeigen; sonst ist man ja immer «gut Freund» untereinander. Da sagt er etwas über seine Kollegen, unter denen er ja deshalb auch niemals so recht hat aufkommen können, da sagt er etwas, was aber außerordentlich charakteristisch ist. Natürlich weiß er ja gar nichts von Anthroposophie, aber dennoch, Anthroposophie kann man ja auch in bezug auf ihre Qualitäten nehmen und kann sagen, er ist jedenfalls antianthroposophisch gesinnt. Aber dieser Antianthroposoph, der sagt doch zum Beispiel in einer Broschüre, die da vor mir liegt: «Das Pharisäertum ignoriert oder verleugnet alle Lehren und Tatsachen, die in seine Anschauungsweise nicht hineinpassen, und es verfolgt nicht nur die Lehre, sondern mit noch größerer Erbitterung die Lehrer. Der Pharisäismus ist ein ganz eigentümlicher Braten. Er duftet für die Nasen der Pharisäer und verbreitet einen scharfen, reizenden Geruch für andere. Das Pharisäertum ist so naturgemäß mit dem Gelehrtenhandwerk verflochten, daß ich mich trotz meines Pharisäerhasses oft frage: Wie oft warst du schon und in wie vielen Fällen bist du Pharisäer? Ich wäre jedem sehr dankbar, der mir diese Frage exakt beantworten würde.»

[ 28 ] Ich bin allerdings meinerseits überzeugt, daß er nicht dankbar wäre, sondern ordentlich schimpfen würde, wenn man ihn auf seinen eigenen Pharisäismus aufmerksam machen würde, wenn man ihn also selber daran fassen würde. Aber in seiner eigentümlichen Art erblickt er das Pharisäertum bei den anderen ausgezeichnet gut.

[ 28 ] Ich bin allerdings meinerseits überzeugt, daß er nicht dankbar wäre, sondern ordentlich schimpfen würde, wenn man ihn auf seinen eigenen Pharisäismus aufmerksam machen würde, wenn man ihn also selber daran fassen würde. Aber in seiner eigentümlichen Art erblickt er das Pharisäertum bei den anderen ausgezeichnet gut.

[ 29 ] Nun aber kommt er zu sprechen auf seine eigene Entwickelungsgeschichte, durch die er begreiflich machen will, daß er eben ein anderer Mediziner geworden ist als die Herren Kollegen. Da sagt er: «Für meine Entwickelungsgeschichte und auch für die wissenschaftliche Stellung in dieser Frage, die uns hier beschäftigt, waren zwei schwere Schicksalsschläge verhängnisvoll.»

[ 29 ] Nun aber kommt er zu sprechen auf seine eigene Entwickelungsgeschichte, durch die er begreiflich machen will, daß er eben ein anderer Mediziner geworden ist als die Herren Kollegen. Da sagt er: «Für meine Entwickelungsgeschichte und auch für die wissenschaftliche Stellung in dieser Frage, die uns hier beschäftigt, waren zwei schwere Schicksalsschläge verhängnisvoll.»

[ 30 ] Sie werden natürlich auch gleich ein bißchen ein starkes Stückchen Eitelkeit aus der Darstellung verspüren: «Der erste ist, daß ich, bevor ich Mediziner wurde, Mathematik und Mechanik studierte. Wir hatten damals an der Wiener Universität einen hochbedeutenden Mathematiker, Professor von Ettingshausen, der uns die schwierigsten Probleme der mathematischen Physik vortrug und uns dafür einnahm. Von ihm hörte ich die Lehren von Cauchy und Poisson entwickeln, und von Petzval lernten wir, mechanische Probleme in mathematische Formeln zu gießen. Es wird nun aber leicht zu zeigen sein, wie verhängnisvoll mathematisches Denken für einen Mediziner, besonders aber für einen Kliniker ist.»

[ 30 ] Sie werden natürlich auch gleich ein bißchen ein starkes Stückchen Eitelkeit aus der Darstellung verspüren: «Der erste ist, daß ich, bevor ich Mediziner wurde, Mathematik und Mechanik studierte. Wir hatten damals an der Wiener Universität einen hochbedeutenden Mathematiker, Professor von Ettingshausen, der uns die schwierigsten Probleme der mathematischen Physik vortrug und uns dafür einnahm. Von ihm hörte ich die Lehren von Cauchy und Poisson entwickeln, und von Petzval lernten wir, mechanische Probleme in mathematische Formeln zu gießen. Es wird nun aber leicht zu zeigen sein, wie verhängnisvoll mathematisches Denken für einen Mediziner, besonders aber für einen Kliniker ist.»

[ 31 ] Das wollen wir abwarten. Wir werden es auch schon sehen, warum das verhängnisvoll ist, besonders wenn er etwas von der Medizin versteht! Nun erzählt Professor Benedikt weiter. Man sollte ja glauben, daß das für ihn ein guter Schicksalsschlag war, wenn er Mathematiker war, aber er nennt es einen schlechten Schicksalsschlag, aus dem Grunde, weil er nun dadurch denken gelernt hat. Das konnten andere Kliniker nicht. Darum haßten sie ihn. Daher haßten sie ihn, weil er das studiert hatte, denn sonst hätte er auch nichts anderes verstanden, als was die anderen Kliniker von der Medizin verstanden hatten. «Der zweite Schicksalsschlag, der mich in jungen Jahren traf, war, daß ich ein Schüler Skodas war und noch heute an seinen Lehren hänge. Er war der Kant der medizinischen Erkenntnislehre, und er entwickelte den Höhepunkt seines Geistes nicht in Büchern, sondern in der Besprechung von Diagnosen, von therapeutischen Indikationen und besonders in den Epikrisen nach vorgenommenen Sektionen. Skoda war in seiner Jugend Mathematiker gewesen» — was also auch ein Schicksalsschlag war! — «und hatte aus derselben die wichtigste, die fundamentalste Lehre der medizinischen Denkmethodik in die Medizin hineingetragen, aber leider nur für einzelne Fragen dauernd; diese wichtige Lehre, die ich von Skoda empfing und schon von meinen mathematischen Studien her mir eingeprägt hatte, ist: daß man sich bei jedem wissenschaftlichen Beweisverfahren nicht nur dessen bewußt sein muß, was man weiß, sondern auch dessen, was noch unbekannt ist.» Also Benedikt war auch mit Skoda zusammen. Man soll sich bei dem gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Verfahren — denn von dem redeten sie — ja nur bewußt sein nicht nur dessen, was man weiß, sondern auch dessen, was noch unbekannt ist. Diesen Grundsatz hat nun tatsächlich Benedikt in zahlreichen Abhandlungen mit einem gewissen Fanatismus vertreten; daß man nicht nur Rücksicht nehmen muß auf das, was man weiß, sondern auch auf das, was man nicht weiß. Er sagt darüber weiter: «Aber diese Grundregel in der Medizin ist der großen Mehrzahl der Biologen unbekannt, ja, selbst unverständlich. Als ich zum Beispiel vor einigen Jahren einem berühmten auswärtigen Anatomen ein Manuskript in fremder Sprache mit der Bitte zusandte, er möge es sprachlich korrigieren, schrieb er, als ich obigen Satz anführte, an den Rand, er verstehe den Sinn desselben nicht.» Also der Benedikt hat geschrieben, man solle auch ins Auge fassen das, was man nicht weiß, und er wollte, daß der andere ihm den Sinn des Satzes richtig ins Französische übersetze. Da hat dieser geschrieben, das verstehe er nicht.

[ 31 ] Das wollen wir abwarten. Wir werden es auch schon sehen, warum das verhängnisvoll ist, besonders wenn er etwas von der Medizin versteht! Nun erzählt Professor Benedikt weiter. Man sollte ja glauben, daß das für ihn ein guter Schicksalsschlag war, wenn er Mathematiker war, aber er nennt es einen schlechten Schicksalsschlag, aus dem Grunde, weil er nun dadurch denken gelernt hat. Das konnten andere Kliniker nicht. Darum haßten sie ihn. Daher haßten sie ihn, weil er das studiert hatte, denn sonst hätte er auch nichts anderes verstanden, als was die anderen Kliniker von der Medizin verstanden hatten. «Der zweite Schicksalsschlag, der mich in jungen Jahren traf, war, daß ich ein Schüler Skodas war und noch heute an seinen Lehren hänge. Er war der Kant der medizinischen Erkenntnislehre, und er entwickelte den Höhepunkt seines Geistes nicht in Büchern, sondern in der Besprechung von Diagnosen, von therapeutischen Indikationen und besonders in den Epikrisen nach vorgenommenen Sektionen. Skoda war in seiner Jugend Mathematiker gewesen» — was also auch ein Schicksalsschlag war! — «und hatte aus derselben die wichtigste, die fundamentalste Lehre der medizinischen Denkmethodik in die Medizin hineingetragen, aber leider nur für einzelne Fragen dauernd; diese wichtige Lehre, die ich von Skoda empfing und schon von meinen mathematischen Studien her mir eingeprägt hatte, ist: daß man sich bei jedem wissenschaftlichen Beweisverfahren nicht nur dessen bewußt sein muß, was man weiß, sondern auch dessen, was noch unbekannt ist.» Also Benedikt war auch mit Skoda zusammen. Man soll sich bei dem gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Verfahren — denn von dem redeten sie — ja nur bewußt sein nicht nur dessen, was man weiß, sondern auch dessen, was noch unbekannt ist. Diesen Grundsatz hat nun tatsächlich Benedikt in zahlreichen Abhandlungen mit einem gewissen Fanatismus vertreten; daß man nicht nur Rücksicht nehmen muß auf das, was man weiß, sondern auch auf das, was man nicht weiß. Er sagt darüber weiter: «Aber diese Grundregel in der Medizin ist der großen Mehrzahl der Biologen unbekannt, ja, selbst unverständlich. Als ich zum Beispiel vor einigen Jahren einem berühmten auswärtigen Anatomen ein Manuskript in fremder Sprache mit der Bitte zusandte, er möge es sprachlich korrigieren, schrieb er, als ich obigen Satz anführte, an den Rand, er verstehe den Sinn desselben nicht.» Also der Benedikt hat geschrieben, man solle auch ins Auge fassen das, was man nicht weiß, und er wollte, daß der andere ihm den Sinn des Satzes richtig ins Französische übersetze. Da hat dieser geschrieben, das verstehe er nicht.

[ 32 ] «Als ich die Randbemerkung einem Professor an der Technik zeigte, lächelte er. Für jeden Mann der exakten Wissenschaft ist doch der Satz selbstverständlich.»

[ 32 ] «Als ich die Randbemerkung einem Professor an der Technik zeigte, lächelte er. Für jeden Mann der exakten Wissenschaft ist doch der Satz selbstverständlich.»

[ 33 ] Der lächelte, denn der versteht mathematische Denkmethode; er lächelte, weil er innerlich sich lustig machte über die Mediziner, die da glauben, sie brauchten das, was sie nicht wissen, nicht zu berücksichtigen. Der Techniker muß das wissen, denn er hat ja mathematische Vorbildung.

[ 33 ] Der lächelte, denn der versteht mathematische Denkmethode; er lächelte, weil er innerlich sich lustig machte über die Mediziner, die da glauben, sie brauchten das, was sie nicht wissen, nicht zu berücksichtigen. Der Techniker muß das wissen, denn er hat ja mathematische Vorbildung.

[ 34 ] «Als ich aber einem berühmten medizinischen Gelehrten in Wien die Bemerkung des auswärtigen Kollegen als Kuriosum mitteilte, sagte er naiv: Ja, wie sollte man denn das Unbekannte kennen? — Diese historische Anekdote wirft ein grelles Licht auf die noch heute allgemein herrschende medizinische Denkmethodik und auf die kolossalen Irrtümer, die täglich und stündlich in der medizinischen Literatur begangen werden.»

[ 34 ] «Als ich aber einem berühmten medizinischen Gelehrten in Wien die Bemerkung des auswärtigen Kollegen als Kuriosum mitteilte, sagte er naiv: Ja, wie sollte man denn das Unbekannte kennen? — Diese historische Anekdote wirft ein grelles Licht auf die noch heute allgemein herrschende medizinische Denkmethodik und auf die kolossalen Irrtümer, die täglich und stündlich in der medizinischen Literatur begangen werden.»

[ 35 ] Ich lese Ihnen die Sätze eines Mediziners vor! Nun aber kommt etwas außerordentlich Wichtiges. Nämlich Moriz Benedikt schreibt, wie es in der medizinischen Wissenschaft hergeht deshalb, weil man nie auf das Unbekannte Rücksicht nimmt: «Die Probleme sind in der Biologie zumeist gegeben, zum Beispiel die Funktion eines Organs. Die Bedingungen dieser Funktion sind zum Teile unbekannt und noch zu suchen.»

[ 35 ] Ich lese Ihnen die Sätze eines Mediziners vor! Nun aber kommt etwas außerordentlich Wichtiges. Nämlich Moriz Benedikt schreibt, wie es in der medizinischen Wissenschaft hergeht deshalb, weil man nie auf das Unbekannte Rücksicht nimmt: «Die Probleme sind in der Biologie zumeist gegeben, zum Beispiel die Funktion eines Organs. Die Bedingungen dieser Funktion sind zum Teile unbekannt und noch zu suchen.»

[ 36 ] Nun führt er ein Beispiel an: «Die Leber zum Beispiel sondert Galle ab. Der Grund dieser Absonderung sind vor allem die spezifisch-biochemischen Eigenschaften der Zellen.»

[ 36 ] Nun führt er ein Beispiel an: «Die Leber zum Beispiel sondert Galle ab. Der Grund dieser Absonderung sind vor allem die spezifisch-biochemischen Eigenschaften der Zellen.»

[ 37 ] Wir wollen davon absehen, daß er hier von den biochemischen Eigenschaften der Zellen spricht, was keinen rechten Sinn hat. Aber da stehen wir eben auf demselben Standpunkt, von dem aus er über die Leber spricht.

[ 37 ] Wir wollen davon absehen, daß er hier von den biochemischen Eigenschaften der Zellen spricht, was keinen rechten Sinn hat. Aber da stehen wir eben auf demselben Standpunkt, von dem aus er über die Leber spricht.

[ 38 ] «Es ist der Grund zu suchen, wie diese differentiellen Eigenschaften entstehen» — das heißt, er will den Grund suchen, wodurch sich die Leber abdifferenziert von anderen Organen; also er will das Unbekannte jetzt ins Auge fassen. Das Bekannte ist, daß die Leber Galle absondert. Aber jetzt kommt das Unbekannte, und da zählt er, geben Sie acht, recht viel auf.

[ 38 ] «Es ist der Grund zu suchen, wie diese differentiellen Eigenschaften entstehen» — das heißt, er will den Grund suchen, wodurch sich die Leber abdifferenziert von anderen Organen; also er will das Unbekannte jetzt ins Auge fassen. Das Bekannte ist, daß die Leber Galle absondert. Aber jetzt kommt das Unbekannte, und da zählt er, geben Sie acht, recht viel auf.

[ 39 ] «Es ist der Grund zu suchen, wie diese differentiellen Eigenschaften entstehen, wie sich aus den Elementen das Organ aufbaut, wie es auf seinen Platz gelangt, warum es gerade in der bestehenden Verbindung mit den umgebenden Organen ist, wie es mit Hilfe spezifischer, hämodynamischer Kräfte und hämostatischer Verhältnisse die Spezifität seiner Zellen aufrecht erhält, wie es mit Hilfe des reflektorischen, zentralen und zentrifugalen Nervensystems zur rechten Zeit und in rechter Intensität zur Funktion angeregt wird, welches die Bedingungen der Gesamternährung seien, um die Funktion und ihre Rechtzeitigkeit zu erhalten, welche Bedingungen schädlich auf dieselbe wirken, so daß momentane oder bleibende Störungen der Funktionen eintreten, et cetera.»

[ 39 ] «Es ist der Grund zu suchen, wie diese differentiellen Eigenschaften entstehen, wie sich aus den Elementen das Organ aufbaut, wie es auf seinen Platz gelangt, warum es gerade in der bestehenden Verbindung mit den umgebenden Organen ist, wie es mit Hilfe spezifischer, hämodynamischer Kräfte und hämostatischer Verhältnisse die Spezifität seiner Zellen aufrecht erhält, wie es mit Hilfe des reflektorischen, zentralen und zentrifugalen Nervensystems zur rechten Zeit und in rechter Intensität zur Funktion angeregt wird, welches die Bedingungen der Gesamternährung seien, um die Funktion und ihre Rechtzeitigkeit zu erhalten, welche Bedingungen schädlich auf dieselbe wirken, so daß momentane oder bleibende Störungen der Funktionen eintreten, et cetera.»

[ 40 ] Das alles ist unbekannt. Dieses Unbekannte muß man sich vorhalten. Dann aber sagt Moriz Benedikt weiter: «Der Wissenschaft stoßen diese Fragen im Laufe großer Zeiträume nacheinander auf.» — Also es stoßen nur die Fragen auf! — «Die Literatur jeder Zeit aber rechnet mit dem Bekannten ohne Frage nach dem Unbekannten und stellt sich, als ob das Grundproblem bereits völlig gelöst wäre.» — Das heißt, redet nicht vom Unbekannten. Solche Leute wie Moriz Benedikt kommen wenigstens dazu, diese Unbekannten alle aufzuzählen. «Darum sind die zeitgenössischen herrschenden Lehren in jeder Epoche nur zum kleinen Teile wahr, und sie enthalten einen kolossalen Prozentsatz zeitgenössischer und überkommener Irrtümer, die sich lange als Erbsünde auch auf die kommenden Geschlechter fortpflanzen.»

[ 40 ] Das alles ist unbekannt. Dieses Unbekannte muß man sich vorhalten. Dann aber sagt Moriz Benedikt weiter: «Der Wissenschaft stoßen diese Fragen im Laufe großer Zeiträume nacheinander auf.» — Also es stoßen nur die Fragen auf! — «Die Literatur jeder Zeit aber rechnet mit dem Bekannten ohne Frage nach dem Unbekannten und stellt sich, als ob das Grundproblem bereits völlig gelöst wäre.» — Das heißt, redet nicht vom Unbekannten. Solche Leute wie Moriz Benedikt kommen wenigstens dazu, diese Unbekannten alle aufzuzählen. «Darum sind die zeitgenössischen herrschenden Lehren in jeder Epoche nur zum kleinen Teile wahr, und sie enthalten einen kolossalen Prozentsatz zeitgenössischer und überkommener Irrtümer, die sich lange als Erbsünde auch auf die kommenden Geschlechter fortpflanzen.»

[ 41 ] Was sagt denn eigentlich dieser Mediziner? Er sagt: Wir haben eine medizinische Literatur, aber sie berücksichtigt eigentlich nur das, was bekannt ist, Aber das Unbekannte, das taucht nach langen Zeiträumen immer wieder auf. Was will denn der Benedikt? Er will, daß man sich immer bewußt sei des Unbekannten. Was würde also zum Beispiele-mit der Leber geschehen? Wer nun als richtiger Mediziner von der Gegenseite des Benedikt die Leber beschriebe, der würde versuchen, die biochemischen Eigenschaften der Leberzellen zu suchen, wird versuchen, die Tatsache hinzustellen, daß die Leber Galle absondert. Dann ist er zufrieden, denn er redet von dem Unbekannten nicht. Der Benedikt würde sagen: Gut, die Leber sondert Galle ab; das rührt von der biochemischen Beschaffenheit der Leberzellen her. Aber ich bin ein gewissenhafter Forscher, daher muß ich alles das, was ich nicht weiß von der Leber und Galle, auch sagen. Er wird also in sein Buch hineinschreiben: Das weiß man; aber man weiß nicht, wie die Leber an ihren Platz kommt, wie die Blutstatik, das heißt, die Kreislaufstatik und -dynamik auf die Leber wirken, was das Nervensystem mit der Leber zu tun hat, das Gesamtnervensystem und die einzelnen Nerven, und wie der Beitrag der Leber zu der Ernährung zustande kommt. Davon würde überall stehen: Das weiß man nicht. Dadurch würden sich die Benediktschen Bücher von den anderen unterscheiden. Wissenschaftlich würde er also sehr bescheiden sein.

[ 41 ] Was sagt denn eigentlich dieser Mediziner? Er sagt: Wir haben eine medizinische Literatur, aber sie berücksichtigt eigentlich nur das, was bekannt ist, Aber das Unbekannte, das taucht nach langen Zeiträumen immer wieder auf. Was will denn der Benedikt? Er will, daß man sich immer bewußt sei des Unbekannten. Was würde also zum Beispiele-mit der Leber geschehen? Wer nun als richtiger Mediziner von der Gegenseite des Benedikt die Leber beschriebe, der würde versuchen, die biochemischen Eigenschaften der Leberzellen zu suchen, wird versuchen, die Tatsache hinzustellen, daß die Leber Galle absondert. Dann ist er zufrieden, denn er redet von dem Unbekannten nicht. Der Benedikt würde sagen: Gut, die Leber sondert Galle ab; das rührt von der biochemischen Beschaffenheit der Leberzellen her. Aber ich bin ein gewissenhafter Forscher, daher muß ich alles das, was ich nicht weiß von der Leber und Galle, auch sagen. Er wird also in sein Buch hineinschreiben: Das weiß man; aber man weiß nicht, wie die Leber an ihren Platz kommt, wie die Blutstatik, das heißt, die Kreislaufstatik und -dynamik auf die Leber wirken, was das Nervensystem mit der Leber zu tun hat, das Gesamtnervensystem und die einzelnen Nerven, und wie der Beitrag der Leber zu der Ernährung zustande kommt. Davon würde überall stehen: Das weiß man nicht. Dadurch würden sich die Benediktschen Bücher von den anderen unterscheiden. Wissenschaftlich würde er also sehr bescheiden sein.

[ 42 ] Aber diese Frage, sagt er, diese Frage nach dem Unbekannten, die taucht im Laufe der Jahrhunderte auf; aber so, wie sie hier gestellt werden, die Fragen, wenn man sie auf ihre wirklichen Grundlagen zurückführt, da könnte man, wenn die Gesinnung auch von Benedikt vorhanden bleibt, bis zum jüngsten Tag warten, und man würde immer das Bekannte registrieren und dann das Unbekannte mit den vielen Fragen. Die Benediktschen Bücher würden sich von den anderen immer nur dadurch unterscheiden, daß da immer das Unbekannte steht, denn der Benedikt würde nie darauf eingehen, daß ein Unbekanntes in den Kosmos hinausgeführt werden muß; daß es so lange ein Unbekanntes sein wird, bis man es aus dem Kosmos heraus erklärt.

[ 42 ] Aber diese Frage, sagt er, diese Frage nach dem Unbekannten, die taucht im Laufe der Jahrhunderte auf; aber so, wie sie hier gestellt werden, die Fragen, wenn man sie auf ihre wirklichen Grundlagen zurückführt, da könnte man, wenn die Gesinnung auch von Benedikt vorhanden bleibt, bis zum jüngsten Tag warten, und man würde immer das Bekannte registrieren und dann das Unbekannte mit den vielen Fragen. Die Benediktschen Bücher würden sich von den anderen immer nur dadurch unterscheiden, daß da immer das Unbekannte steht, denn der Benedikt würde nie darauf eingehen, daß ein Unbekanntes in den Kosmos hinausgeführt werden muß; daß es so lange ein Unbekanntes sein wird, bis man es aus dem Kosmos heraus erklärt.

[ 43 ] Sie sehen, ein vernünftiger Mediziner sagt aus seiner Medizin heraus: Mit dem, was uns zur Verfügung steht, können wir den Menschen nicht erklären, wir können nur Unbekanntes registrieren. Nur versteift er sich darauf, sich nicht einzulassen auf das, was nun, allerdings auch natürlich langsam und allmählich, Antwort gibt auf diese Fragen, die er als Unbekanntes hinstellen muß.

[ 43 ] Sie sehen, ein vernünftiger Mediziner sagt aus seiner Medizin heraus: Mit dem, was uns zur Verfügung steht, können wir den Menschen nicht erklären, wir können nur Unbekanntes registrieren. Nur versteift er sich darauf, sich nicht einzulassen auf das, was nun, allerdings auch natürlich langsam und allmählich, Antwort gibt auf diese Fragen, die er als Unbekanntes hinstellen muß.

[ 44 ] Die Fragen sind also da in der gewöhnlichen Wissenschaft. Anthroposophie kommt den Fragen der gewöhnlichen Wissenschaft entgegen. So ist es. Das sollte mit aller Energie immer wieder und wiederum betont werden. Moriz Benedikt findet, daß gerade alle die Unarten, die namentlich in seiner Wissenschaft vorhanden sind, davon herrühren, daß die Leute vom Unbekannten nichts wissen, und mit dem, was sie konstatieren aus dem rein Sinnenfällig-Tatsächlichen heraus, nun an die Menschheit herangehen. Da wird er wiederum eben ganz sarkastisch, wo er das weiter charakterisiert: «Diese wissenschaftliche Mißwirtschaft ist heute noch ebenso in Flor... .» — es ist nicht seine, es ist eine von den Herren Kollegen! —, «diese wissenschaftliche Mißwirtschaft ist heute noch ebenso in Flor als vor tausend Jahren, ja sie ist ärger als je, da die Produktion an Schnelligkeit zugenommen hat.»

[ 44 ] Die Fragen sind also da in der gewöhnlichen Wissenschaft. Anthroposophie kommt den Fragen der gewöhnlichen Wissenschaft entgegen. So ist es. Das sollte mit aller Energie immer wieder und wiederum betont werden. Moriz Benedikt findet, daß gerade alle die Unarten, die namentlich in seiner Wissenschaft vorhanden sind, davon herrühren, daß die Leute vom Unbekannten nichts wissen, und mit dem, was sie konstatieren aus dem rein Sinnenfällig-Tatsächlichen heraus, nun an die Menschheit herangehen. Da wird er wiederum eben ganz sarkastisch, wo er das weiter charakterisiert: «Diese wissenschaftliche Mißwirtschaft ist heute noch ebenso in Flor... .» — es ist nicht seine, es ist eine von den Herren Kollegen! —, «diese wissenschaftliche Mißwirtschaft ist heute noch ebenso in Flor als vor tausend Jahren, ja sie ist ärger als je, da die Produktion an Schnelligkeit zugenommen hat.»

[ 45 ] Früher, meint der Benedikt, konnte man nicht so schnell seine Unarten in die Öffentlichkeit hinausbringen.

[ 45 ] Früher, meint der Benedikt, konnte man nicht so schnell seine Unarten in die Öffentlichkeit hinausbringen.

[ 46 ] «Jeder flüchtige Einfall, jede flüchtige Unternehmung wird heute so rasch publiziert, daß nur noch «Telegraphische Mitteilungen> in der medizinischen Journalistik fehlen, und daß wir es vielleicht noch erleben, daß telephonische Sprechzellen errichtet werden, nur damit wissenschaftliche «Ideen» nicht neun Minuten brach liegen. In früheren Zeiten gingen einer Publikation mehr Jahre voraus als jetzt Stunden.»

[ 46 ] «Jeder flüchtige Einfall, jede flüchtige Unternehmung wird heute so rasch publiziert, daß nur noch «Telegraphische Mitteilungen> in der medizinischen Journalistik fehlen, und daß wir es vielleicht noch erleben, daß telephonische Sprechzellen errichtet werden, nur damit wissenschaftliche «Ideen» nicht neun Minuten brach liegen. In früheren Zeiten gingen einer Publikation mehr Jahre voraus als jetzt Stunden.»

[ 47 ] Nun, auch schließlich auf das Publikum, das den Medizinern zuhört und auf sie schwört, ist ja Moriz Benedikt durchaus in einer richtigen Weise zu sprechen! Er charakterisiert einfach durch einen Spruch dieses Publikum, indem er sagt: «Meier, Müller, Schulze, Schmidt, machen jede Schandtat mit.»

[ 47 ] Nun, auch schließlich auf das Publikum, das den Medizinern zuhört und auf sie schwört, ist ja Moriz Benedikt durchaus in einer richtigen Weise zu sprechen! Er charakterisiert einfach durch einen Spruch dieses Publikum, indem er sagt: «Meier, Müller, Schulze, Schmidt, machen jede Schandtat mit.»

[ 48 ] Dann aber kommt er wiederum — die Schandtaten sind nämlich die seiner Kollegen — auf das, was er nun dieser Kollegenschaft vorzuwerfen hat, zu sprechen, und da kommt er dazu, folgendes zu sagen: «Diese Übelstände in der Biologie werden sich nicht bessern, bis die große Reform der medizinischen Erziehung bei den Lehrern beginnen wird. Wer nicht den Beweis liefert, daß er ernste mathematische und mechanische Studien gemacht hat, ist zum Denker und Forscher nicht reif und also noch weniger zum Lehrer geeignet. Das persönliche Genie hat viel geleistet; es hinkt aber und wird immer hinken, so lange es nicht in der mathematischen Gehschule war.»

[ 48 ] Dann aber kommt er wiederum — die Schandtaten sind nämlich die seiner Kollegen — auf das, was er nun dieser Kollegenschaft vorzuwerfen hat, zu sprechen, und da kommt er dazu, folgendes zu sagen: «Diese Übelstände in der Biologie werden sich nicht bessern, bis die große Reform der medizinischen Erziehung bei den Lehrern beginnen wird. Wer nicht den Beweis liefert, daß er ernste mathematische und mechanische Studien gemacht hat, ist zum Denker und Forscher nicht reif und also noch weniger zum Lehrer geeignet. Das persönliche Genie hat viel geleistet; es hinkt aber und wird immer hinken, so lange es nicht in der mathematischen Gehschule war.»

[ 49 ] Es gehört natürlich nicht Mathematik dazu für jeden, der auf vernünftige Dinge hinhorchen will. Aber zur Behandlung, zur wirklichen Behandlung einer wirklichen Wissenschaft gehört durchaus mathematisch geschulte Denkmethode. Daher hat auch schon Plato — den übrigens Moriz Benedikt weidlich beschimpft — an die Türe, an die Pforte geschrieben: Nur für mathematisch Gebildete ist hier Einlaß —, nämlich in der Platonischen Akademie, was aber natürlich die nicht mathematisch geschulten Philosophen der Neuzeit nicht hindert, über Plato zu schreiben. So daß man wirklich sagen kann: Über Plato schreiben heute meistens Leute, die, wenn der Plato mit seiner Schule noch da wäre, nur vor dem Tor draußen sitzen dürften.

[ 49 ] Es gehört natürlich nicht Mathematik dazu für jeden, der auf vernünftige Dinge hinhorchen will. Aber zur Behandlung, zur wirklichen Behandlung einer wirklichen Wissenschaft gehört durchaus mathematisch geschulte Denkmethode. Daher hat auch schon Plato — den übrigens Moriz Benedikt weidlich beschimpft — an die Türe, an die Pforte geschrieben: Nur für mathematisch Gebildete ist hier Einlaß —, nämlich in der Platonischen Akademie, was aber natürlich die nicht mathematisch geschulten Philosophen der Neuzeit nicht hindert, über Plato zu schreiben. So daß man wirklich sagen kann: Über Plato schreiben heute meistens Leute, die, wenn der Plato mit seiner Schule noch da wäre, nur vor dem Tor draußen sitzen dürften.

[ 50 ] Aber aus dem, was ich Ihnen aus der Broschüre von Moriz Benedikt mitgeteilt habe, werden Sie sehen, wie das Verhältnis der heutigen Wissenschaftlichkeit zu demjenigen ist, was sie selber wünschen müßte, und wie einer, der zwar nicht Anthroposoph ist, dem aber, nur gerade, weil er etwas eitel ist und mit seinen Kollegen durch seine Eitelkeit etwas in Konflikt gekommen ist, dann doch ein Loch im Hirnkästchen aufgegangen ist für die Schäden — wie ein solcher urteilt. Seien wir uns also durchaus klar: Die Lage ist heute schon so, wie sie unbefangene anthroposophische Erkenntnis schildern muß, und die Beweise können überall geholt werden in dem äußeren Wissenschaftsbetrieb selber, wenn man nur will.

[ 50 ] Aber aus dem, was ich Ihnen aus der Broschüre von Moriz Benedikt mitgeteilt habe, werden Sie sehen, wie das Verhältnis der heutigen Wissenschaftlichkeit zu demjenigen ist, was sie selber wünschen müßte, und wie einer, der zwar nicht Anthroposoph ist, dem aber, nur gerade, weil er etwas eitel ist und mit seinen Kollegen durch seine Eitelkeit etwas in Konflikt gekommen ist, dann doch ein Loch im Hirnkästchen aufgegangen ist für die Schäden — wie ein solcher urteilt. Seien wir uns also durchaus klar: Die Lage ist heute schon so, wie sie unbefangene anthroposophische Erkenntnis schildern muß, und die Beweise können überall geholt werden in dem äußeren Wissenschaftsbetrieb selber, wenn man nur will.

[ 51 ] Was man aber holen muß, das ist das, daß man wirklich den Menschen betrachten lernt so, wie man es in der Physik ganz vernünftig findet. Ich habe Ihnen den Vergleich auch schon in diesen Tagen gesagt: Wenn man die Magnetnadel studiert und wollte sie nur so studieren, daß man sagt, sie richtet sich durch ihre inneren Kräfte, so würde man niemals die nord-südlichen Kräfte der Magnetnadel verstehen. Man muß sich klar sein darüber, daß die ganze Erde zwei Kräfte hat, daß von außen die Pole der zwei Kräfte bestimmt werden. So ist es auch ein Unding, den Menschen auf den Seziertisch hinzulegen und sein ganzes Wesen aus dem, was innerhalb seiner Haut ist, erklären zu wollen. Man braucht die ganze Welt, um das, was im Menschen und am Menschen ist, wirklich verstehen zu können.

[ 51 ] Was man aber holen muß, das ist das, daß man wirklich den Menschen betrachten lernt so, wie man es in der Physik ganz vernünftig findet. Ich habe Ihnen den Vergleich auch schon in diesen Tagen gesagt: Wenn man die Magnetnadel studiert und wollte sie nur so studieren, daß man sagt, sie richtet sich durch ihre inneren Kräfte, so würde man niemals die nord-südlichen Kräfte der Magnetnadel verstehen. Man muß sich klar sein darüber, daß die ganze Erde zwei Kräfte hat, daß von außen die Pole der zwei Kräfte bestimmt werden. So ist es auch ein Unding, den Menschen auf den Seziertisch hinzulegen und sein ganzes Wesen aus dem, was innerhalb seiner Haut ist, erklären zu wollen. Man braucht die ganze Welt, um das, was im Menschen und am Menschen ist, wirklich verstehen zu können.