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Nordic and Central European Spiritual Influences
The Feast of the Epiphany
GA 209

31 December 1921, Dornach

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Nordische und mitteleuropäische Geistimpulse.
  1. Nordic and Central European Spiritual Influences, tr. SOL

Silvestervortrag

Silvestervortrag

[ 1 ] Ich denke, an einem Jahreswendetag ist es auch angemessen, über eine Wende in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit zu sprechen, und ich werde heute sprechen gerade über die Wende, die Umwandelung des menschlichen Erkennens überhaupt in der Zeit zwischen dem ältesten Zeitraum, zu dem die Menschheit zunächst geschichtlich zurückblicken kann, und unserer Zeit. Man hat gerade in ältesten Zeiten durchaus das Bewußtsein gehabt, daß eine Erkenntnis über die eigentliche tiefere Wesenheit des Menschen nur zu erlangen ist, wenn im Menschen verborgene Erkenntniskräfte an die Oberfläche gehoben werden. Man hat stets davon gesprochen, daß die äußere Welterfahrung auch nur das Äußere der menschlichen Wesenheit zur Erkenntnis bringen kann. Man hat innerhalb der besonderen Vorgänge in den Mysterien denjenigen Menschen, die solches gesucht haben, die Möglichkeiten geboten, durch sonst in den Untergründen des menschlichen Wesens verborgene Kräfte, solche höheren Erkenntnisse über das eigentliche menschliche Wesen zu erlangen. Man war sich eben durchaus klar darüber gerade in den Zeiten, als eine gewisse instinktive Urweltweisheit gewaltet hat, daß des Menschen wahres Wesen ein anderes ist als dasjenige, was sich innerhalb des Umkreises finden läßt, der vom Menschen erlebt wird im gewöhnlichen Alltagsleben. Man hat daher immer gesprochen von einer Einweihung oder Initiation, durch welche erst dem Menschen zugänglich werden können die tieferen Geheimnisse des Lebens, mit denen das menschliche Wesen zusammenhängt.

[ 1 ] Ich denke, an einem Jahreswendetag ist es auch angemessen, über eine Wende in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit zu sprechen, und ich werde heute sprechen gerade über die Wende, die Umwandelung des menschlichen Erkennens überhaupt in der Zeit zwischen dem ältesten Zeitraum, zu dem die Menschheit zunächst geschichtlich zurückblicken kann, und unserer Zeit. Man hat gerade in ältesten Zeiten durchaus das Bewußtsein gehabt, daß eine Erkenntnis über die eigentliche tiefere Wesenheit des Menschen nur zu erlangen ist, wenn im Menschen verborgene Erkenntniskräfte an die Oberfläche gehoben werden. Man hat stets davon gesprochen, daß die äußere Welterfahrung auch nur das Äußere der menschlichen Wesenheit zur Erkenntnis bringen kann. Man hat innerhalb der besonderen Vorgänge in den Mysterien denjenigen Menschen, die solches gesucht haben, die Möglichkeiten geboten, durch sonst in den Untergründen des menschlichen Wesens verborgene Kräfte, solche höheren Erkenntnisse über das eigentliche menschliche Wesen zu erlangen. Man war sich eben durchaus klar darüber gerade in den Zeiten, als eine gewisse instinktive Urweltweisheit gewaltet hat, daß des Menschen wahres Wesen ein anderes ist als dasjenige, was sich innerhalb des Umkreises finden läßt, der vom Menschen erlebt wird im gewöhnlichen Alltagsleben. Man hat daher immer gesprochen von einer Einweihung oder Initiation, durch welche erst dem Menschen zugänglich werden können die tieferen Geheimnisse des Lebens, mit denen das menschliche Wesen zusammenhängt.

[ 2 ] Man muß auch heute, und anthroposophische Geisteswissenschaft zeigt das wohl, von einer solchen Initiation oder Einweihung sprechen. Aber man kann sagen: Dem heutigen Menschheitsbewußtsein, das unter ganz bestimmten, stark egoistischen Voraussetzungen herangebildet ist, widerstrebt es, daß wirkliche menschliche Wesenserkenntnis und Weltwesenserkenntnis nur durch solche besonderen Vorbereitungen und Entwickelungen innerhalb der Menschenseele zu finden seien. Der heutige Mensch möchte ohne Anwendung solcher Entwickelungsprinzipien, durch dasjenige, was ihm im gewöhnlichen Leben gegeben ist, über die höchsten Fragen des Daseins entscheiden. Und wenn er das Gefühl bekommt, daß er über solche höchsten Fragen des Daseins mit den gewöhnlichen Erkenntniskräften nicht entscheiden kann, dann behauptet er, daß eben das menschliche Erkenntnisvermögen überhaupt begrenzt ist, und daß es ein Unding wäre, über die gewöhnlichen menschlichen Erkenntnisgrenzen hinauszugehen. Man bringt wohl auch dem Initiations- oder Einweihungsprinzip das Vorurteil entgegen, daß man sagt: Hat denn das, was aus der Wissenschaft der Einweihung heraus zu sagen ist, für diejenigen, die solche Einweihung in ihrer gegenwärtigen Inkarnation noch nicht erringen können, irgendeinen Wert? Wie können solche Menschen sich von der Wahrheit dessen überzeugt halten, was aus einer ganz besonders zubereiteten Erkenntnis herauskommt?

[ 2 ] Man muß auch heute, und anthroposophische Geisteswissenschaft zeigt das wohl, von einer solchen Initiation oder Einweihung sprechen. Aber man kann sagen: Dem heutigen Menschheitsbewußtsein, das unter ganz bestimmten, stark egoistischen Voraussetzungen herangebildet ist, widerstrebt es, daß wirkliche menschliche Wesenserkenntnis und Weltwesenserkenntnis nur durch solche besonderen Vorbereitungen und Entwickelungen innerhalb der Menschenseele zu finden seien. Der heutige Mensch möchte ohne Anwendung solcher Entwickelungsprinzipien, durch dasjenige, was ihm im gewöhnlichen Leben gegeben ist, über die höchsten Fragen des Daseins entscheiden. Und wenn er das Gefühl bekommt, daß er über solche höchsten Fragen des Daseins mit den gewöhnlichen Erkenntniskräften nicht entscheiden kann, dann behauptet er, daß eben das menschliche Erkenntnisvermögen überhaupt begrenzt ist, und daß es ein Unding wäre, über die gewöhnlichen menschlichen Erkenntnisgrenzen hinauszugehen. Man bringt wohl auch dem Initiations- oder Einweihungsprinzip das Vorurteil entgegen, daß man sagt: Hat denn das, was aus der Wissenschaft der Einweihung heraus zu sagen ist, für diejenigen, die solche Einweihung in ihrer gegenwärtigen Inkarnation noch nicht erringen können, irgendeinen Wert? Wie können solche Menschen sich von der Wahrheit dessen überzeugt halten, was aus einer ganz besonders zubereiteten Erkenntnis herauskommt?

[ 3 ] Allein, so verhält sich die Sache nicht. Und gerade der letztere Einwand, der ist durchaus so unberechtigt als nur möglich. Denn wie verhält sich eigentlich dasjenige, was an den Menschen herantritt durch die Wissenschaft der Initiation oder Einweihung?

[ 3 ] Allein, so verhält sich die Sache nicht. Und gerade der letztere Einwand, der ist durchaus so unberechtigt als nur möglich. Denn wie verhält sich eigentlich dasjenige, was an den Menschen herantritt durch die Wissenschaft der Initiation oder Einweihung?

[ 4 ] Man denke sich, der Mensch begebe sich zunächst in ein dunkles Zimmer. Er unterscheidet, herumgehend, durch sein Gefühl, die Gegenstände durch ihre Formen. Man nehme an, dieses Zimmer werde plötzlich von einer Lampe erhellt, welche irgendwo so angebracht ist, daß sie im Zimmer selbst gar nicht bemerkbar ist. Alle Gegenstände werden anders erscheinen für die gewöhnlichen Fähigkeiten, die derjenige hat, der vorher in dem finsteren Zimmer herumgegangen ist und alles nur betastet hat, und sich dadurch eine Anschauung von den Formen der Gegenstände im dunklen Zimmer verschafft hat. Alle Gegenstände werden nunmehr unter dem Einflusse der Beleuchtung, ohne daß irgend etwas dazugekommen ist, ohne daß irgend etwas jetzt unzugänglich wäre demjenigen, der nun im beleuchteten Zimmer steht, anders, werden ihr Wesen und zugleich das Wesen des Lichtes enthüllen. So braucht der Mensch, wenn an ihn die Initiationswissenschaft herantritt, nichts weiter, als dasjenige — ob er es nun selber in unmittelbarer Art erreichen kann oder nicht — prüfend hinzunehmen, was Initiationswissenschaft gibt, und es so betrachten, daß er sich dasjenige, was er kennt, diejenige Welt, die ihm zugänglich ist, beleuchten läßt durch diese Initiationswissenschaft. Diese Initiationswissenschaft will keineswegs zur Welt etwas anderes hinzubringen, als was diese Welt schon ist. Aber ebensowenig, wie man dasjenige, was in einem finsteren Zimmer ist, in der Finsternis erkennen kann, sogleich aber erkennen kann im Lichte, ebensowenig kann das, was um den Menschen für das gewöhnliche Bewußtsein herum ausgebreitet ist, sein eigenes Wesen enthüllen, wenn es nicht beleuchtet wird durch dasjenige, was aus der Initiationswissenschaft kommt. Der Mensch selbst steht vor dem Menschen in der gewöhnlichen Welt. Der Mensch trägt eine unsterbliche Seele in sich, wie vielleicht das Bild, das an der Wand im finsteren Zimmer hängt, irgend etwas darstellt, was man im finsteren Zimmer nicht sehen kann. Ist das Zimmer beleuchtet, sieht man es sofort. Nicht etwa fügt der Initiierte die unsterbliche Seele zu der Menschenwesenheit hinzu; siewird, wenn die Menschenwesenheit von der Initiationswissenschaft beleuchtet wird, für jeden erschaubar. Und nur eine vorurteilsvolle Wissenschaft kann es sein, die da leugnet, daß die Welt, in der der Mensch unaufhörlich ist im Erdenbewußtsein zwischen Geburt und Tod, daß diese Welt selbst, die durch den gewöhnlichen gesunden Menschenverstand zu erreichen ist, alles das bewahrheitet, was die Initiationswissenschaft sagt.

[ 4 ] Man denke sich, der Mensch begebe sich zunächst in ein dunkles Zimmer. Er unterscheidet, herumgehend, durch sein Gefühl, die Gegenstände durch ihre Formen. Man nehme an, dieses Zimmer werde plötzlich von einer Lampe erhellt, welche irgendwo so angebracht ist, daß sie im Zimmer selbst gar nicht bemerkbar ist. Alle Gegenstände werden anders erscheinen für die gewöhnlichen Fähigkeiten, die derjenige hat, der vorher in dem finsteren Zimmer herumgegangen ist und alles nur betastet hat, und sich dadurch eine Anschauung von den Formen der Gegenstände im dunklen Zimmer verschafft hat. Alle Gegenstände werden nunmehr unter dem Einflusse der Beleuchtung, ohne daß irgend etwas dazugekommen ist, ohne daß irgend etwas jetzt unzugänglich wäre demjenigen, der nun im beleuchteten Zimmer steht, anders, werden ihr Wesen und zugleich das Wesen des Lichtes enthüllen. So braucht der Mensch, wenn an ihn die Initiationswissenschaft herantritt, nichts weiter, als dasjenige — ob er es nun selber in unmittelbarer Art erreichen kann oder nicht — prüfend hinzunehmen, was Initiationswissenschaft gibt, und es so betrachten, daß er sich dasjenige, was er kennt, diejenige Welt, die ihm zugänglich ist, beleuchten läßt durch diese Initiationswissenschaft. Diese Initiationswissenschaft will keineswegs zur Welt etwas anderes hinzubringen, als was diese Welt schon ist. Aber ebensowenig, wie man dasjenige, was in einem finsteren Zimmer ist, in der Finsternis erkennen kann, sogleich aber erkennen kann im Lichte, ebensowenig kann das, was um den Menschen für das gewöhnliche Bewußtsein herum ausgebreitet ist, sein eigenes Wesen enthüllen, wenn es nicht beleuchtet wird durch dasjenige, was aus der Initiationswissenschaft kommt. Der Mensch selbst steht vor dem Menschen in der gewöhnlichen Welt. Der Mensch trägt eine unsterbliche Seele in sich, wie vielleicht das Bild, das an der Wand im finsteren Zimmer hängt, irgend etwas darstellt, was man im finsteren Zimmer nicht sehen kann. Ist das Zimmer beleuchtet, sieht man es sofort. Nicht etwa fügt der Initiierte die unsterbliche Seele zu der Menschenwesenheit hinzu; siewird, wenn die Menschenwesenheit von der Initiationswissenschaft beleuchtet wird, für jeden erschaubar. Und nur eine vorurteilsvolle Wissenschaft kann es sein, die da leugnet, daß die Welt, in der der Mensch unaufhörlich ist im Erdenbewußtsein zwischen Geburt und Tod, daß diese Welt selbst, die durch den gewöhnlichen gesunden Menschenverstand zu erreichen ist, alles das bewahrheitet, was die Initiationswissenschaft sagt.

[ 5 ] Die Initiationswissenschaft selbst aber hat einen Wandel durchgemacht. Sie war etwas anderes in alten Zeiten der Menschheit, und sie tritt jetzt in einer verwandelten Form wiederum vor den Menschen hin. Zwischen diesen beiden Perioden liegt allerdings eine Weltentwickelung für den Menschen, die etwa im 15. Jahrhundert beginnt, die jetzt ihrem Ende zugeht, und die in bezug auf das geistige Licht, welches die Initiationswissenschaft sein will, dunkel war, finster war, deren Finsternis aber auch tief begründet ist im Wesen der ganzen Erden- und Menschheitsentwickelung. Wenn wir zurückschauen in ältere Zeiten, von denen sich dann noch Traditionen erhalten haben in die nachchristliche Zeit herein, die aber auch verglommen sind im 15. Jahrhundert, die unverständlich geworden sind in diesem Zeitabschnitte, wenn wir zurückschauen in alte Zeiten, so finden wir, daß der Mensch, wenn er mit seinen instinktiven Erkenntniskräften in die Welt hinaussah, nicht bloß dasjenige sah, was heute von dem Menschen für seine sinnliche Wahrnehmung und für seinen Verstand gesehen werden kann. Der Mensch sah überall in den Sinnesdingen zugleich Geistiges, und zwar nicht Abstrakt-Geistiges, er sah Konkret-Geistiges, er sah wirkliche geistige Wesenheiten. Noch in der alten Griechenzeit sah der Mensch solche konkreten geistigen Wesenheiten. Und man kann es bis in die Umwandlung der Sinnesanschauung selbst verfolgen, wie das war, daß der Mensch solche geistigen Wesenheiten schauen konnte. Man meint heute, dieser Sinnesteppich, der sich vor uns ausbreitet, wäre immer so gewesen, wie er eben heute ist. Schon die äußere Wissenschaft kann dem Menschen zeigen, daß das nicht so der Fall ist.

[ 5 ] Die Initiationswissenschaft selbst aber hat einen Wandel durchgemacht. Sie war etwas anderes in alten Zeiten der Menschheit, und sie tritt jetzt in einer verwandelten Form wiederum vor den Menschen hin. Zwischen diesen beiden Perioden liegt allerdings eine Weltentwickelung für den Menschen, die etwa im 15. Jahrhundert beginnt, die jetzt ihrem Ende zugeht, und die in bezug auf das geistige Licht, welches die Initiationswissenschaft sein will, dunkel war, finster war, deren Finsternis aber auch tief begründet ist im Wesen der ganzen Erden- und Menschheitsentwickelung. Wenn wir zurückschauen in ältere Zeiten, von denen sich dann noch Traditionen erhalten haben in die nachchristliche Zeit herein, die aber auch verglommen sind im 15. Jahrhundert, die unverständlich geworden sind in diesem Zeitabschnitte, wenn wir zurückschauen in alte Zeiten, so finden wir, daß der Mensch, wenn er mit seinen instinktiven Erkenntniskräften in die Welt hinaussah, nicht bloß dasjenige sah, was heute von dem Menschen für seine sinnliche Wahrnehmung und für seinen Verstand gesehen werden kann. Der Mensch sah überall in den Sinnesdingen zugleich Geistiges, und zwar nicht Abstrakt-Geistiges, er sah Konkret-Geistiges, er sah wirkliche geistige Wesenheiten. Noch in der alten Griechenzeit sah der Mensch solche konkreten geistigen Wesenheiten. Und man kann es bis in die Umwandlung der Sinnesanschauung selbst verfolgen, wie das war, daß der Mensch solche geistigen Wesenheiten schauen konnte. Man meint heute, dieser Sinnesteppich, der sich vor uns ausbreitet, wäre immer so gewesen, wie er eben heute ist. Schon die äußere Wissenschaft kann dem Menschen zeigen, daß das nicht so der Fall ist.

[ 6 ] Die Griechen zum Beispiel haben den blauen Himmel nicht so blau gesehen, wie wir ihn heute sehen. Die Griechen haben von dieser Bläue des Himmels keinen Begriff gehabt. Für sie war er abgeschattet. Dafür haben sie die sogenannten hellen Farben eben noch lebendiger, noch heller gesehen, als wir sie sehen. Das kann schon aus der Literatur entnommen werden. Für eine Sinnesanschauung aber, für welche es so ist, liegt das Geistige unmittelbar über dem Sinnesteppich selber ausgebreitet. Erst, ich möchte sagen, die Blaufärbung der Welt, die Blautingierung läßt das äußere Geistige zurücktreten. Und in derselben Zeit, in der das instinktive Bewußtsein der Menschen draußen überall ein Elementarstes wahrnahm, nahm der Mensch auch in seinem Inneren ein Elementar-Geistiges-Seelisches wahr.

[ 6 ] Die Griechen zum Beispiel haben den blauen Himmel nicht so blau gesehen, wie wir ihn heute sehen. Die Griechen haben von dieser Bläue des Himmels keinen Begriff gehabt. Für sie war er abgeschattet. Dafür haben sie die sogenannten hellen Farben eben noch lebendiger, noch heller gesehen, als wir sie sehen. Das kann schon aus der Literatur entnommen werden. Für eine Sinnesanschauung aber, für welche es so ist, liegt das Geistige unmittelbar über dem Sinnesteppich selber ausgebreitet. Erst, ich möchte sagen, die Blaufärbung der Welt, die Blautingierung läßt das äußere Geistige zurücktreten. Und in derselben Zeit, in der das instinktive Bewußtsein der Menschen draußen überall ein Elementarstes wahrnahm, nahm der Mensch auch in seinem Inneren ein Elementar-Geistiges-Seelisches wahr.

[ 7 ] Wir sprechen heute vom Gewissen, das uns dies oder jenes sagt. Der Grieche sprach von den Erinnyen. Das war nur in einem besonders eklatanten Fall, daß der Grieche sich bewußt wurde, daß etwas wie geistig-elementare Mächte wie etwas Objektives an ihn herankommen. Aber in älteren Zeiten hat man bei allem, wovon wir heute annehmen, daß es einfach aus der menschlichen Wesenheit herauskommt, empfunden, daß es bewirkt wird wie durch eine fremde geistige Macht, die an den Menschen herantritt. Es darf das, was in der einen Zeit der Menschheitsentwickelung durchaus das Normale ist, in einer andern Zeit nicht in der gleichen Weise auftreten. Wenn der Mensch heute in derselben Weise sich der moralischen Stimme bewußt würde, wie es noch in der älteren Zeit der griechischen Entwickelung, in der Zeit, als noch Äschylos dichtete, der Fall war, so würde das heute eine Seelenkrankheit bedeuten, und man würde wohl mit einem vielleicht heute nicht mehr als ganz richtig empfundenen Ausdrucke sagen: Dieser Mensch ist von einer fremden Macht besessen. Diese Besessenheit war in der älteren griechischen Zeit durchaus das Normale. Heute müssen wir dasselbe, was dazumal als von einer fremden Macht herrührend empfunden wurde, als aus uns selbst kommend, als aus unserem Gewissen stammend empfinden.

[ 7 ] Wir sprechen heute vom Gewissen, das uns dies oder jenes sagt. Der Grieche sprach von den Erinnyen. Das war nur in einem besonders eklatanten Fall, daß der Grieche sich bewußt wurde, daß etwas wie geistig-elementare Mächte wie etwas Objektives an ihn herankommen. Aber in älteren Zeiten hat man bei allem, wovon wir heute annehmen, daß es einfach aus der menschlichen Wesenheit herauskommt, empfunden, daß es bewirkt wird wie durch eine fremde geistige Macht, die an den Menschen herantritt. Es darf das, was in der einen Zeit der Menschheitsentwickelung durchaus das Normale ist, in einer andern Zeit nicht in der gleichen Weise auftreten. Wenn der Mensch heute in derselben Weise sich der moralischen Stimme bewußt würde, wie es noch in der älteren Zeit der griechischen Entwickelung, in der Zeit, als noch Äschylos dichtete, der Fall war, so würde das heute eine Seelenkrankheit bedeuten, und man würde wohl mit einem vielleicht heute nicht mehr als ganz richtig empfundenen Ausdrucke sagen: Dieser Mensch ist von einer fremden Macht besessen. Diese Besessenheit war in der älteren griechischen Zeit durchaus das Normale. Heute müssen wir dasselbe, was dazumal als von einer fremden Macht herrührend empfunden wurde, als aus uns selbst kommend, als aus unserem Gewissen stammend empfinden.

[ 8 ] Wenn dann der Mensch, der aus seinem instinktiven Bewußtsein heraus die Anschauung hatte, daß da in der äußeren Welt geistig-elementare Wesen wirken, der auch die Anschauung hatte, daß in seinem Inneren geistig-elementare Wesen wirken, in die Mysterienschülerschaft aufgenommen worden ist, dann wurden ihm diese elementaren geistigen Wesenheiten gewissermaßen von höheren geistigen Wesenheiten durch eine neue Erkenntnis beleuchtet. Mit dem instinktiven Bewußtsein nahm man Naturgeister und gewisse dämonische Mächte wahr, die in der menschlichen Natur wirken. Durch die Initiation stieg man tiefer in die Natur hinein, stieg man tiefer in das eigene menschliche Wesen hinein. Und das besonders Bedeutungsvolle, das im höchsten Maße Wichtige bei jemandem, der die erste Stufe der Initiation in alten Zeiten durchmachte, war, daß er gerade durch die Initiation aufhörte, innerhalb der äußeren Natur die Elementargeister, und innerhalb des eigenen Wesens das Dämonische wahrzunehmen. Man kann sagen: Was uns heute ein Gewöhnliches ist, was wir als unsere natürliche Außen- und Innenschau mit uns herumtragen, das mußte der alte Mysterienschüler erst erwerben. So schreitet die Menschheit vorwärts, daß gewisse Dinge, die später natürliche sind, in früheren Zeiten angeeignet werden mußten durch die Initiationswissenschaft. Und dann, wenn der Mensch durch die Initiation zu einer Natur- und Menschenanschauung gekommen war, die eben für die damalige Zeit nur für den Mysterienschüler da war,dann drang er auf seine Art zu den geistigen Wesen vor, die sowohl das Innere des Menschen wie auch das Wesen der äußeren Natur dirigieren. Deshalb drückte man das für das ältere Initiationsprinzip so aus, daß man sagte: Man stieg von der gewöhnlichen Lebensauffassung zu den Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft auf. In der gewöhnlichen Anschauung hatte man eigentlich Elementar-Luft-Geistiges, ElementarFeuer-Geistiges, Elementar-Wasser-Geistiges, Elementar-Erd-Geistiges. Rein nahm man eigentlich Erde, Wasser, Feuer, Luft erst wahr durch die erste Stufe der Initiationswissenschaft.

[ 8 ] Wenn dann der Mensch, der aus seinem instinktiven Bewußtsein heraus die Anschauung hatte, daß da in der äußeren Welt geistig-elementare Wesen wirken, der auch die Anschauung hatte, daß in seinem Inneren geistig-elementare Wesen wirken, in die Mysterienschülerschaft aufgenommen worden ist, dann wurden ihm diese elementaren geistigen Wesenheiten gewissermaßen von höheren geistigen Wesenheiten durch eine neue Erkenntnis beleuchtet. Mit dem instinktiven Bewußtsein nahm man Naturgeister und gewisse dämonische Mächte wahr, die in der menschlichen Natur wirken. Durch die Initiation stieg man tiefer in die Natur hinein, stieg man tiefer in das eigene menschliche Wesen hinein. Und das besonders Bedeutungsvolle, das im höchsten Maße Wichtige bei jemandem, der die erste Stufe der Initiation in alten Zeiten durchmachte, war, daß er gerade durch die Initiation aufhörte, innerhalb der äußeren Natur die Elementargeister, und innerhalb des eigenen Wesens das Dämonische wahrzunehmen. Man kann sagen: Was uns heute ein Gewöhnliches ist, was wir als unsere natürliche Außen- und Innenschau mit uns herumtragen, das mußte der alte Mysterienschüler erst erwerben. So schreitet die Menschheit vorwärts, daß gewisse Dinge, die später natürliche sind, in früheren Zeiten angeeignet werden mußten durch die Initiationswissenschaft. Und dann, wenn der Mensch durch die Initiation zu einer Natur- und Menschenanschauung gekommen war, die eben für die damalige Zeit nur für den Mysterienschüler da war,dann drang er auf seine Art zu den geistigen Wesen vor, die sowohl das Innere des Menschen wie auch das Wesen der äußeren Natur dirigieren. Deshalb drückte man das für das ältere Initiationsprinzip so aus, daß man sagte: Man stieg von der gewöhnlichen Lebensauffassung zu den Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft auf. In der gewöhnlichen Anschauung hatte man eigentlich Elementar-Luft-Geistiges, ElementarFeuer-Geistiges, Elementar-Wasser-Geistiges, Elementar-Erd-Geistiges. Rein nahm man eigentlich Erde, Wasser, Feuer, Luft erst wahr durch die erste Stufe der Initiationswissenschaft.

[ 9 ] Das ist nun das Wesentliche, daß im Menschheitsfortschritt an die Stelle dieses Schauens von geistig-seelischen Elementarwesenheiten in der Außenwelt und auch im Inneren des Menschen das getreten ist, was wir heute die entseelte Natur nennen können, was wir, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, den bei der Innenschau durchsichtigen Menschen nennen können. Wenn wir heute nach dem Innerenblicken, erblikken wir nur die Reminiszenzen an die äußere Welt in Form der Erinnerungsvorstellungen. Alles übrige bleibt dem Menschen so unsichtbar, wie ein völlig durchsichtiger Körper unsichtbar bleibt. Schaute der alte Mensch in sein Inneres hinein, dann war ihm dieses nicht so geistig durchsichtig. Er sah eben geistig-seelische Wesenheiten in seinem Inneren.

[ 9 ] Das ist nun das Wesentliche, daß im Menschheitsfortschritt an die Stelle dieses Schauens von geistig-seelischen Elementarwesenheiten in der Außenwelt und auch im Inneren des Menschen das getreten ist, was wir heute die entseelte Natur nennen können, was wir, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, den bei der Innenschau durchsichtigen Menschen nennen können. Wenn wir heute nach dem Innerenblicken, erblikken wir nur die Reminiszenzen an die äußere Welt in Form der Erinnerungsvorstellungen. Alles übrige bleibt dem Menschen so unsichtbar, wie ein völlig durchsichtiger Körper unsichtbar bleibt. Schaute der alte Mensch in sein Inneres hinein, dann war ihm dieses nicht so geistig durchsichtig. Er sah eben geistig-seelische Wesenheiten in seinem Inneren.

[ 10 ] Wenn das so geblieben wäre, hätte der Mensch niemals das volle Bewußtsein der Freiheit erringen können. Denn das volle Bewußtsein der Freiheit dringt in die Summe der menschlichen Geistes- und Seelenkräfte eben erst seit derjenigen Zeit ein, seit die alte instinktive Geistesanschauung zurückgegangen ist. Innerhalb der Welt der Geister herrscht Notwendigkeit. Da ist das Handeln der geistigen Wesenheiten, da bestimmt den Verlauf der Ereignisse dasjenige, was aus der Betätigung dieser geistigen Wesenheiten hervorgeht. Da ist man, wenn man in dieser Welt der geistigen Wesenheiten drinnensteht mit seiner Seele, einverwoben in ein Reich der Notwendigkeit. Da hat man nur die Sehnsucht, die Absichten, die Gedanken der geistigen Wesenheiten, in deren Bereich man einverwoben ist, zu erforschen und dasjenige auszuführen, was im Sinne der Absichten und Impulse dieser geistigen Wesenheiten ist. Da hat man nicht die Absicht, seine eigenen Impulse zu verwirklichen. Da ist gar kein Anlaß zur Freiheit. Erst wenn man der entseelten Natur gegenübertritt, wenn man in der Natur nicht dieSpuren geistiger Wesenheiten findet, dann kommt man gegenüber der Außenwelt zu einer Erkenntnis, die keine Realität mehr enthält, die nur die Gedankenbilder enthält. Und Gedankenbilder ist alles, was uns seit dem 15. Jahrhundert die neuere Erkenntnis überliefert.

[ 10 ] Wenn das so geblieben wäre, hätte der Mensch niemals das volle Bewußtsein der Freiheit erringen können. Denn das volle Bewußtsein der Freiheit dringt in die Summe der menschlichen Geistes- und Seelenkräfte eben erst seit derjenigen Zeit ein, seit die alte instinktive Geistesanschauung zurückgegangen ist. Innerhalb der Welt der Geister herrscht Notwendigkeit. Da ist das Handeln der geistigen Wesenheiten, da bestimmt den Verlauf der Ereignisse dasjenige, was aus der Betätigung dieser geistigen Wesenheiten hervorgeht. Da ist man, wenn man in dieser Welt der geistigen Wesenheiten drinnensteht mit seiner Seele, einverwoben in ein Reich der Notwendigkeit. Da hat man nur die Sehnsucht, die Absichten, die Gedanken der geistigen Wesenheiten, in deren Bereich man einverwoben ist, zu erforschen und dasjenige auszuführen, was im Sinne der Absichten und Impulse dieser geistigen Wesenheiten ist. Da hat man nicht die Absicht, seine eigenen Impulse zu verwirklichen. Da ist gar kein Anlaß zur Freiheit. Erst wenn man der entseelten Natur gegenübertritt, wenn man in der Natur nicht dieSpuren geistiger Wesenheiten findet, dann kommt man gegenüber der Außenwelt zu einer Erkenntnis, die keine Realität mehr enthält, die nur die Gedankenbilder enthält. Und Gedankenbilder ist alles, was uns seit dem 15. Jahrhundert die neuere Erkenntnis überliefert.

[ 11 ] Und ebensowenig wie Spiegelbilder irgend etwas Zwingendes für uns haben, ebensowenig wie zum Beispiel das Spiegelbild eines Menschen, der hinter mir steht und den ich dann nicht sehe, mich prügeln kann, ebensowenig können Gedanken irgendwelche reale Betätigung, reale Kräfte zeigen. Die Gedanken, die wir in uns tragen — und die Menschheit ist zum Fassen solcher reiner Bildgedanken, die realitätsfrei sind, eben erst im Laufe ihrer Entwickelung, und zwar erst vom 15. Jahrhundert an gekommen —, diese Gedankenbilder können also nicht irgendeinen Zwang, nicht irgendeine Bestimmung auf den Menschen ausüben. Indem sie den Menschen in seiner Erkenntnis durchdringen, muß er sich nicht darnach richten. Wie mich ein Spiegelbild nicht stoßen kann, so kann mich ein Gedanke nicht bestimmen. Wie ich aber durch den Anblick eines Spiegelbildes aus mir selbst heraus mich zu etwas bestimmen kann, so können auch die reinen Bildgedanken mich bestimmen. Daher ist jenes reine Denken, das im Grunde genommen ein Gut der Menschheit erst seit dem 15. Jahrhundert geworden ist, die Grundlage für das menschliche Erleben der Freiheit. Das ist es, was ich in meiner «Philosophie der Freiheit» im Beginne der neunziger Jahre auseinandersetzen wollte, daß das reine Denken die Grundlage der Freiheit ist. Und Geisteswissenschaft zeigt, welche Stellung dieses reine Denken in der Gesamtentwickelung, in der Gesamtwesenheit des Menschen hat, wie dieses reine Denken hereingetreten ist in das geschichtliche Werden der Menschheit. Dieser Impuls der Freiheit ist einmal, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, in die Menschheit eingetreten. Er ist nun da. Er mußte errungen werden durch die Anschauung einer entseelten Natur, einer geistfreien menschlichen Innerlichkeit. Er mußte errungen werden in einer Zeit, in der nur in den traditionellen Religionsbekenntnissen und in den traditionellen philosophischen Weltanschauungen, die nichts mehr unmittelbar Erlebtes darbieten, von übersinnlichen Welten gesprochen wurde. Würde der Mensch länger verharren in dieser Anschauung der entseelten Natur, der geistfreien menschlichen Eigenwesenheit, er würde seinen Zusammenhang mit seinem eigenen Ursprung verlieren müssen.

[ 11 ] Und ebensowenig wie Spiegelbilder irgend etwas Zwingendes für uns haben, ebensowenig wie zum Beispiel das Spiegelbild eines Menschen, der hinter mir steht und den ich dann nicht sehe, mich prügeln kann, ebensowenig können Gedanken irgendwelche reale Betätigung, reale Kräfte zeigen. Die Gedanken, die wir in uns tragen — und die Menschheit ist zum Fassen solcher reiner Bildgedanken, die realitätsfrei sind, eben erst im Laufe ihrer Entwickelung, und zwar erst vom 15. Jahrhundert an gekommen —, diese Gedankenbilder können also nicht irgendeinen Zwang, nicht irgendeine Bestimmung auf den Menschen ausüben. Indem sie den Menschen in seiner Erkenntnis durchdringen, muß er sich nicht darnach richten. Wie mich ein Spiegelbild nicht stoßen kann, so kann mich ein Gedanke nicht bestimmen. Wie ich aber durch den Anblick eines Spiegelbildes aus mir selbst heraus mich zu etwas bestimmen kann, so können auch die reinen Bildgedanken mich bestimmen. Daher ist jenes reine Denken, das im Grunde genommen ein Gut der Menschheit erst seit dem 15. Jahrhundert geworden ist, die Grundlage für das menschliche Erleben der Freiheit. Das ist es, was ich in meiner «Philosophie der Freiheit» im Beginne der neunziger Jahre auseinandersetzen wollte, daß das reine Denken die Grundlage der Freiheit ist. Und Geisteswissenschaft zeigt, welche Stellung dieses reine Denken in der Gesamtentwickelung, in der Gesamtwesenheit des Menschen hat, wie dieses reine Denken hereingetreten ist in das geschichtliche Werden der Menschheit. Dieser Impuls der Freiheit ist einmal, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, in die Menschheit eingetreten. Er ist nun da. Er mußte errungen werden durch die Anschauung einer entseelten Natur, einer geistfreien menschlichen Innerlichkeit. Er mußte errungen werden in einer Zeit, in der nur in den traditionellen Religionsbekenntnissen und in den traditionellen philosophischen Weltanschauungen, die nichts mehr unmittelbar Erlebtes darbieten, von übersinnlichen Welten gesprochen wurde. Würde der Mensch länger verharren in dieser Anschauung der entseelten Natur, der geistfreien menschlichen Eigenwesenheit, er würde seinen Zusammenhang mit seinem eigenen Ursprung verlieren müssen.

[ 12 ] Die Zeit ist erfüllt, und kommen müssen die Tage, in denen die Menschen ihre Aufmerksamkeit wiederum hinlenken zu ihrem geistigseelischen Ursprung, das heißt, daß sie wiederum gewahr werden, wie in der Welt, in der sie sich befinden, nicht nur eine seelenlose Natur ist, und der Mensch nicht nur etwa teilnimmt an einer seelenlosen Natur, sondern wie der Mensch in einer Welt lebt, die erfüllt ist von konkreten geistigen Wesenheiten. Mit dem errungenen Bewußtsein der Freiheit kann der Mensch wiederum in die Welt der Notwendigkeit untertauchen. Denn er wird dann innerhalb dieser Welt gerade das zur Freiheit berufene Wesen sein, indem er in seinen physischen Verkörperungen einmal den Zustand durchgemacht hat, in dem er sich selbst mit seinem physischen Leibe überlassen war. Wir können aber daran gehen, den göttlichen Ursprung der Gewissensstimme wieder zu erforschen, nachdem wir das Verantwortlichkeitsgefühl unter dem Einflusse des Freiheitsbewußtseins durch jene Zeit hindurch gelernt haben, in der das Gewissen dem Menschen nur als eine innere Stimme, das heißt, im Bilde erschien. Die Menschheitsentwickelung ist nicht dazu dagewesen, daß, wie so manches hochmütige moderne Gemüt meint, die Menschen die längste Zeit im Zustande einer kindhaften Erfassung der Außenwelt hätten verharren müssen, und jetzt sie es endlich so weit gebracht hätten, daß alles, was an Erkenntnis da ist, selbst mit seinen Grenzen, so bleiben müsse, wie es ist. Nein, so ist es nicht. Der Mensch, der unbefangenen Sinnes in die Menschheitsentwickelung hineinschaut, der findet, daß diese Menschheitsentwickelung von Etappe zu Etappe vorgeschritten ist, daß auch diejenige Art von Erkenntnis, die wir gegenwärtig haben, eine Etappe darstellt, und daß der Mensch in zukünftigen Zeiten der Natur anders gegenüberstehen wird, als er ihr heute gegenübersteht.

[ 12 ] Die Zeit ist erfüllt, und kommen müssen die Tage, in denen die Menschen ihre Aufmerksamkeit wiederum hinlenken zu ihrem geistigseelischen Ursprung, das heißt, daß sie wiederum gewahr werden, wie in der Welt, in der sie sich befinden, nicht nur eine seelenlose Natur ist, und der Mensch nicht nur etwa teilnimmt an einer seelenlosen Natur, sondern wie der Mensch in einer Welt lebt, die erfüllt ist von konkreten geistigen Wesenheiten. Mit dem errungenen Bewußtsein der Freiheit kann der Mensch wiederum in die Welt der Notwendigkeit untertauchen. Denn er wird dann innerhalb dieser Welt gerade das zur Freiheit berufene Wesen sein, indem er in seinen physischen Verkörperungen einmal den Zustand durchgemacht hat, in dem er sich selbst mit seinem physischen Leibe überlassen war. Wir können aber daran gehen, den göttlichen Ursprung der Gewissensstimme wieder zu erforschen, nachdem wir das Verantwortlichkeitsgefühl unter dem Einflusse des Freiheitsbewußtseins durch jene Zeit hindurch gelernt haben, in der das Gewissen dem Menschen nur als eine innere Stimme, das heißt, im Bilde erschien. Die Menschheitsentwickelung ist nicht dazu dagewesen, daß, wie so manches hochmütige moderne Gemüt meint, die Menschen die längste Zeit im Zustande einer kindhaften Erfassung der Außenwelt hätten verharren müssen, und jetzt sie es endlich so weit gebracht hätten, daß alles, was an Erkenntnis da ist, selbst mit seinen Grenzen, so bleiben müsse, wie es ist. Nein, so ist es nicht. Der Mensch, der unbefangenen Sinnes in die Menschheitsentwickelung hineinschaut, der findet, daß diese Menschheitsentwickelung von Etappe zu Etappe vorgeschritten ist, daß auch diejenige Art von Erkenntnis, die wir gegenwärtig haben, eine Etappe darstellt, und daß der Mensch in zukünftigen Zeiten der Natur anders gegenüberstehen wird, als er ihr heute gegenübersteht.

[ 13 ] Wie wir heute zurückblicken zu Thales, und wenn wir hochmütig sind, sagen: Thales hat in kindischer Weise im Wasser den Ursprung von allem gesucht; wir wissen das heute besser — und mancher glaubt eben dann in diesem Hochmut, wir wissen es heute aus unseren Ergebnissen im chemischen Laboratorium so, wie man es immer wird wissen müssen— wenn man auf diesem hochmütigen Standpunkt steht, so könnte man eigentlich gewärtig sein, daß einmal Menschen in zukünftigen Jahrhunderten, wenn sie dieselben Gesinnungen haben, auf uns zurückblicken und sagen würden: Was haben diese Menschen des 20. Jahrhunderts noch für kindische Vorstellungen gehabt aus ihren Laboratorien, aus ihren physikalischen Kabinetten heraus! — Aber es ist eben nicht so. Diese Vorstellungen, die dem heutigen hochmütigen Menschen so kindhaft vorkommen, von denen er glaubt, daß er sie höchstens noch historisch zu berücksichtigen hat, stellen wichtige Entwickelungsimpulse dar, welche die Menschheit ebenso einmal durchmachen mußte, wie sie den heutigen Entwickelungsimpuls durchmachen mußte. Und wie die Menschheit hinausgeschritten ist über Thales, so wird sie hinausschreiten über Lavoisier, wird sie hinausschreiten über Newton, wird sie hinausschreiten über dasjenige, was heute als das Maßgebende angesehen wird, selbst über Einstein. Die Welt muß durchaus auch in geistig-seelischer Beziehung in Fluß gedacht werden, und der Mensch muß sich in diesem lebendigen Flusse drinnen denken.

[ 13 ] Wie wir heute zurückblicken zu Thales, und wenn wir hochmütig sind, sagen: Thales hat in kindischer Weise im Wasser den Ursprung von allem gesucht; wir wissen das heute besser — und mancher glaubt eben dann in diesem Hochmut, wir wissen es heute aus unseren Ergebnissen im chemischen Laboratorium so, wie man es immer wird wissen müssen— wenn man auf diesem hochmütigen Standpunkt steht, so könnte man eigentlich gewärtig sein, daß einmal Menschen in zukünftigen Jahrhunderten, wenn sie dieselben Gesinnungen haben, auf uns zurückblicken und sagen würden: Was haben diese Menschen des 20. Jahrhunderts noch für kindische Vorstellungen gehabt aus ihren Laboratorien, aus ihren physikalischen Kabinetten heraus! — Aber es ist eben nicht so. Diese Vorstellungen, die dem heutigen hochmütigen Menschen so kindhaft vorkommen, von denen er glaubt, daß er sie höchstens noch historisch zu berücksichtigen hat, stellen wichtige Entwickelungsimpulse dar, welche die Menschheit ebenso einmal durchmachen mußte, wie sie den heutigen Entwickelungsimpuls durchmachen mußte. Und wie die Menschheit hinausgeschritten ist über Thales, so wird sie hinausschreiten über Lavoisier, wird sie hinausschreiten über Newton, wird sie hinausschreiten über dasjenige, was heute als das Maßgebende angesehen wird, selbst über Einstein. Die Welt muß durchaus auch in geistig-seelischer Beziehung in Fluß gedacht werden, und der Mensch muß sich in diesem lebendigen Flusse drinnen denken.

[ 14 ] Aber das bleibt bestehen, daß im äußeren Offenbaren zunächst nicht dasjenige liegt, was den Menschen zu seinem eigenen Ursprunge hinführt, sondern daß zu allen Zeiten das Heraufheben verborgener Kräfte im Menschen notwendig ist, um zu der Welt des Menschenursprunges den Weg hinzufinden. Wenn wir heute einfach in die äußere Natur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, mit dem gewöhnlichen Sinnesvermögen hinausschauen, so finden wir nicht ohne weiteres elementarische Wesenheiten, und indem wir in das eigene Innere hineinschauen, finden wir nicht ohne weiteres dämonische Wesenheiten. Wir finden draußen die Naturgesetze, innerlich so etwas wie das Gewissen und dergleichen. Aber wenn wir dasjenige, was wir an Begriffsvermögen, an Denkvermögen gegen die Außenwelt hin entwickeln können, wirklich entwickeln, wenn wir das Denkvermögen so weit bringen, daß es lebendig wirkt, wie sonst nur die sinnlichen Wahrnehmungen lebendig wirken, dann finden wir die Möglichkeit, wiederum in der äußeren Natur geistige Wesenheit wahrzunehmen.

[ 14 ] Aber das bleibt bestehen, daß im äußeren Offenbaren zunächst nicht dasjenige liegt, was den Menschen zu seinem eigenen Ursprunge hinführt, sondern daß zu allen Zeiten das Heraufheben verborgener Kräfte im Menschen notwendig ist, um zu der Welt des Menschenursprunges den Weg hinzufinden. Wenn wir heute einfach in die äußere Natur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, mit dem gewöhnlichen Sinnesvermögen hinausschauen, so finden wir nicht ohne weiteres elementarische Wesenheiten, und indem wir in das eigene Innere hineinschauen, finden wir nicht ohne weiteres dämonische Wesenheiten. Wir finden draußen die Naturgesetze, innerlich so etwas wie das Gewissen und dergleichen. Aber wenn wir dasjenige, was wir an Begriffsvermögen, an Denkvermögen gegen die Außenwelt hin entwickeln können, wirklich entwickeln, wenn wir das Denkvermögen so weit bringen, daß es lebendig wirkt, wie sonst nur die sinnlichen Wahrnehmungen lebendig wirken, dann finden wir die Möglichkeit, wiederum in der äußeren Natur geistige Wesenheit wahrzunehmen.

[ 15 ] Was für ein altes, instinktives Bewußtsein in einer Weise vorhanden war, wiewir es nicht mehr brauchen können, das wird für uns wiederum sichtbar, übersinnlich sichtbar, indem wir unser Denken verdichten. Mit dem dünngewordenen, bildhaft gewordenen Denken dringen wir nicht mehr bis zum Geist der Natur. Wenn wir aber das Denken verdichten, wenn wir es stark machen, wie sonst die Sinneskräfte sind, dann dringen wir durch den äußeren Sinnesteppich hindurch zu dem, was als Geistigkeit der äußeren Welt zugrunde liegt, und wir kommen über die für das gewöhnliche Bewußtsein mit Recht angenommenen Erkenntnisgrenzen hinaus. Und die Selbsterziehung müssen wir so weit treiben, daß wir gewissermaßen uns selbst in unseren Willensimpulsen anschauen lernen, wie wir einen andern Menschen anschauen. Und wenn wir nicht nur uns anschauen lernen, sondern wenn wir aus dem Bewußtsein heraus Willensimpulse so gestalten können, wie sich sonst nur passiv im Leben diese Willensimpulse gestalten, wenn wir mit andern Worten nicht bloß aus einer inneren Notwendigkeit, sondern aus Einsicht in die Welt, die zur Liebe sich verdichtet, zur Liebe zu diesem oder jenem Impuls, den uns nicht nur unsere Freiheit, den uns die Weltenordnung, die weisheitsvolle Weltenordnung aufgibt, wenn wir in dieser Weise uns zu Vollziehern der in der Welt für die Weltorientierung notwendigen Impulse machen, dann verdichtet sich unsere Liebe in unserem Inneren. Wir erlangen eine liebevolle Hingabe zu rein geistigen Impulsen. Und wenn diese die nötige Ausbildung erfahren hat, dann finden wir auch wiederum das Geistige im Inneren, dann finden wir den Zusammenklang zwischen dem Geistigen in der äußeren Natur und dem Geistigen im Inneren. Denn überall, wo das Suchen nach dem Geiste genügend weit getrieben worden ist, kam man zu denselben Resultaten. Wenn die Initiierten der alten Mysterien nach außen gesucht haben und, wie sie sagten, die oberen Götter fanden, dann wendeten sie den Blick zurück in das menschliche Innere, und sie fanden da, wie sie sagten, die unteren Götter. Aber zuletzt kamen sie auf einer Entwickelungsetappe an, wo die Welt der oberen Götter und die Welt der unteren Götter eine war, wo das Oben das Unten und das Unten das Oben wurde, wo es auf diese doch nur vom Räumlichen herkommenden Bestimmungen nicht mehr ankam.

[ 15 ] Was für ein altes, instinktives Bewußtsein in einer Weise vorhanden war, wiewir es nicht mehr brauchen können, das wird für uns wiederum sichtbar, übersinnlich sichtbar, indem wir unser Denken verdichten. Mit dem dünngewordenen, bildhaft gewordenen Denken dringen wir nicht mehr bis zum Geist der Natur. Wenn wir aber das Denken verdichten, wenn wir es stark machen, wie sonst die Sinneskräfte sind, dann dringen wir durch den äußeren Sinnesteppich hindurch zu dem, was als Geistigkeit der äußeren Welt zugrunde liegt, und wir kommen über die für das gewöhnliche Bewußtsein mit Recht angenommenen Erkenntnisgrenzen hinaus. Und die Selbsterziehung müssen wir so weit treiben, daß wir gewissermaßen uns selbst in unseren Willensimpulsen anschauen lernen, wie wir einen andern Menschen anschauen. Und wenn wir nicht nur uns anschauen lernen, sondern wenn wir aus dem Bewußtsein heraus Willensimpulse so gestalten können, wie sich sonst nur passiv im Leben diese Willensimpulse gestalten, wenn wir mit andern Worten nicht bloß aus einer inneren Notwendigkeit, sondern aus Einsicht in die Welt, die zur Liebe sich verdichtet, zur Liebe zu diesem oder jenem Impuls, den uns nicht nur unsere Freiheit, den uns die Weltenordnung, die weisheitsvolle Weltenordnung aufgibt, wenn wir in dieser Weise uns zu Vollziehern der in der Welt für die Weltorientierung notwendigen Impulse machen, dann verdichtet sich unsere Liebe in unserem Inneren. Wir erlangen eine liebevolle Hingabe zu rein geistigen Impulsen. Und wenn diese die nötige Ausbildung erfahren hat, dann finden wir auch wiederum das Geistige im Inneren, dann finden wir den Zusammenklang zwischen dem Geistigen in der äußeren Natur und dem Geistigen im Inneren. Denn überall, wo das Suchen nach dem Geiste genügend weit getrieben worden ist, kam man zu denselben Resultaten. Wenn die Initiierten der alten Mysterien nach außen gesucht haben und, wie sie sagten, die oberen Götter fanden, dann wendeten sie den Blick zurück in das menschliche Innere, und sie fanden da, wie sie sagten, die unteren Götter. Aber zuletzt kamen sie auf einer Entwickelungsetappe an, wo die Welt der oberen Götter und die Welt der unteren Götter eine war, wo das Oben das Unten und das Unten das Oben wurde, wo es auf diese doch nur vom Räumlichen herkommenden Bestimmungen nicht mehr ankam.

[ 16 ] So ist es auch für die neuere Initiation, für die neuere Einweihung. Wir dringen hinein in das Geistig-Seelische der Natur. Es enthüllt sich uns nicht eine Welt von Atomen mit ihrem Stoßen, sondern es enthüllen sich uns die geistigen Mächte geistiger Wesenheiten hinter der Sinneswahrnehmung, und es enthüllen sich uns bei der Innenschau, jenseits der Erinnerungsgrenzen, die geistig-seelischen Wesenheiten im menschlichen Inneren. Aber die beiden Welten, die äußere Welt der Geistigkeit und die innere Welt der Geistigkeit, sie fließen zuletzt in eine zusammen. Wir können geradezu bildhaft schon auf diese eine geistige Welt hinblicken. Nehmen Sie den Menschen mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein. Er blickt in die äußere Natur hinaus. Er nimmt wahr Farbe, Licht, er lenkt die andern Sinne in die äußere Natur hinaus. Er nimmt Töne, Wärmedifferenzen, andere Sinnesqualitäten in der äußeren Natur wahr. Er blickt dann auf seinen eigenen Leib. Er nimmt in seinen Sinnesqualitäten seinen eigenen Leib wahr. Er blickt die Natur an; sie offenbart sich ihm in Sinnesqualitäten. Er blickt den eigenen Leib an; er offenbart sich in Sinnesqualitäten. Beginnt der Mensch seinen Willen in Bewegung zu setzen, schreitet er durch die Welt, dann wird er gewahr, daß diese Willenskraft in die Bewegungen seines Auges hineinwirkt, daß in das Wesen seines Auges schon für die Sinnesempfindung dasselbe hineinfließt, was die Bewegungen seiner Beine lenkt. Wenn der Mensch schon äußerlich tief genug untertaucht in das Sinnliche, so wird er dasselbe gewahr, was er in Beziehung bringt durch die Außerungen seines Willens mit der äußeren Welt. Es fließt ihm schon die Sinneswelt in eine einheitliche Welt zusammen. Dieses einheitliche Zusammenfließen der Sinneswelt, es ist ein oberflächliches, aber doch eben ein Abbild des Zusammenfließens der Welt der äußeren Geistigkeit und der inneren Geistigkeit. Durch das Auffinden dieser beiden Welten, die eine einzige Welt sind, wird der Mensch wieder seines geistig-seelischen Ursprungs gewahr. Und so stehen wir heute wie am Abschluß einer alten Zeit, die uns für frühere Epochen ein Hineinschauen der Menschheit in geistige Welten aufweist, ein Hineinschauen, indem der Mensch nach außen in die Natur blickt, ein Hineinschauen, wenn der Mensch in sich selber blickt. Dann kam ein Zeitraum, wo es finster wurde, wo gerade im Reiche des Finsteren die größten Triumphe gefeiert wurden ohne Initiationswissenschaft.

[ 16 ] So ist es auch für die neuere Initiation, für die neuere Einweihung. Wir dringen hinein in das Geistig-Seelische der Natur. Es enthüllt sich uns nicht eine Welt von Atomen mit ihrem Stoßen, sondern es enthüllen sich uns die geistigen Mächte geistiger Wesenheiten hinter der Sinneswahrnehmung, und es enthüllen sich uns bei der Innenschau, jenseits der Erinnerungsgrenzen, die geistig-seelischen Wesenheiten im menschlichen Inneren. Aber die beiden Welten, die äußere Welt der Geistigkeit und die innere Welt der Geistigkeit, sie fließen zuletzt in eine zusammen. Wir können geradezu bildhaft schon auf diese eine geistige Welt hinblicken. Nehmen Sie den Menschen mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein. Er blickt in die äußere Natur hinaus. Er nimmt wahr Farbe, Licht, er lenkt die andern Sinne in die äußere Natur hinaus. Er nimmt Töne, Wärmedifferenzen, andere Sinnesqualitäten in der äußeren Natur wahr. Er blickt dann auf seinen eigenen Leib. Er nimmt in seinen Sinnesqualitäten seinen eigenen Leib wahr. Er blickt die Natur an; sie offenbart sich ihm in Sinnesqualitäten. Er blickt den eigenen Leib an; er offenbart sich in Sinnesqualitäten. Beginnt der Mensch seinen Willen in Bewegung zu setzen, schreitet er durch die Welt, dann wird er gewahr, daß diese Willenskraft in die Bewegungen seines Auges hineinwirkt, daß in das Wesen seines Auges schon für die Sinnesempfindung dasselbe hineinfließt, was die Bewegungen seiner Beine lenkt. Wenn der Mensch schon äußerlich tief genug untertaucht in das Sinnliche, so wird er dasselbe gewahr, was er in Beziehung bringt durch die Außerungen seines Willens mit der äußeren Welt. Es fließt ihm schon die Sinneswelt in eine einheitliche Welt zusammen. Dieses einheitliche Zusammenfließen der Sinneswelt, es ist ein oberflächliches, aber doch eben ein Abbild des Zusammenfließens der Welt der äußeren Geistigkeit und der inneren Geistigkeit. Durch das Auffinden dieser beiden Welten, die eine einzige Welt sind, wird der Mensch wieder seines geistig-seelischen Ursprungs gewahr. Und so stehen wir heute wie am Abschluß einer alten Zeit, die uns für frühere Epochen ein Hineinschauen der Menschheit in geistige Welten aufweist, ein Hineinschauen, indem der Mensch nach außen in die Natur blickt, ein Hineinschauen, wenn der Mensch in sich selber blickt. Dann kam ein Zeitraum, wo es finster wurde, wo gerade im Reiche des Finsteren die größten Triumphe gefeiert wurden ohne Initiationswissenschaft.

[ 17 ] Aber das Weltenjahr ist vollendet, Weltensilvester ist da. Es muß ein neues Weltenjahr beginnen. Wir konnten das bei der Weihenacht sagen, wir möchten auch ein solches symbolisches Fest, wie es in diesem Augenblicke an unsherannaht, in derselben Weise empfinden, wir möchten symbolisiert empfinden durch ein solches Fest die Zeitenwende, die wir heute schon spüren müssen als eine Welten-Zeitenwende. Es sind die Zeiten ernst geworden, so ernst geworden, daß wir wohl heute hinaufblicken müssen von dem engbegrenzten Geschehen innerhalb des Horizontes, den heute der größte Teil der Menschheit als den einzig berechtigten anerkennen möchte, zu den Weltenweiten, auch zu den Weltenweiten des menschlich seelisch-geistigen Erlebens. Da aber erleben wir Welten-Zeitenwende. Werden wir uns bewußt dieser WeltenZeitenwende, werden wir uns klar darüber, daß ein Weltenneujahr des Geistes für die Menschheit beginnen muß. Lernen wir solches erkennen, dann können wir allein in unserer jetzigen Zeitepoche wahres Menschentum empfinden. Denn wahres Menschentum empfindet sich nur dann, wenn der Mensch, der durch wiederholte Erdenleben geht, in jedem einzelnen Erdenleben die Möglichkeit findet, sich nicht nur im allgemeinen als Mensch zu fühlen, sondern als Mensch mit bestimmten Aufgaben, in dem bestimmten Zeitraum, in den eines seiner Erdenleben hineinfällt.

[ 17 ] Aber das Weltenjahr ist vollendet, Weltensilvester ist da. Es muß ein neues Weltenjahr beginnen. Wir konnten das bei der Weihenacht sagen, wir möchten auch ein solches symbolisches Fest, wie es in diesem Augenblicke an unsherannaht, in derselben Weise empfinden, wir möchten symbolisiert empfinden durch ein solches Fest die Zeitenwende, die wir heute schon spüren müssen als eine Welten-Zeitenwende. Es sind die Zeiten ernst geworden, so ernst geworden, daß wir wohl heute hinaufblicken müssen von dem engbegrenzten Geschehen innerhalb des Horizontes, den heute der größte Teil der Menschheit als den einzig berechtigten anerkennen möchte, zu den Weltenweiten, auch zu den Weltenweiten des menschlich seelisch-geistigen Erlebens. Da aber erleben wir Welten-Zeitenwende. Werden wir uns bewußt dieser WeltenZeitenwende, werden wir uns klar darüber, daß ein Weltenneujahr des Geistes für die Menschheit beginnen muß. Lernen wir solches erkennen, dann können wir allein in unserer jetzigen Zeitepoche wahres Menschentum empfinden. Denn wahres Menschentum empfindet sich nur dann, wenn der Mensch, der durch wiederholte Erdenleben geht, in jedem einzelnen Erdenleben die Möglichkeit findet, sich nicht nur im allgemeinen als Mensch zu fühlen, sondern als Mensch mit bestimmten Aufgaben, in dem bestimmten Zeitraum, in den eines seiner Erdenleben hineinfällt.

[ 18 ] Der Mensch kann mit der Ewigkeit nur leben, wenn er die Möglichkeit findet, in der rechten Weise in der Zeit zu leben. Denn für den Menschen soll sich in der Zeit das Ewige nicht nur offenbaren, sondern durch den Menschen, durch die Zeit soll sich für den Menschen das Ewige erleben lassen. Das Ewige waltet in zeitloser Dauer, waltet in zeitloser Dauer auch durch das Menschenwesen hindurch. Aber seine Pulsschläge sind die Geschehnisse der einzelnen Epochen, wie sie hereinschlagen in das menschliche Erleben. Nur indem wir diese Pulsschläge erleben und sie vereinigen können zum umfassenden Rhythmus, erleben wir durch die Zeit das Ewige. Die Dauer gehört unserem wahren Menschenwesen an. Die Dauer können wir nur erleben, wenn wir liebevoll und mit Kraft die einzelnen Pulsschläge des ewigen Weltenwesens zu unserem eigenen Erlebnis werden lassen.

[ 18 ] Der Mensch kann mit der Ewigkeit nur leben, wenn er die Möglichkeit findet, in der rechten Weise in der Zeit zu leben. Denn für den Menschen soll sich in der Zeit das Ewige nicht nur offenbaren, sondern durch den Menschen, durch die Zeit soll sich für den Menschen das Ewige erleben lassen. Das Ewige waltet in zeitloser Dauer, waltet in zeitloser Dauer auch durch das Menschenwesen hindurch. Aber seine Pulsschläge sind die Geschehnisse der einzelnen Epochen, wie sie hereinschlagen in das menschliche Erleben. Nur indem wir diese Pulsschläge erleben und sie vereinigen können zum umfassenden Rhythmus, erleben wir durch die Zeit das Ewige. Die Dauer gehört unserem wahren Menschenwesen an. Die Dauer können wir nur erleben, wenn wir liebevoll und mit Kraft die einzelnen Pulsschläge des ewigen Weltenwesens zu unserem eigenen Erlebnis werden lassen.

[ 19 ] Das wollte ich auf Ihre Herzen, auf Ihre Seelen heute an der Jahreswende legen. Möge uns allen die nächste Zeit die Möglichkeit bringen, in einem solchen Sinne im Kleinsten und, wenn es uns gegönnt ist, auch im Größeren diejenigen Impulse in unserem Denken, Fühlen und Wollen anzuwenden, deren wir als unserer besten in unserem Inneren fähig werden können.

[ 19 ] Das wollte ich auf Ihre Herzen, auf Ihre Seelen heute an der Jahreswende legen. Möge uns allen die nächste Zeit die Möglichkeit bringen, in einem solchen Sinne im Kleinsten und, wenn es uns gegönnt ist, auch im Größeren diejenigen Impulse in unserem Denken, Fühlen und Wollen anzuwenden, deren wir als unserer besten in unserem Inneren fähig werden können.